Human Destinies and the Destinies of Nations
GA 157
1 September 1914, Berlin
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Human Destinies and the Destinies of Nations, tr. SOL
Erster Vortrag
First Lecture
[ 1 ] Meine lieben Freunde, mit tief bewegtem Herzen ist es, daß ich in diesen ernsten Stunden eine Weile unter Euch sein darf und mit Euch sprechen darf. Unser erster Gedanke sei aber gerichtet an diejenigen lieben Freunde, die so oftmals mit uns hier vereint waren, und die jetzt gerufen sind auf das Feld, wo in einer so eindringlichen Weise gekämpft wird um Menschenschicksale, um Völkerschicksale. Und daß wir dieser Freunde in treuer Liebe in dieser Stunde gedenken und unsere Gedanken ihnen senden, unsere Gedanken, denen Kraft innewohnen möge, auf daß sie sich stärken können auf dem Plan, wo sie jetzt stehen — zum Zeichen dafür erheben wir uns für einen Augenblick von unsern Sitzen!
[ 1 ] My dear friends, it is with a deeply moved heart that I am able to be among you for a while during these solemn hours and speak with you. But let our first thoughts be directed toward those dear friends who so often gathered here with us, and who are now called to the field where the fate of individuals and nations is being fought for in such a decisive manner. And that we may remember these friends with faithful love at this hour and send our thoughts to them—thoughts imbued with strength, so that they may be strengthened on the battlefield where they now stand—as a sign of this, let us rise from our seats for a moment!
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Spirits of your souls, watchful guardians,
May your wings bring
The pleading love of our souls
To the earthly people entrusted to your care,
So that, united with your power,
Our plea may shine with help
Upon the souls it lovingly seeks.
[ 2 ] Und zurufen wollen wir unsern Freunden, daß der Christus, von dem so oft hier gesprochen worden ist, sie stärkend, über sie waltend auf dem Felde, wo jetzt Geschicke der Menschen und Geschicke der Völker sich entscheiden, bei ihnen sei!
[ 2 ] And let us call out to our friends that Christ, of whom we have spoken so often here, may be with them, strengthening them and reigning over them on the battlefield where the fates of individuals and nations are now being decided!
[ 3 ] Meine lieben Freunde, Ihr wißt, daß eine ursprüngliche Absicht bestand, den Bau, den wir als eine Warte für das geistige Leben der neueren Zeit errichten wollen, wie es unseren Seelen vorschwebt, im August dieses Jahres fertig zu haben. Das Karma hat es anders gewollt. Und wir mußten uns, gelassen selbstverständlich, in dieses Karma fügen. Wir dachten eine Weile, daß es gerade in dieser Zeit sein könnte, daß in diesem Bau Worte gesprochen werden dürften von jener Siegeszuversicht des geistigen Lebens, von der wir uns durch unsere Geisteswissenschaft immer mehr und mehr überzeugen konnten. Nun steht oder stand in dieser Zeit unser Bau in Dornach bei Basel nicht fertig da. Aber seine Umhüllung steht da. Die Säulen, die seine, die geistigen Himmelswelten repräsentierenden Kuppeln tragen sollten, sind an ihren Orten und sind verbunden mit diesen Symbolen des Himmelsdaches. Die Vollendung wartet noch auf sich. Im Juli war es, wo ich in einem bestimmten Stadium unseres Baues ahnen konnte, daß das eintreten werde, um was ich mich bemüht habe: daß dieser Bau auch sein sollte eine Probe dafür, daß man durch Form und Zusammenstellung ein wirklich gutes Hören, einen wirklich akustischen Raum erreichen könne. Hoffen, sage ich, durfte man das. Denn von den Stellen aus, wo ich durch Worte prüfen konnte, wie die ganze Umschalung den Ton behandelt, da klang es so, daß man hoffen kann, daß die Absicht erreicht werden wird, daß es auch an den richtigen Stellen richtig tönen werde. Daß die Worte, die unserer Gesinnung geweiht sind, also in diesem Raume tönen mögen, das ist unsere Hoffnung.
[ 3 ] My dear friends, you know that our original intention was to have the building—which we wish to erect as a beacon for the spiritual life of the modern age, as our souls envision it—completed by August of this year. Karma has willed it otherwise. And we had to submit to this karma, calmly, of course. For a while we thought that it might be precisely at this time that words might be spoken in this building about that confidence in the victory of spiritual life, of which we have become increasingly convinced through our Spiritual Science. Now, at this time, our building in Dornach near Basel is not—or was not—yet complete. But its outer shell stands there. The columns that were to support its domes, representing the spiritual heavenly worlds, are in their places and are connected to these symbols of the heavenly vault. Completion is still pending. It was in July, at a certain stage of our building, that I could sense that what I had been striving for would come to pass: that this building, too, would serve as proof that through form and composition, one can achieve truly good acoustics, a truly acoustic space. One was allowed, I say, to hope for that. For from the spots where I could test through words how the entire enclosure treats the sound, it sounded such that one can hope that the intention will be achieved, that it will also sound right in the right places. That the words dedicated to our spirit may thus resound in this space—that is our hope.
