How does one Develop an Understanding of the Spiritual World
The influx of spiritual impulses from the world of the deceased
GA 154
18 April 1914, Berlin
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?
1. Wie Erwirbt Man Sich Verständnis Für Die Geistige Welt?
1. Wie Erwirbt Man Sich Verständnis Für Die Geistige Welt?
[ 1 ] Wenn Sie einen Traum haben und an den 'Traum sich erinnern, so ist Ihnen, wenn eine möglichst deutliche Erinnerung an den Traum stattfindet, wie das ja in zahlreichen Fällen vorkommt, wohl ohne weiteres klar, daß Sie, während der Traum abfließt, gleichsam Beobachter sind, aber ohne daß Sie während dieser Beobachtung ein deutliches Ich-Bewußtsein haben von den Bildern, die webend an der Seele vorüberziehen. Wie gesagt, immer muß die Voraussetzung gemacht werden, daß im Traume das Ich-Bewußtsein nicht so deutlich auftritt wie im Wachbewußtsein. Diese Bilder, die webend an der Seele vorüberziehen, stellen dar Szenen, Bilderfolgen, welche dem Träumenden entweder gut bekannt sind, indem sie an Erlebnisse früherer Tage oder der letzten Zeit anknüpfen, oder die wohl auch solche Erlebnisse in der mannigfaltigsten Weise verändern, sie in ihren Formen so stark verändern, daß ein bestimmtes Erlebnis nicht wiedererkannt wird und man etwas völlig anderes zu träumen glaubt. Auch das kommt vor, daß man Träume hat, die nicht an Erlebnisse anknüpfen, die also gleichsam etwas völlig Neues vorstellen gegenüber den Erlebnissen, die man durchgemacht hat. Aber jedesmal wird man die Empfindung haben: Eine Art lebender, webender Bilder seien an der Seele vorbeigezogen, haben sich der Seele geoffenbart. — Und an diese Erlebnisse wird man sich nach dem Aufwachen erinnern. Es wird Träume geben, die man länger im Gedächtnis behält, und es wird solche Träume geben, die dadurch, daß man wieder an die Erlebnisse des Tages herantritt, wie ausgelöscht sind.
[ 1 ] Wenn Sie einen Traum haben und an den 'Traum sich erinnern, so ist Ihnen, wenn eine möglichst deutliche Erinnerung an den Traum stattfindet, wie das ja in zahlreichen Fällen vorkommt, wohl ohne weiteres klar, daß Sie, während der Traum abfließt, gleichsam Beobachter sind, aber ohne daß Sie während dieser Beobachtung ein deutliches Ich-Bewußtsein haben von den Bildern, die webend an der Seele vorüberziehen. Wie gesagt, immer muß die Voraussetzung gemacht werden, daß im Traume das Ich-Bewußtsein nicht so deutlich auftritt wie im Wachbewußtsein. Diese Bilder, die webend an der Seele vorüberziehen, stellen dar Szenen, Bilderfolgen, welche dem Träumenden entweder gut bekannt sind, indem sie an Erlebnisse früherer Tage oder der letzten Zeit anknüpfen, oder die wohl auch solche Erlebnisse in der mannigfaltigsten Weise verändern, sie in ihren Formen so stark verändern, daß ein bestimmtes Erlebnis nicht wiedererkannt wird und man etwas völlig anderes zu träumen glaubt. Auch das kommt vor, daß man Träume hat, die nicht an Erlebnisse anknüpfen, die also gleichsam etwas völlig Neues vorstellen gegenüber den Erlebnissen, die man durchgemacht hat. Aber jedesmal wird man die Empfindung haben: Eine Art lebender, webender Bilder seien an der Seele vorbeigezogen, haben sich der Seele geoffenbart. — Und an diese Erlebnisse wird man sich nach dem Aufwachen erinnern. Es wird Träume geben, die man länger im Gedächtnis behält, und es wird solche Träume geben, die dadurch, daß man wieder an die Erlebnisse des Tages herantritt, wie ausgelöscht sind.
[ 2 ] Nun wollen wir uns einmal heute die Frage beantworten: Worin nehmen wir denn eigentlich solche webenden Träume wahr? Wenn wir im Wachzustande in der physischen Welt sind, dann wissen wir, wir nehmen in der Welt, die wir die physische Welt nennen, das wahr, was wir eben wahrnehmen. Was ist denn gleichsam die Substanz, der Stoff — wie es also die Vorgänge, die materiellen Dinge der physischen Welt im Wachzustande sind —, in welchem wir wahrnehmen, indem wir träumen? Es ist dasjenige, was wir die Ätherwelt nennen, der sich in der ganzen Welt ausdehnende Äther mit seinen inneren Vorgängen, mit alledem, was in ihm lebt. Das ist gleichsam das Substantielle, in dem wir wahrnehmen, wenn wir träumen. In der Regel aber nehmen wir wahr, indem wir träumen, nur einen ganz bestimmten Teil der Ätherwelt. Wie uns ja die ätherische Welt im Wachzustande, wenn wir physisch wahrnehmen, verschlossen ist im gewöhnlichen Leben, wie der Äther um uns herum ist, ohne daß wir ihn durch unsere physischen Sinne wahrnehmen, so bleibt auch für das gewöhnliche Träumen der Äther, der um uns herum ist, unwahrnehmbar. Nur dasjenige Stück der ÄÄtherwelt tritt gleichsam vor uns auf, wenn wir träumen, was unser eigener Ätherleib ist. Wir sind ja, wenn wir schlafen, außerhalb unseres physischen Leibes und unseres Ätherleibes. Und darin besteht nun der gewöhnliche Traum, daß wir mit dem, worin wir außerhalb unseres physischen Leibes und Ätherleibes sind, mit dem astralischen Leib und dem Ich, gleichsam auf das zurückschauen, woraus wir im Schlafe herausgestiegen sind, aber daß uns bei diesem Anschauen unser selbst nicht der physische Leib zum Bewußtsein kommt, wir uns daher auch nicht der physischen Sinne bedienen, sondern daß wir gleichsam zurückschauen, mit Außerachtlassung unseres physischen Leibes, nur auf unseren Ätherleib. Es sind also im Grunde genommen die Vorgänge unseres Ätherleibes, die an irgendeiner Stelle ihren Schleier lüften und die uns als Traum erscheinen. Die meisten Träume sind eben durchaus so, daß der Mensch in der Tat aus dem Schlafe auf seinen eigenen Ätherleib schaut, und daß ihm ein Stück der ungemein komplizierten Vorgänge des eigenen Ätherleibes zum Bewußtsein kommt, und daß dies den Traum ausmacht.
[ 2 ] Nun wollen wir uns einmal heute die Frage beantworten: Worin nehmen wir denn eigentlich solche webenden Träume wahr? Wenn wir im Wachzustande in der physischen Welt sind, dann wissen wir, wir nehmen in der Welt, die wir die physische Welt nennen, das wahr, was wir eben wahrnehmen. Was ist denn gleichsam die Substanz, der Stoff — wie es also die Vorgänge, die materiellen Dinge der physischen Welt im Wachzustande sind —, in welchem wir wahrnehmen, indem wir träumen? Es ist dasjenige, was wir die Ätherwelt nennen, der sich in der ganzen Welt ausdehnende Äther mit seinen inneren Vorgängen, mit alledem, was in ihm lebt. Das ist gleichsam das Substantielle, in dem wir wahrnehmen, wenn wir träumen. In der Regel aber nehmen wir wahr, indem wir träumen, nur einen ganz bestimmten Teil der Ätherwelt. Wie uns ja die ätherische Welt im Wachzustande, wenn wir physisch wahrnehmen, verschlossen ist im gewöhnlichen Leben, wie der Äther um uns herum ist, ohne daß wir ihn durch unsere physischen Sinne wahrnehmen, so bleibt auch für das gewöhnliche Träumen der Äther, der um uns herum ist, unwahrnehmbar. Nur dasjenige Stück der ÄÄtherwelt tritt gleichsam vor uns auf, wenn wir träumen, was unser eigener Ätherleib ist. Wir sind ja, wenn wir schlafen, außerhalb unseres physischen Leibes und unseres Ätherleibes. Und darin besteht nun der gewöhnliche Traum, daß wir mit dem, worin wir außerhalb unseres physischen Leibes und Ätherleibes sind, mit dem astralischen Leib und dem Ich, gleichsam auf das zurückschauen, woraus wir im Schlafe herausgestiegen sind, aber daß uns bei diesem Anschauen unser selbst nicht der physische Leib zum Bewußtsein kommt, wir uns daher auch nicht der physischen Sinne bedienen, sondern daß wir gleichsam zurückschauen, mit Außerachtlassung unseres physischen Leibes, nur auf unseren Ätherleib. Es sind also im Grunde genommen die Vorgänge unseres Ätherleibes, die an irgendeiner Stelle ihren Schleier lüften und die uns als Traum erscheinen. Die meisten Träume sind eben durchaus so, daß der Mensch in der Tat aus dem Schlafe auf seinen eigenen Ätherleib schaut, und daß ihm ein Stück der ungemein komplizierten Vorgänge des eigenen Ätherleibes zum Bewußtsein kommt, und daß dies den Traum ausmacht.
[ 3 ] Dieser unser eigener Ätherleib, der also ein Stück von uns selbst ist, ist etwas außerordentlich Kompliziertes. In ihm sind zum Beispiel enthalten, immer gegenwärtig enthalten, alle Erinnerungen. Auch dasjenige, was tief hinuntergestiegen ist in die Untergründe der Seele, was im gewöhnlichen Tagesbewußtsein nicht in unser Bewußtsein kommt, im Ätherleibe ist es in irgendeiner Weise immer enthalten. Unser ganzes bisheriges Leben in unserer diesmaligen Inkarnation ist im Ätherleibe enthalten, ist wirklich da drinnen. Selbstverständlich muß zugegeben werden, daß es außerordentlich schwierig ist, das vorzustellen. Aber es ist trotzdem so. Denken Sie sich einmal, Sie würden zum Beispiel den ganzen Tag über reden — manche Leute tun ja das —, und alles, was Sie reden, würde sich durch irgendeinen Mechanismus in eine Phonographenplatte einschreiben. Wenn Sie so viel geredet haben, daß die Phonographenplatte voll ist, legen Sie dieselbe beiseite, nehmen eine zweite, wenn diese voll ist, eine dritte und so weiter. Sie nehmen also mehr oder weniger solcher Platten, je nachdem Sie mehr oder weniger reden. Ein anderer, nehmen wir an, würde nun eine jede Platte in einen Phonographen hineinlegen, und am Abend würden alle Platten hübsch darinnen sein. Alles, was Sie während des Tages geredet haben, würde am Abend in dem Phonographen sein. Würde nun jemand in der Lage sein, das Gesprochene aus dem Phonographen abrollen zu lassen, dann würde alles herauskommen, was Sie tagsüber geredet haben. So steckt alles, was unsere Erinnerungen sind, immer im Ätherleibe gegenwärtig darinnen. Und nehmen wir an, durch die besonderen Verhältnisse des Schlafes würde — halten wir den Vergleich fest — ein Teil der Bestandteile des Ätherleibes so vor unsere Seele hintreten, wie wenn man einen Teil der Phonographenplatten herausnehmen und abrollen lassen würde, so würde das dann der Traum sein, diejenigen Träume, die am weitaus häufigsten sind. Also wir weben mit unserem Bewußtsein in unserem eigenen Ätherleib.
[ 3 ] Dieser unser eigener Ätherleib, der also ein Stück von uns selbst ist, ist etwas außerordentlich Kompliziertes. In ihm sind zum Beispiel enthalten, immer gegenwärtig enthalten, alle Erinnerungen. Auch dasjenige, was tief hinuntergestiegen ist in die Untergründe der Seele, was im gewöhnlichen Tagesbewußtsein nicht in unser Bewußtsein kommt, im Ätherleibe ist es in irgendeiner Weise immer enthalten. Unser ganzes bisheriges Leben in unserer diesmaligen Inkarnation ist im Ätherleibe enthalten, ist wirklich da drinnen. Selbstverständlich muß zugegeben werden, daß es außerordentlich schwierig ist, das vorzustellen. Aber es ist trotzdem so. Denken Sie sich einmal, Sie würden zum Beispiel den ganzen Tag über reden — manche Leute tun ja das —, und alles, was Sie reden, würde sich durch irgendeinen Mechanismus in eine Phonographenplatte einschreiben. Wenn Sie so viel geredet haben, daß die Phonographenplatte voll ist, legen Sie dieselbe beiseite, nehmen eine zweite, wenn diese voll ist, eine dritte und so weiter. Sie nehmen also mehr oder weniger solcher Platten, je nachdem Sie mehr oder weniger reden. Ein anderer, nehmen wir an, würde nun eine jede Platte in einen Phonographen hineinlegen, und am Abend würden alle Platten hübsch darinnen sein. Alles, was Sie während des Tages geredet haben, würde am Abend in dem Phonographen sein. Würde nun jemand in der Lage sein, das Gesprochene aus dem Phonographen abrollen zu lassen, dann würde alles herauskommen, was Sie tagsüber geredet haben. So steckt alles, was unsere Erinnerungen sind, immer im Ätherleibe gegenwärtig darinnen. Und nehmen wir an, durch die besonderen Verhältnisse des Schlafes würde — halten wir den Vergleich fest — ein Teil der Bestandteile des Ätherleibes so vor unsere Seele hintreten, wie wenn man einen Teil der Phonographenplatten herausnehmen und abrollen lassen würde, so würde das dann der Traum sein, diejenigen Träume, die am weitaus häufigsten sind. Also wir weben mit unserem Bewußtsein in unserem eigenen Ätherleib.
