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The Rudolf Steiner Archive

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Human Destinies and the Destinies of Nations
GA 157

20 April 1915, Berlin

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Elfter Vortrag

11. Etheric Man within Physical Man

[ 1 ] Wir gedenken wiederum zuerst derjenigen, die draußen auf den großen Feldern der Ereignisse der Gegenwart stehen:

[ 1 ] Dear friends, once again let us first of all remember those who are out there at the front, in the great arena of present-day events:

Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.

Spirits of your souls, guardian guides,
On your wings let there be borne
The prayer of love from our souls
To those whom you guard here on earth.
Thus, united with your might,
A ray of help our prayer shall be
For the souls it seeks out there in love.

[ 2 ] Und für diejenigen, die infolge dieser Ereignisse schon durch die Pforte des Todes gegangen sind:

[ 2 ] And for those who because of those events have already gone through the gate of death:

Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.

Spirits of your souls, guardian guides,
On your wings let there be borne
The prayer of love from our souls
To those whom you guard in the spheres.
Thus, united with your might,
A ray of help our prayer shall be
For the souls it seeks out there in love.

[ 3 ] Der Geist, den wir durch unsere erstrebte Geist-Erkenntnis suchen, der Geist, der zu der Erde Heil, zu der Menschheit Freiheit und Fortschritt durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der sei mit euch und euren schweren Pflichten!

[ 3 ] May the spirit we are seeking as we work towards spiritual knowledge, the spirit who has gone through the Mystery of Golgotha for the good of the earth, for the freedom and progress of man, be with you and the hard duties you have to perform.

[ 4 ] Meine lieben Freunde, zunächst möchte ich Sie heute erinnern an etwas, was ich wohl zu der größten Zahl von Ihnen in gelegentlichen früheren Betrachtungen schon ausgesprochen habe. Wir kommen, wenn die Seele des Menschen sich in dem Sinne entwikkelt, der ja auch durch die öffentlichen Vorträge hinlänglich angedeutet wurde, zu einer anderen Art von Weltbild. Das Wesentliche ist, daß wir mit unserer Seele gleichsam den Weg aus der Sinnenwelt hinein in die geistige gehen.

[ 4 ] Dear friends, I want to begin today by reminding you of something I have told most of you, I think, on previous occasions. If the soul of man develops in the way I have clearly enough described in my public and other lectures, we arrive at a different image of the world. The essential point is that the soul takes the path, as it were, from the sense-perceptible into the spiritual world.

[ 5 ] Indem wir mit unserer Seele uns vorwärts entwickeln, verwandelt sich für unseren Anblick die physische Welt allmählich in die geistige Welt. Man könnte sagen, nach und nach verschwinden die Eigentümlichkeiten der sinnlich-physischen Welt, und es treten auf innerhalb unseres Bewußseinshorizontes die Gebilde und Wesenheiten und Tatsachen der geistigen Welt. Nun könnte man ein Wichtiges, das in dem, was so aufsteigt, an unser Bewußtsein herantritt, in der folgenden Weise bezeichnen: Wir selbst werden andere — selbstverständlich für unser Anschauen —, wir werden selber andere, und die Welt, die für das sinnliche Anschauen um uns herum ist, wird nun auch eine andere. Bleiben wir zunächst einmal bei dem, was uns am nächsten liegt, bei der Welt unserer Erde. Im Grunde genommen weiß der Mensch von der Welt außerhalb der Erde innerhalb des irdischen Lebenslaufes wahrhaft recht wenig, wenn wir stehenbleiben innerhalb der Art und Weise, wie wir mit unserem Erdenleben zusammengewachsen sind. Da stellt sich beim Vordringen in die geistige Welt — wir sind ja dann außerhalb unseres Leibes —, da stellt sich heraus, wenn wir auf unsern Leib oder unser ganzes physisches Leben oder überhaupt unseren ganzen Menschen zurückblicken, daß er im Grunde genommen immer reicher und reicher wird; er wird immer inhaltsvoller, dieser Mensch, er erweitert sich zu einer Welt. Es wächst geradezu der Mensch selber zu einer Welt aus, indem wir so auf ihn zurückblicken. Das ist die Wahrheit dessen, was oftmals betont wird: daß der Mensch, indem er geistig sich entwickelt, identisch wird mit der Welt. Er sieht eine neue Welt, eine Welt, innerhalb welcher er sonst steht, wie aus ihm selber hervorkommend. Er erweitert sich zu einer Welt. Von der Erde dagegen verschwindet das Feste oder dasjenige, was uns im gewöhnlichen physischen Anschauen als die Berge, Flüsse und so weiter erscheint. Das verschwindet, und wir lernen uns allmählich fühlen innerhalb der Erde, ich sage ausdrücklich innerhalb der Erde, wie in einem großen Organismus drinnen. Aus unserer eigenen Welt sind wir heraus, und diese Innenwelt, diese innere Wirklichkeit wird zu einer weiten Welt, und das, was uns als irdische Welt umgeben hat, wird wesenhaft, wird zu einem Wesen, in dem wir uns darinnen befindlich denken müssen, uns vorstellen können. Während wir aus uns herauswachsen, erweitert sich zugleich unsere Menschenwelt zu einer weiten Welt; sogleich wachsen wir dann hinein in den Erdorganismus und fühlen uns darinnen so, wie, sagen wir, wenn unser Finger Bewußtsein bekäme, er an unserem Organismus sich fühlen würde.

[ 5 ] As the development of the soul progresses the physical world will gradually change in our eyes into the spiritual world. We might say that the peculiar features of the physical, sense-perceptible, world gradually disappear and the forms, entities and realities of the spiritual world makes their appearance within the horizons of our conscious awareness. Something important comes to conscious awareness in this way, something I might describe as follows: We ourselves become different—as far as our vision is concerned, of course—we ourselves become different, and the world which is around us to be beheld With our senses then also becomes different. Let us stay with what is nearest to us to begin with: the world that is our earth. Basically speaking, people know really very little of the world beyond this earth during their life on this planet, at least if we persist in the way in which W have grown together with our earthly life. As we advance into the spiritual world—in which case we are outside our bodies—we shall find, as we look back on the body, or the whole of our physical life, or the whole human being, that basically it is growing richer and richer. This human being is all the time gaining in content, is expanding into a world. Man is actually growing and becoming a whole world as we look back on him. That is the reality of words we often hear stressed—in that through spiritual development man grows identical with the world. He sees a new world, a world he normally Is within, and sees it as though arising out of himself. He expands into a world. As far as the earth is concerned, on the other hand, all that is solid in it, all we are used to seeing as its mountains, rivers and so on, disappears. It vanishes and we gradually come to feel ourselves within the earth—please note I am saying within the earth—as though within a great organism. We have left our own world and this inner world, this inner reality, becomes a wide world, whilst the earthly world that was spread out around us now becomes an entity, a being, we must imagine ourselves to be within. As we grow out of ourselves our human world expands into a wide world; at the same time we grow into the earth organism and feel ourselves to be within it just as our finger, say, would feel itself to be part of the organism if it were to have conscious awareness.

