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The Rudolf Steiner Archive

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How does one Develop an Understanding of the Spiritual World
The influx of spiritual impulses from the world of the deceased
GA 154

18 April 1914, Berlin

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1. Wie Erwirbt Man Sich Verständnis Für Die Geistige Welt?

1. How Does One Gain an Understanding of the Spiritual World?

[ 1 ] Wenn Sie einen Traum haben und an den 'Traum sich erinnern, so ist Ihnen, wenn eine möglichst deutliche Erinnerung an den Traum stattfindet, wie das ja in zahlreichen Fällen vorkommt, wohl ohne weiteres klar, daß Sie, während der Traum abfließt, gleichsam Beobachter sind, aber ohne daß Sie während dieser Beobachtung ein deutliches Ich-Bewußtsein haben von den Bildern, die webend an der Seele vorüberziehen. Wie gesagt, immer muß die Voraussetzung gemacht werden, daß im Traume das Ich-Bewußtsein nicht so deutlich auftritt wie im Wachbewußtsein. Diese Bilder, die webend an der Seele vorüberziehen, stellen dar Szenen, Bilderfolgen, welche dem Träumenden entweder gut bekannt sind, indem sie an Erlebnisse früherer Tage oder der letzten Zeit anknüpfen, oder die wohl auch solche Erlebnisse in der mannigfaltigsten Weise verändern, sie in ihren Formen so stark verändern, daß ein bestimmtes Erlebnis nicht wiedererkannt wird und man etwas völlig anderes zu träumen glaubt. Auch das kommt vor, daß man Träume hat, die nicht an Erlebnisse anknüpfen, die also gleichsam etwas völlig Neues vorstellen gegenüber den Erlebnissen, die man durchgemacht hat. Aber jedesmal wird man die Empfindung haben: Eine Art lebender, webender Bilder seien an der Seele vorbeigezogen, haben sich der Seele geoffenbart. — Und an diese Erlebnisse wird man sich nach dem Aufwachen erinnern. Es wird Träume geben, die man länger im Gedächtnis behält, und es wird solche Träume geben, die dadurch, daß man wieder an die Erlebnisse des Tages herantritt, wie ausgelöscht sind.

[ 1 ] If you have a dream and remember it, then—provided your memory of the dream is as clear as possible, as is often the case—it is likely immediately clear to you that, as the dream unfolds, you are, so to speak, an observer; yet during this observation, you do not possess a distinct sense of self regarding the images that weave their way past your soul. As I said, one must always assume that in a dream, self-awareness does not occur as clearly as in waking consciousness. These images, weaving past the soul, represent scenes and sequences of images that are either well known to the dreamer—as they tie in with experiences from earlier days or recent times—or that transform such experiences in the most varied ways, altering their forms so drastically that a specific experience is not recognized, and one believes one is dreaming something entirely different. It also happens that one has dreams that do not tie in with experiences, that is, they present an entirely new mental image, as it were, compared to the experiences one has gone through. But each time one will have the sensation: a kind of living, weaving images have passed before the soul, have revealed themselves to the soul. — And one will remember these experiences after waking up. There will be dreams that one retains in memory for longer, and there will be such dreams that, as one returns to the experiences of the day, seem to be erased.

[ 2 ] Nun wollen wir uns einmal heute die Frage beantworten: Worin nehmen wir denn eigentlich solche webenden Träume wahr? Wenn wir im Wachzustande in der physischen Welt sind, dann wissen wir, wir nehmen in der Welt, die wir die physische Welt nennen, das wahr, was wir eben wahrnehmen. Was ist denn gleichsam die Substanz, der Stoff — wie es also die Vorgänge, die materiellen Dinge der physischen Welt im Wachzustande sind —, in welchem wir wahrnehmen, indem wir träumen? Es ist dasjenige, was wir die Ätherwelt nennen, der sich in der ganzen Welt ausdehnende Äther mit seinen inneren Vorgängen, mit alledem, was in ihm lebt. Das ist gleichsam das Substantielle, in dem wir wahrnehmen, wenn wir träumen. In der Regel aber nehmen wir wahr, indem wir träumen, nur einen ganz bestimmten Teil der Ätherwelt. Wie uns ja die ätherische Welt im Wachzustande, wenn wir physisch wahrnehmen, verschlossen ist im gewöhnlichen Leben, wie der Äther um uns herum ist, ohne daß wir ihn durch unsere physischen Sinne wahrnehmen, so bleibt auch für das gewöhnliche Träumen der Äther, der um uns herum ist, unwahrnehmbar. Nur dasjenige Stück der ÄÄtherwelt tritt gleichsam vor uns auf, wenn wir träumen, was unser eigener Ätherleib ist. Wir sind ja, wenn wir schlafen, außerhalb unseres physischen Leibes und unseres Ätherleibes. Und darin besteht nun der gewöhnliche Traum, daß wir mit dem, worin wir außerhalb unseres physischen Leibes und Ätherleibes sind, mit dem astralischen Leib und dem Ich, gleichsam auf das zurückschauen, woraus wir im Schlafe herausgestiegen sind, aber daß uns bei diesem Anschauen unser selbst nicht der physische Leib zum Bewußtsein kommt, wir uns daher auch nicht der physischen Sinne bedienen, sondern daß wir gleichsam zurückschauen, mit Außerachtlassung unseres physischen Leibes, nur auf unseren Ätherleib. Es sind also im Grunde genommen die Vorgänge unseres Ätherleibes, die an irgendeiner Stelle ihren Schleier lüften und die uns als Traum erscheinen. Die meisten Träume sind eben durchaus so, daß der Mensch in der Tat aus dem Schlafe auf seinen eigenen Ätherleib schaut, und daß ihm ein Stück der ungemein komplizierten Vorgänge des eigenen Ätherleibes zum Bewußtsein kommt, und daß dies den Traum ausmacht.

[ 2 ] Today, let us try to answer the question: In what, exactly, do we perceive such weaving dreams? When we are awake in the physical world, we know that in the world we call the physical world, we perceive exactly what we are perceiving. What, then, is the substance—the material, so to speak—in which we perceive while dreaming, just as the processes and material things of the physical world exist in the waking state? It is that which we call the etheric world, the ether that extends throughout the entire world with its inner processes, with all that lives within it. This is, so to speak, the substance in which we perceive when we dream. As a rule, however, when we dream, we perceive only a very specific part of the etheric world. Just as the etheric world is closed to us in ordinary life when we are awake and perceive physically—just as the ether is all around us without our perceiving it through our physical senses—so too, in ordinary dreaming, the ether that surrounds us remains imperceptible. Only that part of the etheric world appears before us, as it were, when we dream, which is our own etheric body. For when we sleep, we are outside our physical body and our etheric body. And this is what ordinary dreaming consists of: that with what we are outside our physical body and etheric body—namely, the astral body and the I—we look back, as it were, upon that from which we have emerged in sleep; but that in this act of looking, our physical body does not come to our consciousness, and therefore we do not make use of the physical senses, but rather look back, as it were, disregarding our physical body, only at our etheric body. So, fundamentally, it is the processes of our etheric body that lift their veil at some point and appear to us as a dream. Most dreams are indeed such that the human being actually looks down from sleep upon his own etheric body, and that a fragment of the immensely complex processes of his own etheric body comes to his consciousness, and that this constitutes the dream.

[ 3 ] Dieser unser eigener Ätherleib, der also ein Stück von uns selbst ist, ist etwas außerordentlich Kompliziertes. In ihm sind zum Beispiel enthalten, immer gegenwärtig enthalten, alle Erinnerungen. Auch dasjenige, was tief hinuntergestiegen ist in die Untergründe der Seele, was im gewöhnlichen Tagesbewußtsein nicht in unser Bewußtsein kommt, im Ätherleibe ist es in irgendeiner Weise immer enthalten. Unser ganzes bisheriges Leben in unserer diesmaligen Inkarnation ist im Ätherleibe enthalten, ist wirklich da drinnen. Selbstverständlich muß zugegeben werden, daß es außerordentlich schwierig ist, das vorzustellen. Aber es ist trotzdem so. Denken Sie sich einmal, Sie würden zum Beispiel den ganzen Tag über reden — manche Leute tun ja das —, und alles, was Sie reden, würde sich durch irgendeinen Mechanismus in eine Phonographenplatte einschreiben. Wenn Sie so viel geredet haben, daß die Phonographenplatte voll ist, legen Sie dieselbe beiseite, nehmen eine zweite, wenn diese voll ist, eine dritte und so weiter. Sie nehmen also mehr oder weniger solcher Platten, je nachdem Sie mehr oder weniger reden. Ein anderer, nehmen wir an, würde nun eine jede Platte in einen Phonographen hineinlegen, und am Abend würden alle Platten hübsch darinnen sein. Alles, was Sie während des Tages geredet haben, würde am Abend in dem Phonographen sein. Würde nun jemand in der Lage sein, das Gesprochene aus dem Phonographen abrollen zu lassen, dann würde alles herauskommen, was Sie tagsüber geredet haben. So steckt alles, was unsere Erinnerungen sind, immer im Ätherleibe gegenwärtig darinnen. Und nehmen wir an, durch die besonderen Verhältnisse des Schlafes würde — halten wir den Vergleich fest — ein Teil der Bestandteile des Ätherleibes so vor unsere Seele hintreten, wie wenn man einen Teil der Phonographenplatten herausnehmen und abrollen lassen würde, so würde das dann der Traum sein, diejenigen Träume, die am weitaus häufigsten sind. Also wir weben mit unserem Bewußtsein in unserem eigenen Ätherleib.

