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The Mystery of Death
The Nature and Significance of Central Europe
and the European National Spirits
GA 159

7 May 1915, Vienna

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The Mystery of Death, tr. SOL
  1. Die Offenbarungen des Karma, 8th ed.

7. Kosmische Einwirkungen auf die menschlichen Wesensglieder während des Schlafes die okkulte Grundlage des Weihnachtsfestes der Sinn der Opfertode

7. Cosmic influences on the human constitution during sleep; the occult basis of the Christmas festival; the meaning of sacrificial death

[ 1 ] Es muß in diesen Tagen meine Absicht sein, unseren Seelen einiges von dem nahezubringen, was vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte aus einiges Licht zu werfen vermag auf unsere großen Zeitereignisse. Und deshalb wird es auch nächsten Sonntag meine Aufgabe sein, unsere Empfindungen auf gewisse Gesichtspunkte hinzulenken, die einiges Licht bringen können gerade in dasjenige, was jetzt in so tiefstem Sinne unsere Herzen und Seelen bewegen muß. Dazu aber möchte ich heute gewissermaßen eine vorbereitende Grundlage schaffen, indem ich Ihre Seele auf gewisse Mächte und Kräfte hinlenke, die im geschichtlichen Dasein der Menschen wirken, die nur erkannt werden können durch jene Einsichten, welche die Geisteswissenschaft zu geben vermag, und die für das alltägliche Bewußtsein nicht unmittelbar wahrnehmbar sind. Auf Entwickelungstatsachen des menschlichen Lebens, wie sie sich äußern im geschichtlichen Verlauf des Menschenlebens, auf mehr oder weniger unterbewußte Tatsachen möchte ich heute hinweisen. Ausgehen aber wollen wir davon, daß ja, wie Sie aus der Darstellung in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» wissen, dasjenige, was sich im Verborgenen mit jedem Menschen vollzieht, erkannt wird in aufeinanderfolgenden übersinnlichen Erkenntnisstufen, in der sogenannten imaginativen Erkenntnis, in der inspirierten Erkenntnis und in der intuitiven Erkenntnis. Ich habe schon gestern im öffentlichen Vortrag betont, daß man immer festhalten muß, daß der Geisteswissenschafter, der durch seine Erkenntnis der imaginativen, der inspirierten, der intuitiven Wahrnehmungen etwas über die geistigen Welten aussagt, nichts hinzubringt, was nicht in den geistigen Regionen, in denen jede Menschenseele darin lebt, auch ohne seine Erkenntnis vorhanden wäre. Der Geisteswissenschafter macht nur aufmerksam auf dasjenige, was immer webt und lebt in der Welt und wie die einzelne Menschenseele darin hineingestellt ist. So daß nicht nur für denjenigen, der die Absicht hat, sich hineinzubegeben in den Strom der okkulten Erlebnisse, sondern für jede Menschenseele das Wissen von dem wichtig ist, was ihr unter allen Umständen innere Wirklichkeit ist, nur eine Wirklichkeit, die mit der gewöhnlichen Wahrnehmung des Lebens nicht erkannt werden kann.

[ 1 ] My intention these days must be to help our souls grasp some of what, from the perspective of Spiritual Science, can shed light on the major events of our time. And so next Sunday, too, it will be my task to direct our feelings toward certain perspectives that can shed some light precisely on what must now move our hearts and souls in the deepest sense. To this end, however, I would like to lay a preparatory foundation today, so to speak, by directing your soul toward certain powers and forces at work in the historical existence of human beings—forces that can only be recognized through the insights provided by Spiritual Science, and which are not immediately perceptible to everyday consciousness. Today I would like to point out facts of human development, as they manifest in the historical course of human life, and facts that are more or less subconscious. But let us start from the premise that, as you know from the description in the book *How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?*, that which takes place in the hidden realm within every human being is recognized through successive stages of supersensible knowledge: in so-called imaginative knowledge, in inspired knowledge, and in intuitive knowledge. I already emphasized yesterday in the public lecture that one must always bear in mind that the person who practices Spiritual Science, who through his knowledge of imaginative, inspired, and intuitive perceptions speaks about the spiritual worlds, brings nothing to light that would not already exist in the spiritual regions in which every human soul lives, even without his knowledge. The Spiritual Science scientist merely draws attention to that which is always weaving and living in the world and how the individual human soul is placed within it. Thus, the knowledge of what is, under all circumstances, an inner reality—a reality that cannot be perceived through the ordinary perception of life—is important not only for those who intend to immerse themselves in the stream of occult experiences, but for every human soul.

[ 2 ] So möchte ich denn ausgehen von einigen Tatsachen der imaginativen Wahrnehmung über die menschliche Natur überhaupt. Wir beobachten täglich, daß ein rätselvolles Ereignis, wenigstens ein für die äußere Wissenschaft rätselvolles Ereignis, rhythmisch abwechselnd in unser Leben eingreift: das Wachen und das Schlafen. Wir wissen längst, daß wir im Wachzustand der physischen Erdenwelt angehören mit unseren vier Menschengliedern, dem physischen Leib, dem Ätherleib, Astralleib und Ich. Wir wissen, daß wir im Schlafzustand, also vom Einschlafen bis zum Aufwachen, in der physischen Welt nur mit unserem physischen Leibe und unserem ätherischen Leib sind, daß wir uns gewissermaßen zurückziehen in die rein geistige Welt mit unserem astralischen Leibe und Ich. Was sich nun der geistigen Anschauung des Geistesforschers darbietet, können wir so charakterisieren, daß wir sagen: Der Geistesforscher sieht dasjenige an, was sich zum Beispiel immerfort mit dem Menschen vollzieht, wenn er mit dem Einschlafen seinen physischen und seinen ätherischen Leib verläßt und sich in die Region der höheren Welt mit seinem Astralleibe und dem Ich begibt. Was da mit dem Menschen — mit jedem Menschen bei jedem Einschlafen — geschieht, dem schaut der Geistesforscher einfach zu. So daß wir sagen können: Der Geistesforscher beobachtet nur dasjenige, was sich jeder Menschenseele darbieten würde, wenn sie nicht im Traumzustand, sondern im völligen Schlafzustand auf die Welt so hinunterschauen könnte, daß sie unter den Dingen der Welt ihren physischen und Ätherleib als etwas fände, was außerhalb ihrer, also der schlafenden Seele ist.

[ 2 ] I would therefore like to begin with some facts of imaginative perception regarding human nature in general. We observe daily that a mysterious event—at least one that is mysterious to external science—intervenes rhythmically and alternately in our lives: waking and sleeping. We have long known that in the waking state we belong to the physical earthly world with our four human members: the physical body, the etheric body, the astral body, and the I. We know that in the state of sleep—that is, from falling asleep until waking—we are present in the physical world only with our physical body and our etheric body, and that we withdraw, as it were, into the purely spiritual world with our astral body and our I. What now presents itself to the spiritual insight of the spiritual researcher can be characterized as follows: The spiritual researcher observes what, for example, constantly takes place within a human being when, upon falling asleep, they leave their physical and etheric bodies and enter the region of the higher world with their astral body and the I. The spiritual researcher simply observes what happens to the human being—to every human being every time they fall asleep. So that we can say: The spiritual researcher observes only what would present itself to every human soul if, not in the dream state but in a state of deep sleep, it could look down upon the world in such a way that, among the things of the world, it would find its physical and etheric bodies as something outside of itself, that is, outside the sleeping soul.

[ 3 ] Nun dürfen wir uns nicht vorstellen, daß wir dann etwa dasjenige, was wir da verlassen haben und worin wir unseren physischen Leib und Ätherleib zurückgelassen haben, von dem Gesichtspunkte des Schlafes aus so sehen, wie wir mit unseren physischen Augen das sehen, was uns in der physischen Welt umgibt. Damit wir dasjenige, was uns umgibt, so sehen, wie wir es eben vom Aufwachen bis zum Einschlafen sehen, dazu ist notwendig, daß wir uns unserer physischen Augen, unserer physischen Sinnesorgane bedienen. Dieser bedienen wir uns nicht, wenn wir außerhalb des physischen Leibes und des Ätherleibes sind. Würden wir plötzlich hellsehend im Schlafzustand, so würden wir alle von dem, was wir während des Wachens sehen, so wie es während des Wachens ist, eben nichts wahrnehmen. Auch unseren physischen Leib und Ätherleib nehmen wir da nicht etwa so wahr, wie wir den physischen Leib wahrnehmen, wenn wir in einen Spiegel hineinschauen. Das ist ganz falsch, wenn man glaubt, daß man den physischen Leib und den Ätherleib gleichsam so ansieht, als wenn man sich mit seinem astralischen Leibe und dem Ich über den physischen und Ätherleib beugen würde. Das ist nicht der Fall. Dasjenige, was sich der imaginativen Erkenntnis — also halten wir das fest: der imaginativen Erkenntnis — darbietet, das ist, daß uns zuletzt verschwindet, wirklich für den Augenblick verschwindet alles dasjenige, was wir gewohnt sind, im Wachzustande zu sehen. Auch indem wir unseren physischen Leib und Ätherleib sehen, sind diese nicht so, wie sie im Wachzustande sind, sondern wirklich erscheint uns unser physischer Leib und Ätherleib wie zu einer Welt erweitert; sie erscheinen uns wie mit der ganzen Erdenwelt zusammenhängend. Wir schauen hin; das haben wir im Bewußtsein, daß wir auf physischen Leib und Ätherleib hinschauen. Aber wir schauen sie so, daß sie zunächst für uns gewissermaßen die einzige Welt sind. So wie wir im Wachzustande Berge, Flüsse und Wolken, Sonne und Sterne und so weiter um uns herum haben und auf sie als auf unsere Umgebung hinschauen, so schauen wir, indem wir auf unsere Umgebung hinschauen, wenn wir außerhalb unseres physischen und Ätherleibes sind, diesen unseren physischen Leib und den Ätherleib wie zu einer Welt erweitert. Gar nichts anderes schauen wir an. Das schauen wir so an, wie wir sonst die verschiedenen Dinge unserer Erde anschauen. Wir schauen hin auf unsere eigene Leiblichkeit wie auf eine ganze Welt.

