Secrets of the Threshold
GA 147
25 August 1913, Munich
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Secrets of the Threshold, tr. SOL
Zweiter Vortrag
Second Lecture
[ 1 ] Sie werden gesehen haben, daß die Erlebnisse der Seelen, welche in «Der Seelen Erwachen» dargestellt sind, sich an dem Grenzgebiet zwischen der Sinneswelt und den übersinnlichen, den geistigen Welten abspielen. Es ist für die Geisteswissenschaft von ganz besonderer Bedeutung, dieses Grenzgebiet in das Seelenauge zu fassen, denn es ist naturgemäß, daß zunächst alles das, was die menschliche Seele in der geistigen, in der übersinnlichen Welt erleben kann, gewissermaßen ein unbekanntes Land ist für alle Fähigkeiten, für alles seelische Erleben des Menschen in der sinnlich-physischen Welt. Wenn der Mensch nun sich in die geistige Welt einlebt durch die verschiedenen Methoden, die wir kennengelernt haben, das heißt, wenn die Seele lernt, in der geistigen Welt zu erleben, zu beobachten, zu erfahren außerhalb des physischen Leibes, dann ist zu solchem Leben, zu solchem Erfühlen in der geistigen Welt notwendig, daß die Seele ganz besondere Fähigkeiten, ganz besondere Kräfte heranbilde. Wenn die Secle das hellsichtige Bewußtsein innerhalb des Erdendaseins anstrebt, so ist es natürlich, daß die hellsichtig gewordene Seele oder hellsichtig werden wollende Seele sich in der geistigen Welt aufhalten kann außerhalb ihres Leibes und auch wiederum zurückkehren kann in den physischen Leib — das muß sie ja als Erdenmensch —, also wiederum so leben kann, wie der Mensch als Sinneswesen normal innerhalb der Sinneswelt nun einmal als Erdenmensch leben muß. Man kann also sagen: Die hellsichtig gewordene Seele muß sich gesetzmäßig bewegen können in der geistigen Welt und muß immer wieder und wiederum die Grenze überschreiten können in die physisch-sinnliche Welt herein und sich da, wenn ich mich trivial ausdrücken darf, in der richtigen, sachgemäßen Weise benehmen können. — Da die Fähigkeiten der Seele andere sein müssen für die geistige Welt und andere sind, wenn sich diese Seele bedient der physischen Sinne und des ganzen übrigen physischen Leibes, so muß die Seele in einem gewissen Maße die Beweglichkeit erobern, wenn sie hellsichtig werden will, sich in der geistigen Welt zu erfühlen, zu erleben mit den dazugehörigen Fähigkeiten, und dann, wenn sie die Grenze überschreitet, wiederum mit den entsprechenden Fähigkeiten die Sinneswelt erleben können. Diese Fähigkeit, diese Beweglichkeit, diese Verwandlungsfähigkeit sich anzueignen, ist nun keinesfalls so ganz besonders leicht; aber es muß für eine richtige Abschätzung des Unterschiedes der geistigen von der physisch-sinnlichen Welt gerade dieses Grenzgebiet zwischen den beiden Welten scharf ins Seelenauge gefaßt werden, die Schwelle selbst genau ins Auge gefaßt werden, über welche die Seele treten muß, wenn sie aus der physisch-sinnlichen Welt in die geistige Welt eindringen will. Denn wir werden es in der mannigfaltigsten Weise sehen im Verlaufe dieses Vortragszyklus: Es kann der Seele nur von Nachteil sein, die Gepflogenheiten der einen Welt in die andere hineinzutragen, wenn sie die Schwelle nach der einen oder anderen Richtung überschreiten muß.
[ 1 ] You will have noticed that the experiences of the souls described in The Awakening of the Soul take place at the boundary between the sensory world and the supersensory, spiritual worlds. It is of particular importance for Spiritual Science to take in this borderland with the soul’s eye, for it is only natural that, at first, everything the human soul can experience in the spiritual, supersensible world is, so to speak, an unknown land for all the faculties and for all the soul’s experiences in the sensory-physical world. When a person now familiarizes themselves with the spiritual world through the various methods we have learned—that is, when the soul learns to experience, observe, and perceive in the spiritual world outside the physical body—then for such a life, for such a sense of feeling in the spiritual world, it is necessary for the soul to develop very special abilities, very special powers. If the soul strives for clairvoyant consciousness within earthly existence, it is natural that the soul that has become clairvoyant—or the soul that wishes to become so—can dwell in the spiritual world outside its body and can also return to the physical body—for as an earthly human being, it must do so — and thus live once again as a human being—as a sensory being—must normally live within the sensory world as an earthly human being. One can therefore say: The soul that has become clairvoyant must be able to move lawfully within the spiritual world and must be able to cross the boundary again and again into the physical-sensory world and, if I may put it in trivial terms, behave there in the correct, appropriate manner. — Since the soul’s faculties must be different for the spiritual world and are different when this soul makes use of the physical senses and the rest of the physical body, the soul must, to a certain extent, acquire the mobility to feel its way in the spiritual world, to experience it with the corresponding faculties, and then, when it crosses the boundary, to experience the sensory world again with the corresponding abilities. Acquiring this ability, this flexibility, this capacity for transformation is by no means particularly easy; but in order to properly assess the difference between the spiritual and the physical-sensory world, it is precisely this border region between the two worlds that must be clearly grasped by the soul’s eye, the threshold itself must be clearly grasped, which the soul must cross if it wishes to penetrate from the physical-sensory world into the spiritual world. For we shall see in the most varied ways in the course of this lecture series: It can only be to the soul’s detriment to carry the customs of one world into the other when it must cross the threshold in one direction or the other.
[ 2 ] Besonders schwierig wird sozusagen das Verhalten beim Übergang über diese Schwelle dadurch, daß innerhalb unserer Weltenordnung diejenigen Wesenheiten vorhanden sind, die in den dargestellten Erlebnissen von «Der Seelen Erwachen» und den anderen Dramen eine gewisse Rolle spielen, Wesenheiten, die wir als luziferische und ahrimanische Wesenheiten bezeichnen können. Denn um das angedeutete richtige Verhältnis vom Übergang von der einen in die andere Welt zu gewinnen, ist es notwendig, daß man sich zu diesen beiden Arten von Wesenheiten, zu den luziferischen und ahrimanischen, in der richtigen Art zu verhalten weiß. Nun wäre es zunächst am bequemsten — und dieses bequeme Auskunftsmittel wählen für sich, wenigstens theoretisch, recht viele Seelen —, daß man sagen würde: Nun ja, Ahriman scheint ein gefährlicher Geselle zu sein, und wenn er seinen Einfluß auf die Welt und das menschliche Handeln hat, so ist es das einfachste, man tilgt die Impulse, die von Ahriman kommen, aus der Menschenseele aus. — Es scheint das am bequemsten zu sein, ist aber für die geistige Welt ebenso gescheit, als wenn jemand das Gleichgewicht auf einer Waage dadurch herzustellen versucht, daß er da, wo die Waage herunterdrückt, die Last wegnimmt, um das Gleichgewicht dadurch herzustellen. Diese Wesenheiten, die wir als ahrimanische und luziferische bezeichnen, sind da in der Welt, haben ihre Aufgabe innerhalb der Weltenordnung, und man kann sie nicht austilgen. Es handelt sich auch gar nicht um das Austilgen, sondern darum, daß, wie die Lasten auf zwei Waageschalen, sich die ahrimanischen und luziferischen Kräfte in ihren Impulsen auf den Menschen und die anderen Wesen das Gleichgewicht halten müssen, ausgleichen müssen. Nicht dadurch führt man die richtige Wirksamkeit einer Kräfte- oder Wesensart herbei, daß man sie wegschafft, sondern dadurch, daß man sich in das richtige Verhältnis zu ihr stellt. Und diese Wesenheiten, die die luziferischen und ahrimanischen sind, sind ganz falsch aufgefaßt, wenn man einfach sagt: Das sind schädliche, sind böse Wesenheiten. — Daß sich diese Wesenheiten in einer gewissen Weise auflehnen gegen die allgemeine Weltenordnung, die schon vorgezeichnet war, bevor sie in diese Weltenordnung eingetreten sind, rührt nicht davon her, daß diese Wesenheiten eine schädliche Tätigkeit unter allen Umständen ausüben müssen, sondern davon, daß diese Wesenheiten wie die anderen, die wir als die rechtmäßigen Wesenheiten innerhalb der höheren Welten kennenlernen, ein bestimmtes Gebiet ihres Wirkens im Ganzen der Weltenordnung haben. Und die Auflehnung, das Gegenwirken gegen die Weltenordnung besteht darin, daß sie dieses Gebiet überschreiten, daß sie die Kräfte, die sie auf ihrem rechtmäßigen Gebiet ausüben sollten, über dieses Gebiet hinaus ausüben. Betrachten wir von diesem Gesichtspunkt aus Ahriman oder die ahrimanischen Wesenheiten.
