The Shaping of Destiny
and Life after Death
GA 157a
20 November 1915, Berlin
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The Shaping of Destiny and Life after Death, tr. SOL
Dritter Vortrag
Third Lecture
[ 1 ] Wir haben die Tage, die wir jetzt hier zusammensein konnten, dazu verwendet, um nach der einen oder nach der anderen Seite Lichter zu werfen auf den Zusammenhang der Leben der Menschen hier auf dem physischen Plan und der Leben, die zugebracht werden zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, und auch einiges über den Zusammenhang der einzelnen aufeinanderfolgenden Erdenleben, die der Mensch durchmacht. Sie haben gesehen, daß wenn versucht wird, genauer ins einzelne dieser Verhältnisse einzugehen, die Untersuchung allerdings kompliziert wird, aber sie wird dann im Grunde genommen erst recht fruchtbar, da uns erst eine solche, ins einzelne gehende Untersuchung gewissermaßen über Einzelheiten auch der Lebensfragen und Lebensrätsel manchen Aufschluß geben kann. Wir wollen in einer solchen Betrachtung etwas fortfahren, müssen dazu allerdings heute damit beginnen, ein wenig einzugehen auf die Gliederung des Menschen, die wir ja kennen, die wir aber wiederholentlich besprechen wollen im Hinblick auf solche Eigenschaften, die uns für die folgende Betrachtung wichtig sein werden.
[ 1 ] We have used the days we have been able to spend together here to shed light, from various angles, on the connection between people’s lives here on the physical plane and the lives lived between death and a new birth, as well as on the connection between the individual successive earthly lives that a person goes through. You have seen that when one attempts to examine these relationships in greater detail, the investigation certainly becomes complicated, but it then becomes all the more fruitful, since only such a detailed examination can, in a sense, provide us with some insight into the details of life’s questions and mysteries. We wish to continue somewhat with such a consideration; to do so, however, we must begin today by delving a little into the structure of the human being, which we are indeed familiar with, but which we wish to discuss repeatedly with regard to those characteristics that will be important for the following consideration.
[ 2 ] Nun, meine lieben Freunde, so wie wir als Menschen hier auf der Erde leben, so leben wir ja, wie Sie aus den verschiedenen Zyklen, Vorträgen und Büchern wissen, in einer ganz bestimmten Epoche der Erdenentwickelung. Und wir haben ja entnehmen können aus dem ganzen Geist unserer Betrachtungen, daß es einen inneren Sinn hat, eine gewisse innere Bedeutung hat, daß wir unsere Seele hindurchtragen durch diese verschiedenen Epochen der Erdenentwickelung. Aus den Darstellungen, die gegeben worden sind, werden Sie schon ersehen haben, wie nicht nur das außere, sondern das ganze Leben des Menschen hier auf der Erde selbstverständlich verschieden ist nach den verschiedenen Epochen. Anders war das ganze Leben der Seele schon — wir wollen zunächst ja nur auf das Leben der Seele sehen —, wenn wir nur die nachatlantischen Epochen betrachten, in der altindischen, anders in der urpersischen, anders in der ägyptisch-chaldäischen, anders in der griechisch-lateinischen, anders in unserer Zeit. Durch alle diese Epochen trugen wir unsere Seelen hindurch. In allen diesen Epochen suchten unsere Seelen, die meisten Menschen wiederholt in einer Epoche, Körper, welche der Seele ermöglichen, die Welt so aufzunehmen, wie man gerade mit den Kräften einer solchen Epoche die Welt aufnehmen kann.
[ 2 ] Well, my dear friends, just as we live here on Earth as human beings, so too—as you know from the various cycles, lectures, and books—do we live in a very specific epoch of Earth’s evolution. And we have been able to gather from the very spirit of our reflections that there is an inner meaning, a certain inner significance, in the fact that we carry our soul through these various epochs of Earth’s development. From the descriptions that have been given, you will already have seen how not only the outer life but the entire life of the human being here on Earth naturally differs according to the various epochs. The entire life of the soul was already different—let us focus for now solely on the life of the soul—when we consider only the post-Atlantean epochs: different in the ancient Indian, different in the ancient Persian, different in the Egyptian-Chaldean, different in the Greek-Latin, and different in our own time. We carried our souls through all these epochs. In all these epochs, our souls—most people repeatedly within a single epoch—sought bodies that would enable the soul to perceive the world in the way that the world can be perceived with the powers of that particular epoch.
[ 3 ] Wenn Sie sich erinnern, was gesagt worden ist über die Eigentüumlichkeiten des Seelenlebens in den einzelnen Epochen, so werden Sie noch einen genaueren Einblick gewinnen können. Sehen wir uns zum Beispiel das Leben in der ersten nachatlantischen Epoche an, so finden wir, daß die menschliche Seele vorzugsweise während des Erdenlebens damit beschäftigt ist, die Wechselwirkung ihres eigenen Wesens mit dem Ätherleib auszuwirken, also sozusagen dasjenige so recht zu erleben, was erlebt werden kann, wenn man hauptsächlich hier im Erdenleben in Wechselwirkung steht als Seele mit dem Ätherleibe. Dann in der zweiten nachatlantischen Epoche lebte die Seele alles das aus, was ausgelebt werden kann, wenn man so recht in Wechselwirkung steht mit dem Astralleibe. In der dritten nachatlantischen Kulturperiode lebte die Seele alles das aus, was ausgelebt werden kann durch die Wechselwirkung mit der Empfindungsseele; in der vierten Kulturperiode lebte die Seele aus die Wechselwirkung mit der Verstandes- oder Gemütsseele, und in unserer Zeit wird ausgelebt alles das, was ausgelebt werden kann, wenn man in Wechselwirkung steht mit der Bewußtseinsseele. Je nachdem die Seele, die sich in diesen einzelnen Epochen bewegte in diesen Gliedern der menschlichen Natur, dieses oder jenes erlebte, rückte sie im allgemeinen Weltenfortschritt weiter. Es ist grundverschieden dasjenige, was man in diesen verschiedenen Epochen an Verhältnissen der eigenen Seele zur ganzen Welt erlebt. Davon muß man sich ja schon eine Vorstellung machen können nach dem, was bisher gegeben ist. Nun, in unserer Zeit lebt man also in der Bewußtseinsseele, und die ganze Kultur unserer fünften Kulturperiode besteht ja darinnen, daß die ganze menschliche Seele, das ganze menschliche Ich zur Welt solche Beziehungen anknüpft, die durch das Verhältnis zur Bewußtseinsseele gegeben sind. Was man erleben kann, wenn man in die Bewußtseinsseele seine Kraft hineinschickt, das erlebt man in unserer Epoche.
[ 3 ] If you recall what has been said about the characteristics of soul life in the various epochs, you will be able to gain an even clearer insight. If we look, for example, at life in the first post-Atlantean epoch, we find that the human soul is primarily occupied during earthly life with working out the interaction of its own being with the etheric body—that is, so to speak, truly experiencing what can be experienced when one, as a soul, is primarily in interaction with the etheric body here in earthly life. Then, in the second post-Atlantean epoch, the soul lived out everything that can be lived out when one is truly in interaction with the astral body. In the third post-Atlantean cultural epoch, the soul lived out everything that can be lived out through interaction with the feeling soul; in the fourth cultural epoch, the soul lived out the interaction with the intellectual or emotional soul, and in our time, everything that can be lived out is lived out when one is in interaction with the conscious soul. Depending on what the soul, moving through these individual epochs within these aspects of human nature, experienced in one way or another, it advanced further in the general progress of the world. What one experiences in these various epochs regarding the soul’s relationship to the whole world is fundamentally different. One must already be able to form a mental image of this based on what has been presented so far. Now, in our time we live in the conscious soul, and the whole culture of our fifth cultural epoch consists in the fact that the entire human soul, the entire human ego, establishes such relationships with the world as are given through the relationship to the conscious soul. What one can experience when one sends one’s power into the conscious soul is what one experiences in our epoch.
[ 4 ] Nun können wir aber auch die ganze Sache von einem anderen Gesichtspunkt fassen. Wodurch geschieht es denn im allgemeinen kosmischen Zusammenhange, daß man in der Bewußtseinsseele lebt? Man lebt ja natürlich als Mensch nicht nur in der Bewußtseinsseele, sondern auch in anderen Gliedern der menschlichen Natur. Im engeren Sinne bilden wir in unserer Zeit die Fähigkeiten, die die Menschheit jetzt gerade ausbildet, vorzugsweise dadurch aus, daß wir mit unserem Ich auf dem Umwege durch die Bewußtseinsseele so recht in der Organisation unseres physischen Leibes hier leben zwischen Geburt und Tod. Der Grieche in der vierten nachatlantischen Epoche lebte noch nicht so stark in Abhängigkeit von seinem physischen Leibe wie wir. Der Grieche lebte im Leibe selber noch auf eine innerliche Art. Das bewirkte, daß er in der Verstandes- oder Gemütsseele arbeitete. Dadurch war er in der Lage, seinen physischen Leib in ganz anderer Weise auszufüllen, als wir es können. Der Grieche zum Beispiel hatte von jeder Handbewegung eine viel stärkere innere Gefühlsnuance als der heutige Mensch. Auf diese Dinge kann keine äußere Wissenschaft eingehen, aber sie sind vorhanden. Der Grieche fühlte, wenn er einen Arm bog, wie die einzelnen Muskeln anschwollen, wie sich ein Winkel bildete. Dadurch war der Grieche als Bildhauer in der Lage, ganz anders zu schaffen. Der heutige Bildhauer arbeitet nach dem Modell. Er schaut das Modell an und arbeitet danach. Nicht so der Grieche. Er hatte ein inneres Gefühl von der Form des Armes, der Physiognomie und so weiter. Das war bei ihm inneres Erleben. Jetzt ist der Mensch in gewisser Weise herausgerissen aus dem, was er erleben kann im physischen Leibe, wenn er in der Bewußtseinsseele lebt. Er ist zwar gleichsam tiefer in seinen physischen Leib hereingegangen, er ist näher verwandt geworden damit, als es der Grieche sein konnte, aber dadurch auch ist er für all dasjenige, was der physische Leib gibt, unempfindlich geworden. Er bedient sich der Organe des physischen Leibes in einem höheren Sinne als der Grieche. Der Grieche konnte gewisse Farbennuancen nicht sehen, wie wir sie heute sehen, weil er noch nicht so im physischen Leibe drinnensteckte wie wir heute. Wenn Sie bei Homer nachlesen, so können Sie sehen, wie wenig Farben er anführt. Das ändert sich also in dieser Weise. Der Mensch macht sich verwandter mit seinem physischen Leibe, aber damit spürt er auch sein Inneres nicht so im physischen Leibe. Man müßte vielmehr sagen, er spürt am physischen Leibe nicht mehr sein Inneres, er stößt mehr nach der Außenwelt. Kurz, es ist ein Ringen mit den Fähigkeiten des physischen Leibes, während es im Griechentum vielmehr ein Ringen mit der Form war. So daß wir sagen können: Wir bilden die Bewußtseinsseele gerade dadurch, daß wir mit unserem Ich eine gewissermaßen innere Verwandtschaft mit dem physischen Leibe eingehen, daß wir uns so recht in den physischen Leib hineinstemmen. Dadurch ist die Zeit gekommen, in der man nicht mehr viel weiß von den spirituellen Vorgängen und Dingen, die Zeit des Materialismus, weil man sich so sehr hineingestoßen hat in den physischen Leib.