[ 3 ] This etheric body of ours, which is thus a part of ourselves, is something extraordinarily complex. It contains, for example, all our memories—memories that are always present within it. Even that which has sunk deep into the depths of the soul, which does not come into our consciousness in ordinary daily life, is always contained in the etheric body in some way. Our entire life so far in this present incarnation is contained in the etheric body; it is truly there inside. Of course, one must admit that it is extraordinarily difficult to create a mental image of this. But it is nevertheless so. Imagine, for example, that you were to talk all day long—some people do that, after all—and everything you say were to be recorded onto a phonograph record by some mechanism. Once you’ve spoken enough to fill the phonograph record, you set it aside, take a second one, and when that’s full, a third, and so on. So you use more or fewer of these records depending on how much you speak. Let’s say someone else would then place each record into a phonograph, and by evening all the records would be neatly inside. Everything you have spoken during the day would be in the phonograph by evening. If someone were now able to play back what was spoken from the phonograph, then everything you spoke during the day would come out. Thus, everything that constitutes our memories is always present within the etheric body. And let us suppose that, due to the special conditions of sleep—let us stick with this comparison—a part of the components of the etheric body were to step before our soul, just as if one were to take out a part of the phonograph records and let them play, then that would be the dream, those dreams that are by far the most common. So we weave with our consciousness within our own etheric body.

[ 4 ] In einer ähnlichen Weise gilt dasselbe für viele Halluzinationen, die vor der menschlichen Seele auftreten. Solche Halluzinationen sind in der Regel auch dadurch hervorgerufen, daß der Mensch mit seinem Ich und seinem astralischen Leibe, die dann im physischen Leibe drinnenstecken, dennoch gewissermaßen ein herausgerissenes Stück seines Ätherleibes sehen kann. Das kommt auf folgende Weise zustande. Denken Sie sich, irgend etwas in Ihrem physischen Leib ist krank, zum Beispiel etwas am Nervensystem oder dergleichen. Dann kann der Ätherleib an der Stelle, wo das Nervensystem krank ist, nicht eingreifen; er ist gleichsam herausgeworfen. Der Ätherleib selbst ist gar nicht krank, aber er ist herausgespannt aus dem physischen Leibe an einer bestimmten Stelle. Würde er eingespannt sein, dann würde sich alles so abspielen wie im normalen Bewußtsein. Es käme uns nicht zum Bewußtsein, daß der physische Leib krank ist. Wenn der Ätherleib an dieser Stelle nicht eingreifen kann, und wenn das, was da ist und worin der Ätherleib nicht eingreifen kann, dem Ätherleibe entgegenleuchtet, dann kommt das als Halluzination zum Bewußtsein.

[ 4 ] In a similar way, the same applies to many hallucinations that appear before the human soul. Such hallucinations are usually caused by the fact that the human being, with his ego and astral body—which are then situated within the physical body—can nevertheless, in a sense, see a torn-out piece of his etheric body. This comes about in the following way. Imagine that something in your physical body is sick, for example, something in the nervous system or the like. Then the etheric body cannot intervene at the point where the nervous system is diseased; it is, as it were, cast out. The etheric body itself is not at all diseased, but it is stretched out of the physical body at a specific point. If it were integrated, then everything would unfold as it does in normal consciousness. We would not become aware that the physical body is ill. If the etheric body cannot intervene at this point, and if what is there—and into which the etheric body cannot intervene—shines back at the etheric body, then this comes to consciousness as a hallucination.

[ 5 ] Genau dieselbe Substanz, aus welcher uns der Traum oder die Halluzination erscheinen, umgibt uns allüberall in der Welt. Es ist die Äthersubstanz. Und aus der Äthersubstanz, die uns umgibt, ist gleichsam unser eigener Ätherleib wie ein Stück herausgeschnitten. Wenn wir nun durch die Pforte des Todes gegangen sind, den physischen Leib abgelegt haben, so machen wir den Weg durch die Äthersubstanz durch. Im Grunde genommen kommen wir gar nicht auf dem ganzen Wege zwischen Tod und neuer Geburt aus der Äthersubstanz heraus. Denn diese Äthersubstanz ist überall und wir müssen durch sie durch, wir sind in derselben. Wir haben ja einige Zeit nach dem Tode auch unseren eigenen Ätherleib abgelegt. Der löst sich gerade in diese äußere Äthersubstanz auf. Die Fähigkeit, in dieser äußeren Äthersubstanz nun auch wahrzunehmen, hat der Mensch im gewöhnlichen Leben zunächst nicht. Daher tritt dasjenige nicht auf, was ein Wahrnehmen sein würde — jetzt nicht in der physischen Welt, sondern in der Ätherwelt. Durch das Träumen wird der Mensch gleichsam bekanntgemacht mit einer auf ihn selbst angewiesenen Wahrnehmung des Ätherischen.

[ 5 ] The very same substance from which dreams or hallucinations appear to us surrounds us everywhere in the world. It is the etheric substance. And from the etheric substance that surrounds us, our own etheric body is, as it were, cut out like a piece. When we have passed through the gate of death and shed the physical body, we make our way through the etheric substance. In essence, we never actually leave the etheric substance during the entire journey between death and new birth. For this etheric substance is everywhere, and we must pass through it; we are within it. After all, some time after death we have also shed our own etheric body. It dissolves precisely into this outer etheric substance. In ordinary life, human beings do not initially possess the ability to perceive within this outer etheric substance. Therefore, what would constitute perception does not occur—not now in the physical world, but in the etheric world. Through dreaming, human beings are, as it were, introduced to a perception of the etheric that is dependent on themselves.

[ 6 ] Nun hängt das wirkliche Wahrnehmen in der uns umgebenden Ätherwelt von etwas ganz Bestimmtem ab. Wenn der Mensch nach dem Tode wirklich wahrnimmt in der ihn umgebenden Ätherwelt, oder wenn er sich so entwickelt, daß bei ihm hellseherisch die Imaginationen auftreten — denn das heißt auch: er nimmt wahr in der ihn umgebenden Ätherwelt —, so muß er eine stärkere Kraft haben, als er im gewöhnlichen Leben zwischen Geburt und Tod hat, eine stärkere innere Seelenkraft. Deshalb nehmen wir nicht wahr in der uns umgebenden Ätherwelt, weil unsere Seelenkraft zu gering ist, um darin wahrzunehmen. Wir müssen uns viel aktiver, tätiger machen, als wir es für das gewöhnliche Leben brauchen, um in der Ätherwelt wahrzunehmen. Wir müssen auch in unserer Seele eine viel tätigere Kraft nach dem Tode haben, als wir im gewöhnlichen Leben haben, damit wir eine Umgebung nach dem Tode um uns haben können. Sonst ist der Äther um uns herum und wir nehmen ihn nicht wahr. Es wäre das so, wie wenn wir im gewöhnlichen Leben keinen einzigen Sinn hätten. So muß der Mensch also eine tätigere, aktivere Seelenkraft haben, damit er sich nach dem Tode behelfen kann, damit er nach dem Tode nicht, bildlich gesprochen, taub und blind ist für die Welt, in die er eintritt. Aber wenn man sich eine Vorstellung machen will von der Art, wie nun die Seele nach dem Tode wahrnimmt, oder nachdem sie die Fähigkeit erlangt hat, die Kräfte der Imagination zu entfalten, so kann man sich vorstellen, wie diese Fähigkeit der Seele sein muß, wenn man zunächst einen Vergleich wählt. Dieser Vergleich kann vom Schreiben genommen werden. Wenn Sie etwas aufschreiben, dann bedeutet das doch etwas, was Sie aufschreiben. Das drückt etwas aus. Es ist etwas dahinter hinter dem, was Sie aufschreiben. Und dennoch, Sie haben selber erst die Zeichen dafür gemacht. Und wenn das wahr sein soll, wenn es einer objektiven Sache entsprechen soll, was Sie aufgeschrieben haben, so können Sie das natürlich bewirken. Wenn Sie durch einen Brief einem Freunde diese oder jene Tatsache mitteilen wollen und Sie schreiben das auf, damit der Freund in der Ferne es lesen kann, so haben Sie die Zeichen erst hingesetzt, wodurch der Freund, wenn er die Zeichen entziffert, die Tatsache kennenlernt. Wenn nun jemand kommen würde und sagte: Das kann doch unter allen Umständen nicht wahr sein! Denn das steht nicht auf eine objektive Weise in die Welt hineingezeichnet. Das hat jemand erst aufgezeichnet und das kann keiner objektiven Tatsache entsprechen —, so redet ein solcher Unsinn. Geradeso wie Sie eine objektive Tatsache bezeichnen, wenn Sie schreiben, indem Sie dabei die Zeichen erst hinsetzen, so ist es beim imaginativen Sehen in der imaginativen Welt. Sie müssen tätig sein. Sie müssen das erst hinsetzen, was Ihnen Zeichen ist für die objektiven Vorgänge der geistigen Welt, und Sie müssen ein Bewußtsein haben, daß Sie das hinsetzen. Daß Sie es hinsetzen, hängt davon ab, daß Sie die nötige Kraft haben, lebendig in der geistigen Wirklichkeit drinnenzustecken, so daß diese Sie anregt, Wahres und nicht Falsches hinzusetzen. Aber die Tatsache ist, daß man weiß: man setzt das hin.

[ 6 ] Now, true perception in the etheric world that surrounds us depends on something very specific. If, after death, a person truly perceives the etheric world surrounding them, or if they develop to the point where clairvoyant images arise within them—for this also means that they perceive the etheric world surrounding them—then they must possess a greater power than they have in ordinary life between birth and death, a stronger inner soul power. That is why we do not perceive the etheric world around us: because our soul power is too weak to perceive it. We must become much more active and dynamic than we need to be in ordinary life in order to perceive the etheric world. We must also have a much more active power in our soul after death than we have in ordinary life, so that we may have an environment around us after death. Otherwise, the ether is all around us, and we do not perceive it. It would be as if we had not a single sense in ordinary life. Thus, a person must have a more active, dynamic soul force so that they can manage after death, so that after death they are not, figuratively speaking, deaf and blind to the world into which they enter. But if one wants to form a mental image of the way the soul perceives after death, or after it has acquired the ability to unfold the powers of imagination, one can imagine what this ability of the soul must be like by first choosing a comparison. This comparison can be drawn from writing. When you write something down, what you write down does mean something. It expresses something. There is something behind what you write down. And yet, you yourself have only created the symbols for it. And if that is to be true, if what you have written down is to correspond to an objective reality, then you can of course bring that about. If you want to communicate this or that fact to a friend through a letter and you write it down so that the friend far away can read it, then you have first put down the symbols, through which the friend, when he deciphers the symbols, learns the fact. Now if someone were to come along and say: “That cannot possibly be true under any circumstances! For it is not inscribed into the world in an objective way. Someone has first written it down, and that cannot correspond to an objective fact”—that is the kind of nonsense such a person speaks. Just as you designate an objective fact when you write by first setting down the symbols, so it is with imaginative seeing in the imaginative world. You must be active. You must first set down what serves as a symbol for the objective processes of the spiritual world, and you must be conscious that you are setting it down. Whether you put it down depends on your having the necessary strength to be actively immersed in spiritual reality, so that it inspires you to put down what is true and not false. But the fact is that one knows: one puts it down.