[ 2 ] What makes the process of crossing this threshold particularly difficult, so to speak, is the presence within our world order of those beings who play a certain role in the experiences described in The Awakening of the Soul and the other dramas—beings whom we may refer to as Luciferic and Ahrimanic beings. For in order to attain the correct attitude toward the transition from one world to the other, it is necessary to know how to relate properly to these two types of beings, the Luciferic and the Ahrimanic. Now, it would at first be most convenient—and quite a few souls choose this convenient means of understanding for themselves, at least theoretically—to say: Well, Ahriman seems to be a dangerous fellow, and if he exerts his influence on the world and human action, then the simplest thing is to eradicate the impulses coming from Ahriman from the human soul. — This seems to be the most convenient solution, but it is just as sensible for the spiritual world as if someone were to try to restore balance on a scale by removing the weight on the side where the scale is tipping down, in order to restore equilibrium that way. These beings, whom we call Ahrimanic and Luciferic, are present in the world; they have their role within the world order, and they cannot be eradicated. It is not a matter of eradication at all, but rather that, just as the weights on two scales, the Ahrimanic and Luciferic forces must maintain a balance in their impulses toward human beings and other beings; they must counterbalance one another. One does not bring about the proper effectiveness of a type of force or being by eliminating it, but by placing oneself in the right relationship to it. And these beings, the Luciferic and Ahrimanic ones, are completely misunderstood if one simply says: These are harmful, evil beings. —The fact that these beings in a certain sense rebel against the general world order—which was already predetermined before they entered this world order—does not stem from the fact that these beings must engage in harmful activity under all circumstances, but from the fact that these beings, like the others we come to know as the legitimate beings within the higher worlds, have a specific sphere of activity within the whole of the world order. And the rebellion, the opposition to the world order, consists in their overstepping this sphere, in their exercising the powers they should exert within their rightful sphere beyond the bounds of that sphere. Let us consider Ahriman or the Ahrimanic beings from this point of view.
[ 3 ] Man kann Ahriman ganz gut charakterisieren, wenn man sagt: Ahriman ist im weitesten Umkreis der Herr des Todes, der Behertscher all der Mächte, welche innerhalb der physisch-sinnlichen Welt dasjenige herbeiführen sollen, was notwendig in dieser physisch-sinnlichen Welt da sein muß als Vernichtung, als Tod der Wesenheiten.—Der Tod innerhalb der Sinneswelt gehört zu den notwendigen Einrichtungen, da die Wesenheiten die Sinneswelt überwuchern würden, wenn innerhalb der Sinneswelt nicht Vernichtung und Tod vorhanden wären. Die Aufgabe, diesen Tod in der entsprechenden Weise aus der geistigen Welt heraus gesetzmäßig zu regeln, fiel Ahriman zu; er ist der Herr der Regulierung des Todes. Sein ihm im eminentesten Sinn zukommendes Reich ist die mineralische Welt. Die mineralische Welt ist immer tot; der Tod ist sozusagen ausgegossen über die ganze mineralische Welt. Aber so, wie unsere Erdenwelt ist, ist das mineralische Reich, die mineralische Gesetzmäßigkeit auch in alle anderen Naturreiche hineinergossen. Die Pflanzen, die Tiere, die Menschen, insofern sie den Naturreichen angehören, sind alle durchsetzt von dem Mineralischen, nehmen die mineralischen Stoffe, damit auch die mineralischen Kräfte und Gesetzmäßigkeiten auf, und unterliegen den Gesetzen des Mineralreiches, insofern dieses dem Erdenwesen angehört. Damit erstreckt sich das, was zum berechtigten Tod gehört, auch in diese höheren Reiche der rechtmäßigen Herrschaft des Ahriman. In dem, was als äußere Natur uns umgibt, ist Ahriman der rechtmäßige Herr des Todes, und insoferne er dieses ist, ist er nicht als eine böse, sondern als eine durchaus in der allgemeinen Weltenordnung begründete Macht anzuerkennen. Wir kommen nur in ein richtiges Verhältnis zur Sinneswelt, wenn wir dieser Sinneswelt entsprechendes Interesse entgegenbringen, wenn dieses Interesse zur Sinneswelt so geregelt ist, daß wir die Dinge dieser Sinneswelt heraufkommen sehen, daß wir ihrer nicht so weit begehren, daß wir ein ewiges Dasein für die sinnlichen Formen fordern, sondern daß wir sie entbehren können, wenn sie ihrem natürlichen Tode entgegengehen. Sich in der entsprechenden Weise freuen können an den Dingen der Sinneswelt, aber nicht so an ihnen hängen, daß dies den Gesetzen von Vergehen und Tod widersprechen würde: das ist ein rechtmäßiges Verhältnis des Menschen zur Sinneswelt. Und daß das alles so sein kann, daß der Mensch ein richtiges Verhältnis zur Sinneswelt haben kann, zu Entstehen und Vergehen, dazu ist er von den ahrimanischen Mächten durchpulst, dazu sind die ahrimanischen Impulse in ihm.
[ 3 ] One can characterize Ahriman quite well by saying: In the broadest sense, Ahriman is the Lord of Death, the ruler of all the forces that are to bring about within the physical-sensory world that which must necessarily exist in this physical-sensory world as destruction, as the death of beings. —Death within the sensory world is one of the necessary mechanisms, for the beings would overgrow the sensory world if destruction and death were not present within it. The task of regulating this death in the appropriate manner from the spiritual world in accordance with the laws of nature fell to Ahriman; he is the Lord of the regulation of death. The realm that belongs to him in the most eminent sense is the mineral world. The mineral world is always dead; death is, so to speak, poured out over the entire mineral world. But just as our earthly world is, the mineral realm and mineral law are also poured into all other natural kingdoms. Plants, animals, and human beings, insofar as they belong to the natural kingdoms, are all permeated by the mineral, take in mineral substances—and thus also the mineral forces and laws—and are subject to the laws of the mineral kingdom, insofar as this belongs to the earthly being. Thus, what pertains to rightful death extends into these higher realms of Ahriman’s lawful dominion as well. In the external nature that surrounds us, Ahriman is the lawful lord of death, and insofar as he is this, he must be recognized not as an evil power, but as one thoroughly grounded in the general order of the world. We can only enter into a proper relationship with the sensory world if we show an interest in this sensory world that is appropriate to it, if this interest in the sensory world is regulated in such a way that we see the things of this sensory world as arising, that we do not desire them to such an extent that we demand an eternal existence for the sensory forms, but that we can do without them when they approach their natural death. To be able to take appropriate delight in the things of the sensory world, but not to cling to them in a way that would contradict the laws of decay and death: this is a right relationship of the human being to the sensory world. And for all this to be possible—for a human being to have a proper relationship to the sensory world, to becoming and passing away—he is permeated by the Ahrimanic forces; the Ahrimanic impulses are within him.
[ 4 ] Aber Ahriman kann sein Gebiet überschreiten; er kann es vor allen Dingen zunächst so überschreiten, daß er sich an das menschliche Denken heranmacht. Der Mensch, der nicht in die geistige Welt hineinblickt und kein Verständnis für sie hat, wird ja nicht glauben, daß Ahriman in ganz realer Weise sich an das menschliche Denken heranmacht. Er macht sich heran! Insoferne dieses menschliche Denken in der Sinneswelt lebt, ist es an das Gehirn gebunden, das der Vernichtung verfallen muß nach der allgemeinen Weltenordnung. Da hat Ahriman zu regulieren diesen Gang des menschlichen Gehirns nach der Vernichtung hin. Wenn er nun sein Gebiet überschreitet, dann bekommt er die Tendenz, die Intention, das Denken abzulösen von seinem sterblichen Instrument, dem Gehirn, es zu verselbständigen; loszureißen das physische Denken, das Denken, das auf die Sinneswelt gerichtet ist, von dem physischen Gehirn, in dessen Vernichtungsstrom dieses Denken sich hineinergießen sollte, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht. Ahriman hat die Tendenz, wenn er den Menschen hineinläßt als physisches Wesen in die Strömung des Todes, loszulösen von dieser Vernichtungsströmung das Denken. Das macht er das ganze menschliche Leben hindurch, daß er immer in dieses Denken faßt mit seinen Krallen und den Menschen so bearbeitet, daß das Denken sich losteißen will von der Vernichtung. Weil Ahriman so im menschlichen Denken wirksam ist, und die Menschen, die an die Sinneswelt gebunden sind, natürlich nur die Wirkungen der geistigen Wesenheiten verspüren, fühlen die Menschen, die Ahriman in dieser Weise am Kragen hat, den Drang, das Denken loszureißen von seinem Eingefügtsein in die große Weltenordnung. Und das macht die materialistische Stimmung, das macht es, daß die Menschen das Denken nur auf die Sinneswelt anwenden wollen. Am meisten sind diejenigen Menschen besessen von Ahriman, die an keine geistige Welt glauben wollen, denn Ahriman ist es, der ihr Denken verlockt, verführt, in der Sinneswelt zu bleiben.
[ 4 ] But Ahriman can transcend his domain; above all, he can do so initially by encroaching upon human thought. A person who does not look into the spiritual world and has no understanding of it will not believe that Ahriman is encroaching upon human thought in a very real way. He does approach it! Insofar as this human thinking lives in the sensory world, it is bound to the brain, which must be subject to destruction according to the general order of the world. Here Ahriman must regulate this course of the human brain toward destruction. If he now oversteps his domain, he develops the tendency, the intention, to detach thinking from its mortal instrument, the brain, and to make it independent; to tear physical thinking—the thinking directed toward the sensory world—away from the physical brain, into whose stream of destruction this thinking should flow when the human being passes through the gate of death. Ahriman has the tendency, when he allows the human being to enter as a physical being into the current of death, to detach thinking from this current of destruction. He does this throughout the entire human life, always grasping this thinking with his claws and working on the human being in such a way that thinking seeks to tear itself away from destruction. Because Ahriman is active in human thinking in this way, and because people bound to the sensory world naturally perceive only the effects of spiritual beings, those whom Ahriman has in his grip in this manner feel the urge to tear thinking away from its embeddedness in the great world order. And this is what creates the materialistic mood; this is what causes people to want to apply their thinking only to the sensory world. Those people who are most possessed by Ahriman are those who do not want to believe in any spiritual world, for it is Ahriman who entices and seduces their thinking to remain in the sensory world.