[ 4 ] But we can also approach the whole matter from a different perspective. How is it that, within the general cosmic context, we live in the consciousness soul? As human beings, we naturally live not only in the consciousness soul, but also in other aspects of human nature. In the narrower sense, in our time we develop the faculties that humanity is currently cultivating, primarily by living here between birth and death with our I, indirectly through the soul of consciousness, within the organization of our physical body. The Greeks of the fourth post-Atlantean epoch did not yet live as strongly in dependence on their physical body as we do. The Greek still lived within the body itself in an inner way. This meant that he worked within the intellectual or emotional soul. As a result, he was able to inhabit his physical body in a completely different way than we can. The Greeks, for example, had a much stronger inner emotional nuance in every hand movement than people today. No external science can address these things, but they exist. When the Greeks bent an arm, they felt how the individual muscles swelled, how an angle formed. This enabled the Greek sculptor to create in a completely different way. Today’s sculptor works from a model. He looks at the model and works from it. Not so the Greek. He had an inner sense of the shape of the arm, the physiognomy, and so on. For him, this was an inner experience. Now, in a certain sense, the human being has been torn away from what he can experience in the physical body when he lives in the consciousness soul. Although he has, as it were, gone deeper into his physical body—he has become more closely connected to it than the Greek could have been—he has thereby also become insensitive to all that the physical body provides. He makes use of the organs of the physical body in a higher sense than the Greek did. The Greek could not see certain color nuances as we see them today, because he was not yet as deeply immersed in the physical body as we are today. If you read Homer, you can see how few colors he mentions. So this is how things change. Human beings become more attuned to their physical bodies, but as a result, they no longer feel their inner self within the physical body. One might rather say that they no longer feel their inner self in the physical body; they reach out more toward the external world. In short, it is a struggle with the capacities of the physical body, whereas in Greek culture it was rather a struggle with form. So that we can say: We form the consciousness soul precisely by entering into a kind of inner kinship with the physical body through our ego, by really thrusting ourselves into the physical body. Through this, the time has come when one no longer knows much about spiritual processes and things—the age of materialism—because one has thrust oneself so deeply into the physical body.
[ 5 ] Nun liegt aber natürlich im physischen Leibe wiederum der Ätherleib. Der Grieche wußte viel mehr noch von seinem Ätherleibe. Er spürte, wenn auch nur in einem leisen Anklang, wie der Ätherleib immer nachklingt den physischen Bewegungen des Leibes. Er verspürte noch, daß nicht bloß die physische Hand sich bewegt, sondern daß die Ätherhand sich mitbewegt und zugrunde liegt der physischen Bewegung. Das also ist verlorengegangen. Nun hat der Mensch aber, während er in dieser Griechenzeit war, das alles so durchgemacht, daß er viel intensiver sich in seinem Ätherleibe fühlte als jetzt. Das ist ihm nicht verlorengegangen. Wir haben das ja alle durchgemacht als Seelen, das steckt in unserem Ätherleib darinnen. Das steckt alles darinnen in konservierten Gedanken. Und wenn wir aus der Welt, in der wir sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, heraustreten, so lassen wir wie in einem Vergessen zurück alles dasjenige, was wir eigentlich vorher recht gut in unserem Ätherleibe haben beherrschen können. Indem wir jetzt so tief in unseren physischen Leib hineinstoßen, lassen wir das zurück, was wir uns in der Griechenzeit erworben haben. Sie sehen daraus schon, daß unser Ätherleib eigentlich sehr vieles enthält, wovon der Mensch jetzt nur kein Bewußtsein hat. Der Mensch entwickelt sein Bewußtsein jetzt hauptsächlich im physischen Leibe. Dadurch deckt er zu dasjenige, was in seinem Ätherleibe ist. Wäre dem Menschen all das Wissen von der inneren, menschlichen Organisation, das er in seinen Ätherleib hineingeheimnißt hat, bewußt, so würde er unendlich viel mehr wissen als jetzt. Denn dieser Ätherleib hat sich eine gewisse Vollkommenheit erworben, die größer ist, als der Mensch sich jetzt bewußt ist. Überhaupt ist in bezug auf den Ätherleib vieles zurückgedrängt, weil wir ihn eben nicht in der entsprechenden Weise zum Bewußtsein bringen; wir wissen vieles nicht von diesem Ätherleibe.
[ 5 ] Now, of course, the physical body in turn contains the etheric body. The ancient Greeks knew far more about their etheric bodies. They sensed—albeit only as a faint echo—how the etheric body always resonates with the physical movements of the body. They also sensed that it is not merely the physical hand that moves, but that the etheric hand moves along with it and underlies the physical movement. That, then, has been lost. Yet during the time of the ancient Greeks, human beings experienced all of this in such a way that they felt much more intensely within their etheric bodies than they do now. That has not been lost to them. We have all gone through this as souls; it is contained within our etheric body. It is all contained there in preserved thoughts. And when we step out of the world in which we find ourselves between death and a new birth, we leave behind, as if in forgetfulness, everything that we were actually quite able to master well in our etheric body before. By now penetrating so deeply into our physical body, we leave behind what we acquired in the Greek era. You can already see from this that our etheric body actually contains a great deal of which human beings are currently unaware. Human beings now develop their consciousness mainly in the physical body. In doing so, they cover up what is in their etheric body. If human beings were conscious of all the knowledge of the inner human organization that they have enshrined within their etheric body, they would know infinitely more than they do now. For this etheric body has attained a certain perfection that is greater than human beings are currently aware of. In general, much is suppressed regarding the etheric body because we simply do not bring it to consciousness in the appropriate way; we are unaware of much concerning this etheric body.
[ 6 ] Unter anderem arbeitet im Ätherleib, wie Sie wissen, wiederum der Astralleib. Alles dasjenige, was der Ätherleib so arbeitet, muß natürlich durchdrungen gedacht werden vom Astralleibe. Wenn man alles das plötzlich heraufbringen könnte, was der Ätherleib enthält, so würde man unendlich viel gescheiter sein, als man es in der jetzigen Epoche ist, wo man ben mit seinem physischen Leibe kämpft. Denn dieser Ätherleib enthält zum Beispiel — natürlich ist der Astralleib daran beteiligt — unendlich viele Weisheitsschätze. Die sind unten in unserer Seele, in dem Ätherleibe. Da sind vor allen Dingen eine Menge von Geschicklichkeiten, eine Menge von Wissensstoff. Zum Beispiel in bezug auf Geometrie: Ich habe schon einmal hier ausgesprochen, wie viel Sie unbewußt von Geometrie wissen. Es ist dies wirklich eine Wahrheit; denn wenn Sie Geometrie kennenlernen, so können Sie sie nicht außen von den Dingen her kennenlernen, sondern es holt sie der Mensch herauf, indem er das, was im Ätherleib ist, zum Bewußtsein bringt. Wenn er äußerlich Figuren aufzeichnet, so dienen sie nur als eine Anregung. Wenn ich ein Dreieck aufzeichne, von dem ich weiß, daß es 180 Grad hat, so weiß ich das aus dem Ätherleibe. Daß man die Figur aufzeichnet, das ist nur eine Spekulation auf die menschliche Faulheit. In Wahrheit wissen Sie alles, was Sie an Geometrie lernen können, unbewußt; das steckt da unten in den Tiefen des unbewußten Seelenlebens. Überhaupt, man glaubt gar nicht, wie gescheit man ist in den unterbewußten Seelentiefen. Wenn man es nur wüßte! Das Unheil der menschlichen Entwickelung liegt nicht darin, daß die Menschen wenig Weisheit in sich haben, sondern darin, daß sie die Weisheit nicht heraufholen können aus der eigenen Seele. Alle erzicherische Entwickelung beruht darauf, daß man die verborgene Weisheit heraufholt aus den Tiefen der Seele. Nun würden wir aber, wenn wir diese Dinge nicht so heraufholen müßten, doch unsere Entwickelung nicht fördern können, wie wir sie fördern sollen. Sehen Sie, wenn wir nicht zum physischen Leibe ein solches Verhältnis bekommen würden, wie wir es jetzt bekommen haben, so würden wir als furchtbar gescheite Kinder geboren werden, und es würde gar nicht viel kosten, verhältnismäßig früh dasjenige, was im Ätherleibe steckt, heraufzuholen. Aber der Mensch würde dann viel zu wenig Muhe darauf verwenden, die Weisheit zu erlangen. Dadurch würde sie zu wenig sein Eigentum sein, er wurde zu sehr ein Abklatsch sein der Weisheit. Die persönliche Aneignung erfolgt dadurch, daß wir ein solches Verhältnis zum physischen Leibe haben wie jetzt in der fünften Kulturperiode. Diese persönliche Aneignung macht erst, daß das Wissen zu unserem eigenen Wissen wird, und dann haben wir es für uns, wenn wir es auf diese Weise heraufholen. Das gilt in bezug auf den Ätherleib.