[ 4 ] In einer ähnlichen Weise gilt dasselbe für viele Halluzinationen, die vor der menschlichen Seele auftreten. Solche Halluzinationen sind in der Regel auch dadurch hervorgerufen, daß der Mensch mit seinem Ich und seinem astralischen Leibe, die dann im physischen Leibe drinnenstecken, dennoch gewissermaßen ein herausgerissenes Stück seines Ätherleibes sehen kann. Das kommt auf folgende Weise zustande. Denken Sie sich, irgend etwas in Ihrem physischen Leib ist krank, zum Beispiel etwas am Nervensystem oder dergleichen. Dann kann der Ätherleib an der Stelle, wo das Nervensystem krank ist, nicht eingreifen; er ist gleichsam herausgeworfen. Der Ätherleib selbst ist gar nicht krank, aber er ist herausgespannt aus dem physischen Leibe an einer bestimmten Stelle. Würde er eingespannt sein, dann würde sich alles so abspielen wie im normalen Bewußtsein. Es käme uns nicht zum Bewußtsein, daß der physische Leib krank ist. Wenn der Ätherleib an dieser Stelle nicht eingreifen kann, und wenn das, was da ist und worin der Ätherleib nicht eingreifen kann, dem Ätherleibe entgegenleuchtet, dann kommt das als Halluzination zum Bewußtsein.
[ 4 ] In einer ähnlichen Weise gilt dasselbe für viele Halluzinationen, die vor der menschlichen Seele auftreten. Solche Halluzinationen sind in der Regel auch dadurch hervorgerufen, daß der Mensch mit seinem Ich und seinem astralischen Leibe, die dann im physischen Leibe drinnenstecken, dennoch gewissermaßen ein herausgerissenes Stück seines Ätherleibes sehen kann. Das kommt auf folgende Weise zustande. Denken Sie sich, irgend etwas in Ihrem physischen Leib ist krank, zum Beispiel etwas am Nervensystem oder dergleichen. Dann kann der Ätherleib an der Stelle, wo das Nervensystem krank ist, nicht eingreifen; er ist gleichsam herausgeworfen. Der Ätherleib selbst ist gar nicht krank, aber er ist herausgespannt aus dem physischen Leibe an einer bestimmten Stelle. Würde er eingespannt sein, dann würde sich alles so abspielen wie im normalen Bewußtsein. Es käme uns nicht zum Bewußtsein, daß der physische Leib krank ist. Wenn der Ätherleib an dieser Stelle nicht eingreifen kann, und wenn das, was da ist und worin der Ätherleib nicht eingreifen kann, dem Ätherleibe entgegenleuchtet, dann kommt das als Halluzination zum Bewußtsein.
[ 5 ] Genau dieselbe Substanz, aus welcher uns der Traum oder die Halluzination erscheinen, umgibt uns allüberall in der Welt. Es ist die Äthersubstanz. Und aus der Äthersubstanz, die uns umgibt, ist gleichsam unser eigener Ätherleib wie ein Stück herausgeschnitten. Wenn wir nun durch die Pforte des Todes gegangen sind, den physischen Leib abgelegt haben, so machen wir den Weg durch die Äthersubstanz durch. Im Grunde genommen kommen wir gar nicht auf dem ganzen Wege zwischen Tod und neuer Geburt aus der Äthersubstanz heraus. Denn diese Äthersubstanz ist überall und wir müssen durch sie durch, wir sind in derselben. Wir haben ja einige Zeit nach dem Tode auch unseren eigenen Ätherleib abgelegt. Der löst sich gerade in diese äußere Äthersubstanz auf. Die Fähigkeit, in dieser äußeren Äthersubstanz nun auch wahrzunehmen, hat der Mensch im gewöhnlichen Leben zunächst nicht. Daher tritt dasjenige nicht auf, was ein Wahrnehmen sein würde — jetzt nicht in der physischen Welt, sondern in der Ätherwelt. Durch das Träumen wird der Mensch gleichsam bekanntgemacht mit einer auf ihn selbst angewiesenen Wahrnehmung des Ätherischen.
[ 5 ] Genau dieselbe Substanz, aus welcher uns der Traum oder die Halluzination erscheinen, umgibt uns allüberall in der Welt. Es ist die Äthersubstanz. Und aus der Äthersubstanz, die uns umgibt, ist gleichsam unser eigener Ätherleib wie ein Stück herausgeschnitten. Wenn wir nun durch die Pforte des Todes gegangen sind, den physischen Leib abgelegt haben, so machen wir den Weg durch die Äthersubstanz durch. Im Grunde genommen kommen wir gar nicht auf dem ganzen Wege zwischen Tod und neuer Geburt aus der Äthersubstanz heraus. Denn diese Äthersubstanz ist überall und wir müssen durch sie durch, wir sind in derselben. Wir haben ja einige Zeit nach dem Tode auch unseren eigenen Ätherleib abgelegt. Der löst sich gerade in diese äußere Äthersubstanz auf. Die Fähigkeit, in dieser äußeren Äthersubstanz nun auch wahrzunehmen, hat der Mensch im gewöhnlichen Leben zunächst nicht. Daher tritt dasjenige nicht auf, was ein Wahrnehmen sein würde — jetzt nicht in der physischen Welt, sondern in der Ätherwelt. Durch das Träumen wird der Mensch gleichsam bekanntgemacht mit einer auf ihn selbst angewiesenen Wahrnehmung des Ätherischen.
[ 6 ] Nun hängt das wirkliche Wahrnehmen in der uns umgebenden Ätherwelt von etwas ganz Bestimmtem ab. Wenn der Mensch nach dem Tode wirklich wahrnimmt in der ihn umgebenden Ätherwelt, oder wenn er sich so entwickelt, daß bei ihm hellseherisch die Imaginationen auftreten — denn das heißt auch: er nimmt wahr in der ihn umgebenden Ätherwelt —, so muß er eine stärkere Kraft haben, als er im gewöhnlichen Leben zwischen Geburt und Tod hat, eine stärkere innere Seelenkraft. Deshalb nehmen wir nicht wahr in der uns umgebenden Ätherwelt, weil unsere Seelenkraft zu gering ist, um darin wahrzunehmen. Wir müssen uns viel aktiver, tätiger machen, als wir es für das gewöhnliche Leben brauchen, um in der Ätherwelt wahrzunehmen. Wir müssen auch in unserer Seele eine viel tätigere Kraft nach dem Tode haben, als wir im gewöhnlichen Leben haben, damit wir eine Umgebung nach dem Tode um uns haben können. Sonst ist der Äther um uns herum und wir nehmen ihn nicht wahr. Es wäre das so, wie wenn wir im gewöhnlichen Leben keinen einzigen Sinn hätten. So muß der Mensch also eine tätigere, aktivere Seelenkraft haben, damit er sich nach dem Tode behelfen kann, damit er nach dem Tode nicht, bildlich gesprochen, taub und blind ist für die Welt, in die er eintritt. Aber wenn man sich eine Vorstellung machen will von der Art, wie nun die Seele nach dem Tode wahrnimmt, oder nachdem sie die Fähigkeit erlangt hat, die Kräfte der Imagination zu entfalten, so kann man sich vorstellen, wie diese Fähigkeit der Seele sein muß, wenn man zunächst einen Vergleich wählt. Dieser Vergleich kann vom Schreiben genommen werden. Wenn Sie etwas aufschreiben, dann bedeutet das doch etwas, was Sie aufschreiben. Das drückt etwas aus. Es ist etwas dahinter hinter dem, was Sie aufschreiben. Und dennoch, Sie haben selber erst die Zeichen dafür gemacht. Und wenn das wahr sein soll, wenn es einer objektiven Sache entsprechen soll, was Sie aufgeschrieben haben, so können Sie das natürlich bewirken. Wenn Sie durch einen Brief einem Freunde diese oder jene Tatsache mitteilen wollen und Sie schreiben das auf, damit der Freund in der Ferne es lesen kann, so haben Sie die Zeichen erst hingesetzt, wodurch der Freund, wenn er die Zeichen entziffert, die Tatsache kennenlernt. Wenn nun jemand kommen würde und sagte: Das kann doch unter allen Umständen nicht wahr sein! Denn das steht nicht auf eine objektive Weise in die Welt hineingezeichnet. Das hat jemand erst aufgezeichnet und das kann keiner objektiven Tatsache entsprechen —, so redet ein solcher Unsinn. Geradeso wie Sie eine objektive Tatsache bezeichnen, wenn Sie schreiben, indem Sie dabei die Zeichen erst hinsetzen, so ist es beim imaginativen Sehen in der imaginativen Welt. Sie müssen tätig sein. Sie müssen das erst hinsetzen, was Ihnen Zeichen ist für die objektiven Vorgänge der geistigen Welt, und Sie müssen ein Bewußtsein haben, daß Sie das hinsetzen. Daß Sie es hinsetzen, hängt davon ab, daß Sie die nötige Kraft haben, lebendig in der geistigen Wirklichkeit drinnenzustecken, so daß diese Sie anregt, Wahres und nicht Falsches hinzusetzen. Aber die Tatsache ist, daß man weiß: man setzt das hin.
[ 6 ] Nun hängt das wirkliche Wahrnehmen in der uns umgebenden Ätherwelt von etwas ganz Bestimmtem ab. Wenn der Mensch nach dem Tode wirklich wahrnimmt in der ihn umgebenden Ätherwelt, oder wenn er sich so entwickelt, daß bei ihm hellseherisch die Imaginationen auftreten — denn das heißt auch: er nimmt wahr in der ihn umgebenden Ätherwelt —, so muß er eine stärkere Kraft haben, als er im gewöhnlichen Leben zwischen Geburt und Tod hat, eine stärkere innere Seelenkraft. Deshalb nehmen wir nicht wahr in der uns umgebenden Ätherwelt, weil unsere Seelenkraft zu gering ist, um darin wahrzunehmen. Wir müssen uns viel aktiver, tätiger machen, als wir es für das gewöhnliche Leben brauchen, um in der Ätherwelt wahrzunehmen. Wir müssen auch in unserer Seele eine viel tätigere Kraft nach dem Tode haben, als wir im gewöhnlichen Leben haben, damit wir eine Umgebung nach dem Tode um uns haben können. Sonst ist der Äther um uns herum und wir nehmen ihn nicht wahr. Es wäre das so, wie wenn wir im gewöhnlichen Leben keinen einzigen Sinn hätten. So muß der Mensch also eine tätigere, aktivere Seelenkraft haben, damit er sich nach dem Tode behelfen kann, damit er nach dem Tode nicht, bildlich gesprochen, taub und blind ist für die Welt, in die er eintritt. Aber wenn man sich eine Vorstellung machen will von der Art, wie nun die Seele nach dem Tode wahrnimmt, oder nachdem sie die Fähigkeit erlangt hat, die Kräfte der Imagination zu entfalten, so kann man sich vorstellen, wie diese Fähigkeit der Seele sein muß, wenn man zunächst einen Vergleich wählt. Dieser Vergleich kann vom Schreiben genommen werden. Wenn Sie etwas aufschreiben, dann bedeutet das doch etwas, was Sie aufschreiben. Das drückt etwas aus. Es ist etwas dahinter hinter dem, was Sie aufschreiben. Und dennoch, Sie haben selber erst die Zeichen dafür gemacht. Und wenn das wahr sein soll, wenn es einer objektiven Sache entsprechen soll, was Sie aufgeschrieben haben, so können Sie das natürlich bewirken. Wenn Sie durch einen Brief einem Freunde diese oder jene Tatsache mitteilen wollen und Sie schreiben das auf, damit der Freund in der Ferne es lesen kann, so haben Sie die Zeichen erst hingesetzt, wodurch der Freund, wenn er die Zeichen entziffert, die Tatsache kennenlernt. Wenn nun jemand kommen würde und sagte: Das kann doch unter allen Umständen nicht wahr sein! Denn das steht nicht auf eine objektive Weise in die Welt hineingezeichnet. Das hat jemand erst aufgezeichnet und das kann keiner objektiven Tatsache entsprechen —, so redet ein solcher Unsinn. Geradeso wie Sie eine objektive Tatsache bezeichnen, wenn Sie schreiben, indem Sie dabei die Zeichen erst hinsetzen, so ist es beim imaginativen Sehen in der imaginativen Welt. Sie müssen tätig sein. Sie müssen das erst hinsetzen, was Ihnen Zeichen ist für die objektiven Vorgänge der geistigen Welt, und Sie müssen ein Bewußtsein haben, daß Sie das hinsetzen. Daß Sie es hinsetzen, hängt davon ab, daß Sie die nötige Kraft haben, lebendig in der geistigen Wirklichkeit drinnenzustecken, so daß diese Sie anregt, Wahres und nicht Falsches hinzusetzen. Aber die Tatsache ist, daß man weiß: man setzt das hin.