[ 5 ] Für die menschliche Seelenstimmung hat das zunächst, wenn der Mensch nicht praktischer Okkultist geworden ist, nur die Folge, daß er ein grobklotziger Materialist wird und nichts von der geistigen Welt wissen will. Er ist dazu gerade verlockt von Ahriman, den er nur nicht merkt. Für Ahriman steht die Sache aber so, indem es ihm gelingt, dieses Denken loszureißen von seiner als physisches Denken an das Gehirn gebundenen Grundlage, daß Ahriman mit diesem Denken herausschafft in die physische Welt Schatten und Schemen, und diese dann die physische Welt durchsetzen. Mit diesen Schatten und Schemen will sich Ahriman fortwährend ein besonderes ahrimanisches Reich begründen. Immer steht er auf der Lauer, vom menschlichen Denken, wenn dieses Denken hineingehen will in den Strom, in den der Mensch geht, wenn er die Pforte des Todes durchschreitet, so viel loszureißen, als nur irgend geht — zurückzuhalten das Denken und zu bevölkern die physische Welt mit Schatten und Schemen, die gebildet sind aus dem von seinem Mutterboden losgerissenen physischen menschlichen Denken. Okkult betrachtet, huschen, schädigend die Weltenordnung, diese Schatten und Schemen herum in der physischen Welt. Es sind die Produkte, die Ahriman auf diese Weise, wie geschildert worden ist, zustande bringt. Wir haben die richtige Stimmung Ahriman gegenüber, wenn wir ihn so schätzen, daß, wenn er seine gesetzmäßigen Impulse in unsere Seelen hereinkommen läßt, wir ein rechtmäßiges Verhältnis zur Sinneswelt haben. Wir müssen aber Wache halten, daß er uns nicht in dieser Weise verlockt, wie es nun angedeutet worden ist. Bequemer ist allerdings die Auskunft, welche die Menschen wählen, die da sagen: Nun, dann tilgen wir alle ahrimanischen Impulse aus unserer Seele. — Mit einem solchen Austilgen wird aber nichts anderes gewonnen, als daß man die andere Waagschale erst recht zum Sinken bringt. Und wem es wirklich gelingen würde, durch falsche Theorie die ahrimanischen Impulse aus der Seele auszutilgen, der würde dem luziferischen Impuls verfallen.
[ 5 ] For the human soul, unless the person has become a practicing occultist, this initially has only one consequence: he becomes a crude, boorish materialist who wants to know nothing of the spiritual world. He is led astray in this way by Ahriman, though he is completely unaware of it. For Ahriman, however, the situation is such that by succeeding in tearing this thinking away from its foundation—which, as physical thinking, is bound to the brain—Ahriman uses this thinking to bring shadows and spectres out into the physical world, and these then permeate the physical world. With these shadows and spectres, Ahriman seeks continually to establish a special Ahrimanic realm. He is always lying in wait, seeking to tear away as much as possible from human thinking whenever that thinking seeks to enter the stream into which the human being flows upon passing through the gate of death—to hold back the thinking and to populate the physical world with shadows and phantoms formed from physical human thinking torn from its native soil. Viewed from an occult perspective, these shadows and phantoms flit about in the physical world, damaging the world order. They are the products that Ahriman brings about in this manner, as has been described. We have the right attitude toward Ahriman when we regard him in such a way that, when he allows his lawful impulses to enter our souls, we have a legitimate relationship with the sensory world. We must, however, remain vigilant so that he does not tempt us in the manner now indicated. More convenient, however, is the approach chosen by those who say: Well, then let us eradicate all Ahrimanic impulses from our souls. — But such an eradication achieves nothing other than causing the other side of the scale to sink even further. And whoever were truly to succeed in eradicating the Ahrimanic impulses from the soul through false theory would fall prey to the Luciferic impulse.
[ 6 ] Dies zeigt sich ganz besonders dann, wenn die Menschen aus einer gewissen Scheu vor einem richtigen Verhältnis zu den ahrimanischen Gewalten die Sinneswelt verachten, die Freude und das richtige Verhältnis zur Sinneswelt in sich austilgen und, um nicht an der Sinneswelt zu hängen, alles Interesse an der Sinneswelt vertilgen. Dann kommt die falsche Askese. Und diese falsche Askese bietet die stärkste Handhabe zum Eingreifen wiederum der unrichtigen luziferischen Impulse. Man könnte geradezu die Geschichte der Askese so schreiben, daß man sie als fortwährende Verlockung von seiten Luzifers darstellen würde. Da setzt sich der Mensch in der falschen Askese den Verlockungen Luzifers aus, weil er, statt die Waagschale ins Gleichgewicht zu versetzen, die Kräfte als polarisch zu verwenden, die eine Seite ganz austilgt. So hat Ahriman seine volle Berechtigung für alle richtige Schätzung des Menschen gegenüber der physisch-sinnlichen Welt. Das mineralische Reich ist das sozusagen ureigen dem Ahriman zugehörige Reich, das Reich, über das der Tod fortwährend ausgegossen ist, in den höheren Naturreichen ist Ahriman der Regulierer des Todes, insofern er gesetzmäßig in den Gang der Vorgänge und Wesenheiten eingreift. Dasjenige, was wir als Übersinnliches mehr in der Außenwelt verfolgen können, bezeichnen wir aus gewissen Gründen als geistig; das, was mehr seelisch in dem Menschen wirkt, was mehr innerlich im Menschen wirkt, bezeichnen wir als seelisch. Ahriman ist ein mehr geistiges Wesen, Luzifer ein mehr seelisches Wesen. Ahriman ist der Herr sozusagen desjenigen, was abläuft in der äußeren Natur; Luzifer dringt mit seinen Impulsen an das Innere des Menschen heran.
[ 6 ] This is particularly evident when people, out of a certain fear of entering into a proper relationship with the Ahrimanic forces, despise the sensory world, suppress the joy and proper relationship to the sensory world within themselves, and, in order not to become attached to the sensory world, destroy all interest in it. Then comes false asceticism. And this false asceticism provides the strongest leverage for the intervention of the erroneous Luciferic impulses. One could almost write the history of asceticism in such a way as to portray it as a constant temptation on the part of Lucifer. In false asceticism, the human being exposes himself to Lucifer’s temptations because, instead of balancing the scales by using the forces in a polarized way, he completely eradicates one side. Thus Ahriman has his full justification for every correct assessment of the human being in relation to the physical-sensory world. The mineral kingdom is, so to speak, the realm inherently belonging to Ahriman, the realm over which death is continually poured out; in the higher kingdoms of nature, Ahriman is the regulator of death, insofar as he intervenes lawfully in the course of processes and beings. That which we can observe as supersensible in the external world, we designate for certain reasons as spiritual; that which acts more soulfully within the human being, that which acts more inwardly within the human being, we designate as soulful. Ahriman is a more spiritual being; Lucifer is a more soul-related being. Ahriman is, so to speak, the lord of what takes place in outer nature; Lucifer approaches the inner being of the human being with his impulses.
[ 7 ] Nun gibt es wiederum eine rechtmäßige, eine ganz im Sinne der allgemeinen Weltenordnung liegende Aufgabe des Luzifer. Diese Aufgabe des Luzifer ist, den Menschen und alles Seelische in der Welt überhaupt in einer gewissen Beziehung loszureißen von dem bloßen Leben und Aufgehen im Sinnlich-Physischen. Denken Sie sich, wenn es gar keine luziferische Gewalt in der Welt gäbe, dann würde der Mensch hinträumen in dem, was von der Außenwelt als Wahrnehmungen einströmt, in dem, was von der Außenwelt kommt durch den Verstand. Das wäre eine Art Verträumen des menschlichen und seelischen Daseins innerhalb dieser Sinneswelt. Impulse sind aber da, welche zwar diese Seelen nicht losreißen wollen von der Sinneswelt, insoferne sie zeitlich an diese Sinneswelt gebunden sind, die aber die Seelen erheben wollen, so daß die Seelen anderes erleben und erfühlen und sich erfreuen können als nur an dem, was diese Sinneswelt bieten kann. Wir brauchen nur zu denken an das, was die Menschheit gesucht hat in der künstlerischen Entwickelung. Überall da, wo der Mensch etwas erschafft in seinem Vorstellungs-, Gefühls- und Seelenleben, was nicht grob hängt an der Sinneswelt, sondern sich erhebt über diese, da ist Luzifer die Macht, die ihn losreißt von der Sinneswelt. Ein großer Teil dessen, was an Erhebendem, an Befreiendem in der künstlerischen Entwickelung der Menschen lebt, sind Eingebungen Luzifers. Noch etwas anderes können wir als Eingebungen Luzifers bezeichnen. Der Mensch ist in der Lage, dadurch, daß es luziferische Mächte gibt, mit seinem Denken nicht hängen zu bleiben an der bloßen porträtartigen Nachbildung der physisch-sinnlichen Welt; er kann im freien Denken sich über diese erheben. Das tut er zum Beispiel in seinem Philosophieren. Alles Philosophieren ist von diesem Gesichtspunkt aus eine Eingebung Luzifers. Man könnte geradezu eine Geschichte der philosophischen Entwickelung der Menschheit schreiben, insofern diese nicht reiner Positivismus ist, das heißt, sich nicht hält an das äußerlich Materielle, und man könnte sagen: Die Entwickelungsgeschichte der Philosophie ist ein fortwährendes Aufzeigen der Inspirationen Luzifers. Denn alles über die Sinneswelt sich erhebende Schaffen wird verdankt den berechtigten Kräften und Tätigkeiten des Luzifer.
