Human Destinies and the Destinies of Nations
GA 157
20 April 1915, Berlin
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Menschenschicksale und Völkerschicksale
Elfter Vortrag
Elfter Vortrag
[ 1 ] Wir gedenken wiederum zuerst derjenigen, die draußen auf den großen Feldern der Ereignisse der Gegenwart stehen:
[ 1 ] Wir gedenken wiederum zuerst derjenigen, die draußen auf den großen Feldern der Ereignisse der Gegenwart stehen:
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
[ 2 ] Und für diejenigen, die infolge dieser Ereignisse schon durch die Pforte des Todes gegangen sind:
[ 2 ] Und für diejenigen, die infolge dieser Ereignisse schon durch die Pforte des Todes gegangen sind:
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
[ 3 ] Der Geist, den wir durch unsere erstrebte Geist-Erkenntnis suchen, der Geist, der zu der Erde Heil, zu der Menschheit Freiheit und Fortschritt durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der sei mit euch und euren schweren Pflichten!
[ 3 ] Der Geist, den wir durch unsere erstrebte Geist-Erkenntnis suchen, der Geist, der zu der Erde Heil, zu der Menschheit Freiheit und Fortschritt durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der sei mit euch und euren schweren Pflichten!
[ 4 ] Meine lieben Freunde, zunächst möchte ich Sie heute erinnern an etwas, was ich wohl zu der größten Zahl von Ihnen in gelegentlichen früheren Betrachtungen schon ausgesprochen habe. Wir kommen, wenn die Seele des Menschen sich in dem Sinne entwikkelt, der ja auch durch die öffentlichen Vorträge hinlänglich angedeutet wurde, zu einer anderen Art von Weltbild. Das Wesentliche ist, daß wir mit unserer Seele gleichsam den Weg aus der Sinnenwelt hinein in die geistige gehen.
[ 4 ] Meine lieben Freunde, zunächst möchte ich Sie heute erinnern an etwas, was ich wohl zu der größten Zahl von Ihnen in gelegentlichen früheren Betrachtungen schon ausgesprochen habe. Wir kommen, wenn die Seele des Menschen sich in dem Sinne entwikkelt, der ja auch durch die öffentlichen Vorträge hinlänglich angedeutet wurde, zu einer anderen Art von Weltbild. Das Wesentliche ist, daß wir mit unserer Seele gleichsam den Weg aus der Sinnenwelt hinein in die geistige gehen.
[ 5 ] Indem wir mit unserer Seele uns vorwärts entwickeln, verwandelt sich für unseren Anblick die physische Welt allmählich in die geistige Welt. Man könnte sagen, nach und nach verschwinden die Eigentümlichkeiten der sinnlich-physischen Welt, und es treten auf innerhalb unseres Bewußseinshorizontes die Gebilde und Wesenheiten und Tatsachen der geistigen Welt. Nun könnte man ein Wichtiges, das in dem, was so aufsteigt, an unser Bewußtsein herantritt, in der folgenden Weise bezeichnen: Wir selbst werden andere — selbstverständlich für unser Anschauen —, wir werden selber andere, und die Welt, die für das sinnliche Anschauen um uns herum ist, wird nun auch eine andere. Bleiben wir zunächst einmal bei dem, was uns am nächsten liegt, bei der Welt unserer Erde. Im Grunde genommen weiß der Mensch von der Welt außerhalb der Erde innerhalb des irdischen Lebenslaufes wahrhaft recht wenig, wenn wir stehenbleiben innerhalb der Art und Weise, wie wir mit unserem Erdenleben zusammengewachsen sind. Da stellt sich beim Vordringen in die geistige Welt — wir sind ja dann außerhalb unseres Leibes —, da stellt sich heraus, wenn wir auf unsern Leib oder unser ganzes physisches Leben oder überhaupt unseren ganzen Menschen zurückblicken, daß er im Grunde genommen immer reicher und reicher wird; er wird immer inhaltsvoller, dieser Mensch, er erweitert sich zu einer Welt. Es wächst geradezu der Mensch selber zu einer Welt aus, indem wir so auf ihn zurückblicken. Das ist die Wahrheit dessen, was oftmals betont wird: daß der Mensch, indem er geistig sich entwickelt, identisch wird mit der Welt. Er sieht eine neue Welt, eine Welt, innerhalb welcher er sonst steht, wie aus ihm selber hervorkommend. Er erweitert sich zu einer Welt. Von der Erde dagegen verschwindet das Feste oder dasjenige, was uns im gewöhnlichen physischen Anschauen als die Berge, Flüsse und so weiter erscheint. Das verschwindet, und wir lernen uns allmählich fühlen innerhalb der Erde, ich sage ausdrücklich innerhalb der Erde, wie in einem großen Organismus drinnen. Aus unserer eigenen Welt sind wir heraus, und diese Innenwelt, diese innere Wirklichkeit wird zu einer weiten Welt, und das, was uns als irdische Welt umgeben hat, wird wesenhaft, wird zu einem Wesen, in dem wir uns darinnen befindlich denken müssen, uns vorstellen können. Während wir aus uns herauswachsen, erweitert sich zugleich unsere Menschenwelt zu einer weiten Welt; sogleich wachsen wir dann hinein in den Erdorganismus und fühlen uns darinnen so, wie, sagen wir, wenn unser Finger Bewußtsein bekäme, er an unserem Organismus sich fühlen würde.
[ 5 ] Indem wir mit unserer Seele uns vorwärts entwickeln, verwandelt sich für unseren Anblick die physische Welt allmählich in die geistige Welt. Man könnte sagen, nach und nach verschwinden die Eigentümlichkeiten der sinnlich-physischen Welt, und es treten auf innerhalb unseres Bewußseinshorizontes die Gebilde und Wesenheiten und Tatsachen der geistigen Welt. Nun könnte man ein Wichtiges, das in dem, was so aufsteigt, an unser Bewußtsein herantritt, in der folgenden Weise bezeichnen: Wir selbst werden andere — selbstverständlich für unser Anschauen —, wir werden selber andere, und die Welt, die für das sinnliche Anschauen um uns herum ist, wird nun auch eine andere. Bleiben wir zunächst einmal bei dem, was uns am nächsten liegt, bei der Welt unserer Erde. Im Grunde genommen weiß der Mensch von der Welt außerhalb der Erde innerhalb des irdischen Lebenslaufes wahrhaft recht wenig, wenn wir stehenbleiben innerhalb der Art und Weise, wie wir mit unserem Erdenleben zusammengewachsen sind. Da stellt sich beim Vordringen in die geistige Welt — wir sind ja dann außerhalb unseres Leibes —, da stellt sich heraus, wenn wir auf unsern Leib oder unser ganzes physisches Leben oder überhaupt unseren ganzen Menschen zurückblicken, daß er im Grunde genommen immer reicher und reicher wird; er wird immer inhaltsvoller, dieser Mensch, er erweitert sich zu einer Welt. Es wächst geradezu der Mensch selber zu einer Welt aus, indem wir so auf ihn zurückblicken. Das ist die Wahrheit dessen, was oftmals betont wird: daß der Mensch, indem er geistig sich entwickelt, identisch wird mit der Welt. Er sieht eine neue Welt, eine Welt, innerhalb welcher er sonst steht, wie aus ihm selber hervorkommend. Er erweitert sich zu einer Welt. Von der Erde dagegen verschwindet das Feste oder dasjenige, was uns im gewöhnlichen physischen Anschauen als die Berge, Flüsse und so weiter erscheint. Das verschwindet, und wir lernen uns allmählich fühlen innerhalb der Erde, ich sage ausdrücklich innerhalb der Erde, wie in einem großen Organismus drinnen. Aus unserer eigenen Welt sind wir heraus, und diese Innenwelt, diese innere Wirklichkeit wird zu einer weiten Welt, und das, was uns als irdische Welt umgeben hat, wird wesenhaft, wird zu einem Wesen, in dem wir uns darinnen befindlich denken müssen, uns vorstellen können. Während wir aus uns herauswachsen, erweitert sich zugleich unsere Menschenwelt zu einer weiten Welt; sogleich wachsen wir dann hinein in den Erdorganismus und fühlen uns darinnen so, wie, sagen wir, wenn unser Finger Bewußtsein bekäme, er an unserem Organismus sich fühlen würde.
