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The Rudolf Steiner Archive

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The Mystery of Death
The Nature and Significance of Central Europe
and the European National Spirits
GA 159

19 February 1915, Hanover

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Versions Available:

The Mystery of Death, tr. SOL
  1. Die Offenbarungen des Karma, 8th ed.

2. Der Durchgang des Menschen durch die Todespforte — Eine Lebenswandlung

2. Man's Passage Through the Gates of Death — A Transformation of Life

Während der Kriegsjahre wurden von Rudolf Steiner vor jedem von ihm innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft gehaltenen Vortrag in den vom Kriege betroffenen Ländern die folgenden Gedenkworte gesprochen:

During the war years, Rudolf Steiner spoke the following words of remembrance before each lecture he gave within the Anthroposophical Society in countries affected by the war:

[ 1 ] Die ersten Gedanken, die wir jetzt bei unserem Zusammensein in unseren Zweigen hegen, sollen gerichtet sein nach den Geistern, die jene beschützen, welche draußen stehen auf den Feldern, wo sie jetzt den großen Pflichten der Zeit mit Blut und Seele zu dienen haben. Wir wollen unsere Bitten richten an die schützenden Geister dieser Seelen, damit dasjenige, was wir aufbringen an bittender Liebe, hinausstrahlen und sich vereinigen kann mit der Kraft der diese Seelen auf den Feldern der Ereignisse schützenden Geister.

[ 1 ] The first thoughts we now hold in our hearts as we gather in our branches should be directed toward the spirits who protect those standing out in the fields, where they must now serve the great duties of the time with their blood and souls. Let us direct our prayers to the guardian spirits of these souls, so that the love we offer in supplication may radiate outward and unite with the power of the spirits protecting these souls on the battlefields of events.

Geister Eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit Eurer Macht geeint,
Unsere Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.

Spirits of your souls, active guardians,
May your wings bring
The pleading love of our souls
To the earthly people entrusted to your care,
So that, united with your power,
Our plea may shine with helping light
Upon the souls it lovingly seeks.

[ 2 ] Und für diejenigen, welche schon durch die Pforte des Todes gegangen sind:

[ 2 ] And for those who have already passed through the gates of death:

Geister Eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit Eurer Macht geeint,
Unsere Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.

Spirits of your souls, active guardians,
May your wings carry
The pleading love of our souls
To the beings of the spheres entrusted to your care,
So that, united with your power,
Our plea may shine with helping light
Upon the souls it lovingly seeks.

[ 3 ] Und der Geist, den wir durch die Jahre unseres Strebens gesucht haben, er möge die Kraft, die er getragen hat durch das Mysterium von Golgatha, Euch erstrahlen lassen, damit Ihr Stärke habet zum Vollbringen desjenigen, was die großen Pflichten der Menschheit von Euch fordern. Der Geist, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der Geist des Christus sei mit Euch!

[ 3 ] And may the Spirit we have sought throughout our years of striving, through the power it carried through the Mystery of Golgotha, shine upon you, so that you may have the strength to accomplish what humanity’s great duties demand of you. May the Spirit who passed through the Mystery of Golgotha, the Spirit of Christ, be with you!



[ 4 ] Es ist eine Zeit, wo in schneller Aufeinanderfolge durch die fast täglichen vielen Tode uns nahetritt des Menschen Zusammenhang mit der geistigen Welt, mit jener Welt, welche der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes schreitet. Und unter ganz besonderen Verhältnissen treten uns diese schnell aufeinanderfolgenden, fast gleichzeitigen Tode entgegen. Diese besonderen Verhältnisse sind dadurch gegeben, daß durch die Pforte des Todes zahlreiche Erdenmenschen gehen, welche unter den Verhältnissen, unter denen man im Grunde genommen sonst den Erdenmenschen stehend glaubt, noch jahrzehntelang auf dieser Erde hätten leben können. Und immer, wenn der Mensch gewissermaßen vorzeitig durch die Pforte des Todes schreitet, treten ja auch außerordentliche Verhältnisse ein.

[ 4 ] It is a time when, in rapid succession due to the many deaths occurring almost daily, we are confronted with humanity’s connection to the spiritual world—that world into which a person enters when they pass through the gate of death. And under very special circumstances, we are confronted with these rapidly successive, almost simultaneous deaths. These special circumstances arise from the fact that numerous earthly human beings are passing through the gate of death who, under the conditions in which one would normally expect earthly human beings to find themselves, could have lived on this earth for decades longer. And whenever a human being, so to speak, passes through the gate of death prematurely, extraordinary circumstances inevitably arise.

[ 5 ] Wir wissen, daß der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes schreitet, zurückläßt, gleichsam dem Erdenelement übergibt dasjenige, was als sein physischer Leib von ihm abfällt. Wir wissen, daß dann als zweites der sogenannte Ätherleib in Betracht kommt, daß aber auch dieser sich von der in die geistigen Gebiete zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchgehenden, aus dem Astralleib und dem Ich sich zusammensetzenden Individualität trennt; daß dieser Ätherleib gleichsam fortwirkt, abgetrennt von Ich und Astralleib. Dieser Ätherleib, der nun in die uns zunächststehende geistige Welt eintritt, die wir oftmals ätherische Welt genannt haben, dieser Ätherleib, von ihm können Sie sich denken, daß er anders aussieht bei einem solchen, der frühzeitig durch die Pforte des Todes geht, und anders bei jemand, der sein Leben bis ins hohe Alter hinein gelebt hat. Denn dieser Ätherleib, der bei einem frühzeitig Verstorbenen durch die Pforte des Todes zu gehen hat, er hätte unter normalen Verhältnissen noch viele Jahre, ja Jahrzehnte die Kraft gehabt, den physischen Leib mit Leben zu versorgen. Nun geht in der geistigen Welt ebensowenig eine Kraft verloren wie in der physischen Welt. Diese Kraft, die sonst den physischen Leib mit Leben versorgt, bleibt bestehen. So daß wir sagen können: Wenn jetzt Tausende doch fast jeden Tag durch die Pforte des Todes gehen, dann treten in die elementarische Welt Ätherleiber ein, die noch lebensfähig sind, die andere Kräfte in sich haben, als älter gewordene Ätherleiber. Was geschieht nun mit diesen noch lebensfähigen Ätherleibern?

[ 5 ] We know that when a human being passes through the gate of death, he leaves behind—as it were, surrenders to the earth element—that which falls away from him as his physical body. We know that the so-called etheric body then comes into consideration as the second aspect, but that this too separates from the individuality—composed of the astral body and the I—which passes through the spiritual realms between death and a new birth; that this etheric body, as it were, continues to act, separated from the I and the astral body. This etheric body, which now enters the spiritual world closest to us—which we have often called the etheric world—this etheric body: you can imagine that it looks different in someone who passes through the gate of death prematurely, and different in someone who has lived their life into old age. For this etheric body, which must pass through the gate of death in the case of someone who has died prematurely, would under normal circumstances have had the power to supply the physical body with life for many years, indeed decades. Now, just as in the physical world, no force is lost in the spiritual world. This force, which otherwise supplies the physical body with life, remains intact. So that we can say: If thousands now pass through the gate of death almost every day, then etheric bodies enter the elemental world that are still viable, possessing different forces than those of etheric bodies that have grown older. What now happens to these still-viable etheric bodies?

[ 6 ] Ich habe gestern im öffentlichen Vortrag von der realen Volksseele gesprochen. Diese Volksseele ist eine wirkliche Wesenheit. Sie braucht gerade in unserer Zeit ganz besondere Kräfte. Sie braucht solche Kräfte auch zu andern Zeiten, selbstverständlich, aber ganz besonders in unserer Zeit. Diese Volksseele nimmt diese noch lebensfähigen Ätherleiber auf. Der Mensch selbst mit seinem Ich und Astralleib geht andere Wege — diejenigen Wege, welche ihn dann vorbereiten zu seinem nächsten Erdenleben. Aber diese Ätherleiber trennen sich von den menschlichen Individualitäten, sie gehen in das Wesen, in die Substanz der Volksseelen über. So daß wir nach einer solchen schicksaltragenden Zeit, wie wir sie jetzt durchleben, einer Zeit entgegengehen, wo die Volksseele in sich enthält — wie in ihr befindliche lebendige Kräfte — die Ätherleiber, welche ihr von denjenigen übergeben worden sind, die in den Schlachten durch die Pforte des Todes gegangen sind. Eine Zeit rückt also heran, wo der Geisteswissenschafter wissen kann, daß unverloren ist dasjenige, was auf dem Altar der großen Zeitereignisse an Ätherleibern hingeopfert worden ist. Eine Zeit rückt heran, wo von der Volksseele eine wirksame Kraft ausstrahlt in die einzelnen Seelen hinein, von denen zugleich ausgeht dasjenige, was in den ersten, zweiten, dritten Jugendjahrzehnten zahlreiche Menschen hier auf der Erde aufgenommen haben, was sie durch viele Jahrzehnte noch hätten behalten können, was sie aber der Volksseele übergeben haben. Das wird in der Zukunft in den Kräften darin sein, welche die Volksseele in die einzelnen Seelen hineinträufelt, das ist unverloren.

[ 6 ] Yesterday, in my public lecture, I spoke about the real folk-soul. This folk-soul is a genuine entity. It needs very special powers, especially in our time. It needs such powers at other times as well, of course, but especially in our time. This folk-soul takes in these etheric bodies that are still viable. The human being himself, with his ego and astral body, takes other paths—those paths that then prepare him for his next earthly life. But these etheric bodies separate from the human individualities; they pass into the being, into the substance of the Folk-souls. So that after such a fateful time as we are now living through, we are moving toward a time when the folk-souls will contain within themselves—as living forces within them—the etheric bodies that have been handed over to them by those who have passed through the gate of death in the battles. A time is thus approaching when the person engaged in Spiritual Science can know that what has been sacrificed on the altar of great historical events in the form of etheric bodies is not lost. A time is approaching when an active force will radiate from the Folk-souls into the individual souls, from which will simultaneously emanate that which numerous people here on Earth have absorbed in the first, second, and third decades of their youth—that which they could have retained for many decades, but which they have handed over to the Folk-souls. This will be present in the future in the forces that the Folk-soul instills into individual souls; it is not lost.

[ 7 ] Führen wir uns das so recht zu Gemüt. Bedenken wir einmal, wie sich in unserem Gemüt beleben kann unser Bewußtsein von dem Zusammenhange mit der geistigen Welt, wenn wir dieses festhalten, daß man zukünftig wird sprechen können von der Volksseele so, daß in ihr die Früchte der Opfertode als wirksame Kräfte sind. Und ganz besonders wichtig wird das in der nächsten Zeit sein. Zu andern Zeiten wäre dies anders, für die nächste Zeit aber wird es aus einem ganz besonderen Grunde bedeutsam sein.

[ 7 ] Let us take this to heart. Let us consider how our awareness of our connection to the spiritual world can be awakened within us if we hold fast to the idea that, in the future, we will be able to speak of folk-souls in such a way that the fruits of sacrificial deaths are active forces within them. And this will be particularly important in the coming period. At other times this would be different, but for the coming period it will be significant for a very special reason.

[ 8 ] Wir lebten in einer argen Zeit des Materialismus. Gleichsam waren die Seelen, die nicht an die Geisteswissenschaft herankommen konnten, eingetaucht in eine starke Aura des Materialismus. Diese Aura zu bekämpfen, wird die Aufgabe der Volksseele in der nächsten Zeit sein. Kräfte werden dieser Volksseele zur Bekämpfung des Materialismus dadurch zufließen, daß die Ätherleiber der Frühverstorbenen in dieser Volksseele weiterleben, eben als Kräfte weiterleben. Die stärksten Kämpfer gegen den Materialismus werden diese auf dem ‚Altar der Menschheitsentwickelung hingeopferten Ätherleiber sein.

[ 8 ] We lived in a dark age of materialism. It was as if the souls who could not access Spiritual Science were immersed in a powerful aura of materialism. Combating this aura will be the task of the folk-souls in the coming period. Forces will flow to these folk-souls to combat materialism through the fact that the etheric bodies of those who died prematurely continue to live on within these folk-souls—indeed, continue to live on as forces. The strongest fighters against materialism will be these etheric bodies, sacrificed on the ‘altar of human development.’

[ 9 ] So müssen wir unterscheiden zwischen dem, was als einzelner Mensch durch die Gefilde der geistigen Welt zieht und mit der menschlichen Individualität vereinigt bleibt, von dem, was auf dem Umweg durch den Ätherleib an die Allgemeinheit abgegeben wird; was in der geistigen Allgemeinheit in dem hier angeführten Sinne in der Substanz der Volksgeister weiterwirkt.