[ 3 ] Now, we must not form a mental image of how we will then see—from the perspective of sleep—what we have left behind, and in which we have left our physical and etheric bodies, in the same way that we see with our physical eyes what surrounds us in the physical world. In order to see what surrounds us just as we see it from the moment we wake up until we fall asleep, it is necessary that we make use of our physical eyes, our physical sense organs. We do not make use of these when we are outside the physical body and the etheric body. If we were suddenly to become clairvoyant in the sleeping state, we would perceive nothing of what we see while awake, just as it is while awake. Nor do we perceive our physical body and etheric body there in the same way we perceive the physical body when we look into a mirror. It is entirely mistaken to believe that one views the physical body and the etheric body, as it were, as if one were bending over the physical and etheric bodies with one’s astral body and the I. That is not the case. What presents itself to imaginative perception—so let us note this: to imaginative perception—is that ultimately everything we are accustomed to seeing in the waking state disappears, truly vanishes for the moment. Even when we see our physical body and etheric body, they are not as they are in the waking state; rather, our physical body and etheric body truly appear to us as if expanded into a world; they appear to us as if connected with the entire earthly world. We look at them; we are conscious that we are looking at our physical and etheric bodies. But we look at them in such a way that, for the time being, they are, so to speak, the only world for us. Just as in the waking state we have mountains, rivers, and clouds, the sun and stars, and so on, all around us and look upon them as our surroundings, so too, when we are outside our physical and etheric bodies, we look upon our physical body and etheric body as expanded into a world. We look at nothing else at all. We look at them just as we otherwise look at the various things of our Earth. We look upon our own physicality as upon a whole world.

[ 4 ] Und merkwürdig, diese Welt, auf die wir da hinschauen, ist uns so, daß wir sie, indem wir ins Einschlafen übergehen, so empfinden, wie wir im Frühling die Erde empfinden, wenn sie, nachdem sie von der Schneedecke des Winters befreit worden ist, wenn sie die einzelnen grünen Sprossen hervorbringt, wenn sie sich wiederum zum Wachstum, zur Vegetation dessen, was sich auf ihr bildet, anschickt, wenn alles wiederum in Sprossen und Sprießen übergeht. Indem wir im Einschlafen den zu einer Welt erweiterten physischen Leib und Ätherleib ansehen, so sehen wir sie gleichsam so, daß wir sie empfinden können wie einen im Frühling aufwachenden Planeten. Und das geht durch den ganzen Schlafzustand so weiter. Was wir da in mächtigen Bildern sehen, die uns wirklich in der Ausdehnung wie ein Planet erscheinen, das schickt sich an, seinem Sommer entgegenzugehen, wie die Erde sich anschickt, ihrem Sommer entgegenzugehen, wenn der Frühling zu Ende geht. Und so machen wir den Schlafzustand durch, wenn wir ihn regelrecht durchmachen. Wir gehen gleichsam im Schlafzustand durch bis zu jenem Punkte, wo wir empfinden: Unser physischer Leib und Ätherleib tragen Sprießendes und Sprossendes bis zur Blüte, ja bis zur Fruchtentfaltung; überall wächst und gedeiht alles. Wenn ich mich im einzelnen ausdrücken soll, so muß ich sagen — für den imaginativen Anblick ist dasjenige, was sich so darbietet, allerdings paradox —: Während wir mit dem physischen Anschauen gewissermaßen unsere Erdoberfläche empfinden und auf ihr das von unten nach oben Sprießende, dasjenige, was wächst und gedeiht, im Bewußtsein haben, ist es so, wenn wir nun von außerhalb dasjenige beobachten, was mit unserem Leibe vorgeht und mit der Pflanzenwelt vergleichen, als wenn seine Wurzeln von oben herdringen und es mit seinen Blüten in unseren Leib hineinwächst. Also eine vollständig umgekehrte Welt empfinden wir, und die Früchte werden hineinversenkt. Wir lernen dann, daß mit diesem Hineinversenken der Früchte wirklich dasjenige zum Ausdruck kommt, was uns dann als die Stärkung des Schlafes zum Bewußtsein kommt. Und dadurch wissen wir, daß in der Tat — weil ja alles, was wir so in der Imagination anschauen, Kräfte sind — unser physischer Leib und Ätherleib die Kräfte aus dem ganzen Kosmos empfangen, indem wir uns in den Schlafzustand begeben. Wir schauen zu, wie Kräfte, die sich in der Bildung von aus der Welt hereinwachsenden Pflanzen ausdrücken, aus dem Kosmos kommen. Wir sehen, wie der Kosmos eine ganze Vegetation in unsere Leiblichkeit hineintreibt. Und wir bekommen dann das sichere Wissen davon, daß wir beim Einschlafen unseren Leib aus dem Grunde verlassen, weil wir vom Aufwachen bis zum Einschlafen mit dem Ich und Astralleib unseren physischen Leib und den Ätherleib den Einwirkungen der Kräfte des Kosmos entziehen. Dadurch, daß wir selbst hinausgehen, machen wir unseren physischen Leib und den Ätherleib frei für die Einwirkungen des ganzen Kosmos, der mit dem, was er nun elementarisch, nicht physisch, an solchen Kräften hat, die sich uns eben in den geschilderten Imaginationen ausdrücken, in uns hineinsendet. So ist jedesmal, wenn wir einschlafen, eine Beziehung zwischen physischem Leib und Ätherleib mit dem ganzen Kosmos hergestellt. Während wir im Wachzustand in der physischen Welt leben, lebt wirklich unser physischer Leib und Ätherleib während unseres Schlafes in dem, was wir die elementarische Welt nennen, die Welt der bloßen Kräfte, die sich uns eben in den geschilderten Imaginationen darstellen. Und wir selber, wo sind wir mit unserem Ich und Astralleib? Nun, wir haben oft geschildert, und es ist auch in verschiedenen Schriften dargestellt: mit unserem Ich und Astralleibe sind wir in der Welt, die geschildert worden ist als die Welt der höheren Hierarchien unter den Wesenheiten, die wir Angeloi, Archangeloi, Archai und so weiter nennen. In diese Wesenheiten und ihre Welt taucht das Ich und der Astralleib ein. So wie wir, wenn wir wachend sind, von den Wesen der tierischen Welt, der Pflanzenwelt, der Mineralwelt wissen und als Mensch gleichsam über dieser Welt stehen, indem wir sie in unsere Gedanken aufnehmen, so werden wir selbst wie Gedanken aufgenommen von den Wesen der höheren Hierarchien. Und das ist das Bedeutsame, daß wir sagen können: Während hier unten unser physischer Leib und Ätherleib mit den Kräften des ganzen Kosmos in Zusammenhang treten, werden wir vom Einschlafen bis zum Aufwachen selber gedacht, wie wenn wir richtige Wesen wären, gewoben aus Gedanken und der Willenswesenheit; wir werden gedacht von den Wesen der höheren Hierarchien. — Wie wir die Natur denken, so denken uns die Wesenheiten der höheren Hierarchien. Daher ist es, genau gesprochen, gar nicht richtig, zu sagen, wenn man aus dem physischen Leib herauskomme, denke man die Welt. Richtig ist eigentlich, zu sagen, man erlebe es, daß man von der Welt der höheren Hierarchien gedacht wird. Wie der Gedanke während des Wachlebens sich fühlen müßte, wenn er Bewußtsein hätte, so müßten wir uns erleben als die Gedanken der höheren Wesenheiten, wenn wir außerhalb unseres physischen Leibes sind.