[ 6 ] Diese Erfahrung macht der Mensch, und sie kommt bei etwas tiefer fühlenden Menschen, bei poetisch veranlagten Naturen sehr häufig einmal zum Ausdruck. So vergleicht der Mensch sehr häufig sein Aufwachen am Morgen mit dem Aufwachen der Natur draußen, selbst sein Leben am Tage mit dem Hinaufgehen der Sonne, die Abenddämmerung mit dem Bedürfnis zum Schlafen, das mit Müdigkeit eintritt. Solche Vergleiche kommen aus dem Gefühl heraus, daß der Mensch darinnensteht in der irdischen Natur. Aber solche Vergleiche sind nicht viel wert, denn sie treffen das Eigentliche nicht. Ich habe deshalb schon öfters ausgesprochen, daß, wenn wir einen Vergleich wählen wollen, der wirklich den Tatbestand ausdrückt, wir einen anderen wählen müssen als den, bei welchem wir mit dem Verlauf der Natur draußen den Verlauf beim Einschlafen und Aufwachen vergleichen. Wir müssen vielmehr unser Leben binnen vierundzwanzig Stunden vergleichen mit dem Jahreslauf der Erde. Nur dann, wenn wir den ganzen Jahreslauf nehmen, ist das ein berechtigter Vergleich mit dem, was in uns vorgeht durch einmaliges Wachen und Schlafen im Verlaufe von vierundzwanzig Stunden. Und es ist falsch, den Wachzustand des Menschen vom Aufwachen bis zum Einschlafen etwa mit dem Sommer zu vergleichen; sondern man muß gerade diesen Wachzustand in der Erdennatur draußen vergleichen mit dem Winter und muß den Sommer vergleichen mit dem Schlafzustand des Menschen. So daß wir sagen könnten, wenn wir den Vergleich anstellen: der Mensch schläft ein, das heißt er geht in den Sommer seines persönlichen Daseins, und indem er aufwacht, entwickelt er sich in den Winter seines persönlichen Daseins; und der Wachzustand würde ungefähr entsprechen dem letzten Herbst, dem Winter und dem ersten Frühling. Warum würde das den Tatsachen entsprechen? Weil, wenn wir uns auf die angedeutete Weise wirklich hinentwickeln zu einem Gliede des ganzen Erdenorganismus, wir in der Tat zu beachten haben, wie im Sommer das, was der Geist der Erde ist, schläft; das ist der wirkliche Schlafzustand der Erde, da tritt das große Bewußtsein des Geistes der Erde zurück. Mit dem Frühling beginnt der Erdgeist einzuschlafen, und er wacht auf im Herbst, wenn die ersten Fröste sind; er denkt dann, er hat seinen wachen Denkzustand. Das ist der Gang des Tages des Erdgeistes durch das Jahr hindurch.
[ 6 ] Diese Erfahrung macht der Mensch, und sie kommt bei etwas tiefer fühlenden Menschen, bei poetisch veranlagten Naturen sehr häufig einmal zum Ausdruck. So vergleicht der Mensch sehr häufig sein Aufwachen am Morgen mit dem Aufwachen der Natur draußen, selbst sein Leben am Tage mit dem Hinaufgehen der Sonne, die Abenddämmerung mit dem Bedürfnis zum Schlafen, das mit Müdigkeit eintritt. Solche Vergleiche kommen aus dem Gefühl heraus, daß der Mensch darinnensteht in der irdischen Natur. Aber solche Vergleiche sind nicht viel wert, denn sie treffen das Eigentliche nicht. Ich habe deshalb schon öfters ausgesprochen, daß, wenn wir einen Vergleich wählen wollen, der wirklich den Tatbestand ausdrückt, wir einen anderen wählen müssen als den, bei welchem wir mit dem Verlauf der Natur draußen den Verlauf beim Einschlafen und Aufwachen vergleichen. Wir müssen vielmehr unser Leben binnen vierundzwanzig Stunden vergleichen mit dem Jahreslauf der Erde. Nur dann, wenn wir den ganzen Jahreslauf nehmen, ist das ein berechtigter Vergleich mit dem, was in uns vorgeht durch einmaliges Wachen und Schlafen im Verlaufe von vierundzwanzig Stunden. Und es ist falsch, den Wachzustand des Menschen vom Aufwachen bis zum Einschlafen etwa mit dem Sommer zu vergleichen; sondern man muß gerade diesen Wachzustand in der Erdennatur draußen vergleichen mit dem Winter und muß den Sommer vergleichen mit dem Schlafzustand des Menschen. So daß wir sagen könnten, wenn wir den Vergleich anstellen: der Mensch schläft ein, das heißt er geht in den Sommer seines persönlichen Daseins, und indem er aufwacht, entwickelt er sich in den Winter seines persönlichen Daseins; und der Wachzustand würde ungefähr entsprechen dem letzten Herbst, dem Winter und dem ersten Frühling. Warum würde das den Tatsachen entsprechen? Weil, wenn wir uns auf die angedeutete Weise wirklich hinentwickeln zu einem Gliede des ganzen Erdenorganismus, wir in der Tat zu beachten haben, wie im Sommer das, was der Geist der Erde ist, schläft; das ist der wirkliche Schlafzustand der Erde, da tritt das große Bewußtsein des Geistes der Erde zurück. Mit dem Frühling beginnt der Erdgeist einzuschlafen, und er wacht auf im Herbst, wenn die ersten Fröste sind; er denkt dann, er hat seinen wachen Denkzustand. Das ist der Gang des Tages des Erdgeistes durch das Jahr hindurch.
[ 7 ] Wenn wir auf den schlafenden Menschen zurückschauen, dann sehen wir in der Tat, wie dieses Einschlafen des Menschen bedeutet, indem er mit dem Ich und dem astralischen Leib herausgeht, ein wirkliches Entstehen einer Art pflanzlicher Tätigkeit im Organismus, aus dem der astralische Leib und das Ich herausgegangen sind. Das fängt an, im Innern des Menschen eine Tätigkeit hervorzurufen. Wir empfinden wirklich die ersten Zustände des Schlafes wie den Beginn eines vegetativen Prozesses, und der Schlaf verläuft so, daß sich der Körper gleichsam für den hellseherischen Anblick durchsetzt mit einem Pflanzenwachstum, das wir wirklich dann durch imaginative Erkenntnis sehen. Nur wächst diese Vegetation anders als die Vegetation der Erde. Solche Dinge können erzählt werden, und man kann viel darüber meditieren und man kommt dann immer weiter.
[ 7 ] Wenn wir auf den schlafenden Menschen zurückschauen, dann sehen wir in der Tat, wie dieses Einschlafen des Menschen bedeutet, indem er mit dem Ich und dem astralischen Leib herausgeht, ein wirkliches Entstehen einer Art pflanzlicher Tätigkeit im Organismus, aus dem der astralische Leib und das Ich herausgegangen sind. Das fängt an, im Innern des Menschen eine Tätigkeit hervorzurufen. Wir empfinden wirklich die ersten Zustände des Schlafes wie den Beginn eines vegetativen Prozesses, und der Schlaf verläuft so, daß sich der Körper gleichsam für den hellseherischen Anblick durchsetzt mit einem Pflanzenwachstum, das wir wirklich dann durch imaginative Erkenntnis sehen. Nur wächst diese Vegetation anders als die Vegetation der Erde. Solche Dinge können erzählt werden, und man kann viel darüber meditieren und man kommt dann immer weiter.
[ 8 ] Bei der Erde wachsen die Pflanzen vom Boden herauf. Anders ist es, wenn wir dieses «Pflanzenwachstum» beim Menschen beobachten. Da wachsen die Pflanzen so, daß sie die Wurzeln draußen haben, und sie wachsen in den Menschen hinein; die Blüten also müssen wir suchen innerhalb des Menschen. Dieser Mensch ist wirklich sehr schön, ich meine so, wie ihn der hellsehend Gewordene im Schlafe sieht. Er ist gleichsam eine ganze Erde, die sprießt und sproßt, in die hinein eine Vegetation wächst. Dasjenige, was den Anblick beeinträchtigt, das ist, daß wir zu gleicher Zeit den Eindruck haben, daß der Astralleib die Wurzeln benagt. Und das stellt sich als der Verlauf des Schlafes dar. Während die Tierwelt dasjenige, was während des Sommers wächst, verbraucht, aufzehrt von oben herunter, finden wir, daß unser Astralleib in der Tat wie die Tierwelt wirkt, nur benagt er die Wurzeln. Würde das nicht sein, so würden wir jenen Kern nicht entwickeln können, den wir durch die Pforte des Todes hinüberführen. Das, was sich der Astralleib auf diese Weise aneignet, stellt dasjenige vor, was wir als Erträgnis des Lebens in Wahrheit durch die Pforte des Todes tragen. Ich beschreibe die Dinge, wie sie vor dem hellsichtigen Bewußtsein auftauchen. Und geradeso wie der Winter über die Erdenfrüchte kommt und diese Erdenfrüchte hinwegfrostet, möchte ich sagen, so ist das, wenn der Astralleib und das Ich untertauchen in den ätherischen und physischen Leib, ein Wegfrosten desjenigen, was während der Nacht an Vegetation, an geistigem Pilanzenwachstum in unserem Organismus aufgetreten ist.