[ 9 ] Thus, we must distinguish between what, as an individual human being, traverses the realms of the spiritual world and remains united with human individuality, and what is conveyed to the collective via the etheric body; what continues to work within the spiritual collective, in the sense described here, in the substance of the national spirits.

[ 10 ] Besonders tief kann sich dies in unser Gemüt einprägen, wenn wir zwei Menschentypen in bezug auf diesen geistigen Unterschied vor unsere Seelen hinstellen: den auf dem Schlachtfeld gefallenen Krieger, der ganz hingegeben der Aufgabe seines Volkes durch die Pforte des Todes schreitet — der gewissermaßen in dem Augenblick, wo er das Schlachtfeld betritt, wo er sich nur entschließt, das Schlachtfeld zu betreten, sich auch entschließen muß, dem Tode ins Auge zu schauen —, und diesen Menschentypus vergleichen mit dem Asketen. Gerade wenn man ins Auge faßt, was im Menschenleben die Kräfte des Ätherleibes bedeuten, bekommt man eine Vorstellung von dem Unterschied des auf dem Schlachtfeld gefallenen Kriegers und des Asketen. Der Asket arbeitet an sich selbst. Er versucht, so an sich selbst zu arbeiten, daß er das Physische an sich völlig überwindet, daß er noch während der Zeit des Lebens von diesem Physischen frei wird. Dadurch, daß der Asket so arbeitet, vollzieht sich auch eine bedeutende Verwandlung an seinem Ätherleib. Er verbraucht sozusagen in der stärksten Weise die Kräfte dieses Ätherleibes, um sie sich einzuverleiben in sein Ich und seinen Astralleib. Was den Asketen frei macht vom Physischen, das kommt ganz der Individualität zugute, das dient der Umwandlung der Individualität. So daß ein solcher Mensch, der Asket wird, der Menschheit nur auf dem Umwege desjenigen dienen kann, was er aus sich macht. Derjenige aber, der sich vom physischen Leibe in früherer Jugendzeit dadurch frei macht, daß er den kriegerischen Forderungen sich zu ergeben hat, übergibt die Kräfte seines Ätherleibes der Allgemeinheit, er verleibt sie dem allgemeinen Wirken ein. Man muß diesen Unterschied fühlen, es ist ein bedeutsamer Unterschied. Er weist uns wiederum ein bißchen auf das hin, was als Realität im Menschenleben waltet. Und bedeutsam ist es auch, gerade hinzuschauen mit Rücksicht auf dasjenige, was der Ätherleib ist, auf das Durchgehen durch die Todespforte.

[ 10 ] This can make a particularly deep impression on our minds when we picture two types of people in relation to this spiritual difference: the warrior who has fallen on the battlefield, who, wholly devoted to the task of his people, passes through the gate of death—who, in a sense, at the very moment he steps onto the battlefield, the moment he merely decides to step onto the battlefield, must also resolve to look death in the face—and compare this type of person with the ascetic. It is precisely when one grasps what the forces of the etheric body mean in human life that one gains a mental image of the difference between the warrior who has fallen on the battlefield and the ascetic. The ascetic works on himself. He attempts to work on himself in such a way that he completely overcomes the physical in himself, that he becomes free from this physical even during his lifetime. Because the ascetic works in this way, a significant transformation also takes place in his etheric body. He consumes, so to speak, the forces of this etheric body in the most intense way, in order to incorporate them into his ego and his astral body. What frees the ascetic from the physical benefits the individuality entirely; it serves the transformation of the individuality. So that such a person, who becomes an ascetic, can serve humanity only indirectly through what he makes of himself. But the one who frees himself from the physical body in early youth by having to yield to the demands of war surrenders the forces of his etheric body to the community; he incorporates them into the general work. One must sense this difference; it is a significant one. It points us, in turn, a little toward what reigns as reality in human life. And it is also significant to look directly at what the etheric body is, at the passage through the gate of death.

[ 11 ] In dem Augenblick, wo der Mensch durch die Pforte des Todes tritt, ist er noch mit seinem Ätherleibe vereint. Was mit diesem geschieht, haben wir öfter geschildert. Diese Vereinigung mit dem Ätherleib gibt dem Menschen die Möglichkeit, so recht in allen Vorstellungen zu leben, welche das letzte Leben in ihm angefacht hat, ganz aufzugehen wie in einem mächtigen Tableau in all demjenigen, was ihm das letzte Leben gegeben hat. Aber es ist dieses ein Anschauen, das verhältnismäßig kurze Zeit dauert, das mit der Loslösung des Ätherleibes von Ich und Astralleib abglimmt. Ja man kann sagen, es beginnt gleich nach dem Moment des Todes ein Abglimmen, ein Immer-Schwächerwerden der Eindrücke, die noch von dem Besitz des Ätherleibes herrühren, und es macht sich dann dasjenige geltend, was nach dem physischen Tode maßgebend ist. Was da maßgebend ist, wird nur in geringerem Maße richtig vorgestellt von den Menschen, die sich Vorstellungen über das Leben nach dem Tode machen wollen. Es ist sogar schwierig, Worte zu prägen für jene ganz andersartigen Verhältnisse, gegenüber den Verhältnissen, die im physischen Leibe durchlebt werden. Man glaubt leicht, daß der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist, ein Bewußtsein sich erst wiederum erwerben müsse. So ist es eigentlich nicht. Was der Mensch durchmacht, wenn er durch die Pforte des Todes durchgeht, ist nicht ein Mangel an Bewußtsein. Mit dem Tode tritt nicht ein Mangel des Bewußtseins ein, das Gegenteil tritt ein. Ein Zuviel, eine Überfülle des Bewußtseins ist da, wenn der Tod eingetreten ist. Man lebt und webt ganz im Bewußtsein darin, und so wie das starke Sonnenlicht die Augen betäubt, so ist man zunächst vom Bewußtsein betäubt, man hat zuviel Bewußtsein. Es muß dieses Bewußtsein erst herabgedämmert werden, damit man sich orientieren kann in dem Leben, in das man nach dem Tode eingetreten ist. Das dauert längere Zeit, es geschieht nach und nach in der Weise, daß nach dem Tode immer mehr Momente eintreten, in denen das Bewußtsein eine solche Orientierung möglich macht; daß die Seele für eine mehr oder weniger kurze Zeit zu sich kommt und dann wiederum in eine Art schlafähnlichen Zustand eintritt, wie man es bezeichnen könnte. Dann werden nach und nach solche Momente immer länger, die Seele kommt immer mehr in solche Verhältnisse hinein, bis ein vollständiges Orientieren in der geistigen Welt da ist.

[ 11 ] At the very moment when a person passes through the gate of death, they are still united with their etheric body. We have described what happens to this body on several occasions. This union with the etheric body gives the human being the opportunity to truly live within all the mental images that the last life has kindled within them, to become completely absorbed, as in a powerful tableau, in all that the last life has given them. But this is a state of contemplation that lasts for a relatively short time, fading away as the etheric body detaches itself from the I and the astral body. Indeed, one can say that immediately after the moment of death, a fading begins—an ever-weakening of the impressions still arising from the possession of the etheric body—and what prevails thereafter is what is decisive after physical death. What is decisive there is only to a limited extent correctly imagined by people who wish to form mental images about life after death. It is even difficult to find words to describe those conditions, which are entirely different from those experienced in the physical body. One easily believes that when a person has passed through the gate of death, they must first regain consciousness. That is not actually the case. What a person experiences when they pass through the gate of death is not a lack of consciousness. With death, a lack of consciousness does not occur; the opposite occurs. There is an excess, an overabundance of consciousness when death has occurred. One lives and moves entirely within this consciousness, and just as strong sunlight dazzles the eyes, so one is initially dazzled by consciousness; one has too much consciousness. This consciousness must first be dimmed so that one can orient oneself in the life one has entered after death. This takes a long time; it happens gradually in such a way that, after death, more and more moments occur in which consciousness makes such orientation possible; that the soul comes to itself for a more or less brief time and then again enters a sort of sleep-like state, as one might describe it. Then, little by little, these moments become longer and longer, and the soul enters more and more into such conditions until complete orientation in the spiritual world is achieved.

[ 12 ] Schwierigkeiten macht auch dieses, sich klare, deutliche Vorstellungen zu machen von der Art, wie der durch die Pforte des Todes Gegangene die Umwelt wahrnimmt. Wir haben in den letzten Wochen eine liebe anthroposophische Freundin durch Feuer bestattet, und nach dem Wunsch der Toten war mir die Aufgabe zugefallen, den an dem Orte des eingetretenen Todes sich versammelnden Freunden eine Bestattungsfeier zu machen. In der Zeit, in welcher ich gesprochen habe und meine Worte an die Tote gerichtet hatte, war die Tote gewissermaßen wie schlafend. Dann wirkte die Wärme, es ergriffen gewissermaßen die Flammen den Leib, und in diesem Augenblick kam wie ein Moment des Bewußtseins über die Seele, wie ein Moment der Orientierung, und da hatte die Tote das ganze Bild desjenigen, was die Bestattungsfeier und die Bestattungsrede war, vor sich, wie man etwas Räumliches gleichzeitig vor sich hat. Die Zeit wird da wirklich zum Raum. Man sieht das Vergangene nicht so, wie man im Leben das Vergangene in der Zeit verlaufend sieht, sondern man sieht wie ein Räumliches das, was vergangen ist, vor sich. So daß dasjenige, was schon abgelaufen war, was geschehen war, sagen wir eine Viertelstunde zuvor, dann vor der Seele der Toten stand wie ein erster Aufleuchtemoment des Bewußtseins. Dann kam wiederum ein Zustand des Betäubtseins in dem überflutenden Bewußtseinslicht, um in diesem Zustand entgegenzugehen jenen andern Zuständen, in denen dann die Seele allmählich lernt, sich zu orientieren in der geistigen Welt.

[ 12 ] It is also difficult to form clear, distinct mental images about the way in which those who have passed through the gate of death perceive their surroundings. In recent weeks, we cremated a dear anthroposophical friend, and in accordance with the deceased’s wishes, I was entrusted with the task of conducting a funeral service for the friends gathered at the place where death had occurred. During the time I spoke and addressed my words to the deceased, she was, so to speak, as if asleep. Then the heat took effect; the flames, so to speak, took hold of the body, and at that moment a kind of moment of consciousness came over the soul, like a moment of orientation, and there the deceased had the entire picture of what the funeral service and the eulogy were before her, just as one has something spatial before one at the same time. Time truly becomes space there. One does not see the past as one sees it in life, unfolding in time, but rather one sees what has passed as a spatial entity before oneself. So that what had already taken place, what had happened—let us say a quarter of an hour earlier—then stood before the soul of the deceased like a first flash of consciousness. Then came again a state of numbness in the overwhelming light of consciousness, in order to meet in this state those other states in which the soul then gradually learns to orient itself in the spiritual world.

[ 13 ] Es ist wichtig, wenn wir uns wirklich gute Vorstellungen über das Leben nach dem Tode machen wollen, daß wir diese ganz andern Zeitbegriffe ins Auge fassen; daß wir einsehen, wie da die Zeit nicht etwas ist, von dem man sagen kann, es ist verflossen, und man erinnert sich an die Dinge, die in der Zeit geschehen sind, sondern das Verflossene steht da. Wie der Tisch dasteht und dieser Tisch nicht mitgeht, wenn ich dorthin gehe, wie ich auf ihn zurückschaue, so bleibt nach dem Tode .dasjenige, was geschehen ist, was eben nur erinnert werden kann, da stehen, und der Tote schaut darauf zurück, wie man im Leibe auf die räumlichen Gegenstände zurückschaut. Das ist sehr wichtig, ins Auge zu fassen. Was weiter von ganz besonderer Wichtigkeit ins Auge zu fassen ist, das ist, daß wir wirklich in Verbindung bleiben, daß unser Erdenleben in Verbindung bleibt mit dem, was wir nachher zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erleben; wenigstens in enger Verbindung bleibt bis zu dem Zeitpunkt, der im letzten Mysteriendrama als Mitternachtsstunde des geistigen Daseins bezeichnet worden ist.