[ 4 ] And strangely enough, this world we are looking at is such that, as we drift off to sleep, we perceive it just as we perceive the earth in spring, when, having been freed from winter’s blanket of snow, it brings forth individual green shoots, when it sets out once more on the path of growth, of the vegetation that forms upon it, when everything once again turns into shoots and sprouts. As we look upon the physical body and etheric body, expanded into a world, while falling asleep, we see them, as it were, in such a way that we can perceive them like a planet awakening in spring. And this continues throughout the entire state of sleep. What we see there in powerful images, which truly appear to us in their expanse like a planet, is preparing to move toward its summer, just as the Earth prepares to move toward its summer when spring comes to an end. And this is how we pass through the state of sleep when we truly go through it. We pass through the state of sleep, as it were, up to that point where we sense: our physical body and etheric body bear what is sprouting and budding all the way to flowering, indeed to the unfolding of fruit; everything is growing and thriving everywhere. If I am to express myself in detail, I must say—for the imaginative vision, what presents itself in this way is indeed paradoxical—: While with physical vision we perceive, as it were, the surface of the earth and are conscious of what sprouts from below and grows upward, that which grows and flourishes, it is as if, when we now observe from the outside what is happening with our body and compare it to the plant world, its roots were penetrating from above and it were growing into our body with its blossoms. Thus we perceive a completely inverted world, and the fruits are drawn inward. We then learn that this drawing-in of the fruits truly expresses what then comes to our consciousness as the strengthening of sleep. And through this we know that in fact—since everything we thus observe in the imagination are forces—our physical body and etheric body receive the forces from the entire cosmos as we enter the state of sleep. We observe how forces, which express themselves in the formation of plants growing in from the world, come from the cosmos. We see how the cosmos drives a whole vegetation into our physical being. And we then gain the certain knowledge that when we fall asleep, we essentially leave our body because, from waking until falling asleep, we withdraw our physical body and etheric body from the influences of the forces of the cosmos through the ego and astral body. By stepping out ourselves, we free our physical body and etheric body to the influences of the entire cosmos, which sends into us—through the elemental, non-physical forces it possesses, which are expressed to us precisely in the imaginations described—its energies. Thus, every time we fall asleep, a connection is established between the physical body and the etheric body and the entire cosmos. While we live in the physical world in the waking state, our physical body and etheric body truly live during our sleep in what we call the elemental world, the world of pure forces that present themselves to us precisely in the imaginations described. And where are we ourselves, with our I and astral body? Well, we have often described this, and it is also depicted in various writings: with our I and astral body, we are in the world that has been described as the world of the higher hierarchies among the beings we call Angeloi, Archangeloi, Archai, and so on. The I and the astral body immerse themselves in these beings and their world. Just as we, when we are awake, know of the beings of the animal world, the plant world, and the mineral world, and as human beings stand, as it were, above this world by taking it into our thoughts, so are we ourselves taken in, as thoughts, by the beings of the higher hierarchies. And this is the significant point: we can say that while down here our physical body and etheric body come into connection with the forces of the entire cosmos, from the moment we fall asleep until we wake up, we ourselves are thought of, as if we were true beings, woven from thought and the being of the will; we are thought of by the beings of the higher hierarchies. — Just as we think of nature, so do the beings of the higher hierarchies think of us. Therefore, strictly speaking, it is not at all correct to say that when one steps out of the physical body, one thinks the world. It is actually correct to say that one experiences being thought by the world of the higher hierarchies. Just as a thought would have to feel during waking life if it had consciousness, so must we experience ourselves as the thoughts of the higher beings when we are outside our physical body.

[ 5 ] Und wie erleben wir für diese unsere imaginative Erkenntnis das Wiedererwachen? Indem wir uns allmählich zum Aufwachen anzuschicken haben, erleben wir das wirklich so, wie wir in der äußeren Natur — wir können die Imagination wieder mit der äußeren Natur vergleichen — das Hereinziehen des Winters erleben mit alledem, was er an Zerstörendem, Lähmendem und Vernichtendem für das sprossende und sprießende Sommerleben hat. Und so wie der Winter über die Erde den Frost und die Kälte bringt und die Zerstörung dessen, was Sommerherrlichkeit ist, tauchen wir selber in den physischen Leib und Ätherleib ein. Was an Kräften wirklich wie eine Vegetation, sogar wie eine Tierwelt aus der elementarischen Welt des Kosmos in unseren physischen Leib und Ätherleib eingezogen ist, dem bereiten wir mit dem Aufwachen den Untergang, wie der Winter den Untergang der Sommerherrlichkeit bereitet. Und während wir wachend sind, versetzen wir wirklich, durch unsere Anwesenheit in unserem physischen Leib und Ätherleib, diese in einen solchen Zustand, wie die Verhältnisse des Kosmos die Erde versetzen, wenn Winter ist. Wir breiten den Winter über unsere eigene physische und ätherische Wesenheit aus, indem wir in sie einziehen. Sie sehen daraus zugleich, wie dasjenige, was man von physischen Gesichtspunkten aus oftmals als Vergleich gebraucht, für das geistige Anschauen nicht stimmt. Gewiß, aus dem Gefühl heraus hat schon der Mensch das Bewußtsein, daß er mit dem ganzen Kosmos zusammenhängt und daß gewissermaßen dasjenige, was er erlebt, ein mikrokosmisches Abbild des Makrokosmos ist. Aber es liegt dem Menschen dann nahe, wenn er wirklich etwas in seinem mikrokosmischen Leben mit dem makrokosmischen Leben vergleichen will, zu sagen: Das Aufwachen ist wie das Hereinkommen des Frühlings in unser Leben, und das Wachleben ist wie der Sommer. Und der Herbst ist wie das abendliche Müdewerden, das Schlafesleben ist wie der Winter. — Gerade das Umgekehrte ist Wirklichkeit. Das Sommerleben ist das Schlafesleben und das Winterleben ist das Wachleben. Das ist die Wahrheit der Sache.

[ 5 ] And how do we experience this reawakening in our imaginative perception? As we gradually prepare to awaken, we truly experience this in the same way that we experience in the outer world—we can again compare the imagination to the outer world—the onset of winter with all that it brings of destruction, paralysis, and annihilation for the sprouting and budding life of summer. And just as winter brings frost and cold over the earth and the destruction of what is summer’s splendor, we ourselves immerse ourselves in the physical body and the etheric body. Whatever forces have truly entered our physical and etheric bodies from the elemental world of the cosmos—like vegetation, even like the animal world—we bring about their downfall upon waking, just as winter brings about the downfall of summer’s splendor. And while we are awake, we truly, through our presence in our physical and etheric bodies, place them in a state similar to that into which the conditions of the cosmos place the Earth when it is winter. We spread winter over our own physical and etheric being by entering into them. From this you can see at the same time how what is often used as a comparison from a physical point of view does not hold true for spiritual perception. Certainly, intuitively, human beings already have the awareness that they are connected to the entire cosmos and that, in a sense, what they experience is a microcosmic reflection of the macrocosm. But when a person truly wants to compare something in their microcosmic life with the macrocosmic life, it is natural for them to say: Waking up is like the arrival of spring in our lives, and waking life is like summer. And autumn is like the evening weariness, the life of sleep is like winter. — The exact opposite is reality. Summer life is the life of sleep, and winter life is the waking life. That is the truth of the matter.

[ 6 ] Wenn der Geistesforscher diese Verhältnisse wirklich untersucht, dann findet er aber, daß, während sich sein Ich und Astralleib so in die Regionen der höheren Hierarchien erhebt und gewissermaßen von den höheren Wesenheiten gedacht wird, hereinwirkt in seinen physischen Leib und Ätherleib nicht nur dasjenige, was in der elementaren Welt ist, sondern daß gewisse Wesenheiten der höheren Hierarchien auch in unseren physischen Leib und Ätherleib hineinwirken. Nicht nur ist es die elementare Welt, die aus Kräften besteht, sondern wirkliche Wesenheiten sind es, Wesenheiten der höheren Hierarchien, welche in unseren physischen und Ätherleib hereinwirken. Und da stellt sich dann das Merkwürdige heraus, daß wir gewahr werden können, wie wir in dem Augenblick, wo wir einschlafen, in ganz andere Verhältnisse kommen als die, in denen wir sind, während wir wachen. Wie gesagt, alles dasjenige, was so ausgesprochen werden kann, beruht darauf, daß die Geistesforschung uns gestattet, zuzuschauen, wie es mit dem Einschlafen und Aufwachen ist. Und für sie zeigt sich dann, daß auf unseren physischen und Ätherleib vom Aufwachen bis zum Einschlafen auch dasjenige Wesen aus den höheren Hierarchien wirkt, das wir empfinden müssen als den Volksgeist, die Volksseele, der wir angehören. Indem der Mensch aufwacht, taucht er aufwachend nicht nur in seinen physischen und Ätherleib unter, sondern auch in die Vorgänge, die in seinen physischen Leib und Ätherleib ausgeführt werden von dem, was sein Volksgeist vollbringt. Das Eigentümliche stellt sich heraus — ich bitte, das wohl zu beachten, denn es geziemt uns, die wir in die Geisteswissenschaft eindringen wollen, den Weltenzusammenhang tiefer zu betrachten, als das äußere Wahrnehmen ihn betrachten kann —, daß der Mensch mit dem Einschlafen nicht nur eintaucht in diejenigen Wesenheiten der höheren Hierarchien, die seiner individuellen Entwickelung entsprechen, sondern auch in solche geistige Wesenheiten, die wir als Volksgeister ansehen müssen. Und zwar taucht der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen in den Zusammenhang aller andern Volksgeister ein, nur nicht desjenigen, der der seinige ist.