[ 4 ] Die ersten Töne, die unsere in Dornach arbeitenden Freunde hörten, waren der Widerklang des Feuers, das in unserer unmittelbaren Nähe stattfand, das heraustönte aus den ersten Unternehmungen der ernsten Ereignisse, innerhalb deren wir jetzt leben. Denn unser Bau sieht hinunter auf dasjenige Feld im Oberelsaß, an dessen nach der Schweiz hin gerichteten angrenzenden Gefildungen er steht. Und es waren nicht nur die Signale der ernsten Ereignisse unserer Zeit zu hören, sondern zu sehen war auch von den verschiedenen Punkten unseres Baues aus das Feuer der Kanonen im Oberelsaß. Was dort geschah, das sprach zuerst als Echo in unseren Gegenden. In uns lebte, wenn wir uns inmitten der Arbeit zu unseren Besprechungen trafen, der Gedanke, daß aus den ernsten Ereignissen, innerhalb welcher wir leben, der Menschheit erstehen möge ein Friedensboden, auf dem erblühen kann Heil und Segen der Entwickelung der Menschheit.
[ 4 ] The first sounds our friends working in Dornach heard were the echoes of the fire raging in our immediate vicinity, the rumblings of the initial upheavals of the grave events in which we now find ourselves. For our building overlooks that field in Upper Alsace, on whose borderlands facing Switzerland it stands. And it was not only the signals of the grave events of our time that could be heard; the fire of the cannons in Upper Alsace could also be seen from various points of our building. What happened there first spoke to us as an echo in our regions. As we met for our discussions in the midst of our work, the thought lived within us that from the grave events in which we live, a foundation of peace might arise for humanity, upon which the healing and blessings of human development might flourish.
[ 5 ] Wie bricht, zuweilen zu dem einzelnen symbolisch sprechend, ein solches Ereignis herein, wie wir es jetzt erleben! Vielleicht ist in den Händen einiger von Euch, meine lieben Freunde, der erste Band meines Buches «Die Rätsel der Philosophie», in dem ich darstellen wollte den Entwickelungsgang der Menschheit im Suchen nach den großen Weltenrätseln, in dem ich darstellen wollte den Zug des Gedankens durch Menschen- und Völkerherzen. Der zweite Band ist, wie Ihr wißt, noch nicht erschienen; aber er ist im Drucke fertig bis in den dreizehnten Bogen hinein. Dieser dreizehnte Bogen behandelt auf den letzten Seiten, die noch gedruckt sind, die Philosophie Boutroux’ und Bergsons und geht dann über zu Preuß, um als Letztes, was noch gedruckt worden ist, bevor das große Ereignis begonnen hat, zu behandeln den — nach meinem Empfinden dasjenige, was der Philosoph Bergson will, unendlich tiefer ergreifenden — in der deutschen philosophisch-naturwissenschaftlichen Entwickelung stehenden Einsiedler Preuß. Mit wuchtiger Kraft findet man bei dieser Denkerpersönlichkeit Preuß dasjenige, was ein naturwissenschaftlich Denkender über das Geistesleben sagen konnte. So schloß sich zusammen in diesem dreizehnten Bogen dasjenige, was Gedanken behandeln sollte, die im Westen Europas und solche, die im Herzen Europas ersprossen sind. Mitten im Satze schließt mein Druck ab, gleichsam symbolisch spaltend das Geistesleben derjenigen Menschen, zwischen denen jetzt auf dem physischen Plan der schwere Kampf entbrannt ist, der uns so viel bewegt. Und in den ersten Augusttagen mußte ich oft die weißen Seiten des unbedruckt gebliebenen Bogens mir anschauen, denn auch das wirkte wie ein merkwürdiges Symbolum auf mein Gemüt.
[ 5 ] How such an event as the one we are now experiencing can sometimes break in, speaking symbolically to the individual! Perhaps some of you, my dear friends, hold in your hands the first volume of my book *The Riddles of Philosophy*, in which I sought to depict the course of humanity’s development in its search for the great mysteries of the world, in which I sought to depict the flow of thought through the hearts of individuals and peoples. The second volume, as you know, has not yet been published; but it is ready in print up to the thirteenth sheet. This thirteenth section deals, in the final pages that have been printed, with the philosophy of Boutroux and Bergson, and then moves on to Preuß, to address—as the last thing that was printed before the great event began—the aspect of German philosophical and scientific development that, in my view, is infinitely more profoundly moving than what the philosopher Bergson intends — in the German philosophical and scientific development. In this intellectual figure, Preuß, one finds with tremendous force what a scientist could say about spiritual life. Thus, in this thirteenth issue, there was a convergence of thoughts intended to address those that arose in Western Europe and those that sprang from the heart of Europe. My typesetting ends in the middle of a sentence, as if symbolically dividing the spiritual life of those people between whom a fierce struggle has now broken out on the physical plane—a struggle that moves us so deeply. And in the first days of August, I often found myself gazing at the blank pages of the sheet that remained unprinted, for that, too, acted as a strange symbol upon my soul.