[ 7 ] Ich will das noch auf eine andere Weise zu charakterisieren versuchen. Gehen wir zum Traum zurück. Wenn man im gewöhnlichen Leben träumt, so hat man die Empfindung, die Traumbilder «weben», spielen sich so ab. Denken Sie, was Sie vorstellen müssen von diesen Träumen: Die Traumbilder schweben so vor meiner Seele vorbei. —Das ist die Vorstellung, die Sie haben müssen. Denken Sie nun, Sie hätten nicht diese Vorstellung, sondern die andere: Sie setzten selber die Traumbilder in den Raum und in die Zeit hinein, wie Sie die Buchstaben auf das Papier setzen. Diese Vorstellung hat man beim gewöhnlichen Träumen und auch bei Halluzinationen nicht. Man muß aber dieses Bewußtsein beim imaginativen Vorstellen haben. Da muß man das Bewußtsein haben: Du bist die waltende Macht in deinen Träumen. Du setzt das eine hin und fügst das andere dazu, wie man auf ein Papier etwas aufschreibt. Du bist die waltende Macht, du machst es selbst. Nur die Kraft, die hinter dir ist, wie beim Schreiben, ist die, welche macht, daß es wahr ist, was du aufschreibst. — Das muß man sich klarmachen, daß der große Unterschied zwischen Träumen, Halluzinationen und wirklicher Hellsichtigkeit darin besteht, daß man bei letzterer überall das Bewußtsein hat, man ist sozusagen der okkulte Schreiber. Was man sieht, das wird aufgezeichnet als eine okkulte Schrift. Man schreibt das hin in die Welt, was einem ein Ausdruck, eine Offenbarung der Welt ist. Sie könnten natürlich sagen: Dann brauchte man das nicht aufschreiben, denn das weiß man ja vorher. Warum soll man es aufschreiben? — Das ist aber nicht wahr. Denn der, der dann schreibt, ist man nicht selber, sondern das ist die Wesenheit der nächststehenden höheren Hierarchie. Man gibt sich der Wesenheit der nächststehenden höheren Hierarchie hin, und das ist die Kraft, die in einem waltet. Man schreibt ganz in einem inneren Seelenvorgange das auf, was durch einen waltet. Und indem man es dann anschaut, dieses Geschriebene in der okkulten Schrift, offenbart sich einem das, was zum Ausdruck kommen soll.
[ 7 ] Ich will das noch auf eine andere Weise zu charakterisieren versuchen. Gehen wir zum Traum zurück. Wenn man im gewöhnlichen Leben träumt, so hat man die Empfindung, die Traumbilder «weben», spielen sich so ab. Denken Sie, was Sie vorstellen müssen von diesen Träumen: Die Traumbilder schweben so vor meiner Seele vorbei. —Das ist die Vorstellung, die Sie haben müssen. Denken Sie nun, Sie hätten nicht diese Vorstellung, sondern die andere: Sie setzten selber die Traumbilder in den Raum und in die Zeit hinein, wie Sie die Buchstaben auf das Papier setzen. Diese Vorstellung hat man beim gewöhnlichen Träumen und auch bei Halluzinationen nicht. Man muß aber dieses Bewußtsein beim imaginativen Vorstellen haben. Da muß man das Bewußtsein haben: Du bist die waltende Macht in deinen Träumen. Du setzt das eine hin und fügst das andere dazu, wie man auf ein Papier etwas aufschreibt. Du bist die waltende Macht, du machst es selbst. Nur die Kraft, die hinter dir ist, wie beim Schreiben, ist die, welche macht, daß es wahr ist, was du aufschreibst. — Das muß man sich klarmachen, daß der große Unterschied zwischen Träumen, Halluzinationen und wirklicher Hellsichtigkeit darin besteht, daß man bei letzterer überall das Bewußtsein hat, man ist sozusagen der okkulte Schreiber. Was man sieht, das wird aufgezeichnet als eine okkulte Schrift. Man schreibt das hin in die Welt, was einem ein Ausdruck, eine Offenbarung der Welt ist. Sie könnten natürlich sagen: Dann brauchte man das nicht aufschreiben, denn das weiß man ja vorher. Warum soll man es aufschreiben? — Das ist aber nicht wahr. Denn der, der dann schreibt, ist man nicht selber, sondern das ist die Wesenheit der nächststehenden höheren Hierarchie. Man gibt sich der Wesenheit der nächststehenden höheren Hierarchie hin, und das ist die Kraft, die in einem waltet. Man schreibt ganz in einem inneren Seelenvorgange das auf, was durch einen waltet. Und indem man es dann anschaut, dieses Geschriebene in der okkulten Schrift, offenbart sich einem das, was zum Ausdruck kommen soll.
[ 8 ] Sie sehen jetzt, warum in öffentlichen Vorträgen so vielfach darauf hingewiesen worden ist, wie die Entwickelung zum Hellsehertum darauf beruht, daß alles Wahrnehmen ein aktives, ein tätiges wird, daß es nicht, was für die Erkenntnis der physischen Welt richtig ist, bei dem passiven Hingegebensein an die Welt bleibt. So lernt man allmählich das wirklich innerlich verstehen, was schon im Anfange unseres anthroposophischen Lebens die «Erlernung der okkulten Schrift» genannt worden ist, und was ich wieder genauer beschrieben habe in meiner Schrift «Die Schwelle der geistigen Welt». Die Seelenkraft, die nötig ist, um in den geistigen Raum und in die geistige Zeit die okkulten Schriftzeichen hineinzuschreiben, ist eine stärkere, kräftigere, gewaltigere Seelenkraft, muß stärker, kräftiger, gewaltiger sein als die Seelenkraft, die wir im gewöhnlichen Leben zum Wahrnehmen anwenden. Und diese Kraft müssen wir haben, wenn wir durch die Pforte des Todes durchgegangen sind. Wer sich das imaginative Hellsehen aneignen will, bildet durch seine Meditationen diese Kraft aus, er erlangt sie allmählich. Er kommt dadurch zu dem, was eben beschrieben worden ist, das heißt, er kommt zu einem Erleben, bei dem er weiß, daß er sich in einer Welt befindet, von der ein schwacher Abglanz das Träumen ist, aber sich so darinnen befindet, daß er mit seinen Träumen waltet, wie man waltet, wenn man einen Tisch oder einen Schuh macht, wobei man auch Stück für Stück zusammenfügt und so weiter. Wenn so viele Menschen immer wieder und wieder damit kommen, daß sie sagen: Nun bemühe ich mich ja mit allem möglichen Meditieren. Ich komme aber gar nicht dahin, hellseherisch zu werden —, so beruht das auf der einfachen Tatsache, daß die Menschen das gar nicht wollen, was ich jetzt auseinandergesetzt habe, daß sie froh sind, wenn sie es nicht brauchen. Sie wollen nicht innerlich aktive Seelenkraft entwikkeln, sondern sie wollen Hellseher werden, ohne daß sie sich eine stärkere Seelenkraft aneignen müssen. Sie wollen, daß das Tableau, das durch ihre Hellsichtigkeit vor ihnen auftritt, sich ganz von selber vor ihnen aufrichtet. Dann aber ist es gar nichts weiter als Halluzination oder Traum. Ein Stück Ätherwelt — wenn ich mich jetzt drastisch ausdrücken will —, das man sich nehmen kann von einem Orte, mit den ätherischen Fühlhörnern ergreifen und an eine andere Stelle setzen kann, ein solches Stück Ätherwelt ist nun der Traum. Das gehört gar nicht in das wirkliche Hellsehen hinein. In dem Erleben des wirklichen Hellsehens fühlt man sich gerade so darinnen, wie man sich fühlt, wenn man in der physischen Welt auf dem Papier schreibt, nur daß man, wenn man in der physischen Welt auf dem Papier schreiben will, erst wissen muß, was man aufschreiben will — jedenfalls ist es in den meisten Fällen gut, wenn man es weiß —, währenddem man beim geistigen Wahrnehmen die Wesenheiten der geistigen Hierarchien schreiben läßt, und einem erst, indem man es tätig hinschreibt, das erscheint, was wahrgenommen werden soll. Aber ohne an jedem Atom dessen, was man schaut, selber tätigen Anteil zu haben, selber tätig dabei zu sein, kommt kein wirkliches Hellsehen zustande.
[ 8 ] Sie sehen jetzt, warum in öffentlichen Vorträgen so vielfach darauf hingewiesen worden ist, wie die Entwickelung zum Hellsehertum darauf beruht, daß alles Wahrnehmen ein aktives, ein tätiges wird, daß es nicht, was für die Erkenntnis der physischen Welt richtig ist, bei dem passiven Hingegebensein an die Welt bleibt. So lernt man allmählich das wirklich innerlich verstehen, was schon im Anfange unseres anthroposophischen Lebens die «Erlernung der okkulten Schrift» genannt worden ist, und was ich wieder genauer beschrieben habe in meiner Schrift «Die Schwelle der geistigen Welt». Die Seelenkraft, die nötig ist, um in den geistigen Raum und in die geistige Zeit die okkulten Schriftzeichen hineinzuschreiben, ist eine stärkere, kräftigere, gewaltigere Seelenkraft, muß stärker, kräftiger, gewaltiger sein als die Seelenkraft, die wir im gewöhnlichen Leben zum Wahrnehmen anwenden. Und diese Kraft müssen wir haben, wenn wir durch die Pforte des Todes durchgegangen sind. Wer sich das imaginative Hellsehen aneignen will, bildet durch seine Meditationen diese Kraft aus, er erlangt sie allmählich. Er kommt dadurch zu dem, was eben beschrieben worden ist, das heißt, er kommt zu einem Erleben, bei dem er weiß, daß er sich in einer Welt befindet, von der ein schwacher Abglanz das Träumen ist, aber sich so darinnen befindet, daß er mit seinen Träumen waltet, wie man waltet, wenn man einen Tisch oder einen Schuh macht, wobei man auch Stück für Stück zusammenfügt und so weiter. Wenn so viele Menschen immer wieder und wieder damit kommen, daß sie sagen: Nun bemühe ich mich ja mit allem möglichen Meditieren. Ich komme aber gar nicht dahin, hellseherisch zu werden —, so beruht das auf der einfachen Tatsache, daß die Menschen das gar nicht wollen, was ich jetzt auseinandergesetzt habe, daß sie froh sind, wenn sie es nicht brauchen. Sie wollen nicht innerlich aktive Seelenkraft entwikkeln, sondern sie wollen Hellseher werden, ohne daß sie sich eine stärkere Seelenkraft aneignen müssen. Sie wollen, daß das Tableau, das durch ihre Hellsichtigkeit vor ihnen auftritt, sich ganz von selber vor ihnen aufrichtet. Dann aber ist es gar nichts weiter als Halluzination oder Traum. Ein Stück Ätherwelt — wenn ich mich jetzt drastisch ausdrücken will —, das man sich nehmen kann von einem Orte, mit den ätherischen Fühlhörnern ergreifen und an eine andere Stelle setzen kann, ein solches Stück Ätherwelt ist nun der Traum. Das gehört gar nicht in das wirkliche Hellsehen hinein. In dem Erleben des wirklichen Hellsehens fühlt man sich gerade so darinnen, wie man sich fühlt, wenn man in der physischen Welt auf dem Papier schreibt, nur daß man, wenn man in der physischen Welt auf dem Papier schreiben will, erst wissen muß, was man aufschreiben will — jedenfalls ist es in den meisten Fällen gut, wenn man es weiß —, währenddem man beim geistigen Wahrnehmen die Wesenheiten der geistigen Hierarchien schreiben läßt, und einem erst, indem man es tätig hinschreibt, das erscheint, was wahrgenommen werden soll. Aber ohne an jedem Atom dessen, was man schaut, selber tätigen Anteil zu haben, selber tätig dabei zu sein, kommt kein wirkliches Hellsehen zustande.