[ 6 ] If the spiritual researcher truly investigates these conditions, however, he will find that while his ego and astral body rise into the regions of the higher hierarchies and are, so to speak, thought of by the higher beings, not only does that which exists in the elemental world act upon his physical and etheric bodies, but certain beings of the higher hierarchies also act upon our physical and etheric bodies. It is not merely the elemental world, which consists of forces, but actual beings—beings of the higher hierarchies—that act upon our physical and etheric bodies. And here the remarkable fact emerges that we can become aware of how, at the very moment we fall asleep, we enter into conditions entirely different from those in which we find ourselves while awake. As I said, everything that can be expressed in this way is based on the fact that spiritual research allows us to observe what happens during falling asleep and waking up. And for them it then becomes apparent that, from waking up until falling asleep, the being from the higher hierarchies—whom we must perceive as the national spirit, the folk-soul to which we belong—also acts upon our physical and etheric bodies. As a person wakes up, they do not merely immerse themselves in their physical and etheric bodies, but also in the processes carried out within their physical and etheric bodies by what their national spirit accomplishes. It turns out—and I ask you to take this to heart, for it befits us who wish to penetrate Spiritual Science to regard the connection of the worlds more deeply than outer perception can—that when a human being falls asleep, they not only immerse themselves in those beings of the higher hierarchies that correspond to their individual development, but also in such spiritual beings that we must regard as national spirits. And indeed, from the moment of falling asleep until waking, the human being immerses themselves in the context of all other national spirits, except for their own.

[ 7 ] Also merken wir uns das wohl: Während des Wachens leben wir eingetaucht in die geistigen Tatsachen, die der eigene Volksgeist in unserem physischen und Ätherleibe ausführt. Wir leben zusammen gewissermaßen mit dem eigenen Volksgeist vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Nun sind neben unserem Volksgeiste in der Welt vorhanden alle andern Volksgeister der andern Völker. Mit dem Einschlafen tauchen wir unter in den Zusammenhang der andern Volksgeister, nicht in einen einzelnen andern Volksgeist — halten Sie das streng fest —, sondern in das, was sie zusammen vollbringen, was sie gleichsam im Verein, als Gesellschaft vollbringen. Ausgeschaltet ist während der Nacht nur der eigene Volksgeist aus diesem Zusammenhang. Wir können dem nicht entgehen, auch einen Zusammenhang mit all denjenigen Volksgeistern. zu haben, die den andern Völkern angehören, in die wir in einer bestimmten Inkarnation eben nicht inkarniert sind. Denn, indem wir beim Tagwachen unserem Volksgeiste angehören, gehören wir im Schlafzustand den andern Volksgeistern, allerdings nur ihrem Zusammenklang an; während wir im Wachzustand den Intentionen des einzelnen Volksgeistes angehören, in dessen Gebiet wir eben in einer bestimmten Inkarnation hineingeboren sind.

[ 7 ] So let us bear this in mind: While we are awake, we live immersed in the spiritual realities that our own national spirit enacts within our physical and etheric bodies. In a sense, we live together with our own national spirit from the moment we wake up until we fall asleep. Now, alongside our national spirit, all the other national spirits of other peoples are present in the world. When we fall asleep, we immerse ourselves in the interplay of the other national spirits—not in a single other national spirit—note this carefully—but in what they accomplish together, what they accomplish, as it were, collectively, as a society. During the night, only our own national spirit is excluded from this interplay. We cannot escape having a connection with all those national spirits that belong to the other peoples into which we are not incarnated in a particular incarnation. For while we belong to our own national spirit when awake, in the sleeping state we belong to the other national spirits—though only to their harmony; whereas in the waking state we belong to the intentions of the individual national spirit into whose realm we have been born in a particular incarnation.

[ 8 ] Aber es gibt ein Mittel, auch während des Schlafzustandes gewissermaßen in die Wesenheit eines einzelnen andern Volksgeistes unterzutauchen. Während wir im normalen Zustand wachend in unserem eigenen Volksgeiste beziehungsweise seiner Tätigkeit leben und im Schlafe im Zusammenklang der andern Volksgeister, können wir schlafend untertauchen in einen einzelnen Volksgeist, wenn wir uns einen recht glühenden Haß gegen das, was dieser andere Volksgeist vollbringt, im Leben aneignen. Und so grotesk es klingt, wahr ist es doch — und wir in unserer Bewegung müssen solche Wahrheiten ruhig ertragen können —: Wenn der Mensch so wirklich aus dem innersten Wesen heraus glühenden Haß gegenüber einem Volksgebiet empfindet, so verurteilt er sich dazu, mit dem Volksgeist dieses Volksgebietes in der Nacht zu schlafen, mit ihm zusammen zu sein.

[ 8 ] But there is a way, even while asleep, to immerse oneself, so to speak, in the essence of a single other national spirit. While in our normal waking state we live within our own national spirit or its activity, and in sleep within the harmony of other national spirits, we can, while asleep, immerse ourselves in a single national spirit if we cultivate a truly burning hatred toward what that other national spirit accomplishes in life. And as grotesque as it sounds, it is nevertheless true—and we in our movement must be able to calmly endure such truths—: If a person truly feels a burning hatred toward a national territory from the depths of their being, they condemn themselves to sleep with the national spirit of that territory at night, to be with it.

[ 9 ] Da berühren wir eben Wahrheiten, denen gegenüber wir sehen können, daß das Leben hinter jenem Schleier, der für die alltägliche Beobachtung die geistigen Welten verhüllt, einen tiefen Ernst zu haben beginnt, und daß es in einer gewissen Beziehung schon unbequem ist, ein Bekenner der Geisteswissenschaft zu sein. Denn es beginnt die Geisteswissenschaft von gewissen Punkten aus im allertiefsten Sinne Ernst zu machen mit Verhältnissen, die man im Leben unbequem findet und über die wir wirklich gnadenvoll dadurch hinweggehoben werden, daß uns das Leben im gewöhnlichen Sinne die Wahrheit nicht enthüllt. Trotzdem wir selbstverständlich im äußeren Leben voll auf dem Boden stehen müssen, den dieses äußere Leben von uns verlangt, so müssen wir, wenn wir im Gebiete der Geisteswissenschaft uns zu denjenigen Gebieten erheben, wo andere Eigentümlichkeiten des Lebens beginnen, mit einem solchen Grundsatz ganz Ernst machen.

[ 9 ] Here we are touching upon truths that reveal to us that life, behind the veil that hides the spiritual worlds from everyday observation, begins to take on a profound seriousness, and that, in a certain sense, it is already uncomfortable to be a proponent of Spiritual Science. For, starting from certain points, Spiritual Science begins, in the deepest sense, to take seriously circumstances that we find uncomfortable in life—circumstances from which we are truly mercifully spared by the fact that life, in the ordinary sense, does not reveal the truth to us. Although we must, of course, stand firmly on the ground that this outer life demands of us in our outer lives, when we rise in the realm of Spiritual Science to those realms where other aspects of life begin, we must take this principle very seriously.

[ 10 ] In dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» wird davon gesprochen, daß in dem Augenblick, wo man sich hinauferhebt in die geistige Welt — und jeder Mensch ist ja in der geistigen Welt, es handelt sich hier nur um ein Erkennen dessen, was immer da ist —, dann jene bequeme Einheit des Menschenwesens aufhört, in der wir in der physischen Welt leben. Spaltungen geht das Menschenwesen ein; abgesehen von jenen Spaltungen, die dort erwähnt sind, und die man beobachten kann nach der Begegnung mit dem Hüter der Schwelle, treten manche andere Spaltungen ein, zum Beispiel diejenige, die von einer tiefen Bedeutung für unser ganzes Gemütsleben sein muß. Wir müssen anerkennen, daß, indem wir in einer bestimmten Inkarnation gegenüber dem Volkstum, in dem wir eben stehen, voll unsere Pflicht zu tun haben, ihm voll unsere Liebe darzubringen haben, dieses Volkstum im ganzen Entwickelungsprozeß der Erde darinsteht. Wir müssen uns klar sein, daß wir, indem wir auch geistige Wesenheiten sind im Ich und Astralleib, wirklich der ganzen Menschheit angehören und mit unseren Impulsen mit der ganzen Menschheit fühlen müssen. Und nicht ist es so, daß die Geisteswissenschaft zuläßt, daß wir in ihr in einer Einseitigkeit leben, sondern wir müssen diese beiden Seiten unseres Wesens in einen vollen Einklang bringen können.

[ 10 ] In the book *How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?*, it is stated that the moment one ascends into the spiritual world—and every human being is, of course, in the spiritual world; it is merely a matter of recognizing what is always there—that comfortable unity of the human being in which we live in the physical world ceases. The human being enters into divisions; apart from those divisions mentioned there, which can be observed after the encounter with the Guardian of the Threshold, many other divisions arise, for example, one that must be of profound significance for our entire emotional life. We must recognize that, in a given incarnation, while we have a full duty to the people among whom we now stand and must offer them our full love, this people is situated within the entire evolutionary process of the Earth. We must be clear that, since we are also spiritual beings in the I and astral body, we truly belong to all of humanity and must feel with all of humanity through our impulses. And it is not the case that Spiritual Science allows us to live within it in a one-sided manner; rather, we must be able to bring these two sides of our being into full harmony.