[ 6 ] Diese Erfahrung macht der Mensch, und sie kommt bei etwas tiefer fühlenden Menschen, bei poetisch veranlagten Naturen sehr häufig einmal zum Ausdruck. So vergleicht der Mensch sehr häufig sein Aufwachen am Morgen mit dem Aufwachen der Natur draußen, selbst sein Leben am Tage mit dem Hinaufgehen der Sonne, die Abenddämmerung mit dem Bedürfnis zum Schlafen, das mit Müdigkeit eintritt. Solche Vergleiche kommen aus dem Gefühl heraus, daß der Mensch darinnensteht in der irdischen Natur. Aber solche Vergleiche sind nicht viel wert, denn sie treffen das Eigentliche nicht. Ich habe deshalb schon öfters ausgesprochen, daß, wenn wir einen Vergleich wählen wollen, der wirklich den Tatbestand ausdrückt, wir einen anderen wählen müssen als den, bei welchem wir mit dem Verlauf der Natur draußen den Verlauf beim Einschlafen und Aufwachen vergleichen. Wir müssen vielmehr unser Leben binnen vierundzwanzig Stunden vergleichen mit dem Jahreslauf der Erde. Nur dann, wenn wir den ganzen Jahreslauf nehmen, ist das ein berechtigter Vergleich mit dem, was in uns vorgeht durch einmaliges Wachen und Schlafen im Verlaufe von vierundzwanzig Stunden. Und es ist falsch, den Wachzustand des Menschen vom Aufwachen bis zum Einschlafen etwa mit dem Sommer zu vergleichen; sondern man muß gerade diesen Wachzustand in der Erdennatur draußen vergleichen mit dem Winter und muß den Sommer vergleichen mit dem Schlafzustand des Menschen. So daß wir sagen könnten, wenn wir den Vergleich anstellen: der Mensch schläft ein, das heißt er geht in den Sommer seines persönlichen Daseins, und indem er aufwacht, entwickelt er sich in den Winter seines persönlichen Daseins; und der Wachzustand würde ungefähr entsprechen dem letzten Herbst, dem Winter und dem ersten Frühling. Warum würde das den Tatsachen entsprechen? Weil, wenn wir uns auf die angedeutete Weise wirklich hinentwickeln zu einem Gliede des ganzen Erdenorganismus, wir in der Tat zu beachten haben, wie im Sommer das, was der Geist der Erde ist, schläft; das ist der wirkliche Schlafzustand der Erde, da tritt das große Bewußtsein des Geistes der Erde zurück. Mit dem Frühling beginnt der Erdgeist einzuschlafen, und er wacht auf im Herbst, wenn die ersten Fröste sind; er denkt dann, er hat seinen wachen Denkzustand. Das ist der Gang des Tages des Erdgeistes durch das Jahr hindurch.

[ 6 ] That is the experience human beings will have, an experience quite frequently brought to expression by more poetic natures. It is very common for instance for people to compare their awakening in the morning with the awakening of nature around them, their life in the course of the day with the ascent of the sun, and dusk with the need for sleep that develops as we get tired. Such comparisons arise with the feeling men have of being part of earthly nature. They are not worth much, however, for they do not touch on what really matters. As I have said on a number of previous occasions, if we want to choose a comparison that is really in accord with the facts we cannot compare what goes on when we go to sleep and wake up with the processes occurring in nature outside. Instead, we must compare 24 hours in our life with the seasonal cycle of the year. We must take the whole cycle of the seasons to make a fair comparison with what happens in us in a single waking-and-sleeping cycle of 24 hours.57See, for example, the lectures Rudolf Steiner gave (a) in Augsburg on 14 March 1913 and (b) in Stockholm on 8 June 1913, both in Die Welt des Geistes and ihr Hereinragen in das physische Dasein (GA 150). In English as (a) ‘The Interactivity of the Good Progressive Powers and of the Retarding Forces—The Significance of These Truths for Teachers’ in Anthroposophical News Sheet 16:45-8 (NSL 398) (tr. not mentioned); and (b) ‘Nature and Spirit in the Light of Spiritual Scientific Knowledge’ in Anthroposophical News Sheet 3:42-4 (NSL 147) (tr. not mentioned). It is quite wrong to compare the period during which a person is awake—between waking up and going to sleep—to summer for instance. This waking state has to be compared to winter in outside nature whilst summer has to be compared to the sleeping state in man. Making the comparison we would therefore say: The human being goes to sleep and this means he enters into the summer of his personal existence, and in waking up he progresses into the winter of his personal existence. The waking state would approximately correspond to late autumn, winter and early spring. Why would this be in accord with the facts? Because, in evolving into part of the whole earth organism in the way I have indicated, we would indeed have to note that the spirit of the earth is asleep in summer. The earth is then truly asleep; the great conscious awareness of the earth's spirit is dimming. As spring comes the earth's spirit begins to go to sleep. It wakes up again in autumn when the first frosts come. Then it is thinking, it is awake and thinking. That is how a day for the earth's spirit corresponds to the cycle of a year.

[ 7 ] Wenn wir auf den schlafenden Menschen zurückschauen, dann sehen wir in der Tat, wie dieses Einschlafen des Menschen bedeutet, indem er mit dem Ich und dem astralischen Leib herausgeht, ein wirkliches Entstehen einer Art pflanzlicher Tätigkeit im Organismus, aus dem der astralische Leib und das Ich herausgegangen sind. Das fängt an, im Innern des Menschen eine Tätigkeit hervorzurufen. Wir empfinden wirklich die ersten Zustände des Schlafes wie den Beginn eines vegetativen Prozesses, und der Schlaf verläuft so, daß sich der Körper gleichsam für den hellseherischen Anblick durchsetzt mit einem Pflanzenwachstum, das wir wirklich dann durch imaginative Erkenntnis sehen. Nur wächst diese Vegetation anders als die Vegetation der Erde. Solche Dinge können erzählt werden, und man kann viel darüber meditieren und man kommt dann immer weiter.

[ 7 ] Looking back upon a sleeping person we can indeed see how his going to sleep means that ego and astral body are leaving the body. A kind of plant-type activity does actually develop in the organism when astral body and ego have departed from it. Their departure initiates a particular activity in the inner man. We really experience the first stages of sleep as the onset of a vegetative process, and sleep progresses in such a way that to the clairvoyant eye the body is pervaded with vegetative growth processes that are genuinely apparent to imaginative perception. This vegetation has a different way of growing from that of the earth's vegetation, however. These things can be told and they can be much meditated on and in this way we continue to make progress.

[ 8 ] Bei der Erde wachsen die Pflanzen vom Boden herauf. Anders ist es, wenn wir dieses «Pflanzenwachstum» beim Menschen beobachten. Da wachsen die Pflanzen so, daß sie die Wurzeln draußen haben, und sie wachsen in den Menschen hinein; die Blüten also müssen wir suchen innerhalb des Menschen. Dieser Mensch ist wirklich sehr schön, ich meine so, wie ihn der hellsehend Gewordene im Schlafe sieht. Er ist gleichsam eine ganze Erde, die sprießt und sproßt, in die hinein eine Vegetation wächst. Dasjenige, was den Anblick beeinträchtigt, das ist, daß wir zu gleicher Zeit den Eindruck haben, daß der Astralleib die Wurzeln benagt. Und das stellt sich als der Verlauf des Schlafes dar. Während die Tierwelt dasjenige, was während des Sommers wächst, verbraucht, aufzehrt von oben herunter, finden wir, daß unser Astralleib in der Tat wie die Tierwelt wirkt, nur benagt er die Wurzeln. Würde das nicht sein, so würden wir jenen Kern nicht entwickeln können, den wir durch die Pforte des Todes hinüberführen. Das, was sich der Astralleib auf diese Weise aneignet, stellt dasjenige vor, was wir als Erträgnis des Lebens in Wahrheit durch die Pforte des Todes tragen. Ich beschreibe die Dinge, wie sie vor dem hellsichtigen Bewußtsein auftauchen. Und geradeso wie der Winter über die Erdenfrüchte kommt und diese Erdenfrüchte hinwegfrostet, möchte ich sagen, so ist das, wenn der Astralleib und das Ich untertauchen in den ätherischen und physischen Leib, ein Wegfrosten desjenigen, was während der Nacht an Vegetation, an geistigem Pilanzenwachstum in unserem Organismus aufgetreten ist.