[ 6 ] Meine leben Freunde, wir stehen nicht in einer Zeit, in der untergeordnete Ereignisse des Menschenlebens entschieden werden. So schnell auch diese Ereignisse hereingebrochen sind: tief eingreifend sind sie und aus einer Notwendigkeit hervorgegangen, die gleich derjenigen ist, mit der sich einmal Europens Geschicke in den Zeiten der Völkerwanderung aus harten, schweren Kämpfen heraus entwickelt haben. Was in diesen Zeiten bei dem Bekenner der Geisteswissenschaft sein muß, das ist die Zuversicht in den Sieg und in die Sieghaftigkeit des geistigen Lebens und die Festigkeit in dem Glauben, daß die weltenlenkenden Geister die Dinge so entscheiden werden, wie es zum Heile der Menschheit notwendig ist.
[ 6 ] My dear friends, we are not living in a time when minor events in human life are being decided. However suddenly these events may have broken upon us, they are profoundly far-reaching and have arisen from a necessity equal to that which once shaped the destiny of Europe during the Migration Period through hard and arduous struggles. What is required of the adherent of Spiritual Science in these times is confidence in the victory and the victorious nature of spiritual life, and steadfastness in the belief that the world-guiding spirits will decide matters as is necessary for the salvation of humanity.
[ 7 ] Derjenige, der heute einen Trost braucht dafür, daß durch die Geisteswissenschaft eng befreundete Menschen im Feuer einander gegenüberstehen, der versuche sich diesen Trost zu holen aus den Worten, die uns klingen aus der Bhagavad Gita. Sie weisen uns in alte Zeiten der Menschheitsentwickelung, dahin, wo aus einem ursprünglichen primitiven Leben der Menschheit ein späteres Leben hervorgetreten ist, in welchem nach den geistigen Gesetzen, die wir ja kennen, vereint waren solche, die früher als Brüder mit Brüdern, Schwestern mit Schwestern gelebt haben. Der Übergang war geschehen zu einem andern Leben der Menschheit, zu einer Verbreiterung der Menschheit, so daß innerhalb jener Neuordnung der Menschheit kämpfend sich gegenüberstanden diejenigen, die sich Brüder wußten. Aber der Geist, der durch die Menschheitsentwickelung geht, findet die rechten Worte, um Zuversicht und Glauben und Sicherheit in die Seelen zu gießen, die sich also gegenüberstehen.
[ 7 ] Anyone who today needs comfort in the fact that people who were once close friends through Spiritual Science now stand opposed to one another in the fire should seek that comfort in the words that come to us from the Bhagavad Gita. They point us back to ancient times in human development, to a period when a later form of human life emerged from a primal, primitive state, in which—according to the spiritual laws we know—those who had previously lived as brothers with brothers and sisters with sisters were united. The transition had taken place to a different phase of human life, to an expansion of humanity, so that within that new order of humanity, those who knew themselves to be brothers stood facing one another in conflict. But the Spirit that runs through the development of humanity finds the right words to pour confidence, faith, and security into the souls that thus stand facing one another.
[ 8 ] Wiederum erleben wir heute Zeiten, in denen sich aus verschiedensten Gegenden der Erde durch jene Geistesströmung, die wir die unsrige nennen, Menschen zusammengefunden haben, die durch ihre Empfindungen, durch das, was sie aus der Seele Tiefen heraus tief verbindet, sich Brüder, sich Schwestern nennen. Und wiederum müssen sie einander gegenüberstehen. Das Menschheitskarma will es so. Aber, meine lieben Freunde, die Gewißheit müssen wir gewonnen haben durch das, was wir von unserer geistigen Strömung in unsere Herzen und in unsere Seelen aufgenommen haben, daß der Geist, der durch die Menschheitsentwickelung wallt, uns in diesen Sturmeszeiten kräftige und mit Zuversicht erfülle, so daß wir den Glauben in uns tragen können, daß im Weltenkarma das Rechte geschehen werde, daß gekämpft werden muß, daß Blut über Blut fließen muß, damit erreicht werden könne, was der Welten-Schicksalslenker mit der Erdenmenschheit erreichen will. Auch ein Opferblut wird dieses sein, ein heiliges Opferblut! Und diejenigen unserer Lieben, die dieses Opferblut vergießen werden, sie werden in den geistigen Reichen starke Helfer der Menschheit werden nach den schönsten, nach den hehrsten Zielen. Denn auf viele Arten sprechen die Weltengeister zu uns Menschen. Sie sprechen zu uns auf die Art, wie wir es gewohnt sind innerhalb unserer Kreise durch die Worte, die entnommen sind unserer geistigen Forschung und unserer geistigen Gesinnung. Sie sprechen aber auch zu uns durch die ernsten Zeichen des Kriegesdonners. Und so sehr es mancher Seele naheliegen möchte, mit Bedauern darauf hinzublikken, daß auch diese Sprache in der Weltenlenkung der Menschheit geführt werden muß — geistergriffene Seelen müssen bedenken können, daß solche Sprache im Weltenkarma notwendig ist. Es ist die Sprache, deren richtigen Sinn zu verstehen für den einzelnen Fall erst den folgenden Zeiten auferlegt ist, die auf dasjenige zurückblikken können, was ihnen dadurch geworden ist, daß ihre Vorfahren ihren Leib zum Opfer gebracht haben, um aus diesem Opfer des Kriegsfeldes heraus die verklärte Seele zum Heile der Menschheit in die geistigen Sphären hinaufzuschwingen. Und mit diesem Funken geistiger Ergriffenheit im Herzen können wir uns gestärkt hineinstellen in alle die Sorgen, in alle die tiefen Bekümmernisse und Betrübnisse, aber auch in alle die Hoffnungen und in alle die Zuversichten, welche Ereignisse solch ernster Art, wie die gegenwärtigen, vor unsern äußeren Augen darstellen und offenbaren.