[ 9 ] Und solche Kraft, um wirklich in die Ätherwelt hineinschreiben zu können, brauchen wir auch, wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sind. All das Denken, das wir in der gewöhnlichen physischen Welt haben und das uns in derselben dient, taugt nichts zu solchem Wahrnehmen nach dem Tode. Es kann einer ein noch so gescheiter Mensch sein und scharfsinnig über die Dinge der physischen Welt denken können, das hilft ihm gar nichts nach dem Tode. Denn diese Kraft des Denkens ist viel zu schwach, als daß man damit würde in die Ätherwelt hineinschreiben können. Alle Vorstellungen, die man entwickelt und die sich auf physische Dinge beziehen, entstammen einer solchen schwachen Denkkraft, welche uns nach dem Tode nicht nützen würde. Wir müssen eine stärkere Denkkraft haben, eine Denkkraft, die sich im Inneren selber betätigt, eine Denkkraft, die sich, mit anderen Worten, Gedanken macht, ohne daß diese Gedanken etwas Äußeres, in der Sinneswelt Befindliches, abbilden. Würden wir nicht im Inneren etwas haben, was uns dazu führt, uns Gedanken zu machen, die nichts Äußeres abbilden, sondern die innerlich sich gleichsam aus den Untergründen unserer Seele heraufheben, würden wir nicht die Fähigkeit haben, solche Gedanken uns zu machen, so würden wir nach dem Tode keine entsprechende Fähigkeit haben können.
[ 9 ] Und solche Kraft, um wirklich in die Ätherwelt hineinschreiben zu können, brauchen wir auch, wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sind. All das Denken, das wir in der gewöhnlichen physischen Welt haben und das uns in derselben dient, taugt nichts zu solchem Wahrnehmen nach dem Tode. Es kann einer ein noch so gescheiter Mensch sein und scharfsinnig über die Dinge der physischen Welt denken können, das hilft ihm gar nichts nach dem Tode. Denn diese Kraft des Denkens ist viel zu schwach, als daß man damit würde in die Ätherwelt hineinschreiben können. Alle Vorstellungen, die man entwickelt und die sich auf physische Dinge beziehen, entstammen einer solchen schwachen Denkkraft, welche uns nach dem Tode nicht nützen würde. Wir müssen eine stärkere Denkkraft haben, eine Denkkraft, die sich im Inneren selber betätigt, eine Denkkraft, die sich, mit anderen Worten, Gedanken macht, ohne daß diese Gedanken etwas Äußeres, in der Sinneswelt Befindliches, abbilden. Würden wir nicht im Inneren etwas haben, was uns dazu führt, uns Gedanken zu machen, die nichts Äußeres abbilden, sondern die innerlich sich gleichsam aus den Untergründen unserer Seele heraufheben, würden wir nicht die Fähigkeit haben, solche Gedanken uns zu machen, so würden wir nach dem Tode keine entsprechende Fähigkeit haben können.
[ 10 ] Nun könnte jemand sagen: Also könnte man alles mögliche zusammendenken, zusammenphantasieren. Man könnte seine Phantasiekraft möglichst anspannen, um sich recht viele Phantasiegedanken zu machen, die gar nichts Außeres abbilden. Dann würde man ja eine gute Vorbereitung haben, um die nötige Denkkraft nach dem Tode zu entwickeln. — Es könnte also sein, daß jemand sagen würde: Ich will viel Denkkraft nach dem Tode haben. Also stelle ich mir vor geflügelte Drachen, die es gar nicht gibt, schauderhafte Tiere und so weiter. Alles dieses stelle ich mir vor, denn ich will nicht am Gängelbande der äußeren Vorstellungen sein, sondern stelle mir die buntesten Dinge zusammen. Dadurch entwickele ich eine innere Denkkraft und bereite mich dadurch vor, ein erstarktes Denken nach dem Tode zu haben. — Es ist gar nicht zu leugnen: Wenn jemand das täte, so würde er mehr Fähigkeiten haben in der Welt nach dem Tode, als jemand, der es nicht tut. Aber er würde lauter Falsches, nur Zerrbilder wahrnehmen, wie jemand, der ein krankes Auge hat, die physische Welt falsch wahrnehmen muß, oder wie jemand, der ein krankes Ohr hat, die Töne der physischen Welt falsch wahrnehmen muß. Wer also so etwas täte, würde sich nur dazu verurteilen, in der ätherischen Welt immer das groteskeste Zeug wahrzunehmen, aber nicht das, was wahrhaft in der Ätherwelt wurzelt.
[ 10 ] Nun könnte jemand sagen: Also könnte man alles mögliche zusammendenken, zusammenphantasieren. Man könnte seine Phantasiekraft möglichst anspannen, um sich recht viele Phantasiegedanken zu machen, die gar nichts Außeres abbilden. Dann würde man ja eine gute Vorbereitung haben, um die nötige Denkkraft nach dem Tode zu entwickeln. — Es könnte also sein, daß jemand sagen würde: Ich will viel Denkkraft nach dem Tode haben. Also stelle ich mir vor geflügelte Drachen, die es gar nicht gibt, schauderhafte Tiere und so weiter. Alles dieses stelle ich mir vor, denn ich will nicht am Gängelbande der äußeren Vorstellungen sein, sondern stelle mir die buntesten Dinge zusammen. Dadurch entwickele ich eine innere Denkkraft und bereite mich dadurch vor, ein erstarktes Denken nach dem Tode zu haben. — Es ist gar nicht zu leugnen: Wenn jemand das täte, so würde er mehr Fähigkeiten haben in der Welt nach dem Tode, als jemand, der es nicht tut. Aber er würde lauter Falsches, nur Zerrbilder wahrnehmen, wie jemand, der ein krankes Auge hat, die physische Welt falsch wahrnehmen muß, oder wie jemand, der ein krankes Ohr hat, die Töne der physischen Welt falsch wahrnehmen muß. Wer also so etwas täte, würde sich nur dazu verurteilen, in der ätherischen Welt immer das groteskeste Zeug wahrzunehmen, aber nicht das, was wahrhaft in der Ätherwelt wurzelt.
[ 11 ] In den verflossenen Zeiten der Menschheitsentwickelung wurde nun immer dafür gesorgt, daß die Menschen Vorstellungen hatten, die nicht der physischen Welt entlehnt waren, die aber auch nicht in einer solchen Weise, wie es eben beschrieben worden ist, ebenso willkürlich und phantastisch erschaffen worden sind. Es waren die großen Religionsstifter, die im Laufe der Menschheitsentwickelung aufgetreten sind, die dafür sorgten, daß die Menschen solche nicht der physischen Welt entlehnte Vorstellungen hatten. Indem sie nach den ihnen möglichen Methoden den Menschen solche Vorstellungen überlieferten, die sich nicht auf die physische Welt, sondern auf die übersinnlichen Welten bezogen, konnten die Menschen, wenn sie ihren Religionsstiftern folgten, Vorstellungen entwickeln, die nicht am Gängelbande der äußeren Sinneswelt gebildet waren, die aber doch wahr waren, weil sie aus der übersinnlichen Welt herausgeholt waren. Das ist die große, gewaltige Erziehung des Menschengeschlechtes durch die Religionsstifter, von der man sagen kann, wenn man sie ganz richtig charakterisieren will: Die Religionsstifter haben sich die Aufgabe gestellt, den Menschen solche Vorstellungen zu überliefern, die ihnen ein Denken gaben, durch das die Menschen nicht geistig blind und taub nach dem Tode in der geistigen Welt ankamen. So sehen wir, wie die Religionsstifter dafür gesorgt haben, daß die Menschen gewissermaßen ganz lebendig, ganz bewußt sind, daß sie nicht bloß ein Bewußtsein haben, das erlischt oder abdämmert in der Todesstunde, oder das unrichtig ist nach der Todesstunde.
[ 11 ] In den verflossenen Zeiten der Menschheitsentwickelung wurde nun immer dafür gesorgt, daß die Menschen Vorstellungen hatten, die nicht der physischen Welt entlehnt waren, die aber auch nicht in einer solchen Weise, wie es eben beschrieben worden ist, ebenso willkürlich und phantastisch erschaffen worden sind. Es waren die großen Religionsstifter, die im Laufe der Menschheitsentwickelung aufgetreten sind, die dafür sorgten, daß die Menschen solche nicht der physischen Welt entlehnte Vorstellungen hatten. Indem sie nach den ihnen möglichen Methoden den Menschen solche Vorstellungen überlieferten, die sich nicht auf die physische Welt, sondern auf die übersinnlichen Welten bezogen, konnten die Menschen, wenn sie ihren Religionsstiftern folgten, Vorstellungen entwickeln, die nicht am Gängelbande der äußeren Sinneswelt gebildet waren, die aber doch wahr waren, weil sie aus der übersinnlichen Welt herausgeholt waren. Das ist die große, gewaltige Erziehung des Menschengeschlechtes durch die Religionsstifter, von der man sagen kann, wenn man sie ganz richtig charakterisieren will: Die Religionsstifter haben sich die Aufgabe gestellt, den Menschen solche Vorstellungen zu überliefern, die ihnen ein Denken gaben, durch das die Menschen nicht geistig blind und taub nach dem Tode in der geistigen Welt ankamen. So sehen wir, wie die Religionsstifter dafür gesorgt haben, daß die Menschen gewissermaßen ganz lebendig, ganz bewußt sind, daß sie nicht bloß ein Bewußtsein haben, das erlischt oder abdämmert in der Todesstunde, oder das unrichtig ist nach der Todesstunde.
[ 12 ] Nun leben wir aber — von anderen Seiten aus ist das öfter charakterisiert worden — gegenwärtig in einem Entwickelungszyklus des menschlichen Werdens, in welchem die Menschen gleichsam mündig werden sollen so, daß nicht mehr in der alten Weise die Religionsstifter auftreten werden und an den Glauben der Menschen appellieren werden. Das sind vergangene Zeiten, obwohl selbstverständlich diese alten Zeiten in unsere Gegenwart hereinragen und gegenwärtig nur angefangen werden kann mit einer kleineren Anzahl von Menschen, sozusagen das neue Leben zu erleben, und die Menschen nur schwer nachkommen, sich sogar darnach sehnen, die überlieferten Vorstellungen aufzuschnappen, die noch von den alten Religionslehrern herkommen. Aber wir leben in der Zeit, da die Menschen mündig werden sollen. Da muß das, was die Religionsstifter für den Glauben geliefert haben, durch das ersetzt werden, was die neuere Geisteswissenschaft gibt. Diese neuere Geisteswissenschaft unterscheidet sich ja in ihrem ganzen Wesen von demjenigen, was die alten Religionsstifter überliefert haben. Dabei muß betont werden, damit kein Mißverständnis entsteht: Wenn von diesen alten Religionsstiftern gesprochen wird, so ist der Christus ausgenommen. Denn ich habe oft betont: Es kommt beim Christus nicht darauf an, was er gelehrt hat, sondern was durch ihn geschehen ist. Die alten Religionsstifter waren gewissermaßen Lehrer, der Christus hat aber hauptsächlich dadurch gewirkt, daß er durch das Mysterium von Golgatha seine eigene Kraft in die Menschheit hineingesenkt hat. Das ist heute noch für viele Menschen außerordentlich schwer zu begreifen. Daher reden sie auch von dem Christus nur als von einem großen Weltenlehrer, was aber für den, der die ganze Bedeutung des Christus wirklich versteht, einfach Unsinn ist. Also wir stehen gegenwärtig davor, daß die Menschheit mündig wird. Und das soll durch die neuere Geisteswissenschaft geschehen, soll geschehen mit den Begriffen, Ideen und Vorstellungen, die sich für den Menschen auf sein Leben nach dem Tode beziehen und damit auf sein ganzes Seelenleben. Geisteswissenschaft wird ja so errungen, daß sie eigentlich von jedem Menschen errungen werden kann, wenn er sich wirklich den Ergebnissen der Geisteswissenschaft entgegenentwickelt. Geisteswissenschaft strebt darauf hin, den Menschen das zu geben, was die einzelne Menschenseele wirklich durch sich erreichen kann, nicht wie früher die Dinge erreicht worden sind, dadurch, daß man auf die Religionsstifter hörte. Und wenn heute die Geisteswissenschaft selbstverständlich nur von einzelnen Geistesforschern sozusagen zu ihren Ergebnissen gebracht werden kann und dann mitgeteilt wird, so wird sie aber in einer solchen Form mitgeteilt, daß man sie ganz und gar verstehen kann, wenn man nur will. Ich habe ja oft betont: Wenn gesagt wird, auch der Geisteswissenschaft müsse man glauben, so beruht das auf einem vollständigen Mißverständnis. Daß die Leute das sagen, auch der Geisteswissenschaft müsse man glauben, beruht darauf, daß sie so vollgepfropft sind von materialistischen Vorurteilen, daß sie nicht eingehen auf das, was die Geisteswissenschaft wirklich geben kann. Sobald man auf sie eingeht, kann man alles verstehen und begreiflich finden. Es reicht nicht bloß das Hellsehen, es reicht das gewöhnliche Verständnis aus, um alles nach und nach — es mag ja dieses «nach und nach» für manchen unbequem sein — wirklich zu verstehen und zu begreifen.