[ 8 ] The plants of the earth grow upwards from the soil. It is different when we observe this ‘plant growth’ in man. The plants have their roots outside and grow into the human being. This means that we have to look for the flowers inside the human being. The human being is very beautiful when seen asleep by someone who has grown Clairvoyant. He is like a whole earth shooting and sprouting, with vegetation growing into it. The picture is to some extent marred, however, for we get the impression at the same time that the astral body is gnawing away at the roots. That is how the progress of sleep presents itself. The animal world consumes, eats up, the plants that grow in summer. And we find that our astral body acts like the animal world except that it gnaws at the roots. If this did not happen we would not able to develop that core which we take through the gate of death. what the astral body makes its own in this way is the harvest of life which we do, in truth, take with us through the gate of death. I am describing things the way they appear to clairvoyant awareness. And just as winter comes upon the fruits of the earth and its frosts kill those fruits of the earth, so the entry of our astral body and ego into the etheric and physical body is like a frost coming to kill the vegetation, the spiritual plant growth, that has come up in the organism during the night.

[ 9 ] In dem, was ich als den Erdgeist bezeichnet habe, der wirklich eine solche persönliche Wesenheit ist wie wir selber, nur daß er ein anderes Dasein führt — denn für ihn ist ein Jahr ein Tag —, innerhalb dieses Erdgeistes wird uns alles das anschaulich, was ich auseinandergesetzt habe von dem Impuls von Golgatha, denn da drinnen findet man die belebende Kraft, die vor dem Mysterium von Golgatha nicht in der Erde war; in ihr findet man sich geborgen, aufgenommen durch den Geist, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Und man bekommt dadurch die Gewißheit, daß dieser Geist wirklich ausgeflossen ist in die Erde durch das Mysterium von Golgatha. Das wird uns bewußt, wenn wir uns wirklich versenken können in den Zustand, in dem für uns die Erde ein Wesen ist, dem wir selber angehören, wie ein Fingerglied unserem Organismus angehört. So kann es gar nicht anders sein, als daß für den Menschen unserer Zeit die okkulte Vertiefung in die Welt einen Zug annimmt religiöser Versenkung in das, was als das Göttliche die Welt durchströmt und durchgeistigt. Daher ist es so, daß wirkliche Erkenntnis der geistigen Welt niemals das religiöse Fühlen nehmen, sondern im Gegenteil nur vertiefen kann.

[ 9 ] The entity I have called the earth's spirit is indeed an individual entity, just as we are, except that it has a different form of existences with a year being a day for it. Within the earth's spirit we are able to perceive everything I have said of the impulse of Golgotha,58This is a subject frequently referred to, e.g. in the following lectures: (a) Nuremberg, 23 June 1908, in Die Apokalypse des Johannes (GA 104); in English as The Apocalypse of St. John (tr. Johanna Collis) (London) Rudolf Steiner Press 1977; (b) Kassel 6 and 7 July 1909 in Das Johannes-Evangelium im Verhältnis zum den drei anderen Evangelien, besonders zu dem Lukas-Evangelium (GA 112); in English as The Gospel of St. John in Relation to the Other Three Gospels, particularly to the Gospel of St. Luke (tr. S. and L. Lockwood) Anthroposophic Press, New York and Rudolf Steiner Press, London 1948. for within it we find the life-giving energy that was not in the earth prior to Golgotha. In it we find ourselves secure, accepted by the spirit which has gone through the Mystery of Golgotha. We become aware of this when we are able to enter fully into the state where the earth has become a being, an entity, of which we are part of the way a finger is part of our organism. It is inevitable therefore that when modern man enters deeply into the world in an occult way there is also a touch to this of religious immersion in the divine element that streams through the world, filling it with spirit. It is a fact that genuine perception of the spiritual world will never deprive man of religious feeling but rather make such feeling more profound.

[ 10 ] Ich wollte eine Andeutung geben von dem, wie es wirklich aussieht, wenn man in die Bilderwelt des Geistig-Realen hineinkommt; denn das, als was wir uns im alltäglichen, physischen Bewußtsein erscheinen, ist nur ein Scheinbild, ist nur ein innerer Kern. Aber ich werde gleich schon sagen müssen, daß dies falsch ist, weil Worte ja nicht leicht zu prägen sind für diese bedeutsamen Tatsachen, und das, als was wir uns erscheinen, ist immer an uns, wenn wir mit unserem Seelischen außerhalb unseres Leibes sind. Deswegen ist es nicht richtig, zu sprechen: es ist ein Kern, weil eine Frucht die Schale außen, und das, was wertvoll ist, darinnen hat. Aber wie es so vielfach beim Geistigen umgekehrt ist, so ist beim Menschen das Wertvolle draußen, und was Schale ist, das ist innen: das Innere ist das Schalenhafte, und das Geistige ist das, was man räumlich als das Schalenhafte bezeichnen kann. Man erfährt, wenn man den Weg in die geistige Welt hinein geht, daß der Mensch nicht ein einfaches Wesen, sondern ein kompliziertes Wesen ist. Das haben wir uns schon hinlänglich angeeignet, daß der Mensch mit dem, was er in sich trägt, teilnimmt an allen Welten, die dem Menschen zugänglich sind. Mit unserem physischen Leib gehören wir der physischen Welt an; mit dem Seelischen gehören wir der seelischen Welt an; mit unserem Geiste der geistigen Welt. Wir reichen in die drei Welten hinein. Wir wissen, daß, wenn der Mensch den Weg in die geistige Welt hinein macht, er sich in der Tat wie in einer Art Vervielfachung erlebt. Das ist das Beängstigende, daß die bequeme Einheit sich verteilt, daß man tatsächlich eine Empfindung dafür empfängt, man gehöre mehreren Welten an. Nun kann man die verschiedensten Gesichtspunkte geltend machen. Ich will heute einen besonderen Gesichtspunkt geltend machen, indem ich Sie noch hinweise auf das, was meinen letzten Vorträgen wiederholt zugrunde gelegt worden ist.

[ 10 ] I wanted to give an indication of what it really looks like when we enter into the world of images of spiritual reality. What we seem to be to ourselves in our ordinary everyday physical awareness is mere semblance, is only an inner core. Yet at the same time it has to be said that this is not correct, for it is not easy to find the words for these significant truths. What we seem to be to ourselves is always at our periphery when we are outside the body with our soul element. It is therefore not correct to say it is a core, for a fruit has its shell or peel on the outside and its valuable part inside. But many things are the other way round when it comes to the spirit, and the valuable part of man is outside and the shell or peel equivalent is inside. The inner part is shell-like by nature and the spiritual part is what may be called the shell-like part in terms of space. We come to see when we take the path into the spiritual world that the human being is far from simple and indeed very complex. Something we have already made our own to quite an extent is the knowledge that man bears within him something through which he takes part in all the worlds that are accessible to him. Through our physical body we are part of the physical world, through the soul element within us we are part of the soul world, and, through our spirit, of the spiritual world. We extend into these three worlds. We know that when a human being takes the path into the spiritual world he will in fact experience himself in a kind of multiple reproduction. This is what causes anxiety. Our comfortable feeling of being of one piece is broken up and one does indeed get the feeling of belonging to several worlds. This may be presented from many different points of view. Today I shall take one particular point of view, drawing your attention again to what has been the basis of my recent lectures.