[ 8 ] Bei der Erde wachsen die Pflanzen vom Boden herauf. Anders ist es, wenn wir dieses «Pflanzenwachstum» beim Menschen beobachten. Da wachsen die Pflanzen so, daß sie die Wurzeln draußen haben, und sie wachsen in den Menschen hinein; die Blüten also müssen wir suchen innerhalb des Menschen. Dieser Mensch ist wirklich sehr schön, ich meine so, wie ihn der hellsehend Gewordene im Schlafe sieht. Er ist gleichsam eine ganze Erde, die sprießt und sproßt, in die hinein eine Vegetation wächst. Dasjenige, was den Anblick beeinträchtigt, das ist, daß wir zu gleicher Zeit den Eindruck haben, daß der Astralleib die Wurzeln benagt. Und das stellt sich als der Verlauf des Schlafes dar. Während die Tierwelt dasjenige, was während des Sommers wächst, verbraucht, aufzehrt von oben herunter, finden wir, daß unser Astralleib in der Tat wie die Tierwelt wirkt, nur benagt er die Wurzeln. Würde das nicht sein, so würden wir jenen Kern nicht entwickeln können, den wir durch die Pforte des Todes hinüberführen. Das, was sich der Astralleib auf diese Weise aneignet, stellt dasjenige vor, was wir als Erträgnis des Lebens in Wahrheit durch die Pforte des Todes tragen. Ich beschreibe die Dinge, wie sie vor dem hellsichtigen Bewußtsein auftauchen. Und geradeso wie der Winter über die Erdenfrüchte kommt und diese Erdenfrüchte hinwegfrostet, möchte ich sagen, so ist das, wenn der Astralleib und das Ich untertauchen in den ätherischen und physischen Leib, ein Wegfrosten desjenigen, was während der Nacht an Vegetation, an geistigem Pilanzenwachstum in unserem Organismus aufgetreten ist.
[ 9 ] In dem, was ich als den Erdgeist bezeichnet habe, der wirklich eine solche persönliche Wesenheit ist wie wir selber, nur daß er ein anderes Dasein führt — denn für ihn ist ein Jahr ein Tag —, innerhalb dieses Erdgeistes wird uns alles das anschaulich, was ich auseinandergesetzt habe von dem Impuls von Golgatha, denn da drinnen findet man die belebende Kraft, die vor dem Mysterium von Golgatha nicht in der Erde war; in ihr findet man sich geborgen, aufgenommen durch den Geist, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Und man bekommt dadurch die Gewißheit, daß dieser Geist wirklich ausgeflossen ist in die Erde durch das Mysterium von Golgatha. Das wird uns bewußt, wenn wir uns wirklich versenken können in den Zustand, in dem für uns die Erde ein Wesen ist, dem wir selber angehören, wie ein Fingerglied unserem Organismus angehört. So kann es gar nicht anders sein, als daß für den Menschen unserer Zeit die okkulte Vertiefung in die Welt einen Zug annimmt religiöser Versenkung in das, was als das Göttliche die Welt durchströmt und durchgeistigt. Daher ist es so, daß wirkliche Erkenntnis der geistigen Welt niemals das religiöse Fühlen nehmen, sondern im Gegenteil nur vertiefen kann.
[ 9 ] In dem, was ich als den Erdgeist bezeichnet habe, der wirklich eine solche persönliche Wesenheit ist wie wir selber, nur daß er ein anderes Dasein führt — denn für ihn ist ein Jahr ein Tag —, innerhalb dieses Erdgeistes wird uns alles das anschaulich, was ich auseinandergesetzt habe von dem Impuls von Golgatha, denn da drinnen findet man die belebende Kraft, die vor dem Mysterium von Golgatha nicht in der Erde war; in ihr findet man sich geborgen, aufgenommen durch den Geist, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Und man bekommt dadurch die Gewißheit, daß dieser Geist wirklich ausgeflossen ist in die Erde durch das Mysterium von Golgatha. Das wird uns bewußt, wenn wir uns wirklich versenken können in den Zustand, in dem für uns die Erde ein Wesen ist, dem wir selber angehören, wie ein Fingerglied unserem Organismus angehört. So kann es gar nicht anders sein, als daß für den Menschen unserer Zeit die okkulte Vertiefung in die Welt einen Zug annimmt religiöser Versenkung in das, was als das Göttliche die Welt durchströmt und durchgeistigt. Daher ist es so, daß wirkliche Erkenntnis der geistigen Welt niemals das religiöse Fühlen nehmen, sondern im Gegenteil nur vertiefen kann.
[ 10 ] Ich wollte eine Andeutung geben von dem, wie es wirklich aussieht, wenn man in die Bilderwelt des Geistig-Realen hineinkommt; denn das, als was wir uns im alltäglichen, physischen Bewußtsein erscheinen, ist nur ein Scheinbild, ist nur ein innerer Kern. Aber ich werde gleich schon sagen müssen, daß dies falsch ist, weil Worte ja nicht leicht zu prägen sind für diese bedeutsamen Tatsachen, und das, als was wir uns erscheinen, ist immer an uns, wenn wir mit unserem Seelischen außerhalb unseres Leibes sind. Deswegen ist es nicht richtig, zu sprechen: es ist ein Kern, weil eine Frucht die Schale außen, und das, was wertvoll ist, darinnen hat. Aber wie es so vielfach beim Geistigen umgekehrt ist, so ist beim Menschen das Wertvolle draußen, und was Schale ist, das ist innen: das Innere ist das Schalenhafte, und das Geistige ist das, was man räumlich als das Schalenhafte bezeichnen kann. Man erfährt, wenn man den Weg in die geistige Welt hinein geht, daß der Mensch nicht ein einfaches Wesen, sondern ein kompliziertes Wesen ist. Das haben wir uns schon hinlänglich angeeignet, daß der Mensch mit dem, was er in sich trägt, teilnimmt an allen Welten, die dem Menschen zugänglich sind. Mit unserem physischen Leib gehören wir der physischen Welt an; mit dem Seelischen gehören wir der seelischen Welt an; mit unserem Geiste der geistigen Welt. Wir reichen in die drei Welten hinein. Wir wissen, daß, wenn der Mensch den Weg in die geistige Welt hinein macht, er sich in der Tat wie in einer Art Vervielfachung erlebt. Das ist das Beängstigende, daß die bequeme Einheit sich verteilt, daß man tatsächlich eine Empfindung dafür empfängt, man gehöre mehreren Welten an. Nun kann man die verschiedensten Gesichtspunkte geltend machen. Ich will heute einen besonderen Gesichtspunkt geltend machen, indem ich Sie noch hinweise auf das, was meinen letzten Vorträgen wiederholt zugrunde gelegt worden ist.
[ 10 ] Ich wollte eine Andeutung geben von dem, wie es wirklich aussieht, wenn man in die Bilderwelt des Geistig-Realen hineinkommt; denn das, als was wir uns im alltäglichen, physischen Bewußtsein erscheinen, ist nur ein Scheinbild, ist nur ein innerer Kern. Aber ich werde gleich schon sagen müssen, daß dies falsch ist, weil Worte ja nicht leicht zu prägen sind für diese bedeutsamen Tatsachen, und das, als was wir uns erscheinen, ist immer an uns, wenn wir mit unserem Seelischen außerhalb unseres Leibes sind. Deswegen ist es nicht richtig, zu sprechen: es ist ein Kern, weil eine Frucht die Schale außen, und das, was wertvoll ist, darinnen hat. Aber wie es so vielfach beim Geistigen umgekehrt ist, so ist beim Menschen das Wertvolle draußen, und was Schale ist, das ist innen: das Innere ist das Schalenhafte, und das Geistige ist das, was man räumlich als das Schalenhafte bezeichnen kann. Man erfährt, wenn man den Weg in die geistige Welt hinein geht, daß der Mensch nicht ein einfaches Wesen, sondern ein kompliziertes Wesen ist. Das haben wir uns schon hinlänglich angeeignet, daß der Mensch mit dem, was er in sich trägt, teilnimmt an allen Welten, die dem Menschen zugänglich sind. Mit unserem physischen Leib gehören wir der physischen Welt an; mit dem Seelischen gehören wir der seelischen Welt an; mit unserem Geiste der geistigen Welt. Wir reichen in die drei Welten hinein. Wir wissen, daß, wenn der Mensch den Weg in die geistige Welt hinein macht, er sich in der Tat wie in einer Art Vervielfachung erlebt. Das ist das Beängstigende, daß die bequeme Einheit sich verteilt, daß man tatsächlich eine Empfindung dafür empfängt, man gehöre mehreren Welten an. Nun kann man die verschiedensten Gesichtspunkte geltend machen. Ich will heute einen besonderen Gesichtspunkt geltend machen, indem ich Sie noch hinweise auf das, was meinen letzten Vorträgen wiederholt zugrunde gelegt worden ist.