[ 11 ] Wir müssen uns klar darüber sein, daß wir — trotzdem wir als Mensch der gegenwärtigen Inkarnation, auch wenn wir Geisteswissenschafter sind, unser Volkstum so lieben können, wie nur irgend jemand sein Volkstum zu lieben vermag — mit diesem Fühlen dasjenige in Einklang bringen, was uns mit der ganzen Menschheit zusammenführt. Und gerade Geisteswissenschaft ist ja die Erhebung zu diesem Zusammengeführtwerden mit der ganzen Menschheit, weil sie uns eröffnet, daß wir mit der ganzen Menschheit zusammenhängen in unserem Ich und Astralleib. Harmonie zu bewirken zwischen Gegensätzen, das ist dasjenige, was Geisteswissenschaft immer mehr und mehr von demjenigen fordert, der sich mit Ernst und Würde in sie hineinbegibt. Und von Unheil ist es, wenn man wahre Geisteswissenschaft verwechselt mit jenem unklaren mystischen Getriebe, das immer da die Bedürfnisse des äußeren, physischen Lebens verquicken möchte mit demjenigen, wozu wir uns erheben müssen, indem wir in die geistige Welt eintauchen. Denn unklare Mystik, die überall in das alltägliche Leben dasjenige hereinbringen möchte, was die Geisteswissenschaft erst im rechten Lichte zeigt, jene unklare Mystik wird zum Beispiel niemals die Liebe zum eigenen Volkstum in Einklang bringen können mit der Liebe zur ganzen Menschheit, wird zu einem verschwommenen mystischen Kosmopolitismus führen. Den kann man ebenso, wie ich das schon getan habe, vergleichen mit dem, was unklare Theosophen immerzu von der Gleichheit und von dem Gleichgelten aller Religionen der Erde sagen. Gewiß, im Abstrakten kann man sagen: Alle Religionen der Erde enthalten die Wahrheit. Aber das ist genau dasselbe, als ob man sagt: Auf dem Tisch steht Pfeffer, Salz und Paprika und allerlei anderes, und das alles sind Speisezutaten. Zucker, Pfeffer, Salz und Paprika — das ist alles gleich; also gebe ich einmal in den Kaffee Paprika und Zucker in die Suppe, weil ja alles Speisezusätze sind. Genau auf demselben Punkt der Logik stehen die, welche in unklarer Mystik nur von dem Einheitskern aller Religionen faseln, statt sich in die wirkliche Wesenheit jedes einzelnen, was in unserer Erdenentwickelung erscheint, einzulassen. Nicht darauf kommt es an, daß wir nur immer betonen: Alle Völker sind gewissermaßen nur Ausdrücke für das allgemein Menschliche, sondern darauf, daß wir gerade die spezifischen Aufgaben, die den einzelnen Völkern durch ihre Volksseelen gegeben sind, erkennen. Und dazu ist ein Anhaltspunkt gegeben in dem Vortragszyklus, der ja schon lange gedruckt ist, der eine Anzahl von Jahren vor dem Ausbruch des Krieges gehalten worden ist, der nicht unter dem Einfluß des Krieges entstanden ist, dem man daher nicht vorwerfen kann, er sei unter den Eindrücken des Krieges entstanden: «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der nordisch-germanischen Mythologie.»

[ 11 ] We must be clear that—even though, as human beings in our present incarnation, even if we are Spiritual Scientists, we can love our national heritage as deeply as anyone is capable of loving it—we must reconcile this feeling with that which unites us with all of humanity. And Spiritual Science is precisely the elevation toward this uniting with all of humanity, because it reveals to us that we are connected to all of humanity through our ego and astral body. Bringing about harmony between opposites—that is what Spiritual Science demands more and more of those who engage with it in earnest and with dignity. And it is disastrous to confuse true Spiritual Science with that vague mystical confusion that always seeks to blend the needs of outer, physical life with that to which we must rise by immersing ourselves in the spiritual world. For vague mysticism, which seeks to introduce into everyday life what Spiritual Science first reveals in the proper light—that vague mysticism will, for example, never be able to reconcile love for one’s own people with love for all humanity; it will lead to a blurred, mystical cosmopolitanism. One can compare this, as I have already done, to what vague theosophists constantly say about the equality and equivalence of all the world’s religions. Certainly, in the abstract one can say: All the world’s religions contain the truth. But that is exactly the same as saying: On the table there is pepper, salt, and paprika and all sorts of other things, and all of these are food ingredients. Sugar, pepper, salt, and paprika—they are all the same; so I might put paprika in my coffee and sugar in my soup, since they are all food ingredients. Those who, in vague mysticism, ramble only about the core unity of all religions instead of engaging with the true essence of each individual entity that appears in our earthly evolution stand on exactly the same logical ground. What matters is not that we merely emphasize: All peoples are, in a sense, merely expressions of the universal human, but rather that we recognize precisely the specific tasks given to the individual peoples through their Folk-souls. And a point of reference for this is provided in the lecture series—which has long been in print, was delivered several years before the outbreak of the war, and was not conceived under the influence of the war, so that it cannot be accused of having been shaped by the impressions of the war—entitled “The Mission of Individual Folk-souls in Connection with Nordic-Germanic Mythology.”

[ 12 ] Gerade in unserer Zeit ist es wichtig, auf solche ernsten Dinge sich zu besinnen, damit der Mensch die Harmonie zwischen dem, was allgemeine Menschenliebe ist, und der Volksliebe finden kann. Man braucht nicht davor zurückzuscheuen, die Eigentümlichkeiten jedes einzelnen Volkes, insofern es Volk ist — der einzelne erhebt sich ja immer über sein Volk —, die Eigentümlichkeiten der einzelnen Völker zu charakterisieren. Nur muß es, wie das schon aus den Bemerkungen, die ich machte, hervorgeht, selbstverständlich ohne Haß geschehen. Geradesowenig wie man die wirkliche Wesenheit der einzelnen Pflanze erkennt, wenn man die Pflanze haßt und das schildert, was man als Haß empfindet, ebensowenig kann man die Eigentümlichkeiten eines Volkes erkennen, wenn man das schildert, was man an dem Volke haßt, oder wenn man das in die Schilderung aufnimmt, was aus Gefühlen des Hasses kommt.

[ 12 ] Especially in our time, it is important to reflect on such serious matters so that people may find harmony between universal love for humanity and love for one’s own people. One need not shy away from characterizing the peculiarities of each individual nation—insofar as it is a nation (for the individual always rises above his nation)—the peculiarities of the individual nations. Only, as is already evident from the remarks I have made, this must of course be done without hatred. Just as one cannot recognize the true nature of an individual plant if one hates the plant and describes what one feels as hatred, so too can one not recognize the distinctive characteristics of a people if one describes what one hates about that people, or if one includes in the description what arises from feelings of hatred.

[ 13 ] Und so muß es immerzu das Bestreben desjenigen sein, der sich bis zu den Gesichtspunkten der Geisteswissenschaft zu erheben vermag, nicht in der einförmigen Einheit das Wesen der Welt zu sehen, sondern gerade in der Harmonie des Vielen. Und der Mensch muß die Möglichkeit finden, alle mögliche Wärme, hinsichtlich derer er vor keinem, der nicht Geisteswissenschaft erstrebt, zurückzustehen braucht, alle Wärme für sein Volkstum zu empfinden, und das auf der andern Seite zu vereinigen, was uns wiederum, insofern wir der ganzen Menschheit angehören, mit der ganzen Menschheit als einer groBen, gesamten Wesenheit zusammenbringt.

[ 13 ] And so the aim of anyone capable of rising to the perspective of Spiritual Science must always be not to see the essence of the world in monotonous uniformity, but precisely in the harmony of diversity. And human beings must find the capacity to feel all possible warmth—in which regard they need not stand back from anyone who does not strive for Spiritual Science—all warmth for their own people, and to unite this, on the other hand, with that which, insofar as we belong to all humanity, brings us together with all humanity as one great, unified entity.

[ 14 ] Wie gesagt, an solche Dinge wollen wir dann übermorgen anknüpfen. Jetzt aber will ich bemerken, daß wir zugleich, indem wir aus unserem Zustand des Wachens in den Schlafzustand übertreten und dadurch in die Wesenheiten der höheren Hierarchien aufgenommen werden, im Grunde genommen das abstreifen, was uns mit der einzelnen Inkarnation durch unseren physischen Leib und Ätherleib zusammenbringt. Im Schlafe streifen wir also auch unser nationales Wesen ab. Durch den Schlaf werden wir bloß Menschen, Menschen mit all den Eigentümlichkeiten, die wir durch das haben müssen, was wir uns als Menschen erworben haben. Wenn wir als Geistesforscher dasjenige anschauen, was mit dem Menschen, sowohl im Wach- wie im Schlafzustande geschieht, nehmen wir aber zugleich wahr, daß der Mensch, indem er schläft, mit seinem Ich und Astralleib in der geistigen Welt lebt, ebenso wie auch sein physischer Leib und Ätherleib nun der großen Welt angehören; daß dieses Eigenleben, das gleichsam in unserer Haut verfließt, aufhört, und daß wir unser Selbst zum großen Selbst erweitern. Und nun bedenken Sie, daß wir im Grunde immer im Laufe von vierundzwanzig Stunden durchmachen einen Sommer- und einen Winterzustand. Diesen Sommer- und Winterzustand macht ja auch die Erde durch, aber die Erde macht ihn im Jahreslauf durch. Warum macht die Erde diese Zustände im Jahreslauf durch? Weil die Erde ein Wesen ist wie wir selbst, nur auf einer andern Stufe der Hierarchien. Die ganze Erde, wenn wir sie so physisch betrachten, wie sie um uns ist, ist nur der Leib der Erde; und so wie wir in uns unser Geistig-Seelisches tragen, so hat auch die Erde ihr Geistig-Seelisches. Der Unterschied ist nur der, daß wir im Laufe von vierundzwanzig Stunden wachen und schlafen, und die Erde wacht und schläft im Laufe des Jahres. Sie wacht vorn Herbst bis zum Frühling und schläft während des Sommers. So daß wir eigentlich immer sagen können, wenn wir während des Sommers leben: Wir leben eingebettet in die schlafende Erde. — Und wenn wir während des Winters leben: Wir leben eingebettet in die wachende Erde. — Nicht so ist es, daß die Erde wacht im Sommer und schläft im Winter, wie wir in dem aus dem gewöhnlichen Leben genommenen trivialen Vergleich sagen können. Sondern das ist richtig, daß, wenn der Herbst kommt, die Erde als seelisch-geistiges Wesen aufwacht und in der Mitte des Winters am wachsten ist. Der Erdgeist denkt am allermeisten in der Mitte des Winters und er fängt an, sein Denken allmählich einzustellen beim Herannahen des Frühlings; und er schläft, wenn das äußere Leben sprießt und sproßt; während des Sommers schläft der Erdgeist.