[ 7 ] Ich will das noch auf eine andere Weise zu charakterisieren versuchen. Gehen wir zum Traum zurück. Wenn man im gewöhnlichen Leben träumt, so hat man die Empfindung, die Traumbilder «weben», spielen sich so ab. Denken Sie, was Sie vorstellen müssen von diesen Träumen: Die Traumbilder schweben so vor meiner Seele vorbei. —Das ist die Vorstellung, die Sie haben müssen. Denken Sie nun, Sie hätten nicht diese Vorstellung, sondern die andere: Sie setzten selber die Traumbilder in den Raum und in die Zeit hinein, wie Sie die Buchstaben auf das Papier setzen. Diese Vorstellung hat man beim gewöhnlichen Träumen und auch bei Halluzinationen nicht. Man muß aber dieses Bewußtsein beim imaginativen Vorstellen haben. Da muß man das Bewußtsein haben: Du bist die waltende Macht in deinen Träumen. Du setzt das eine hin und fügst das andere dazu, wie man auf ein Papier etwas aufschreibt. Du bist die waltende Macht, du machst es selbst. Nur die Kraft, die hinter dir ist, wie beim Schreiben, ist die, welche macht, daß es wahr ist, was du aufschreibst. — Das muß man sich klarmachen, daß der große Unterschied zwischen Träumen, Halluzinationen und wirklicher Hellsichtigkeit darin besteht, daß man bei letzterer überall das Bewußtsein hat, man ist sozusagen der okkulte Schreiber. Was man sieht, das wird aufgezeichnet als eine okkulte Schrift. Man schreibt das hin in die Welt, was einem ein Ausdruck, eine Offenbarung der Welt ist. Sie könnten natürlich sagen: Dann brauchte man das nicht aufschreiben, denn das weiß man ja vorher. Warum soll man es aufschreiben? — Das ist aber nicht wahr. Denn der, der dann schreibt, ist man nicht selber, sondern das ist die Wesenheit der nächststehenden höheren Hierarchie. Man gibt sich der Wesenheit der nächststehenden höheren Hierarchie hin, und das ist die Kraft, die in einem waltet. Man schreibt ganz in einem inneren Seelenvorgange das auf, was durch einen waltet. Und indem man es dann anschaut, dieses Geschriebene in der okkulten Schrift, offenbart sich einem das, was zum Ausdruck kommen soll.

[ 7 ] I’ll try to describe this in another way. Let’s go back to the dream. When you dream in ordinary life, you have the sensation that the dream images “weave” themselves, unfolding in this way. Think about the mental images you need to create regarding these dreams: the dream images float past my soul in this way. —That is the mental image you must have. Now imagine you did not have this mental image, but the opposite: you yourself place the dream images in space and time, just as you place letters on paper. You do not have this mental image in ordinary dreaming or even in hallucinations. But one must have this awareness during imaginative mental images. There one must have the awareness: You are the ruling power in your dreams. You place one thing and add another, just as one writes something down on paper. You are the ruling power; you do it yourself. Only the power behind you, as in writing, is what makes what you write down true. — One must realize that the great difference between dreams, hallucinations, and true clairvoyance lies in the fact that in the latter, one is always conscious of being, so to speak, the occult scribe. What one sees is recorded as an occult script. One writes down into the world what is for one an expression, a revelation of the world. You might of course say: Then there would be no need to write it down, for one knows that beforehand. Why should one write it down? — But that is not true. For the one who then writes is not oneself, but rather the being of the nearest higher hierarchy. One surrenders to the being of the next higher hierarchy, and that is the power that reigns within one. One writes down, entirely within an inner soul process, what reigns through one. And by then looking at it—this writing in occult script—what is to be expressed reveals itself to one.

[ 8 ] Sie sehen jetzt, warum in öffentlichen Vorträgen so vielfach darauf hingewiesen worden ist, wie die Entwickelung zum Hellsehertum darauf beruht, daß alles Wahrnehmen ein aktives, ein tätiges wird, daß es nicht, was für die Erkenntnis der physischen Welt richtig ist, bei dem passiven Hingegebensein an die Welt bleibt. So lernt man allmählich das wirklich innerlich verstehen, was schon im Anfange unseres anthroposophischen Lebens die «Erlernung der okkulten Schrift» genannt worden ist, und was ich wieder genauer beschrieben habe in meiner Schrift «Die Schwelle der geistigen Welt». Die Seelenkraft, die nötig ist, um in den geistigen Raum und in die geistige Zeit die okkulten Schriftzeichen hineinzuschreiben, ist eine stärkere, kräftigere, gewaltigere Seelenkraft, muß stärker, kräftiger, gewaltiger sein als die Seelenkraft, die wir im gewöhnlichen Leben zum Wahrnehmen anwenden. Und diese Kraft müssen wir haben, wenn wir durch die Pforte des Todes durchgegangen sind. Wer sich das imaginative Hellsehen aneignen will, bildet durch seine Meditationen diese Kraft aus, er erlangt sie allmählich. Er kommt dadurch zu dem, was eben beschrieben worden ist, das heißt, er kommt zu einem Erleben, bei dem er weiß, daß er sich in einer Welt befindet, von der ein schwacher Abglanz das Träumen ist, aber sich so darinnen befindet, daß er mit seinen Träumen waltet, wie man waltet, wenn man einen Tisch oder einen Schuh macht, wobei man auch Stück für Stück zusammenfügt und so weiter. Wenn so viele Menschen immer wieder und wieder damit kommen, daß sie sagen: Nun bemühe ich mich ja mit allem möglichen Meditieren. Ich komme aber gar nicht dahin, hellseherisch zu werden —, so beruht das auf der einfachen Tatsache, daß die Menschen das gar nicht wollen, was ich jetzt auseinandergesetzt habe, daß sie froh sind, wenn sie es nicht brauchen. Sie wollen nicht innerlich aktive Seelenkraft entwikkeln, sondern sie wollen Hellseher werden, ohne daß sie sich eine stärkere Seelenkraft aneignen müssen. Sie wollen, daß das Tableau, das durch ihre Hellsichtigkeit vor ihnen auftritt, sich ganz von selber vor ihnen aufrichtet. Dann aber ist es gar nichts weiter als Halluzination oder Traum. Ein Stück Ätherwelt — wenn ich mich jetzt drastisch ausdrücken will —, das man sich nehmen kann von einem Orte, mit den ätherischen Fühlhörnern ergreifen und an eine andere Stelle setzen kann, ein solches Stück Ätherwelt ist nun der Traum. Das gehört gar nicht in das wirkliche Hellsehen hinein. In dem Erleben des wirklichen Hellsehens fühlt man sich gerade so darinnen, wie man sich fühlt, wenn man in der physischen Welt auf dem Papier schreibt, nur daß man, wenn man in der physischen Welt auf dem Papier schreiben will, erst wissen muß, was man aufschreiben will — jedenfalls ist es in den meisten Fällen gut, wenn man es weiß —, währenddem man beim geistigen Wahrnehmen die Wesenheiten der geistigen Hierarchien schreiben läßt, und einem erst, indem man es tätig hinschreibt, das erscheint, was wahrgenommen werden soll. Aber ohne an jedem Atom dessen, was man schaut, selber tätigen Anteil zu haben, selber tätig dabei zu sein, kommt kein wirkliches Hellsehen zustande.

[ 8 ] You can now see why it has been pointed out so often in public lectures that the development of clairvoyance is based on the fact that all perception becomes active and dynamic; it does not remain, as is true for the perception of the physical world, a passive surrender to the world. In this way, one gradually learns to truly understand inwardly what was already called the “learning of the occult script” at the very beginning of our anthroposophical life, and what I have described in greater detail in my work *The Threshold of the Spiritual World*. The soul power required to inscribe the occult symbols into spiritual space and spiritual time is a stronger, more powerful, more mighty soul power; it must be stronger, more powerful, and more mighty than the soul power we use for perception in ordinary life. And we must possess this power once we have passed through the gate of death. Whoever wishes to acquire imaginative clairvoyance develops this power through meditation; they attain it gradually. Through this, they arrive at what has just been described, that is, they arrive at an experience in which they know that they are in a world of which dreaming is a faint reflection, but they are so immersed in it that they wield their dreams as one wields them when making a table or a shoe, assembling piece by piece and so on. When so many people keep coming back to the point where they say: “Well, I do try all sorts of meditation. But I just can’t seem to become clairvoyant”—this is based on the simple fact that people do not want what I have just explained, that they are glad when they do not need it. They do not want to develop an inner, active soul power; rather, they want to become clairvoyant without having to acquire a stronger soul power. They want the tableau that appears before them through their clairvoyance to arise all by itself. But then it is nothing more than a hallucination or a dream. A piece of the etheric world—if I may put it rather drastically—that one can take from one place, grasp with the etheric antennae, and place in another; such a piece of the etheric world is the dream. This has no place at all in true clairvoyance. In the experience of true clairvoyance, one feels just as one does when writing on paper in the physical world, except that when one wants to write on paper in the physical world, one must first know what one wants to write down—at least in most cases it is good to know it— whereas in spiritual perception one allows the beings of the spiritual hierarchies to write, and it is only by actively writing it down that what is to be perceived appears. But without actively participating in every atom of what one sees, without being actively involved in the process, no true clairvoyance can come about.