[ 7 ] Now, there is, on the other hand, a legitimate task for Lucifer, one that is entirely in keeping with the general order of the world. This task of Lucifer is to tear human beings and everything spiritual in the world, in a certain sense, away from mere life and absorption in the physical-sensory realm. Imagine, if there were no Luciferic force in the world at all, then human beings would drift off into a dreamlike state in what flows in from the external world as perceptions, in what comes from the external world through the intellect. That would be a kind of drifting off of human and soul existence within this sensory world. But there are impulses that, while not seeking to tear these souls away from the sensory world—insofar as they are temporally bound to it—do seek to elevate the souls so that they may experience, feel, and take delight in something other than merely what this sensory world has to offer. We need only think of what humanity has sought in artistic development. Wherever a human being creates something in their life of mental images, feeling, and soul that is not crudely attached to the sensory world but rises above it, there is Lucifer as the power that tears them away from the sensory world. A large part of what lives as uplifting and liberating in the artistic development of humanity consists of Lucifer’s inspirations. We can designate something else as well as inspirations from Lucifer. Because Luciferic forces exist, human beings are able, through their thinking, not to remain stuck in a mere portrait-like reproduction of the physical-sensory world; they can rise above it through free thinking. They do this, for example, in their philosophizing. From this point of view, all philosophizing is an inspiration from Lucifer. One could virtually write a history of humanity’s philosophical development, insofar as it is not pure positivism—that is, it does not cling to the outwardly material—and one could say: The history of the development of philosophy is a continuous manifestation of Lucifer’s inspirations. For all creative work that rises above the sensory world is owed to the legitimate powers and activities of Lucifer.
[ 8 ] Aber nun kann wiederum Luzifer dieses sein Gebiet überschreiten. Darauf beruht immer das Auflehnen gegen die Weltenordnung, daß diese Wesenheiten ihr Gebiet überschreiten. Er überschreitet es und hat fortwährend die Tendenz, es zu überschreiten, indem er verseucht das Seelisch-Fühlende. Während es Ahriman mehr mit dem Denken zu tun hat, hat es Luzifer mehr mit dem Fühlen, mit dem Affekt-, Leidenschafts-, Trieb-, Begierdeleben zu tun. Alles das, was seelisch fühlsam ist in der physisch-sinnlichen Welt, ist das, worüber Luzifer Herr ist. Und er hat die Tendenz, dieses Seelisch-Fühlsame herauszulösen, herauszuschälen aus der physisch-sinnlichen Welt, es zu vergeistigen, und auf einer besonderen, man möchte sagen, isolierten Insel des geistigen Daseins ein luziferisches Reich sich einzurichten mit all dem, was er erhaschen, erbeuten kann an Seelisch-Fühlsamem in der Sinneswelt. Während Ahriman das Denken zurückhalten will in der physisch-sinnlichen Welt und es als Schatten und Schemen hereinschaflt in die Sinneswelt, so daß es für das elementarische Hellsehen als herumhuschende Schatten sichtbar ist, macht Luzifer das andere: er nimmt das Seelisch-Fühlsame in der physisch-sinnlichen Welt, reißt es heraus und steckt es in ein besonderes luziferisches Reich, das er im Gegensatz zur allgemeinen Weltenordnung einrichtet wie ein isoliertes Reich, das seiner eigenen Natur ähnlich ist.
[ 8 ] But now Lucifer, in turn, can overstep his bounds. Rebellion against the world order always stems from these beings overstepping their bounds. He oversteps them and has a constant tendency to do so by corrupting the soul’s emotional life. While Ahriman is more concerned with thinking, Lucifer is more concerned with feeling, with the life of emotion, passion, instinct, and desire. Everything that is emotionally perceptible in the physical-sensory world is what Lucifer rules over. And he has a tendency to detach this soul-feeling aspect, to peel it away from the physical-sensory world, to spiritualize it, and to establish a Luciferic realm on a special, one might say, isolated island of spiritual existence with all that he can snatch and capture of the soul-feeling aspect in the sensory world. While Ahriman seeks to hold back thinking within the physical-sensory world and casts it into the sensory world as shadows and phantoms, so that it is visible to elemental clairvoyance as flitting shadows, Lucifer does the opposite: he takes what is soul-feeling in the physical-sensory world, tears it out, and places it in a special Luciferic realm, which he establishes in contrast to the general world order as an isolated realm similar to his own nature.
[ 9 ] Wie Luzifer da an den Menschen herankommen kann, davon kann man sich insbesondere eine Vorstellung machen, wenn man eine Erscheinung des Menschenlebens, über die wir auch noch genauer sprechen werden, ins Seelenauge faßt, diejenige Erscheinung, die man als die Liebe im weitesten Sinne bezeichnet und die doch im Grunde genommen die Grundlage des eigentlich sittlich-moralischen Lebens in der menschlichen Weltenordnung ist. Über diese Liebe im weitesten Sinne muß man das Folgende sagen: Wenn diese Liebe in der physisch-sinnlichen Welt auftritt und wirkt innerhalb des menschlichen Lebens, dann ist sie absolut geschützt vor jedem unberechtigten luziferischen Eingriff, wenn sie so auftritt, daß der Mensch das Wesen, das er liebt, um dieses Wesens willen liebt. — Nicht wahr, wenn uns irgendein Wesen, ein anderer Mensch oder ein Wesen anderer Naturreiche in der physisch-sinnlichen Welt entgegentritt, so tritt es uns mit bestimmten Eigenschaften entgegen. Wenn wir eine freie Empfänglichkeit, eine Eindrucksfähigkeit für diese Eigenschaften haben, dann nötigen uns diese die Liebe ab, dann können wir nicht anders, als dieses Wesen lieben. Wir werden durch das Wesen veranlaßt, es zu lieben. Diese Liebe, wo die Ursache der Liebe nicht in dem Liebenden liegt, sondern im geliebten Wesen, das ist diejenige Art, diejenige Form von Liebe in der Sinneswelt, die absolut gefeit ist vor jedem luziferischen Einfluß. Aber nun können Sie, wenn Sie das menschliche Leben betrachten, bald ersehen, daß auch eine andere Art von Liebe hereinspielt in das menschliche Leben, diejenige Liebe, wo man liebt, weil man selber gewisse Eigenschaften hat, die sich befriedigt, entzückt, erfreut fühlen, wenn man dieses oder jenes Wesen lieben kann. Man liebt dann um seinetwillen,; man liebt, weil man so oder so geartet ist, und diese besondere Artung ihre Befriedigung fühlt dadurch, daß man das andere Wesen liebt. Sehen Sie, diese Liebe, die man eine egoistische Liebe nennen könnte, muß auch da sein. Sie darf nicht etwa fehlen in der Menschheit. Denn alles, was wir in der geistigen Welt lieben können, die geistigen Tatsachen, alles das, was in uns durch Liebe als Sehnsucht, als Drang hinauf in die geistige Welt leben kann, zu umfassen die Wesenheiten der geistigen Welt, die geistige Welt zu erkennen: es entspringt natürlich auch der sinnlichen Liebe zur geistigen Welt. Aber diese Liebe zum Geistigen, die muß, nicht etwa darf, sondern muß notwendigerweise um unseretwillen geschehen. Wir sind Wesen, die ihre Wurzeln in der geistigen Welt haben. Es ist unsere Pflicht, uns so vollkommen als möglich zu gestalten. Um unseretwillen müssen wir die geistige Welt lieben, daß wir so viel Kräfte als möglich in unsere eigene Wesenheit aus der geistigen Welt hereinbringen. In der geistigen Liebe ist dieses persönliche, individuelle Element, man möchte sagen dieses egoistische Liebeselement, voll berechtigt, denn es entreißt den Menschen der Sinneswelt, es führt ihn hinauf in die geistige Welt, es leitet ihn an, die notwendige Pflicht zu erfüllen, sich immer vollkommener und vollkommener zu machen.
[ 9 ] One can gain a mental image of how Lucifer is able to approach human beings by contemplating in the eye of the soul a phenomenon of human life—one we will discuss in greater detail—namely, that phenomenon which is described as love in the broadest sense and which, in essence, forms the foundation of true ethical and moral life within the human world order. The following must be said about this love in the broadest sense: When this love appears in the physical-sensory world and works within human life, it is absolutely protected from any unjustified Luciferic interference if it appears in such a way that the human being loves the being they love for the sake of that being. — Is it not true that when any being—another human being or a being from other kingdoms of nature—meets us in the physical-sensory world, it meets us with certain qualities? If we possess a free receptivity, a capacity to be moved by these qualities, then they compel us to love; then we cannot help but love this being. We are moved by the being to love it. This love, where the cause of love lies not in the lover but in the beloved being—that is the kind, the form of love in the sensory world that is absolutely immune to any Luciferic influence. But now, if you consider human life, you will soon see that another kind of love also comes into play in human life—the kind of love where one loves because one possesses certain qualities that feel satisfied, delighted, and joyful when one can love this or that being. One loves then for one’s own sake; one loves because one is of a certain nature, and this particular nature finds its satisfaction in loving the other being. You see, this love, which one might call selfish love, must also be present. It must not be absent from humanity. For everything we can love in the spiritual world—the spiritual realities, everything within us that can live through love as a longing, as an urge upward into the spiritual world, to embrace the beings of the spiritual world, to recognize the spiritual world—naturally springs from a sensual love for the spiritual world. But this love for the spiritual—it must, not merely may, but must necessarily occur for our sake. We are beings who have our roots in the spiritual world. It is our duty to shape ourselves as perfectly as possible. For our sake, we must love the spiritual world so that we may bring as many forces as possible from the spiritual world into our own being. In spiritual love, this personal, individual element—one might say this egoistic element of love—is fully justified, for it snatches the human being away from the sensory world, leads them up into the spiritual world, and guides them to fulfill the necessary duty of making themselves ever more and more perfect.