[ 8 ] Once again, we are living in times when people from all corners of the earth have come together through that spiritual current we call our own; people who, through their feelings and through what deeply connects them from the depths of their souls, call one another brothers and sisters. And once again, they must face one another. Humanity’s karma wills it so. But, my dear friends, we must have gained the certainty through what we have taken into our hearts and souls from our spiritual current, that the Spirit surging through human evolution will strengthen us and fill us with confidence in these stormy times, so that we may carry within us the faith that in the karma of the world the right thing will happen, that a struggle must take place, that blood must flow upon blood, so that what the Ruler of World Destiny intends to achieve with the human race on Earth may be attained. This, too, will be a blood of sacrifice, a holy blood of sacrifice! And those of our loved ones who will shed this sacrificial blood will become powerful helpers of humanity in the spiritual realms, working toward the most beautiful, the most noble goals. For the world spirits speak to us humans in many ways. They speak to us in the manner to which we are accustomed within our circles, through words drawn from our spiritual research and our spiritual outlook. But they also speak to us through the solemn signs of the thunder of war. And as much as it might be natural for some souls to look upon this with regret, realizing that even this language must be employed in the world’s guidance of humanity—souls touched by the spirit must be able to consider that such language is necessary in world karma. It is a language whose true meaning can only be understood in each individual case by future generations, who will be able to look back upon what has come to pass through the fact that their ancestors sacrificed their bodies, so that from this sacrifice on the battlefield the transfigured soul might soar up into the spiritual spheres for the salvation of humanity. And with this spark of spiritual emotion in our hearts, we can face with renewed strength all the worries, all the deep sorrows and griefs, but also all the hopes and all the confidence that events of such a serious nature as the present ones present and reveal before our physical eyes.
[ 9 ] Meine lieben Freunde, am 26. Juli konnte ich in Dornach zu unseren dort versammelten Freunden, anschließend an einen Vortrag, der die Angelegenheiten unseres Baues betraf, die Worte sprechen, die hinwiesen auf die ernsten Zeiten, die uns bevorstehen. Unter den Zuhörern dieses 26. Juli waren auch diejenigen unserer damals dort befindlichen Freunde, die jetzt schon draußen stehen auf dem Felde der ernsten, der ernstesten Ereignisse. Damals durfte ich neben unserem Bau in Dornach, der eine Geisteswarte werden soll, unseren Freunden die Worte ins Herz rufen: Möge dasjenige, was wir uns durch unsere geistige Strömung und durch unsere geistige Gesinnung angeeignet haben, in jedem einzelnen von uns dahin wirken, daß er die Möglichkeit finde in dem, was jetzt kommen werde, kraftvoll, zuversichtlich an dem Orte in der Welt zu stehen, auf den ihn das Schicksal hinstellt.
[ 9 ] My dear friends, on July 26, following a lecture in Dornach concerning the affairs of our building, I was able to address our friends gathered there with words that pointed to the serious times that lie ahead. Among the listeners on that July 26 were also those of our friends who were there at the time and who are now already out in the midst of serious, indeed the most serious, events. On that occasion, next to our building in Dornach—which is to become a spiritual observatory—I was able to impress these words upon the hearts of our friends: May that which we have acquired through our spiritual current and our spiritual attitude work within each and every one of us so that, in what is now to come, we may find the strength to stand confidently in that place in the world where destiny has placed us.
[ 10 ] Es waren Beweisstücke dafür da, daß unsere geistige Bewegung Kraft zu geben vermag, rechte Kraft auch in solchen Zeiten, in denen wir jetzt leben, und in solchen ernsten Ereignissen, in denen wir jetzt stehen. Und vielleicht gehört es auch zu dem Schmieden dieser Kraft, daß diejenigen, an denen draußen die Kugeln vorbeipfeifen, die im Sturmesgebraus des Kriegsdonners leben müssen, daß diese wissen dürfen, wie wir in treuer Liebe, und in uns hegend alle die Gedanken, die ihnen stärkend helten wollen, ihrer gedenken, uns mit ihnen zusammengehörig fühlen. Wie stünde es um unsere Bewegung, wenn sie nicht geeignet wäre, Seelenkräfte aufrechtzuerhalten dort, wo diese Seelenkräfte starken Prüfungen der Welt ausgesetzt sind! Möge uns die Kraft, die wir selber gewonnen haben, dauernd fest zusammenhalten mit den lieben Freunden, die draußen stehen, und möge diese Kraft so stark sein, daß sie in der geistigen Welt etwas ist, daß der Geist, den wir in uns aufzunehmen versuchten, im Weltenwirken selber etwas sein könne; und möge die Liebe, die wir vereint wissen mit unserem geistigen Streben, sich insbesondere dort stark erweisen, wo unsere Freunde draußen in der physischen Welt ein heiliges Opfer zu bringen haben!
