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The Shaping of Destiny
and Life after Death
GA 157a

18 November 1915, Berlin

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Zweiter Vortrag

Second Lecture

[ 1 ] Als erstes obliegt mir die schwere, traurige Pflicht, Ihnen die Nachricht zu überbringen, daß zu denjenigen, die wir heute schon zu den Sphärenmenschen zu rechnen haben, auch unsere liebe Freundin, die Leiterin der Münchener Loge, Fräulein Stinde, gehört. Sie hat gestern abend diesen physischen Plan verlassen. Es ist keine Möglichkeit, in den ersten Augenblicken über diesen für unsere Gesellschaft so außerordentlich schweren, bedeutungsvollen Verlust zu sprechen, ich will nur ganz wenige Worte über dieses für uns so schmerzliche, bedeutsame Ereignis im Beginne der heutigen Betrachtungen zu Ihnen sprechen.

[ 1 ] First and foremost, it is my heavy and sad duty to inform you that our dear friend, the leader of the Munich Lodge, Miss Stinde, is now among those we must count as having passed into the spiritual realms. She left this physical plane yesterday evening. It is impossible to speak in these first moments about this loss, which is so extraordinarily heavy and significant for our society; I wish only to say a few words to you at the beginning of today’s reflections regarding this event, which is so painful and significant for us.

[ 2 ] Fräulein Stinde gehört ja zu denjenigen, die wohl in den weitesten Kreisen unserer Freunde, ich möchte sagen, wie selbstverständlich bekannt sind. Sie gehört zu denen, welche unsere Sache im Allertiefsten ihres Herzens ergriffen haben, sich ganz mit unserer Sache identifiziert haben. In ihrem und ihrer Freundin, der Gräfin Kalckreuth, Haus konnte ich ja im Jahre 1903 die ersten intimen Vorträge über unsere Sache, die ich in München zu halten hatte, geben. Und man darf sagen: Von diesem ersten Mal an, da uns Fräulein Stinde nähertrat, verband sie nicht nur ihre ganze Persönlichkeit, sondern ihre ganze, auch so wertvolle, so ausgezeichnete, so tief in die Waagschale fallende Arbeitskraft mit unserer Sache. Sie verließ ja dasjenige, was ihr vorher als ein künstlerischer Beruf teuer war, um sich ganz und einzig, mit ihrer ganzen Kraft, in den Dienst unserer Sache zu stellen. Und sie hat in einer selten objektiven, in einer ganz unpersönlichen Weise seit jener Zeit intensiv für diese unsere Sache im engeren Kreise und im weiteren Kreise gewirkt. Für München war sie ja die Seele unseres ganzen Wirkens. Und sie war eine solche Seele, von der man sagen konnte, daß sie durch die inneren Qualitäten ihres Wesens die allerbeste Garantie dafür abgab, daß an diesem Orte unsere Sache in der allerbesten Weise sich entwickeln könne. Sie wissen ja, meine lieben Freunde, es hatten die Aufführungen der Mysterienspiele und all dasjenige, was damit verbunden war für München, den dort für uns tätigen Persönlichkeiten eine ganze Reihe von Jahren hindurch eine riesige Arbeitslast auferlegt. Dieser Arbeitslast unterwarf sich Fräulein Stinde mit ihrer Freundin in der allerintensivsten Weise, und vor allen Dingen darf gesagt werden, in der allerverständnisvollsten Weise, in einer Weise, die ganz herausgeboren war aus dem innersten Wesen unserer Sache, aus dem Wollen, das nun selber aus diesem inneren Wesen unserer Sache herausgeboren werden kann. Und man darf ja vielleicht auch andeuten, daß die intensive Arbeit, welche Fräulein Stinde geleistet hat, wirklich ihre Lebenskraft in den letzten Jahren sehr stark verzehrt hat. So daß man wirklich sich gestehen muß: Diese wertvolle, vielleicht etwas zu schnell in den letzten Jahren aufgezehrte Lebenskraft war in der schönsten, in der tief-befriedigendsten Weise unserer Sache gewidmet. Und es ist wohl unter denen, welche Fräulein Stinde näher kannten, niemand, der sich des Eindruckes je ganz erwehren konnte, daß gerade diese Persönlichkeit zu unseren allerbesten Arbeitern gehörte. Es ist gewiß, meine lieben Freunde, manches auch in der Tätigkeit von Fräulein Stinde da oder dort mißverstanden worden, und es steht zu hoffen, daß auch diejenigen unserer Freunde und Anhänger, welche das Wirken Fräulein Stindes durch Vorurteil verkannt haben, nachträglich das Sonnenhaft-Kraftvolle, das von dieser Persönlichkeit ausgegangen ist, voll anerkennen werden. Und jene, die aus unserem weiteren Kreise beobachten konnten, was Fräulein Stinde für unsere Sache tat, sie werden ihr ja mit allen denen, die ihr nähergestanden haben, das allertreueste Andenken bewahren. Wie wir ja gerade von ihr sicher sein können, daß wir das Wort ganz besonders betonen dürfen, welches in diesen Tagen ja öfters ausgesprochen werden mußte in Anknüpfung an den Abgang vom physischen Plane mancher unserer Freunde — es darf gerade im Hinblick auf Fräulein Stinde bei dem vielen Angefochtenwerden und bei der Gegnerschaft, die unsere Sache in der Welt hat, dieses Wort betont werden: Wir, die wir ja treu und ehrlich zu den geistigen Welten uns bekennen, zählen jene, die nur die Form ihres Daseins gewechselt haben, die aber als Seelen treu mit uns vereint sind, trotzdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind, zu unseren wichtigsten, bedeutungsvollsten Mitarbeitern. Jene Schleier, die noch vielfach diejenigen umgeben, die im physischen Leibe verkörpert sind, die fallen ja nach und nach ab, und die Seelen dieser unserer teuren Toten wirken — dessen sind wir gewiß — mitten unter uns. Und wir brauchen, meine lieben Freunde, gerade solche Hilfe. Wir brauchen solche Hilfe, die nicht mehr angefochten wird vom physischen Plane aus, solche Hilfe, die auch keine Rücksicht mehr zu nehmen hat in bezug auf die Hemmnisse des physischen Planes. Und wenn wir den tiefen, ernsthaftesten Glauben an das Fortkommen unserer Sache in der Weltkultur haben, so ist es mit darum, daß wir uns voll bewußt sind, daß diejenigen, die einmal zu uns gehört haben, auch dann, wenn sie mit geistigen Mitteln aus der geistigen Welt unter uns wirken, unsere besten Kräfte sind. Manchmal wird das Vertrauen, das wir in unsere Sache brauchen, sich erhärten müssen daran, daß wir wissen: Wir danken unseren toten Freunden, daß sie mitten unter uns sind und daß wir mit ihren Kräften vereint die Arbeit für die geistige Weltenkultur leisten können, die uns obliegt.

[ 2 ] Miss Stinde is, of course, one of those who are well known—I might even say as a matter of course—among the widest circles of our friends. She is one of those who have taken our cause to heart in the deepest sense and have identified themselves completely with it. It was in her home and that of her friend, Countess Kalckreuth, that I was able to give the first intimate lectures on our cause in 1903, which I was to deliver in Munich. And one may say: From that very first time Miss Stinde drew closer to us, she committed not only her entire personality, but also her entire—so valuable, so outstanding, so deeply influential—working power to our cause. She left behind what had previously been dear to her as an artistic profession in order to place herself wholly and solely, with all her strength, in the service of our cause. And since that time, she has worked intensively for our cause, both within our inner circle and beyond, in a rare, objective, and entirely impersonal manner. For Munich, she was indeed the soul of our entire endeavor. And she was the kind of soul of whom one could say that, through the inner qualities of her being, she provided the very best guarantee that our cause could develop in the very best way in this place. You know, my dear friends, that the performances of the Mystery Plays and everything associated with them had imposed a huge workload on the people working for us in Munich for a whole series of years. Miss Stinde and her friend took on this workload in the most intense way possible, and above all, it must be said, in the most understanding way, in a way that sprang entirely from the innermost essence of our cause, from the will that can itself be born out of this inner essence of our cause. And one may perhaps also suggest that the intensive work Miss Stinde performed truly consumed her life force very greatly in recent years. So that one really must admit: This precious life force, perhaps somewhat too rapidly consumed in recent years, was dedicated to our cause in the most beautiful, in the most deeply satisfying way. And there is surely no one among those who knew Miss Stinde closely who could ever quite shake the impression that this very personality was among our very best workers. It is certain, my dear friends, that some aspects of Miss Stinde’s work were misunderstood here and there, and it is to be hoped that even those of our friends and supporters who, through prejudice, failed to recognize Miss Stinde’s work will, in retrospect, fully acknowledge the sunny, powerful energy that radiated from this personality. And those who, from our wider circle, were able to observe what Miss Stinde did for our cause will, together with all those who were closer to her, preserve the most faithful memory of her. Just as we can be certain of this regarding her, we may particularly emphasize the words that have had to be spoken so often in recent days in connection with the departure from the physical plane of many of our friends—and especially with regard to Miss Stinde, given the many trials she faced and the opposition our cause encounters in the world, these words must be emphasized: We, who faithfully and honestly profess our belief in the spiritual worlds, count among our most important and significant collaborators those who have merely changed the form of their existence but who, as souls, remain faithfully united with us, even though they have passed through the gate of death. Those veils that still often surround those incarnated in physical bodies are gradually falling away, and the souls of our dear departed—of this we are certain—are at work right here among us. And we need, my dear friends, precisely this kind of help. We need help that is no longer challenged from the physical plane, help that no longer has to take into account the obstacles of the physical plane. And if we have the deepest, most earnest faith in the progress of our cause within world culture, it is partly because we are fully aware that those who once belonged to us—even when they work among us through spiritual means from the spiritual world—are our greatest strengths. At times, the confidence we need in our cause will have to be strengthened by the knowledge that we thank our departed friends for being in our midst and that, united with their powers, we can carry out the work for the spiritual world culture that is incumbent upon us.