[ 6 ] As you know, the astral body, among other things, operates within the etheric body. Everything that the etheric body does must, of course, be permeated by the astral body. If one could suddenly bring forth everything that the etheric body contains, one would be infinitely wiser than one is in the present epoch, where one struggles with one’s physical body. For this etheric body contains, for example—and of course the astral body is involved in this—infinite treasures of wisdom. These are down in our soul, in the etheric body. There are, above all, a great many skills, a great deal of knowledge. For example, regarding geometry: I have already mentioned here how much you know about geometry unconsciously. This is truly a fact; for when you learn geometry, you cannot learn it from the outside of things, but rather the human being brings it up by bringing to consciousness what is in the etheric body. When one draws figures externally, they serve only as a stimulus. When I draw a triangle that I know has 180 degrees, I know that from the etheric body. Drawing the figure is merely a concession to human laziness. In truth, you already know everything you can learn about geometry unconsciously; it lies down there in the depths of the unconscious soul life. In general, people have no idea how wise they are in the depths of their subconscious soul. If only they knew! The tragedy of human development does not lie in the fact that people have little wisdom within them, but in the fact that they cannot bring that wisdom up from their own soul. All educational development is based on bringing up this hidden wisdom from the depths of the soul. But if we did not have to bring these things up in this way, we would not be able to promote our development as we ought to. You see, if we did not develop the kind of relationship with the physical body that we have now, we would be born as terribly clever children, and it would not take much effort to draw up what is contained in the etheric body at a relatively early age. But then the human being would devote far too little effort to acquiring wisdom. As a result, it would not be sufficiently his own; he would be too much of a mere reflection of wisdom. Personal appropriation occurs because we have a relationship to the physical body such as we have now in the fifth cultural epoch. It is this personal appropriation that makes the knowledge our own, and then we possess it when we bring it up in this way. This applies with regard to the etheric body.
[ 7 ] Mit Bezug auf den Astralleib gilt aber noch etwas ganz anderes, da gilt das Folgende: Wenn wir alle Einzelheiten heraufholen könnten, die im Astralleibe liegen, alles, was der Astralleib weiß, dann ware das eigentlich für unser gegenwärtiges Leben kein Gewinn. Denn wir würden dadurch wirklich wie Automaten innerhalb der Menschheit leben. Unser Astralleib weiß zum Beispiel in der Tat — nicht unser Bewußtsein, aber der Astralleib — wie er als Astralleib zu all den einzelnen Menschen steht, mit denen er sich im Leben begegnet. Unser Astralleib hat ein solches Bewußtsein. So daß, wenn wir könnten — derjenige, der es will, kann es nicht, und derjenige, der es kann, macht es nicht, weil das zur Ausbildung eines okkulten Egoismus schlimmster Art führen würde —, aber wenn man alles das, was der Astralleib weiß, bewußt machen könnte, so würde man zum Beispiel genau wissen: Mit dieser oder jener Persönlichkeit erwirkst du dir Unannehmlichkeiten, mit dieser oder jener wirst du Freundlichkeiten erleben. Solches Wissen würde das Leben natürlich ganz verändern, aber für unser gegenwärtiges irdisches Verhältnis nicht im günstigen Sinne. Nun könnte ich noch viel erzählen, was der Astralleib weiß, aber der übt unbewußt sein Wissen auch schon aus, nur ein Wissen, das wirklich im Zusammenhange des Menschenlebens wenig beachtet wird.
[ 7 ] However, something quite different applies to the astral body; the following holds true: If we could bring up all the details contained within the astral body—everything the astral body knows—it would actually be of no benefit to our present life. For we would then truly be living like automatons within humanity. Our astral body, for example, does indeed know—not our consciousness, but the astral body—how it, as an astral body, relates to all the individual people it encounters in life. Our astral body possesses such a consciousness. So that, if we could—the one who wants to cannot, and the one who can does not, because that would lead to the development of an occult egoism of the worst kind—but if one could bring everything the astral body knows into consciousness, then one would know, for example, exactly: With this or that personality, you will bring trouble upon yourself; with this or that, you will experience kindness. Such knowledge would, of course, completely change life, but not in a favorable sense for our present earthly circumstances. Now I could tell you much more about what the astral body knows, but it is already unconsciously putting its knowledge into practice—only it is a knowledge that is really given little attention in the context of human life.
[ 8 ] Nehmen Sie einmal an, ein Mensch kommt durch ein Unglück um. Das erscheint uns so, nicht wahr, wenn wir das gewöhnliche Menschenleben betrachten, daß dieses Unglück den Menschen getroffen hat. Denn ein Unglück sucht der Mensch, so wie sein gegenwärtiges Bewußtsein beschaffen ist, nicht. Würde man den Astralleib prüfen, so würde man kein Unglück finden, das der Mensch, insofern er in dem Astralleibe ist, nicht sucht. Was da notwendig ist für das gewöhnliche Bewußtsein, das ist aus freier innerer Wahl gesucht vom Astralleibe. Das ist so gewollt, richtig gewollt vom Astralleibe. Selbst wenn man von einem Eisenbahnzuge überfahren wird, ist das von dem Astralleibe eigentlich für den ganzen Lebenszusammenhang in Erwägung gezogen, es ist nicht etwas, was bloß zugestoßen ist.
[ 8 ] Suppose a person dies as a result of an accident. When we look at ordinary human life, it seems to us, doesn’t it, that this accident has befallen the person. For, given the nature of their present consciousness, a person does not seek out misfortune. If one were to examine the astral body, one would find no misfortune that the person, insofar as they are in the astral body, does not seek. What is necessary for ordinary consciousness is sought by the astral body out of free inner choice. This is willed, truly willed, by the astral body. Even if one is run over by a train, this is actually taken into account by the astral body within the context of the entire life; it is not something that has merely happened.
[ 9 ] Also nicht nur, daß wir unseren Zusammenhang mit den übrigen Menschen in unserem Astralleibe haben als Weisheit, wir haben auch wirklich unseren Zusammenhang mit dem ganzen äußeren Leben, mit dem, was sich als Naturereignisse oder sonstige soziale Ereignisse abspielt, in die wir verwickelt sind. Was uns da verschlossen ist und sein soll, ist gut, sonst würden wir nichts lernen für die weitere Entwickelung. Aber im Astralleibe ist ein wirklicher Gedanke vorhanden, das heißt eine Art von Wissen für alles dasjenige, was unser Wesen in Zusammenhang zeigt mit den Ereignissen und Menschenelementen, in die hinein wir verwickelt sind. Die Menschen, sage ich, achten das im gewöhnlichen Leben eigentlich ziemlich wenig. Denn wenn uns irgend etwas zustößt, von dem man sagt, «es stößt uns eben zu», dann betrachtet man in der Regel dasjenige, was uns da zugestoßen ist, nur danach, daß es uns eben zugestoßen ist. Man zieht wirklich nicht in Erwägung, was geschehen ware, wenn einem das nicht gerade zugestoßen wäre. Ich will einen eklatanten Fall herausgreifen. Ein Mensch wird verwundet in einem Augenblick seines Lebens. Nicht wahr, im gewöhnlichen Leben denkt man: Nun, er ist verwundet worden. — Da schließt man ab. Was aber geschehen wäre, wenn der Mensch nicht verwundet worden wäre, darauf sieht man nicht. Denn, nicht wahr, durch eine Verwundung ändert sich das ganze Leben, alles Folgende geschieht anders. Aber der Astralleib durchschaut den ganzen Zusammenhang, indem er vor der Verwundung steht. Man kann sagen, der Astralleib ist hellsehend.
[ 9 ] So it is not only that we have our connection with other people in our astral body as wisdom; we also truly have our connection with the whole of external life—with what unfolds as natural phenomena or other social events in which we are involved. What is and should remain hidden from us there is good; otherwise, we would learn nothing for our further development. But in the astral body there is a real thought, that is, a kind of knowledge of everything that our being reveals in connection with the events and human elements in which we are involved. People, I say, actually pay very little attention to this in ordinary life. For when something happens to us—something of which one says, “it just happens to us”—then one generally regards what has happened to us only in terms of the fact that it has happened to us. One really does not consider what would have happened if that particular thing had not happened to us. I want to pick out a striking example. A person is wounded at a certain moment in their life. Isn’t it true that in everyday life we think: Well, they’ve been wounded. — That’s where one stops. But one does not consider what would have happened if the person had not been wounded. For, isn’t it true, a wound changes one’s entire life; everything that follows happens differently. But the astral body perceives the whole context by standing before the wound. One might say the astral body is clairvoyant.