[ 9 ] Und solche Kraft, um wirklich in die Ätherwelt hineinschreiben zu können, brauchen wir auch, wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sind. All das Denken, das wir in der gewöhnlichen physischen Welt haben und das uns in derselben dient, taugt nichts zu solchem Wahrnehmen nach dem Tode. Es kann einer ein noch so gescheiter Mensch sein und scharfsinnig über die Dinge der physischen Welt denken können, das hilft ihm gar nichts nach dem Tode. Denn diese Kraft des Denkens ist viel zu schwach, als daß man damit würde in die Ätherwelt hineinschreiben können. Alle Vorstellungen, die man entwickelt und die sich auf physische Dinge beziehen, entstammen einer solchen schwachen Denkkraft, welche uns nach dem Tode nicht nützen würde. Wir müssen eine stärkere Denkkraft haben, eine Denkkraft, die sich im Inneren selber betätigt, eine Denkkraft, die sich, mit anderen Worten, Gedanken macht, ohne daß diese Gedanken etwas Äußeres, in der Sinneswelt Befindliches, abbilden. Würden wir nicht im Inneren etwas haben, was uns dazu führt, uns Gedanken zu machen, die nichts Äußeres abbilden, sondern die innerlich sich gleichsam aus den Untergründen unserer Seele heraufheben, würden wir nicht die Fähigkeit haben, solche Gedanken uns zu machen, so würden wir nach dem Tode keine entsprechende Fähigkeit haben können.

[ 9 ] And we will also need such power to truly write into the etheric world once we have passed through the gate of death. All the thinking we do in the ordinary physical world, and which serves us there, is of no use for such perception after death. No matter how intelligent a person may be, or how astutely they may think about the things of the physical world, it will not help them at all after death. For this power of thought is far too weak to enable one to write into the etheric world. All the mental images one develops that relate to physical things stem from such a weak power of thought, which would be of no use to us after death. We must have a stronger power of thought, a power of thought that acts within itself, a power of thought that, in other words, forms thoughts without these thoughts representing anything external, anything found in the sensory world. If we did not have something within us that leads us to form thoughts that do not represent anything external, but rather rise up internally, as it were, from the depths of our soul; if we did not have the ability to form such thoughts, then we would not be able to possess a corresponding ability after death.

[ 10 ] Nun könnte jemand sagen: Also könnte man alles mögliche zusammendenken, zusammenphantasieren. Man könnte seine Phantasiekraft möglichst anspannen, um sich recht viele Phantasiegedanken zu machen, die gar nichts Außeres abbilden. Dann würde man ja eine gute Vorbereitung haben, um die nötige Denkkraft nach dem Tode zu entwickeln. — Es könnte also sein, daß jemand sagen würde: Ich will viel Denkkraft nach dem Tode haben. Also stelle ich mir vor geflügelte Drachen, die es gar nicht gibt, schauderhafte Tiere und so weiter. Alles dieses stelle ich mir vor, denn ich will nicht am Gängelbande der äußeren Vorstellungen sein, sondern stelle mir die buntesten Dinge zusammen. Dadurch entwickele ich eine innere Denkkraft und bereite mich dadurch vor, ein erstarktes Denken nach dem Tode zu haben. — Es ist gar nicht zu leugnen: Wenn jemand das täte, so würde er mehr Fähigkeiten haben in der Welt nach dem Tode, als jemand, der es nicht tut. Aber er würde lauter Falsches, nur Zerrbilder wahrnehmen, wie jemand, der ein krankes Auge hat, die physische Welt falsch wahrnehmen muß, oder wie jemand, der ein krankes Ohr hat, die Töne der physischen Welt falsch wahrnehmen muß. Wer also so etwas täte, würde sich nur dazu verurteilen, in der ätherischen Welt immer das groteskeste Zeug wahrzunehmen, aber nicht das, was wahrhaft in der Ätherwelt wurzelt.

[ 10 ] Now someone might say: So one could conceive of all sorts of things, imagine all sorts of things. One could strain one’s imagination as much as possible to come up with a great many imaginary thoughts that do not represent anything in the external world. Then one would indeed be well prepared to develop the necessary mental power after death. — So it could be that someone would say: I want to have a lot of mental power after death. So I create mental images of winged dragons that don’t even exist, terrifying animals, and so on. I imagine all of this because I do not want to be held back by external mental images, but rather I put together the most colorful things. In this way, I develop an inner power of thought and thereby prepare myself to have a strengthened mind after death. — There is no denying it: If someone were to do this, they would have greater abilities in the world after death than someone who does not. But they would perceive nothing but falsehoods, mere distortions, just as someone with a diseased eye must perceive the physical world incorrectly, or as someone with a diseased ear must perceive the sounds of the physical world incorrectly. Whoever were to do such a thing, therefore, would only condemn themselves to perceiving only the most grotesque things in the etheric world, but not that which is truly rooted in the etheric world.

[ 11 ] In den verflossenen Zeiten der Menschheitsentwickelung wurde nun immer dafür gesorgt, daß die Menschen Vorstellungen hatten, die nicht der physischen Welt entlehnt waren, die aber auch nicht in einer solchen Weise, wie es eben beschrieben worden ist, ebenso willkürlich und phantastisch erschaffen worden sind. Es waren die großen Religionsstifter, die im Laufe der Menschheitsentwickelung aufgetreten sind, die dafür sorgten, daß die Menschen solche nicht der physischen Welt entlehnte Vorstellungen hatten. Indem sie nach den ihnen möglichen Methoden den Menschen solche Vorstellungen überlieferten, die sich nicht auf die physische Welt, sondern auf die übersinnlichen Welten bezogen, konnten die Menschen, wenn sie ihren Religionsstiftern folgten, Vorstellungen entwickeln, die nicht am Gängelbande der äußeren Sinneswelt gebildet waren, die aber doch wahr waren, weil sie aus der übersinnlichen Welt herausgeholt waren. Das ist die große, gewaltige Erziehung des Menschengeschlechtes durch die Religionsstifter, von der man sagen kann, wenn man sie ganz richtig charakterisieren will: Die Religionsstifter haben sich die Aufgabe gestellt, den Menschen solche Vorstellungen zu überliefern, die ihnen ein Denken gaben, durch das die Menschen nicht geistig blind und taub nach dem Tode in der geistigen Welt ankamen. So sehen wir, wie die Religionsstifter dafür gesorgt haben, daß die Menschen gewissermaßen ganz lebendig, ganz bewußt sind, daß sie nicht bloß ein Bewußtsein haben, das erlischt oder abdämmert in der Todesstunde, oder das unrichtig ist nach der Todesstunde.

[ 11 ] Throughout the course of human development, care was always taken to ensure that people held mental images that were not derived from the physical world, yet were also not created in the arbitrary and fantastical manner just described. It was the great religious founders who appeared in the course of human development who ensured that people had such mental images not derived from the physical world. By passing on to people, through the methods available to them, mental images that did not relate to the physical world but to the supersensible worlds, people were able—when they followed their religious founders—to develop mental images that were not shaped by the constraints of the external sensory world, yet were true because they were drawn from the supersensible world. This is the great, mighty education of the human race by the founders of religion, of which one can say, if one wishes to characterize it quite correctly: The founders of religion set themselves the task of passing on to people such mental images that gave them a way of thinking through which people did not arrive in the spiritual world after death spiritually blind and deaf. Thus we see how the founders of religion ensured that human beings are, so to speak, fully alive and fully conscious—that they do not merely possess a consciousness that fades or dims at the hour of death, or that is distorted after the hour of death.

[ 12 ] Nun leben wir aber — von anderen Seiten aus ist das öfter charakterisiert worden — gegenwärtig in einem Entwickelungszyklus des menschlichen Werdens, in welchem die Menschen gleichsam mündig werden sollen so, daß nicht mehr in der alten Weise die Religionsstifter auftreten werden und an den Glauben der Menschen appellieren werden. Das sind vergangene Zeiten, obwohl selbstverständlich diese alten Zeiten in unsere Gegenwart hereinragen und gegenwärtig nur angefangen werden kann mit einer kleineren Anzahl von Menschen, sozusagen das neue Leben zu erleben, und die Menschen nur schwer nachkommen, sich sogar darnach sehnen, die überlieferten Vorstellungen aufzuschnappen, die noch von den alten Religionslehrern herkommen. Aber wir leben in der Zeit, da die Menschen mündig werden sollen. Da muß das, was die Religionsstifter für den Glauben geliefert haben, durch das ersetzt werden, was die neuere Geisteswissenschaft gibt. Diese neuere Geisteswissenschaft unterscheidet sich ja in ihrem ganzen Wesen von demjenigen, was die alten Religionsstifter überliefert haben. Dabei muß betont werden, damit kein Mißverständnis entsteht: Wenn von diesen alten Religionsstiftern gesprochen wird, so ist der Christus ausgenommen. Denn ich habe oft betont: Es kommt beim Christus nicht darauf an, was er gelehrt hat, sondern was durch ihn geschehen ist. Die alten Religionsstifter waren gewissermaßen Lehrer, der Christus hat aber hauptsächlich dadurch gewirkt, daß er durch das Mysterium von Golgatha seine eigene Kraft in die Menschheit hineingesenkt hat. Das ist heute noch für viele Menschen außerordentlich schwer zu begreifen. Daher reden sie auch von dem Christus nur als von einem großen Weltenlehrer, was aber für den, der die ganze Bedeutung des Christus wirklich versteht, einfach Unsinn ist. Also wir stehen gegenwärtig davor, daß die Menschheit mündig wird. Und das soll durch die neuere Geisteswissenschaft geschehen, soll geschehen mit den Begriffen, Ideen und Vorstellungen, die sich für den Menschen auf sein Leben nach dem Tode beziehen und damit auf sein ganzes Seelenleben. Geisteswissenschaft wird ja so errungen, daß sie eigentlich von jedem Menschen errungen werden kann, wenn er sich wirklich den Ergebnissen der Geisteswissenschaft entgegenentwickelt. Geisteswissenschaft strebt darauf hin, den Menschen das zu geben, was die einzelne Menschenseele wirklich durch sich erreichen kann, nicht wie früher die Dinge erreicht worden sind, dadurch, daß man auf die Religionsstifter hörte. Und wenn heute die Geisteswissenschaft selbstverständlich nur von einzelnen Geistesforschern sozusagen zu ihren Ergebnissen gebracht werden kann und dann mitgeteilt wird, so wird sie aber in einer solchen Form mitgeteilt, daß man sie ganz und gar verstehen kann, wenn man nur will. Ich habe ja oft betont: Wenn gesagt wird, auch der Geisteswissenschaft müsse man glauben, so beruht das auf einem vollständigen Mißverständnis. Daß die Leute das sagen, auch der Geisteswissenschaft müsse man glauben, beruht darauf, daß sie so vollgepfropft sind von materialistischen Vorurteilen, daß sie nicht eingehen auf das, was die Geisteswissenschaft wirklich geben kann. Sobald man auf sie eingeht, kann man alles verstehen und begreiflich finden. Es reicht nicht bloß das Hellsehen, es reicht das gewöhnliche Verständnis aus, um alles nach und nach — es mag ja dieses «nach und nach» für manchen unbequem sein — wirklich zu verstehen und zu begreifen.