[ 3 ] In diesem Sinne nur wollte ich mit ein paar Worten heute schon dieses schmerzliche Ereignis berühren und nur noch sagen, daß die Kremation am nächsten Montag um 1 Uhr in Ulm stattfinden wird.

[ 3 ] With this in mind, I wanted to say a few words today about this painful event and simply mention that the cremation will take place next Monday at 1 p.m. in Ulm.

[ 4 ] Ich möchte nun fortfahren in den Betrachtungen, die wir vorgestern begonnen haben. Nicht wahr, solche Zeiten wie die unsrige, in denen so mannigfaltig das Rätsel des Todes an die Menschenseele herantritt — wir haben es schon vorgestern betont —, die mahnen ganz besonders daran, nachzufragen, welche Klarheit der Mensch gewinnen kann über die geistigen Welten. Zeiten, in denen die Menschheit so schweren Prüfungen ausgesetzt ist, wie die gegenwärtige ist, sie sind ja geradezu dazu geschaffen, die Menschenseele die Richtung dahin nehmen zu lassen, wo die Fragen ihr aufgehen nach den Wesenheiten der geistigen Welten. Denn wer, meine lieben Freunde, möchte nicht an jeder Stelle in dem, was heute innerhalb eines großen Teiles der Kulturwelt geschieht, das große Lebensrätsel aufgehen sehen? Und wer möchte nicht ahnen, daß große Zusammenhänge verborgen sind hinter solchen Ereignissen, wie sie heute in unserer weiteren Umgebung leben und die Menschenseelen, die Menschenherzen durchzucken mit Schmerz, mit Leid, aber auch mit Hoffnung und mit Zuversicht?

[ 4 ] I would now like to continue the reflections we began the day before yesterday. Isn’t it true that times such as ours, in which the mystery of death approaches the human soul in so many ways—as we emphasized the day before yesterday—remind us in a very special way to ask what clarity a human being can gain regarding the spiritual worlds? Times in which humanity is subjected to such severe trials as the present one is, are indeed made for the human soul to turn toward where the questions arise concerning the beings of the spiritual worlds. For who, my dear friends, would not wish to see the great mystery of life unfold in every aspect of what is happening today within a large part of the civilized world? And who would not suspect that great connections lie hidden behind such events as those unfolding today in our wider surroundings—events that pierce human souls and hearts with pain and suffering, but also with hope and confidence?

[ 5 ] Gewiß, wer mit einem nur kurzreichenden Blicke die Weltenereignisse anschaut, der wird solche umfangreichen Ereignisse nach dem nächsten beurteilen, das ihnen vorangegangen ist und das ihnen folgen kann. Wer aber nur auch äußerlich, ohne in irgend etwas Esoterisches einzugehen, den Gang der Weltenereignisse anblickt und frühere Zeiten mit gegenwärtigen Zeiten vergleicht, der wird sich bewußt werden können, wie unendlich viel zusammenhängen kann, sagen wir, mit dem, was sich in einer ganz anderen Art als die Wirkungen nachher in der Welt nunmehr abspielt. Es sind jetzt viele Menschen, die sagen, die gegenwärtigen kriegerischen Ereignisse seien bloßes Ergebnis äußerer politischer Gegensätze, Gegensätze der einzelnen Nationen, der einzelnen Völker. Gewiß ist das wahr. Und nicht darum handelt es sich, im engeren Sinne irgend etwas einzuwenden gegen die Wahrheit einer solchen Auffassung. Aber wenn Sie zum Beispiel im Beginne des mittelalterlichen Lebens die Kämpfe nehmen, die sich abgespielt haben zwischen den in Mitteleuropa und den in Südeuropa lebenden, vor allen Dingen das Römische Reich einnehmenden Völkerschaften, so kann man auch sagen, diese Kämpfe, die sich da abgespielt haben in Form von politischen Kämpfen, gingen hervor aus politischen Gegensätzen, die da bestanden haben, hatten ihre Ursachen in diesen unmittelbar naheliegenden Gegensätzen. Aber nun sind diese Kämpfe abgelaufen. Sie haben gewisse Konfigurationen des ganzen europäischen Lebens hervorgerufen. Wenn Sie nur ein wenig die Geschichte aufschlagen und sich ansehen, was dazumal geschehen ist durch die Kämpfe der mitteleuropäischen Völkerschaften mit, sagen wir, den Völkerschaften des Römerreiches, so werden Sie sich sagen: Es ist aus einer älteren Konfiguration der europäischen Welt eine spätere Konfiguration dieser europäischen Welt entstanden. Aber wenn man ganz würdigen will, um was es sich dabei handelt, dann muß man die ganze nachfolgende Geschichte ins Auge fassen. Denn diese nachfolgende Geschichte, wie sie sich abgespielt hat in Europa, sie hätte sich nicht so abspielen können, wie sie sich abgespielt hat, hätten nicht die Kämpfe dazumal gerade den Ausgang genommen, den sie genommen haben.

[ 5 ] Certainly, anyone who views world events with a narrow-minded perspective will judge such far-reaching events in light of what preceded them and what may follow. But anyone who observes the course of world events merely from the outside, without delving into anything esoteric, and compares earlier times with the present, will be able to realize how infinitely much can be connected, let us say, with what is now taking place in the world in a manner entirely different from the subsequent effects. There are many people today who say that the current warlike events are merely the result of external political conflicts, conflicts between individual nations, between individual peoples. Certainly, that is true. And it is not a matter of objecting, in the strict sense, to the truth of such a view. But if you take, for example, the conflicts that took place at the beginning of the Middle Ages between the peoples living in Central Europe and those in Southern Europe—above all, the peoples who had conquered the Roman Empire— then one can also say that these struggles, which took place there in the form of political conflicts, arose from political antagonisms that existed there and had their causes in these immediately apparent antagonisms. But now these struggles have run their course. They have brought about certain configurations of European life as a whole. If you just open a history book and look at what happened back then through the struggles of the Central European peoples with, let’s say, the peoples of the Roman Empire, you will say to yourself: A later configuration of the European world has emerged from an earlier configuration of that world. But if one wishes to fully appreciate what this is all about, then one must take the entire subsequent history into account. For this subsequent history, as it unfolded in Europe, could not have unfolded as it did had the struggles of that time not taken precisely the course they did.

[ 6 ] Und was gehört alles zu dieser europäischen Geschichte? Die ganze Art und Weise, wie sich das Christentum in Europa ausgebreitet und eingelebt hat, gehört dazu! Und wenn Sie sich die tieferen Zusammenhänge anschauen, so können Sie sich sagen: Mit allem, was in den folgenden Jahrhunderten geschehen ist, liegt die Sache so, daß dieses durch Jahrhunderte Geschehene wie mit seiner Ursache zusammenhing mit den damaligen Kämpfen. Das heißt, mit den Ereignissen, auf die wir hingedeutet haben, hängt zusammen die ganze spätere Konfiguration der europäischen Welt, bis in die geistigen Verhältnisse hinein. Und betrachten Sie das nur in seinem ganzen Schwergewicht, so daß Sie sich sagen: dadurch, wie sich nun das Christentum in Europa ausbreitete, wie es seine Gestalt angenommen hat dadurch, daß die jungen germanischen Völker gegen die altgewordenen römischen Völker ihre Jugendkraft vereinigt haben mit dem, was als eine reifste Frucht, als die christliche Verkündigung in die Menschheit hineinfloß, dadurch ist eine gewisse europäische Atmosphäre geschaffen worden, in die die folgenden Seelen hineinversetzt worden sind.

[ 6 ] And what exactly is part of this European history? The entire way in which Christianity spread and took root in Europe is part of it! And if you look at the deeper connections, you can say to yourself: With everything that happened in the centuries that followed, the situation is such that these events, which unfolded over centuries, were connected in their cause to the struggles of that time. That is to say, the entire subsequent configuration of the European world, right down to its spiritual conditions, is connected to the events we have pointed out. And if you consider this in all its significance, you will say to yourself: through the way Christianity spread in Europe, through the form it took as the young Germanic peoples united their youthful vigor against the aging Roman peoples with what flowed into humanity as the ripest fruit, the Christian proclamation—through this, a certain European atmosphere was created into which the subsequent souls were placed.