[ 14 ] As I said, we will pick up on these matters the day after tomorrow. But now I would like to point out that, at the same time, as we pass from our waking state into the state of sleep and are thereby received into the beings of the higher hierarchies, we essentially shed what binds us to our individual incarnation through our physical and etheric bodies. In sleep, therefore, we also shed our national being. Through sleep, we become merely human beings, human beings with all the characteristics that we must possess due to what we have acquired as human beings. When we, as spiritual researchers, observe what happens to the human being, both in the waking and sleeping states, we perceive at the same time that, while sleeping, the human being lives with their ego and astral body in the spiritual world, just as their physical and etheric bodies now belong to the great world; that this individual life, which flows, as it were, within our skin, ceases, and that we expand our self into the great Self. And now consider that, in essence, we always go through a summer and a winter state in the course of twenty-four hours. The Earth also goes through this summer and winter state, but the Earth goes through it in the course of a year. Why does the Earth go through these states over the course of the year? Because the Earth is a being like ourselves, only on a different level of the hierarchies. The whole Earth, when we look at it physically as it is around us, is only the body of the Earth; and just as we carry our spiritual-soul within us, so too does the Earth have its spiritual-soul. The only difference is that we wake and sleep over the course of twenty-four hours, and the Earth wakes and sleeps over the course of the year. It wakes from autumn until spring and sleeps during the summer. So that we can actually always say, when we live during the summer: We live nestled in the sleeping Earth. — And when we live during the winter: We live nestled within the waking Earth. — It is not the case that the Earth wakes in summer and sleeps in winter, as we might say in the trivial comparison drawn from ordinary life. Rather, it is true that when autumn comes, the Earth, as a spiritual-soul being, awakens and is most awake in the middle of winter. The Earth Spirit thinks most intensely in the middle of winter and begins to gradually cease its thinking as spring approaches; and it sleeps when outer life sprouts and grows; during the summer, the Earth Spirit sleeps.

[ 15 ] Wir als Menschen sind aber nicht nur durch unseren physischen Leib mit dem Leibe der Erde in Verbindung, sondern auch mit dem Geist der Erde. Nun wissen wir durch die verschiedenen Vorträge, daß mit dem Geist der Erde sich vereinigt hat durch das Mysterium von Golgatha der Geist, den wir als den Geist des Christus bezeichnen. In dem, was der Geist der Erde ist, lebt seit dem Mysterium von Golgatha der Christus-Geist darin. Wenn die Menschen daher ein Fest begehen wollen, das ihnen ausdrücken soll, daß im Erdgeist der ChristusGeist darinnen ist — in welche Zeit müssen sie dann dieses Fest versetzen? Nicht in den Sommer, sondern in den Winter hinein müssen sie das Fest versetzen, mitten in den Winter hinein. Das ist das Weihnachtsfest. Aus diesem Grunde versetzt man das Weihnachtsfest und das, was sich daraus entwickelt, in die Winterzeit hinein. Das ging aus einer richtigen Erkenntnis derjenigen hervor, welche die Einrichtung des christlichen Jahres einmal bestellt haben. Aus den okkulten Wahrheiten heraus ist das Weihnachtsfest festgelegt worden, nicht aus historischen Tatsachen heraus. Weil in der Tat für das, was jetzt die Menschheit ist, der Mensch, indem er mit seinem Geistig-Seelischen in das Geistig-Seelische der Erde eingebettet ist, mit dem wachsten Zustand des Erdenseins zusammen ist in der Winterzeit. Da lebt er in der wachenden Erde.

[ 15 ] As human beings, however, we are connected not only through our physical body to the body of the Earth, but also to the spirit of the Earth. Now we know from the various lectures that, through the Mystery of Golgotha, the spirit we call the Spirit of Christ has united with the spirit of the Earth. Since the Mystery of Golgotha, the Christ Spirit has lived within the Spirit of the Earth. Therefore, if people wish to celebrate a festival that is meant to express to them that the Christ Spirit is within the Spirit of the Earth—to what time of year must they then move this festival? They must place the festival not in the summer, but in the winter, right in the middle of winter. That is the Christmas festival. For this reason, Christmas and what has developed from it are placed in the winter season. This arose from a true understanding on the part of those who once established the structure of the Christian year. Christmas was established on the basis of occult truths, not on the basis of historical facts. For indeed, for what humanity is today—the human being, embedded with his spiritual-soul aspect into the spiritual-soul aspect of the Earth—is in the most active state of earthly existence during the winter season. There he lives in the awakening Earth.

[ 16 ] Und was werden die alten Völker getan haben, von denen wir wissen, daß sie auf eine Art traumhaften Hellsehens ihren Dienst der Welt und ihre Erkenntnis der Welt aufgebaut haben? Nun, sie müssen vorzugsweise sich berufen haben auf das, was im schlafenden Erdgeist lebt, wenn der Erdgeist am meisten schläft, sich am meisten in seinen schlafenden Zustand zurückgezogen hat. Da müssen sie sich erhoben haben — im Gegensatz zu der neueren Menschheit — zu dem, was ihnen auf unbewußte Art einflößte die Wahrheit, wie sie für sie sein mußte. Mitten im Sommer finden wir daher bei den Völkern, die dem Kultus angehört haben, der aus dem mehr schlafenden, traumhaften Zustand heraus seine Erkenntnis schöpfte, das Johannisfest, die Johannisfeier, das Sommerfest im Gegensatz zu dem Weihnachtsfest, das der neueren Menschheit geziemt.

[ 16 ] And what must the ancient peoples have done, those whom we know to have based their service to the world and their understanding of the world on a kind of dreamlike clairvoyance? Well, they must have relied primarily on what lives in the sleeping Earth Spirit, when the Earth Spirit sleeps most deeply, has withdrawn most completely into its sleeping state. There they must have risen—in contrast to modern humanity—to that which unconsciously instilled in them the truth as it had to be for them. In the middle of summer, therefore, we find among the peoples who belonged to the cult that drew its knowledge from the more sleeping, dreamlike state, the Feast of St. John, the St. John’s celebration, the summer festival, in contrast to the Christmas festival that befits modern humanity.

[ 17 ] Was so äußerlich festgesetzt ist, und was unsere materialistische Zeit gar nicht mehr versteht, das hat wirklich seine tiefen Grundlagen in dem, was geistige Wirklichkeit ist. Und jetzt leben wir in einer Zeit, in der die Menschen wiederum anfangen müssen, in einer ganz andern Weise zu denken und zu fühlen und zu empfinden, wie es im abgelaufenen Zeitraum der Fall war. Der abgelaufene Zeitraum hat die Aufgabe gehabt, den Menschen das Reich des materialistischen Denkens und Empfindens nahezubringen. Und gerade die letzten Jahrhunderte, welche die Menschenseelen durchgelebt haben, sollten den Menschen nahebringen das materialistische Denken und Empfinden. Es ist einmal so, daß die Erdenentwickelung durchgehen mußte durch den materialistischen Zeitraum. Wir tun nicht gut, wenn wir für den Materialismus bloß eine herbe Kritik haben. Er mußte einmal in die Erdenentwickelung hereintreten. Aber jetzt leben wir in einer Zeit, wo der Materialismus wieder überwunden werden muß, wo wieder spirituelles Anschauen in die Menschenseelen hereinkommen muß. Und das ist die mehr oder weniger helle oder dunkle Empfindung aller derer, die sich in ihrer eigenen Seele hingezogen fühlen zu unseren geisteswissenschaftlichen Bestrebungen, zu unserer geisteswissenschaftlichen Weltanschauung; daß sie eben empfinden, jetzt ist die Zeit da, wo man, während früher traumhaft die geistige Welt geschaut werden mußte, bewußt diese geistige Welt in sich aufnehmen muß. Und dazu ist Geisteswissenschaft da.

[ 17 ] What is established in such an external way—and what our materialistic age no longer understands at all—has its true, deep foundations in what spiritual reality is. And now we are living in a time when people must once again begin to think, feel, and perceive in a completely different way than was the case in the past. The past era had the task of bringing the realm of materialistic thinking and feeling close to human beings. And it was precisely the last few centuries, which human souls have lived through, that were meant to bring materialistic thinking and feeling close to human beings. It is simply the case that Earth’s evolution had to pass through the materialistic era. We do ourselves no good if we merely offer harsh criticism of materialism. It had to enter into Earth’s development at some point. But now we live in a time when materialism must be overcome again, when a spiritual outlook must once more enter into human souls. And this is the more or less clear or vague feeling of all those who feel drawn in their own souls to our spiritual scientific endeavors, to our spiritual scientific worldview; that they simply feel: now is the time when, whereas in the past the spiritual world had to be viewed as a dream, one must consciously take this spiritual world into oneself. And that is what Spiritual Science is for.