[ 13 ] If we truly wish to form a good mental image of life after death, it is important that we take these entirely different concepts of time into account; that we realize how time there is not something of which one can say it has passed, and one remembers the things that happened in that time, but rather that what has passed remains there. Just as the table stands there and does not move with me when I go there, just as I look back at it, so after death what has happened—which can only be remembered—remains standing there, and the dead person looks back upon it, just as one looks back upon spatial objects while in the body. It is very important to take this into account. What is further of very special importance to grasp is that we truly remain in connection, that our earthly life remains in connection with what we subsequently experience between death and a new birth; at least it remains in close connection until the moment that was described in the last Mystery Drama as the midnight hour of spiritual existence.

[ 14 ] Ich möchte doch nicht versäumen, von diesen schwierig zu schildernden Verhältnissen nach und nach unseren Freunden Vorstellungen zu geben. Auf das, was wir als Erdenmenschen zwischen Geburt und Tod durchlebt haben, sieht die Seele, die in den Tod gegangen ist, zurück — aber nicht so, als ob das, was man da durchgemacht hat, bloß da wäre, sondern es wirkt mit in einer eigentümlichen Weise mancher Lebenszustand des Toten. Der Lebenszustand des Toten ist ja nicht so wie der Lebenszustand des zwischen Geburt und Tod Lebenden. Der Lebenszustand des zwischen Geburt und Tod Lebenden ist so, daß er sich in seine Haut eingeschlossen fühlt und durch seine Sinne hinausschaut in die Welt. Sobald man als 'Toter eintritt in die geistige Welt, ist man in die ganze geistige Welt ausgeflossen. Man fühlt sich wie die ganze geistige Welt erfüllend nach und nach. Und das, was man durchlebt hat während des physischen Erdendaseins, empfindet man wie etwas, was einem bleibt — nicht als physischer Leib natürlich, sondern als das, was die Form, die Kräfte des physischen Leibes ausmacht. Das bleibt einem wohl nach dem Tode, aber man hat es so, wie man jetzt im physischen Leibe das menschliche Auge hat. Wie man das Auge zum Sehen hat, so hat man dann sich selbst, das Erdenleben, das man durchlebt hat, wie ein kosmisches Sinnesorgan, um die Welt damit wahrzunehmen. Was unser Auge jetzt für unseren Leib ist, das ist unser Erdenleben für unser geistiges Leben nach dem Tode.

[ 14 ] I certainly do not wish to fail to gradually give our friends a mental image of these circumstances, which are difficult to describe. The soul that has passed into death looks back on what we, as earthly human beings, have experienced between birth and death—but not as if what one has gone through were merely there; rather, it influences, in a peculiar way, many aspects of the dead person’s state of being. The state of being of the dead is, after all, not the same as that of those living between birth and death. The state of life of those living between birth and death is such that they feel enclosed within their own skin and look out into the world through their senses. As soon as one enters the spiritual world as a ‘dead person,’ one has flowed out into the entire spiritual world. One feels oneself gradually filling the entire spiritual world. And what one has lived through during one’s physical earthly existence is perceived as something that remains with one—not as a physical body, of course, but as that which constitutes the form and the forces of the physical body. This remains with one after death, but one possesses it in the same way that one now possesses the human eye in the physical body. Just as one has the eye for seeing, so does one then have oneself, the earthly life one has lived through, as a cosmic sense organ with which to perceive the world. What our eye is now to our body, that is what our earthly life is to our spiritual life after death.

[ 15 ] Es wird uns unser Erdenleben gleichsam eingesetzt als ein Auge, als ein Sinnesorgan. Sie werden erst nach und nach bei längerem Meditieren darauf kommen, welch Bedeutsames eigentlich damit ausgesprochen ist, daß unser Erdenleben Sinnesorgan wird für unser Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Wenn der Mensch beim Einschlafen mit seinem Ich und Astralleib aus seinem physischen Leibe und Ätherleibe heraustritt, so ist es nämlich auch schon ähnlich. Wenn die Initiation eintritt und der Mensch sehend wird in der geistigen Welt außerhalb seines physischen und ätherischen Leibes, dann weiß er: In der geistigen Welt nimmst du wahr wie durch ein Sinnesorgan mit dem geistigen Teil deines physischen Leibes, und du denkst in der geistigen Welt mit deinem Ätherleib. Dein Ätherleib ist eigentlich wie dein Gehirn in der geistigen Welt und dein früherer physischer Leib ist ein Sinnesorgan. Du selbst aber bist mit all deinen Lebenskräften ausgegossen über die geistigen Weiten. Du hast dich verbreitet, du fühlst dich nicht durch deine Haut zusammengedrängt an einen Ort, du fühlst dich ausgegossen, ausgebreitet über die geistige Welt.

[ 15 ] Our earthly life is, as it were, given to us as an eye, as a sensory organ. Only through prolonged meditation will you gradually come to realize the profound significance of the fact that our earthly life becomes a sensory organ for our existence between death and a new birth. When a person falls asleep and steps out of their physical and etheric bodies with their ego and astral body, the process is already similar. When initiation takes place and the human being becomes sighted in the spiritual world outside of their physical and etheric bodies, then they know: In the spiritual world, you perceive as through a sense organ with the spiritual part of your physical body, and you think in the spiritual world with your etheric body. Your etheric body is actually like your brain in the spiritual world, and your former physical body is a sense organ. You yourself, however, are poured out with all your life forces across the spiritual expanses. You have expanded; you do not feel confined to one place by your skin; you feel poured out, spread across the spiritual world.

[ 16 ] Es ist das ein ganz anderes Dasein. Und damit hängt zusammen, daß derjenige, der selbst in die geistige Welt eintritt, sei es durch den Tod, sei es durch Initiation, mit den andern Wesenheiten der geistigen Welt, mit Wesenheiten höherer Hierarchien oder mit Menschenseelen, die zwischen dem Tod und einer neuen Geburt leben, so vereinigt lebt, daß er sie nicht so erlebt, wie man Erdenmenschen außen trifft, wo man räumlich von ihnen getrennt ist. Sondern er erlebt sie als mit ihm befindlich in einem gemeinsamen Geistraum, sich gegenseitig durchdringend. Das, was eine andere Seele erlebt, erfährt man nicht dadurch, daß sie einem etwas sagt, wie bei den Erdenmenschen, sondern so, daß man in die andere Seele sich hineinlebt und in ihrer Wesenheit ihre Gedanken miterlebt. Daher ist es auch, daß man nur dann sicher sein kann, in sich wirklich das zu erleben, was zum Beispiel ein Toter erlebt, wenn man weiß: Man ist gewissermaßen in dem Toten darinnen, man gibt nicht nur etwas wieder, was man nach dem Musterbild von irgend etwas vernimmt, das man auf der Erde erlebt, sondern man vernimmt:.Der Tote selbst spricht durch deine Wesenheit.

[ 16 ] It is an entirely different existence. And connected with this is the fact that the one who enters the spiritual world—whether through death or through initiation—lives in such union with the other beings of the spiritual world, with beings of higher hierarchies, or with human souls living between death and a new birth, that he does not experience them as one encounters earthly human beings externally, where one is spatially separated from them. Rather, one experiences them as being with oneself in a shared spiritual space, mutually permeating one another. What another soul experiences is not perceived through that soul telling one something, as is the case with earthly human beings, but rather by living oneself into the other soul and sharing in its thoughts within its being. That is also why one can only be certain of truly experiencing within oneself what, for example, a deceased person experiences, when one knows: one is, so to speak, inside the deceased; one is not merely reproducing something one perceives according to the model of something experienced on Earth, but one perceives: “The deceased speaks through your being.”

[ 17 ] Auch das möchte ich Ihnen durch ein Beispiel erläutern. Eines unserer Mitglieder ist vor kurzem gestorben. Noch vor der Feuerbestattung war es, daß gewissermaßen die Notwendigkeit gefühlt wurde, zu vernehmen, was diese Persönlichkeit nach dem Tode zu sagen habe. Zu sagen habe dadurch, daß sie gewissermaßen mit ihrem Ätherleib noch zusammensteckte und sich durch ihren Ätherleib gewissermaßen auf irdische Art ausdrücken konnte, dennoch aber alles zusammenfaßte, was durch ein intensives Miterleben der anthroposophischen Weltanschauung in ihre Seele verwebt worden war. Also wir haben es mit einer Persönlichkeit zu tun, die zu ziemlich hohen Jahren gekommen war, die in der letzten Zeit ihres Lebens wirklich intensiv und mit allen Kräften ihres Herzens sich eingelebt hat in unsere geisteswissenschaftliche Weltanschauung. Dann ging sie durch die Pforte des Todes. Nun hatte sie also noch ihren Ätherleib. Es war noch vor der Feuerbestattung, und der Ätherleib war noch da als ein Mittel, sich auszudrücken. Das gab die Möglichkeit, sich noch durch irdische Worte auszudrücken, weil der Ätherleib diese nacherleben konnte. Und die Befreiung vom Leibe, vom Erdendasein, gab zugleich die Möglichkeit, das ganze Wesen zusammenzufassen, das sich durch das Herz eingegraben hatte in die Seele. Und indem sich mir zeigte, wie diese Persönlichkeit, die also durch die Pforte des Todes gegangen ist, ihr Wesen aussprechen wollte — etwa am zweiten Tage, nachdem der Tod eingetreten war —, bildeten sich die Worte, die ich Ihnen mitteilen kann, Worte, die also anzusehen sind als Worte, von der Toten erlebt. So daß man sich vorzustellen hat, daß hier, am zweiten Tage nach dem Tode, dieses Wesen der Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen war, erfüllt war von der Kraft dieser Worte, sich in der Kraft dieser Worte aussprach. Und wenn man sich in diese Seele versetzte, so sprach durch einen in diesen Worten sich dieses Wesen der Seele, dieses Wesen der Toten aus. Deshalb konnte ich nichts besseres tun, als dann bei der Bestattung gerade diese Worte an die Tote zu richten, denn es waren die Worte, die sie gleichsam selbst zu den Freunden sprach, die um die irdischen Reste umherstanden. Ich kann Ihnen die Versicherung geben: Ich habe nichts, nichts zu diesen Worten hinzugetan, sondern ich habe versucht, sie aufzufassen aus dem Wesen der Toten. Gewiß, später tritt dann das ein, was ich die Betäubung des Bewußtseins genannt habe, was man eine Art Schlafzustand nennen könnte. Nun würde die Tote nicht dieses ihr Wesen ebenso zum Ausdruck haben bringen können, weil ihr jetzt das Mittel des Ätherleibes fehlt. Sie wird es nach einiger Zeit wiederum können, aber unmittelbar nach dem Tode wäre das unmöglich. Die Worte heißen:

[ 17 ] I would also like to explain this to you with an example. One of our members recently passed away. Even before the cremation, there was, so to speak, a sense that it was necessary to hear what this person had to say after death. To say, in that they were, so to speak, still connected to their etheric body and could, through their etheric body, express themselves in a sort of earthly way, yet still encompassed everything that had been woven into their soul through an intense immersion in the anthroposophical worldview. So we are dealing with a person who had reached quite an advanced age, who in the final period of her life had truly immersed herself intensely and with all the strength of her heart in our worldview based on Spiritual Science. Then she passed through the gate of death. Now she still had her etheric body. It was still before the cremation, and the etheric body was still there as a means of expression. This made it possible to express herself through earthly words, because the etheric body could relive them. And liberation from the body, from earthly existence, simultaneously made it possible to summarize the entire being that had burrowed into the soul through the heart. And as it was revealed to me how this personality, who had thus passed through the gate of death, wished to express her being—on about the second day after death had occurred—the words took shape that I can share with you, words that are thus to be regarded as words experienced by the deceased. So that one must create a mental image of this being of the soul, which had passed through the gate of death, being filled with the power of these words, expressing itself in the power of these words. And when one placed oneself within this soul, this being of the soul, this being of the dead, spoke through one in these words. That is why I could do nothing better than to address precisely these words to the deceased at the funeral, for they were the words that she, as it were, spoke herself to the friends standing around her earthly remains. I can assure you: I have added nothing, nothing to these words, but I have tried to grasp them from the essence of the deceased. Certainly, later on, what I have called the numbing of consciousness sets in—what one might call a kind of sleep state. Now the deceased would not be able to express this essence of hers in the same way, because she now lacks the medium of the etheric body. She will be able to do so again after some time, but immediately after death that would be impossible. The words are:

In Weltenweiten will ich tragen
Mein fühlend Herz, daß warm es werde
Im Feuer heil’gen Kräftewirkens;

In Weltgedanken will ich weben
Das eigne Denken, daß klar es werde
Im Licht des ew’gen Werde-Lebens;

In Seelengründe will ich tauchen Ergeb’nes
Sinnen, daß stark es werde
Für Menschenwirkens wahre Ziele;

In Gottes Ruhe streb’ ich so
Mit Lebenskämpfen und mit Sorgen,
ein Selbst zum höhern Selbst bereitend;

Nach arbeitfreud’gem Frieden trachtend,
Erahnend Welten-Sein im Eigensein,
Möcht’ ich die Menschenpflicht erfüllen;

Erwartend leben darf ich dann Entgegen
einem Schicksalsterne, Der mir im
Geistgebiet den Ort erteilt.