[ 7 ] Also wie die Seelen gelebt haben in folgenden Jahrhunderten, wie die Seelen in den folgenden Jahrhunderten geworden sind, das hängt zusammen mit diesen Ereignissen. Wenn daher ein Mensch damals gesagt hätte: Nun, was ist das weiter? Es ist ein politischer Gegensatz der Völker zwischen Süd- und Mitteleuropa —, so würde er recht gehabt haben. Aber derjenige, der gesagt hätte: Sieh hin, die Konfiguration der geistigen Kultur aller folgenden Jahrhunderte nimmt ihren Ausgang von dem, was hier geschieht —, so hätte der auch recht gehabt, und er hätte in weiterem Sinne recht gehabt. Damit, daß? man von irgend etwas die naheliegenden Ursachen auffindet, daf man sagt, was die nächstliegenden Gegensätze sind, hat man nicht die ganze Schwere des Ereignisses getroffen. Die Dinge dieser Welt hängen aufs innigste zusammen. Und wenn wir innerlich Stärkung brauchen, um sozusagen die rechte Kraft zu finden für das Vertreten unserer Sache, dann brauchen wir uns nur zu erinnern, daß in einem wahrhaft noch kleineren Zirkel, als der unsrige einer ist, zusammengesessen haben diejenigen, die im Beginne der christlichen Verkündigung die große Weltwahrheit des Christentums vertreten haben. Ich habe schon öfter diesen Vergleich gebraucht, aber wir wollen ihn auch heute noch einmal anwenden.

[ 7 ] So how souls lived in the centuries that followed, how souls came to be in the centuries that followed—this is connected to these events. If, therefore, a person back then had said: “Well, what is this all about? It is a political conflict between the peoples of Southern and Central Europe”—he would have been right. But the one who would have said: “Look, the configuration of the spiritual culture of all subsequent centuries takes its origin from what is happening here”—he too would have been right, and he would have been right in a broader sense. By finding the obvious causes of something, by stating what the most immediate opposites are, one has not grasped the full gravity of the event. The things of this world are most intimately connected. And if we need inner strength, so to speak, to find the right power to defend our cause, then we need only remember that in a circle truly even smaller than ours, those who represented the great universal truth of Christianity at the beginning of the Christian proclamation sat together. I have used this comparison often before, but let us apply it once more today.

[ 8 ] Es gab eine Zeit, die können wir geradezu so beschreiben: Wir sehen das alte Römische Reich. Wir sehen es leben ganz und gar in der Atmosphäre der alten heidnischen Weltanschauung. Wir sehen dieses Reich mit seinen Menschen, die gewissermaßen die obere Schichte bilden. Da unten, wahrhaftig noch mehr unten als unser «unten» heute ist, wirklich im gewöhnlichen Sinne «unten», in den Katakomben unter der Erde, sehen wir die ersten, an Zahl spärlichen Christen, mit dem, was ganz fremd ist der Weltkultur oben, aber was sie so in ihren Herzen tragen, daß die Kraft, mit der sie es tragen, eben weltumschaffend ist. Und, meine lieben Freunde, wenn wir uns diese Katakomben vergegenwärtigen: da unten in den Katakomben, mit ihren Gedanken nach dem Christus-Impuls hin gerichtet, sehen wir die ersten Christen, und oben über ihren Köpfen die Römer — Sie wissen ja, wie die mit den ersten Christen verfahren sind, ich brauche es Ihnen nicht zu erzählen. Und wenn Sie sich ein paar Jahrhunderte danach das Bild vor die Seele malen, wie anders sieht es aus! Hinweggefegt ist das, was oben war, und hinaufgedrungen von unten nach oben ist das, was verachtet unten im Verborgenen war. Gewiß, die Zeiten und die Formen, in denen so etwas geschieht, ändern sich, aber das Wesentliche bleibt. Von denjenigen, die heute die äußere Wissenschaftskultur, die äußere geistige Kultur vertreten, wenn es auch nicht örtlich und wörtlich zu nehmen st, kann auch gesagt werden, sie fühlen sich «oben», und sie nennen das, was getrieben wird in unseren Reihen, eine Weltanschauung von ein paar Sektierern, ein paar unnormalen Köpfen. Aber derjenige, der wirklich in das Wesen dieser unserer Weltanschauung eindringt und der sich vor allen Dingen damit durchdringt, er darf die Zuversicht haben, daß auch hier einmal das Unten das Oben sein wird. Und da können sich dann schon die Gedanken zusammenschließen, die Gedanken der umgestalteten Welt, die aus der so schweren Zeit unserer Tage hervorgehen wird, sich anschließend an das, was im Geistigen die Menschheit ergreifen muß. Denn es gibt kaum eine größere Ähnlichkeit im geschichtlichen Werden als die Ähnlichkeit zwischen unserer Zeit und derjenigen, die sich abgespielt hat, als die alte römische Kultur noch oben und das Christentum, von wenigen getreuen Seelen vertreten, noch unten war.

[ 8 ] There was a time that we can describe quite simply as follows: We see the ancient Roman Empire. We see it living entirely within the atmosphere of the ancient pagan worldview. We see this empire with its people, who, in a sense, form the upper class. Down there—truly even further down than our “down” is today, truly “down” in the ordinary sense—in the catacombs beneath the earth, we see the first, few in number, Christians, with something entirely foreign to the world culture above, yet something they carry so deeply in their hearts that the power with which they bear it is truly world-transforming. And, my dear friends, when we picture these catacombs: down there in the catacombs, with their thoughts directed toward the Christ impulse, we see the first Christians, and above their heads the Romans—you know, of course, how they treated the first Christians; I need not tell you. And if you picture the scene in your mind a few centuries later, how different it looks! What was above has been swept away, and what was despised and hidden below has risen from below to above. Certainly, the times and forms in which such things happen change, but the essence remains. Of those who today represent the outward culture of science, the outward spiritual culture—though this should not be taken literally or in a narrow sense—it can also be said that they feel they are “on top,” and they call what is being pursued in our ranks a worldview of a few sectarians, a few abnormal minds. But the one who truly penetrates the essence of our worldview and who, above all, imbues himself with it, may have the confidence that here, too, the bottom will one day become the top. And then the thoughts can come together—the thoughts of the transformed world that will emerge from the difficult times of our day—in harmony with what must take hold of humanity in the spiritual realm. For there is scarcely a greater similarity in the course of history than the similarity between our time and that which took place when the ancient Roman culture was still on top and Christianity, represented by a few faithful souls, was still at the bottom.

[ 9 ] Aufmerksam machen möchte ich darauf, wenn ich auch nicht durch ein allzu genaues, pedantisches Hinweisen auf diese Dinge unsere Empfindungen, die in diesen Tagen weit sein sollen, zu stark verengen will, daß gerade dieses gut ist, wenn wir uns so unser Zeitalter und das Rom vom ersten Aufgange des Christentums wie als Bilder für unsere Imagination vor die Seele halten.

[ 9 ] I would like to point out—though I do not wish to narrow our sensibilities, which should be broad these days, too much by referring to these things in an overly precise, pedantic manner—that this is precisely what is good when we hold our own age and the Rome of the early Christian era before our minds as images for our imagination.

[ 10 ] Nun, meine lieben Freunde, viele, die heute dem, was wir Geisteswissenschaft nennen, entgegentreten, müssen ja zweifellos das ganz Andersartige desjenigen empfinden, was Geisteswissenschaft vertreten muß, gegenüber dem, was sonst allgemein unter den heute «normal» benannten Menschen vertreten wird. Aber auch da brauchen wir nur darauf zu blicken, wenn wir dies in rechter Weise verstehen wollen, wie doch ganz andersartig die erste Verkündigung des Christentums war gegenüber demjenigen, was bei den damals normal Genannten, etwa den Römern, gang und gäbe war. Mit einem solchen Gedanken muß man sich vertraut machen, wenn immer wieder und wiederum uns entgegnet wird, daß man ja mit den Mitteln, die berechtigte Erkenntnismittel sind, solche Welten nicht erreichen könne wie die, von denen hier die Rede ist. Aber wir müssen auch wirklich die intimere Arbeit in unseren Zweigen so auffassen, daß wir uns sagen: Dieses Leben in unseren Zweigen ist als solches nicht nutzlos. Es ist nicht gleichgültig gegenüber unserer Sache selbst, daß wir in solchen Zweigen zusammenkommen und immer wieder nicht nur die Bekanntschaft mit den theoretischen Ergebnissen unserer Lehre erneuern — darauf kommt es nicht an —, sondern auch das warme Fühlen und Empfinden für die konkreten Dinge und Wesenheiten der geistigen Welt. Dadurch gewöhnen wir uns hinein in die Art und Weise des seelischen Empfindens und Fühlens, die es uns allerdings möglich machen, geistige Wahrheiten anders hinzunehmen als diejenigen, die unvorbereitet sind. Es muß schon in unseren Zweigabenden zuweilen etwas aus den höheren, späteren Partien der geistigen Erkenntnis gesagt werden, man kann nicht immer wieder vom Anfang anfangen. Aber es muß auch dieses Vertrautsein mit dem Zweigleben dem größten Teil der Seelen unserer Freunde die Möglichkeit gewähren, solche Dinge, wie ich sie vorgestern angedeutet habe, die besondere Art der Bewahrheitung unserer geistigen Erkenntnis, in sich aufzunehmen.

[ 10 ] Well, my dear friends, many who today oppose what we call Spiritual Science must undoubtedly sense how fundamentally different the principles of Spiritual Science are from those generally held by people who are today considered “normal.” But even here, if we wish to understand this properly, we need only consider how very different the first proclamation of Christianity was from what was customary among those considered “normal” at the time, such as the Romans. We must familiarize ourselves with such a thought whenever we are repeatedly told that one cannot reach the worlds we are speaking of here using the means that are legitimate means of knowledge. But we must also truly understand the more intimate work in our branches in such a way that we say to ourselves: This life in our branches is not useless in and of itself. It is not irrelevant to our cause itself that we come together in such groups and time and again renew not only our acquaintance with the theoretical results of our teaching—that is not what matters—but also the warm feeling and sensibility for the concrete things and beings of the spiritual world. Through this, we accustom ourselves to the manner of spiritual perception and feeling that indeed enables us to receive spiritual truths differently than those who are unprepared. Even in our branch meetings, we must occasionally speak of something from the higher, later stages of spiritual knowledge; we cannot always start from the beginning. But this familiarity with branch life must also afford the majority of our friends’ souls the opportunity to take in within themselves such things as I hinted at the day before yesterday—the special nature of the verification of our spiritual knowledge.