[ 12 ] Nun leben wir aber — von anderen Seiten aus ist das öfter charakterisiert worden — gegenwärtig in einem Entwickelungszyklus des menschlichen Werdens, in welchem die Menschen gleichsam mündig werden sollen so, daß nicht mehr in der alten Weise die Religionsstifter auftreten werden und an den Glauben der Menschen appellieren werden. Das sind vergangene Zeiten, obwohl selbstverständlich diese alten Zeiten in unsere Gegenwart hereinragen und gegenwärtig nur angefangen werden kann mit einer kleineren Anzahl von Menschen, sozusagen das neue Leben zu erleben, und die Menschen nur schwer nachkommen, sich sogar darnach sehnen, die überlieferten Vorstellungen aufzuschnappen, die noch von den alten Religionslehrern herkommen. Aber wir leben in der Zeit, da die Menschen mündig werden sollen. Da muß das, was die Religionsstifter für den Glauben geliefert haben, durch das ersetzt werden, was die neuere Geisteswissenschaft gibt. Diese neuere Geisteswissenschaft unterscheidet sich ja in ihrem ganzen Wesen von demjenigen, was die alten Religionsstifter überliefert haben. Dabei muß betont werden, damit kein Mißverständnis entsteht: Wenn von diesen alten Religionsstiftern gesprochen wird, so ist der Christus ausgenommen. Denn ich habe oft betont: Es kommt beim Christus nicht darauf an, was er gelehrt hat, sondern was durch ihn geschehen ist. Die alten Religionsstifter waren gewissermaßen Lehrer, der Christus hat aber hauptsächlich dadurch gewirkt, daß er durch das Mysterium von Golgatha seine eigene Kraft in die Menschheit hineingesenkt hat. Das ist heute noch für viele Menschen außerordentlich schwer zu begreifen. Daher reden sie auch von dem Christus nur als von einem großen Weltenlehrer, was aber für den, der die ganze Bedeutung des Christus wirklich versteht, einfach Unsinn ist. Also wir stehen gegenwärtig davor, daß die Menschheit mündig wird. Und das soll durch die neuere Geisteswissenschaft geschehen, soll geschehen mit den Begriffen, Ideen und Vorstellungen, die sich für den Menschen auf sein Leben nach dem Tode beziehen und damit auf sein ganzes Seelenleben. Geisteswissenschaft wird ja so errungen, daß sie eigentlich von jedem Menschen errungen werden kann, wenn er sich wirklich den Ergebnissen der Geisteswissenschaft entgegenentwickelt. Geisteswissenschaft strebt darauf hin, den Menschen das zu geben, was die einzelne Menschenseele wirklich durch sich erreichen kann, nicht wie früher die Dinge erreicht worden sind, dadurch, daß man auf die Religionsstifter hörte. Und wenn heute die Geisteswissenschaft selbstverständlich nur von einzelnen Geistesforschern sozusagen zu ihren Ergebnissen gebracht werden kann und dann mitgeteilt wird, so wird sie aber in einer solchen Form mitgeteilt, daß man sie ganz und gar verstehen kann, wenn man nur will. Ich habe ja oft betont: Wenn gesagt wird, auch der Geisteswissenschaft müsse man glauben, so beruht das auf einem vollständigen Mißverständnis. Daß die Leute das sagen, auch der Geisteswissenschaft müsse man glauben, beruht darauf, daß sie so vollgepfropft sind von materialistischen Vorurteilen, daß sie nicht eingehen auf das, was die Geisteswissenschaft wirklich geben kann. Sobald man auf sie eingeht, kann man alles verstehen und begreiflich finden. Es reicht nicht bloß das Hellsehen, es reicht das gewöhnliche Verständnis aus, um alles nach und nach — es mag ja dieses «nach und nach» für manchen unbequem sein — wirklich zu verstehen und zu begreifen.
[ 13 ] Es tritt also die Geisteswissenschaft so an den Menschen heran, daß sie an sein Verständnis, an sein Begreifen appelliert, indem sie gewissermaßen das ganz entgegengesetzte Prinzip geltend macht gegenüber dem Prinzip, durch das die alten Religionsstifter gewirkt haben. So haben in den Vorstellungen, welche von den alten Religionsstiftern an die Menschenseelen herangekommen sind, diese Seelen etwas gehabt, wodurch sie gleichsam geistig aufgeweckt worden sind und eine Kraft hatten, um in der Ätherwelt wahrzunehmen, also auch, um nach dem Tode ein selbstbewußtes Leben zu führen. Und wiederum wird die Menschenseele durch das Aufnehmen der neueren Geisteswissenschaft dasjenige haben, was ihr die Kraft gibt, um nach dem Tode die nötige Vorstellungskraft zu entwickeln, um die Ätherwelt bewußt als Umgebung wahrzunehmen. Die alten Menschen, die auf ihre Religionsstifter hörten, die neueren Menschen, die den Willen haben, die Geisteswissenschaft zu verstehen, sie werden also gleichsam mit den Fähigkeiten ausgerüstet sein, um nach dem Tode sich in der richtigen Weise auszukennen. Nur eine Sorte von Menschen hat es schwer, nach dem Tode sich auszukennen; und bei dieser einen Sorte gilt sogar das vielfach nicht, was man beschreibt als das Leben nach dem Tode, weil es vielfach getrübt und verdunkelt ist. Diese Sorte von Menschen sind die Gesinnungsmaterialisten, die nur an den Dingen haften möchten, die Abbilder der gewöhnlichen physischen Welt sind, die sich keine Kraft aneignen wollen, um in der Welt wahrzunehmen, in die wir nach dem Tode eintreten. Materialist sein, heißt in bezug auf sein Geistig-Seelisches wirklich nichts anderes, als wenn man beschließen würde, sich in der gewöhnlichen physischen Welt die Augen zu zerstören, die Ohren zu zerstören, die Sinne nach und nach abzutöten, und dann weiterzuleben. Es wäre so, wie wenn jemand sagte: Diese Augen — man kann ja ohnedies nichts auf sie geben, denn sie geben nur Lichteindrücke. Also weg mit ihnen! Diese Ohren — man kann ja durch sie nur Lufterschütterungen wahrnehmen, nicht die eine einzige Wahrheit. Also weg damit! Weg mit den Sinnen, einem nach dem anderen! — So gescheit, wie dies für die Sinneswelt wäre, so gescheit ist es in bezug auf die geistige Welt, Materialist zu sein. Es ist ganz dasselbe. Und dies ist sogar gar nicht so schwierig einzusehen, wenn man auf die Gründe eingeht, die von der Geisteswissenschaft geltend gemacht werden.
[ 13 ] Es tritt also die Geisteswissenschaft so an den Menschen heran, daß sie an sein Verständnis, an sein Begreifen appelliert, indem sie gewissermaßen das ganz entgegengesetzte Prinzip geltend macht gegenüber dem Prinzip, durch das die alten Religionsstifter gewirkt haben. So haben in den Vorstellungen, welche von den alten Religionsstiftern an die Menschenseelen herangekommen sind, diese Seelen etwas gehabt, wodurch sie gleichsam geistig aufgeweckt worden sind und eine Kraft hatten, um in der Ätherwelt wahrzunehmen, also auch, um nach dem Tode ein selbstbewußtes Leben zu führen. Und wiederum wird die Menschenseele durch das Aufnehmen der neueren Geisteswissenschaft dasjenige haben, was ihr die Kraft gibt, um nach dem Tode die nötige Vorstellungskraft zu entwickeln, um die Ätherwelt bewußt als Umgebung wahrzunehmen. Die alten Menschen, die auf ihre Religionsstifter hörten, die neueren Menschen, die den Willen haben, die Geisteswissenschaft zu verstehen, sie werden also gleichsam mit den Fähigkeiten ausgerüstet sein, um nach dem Tode sich in der richtigen Weise auszukennen. Nur eine Sorte von Menschen hat es schwer, nach dem Tode sich auszukennen; und bei dieser einen Sorte gilt sogar das vielfach nicht, was man beschreibt als das Leben nach dem Tode, weil es vielfach getrübt und verdunkelt ist. Diese Sorte von Menschen sind die Gesinnungsmaterialisten, die nur an den Dingen haften möchten, die Abbilder der gewöhnlichen physischen Welt sind, die sich keine Kraft aneignen wollen, um in der Welt wahrzunehmen, in die wir nach dem Tode eintreten. Materialist sein, heißt in bezug auf sein Geistig-Seelisches wirklich nichts anderes, als wenn man beschließen würde, sich in der gewöhnlichen physischen Welt die Augen zu zerstören, die Ohren zu zerstören, die Sinne nach und nach abzutöten, und dann weiterzuleben. Es wäre so, wie wenn jemand sagte: Diese Augen — man kann ja ohnedies nichts auf sie geben, denn sie geben nur Lichteindrücke. Also weg mit ihnen! Diese Ohren — man kann ja durch sie nur Lufterschütterungen wahrnehmen, nicht die eine einzige Wahrheit. Also weg damit! Weg mit den Sinnen, einem nach dem anderen! — So gescheit, wie dies für die Sinneswelt wäre, so gescheit ist es in bezug auf die geistige Welt, Materialist zu sein. Es ist ganz dasselbe. Und dies ist sogar gar nicht so schwierig einzusehen, wenn man auf die Gründe eingeht, die von der Geisteswissenschaft geltend gemacht werden.