[ 12 ] However, as has often been pointed out from other perspectives, we are currently living in a developmental cycle of human evolution in which people are, so to speak, to come of age in such a way that religious founders will no longer appear in the old manner to appeal to people’s faith. Those times are past, although of course these old times still extend into our present, and at present only a small number of people can begin to experience this new life, so to speak, and people find it difficult to follow, even longing to grasp the traditional mental images that still come from the old religious teachers. But we live in a time when people are to become mature. Therefore, what the founders of religions have provided for faith must be replaced by what the newer Spiritual Science offers. This newer Spiritual Science differs in its very essence from what the old founders of religions have handed down. It must be emphasized here, so that no misunderstanding arises: When speaking of these ancient founders of religion, Christ is excluded. For I have often emphasized: With Christ, it is not a matter of what he taught, but of what happened through him. The ancient founders of religion were, in a sense, teachers; but Christ worked primarily by pouring his own power into humanity through the Mystery of Golgotha. This is still extraordinarily difficult for many people to grasp today. That is why they speak of Christ only as a great world teacher, which, however, is simply nonsense for anyone who truly understands the full significance of Christ. So we are currently facing the fact that humanity is coming of age. And this is to be achieved through modern Spiritual Science, through the concepts, ideas, and mental images that relate to human life after death and thus to the whole of the soul’s life. Spiritual Science is, after all, attained in such a way that it can actually be attained by every human being, provided they truly develop themselves toward the findings of Spiritual Science. Spiritual Science strives to give people what the individual human soul can truly achieve through itself, not as things were achieved in the past by listening to the founders of religions. And while today Spiritual Science can, of course, only be brought to its conclusions by individual spiritual researchers, so to speak, and then communicated, it is communicated in such a way that one can understand it completely, if one is only willing to do so. I have often emphasized: When it is said that one must believe in Spiritual Science as well, this is based on a complete misunderstanding. The fact that people say one must believe in Spiritual Science too is due to the fact that they are so steeped in materialistic prejudices that they do not engage with what Spiritual Science can truly offer. As soon as one engages with it, one can understand everything and find it comprehensible. Clairvoyance is not necessary; ordinary understanding is sufficient to truly understand and grasp everything little by little—though this “little by little” may be inconvenient for some.

[ 13 ] Es tritt also die Geisteswissenschaft so an den Menschen heran, daß sie an sein Verständnis, an sein Begreifen appelliert, indem sie gewissermaßen das ganz entgegengesetzte Prinzip geltend macht gegenüber dem Prinzip, durch das die alten Religionsstifter gewirkt haben. So haben in den Vorstellungen, welche von den alten Religionsstiftern an die Menschenseelen herangekommen sind, diese Seelen etwas gehabt, wodurch sie gleichsam geistig aufgeweckt worden sind und eine Kraft hatten, um in der Ätherwelt wahrzunehmen, also auch, um nach dem Tode ein selbstbewußtes Leben zu führen. Und wiederum wird die Menschenseele durch das Aufnehmen der neueren Geisteswissenschaft dasjenige haben, was ihr die Kraft gibt, um nach dem Tode die nötige Vorstellungskraft zu entwickeln, um die Ätherwelt bewußt als Umgebung wahrzunehmen. Die alten Menschen, die auf ihre Religionsstifter hörten, die neueren Menschen, die den Willen haben, die Geisteswissenschaft zu verstehen, sie werden also gleichsam mit den Fähigkeiten ausgerüstet sein, um nach dem Tode sich in der richtigen Weise auszukennen. Nur eine Sorte von Menschen hat es schwer, nach dem Tode sich auszukennen; und bei dieser einen Sorte gilt sogar das vielfach nicht, was man beschreibt als das Leben nach dem Tode, weil es vielfach getrübt und verdunkelt ist. Diese Sorte von Menschen sind die Gesinnungsmaterialisten, die nur an den Dingen haften möchten, die Abbilder der gewöhnlichen physischen Welt sind, die sich keine Kraft aneignen wollen, um in der Welt wahrzunehmen, in die wir nach dem Tode eintreten. Materialist sein, heißt in bezug auf sein Geistig-Seelisches wirklich nichts anderes, als wenn man beschließen würde, sich in der gewöhnlichen physischen Welt die Augen zu zerstören, die Ohren zu zerstören, die Sinne nach und nach abzutöten, und dann weiterzuleben. Es wäre so, wie wenn jemand sagte: Diese Augen — man kann ja ohnedies nichts auf sie geben, denn sie geben nur Lichteindrücke. Also weg mit ihnen! Diese Ohren — man kann ja durch sie nur Lufterschütterungen wahrnehmen, nicht die eine einzige Wahrheit. Also weg damit! Weg mit den Sinnen, einem nach dem anderen! — So gescheit, wie dies für die Sinneswelt wäre, so gescheit ist es in bezug auf die geistige Welt, Materialist zu sein. Es ist ganz dasselbe. Und dies ist sogar gar nicht so schwierig einzusehen, wenn man auf die Gründe eingeht, die von der Geisteswissenschaft geltend gemacht werden.

[ 13 ] Spiritual Science thus approaches human beings in such a way that it appeals to their understanding and comprehension, in a sense applying a principle that is the very opposite of the one through which the ancient founders of religion worked. Thus, in the mental images that reached human souls from the ancient founders of religion, these souls found something that, as it were, spiritually awakened them and gave them the power to perceive in the etheric world—and thus also to lead a self-aware life after death. And in turn, by taking in modern Spiritual Science, the human soul will possess that which gives it the strength to develop, after death, the necessary imagination to consciously perceive the etheric world as its surroundings. The people of old, who listened to their religious founders, and the people of today, who have the will to understand Spiritual Science, will thus be equipped, as it were, with the abilities to find their way in the right manner after death. Only one type of person has difficulty finding their way after death; and for this one type, what is often described as life after death does not even apply, because it is often clouded and obscured. This type of person consists of those who are materialists in their outlook, who wish to cling only to things that are images of the ordinary physical world, and who do not wish to acquire the power to perceive the world into which we enter after death. To be a materialist, in terms of one’s spiritual and soul life, really means nothing other than deciding to destroy one’s eyes, destroy one’s ears, and gradually kill off one’s senses in the ordinary physical world—and then to go on living. It would be as if someone were to say: These eyes—one cannot rely on them anyway, for they provide only impressions of light. So away with them! These ears—one can perceive through them only vibrations of air, not a single truth. So away with them! Away with the senses, one by one! — Just as sensible as this would be for the sensory world, so sensible is it in relation to the spiritual world to be a materialist. It is exactly the same. And this is not even that difficult to understand if one considers the reasons put forward by Spiritual Science.