[ 11 ] Man kann diese Dinge nicht in derselben Weise bewahrheiten, wie man die äußeren Dinge bewahrheitet: indem man die Leute mit den Augen darauf stößt. Aber derjenige, der eine Empfindung hat für so etwas, wie ich es das letztemal angedeutet habe, der wird, wenn er auch nicht selbst in die geistigen Welten hineinschaut, fühlen, wie durch das Sich-gegenseitig-Stützen der geistigen Wahrheiten der Wahrheitswert erhöht wird. Deshalb will ich noch einmal darauf aufmerksam machen, wie es so sehr bedeutsam ist, wie auf der einen Seite durch jahrelanges Beobachten ein gewisser Gesichtspunkt herausgekommen ist, daß ein Drittel der Zeit unseres Lebens zwischen Geburt und Tod wiederum nacherlebt wird nach dem Tode, und nunmehr ein ganz anderer Gesichtspunkt aufgefunden wird: der Gesichtspunkt, daß wir eigentlich das Schlafesleben in einer besonderen Form durchleben während dieser Zeit, die wir das Kamaloka nennen, und daß diese Zeit auch ein Drittel des Lebens auf dem physischen Plan ergibt. Diese beiden Gesichtspunkte sind ganz unabhängig voneinander, von verschiedenen Ausgangspunkten aus gefunden worden. Und so haben wir auch bei anderen Gelegenheiten schon gezeigt, wie man von drei oder vier Gesichtspunkten aus immer zu demselben kommt. Da stützen sich die Wahrheiten gegenseitig. Dafür, meine lieben Freunde, muß man sich auch ein Gefühl erwerben! Und davon kann das dann ausgehen, wovon ich sagen möchte, daß es etwas gibt wie ein natürliches elementares Wahrheitsgefühl für diese geistigen Erkenntnisse. An das muß ich ja oft appellieren, sonst könnte ich nicht spätere, höhere Wahrheiten an den einzelnen Zweigabenden aussprechen.

[ 11 ] One cannot verify these things in the same way one verifies external things: by pointing them out to people with one’s eyes. But anyone who has a sense for such things, as I hinted at last time, will—even if they do not themselves look into the spiritual worlds—feel how the value of truth is enhanced by the mutual support of spiritual truths. That is why I want to draw attention once more to how significant it is that, on the one hand, through years of observation, a certain perspective has emerged—namely, that one-third of the time of our life between birth and death is relived after death—and now a completely different perspective is being discovered: the perspective that we actually experience the life of sleep in a special form during this time, which we call the Kamaloka, and that this time also accounts for one-third of life on the physical plane. These two perspectives are entirely independent of one another and have been discovered from different starting points. And so we have also shown on other occasions how one always arrives at the same conclusion from three or four different perspectives. There the truths support one another. For this, my dear friends, one must also acquire a feeling! And from this can then arise what I would like to describe as a kind of natural, elemental sense of truth regarding these spiritual insights. I must often appeal to this, otherwise I could not speak of later, higher truths at the individual branch evenings.

[ 12 ] Wir haben vorgestern darauf aufmerksam gemacht, daß der rechte Zusammenhalt unseres Ich-Bewußtseins zwischen dem Tod und einer neuen Geburt gleichsam angefacht wird durch jene panoramamäßige Überschau, die wir über das letzte Erdenleben haben nach dem Tode. Wir überschauen da unser Leben gleichsam in einem Lebenstableau. Machen Sie sich nur ganz klar, was das eigentlich ist, was man da schaut. Wir sind gewohnt, hier auf dem physischen Plan als Menschen gewissermaßen in einer Art Mittelpunkt unseres Welthorizontes zu stehen und im Umkreis die Welt zu sehen, die auf unsere Sinne einen Eindruck macht. Wir überschauen den Horizont, der auf uns einen Eindruck machen kann. Wir schauen nicht in uns hinein in diesem normalen Leben auf dem physischen Plan, sondern wir schauen aus uns heraus. Nun ist es wichtig, daß wir, wenn wir uns einen Begriff aneignen wollen von dem unmittelbar auf den Tod folgenden Leben, gleich darauf aufmerksam werden, daß nun dieser Blick auf das Lebenspanorama sofort anders ist als dasjenige, was wir an Wahrnehmung gewohnt sind für den physischen Plan. Auf dem physischen Plan, da sehen wir aus uns heraus; wir sehen die Welt als unsere Umgebung. Da sind wir, wir schauen aus uns heraus, wir schauen nicht in uns herein. Da haben wir nun unmittelbar nach dem Tode ein paar Tage, wo unser Blickfeld ausgefüllt ist von dem, was wir zwischen Geburt und Tod erlebt haben. Da blicken wir hin von dem Umkreise aus auf das Zentrum. Wir blicken auf unser eigenes Leben, auf den zeitlichen Verlauf unseres eigenen Lebens. Während wir sonst sagen: Da sind wir, und da ist alles übrige, haben wir unmittelbar nach dem Tode gleich das Bewußtsein: Diesen Unterschied zwischen uns und der Welt gibt es nicht, sondern wir schauen vom Umkreis auf unser Leben hin, und das ist für diese paar Tage unsere Welt. So wie man im gewöhnlichen Wahrnehmen auf dem physischen Plane Berge, Häuser, Flüsse, Baume und so weiter sieht, so sieht man dasjenige, was man durchlebt hat im Leben von einem gewissen persönlichen Gesichtspunkte aus, als seine nun unmittelbare Welt. Und daß man das sieht, das gibt den Ausgangspunkt für die Erhaltung des Ich nun durch das ganze Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Das stärkt und kräftigt die Seele so, daß sie zwischen Tod und neuer Geburt immer weiß: Ich bin ein Ich!

[ 12 ] The day before yesterday we pointed out that the inner cohesion of our sense of self between death and a new birth is, as it were, strengthened by that panoramic overview we have of our last earthly life after death. There we survey our life, as it were, in a tableau of life. Just make it very clear to yourself what it actually is that one sees there. Here on the physical plane, we are accustomed, as human beings, to standing, so to speak, at a kind of center of our world horizon and seeing the world around us that makes an impression on our senses. We survey the horizon that can make an impression on us. In this normal life on the physical plane, we do not look inward, but rather we look outward. Now it is important that, if we wish to form a concept of the life immediately following death, we immediately become aware that this view of the panorama of life is immediately different from what we are accustomed to perceiving on the physical plane. On the physical plane, we look out from within ourselves; we see the world as our surroundings. There we are, looking out from within ourselves, not looking inward. Immediately after death, we have a few days during which our field of vision is filled with what we have experienced between birth and death. From the periphery, we gaze toward the center. We look at our own life, at the temporal course of our own life. Whereas we usually say: Here we are, and there is everything else, immediately after death we have the awareness: This distinction between us and the world does not exist; rather, we look from the periphery toward our life, and that is our world for these few days. Just as in ordinary perception on the physical plane one sees mountains, houses, rivers, trees, and so on, so one sees what one has lived through in life from a certain personal point of view as one’s now immediate world. And the fact that one sees this provides the starting point for the preservation of the “I” throughout the entire life between death and rebirth. This strengthens and fortifies the soul so that between death and rebirth it always knows: I am an “I”!

[ 13 ] Hier im physischen Leben fühlen wir unser Ich dadurch — ich habe das ja schon oft angedeutet —, daß wir in einer gewissen Beziehung zu unserer Körperlichkeit stehen. Sehen Sie, wenn Sie genau auf den Traum achten, so werden Sie sich sagen: im Traume haben Sie kein deutliches Gefühl des Ich, sondern oft ein Gefühl des Losgetrenntseins. Das kommt davon her, daß der Mensch hier auf dem physischen Plan sein Ich eigentlich nur fühlt durch die Berührung mit seinem Leibe. In grober Weise können Sie sich das etwa so vergegenwärtigen: Sie gehen so mit dem Finger durch die Luft — da ist nichts! Sie gehen weiter — da ist immer noch nichts. Indem Sie aber anstoßen, wissen Sie von sich. Sie werden sich gewahr, indem Sie anstoßen. Und so wird auch das Gewahrwerden unseres Ich herbeigeführt. Nicht das Ich selbst — das Ich ist eine Wesenheit —, aber das Ich-Bewußtsein, das Bewußtsein vom Ich. Der Gegenstoß macht uns aufmerksam auf unser Selbst. Also im physischen Leben sind wir ich-bewußt dadurch, daß wir in einem physischen Leibe leben. Dafür haben wir den physischen Leib bekommen. Im Leben zwischen Tod und neuer Geburt haben wir ein Ich-Bewußtsein dadurch, daß wir die Kräfte bekommen haben, die ausgehen von der Anschauung des letzten Lebens. Wir stoßen gewissermaßen an dasjenige, was uns die Raumeswelt gibt, und gewinnen dadurch unser Ich-Bewußtsein für das Leben zwischen Geburt und Tod. Wir stoßen an das, was wir selbst erlebt haben zwischen Geburt und Tod im letzten Leben, und haben dadurch unser Ich-Bewußtsein für das Leben zwischen Tod und neuer Geburt.