[ 11 ] Wenn wir das menschliche Leben nach innen hin anschauen, so müssen wir es uns gegliedert denken, und wenn wir heraustreten aus dem Leibe, so zeigt sich der Mensch wirklich in die vier Glieder auseinandergelegt. Da ist zunächst die Kraft, die unserer Erinnerung zugrunde liegt. In der Erinnerung lassen wir dasjenige auferstehen vor unserem Bewußtsein, was wir in früheren Zeiten schon erlebt haben. Diese Erinnerung bringt in unser Leben einen Zusammenhang hinein, so daß dieses Leben zwischen Geburt und Tod eine Einheit ist. Ein Zweites ist dann dasjenige, was wir unser Denken, was wir Vorstellen nennen. Ich kann hier diese Begriffe nicht weiter auseinandersetzen, darauf kommt es jetzt nicht an; aber was Vorstellungstätigkeit ist, ist das, was in der Gegenwart verläuft. Und wenn wir noch weiter vorrücken, so bekommen wir das Fühlen, und noch weiter das Wollen. Indem wir in uns hineinschauen, erscheint uns unser eigenes Innere als Erinnern, als Denken, als Fühlen, als Wollen. Nun können wir die Frage aufwerfen: was ist der wesentliche Unterschied zwischen diesen vier Verrichtungen der Seele? Die gewöhnliche Psychologie zählt diese Verrichtungen der Seele auf, und sie unterscheidet nicht weiter. Aber auf die Wahrheit kommt man erst dann, wenn man auf das Wesen dieser vier Seelenverrichtungen eingehen kann, und da kommt man darauf, daß das Wollen gewissermaßen das Baby unter unseren Seelentätigkeiten ist; das Fühlen ist schon älter, das Denken ist noch älter, und die Tätigkeit, die in der Erinnerung ausgeübt wird, ist der Greis, ist das Älteste unter unseren Seelentätigkeiten. Sie werden noch klarer das einsehen, wenn ich Ihnen den folgenden Gesichtspunkt geltend mache.
[ 11 ] Wenn wir das menschliche Leben nach innen hin anschauen, so müssen wir es uns gegliedert denken, und wenn wir heraustreten aus dem Leibe, so zeigt sich der Mensch wirklich in die vier Glieder auseinandergelegt. Da ist zunächst die Kraft, die unserer Erinnerung zugrunde liegt. In der Erinnerung lassen wir dasjenige auferstehen vor unserem Bewußtsein, was wir in früheren Zeiten schon erlebt haben. Diese Erinnerung bringt in unser Leben einen Zusammenhang hinein, so daß dieses Leben zwischen Geburt und Tod eine Einheit ist. Ein Zweites ist dann dasjenige, was wir unser Denken, was wir Vorstellen nennen. Ich kann hier diese Begriffe nicht weiter auseinandersetzen, darauf kommt es jetzt nicht an; aber was Vorstellungstätigkeit ist, ist das, was in der Gegenwart verläuft. Und wenn wir noch weiter vorrücken, so bekommen wir das Fühlen, und noch weiter das Wollen. Indem wir in uns hineinschauen, erscheint uns unser eigenes Innere als Erinnern, als Denken, als Fühlen, als Wollen. Nun können wir die Frage aufwerfen: was ist der wesentliche Unterschied zwischen diesen vier Verrichtungen der Seele? Die gewöhnliche Psychologie zählt diese Verrichtungen der Seele auf, und sie unterscheidet nicht weiter. Aber auf die Wahrheit kommt man erst dann, wenn man auf das Wesen dieser vier Seelenverrichtungen eingehen kann, und da kommt man darauf, daß das Wollen gewissermaßen das Baby unter unseren Seelentätigkeiten ist; das Fühlen ist schon älter, das Denken ist noch älter, und die Tätigkeit, die in der Erinnerung ausgeübt wird, ist der Greis, ist das Älteste unter unseren Seelentätigkeiten. Sie werden noch klarer das einsehen, wenn ich Ihnen den folgenden Gesichtspunkt geltend mache.
[ 12 ] Wir haben wiederholt davon gesprochen, wie der Mensch sich nicht nur entwickelt hat auf der Erde, sondern wie dieser Entwickelung vorangegangen sind die alte Mondentwickelung, die alte Sonnenentwickelung und die alte Saturnentwickelung. Der Mensch ist nicht erst auf der Erde entstanden, er hat gebraucht, um das zu werden, was er jetzt ist, diese Entwickelung durch Saturn, Sonne und Mond hindurch. Nun sehen Sie, dasjenige, was wir in unserem Wollen entwickeln, so wie wir diesen Willen jetzt kennen, das ist Erdenprodukt für den Menschen, das ist eigentlich noch nicht einmal abgeschlossen in seiner Entwickelung, das ist vollständiges Erdenprodukt. Während der Mondentwickelung war der Mensch noch nicht ein selbständig wollendes Wesen; Engel haben für ihn gewollt. Das Wollen hat gleichsam erst eingestrahlt seit der Erdenentwickelung. Dagegen ist das Fühlen schon angeeignet worden während der Mondentwickelung, das Denken während der Sonnenentwickelung und die Erinnerung während der alten Saturnentwickelung. Und wenn Sie das, was ich jetzt sage, mit anderem zusammenbringen, was in der «Akasha-Chronik» und in der «Geheimwissenschaft» ausgedrückt ist, so wird sich Ihnen ein wichtiger Zusammenhang ergeben. Während der Saturnentwickelung ist die erste Anlage entstanden zum physischen Leib des Menschen, während der Sonnenentwickelung zum menschlichen Ätherleib, während der Mondentwickelung zum menschlichen Astralleib, und während der Erdenentwickelung bildet sich das menschliche Ich aus.
[ 12 ] Wir haben wiederholt davon gesprochen, wie der Mensch sich nicht nur entwickelt hat auf der Erde, sondern wie dieser Entwickelung vorangegangen sind die alte Mondentwickelung, die alte Sonnenentwickelung und die alte Saturnentwickelung. Der Mensch ist nicht erst auf der Erde entstanden, er hat gebraucht, um das zu werden, was er jetzt ist, diese Entwickelung durch Saturn, Sonne und Mond hindurch. Nun sehen Sie, dasjenige, was wir in unserem Wollen entwickeln, so wie wir diesen Willen jetzt kennen, das ist Erdenprodukt für den Menschen, das ist eigentlich noch nicht einmal abgeschlossen in seiner Entwickelung, das ist vollständiges Erdenprodukt. Während der Mondentwickelung war der Mensch noch nicht ein selbständig wollendes Wesen; Engel haben für ihn gewollt. Das Wollen hat gleichsam erst eingestrahlt seit der Erdenentwickelung. Dagegen ist das Fühlen schon angeeignet worden während der Mondentwickelung, das Denken während der Sonnenentwickelung und die Erinnerung während der alten Saturnentwickelung. Und wenn Sie das, was ich jetzt sage, mit anderem zusammenbringen, was in der «Akasha-Chronik» und in der «Geheimwissenschaft» ausgedrückt ist, so wird sich Ihnen ein wichtiger Zusammenhang ergeben. Während der Saturnentwickelung ist die erste Anlage entstanden zum physischen Leib des Menschen, während der Sonnenentwickelung zum menschlichen Ätherleib, während der Mondentwickelung zum menschlichen Astralleib, und während der Erdenentwickelung bildet sich das menschliche Ich aus.
[ 13 ] Nun betrachten wir einmal für sich das, was wir die Erinnerungstätigkeit nennen. Was ist das Erinnern? In der Seele bleibt ebenso irgend etwas von dem Bilde eines Ereignisses, das wir durchlebt haben, wie in dem Buch, das wir lesen, etwas bleibt von dem, was der gedacht hat, der das Buch geschrieben hat. Wenn Sie ein Buch vor sich haben, so können Sie alles lesen, alles das denken — manchmal auch nicht, aber das rechne ich jetzt nicht —, was der gedacht hat, der das Buch geschrieben hat. Das Erinnern ist eine unterbewußte Lesetätigkeit; was bleibt, sind Zeichen, die der Ätherleib in den physischen Leib eingegraben hat. Wenn Sie vor Jahren ein Erlebnis gehabt haben, so haben Sie das, was in dem Erlebnis zu erfahren war, durchgemacht. Was bleibt, sind Eindrücke, die der Ätherleib in den physischen Leib hinein macht; und wenn Sie sich jetzt erinnern, so ist das Erinnern ein unterbewußtes Lesen.
[ 13 ] Nun betrachten wir einmal für sich das, was wir die Erinnerungstätigkeit nennen. Was ist das Erinnern? In der Seele bleibt ebenso irgend etwas von dem Bilde eines Ereignisses, das wir durchlebt haben, wie in dem Buch, das wir lesen, etwas bleibt von dem, was der gedacht hat, der das Buch geschrieben hat. Wenn Sie ein Buch vor sich haben, so können Sie alles lesen, alles das denken — manchmal auch nicht, aber das rechne ich jetzt nicht —, was der gedacht hat, der das Buch geschrieben hat. Das Erinnern ist eine unterbewußte Lesetätigkeit; was bleibt, sind Zeichen, die der Ätherleib in den physischen Leib eingegraben hat. Wenn Sie vor Jahren ein Erlebnis gehabt haben, so haben Sie das, was in dem Erlebnis zu erfahren war, durchgemacht. Was bleibt, sind Eindrücke, die der Ätherleib in den physischen Leib hinein macht; und wenn Sie sich jetzt erinnern, so ist das Erinnern ein unterbewußtes Lesen.