Across the vastness of the world I will carry
My feeling heart, that it may grow warm
In the fire of the sacred working of the forces;

In the thoughts of the world I will weave
My own thinking, that it may become clear
In the light of eternal becoming-life;

Into the depths of the soul I will plunge My resolved thoughts,
That they may grow strong
For the true goals of human endeavor;

In God’s peace I strive thus
Through life’s struggles and with worries,
Preparing the self for the higher Self;

Seeking peace that comes from joyful work,
Perceiving the world’s being in my own being,
I wish to fulfill my duty to humanity;

Living in anticipation, I may then move toward
a star of destiny, which grants me in
the realm of the spirit the place.

[ 18 ] Das ist gewissermaßen das Lebensergebnis des jahrelangen Aufgehens in der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung. Dieses jahrelange Aufgehen in der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung ist zum Wesen der Seele selbst geworden und hat sich so ausgesprochen.

[ 18 ] In a sense, this is the culmination of years of immersion in the Spiritual Science worldview. This long immersion in the Spiritual Science worldview has become the very essence of the soul itself and has expressed itself in this way.

[ 19 ] Es ist dieses ein konkretes, ein anschauliches Beispiel, wie die Kräfte der Seele erfaßt werden, wenn man nicht bloß in der Theorie die geisteswissenschaftliche Weltanschauung aufnimmt, sondern wenn man sie zu Lebenskräften in der Seele macht. Da tritt die Empfindung, da treten die Gefühle, die aus der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung kommen, hinaus über das Theoretische und werden selbst Kräfte in der Seele. Denn ganz gewiß ist es: Niemand, der nicht durch die geisteswissenschaftliche Weltanschauung gegangen ist, würde sein eigenes Wesen nach dem Tode in solche Worte zusammenfassen:

[ 19 ] This is a concrete, vivid example of how the forces of the soul are grasped when one does not merely take in the worldview of Spiritual Science in theory, but when one transforms it into life forces within the soul. Then the sensations and feelings that arise from the worldview of Spiritual Science transcend the theoretical and become forces within the soul themselves. For one thing is certain: no one who has not passed through the worldview of Spiritual Science would summarize their own being after death in such words:

In Weltenweiten will ich tragen
Mein fühlend Herz, daß warm es werde
Im Feuer heil’gen Kräftewirkens;

In Weltgedanken will ich weben
Das eigne Denken, daß klar es werde Im
Licht des ew’gen Werde-Lebens...

In the realms of the world, I wish to carry
My feeling heart, that it may grow warm
In the fire of the sacred working of forces;

In the thoughts of the world, I wish to weave
My own thoughts, that they may become clear In
The light of eternal becoming-life...

[ 20 ] Ich möchte dieses als ein anschauliches Beispiel vor Ihre Seele hinstellen für den geheimnisvollen Gang, den die menschliche Seele nimmt gerade durch den Zeitpunkt hindurch, der das Leben zwischen Geburt und Tod trennt von dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, wo gewissermaßen alles das, was uns im Erdenleben noch äußere Erfahrung war, innerer Reichtum der Seele wird und so in uns lebt. Hier nimmt man Geisteswissenschaft noch als etwas Äußeres an. Gleich nach dem Tode aber zeigt es sich, wie sie so in der Seele lebt, ja, sagen wir, so wie Muskelkraft jetzt in unserem physischen Leibe lebt. Das muß man einmal erfühlen, wenn man so richtig den inneren Sinn, die innere Bedeutung dessen erfassen will, was die Geisteswissenschaft der menschlichen Seele sein kann. Man wird dann nach und nach — dazu muß man Geduld haben — sich einen Begriff aneignen von den doch ganz andersartigen Verhältnissen, die in der geistigen Welt bestehen. Wenn wir uns von den Verhältnissen, die in der Sinneswelt sind, Worte und Begriffe prägen, so können wir höchstens Sinnbilder dessen geben, was in der geistigen Welt ist. Man muß sich in Geduld hinarbeiten zu Begriffen und Empfindungen und Gefühlen, die einigermaßen richtig und wahr dasjenige ausdrücken, was die Verhältnisse der geistigen Welt sind. Die Logik des Erdenlebens ja, es ist wirklich nur eine Logik des Erdenlebens —, sie ist für das Erdenleben schon manchmal recht brüchig. Ich habe auch hier schon angeführt, wie man mit der Logik des Erdenlebens an den wirklichen Tatsachen vorbeigehen kann. Ich habe öfter das Beispiel angeführt: Nehmen wir an, ein Mensch geht an einem Bach spazieren. Wir sehen, daß er in den Bach hineinfällt. Wir eilen herbei und entdecken, daß er schon tot ist. Wir sehen einen Stein an der Stelle, wo der Mensch in den Bach gefallen ist, und können uns jetzt ein ganz logisches, aber doch oberflächliches Urteil bilden. Wir können sagen: Der Mensch ist über den Stein gestolpert, in den Bach gefallen und ertrunken. Er ist den Tod des Ertrinkens gestorben. — Aber das kann ganz falsch sein. Wenn man vielleicht rein äußerlich anatomisch die Sache untersucht, so kann es sich herausstellen, daß der Mensch vom Herzschlag getroffen worden ist; dadurch fiel er ins Wasser. Der Herzschlag ist die Ursache seines Todes. Mit der gewöhnlichen richtigen Logik schließen wir das Verkehrte. Solche Schlüsse — das sei nur nebenbei bemerkt — werden im menschlichen Leben und namentlich in der Wissenschaft fortwährend gemacht. Die Wissenschaft ist voll von solchen Schlüssen, wo Ursache und Wirkung verwechselt werden.

[ 20 ] I would like to present this as a vivid example to your soul of the mysterious path that the human soul takes precisely through the moment that separates life between birth and death from life between death and a new birth, where, in a sense, everything that was still an external experience for us in earthly life becomes an inner wealth of the soul and thus lives within us. Here, Spiritual Science is still regarded as something external. Immediately after death, however, it becomes evident how it lives within the soul—indeed, let us say, just as muscular strength now lives within our physical body. One must first sense this if one wishes to truly grasp the inner meaning, the inner significance of what Spiritual Science can be for the human soul. One will then gradually—and for this one must have patience—acquire a concept of the quite different conditions that exist in the spiritual world. When we form words and concepts based on the conditions that exist in the sensory world, we can at most provide symbols of what is in the spiritual world. One must patiently work toward concepts, sensations, and feelings that express, to some extent correctly and truthfully, what the conditions of the spiritual world are. The logic of earthly life—yes, it is truly only a logic of earthly life—is sometimes quite fragile even for earthly life. I have already mentioned here how one can miss the real facts when using the logic of earthly life. I have often cited the example: Let us suppose a person is walking along a stream. We see that he falls into the stream. We rush over and discover that he is already dead. We see a rock at the spot where the person fell into the stream, and can now form a completely logical, yet superficial judgment. We can say: The person stumbled over the stone, fell into the stream, and drowned. He died by drowning. — But that may be completely wrong. If one examines the matter purely from an external anatomical perspective, it may turn out that the person suffered a heart attack; as a result, he fell into the water. The heart attack is the cause of his death. Using ordinary, correct logic, we draw the wrong conclusion. Such conclusions—just as an aside—are constantly being made in human life and especially in science. Science is full of such conclusions where cause and effect are confused.

[ 21 ] Aber wichtig wird die Sache, wenn menschliche Schicksalsfragen in Betracht kommen. Wir haben in Dornach im Herbst einen solchen Schicksalsschlag erlebt, der im bedeutungsvollsten Sinne lehrreich ist. Der kleine, siebenjährige Sohn unseres Mitgliedes, Theo Faiß, der ein außerordentlich liebes, aufgewecktes Kind war, wurde eines Abends vermißt. Es war gerade an einem Vortragsabend. Die Mutter suchte das Kind, es war nicht zu finden. Und als der Vortrag vorbei war, da hörte man eigentlich erst, daß die Mutter den Knaben vermisse, und man konnte sich nichts anderes denken, als daß der Tod des Knaben in Zusammenhang stände mit dem Umfallen eines Möbelwagens. Ein Mitglied unserer Gesellschaft hatte ihre Möbel in einem Möbelwagen schicken lassen, und dieser Möbelwagen war an dem Abend an der Stelle, wo er stand, umgefallen. Es war zehn ein Viertel Uhr des Abends und wir wendeten alles mögliche an, um den Wagen zu heben. Das mobilisierte Militär kam uns entgegen, um uns zu helfen, diesen Möbelwagen aufzuheben. Der Möbelwagen wurde gehoben, und man fand den Knaben erdrückt unter dem Wagen. Nun bedenken Sie, in dieser Gegend ist überhaupt vorher niemals ein Möbelwagen gefahren; nachher auch nicht. Der Knabe ist, man konnte das später konstatieren durch alles Mögliche, was man so Zwischenfälle und Zufälle nennt, gerade in der Zeit — es hat sich ja nur um Minuten, ja um einen Augenblick gehandelt — dort an der Stelle gewesen, wo der Möbelwagen umfiel. Merkwürdig war es allerdings, daß zunächst diejenigen, die an der Stelle waren, wo der Wagen umgefallen ist, nur daran gedacht haben, die Pferde in Sicherheit zu bringen. Man hatte keine Ahnung, daß der Möbelwagen auf den kleinen Knaben gefallen war.

[ 21 ] But the matter becomes important when questions of human destiny come into play. We experienced such a stroke of fate in Dornach this fall, one that is instructive in the most profound sense. The little seven-year-old son of our member, Theo Faiß, who was an exceptionally sweet, bright child, went missing one evening. It happened to be on the evening of a lecture. The mother searched for the child, but he was nowhere to be found. And it was only after the lecture was over that people actually heard that the mother was missing the boy, and one could think of nothing else but that the boy’s death was connected to the overturning of a moving truck. A member of our society had had her furniture sent in a moving truck, and that moving truck had overturned that evening at the spot where it was parked. It was a quarter past ten in the evening, and we tried everything possible to lift the truck. The mobilized military came to our aid to help us lift this moving truck. The moving truck was lifted, and the boy was found crushed beneath it. Now consider this: no moving truck had ever driven through this area before; nor has one since. The boy—as was later established through all sorts of what one might call incidents and coincidences—had been at the very spot where the moving truck overturned at precisely that moment—it was really only a matter of minutes, indeed a split second. It was strange, however, that at first those who were at the spot where the wagon had overturned thought only of getting the horses to safety. They had no idea that the moving wagon had fallen on the little boy.

[ 22 ] Das Kind war also tot. Die äußere materialistische Anschauung kann sagen: Nun ja, zufällig ist dort zu dieser Stunde der Möbelwagen umgefallen, das Kind kam darunter und wurde zerquetscht. 'So wird natürlich die materialistische Anschauung sagen. Vor der spirituellen Anschauung ist das ein vollständiger Unsinn. Denn das, was da vorliegt, ist das Karma des Kindes, und dieses Karma des Kindes lenkte all die einzelnen Verhältnisse. Es hat auch den Möbelwagen dorthin gelenkt gerade zu der Stunde, wo das Kind den Tod brauchte, weil das Karma des Kindes es so wollte. Das Karma des Kindes war abgelaufen. Wir haben es hier zu tun mit der Notwendigkeit, Ursache und Wirkung wirklich umzukehren.

[ 22 ] So the child was dead. The external materialistic view might say: Well, by chance the moving truck tipped over there at that very hour; the child ended up underneath it and was crushed. That, of course, is what the materialistic view would say. From the spiritual perspective, this is complete nonsense. For what we have here is the child’s karma, and this karma of the child directed all the individual circumstances. It also directed the moving truck to that spot at precisely the hour when the child needed to die, because the child’s karma willed it so. The child’s karma had run its course. We are dealing here with the necessity of truly reversing cause and effect.