[ 13 ] Here in physical life, we perceive our sense of self—as I have often hinted—through our relationship with our physical body. You see, if you pay close attention to a dream, you will realize that in a dream you do not have a clear sense of self, but often a feeling of detachment. This stems from the fact that here on the physical plane, a person actually only feels their “I” through contact with their body. You can roughly visualize this as follows: you run your finger through the air—there is nothing! You continue—there is still nothing. But when you bump into something, you become aware of yourself. You become aware of yourself by bumping into something. And this is how the awareness of our “I” is brought about. Not the “I” itself—the “I” is an entity—but the “I”-consciousness, the awareness of the “I.” The counter-impact draws our attention to our self. So in physical life, we are “I”-conscious because we live in a physical body. That is why we have been given the physical body. In the life between death and new birth, we have ego-consciousness because we have received the forces that arise from the perception of our last life. We encounter, so to speak, what the spatial world gives us, and thereby gain our sense of self for the life between birth and death. We encounter what we ourselves have experienced between birth and death in the last life, and thereby have our sense of self for the life between death and rebirth.

[ 14 ] Nun folgt das ganz andere Leben, das ein Drittel an Zeit einnimmt von dem Leben zwischen Geburt und Tod, das man so oft das Kamaloka-Leben nennt. Da ist es so, daß eine Erweiterung unserer Anschauung eintritt. Während in den ersten Tagen unsere Anschauung eigentlich nur auf uns selbst, auf das verflossene Leben, nicht auf die Persönlichkeit hin gerichtet ist, ist das in der nächsten Zeit nun ganz anders. Gewiß, die Kraft, sich nun als Ich zu wissen, die bleibt. Aber nun tritt — Sie können das, was ich jetzt zusammenfasse, sich selbst zusammensuchen aus einzelnen Büchern und Zyklen — etwas ganz Eigenartiges ein: Das, woran der Mensch eben erst sich gewöhnen muß, weil die ganze Anschauungsweise der Welt eine ganz andere ist als die hier auf dem physischen Plan. Es besteht ein großer Teil dessen, was der Mensch nach dem Tode durchzumachen hat, in dem Sichhineingewöhnen in eine andere Anschauungsweise. Hier erblicken wir um uns herum die Natur. Das, was wir hier in der physischen Welt als Natur anblicken, das ist ja ganz und gar nicht vorhanden in der Welt, die unsere Welt ist zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Dafür, wie wir hier die Natur sehen, haben wir eben unsere physischen Augen, Ohren, unseren ganzen physischen Wahrnehmungsapparat. Und mit anderen Wahrnehmungsorganen kann diese Natur, so wie sie ist in ihrer Farbenfülle und sonstigen Eigenschaften, nicht wahrgenommen werden. Deshalb werden wir mit einem physischen Leibe ausgestattet, damit wir die Natur wahrnehmen können. Nach dem Tode ist an Stelle dessen, was hier als Natur um uns ist, die geistige Welt um uns, die wir beschreiben als die Welt der Hierarchien, eine Welt von lauter Wesenheiten, cine Welt von lauter Seelen. Nicht Materie oder Substanz oder Gegenstände, die Farbe haben, sondern lauter Wesen. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Daher ist selbstverständlich die Überraschung am größten für diejenigen Seelen, die hier im physischen Leben den Geist ableugnen. Denn diejenigen, die den Geist ableugnen und gar nichts davon glauben, die werden in eine Welt versetzt, die sie eben abgeleugnet haben, die ihnen gänzlich unbekannt ist. Sie müssen zwangsweise in einer Welt leben, von der sie eigentlich gewolit haben, daß sie nicht da sei.

[ 14 ] Now comes a completely different life, one that takes up a third of the time between birth and death, often referred to as the Kamaloka life. Here, our perception undergoes an expansion. Whereas in the first few days our perception is actually directed only toward ourselves, toward the life that has passed, and not toward the personality, this is quite different in the period that follows. Certainly, the power to know oneself as an “I” remains. But now—you can piece together for yourselves from individual books and cycles what I am now summarizing—something quite peculiar occurs: that to which the human being must first become accustomed, because the entire way of perceiving the world is entirely different from that here on the physical plane. A large part of what a person must go through after death consists in getting used to a different way of perceiving things. Here we see nature all around us. What we perceive as nature here in the physical world does not exist at all in the world that is our world between death and a new birth. To see nature as we do here, we have our physical eyes, ears, and our entire physical apparatus of perception. And with other organs of perception, this nature—as it is in its richness of color and other qualities—cannot be perceived. That is why we are endowed with a physical body, so that we may perceive nature. After death, in place of what surrounds us here as nature, the spiritual world surrounds us—which we describe as the world of hierarchies, a world of pure beings, a world of pure souls. Not matter or substance or objects that have color, but pure beings. That is the essential point. Therefore, it goes without saying that the surprise is greatest for those souls who deny the spirit here in physical life. For those who deny the spirit and believe nothing of it are transported into a world they have just denied, a world that is entirely unknown to them. They are forced to live in a world they actually wished did not exist.

[ 15 ] Wir sind also umringt von Geistumgebung, von lauter Wesen, von lauter Seelen. Und nach und nach prägt sich heraus, gestaltet sich heraus aus dieser allgemeinen Seelenwelt — überall sind Seelen, die wir zunächst nicht kennen; wir wissen: da sind lauter Seelen, aber wir kennen sie nicht im einzelnen —, tritt heraus nach und nach die einzelne Seele bestimmter, konkreter, und es treten heraus namentlich in dieser Zeit die Seelen der Menschen, mit denen wir gelebt haben hier auf dem physischen Plane. Wir lernen erkennen, indem wir der Fülle von Seelen, unter denen wir da sind, gegenübertreten: diese Seele ist der, eine andere Seele ist ein anderer. Wir machen Bekanntschaft mit diesen Seelen. Zunächst müssen wir uns bekanntmachen damit, daß die ganze Art und Weise, wie man dann zur Welt steht zwischen Tod und neuer Geburt, doch eine wesentlich andere ist, auch noch in anderer Beziehung als angedeutet, als die Art und Weise, in der man zur Welt steht hier auf dem physischen Plan. Hier nennen wir die Welt außer uns. Nach dem Tode haben wir wirklich das Bewußtsein, daß die Welt in uns ist. Es sieht aus wie ein paradoxer Vergleich, aber es ist doch so: Denken Sie sich einmal, Sie wurden für einen Moment hier auf der Erde sich ganz verflüchtigen, Sie würden in Dunst aufgehen. Diese Dunstwolke, die Sie selber sind, verbreitet sich mehr und mehr, und sie bleibt erst stehen — nehmen wir für einen Augenblick das Firmament wie eine Wesenheit — als Firmament, da, «wo die Welt mit Brettern verschlagen ist», wie man so sagt. Sie fühlen sich dann als dieses Firmament und schauen nun alles drinnen, so daß Sie mit dem Bewußtsein draußen stehen und die Welt im Innern sehen. Wir fühlen uns so, daß alles, was auftritt, innerlich auftritt. So wie ein Schmerz hier in uns auftritt, so treten nach dem Tode die Wesen in uns auf als Innenerlebnis. Das bewirkt ja das unendlich Intime der Erlebnisse zwischen Tod und neuer Geburt, das Verbundensein mit ihnen, daß man sie als Innenerlebnis eigentlich zuerst hat. Aber da gibt es einen gewissen Unterschied. Sehen Sie, von solch einer Seele, die man anfängt zu erkennen, wie ich es beschrieben habe, von der kann man zunächst wissen: Sie ist da; aber sie hat nicht Gestalt, sie ist noch nicht wahrnehmbar. Um sie wahrnehmbar zu machen, muß man eine innere Tätigkeit verrichten, die etwa folgendes darstellt. Man denke sich ins Geistige übersetzt: Ich fühle etwas hinter mir, was ich nicht sehe, so daß ich mir also die Vorstellung mache, es ist da, aber ich muß? eine Tätigkeit verrichten, um diese Vorstellung zu bekommen. Ich möchte sagen, es ist zu vergleichen damit, daß ich mir nach dem Abtasten von einem Gegenstand eine Zeichnung mache. Also innere Tätigkeit ist notwendig, damit die Imagination auftritt. Ich weiß: das Wesen ist da, aber die Imagination muß ich erst schaffen, indem ich mit dem Wesen mich innerlich verbinde. Das ist die eine Art, wie man Seelen wahrnehmen kann. Die andere Art ist so, daß man diese innere Tätigkeit nicht so hervorragend stark verrichtet, sondern daß sie sich selber macht. Sie tritt auf, ohne daf man viel dazu zu tun hat. Es ist so, wie wenn man hier etwas anschaut, aber natürlich ins Geistige übersetzt. Und dieser Unterschied kann zwischen zwei Seelen vorhanden sein: Von der einen Seele bekommt man eine Anschauung dadurch, daß man viel mittut, von der anderen Seele dadurch, daß einem die Imagination sich von selbst gibt: man braucht nur aufmerksam zu sein. So muß man diesen Unterschied angeben. Denn wenn Sie mit einer Seele so bekannt werden, daß Sie mehr Tätigkeit brauchen, so ist das eine Seele, die verstorben ist. Und eine Seele, die sich mehr von selbst ergibt, ist eine solche, die hier auf der Erde verkörpert ist im physischen Leibe. Diese Unterschiede sind eben wirklich auch da. Der Mensch steht — mit Ausnahmen, die wir ja auch einmal erwähnen können — nach dem Tode sowohl in Verbindung mit solchen Seelen, die verstorben sind, wie mit den Seelen, die noch hier auf der Erde sind. Und der Unterschied liegt in der Art und Weise, wie man selbst tätig oder passiv sein muß, in welcher Weise die Imagination von der Seele, der man gegenübertritt, entsteht.