[ 18 ] Nun war also der abgelaufene Zeitraum der des Materialismus. Und weil gewissermaßen die Menschheit untertauchen mußte in den Materialismus, mußte der starke Impuls, der die Menschheit wieder hinaufführt, gerade durch die Zeit des Materialismus hindurch wirken. Das ist der Christus-Impuls. Und als der Christus-Impuls in die Erdenentwickelung hereintrat, da begann auch schon die Vorbereitung. Sie kam erst recht herein im 14., 15. Jahrhundert. Aber als er herankam, da bereitete sich schon vor, daß die Menschheit in den Materialismus untertauchte. Der Christus-Impuls war da als eine objektive Tatsache in der Weltenentwickelung, aber geeignet, ihn zu verstehen, waren die Menschen gerade in der Zeit, wo er da war, am wenigsten. Jetzt leben wir in der Zeit, wo angefangen werden soll, das, was da war, auch wirklich zu verstehen.

[ 18 ] So the period that had just passed was one of materialism. And because humanity, so to speak, had to immerse itself in materialism, the powerful impulse that leads humanity upward again had to work its way through the very era of materialism. That is the Christ impulse. And when the Christ impulse entered into the development of the Earth, the preparation had already begun. It truly came into play in the 14th and 15th centuries. But as it approached, the groundwork was already being laid for humanity to immerse itself in materialism. The Christ impulse was there as an objective fact in the development of the world, but people were least capable of understanding it precisely at the time when it was present. Now we live in the time when we are to begin to truly understand what was there.

[ 19 ] Was sehen wir daher? Wir sehen in der bisherigen Entwickelung einen merkwürdigen Gang des Christus-Impulses. Wir sehen, daß dieser Christus-Impuls, als er durch das Mysterium von Golgatha in die Menschheitsentwickelung eingezogen ist, ganz und gar nicht verstanden wird von den Menschen. Denn versuchen wir einmal, uns ein Bild von dem zu machen, was die Leute in ihrer Gescheitheit taten. Gerade in den ersten und den folgenden Jahrhunderten, nachdem der Christus-Impuls eingezogen ist, finden wir, daß sich alle möglichen theologischen Systeme bilden, daß die Leute darüber streiten, wie sie sich die Dreieinigkeit zu denken haben und so weiter. Ein unendliches theologisches Gezänk sehen wir durch Jahrhunderte hindurch, und es wäre wohl der schlimmste Weg, heute etwa aus diesem theologischen Gezänk heraus verstehen zu wollen, wie der Christus-Impuls gewirkt hat in diesen Jahrhunderten. Und die Leute, die sich da über sein Verständnis zankten, haben auch nichts verstanden von der Art, wie der Christus-Impuls in der Evolution darinsteht.

[ 19 ] What, then, do we see? We see in the course of development thus far a remarkable trajectory of the Christ impulse. We see that this Christ impulse, having entered into human development through the Mystery of Golgotha, is not understood at all by human beings. For let us try to form a picture of what people did in their cleverness. Precisely in the first and subsequent centuries after the Christ impulse entered, we find that all manner of theological systems arose, that people argued about how they were to conceive of the Trinity, and so on. We see endless theological squabbling throughout the centuries, and it would surely be the worst approach today to try to understand, based on this theological squabbling, how the Christ impulse worked during those centuries. And the people who quarreled over its meaning also understood nothing of the way the Christ impulse stands within evolution.

[ 20 ] Versuchen wir uns einmal klarzumachen, wie er wirklich gewirkt hat. Ich will dazu einzelne Tatsachen anführen. Nehmen wir das, was geschehen ist im 4. Jahrhundert, im Jahre 312, am 28. Oktober, und wodurch die spätere Landkarte Europas vollständig bestimmt worden ist: das war das, daß Konstantin, der ja «der Große» genannt worden ist, der Sohn des Constantius Chlorus, gegen Maxentius, den Herrscher von Rom, gezogen war und den Sieg über ihn erfochten hat, wodurch dann in einer äußerlichen Weise das Christentum in der westlichen Welt auch gesiegt hat. Konstantin hat das Christentum dann zur Staatsreligion erhoben und so weiter. Aber hat er das aus seiner Gescheitheit heraus getan? Ist das, was dazumal geschah, aus der Gescheitheit geschehen? Das können wir nicht sagen. Was ist denn eigentlich geschehen? Als Maxentius, der Beherrscher von Rom, erfahren hatte, daß Konstantin im Anzuge war, frug er zunächst die Sibyllinischen Bücher. Er ging also auf eine traumhafte Art daran, die Welterscheinungen verstehen zu wollen. Und was er aus diesen Büchern herausbekam, das war, daß ihm bedeutet wurde: Die richtige Tat werde der vollbringen, welcher als Beherrscher Roms die Stadt verläßt und die Schlacht außerhalb Roms schlägt. Das war so ziemlich das Ungewöhnlichste, was man hat denken können. Denn Konstantin hatte ein viel kleineres Heer als Maxentius und hätte ohne Zweifel nichts ausrichten können, wenn Maxentius in Rom geblieben wäre. Aber Maxentius ist auf den Rat der Sibyllinischen Bücher aus Rom hinausgezogen. Doch auch im Heere des Konstantin haben nicht die Feldherren gesiegt. Vielmehr hatte Konstantin einen Traum, in dem ihm das Symbolum des Christus erschienen ist. Auf diesen Traum hin ließ er dann seinen Heeren das Kreuz als das Symbolum des Christus vorantragen. Was ihm der Traum offenbarte, davon hat er sein Verhalten abhängig gemacht. Diese Schlacht, durch die damals die Landkarte Europas bestimmt wurde, hat nicht die Gescheitheit der Menschen entschieden, nicht die Feldherren haben sie geschlagen, sondern Träume und Weissagungen. Alles in Europa wäre anders geworden, wenn dazumal die Dinge nach dem Bewußtsein der Menschen vor sich gegangen wären und nicht nach dem, was aus dem Unterbewußten heraufgewirkt hat, was die Menschen eben nicht wußten.

[ 20 ] Let us try to understand what impact he actually had. I will cite a few specific facts to illustrate this. Let us consider what happened in the 4th century, in the year 312, on October 28, an event that completely shaped the subsequent map of Europe: Constantine, who was indeed called “the Great,” the son of Constantius Chlorus, marched against Maxentius, the ruler of Rome, and won the victory over him, whereby Christianity also triumphed in the Western world in an outward sense. Constantine then elevated Christianity to the status of state religion, and so on. But did he do this out of his own wisdom? Did what happened back then happen out of wisdom? We cannot say. What actually happened? When Maxentius, the ruler of Rome, learned that Constantine was on the march, he first consulted the Sibylline Books. He thus approached the matter in a dreamlike way, seeking to understand world events. And what he gleaned from these books was that it was signified to him: The right deed would be accomplished by the one who, as ruler of Rome, leaves the city and wages battle outside Rome. That was pretty much the most extraordinary thing one could have imagined. For Constantine had a much smaller army than Maxentius and would undoubtedly have been unable to achieve anything if Maxentius had remained in Rome. But Maxentius marched out of Rome on the advice of the Sibylline Books. Yet even in Constantine’s army, it was not the generals who won the victory. Rather, Constantine had a dream in which the symbol of Christ appeared to him. In response to this dream, he then had his armies carry the cross as the symbol of Christ at the forefront. He based his conduct on what the dream revealed to him. This battle, which shaped the map of Europe at that time, was not decided by human wisdom; it was not the generals who won it, but dreams and prophecies. Everything in Europe would have turned out differently if, back then, events had unfolded according to people’s conscious awareness rather than according to what arose from the subconscious—which people simply did not know.

[ 21 ] Die Theologen haben sich darüber gestritten, was der Christus ist, ob er in Ewigkeit mit dem Vater geboren, ob er in der Zeit geboren, ob er gleichwert mit dem Vater sei und so weiter. Was sie mit den Gedanken durchdrangen, in dem war nichts enthalten von dem Christus-Impuls. Aber er wirkte innerhalb der Menschen im Unterbewußten. Er wirkte nicht durch die Iche, sondern durch die Astralleiber wirkte er. Realität, Wirklichkeit war der Christus-Impuls, und er wirkte, ohne daß ihn die Menschen zu verstehen brauchten. Das ist das Wichtige, das Wesentliche. Die Art und Weise, wie der Christus gewirkt hat, ist so unabhängig von dem, was die Menschen von ihm verstanden haben, wie der Verlauf eines Gewitters unabhängig ist von dem, was die Menschen an der Elektrisiermaschine oder sonst im physikalischen Laboratorium gelernt haben. Jetzt ist die Zeit, sich bewußt in die Wirksamkeit des Christus-Impulses hineinzuversenken. Aber in dem, was geschichtlich geschehen ist, wirkte der Christus als Kraft immer darin.

[ 21 ] Theologians have argued about what Christ is—whether he was born of the Father from eternity, whether he was born in time, whether he is equal to the Father, and so on. What they pondered in their thoughts contained nothing of the Christ impulse. But he worked within people in the subconscious. He did not work through the egos, but through the astral bodies. The Christ impulse was reality, and it worked without people needing to understand it. That is what is important, what is essential. The way in which Christ worked is as independent of what people understood of him as the course of a thunderstorm is independent of what people have learned from the electrostatic machine or elsewhere in the physics laboratory. Now is the time to consciously immerse oneself in the efficacy of the Christ impulse. But in what has historically occurred, the Christ has always been at work as a force within it.