[ 10 ] Nun hat Luzifer die Tendenz, diese beiden Welten miteinander zu vermischen. Überall in der Menschenliebe, wo der Mensch in der physisch-sinnlichen Welt liebt mit einem egoistischen Anflug, um seinetwillen, da geschieht es deshalb, weil Luzifer die sinnliche Liebe der geistigen ähnlich machen will. Dann kann er sie herausreißen aus der Sinneswelt und kann sie in sein besonderes Reich führen. So daß alle Liebe, die eine egoistische Liebe genannt werden kann, die nicht da ist um des Geliebten, sondern um des Liebenden willen, den luziferischen Impulsen ausgesetzt ist. Wenn man das, was eben gesagt worden ist, recht ins Auge faßt, dann kommt man schon darauf, daß insbesondere in der Gegenwart, in der materialistischen Kultur der Gegenwart alle Veranlassung vorliegt, auf diese luziferischen Verlockungen gegenüber dem Leben in der Liebe hinzuweisen. Denn ein großer Teil unserer heutigen wissenschaftlichen, insbesondere der medizinischen Literatur und Anschauung, ist durchsetzt von dieser luziferischen Auffassung der Liebe. Man müßte da gewissermaßen etwas heikle Gebiete berühren, wenn man genauer sprechen wollte. Aber das luziferische Element in der Liebe wird geradezu gehätschelt von einer großen Partie unserer medizinischen Wissenschaft, wenn den Männern — insbesondere wird da die Männerwelt bevorzugt — immer wieder und wiederum gesagt wird, daß sie ein gewisses Gebiet der Liebe pflegen müssen, weil das zu ihrer Gesundheit, also um ihrer selbst willen notwendig ist. Viele Ratschläge werden nach solcher Richtung gegeben, wo gewisse Erlebnisse in der Liebe den Männern anempfohlen werden nicht um der geliebten Wesen willen, sondern weil man im Auge hat: das ist notwendig für das männliche Leben. Wenn wir solchen Ausführungen begegnen, und wenn sie noch so sehr in dem Gewand der Wissenschaftlichkeit auftreten, so sind sie nichts anderes als Inspirationen des luziferischen Elementes in der Welt. Und ein großer Teil der Wissenschaft ist einfach von luziferischen Anschauungen durchsetzt. Und Luzifer findet die besten Rekruten für sein Reich unter den Menschen, die sich solche Ratschläge geben lassen, die glauben können, daß es für die Förderung der eigenen Person notwendig sei, gewisse Formen des Liebeslebens zu pflegen. Derlei Dinge zu wissen, ist durchaus notwendig. Denn immer wieder muß es betont werden, was ich schon gestern sagte: Den Teufel, sowohl in der luziferischen wie in der ahrimanischen Form, spürt das Völkchen nie, und wenn er sie am Kragen hätte! — Daß den Menschen, die als materialistische Wissenschafter Ratschläge geben, wie die angedeuteten, der Luzifer dahinten im Nacken sitzt, das merken die Leute nicht. Sie leugnen ihn ja, weil sie alle geistigen Welten leugnen.
[ 10 ] Now, Lucifer has a tendency to mix these two worlds together. Whenever human love—where a person loves in the physical-sensual world with a selfish tinge, for their own sake—occurs, it is because Lucifer wants to make sensual love resemble spiritual love. Then he can tear it away from the sensory world and lead it into his own special realm. So that all love that can be called selfish love—love that exists not for the sake of the beloved but for the sake of the lover—is exposed to Luciferic impulses. If one really takes to heart what has just been said, one comes to realize that, especially in the present day, in the materialistic culture of the present, there is every reason to point out these Luciferic temptations regarding life in love. For a large part of our present-day scientific, and especially medical, literature and outlook is permeated by this Luciferic conception of love. One would have to touch on somewhat sensitive areas, so to speak, if one wanted to speak more precisely. But the Luciferic element in love is virtually pampered by a large segment of our medical science when men—and here the male world is particularly favored—are told time and again that they must cultivate a certain aspect of love because it is necessary for their health, that is, for their own sake. Much advice is given in this vein, where certain experiences in love are recommended to men not for the sake of the beloved, but because the underlying assumption is: this is necessary for male life. When we encounter such statements, and no matter how much they appear to be cloaked in scientific authority, they are nothing other than inspirations from the Luciferic element in the world. And a large part of science is simply permeated by Luciferic views. And Lucifer finds the best recruits for his kingdom among those people who allow themselves to be given such advice, who can believe that it is necessary for the advancement of their own person to cultivate certain forms of love life. It is absolutely necessary to know such things. For it must be emphasized again and again, as I already said yesterday: The little people never sense the devil, whether in his Luciferic or Ahrimanic form, even if he were to have them by the scruff of the neck! — People do not realize that Lucifer is sitting right behind the necks of those who, as materialistic scientists, give advice such as that indicated. They deny him, of course, because they deny all spiritual worlds.
[ 11 ] So sehen wir, wie auf der einen Seite Großes und Erhabenes, was die Menschheitsentwickelung trägt und hebt, von Luzifer abhängt. Die Menschheit muß verstehen, die Impulse, die von Luzifer kommen, in den entsprechenden Gebieten zu halten. Überall da, wo Luzifer auftritt als der Pfleger des schönen Scheines, als der Pfleger der künstlerischen Impulse, da entsteht aus der luziferischen Tätigkeit Großes und Erhabenes, Gewaltiges in der Menschheit. Aber es gibt auch eine Schattenseite der luziferischen Tätigkeit. Luzifer hat überall das Bestreben, das Seelisch-Fühlsame loszureißen von dem Sinnlichen, es zu verselbständigen, es mit Egoismus und Egoität zu durchsetzen. So treten im Seelisch-Fühlsamen das Element des Eigensinnes und ähnliche Momente auf, so daß der Mensch sich im freien Schaffen allerlei Ideen bildet über die Welt — man möchte sagen auf freie Hand. Wie viele Menschen philosophieren sozusagen aus dem Handgelenk heraus, ohne sich darum zu kümmern, ob sich die Philosophiererei einfügt in den allgemeinen notwendigen Gang der Weltenordnung. Die philosophierenden Sonderlinge sind wirklich sehr verbreitet in der Welt; sie verlieben sich in ihre Meinungen, sie gleichen das luziferische Element nicht durch das ahrimanische aus, das überall fragen muß, ob das, was man innerhalb der physisch-sinnlichen Welt denkend erwirbt, auch in die Gesetze der physisch-sinnlichen Welt hineinpaßt. Und so sieht man diese Leute mit ihren Meinungen, die nichts anderes sind als eine Schwärmerei, die sich nicht der allgemeinen Weltenordnung fügt, durch die Welt laufen. Alle Schwärmereien, alle Verworrenheiten der eigensinnigen Meinungen, alle Sonderlingsmeinungen, alle falschen, schwärmerischen Idealismen, sie stammen von den Schattenseiten der luziferischen Impulse. Ganz besonders aber tritt uns in der Bedeutung für das Grenzland oder für die Schwelle zwischen dem Sinnlichen und Übersinnlichen das luziferische und ahrimanische Element entgegen, wenn man das hellsichtige Bewußtsein ins Auge faßt.
[ 11 ] Thus we see how, on the one hand, the great and sublime—which sustains and elevates human development—depends on Lucifer. Humanity must understand how to keep the impulses that come from Lucifer within their proper spheres. Wherever Lucifer appears as the guardian of beautiful appearances, as the guardian of artistic impulses, there great and sublime, powerful things arise in humanity through Luciferic activity. But there is also a dark side to Luciferic activity. Luzifer strives everywhere to tear the soul-feeling realm away from the sensory realm, to make it independent, to permeate it with egoism and egotism. Thus, elements of self-will and similar factors arise in the soul-feeling realm, so that in free creation, human beings form all manner of ideas about the world—one might say, at will. How many people philosophize, so to speak, off the cuff, without caring whether their philosophizing fits into the general, necessary course of the world order. These philosophizing eccentrics are truly widespread in the world; they fall in love with their own opinions, and they do not balance the Luciferic element with the Ahrimanic one, which must constantly ask whether what is acquired through thought within the physical-sensory world also fits into the laws of that world. And so one sees these people running through the world with their opinions, which are nothing but a form of fanaticism that does not conform to the general world order. All fanaticism, all the confusion of self-willed opinions, all eccentric opinions, all false, fanatical idealisms—they all stem from the dark side of the Luciferic impulses. But the Luciferic and Ahrimanic elements confront us most particularly in their significance for the borderland or the threshold between the sensory and the supersensory when one considers clairvoyant consciousness.