[ 11 ] Wenn wir das menschliche Leben nach innen hin anschauen, so müssen wir es uns gegliedert denken, und wenn wir heraustreten aus dem Leibe, so zeigt sich der Mensch wirklich in die vier Glieder auseinandergelegt. Da ist zunächst die Kraft, die unserer Erinnerung zugrunde liegt. In der Erinnerung lassen wir dasjenige auferstehen vor unserem Bewußtsein, was wir in früheren Zeiten schon erlebt haben. Diese Erinnerung bringt in unser Leben einen Zusammenhang hinein, so daß dieses Leben zwischen Geburt und Tod eine Einheit ist. Ein Zweites ist dann dasjenige, was wir unser Denken, was wir Vorstellen nennen. Ich kann hier diese Begriffe nicht weiter auseinandersetzen, darauf kommt es jetzt nicht an; aber was Vorstellungstätigkeit ist, ist das, was in der Gegenwart verläuft. Und wenn wir noch weiter vorrücken, so bekommen wir das Fühlen, und noch weiter das Wollen. Indem wir in uns hineinschauen, erscheint uns unser eigenes Innere als Erinnern, als Denken, als Fühlen, als Wollen. Nun können wir die Frage aufwerfen: was ist der wesentliche Unterschied zwischen diesen vier Verrichtungen der Seele? Die gewöhnliche Psychologie zählt diese Verrichtungen der Seele auf, und sie unterscheidet nicht weiter. Aber auf die Wahrheit kommt man erst dann, wenn man auf das Wesen dieser vier Seelenverrichtungen eingehen kann, und da kommt man darauf, daß das Wollen gewissermaßen das Baby unter unseren Seelentätigkeiten ist; das Fühlen ist schon älter, das Denken ist noch älter, und die Tätigkeit, die in der Erinnerung ausgeübt wird, ist der Greis, ist das Älteste unter unseren Seelentätigkeiten. Sie werden noch klarer das einsehen, wenn ich Ihnen den folgenden Gesichtspunkt geltend mache.

[ 11 ] Considering the life of man in its inner aspects we must think of it as based on a number of principles, and when we step outside the body man will indeed be found to be divided into four principles. First of all there is the power on which our memory is based. Through memory we raise into consciousness the things we experienced earlier on in life. Memory creates a context for our life, making this life between birth and death a whole. A second principle is the one we call thinking, the forming of ideas. I cannot define it in detail here, for that is not the point, but the activity of forming ideas takes place in the present. And moving further ahead we come to feeling and yet further on to will activity. Looking into ourselves, our own inner life appears in the activities of remembering, thinking, feeling and exerting our will. Now we may ask: ‘What is the essential difference between these four functions of the soul?’ Psychologists will merely list these functions as a rule, making no further distinction between them. We shall arrive at the truth only by going into the essential nature of these four functions of the soul. We shall then find that will activity is more or less the baby among our soul functions; feeling activity is older, thinking still older, and the activity performed in remembering is the ‘old man’, the oldest of our soul functions. You will understand this more clearly if I present the matter to you from the following point of view.

[ 12 ] Wir haben wiederholt davon gesprochen, wie der Mensch sich nicht nur entwickelt hat auf der Erde, sondern wie dieser Entwickelung vorangegangen sind die alte Mondentwickelung, die alte Sonnenentwickelung und die alte Saturnentwickelung. Der Mensch ist nicht erst auf der Erde entstanden, er hat gebraucht, um das zu werden, was er jetzt ist, diese Entwickelung durch Saturn, Sonne und Mond hindurch. Nun sehen Sie, dasjenige, was wir in unserem Wollen entwickeln, so wie wir diesen Willen jetzt kennen, das ist Erdenprodukt für den Menschen, das ist eigentlich noch nicht einmal abgeschlossen in seiner Entwickelung, das ist vollständiges Erdenprodukt. Während der Mondentwickelung war der Mensch noch nicht ein selbständig wollendes Wesen; Engel haben für ihn gewollt. Das Wollen hat gleichsam erst eingestrahlt seit der Erdenentwickelung. Dagegen ist das Fühlen schon angeeignet worden während der Mondentwickelung, das Denken während der Sonnenentwickelung und die Erinnerung während der alten Saturnentwickelung. Und wenn Sie das, was ich jetzt sage, mit anderem zusammenbringen, was in der «Akasha-Chronik» und in der «Geheimwissenschaft» ausgedrückt ist, so wird sich Ihnen ein wichtiger Zusammenhang ergeben. Während der Saturnentwickelung ist die erste Anlage entstanden zum physischen Leib des Menschen, während der Sonnenentwickelung zum menschlichen Ätherleib, während der Mondentwickelung zum menschlichen Astralleib, und während der Erdenentwickelung bildet sich das menschliche Ich aus.

[ 12 ] It has been said on a number of occasions that man's development has not been on this earth only but that his present evolution was preceded by evolution on the Old Moon, the Old Sun and on Old Saturn. Man did not just come into being on this earth. To become what he is now he needed to go through evolution on Saturn, Sun and Moon. Now, you see, any will activity we develop is a product of man's earth life. Will evolution is not yet complete, in fact, and it is entirely a product of earth evolution. During Moon evolution man was not yet endowed with an independent will. Angels willed for him. Will activity may be said to have radiated in only with earth evolution. Feeling on the other hand was already acquired during Moon evolution, thinking during Sun evolution and remembering during Saturn evolution. If you now take this together with the thoughts expressed in my Cosmic Memory and Occult Science,59Steiner, Rudolf: Aus der Akasha-Chronik, 1904 (GA 11); in English as Cosmic Memory: Atlantis and Lemuria (tr. Karl E. Zimmer) Rudolf Steiner Publications, New York 1971. Die Geheimwissenschaft im Umriss, 1910 (GA 13); in English as Occult Science: An Outline (tr. G. and M. Adams) Rudolf Steiner Press, London 1969. you will discover an important connection. During Saturn evolution the first beginnings of man's physical body arose; during Sun evolution those of man's ether body; during Moon evolution those of man's astral body; and now, during earth evolution, the human ego is evolving.

[ 13 ] Nun betrachten wir einmal für sich das, was wir die Erinnerungstätigkeit nennen. Was ist das Erinnern? In der Seele bleibt ebenso irgend etwas von dem Bilde eines Ereignisses, das wir durchlebt haben, wie in dem Buch, das wir lesen, etwas bleibt von dem, was der gedacht hat, der das Buch geschrieben hat. Wenn Sie ein Buch vor sich haben, so können Sie alles lesen, alles das denken — manchmal auch nicht, aber das rechne ich jetzt nicht —, was der gedacht hat, der das Buch geschrieben hat. Das Erinnern ist eine unterbewußte Lesetätigkeit; was bleibt, sind Zeichen, die der Ätherleib in den physischen Leib eingegraben hat. Wenn Sie vor Jahren ein Erlebnis gehabt haben, so haben Sie das, was in dem Erlebnis zu erfahren war, durchgemacht. Was bleibt, sind Eindrücke, die der Ätherleib in den physischen Leib hinein macht; und wenn Sie sich jetzt erinnern, so ist das Erinnern ein unterbewußtes Lesen.