[ 23 ] Durch solche Verhältnisse und ihre Anschauung kann man sich allmählich hinaufranken zu der wirklichen Auffassung des Lebens, die uns dazu bringt, das, was der äußere Sinnenschein darbietet, gerade umzukehren. Wir müssen das vielfach umkehren. Aber so ganz bedeutsam wird die Sache dann, wenn nachher erlebt wird, was aus einer solchen Tatsache wird. Die Seele eines Menschenwesens geht durch die Pforte des Todes. Diese Seele war sieben Jahre in einem physischen Leibe verkörpert. Warum hätte denn der kleine Theo nicht auch siebzig, achtzig, neunzig Jahre werden können, äußerlich angesehen, wenn das Karma es nicht unmöglich gemacht hätte? Ein Ätherleib ist da, der das Leben noch Jahrzehnte hindurch hätte versorgen können; ein Ätherleib, der wirklich angefüllt war von Kräften des Ewigen, Guten. Es war ein ausgezeichneter Knabe. Von der eigentlichen Individualität, dem Ich und Astralleib, wissen Sie ja, daß sie dann ihren Weg weitergehen. Aber der Ätherleib löst sich los, dieser Ätherleib, in den hineinverwoben sind alle die zarten, schönen Kräfte, die sich im Kindheitsalter entwickelt haben, in dem aber auch leben alle die Kräfte, die aus den früheren Inkarnationen kommen. Nun bedenken Sie, was man mit einem solchen Ätherleib vor sich hat. Die Individualität kommt aus den früheren Inkarnationen. Sie verleibt sich neu ein in dieser Inkarnation; sie bringt mit, was aus früheren Inkarnationen kommt. Das Leben in dieser Inkarnation ist gewissermaßen die Frucht, das Ausleben dessen, was Ursache in einem Leben war in früheren Inkarnationen. Durch das ganze Leben hindurch hätten sich diese Früchte ausleben können. Dann wäre in diesen Ätherleib alles dasjenige hineingegangen, was aus den Früchten der früheren Inkarnationen kommt. Das ist nicht geschehen. Dafür steckt in diesem Ätherleib alles das darin, was noch Ursachen in den früheren Inkarnationen hat. Und das Merkwürdigste ist nun: Derjenige, der versucht, die Aura unseres Dornacher Baus zu durchforschen, der findet diesen Ätherleib des kleinen Theo in der Aura des Dornacher Baus. Da ist er, da umschwebt er, umlebt er den Dornacher Bau. Derjenige, der zu tun hat mit dem Dornacher Bau oder noch zu tun haben wird nach jenem Spätherbstnachmittag, an dem der kleine Theo durch die Pforte des Todes gegangen ist, der weiß, was verändert worden ist an der geistigen Aura des Dornacher Baues dadurch, daß dieser Aura einverleibt worden ist jener Ätherleib, der die Kräfte enthält, die sonst noch jahrzehntelang für die Versorgung eines physischen Menschenleibes verwendet worden wären, und dieser Ätherleib ist eben ausgegossen in diese Aura des Baues.

[ 23 ] Through such circumstances and our perception of them, we can gradually work our way up to a true understanding of life, which leads us to turn the outward appearance of things on its head. We must reverse this in many ways. But the matter becomes truly significant when we later experience what becomes of such a fact. The soul of a human being passes through the gate of death. This soul was incarnated in a physical body for seven years. Why couldn’t little Theo have lived to be seventy, eighty, or ninety years old, outwardly speaking, if karma hadn’t made it impossible? There is an etheric body that could have sustained life for decades to come; an etheric body that was truly filled with the forces of the eternal and the good. He was an excellent boy. As for the actual individuality—the I and the astral body—you know, of course, that they then continue on their way. But the etheric body dissolves; this etheric body, into which are woven all the delicate, beautiful forces that developed during childhood, yet in which also live all the forces that come from earlier incarnations. Now consider what one has before one with such an etheric body. The individuality comes from earlier incarnations. It re-embodies itself in this incarnation; it brings with it what comes from earlier incarnations. Life in this incarnation is, so to speak, the fruit, the living out of what was the cause in a life in earlier incarnations. Throughout the entire life, these fruits could have been lived out. Then everything that comes from the fruits of earlier incarnations would have entered this etheric body. That did not happen. Instead, everything in this etheric body that still has its causes in earlier incarnations is contained within it. And the most remarkable thing is this: whoever attempts to explore the aura of our Dornach building will find this etheric body of little Theo within the aura of the Dornach building. There it is, there it hovers, there it surrounds the Dornach building. Whoever has to do with the Dornach building or will still have to do with it after that late autumn afternoon, on which little Theo passed through the gate of death, knows what has been altered in the spiritual aura of the Dornach building by the fact that this aura has been incorporated with that etheric body, which contains the forces that would otherwise have been used for decades to sustain a physical human body, and this etheric body has indeed been poured into the aura of the building.

[ 24 ] So geheimnisvoll sind die Wege, welche die durch die Welt flutende Weisheit mit ihren Geschöpfen durchzumachen hat. Es gibt erst richtige Vorstellungen von der Art, wie das gesamte Menschenleben verläuft — zu dem ja im eminentesten Sinne das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt gehört —, wenn man auf Einzelheiten dieser Dinge eingeht. Und da unsere anthroposophische Bewegung wirklich nicht etwas Abstraktes sein soll, sondern etwas, worin wir sind mit unserem ganzen Wesen, worinnen auch diejenigen sind, die eben zu uns gehören, so darf auch über solche Dinge gesprochen werden. Wir vereinigen uns ja nicht nur wie andere Gesellschaften mit einem bestimmten Programm, sondern wir wollen nit unserer ganzen Seele in unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung darin sein. Wir wollen diese geisteswissenschaftliche Bewegung als einen konkreten Strom denken, zu dem jeder gehört, der sich wirklich empfindungsgemäß zu ihr bekennt. Und so können wir sagen: Da sprechen wir, wie man eben in einer erweiterten Familie über die Angehörigen da oder dort spricht. Denn dasjenige, was uns sozusagen familiär vertraut berührt, das gibt uns zugleich über die geistige Welt die höchsten, die bedeutsamsten, die für uns wichtigsten Aufschlüsse.

[ 24 ] So mysterious are the paths that the wisdom flowing through the world must traverse with its creatures. One can only truly form a mental image of the nature of the course of human life as a whole—which, in the most eminent sense, includes the life between death and a new birth—by delving into the details of these matters. And since our anthroposophical movement is truly not meant to be something abstract, but rather something in which we are fully immersed with our whole being—and in which those who belong to us are also immersed—then such matters may also be discussed. After all, we do not simply unite, like other societies, around a specific program; rather, we wish to be fully immersed in our Spiritual Science movement with our whole soul. We wish to conceive of this Spiritual Science movement as a concrete current to which everyone belongs who truly commits to it in accordance with their inner feelings. And so we can say: We speak of it just as one speaks of relatives here or there within an extended family. For that which touches us in a familiar, intimate way, so to speak, also provides us with the highest, most significant, and most important insights into the spiritual world.

[ 25 ] Aus solcher Gesinnung heraus möchte ich noch einen der uns gerade in der letzten Zeit öfter betroffenen Tode unserer Freunde erwähnen. Der uns allen so unendlich liebe Freund Fritz Mitscher ist vor kurzem durch die Pforte des Todes gegangen. Und da war es so, daß sich mir die Notwendigkeit ergab, zusammenzufassen in Worte, was die eigene Seele fühlte, indem sie sich hinneigte zu der Seele, die eben durch die Pforte des Todes gegangen war. Merken Sie den Unterschied zwischen den vorhergehenden Worten, die ich Ihnen vorgelesen habe, und den Worten, die ich jetzt Ihnen vorlesen will. Die soeben hier vorgelesenen Worte sind aus der Seele der Toten heraus. Die Worte, die ich Ihnen jetzt vorlesen werde, sind angeregt in der eigenen Seele beim Anblick des seelisch mit seinem Ätherleib noch vereinten Toten, Fritz Mitscher. Es ist also der Eindruck, den der Tote machte, der jetzt in diesen Worten wiedergegeben ist. Sie wissen vielleicht, Fritz Mitscher war schon als junger Lehrer an den verschiedensten Orten, besonders in Berlin, tätig für unsere Anthroposophische Gesellschaft. Und viele von uns wissen ja auch, wie gerade er gewillt war in so schöner Weise, alles das, was er an Erdenwissenschaft und Erdengelehrsamkeit sich hat aneignen können, zu verbinden mit dem edelsten, schönsten anthroposophischen Bewußtsein. Das drückt sich auch nach dem Tode aus, wo vereinigt war in seinem gesamten Wesen das, was er war, und was jetzt wiederstrahlt nach dem Tode aus der leibbefreiten Seele, die noch ihren Ätherleib hatte. Und es scheint mir, daß das so ausgedrückt werden mußte, was Fritz Mitscher nach dem Tode war, mit den Worten, die ich ihm nachsenden mußte bei der Feuerbestattung.

[ 25 ] In this spirit, I would like to mention one more of the deaths of our friends that have affected us so often, especially in recent times. Our friend Fritz Mitscher, whom we all loved so dearly, recently passed through the gates of death. And so it came to pass that I felt the need to put into words what my own soul felt as it bent down toward the soul that had just passed through the gates of death. Notice the difference between the previous words I read to you and the words I am now about to read to you. The words just read here come from the soul of the deceased. The words I am now going to read to you were inspired in my own soul at the sight of the deceased, Fritz Mitscher, who was still spiritually united with his etheric body. It is therefore the impression made by the deceased that is now reflected in these words. You may know that Fritz Mitscher, even as a young teacher in various places, especially in Berlin, was active on behalf of our Anthroposophical Society. And many of us also know how willing he was, in such a beautiful way, to combine all that he had been able to acquire in terms of earthly science and earthly learning with the noblest, most beautiful anthroposophical consciousness. This is also expressed after death, where what he was was united in his entire being, and what now radiates after death from the soul freed from the body, which still had its etheric body. And it seems to me that what Fritz Mitscher was after death had to be expressed in the words I had to send him at the cremation.

Eine Hoffnung, uns beglückend:
So betratest Du das Feld,
Wo der Erde Geistesblüten,
Durch die Kraft des Seelenseins,
Sich dem Forschen zeigen möchten.

Lautrer Wahrheitliebe Wesen
War Dein Sehnen urverwandt;
us dem Geisteslicht zu schaffen,
War das ernste Lebensziel,
Dem Du rastlos nachgestrebt.

Deine schönen Gaben pflegtest Du,
Um der Geist-Erkenntnis hellen Weg,
Unbeirrt vom Welten-Widerspruch
Als der Wahrheit treuer Diener
Sichern Schrittes hinzuwandeln.

Deine Geistorgane übtest Du,
Daß sie tapfer und beharrlich
An des Weges beide Ränder
Dir den Irrtum drängten
Und Dir Raum für Wahrheit schufen.

Dir Dein Selbst zur Offenbarung
Reinen Lichtes zu gestalten,
Daß die Seelen-Sonnenkraft
Dir im Innern machtvoll strahle,
War Dir Lebenssorg’ und Freude.

Andre Sorgen, andre Freuden,
Sie berührten Deine Seele kaum,
Weil Erkenntnis Dir als Licht,
Das dem Dasein Sinn verleiht,
Als des Lebens wahrer Wert erschien.

Eine Hoffnung, uns beglückend:
So betratest Du das Feld,
Wo der Erde Geistesblüten
Durch die Kraft des Seelenseins
Sich dem Forschen zeigen möchten.

Ein Verlust, der tief uns schmerzt,
So entschwindest Du dem Feld,
Wo des Geistes Erdenkeime
In dem Schoß des Seelenseins
Deinem Sphärensinne reiften.

Fühle, wie wir liebend blicken
In die Höhen, die Dich jetzt
Hin zu andrem Schaffen rufen.
eiche den verlaß’nen Freunden
Deine Kraft aus Geistgebieten.

Höre unsrer Seelen Bitte,
Im Vertrau’n Dir nachgesandt:
Wir bedürfen hier zum Erdenwerk
Starker Kraft aus Geistes-Landen,
Die wir toten Freunden danken.

Eine Hoffnung, uns beglückend,
in Verlust, der tief uns schmerzt:
Laß uns hoffen, daß Du ferne-nah,
Unverloren unsrem Leben, leuchtest
Als ein Seelenstern im Geistbereich.

A hope that brings us joy:
Thus you entered the field,
Where the spirit’s blossoms of the earth,
Through the power of the soul’s being,
Wish to reveal themselves to inquiry.

Beings who love truth above all else
Your yearning was akin to;
To create from the light of the spirit,
Was the serious goal of life,
Which you pursued tirelessly.