[ 10 ] There was evidence that our spiritual movement is capable of imparting strength—true strength—even in times such as these in which we now live, and in the grave circumstances in which we now find ourselves. And perhaps part of forging this strength is that those outside, with bullets whizzing past them, who must live amid the roar of war, may know that we remember them with faithful love, cherishing within ourselves all the thoughts meant to strengthen them, and feel a sense of belonging with them. What would become of our movement if it were not capable of sustaining the strength of the soul where that strength is subjected to the world’s severe trials! May the strength we have gained ourselves keep us firmly united with our dear friends who stand outside, and may this strength be so great that it becomes something in the spiritual world, so that the spirit we have sought to take into ourselves may itself become something in the workings of the world; and may the love that we know to be united with our spiritual striving prove particularly strong where our friends out there in the physical world have a sacred sacrifice to make!
[ 11 ] Meine lieben Freunde, vieles wird uns noch vor Augen treten im Gefolge desjenigen, was jetzt begonnen hat. Wir aber haben es oft ausgesprochen, das Wort von der kraftvollen Gelassenheit. Möge es sich an unseren Seelen jetzt erfüllen. Nicht sei es das Wort von jener bequemen Gelassenheit, die den Dingen zusieht in Gleichgültigkeit, sondern es sei das Wort von jener tatkräftigen Gelassenheit, die Mittel und Wege sucht, und durch treues geistiges Suchen auch findet — um am rechten Orte das Rechte zu tun. Oftmals mußte ich mich in diesem August fragen, ob es recht sei, unsere Freunde an unserem Bau in Dornach zurückzuhalten, und ob nicht mancher an einem anderen Platz in dieser Zeit Bedeutungsvolleres leisten könne. Doch es scheint, daß es gut ist, daß es zusammenhängt mit gewissen Kräften, die der Geist in unseren Zeiten braucht, daß dieser Bau nicht stillesteht. So wird denn treulich an ihm auch in diesen schweren Zeiten fortgearbeitet. So soll er denn lebendig erhalten werden in dem Gedanken, daß er ja gerade ein Wahrzeichen sein soll für das richtige Verständnis der großen Taten, die in unserer Zeit geschehen, ein Wahrzeichen für das Verständnis, daß bei allem, was in unserer Zeit geschieht, auch des Geistes Kraft sein müsse. Und den Glauben hegen wir, daß alle die Freunde, die bei ihrer Pflicht in Dornach ausharren, weil dieses ihr Karma zu sein scheint, auch in alledem, was sich an Wichtigem ergeben wird aus den gewaltig bewegenden Ereignissen, in denen wir stehen, ihre Stelle werden ausfüllen können, jeder an dem Platze, an den ihn das Karma hinstellt. Versuchen wir es, meine lieben Freunde, so wie es uns erscheint nach dem, was der Tag an unsere Seelen heranbringt, was der Tag uns beobachten läßt als unsere etwaige Pflicht in dieser Zeit, versuchen wir das alles zu tun; versuchen wir jede Pflicht zu tun, die wir ansehen müssen als eine Pflicht selbstloser Menschenliebe, als eine Pflicht der Opferwilligkeit in der Zeit, wo von den Menschen so viele Opfer verlangt werden müssen. Beteiligen wir uns an dem Opferdienst der Menschheitsentwickelung nach der Art, wie es unseren Kräften vom Karma zugeteilt erscheint, helfen wir überall, wo wir helfen können. Suchen wir die Möglichkeiten auf, wo uns gestattet ist zu helfen, und vergessen wir nicht, daß wir die Überzeugung in uns aufgenommen haben, daß der Geist ein wirksames Werkzeug im menschlichen Helfen, in der menschlichen dienenden Liebe hat.
[ 11 ] My dear friends, much will yet come to pass in the wake of what has now begun. But we have often spoken of the concept of powerful serenity. May it now be fulfilled in our souls. Let it not be the word of that complacent serenity that watches things unfold with indifference, but rather the word of that active serenity that seeks ways and means, and through faithful spiritual seeking also finds them—in order to do the right thing in the right place. Many times this August I had to ask myself whether it was right to keep our friends at our building site in Dornach, and whether some might not be able to accomplish something more significant elsewhere at this time. Yet it seems that it is good, that it is connected with certain forces the spirit needs in our times, that this building does not stand still. Thus, work on it continues faithfully even in these difficult times. Thus it shall be kept alive in the thought that it is meant to be a symbol of the right understanding of the great deeds taking place in our time, a symbol of the understanding that in all that happens in our time, the power of the Spirit must also be present. And we cherish the belief that all the friends who persevere in their duty in Dornach, because this seems to be their karma, will also be able to fulfill their role in all that will emerge of importance from the tremendously moving events in which we find ourselves, each in the place where karma places them. Let us try, my dear friends, as it appears to us according to what the day brings to our souls, what the day allows us to observe as our possible duty in this time—let us try to do all of this; let us try to fulfill every duty that we must regard as a duty of selfless love for humanity, as a duty of willingness to sacrifice in a time when so many sacrifices must be demanded of people. Let us participate in the service of sacrifice for the development of humanity in the manner in which it appears to be assigned to our powers by karma; let us help wherever we can. Let us seek out the opportunities where we are permitted to help, and let us not forget that we have taken into ourselves the conviction that the spirit possesses an effective tool in human aid, in human loving service.