[ 13 ] Let us now take a separate look at the process we call remembering. What is this? The soul retains something of the image of an event we have experienced just as a book we are reading has within it something of the thoughts of the person who wrote it. When you have a book before you, you are able to read and to think—not always perhaps, but I'll ignore that—everything thought by the person who wrote the book. Remembering is a subconscious reading process; the record consists in signs the ether body has engraved into the physical body. If something happened to you years ago, you went through the experiences to be gained from that event. What remains of this are impressions made by the ether body in the physical body. When you recall the event now, the act of remembering is a subconscious reading process.

[ 14 ] Die geheimen Vorgänge, die im Organismus vor sich gehen, damit der Ätherleib die Zeichen eingraben kann, die der Erinnerung zugrunde liegen, die sind hineingebildet worden während der alten Saturnentwickelung. Es ist in der Tat so, daß wir in unserem Organismus eben diesen geheimen Saturnorganismus tragen; der lebt sich so aus, daß wir in ihm eine Wesenhaftigkeit sehen können, in welche der Ätherleib das einzutragen vermag in Zeichen, was er äußerlich an Erlebnissen hat, um es dann wieder herauszuholen in der Erinnerung. Daß der Mensch diese unterbewußte Schreibetätigkeit ausübt, das hat er im wesentlichen davon her, daß in seinen ersten sieben Lebensjahren der Körper, gerade dasjenige im physischen Leib, was die Einprägungen empfangen soll, noch geschmeidig ist. Deshalb soll man nicht, wie ich zum Beispiel in meiner Schrift über «Die Erziehung des Kindes» aufmerksam gemacht habe, das Kind dadurch malträtieren, daß man sein Gedächtnis ausbildet. In den ersten sieben Jahren handelt es sich darum, daß der geschmeidige Organismus seinen eigenen, elementaren Kräften überlassen bleibt, daß wir ihn da nicht malträtieren. Wir sollen daher dem Kinde möglichst viel erzählen, aber nicht einen allzu großen Wert darauf legen, daß das Kind jetzt schon künstlich das Gedächtnis ausbilden soll, sondern sich selbst überlassen bleibt in bezug auf die Gedächtnisausbildung. In dieser Weise wird Geisteswissenschaft für das pädagogische Leben von ungeheurer Wichtigkeit sein.

[ 14 ] The hidden processes in the organism which enable the ether body to engrave the signs on which memory depends were in-formed into it during Old Saturn evolution. It is a fact that our organism holds within it this hidden Saturn organism. This may be perceived as a genuine entity into which the ether body is able to enter the signs which record the experiences that come from outside, to recall them again in the process of remembering. Essentially, man owes this subconscious recording faculty to the fact that his body, and specifically the element within the physical body which is to receive those imprints, is still pliable during the first seven years of life. It is therefore important not to subject children to forced memory training. I have drawn attention to this in The Education of the Child.60Steiner, Rudolf: ‘Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft’ (1907) in Lucifer-Gnosis: Grundlegende Aufsatze zur Anthroposophie aus den Jahren 1903–1908 (GA 34): in English as The Education of the Child In the Light of Anthroposophy (tr. M. and G. Adams) Rudolf Steiner Press, London 1975. During the first seven years the still pliable organism should be left to its own elementary powers and we should not use coercion. We should tell children as much as we can but not attach too much value to artificial memory development, rather leaving the child to itself where memory development is concerned. This is a point where spiritual science is of tremendous importance in educational life.

[ 15 ] Ebenso wie die Erinnerungsfähigkeit zu den ältesten Bestandteilen der Menschennatur gehört, so gehört die Tätigkeit, die dem Denken zugrunde liegt, zu dem, was man das auf der Sonne Gebildete nennen kann. Das ist verhältnismäßig auch alt. Die Sonnenkräfte enthalten das, was im Menschen den ätherischen Leib so organisiert, daß er diese eigentümliche Tätigkeit des Denkens, des Vorstellens ausüben kann. Sie sehen daraus, daß man weit, weit in den Kosmos zurückgreifen muß, wenn man die Frage beantworten will: warum kann der Mensch sich erinnern, und warum kann er denken? Man muß zurückgreifen bis in die Saturn- und Sonnenentwickelung.

[ 15 ] The ability to remember is thus one of the oldest elements in human nature. The activity on which thinking is based is part of what may be said to have evolved on the Sun. It, too, is relatively ancient. The Sun-forces contain a principle which organizes man's ether body in such a way that it is able to perform this specific function of thinking, of forming ideas. So you see that it is necessary to go far, far back in the cosmos in order to answer the question: Why is man able to remember, and why is he able to think? It is necessary to go back as far as the Saturn and the Sun stages of evolution.

[ 16 ] Wenn man die Gefühlstätigkeit des Menschen ins Auge faßt, braucht man nur zurückzugreifen bis zur Mondentwickelung und bei der Willenstätigkeit bis zur Erdenentwickelung. Sie werden dadurch manches verstehen. Menschen, welche ganz besonders geprägt sind von ihren früheren Inkarnationen her, nicht geschmeidig sind, sondern scharf geprägt sind, bei denen wird sich viel hineinpressen in den Organismus. Es werden Menschen sein, die ein fast automatisches Gedächtnis haben, aber produktiv werden sie nicht viel aus ihrem Denken heraus entwickeln. Während Sie also vorzugsweise mit dem physischen Leib zusammenbringen müssen die Erinnerungstätigkeit des Menschen, mit dem ätherischen Leib die Denktätigkeit, mit dem astralischen Leib die Gefühlstätigkeit des Menschen, werden Sie daher mit dem Ich zusammenbringen müssen vorzugsweise die Willenstätigkeit des Menschen. Der Mensch sagt nur dadurch zu sich Ich, daß er ein Willenswesen ist. Wenn er nur denken würde, so würde das Leben doch nur wie ein Traum ablaufen. Nun sind wir auf diese Weise, ich möchte sagen, ein organischer Zusammenhang von inneren Seelenbetätigungen, die sich im Laufe der Entwickelung in unser Seelenwesen hineingeprägt haben. Ich sagte mit Bezug auf unser Wollen, es habe sich erst während der Erdenentwickelung herausgebildet, auf dem Monde haben noch die geistigen höheren Hierarchien für den Menschen gewollt, die Angeloi. Dadurch war das ganze Wollen des Menschen während der Mondentwickelung ein solches, daß man, wenn man es wiederum in das hellseherische Bewußtsein zurückruft, zwar eine höhere Stufe erblickt, aber doch ein unwillkürliches Wollen beim Menschen, wie wir auf der Erde es bei der Tierentwickelung haben. Das Tier folgt notwendig dem, was in ihm kocht und brodelt, es ist in dem gemeinsamen Willen seiner Gattungswesenheit darinnen.