You cultivated your beautiful gifts,
To walk the bright path of spiritual knowledge,
Unperturbed by the world’s contradictions
As a faithful servant of truth
To walk with sure steps.

You trained your spiritual faculties,
So that they, brave and steadfast
On both sides of the path
Pushed error away from you
And created space for truth.

To shape your self into a revelation
Of pure light,
So that the soul’s solar power
Might shine mightily within you,
Was your life’s care and joy.

Other cares, other joys,
Barely touched your soul,
Because knowledge, as light,
That gives meaning to existence,
Appeared as the true value of life.

A hope that brings us joy:
Thus you entered the field,
Where the spirit-blossoms of the earth
Through the power of soul-being
Wish to reveal themselves to inquiry.

A loss that pains us deeply,
Thus you vanish from the field,
Where the spirit’s earthly seeds
In the bosom of soul-being
Matured in your sphere of perception.

Feel how we gaze lovingly
Toward the heights that now
Call us onward to other work.
Grant to the friends you have left behind
Your strength from the realms of the spirit.

Hear the plea of our souls,
Sent to you in trust:
Here, for our earthly work, we need
Strong power from the lands of the spirit,
For which we thank our departed friends.

A hope that brings us joy,
In a loss that pains us deeply:
Let us hope that You, far yet near,
Unlost to our lives, shine
As a soul-star in the spiritual realm.

[ 26 ] Das sind die Worte, die aus der Wesenheit des Toten heraus dem Toten nachgesandt wurden. Und dann verging, nachdem diese Worte bei der Feuerbestattung gesprochen waren, einige Zeit. Und aus der Wesenheit des Toten heraus, noch nicht aus dem wohlgeordneten Bewußtsein, sondern wie aus der Wesenheit heraus ertönend, erklangen die folgenden Worte; Worte, die also jetzt von dem Toten herüberklangen in der auf die Feuerbestattung folgenden Nacht.

[ 26 ] These are the words that were sent to the deceased from the essence of the deceased. And then, after these words had been spoken at the cremation, some time passed. And from the being of the deceased—not yet from the well-ordered consciousness, but sounding as if from the being itself—the following words resounded; words that thus now came from the deceased during the night following the cremation.

Mir mein Selbst zur Offenbarung
Reinen Lichtes zu gestalten,
Daß die Seelen-Sonnenkraft
Mir im Innern machtvoll strahle,
War mir Lebenssorg’ und Freude.

Andre Sorgen, andre Freuden,
Sie berührten meine Seele kaum,
Weil Erkenntnis mir als Licht,
Das dem Dasein Sinn verleiht,
Als des Lebens wahrer Wert erschien.

To shape my self into a revelation
Of pure light,
So that the soul’s solar power
Might shine powerfully within me,
Was my life’s concern and joy.

Other cares, other joys,
They scarcely touched my soul,
For knowledge appeared to me as light,
That gives meaning to existence,
As the true value of life.

[ 27 ] So klangen die Worte zurück. Ich hatte selbst erst nachher entdeckt, daß die zwei Strophen, die mitten darinnen sind, sich unmittelbar aus dem Du ins Ich und aus dem Dir ins Mir umwandeln lassen. Ich hatte es vorher nicht gewußt. Denn ich hatte die Strophen so vernommen, wie ich sie Ihnen zuerst gelesen habe. Und nun kamen sie zurück aus dem Wesen des Toten, von ihm gesprochen:

[ 27 ] That is how the words echoed back. It was only later that I myself discovered that the two stanzas in the middle can be directly transformed from “you” to “I” and from “you” to “me.” I hadn’t known that before. For I had heard the stanzas just as I first read them to you. And now they came back from the essence of the dead man, spoken by him:

Mir mein Selbst zur Offenbarung
Reinen Lichtes zu gestalten,
Daß die Seelen-Sonnenkraft
Mir im Innern machtvoll strahle,
War mir Lebenssorg’ und Freude.

Andre Sorgen, andre Freuden,
Sie berührten meine Seele kaum,
Weil Erkenntnis mir als Licht,
Das dem Dasein Sinn verleiht,
Als des Lebens wahrer Wert erschien.

To shape my self into a revelation
Of pure light,
So that the soul’s solar power
Might shine powerfully within me,
Was my life’s concern and joy.

Other cares, other joys,
They scarcely touched my soul,
For knowledge appeared to me as light,
That gives meaning to existence,
As the true value of life.

[ 28 ] Das zeigt, wie auch in der Zeit, in der das Bewußtsein noch nicht die Form hat, die es dann nach dieser Zeit wieder aus der Seele heraus hat durch das ganze Gebiet zwischen Tod und neuer Geburt, es zeigt, wie sogar in lebendiger Umgestaltung, ja in sinnvoller Umgestaltung die Worte kommen, die heraufgetönt sind zu dem Toten. Man muß nur fühlen, wie die geisteswissenschaftliche Weltanschauung wirklich lebendig wird in dem Zusammenhangschaffen zwischen der physischen und der geistigen Welt. Denn es kann wirklich etwas wie ein Schauer durch unsere Seele gehen, wenn wir gerade an einem solchen Beispiel erfühlen, wie dem Toten die Worte zugerufen werden — und er sie uns verändert wiedergibt. Wie auf der einen Seite wir fühlen, daß sie zu dem Toten hingegangen sind, weil sie von ihm wiederklingen, aber nicht nur wie ein Echo wiederklingen, sondern sinnvoll verändert, für ihn angepaßt.

[ 28 ] This shows how, even in the period when consciousness has not yet taken the form it will later regain from the soul throughout the entire realm between death and rebirth, the words that are spoken to the deceased arise—even in a living transformation, indeed in a meaningful transformation. One need only feel how the worldview of Spiritual Science truly comes alive in the creation of connections between the physical and spiritual worlds. For a shiver can truly run through our soul when, through such an example, we sense how words are called out to the dead—and he returns them to us in a transformed form. On the one hand, we feel that they have gone to the dead person, because they resound from him, but they do not merely resound like an echo; rather, they are meaningfully transformed and adapted for him.

[ 29 ] Das sind Dinge, die uns auch für unsere Gegenwart die Gewißheit, die Zuversicht geben, daß die Seelen, die hier in Erdenleibern leben, in Zusammenhang, in Verbindung stehen mit den durch die Welt waltenden und webenden geistigen Mächten, und daß wiederum in diesem Strom von waltenden und webenden geistigen Mächten die durch den Tod gegangenen Menschenerdenseelen hineinverwoben sind, darin sind, da darin ihre weiteren, ihre Post-mortem-Schicksale erleben.

[ 29 ] These are things that give us, even in the present, the certainty and confidence that the souls living here in earthly bodies are connected to the spiritual powers that reign and weave throughout the world, and that, in turn, the human souls that have passed through death are woven into this stream of ruling and weaving spiritual forces, are within it, for it is there that they experience their further, post-mortem destinies.

[ 30 ] Wenn wir den Zusammenhang der physischen Welt mit der geistigen Welt so recht auf unser Gemüt wirken lassen, so können wir ja Verschiedenes ins Auge fassen. Ich habe schon einmal auch hier darauf hingewiesen, daß uns bei diesem Zusammenwirken, bei diesem im konkreten Sinne verlaufenden Zusammenwirken von physischer Welt und geistiger Welt auch besonders nahetritt dasjenige, was der Impuls des Mysteriums von Golgatha ist. Wir wissen ja, daß wir eigentlich erst jetzt anfangen, durch Geisteswissenschaft Sinn und Bedeutung des Mysteriums von Golgatha und der Christus-Wesenheit völlig ins Auge zu fassen. Bisher haben die Menschen das mit dem Verstand getan, richtig mit dem Verstand getan. Und was ist herausgekommen mit diesem Verstand? Nun, wenn die Wirksamkeit des Christus im Menschenerdenleben auf das angewiesen gewesen wäre, was die Menschen davon verstanden haben, so hätte die Wirksamkeit des Christus-Impulses auf Erden keine sehr große sein können. Theologisches Gezänk, allerlei Streitigkeiten, das haben die Menschen in ihrem Verstand vom Christentum begriffen. Aber der Christus hat aus lebendiger Kraft gewirkt.

[ 30 ] If we allow the connection between the physical world and the spiritual world to truly sink into our hearts, we can indeed contemplate various things. I have already pointed out here before that in this interaction—in this concrete interaction between the physical world and the spiritual world—what particularly strikes us is the impulse of the Mystery of Golgotha. We know, after all, that it is only now that we are truly beginning, through Spiritual Science, to fully grasp the meaning and significance of the Mystery of Golgotha and the Christ Being. Up to now, people have approached this with their intellect—rightly so, with their intellect. And what has come of this intellectual approach? Well, if the working of Christ in human life on earth had depended on what people understood of it, then the working of the Christ impulse on earth could not have been very great. Theological squabbling, all sorts of disputes—that is what people have grasped of Christianity with their intellect. But Christ worked through living power.

[ 31 ] Ich habe wohl auch schon hier das Beispiel von der Schlacht angeführt, die Konstantin gegen Maxentius geführt hat, durch die das Schicksal des damaligen Europa entschieden worden ist. Damit ist das Christentum eigentlich erst anerkannt und dann zur herrschenden Macht in Europa geworden. Diese Schlacht ist nicht gewonnen worden durch Feldherrenkunst noch durch die Heere des Konstantin. Maxentius hatte Rom zu verteidigen. Durch das Nachschlagen der sibyllinischen Bücher und durch einen Traum, den er gehabt hat, wurde ihm eingegeben, daß sein Heer, das fünfmal stärker war als das des Konstantin, der gegen Rom heranmarschierte, von ihm aus Rom heraus geführt werden solle; dann würde er die Feinde Roms vernichten. Nun führte er wirklich sein Heer aus Rom heraus, strategisch das Allerungeschickteste, was er hat machen können, denn nach der Strategie sprach alles dafür, sein Heer in Rom zu lassen und die feindlichen Heere herankommen zu lassen; aber er führte sein Heer aus Rom heraus. Und auch auf der Seite Konstantins, der seine Heere gegen Rom führte, waren es nicht kriegerisch-wissenschaftliche Gründe, die ihm die Kraft gaben, sondern auch er hatte einen Traum. Der Traum sagte ihm: Wenn du das Monogramm Christi deinen Heeren vorantragen lässest, wirst du Rom besiegen. — Durch den Sieg Konstantins mit seinem schwächeren Heer wurde damals und für später noch die ganze Landkarte Europas verwandelt. Auch das geistige Leben Europas ist dadurch ein anderes geworden. Dasjenige, was die Menschen dazumal haben begreifen können, hätte nicht ausgereicht, um die Leistungen zu vollbringen. Der Christus-Impuls wirkte in das Unterbewußtsein der Menschen herein, in das, was in den Tiefen der Seelen lebte, wovon die Menschen nur haben träumen können, was ihnen höchstens in Traumbildern aufschoß.

[ 31 ] I believe I have already cited here the example of the battle that Constantine fought against Maxentius, which decided the fate of Europe at that time. It was through this battle that Christianity was first recognized and then became the dominant power in Europe. This battle was not won through military strategy nor by Constantine’s armies. Maxentius had to defend Rome. By consulting the Sibylline Books and through a dream he had, he was inspired to believe that his army—which was five times stronger than Constantine’s as it marched toward Rome—should be led out of Rome by him; then he would destroy Rome’s enemies. Now he actually led his army out of Rome—strategically the most unskillful thing he could have done, for from a strategic standpoint, everything pointed to keeping his army in Rome and letting the enemy armies approach; but he led his army out of Rome. And on the side of Constantine, who led his armies against Rome, it was not military-scientific reasons that gave him the strength, but he, too, had a dream. The dream told him: If you have the monogram of Christ carried before your armies, you will defeat Rome. — Through Constantine’s victory with his weaker army, the entire map of Europe was transformed at that time and for the future. The spiritual life of Europe, too, was thereby transformed. What people were able to comprehend at that time would not have been sufficient to accomplish these feats. The Christ impulse worked its way into the subconscious of human beings, into that which lived in the depths of their souls—things of which people could only dream, things that arose in them at most as dream images.