[ 14 ] Ich habe versucht, einmal heute von dieser Seite her Ihnen zu charakterisieren, wie es mit dem Drinnensein in der geistigen Welt ist. Ich möchte gleichsam noch ein anderes Faktum in einer ähnlichen Weise charakterisieren. Aus der Sphäre der Träume kann man eine Art der Träume herausheben, die eigentlich auch jeder kennt, denn einen Traum, der so geartet ist wie die jetzt zu beschreibenden, wird jeder schon gehabt haben. Es ist jene Art von Träumen, wo wir im Traume uns in einer gewissen Weise selbst gegenüberstehen. Die gewöhnlichen Träume verfließen ja so, daß das eintritt, was ich vorhin charakterisiert habe, daß sich das Traumgewebe vor uns abrollt und wir kein deutliches Ich-Bewußtsein dabei haben, sondern erst nachher das Traumgewebe überdenken mit unserem Ich-Bewußtsein. Wer genau die Verhältnisse prüft, wird finden, daß es so ist. Aber es treten auch Träume auf, wo wir uns gleichsam selber objektiv gegenübertreten. Nicht nur daß wir uns, wie es auch vorkommt, selber wirklich sehen, denn das kann auch eintreten, sondern es kann auch etwas anderes eintreten. Bekannt ist Ja der Traum, wie der Schuljunge träumt, daß er in der Schule sitzt, wie eine Rechenaufgabe gegeben wird, und wie er sie so gar nicht lösen kann. Da kommt ein anderer und löst sie spielend. Das träumt er wirklich. Nun werden Sie ja einsehen, daß er es selber war, der sich entgegengetreten ist und die Aufgabe löste. Man tritt sich also auch so gegenüber, erkennt sich aber nicht. Darauf kommt es aber nicht an. In einem solchen Falle spaltet sich gleichsam das Ich des Menschen. Es wäre ja ganz nett, wenn das auch in der physischen Welt so sein könnte, daß einem dann, wenn man irgend etwas nicht weiß, das andere Ich gegenübertritt, und man wüßte dann die betreffende Sache vorzüglich. Aber im Traume tritt es auf. Da hat der Traum einen ganz anderen Charakter, als bei den zuerst charakterisierten. Man ist ja im Traume außerhalb seines physischen Leibes und Ätherleibes, ist in seinem Astralleib und Ich. Während die früher charakterisierten Träume darauf beruhen, daß man das Wesen des eigenen Ätherleibes gelüfter bekommt, beruhen die Träume, in denen man sich selbst gegenübertritt, darauf, daß der eigene Astralleib, den man mitgenommen hat, ein Stück von sich zeigt, daß er einem durch dieses Stück entgegentritt. Es ist ein Stück Selbstwahrnehmung außerhalb des physischen Leibes. Während man im gewöhnlichen Leben den Astralleib nicht wahrnimmt, kann es im Schlafe durchaus eintreten, daß man ein Stück seines Astralleibes wahrnimmt, und im Astralleib sind gar manche Dinge drinnen, die durchaus nicht im gewöhnlichen Wachzustande von uns gewußt werden. Ich habe vorhin darauf aufmerksam gemacht — ich werde Ihnen jetzt etwas recht Sonderbares sagen müssen —, was im Ätherleibe enthalten ist. Es ist jedenfalls alles darinnen, was wir erlebt haben. Im Astralleibe ist aber sogar das darinnen, was wir nicht erlebt haben. Der Astralleib ist nämlich ein recht kompliziertes Gebilde. Er ist gewissermaßen aus den geistigen Welten hereinorganisiert und enthält nicht nur die Dinge, die wir schon jetzt in uns haben, sondern auch die, welche wir noch einmal lernen werden! Die sind schon veranlagt, sind schon in einer gewissen Weise in ihm darinnen. Dieser Astralleib ist viel gescheiter als wir. Deshalb kann er auch, wenn er uns im Traume etwas von sich offenbar werden läßt, uns selber in einer Form uns entgegentreten lassen, in der wir gescheiter sind, als wir durch das physische Leben geworden sind. Wenn Sie dies bedenken — ich möchte dies jetzt aber nur als eine Episode in die Ausführungen hineinflechten, die nicht zum Vortrag gehören soll —, so wird Ihnen das ein Licht werfen können darauf, wie es sich verhält mit den «klugen» Fähigkeiten der Tiere. Die Tiere haben ja auch einen Astralleib, und es kann durch den Astralleib das hervortreten, was nicht hervortritt beim gewöhnlichen Leben der Tiere. Da können tatsächlich viele Dinge hervortreten, die durchaus überraschen können. Denn dieser Astralleib enthält zum Beispiel Sie mögen es glauben oder nicht — die ganze Mathematik, nicht nur die jetzt bekannte, sondern auch alles in der Mathematik, was noch einmal entdeckt werden wird. Wollte man allerdings die ganze Mathematik daraus herauslesen, bewußt herauslesen, so müßte man es tätig tun, müßte sich erst die entsprechend erstarkten Fähigkeiten dazu aneignen; aber enthalten ist wirklich alles darin. Also es ist die Offenbarung wie aus einem Stücke unseres Astralleibes heraus, wenn wir uns selbst gegenübertreten. Und auf diesen Offenbarungen des Astralleibes beruht wirklich auch vieles, was wie innere Eingebungen über uns kommt. Geradeso wie ein gewisses Halluzinieren unter solchen Umständen entsteht, wie ich es vorhin charakterisiert habe, so kann auch durch besondere Verhältnisse unserer Organisation das in uns sprechend werden, was gescheiter ist als wir selber. Dann können wir innere Eingebungen haben, dann kann etwas in uns auftreten, was nicht auftreten würde, wenn wir bloß unsere gewöhnliche Urteilskraft anwenden würden im gewöhnlichen physischen Leibe. Aber es ist gefährlich, solche Dinge auftreten zu lassen, sich solchen Dingen hinzugeben. Es ist gefährlich aus dem Grunde, weil solche Dinge kommen und wir sie nicht bewältigen können, solange wir ihnen nicht urteilend beikommen. Und da wir sie nicht bewältigen können, hat Luzifer einen so leichten Zugang zu allen diesen Dingen, und wir können es nicht wehren, daß er sie nach seinem Sinn und nicht nach dem Sinn der ordentlichen Weltordnung lenkt.

[ 14 ] Today I have tried to describe to you, from this perspective, what it is like to be inside the spiritual world. I would like to describe another phenomenon in a similar way. From the realm of dreams, we can single out a type of dream that everyone is actually familiar with, for everyone must have had a dream of the kind I am about to describe. It is that kind of dream in which we, in a certain sense, face ourselves in the dream. Ordinary dreams unfold in such a way that what I described earlier occurs: the dream fabric unravels before us, and we do not have a clear sense of self during the dream, but only later reflect on the dream fabric with our sense of self. Anyone who examines the circumstances closely will find that this is the case. But there are also dreams in which we, as it were, face ourselves objectively. Not only do we, as sometimes happens, actually see ourselves—for that can also occur—but something else can happen as well. There is, of course, the well-known dream in which a schoolboy dreams that he is sitting in school, that he is given a math problem, and that he simply cannot solve it. Then someone else comes along and solves it with ease. He really does dream this. Now you will surely realize that it was he himself who confronted himself and solved the problem. So one confronts oneself in this way, but does not recognize oneself. But that is not the point. In such a case, the human ego splits, as it were. It would be quite nice if this could also be the case in the physical world, so that when one does not know something, the other ego would confront one, and one would then know the matter in question perfectly. But this occurs in dreams. There the dream has a completely different character than in the ones described earlier. For in a dream one is outside one’s physical body and etheric body, existing in one’s astral body and ego. While the dreams described earlier are based on gaining insight into the nature of one’s own etheric body, the dreams in which one encounters oneself are based on the fact that one’s own astral body, which one has brought along, reveals a part of itself, so that it confronts one through this part. It is a fragment of self-perception outside the physical body. While one does not perceive the astral body in ordinary life, it can certainly happen in sleep that one perceives a fragment of one’s astral body, and there are many things within the astral body that are not at all known to us in the ordinary waking state. I drew attention to this earlier—I will now have to tell you something quite strange—regarding what is contained in the etheric body. In any case, everything we have experienced is in there. But the astral body even contains what we have not yet experienced. For the astral body is a rather complex structure. It is, so to speak, organized from the spiritual worlds and contains not only the things we already have within us, but also those we will learn in the future! These are already predisposed, are already present within it in a certain way. This astral body is much more intelligent than we are. That is why, when it reveals something of itself to us in a dream, it can also allow us to encounter ourselves in a form in which we are more intelligent than we have become through physical life. If you consider this—though I would like to weave this in now merely as an aside that is not part of the lecture—it may shed some light on the nature of the “intelligent” abilities of animals. Animals do, after all, have an astral body, and through the astral body, things can emerge that do not emerge in the ordinary life of animals. Many things can indeed emerge there that may well surprise us. For this astral body contains, for example—believe it or not—the entire field of mathematics, not only what is currently known, but also everything in mathematics that is yet to be discovered. If, however, one wanted to consciously extract all of mathematics from it, one would have to do so actively, first acquiring the correspondingly strengthened abilities for this; but everything is truly contained within it. So it is a revelation as if from a part of our astral body when we face ourselves. And much of what comes to us as inner inspiration is indeed based on these revelations of the astral body. Just as a certain kind of hallucination arises under such circumstances, as I described earlier, so too can that which is wiser than we ourselves become active within us through particular conditions of our constitution. Then we can have inner inspirations; then something can arise within us that would not arise if we were merely to apply our ordinary powers of judgment in the ordinary physical body. But it is dangerous to allow such things to arise, to give oneself over to such things. It is dangerous for the reason that such things arise and we cannot master them as long as we do not approach them with discernment. And since we cannot master them, Lucifer has such easy access to all these things, and we cannot prevent him from directing them according to his will and not according to the will of the proper world order.

[ 15 ] Wenn also der Mensch seine inneren Kräfte erstarkt, dann lernt er auch so innerlich zu leben, daß er im astralischen Leibe hellsichtig wird. Aber Sie werden jetzt aus dem, was ich gesagt habe — ich habe darum den Traum herangezogen —, ersehen, daß es zu diesem Hellsichtigwerden im astralischen Leibe notwendig ist, daß man gewissermaßen immer eine deutliche Vorstellung hat von dem Sich-Gegenüberstellen der eigenen Wesenheit. So wie man im physischen Leben nicht gesund lebt, wenn man nicht voll bei seinem Bewußtsein ist, so lebt man gegenüber der Welt, die höher ist als die physische Welt, seelisch nicht gesund, wenn man sich nicht immer sieht. In der physischen Welt ist man selber, in der höheren geistigen Welt ist man so zu sich, wie man in der physischen Welt zu einem Gedanken ist, der ein vergangenes Erlebnis darstellt. Einen solchen Gedanken, der ein vergangenes Erlebnis darstellt, schaut man innerlich an. Man verhält sich zu ihm wie zu einer Erinnerung. Wie man in der Sinneswelt sich zu einem Gedanken verhält, so weiß man in der geistigen Welt, daß man auf sich hinschaut, sich anschaut. Man muß immer sich dabei haben bei den Dingen, die man in der geistigen Welt erlebt. Und das ist im Grunde genommen die eine einzige Vorstellung, die sich in den Dingen hineinstellt — über die man zunächst nicht die Macht hat, von der ich vorhin gesprochen habe — und die auch für die geistige Welt gilt, so daß man die Dinge meistert, daß man die waltende Macht ist. Wie der Schwerpunkt, um den sich alles gruppiert, ist die eigene Wesenheit. Wie man in der geistigen Welt hantiert, das merkt man an der eigenen Wesenheit. Man merkt: So ist man in der geistigen Welt. — Nehmen wir an, man ist in der geistigen Welt darinnen und man nimmt etwas Unrichtiges wahr, das heißt, man hantiert durch die okkulte Schrift unrichtig. Ja, wenn man durch die okkulte Schrift unrichtig hantiert und sich als den Schwerpunkt wahrnimmt, um den sich alles herumgruppiert, dann erlebt man an seiner eigenen Wesenheit: So schaust du aus, denn du hast etwas unrichtig gemacht; jetzt mußt du das verbessern! — Man merkt an der Art und Weise, wie man wird, was man gemacht hat. Wenn ich es vergleichsweise darstellen will, so möchte ich sagen: Sie seien hier in der physischen Welt, aber Sie seien nicht in sich, sondern um sich herum, und Sie sagen zu jemandem: Jetzt ist es halb zwölf — aber das ist nicht wahr. Und in dem Augenblick schauen Sie sich an, wie Sie sich die Zunge entgegenstrecken und sagen jetzt: Das bist du ja nicht! — Und nun fangen Sie an, an sich auszubessern, bis es richtig ist, und bis Sie sagen: Es ist zwanzig Minuten nach neun! — Dann geht die Zunge wieder zurück. So schauen Sie sich an, ob Sie sich richtig in der geistigen Welt verhalten.