[ 14 ] Die geheimen Vorgänge, die im Organismus vor sich gehen, damit der Ätherleib die Zeichen eingraben kann, die der Erinnerung zugrunde liegen, die sind hineingebildet worden während der alten Saturnentwickelung. Es ist in der Tat so, daß wir in unserem Organismus eben diesen geheimen Saturnorganismus tragen; der lebt sich so aus, daß wir in ihm eine Wesenhaftigkeit sehen können, in welche der Ätherleib das einzutragen vermag in Zeichen, was er äußerlich an Erlebnissen hat, um es dann wieder herauszuholen in der Erinnerung. Daß der Mensch diese unterbewußte Schreibetätigkeit ausübt, das hat er im wesentlichen davon her, daß in seinen ersten sieben Lebensjahren der Körper, gerade dasjenige im physischen Leib, was die Einprägungen empfangen soll, noch geschmeidig ist. Deshalb soll man nicht, wie ich zum Beispiel in meiner Schrift über «Die Erziehung des Kindes» aufmerksam gemacht habe, das Kind dadurch malträtieren, daß man sein Gedächtnis ausbildet. In den ersten sieben Jahren handelt es sich darum, daß der geschmeidige Organismus seinen eigenen, elementaren Kräften überlassen bleibt, daß wir ihn da nicht malträtieren. Wir sollen daher dem Kinde möglichst viel erzählen, aber nicht einen allzu großen Wert darauf legen, daß das Kind jetzt schon künstlich das Gedächtnis ausbilden soll, sondern sich selbst überlassen bleibt in bezug auf die Gedächtnisausbildung. In dieser Weise wird Geisteswissenschaft für das pädagogische Leben von ungeheurer Wichtigkeit sein.
[ 14 ] Die geheimen Vorgänge, die im Organismus vor sich gehen, damit der Ätherleib die Zeichen eingraben kann, die der Erinnerung zugrunde liegen, die sind hineingebildet worden während der alten Saturnentwickelung. Es ist in der Tat so, daß wir in unserem Organismus eben diesen geheimen Saturnorganismus tragen; der lebt sich so aus, daß wir in ihm eine Wesenhaftigkeit sehen können, in welche der Ätherleib das einzutragen vermag in Zeichen, was er äußerlich an Erlebnissen hat, um es dann wieder herauszuholen in der Erinnerung. Daß der Mensch diese unterbewußte Schreibetätigkeit ausübt, das hat er im wesentlichen davon her, daß in seinen ersten sieben Lebensjahren der Körper, gerade dasjenige im physischen Leib, was die Einprägungen empfangen soll, noch geschmeidig ist. Deshalb soll man nicht, wie ich zum Beispiel in meiner Schrift über «Die Erziehung des Kindes» aufmerksam gemacht habe, das Kind dadurch malträtieren, daß man sein Gedächtnis ausbildet. In den ersten sieben Jahren handelt es sich darum, daß der geschmeidige Organismus seinen eigenen, elementaren Kräften überlassen bleibt, daß wir ihn da nicht malträtieren. Wir sollen daher dem Kinde möglichst viel erzählen, aber nicht einen allzu großen Wert darauf legen, daß das Kind jetzt schon künstlich das Gedächtnis ausbilden soll, sondern sich selbst überlassen bleibt in bezug auf die Gedächtnisausbildung. In dieser Weise wird Geisteswissenschaft für das pädagogische Leben von ungeheurer Wichtigkeit sein.
[ 15 ] Ebenso wie die Erinnerungsfähigkeit zu den ältesten Bestandteilen der Menschennatur gehört, so gehört die Tätigkeit, die dem Denken zugrunde liegt, zu dem, was man das auf der Sonne Gebildete nennen kann. Das ist verhältnismäßig auch alt. Die Sonnenkräfte enthalten das, was im Menschen den ätherischen Leib so organisiert, daß er diese eigentümliche Tätigkeit des Denkens, des Vorstellens ausüben kann. Sie sehen daraus, daß man weit, weit in den Kosmos zurückgreifen muß, wenn man die Frage beantworten will: warum kann der Mensch sich erinnern, und warum kann er denken? Man muß zurückgreifen bis in die Saturn- und Sonnenentwickelung.
[ 15 ] Ebenso wie die Erinnerungsfähigkeit zu den ältesten Bestandteilen der Menschennatur gehört, so gehört die Tätigkeit, die dem Denken zugrunde liegt, zu dem, was man das auf der Sonne Gebildete nennen kann. Das ist verhältnismäßig auch alt. Die Sonnenkräfte enthalten das, was im Menschen den ätherischen Leib so organisiert, daß er diese eigentümliche Tätigkeit des Denkens, des Vorstellens ausüben kann. Sie sehen daraus, daß man weit, weit in den Kosmos zurückgreifen muß, wenn man die Frage beantworten will: warum kann der Mensch sich erinnern, und warum kann er denken? Man muß zurückgreifen bis in die Saturn- und Sonnenentwickelung.
[ 16 ] Wenn man die Gefühlstätigkeit des Menschen ins Auge faßt, braucht man nur zurückzugreifen bis zur Mondentwickelung und bei der Willenstätigkeit bis zur Erdenentwickelung. Sie werden dadurch manches verstehen. Menschen, welche ganz besonders geprägt sind von ihren früheren Inkarnationen her, nicht geschmeidig sind, sondern scharf geprägt sind, bei denen wird sich viel hineinpressen in den Organismus. Es werden Menschen sein, die ein fast automatisches Gedächtnis haben, aber produktiv werden sie nicht viel aus ihrem Denken heraus entwickeln. Während Sie also vorzugsweise mit dem physischen Leib zusammenbringen müssen die Erinnerungstätigkeit des Menschen, mit dem ätherischen Leib die Denktätigkeit, mit dem astralischen Leib die Gefühlstätigkeit des Menschen, werden Sie daher mit dem Ich zusammenbringen müssen vorzugsweise die Willenstätigkeit des Menschen. Der Mensch sagt nur dadurch zu sich Ich, daß er ein Willenswesen ist. Wenn er nur denken würde, so würde das Leben doch nur wie ein Traum ablaufen. Nun sind wir auf diese Weise, ich möchte sagen, ein organischer Zusammenhang von inneren Seelenbetätigungen, die sich im Laufe der Entwickelung in unser Seelenwesen hineingeprägt haben. Ich sagte mit Bezug auf unser Wollen, es habe sich erst während der Erdenentwickelung herausgebildet, auf dem Monde haben noch die geistigen höheren Hierarchien für den Menschen gewollt, die Angeloi. Dadurch war das ganze Wollen des Menschen während der Mondentwickelung ein solches, daß man, wenn man es wiederum in das hellseherische Bewußtsein zurückruft, zwar eine höhere Stufe erblickt, aber doch ein unwillkürliches Wollen beim Menschen, wie wir auf der Erde es bei der Tierentwickelung haben. Das Tier folgt notwendig dem, was in ihm kocht und brodelt, es ist in dem gemeinsamen Willen seiner Gattungswesenheit darinnen.
[ 16 ] Wenn man die Gefühlstätigkeit des Menschen ins Auge faßt, braucht man nur zurückzugreifen bis zur Mondentwickelung und bei der Willenstätigkeit bis zur Erdenentwickelung. Sie werden dadurch manches verstehen. Menschen, welche ganz besonders geprägt sind von ihren früheren Inkarnationen her, nicht geschmeidig sind, sondern scharf geprägt sind, bei denen wird sich viel hineinpressen in den Organismus. Es werden Menschen sein, die ein fast automatisches Gedächtnis haben, aber produktiv werden sie nicht viel aus ihrem Denken heraus entwickeln. Während Sie also vorzugsweise mit dem physischen Leib zusammenbringen müssen die Erinnerungstätigkeit des Menschen, mit dem ätherischen Leib die Denktätigkeit, mit dem astralischen Leib die Gefühlstätigkeit des Menschen, werden Sie daher mit dem Ich zusammenbringen müssen vorzugsweise die Willenstätigkeit des Menschen. Der Mensch sagt nur dadurch zu sich Ich, daß er ein Willenswesen ist. Wenn er nur denken würde, so würde das Leben doch nur wie ein Traum ablaufen. Nun sind wir auf diese Weise, ich möchte sagen, ein organischer Zusammenhang von inneren Seelenbetätigungen, die sich im Laufe der Entwickelung in unser Seelenwesen hineingeprägt haben. Ich sagte mit Bezug auf unser Wollen, es habe sich erst während der Erdenentwickelung herausgebildet, auf dem Monde haben noch die geistigen höheren Hierarchien für den Menschen gewollt, die Angeloi. Dadurch war das ganze Wollen des Menschen während der Mondentwickelung ein solches, daß man, wenn man es wiederum in das hellseherische Bewußtsein zurückruft, zwar eine höhere Stufe erblickt, aber doch ein unwillkürliches Wollen beim Menschen, wie wir auf der Erde es bei der Tierentwickelung haben. Das Tier folgt notwendig dem, was in ihm kocht und brodelt, es ist in dem gemeinsamen Willen seiner Gattungswesenheit darinnen.