[ 32 ] Ein späteres, ganz bedeutungsvolles Beispiel für das Hereinwirken des Christus-Impulses haben wir bei der Jungfrau von Orleans. Wer die Geschichte wirklich studiert, also nicht so, wie man heute oftmals Geschichte studiert, sondern so, daß man versucht, die wirklichen Zusammenhänge zu erkennen, der kann wissen, daß durch das, was die Jungfrau von Orleans getan hat, wiederum das Schicksal Europas für die nächsten Jahrhunderte absolut bestimmt wurde. Nicht Feldherrenkunst, nicht die Weisheit der Politiker, sondern das, was das Hirtenmädchen von Orleans getan hat, war entscheidend für das Schicksal Europas, besonders auch für das Schicksal Frankreichs. Nun aber wirkte in der Jungfrau von Orleans, durch seinen michaelischen Vertreter, der Christus-Impuls. Er wirkte in die Seele der Jungfrau von Orleans hinein. Ihre Seele war völlig durchdrungen, durchinspitiert von dem Christus-Impuls. Geradeso wie dazumal, als die Schlacht zwischen Konstantin und Maxentius entschieden worden ist, der Christus-Impuls wirkte, ohne daß die Menschen im Oberbewußtsein etwas davon wußten, so wirkte der Christus-Impuls auch da, als die Jungfrau von Orleans die französischen Heere den englischen Heeren entgegenschickte. Das ganze Festland wäre ja anders geworden, auch England, wenn Frankreich damals nicht gesiegt hätte. Auch England wäre nicht das, was es geworden ist, wenn es nicht besiegt worden wäre. Aber wie gesagt, dasjenige, was den Sieg herbeigeführt hat, es waren die unterbewußten Kräfte, die in Visionen heraufkamen; durch sie wurden die Fähigkeiten der Jungfrau von Orleans inspiriert. So daß man sagen kann: Dasjenige, was die Jungfrau von Orleans getan hat, steht unter dem Einfluß einer mehr oder weniger unbewußten Initiation. Es ist ja natürlich eine unbewußte, man kann auch sagen, eine atavistische Initiation. Es mußte eben unbewußt ergriffen werden ein reines seelisches Gefäß, wie es die Jungfrau von Orleans war, durch das der Christus-Impuls durch seinen michaelischen Vertreter wirken konnte — ein reines Gefäß.

[ 32 ] We find a later, highly significant example of the influence of the Christ impulse in the Virgin of Orleans. Anyone who truly studies history—not in the way history is often studied today, but by attempting to recognize the true connections—can see that what the Maid of Orleans did absolutely determined the fate of Europe for the centuries to come. It was not military strategy, nor the wisdom of politicians, but what the shepherdess of Orleans did that was decisive for the fate of Europe, and especially for the fate of France. But the Christ impulse was at work in the Maid of Orleans through its Michaelic representative. It worked into the soul of the Maid of Orleans. Her soul was completely permeated, thoroughly inspired by the Christ impulse. Just as back then, when the battle between Constantine and Maxentius was decided, the Christ impulse was at work without people in their conscious minds being aware of it, so too did the Christ impulse work when the Maid of Orleans sent the French armies against the English armies. The entire continent would have turned out differently, including England, had France not triumphed back then. England, too, would not be what it has become had it not been defeated. But as I said, what brought about the victory were the subconscious forces that arose in visions; through them, the abilities of the Maid of Orleans were inspired. So that one can say: What the Maid of Orleans did was under the influence of a more or less unconscious initiation. It is, of course, an unconscious—one might also say, an atavistic—initiation. A pure soul vessel, such as the Maid of Orleans was, simply had to be seized unconsciously, through which the Christ impulse could work via its Michaelic representative—a pure vessel.

[ 33 ] Sehen wir uns nun einmal die Sache genauer an. Wenn jemand heute bewußt eine Initiation durchmacht — nun, dazu gibt es Regeln. Die Anfangsgründe stehen ja in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Es gibt Regeln, durch die man sich allmählich hinaufarbeiten kann. Von solch einer bewußten Initiation konnte natürlich bei der Jungfrau von Orleans nicht die Rede sein. Aber es mußte ein Geist, der sonst nicht mit der menschlichen Seele vereint ist, in dieser menschlichen Seele Platz greifen, diese menschliche Seele durchsetzen. Dazu mußten besonders günstige Umstände eintreten. Es kann ja nicht immer ein Geist höherer Sphären in Seelen eingreifen, die dazu befähigt sind. Es müssen besonders günstige Umstände eintreten, damit eine menschliche Einzelseele ohne Initiation, ohne bewußtes Arbeiten an sich selbst, in Zusammenhang mit höheren Welten kommt. Besonders günstige Umstände liegen vor in der Zeit, wenn gewissermaßen der Erdgeist besonders aufwacht: in der Zeit vom 25. Dezember bis 6. Januar. Wenn im Sommer die Sonne am höchsten steht, wenn die physische Wärme der Erde am meisten zustrahlt, dann sind die Bedingungen für die Initiation am schlechtesten, weil da der Geist der Erde schläft. Der Geist der Erde ist am wachsten in der Winterfinsternis, bei der Wintersonnenwende.

[ 33 ] Let us now take a closer look at this matter. If someone today consciously undergoes an initiation—well, there are rules for that. The basic principles are, of course, set forth in my book *How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?*. There are rules through which one can gradually work one’s way upward. Of course, there could be no question of such a conscious initiation in the case of the Maid of Orleans. But a spirit that is not otherwise united with the human soul had to take hold in this human soul, to permeate this human soul. For this to happen, particularly favorable circumstances had to arise. After all, a spirit from higher spheres cannot always intervene in souls that are capable of receiving it. Particularly favorable circumstances must arise for an individual human soul to come into contact with higher worlds without initiation, without conscious work on oneself. Particularly favorable circumstances exist during the time when, so to speak, the Earth spirit awakens in a special way: from December 25 to January 6. When the sun is at its highest in summer, when the physical heat of the earth radiates most strongly, the conditions for initiation are at their worst, because the spirit of the earth is asleep then. The spirit of the earth is most awake in the darkness of winter, at the winter solstice.

[ 34 ] Daher ist es keine bloße Legende, sondern entspricht einer Wahrheit, wenn in alten Legenden erzählt wird, daß in den dreizehn Nächten, die dem 6. Januar vorangehen, gewisse besonders geeignete Seelen initiiert wurden, so daß sie hineingehen konnten in die geistige Welt, daß sie dort erleben konnten dasjenige, was wir Kamaloka und Devachan nennen. Wir erinnern uns wohl, hier in Hannover ist einmal die Legende von Olaf Åsteson vorgetragen worden, der in den dreizehn Nächten schlafend durchgemacht hat den ganzen Weg, der der Weg sein kann durch Kamaloka und Devachan. Olaf Åsteson erzählt dann, was er erlebt hat in diesen dreizehn Tagen.

[ 34 ] Therefore, it is not merely a legend, but corresponds to the truth when ancient legends recount that during the thirteen nights preceding January 6, certain particularly suitable souls were initiated so that they could enter the spiritual world and experience there what we call Kamaloka and Devachan. We well remember that here in Hanover the legend of Olaf Åsteson was once recounted, who, during those thirteen nights, traveled the entire path—which may be the path through Kamaloka and Devachan—while asleep. Olaf Åsteson then recounts what he experienced during those thirteen days.

[ 35 ] Wenn also die äußere physische Erdenfinsternis am stärksten ist, sind die Verhältnisse am günstigsten, um eine Seele in die geistige Welt hineinzuführen. Für Seelen, die nicht durch unmittelbar bewußtes Erarbeiten, sondern durch besonders günstige Umstände initiiert werden für die ganze Menschheit zu einer solchen Tat, wie sie die Jungfrau von Orleans vollbracht hat, wäre es also wohl das günstigste gewesen, wenn sie etwa hätte schlafen können in den dreizehn Nächten, und sie hätte schlafend in Zusammenhang mit der geistigen Welt gebracht werden können; wenn sie das alles also in einer Art von Schlafzustand hätte durchmachen können. Nun, es ist wirklich so, daß die Jungfrau von Orleans einen solchen Schlafzustand durchgemacht hat. Und das ist so gekommen, daß die Jungfrau von Orleans diese dreizehn Tage bis zum 6. Januar hin im Leibe der Mutter zugebracht hat in einem Zustand, wo der Mensch noch schläft. Denn der Mensch wacht ja für das physische Leben erst auf, wenn er geboren ist und den ersten Atemzug tut. Bei der Jungfrau von Orleans fallen die letzten Schlafnächte des Embryonalzustandes in die Zeit der dreizehn Nächte, denn sie wurde geboren am 6. Januar. Da haben Sie einen tief bedeutsamen innerlich historischen Zusammenhang. Da haben Sie die Grundlage der Mission der Jungfrau von Orleans, die dazu ausersehen war, als diese reine Seele vor ihrem ersten Atemzug in den letzten dreizehn Nächten der Schwangerschaft ihrer Mutter, in diesem Schlafzustand die Initiation zu empfangen, eben in den besonders günstigen Umständen des Erdenlebens. Hier zeigt es Ihnen einfach der Kalender. Denn schlagen Sie es im Kalender auf: Am 6. Januar werden Sie den Geburtstag der Jungfrau von Orleans finden. Da zeigt Ihnen der Kalender, wie hier ein tief innerlicher Zusammenhang zwischen der physischen Welt und den Vorgängen in der geistigen Welt besteht. Natürlich war notwendig die durch die vorhergehenden Inkarnationen zubereitete Seele der Jungfrau von Orleans. Aber da zusammentrafen in den dreizehn Nächten diese Seele und das, was durch diese Seele kommen konnte, so geschah dasjenige, was eben geschichtlich erfolgte, um möglich zu machen gerade an dieser Stelle der Menschheitsentwickelung das Hereinwirken der geistigen Welt in die physische Welt.

[ 35 ] Thus, when the external physical darkness of the earth is at its deepest, conditions are most favorable for guiding a soul into the spiritual world. For souls who are initiated not through direct conscious effort but through particularly favorable circumstances—for all of humanity, for a deed such as that accomplished by the Virgin of Orleans—it would therefore have been most favorable if she could have slept during those thirteen nights, and if she could have been brought into contact with the spiritual world while asleep; if she could have gone through all of this in a sort of sleeping state. Now, it is indeed the case that the Maid of Orleans went through such a sleeping state. And this came about because the Maid of Orleans spent these thirteen days up to January 6 in her mother’s womb in a state where the human being is still asleep. For the human being does not awaken to physical life until he is born and takes his first breath. In the case of the Virgin of Orleans, the final nights of sleep in the embryonic state fall within the period of the thirteen nights, for she was born on January 6. Therein lies a profoundly significant inner historical connection. Therein lies the foundation of the mission of the Virgin of Orleans, who was destined, as this pure soul, to receive her initiation in this state of sleep during the last thirteen nights of her mother’s pregnancy—before taking her first breath—precisely within the particularly favorable circumstances of earthly life. Here the calendar simply shows you this. For if you look it up in the calendar: on January 6th you will find the birthday of the Virgin of Orleans. There the calendar shows you how a deeply inner connection exists here between the physical world and the processes in the spiritual world. Of course, the soul of the Virgin of Orleans, prepared through her previous incarnations, was necessary. But since this soul and that which could come through it came together during those thirteen nights, what then took place—as it did historically—was precisely to make possible, at this very point in human development, the influence of the spiritual world upon the physical world.

[ 36 ] Die geistige Welt ist also mit ihren Ingredienzien immer da. Die geistige Welt ist immer unter uns. Und vielfach und mannigfaltig sind die Wege, die sich die geistige Welt aussucht, um in der physischen Welt zu wirken. Und unser Bewußtsein des Zusammenhanges mit der geistigen Welt wird immer stärker, je mehr wir in solchen Einzelheiten besonders tief die Zusammenhänge zwischen physischer und geistiger Welt ausdrücken, indem solche Zusammenhänge lebendig in unserer Seele stehen.

[ 36 ] The spiritual world, with all its elements, is therefore always present. The spiritual world is always among us. And the paths the spiritual world chooses to work in the physical world are many and varied. And our awareness of our connection to the spiritual world grows ever stronger the more we express the connections between the physical and spiritual worlds in such details with particular depth, as these connections live vividly in our souls.