[ 12 ] Als unsere Freunde in Dornach auch etwas zu verstehen verlangten von äußeren Hilfeleistungen, von ersten Verbänden, da wurde nicht nur in einer Reihe von Stunden Anleitung zu solchem Verbinden innerhalb unseres Baues zu geben versucht für den Fall, daß einstmals einen von uns sein Karma dazu rufen sollte, solche Kenntnis anzuwenden, sondern es lag mir am Herzen, unseren Freuden auch die Worte zu sagen, welche aus geistiger Anschauung heraus, in der helfenden liebenden Seele erfühlt, die werktätige geistige Liebe hinübertragen können aus der verbindenden Hand, aus dem helfenden Leibe — auf geistige Art — in denjenigen, dem geholfen werden soll. Wie in der menschlichen Organisation selber heilende Kräfte liegen, wie in dem Blute, das aus der Wunde fließt, zugleich dasjenige lebt, was heilend auf die Wunde wirkt, darauf wurde zuerst aufmerksam gemacht. Und dann wurde gesagt, daß es gut ist, das Herz beim Heilen gegenüber dem hilfebedürftgen Menschen zu erfüllen mit den Worten:
[ 12 ] When our friends in Dornach also asked for some guidance on providing external aid, on administering first aid, not only was an attempt made to provide instruction in such bandaging within our building over the course of several hours—in case karma should one day call upon one of us to apply such knowledge—but it was also close to my heart to also speak to our friends the words which, arising from spiritual insight and felt in the helping, loving soul, can convey active spiritual love—from the binding hand, from the helping body—in a spiritual way—to the one who is to be helped. First, attention was drawn to how healing powers lie within the human organism itself, and how in the blood that flows from the wound, that which acts healingly upon the wound is simultaneously alive. And then it was said that it is good, when healing, to fill one’s heart toward the person in need of help with the words:
Quelle Blut,
Im Quellen wirke,
Regsamer Muskel
Rege die Keime,
Liebende Pflege
Wärmenden Herzens,
Sei heilender Hauch.
Source of blood,
Work within the source,
Active muscle
Stimulate the seeds,
Loving care
From a warming heart,
Be a healing breath.
[ 13 ] Ich glaube zu wissen, daß die Seele, die sich mit solcher Gesinnung erfüllt, der Hand, die helfen will, eine helfende Kraft zu geben in der Lage ist. Und wie sollten wir nicht nach allem, was durch die Jahre durch unsere Seelen gezogen ist, davon überzeugt sein, daß die Erfüllung mit dem Christus-Geist in dieser Zeit uns die Fähigkeit erteilen wird, in rechter Art dort einzugreifen, wo es das Schicksal fordert, wo uns das Schicksal hinstellt. Wie oft können wir Gelegenheit erhalten, in dem, was uns die nächsten Zeiten bringen können, zu erproben, ob wir von dem Christus in der richtigen Weise durchdrungen sind, der von unseren eigenen Herzen hinüberwirkt in die Herzen der anderen Menschen, der den leidenden, den schmerzertragenden Menschen in eine Einheit mit uns selber verwebt. Wie oft wurde davon gesprochen, daß es zur Entwikkelung der Menschenseelen in die geistigen Welten hinein gehöre, das eigene Gefühl verbinden zu können mit dem Schmerz, der in dem andern lebt. Und gerade an den Stellen, wo die Ereignisse unserer Zeit Schmerz wirken werden, da wird oftmals des einen oder des andern Platz von uns sein; da werden wir erproben können, ob wir stark genug sind, um das rechte Gefühl mit dem Schmerz des andern zu verbinden, ob der Schmerz, der drüben in der anderen Seele lebt, unser Schmerz, unser gefühlter Schmerz sein kann.
[ 13 ] I believe I know that a soul filled with such a spirit is capable of giving a helping hand to those who wish to assist. And how could we not be convinced, after all that has passed through our souls over the years, that being filled with the Spirit of Christ in this time will grant us the ability to intervene in the right way wherever destiny demands it, wherever destiny places us. How often will we have the opportunity, in what the coming times may bring, to test whether we are imbued in the right way with the Christ, who works from our own hearts into the hearts of other people, who weaves the suffering, pain-bearing human being into a unity with ourselves. How often has it been said that part of the development of human souls into the spiritual worlds involves being able to connect one’s own feelings with the pain that lives within another. And precisely in those places where the events of our time will cause pain, there will often be a place for one or the other of us; there we will be able to test whether we are strong enough to connect the right feeling with the pain of the other, whether the pain that lives over there in the other soul can be our pain, our felt pain.