[ 10 ] Und das wahre Ich, das noch tiefer im Unterbewußtsein ruht, das wir im Tiefsten haben, das ist noch hellsehender, viel hellsehender. Nicht wahr, Sie sind sich ja klar darüber, meine lieben Freunde, daß wir unseren physischen Leib schon auf dem alten Saturn gebildet haben, daß wir unseren Ätherleib auf der Sonne gebildet haben und daß wir unseren Astralleib auf dem alten Mond gebildet haben. Unser Ich ist das Baby unter den menschlichen Gliedern, es ist am jüngsten. Dieses Ich wird so, wie jetzt der physische Leib gebildet ist, erst auf dem Vulkan gebildet sein, also nachdem die JupiterEntwickelung und die Venus-Entwickelung vorüber sein wird. Aber dieses Ich ruht zugleich im Schoße der geistigen Welt. Dann, während der Vulkanzeit, wird ein ungeheures Wissen von dem Zusammenhang des Lebens von dem Ich ausstrahlen. Aber dieses Wissen ist schon jetzt in uns, und die Jupiter- und Venus-Entwickelung wird darin bestehen, daß die Fähigkeit dazu heraufgeholt wird.
[ 10 ] And the true Self, which lies even deeper in the subconscious, which we possess in our innermost being, is even more clairvoyant—much more so. Isn’t that right? You are surely aware, my dear friends, that we formed our physical body on ancient Saturn, that we formed our etheric body on the Sun, and that we formed our astral body on the ancient Moon. Our Self is the baby among the human members; it is the youngest. This Self will be formed on Vulcan—just as the physical body is now formed—that is, after the Jupiter and Venus stages of development have passed. But this I also rests in the bosom of the spiritual world. Then, during the Vulcan epoch, an immense knowledge of the interconnectedness of life will radiate from the I. But this knowledge is already within us, and the Jupiter and Venus epochs will consist in bringing this capacity to the fore.
[ 11 ] Wir erblicken also, indem wir auf diesen Untergrund des Seelenlebens blicken, in einer wunderbaren Weise unseren Zusammenhang mit der geistigen Welt. Uns Menschen ist ja im normalen Menschenleben zunächst nur das gegeben, was wir empfangen, indem das Ich sich spiegelt im physischen Leibe. Aber dahinter ruht ein weit ausgebreitetes Erdenwissen, das im Ätherleibe ist. Dahinter ruht wiederum ein hellsichtiges Wissen, das im Astralleibe schon ist, und ein noch hellsichtigeres Wissen, das im wahren Ich ist. Diese Dinge sich vorher zu überlegen, ist gut, bevor man auf das eingeht, was ich nun eigentlich besprechen will.
[ 11 ] Thus, by looking at this foundation of soul life, we perceive in a wondrous way our connection to the spiritual world. In normal human life, we are initially given only what we receive when the ego is reflected in the physical body. But behind this lies a vast store of earthly knowledge that resides in the etheric body. Behind that, in turn, lies clairvoyant knowledge that is already present in the astral body, and an even more clairvoyant knowledge that resides in the true “I.” It is good to consider these things beforehand before delving into what I actually wish to discuss now.
[ 12 ] Nehmen wir den Fall, der uns ja jetzt in so tausendfältiger Weise so tief zur Seele spricht, den Fall: Ein Mensch wir im jugendlichen Alter, wie es jetzt oft geschieht, auf dem Kriegsschauplatz durch die Pforte des Todes geführt. Sehen Sie, was da eintritt, das ist, daß in ganz anderer Weise die tieferliegenden Glieder der menschlichen Natur, Ätherleib, Astralleib und Ich, aus dem Zusammenhang mit dem physischen Leibe gerissen werden, als wenn der Mensch alt geworden ist und langsam in seinem Bette stirbt. Ein schnelleres Trennen von dem physischen Leibe findet da oftmals statt. Ich habe schon gesprochen von dem Prophetischen des Ätherleibes. Wir haben gesagt, daß selbst in den Bildern des Traumes — der ja dadurch entsteht, daß sich der Astralleib nach dem Ätherleibe hinneigt und daß der Ätherleib gespiegelt bekommt dasjenige, was der Astralleib erlebt —, wenn wir diese Bilder in gewisser Weise auslegen könnten, etwas von prophetischer Art liegt, was uns auf unser künftiges Leben hinweist.
[ 12 ] Let us consider the case that now speaks so deeply to our souls in so many ways: the case of a person who, in the prime of youth—as so often happens today—is led through the gates of death on the battlefield. You see, what happens here is that the deeper aspects of human nature—the etheric body, the astral body, and the I—are torn from their connection with the physical body in a very different way than when a person has grown old and dies slowly in bed. A more rapid separation from the physical body often takes place in such cases. I have already spoken of the prophetic nature of the etheric body. We have said that even in the images of the dream—which arises because the astral body inclines toward the etheric body and the etheric body reflects what the astral body experiences—if we could interpret these images in a certain way, there lies something of a prophetic nature that points to our future life.
[ 13 ] Für denjenigen, der nun als Geistesforscher diese Dinge zu erforschen hat, entsteht aus solchen Erwägungen heraus eine wichtige Frage. Man muß sich allerdings die Frage zunächst einmal vorlegen, aber dann ist dieses Vorlegen der Frage eine Art Leitung zu der Antwort hin, die sich dann aus der hellsichtigen Beobachtung ergeben muß. Man sagt sich zum Beispiel: Der Mensch ist ja doch bestimmt, hier auf der Erde, wenn das Leben normal abläuft, das Patriarchenalter zu erreichen, das Leben langsam aufzubrauchen. Dafür ist sein Ätherleib und sein Astralleib und sein Ich eingerichtet. Das kann im normalen Lebensablauf geschehen. Nun wird plötzlich durch eine Kugel, die den Menschen trifft, der ganze Zusammenhang gestört. Damit aber wird eine Fähigkeit, zum Beispiel die Fähigkeit des Ätherleibes — ich will jetzt die Betrachtung auf den einzelnen Menschen richten —, die Kraft, die nun durch das ganze Leben hindurch hätte wie prophetisch wirken können, die den Menschen hätte hindurchführen können durch viele Lebensverhältnisse noch, herausgerissen aus dem Leben; sie wird getrennt von dem physischen Plan. Nehmen Sie an, die Kugel hätte nicht getroffen wir können die Hypothese stellen und absehen davon, daß es ja selbstverständlich Karma ist —, dann würde der Mensch diese Kraft nach und nach verbraucht haben in seinem Ätherleibe, vielleicht durch viele Jahre hindurch. Diese Kraft ist trotzdem in seinem Seeleninnern da; sie ist «nicht nicht da», diese Kraft. Daß sie da ist, das sieht man schon, wenn nun ein solcher Mensch, den eine Kugel getroffen hat, auf sein Lebenstableau zurückblickt, zurückblickt im Ätherleibe. Ich habe es schon angedeutet: Dieses Lebenstableau hat einen ganz anderen Charakter. Es hat den Charakter, als ob es von der Außenwelt herankomme, nicht so sehr von der Innenwelt erzeugt werden müßte. Kurz, diese Energie, diese Kraft, die da abgeschnitten wird, die ist im Menschen. Und die Beobachtung ergibt auch, daß sie da ist, daß sie verändert das ganze folgende Leben nach dem Tode. Ebenso ist es mit der Kraft, die im Astralleibe ist. Die wurde ja auch verwendet worden sein während des ganzen Lebens. Die ist auch noch da. Kurz, der Mensch tritt ganz anders durch die Pforte des Todes, wenn er gewaltsam aus dem physischen Leben herausgerissen wird, wenn er etwa durch eine Kugel getroffen wird und dadurch das Leben verläßt, als wenn er langsam im Bette gestorben wäre.
[ 13 ] For the spiritual researcher who is now tasked with investigating these matters, such considerations give rise to an important question. One must, of course, first pose the question to oneself, but then this very act of posing the question serves as a kind of guide toward the answer that must then emerge from clairvoyant observation. One might say, for example: After all, a person is destined, here on Earth, if life proceeds normally, to reach old age, to slowly use up their life. Their etheric body, astral body, and ego are structured for this. This can happen in the normal course of life. Now, suddenly, a bullet striking the person disrupts the entire sequence. But with that, a capacity—for example, the capacity of the etheric body—I want to focus the consideration now on the individual human being—the force that could have worked prophetically throughout the whole of life, that could have guided the human being through many more life circumstances, is torn out of life; it is separated from the physical plane. Suppose the bullet had not struck—we can pose this hypothesis and set aside the fact that it is, of course, karma—then the person would have gradually used up this force in their etheric body, perhaps over many years. This power is nevertheless present within the soul; it is “not not there,” this power. That it is there can already be seen when such a person, struck by a bullet, looks back on the tableau of their life, looks back in the etheric body. I have already hinted at this: this tableau of life has a completely different character. It has the character of coming from the outer world, rather than having to be generated from the inner world. In short, this energy, this force that is cut off there, is within the human being. And observation also shows that it is there, that it alters the entire life that follows after death. The same is true of the force that is in the astral body. That, too, must have been used throughout the entire life. It is still there. In short, a person passes through the gate of death quite differently when they are violently torn from physical life—for example, when they are struck by a bullet and thereby leave life—than when they have died slowly in bed.
[ 14 ] Nun entsteht die große Frage für den Geistesforscher: Was bedeutet das denn eigentlich? Was bedeutet es für eine Epoche, daß der Mensch durch dasjenige, was ich angeführt habe, eigentlich etwas ganz anderes hineinbringt in die geistige Welt, als er hineinbringt, wenn er das Leben ausgelebt hat? Für eine solche Epoche, wie die ist, in der wir leben, ist das von unendlich großer Bedeutung, denn vieles von der Art des Geschilderten wird in die geistige Welt hineingetragen. Was bedeutet denn das für die geistige Welt? Das ist eine ungeheuer bedeutungsvolle Frage. — Wenn man sich ein wenig ansieht das Verhältnis der geistigen Welt zur physischen Welt, wie Sie es nachlesen können in dem Wiener Zyklus: «Inneres Wesen des Menschen und Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt», dann kommt das näher, was man so lange nicht glauben kann, was sich aber der geistigen Forschung ganz klar darstellt: daß sich wirklich alle Begriffe und Vorstellungen ändern, wenn man in die geistige Welt kommt. Und so ist es nicht nur, wenn man durch Initiation hineinkommt in die geistige Welt, sondern so ist es auch bei dem Durchgang durch den Tod.