[ 12 ] Wenn die Menschenseele das mit sich vorgenommen hat, was sie fähig macht, in die geistige Welt zu schauen, in die geistige Welt Einblicke zu gewinnen, dann muß sie ganz besonders die Aufgabe selbst übernehmen, die sonst von den unterbewußten Regulatoren des Seelenlebens geleistet wird. Daß der Mensch im gewöhnlichen Leben nicht allzusehr die Gepflogenheiten und Gesetzmäßigkeiten des einen Reiches in das andere hineinträgt, dafür sorgt die allgemeine Naturordnung, denn diese allgemeine Naturordnung käme ganz außer Rand und Band, wenn die Welten durcheinander geworfen würden. Wir haben eben betont, daß für die geistige Welt die Liebe sich so entwickeln muß, daß der Mensch vor allen Dingen auf die Durchdringung mit innerer Stärke in bezug auf sein Selbst sich entfalten muß, daß der Mensch den Drang entwickeln muß, sich zu vervollkommnen. Er muß sich selbst im Auge haben, wenn er die Liebe zur geistigen Welt entwickelt. Wenn er diese selbe Art von Antrieben, die ihn in der geistigen Welt zum Erhabensten führen können, ins Sinnliche überträgt, können sie zum Abscheulichsten führen. Es gibt Menschen, die sich im äußeren physischen Erleben, in dem, was sie den ganzen Tag über tun, gar nicht besonders interessieren für die geistige Welt. In unserer Zeit, so sagt man, sollen diese Menschen gar nicht so selten sein. Aber die Natur läßt mit sich keine Vogel-Strauß-Politik treiben. Nicht wahr, diese VogelStrauß-Politik besteht darin, daß der Vogel den Kopf in den Sand steckt und dann glaubt, die Dinge, die er nicht sieht, seien nicht da. Die materialistisch gesinnten Menschen glauben, die geistige Welt sei nicht da, weil sie sie nicht sehen. Sie sind richtige Vogel-Strauße. Aber in der eigenen Seele, in den Tiefen der eigenen Seele ist deshalb der Drang zur geistigen Welt nicht etwa nicht da, weil die Menschen ihn leugnen, weil sie sich darüber betäuben. Er ist da. In jeder Menschenseele ist ein lebendiger Trieb, eine lebendige Liebe zur geistigen Welt vorhanden, auch in den materialistischen Seelen. Die Menschen machen sich nur seelisch ohnmächtig gegenüber diesem Drang. Nun gibt es ein Gesetz, daß, wenn etwas auf der einen Seite durch Betäubung zurückgedrängt wird, es auf der entgegengesetzten Seite herauskommt. Die Folge davon ist, daß der egoistische Trieb sich in die sinnlichen Triebe hereinschlägt. Es schlägt aus der geistigen Welt die Art von Liebe, die nur für sie berechtigt ist, in die sinnlichen Triebe, Leidenschaften, Begierden und so weiter hinein, und da werden diese sinnlichen Triebe pervers. Die Perversitäten der sinnlichen Triebe, alle abscheulichen Abnormitäten der sinnlichen Triebe sind das Gegenbild von dem, was hohe Tugenden in der geistigen Welt wären, wenn man die Kräfte, die dann in die physische Welt gegossen werden, in der geistigen Welt verwenden würde. Darüber muß man nachdenken, daß dasjenige, was in verabscheuungswürdigen Trieben in der Sinneswelt zum Ausdruck kommt, wenn es in der geistigen Welt verwendet würde, das Erhabenste in der geistigen Welt leisten könnte. Das ist ungeheuer bedeutsam.
[ 12 ] Once the human soul has set out to do what enables it to look into the spiritual world and gain insights into it, it must take on, in a very special way, the task that is otherwise performed by the subconscious regulators of the soul’s life. The general order of nature ensures that in ordinary life, human beings do not carry the customs and laws of one realm into the other, for this general order of nature would be thrown completely out of balance if the worlds were to be mixed up. We have just emphasized that, for the spiritual world, love must develop in such a way that the human being must, above all, unfold through the permeation of inner strength in relation to his or her self; that the human being must develop the urge to perfect himself or herself. He or she must keep an eye on oneself when developing love for the spiritual world. If they transfer these same kinds of impulses—which can lead them to the most sublime in the spiritual world—into the physical realm, they can lead to the most abominable things. There are people who, in their outward physical experience, in what they do all day long, are not particularly interested in the spiritual world at all. In our time, so they say, such people are not all that rare. But nature does not allow for a policy of burying one’s head in the sand. Does it not follow that this policy of burying one’s head in the sand consists of the bird sticking its head in the sand and then believing that the things it does not see do not exist? Materialistically minded people believe the spiritual world does not exist because they do not see it. They are true ostriches. But in one’s own soul, in the depths of one’s own soul, the urge toward the spiritual world is not absent simply because people deny it or numb themselves to it. It is there. In every human soul there is a living impulse, a living love for the spiritual world, even in materialistic souls. People merely render themselves spiritually powerless in the face of this urge. Now there is a law that states: if something is suppressed on one side through numbing, it emerges on the opposite side. The consequence of this is that the egoistic impulse breaks into the sensual impulses. It drives the kind of love from the spiritual world—the kind that is rightfully meant only for that world—into the sensual impulses, passions, desires, and so on, and there these sensual impulses become perverted. The perversions of the sensual drives, all the abominable abnormalities of the sensual drives, are the antithesis of what high virtues in the spiritual world would be, if the forces that are then poured into the physical world were used in the spiritual world. One must reflect on the fact that what is expressed in despicable drives in the sensory world, if it were used in the spiritual world, could accomplish the most sublime things in the spiritual world. This is immensely significant.
[ 13 ] So sehen Sie auch schon auf diesem Gebiete, wie das Erhabene in das Abscheuliche umschlägt, wenn die Grenze zwischen der physisch-sinnlichen und der übersinnlichen Welt nicht in der entsprechenden Weise beachtet und geschätzt wird. Das hellsichtige Bewußtsein muß sich nun so entwickeln, daß die hellsichtige Seele in den übersinnlichen Welten gemäß den Gesetzen dieser übersinnlichen Welten leben kann, daß sie wiederum imstande sein muß, zurückzugehen in das Leben im Leibe, ohne sich in der normal-physisch-sinnlichen Welt von den Gesetzen der übersinnlichen Welten beirren zu lassen.
[ 13 ] Here, too, you can see how the sublime turns into the abominable when the boundary between the physical-sensory and the supersensory world is not properly observed and respected. Clairvoyant consciousness must now develop in such a way that the clairvoyant soul can live in the supersensible worlds in accordance with the laws of those worlds, and that it must also be able to return to life in the physical body without allowing itself to be led astray in the normal physical-sensory world by the laws of the supersensible worlds.
[ 14 ] Nehmen wir an, eine Seele könne das nicht, dann kann das Folgende eintreten. Wir werden noch sehen, daß die Seele beim Übergang über das Grenzgebiet von der einen Welt in die andere insbesondere lernt durch die Begegnung mit dem Hüter der Schwelle, sich richtig zu verhalten. Aber nehmen wir an, es hätte eine Seele — es kann das durchaus auch eintreten — sich hellsichtig gemacht, wäre hellsichtig geworden durch irgendwelche Verhältnisse und hätte nicht in ordentlicher Weise die Begegnung mit dem Hüter der Schwelle durchgemacht. Dann kann eine solche Seele hellsichtig in die übersinnlichen Welten hineinsehen, auch Wahrnehmungen machen, aber es kann ihr passieren, wenn sie dann zurückgeht in die physisch-sinnliche Welt, nachdem sie eigentlich nicht in rechtmäßiger Weise in der geistigen Welt war, daß sie «genascht» hat in der geistigen Welt. Solche Näscher der geistigen Welt gibt es zahlreiche, und man darf wahrhaftig sagen, das Naschen in der übersinnlichen Welt ist viel bedenklicher als das Naschen in der physisch-sinnlichen Welt. Man kann also naschen in der geistigen Welt; dann tritt sehr häufig ein, daß man dasjenige, was man dort erlebt hat, herübernimmt in die Sinneswelt; aber dann verdichtet es sich, dann wird es zusammengezogen. So daß ein solcher nicht nach den Gesetzen der allgemeinen Weltenordnung sich verhaltender Hellseher in die physisch-sinnliche Welt zurückkommt und die verdichteten Bilder und Eindrücke der übersinnlichen Welten mitbringt, aber nicht bloß in der physisch-sinnlichen Welt schaut und denkt, sondern vor sich hat, indem er in seinem physischen Leibe lebt, die Nachwirkungen der geistigen Welt in Bildern, die ganz ähnlich den sinnlichen aussehen, nur daß sie keiner Realität entsprechen, daß sie Illusionen, Halluzinationen, Träumereien sind.
[ 14 ] Let us assume that a soul is unable to do this; in that case, the following may occur. We shall see that, during the transition across the border region from one world to the other, the soul learns—particularly through its encounter with the Guardian of the Threshold—how to behave properly. But let us suppose that a soul—and this can certainly happen—had made itself clairvoyant, had become clairvoyant through some circumstances, and had not properly undergone the encounter with the Keeper of the Threshold. Then such a soul can see into the supersensible worlds with clairvoyance and even make perceptions, but it may happen to her, when she then returns to the physical-sensory world—having not actually been in the spiritual world in the proper way—that she has “snacked” in the spiritual world. There are numerous such “snackers” of the spiritual world, and one can truly say that snacking in the supersensible world is far more serious than snacking in the physical-sensory world. One can thus snack in the spiritual world; then it very often happens that one carries over into the sensory world what one has experienced there; but then it becomes condensed, then it is drawn together. So that such a clairvoyant, who does not behave according to the laws of the general world order, returns to the physical-sensory world and brings with them the condensed images and impressions of the supersensory worlds, but does not merely see and think within the physical-sensory world; rather, while living in his physical body, he has before him the aftereffects of the spiritual world in images that look very much like sensory ones, except that they do not correspond to reality—they are illusions, hallucinations, and daydreams.