[ 37 ] Auf der andern Seite muß man sagen: Auch dasjenige, was hier in der physischen Welt geschieht, kann vorbereitend sein für die Art des Zusammenhanges der geistigen Welt und unserer physischen Welt. Und wenn jemand, der so intensiv wie Fritz Mitscher dasjenige aufgenommen hat, was durch unsere Geisteswissenschaft fließt, und im dreißigsten Jahr seines Lebens in die geistige Welt hinübergeht — am 26. Februar würde sein dreißigster Geburtstag sein — und seine Seele imprägniert hat mit dem, was als Kraft in die Seele eindringen kann durch unsere Geisteswissenschaft, dann haben wir eine mächtige Individualität, die weiter mit uns zusammenbleiben wird in der geistigen Welt, die ein Helfer ungeheuerster Art ist. Und wenn man bedenkt, wie schwierig gerade in unserer Zeit, in dieser Zeit, die doch ganz durchprägt ist mit Materialismus, das Streben nach spiritueller Wissenschaft ist, dann darf vielleicht auch gesagt werden, daß der, welcher mit allen Fasern seines Lebens mit der geistigen Welt zusammenhängt, die größten Hoffnungen auf diejenigen setzt, die geistige Helfer werden können, die nach Ablegung ihres physischen Leibes geistige Helfer werden. Es braucht selbstverständlich nicht gesagt zu werden, daß dieses durch die Pforte des Todes Gehen niemals ein persönlicher Entschluß sein darf, sondern daß es nur durch Karma herbeigeführt werden darf. Diese geistigen Helfer, es sind diejenigen, die uns Trost und Hoffnung geben, wenn wir sehen, wie schwierig es wird, gerade in der Gegenwart, unsere geisteswissenschaftliche Bewegung durch die mannigfaltigen Hemmungen hindurchzubringen. Aber wir wissen, wie höhere geistige Kräfte hereinwirken in die Erde, damit der Strom der geistigen Welten in die physischen Erdenziele hineingeht. So kommen die unverbrauchten Kräfte der Menschenseelen hinauf in die geistigen Welten, um da eben zu wirken mit ihren Kräften, vereint mit andern Kräften. Daher war es, daß ich wirklich aus innerstem Herzen heraus die Worte unserem Fritz Mitscher nachrief:

[ 37 ] On the other hand, it must be said: Even what happens here in the physical world can serve as a preparation for the nature of the connection between the spiritual world and our physical world. And when someone who has absorbed as intensely as Fritz Mitscher what flows through our Spiritual Science and passes into the spiritual world in the thirtieth year of his life—February 26 would have been his thirtieth birthday—and has imbued his soul with what can penetrate the soul as a force through our Spiritual Science, then we have a powerful individuality who will remain with us in the spiritual world, who is a helper of the most tremendous kind. And when one considers how difficult the pursuit of spiritual science is, especially in our time, in this age so thoroughly permeated by materialism, then it may perhaps also be said that the one who is connected to the spiritual world with every fiber of his being places the greatest hopes in those who can become spiritual helpers, who become spiritual helpers after shedding their physical body. It goes without saying, of course, that passing through the gate of death must never be a personal decision, but must be brought about solely by karma. These spiritual helpers are those who give us comfort and hope when we see how difficult it is, especially in the present, to carry our Spiritual Science movement through the manifold obstacles. But we know how higher spiritual forces work upon the Earth so that the current of the spiritual worlds may flow into the physical goals of the Earth. Thus the unspent forces of human souls ascend into the spiritual worlds to work there with their powers, united with other forces. That is why I truly called out these words to our Fritz Mitscher from the depths of my heart:

Höre unserer Seelen Bitte,
Im Vertrau’n Dir nachgesandt:
Wir bedürfen hier zum Erdenwerk
Starker Kraft aus Geistes-Landen,
Die wir toten Freunden danken.

Hear the plea of our souls,
Sent to you in trust:
For our earthly work here,
We need the strong power from the realms of the spirit,
For which we thank our departed friends.

[ 38 ] Dann, wenn wir in ehrlicher Weise unsere geistige Bewegung fortzubringen versuchen zu ihrem Ziele, dann sind wir uns bewußt, daß hereinwirken in die Kräfte, die wir hier auf der Erde anwenden, auch diejenigen, welche unsere Freunde schon hinaufgetragen haben durch die Pforte des Todes in die geistige Welt hinein.

[ 38 ] When we sincerely strive to advance our spiritual movement toward its goal, we are aware that the forces we employ here on Earth are also influenced by those that our friends have already carried through the gate of death into the spiritual world.

[ 39 ] Das alles können wir nun auch zusammennehmen zum Verständnis der allgemeinen Weltenlage. Die Menschenseelen, die jetzt durch die schicksaltragenden Zeitereignisse durch die Pforte des Todes gehen, sie tragen auf der einen Seite den Volksgeistern zu ihre Ätherleiber. Sie tragen hinein auf der andern Seite alles das, was sie aufgebracht haben an opferwilliger Hingabe, indem sie gerade durch diese Zeitereignisse durch die Pforte des Todes gegangen sind mit ihrer Individualität. Und das alles wird ausgegossen sein als Wirksamkeit in das kommende Zeitalter. Und an den Menschen, die dann den Frieden durchleben, wird es liegen, von sich aus die Verbindung herzustellen mit dem, was da oben sein wird. Diejenigen, die heute als Mütter und Väter, als Brüder und Schwestern oder sonstige Verwandte den Hingang eines ihnen teuren Menschen auf dem Schlachtfelde erleben, können in ihr Bewußtsein aufnehmen die Tatsache, daß mit dem Ätherleib übergeht in die allgemeine Erdenmenschen-Wirksamkeit etwas für die Zukunft ungemein Bedeutsames. Nicht nur, daß sie wissen können, daß die Individualitäten gestärkt und gekräftigt durch das Todesopfer einem späteren kräftigeren Erdenleben entgegengehen, sondern sie können auch wissen: Dasjenige, was der durch die Pforte des Todes gegangene Krieger der Volksseele übergeben hat, webt und west lebendig. Doppelt, muß man sagen, in der allgemeinen Volksseele darin und als Individualität haben nun Väter und Mütter, Schwestern und Brüder selber diejenigen, die jung dutch die Pforte des Todes gegangen sind. Und großen Wert wird diese Idee erst dann haben, wenn sie ganz Gefühl geworden sein wird, so daß man nicht nur reden wird von der Unsterblichkeit, sondern daß man im Gefühl wissen wird: die Toten sind da, sind mitten unter uns —, wenn dieses Band ein so starkes sein wird, daß auch für unser Gefühl der Tod eigentlich eine Unwahrheit sein wird. Denn sogar wahrer als oftmals in der physischen Verkörperung kann sich der Tote zeigen, wenn er alles von seiner Wesenheit zusammennehmen kann und wenn er nicht mehr ein Hindernis an seinem physischen Leibe hat. Ungeheure Ströme von Trost, Ströme von innerer Kraft der Selbsttröstung gehen aus von dem, was in lebendigem Bewußtsein und lebendigen Empfindungen Geisteswissenschaft den Seelen geben kann. Dann, wenn dies so empfunden wird, dann können insbesondere diejenigen, die sich zur Geisteswissenschaft bekennen, trostvoll in die Zukunft schauen. Sie können in diesen gegenwärtigen schicksalschweren, schicksaltragenden Ereignissen etwas empfinden wie eine Dämmerung in der Zeitenwende, auf die ebenso folgen wird eine Friedenssonnenzeit. Aber ein Wichtiges in der geistigen Wirksamkeit dieser Friedenssonnenzeit wird dasjenige sein, was errungen ist durch den Opfertod so vieler.

[ 39 ] We can now bring all of this together to understand the general state of the world. The human souls who are now passing through the gate of death as a result of these fateful events bring, on the one hand, their etheric bodies to the national spirits. On the other hand, they carry into it all the self-sacrificing devotion they have mustered by passing through the gate of death with their individuality precisely through these events of the times. And all of this will be poured out as a force into the coming age. And it will be up to the people who then live through the peace to establish the connection of their own accord with what will be up there. Those who today, as mothers and fathers, as brothers and sisters, or other relatives, experience the passing of a loved one on the battlefield can take into their consciousness the fact that, with the etheric body, something of immense significance for the future passes into the general activity of humanity on Earth. Not only can they know that the individualities, strengthened and invigorated by the sacrifice of death, are heading toward a later, more vigorous earthly life, but they can also know this: that which the warrior who has passed through the gate of death has bequeathed to the Folk-souls is weaving and living on. In a double sense, one must say, both within the general folk-souls and as individualities, fathers and mothers, sisters and brothers now have among themselves those who have passed through the gate of death at a young age. And this idea will only have great value when it has become a feeling in its entirety, so that we will not merely speak of immortality, but will know in our hearts: the dead are here, are in our midst—when this bond becomes so strong that, even for our feelings, death will actually be a falsehood. For the dead can reveal themselves even more truly than they often do in physical embodiment when they can gather all their being together and when they are no longer hindered by their physical body. Immense streams of comfort, streams of inner strength for self-consolation, flow from what Spiritual Science can give to souls in living consciousness and living feelings. Then, when this is felt in this way, those who profess Spiritual Science in particular can look to the future with hope. In these present events, which are heavy with destiny and bear the weight of fate, they can sense something like a twilight at the turn of the ages, which will be followed by a time of peace and sunshine. But a key aspect of the spiritual power of this era of peace will be what has been achieved through the sacrificial death of so many.

[ 40 ] Fruchtbar gemacht hier auf Erden wird es besonders dadurch werden, daß eine Brücke, eine Verbindung geschaffen wird zwischen den Lebendigen, den im physischen Leibe verkörperten Seelen hier auf der Erde und den Seelen, die oben sind und herunterstrahlen wollen dasjenige, was sie mit hinaufgenommen haben. Und hier ist es, wo so recht das wirkliche Verständnis der Geisteswissenschaft an unser Herz schlägt und uns auffordert, dasjenige zu tun, was wir aus dem Bewußtsein heraus, das wir uns durch Geisteswissenschaft angeeignet haben, tun können, was wir empfindend tun können, damit die großen, schicksalerregenden, schmerzausgießenden Ereignisse der gegenwärtigen Zeit, soweit es an uns liegt, zur Fruchtbarkeit und zum Heile der Menschheit ausschlagen. Diejenigen, die etwas wissen von der Geisteswissenschaft, können fühlend wissen und wissend fühlen, wodurch die Brücke geschaffen wird hinauf in die geistige Welt: dadurch daß von den Seelen, die unten geblieben sind, die Gedanken und die Empfindungen hinaufgeschickt werden, die durch Geisteswissenschaft entzündet werden können. Der Horizont dazu wird sein ein Friedenshorizont. Oben werden die Seelen sein, die geistige Lichtstrahlen werden heruntersenden wollen. Unten müssen Menschen sein, die gelernt haben, aus ihren Seelen solche Gedanken und Empfindungen hinaufzusenden, welche durch Geisteswissenschaft angeregt werden. Dann, wenn es wirklich Seelen geben wird, die geistbewußt den Sinn ins Geisterreich lenken, dann wird die Brücke geschlagen sein, dann wird die Zeit gekommen sein, wo gerade durch solche schmerzausgießenden, schicksaltragenden Ereignisse, wie sie sich in unserer Zeit abspielen, ein inniges Band gewoben werden muß zwischen der physischen Welt und der geistigen Welt, zu der wir hinstreben durch unsere Geisteswissenschaft.

[ 40 ] This will bear fruit here on earth especially through the creation of a bridge, a connection, between the living—the souls embodied in physical bodies here on earth—and the souls who are above and wish to radiate down what they have taken with them. And this is where a true understanding of Spiritual Science truly touches our hearts and calls upon us to do what we can, out of the consciousness we have acquired through Spiritual Science, and what we can do through feeling, so that the great, fate-shaping, pain-inflicting events of the present time may, as far as it is in our power, bear fruit for the benefit and healing of humanity. Those who know something of Spiritual Science can know through feeling and feel through knowing, thereby creating a bridge up into the spiritual world: through the souls who have remained below sending upward thoughts and feelings that can be kindled by Spiritual Science. The horizon for this will be a horizon of peace. Above will be the souls who wish to send down rays of spiritual light. Below there must be people who have learned to send upward from their souls such thoughts and feelings as are inspired by Spiritual Science. Then, when there are truly souls who consciously direct their sense of purpose toward the spiritual realm, the bridge will be built, then the time will have come when, precisely through such pain-filled, fateful events as are unfolding in our time, an intimate bond must be woven between the physical world and the spiritual world toward which we strive through our Spiritual Science.

[ 41 ] So fassen wir zusammen dasjenige, was unsere Erkenntnis und unsere Aufgabe sein soll und was Zuversicht erwecken soll, in die Worte:

[ 41 ] We summarize what our understanding and our mission should be—and what should inspire confidence—in the following words:

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertate
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.

From the courage of the fighters,
From the blood of battle,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
The fruit of the spirit grows—
Guiding souls, spiritually aware,
Toward the realm of the spirit.