[ 14 ] Now the big question arises for the spiritual researcher: What does this actually mean? What does it mean for an epoch that, through what I have described, a person actually brings something entirely different into the spiritual world than what they bring when they have lived out their life? For an epoch such as the one in which we live, this is of infinite importance, for much of the nature of what has been described is carried into the spiritual world. What does that mean for the spiritual world? That is an immensely significant question. — If one considers a little the relationship of the spiritual world to the physical world, as you can read in the Vienna lectures: “ The Inner Life of the Human Being and Life Between Death and a New Birth,” then what one has long been unable to believe—but which presents itself quite clearly to spiritual research—becomes clearer: that all concepts and mental images truly change when one enters the spiritual world. And this is not only the case when one enters the spiritual world through initiation, but it is also the case during the passage through death.
[ 15 ] Sehen Sie, hier entwickelt sich eigentlich die Menschheit im Grunde immer mehr und mehr nach einer bestimmten Richtung, man kann sagen, des sogenannten Seinsbegriffes. Und heute ist schon ein gewaltiges Versenktsein in die Vorliebe für den Seinsbegriff vorhanden. Was meine ich eigentlich mit dem Seinsbegriff, mit dem Begriff des Seins? Nun, es laßt ja heute kaum einer noch etwas gelten, was sich nicht gibt als ein «Sein». Wenn irgendeiner kommt, der nicht von etwas spricht, was handgreiflich ist, so wird er für einen Phantasten gehalten. Die Menschen gehen umher und reden von dem «Wirklichen», und demgegenüber ist ein bloßer Gedanke nichts. Es gibt heute unzählige Menschen, die achten den Gedanken deshalb nicht, weil sie nicht von ihm angebissen werden können. «Sein» bedeutet für sie: man bekommt knüppeldick dasjenige, was wahrgenommen wird. Man hat nichts dazu zu tun, daß irgend etwas ist, sondern es gibt sich als seiend. Und was nicht in dieser Weise sich als seiend gibt, das wollen die Menschen immer weniger gelten lassen.
[ 15 ] You see, humanity is actually developing more and more in a certain direction—one might say, toward the so-called concept of being. And today there is already a profound immersion in a preference for the concept of being. What do I actually mean by the concept of being, by the concept of existence? Well, hardly anyone today accepts anything that does not present itself as a “being.” If someone comes along who does not speak of something tangible, they are considered a fantasist. People go about talking of the “real,” and in contrast to that, a mere thought is nothing. There are countless people today who do not respect the thought simply because they cannot grasp it. “Being” means to them: one receives in full measure that which is perceived. One has nothing to do with the fact that something is, but it presents itself as being. And what does not present itself as being in this way, people are increasingly unwilling to accept.
[ 16 ] In der Entwickelung der geistigen Welt ist das Umgekehrte der Fall. Dasjenige, was seiend ist, was einen Eindruck macht wie physische Gegenstände, das ist für den Menschen im Geistigen etwas Feindliches, etwas Störendes, etwas, wovon er weiß, daß es zum Nichtigen gehört, daß es verurteilt ist, in das Nichtige zu verschwinden. Und kommt man so ohne weiteres in ein geistiges Gebiet, wo nicht sehr weit entwickelte Seelen sind, Seelen, die also, ich möchte sagen, für den Geist noch ebenso naiv sind, wie viele Seelen für die Erde naiv sind, so findet man für die verstorbenen Seelen dort das entgegengesetzte Urteil. Etwas, worauf sie Wert legen, das darf nicht «sein», wie man hier auf der Erde von «sein» spricht. Dasjenige, was hier Sein ist, das ist nicht wertvoll für diese Seelen. Im geistigen Leben ist es ja so, daß man lauter geistigen Wesen gegenübersteht. Die wirken auf einen. Die muß man erst zur Anschauung bringen. Es ist da so: Man steht in der geistigen Welt; hinter einem stehen Seelen der geistigen Hierarchien, Angeloi, Archangeloi und so weiter. Man weiß, sie sind da. Aber wenn sie für einen da sein sollen, so muß man sie erst auferwecken zu dem, was man hier das Sein nennt. Das, was in der geistigen Welt auf einen wirkt, das muß man zur Imaginierung bringen. Was nichterwecktes Sein ist, wozu man nichts tut, was so knüppeldick einfach vorhanden ist, das ist dort nicht wertvolles Sein.
[ 16 ] In the development of the spiritual world, the opposite is true. That which exists, that which makes an impression like physical objects, is something hostile to the human being in the spiritual realm, something disruptive, something of which he knows that it belongs to nothingness, that it is doomed to vanish into nothingness. And if one enters a spiritual realm where there are not very highly developed souls—souls who are, I might say, just as naive to the spirit as many souls are naive to the earth—then one finds the opposite judgment regarding the departed souls there. Something they value must not “be,” in the sense that we speak of “being” here on earth. That which is “being” here is not valuable to these souls. In spiritual life, it is the case that one is faced with nothing but spiritual beings. They act upon one. One must first bring them into perception. It is like this: one stands in the spiritual world; behind one stand souls of the spiritual hierarchies, angels, archangels, and so on. One knows they are there. But if they are to be there for one, one must first awaken them to what is called “being” here. That which acts upon one in the spiritual world must be brought to the level of imagination. What is unawakened being—that which one does nothing with, that which is simply there in a crude, unrefined form—is not valuable being there.
[ 17 ] Hier auf der Erde steht man und ist umgeben von der Natur, und die geistige Welt, zu der muß man sich erheben, die ist nicht so ohne weiteres da. Es kostet keine besondere Mühe, die Natur um sich zu haben. Sie ergibt sich von selbst als ein Sein. Deshalb lieben es die Materialisten, die Natur um sich zu haben. Die ist aber nicht mehr da in der geistigen Welt. Es ist nichts da in der geistigen Welt, als was man sich immer erarbeitet. Da muß man immerfort tätig sein. Das, was da ist, das ist die andere Welt, die Welt, die man verlassen hat; auf die blickt man immer hin als auf eine seiende Welt: diese Welt, die das Vergängliche in sich trägt, die fortwährend kämpft mit dem Nichtigen.
[ 17 ] Here on Earth, we stand surrounded by nature, but the spiritual world—to which we must ascend—is not simply there. It takes no special effort to have nature around us; it simply exists as a reality. That is why materialists love to have nature around them. But it is no longer there in the spiritual world. There is nothing in the spiritual world except what one continually works to attain. One must be constantly active there. What is there is the other world, the world one has left behind; one always looks upon it as a world that exists: this world, which bears transience within itself, which continually struggles with nothingness.
[ 18 ] Wenn für einen Augenblick die Sache so wäre, daß die Welt, welche die Materialisten lieben, verschwinden würde, daß die Menschen nichts wissen würden von ihrem Leibe, daß sie sich die Imagination erst schaffen müßten, wenn sie nichts von dem Tisch wissen würden, bis sie ihn sich selbst denkend erschaffen würden, dafür aber die geistige Welt sehen würden, so hätten sie für das Leben hier, was sie dort haben in der geistigen Welt. In der geistigen Welt ist die Welt eben nur durch die eigene Tätigkeit zur Anschauung zu bringen. Die jenseitige Welt, also unser Diesseits, ist dort immer da. Während hier der Himmel verborgen ist und nur die Welt, die um uns ist, immer da ist, ist dort die Welt eigentlich verborgen, wenn man sie nicht tätig erst zur eigenen Anschauung bringt. Das Jenseits, unser Diesseits, das ist eine Welt, an die man nicht bloß glauben kann, sondern von der man wissen kann unmittelbar. Aber das, was diese unsere Welt hier, vom Gesichtspunkte der anderen Welt betrachtet, ich möchte sagen, fatal macht, das ist, daß sie mit dem Sein durchdrungen ist. Das stört, daß diese Welt mit dem Sein durchdrungen ist, wirklich, das stört. Wenn viele sagen: Ich wollte schon an eine geistige Welt glauben, wenn ich sie nur hier sehen könnte!, so kann man das vergleichen mit dem, was die Seelen in der geistigen Welt sagen: Ja, diese fortwährend da unten vorhandene physische Welt, man wollte sie schon ertragen, wenn sie nur nicht fortwährend «wäre», wenn sie nur nicht das Sein so aufdringlich in sich hätte. Man kann gar nicht hinunterschauen auf die Erde, ohne daß sie in allen ihren Punkten das furchtbare «Sein» hat.
[ 18 ] If, for a moment, it were the case that the world beloved by materialists were to vanish, that people would know nothing of their bodies, that they would first have to create their imagination—if they knew nothing of the table until they had created it themselves through thought—but in return could see the spiritual world, then they would have in this life what they have there in the spiritual world. In the spiritual world, the world can only be brought into view through one’s own activity. The world beyond, that is, our present life, is always there. While here heaven is hidden and only the world around us is always there, there the world is actually hidden unless one actively brings it into one’s own view. The hereafter, our present life, is a world one cannot merely believe in, but one can know directly. But what makes this world of ours here—viewed from the perspective of the other world—I would say, fatal, is that it is permeated with being. It is disturbing that this world is permeated with being; truly, it is disturbing. When many say: “I would believe in a spiritual world if only I could see it here!”, one can compare this to what the souls in the spiritual world say: “Yes, this physical world that is constantly present down there—one could bear it if only it were not constantly ‘there,’ if only it did not have being so intrusively within it.” One cannot even look down upon the Earth without it possessing that terrible “being” in every aspect.