[ 14 ] Ich habe versucht, einmal heute von dieser Seite her Ihnen zu charakterisieren, wie es mit dem Drinnensein in der geistigen Welt ist. Ich möchte gleichsam noch ein anderes Faktum in einer ähnlichen Weise charakterisieren. Aus der Sphäre der Träume kann man eine Art der Träume herausheben, die eigentlich auch jeder kennt, denn einen Traum, der so geartet ist wie die jetzt zu beschreibenden, wird jeder schon gehabt haben. Es ist jene Art von Träumen, wo wir im Traume uns in einer gewissen Weise selbst gegenüberstehen. Die gewöhnlichen Träume verfließen ja so, daß das eintritt, was ich vorhin charakterisiert habe, daß sich das Traumgewebe vor uns abrollt und wir kein deutliches Ich-Bewußtsein dabei haben, sondern erst nachher das Traumgewebe überdenken mit unserem Ich-Bewußtsein. Wer genau die Verhältnisse prüft, wird finden, daß es so ist. Aber es treten auch Träume auf, wo wir uns gleichsam selber objektiv gegenübertreten. Nicht nur daß wir uns, wie es auch vorkommt, selber wirklich sehen, denn das kann auch eintreten, sondern es kann auch etwas anderes eintreten. Bekannt ist Ja der Traum, wie der Schuljunge träumt, daß er in der Schule sitzt, wie eine Rechenaufgabe gegeben wird, und wie er sie so gar nicht lösen kann. Da kommt ein anderer und löst sie spielend. Das träumt er wirklich. Nun werden Sie ja einsehen, daß er es selber war, der sich entgegengetreten ist und die Aufgabe löste. Man tritt sich also auch so gegenüber, erkennt sich aber nicht. Darauf kommt es aber nicht an. In einem solchen Falle spaltet sich gleichsam das Ich des Menschen. Es wäre ja ganz nett, wenn das auch in der physischen Welt so sein könnte, daß einem dann, wenn man irgend etwas nicht weiß, das andere Ich gegenübertritt, und man wüßte dann die betreffende Sache vorzüglich. Aber im Traume tritt es auf. Da hat der Traum einen ganz anderen Charakter, als bei den zuerst charakterisierten. Man ist ja im Traume außerhalb seines physischen Leibes und Ätherleibes, ist in seinem Astralleib und Ich. Während die früher charakterisierten Träume darauf beruhen, daß man das Wesen des eigenen Ätherleibes gelüfter bekommt, beruhen die Träume, in denen man sich selbst gegenübertritt, darauf, daß der eigene Astralleib, den man mitgenommen hat, ein Stück von sich zeigt, daß er einem durch dieses Stück entgegentritt. Es ist ein Stück Selbstwahrnehmung außerhalb des physischen Leibes. Während man im gewöhnlichen Leben den Astralleib nicht wahrnimmt, kann es im Schlafe durchaus eintreten, daß man ein Stück seines Astralleibes wahrnimmt, und im Astralleib sind gar manche Dinge drinnen, die durchaus nicht im gewöhnlichen Wachzustande von uns gewußt werden. Ich habe vorhin darauf aufmerksam gemacht — ich werde Ihnen jetzt etwas recht Sonderbares sagen müssen —, was im Ätherleibe enthalten ist. Es ist jedenfalls alles darinnen, was wir erlebt haben. Im Astralleibe ist aber sogar das darinnen, was wir nicht erlebt haben. Der Astralleib ist nämlich ein recht kompliziertes Gebilde. Er ist gewissermaßen aus den geistigen Welten hereinorganisiert und enthält nicht nur die Dinge, die wir schon jetzt in uns haben, sondern auch die, welche wir noch einmal lernen werden! Die sind schon veranlagt, sind schon in einer gewissen Weise in ihm darinnen. Dieser Astralleib ist viel gescheiter als wir. Deshalb kann er auch, wenn er uns im Traume etwas von sich offenbar werden läßt, uns selber in einer Form uns entgegentreten lassen, in der wir gescheiter sind, als wir durch das physische Leben geworden sind. Wenn Sie dies bedenken — ich möchte dies jetzt aber nur als eine Episode in die Ausführungen hineinflechten, die nicht zum Vortrag gehören soll —, so wird Ihnen das ein Licht werfen können darauf, wie es sich verhält mit den «klugen» Fähigkeiten der Tiere. Die Tiere haben ja auch einen Astralleib, und es kann durch den Astralleib das hervortreten, was nicht hervortritt beim gewöhnlichen Leben der Tiere. Da können tatsächlich viele Dinge hervortreten, die durchaus überraschen können. Denn dieser Astralleib enthält zum Beispiel Sie mögen es glauben oder nicht — die ganze Mathematik, nicht nur die jetzt bekannte, sondern auch alles in der Mathematik, was noch einmal entdeckt werden wird. Wollte man allerdings die ganze Mathematik daraus herauslesen, bewußt herauslesen, so müßte man es tätig tun, müßte sich erst die entsprechend erstarkten Fähigkeiten dazu aneignen; aber enthalten ist wirklich alles darin. Also es ist die Offenbarung wie aus einem Stücke unseres Astralleibes heraus, wenn wir uns selbst gegenübertreten. Und auf diesen Offenbarungen des Astralleibes beruht wirklich auch vieles, was wie innere Eingebungen über uns kommt. Geradeso wie ein gewisses Halluzinieren unter solchen Umständen entsteht, wie ich es vorhin charakterisiert habe, so kann auch durch besondere Verhältnisse unserer Organisation das in uns sprechend werden, was gescheiter ist als wir selber. Dann können wir innere Eingebungen haben, dann kann etwas in uns auftreten, was nicht auftreten würde, wenn wir bloß unsere gewöhnliche Urteilskraft anwenden würden im gewöhnlichen physischen Leibe. Aber es ist gefährlich, solche Dinge auftreten zu lassen, sich solchen Dingen hinzugeben. Es ist gefährlich aus dem Grunde, weil solche Dinge kommen und wir sie nicht bewältigen können, solange wir ihnen nicht urteilend beikommen. Und da wir sie nicht bewältigen können, hat Luzifer einen so leichten Zugang zu allen diesen Dingen, und wir können es nicht wehren, daß er sie nach seinem Sinn und nicht nach dem Sinn der ordentlichen Weltordnung lenkt.
[ 14 ] Ich habe versucht, einmal heute von dieser Seite her Ihnen zu charakterisieren, wie es mit dem Drinnensein in der geistigen Welt ist. Ich möchte gleichsam noch ein anderes Faktum in einer ähnlichen Weise charakterisieren. Aus der Sphäre der Träume kann man eine Art der Träume herausheben, die eigentlich auch jeder kennt, denn einen Traum, der so geartet ist wie die jetzt zu beschreibenden, wird jeder schon gehabt haben. Es ist jene Art von Träumen, wo wir im Traume uns in einer gewissen Weise selbst gegenüberstehen. Die gewöhnlichen Träume verfließen ja so, daß das eintritt, was ich vorhin charakterisiert habe, daß sich das Traumgewebe vor uns abrollt und wir kein deutliches Ich-Bewußtsein dabei haben, sondern erst nachher das Traumgewebe überdenken mit unserem Ich-Bewußtsein. Wer genau die Verhältnisse prüft, wird finden, daß es so ist. Aber es treten auch Träume auf, wo wir uns gleichsam selber objektiv gegenübertreten. Nicht nur daß wir uns, wie es auch vorkommt, selber wirklich sehen, denn das kann auch eintreten, sondern es kann auch etwas anderes eintreten. Bekannt ist Ja der Traum, wie der Schuljunge träumt, daß er in der Schule sitzt, wie eine Rechenaufgabe gegeben wird, und wie er sie so gar nicht lösen kann. Da kommt ein anderer und löst sie spielend. Das träumt er wirklich. Nun werden Sie ja einsehen, daß er es selber war, der sich entgegengetreten ist und die Aufgabe löste. Man tritt sich also auch so gegenüber, erkennt sich aber nicht. Darauf kommt es aber nicht an. In einem solchen Falle spaltet sich gleichsam das Ich des Menschen. Es wäre ja ganz nett, wenn das auch in der physischen Welt so sein könnte, daß einem dann, wenn man irgend etwas nicht weiß, das andere Ich gegenübertritt, und man wüßte dann die betreffende Sache vorzüglich. Aber im Traume tritt es auf. Da hat der Traum einen ganz anderen Charakter, als bei den zuerst charakterisierten. Man ist ja im Traume außerhalb seines physischen Leibes und Ätherleibes, ist in seinem Astralleib und Ich. Während die früher charakterisierten Träume darauf beruhen, daß man das Wesen des eigenen Ätherleibes gelüfter bekommt, beruhen die Träume, in denen man sich selbst gegenübertritt, darauf, daß der eigene Astralleib, den man mitgenommen hat, ein Stück von sich zeigt, daß er einem durch dieses Stück entgegentritt. Es ist ein Stück Selbstwahrnehmung außerhalb des physischen Leibes. Während man im gewöhnlichen Leben den Astralleib nicht wahrnimmt, kann es im Schlafe durchaus eintreten, daß man ein Stück seines Astralleibes wahrnimmt, und im Astralleib sind gar manche Dinge drinnen, die durchaus nicht im gewöhnlichen Wachzustande von uns gewußt werden. Ich habe vorhin darauf aufmerksam gemacht — ich werde Ihnen jetzt etwas recht Sonderbares sagen müssen —, was im Ätherleibe enthalten ist. Es ist jedenfalls alles darinnen, was wir erlebt haben. Im Astralleibe ist aber sogar das darinnen, was wir nicht erlebt haben. Der Astralleib ist nämlich ein recht kompliziertes Gebilde. Er ist gewissermaßen aus den geistigen Welten hereinorganisiert und enthält nicht nur die Dinge, die wir schon jetzt in uns haben, sondern auch die, welche wir noch einmal lernen werden! Die sind schon veranlagt, sind schon in einer gewissen Weise in ihm darinnen. Dieser Astralleib ist viel gescheiter als wir. Deshalb kann er auch, wenn er uns im Traume etwas von sich offenbar werden läßt, uns selber in einer Form uns entgegentreten lassen, in der wir gescheiter sind, als wir durch das physische Leben geworden sind. Wenn Sie dies bedenken — ich möchte dies jetzt aber nur als eine Episode in die Ausführungen hineinflechten, die nicht zum Vortrag gehören soll —, so wird Ihnen das ein Licht werfen können darauf, wie es sich verhält mit den «klugen» Fähigkeiten der Tiere. Die Tiere haben ja auch einen Astralleib, und es kann durch den Astralleib das hervortreten, was nicht hervortritt beim gewöhnlichen Leben der Tiere. Da können tatsächlich viele Dinge hervortreten, die durchaus überraschen können. Denn dieser Astralleib enthält zum Beispiel Sie mögen es glauben oder nicht — die ganze Mathematik, nicht nur die jetzt bekannte, sondern auch alles in der Mathematik, was noch einmal entdeckt werden wird. Wollte man allerdings die ganze Mathematik daraus herauslesen, bewußt herauslesen, so müßte man es tätig tun, müßte sich erst die entsprechend erstarkten Fähigkeiten dazu aneignen; aber enthalten ist wirklich alles darin. Also es ist die Offenbarung wie aus einem Stücke unseres Astralleibes heraus, wenn wir uns selbst gegenübertreten. Und auf diesen Offenbarungen des Astralleibes beruht wirklich auch vieles, was wie innere Eingebungen über uns kommt. Geradeso wie ein gewisses Halluzinieren unter solchen Umständen entsteht, wie ich es vorhin charakterisiert habe, so kann auch durch besondere Verhältnisse unserer Organisation das in uns sprechend werden, was gescheiter ist als wir selber. Dann können wir innere Eingebungen haben, dann kann etwas in uns auftreten, was nicht auftreten würde, wenn wir bloß unsere gewöhnliche Urteilskraft anwenden würden im gewöhnlichen physischen Leibe. Aber es ist gefährlich, solche Dinge auftreten zu lassen, sich solchen Dingen hinzugeben. Es ist gefährlich aus dem Grunde, weil solche Dinge kommen und wir sie nicht bewältigen können, solange wir ihnen nicht urteilend beikommen. Und da wir sie nicht bewältigen können, hat Luzifer einen so leichten Zugang zu allen diesen Dingen, und wir können es nicht wehren, daß er sie nach seinem Sinn und nicht nach dem Sinn der ordentlichen Weltordnung lenkt.
[ 15 ] Wenn also der Mensch seine inneren Kräfte erstarkt, dann lernt er auch so innerlich zu leben, daß er im astralischen Leibe hellsichtig wird. Aber Sie werden jetzt aus dem, was ich gesagt habe — ich habe darum den Traum herangezogen —, ersehen, daß es zu diesem Hellsichtigwerden im astralischen Leibe notwendig ist, daß man gewissermaßen immer eine deutliche Vorstellung hat von dem Sich-Gegenüberstellen der eigenen Wesenheit. So wie man im physischen Leben nicht gesund lebt, wenn man nicht voll bei seinem Bewußtsein ist, so lebt man gegenüber der Welt, die höher ist als die physische Welt, seelisch nicht gesund, wenn man sich nicht immer sieht. In der physischen Welt ist man selber, in der höheren geistigen Welt ist man so zu sich, wie man in der physischen Welt zu einem Gedanken ist, der ein vergangenes Erlebnis darstellt. Einen solchen Gedanken, der ein vergangenes Erlebnis darstellt, schaut man innerlich an. Man verhält sich zu ihm wie zu einer Erinnerung. Wie man in der Sinneswelt sich zu einem Gedanken verhält, so weiß man in der geistigen Welt, daß man auf sich hinschaut, sich anschaut. Man muß immer sich dabei haben bei den Dingen, die man in der geistigen Welt erlebt. Und das ist im Grunde genommen die eine einzige Vorstellung, die sich in den Dingen hineinstellt — über die man zunächst nicht die Macht hat, von der ich vorhin gesprochen habe — und die auch für die geistige Welt gilt, so daß man die Dinge meistert, daß man die waltende Macht ist. Wie der Schwerpunkt, um den sich alles gruppiert, ist die eigene Wesenheit. Wie man in der geistigen Welt hantiert, das merkt man an der eigenen Wesenheit. Man merkt: So ist man in der geistigen Welt. — Nehmen wir an, man ist in der geistigen Welt darinnen und man nimmt etwas Unrichtiges wahr, das heißt, man hantiert durch die okkulte Schrift unrichtig. Ja, wenn man durch die okkulte Schrift unrichtig hantiert und sich als den Schwerpunkt wahrnimmt, um den sich alles herumgruppiert, dann erlebt man an seiner eigenen Wesenheit: So schaust du aus, denn du hast etwas unrichtig gemacht; jetzt mußt du das verbessern! — Man merkt an der Art und Weise, wie man wird, was man gemacht hat. Wenn ich es vergleichsweise darstellen will, so möchte ich sagen: Sie seien hier in der physischen Welt, aber Sie seien nicht in sich, sondern um sich herum, und Sie sagen zu jemandem: Jetzt ist es halb zwölf — aber das ist nicht wahr. Und in dem Augenblick schauen Sie sich an, wie Sie sich die Zunge entgegenstrecken und sagen jetzt: Das bist du ja nicht! — Und nun fangen Sie an, an sich auszubessern, bis es richtig ist, und bis Sie sagen: Es ist zwanzig Minuten nach neun! — Dann geht die Zunge wieder zurück. So schauen Sie sich an, ob Sie sich richtig in der geistigen Welt verhalten.