[ 15 ] We are thus surrounded by a spiritual environment, by beings, by souls. And little by little, individual souls emerge from this general world of souls—everywhere there are souls whom we do not yet know; we know: there are souls everywhere, but we do not know them individually—the individual soul of a specific person gradually emerges more clearly, and especially at this time, the souls of the people with whom we have lived here on the physical plane come to the fore. We learn to recognize, as we face the multitude of souls among whom we are: this soul is one person, another soul is another. We become acquainted with these souls. First, we must come to terms with the fact that the entire way one relates to the world between death and rebirth is fundamentally different—and in ways beyond what has been hinted at—from the way one relates to the world here on the physical plane. Here we call the world “outside” of us. After death, we truly have the awareness that the world is within us. It seems like a paradoxical comparison, but it is indeed so: Imagine for a moment that you were to vanish completely here on Earth, that you would dissolve into mist. This cloud of mist, which is you yourself, spreads out more and more, and it only comes to a halt—let us for a moment consider the firmament as a being—as the firmament, there “where the world is boarded up,” as they say. You then feel yourself as this firmament and now see everything within it, so that you stand outside with your consciousness and see the world within. We feel in such a way that everything that occurs takes place inwardly. Just as a pain arises here within us, so after death the beings arise within us as an inner experience. This is brought about by the infinitely intimate nature of the experiences between death and new birth, the connectedness with them, so that one actually has them as an inner experience first. But there is a certain difference. You see, regarding such a soul that one begins to recognize, as I have described, one can initially know this: it is there; but it has no form, it is not yet perceptible. To make it perceptible, one must perform an inner activity that amounts to something like the following. Imagine this translated into the spiritual realm: I sense something behind me that I cannot see, so that I form the mental image that it is there, but I must perform an activity to arrive at this mental image. I would say it is comparable to making a drawing after feeling my way around an object. So inner activity is necessary for imagination to arise. I know: the being is there, but I must first create the imagination by connecting with the being inwardly. That is one way in which one can perceive souls. The other way is such that one does not perform this inner activity with such outstanding intensity, but rather that it arises of its own accord. It occurs without one having to do much to bring it about. It is as if one were looking at something here, but of course translated into the spiritual realm. And this difference can exist between two souls: from one soul one gains a perception by actively participating, from the other soul by the imagination presenting itself of its own accord: one need only be attentive. So one must point out this difference. For if you become acquainted with a soul in such a way that you need to be more active, that is a soul that has passed away. And a soul that reveals itself more of its own accord is one that is incarnated here on earth in a physical body. These differences really do exist. After death, human beings—with exceptions that we may also mention at some point—are in contact both with souls who have passed away and with souls who are still here on Earth. And the difference lies in the way one must be active or passive, in the manner in which the image arises from the soul one encounters.

[ 16 ] Nun gibt es einen Begriff, eine Eigenschaft, über die wir schon verschiedentlich gesprochen haben, die wir aber noch einmal zusammenfassen wollen für dieses ganze Leben, das ein Drittel der Zeit des verflossenen Erdenlebens einnimmt und das wir gewohnt sind, das Kamaloka-Leben zu nennen. Wenn Sie hier auf der Erde leben und Sie einer pufft, so wissen Sie es, Sie nehmen das wahr, Sie sagen, er hat mich gepufft. Und es ist in der Regel anders, das Erlebnis, wenn Sie einer pufft, als wenn Sie einen anderen puffen. Und wenn Sie von jemandem etwas gesagt bekommen, so ist das Erlebnis hier anders, als wenn Sie etwas sagen. Ganz umgekehrt ist es in dem Kamaloka-Leben, in dem man zurücklebt diese Zeit zwischen Geburt und Tod. Da ist es nun so — lassen Sie mich dieses grobe Beispiel anwenden —: wenn man jemandem einen Puff gegeben hat im Leben, so empfindet man das, was er an dem Puff empfunden hat. Wenn man jemanden verletzt hat durch ein Wort, so macht man durch die Empfindung, die er durchgemacht hat. Man erlebt also aus den Seelen der anderen heraus. Mit anderen Worten, man erlebt die Wirkungen, die man durch seine eigenen Taten erreicht hat, man erlebt bei diesem Zurückgehen alles dasjenige, was die anderen Menschen hier während unseres Lebens zwischen Geburt und Tod durch uns erlebt haben. Wenn Sie mit so und so viel hundert Menschen hier zwischen Geburt und Tod gelebt haben, so haben ja diese vielen hundert Menschen durch Sie etwas erlebt. Aber hier im physischen Leben können Sie nicht das fühlen, was die anderen fühlen und erleben durch Sie, sondern Sie erleben nur dasjenige, was Sie selbst durch die anderen erleben. Nach dem Tode ist es umgekehrt. Und das ist das Wesentliche, daß wir bei dem Rückgang alles erleben, was die anderen durch uns erlebt haben. Also die Wirkungen des letzten Erdendaseins, die machen wir durch. Und es liegt wirklich die Aufgabe dieser Jahre darin, daß wir diese Wirkungen durchmachen.

[ 16 ] Now there is a concept, a quality, that we have discussed on several occasions, but which we would like to summarize once more in relation to this entire life—one that occupies a third of the time of the past earthly life and which we are accustomed to calling the Kamaloka life. When you live here on Earth and someone nudges you, you know it, you perceive it, you say, “He nudged me.” And the experience is generally different when someone nudges you than when you nudge someone else. And when someone says something to you, the experience here is different than when you say something. It is quite the opposite in Kamaloka life, where one relives the time between birth and death. There it is like this—let me use this rough example—: if you have given someone a push in life, you feel what they felt from that push. If you have hurt someone with a word, you go through the feeling that they went through. So one experiences things from the souls of others. In other words, one experiences the effects one has brought about through one’s own actions; in this return, one experiences everything that other people here have experienced through us during our life between birth and death. If you have lived with so many hundreds of people here between birth and death, then these many hundreds of people have experienced something through you. But here in physical life, you cannot feel what others feel and experience through you; rather, you experience only what you yourself experience through others. After death, it is the other way around. And that is the essential point: that during this journey back, we experience everything that others have experienced through us. So we go through the effects of our last earthly existence. And the true task of these years lies in our going through these effects.

[ 17 ] Nun, indem wir diese Wirkungen durchmachen, wird das Erlebnis dieser Wirkungen in uns zu Kräften. Das geschieht auf die folgende Weise. Nehmen Sie an, ich habe einem Menschen eine Beleidigung zugefügt. Er hat dadurch Bitterkeit empfunden. Diese Bitterkeit mache ich nun durch während der Kamaloka-Zeit, die erlebe ich als eigenes Erlebnis. Ja, indem ich sie nun erlebe, macht sich in mir die Kraft geltend, die als Gegenkraft gelten muß, das heißt indem ich diese Bitterkeit durchlebe, nehme ich in mich die Kraft auf, diese Bitterkeit wegzuschaffen aus der Welt. So nehme ich alle Wirkungen meiner Taten wahr und nehme dadurch auf die Kraft, sie wegzuschaffen. Und ich nehme während der Zeit, die ein Drittel des verflossenen Erdenlebens dauert, in mich alle die Kräfte auf, die man ausdrücken kann als die intensive Begierde in uns, in der jetzt entkörperten Seele alles wegzuschaffen, was die Vervollkommnung stört, weil es die Seele zurückwirft in der Entwickelung.

[ 17 ] Now, as we go through these effects, the experience of them becomes a source of strength within us. This happens in the following way. Suppose I have insulted someone. This has caused them to feel bitterness. I now go through this bitterness during the Kamaloka period; I experience it as my own experience. Yes, as I now experience it, the power that must act as a counterforce asserts itself within me; that is, by living through this bitterness, I absorb into myself the power to remove this bitterness from the world. Thus I perceive all the effects of my actions and thereby absorb the power to remove them. And during the period lasting one-third of my past earthly life, I absorb into myself all the forces that can be expressed as the intense desire within us—within the now disembodied soul—to remove everything that hinders perfection, because it sets the soul back in its development.

[ 18 ] Wenn Sie sich das durchdenken, so werden Sie sehen, daß man sich selber das Karma macht, das heißt, daß man in sich diesen Wunsch hat, so zu werden, daß das ausgelöscht werden kann, was man für auslöschenswert hält. Es wird also das Karma vorbereitet gerade in dieser Zeit. Wir einverleiben unserer Seele die Kraft, die wir aufnehmen müssen zwischen Tod und neuer Geburt, um in der nächsten Inkarnation die Konfiguration unseres Lebens herbeizuführen, die wir als die richtige ansehen können. Ich möchte sagen, das ist die Technik des Karma-Schaffens. Man muß sich, um diese Dinge recht zu verstehen — nicht theoretisch, sondern so, daß sie tief in unsere Gefühls- und Willenskraft hineingehen —, klar sein, daß die ganze Gefühlsrichtung des Toten eine ganz andere wird, als die des Lebenden ist. Der Lebende wird unendlich leicht sagen können: Ich bedaure diesen oder jenen Toten, daß er durchmachen muß das oder jenes, wofür er vielleicht nichts kann! Sie können annehmen, irgend jemand hat einem anderen schwere Verletzungen zugefügt, kann aber nichts dafür. Nun bedauern Sie vielleicht den Toten. Das ist unangemessen; denn der Tote will nichts sehnlicher, als daß3 die Kraft sich in ihm entwickele, wodurch er das ausgleichen kann. Das ist gerade das, was er als sein Gutes ansieht. Sie würden ihm anwünschen, daß er dasjenige nicht erreicht, was er sehnlichst erreichen will. Dazu muß er aber das alles durchmachen. Denn das Positive entwickelt sich am Negativen. An dem Einsehen dessen, was man angerichtet hat, entwickelt man die Kräfte, es auszugleichen.