[ 15 ] So when a person strengthens their inner powers, they also learn to live in such a way that they become clairvoyant in the astral body. But you will now see from what I have said—which is why I referred to the dream—that in order to become clairvoyant in the astral body, it is necessary to always have, so to speak, a clear mental image of the confrontation with one’s own being. Just as one does not live healthily in physical life if one is not fully conscious, so too does one not live healthily in the soul in relation to the world that is higher than the physical world if one does not constantly observe oneself. In the physical world, one is oneself; in the higher spiritual world, one relates to oneself as one relates in the physical world to a thought that represents a past experience. One looks inwardly at such a thought, which represents a past experience. One relates to it as one does to a memory. Just as one relates to a thought in the sensory world, so in the spiritual world one knows that one is looking at oneself, observing oneself. One must always be present with oneself in the things one experiences in the spiritual world. And this is, in essence, the one and only mental image that is placed within things—over which one initially has no power, as I mentioned earlier—and which also applies to the spiritual world, so that one masters things, that one is the ruling power. One’s own being is like the center of gravity around which everything is grouped. How one behaves in the spiritual world is evident in one’s own being. One realizes: This is how one is in the spiritual world. — Let us suppose one is in the spiritual world and perceives something incorrect, that is, one behaves incorrectly through the occult writings. Yes, if one handles the occult writings incorrectly and perceives oneself as the center of gravity around which everything is grouped, then one experiences in one’s own being: This is how you appear, because you have done something incorrectly; now you must correct it! — You can tell from the way you become what you have done. If I want to illustrate it by way of comparison, I would say: Suppose you are here in the physical world, but you are not within yourself, but around yourself, and you say to someone: It is now half past eleven — but that is not true. And in that moment you look at yourself, how you stick out your tongue and say: That’s not you! — And now you begin to correct yourself until it is right, and until you say: It is twenty minutes past nine! — Then the tongue goes back in. So look at yourself to see if you are behaving correctly in the spiritual world.

[ 16 ] Das sind die Dinge, die vielleicht sich durch solche grotesken Bilder charakterisieren lassen, von denen aber jeder fühlen wird, sie sind viel ernster gemeint, als alles gemeint sein kann, was für die physische Welt gesprochen werden kann. Das ist es ja gerade, daß wir uns mit der Denkkraft, die wir schon für die physische Welt haben, zunächst ein Verständnis für die übersinnlichen Welten aneignen. Dadurch reißen wir das Denken los, das sonst wirklich am Gängelbande der physischen Welt verläuft. In früheren Zeiten hatten die Menschen ein atavistisches, elementares Hellsehen. Da waren sie imstande, Imaginationen und so weiter, auch Inspirationen zu haben. Daß sie sich aber heute Begriffe bilden über die physische Welt, ist gegenüber dem früheren ein vollkommenerer Zustand der Menschen. In der Zeit, als die Menschen ein atavistisches Hellsehen gehabt haben, haben sie eben nicht ordentlich denken können. Und damit ordentliches Denken hat entstehen können, mußte eben die Kraft, die früher zum Hellsehen nötig war, zum Denken verwendet werden. Und wenn heute ein Mensch in gewissen Partien des Lebens hellseherische Kräfte entfaltet, die nicht so entwickelt worden sind, wie sie die Geisteswissenschaft beschreibt, so heißt das: Er hat sie als Erbschaft von früheren Zeiten, weil er als Hellseher für die Partien des Lebens, wo das Hellsehen vorhanden ist, eben noch nicht angekommen ist an das reife Urteil. Immer mehr und mehr gehen wir aber den Zeiten entgegen, in welchen zuerst das reife Urteil vorhanden sein muß, und sich dann erst aus dem reifen Urteil heraus wieder das Hellsehen entwickeln muß. Wenn also heute jemand auftritt, der, ohne daß er ernste Übungen gemacht hat, ohne daß er, sagen wir, entsprechend in die Geisteswissenschaft eingedrungen ist — denn die Geisteswissenschaft kann selbst, wenn man richtig in sie eindringt, die beste Übung sein, um das alte Hellsehen herauszubringen —, wenn ein solcher gewisse psychische Fähigkeiten, ein gewisses Hellsehen oder anderes zeigt, so deutet das darauf hin, daß er nicht etwa in der Entwickelung voraus ist vor den anderen, sondern daß er zurückgeblieben ist. Man muß noch nicht den Standpunkt des hellen Denkens erreicht haben, wenn man heute atavistische Fähigkeiten in der Seele entwikkelt. Wenn also heute die Frage entsteht: Welche Seele steht gewissermaßen in der Entwickelung voran, diejenige, die nur gesund urteilt mit dem gewöhnlichen Verständnis — und mit diesem gewöhnlichen Verständnis kann sie auch, wenn sie kein Vorurteil hat, die Geisteswissenschaft verstehen —, die sich also zunächst aus dem Verständnis heraus eine Anschauung verschafft über geistige Welten und Sinne, oder ein Mensch, der allerlei Zeug hellsichtig aus sich herausbringt? — so ist diejenige Persönlichkeit die vorgeschrittene, die ein gesundes Urteil hat. Und am meisten geht man fehl, wenn man sich imponieren läßt durch solche atavistischen hellseherischen Fähigkeiten. Wenn man sich zu dem Glauben verleiten läßt, daß eine solche Persönlichkeit eine besonders entwickelte Seele vorstellt, so geht man immer fehl. Denn daß diese Seele solche Fähigkeiten zeigt, das bedeutet, daß sie besondere Dinge noch nicht durchgemacht hat, die während der Zeit des Hellsehens durchgemacht werden mußten. Deshalb holt sie es heute nach. Das Groteskeste ist, wenn innerhalb der geisteswissenschaftlichen Strömung der Glaube auftritt, daß jemand, der ein gewisses Hellsehen hat, ohne in die Geisteswissenschaft eingedrungen zu sein, früher etwas Bedeutenderes gewesen sein muß. Er ist sicher etwas Unbedeutenderes als der, welcher ein gesundes Urteil über die Dinge hat.

[ 16 ] These are the things that might be characterized by such grotesque images, yet everyone will sense that they are meant to be taken far more seriously than anything that can be said about the physical world. That is precisely the point: that we first acquire an understanding of the supersensible worlds through the power of thought we already possess for the physical world. In this way, we free our thinking, which otherwise truly remains on the leash of the physical world. In earlier times, people possessed an atavistic, elemental clairvoyance. They were capable of having imaginations and so on, as well as inspirations. But the fact that they form concepts about the physical world today represents a more perfect state of humanity compared to the past. In the time when people had atavistic clairvoyance, they were simply unable to think properly. And for proper thinking to emerge, the power that was previously required for clairvoyance had to be directed toward thinking. And when a person today develops clairvoyant powers in certain areas of life that have not been developed as described by Spiritual Science, this means: They have inherited them from earlier times, because as a clairvoyant in those areas of life where clairvoyance is present, they have not yet attained mature judgment. But we are moving ever closer to an age in which mature judgment must first be present, and only then can clairvoyance develop again from that mature judgment. So if someone appears today who, without having done serious exercises, without having, let us say, delved into Spiritual Science accordingly—for Spiritual Science itself, if one delves into it correctly, can be the best exercise for bringing out the old clairvoyance—if such a person displays certain psychic abilities, a certain clairvoyance or something else, this indicates not that they are ahead of others in their development, but that they have fallen behind. One need not yet have reached the stage of clear thinking if one develops atavistic abilities in the soul today. So when the question arises today: Which soul is, so to speak, ahead in its development: the one that judges soundly with ordinary understanding—and with this ordinary understanding can also, if free of prejudice, comprehend Spiritual Science—that is, the one that first forms a view of spiritual worlds and senses through understanding, or a person who brings forth all manner of things clairvoyantly from within? — then the personality with sound judgment is the more advanced one. And one goes most astray when one allows oneself to be impressed by such atavistic clairvoyant abilities. If one allows oneself to be led to believe that such a personality represents a particularly developed soul, one is always mistaken. For the fact that this soul displays such abilities means that it has not yet undergone certain things that had to be undergone during the time of clairvoyance. That is why it is making up for it today. The most grotesque thing is when, within the Spiritual Science movement, the belief arises that someone who possesses a certain degree of clairvoyance, without having penetrated Spiritual Science, must have been something more significant in the past. He is certainly something less significant than the one who possesses sound judgment regarding things.

[ 17 ] Nun kommt sehr viel darauf an, daß unsere geisteswissenschaftliche Strömung gerade dahin wirkt, einen gewissen Kreis von Menschen zu haben, der diese Dinge durchschaut, sie wirklich richtig versteht, der also vor allen Dingen dem Urteil gewachsen ist: Es muß in der Gegenwart Geisteswissenschaft auftreten, denn man muß durch die Geisteswissenschaft durchgehen, man muß durch das Verständnis der Geisteswissenschaft durchgehen, um weiterzukommen.