[ 17 ] Wie während der Mondentwickelung geistige Wesen höherer Art, also die Angeloi, für uns gewollt haben, so wirken jetzt die geistigen Wesen höherer Art, indem sie unser Karma von einer Inkarnation zur anderen bestimmen. Nicht in unserem Willen wirken die Angeloi, wohl aber wirken sie im fortgehenden Strom unseres Karma. Geradeso wie der Mensch der Mondentwickelung den Willen nicht als den seinen gefühlt hat, sondern als den des Engels, so leben wir nicht als Menschen der Erde in der Meinung, daß wir unser Karma machen: geregelt wird es von den Geistern der höheren Hierarchien. Nur dann, wenn unser Wille gewissermaßen einmal schweigen kann, dann kann es vorkommen, daß etwas durchscheint auch für das nicht hellseherisch gewordene Bewußtsein von dem, was sonst verborgen bleibt von dem Gang des Karma.
[ 17 ] Wie während der Mondentwickelung geistige Wesen höherer Art, also die Angeloi, für uns gewollt haben, so wirken jetzt die geistigen Wesen höherer Art, indem sie unser Karma von einer Inkarnation zur anderen bestimmen. Nicht in unserem Willen wirken die Angeloi, wohl aber wirken sie im fortgehenden Strom unseres Karma. Geradeso wie der Mensch der Mondentwickelung den Willen nicht als den seinen gefühlt hat, sondern als den des Engels, so leben wir nicht als Menschen der Erde in der Meinung, daß wir unser Karma machen: geregelt wird es von den Geistern der höheren Hierarchien. Nur dann, wenn unser Wille gewissermaßen einmal schweigen kann, dann kann es vorkommen, daß etwas durchscheint auch für das nicht hellseherisch gewordene Bewußtsein von dem, was sonst verborgen bleibt von dem Gang des Karma.
[ 18 ] Halten Sie das fest, was ich ausgeführt habe, daß sich im Menschen ein Kern bildet, der durch die Pforte des Todes in das geistige ' Reich eingeht: dieser Kern ist der Träger unseres Karma. Was jeder von uns morgen tun wird, das ist karmisch schon heute in ihm bestimmt. Wir könnten, wenn wir nicht auf der Erde die Aufgabe hätten, den Willen zu entwickeln, unser Karma durchschauen. Wir würden es so weit durchschauen können, daß wir unter Umständen für die nächste Zeit unser Leben voraussehen könnten. Aber indem in den karmischen Strom der Wille hineinschlägt, verdunkelt uns der den Ausblick auf das, was mit uns, sagen wir, am nächsten Tage geschieht. Nur dann, wenn der Wille vollständig schweigt, dann kann es sein, daß etwas durchblickt von dem, was nicht durch uns, sondern mit uns geschieht. Ein Beispiel will ich dafür anführen, das von Erasmus Francisci erzählt wird und auf Wahrheit beruht. Erasmus Francisci wohnte als junger Mensch bei seiner Tante; und da träumte ihm einmal, daß ein Mann, dessen Name ihm auch im Traume zugerufen wurde, auf ihn schießen werde, aber er werde nicht erschossen, sondern seine Tante werde ihm das Leben retten. So träumte er. Am nächsten Tage, bevor irgend etwas geschehen war, erzählte er den Traum seiner Tante. Diese beunruhigte sich sehr über diesen Traum, sagte ihm, daß ganz kürzlich erst wirklich jemand in ihrer Nachbarschaft erschossen worden sei, und riet ihrem Neffen dringend, lieber zu Hause zu bleiben, damit ihm nichts zustoße. Sie gab ihm noch den Schlüssel zur Apfelkammer, damit er jederzeit hinaufgehen könne, sich Äpfel zu holen. Er ging nun zu seiner Stube hinauf und setzte sich an seinen Tisch, um etwas zu lesen. Das, was er da gelesen hatte, war jedoch etwas, was ihn in diesem Momente weniger interessierte als der Schlüssel zur Apfelkammer in seiner Tasche, den ihm seine Tante gegeben hatte. Er entschloß sich, hinaufzugehen zur Kammer. Kaum war er aber aufgestanden, als ein Schuß krachte, der gerade so gerichtet war, daf3 die Kugel die Stelle traf, an der sein Kopf sich befunden hatte, während er las. Wäre er nicht aufgestanden, so wäre die Kugel mitten durch ihn durchgegangen. Der Diener des benachbarten Hauses, dessen Name tatsächlich so lautete, wie er dem Frasmus Francisci im Traum zugerufen worden war, und der ihm unbekannt war, dieser Diener wußte nicht, daß die zwei Gewehre, die er zu behandeln hatte, geladen waren, und als er anfing herumzuhantieren, ging das Gewehr los, und wäre Francisci nicht in jenem Augenblick aufgestanden, um zur Apfelkammer zu gehen, deren Schlüssel ihm seine Tante gegeben hatte, wäre er unfehlbar erschossen worden. Der Traum ist also absolut eine Wiedergabe desjenigen, was sich am nächsten Tage abgespielt hat.
[ 18 ] Halten Sie das fest, was ich ausgeführt habe, daß sich im Menschen ein Kern bildet, der durch die Pforte des Todes in das geistige ' Reich eingeht: dieser Kern ist der Träger unseres Karma. Was jeder von uns morgen tun wird, das ist karmisch schon heute in ihm bestimmt. Wir könnten, wenn wir nicht auf der Erde die Aufgabe hätten, den Willen zu entwickeln, unser Karma durchschauen. Wir würden es so weit durchschauen können, daß wir unter Umständen für die nächste Zeit unser Leben voraussehen könnten. Aber indem in den karmischen Strom der Wille hineinschlägt, verdunkelt uns der den Ausblick auf das, was mit uns, sagen wir, am nächsten Tage geschieht. Nur dann, wenn der Wille vollständig schweigt, dann kann es sein, daß etwas durchblickt von dem, was nicht durch uns, sondern mit uns geschieht. Ein Beispiel will ich dafür anführen, das von Erasmus Francisci erzählt wird und auf Wahrheit beruht. Erasmus Francisci wohnte als junger Mensch bei seiner Tante; und da träumte ihm einmal, daß ein Mann, dessen Name ihm auch im Traume zugerufen wurde, auf ihn schießen werde, aber er werde nicht erschossen, sondern seine Tante werde ihm das Leben retten. So träumte er. Am nächsten Tage, bevor irgend etwas geschehen war, erzählte er den Traum seiner Tante. Diese beunruhigte sich sehr über diesen Traum, sagte ihm, daß ganz kürzlich erst wirklich jemand in ihrer Nachbarschaft erschossen worden sei, und riet ihrem Neffen dringend, lieber zu Hause zu bleiben, damit ihm nichts zustoße. Sie gab ihm noch den Schlüssel zur Apfelkammer, damit er jederzeit hinaufgehen könne, sich Äpfel zu holen. Er ging nun zu seiner Stube hinauf und setzte sich an seinen Tisch, um etwas zu lesen. Das, was er da gelesen hatte, war jedoch etwas, was ihn in diesem Momente weniger interessierte als der Schlüssel zur Apfelkammer in seiner Tasche, den ihm seine Tante gegeben hatte. Er entschloß sich, hinaufzugehen zur Kammer. Kaum war er aber aufgestanden, als ein Schuß krachte, der gerade so gerichtet war, daf3 die Kugel die Stelle traf, an der sein Kopf sich befunden hatte, während er las. Wäre er nicht aufgestanden, so wäre die Kugel mitten durch ihn durchgegangen. Der Diener des benachbarten Hauses, dessen Name tatsächlich so lautete, wie er dem Frasmus Francisci im Traum zugerufen worden war, und der ihm unbekannt war, dieser Diener wußte nicht, daß die zwei Gewehre, die er zu behandeln hatte, geladen waren, und als er anfing herumzuhantieren, ging das Gewehr los, und wäre Francisci nicht in jenem Augenblick aufgestanden, um zur Apfelkammer zu gehen, deren Schlüssel ihm seine Tante gegeben hatte, wäre er unfehlbar erschossen worden. Der Traum ist also absolut eine Wiedergabe desjenigen, was sich am nächsten Tage abgespielt hat.