[ 18 ] If you think this through, you will see that we create our own karma; that is to say, we harbor within ourselves the desire to become the kind of person who can erase what we deem worthy of erasure. Thus, karma is being prepared precisely at this time. We incorporate into our soul the power we must absorb between death and rebirth in order to bring about, in the next incarnation, the configuration of our life that we can regard as the right one. I would say that this is the technique of creating karma. To understand these things correctly—not theoretically, but in such a way that they penetrate deeply into our emotional and volitional power—one must realize that the entire emotional orientation of the dead person is entirely different from that of the living. The living person will be able to say with infinite ease: I pity this or that dead person for having to go through this or that, for which he may be entirely blameless! You might assume that someone has inflicted serious injuries on another, yet is not to blame for it. Now you might feel sorry for the deceased. This is inappropriate; for the deceased desires nothing more than for the strength to develop within him through which he can make amends. That is precisely what he regards as his good. You would be wishing him not to achieve what he most ardently desires to achieve. But to do so, he must go through all of this. For the positive develops through the negative. By realizing what one has done, one develops the strength to make amends.

[ 19 ] So kann man sagen: Am Ende dieses Kamaloka-Abschnittes hat man nach dem Wiedererleben des letzten Lebens schon bestimmt, wie man in der nächsten Inkarnation in dieses Dasein wieder eintreten will, wie man da und dort mit dem und jenem Menschen zusammensein will, damit man dieses oder jenes ausgleichen kann. Im wesentlichen bestimmt man da das Karmische für das Leben, in das man eintritt.

[ 19 ] So one might say: At the end of this phase of Kamaloka, after reliving one’s last life, one has already determined how one wishes to re-enter this existence in the next incarnation, how one wishes to be with this or that person here and there, so that one may balance out this or that. Essentially, one determines the karmic conditions for the life one is about to enter.

[ 20 ] Für die nächste Zeit ist es so, daß wir uns aus der geistigen Welt heraus die Kräfte aneignen, durch die wir den Menschen im allgemeinen formen können, durch die wir einen für unsere Individualität geeigneten Leib uns schaffen können. Zuerst haben wir den Plan unseres Karma. Nun müssen wir erst den Menschen dazu gestalten. Das bedarf einer viel längeren Zeit noch, aber das folgt dann darauf. Daraus können Sie aber ersehen, daß das Wesentliche der Kamaloka-Zeit eben darin liegt, daß uns die Möglichkeit geboten wird, unsere nächste Inkarnation in moralischer Weise in der richtigen Art vorzubereiten. Nun müssen wir uns klar sein, daß immer jede folgende Inkarnation abhängt von der früheren Inkarnation. Wir sehen ja, wie sie vorbereitet wird, die folgende Inkarnation. Und wir sehen, daß die ganze Art des Lebens eines Menschen abhängt von der Art, wie er sein früheres Leben durchlebt hat. Daß das der Freiheit widerspreche — ich werde darauf noch zurückkommen —, das ist ein Einwand, der von Menschen, die die Sache nicht durchdrungen haben, gemacht wird; aber es widerspricht nicht der Freiheit.

[ 20 ] For the time being, we are acquiring from the spiritual world the powers through which we can shape human beings in general, and through which we can create a body suitable for our individuality. First, we have the plan of our karma. Now we must first shape the human being to fit it. This will take much longer still, but it will follow thereafter. From this, however, you can see that the essence of the Kamaloka period lies precisely in the fact that we are offered the opportunity to prepare our next incarnation in a moral and proper manner. Now we must be clear that every subsequent incarnation always depends on the previous one. We can see, after all, how the next incarnation is prepared. And we see that the entire nature of a person’s life depends on the way they lived their previous life. That this contradicts freedom—I will return to this later—is an objection raised by people who have not penetrated the matter; but it does not contradict freedom.

[ 21 ] Wenn wir so die einzelnen Menschen im Leben betrachten, so finden wir, daß sie tausendfältig verschieden sind; soviel überhaupt Menschen sind auf der Erde, so verschieden sind sie. Aber man kann Kategorien unterscheiden. Es gibt Menschen, welche so wirken, daß man von ihrer frühesten Jugend an sieht: Dieser Mensch ist zu diesem oder jenem ganz besonders geeignet. Nicht wahr, es gibt solche Menschen. In der Kindheit schon kann man sagen, sie werden das oder jenes vollbringen. Sie stoßen sich gleichsam in dieses Dasein herein, sie haben Aktivität. Sie haben eine bestimmte Aufgabe und entwickeln Kraft dazu. Andere Menschen finden wir, die haben für vieles Interesse, sie haben aber nicht solche ausgesprochene Richtung auf irgend etwas hin. Sie nehmen viel auf. Sie kommen vielleicht sogar später im Leben zu einer bestimmten Aufgabe, die ihnen nicht ganz entspricht; sie hätten vielleicht eine andere in ähnlicher Weise vollführen können.

[ 21 ] When we look at individual people in this way, we find that they differ in a thousand ways; as many people as there are on earth, so many ways are they different. But we can distinguish categories. There are people who give the impression, from their earliest youth, that they are particularly suited to this or that. Isn’t that right? There are such people. Even in childhood, one can say that they will accomplish this or that. They throw themselves, as it were, into this life; they are active. They have a specific task and develop the strength for it. We find other people who are interested in many things, but they do not have such a distinct orientation toward anything in particular. They take in a great deal. They may even come to a specific task later in life that does not quite suit them; they might have been able to accomplish another in a similar way.

[ 22 ] Kurz, die Menschen sind in bezug auf die Art und Weise, wie sie im Leben wirken, voneinander recht verschieden, und das macht ja eigentlich das Leben möglich. Es gibt zum Beispiel Menschen, die treten im Leben auf, und es liegt ihnen nicht, ich möchte sagen, in äußeren Taten viel zu wirken; aber sie brauchen nur das oder jenes Wort zu sagen, so hat das eine Wirkung auf die Menschen. Sie wirken mehr durch ihr Innerliches. Andere Menschen wirken mehr durch ihr Äußeres. Das hängt innig zusammen mit der Art und Weise, wie man in der vorhergehenden Inkarnation durch das Leben gegangen ist. Es gibt Menschen, die sterben jung, sagen wir vor dem fünfunddreißigsten Jahr, um diese Grenze zu haben. SolcheMenschen sind durch diesen Tod in einer ganz anderen Lage als diejenigen Menschen, die nach dem fünfunddreißigsten Lebensjahre sterben. Stirbt man vor dem fünfunddreißigsten Lebensjahr, so ist es so, daß man noch nähersteht der Welt, aus der man bei der Geburt herausgekommen ist. Und das fünfunddreißigste Lebensjahr ist eine wichtige Grenze. Da überschreitet man gleichsam eine Brücke. Da zieht sich die Welt, aus der man herausgegangen ist, zurück, und man gebiert mehr aus dem Innern heraus eine neue geistige Welt. Das ist wichtig, daß wir das unterscheiden. Und nun stirbt ein Mensch vor dem fünfunddreißigsten Lebensjahr. Wird er dann wiederverkörpert, so wächst ihm in einer gewissen Weise die Kraft zu, die er nicht verwendet hat in der Lebenszeit, die auf das fünfunddreißigste Lebensjahr folgen würde. Solche Menschen, die in einer Inkarnation vor dem fünfunddreißigsten Jahr durch den Tod gehen und dadurch für diese Inkarnation die Kräfte sparen, die sonst aufgebraucht worden wären, wenn sie fünfzig, sechzig, siebzig Jahre alt geworden wären, bei denen summiert sich diese Kraft, die sie da erspart haben, mit den Kräften, mit denen sie sich in die nächste Inkarnation einverleiben, und dadurch werden solche Seelen in Leibern geboren, durch die sie imstande sind, zumeist in ihrer Jugend, mit starken Eindrücken dem Leben entgegenzutreten.

[ 22 ] In short, people differ greatly from one another in the way they act in life, and that is actually what makes life possible. For example, there are people who appear in life, and it is not in their nature, I would say, to have a great impact through outward actions; but they need only say this or that word, and it has an effect on people. They have an impact more through their inner being. Other people have an impact more through their outward appearance. This is closely connected with the way one lived one’s life in the previous incarnation. There are people who die young, let’s say before the age of thirty-five, to mark this boundary. Such people are, through this death, in a completely different situation than those who die after the age of thirty-five. If one dies before the age of thirty-five, one is still closer to the world from which one emerged at birth. And the age of thirty-five is an important threshold. There, one crosses a bridge, as it were. There, the world from which one emerged recedes, and one gives birth, more from within, to a new spiritual world. It is important that we distinguish this. And now a person dies before the age of thirty-five. If they are then reincarnated, the strength they did not use during the lifetime that would have followed the age of thirty-five grows within them in a certain way. Such people, who pass through death in an incarnation before the age of thirty-five and thereby save for this incarnation the forces that would otherwise have been exhausted had they lived to be fifty, sixty, or seventy years old—in them, this power they have saved is added to the forces with which they enter the next incarnation, and as a result, such souls are born into bodies through which they are able, mostly in their youth, to face life with strong impressions.