[ 15 ] In der geistigen Welt wird derjenige, der richtig schauen kann, nimmermehr Wirklichkeit mit Phantasterei verwechseln. Da ist es wirklich so, daß sich die Schopenhauersche Philosophie, insoferne sie einen Fehler macht, von selbst widerlegt. Sie widerlegt sich ja auch in der Sinneswelt in bezug auf ihren Hauptfehler, daß alle unsere Umgebung unsere Vorstellung sei. Wenn man diesen Satz preßt, dann wird er widerlegt, weil man schon durch das Leben angeleitet wird, zu unterscheiden zwischen einem heißen Eisen von neunhundert Grad, das eine wirkliche Wahrnehmung ist, und dem vorgestellten Eisen von neunhundert Grad, das nicht weh tut. Wenn man in der wirklichen Welt mit den entsprechenden Fähigkeiten lebt, so liefert das Leben schon den Unterschied für die Realität und für die Phantasterei. Auch der Kantsche Satz, mit dem Kant an die sogenannten Gottesbeweise herangegangen ist, daß hundert gedachte Taler ebensoviel wert sind wie hundert wirkliche, wird vom Leben widerlegt. Gewiß, hundert gedachte Taler enthalten ebensoviel Pfennige als hundert wirkliche, aber zwischen beiden gibt es doch einen Unterschied, der gegenüber dem Leben sehr stark hervortritt. Und ich möchte jedem, der diesen Satz für richtig hält, raten, seine hundert Taler, die er schuldig ist, mit eingebildeten Talern zu bezahlen, dann wird er schon den Unterschied merken. So wie das für die physisch-sinnliche Welt ist, wenn man wirklich darinnen steht und ihre Gesetze beachtet, so ist es auch für die übersinnlichen Welten. Wenn man nur nascht, dann ist man vor dem Verwechseln von Wahn und Wirklichkeit nicht gefeit, dann verdichten sich die Bilder, und man nimmt das, was bloß Bild sein soll, für Realität. Und was man so an Näscherei aus der geistigen Welt in sich trägt, das ist ganz besonders eine Beute, über die sich Ahriman hermachen kann. Aus dem, was er dem gewöhnlichen Menschendenken entnimmt, bekommt er nur luftige Schatten, aber er bekommt, trivial gesprochen, recht fette Schatten und Schemen, wenn er aus den menschlichen Leibesindividualitäten herauspreßt, so gut er es kann, die falschen Wahnesbilder, die durch das Naschen in der geistigen Welt entstanden sind. Und damit wird auf ahrimanische Weise die physisch-sinnliche Welt mit geistigen Schatten und Schemen, die sehr schlimm der allgemeinen Weltenordnung widerstreben, durchsetzt.
[ 15 ] In the spiritual world, those who are able to see clearly will never confuse reality with fantasy. It is indeed the case that Schopenhauer’s philosophy, insofar as it makes a mistake, refutes itself. It also refutes itself in the sensory world with regard to its main error, namely that our entire surroundings are merely our mental images. If one pushes this proposition to its limits, it is refuted, because life itself already teaches us to distinguish between a red-hot iron at nine hundred degrees—which is a real perception—and the imagined iron at nine hundred degrees, which does not hurt. If one lives in the real world with the appropriate faculties, life itself already provides the distinction between reality and fantasy. Even Kant’s statement, with which Kant approached the so-called proofs of God—that a hundred imagined thalers are worth just as much as a hundred real ones—is refuted by life. Certainly, a hundred imagined thalers contain just as many pennies as a hundred real ones, but there is still a difference between the two that stands out very clearly in the face of life. And I would advise anyone who considers this statement to be correct to pay the hundred thalers they owe with imaginary thalers; then they will surely notice the difference. Just as it is for the physical-sensory world when one truly stands within it and observes its laws, so it is also for the supersensory worlds. If one merely dabbles, then one is not immune to confusing illusion with reality; then the images become denser, and one takes what is merely meant to be an image for reality. And what one carries within oneself from such dabbling in the spiritual world is, in particular, a prey that Ahriman can pounce upon. From what he draws from ordinary human thought, he gains only airy shadows; but, to put it simply, he gains quite substantial shadows and spectres when he squeezes out of human physical individualities, as best he can, the false delusional images that have arisen through snacking in the spiritual world. And thus, in an Ahrimanic manner, the physical-sensory world is permeated with spiritual shadows and phantoms that are in grave conflict with the general order of the world.
[ 16 ] Da sehen wir also, wie das ahrimanische Prinzip ganz besonders eingreifen kann, wenn es seine Grenzen überschreitet und der allgemeinen Weltenordnung entgegenwirkt, wie da ganz besonders dieses ahrimanische Prinzip aus der Verkehrung seiner regelrechten Tätigkeit zum Bösen werden kann. Es gibt kein absolutes Böses. Alles Böse entsteht dadurch, daß etwas, was in irgendeiner Weise gut ist, in einer anderen Weise in der Welt verwendet wird; dadurch wird es in das Böse verkehrt. In einer ähnlichen Weise kann das luziferische Prinzip, das zu so Erhabenem, Großartigem den Anlaß geben kann, gerade für die hellsichtig gewordene Seele gefährlich, bedeutsam gefährlich werden. Und das geschieht im umgekehrten Falle. Jetzt haben wir den Fall betrachtet, wenn eine Seele in der geistigen Welt nascht, also darinnen wahrnimmt, und, wenn sie zurückkommt in die physisch-sinnliche Welt, nicht sich sagt: Jetzt darfst du dich nicht dieses Vorstellungslebens bedienen, das für die geistige Welt paßt, — dann ist sie in der physisch-sinnlichen Welt dem ahrimanischen Einfluß ausgesetzt. Aber es kann das Umgekehrte stattfinden; es kann die Menschenseele hineintragen in die geistige Welt das, was nur der physisch-sinnlichen Welt angehören soll, und das ist die Empfindungs-, die Gefühls-, die Affektweise, die die Seele notwendigerweise bis zu einem gewissen Grade in der physisch-sinnlichen Welt entwickeln muß. Alles das, was an Leidenschaften und so weiter die Seele sich ausbildet in der physisch-sinnlichen Welt, darf nicht hineingetragen werden in die geistige Welt, wenn es nicht in bedeutsamer Weise den Anfechtungen und Verlockungen Luzifers verfallen soll.
[ 16 ] Here, then, we see how the Ahrimanic principle can intervene in a very particular way when it oversteps its bounds and works against the general order of the world; how, in particular, this Ahrimanic principle can become evil through the reversal of its proper activity. There is no such thing as absolute evil. All evil arises from the fact that something which is good in some way is used in the world in a different way; thereby it is turned into evil. In a similar way, the Luciferic principle, which can give rise to such sublime and magnificent things, can become dangerous—significantly dangerous—precisely for the soul that has become clairvoyant. And this happens in the reverse case. Now we have considered the case where a soul partakes of the spiritual world—that is, perceives within it—and, when it returns to the physical-sensory world, does not say to itself: Now you must not make use of this life of imagination that is suited to the spiritual world—then it is exposed to the Ahrimanic influence in the physical-sensory world. But the opposite can occur; the human soul can carry into the spiritual world that which belongs only to the physical-sensory world, and that is the mode of sensation, feeling, and emotion that the soul must necessarily develop to a certain degree in the physical-sensory world. All that which the soul develops in the physical-sensory world in terms of passions and so on must not be carried into the spiritual world, unless it is to succumb in a significant way to the temptations and enticements of Lucifer.
[ 17 ] Das ist etwas von dem, was darzustellen versucht worden ist in dem neunten Bilde von «Der Seelen Erwachen» in der Gemüts-, in der Seelenverfassung der Maria. Es wäre ganz falsch, wenn jemand an dieser Stelle ein Tumultuarisches, dramatisch-tumultuarisch Regsames verlangen würde, wie man es in einem äußeren physischen Drama hat. Wenn das Gemüt der Maria so wäre, daß es in dem Moment aufregende Leidenschaften, aufregende Triebe und Affekte erleben könnte bei dem Empfang der Erinnerungen aus der devachanischen Welt und der ägyptischen Zeit, dann würde die Seele der Maria dadurch auf den Wogen der Leidenschaften hin- und hergeworfen werden. Eine Seele, welche nicht in innerer Ruhe, in absoluter Gelassenheit, in einem Hinaussein über alles äußere physische Dramatische entgegennehmen kann die Impulse der geistigen Welt, eine solche Seele erleidet in der geistigen Welt ein Schicksal, das ich nur in der folgenden bildhaften Weise bezeichnen kann. Denken Sie sich, ein Wesen wäre aus Kautschuk und es flöge in einem Raum, der von allen Seiten geschlossen wäre, hin und her, flöge nach der einen Wand, würde aber da gleich wiederum zurückgeworfen, flöge nach der anderen Wand, würde wiederum zurückgeworfen, und flöge so hin und her und wäre so in einer tumultuarischen Bewegung auf den Wogen des Leidenschaftslebens. Das tritt tatsächlich ein mit einer Seele, welche die Empfindungsweise, die Gefühls- und Affektweise der sinnlich-physischen Welt hineinträgt in die geistige Welt. Dann tritt aber etwas weiteres ein. Es ist nicht angenehm, so kautschukmäßig hinund hergeworfen zu werden wie in einem Weltgefängnis. Daher spielt die Seele in einem solchen Falle als hellsichtige Seele ganz besonders Vogel-Strauß-Politik,; sie betäubt sich nämlich über dieses Hin- und Hergeworfenwerden, sie trübt sich das Bewußtsein, so daß sie nichts davon merkt. Dann glaubt sie, sie werde nicht hin- und hergeworfen. Da kann Luzifer um so mehr heran, weil das Bewußtsein getrübt ist; der lockt die Seele heraus und führt sie hin nach seinem isolierten Reiche. Da kann die Seele dann ihre geistigen Eindrücke empfangen, aber es sind rein luziferische Eindrücke, weil sie in seinem Inselreiche empfangen werden.