[ 19 ] Und wenn hier jemand praktischer Materialist ist und nicht an Ideale glauben kann, dann liebt er nur das Sein. Aber damit nicht sich die Gesinnung von dem bloßen knüppeldicken Sein hier ausbreite, erstehen immer von Zeit zu Zeit die Idealisten, die die Menschen an die Kraft der Ideale und ihre Wirksamkeit im geschichtlichen Fortschritt glauben machen. Diese Ideale des Sittlichen, des Schönen, des Religiösen, sie werden hineingetragen in die Welt. Gewiß, die grobklotzigen Materialisten, die geben nichts darauf; höchstens tun sie sie ab mit ein paar Worten. Es wird das, was nicht knüppeldick im materiellen Sinne seiend ist, gerade als das Wertvolle des Lebens auf den physischen Plan hereingetragen. Und wenn man von einem höheren menschlichen Gesichtspunkte aus die Entwickelung der Menschheit über die Erde betrachtet, so sagt man sich: Gewiß, die Natur ist groß, ist bedeutend; sie ist «da». Aber was wäre dieses ganze menschliche Leben, wenn nur die seiende Natur wäre — und wäre sie noch so schön —, wenn der Mensch nicht Ideale haben könnte, wenn er nicht angespornt werden könnte, nicht von dem Seienden, sondern von dem Sein-Sollenden des sittlichen, des religiösen, des künstlerischen, des pädagogischen Lebens? Das Nicht-Seiende, möchte ich sagen, das hereindringt aus einer geistigen Welt als die Ideale der Menschheit — das NichtSeiende, aber Sein-Sollende, das macht das Leben erst wertvoll. Das empfindet jeder gut, der nicht ganz im Sumpfe des Materialismus untergegangen ist. Und so erscheinen die, die im Laufe der Geschichte auftreten und im besonderen Sinne Träger der Ideale sind, als diejenigen, die das seiende Leben aus dem Sein-Sollenden erst wertvoll machen.
[ 19 ] And if someone here is a practical materialist and cannot believe in ideals, then he loves only existence. But to prevent this mindset from spreading beyond mere, crude existence, idealists arise from time to time to make people believe in the power of ideals and their effectiveness in historical progress. These ideals of morality, beauty, and religion are carried into the world. Certainly, the coarse, thick-headed materialists pay no heed to them; at most, they dismiss them with a few words. That which is not a blunt, material existence is brought into the physical realm precisely as the valuable aspect of life. And when one considers the development of humanity on Earth from a higher human perspective, one says to oneself: Certainly, nature is great, is significant; it is “there.” But what would all this human life be if there were only the existing nature—and however beautiful it might be—if human beings could not have ideals, if they could not be inspired, not by what is, but by what ought to be in moral, religious, artistic, and educational life? That which is not yet, I would say, that which penetrates from a spiritual world as the ideals of humanity—that which is not yet, but ought to be—is what makes life valuable in the first place. Anyone who has not completely sunk into the mire of materialism can sense this well. And so those who appear in the course of history and are, in a special sense, bearers of ideals, appear as those who make existing life valuable only through what ought to be.
[ 20 ] Und für den Geistesforscher stellt sich nun heraus: Von der geistigen Welt sieht man in einer ähnlichen Weise zurück auf das irdische Leben, aber so, daß man als höhere Seele Verlangen trägt danach, daß nicht alles auf dieser Erde bloß «ist», daf} es unter dem, was auf die Erde getreten ist, auch etwas gibt, was nicht im eminentesten Sinne nach Erdenart «ist». Es muß etwas beigemischt sein dem Erdensein, was nicht im gewöhnlichen Erdensinne ist. Und dies stellt sich heraus, ich möchte sagen, als etwas unendlich Bedeutungsvolles, wenn es sich dem Geistesforscher ergibt, bei denjenigen Leben, die veranlagt waren für ein langes Leben und gewaltsam abgeschnitten worden sind, so daß wir einen Teil eines solchen Lebens haben, der vom jenseitigen Standpunkte aus angesehen eigentlich für das Sein bestimmt war und dieses Sein nicht ausgelebt hat. Nehmen wir an, ein Mensch hat, statt bis zum siebzigsten, achtzigsten Jahre nach seinen Lebenskräften, nur bis zum fünfundzwanzigsten, sechsundzwanzigsten Jahre in der Welt gelebt. Dann wurde er, sagen wir, von einer Kugel getroffen. Seine Glieder der Menschennatur wurden plötzlich auseinandergelöst. Der Ätherleib, der Astralleib und das Ich hätten noch lange die Gabe entwickeln können, den physischen Leib zu erhalten. Das, was da noch hätte folgen können nach dem Schüsse, das ist für das Erdendasein bestimmt gewesen; es ist nicht im Sein aufgegangen. Das nimmt sich aber von jenseits aus gesehen so aus, daß man sieht: Da unten ist nicht bloß Seiendes, da unten ist dem Erdensein auch etwas beigemischt, was zum Sein bestimmt ist, aber nicht das Sein durchlebt hat, Sein, das bloß der Anlage nach vorhanden ist. Auch Sein-Sollendes im gewissen Sinne. Daher sind diejenigen, die ihr Leben also früh endigen durch eine äußere Veranlassung, indem sie durch die Todespforte gehen, für die geistige Welt in einem ähnlichen Sinne — nur in einem ähnlichen Sinne, nicht im gleichen Sinne — geistige Boten wie die Idealisten, die hier auf die Erde kommen, um dem Seienden das Sein-Sollende beizumischen. So steigen herauf diejenigen, die früh durch die Pforte des Todes gegangen sind, um dem Himmel Kunde zu bringen, daß da unten auf der Erde auch Sein-Sollendes, nicht bloß Seiendes ist.
[ 20 ] And for the spiritual researcher, it now becomes clear: From the spiritual world, one looks back upon earthly life in a similar way, but in such a way that, as a higher soul, one harbors a longing for the fact that not everything on this earth merely “is,” since among what has entered the earth there is also something that, in the most eminent sense, does not “is” in an earthly manner. There must be something mixed into earthly existence that is not in the ordinary earthly sense. And this turns out, I would say, to be something infinitely significant when it becomes apparent to the spiritual researcher in the case of those lives that were predisposed for a long life and have been violently cut short, so that we have a part of such a life which, viewed from the perspective of the beyond, was actually destined for existence and has not lived out that existence. Let us suppose that a person, instead of living to the age of seventy or eighty according to his life forces, lived in the world only until the age of twenty-five or twenty-six. Then he was, let us say, struck by a bullet. The members of his human nature were suddenly torn apart. The etheric body, the astral body, and the I could have continued to develop the ability to sustain the physical body for a long time. What might still have followed after the shot was destined for earthly existence; it did not come to fruition. But viewed from the beyond, this appears as follows: down there is not merely what is; down there, something is also mingled with earthly existence that is destined for being but has not lived through being—being that exists merely in potential. Also, in a certain sense, that which ought to be. Therefore, those who thus end their lives early through an external cause, by passing through the gate of death, are, in a similar sense—only in a similar sense, not in the same sense—spiritual messengers for the spiritual world, just as the idealists who come here to Earth to mix that which ought to be into what is. Thus do those who have passed through the gate of death at an early age ascend to bring tidings to heaven that down there on earth there is also what ought to be, not merely what is.
[ 21 ] Es ist eine unendlich tiefe, bedeutsame Entdeckung, die man machen kann, wenn man auf dieses Kapitel der Geistesforschung kommt, indem man kennenlernt jene dem Himmel zugekehrten Idealisten, die Idealisten werden dadurch, daf3 sie hier auf der Erde in der angedeuteten Weise durch die Pforte des Todes gehen. Und solch einen Gedanken wirklich mit unserer Seele zu vereinigen, es geziemt uns das in der jetzigen Zeit sehr wohl.
[ 21 ] It is an infinitely profound and significant discovery one can make when one comes to this chapter of spiritual research, by getting to know those idealists who turn toward heaven—idealists who become such because they pass through the gate of death here on earth in the manner described. And to truly unite such a thought with our soul—that is most fitting for us at this time.
[ 22 ] Betritt man eben die Gefilde des geistigen Lebens, so ist es nötig, daß neben denjenigen, die dort sozusagen ihre Aufgabe im geistigen Leben verrichten, auch solche sind, die hinweisen auf die Erde, so daß sie eigentlich etwas in die Erdenentwickelung hineinverwoben haben, aber es früher herausgenommen haben, als es der Anlage nach hätte heraufgebracht werden sollen. Daher kann man auch sagen: Diejenigen, die also durch die Pforte des Todes gehen, sie werden in vieler Beziehung für die Menschenseelen der geistigen Welt diejenigen, die an das Hohe des Erdenlebens glauben lassen, die glauben lassen im Jenseits, daß das Erdenleben wirklich auch Geistiges als Wertvolles in sich enthält. Sie nehmen dort eine ähnliche Stellung ein wie die Idealisten hier auf der Erde.
[ 22 ] When one enters the realms of spiritual life, it is necessary that, alongside those who, so to speak, carry out their tasks in spiritual life there, there also be those who point back to the Earth—such that they have actually woven something into the Earth’s development but have withdrawn it earlier than it should have been brought forth according to its nature. Therefore, one can also say: Those who pass through the gate of death become, in many respects, for the human souls of the spiritual world, those who inspire belief in the loftiness of earthly life, who inspire belief in the hereafter that earthly life truly contains something spiritual of value within it. They occupy a position there similar to that of the idealists here on Earth.