[ 16 ] To consider man's ability to feel we need only go back as far as the Moon, and for will activity to earth evolution. This will make many things clear to you. Certain individuals bear a particularly strong imprint of earlier incarnations; they are not pliable but clear cut. Much will imprint itself upon their organism. These are people with an almost automatic memory who however cannot be very creative in their thinking. The faculty of remembering thus relates predominantly to the physical body; the ability to think to the ether body; man's feelings and emotions to the astral body; and his will activity above all to the ego. Man is only able to refer to himself as T because he is a creature of will. If he were only able to think, life would proceed as in a dream. All this means that we are an organic complex of soul functions which were imprinted into our soul life in the course of evolution. I have said that our will activity only evolved during earth evolution and that spiritually higher hierarchies, the Angeloi, willed for man on the Moon. The result was that during Moon evolution all will activity in man was such that if we recall it to clairvoyant consciousness we will indeed see it to have been at a higher level, yet it was involuntary will activity in man, as we see it in animal evolution on earth today. Animals will of necessity follow whatever seethes and boils up within them for they live within the common will of the species.

[ 17 ] Wie während der Mondentwickelung geistige Wesen höherer Art, also die Angeloi, für uns gewollt haben, so wirken jetzt die geistigen Wesen höherer Art, indem sie unser Karma von einer Inkarnation zur anderen bestimmen. Nicht in unserem Willen wirken die Angeloi, wohl aber wirken sie im fortgehenden Strom unseres Karma. Geradeso wie der Mensch der Mondentwickelung den Willen nicht als den seinen gefühlt hat, sondern als den des Engels, so leben wir nicht als Menschen der Erde in der Meinung, daß wir unser Karma machen: geregelt wird es von den Geistern der höheren Hierarchien. Nur dann, wenn unser Wille gewissermaßen einmal schweigen kann, dann kann es vorkommen, daß etwas durchscheint auch für das nicht hellseherisch gewordene Bewußtsein von dem, was sonst verborgen bleibt von dem Gang des Karma.

[ 17 ] During Moon evolution, therefore, spiritual entities of a higher kind, the Angeloi, did our willing for us. Now, the spiritual entities of a higher kind are active in determining our karma from one incarnation to the next. The Angeloi are no longer active in our will but in the ongoing stream of our karma. During Moon evolution man did not feel his will to be his own; in the same way we do not, living on earth, believe that we make our own karma. It is controlled by spirits from the higher hierarchies. Only at times when our will is for once able to be still, as it were, will it be possible to have a glimmer of the progress of karma even for non-clairvoyant consciousness, a progress that normally stays hidden.

[ 18 ] Halten Sie das fest, was ich ausgeführt habe, daß sich im Menschen ein Kern bildet, der durch die Pforte des Todes in das geistige ' Reich eingeht: dieser Kern ist der Träger unseres Karma. Was jeder von uns morgen tun wird, das ist karmisch schon heute in ihm bestimmt. Wir könnten, wenn wir nicht auf der Erde die Aufgabe hätten, den Willen zu entwickeln, unser Karma durchschauen. Wir würden es so weit durchschauen können, daß wir unter Umständen für die nächste Zeit unser Leben voraussehen könnten. Aber indem in den karmischen Strom der Wille hineinschlägt, verdunkelt uns der den Ausblick auf das, was mit uns, sagen wir, am nächsten Tage geschieht. Nur dann, wenn der Wille vollständig schweigt, dann kann es sein, daß etwas durchblickt von dem, was nicht durch uns, sondern mit uns geschieht. Ein Beispiel will ich dafür anführen, das von Erasmus Francisci erzählt wird und auf Wahrheit beruht. Erasmus Francisci wohnte als junger Mensch bei seiner Tante; und da träumte ihm einmal, daß ein Mann, dessen Name ihm auch im Traume zugerufen wurde, auf ihn schießen werde, aber er werde nicht erschossen, sondern seine Tante werde ihm das Leben retten. So träumte er. Am nächsten Tage, bevor irgend etwas geschehen war, erzählte er den Traum seiner Tante. Diese beunruhigte sich sehr über diesen Traum, sagte ihm, daß ganz kürzlich erst wirklich jemand in ihrer Nachbarschaft erschossen worden sei, und riet ihrem Neffen dringend, lieber zu Hause zu bleiben, damit ihm nichts zustoße. Sie gab ihm noch den Schlüssel zur Apfelkammer, damit er jederzeit hinaufgehen könne, sich Äpfel zu holen. Er ging nun zu seiner Stube hinauf und setzte sich an seinen Tisch, um etwas zu lesen. Das, was er da gelesen hatte, war jedoch etwas, was ihn in diesem Momente weniger interessierte als der Schlüssel zur Apfelkammer in seiner Tasche, den ihm seine Tante gegeben hatte. Er entschloß sich, hinaufzugehen zur Kammer. Kaum war er aber aufgestanden, als ein Schuß krachte, der gerade so gerichtet war, daf3 die Kugel die Stelle traf, an der sein Kopf sich befunden hatte, während er las. Wäre er nicht aufgestanden, so wäre die Kugel mitten durch ihn durchgegangen. Der Diener des benachbarten Hauses, dessen Name tatsächlich so lautete, wie er dem Frasmus Francisci im Traum zugerufen worden war, und der ihm unbekannt war, dieser Diener wußte nicht, daß die zwei Gewehre, die er zu behandeln hatte, geladen waren, und als er anfing herumzuhantieren, ging das Gewehr los, und wäre Francisci nicht in jenem Augenblick aufgestanden, um zur Apfelkammer zu gehen, deren Schlüssel ihm seine Tante gegeben hatte, wäre er unfehlbar erschossen worden. Der Traum ist also absolut eine Wiedergabe desjenigen, was sich am nächsten Tage abgespielt hat.

[ 18 ] Please hold on to the fact I have stated—that a core forms in man which enters into the spiritual realm through the gate of death. This core is the vehicle for our karma. Karma has today already determined what each of us will be doing tomorrow. We would be able to see through our karma if it were not our mission on earth to develop the will. We would be able to see through it to the effect that we could under certain circumstances foresee our immediate future. But the will irrupts into the karmic stream and this obscures the prospect, say, of what will happen to us tomorrow. The will has to be completely silent; only then will it be possible for something to come through of what will happen not through us but to us. As an example, let me give you a story told of Erasmus Francisci.61von Schubert, Gotthelf Heinrich: Die Symbolik des Traumes (Leipzig 1840) S. 10 f This is based on the truth. As a young man Erasmus Francisci lived with his aunt. On one occasion he dreamed that a man whose name was shouted out to him in his dream was going to take a shot at him, but that he would not be killed, for his aunt would save his life. That was his dream. The next day, before anything had actually happened, he told the dream to his aunt. She got rather worried, telling him that someone had been shot dead quite recently in the neighbourhood. She strongly advised her nephew to stay at home so that nothing might happen to him. She gave him the key to the apple loft so that he might go up at any time and get himself some apples. The young man went up to his room and sat at his desk to read something. Yet what he had been reading was of less interest to him at the moment than the key to the apple loft which his aunt had given and which was in his pocket. He decided to go up there. Hardly had he got up from his chair when a shot rang out and the bullet went exactly to the place where his head had been. If he had not got up the bullet would have gone straight through him. A servant in the house next door—whose name was indeed the one called out to Erasmus Francisci in his dream, a name not known to him before—this servant had not known that the two guns he was supposed to clean were loaded and the gun went off as he started to handle it. If Francisci had not got up to go to the apple loft at that very moment, his aunt having given him the key, he would without doubt have lost his life. His dream therefore had shown exactly what was to happen the following day.