[ 19 ] Sie sehen, hier liegt ein Ergebnis vor, von dem wir sagen können, daß bei demselben der Wille gar nichts zu tun hat, denn mit dem Willen konnte Francisci nichts tun; er konnte sich nicht selber schützen, es brach etwas herein, das in das Karma des Menschen so hineinfällt, daß der Mensch weiterleben sollte. Da war es so, daß der das Karma bewirkende Geist schon den rettenden Gedanken hatte. Es ist der Traum die Voraussicht des das Karma lenkenden Geistes, der hinschaut auf das, was am nächsten Tage geschieht, und weil bei diesem jungen Menschen eine solche Seelenanlage da war, daß gleichsam durch natürliche Meditation die Seele schon eine bestimmte Vertiefung erfahren hatte, trat dadurch etwas ein, was ich vergleichen könnte mit etwas im äußeren Leben. Nicht wahr, der Mensch ist ja nur im eingeschränkten Maße ein Prophet in bezug auf das äußere irdische Leben. In gewissem Sinne sind wir alle Propheten, denn Sie alle wissen, daß es morgen zu einer bestimmten Zeit hell werden wird und so weiter, oder daß jemand, der heute übers Feld geht, voraussagen kann, wie es morgen über diesem Felde aussehen wird; aber was er nicht voraussehen wird, ist, ob es zum Beispiel morgen regnen wird auf diesem Felde und so weiter. So ist es auch mit Bezug auf das Innere. Der Mensch lebt gemäß seinem Willen, und das Karma steckt in diesem Willen darinnen. Wie man sich aneignen kann eine empfindende Erkenntnis für das Nächste, so kann bei gewissen Menschen, die eine innere Vertiefung der Seele erleben, ein solcher Lichtpunkt für das Innere gerade für diejenigen Ereignisse eintreten, wo der Wille zu schweigen hat. Für das Studium der Geisteswissenschaft ist es wichtig, manchmal den Blick auf solche Dinge hinzuwerfen, weil es uns zeigt, wie im Menscheninnern durchaus etwas lebt, was in die Zukunft hineinweist und was der Mensch nicht überschauen kann mit dem gewöhnlichen Bewußtsein. Durch den schweigenden Willen kommt das Karma durch.
[ 19 ] Sie sehen, hier liegt ein Ergebnis vor, von dem wir sagen können, daß bei demselben der Wille gar nichts zu tun hat, denn mit dem Willen konnte Francisci nichts tun; er konnte sich nicht selber schützen, es brach etwas herein, das in das Karma des Menschen so hineinfällt, daß der Mensch weiterleben sollte. Da war es so, daß der das Karma bewirkende Geist schon den rettenden Gedanken hatte. Es ist der Traum die Voraussicht des das Karma lenkenden Geistes, der hinschaut auf das, was am nächsten Tage geschieht, und weil bei diesem jungen Menschen eine solche Seelenanlage da war, daß gleichsam durch natürliche Meditation die Seele schon eine bestimmte Vertiefung erfahren hatte, trat dadurch etwas ein, was ich vergleichen könnte mit etwas im äußeren Leben. Nicht wahr, der Mensch ist ja nur im eingeschränkten Maße ein Prophet in bezug auf das äußere irdische Leben. In gewissem Sinne sind wir alle Propheten, denn Sie alle wissen, daß es morgen zu einer bestimmten Zeit hell werden wird und so weiter, oder daß jemand, der heute übers Feld geht, voraussagen kann, wie es morgen über diesem Felde aussehen wird; aber was er nicht voraussehen wird, ist, ob es zum Beispiel morgen regnen wird auf diesem Felde und so weiter. So ist es auch mit Bezug auf das Innere. Der Mensch lebt gemäß seinem Willen, und das Karma steckt in diesem Willen darinnen. Wie man sich aneignen kann eine empfindende Erkenntnis für das Nächste, so kann bei gewissen Menschen, die eine innere Vertiefung der Seele erleben, ein solcher Lichtpunkt für das Innere gerade für diejenigen Ereignisse eintreten, wo der Wille zu schweigen hat. Für das Studium der Geisteswissenschaft ist es wichtig, manchmal den Blick auf solche Dinge hinzuwerfen, weil es uns zeigt, wie im Menscheninnern durchaus etwas lebt, was in die Zukunft hineinweist und was der Mensch nicht überschauen kann mit dem gewöhnlichen Bewußtsein. Durch den schweigenden Willen kommt das Karma durch.
[ 20 ] Alle die Dinge, die uns auf diese Weise durch die geisteswissenschaftliche Forschung vor die Seele treten können, sind geeignet, uns zu zeigen, wie das, was man die große Täuschung nennt, vorzugsweise darin besteht, daß der Mensch mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein nicht überschauen kann das, was er ist: daß der Mensch der ganzen Welt angehört, während durch das gewöhnliche Bewußtsein ihm eigentlich nur die Schale wie eingeschlossen gezeigt wird innerhalb der Haut und so weiter. Aber was da innerhalb dieser Eingeschlossenheit ihm gezeigt wird, ist nur ein Ausschnitt dessen, was der Mensch in Wahrheit ist, und das ist so groß wie die Welt. Und eigentlich schauen wir auf unseren Menschen schon im gewöhnlichen Leben von außen zurück. Wir können uns, wenn wir uns solche Dinge klar zum Bewußtsein bringen, ein Gefühl allmählich aneignen, wie das im Menschen vorhanden ist, was man den Ätherleib des Menschen nennt. Und wirklich, schon im gewöhnlichen Leben lassen sich Beobachtungen anstellen, welche uns zeigen, wie wenigstens dieser zweite Mensch, der ätherische Mensch im physischen Menschen darinnensteckt; nur müssen wir das Leben feiner beobachten, als es gewöhnlich beobachtet wird. Denken Sie sich einmal, Sie liegen morgens so recht faul im Bett, sind noch gar nicht geneigt aufzustehen, sondern Sie möchten liegen bleiben, und es kommt Sie schwer an, den Entschluß zu fassen, aufzustehen. Wenn Sie das nur zu Hilfe nehmen, was in Ihnen ist, so kommt es Sie schwer an, aufzustehen. Denken Sie aber, es fiele Ihnen ein, daß in dem anderen Zimmer etwas liegen könnte, was Sie seit ein paar Tagen erwarten. Es tritt ein Gedanke an etwas auf, was draußen ist: da werden Sie sehen, daß dieser Gedanke ein kleines Wunder wirken kann. Sie werden sehen, daß, wenn Sie sich diesem Gedanken etwas hingeben, Sie sogar herausspringen aus dem Bett! Was ist da geschehen? Indem Sie aufwachend untergetaucht sind in den physischen Leib, empfinden Sie das, was der physische Leib Sie empfinden läßt — das ist nicht geeignet, den Aufstehegedanken in Ihnen zu erzeugen; der Ätherleib ist in eine selbständige Verrichtung gekommen, da Sie ihn durch etwas Auswärtiges engagiert haben: da können Sie in der Tat sehen, wie Sie ihrem physischen Leib den ätherischen Leib entgegengestellt haben, und wie der Ätherleib Sie faßt und heraushebt aus dem Bett. Man kommt zu einem ganz besummten Gefühl gegenüber sich selbst, nämlich zu dem Gefühl, zuzuschauen und zu unterscheiden zwischen zwei Arten von menschlichen Verrichtungen, die man durchmacht. Es sind die Verrichtungen, die man im gewöhnlichen Trödel des Lebens tut, und solche Verrichtungen, bei denen man spürt, daß innere Aktivität sich geltend macht. Das sind feinere Beobachtungen, die man natürlich, wenn man will, immer ableugnen kann. Man muß seine Beobachtungen dem Leben anpassen und das Leben wirklich durchschauen in der Art, wie es sich stellt: dann wird das ganze Empfinden des Menschen in die rechte Richtung gedrängt. Man muß sich klar sein, daß der Weg in die geistige Welt hinein nicht auf einmal geschehen kann, sondern allmählich aus der Welt herausführt und wir so aufsteigen zu dem, was ich eben angeführt habe, wo für uns das, was uns früher Welt war, sein Totes verliert und selbst zu einer Wesenheit wird.