[ 14 ] Daß es so sein kann, daß die Menschheit allmählich dazu kommen kann, daß der Schmerz, der in dem andern lebt, uns nicht selber meidet, sondern in uns fortwebt, dazu ist Christi Blut auf Golgatha geflossen. Darum suchen wir auch die Gesinnung, die hiermit angedeutet ist, gerade in diesen Zeiten in unseren Seelen zu verstärken. Das kann geschehen mit Worten wie diesen, die man ganz wie zu sich selber spricht, möglichst oft in den Gedanken, die uns verbinden mit dem Ernst dieser Zeit, indem man in der ersten Zeile sich an den Mitmenschen wendet. Die Worte lauten:
[ 14 ] Christ’s blood was shed on Golgotha so that humanity might gradually come to a point where the pain that lives in others does not elude us, but continues to weave itself within us. That is why we seek to strengthen the spirit implied here in our souls, especially in these times. This can be done with words like these, spoken as if to oneself, as often as possible in the thoughts that connect us to the gravity of this time, by addressing our fellow human beings in the first line. The words are:
So lang du den Schmerz erfühlest,
Der mich meidet,
Ist Christus unerkannt
Im Weltenwesen wirkend.
Denn schwach nur bleibet der Geist,
Wenn er allein im eignen Leibe
Des Leidesfühlens mächtig ist.
As long as you feel the pain,
Which shuns me,
Christ remains unrecognized
Working within the fabric of the world.
For the spirit remains weak,
When, alone within its own body,
It is powerful only in the feeling of suffering.
[ 15 ] Ja, meine lieben Freunde, jetzt sind die Zeiten, in denen eine jede Seele, die gelernt hat in die geistige Welt aufzuschauen, die bittenden Gedanken an die Geister richten muß, von denen sie sich geschützt glaubt, daß diese Geister helfen mögen, uns in der richtigen Weise in die Zeit hineinzuführen. Und empfinden werden wir das Rechte in unserem Herzen, die rechten Kräfte in unserer Seele, wenn wir uns zu dem Geiste wenden, der uns führen soll durch unsere Erdeninkarnationen hindurch zu unserm eigenen Rechten. Und wie können wir wissen, daß unsere Bitten sich an den rechten Geist wenden? Wir können es empfinden, wenn wir uns an diesen Geist so wenden, wie es im Sinne des wahren ChristusImpulses ist.
[ 15 ] Yes, my dear friends, now is the time when every soul that has learned to look up to the spiritual world must direct imploring thoughts to the spirits by whom it feels protected, that these spirits may help guide us in the right way into this era. And we will sense what is right in our hearts, the right forces in our souls, when we turn to the spirit who is to guide us through our earthly incarnations to our own rightful place. And how can we know that our pleas are directed to the right spirit? We can sense it when we turn to this spirit in a way that is in accordance with the true Christ impulse.
[ 16 ] Denn der Geist, der uns zum Rechten führt — dessen können wir sicher sein, meine lieben Freunde —, er ist mit dem Christus verbunden. Er hält Zwiesprache mit dem Christus. Er hält solche Zwiesprache mit dem Christus in der geistigen Welt, daß aus dem, wofür jetzt gekämpft wird, wofür jetzt Blut vergossen wird, das Rechte zum Heil der Menschheit geschehe. Im Geiste des Christus wenden wir uns an den Geist, von dem wir beschützt sein wollen. Dann wird es der richtige Geist sein.
[ 16 ] For the Spirit that guides us to what is right—of this we can be certain, my dear friends—is connected to Christ. It converses with Christ. He converses with Christ in the spiritual world in such a way that what is now being fought for, for which blood is now being shed, may bring about what is right for the salvation of humanity. In the spirit of Christ, we turn to the Spirit by whom we wish to be protected. Then it will be the right Spirit.
[ 17 ] Was das Wesen eines Geistes ist, das nennt man in der Sprache der Geisteswissenschaft das Alter eines Geistes. Darum kommt dieses Wort in der Formel vor, von der jetzt Euch Mitteilung geschehen soll. Das Wort Alter bedeutet darin etwa dasselbe wie das Wesen des Geistes. Denn danach, wie die Geister alt sind, haben wir sie Ja unterscheiden gelernt. Wir sprechen von luziferischen und ahrimanischen Geistern gerade in diesem Sinne, daß wir wissen: sie entwickeln in einem ihnen unrecht zukommenden Alter das, was im richtigen Zeitalter das der Welt Angemessene in der Entwickelung ist. Daher sprechen wir von dem Alter eines Geistes, wenn wir von seiner Wesenheit sprechen. Die Formel, die jetzt mitgeteilt werden soll, heißt:
[ 17 ] What constitutes the essence of a spirit is referred to in the language of Spiritual Science as the age of a spirit. That is why this word appears in the formula about which I am now to speak to you. In this context, the word “age” means roughly the same as the essence of the spirit. For we have indeed learned to distinguish spirits according to their age. We speak of Luciferic and Ahrimanic spirits precisely in this sense, knowing that they develop, in an age that is not their own, what is appropriate for the world’s development in the correct age. Therefore, we speak of the age of a spirit when we speak of its essence. The formula that is now to be communicated is:
Du, meines Erdenraumes Geist,
Enthülle deines Alters Licht
Der Christ-begabten Seele,
Daß strebend sie finden kann
Im Chor der Friedenssphären
Dich, tönend von Lob und Macht
Des Christ-ergebenen Menschensinns.
You, Spirit of my earthly realm,
Reveal the light of your age
To the soul gifted by Christ,
So that, striving, it may find
In the choir of the spheres of peace
You, resounding with praise and power
Of the human mind devoted to Christ.