[ 19 ] Sie sehen, hier liegt ein Ergebnis vor, von dem wir sagen können, daß bei demselben der Wille gar nichts zu tun hat, denn mit dem Willen konnte Francisci nichts tun; er konnte sich nicht selber schützen, es brach etwas herein, das in das Karma des Menschen so hineinfällt, daß der Mensch weiterleben sollte. Da war es so, daß der das Karma bewirkende Geist schon den rettenden Gedanken hatte. Es ist der Traum die Voraussicht des das Karma lenkenden Geistes, der hinschaut auf das, was am nächsten Tage geschieht, und weil bei diesem jungen Menschen eine solche Seelenanlage da war, daß gleichsam durch natürliche Meditation die Seele schon eine bestimmte Vertiefung erfahren hatte, trat dadurch etwas ein, was ich vergleichen könnte mit etwas im äußeren Leben. Nicht wahr, der Mensch ist ja nur im eingeschränkten Maße ein Prophet in bezug auf das äußere irdische Leben. In gewissem Sinne sind wir alle Propheten, denn Sie alle wissen, daß es morgen zu einer bestimmten Zeit hell werden wird und so weiter, oder daß jemand, der heute übers Feld geht, voraussagen kann, wie es morgen über diesem Felde aussehen wird; aber was er nicht voraussehen wird, ist, ob es zum Beispiel morgen regnen wird auf diesem Felde und so weiter. So ist es auch mit Bezug auf das Innere. Der Mensch lebt gemäß seinem Willen, und das Karma steckt in diesem Willen darinnen. Wie man sich aneignen kann eine empfindende Erkenntnis für das Nächste, so kann bei gewissen Menschen, die eine innere Vertiefung der Seele erleben, ein solcher Lichtpunkt für das Innere gerade für diejenigen Ereignisse eintreten, wo der Wille zu schweigen hat. Für das Studium der Geisteswissenschaft ist es wichtig, manchmal den Blick auf solche Dinge hinzuwerfen, weil es uns zeigt, wie im Menscheninnern durchaus etwas lebt, was in die Zukunft hineinweist und was der Mensch nicht überschauen kann mit dem gewöhnlichen Bewußtsein. Durch den schweigenden Willen kommt das Karma durch.

[ 19 ] An event occurred of which we are able to say that the will was in no way involved, for Francisci would not achieve anything with his will. He could in no way protect himself; something irrupted into the karma of this individual to the effect that this life was to continue. The spirit controlling his karma had already had the idea that would save his life. The dream represented the pre-vision of the spirit guiding the young man's karma, perceiving what was to happen the next day. Francisci's state of soul was such that a certain depth had already been achieved through natural meditation as it were, and as a result something occurred which I might also compare with something in external life. I think you will agree that man's gift of prophesy with regard to external life on earth is rather limited. In a certain sense we are all prophets for we all know that dawn will come at a certain time tomorrow and so on, or someone walking across a field today will be able to say what that field is going to look like tomorrow. He will not be able to foretell whether rain is going to fall on that field the next day and so on. It is the same with regard to the inner life. Man lives according to his will, and his karma lies within that will. It is possible to develop a certain sense for what is coming next, and in the same way there are certain people whose inner soul has been deepened and for whom an inner point of light may arise for events where the will has to fall silent. It is important in the pursuit of spiritual science to consider such things on occasion, for we then see that there certainly is something alive within man that points to the future, something man is not able to encompass in his ordinary state of consciousness. Karma emerges through a will that has fallen silent.

[ 20 ] Alle die Dinge, die uns auf diese Weise durch die geisteswissenschaftliche Forschung vor die Seele treten können, sind geeignet, uns zu zeigen, wie das, was man die große Täuschung nennt, vorzugsweise darin besteht, daß der Mensch mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein nicht überschauen kann das, was er ist: daß der Mensch der ganzen Welt angehört, während durch das gewöhnliche Bewußtsein ihm eigentlich nur die Schale wie eingeschlossen gezeigt wird innerhalb der Haut und so weiter. Aber was da innerhalb dieser Eingeschlossenheit ihm gezeigt wird, ist nur ein Ausschnitt dessen, was der Mensch in Wahrheit ist, und das ist so groß wie die Welt. Und eigentlich schauen wir auf unseren Menschen schon im gewöhnlichen Leben von außen zurück. Wir können uns, wenn wir uns solche Dinge klar zum Bewußtsein bringen, ein Gefühl allmählich aneignen, wie das im Menschen vorhanden ist, was man den Ätherleib des Menschen nennt. Und wirklich, schon im gewöhnlichen Leben lassen sich Beobachtungen anstellen, welche uns zeigen, wie wenigstens dieser zweite Mensch, der ätherische Mensch im physischen Menschen darinnensteckt; nur müssen wir das Leben feiner beobachten, als es gewöhnlich beobachtet wird. Denken Sie sich einmal, Sie liegen morgens so recht faul im Bett, sind noch gar nicht geneigt aufzustehen, sondern Sie möchten liegen bleiben, und es kommt Sie schwer an, den Entschluß zu fassen, aufzustehen. Wenn Sie das nur zu Hilfe nehmen, was in Ihnen ist, so kommt es Sie schwer an, aufzustehen. Denken Sie aber, es fiele Ihnen ein, daß in dem anderen Zimmer etwas liegen könnte, was Sie seit ein paar Tagen erwarten. Es tritt ein Gedanke an etwas auf, was draußen ist: da werden Sie sehen, daß dieser Gedanke ein kleines Wunder wirken kann. Sie werden sehen, daß, wenn Sie sich diesem Gedanken etwas hingeben, Sie sogar herausspringen aus dem Bett! Was ist da geschehen? Indem Sie aufwachend untergetaucht sind in den physischen Leib, empfinden Sie das, was der physische Leib Sie empfinden läßt — das ist nicht geeignet, den Aufstehegedanken in Ihnen zu erzeugen; der Ätherleib ist in eine selbständige Verrichtung gekommen, da Sie ihn durch etwas Auswärtiges engagiert haben: da können Sie in der Tat sehen, wie Sie ihrem physischen Leib den ätherischen Leib entgegengestellt haben, und wie der Ätherleib Sie faßt und heraushebt aus dem Bett. Man kommt zu einem ganz besummten Gefühl gegenüber sich selbst, nämlich zu dem Gefühl, zuzuschauen und zu unterscheiden zwischen zwei Arten von menschlichen Verrichtungen, die man durchmacht. Es sind die Verrichtungen, die man im gewöhnlichen Trödel des Lebens tut, und solche Verrichtungen, bei denen man spürt, daß innere Aktivität sich geltend macht. Das sind feinere Beobachtungen, die man natürlich, wenn man will, immer ableugnen kann. Man muß seine Beobachtungen dem Leben anpassen und das Leben wirklich durchschauen in der Art, wie es sich stellt: dann wird das ganze Empfinden des Menschen in die rechte Richtung gedrängt. Man muß sich klar sein, daß der Weg in die geistige Welt hinein nicht auf einmal geschehen kann, sondern allmählich aus der Welt herausführt und wir so aufsteigen zu dem, was ich eben angeführt habe, wo für uns das, was uns früher Welt war, sein Totes verliert und selbst zu einer Wesenheit wird.