[ 20 ] Alle die Dinge, die uns auf diese Weise durch die geisteswissenschaftliche Forschung vor die Seele treten können, sind geeignet, uns zu zeigen, wie das, was man die große Täuschung nennt, vorzugsweise darin besteht, daß der Mensch mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein nicht überschauen kann das, was er ist: daß der Mensch der ganzen Welt angehört, während durch das gewöhnliche Bewußtsein ihm eigentlich nur die Schale wie eingeschlossen gezeigt wird innerhalb der Haut und so weiter. Aber was da innerhalb dieser Eingeschlossenheit ihm gezeigt wird, ist nur ein Ausschnitt dessen, was der Mensch in Wahrheit ist, und das ist so groß wie die Welt. Und eigentlich schauen wir auf unseren Menschen schon im gewöhnlichen Leben von außen zurück. Wir können uns, wenn wir uns solche Dinge klar zum Bewußtsein bringen, ein Gefühl allmählich aneignen, wie das im Menschen vorhanden ist, was man den Ätherleib des Menschen nennt. Und wirklich, schon im gewöhnlichen Leben lassen sich Beobachtungen anstellen, welche uns zeigen, wie wenigstens dieser zweite Mensch, der ätherische Mensch im physischen Menschen darinnensteckt; nur müssen wir das Leben feiner beobachten, als es gewöhnlich beobachtet wird. Denken Sie sich einmal, Sie liegen morgens so recht faul im Bett, sind noch gar nicht geneigt aufzustehen, sondern Sie möchten liegen bleiben, und es kommt Sie schwer an, den Entschluß zu fassen, aufzustehen. Wenn Sie das nur zu Hilfe nehmen, was in Ihnen ist, so kommt es Sie schwer an, aufzustehen. Denken Sie aber, es fiele Ihnen ein, daß in dem anderen Zimmer etwas liegen könnte, was Sie seit ein paar Tagen erwarten. Es tritt ein Gedanke an etwas auf, was draußen ist: da werden Sie sehen, daß dieser Gedanke ein kleines Wunder wirken kann. Sie werden sehen, daß, wenn Sie sich diesem Gedanken etwas hingeben, Sie sogar herausspringen aus dem Bett! Was ist da geschehen? Indem Sie aufwachend untergetaucht sind in den physischen Leib, empfinden Sie das, was der physische Leib Sie empfinden läßt — das ist nicht geeignet, den Aufstehegedanken in Ihnen zu erzeugen; der Ätherleib ist in eine selbständige Verrichtung gekommen, da Sie ihn durch etwas Auswärtiges engagiert haben: da können Sie in der Tat sehen, wie Sie ihrem physischen Leib den ätherischen Leib entgegengestellt haben, und wie der Ätherleib Sie faßt und heraushebt aus dem Bett. Man kommt zu einem ganz besummten Gefühl gegenüber sich selbst, nämlich zu dem Gefühl, zuzuschauen und zu unterscheiden zwischen zwei Arten von menschlichen Verrichtungen, die man durchmacht. Es sind die Verrichtungen, die man im gewöhnlichen Trödel des Lebens tut, und solche Verrichtungen, bei denen man spürt, daß innere Aktivität sich geltend macht. Das sind feinere Beobachtungen, die man natürlich, wenn man will, immer ableugnen kann. Man muß seine Beobachtungen dem Leben anpassen und das Leben wirklich durchschauen in der Art, wie es sich stellt: dann wird das ganze Empfinden des Menschen in die rechte Richtung gedrängt. Man muß sich klar sein, daß der Weg in die geistige Welt hinein nicht auf einmal geschehen kann, sondern allmählich aus der Welt herausführt und wir so aufsteigen zu dem, was ich eben angeführt habe, wo für uns das, was uns früher Welt war, sein Totes verliert und selbst zu einer Wesenheit wird.
[ 21 ] Auf diese Weise wächst der Mensch erkennend mit der geistigen Welt zusammen. Er wächst zusammen mit demjenigen, von dem wir sagen können, daß es seinTeil ist, wenn er von sich abgelegt hat das, was er durch das Instrument des physischen Leibes hat und was im wesentlichen sein Leben ist zwischen Geburt und Tod. Wir wachsen, indem wir durch die Todespforte schreiten, hinein in die Welt, die sehr ähnlich ist derjenigen, von der jetzt eben gesprochen worden ist als der, die sich der höheren Erkenntnis ergibt. Und dann merken wir das eine unendlich Wichtige: Wir brauchen in dieser Welt, die wir betreten, wenn wir durch die Pforte des Todes schreiten, wenn wir in diese Welt uns in der richtigen Weise einleben wollen — so, wie wir in einem finsteren Zimmer, um es zu erhellen, ein Licht brauchen —, wir brauchen dort dasjenige, was wir im intimsten Innengrunde unserer Seele hier auf der Erde entwikkeln können. Das Erdenleben ist nicht etwas, was wir bloß als ein Gefängnis, als einen Kerker zu betrachten haben. Gewiß, es gehört zum naturgemäßen Fortgang der Entwickelung, daß der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet. Leben kann der Mensch selbstverständlich in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt; aber das Gesamtleben ist dazu da, daß jeder Teil von uns etwas Notwendiges, etwas Neues hinzugibt, und, indem wir durch diesen Zyklus hindurchgehen, der jetzt da ist, soll uns das Leben hier dasjenige geben, was wie eine Fackel sich entzündet, wodurch wir nicht nur leben in diesem Leben des Geistes, sondern wodurch wir erkennen und dieses Leben durchleuchtend leben. Das Licht, das uns erleuchtet, das ist dasjenige, was von uns gleichsam als das Bleibende erobert wird zwischen Geburt und Tod für das Leben zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 21 ] Auf diese Weise wächst der Mensch erkennend mit der geistigen Welt zusammen. Er wächst zusammen mit demjenigen, von dem wir sagen können, daß es seinTeil ist, wenn er von sich abgelegt hat das, was er durch das Instrument des physischen Leibes hat und was im wesentlichen sein Leben ist zwischen Geburt und Tod. Wir wachsen, indem wir durch die Todespforte schreiten, hinein in die Welt, die sehr ähnlich ist derjenigen, von der jetzt eben gesprochen worden ist als der, die sich der höheren Erkenntnis ergibt. Und dann merken wir das eine unendlich Wichtige: Wir brauchen in dieser Welt, die wir betreten, wenn wir durch die Pforte des Todes schreiten, wenn wir in diese Welt uns in der richtigen Weise einleben wollen — so, wie wir in einem finsteren Zimmer, um es zu erhellen, ein Licht brauchen —, wir brauchen dort dasjenige, was wir im intimsten Innengrunde unserer Seele hier auf der Erde entwikkeln können. Das Erdenleben ist nicht etwas, was wir bloß als ein Gefängnis, als einen Kerker zu betrachten haben. Gewiß, es gehört zum naturgemäßen Fortgang der Entwickelung, daß der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet. Leben kann der Mensch selbstverständlich in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt; aber das Gesamtleben ist dazu da, daß jeder Teil von uns etwas Notwendiges, etwas Neues hinzugibt, und, indem wir durch diesen Zyklus hindurchgehen, der jetzt da ist, soll uns das Leben hier dasjenige geben, was wie eine Fackel sich entzündet, wodurch wir nicht nur leben in diesem Leben des Geistes, sondern wodurch wir erkennen und dieses Leben durchleuchtend leben. Das Licht, das uns erleuchtet, das ist dasjenige, was von uns gleichsam als das Bleibende erobert wird zwischen Geburt und Tod für das Leben zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 22 ] Das ist es, wovon immer gesagt werden soll, daß gerade in unserer Zeit möglichst viele Menschen es begreifen sollen: daß für das geistige Leben wie eine erleuchtende Flamme dasjenige sein muß, was man hier von der geistigen Welt begreift in der physischen Welt, im physischen Leib. In gewisser Beziehung sollte gerade alles das Schwierige, was in der Gegenwart der entwickeltste Teil der Menschheit durchzumachen hat, eine Mahnung sein zur Vertiefung des seelischen Lebens, und es muß das sein, daß aus den Tiefen der menschlichen Seele herausgeholt wird eine Sehnsucht nach den Welten, denen der Mensch als Seele angehört. Möge in der Zeit, in der wir jetzt leben, vorbereitet werden jene Sehnsucht, wodurch jede Seele sich sagt: der Mensch ist noch etwas ganz anderes, als was er uns erscheint dadurch, daß er von einem Leibe umkleidet ist. Möge das, was erlebt wird, als eine Mahnung dastehen für die Vertiefung, für die Versenkung der Seele zum geistigen Empfinden, zum geistigen Sehen. Und auch wiederum aus diesem Bewußtsein der Notwendigkeit geisteswissenschaftlicher Vertiefung in unserer Zeit und aus dem Bewußtsein, daß die Schwierigkeit unserer Zeit eine Mahnung sein soll, soll auch heute geschlossen werden mit dem, womit wir immer geschlossen haben, bevor wir auseinandergehen. Hoffentlich werden wir diese Betrachtungen in nicht allzu ferner Zeit wiederum hier fortsetzen können, heute seien sie beschlossen mit den Worten:
[ 22 ] Das ist es, wovon immer gesagt werden soll, daß gerade in unserer Zeit möglichst viele Menschen es begreifen sollen: daß für das geistige Leben wie eine erleuchtende Flamme dasjenige sein muß, was man hier von der geistigen Welt begreift in der physischen Welt, im physischen Leib. In gewisser Beziehung sollte gerade alles das Schwierige, was in der Gegenwart der entwickeltste Teil der Menschheit durchzumachen hat, eine Mahnung sein zur Vertiefung des seelischen Lebens, und es muß das sein, daß aus den Tiefen der menschlichen Seele herausgeholt wird eine Sehnsucht nach den Welten, denen der Mensch als Seele angehört. Möge in der Zeit, in der wir jetzt leben, vorbereitet werden jene Sehnsucht, wodurch jede Seele sich sagt: der Mensch ist noch etwas ganz anderes, als was er uns erscheint dadurch, daß er von einem Leibe umkleidet ist. Möge das, was erlebt wird, als eine Mahnung dastehen für die Vertiefung, für die Versenkung der Seele zum geistigen Empfinden, zum geistigen Sehen. Und auch wiederum aus diesem Bewußtsein der Notwendigkeit geisteswissenschaftlicher Vertiefung in unserer Zeit und aus dem Bewußtsein, daß die Schwierigkeit unserer Zeit eine Mahnung sein soll, soll auch heute geschlossen werden mit dem, womit wir immer geschlossen haben, bevor wir auseinandergehen. Hoffentlich werden wir diese Betrachtungen in nicht allzu ferner Zeit wiederum hier fortsetzen können, heute seien sie beschlossen mit den Worten:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