[ 23 ] Mit anderen Worten, wenn solche Seelen, die in der vorhergehenden Inkarnation vor dem fünfunddreißigsten Jahr gestorben sind, sich wieder inkarnieren, so macht alles auf sie einen starken Eindruck. Es entrüstet sie etwas stark, sie freuen sich stark, sie haben lebhafte Empfindungen, und es drängt sie rasch zu Willensimpulsen. Das sind solche Menschen, die dann stark in das Leben hineingestellt werden, die ihre Mission bekommen. Man stirbt nicht umsonst vor dem fünfunddreißigsten Lebensjahr, sondern man wird dann hineingestellt in das Leben in einer ganz bestimmten Weise. Wenn man aber nach dem fünfunddreißigsten Jahr stirbt — die Dinge kreuzen sich miteinander, es kann das Sterben vor dem fünfunddreißligsten Jahr noch etwas anderes bringen, es sind nur Beispiele, es muß nicht so sein —, so kann das dazu führen, daß man im nächsten Leben von den Dingen der Weltumgebung nicht so starke Einflüsse bekommt. Man kann sich nicht rasch begeistern, man kann nicht rasch entrüstet sein. Man macht sich langsamer, aber intimer mit den Dingen bekannt und wächst dadurch in der nachsten Inkarnation in ein solches Leben hinein, durch das man mehr durch die Innerlichkeit wirkt, ohne so bestimmt hingeführt zu werden zu einer bestimmten Lebensaufgabe. Man wird im Leben stehen so, daß man eine andere Aufgabe vielleicht lieber hätte, aber dazu verwendet werden kann, etwas Besonderes auszuführen, vielleicht gar gegen seinen Willen. Weil man durch die vorhergehende Erdeninkarnation sich dazu geeignet gemacht hat, feiner zu wirken, ist man brauchbar in weiterem Umfange.

[ 23 ] In other words, when such souls—who died before the age of thirty-five in their previous incarnation—reincarnate, everything makes a strong impression on them. They are somewhat strongly indignant, they rejoice intensely, they have vivid feelings, and they are quickly driven to impulsive actions. These are the kinds of people who are then thrust deeply into life, who receive their mission. One does not die before the age of thirty-five in vain, but is then thrust into life in a very specific way. But if one dies after the age of thirty-five—things intersect with one another; dying before the age of thirty-five can also bring about something else; these are merely examples; it need not be so—this can lead to one not being so strongly influenced by the things of the worldly environment in the next life. One cannot become enthusiastic quickly, one cannot become indignant quickly. One becomes acquainted with things more slowly but more intimately, and thereby grows into a life in the next incarnation through which one acts more from inner life, without being so decisively led toward a specific life task. One will stand in life in such a way that one might prefer a different task, but can be called upon to carry out something special, perhaps even against one’s will. Because one has made oneself suitable through the previous earthly incarnation to act in a more subtle way, one is useful in a broader scope.

[ 24 ] Wird zum Beispiel ein Mensch — ich habe diesen Fall schon früher erwähnt — in sehr früher Jugend durch die Pforte des Todes geführt, sagen wir im elften, zwölften, dreizehnten Lebensjahr, so hat er eine kurze Kamaloka-Zeit, aber er steht noch sehr nahe der Welt, die er verlassen hat bei der physischen Geburt. Da stellt sich alles anders heraus. Wenn man eben dies in seinem Karma hat, dann folgt auf ein solches Leben, das mit dem zwölften Jahre schon geschlossen hat, auch schon eine Rückschau in den ersten Tagen nach dem Tode, aber man hat sie in einer solchen Weise, daß sie mehr von außen an einen herantritt, während man, wenn man im fünfzigsten, sechzigsten, siebzigsten Jahr stirbt, selber viel mehr dazu tun muß, um die Rückschau zu bekommen. Man bekommt sie durch eigene Aktivität. Und dadurch, daß man dieses Leben nach dem Tode in verschiedener Weise zu durchleben hat, dadurch werden die Menschen in verschiedener Weise für ein nächstes Leben vorbereitet. Es kann sein, daß man in einem Leben besonders aktiv ist. Würde man als eine besonders aktive Natur früh hinweggerafft aus dem Leben, so würde das eintreten, daß man im nächsten Leben durch sein Karma bestimmt wäre, hineingestellt zu werden mit einer ganz bestimmten Lebensaufgabe, die man dann auch unbedingt durchführt. Man ist wie prädestiniert. Ist man aber in einem Leben ganz besonders aktiv und lebt man bis in ein späteres Alter hinein, dann verinnerlichen sich diese Kräfte. Dann hat man im nächsten Leben eine kompliziertere Aufgabe. Die äußere Aktivität tritt dann zurück, und es tritt gerade die Notwendigkeit an die Seele, innere Aktivität zu entwickeln.

[ 24 ] For example, if a person—I have mentioned this case before—is led through the gate of death at a very early age, say at eleventh, twelve, or thirteen years old, they have a brief time in Kamaloka, but they are still very close to the world they left behind at physical birth. There, everything turns out differently. If one has precisely this in one’s karma, then such a life, which has already come to an end by the twelfth year, is followed by a review in the first days after death, but one experiences it in such a way that it approaches one more from the outside, whereas if one dies in the fiftieth, sixtieth, or seventieth year, one must do much more oneself to bring about the review. One achieves it through one’s own activity. And because one must experience this life after death in various ways, people are prepared in various ways for a next life. It may be that one is particularly active in a given life. If, as a particularly active person, one were to be taken from life prematurely, it would follow that in the next life one would be determined by one’s karma to be placed in a situation with a very specific life task, which one would then carry out without fail. One is, as it were, predestined. But if one is particularly active in one life and lives into old age, these forces become internalized. Then, in the next life, one has a more complex task. External activity then recedes, and the soul is faced with the necessity of developing inner activity.

[ 25 ] So kompliziert ist das Leben des Menschen, wie es sich eben von Inkarnation zu Inkarnation entwickelt. Wir werden diese Betrachtungen dann übermorgen fortsetzen. Jetzt möchte ich nur eben schließen damit, daß ich Ihnen sage: Wenn Sie nun einer solchen Zeit gegenüberstehen, wie die unsrige ist, in der in verhältnismäßig kurzer Zeit ausnahmsweise viele Menschen in abnormer Weise durch den Tod geführt werden, dann bereitet sich dadurch etwas ganz Abnormes vor. Und das muß sich einmal vorbereiten. Sie sehen jedes Jahr, wie die Zeit der Blüten stoßweise in die Welt kommt. Wenn Sie zurückblicken in die Geschichte, so können Sie sagen: auch da treten stoßweise die Blüten auf. Eine große Blütezeit war die Zeit von Lessing, Herder, Schiller, Fichte, Goethe. Es ist, als seien alle genialen Menschen wie auf einem Haufen beisammen. Dann hört es wieder auf, und so geht die Welt stoßweise fort. Man spricht ja von solch stoßweisem Auftreten der Genies; dann geht es wieder anders. Da haben wir auf geistigem Gebiet stoßweise ein Aufblühen, ein besonderes Sprießen. Nun sehen wir in unseren Tagen stoßweise auf physischem Gebiet ein Sterben. Da haben Sie wiederum zwei Dinge, die Sie als Bilder nebeneinanderstellen können und die ungeheuer vielsagend als Bilder sind. Großes physisches Sterben, das ist der Same für späteres bedeutsames geistiges Aufblühen. Die Dinge haben alle zwei Seiten. Von diesem Gesichtspunkte aus sagen wir uns eben, immer wieder und wiederum Kraft und Trost suchend, aber auch in unseren Hoffnungen Zuversicht uns erringend, im Zusammenhang mit unserer Zeit und gerade aus dem Bewußtsein unserer Geisteswissenschaft heraus:

[ 25 ] Human life is so complex as it unfolds from one incarnation to the next. We will continue these reflections the day after tomorrow. Now I would just like to conclude by telling you: When you are faced with a time such as ours, in which, within a relatively short period, an exceptionally large number of people are led through death in an abnormal way, then something quite abnormal is in the making. And that must first be prepared. Every year you see how the time of flowering bursts forth into the world in waves. If you look back at history, you can say: there, too, the blossoms appear in bursts. A great flowering was the time of Lessing, Herder, Schiller, Fichte, and Goethe. It is as if all the geniuses were gathered together in one place. Then it stops again, and so the world goes on in bursts. People do speak of such sporadic appearances of geniuses; then things take a different turn. In the spiritual realm, we have sporadic blossoming, a special sprouting. Now, in our own day, we see sporadic dying in the physical realm. Here again you have two things that you can juxtapose as images, and which are immensely meaningful as images. Great physical dying—that is the seed for a later, significant spiritual blossoming. Things all have two sides. From this point of view, we say to ourselves, again and again, seeking strength and comfort, but also gaining confidence in our hopes, in connection with our time and precisely out of the consciousness of our Spiritual Science:

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht—
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.

From the courage of the fighters,
From the blood of the battles,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
The fruit of the spirit grows—
Guiding souls with spiritual awareness
Toward the realm of the spirit.