[ 20 ] All the things brought before our soul in this way through spiritual research are able to show us that what we call the great illusion consists predominantly in man being unable to perceive the full picture, in his ordinary consciousness, of what he is—that man is part of the whole world whilst his ordinary consciousness really only shows him the shell, as though he were enclosed within his skin, and so on. Yet what he is shown within this enclosedness is merely a fraction of what man really is, for he is as big as the whole world. We really only look back on man from the outside in ordinary life. In becoming fully aware of these things we can gradually develop a feeling for the presence in man of what is known as his ether body. It is indeed possible to make observations in ordinary life that show at least this second human being, the etheric man, within the physical human being. Imagine you are having a nice lazy lie-in one morning, not feeling inclined to get up as yet; you'd like to stay in bed and it is difficult to find the resolution to get up. If you depend entirely on what is within you it will be difficult to reach the point of getting up. But now imagine there is something in the next room which you have been waiting for during the last few days. The thought occurs of something out there and you will find that this thought can bring about a minor miracle. You will find that once you enter into this thought for a bit you will actually leap from your bed! What has happened? As you woke up, entering again into the physical body, you felt whatever the physical body made you feel and this was not likely to give rise to the thought of getting up. Your ether body then came to act independently, because you engaged it in something outside yourself. There you can see how you have been opposing your ether body to the physical body and how the ether body took hold of you and lifted you out of bed. You arrive at a very specific feeling regarding yourself, the feeling of being an onlooker and making distinction between two kinds of human actions which we perform. There are the actions we perform in the ordinary run of life and those where one is aware of inner activity coming to the fore. These are rather subtle observations and it is, of course, always possible to deny them. We have to attune our observations to life and really see through life and the way it presents itself. Then man's whole inner perception will move in the right direction. It has to be clearly understood that the path to the spiritual world cannot be achieved all at once. It gradually leads out of the world so that we ascend to the point I have just referred to, where what used to be the world for us loses its deadness and itself becomes a living entity.

[ 21 ] Auf diese Weise wächst der Mensch erkennend mit der geistigen Welt zusammen. Er wächst zusammen mit demjenigen, von dem wir sagen können, daß es seinTeil ist, wenn er von sich abgelegt hat das, was er durch das Instrument des physischen Leibes hat und was im wesentlichen sein Leben ist zwischen Geburt und Tod. Wir wachsen, indem wir durch die Todespforte schreiten, hinein in die Welt, die sehr ähnlich ist derjenigen, von der jetzt eben gesprochen worden ist als der, die sich der höheren Erkenntnis ergibt. Und dann merken wir das eine unendlich Wichtige: Wir brauchen in dieser Welt, die wir betreten, wenn wir durch die Pforte des Todes schreiten, wenn wir in diese Welt uns in der richtigen Weise einleben wollen — so, wie wir in einem finsteren Zimmer, um es zu erhellen, ein Licht brauchen —, wir brauchen dort dasjenige, was wir im intimsten Innengrunde unserer Seele hier auf der Erde entwikkeln können. Das Erdenleben ist nicht etwas, was wir bloß als ein Gefängnis, als einen Kerker zu betrachten haben. Gewiß, es gehört zum naturgemäßen Fortgang der Entwickelung, daß der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet. Leben kann der Mensch selbstverständlich in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt; aber das Gesamtleben ist dazu da, daß jeder Teil von uns etwas Notwendiges, etwas Neues hinzugibt, und, indem wir durch diesen Zyklus hindurchgehen, der jetzt da ist, soll uns das Leben hier dasjenige geben, was wie eine Fackel sich entzündet, wodurch wir nicht nur leben in diesem Leben des Geistes, sondern wodurch wir erkennen und dieses Leben durchleuchtend leben. Das Licht, das uns erleuchtet, das ist dasjenige, was von uns gleichsam als das Bleibende erobert wird zwischen Geburt und Tod für das Leben zwischen Tod und neuer Geburt.

[ 21 ] Gaining in insight, man thus grows together with the spiritual world. He grows together with what we may call his portion which remains when he has put away from him everything gained through the instrument of the physical body, everything which essentially made up his life between birth and death. In going through the gate of death we grow into a world very similar to the one I have just spoken of as the one revealed to higher perception. And then we shall discover something that is very important. In the world we enter on passing through the gate of death, if we want to make ourselves at home in it in the right way, we shall just as we need a light to illumine a dark room—need whatever we have been able to develop within our innermost souls whilst here on earth. Earth life is not something to be regarded merely as a dungeon, a prison cell. It is certainly part of the natural progress of evolution that man has to go through the gate of death. And he can of course live the life between death and rebirth. But life as a whole exists in order that every part of us adds something that is necessary, something new. As we go through the present cycle, life here is to give us something that ignites like a torch, so that we are not merely alive in this life of the spirit but gain insight and live so as to illumine the whole of this life. The light which illumines us is the one thing we gain between birth and death that shall remain for our life between death and rebirth.

[ 22 ] Das ist es, wovon immer gesagt werden soll, daß gerade in unserer Zeit möglichst viele Menschen es begreifen sollen: daß für das geistige Leben wie eine erleuchtende Flamme dasjenige sein muß, was man hier von der geistigen Welt begreift in der physischen Welt, im physischen Leib. In gewisser Beziehung sollte gerade alles das Schwierige, was in der Gegenwart der entwickeltste Teil der Menschheit durchzumachen hat, eine Mahnung sein zur Vertiefung des seelischen Lebens, und es muß das sein, daß aus den Tiefen der menschlichen Seele herausgeholt wird eine Sehnsucht nach den Welten, denen der Mensch als Seele angehört. Möge in der Zeit, in der wir jetzt leben, vorbereitet werden jene Sehnsucht, wodurch jede Seele sich sagt: der Mensch ist noch etwas ganz anderes, als was er uns erscheint dadurch, daß er von einem Leibe umkleidet ist. Möge das, was erlebt wird, als eine Mahnung dastehen für die Vertiefung, für die Versenkung der Seele zum geistigen Empfinden, zum geistigen Sehen. Und auch wiederum aus diesem Bewußtsein der Notwendigkeit geisteswissenschaftlicher Vertiefung in unserer Zeit und aus dem Bewußtsein, daß die Schwierigkeit unserer Zeit eine Mahnung sein soll, soll auch heute geschlossen werden mit dem, womit wir immer geschlossen haben, bevor wir auseinandergehen. Hoffentlich werden wir diese Betrachtungen in nicht allzu ferner Zeit wiederum hier fortsetzen können, heute seien sie beschlossen mit den Worten:

[ 22 ] This is the one thing of which we must say again and again that as many people as possible must come to understand it, particularly in the present time. All we come to understand of the spiritual world whilst here in the physical world in our physical bodies shall be as a flame to illumine the life of the spirit. In a certain sense all the difficult things the most developed part of mankind has to go through in the present time serve as a reminder that we need to deepen the life of the soul, and it will have to come about that from the depths of the human soul a longing is brought forth for the worlds of which man is part because of his soul. Let us hope that the present time will cause a longing to arise in which every soul says to itself: Man is something quite different again from what he appears to be in so far as he wears the garment of a body. May the events we are experiencing serve to remind us of the need to deepen our soul life, to let the soul become immersed in spiritual perceptiveness, spiritual vision. Out of our awareness for this need to enter deeply into spiritual science in the present time, and the awareness that the difficulties of the present time are intended as a warning, let us again conclude the way we have always concluded these meetings. I hope it will be possible to continue in the not too distant future. For today let us conclude with the words:

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.

Out of courage shown in battle,
Out of the blood shed in war,
Out of the grief of those who are left,
Out of the people's deeds of sacrifice
Spirit fruits will come to grow
If souls with knowledge of the spirit
Turn their mind to spirit realms.