[ 15 ] Wenn also der Mensch seine inneren Kräfte erstarkt, dann lernt er auch so innerlich zu leben, daß er im astralischen Leibe hellsichtig wird. Aber Sie werden jetzt aus dem, was ich gesagt habe — ich habe darum den Traum herangezogen —, ersehen, daß es zu diesem Hellsichtigwerden im astralischen Leibe notwendig ist, daß man gewissermaßen immer eine deutliche Vorstellung hat von dem Sich-Gegenüberstellen der eigenen Wesenheit. So wie man im physischen Leben nicht gesund lebt, wenn man nicht voll bei seinem Bewußtsein ist, so lebt man gegenüber der Welt, die höher ist als die physische Welt, seelisch nicht gesund, wenn man sich nicht immer sieht. In der physischen Welt ist man selber, in der höheren geistigen Welt ist man so zu sich, wie man in der physischen Welt zu einem Gedanken ist, der ein vergangenes Erlebnis darstellt. Einen solchen Gedanken, der ein vergangenes Erlebnis darstellt, schaut man innerlich an. Man verhält sich zu ihm wie zu einer Erinnerung. Wie man in der Sinneswelt sich zu einem Gedanken verhält, so weiß man in der geistigen Welt, daß man auf sich hinschaut, sich anschaut. Man muß immer sich dabei haben bei den Dingen, die man in der geistigen Welt erlebt. Und das ist im Grunde genommen die eine einzige Vorstellung, die sich in den Dingen hineinstellt — über die man zunächst nicht die Macht hat, von der ich vorhin gesprochen habe — und die auch für die geistige Welt gilt, so daß man die Dinge meistert, daß man die waltende Macht ist. Wie der Schwerpunkt, um den sich alles gruppiert, ist die eigene Wesenheit. Wie man in der geistigen Welt hantiert, das merkt man an der eigenen Wesenheit. Man merkt: So ist man in der geistigen Welt. — Nehmen wir an, man ist in der geistigen Welt darinnen und man nimmt etwas Unrichtiges wahr, das heißt, man hantiert durch die okkulte Schrift unrichtig. Ja, wenn man durch die okkulte Schrift unrichtig hantiert und sich als den Schwerpunkt wahrnimmt, um den sich alles herumgruppiert, dann erlebt man an seiner eigenen Wesenheit: So schaust du aus, denn du hast etwas unrichtig gemacht; jetzt mußt du das verbessern! — Man merkt an der Art und Weise, wie man wird, was man gemacht hat. Wenn ich es vergleichsweise darstellen will, so möchte ich sagen: Sie seien hier in der physischen Welt, aber Sie seien nicht in sich, sondern um sich herum, und Sie sagen zu jemandem: Jetzt ist es halb zwölf — aber das ist nicht wahr. Und in dem Augenblick schauen Sie sich an, wie Sie sich die Zunge entgegenstrecken und sagen jetzt: Das bist du ja nicht! — Und nun fangen Sie an, an sich auszubessern, bis es richtig ist, und bis Sie sagen: Es ist zwanzig Minuten nach neun! — Dann geht die Zunge wieder zurück. So schauen Sie sich an, ob Sie sich richtig in der geistigen Welt verhalten.
[ 16 ] Das sind die Dinge, die vielleicht sich durch solche grotesken Bilder charakterisieren lassen, von denen aber jeder fühlen wird, sie sind viel ernster gemeint, als alles gemeint sein kann, was für die physische Welt gesprochen werden kann. Das ist es ja gerade, daß wir uns mit der Denkkraft, die wir schon für die physische Welt haben, zunächst ein Verständnis für die übersinnlichen Welten aneignen. Dadurch reißen wir das Denken los, das sonst wirklich am Gängelbande der physischen Welt verläuft. In früheren Zeiten hatten die Menschen ein atavistisches, elementares Hellsehen. Da waren sie imstande, Imaginationen und so weiter, auch Inspirationen zu haben. Daß sie sich aber heute Begriffe bilden über die physische Welt, ist gegenüber dem früheren ein vollkommenerer Zustand der Menschen. In der Zeit, als die Menschen ein atavistisches Hellsehen gehabt haben, haben sie eben nicht ordentlich denken können. Und damit ordentliches Denken hat entstehen können, mußte eben die Kraft, die früher zum Hellsehen nötig war, zum Denken verwendet werden. Und wenn heute ein Mensch in gewissen Partien des Lebens hellseherische Kräfte entfaltet, die nicht so entwickelt worden sind, wie sie die Geisteswissenschaft beschreibt, so heißt das: Er hat sie als Erbschaft von früheren Zeiten, weil er als Hellseher für die Partien des Lebens, wo das Hellsehen vorhanden ist, eben noch nicht angekommen ist an das reife Urteil. Immer mehr und mehr gehen wir aber den Zeiten entgegen, in welchen zuerst das reife Urteil vorhanden sein muß, und sich dann erst aus dem reifen Urteil heraus wieder das Hellsehen entwickeln muß. Wenn also heute jemand auftritt, der, ohne daß er ernste Übungen gemacht hat, ohne daß er, sagen wir, entsprechend in die Geisteswissenschaft eingedrungen ist — denn die Geisteswissenschaft kann selbst, wenn man richtig in sie eindringt, die beste Übung sein, um das alte Hellsehen herauszubringen —, wenn ein solcher gewisse psychische Fähigkeiten, ein gewisses Hellsehen oder anderes zeigt, so deutet das darauf hin, daß er nicht etwa in der Entwickelung voraus ist vor den anderen, sondern daß er zurückgeblieben ist. Man muß noch nicht den Standpunkt des hellen Denkens erreicht haben, wenn man heute atavistische Fähigkeiten in der Seele entwikkelt. Wenn also heute die Frage entsteht: Welche Seele steht gewissermaßen in der Entwickelung voran, diejenige, die nur gesund urteilt mit dem gewöhnlichen Verständnis — und mit diesem gewöhnlichen Verständnis kann sie auch, wenn sie kein Vorurteil hat, die Geisteswissenschaft verstehen —, die sich also zunächst aus dem Verständnis heraus eine Anschauung verschafft über geistige Welten und Sinne, oder ein Mensch, der allerlei Zeug hellsichtig aus sich herausbringt? — so ist diejenige Persönlichkeit die vorgeschrittene, die ein gesundes Urteil hat. Und am meisten geht man fehl, wenn man sich imponieren läßt durch solche atavistischen hellseherischen Fähigkeiten. Wenn man sich zu dem Glauben verleiten läßt, daß eine solche Persönlichkeit eine besonders entwickelte Seele vorstellt, so geht man immer fehl. Denn daß diese Seele solche Fähigkeiten zeigt, das bedeutet, daß sie besondere Dinge noch nicht durchgemacht hat, die während der Zeit des Hellsehens durchgemacht werden mußten. Deshalb holt sie es heute nach. Das Groteskeste ist, wenn innerhalb der geisteswissenschaftlichen Strömung der Glaube auftritt, daß jemand, der ein gewisses Hellsehen hat, ohne in die Geisteswissenschaft eingedrungen zu sein, früher etwas Bedeutenderes gewesen sein muß. Er ist sicher etwas Unbedeutenderes als der, welcher ein gesundes Urteil über die Dinge hat.
[ 16 ] Das sind die Dinge, die vielleicht sich durch solche grotesken Bilder charakterisieren lassen, von denen aber jeder fühlen wird, sie sind viel ernster gemeint, als alles gemeint sein kann, was für die physische Welt gesprochen werden kann. Das ist es ja gerade, daß wir uns mit der Denkkraft, die wir schon für die physische Welt haben, zunächst ein Verständnis für die übersinnlichen Welten aneignen. Dadurch reißen wir das Denken los, das sonst wirklich am Gängelbande der physischen Welt verläuft. In früheren Zeiten hatten die Menschen ein atavistisches, elementares Hellsehen. Da waren sie imstande, Imaginationen und so weiter, auch Inspirationen zu haben. Daß sie sich aber heute Begriffe bilden über die physische Welt, ist gegenüber dem früheren ein vollkommenerer Zustand der Menschen. In der Zeit, als die Menschen ein atavistisches Hellsehen gehabt haben, haben sie eben nicht ordentlich denken können. Und damit ordentliches Denken hat entstehen können, mußte eben die Kraft, die früher zum Hellsehen nötig war, zum Denken verwendet werden. Und wenn heute ein Mensch in gewissen Partien des Lebens hellseherische Kräfte entfaltet, die nicht so entwickelt worden sind, wie sie die Geisteswissenschaft beschreibt, so heißt das: Er hat sie als Erbschaft von früheren Zeiten, weil er als Hellseher für die Partien des Lebens, wo das Hellsehen vorhanden ist, eben noch nicht angekommen ist an das reife Urteil. Immer mehr und mehr gehen wir aber den Zeiten entgegen, in welchen zuerst das reife Urteil vorhanden sein muß, und sich dann erst aus dem reifen Urteil heraus wieder das Hellsehen entwickeln muß. Wenn also heute jemand auftritt, der, ohne daß er ernste Übungen gemacht hat, ohne daß er, sagen wir, entsprechend in die Geisteswissenschaft eingedrungen ist — denn die Geisteswissenschaft kann selbst, wenn man richtig in sie eindringt, die beste Übung sein, um das alte Hellsehen herauszubringen —, wenn ein solcher gewisse psychische Fähigkeiten, ein gewisses Hellsehen oder anderes zeigt, so deutet das darauf hin, daß er nicht etwa in der Entwickelung voraus ist vor den anderen, sondern daß er zurückgeblieben ist. Man muß noch nicht den Standpunkt des hellen Denkens erreicht haben, wenn man heute atavistische Fähigkeiten in der Seele entwikkelt. Wenn also heute die Frage entsteht: Welche Seele steht gewissermaßen in der Entwickelung voran, diejenige, die nur gesund urteilt mit dem gewöhnlichen Verständnis — und mit diesem gewöhnlichen Verständnis kann sie auch, wenn sie kein Vorurteil hat, die Geisteswissenschaft verstehen —, die sich also zunächst aus dem Verständnis heraus eine Anschauung verschafft über geistige Welten und Sinne, oder ein Mensch, der allerlei Zeug hellsichtig aus sich herausbringt? — so ist diejenige Persönlichkeit die vorgeschrittene, die ein gesundes Urteil hat. Und am meisten geht man fehl, wenn man sich imponieren läßt durch solche atavistischen hellseherischen Fähigkeiten. Wenn man sich zu dem Glauben verleiten läßt, daß eine solche Persönlichkeit eine besonders entwickelte Seele vorstellt, so geht man immer fehl. Denn daß diese Seele solche Fähigkeiten zeigt, das bedeutet, daß sie besondere Dinge noch nicht durchgemacht hat, die während der Zeit des Hellsehens durchgemacht werden mußten. Deshalb holt sie es heute nach. Das Groteskeste ist, wenn innerhalb der geisteswissenschaftlichen Strömung der Glaube auftritt, daß jemand, der ein gewisses Hellsehen hat, ohne in die Geisteswissenschaft eingedrungen zu sein, früher etwas Bedeutenderes gewesen sein muß. Er ist sicher etwas Unbedeutenderes als der, welcher ein gesundes Urteil über die Dinge hat.
[ 17 ] Nun kommt sehr viel darauf an, daß unsere geisteswissenschaftliche Strömung gerade dahin wirkt, einen gewissen Kreis von Menschen zu haben, der diese Dinge durchschaut, sie wirklich richtig versteht, der also vor allen Dingen dem Urteil gewachsen ist: Es muß in der Gegenwart Geisteswissenschaft auftreten, denn man muß durch die Geisteswissenschaft durchgehen, man muß durch das Verständnis der Geisteswissenschaft durchgehen, um weiterzukommen.