[ 18 ] Ja, versuchen wir fruchtbar zu machen dasjenige, was sich in unsere Seelen pflanzen konnte im Laufe unseres geistigen Strebens, versuchen wir, dieses so fruchtbar zu machen, daß wir erhoffen können, unseren Prüfungen gewachsen zu sein. Versuchen wir den Glauben, daß Liebe die Seele unseres geistigen Strebens ist, zu erweisen in einer Zeit, in welcher Liebe, Liebe, Liebe notwendig ist!
[ 18 ] Yes, let us try to bring to fruition what has taken root in our souls in the course of our spiritual quest; let us try to make it so fruitful that we may hope to rise to the challenge of our trials. Let us try to demonstrate the belief that love is the soul of our spiritual quest at a time when love, love, love is necessary!
[ 19 ] Meine lieben Freunde, das war es, was mir am Herzen lag, zu Euren Seelen gerade am heutigen Abend zu sprechen. Möge die Liebe, an die wir so oftmals appelliert haben, in uns kräftig Wurzel fassen. Mögen wir die Möglichkeit finden, in ernsten Zeiten treu zusammenzuhalten selber und zusammenzuhalten mit allen heiligen Gütern der Menschheit. Dieses, meine lieben Freunde, mit meinen Empfindungen zu verbinden und immer wieder und wieder auch meine Gedanken mit den Eurigen zu vereinigen in den nächsten Zeiten, das verspreche ich Euch. Und möge uns beschieden sein nach dem Erleben der Symbole, von denen in den Eingangsworten des heutigen Abends gesprochen worden ist, nachdem in unserem Dornacher Bau widergehallt hat der Ton des Krieges, widergeschienen hat der Lichtschein des Krieges, möge uns beschieden sein, dafß gesprochen werden dürfe in kürzerer oder längerer Zeit in diesem Bau das Wort von der Zuversicht in den Sieg und die Sieghaftigkeit des Geistes, gesprochen werden dürfe in dem Bewußtsein, daß dieser Bau von seiner erhöhten Stelle aus herabschaut auf eine Menschheit, welche durch die schweren Prüfungen und durch die schweren Kämpfe dieser Zeiten sich ein Rechtes, ein Gutes, ein Schönes, ein Wahres innerhalb der Menschheitsentwickelung erkämpft hat. Mögen die Tage des Kampfes so verlaufen, daß in den künftigen Tagen des Friedens mit Befriedigung auf die Opfer zurückgeschaut werden darf, welche diese Zeiten gefordert haben.
[ 19 ] My dear friends, this is what was close to my heart: to speak to your souls this very evening. May the love to which we have so often appealed take deep root within us. May we find the way to stand faithfully together in times of trial—both among ourselves and in solidarity with all the sacred treasures of humanity. This, my dear friends, I promise you: to connect this with my own feelings and, time and again, to unite my thoughts with yours in the days to come. And may it be granted to us, after experiencing the symbols spoken of in the opening words of this evening, after the sound of war has echoed in our Dornach building and the light of war has shone forth, may it be granted to us that in the near or distant future, in this building, the word of confidence in victory and the victorious nature of the spirit may be spoken, spoken in the awareness that this building, from its elevated position, looks down upon a humanity that, through the severe trials and the severe struggles of these times, has fought for and won a right, a good, the beautiful, and the true within the development of humanity. May the days of struggle unfold in such a way that, in the future days of peace, we may look back with satisfaction upon the sacrifices that these times have demanded.
[ 20 ] Hoffen möchte ich, daß diese Worte, die ich am heutigen Abend zu sprechen versuchte, Eure Seelen mit derjenigen Tiefe berühren, von der ich glaube, daß sie aus ihr entsprungen sind. Mögen sie Euch einiges sein in den Zeiten, in denen mancher von uns so viel zu ertragen hat. Mögen sie aber auch Euch dasjenige sein können, was alle die Herzen, die jetzt mit edler Begeisterung und mit frohem Kampfesmute erfüllt sind, so erfüllt mit dieser edlen Begeisterung und mit diesem Kampfesmute, daß die Geister, die da wissen, was das Rechte ist, in diese Herzen mit Befriedigung schauen werden. Erfüllen wir uns mit solchen Gesinnungen, und wir werden die Möglichkeit haben, am rechten Orte das Rechte zu tun. Das ist es, wozu uns unsere geistige Arbeit, die wir nun schon seit Jahren zu vollbringen versuchten, Kraft geben soll und Kraft geben möge.
[ 20 ] I hope that these words, which I have tried to speak this evening, will touch your souls with the same depth from which I believe they sprang. May they mean something to you in these times when so many of us have so much to endure. But may they also be for you what all those hearts—which are now filled with noble enthusiasm and joyful fighting spirit, so filled with this noble enthusiasm and this fighting spirit—may be, so that the spirits who know what is right will look upon these hearts with satisfaction. Let us fill ourselves with such sentiments, and we will have the opportunity to do what is right in the right place. This is what our spiritual work, which we have been striving to accomplish for years now, is meant to give us strength for, and may it give us strength.
[ 21 ] Auf Wiedersehen, meine lieben Freunde, in dieser Gesinnung und aus diesen Empfindungen des Herzens heraus!
[ 21 ] Farewell, my dear friends, in this spirit and with these heartfelt sentiments!