[ 17 ] It is now of the utmost importance that our Spiritual Science movement works specifically toward having a certain circle of people who see through these things, who truly understand them, and who are thus, above all, capable of making the following judgment: Spiritual Science must emerge in the present, for one must pass through Spiritual Science; one must pass through an understanding of Spiritual Science in order to make progress.

[ 18 ] Es ist außerordentlich wichtig, daß dies auftritt. Gewiß, es gibt Kinderkrankheiten auf allen Gebieten, auf den Gebieten des menschlichen Lebens und auch selbstverständlich innerhalb solcher Strömungen, die als geistige Strömungen in die Welt kommen. Und Kinderkrankheiten der Geisteswissenschaft sind nur zu leicht verständlich, weil es ja bei der Geisteswissenschaft selbstverständlich darauf hinauskommt, dem Menschen das zu verschaffen, was durch das hellsichtige Bewußtsein erlangt worden ist. Aber Sie sehen, wie das charakterisiert werden muß. Daß es an so charakterisiert werden muß, daß es gar nicht die menschliche Bequemlichkeit anspricht, so hellsichtig zu werden, wie es die gegenwärtige und zukünftige Menschheit fordert. Dazu gehört etwas ganz anderes, als nur die Dinge an sich herankommen zu lassen. Dazu gehört ein Dabeisein jeden Augenblick, ein Sich-in-der-Hand-Haben und ein Sich-beobachten-Können, sobald man in die geistige Welt hinaufkommt. Das ist es, was sich als Verständnis verbreiten muß. Bequemer ist es, so etwas an sich herankommen zu lassen, was wie ein Traum an den Menschen herankommt, was auf und ab flutet. Man möchte genau so die geistige Welt erleben, wie man die physisch-sinnliche Welt erlebt. Es ist das noch zurückgeblieben aus den alten Zeiten der menschlichen kulturellen Geistesentwickelung, weil man im alten Hellsehen eben die Dinge so erlebt hat, daß man sie eigentlich nicht «gewußt» hat, und daher könnte es wohl auch heute sein, daß man die geistige Welt so erleben möchte, daß man sie eigentlich nicht «weiß». Man unterschätzt das, was man durchsichtig klar weiß. Wenn man zum Beispiel rechnet, so rechnet man nach der Methode. Da ist man nicht selbst dabei. Wenn man addiert: fünf und sieben ist zwölf —, so ist man nicht so dabei, wie es hier gemeint ist, daß man sich hinstellen muß, überall dabei sein muß, um die Sache zu machen. Deshalb lieben die Menschen nicht, daß man eine Meinung über die Welt hat, die man selbst gemacht hat. Sobald man den Menschen nur irgend etwas aufzeigen kann, wobei man nicht dabei war, dann sind sie froh, ungeheuer froh! Wenn aber jemand kommt und zeigt: Er weiß von der geistigen Welt, weiß so davon, daß er dabei ist —, dann sagen die Leute: Oh, der weiß das! Das ist ein ganz bewußter Vorgang, das ist nicht objektiv. — Wenn aber jemand kommt, der eine Lichterscheinung hat und der keine Ahnung hat, wie er es hervorbringt, dann heißt es: Das ist objektiv, ganz objektiv! Da kann man daran glauben. — Aber das ist gerade der bedeutsamste Punkt in unserer Geisteswissenschaft, bei der geistigen Strömung, die der wahren Geisteswissenschaft entspricht, daß man versucht, sich klare Vorstellungen zu machen. Gerade weil die Geisteswissenschaft noch etwas Neues ist, aber natürlich die Sehnsucht nach der geistigen Welt und nach einem Wissen von der geistigen Welt jetzt in den Menschenseelen erwacht, deshalb versuchen die Menschen überall, wo noch etwas heraufkommt aus der alten Welt des Hellsehens und Hellfühlens, da anzuknüpfen, das zu sammeln, um dann zu glauben, man täte etwas ganz Besonderes, wenn man die alten Dinge konserviert. Aber darin besteht unsere Aufgabe: auf diesem Gebiete klar zu sehen! Uns muß klar sein, daß es nicht minderwertig ist, wenn jemand in bezug auf einen geistigen Heilungsprozeß einen vollständig bewußten Rat gibt. Aber das werden die Menschen weniger schätzen, als wenn jemand kommt, der die Geschichte «im Griff» hat, der sich ganz dunklen Gefühlen überläßt, der es gar nicht «weiß»; denn da hat man das dunkle, wonnige Gefühl: Das kommt aus etwas Unbekanntem heraus! — Und hört man denn nicht auf Schritt und Tritt, daß die Leute sagen: Was man begreifen kann, das interessiert uns ja nicht, das Unbegreifliche bringt uns einmal her! Das ist das Hohe, das Göttliche!

[ 18 ] It is of the utmost importance that this occurs. Certainly, there are teething problems in all areas—in the various spheres of human life and, of course, within those movements that emerge in the world as spiritual currents. And the teething troubles of Spiritual Science are all too easy to understand, because Spiritual Science naturally aims to provide people with what has been attained through clairvoyant consciousness. But you see how this must be characterized. That it must be characterized in such a way that it does not at all appeal to human convenience to become as clairvoyant as present and future humanity demands. This requires something quite different from merely allowing things to come to one. It involves being present at every moment, maintaining self-control, and being able to observe oneself as soon as one ascends into the spiritual world. This is what must become widely understood. It is more comfortable to let something come to oneself that approaches people like a dream, ebbing and flowing. One would like to experience the spiritual world exactly as one experiences the physical-sensory world. This is a remnant from the ancient times of human cultural and spiritual development, because in the old clairvoyance, things were experienced in such a way that one did not actually “know” them, and therefore it could well be the case today that one would like to experience the spiritual world in such a way that one does not actually “know” it. People underestimate what they know with crystal clarity. When one does arithmetic, for example, one follows a method. You are not personally involved in the process. When you add five and seven to make twelve, you are not involved in the way meant here—that is, you do not have to stand there, be present everywhere, to perform the task. That is why people do not like it when someone has an opinion about the world that they have formed themselves. As soon as you can show people just anything—something you weren’t present for—they’re happy, tremendously happy! But if someone comes along and says: He knows about the spiritual world, knows it in such a way that he’s present—then people say: Oh, he knows that! That’s a completely conscious process; it’s not objective. — But when someone comes who has a vision of light and has no idea how they produce it, then people say: That is objective, completely objective! That is something one can believe in. — But that is precisely the most significant point in our Spiritual Science, in the spiritual current that corresponds to true Spiritual Science, that one tries to form clear mental images. Precisely because Spiritual Science is still something new, but of course the longing for the spiritual world and for knowledge of the spiritual world is now awakening in human souls, that is why people everywhere, wherever something still emerges from the old world of clairvoyance and clairsentience, try to pick up on it, to gather it, so that they can then believe they are doing something quite special by preserving the old things. But this is our task: to see clearly in this area! We must realize that it is no less valuable when someone offers fully conscious advice regarding a spiritual healing process. But people will value that less than when someone comes along who has the story “under control,” who surrenders entirely to dark feelings, who doesn’t “know” at all; for then one has that dark, blissful feeling: This comes from something unknown! — And don’t we hear people saying at every turn: What we can understand doesn’t interest us at all; it’s the incomprehensible that draws us in! That is the sublime, the divine!

[ 19 ] Wirklich, es ist nötig, daß nicht nur die einzelnen Wahrheiten der Geisteswissenschaft nach und nach in unsere Seele einziehen, sondern daß wir uns einen klaren, sicheren Blick aneignen in bezug auf die Verhältnisse, die soeben berührt worden sind und die sich uns ergeben haben, indem ich versuchte, von der Charakteristik von Träumen ausgehend, zu zeigen, wie das wirkliche Hellsehen eine aktive Betätigung der Seele voraussetzt, die sich vergleichen läßt mit dem Schreiben. Um in diesen Dingen immer mehr und mehr Klarheit zu verbreiten, ist meine Schrift «Die Schwelle der geistigen Welt» abgefaßt. Wer sie versteht, wird den Grundnerv, das Hauptsächlichste, worauf es bei unserer Bewegung ankommt, verstehen. Deshalb muß immer wieder und wieder darauf hingewiesen werden — trotzdem es ja im Laufe der Jahre oft geschehen ist —, weil so viel darauf ankommt: Wer wirklich in die Geisteswissenschaft eindringen will, muß sich einen gesunden Blick für das wahrhaft Geisteswissenschaftliche aneignen. Dann werden wir allmählich zu einer Gesellschaft werden, die sich zur Aufgabe machen kann, wirklich heilsam zu wirken in bezug auf alles, was in das Gebiet des geistigen Lebens gehört.

[ 19 ] Indeed, it is necessary not only that the individual truths of Spiritual Science gradually take root in our souls, but also that we develop a clear, confident perspective regarding the circumstances that have just been touched upon and that have become apparent to us as I attempted, starting from the characteristics of dreams, to show how true clairvoyance presupposes an active exercise of the soul comparable to writing. My book *The Threshold of the Spiritual World* was written to shed ever greater clarity on these matters. Whoever understands it will grasp the fundamental essence, the very core of what matters most in our movement. That is why it must be pointed out again and again—even though it has often been done over the years—because so much depends on it: whoever truly wishes to penetrate Spiritual Science must acquire a sound perspective on what is truly spiritual scientific. Then we will gradually become a society that can set itself the task of having a truly healing effect on everything that belongs to the realm of spiritual life.

[ 20 ] Über das, was heute begonnen worden ist als eine Charakteristik über die Traumwelt aus den geistigen Welten, werden wir bei nächster Gelegenheit weitersprechen.

[ 20 ] We will continue discussing what we began today—a description of the dream world as it is perceived in the spiritual realms—at the next opportunity.