[ 23 ] Wir müssen uns ja schon einmal bekanntmachen damit, daß wir uns die Menschen, indem sie weiterleben in der geistigen Welt, nicht so vorstellen dürfen, wie sie zuletzt hier gewesen sind. Die triviale Vorstellung, die sich die Menschen machen, zum Beispiel, daß die, die als Kinder sterben, weiterleben als Kinder, ist selbstverständlich nicht richtig. Die Gestalt, die die Toten zuletzt hatten, kann bildhaft in der Imagination so erscheinen; das ist aber nicht die Gestalt, sondern der Ausdruck. Es kann ein Kind sterben, aber das Menschenwesen, das in dem Kinde verkörpert war, kann eine sehr entwickelte Seele sein und fortleben nach dem Tode als eine sehr hoch entwickelte Seele. Das habe ich schon oft erwähnt.
[ 23 ] We must first come to terms with the fact that we cannot imagine people, as they continue to live in the spiritual world, as they were when they were last here. The simplistic mental image that people hold—for example, that those who die as children continue to live as children—is, of course, incorrect. The form that the dead last had may appear figuratively in the imagination; but that is not the form itself, but rather its expression. A child may die, but the human being embodied in that child may be a highly developed soul and continue to live after death as a very highly developed soul. I have mentioned this many times before.
[ 24 ] Nun aber sehen wir, daß in die geistige Welt etwas hinaufgetragen wird, was als ein mit dem irdischen Sein verbundenes und doch nicht in demselben aufgehendes, ein gleichsam jenseitiges SeinSollendes ist. Das wirkt in der Entwickelung, welche die Menschenseele nun wiederum zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchmacht, mit. Menschen, die durch die Todespforte gegangen sind, sieht man dann das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt so durchmachen, daß sie gewissermaßen das menschliche der Erde in einem viel reicheren, viel umfänglicheren Sinne jenseits zur Vorstellung bringen, als man es zur Vorstellung bringen kann, wenn man ein normales Erdenleben ausgelebt hat. Nicht wahr, das soll nichts darüber entscheiden, was dem Menschen vorgezeichnet ist durch das Karma. Wenn man alt wird, es ist Karma. Wenn man jung stirbt, es ist Karma. Aber gerade so, wie man sich nicht willkürlich auf der Erde zu dieser oder jener Individualität machen kann nach dem diesseitigen Bewußtsein, so kann man auch nicht bestimmen vom Erdenbewußtsein aus, wie sich dieses Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt gestalten soll. Wenn man also gewaltsam vom physischen Dasein in die geistige Welt hinaufgeht, so hat man ein viel intensiveres Anschauen, imaginativ, von allem Menschlichen, als man es hat, wenn man eben auf eine andere Weise in die geistige Welt eingetreten ist.
[ 24 ] Now, however, we see that something is carried up into the spiritual world—something that is connected to earthly existence yet does not merge with it, something that is, as it were, a future existence in the beyond. This plays a part in the development that the human soul now undergoes between death and a new birth. People who have passed through the gate of death are then seen to undergo the life between death and a new birth in such a way that they, so to speak, bring the human aspect of the earth into the beyond in a much richer, much more comprehensive sense than one can form a mental image of after having lived a normal earthly life. Isn’t that so? This is not meant to determine what is predestined for a person through karma. If one grows old, it is karma. If one dies young, it is karma. But just as one cannot arbitrarily choose this or that individuality on Earth according to one’s earthly consciousness, so too can one not determine from earthly consciousness how this life between death and a new birth is to take shape. So when one ascends by force from physical existence into the spiritual world, one has a much more intense, imaginative view of all that is human than one has when one has entered the spiritual world in a different way.
[ 25 ] Man kann sagen: Diejenigen Menschen, die also durch die Pforte des Todes gehen, die stehen während ihres Lebens zwischen Tod und neuer Geburt insbesondere demjenigen nahe, was auf der Erde geschieht im Sinne des Allgemein-Menschlichen. Man kann das sehen, wenn man Menschen prüft, die etwas ganz besonders Wichtiges in irgendeinem Abschnitt ihres Lebens tun, so daß es darauf ankommt, daß dieser Mensch das Betreffende tut. Sagen wir, ein Mensch tut im neunundvierzigsten Jahre etwas — es ist das selbstverständlich nur nach okkulter Anschauung zu sehen —, was ungeheuer bedeutsam nach irgendeiner Richtung hin ist. Das prüft man zurück. Dann findet man den Menschen in einer früheren Verkörperung so, daß er dazumal vielleicht gerade in seinem neunundvierzigsten Lebensjahr eines mehr oder weniger gewaltsamen Todes gestorben ist. Das heißt, er hat dadurch eben diesen starken Zusammenhang mit der ideellen Entwickelung auf der Erde hier erlangt, daß er das aufgenommen hat, dieses Sein-Sollende für die geistige Welt. Dadurch hat er die starke Kraft gehabt, daß er einverleibt hat seinem ganzen seelischen Wesen, das Bestimmte gerade in einem bestimmten Jahre zu vollbringen. Man kann auch daraus wieder ersehen — ich habe das letztemal ja darüber gesprochen —, daß Menschen, welche namentlich durch ihren Willen mancherlei zu bewirken haben, die also mehr für die allgemeine Menschheit leben, in irgendeiner Weise solch sein-sollendes Leben mit hinaufgenommen haben in irgendeiner früheren Inkarnation.
[ 25 ] One might say: Those people who pass through the gate of death stand, during their lives, between death and new birth, and are particularly close to what happens on Earth in the sense of the universal human experience. One can see this when examining people who do something particularly important at some point in their lives, such that it is crucial that this person does what is in question. Let us say a person does something in their forty-ninth year—this, of course, can only be seen from an occult perspective—that is immensely significant in some direction. One looks back at this. Then one finds that in a previous incarnation, this person may have died a more or less violent death precisely in their forty-ninth year. That is to say, they have attained this very strong connection with the spiritual development here on Earth precisely by having taken in this “what ought to be” for the spiritual world. Through this, they possessed the strong power to incorporate into their entire soul being the specific task of accomplishing it in a particular year. One can also see from this—I spoke about this last time—that people who, through their will in particular, are meant to bring about various things, and who thus live more for humanity in general, have in some way taken such a “life of what ought to be” with them from a previous incarnation.
[ 26 ] Es ist ja besonders schwierig, wenn man sich das Leben im Geistigen nur so vorstellen will wie ein etwas verdünntes irdisches Leben, sich mit dieser Vorstellung auszusöhnen, die man vom geistigen Leben erlangt: daß hier das physische Leben fortwährend bekannt ist von selbst; daß jenseits das Leben ist, das unbekannt ist; und daß auch davon das Gegenteil gilt im geistigen Leben. Man pflegt sich nicht gleich richtig vorzustellen, daß eigentlich, wenn man nicht etwas dazu tut, alles dunkel und finster ist im geistigen Leben, daf man alles erst zum Licht heraufholen muß und daß alles, was diesseits ist, von jenseits aus sichtbar ist — jenseits, das aber unser Diesseits ist —, und daß das Bedeutungsvolle, das beigemischt ist, in einem Sein-Sollenden besteht. Dies ist eine Vorstellung, die man sich erwerben muß, wenn man in richtiger Weise den Zusammenhang des physischen Lebens mit dem geistigen Leben einsehen will.
[ 26 ] It is particularly difficult, when one tries to imagine life in the spiritual realm merely as a somewhat diluted version of earthly life, to reconcile oneself with the mental image of spiritual life that one arrives at: that here, physical life is constantly known of its own accord; that in the beyond, life is unknown; and that the opposite is also true in the spiritual life. One does not immediately grasp correctly that, in fact, unless one does something about it, everything in spiritual life is dark and gloomy, since one must first bring everything up into the light; and that everything that is on this side is visible from the other side—the other side, which is, however, our this side—and that what is significant, what is mixed in, consists in a state of being-to-be. This is a mental image one must acquire if one wishes to properly understand the connection between physical life and spiritual life.
[ 27 ] Ich sagte: Es ist wirklich ganz gut in unserer Zeit, sich mit solchen Vorstellungen bekanntzumachen. Denn die schmerzbewegte Seele fragt sich so sehr häufig heute: Warum müssen denn so viele Menschen im blühendsten Lebensalter in die geistige Welt abgerufen werden? Warum können sie ihr Leben hier nicht ausbilden? Und so sonderbar es klingt — wie gesagt, die geistigen Wahrheiten sind ja zuweilen etwas, was grausam scheinen kann —, so ist es doch wahr: In die geistige Welt muß die Möglichkeit hineingetragen werden, auf die Erde so zu blicken, daß diese Erde selber vom Geiste durchdrungen werden kann. Würden alle Menschen ihr normales Lebensalter erreichen, kein Mensch als Märtyrer, kein Mensch im frühen Alter sich zu opfern in der Lage sein, dann würde die Erde von drüben als dem wertlosen Sein verfallen aussehen. Das, was der Erde hier beigemischt ist an Ideellem, ist aber auch zu gleicher Zeit dasjenige, was immerzu aus dem Vergangenen ein besseres Zukünftiges hervorbringt. Und das hängt auch zusammen mit diesem, was da hingeopfert wird. Ein Mensch, der mit sechsundzwanzig Jahren sein ganzes folgendes Leben opfert, der gibt dieses ganze folgende Leben, das er sonst an seine äußere Arbeit gewendet hätte, dem Fortschrittsprozeß der Menschheit. Es lebt weiter. In dem, was jetzt an Fortschrittskräften da ist, lebt das, was Menschen hingeopfert haben an Leben, die sie hätten hier noch durchleben können. Die Erdenentwickelung braucht die Lebensopfer. Da kann man sehen, wie das, was sonst in unserem materialistischen Zeitalter eigentlich nur mehr ein abstrakter Begriff ist, wie das unendlich konkret wird.