[ 17 ] Nun kommt sehr viel darauf an, daß unsere geisteswissenschaftliche Strömung gerade dahin wirkt, einen gewissen Kreis von Menschen zu haben, der diese Dinge durchschaut, sie wirklich richtig versteht, der also vor allen Dingen dem Urteil gewachsen ist: Es muß in der Gegenwart Geisteswissenschaft auftreten, denn man muß durch die Geisteswissenschaft durchgehen, man muß durch das Verständnis der Geisteswissenschaft durchgehen, um weiterzukommen.
[ 18 ] Es ist außerordentlich wichtig, daß dies auftritt. Gewiß, es gibt Kinderkrankheiten auf allen Gebieten, auf den Gebieten des menschlichen Lebens und auch selbstverständlich innerhalb solcher Strömungen, die als geistige Strömungen in die Welt kommen. Und Kinderkrankheiten der Geisteswissenschaft sind nur zu leicht verständlich, weil es ja bei der Geisteswissenschaft selbstverständlich darauf hinauskommt, dem Menschen das zu verschaffen, was durch das hellsichtige Bewußtsein erlangt worden ist. Aber Sie sehen, wie das charakterisiert werden muß. Daß es an so charakterisiert werden muß, daß es gar nicht die menschliche Bequemlichkeit anspricht, so hellsichtig zu werden, wie es die gegenwärtige und zukünftige Menschheit fordert. Dazu gehört etwas ganz anderes, als nur die Dinge an sich herankommen zu lassen. Dazu gehört ein Dabeisein jeden Augenblick, ein Sich-in-der-Hand-Haben und ein Sich-beobachten-Können, sobald man in die geistige Welt hinaufkommt. Das ist es, was sich als Verständnis verbreiten muß. Bequemer ist es, so etwas an sich herankommen zu lassen, was wie ein Traum an den Menschen herankommt, was auf und ab flutet. Man möchte genau so die geistige Welt erleben, wie man die physisch-sinnliche Welt erlebt. Es ist das noch zurückgeblieben aus den alten Zeiten der menschlichen kulturellen Geistesentwickelung, weil man im alten Hellsehen eben die Dinge so erlebt hat, daß man sie eigentlich nicht «gewußt» hat, und daher könnte es wohl auch heute sein, daß man die geistige Welt so erleben möchte, daß man sie eigentlich nicht «weiß». Man unterschätzt das, was man durchsichtig klar weiß. Wenn man zum Beispiel rechnet, so rechnet man nach der Methode. Da ist man nicht selbst dabei. Wenn man addiert: fünf und sieben ist zwölf —, so ist man nicht so dabei, wie es hier gemeint ist, daß man sich hinstellen muß, überall dabei sein muß, um die Sache zu machen. Deshalb lieben die Menschen nicht, daß man eine Meinung über die Welt hat, die man selbst gemacht hat. Sobald man den Menschen nur irgend etwas aufzeigen kann, wobei man nicht dabei war, dann sind sie froh, ungeheuer froh! Wenn aber jemand kommt und zeigt: Er weiß von der geistigen Welt, weiß so davon, daß er dabei ist —, dann sagen die Leute: Oh, der weiß das! Das ist ein ganz bewußter Vorgang, das ist nicht objektiv. — Wenn aber jemand kommt, der eine Lichterscheinung hat und der keine Ahnung hat, wie er es hervorbringt, dann heißt es: Das ist objektiv, ganz objektiv! Da kann man daran glauben. — Aber das ist gerade der bedeutsamste Punkt in unserer Geisteswissenschaft, bei der geistigen Strömung, die der wahren Geisteswissenschaft entspricht, daß man versucht, sich klare Vorstellungen zu machen. Gerade weil die Geisteswissenschaft noch etwas Neues ist, aber natürlich die Sehnsucht nach der geistigen Welt und nach einem Wissen von der geistigen Welt jetzt in den Menschenseelen erwacht, deshalb versuchen die Menschen überall, wo noch etwas heraufkommt aus der alten Welt des Hellsehens und Hellfühlens, da anzuknüpfen, das zu sammeln, um dann zu glauben, man täte etwas ganz Besonderes, wenn man die alten Dinge konserviert. Aber darin besteht unsere Aufgabe: auf diesem Gebiete klar zu sehen! Uns muß klar sein, daß es nicht minderwertig ist, wenn jemand in bezug auf einen geistigen Heilungsprozeß einen vollständig bewußten Rat gibt. Aber das werden die Menschen weniger schätzen, als wenn jemand kommt, der die Geschichte «im Griff» hat, der sich ganz dunklen Gefühlen überläßt, der es gar nicht «weiß»; denn da hat man das dunkle, wonnige Gefühl: Das kommt aus etwas Unbekanntem heraus! — Und hört man denn nicht auf Schritt und Tritt, daß die Leute sagen: Was man begreifen kann, das interessiert uns ja nicht, das Unbegreifliche bringt uns einmal her! Das ist das Hohe, das Göttliche!
[ 18 ] Es ist außerordentlich wichtig, daß dies auftritt. Gewiß, es gibt Kinderkrankheiten auf allen Gebieten, auf den Gebieten des menschlichen Lebens und auch selbstverständlich innerhalb solcher Strömungen, die als geistige Strömungen in die Welt kommen. Und Kinderkrankheiten der Geisteswissenschaft sind nur zu leicht verständlich, weil es ja bei der Geisteswissenschaft selbstverständlich darauf hinauskommt, dem Menschen das zu verschaffen, was durch das hellsichtige Bewußtsein erlangt worden ist. Aber Sie sehen, wie das charakterisiert werden muß. Daß es an so charakterisiert werden muß, daß es gar nicht die menschliche Bequemlichkeit anspricht, so hellsichtig zu werden, wie es die gegenwärtige und zukünftige Menschheit fordert. Dazu gehört etwas ganz anderes, als nur die Dinge an sich herankommen zu lassen. Dazu gehört ein Dabeisein jeden Augenblick, ein Sich-in-der-Hand-Haben und ein Sich-beobachten-Können, sobald man in die geistige Welt hinaufkommt. Das ist es, was sich als Verständnis verbreiten muß. Bequemer ist es, so etwas an sich herankommen zu lassen, was wie ein Traum an den Menschen herankommt, was auf und ab flutet. Man möchte genau so die geistige Welt erleben, wie man die physisch-sinnliche Welt erlebt. Es ist das noch zurückgeblieben aus den alten Zeiten der menschlichen kulturellen Geistesentwickelung, weil man im alten Hellsehen eben die Dinge so erlebt hat, daß man sie eigentlich nicht «gewußt» hat, und daher könnte es wohl auch heute sein, daß man die geistige Welt so erleben möchte, daß man sie eigentlich nicht «weiß». Man unterschätzt das, was man durchsichtig klar weiß. Wenn man zum Beispiel rechnet, so rechnet man nach der Methode. Da ist man nicht selbst dabei. Wenn man addiert: fünf und sieben ist zwölf —, so ist man nicht so dabei, wie es hier gemeint ist, daß man sich hinstellen muß, überall dabei sein muß, um die Sache zu machen. Deshalb lieben die Menschen nicht, daß man eine Meinung über die Welt hat, die man selbst gemacht hat. Sobald man den Menschen nur irgend etwas aufzeigen kann, wobei man nicht dabei war, dann sind sie froh, ungeheuer froh! Wenn aber jemand kommt und zeigt: Er weiß von der geistigen Welt, weiß so davon, daß er dabei ist —, dann sagen die Leute: Oh, der weiß das! Das ist ein ganz bewußter Vorgang, das ist nicht objektiv. — Wenn aber jemand kommt, der eine Lichterscheinung hat und der keine Ahnung hat, wie er es hervorbringt, dann heißt es: Das ist objektiv, ganz objektiv! Da kann man daran glauben. — Aber das ist gerade der bedeutsamste Punkt in unserer Geisteswissenschaft, bei der geistigen Strömung, die der wahren Geisteswissenschaft entspricht, daß man versucht, sich klare Vorstellungen zu machen. Gerade weil die Geisteswissenschaft noch etwas Neues ist, aber natürlich die Sehnsucht nach der geistigen Welt und nach einem Wissen von der geistigen Welt jetzt in den Menschenseelen erwacht, deshalb versuchen die Menschen überall, wo noch etwas heraufkommt aus der alten Welt des Hellsehens und Hellfühlens, da anzuknüpfen, das zu sammeln, um dann zu glauben, man täte etwas ganz Besonderes, wenn man die alten Dinge konserviert. Aber darin besteht unsere Aufgabe: auf diesem Gebiete klar zu sehen! Uns muß klar sein, daß es nicht minderwertig ist, wenn jemand in bezug auf einen geistigen Heilungsprozeß einen vollständig bewußten Rat gibt. Aber das werden die Menschen weniger schätzen, als wenn jemand kommt, der die Geschichte «im Griff» hat, der sich ganz dunklen Gefühlen überläßt, der es gar nicht «weiß»; denn da hat man das dunkle, wonnige Gefühl: Das kommt aus etwas Unbekanntem heraus! — Und hört man denn nicht auf Schritt und Tritt, daß die Leute sagen: Was man begreifen kann, das interessiert uns ja nicht, das Unbegreifliche bringt uns einmal her! Das ist das Hohe, das Göttliche!
[ 19 ] Wirklich, es ist nötig, daß nicht nur die einzelnen Wahrheiten der Geisteswissenschaft nach und nach in unsere Seele einziehen, sondern daß wir uns einen klaren, sicheren Blick aneignen in bezug auf die Verhältnisse, die soeben berührt worden sind und die sich uns ergeben haben, indem ich versuchte, von der Charakteristik von Träumen ausgehend, zu zeigen, wie das wirkliche Hellsehen eine aktive Betätigung der Seele voraussetzt, die sich vergleichen läßt mit dem Schreiben. Um in diesen Dingen immer mehr und mehr Klarheit zu verbreiten, ist meine Schrift «Die Schwelle der geistigen Welt» abgefaßt. Wer sie versteht, wird den Grundnerv, das Hauptsächlichste, worauf es bei unserer Bewegung ankommt, verstehen. Deshalb muß immer wieder und wieder darauf hingewiesen werden — trotzdem es ja im Laufe der Jahre oft geschehen ist —, weil so viel darauf ankommt: Wer wirklich in die Geisteswissenschaft eindringen will, muß sich einen gesunden Blick für das wahrhaft Geisteswissenschaftliche aneignen. Dann werden wir allmählich zu einer Gesellschaft werden, die sich zur Aufgabe machen kann, wirklich heilsam zu wirken in bezug auf alles, was in das Gebiet des geistigen Lebens gehört.
[ 19 ] Wirklich, es ist nötig, daß nicht nur die einzelnen Wahrheiten der Geisteswissenschaft nach und nach in unsere Seele einziehen, sondern daß wir uns einen klaren, sicheren Blick aneignen in bezug auf die Verhältnisse, die soeben berührt worden sind und die sich uns ergeben haben, indem ich versuchte, von der Charakteristik von Träumen ausgehend, zu zeigen, wie das wirkliche Hellsehen eine aktive Betätigung der Seele voraussetzt, die sich vergleichen läßt mit dem Schreiben. Um in diesen Dingen immer mehr und mehr Klarheit zu verbreiten, ist meine Schrift «Die Schwelle der geistigen Welt» abgefaßt. Wer sie versteht, wird den Grundnerv, das Hauptsächlichste, worauf es bei unserer Bewegung ankommt, verstehen. Deshalb muß immer wieder und wieder darauf hingewiesen werden — trotzdem es ja im Laufe der Jahre oft geschehen ist —, weil so viel darauf ankommt: Wer wirklich in die Geisteswissenschaft eindringen will, muß sich einen gesunden Blick für das wahrhaft Geisteswissenschaftliche aneignen. Dann werden wir allmählich zu einer Gesellschaft werden, die sich zur Aufgabe machen kann, wirklich heilsam zu wirken in bezug auf alles, was in das Gebiet des geistigen Lebens gehört.
[ 20 ] Über das, was heute begonnen worden ist als eine Charakteristik über die Traumwelt aus den geistigen Welten, werden wir bei nächster Gelegenheit weitersprechen.
[ 20 ] Über das, was heute begonnen worden ist als eine Charakteristik über die Traumwelt aus den geistigen Welten, werden wir bei nächster Gelegenheit weitersprechen.