[ 17 ] This is part of what has been attempted to be portrayed in the ninth image of The Awakening of the Soul in the state of mind and soul of Mary. It would be entirely wrong for anyone to expect, at this point, a tumultuous, dramatically turbulent agitation, such as one finds in an external physical drama. If Mary’s mind were such that it could experience stirring passions, stirring impulses, and emotions at that moment upon receiving the memories from the devachanic world and the Egyptian era, then Mary’s soul would be tossed back and forth on the waves of passion. A soul that cannot receive the impulses of the spiritual world in inner peace, in absolute serenity, in a state of being beyond all external physical drama—such a soul suffers a fate in the spiritual world that I can only describe in the following pictorial manner. Imagine a being made of rubber flying back and forth in a room enclosed on all sides; it would fly toward one wall but be immediately thrown back, fly toward the other wall but be thrown back again, and thus fly back and forth, caught in a tumultuous motion on the waves of a life of passion. This is indeed what happens to a soul that carries the mode of sensation, the mode of feeling and emotion of the sensory-physical world into the spiritual world. But then something else occurs. It is not pleasant to be tossed back and forth like rubber in a worldly prison. Therefore, in such a case, the soul—as a clairvoyant soul—practices a particularly ostrich-like policy; namely, it numbs itself to this tossing back and forth, clouding its consciousness so that it takes no notice of it. Then it believes it is not being tossed back and forth. This makes it all the easier for Lucifer to approach, because consciousness is clouded; he lures the soul out and leads it to his isolated realm. There the soul can then receive its spiritual impressions, but they are purely Luciferic impressions, because they are received within his isolated realm.
[ 18 ] Weil Selbsterkenntnis da schwierig ist und die Seele über gewisse Eigenschaften außerordentlich schwer zur Klarheit kommt, und weil außerdem die Menschen den Drang haben, möglichst schnell in die geistige Welt hineinzukommen, ist es gar nicht zu verwundern, daß Menschen sich sagen: Ich bin schon reif, ich werde schon meine Leidenschaften beherrschen. — Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Insbesondere gibt es Eigenschaften, wo es mit dem Beherrschen recht sehr schlimm steht. Eitelkeit, Ehrgeiz und ähnliche Dinge, die sitzen so in den Menschenseelen, daß das Selbstgeständnis: Du bist eitel und ehrgeizig, du hast Machtgelüste! — nicht so leicht ist, und man sich meistens täuscht, wenn man gerade über diese Dinge mit sich zu Rate geht. Aber das sind die schlimmsten Affekte. Trägt man diese in die geistige Welt hinein, dann wird man am allerleichtesten eine Beute des Luzifer. Und weil man, wenn man merkt, man werde hin- und hergeworfen, sich nicht gerne sagt: Das kommt vom Ehrgeiz, von der Eitelkeit —, so sucht man eben die Seelentrübnis auf; und da entführt einen Luzifer in sein Reich. Dann kann man allerdings Eindrücke haben, aber sie stimmen nicht mit der Weltenordnung überein, die schon vorgezeichnet worden ist, bevor Luzifer eingegriffen hat, sondern sie sind geistige Eindrücke rein luziferischer Art. Man kann die sonderbarsten Impressionen haben; man wird sie für absolut richtige Wahrheiten halten. Man kann den Leuten alle möglichen Inkarnationen von diesen oder jenen Wesen erzählen, und es können rein luziferische Eingebungen sein und ähnliche Dinge.
[ 18 ] Because self-knowledge is difficult in this regard and it is extremely hard for the soul to gain clarity about certain traits, and because people also have an urge to enter the spiritual world as quickly as possible, it is not at all surprising that people tell themselves: I am already mature; I will surely be able to control my passions. — Of course, that is easier said than done. In particular, there are traits where self-control is in a very poor state. Vanity, ambition, and similar things are so deeply ingrained in the human soul that the self-confession: “You are vain and ambitious; you have a lust for power!”—is not so easy, and one usually deceives oneself when one reflects on these very things. But these are the worst of the emotions. If one carries these into the spiritual world, one becomes the easiest prey for Lucifer. And because, when one notices that one is being tossed back and forth, one does not readily admit to oneself: “This comes from ambition, from vanity”—one simply seeks out the gloom of the soul; and there Lucifer carries one off into his realm. Then one may indeed have impressions, but they do not correspond to the world order that had already been laid out before Lucifer intervened; rather, they are spiritual impressions of a purely Luciferic nature. One can have the strangest impressions; one will regard them as absolutely true facts. One can tell people about all manner of incarnations of this or that being, and these may be purely Luciferic inspirations and the like.
[ 19 ] Damit das richtige Verhältnis zustande kommt bei dem Erwachen der Maria, mußte Maria in dem Moment, wo die geistige Welt in solcher Gewalt auf sie hereinbrechen sollte, eben so dargestellt werden, daß es im Grunde genommen für einen Menschen, der, sagen wir, so ein niedliches Kritikerchen wäre aus unserer Gegenwart, recht absurd erscheint. Denn so ein niedliches Kritikerchen könnte sagen: Da hat sich die ägyptische Szene abgespielt, und dann sitzt diese Maria da, wie wenn sie vom Frühstück gekommen wäre, und erlebt diese Dinge in einer Weise, daß jedes dramatische Leben fehlt. — Und dennoch, alles andere wäre unwahr auf dieser Entwickelungsstufe. Wahr ist allein jene Gelassenheit auf dieser Entwickelungsstufe, da die Strahlen, das Licht des Geistigen hereinfallen. So sehen wir, daß es von der Seelenstimmung abhängt, die in sich fertig sein muß mit all den Affekten und Leidenschaften, die nur für die physisch-sinnliche Welt Bedeutung haben, wenn die Seele über die Schwelle der geistigen Welt in der richtigen Weise treten soll und nicht in der geistigen Welt die notwendige Konsequenz der gebliebenen sinnlichen Empfindungsweise erleben will.
[ 19 ] In order to achieve the right balance in Maria’s awakening, Maria had to be portrayed—at the very moment when the spiritual world was about to descend upon her with such force—in a way that would, in essence, seem quite absurd to a person who, let’s say, were a snotty little critic from our own time. For such a petty critic might say: The Egyptian scene has just taken place, and then this Mary sits there as if she had just come from breakfast, experiencing these events in a way that lacks any dramatic life. — And yet, anything else would be untrue at this stage of development. What is true at this stage is solely that serenity, as the rays, the light of the spiritual, stream in. Thus we see that it depends on the soul’s mood, which must have come to terms within itself with all the emotions and passions that have significance only for the physical-sensory world, if the soul is to cross the threshold into the spiritual world in the right way and not experience in the spiritual world the necessary consequence of the lingering sensory mode of perception.
[ 20 ] Ahriman ist ein mehr geistiges Wesen; was er an unrechtmäßiger Tätigkeit, an unrechtmäßiger Schöpfertätigkeit entwickelt, fließt sozusagen in die allgemeine Sinneswelt hinein. Luzifer ist ein mehr seelisches Wesen; was er an fühlsamen Seelenelementen herausziehen will aus der Sinneswelt, will er einverleiben seinem besonderen luziferischen Reich, in welchem er jedem Menschen — gemäß dem den Wesen eingepflanzten Egoismus — sozusagen die größte Möglichkeit willkürlicher Unabhängigkeit sichern will. Man sieht daraus eben, daß es sich bei der Beurteilung von solchen Wesenheiten, wie Ahriman und Luzifer, nicht darum handeln kann, sie einfach als gut oder böse zu bezeichnen, sondern darum, aufzufassen, welches die rechtmäßige Tätigkeit, das eigentliche Reich dieser Wesenheiten ist, und wo ihre unrechtmäßige Tätigkeit, wo die Überschreitung ihrer Grenze beginnt. Denn dadurch, daß sie ihre Grenze überschreiten, verlocken sie den Menschen zum unrechtmäßigen Überschreiten der Grenze in die andere Welt hinein mit den Fähigkeiten und Gesetzen der einen Welt. Von dem Erlebten beim Herüber- und Hinübergehen über die Grenze zwischen der physisch-sinnlichen und der übersinnlichen Welt handeln insbesondere die Bilder von «Der Seelen Erwachen». Heute wollte ich den Anfang machen, indem ich einiges von dem schilderte, was beachtet werden muß an dem Grenzgebiet zwischen der sinnlichen und übersinnlichen Welt. Morgen wollen wir dann mit dieser Betrachtung weiterfahren.
[ 20 ] Ahriman is a more spiritual being; whatever he develops in the way of unlawful activity, of unlawful creative activity, flows, so to speak, into the general sensory world. Lucifer is a more soul-oriented being; whatever he seeks to extract from the sensory world in terms of sentient soul elements, he wishes to incorporate into his own Luciferic realm, in which he seeks to secure for every human being—in accordance with the egoism implanted in beings—the greatest possible degree of arbitrary independence, so to speak. One can see from this that when judging such entities as Ahriman and Lucifer, it is not a matter of simply labeling them as good or evil, but rather of understanding what their lawful activity is, what their true realm is, and where their unlawful activity begins—where they cross their boundary. For by crossing their own boundaries, they entice human beings to unlawfully cross the boundary into the other world with the faculties and laws of one world. The images in The Awakening of the Soul deal in particular with the experiences of crossing back and forth across the boundary between the physical-sensory and the supersensory world. Today I wanted to begin by describing some of what must be taken into account regarding the border region between the sensory and supersensory worlds. Tomorrow we will continue with this reflection.