[ 27 ] I said: It is truly quite beneficial in our time to familiarize oneself with such mental images. For the sorrow-stricken soul so often asks itself today: Why must so many people be called into the spiritual world in the prime of their lives? Why can’t they live out their lives here? And as strange as it sounds—as I said, spiritual truths are sometimes something that can seem cruel—it is nevertheless true: The possibility must be brought into the spiritual world to view the Earth in such a way that this Earth itself can be permeated by the Spirit. If all people were to reach their normal lifespan, if no one were a martyr, if no one were able to sacrifice themselves at an early age, then the Earth would appear from the other side as a worthless existence. But what is mingled with the Earth here in the form of the ideal is also, at the same time, that which constantly brings forth a better future out of the past. And this is also connected to what is sacrificed there. A person who, at the age of twenty-six, sacrifices his entire remaining life—who gives this entire remaining life, which he would otherwise have devoted to his external work, to the process of human progress—lives on. In the forces of progress that exist today lives on what people have sacrificed in terms of the lives they could have lived here. Earth’s evolution needs these sacrifices of life. Here one can see how that which, in our materialistic age, is otherwise really just an abstract concept, becomes infinitely concrete.
[ 28 ] Noch in einem anderen Sinne, als ich es im Juli hier entwickelte, können wir sagen: Nicht nur diese Ätherleiber wirken sozusagen im ganzen Zusammenhang des Menschheitsfortschrittes, sondern auch die Arbeit der früh durch den Tod Gegangenen. Die Arbeit dieser Individualitäten ist eine solche, daß wir sagen können: Wer sind denn diejenigen, die vorzugsweise für das Allgemeine der Menschheit arbeiten, die sich allgemeine Aufgaben stellen in späteren Inkarnationen? Es sind diejenigen, die in einer früheren Inkarnation in irgendeiner Weise einen Opfertod durchgemacht haben. Die hingebungsvollen, dem Geistigen hier auf der Erde zugeneigten Naturen, die verdanken das ihrem ein Martyrium zu nennenden Leben in einer vorhergehenden Inkarnation. Die Erde könnte nicht fortschreiten, wenn sich nicht Menschen opfern würden.
[ 28 ] In yet another sense, as I elaborated here in July, we can say: It is not only these etheric bodies that are at work, so to speak, in the overall context of human progress, but also the work of those who have passed away at an early age. The work of these individuals is such that we can say: Who, then, are those who work primarily for the common good of humanity, who set themselves universal tasks in later incarnations? They are those who, in a previous incarnation, underwent a sacrificial death in some way. The self-sacrificing souls inclined toward the spiritual here on Earth owe this to their life in a previous incarnation, which can be called a martyrdom. The Earth could not progress if people did not sacrifice themselves.
[ 29 ] Und wenn man dies bedenkt, meine lieben Freunde, dann kann man von der Gegenwart in die Zukunft einen Blick tun. So unendlich viele werden jetzt geopfert, opfern sich. So schmerzlich dieses ist, von den persönlichen Gesichtspunkten aus betrachtet, so kann man sich damit versöhnen, wenn man es vom Gesichtspunkte der Weisheit der Welt betrachtet. Ebensoviel, als jetzt geopfert wird, wird der Zukunft an Fortschrittskräften gegeben. Die Menschheit braucht solche Fortschrittskräfte. Man bedenkt das heute noch nicht in genügendem Sinne, aber man wird es bedenken, wenn nicht einmal Jahrhunderte, sondern genügend viele Jahrzehnte über die materialistische Entwickelung der Menschheit hingeflossen sind. Der Materialismus wird in rasender Eile seine Konsequenzen ziehen. Innerlich war der Höhepunkt des Materialismus im neunzehnten Jahrhundert, aber die Menschen würden versinken im Materialismus, wenn nicht eine Umkehr gegeben wird. Diese Umkehr, sie soll gegeben werden durch die Geisteswissenschaft. Aber sie kann nur dadurch gegeben werden, daß starke Kräfte arbeiten, daß wirklich das Ideelle in das Erdenleben hineingearbeitet werde. Viele, die jetzt abgerufen werden, werden dazu dienen, daß die Erde nicht verfällt dem Materialismus, daß der Materialismus nicht allein herrschen wird.
[ 29 ] And when we consider this, my dear friends, we can look from the present into the future. So many are being sacrificed now, are sacrificing themselves. As painful as this is from a personal perspective, we can come to terms with it when viewed from the perspective of the wisdom of the world. Just as much as is being sacrificed now is being given to the future in the form of forces of progress. Humanity needs such forces of progress. People do not yet give this sufficient thought today, but they will when not even centuries, but enough decades have passed over the materialistic development of humanity. Materialism will draw its consequences at a breakneck pace. Internally, the height of materialism was in the nineteenth century, but people would sink into materialism if there were no reversal. This reversal is to be brought about by Spiritual Science. But it can only be brought about by the working of powerful forces, so that the ideal is truly woven into earthly life. Many who are now being called upon will serve to ensure that the Earth does not succumb to materialism, that materialism will not reign alone.
[ 30 ] Lesen Sie es, meine lieben Freunde, in dem Vortragszyklus über die Apokalypse, wo es nur in großen Zügen angedeutet worden ist, nach, und machen Sie sich daraus einen Begriff, wie viele Früchte des Opfertodes die Erde in der Zukunft brauchen wird, damit sie vom Versinken im Materialismus und dem, was damit verbunden ist, Streit, Haß, Feindschaft, wenigstens soweit erlöst wird, als sie erlöst werden muß, damit sie ihren weiteren Weg im Kosmos durchmachen kann. Es ist schon so, daß solche Zeiten wie die unserige mehr als andere dazu auffordern, nicht nur zu denken an das, was geschieht, sondern auch zu denken an die Früchte dessen, was geschieht. Und diese Früchte können wir nur erkennen, wenn wiir die zwei Seiten des Weltendaseins ins Auge fassen, diese zwei Seiten, die uns zeigen, daß wir wirklich zwei völlig verschiedene Pole des Lebens durchmachen, hier zwischen der Geburt und dem Tode, und dort zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Hier sind wir in gewissem Sinne mit unserem innersten Wesen passiv und müssen arbeiten, wahrhaftig so, daß es vielen viel zu viel wird, wenn wir zur Anschauung einer geistigen Welt uns aufschwingen wollen. Dort ist es notwendig, daß wir aktiv sind, tätig sind, um das, in dem wir sind, um die unmittelbar gegenwärtige Welt in unserer Anschauung zu haben. Dagegen haben wir immer, wie eine Mahnung, die «seiende» Welt drunten vor uns.
[ 30 ] Read about it, my dear friends, in the lecture series on the Apocalypse, where it has been touched upon only in broad strokes, and form your own understanding of how many fruits of the sacrificial death the earth will need in the future so that it may be saved from sinking into materialism and all that is associated with it—strife, hatred, and enmity—at least to the extent that they must be redeemed—so that it may continue on its path through the cosmos. It is indeed true that times such as ours call upon us more than others not only to think about what is happening, but also to think about the fruits of what is happening. And we can only recognize these fruits if we take in the two sides of worldly existence, these two sides that show us that we are truly passing through two completely different poles of life: here between birth and death, and there between death and a new birth. Here, in a certain sense, we are passive in our innermost being and must work—truly in such a way that it becomes far too much for many—if we wish to rise to the contemplation of a spiritual world. There, it is necessary that we be active, that we be at work, in order to have in our contemplation that in which we are, the immediately present world. In contrast, we always have, as a reminder, the “world of being” down below us.
[ 31 ] Hier herein in diese irdische Welt tragen die Idealisten das, was das Sein-Sollende ist, was das Seiende wertvoll macht. In die Welt, in die die Menschen gehen durch die Pforte des Todes, in die diejenigen eintreten, die ihr Leben ausgelebt haben, um in regelmäßigem Gang das irdische Leben fortzuführen, treten auch jene ein, die mehr oder weniger früh als Märtyrer sterben, und sind dort die Zeugen davon, daß da unten nicht bloß Materielles, nicht bloß dem Nichtigen, dem Vergänglichen Verfallenes ist, sondern daß} beigemischt ist dieser Erde auch das, was da zurückbehalten diejenigen, die ein Leben nicht voll auslebten, sondern denen es gewaltsam zerstört worden ist.
[ 31 ] Here, into this earthly world, the idealists bring what ought to be, that which gives value to what is. Into the world where people pass through the gate of death, where those who have lived out their lives enter to continue their earthly existence in a regular cycle, there also enter those who die more or less early as martyrs, and there they bear witness to the fact that down below there is not merely the material, not merely that which is subject to the vain and the transitory, but that mixed in with this earth is also that which is retained by those who did not live out a life to the full, but whose lives were violently destroyed.
[ 32 ] Man muß schon solche Dinge nicht nur verstandesmäßig nehmen, sondern tief mit seiner Empfindung durchdringen, dann klärt sich einem manches auf. Es sind gewiß viele Rätsel in der Gegenwart enthalten, aber einige davon klären sich auf, wenn man also das Schmerzliche, was geschieht, im Zusammenhang mit der großen Weisheit der Welt betrachtet.
[ 32 ] One must not merely approach such matters intellectually, but let them penetrate deeply into one’s feelings; then many things become clear. There are certainly many mysteries in the present, but some of them become clear when one views the painful events that occur in the context of the world’s great wisdom.
[ 33 ] Auch das ist wiederum ein Kapitel, das uns, wenn wir das eben Ausgesprochene auf unsere Zeit anwenden, die wichtige Wahrheit verkörpern kann:
[ 33 ] This, too, is a chapter that, when we apply what has just been said to our own time, can embody an important truth:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht—
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
From the courage of the fighters,
From the blood of the battles,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
The fruit of the spirit grows—
Guiding souls with spiritual awareness
Toward the realm of the spirit.