[ 22 ] Gehen wir von diesem zu einem andern Beispiel in späterer Zeit über. Da müssen wir uns allerdings desjenigen erinnern, was ich Ihnen auseinandergesetzt habe. Für die Zeit, in welcher der Materialismus heraufgezogen ist, ist es wichtig zu wissen, daß der Mensch, indem er sich in die geistige Welt versenken will, das am besten in der Winterzeit tun muß. Daher kommt für diese Zeit überall die Anschauung auf, daß in den bezeichneten Nächten der Wintermitte besonders begabte Naturen begnadet werden mit Inspirationen aus der geistigen Welt. Es gibt überall bei den Völkern Legenden und Sagen, die uns erzählen, wie besonders begabte Naturen, die keine Initiation durchmachen, sondern durch ihre Natur selbst, durch in ihnen wirkende elementare Kräfte begnadet sind, inspiriert zu werden, wie diese inspiriert werden in den Nächten vom Weihnachtsabend ab bis zum Dreikönigstag, in den dreizehn Winternächten. Es gibt eine sehr schöne Legende, die in Norwegen vor nicht langer Zeit gefunden worden ist, die Legende von Olaf Åsteson, der mit dem Weihnachtsabend an die Kirche herangeht und zu schlafen beginnt. Er schläft bis zum 6. Januar; und als er aufwacht, weiß er in Imaginationen von dem zu erzählen, was sich im Seelenland, im Geisterland, wie wir es nennen, zugetragen hat. Er drückt es in Bildern aus, aber er hat es durchlebt in diesen dreizehn Nächten. Und solche Legenden finden sich überall. Sie sind eben nicht das, was man heute Legenden nennt. Es hat in der Tat immer begnadete Menschen gegeben, die gewissermaßen eine Naturinitiation durchgemacht haben durch in ihnen wirkende elementare Kräfte, die der Mensch, wenn er getreulich die Vorschriften des Initiationsweges befolgt, durch seinen Willen durchmachen kann. So daß wir sagen können: In der Zeit des Materialismus konnte es immer Menschen geben, welche dann, wenn der Geist der Erde am wachsten ist, in der Mitte des Winters, sich vereinigen konnten mit dem Geist der Erde und Inspirationen empfangen. Das war auch die Zeit, wo nicht durch das Bewußtsein hereinwirken konnte der Christus-Impuls, der sich mit der Erde verbunden hat. Denken wir uns besonders begnadete Seelen, die empfänglich sind für die geistige Welt. Für sie mußte sich herausstellen, daß sie die Antriebe zu dem, was sie aus der geistigen Welt heraus zu vollbringen haben, gerade bekommen werden in diesen dreizehn Nächten bis zum 6. Januar. Das mußte sich zeigen und zeigte sich auch immer wiederum in kleinen und großen Beispielen, daß es im geschichtlichen Verlauf Menschen gab, welche spirituell so veranlagt waren, daß, wenn der rechte Zeitpunkt für sie eintrat, wo sie in einem Winter jene dreizehn Nächte durchlebten, der geistige Impuls — und in dieser Zeit besonders der Christus-Impuls — in sie hereinkam. Naturinitiationen, Initiationen, die also nicht durch menschliche Bewußtseinsarbeit sich vollzogen, werden sich in der Zeit des Materialismus immer am leichtesten vollzogen haben in diesen dreizehn Nächten. Und wir können erfahren, daß, wo solche Initiationen auftraten, sie sich in diesen dreizehn Nächten vollzogen haben.

[ 22 ] Let us move on from this to another example from a later period. In doing so, however, we must keep in mind what I have explained to you. In an age when materialism has risen, it is important to know that if a person wishes to immerse themselves in the spiritual world, they must do so best during the winter season. Hence, the belief arises everywhere that on the designated nights of midwinter, particularly gifted individuals are blessed with inspirations from the spiritual world. There are legends and tales among all peoples that tell us how particularly gifted individuals—who do not undergo initiation but are blessed by their very nature, through elemental forces working within them—are inspired, and how they are inspired during the nights from Christmas Eve through Epiphany, during the thirteen winter nights. There is a very beautiful legend that was discovered in Norway not long ago, the legend of Olaf Åsteson, who approaches the church on Christmas Eve and falls asleep. He sleeps until January 6; and when he wakes up, he is able to recount in visions what has taken place in the realm of the soul, in the spirit realm, as we call it. He expresses it in images, but he has lived through it during these thirteen nights. And such legends can be found everywhere. They are simply not what we call legends today. In fact, there have always been gifted people who have, so to speak, undergone a natural initiation through elemental forces working within them—forces that a person, if they faithfully follow the instructions of the initiatory path, can experience through their own will. So that we can say: In the age of materialism, there could always be people who, when the spirit of the Earth is most awake—in the middle of winter—could unite with the spirit of the Earth and receive inspiration. That was also the time when the Christ impulse, which had united with the Earth, could not work its way in through consciousness. Let us consider particularly gifted souls who are receptive to the spiritual world. For them, it had to become clear that they would receive the impulses for what they are to accomplish from the spiritual world precisely during these thirteen nights leading up to January 6. This had to become evident, and it did so time and again in both small and large examples: throughout history, there were people who were spiritually predisposed in such a way that, when the right moment came for them—as they lived through those thirteen nights in winter—the spiritual impulse—and during this time especially the Christ impulse—entered into them. Natural initiations—initiations that did not, therefore, take place through human conscious effort—will have occurred most easily during these thirteen nights in the age of materialism. And we can learn that, where such initiations occurred, they took place during these thirteen nights.

[ 23 ] Und nun haben wir eine Tatsache, die selbst jene, die nur ein wenig guten Willen haben, die geistige Welt anzuerkennen — die wenigsten Menschen haben das heute —, anerkennen werden, daß im 15. Jahrhundert durch eine Jungfrau, die Jungfrau von Orleans, nachweislich in den Geschichtsverlauf spirituelle Mächte eingetreten sind. Das kann man auch geschichtlich nachweisen, daß wiederum die ganze Landkarte Europas anders gestaltet worden ist dadurch, daß die Jungfrau von Orleans damals den Franzosen gegen die Engländer geholfen hat. Und wer nachdenkt, kann herausbringen, daß alles sich anders gestaltet hätte nach dem, was die Menschen können, wenn nicht das Hirtenmädchen eingegriffen hätte — und in diesem Hirtenmädchen eben die Kräfte aus der spirituellen Welt. Was dazumal bewirkt wurde, dazu war die Jungfrau von Orleans bloß das Instrument. Was in sie hereingewirkt hat, war der Christus-Impuls.

[ 23 ] And now we have a fact that even those who have just a little goodwill to acknowledge the spiritual world—very few people do today—will recognize: that in the 15th century, through a maiden, the Maid of Orleans, spiritual powers demonstrably intervened in the course of history. This can also be historically proven: the entire map of Europe was reshaped by the fact that the Maid of Orleans helped the French against the English at that time. And anyone who reflects on it can conclude that everything would have turned out differently, according to human capabilities, had the shepherdess not intervened—and within this shepherdess, precisely the forces from the spiritual world. The Maid of Orleans was merely the instrument of what was accomplished at that time. What worked within her was the Christ impulse.

[ 24 ] Dazu hätte sie aber eine Naturinitiation haben müssen — und diese Naturinitiation würde am besten auszuführen gewesen sein in den dreizehn Nächten bis zum 6. Januar. Es hätte also die Jungfrau von Orleans einmal in eine Art von Schlafzustand kommen müssen in der Zeit vom 24.Dezember bis zum 6. Januar, wo sie besonders aufnahmefähig gewesen wäre für den spirituellen Einfluß, der gerade in dieser Zeit da sein kann. So daß vorauszusetzen wäre, daß die Jungfrau von Orleans in einem nicht vollbewußten Zustande die Zeit vom 24. Dezember bis zum 6. Januar erlebt haben würde — und dabei den Christus-Impuls bekommen hätte. — Ja, die Jungfrau von Orleans hat in einer ganz eklatanten Weise diesen Zustand durchgemacht! Man kann ihn nicht eklatanter durchmachen, als wenn man noch in jenem Schlafzustande ist, in dem man vor seiner Geburt ist, in den letzten Zeiten, die man als Kind vor der Geburt im Leibe der Mutter zubringt. Da ist das äußere Bewußtsein selbstverständlich nicht fähig, irgend etwas aufzunehmen. Es ist ein Schlafzustand da, und wenn es das Ende der Zeit im Mutterleibe ist, dann ist es der reifste Zustand des innermütterlichen Schlafes. Und die Jungfrau von Orleans ist in der Tat am 6. Januar geboren. Das ist das große Geheimnis der Jungfrau von Orleans, daß sie in den dreizehn Tagen, die ihrer Geburt vorangingen, einen Natur-Initiationszustand durchgemacht hat. Daher war es, daß besonders sensitive Menschen an jenem 6. Januar, als die Jungfrau von Orleans geboren wurde, in dem Dorfe zusammenliefen und sagten, es müsse etwas ganz Besonderes geschehen sein. Sie fühlten, daß etwas Besonderes in das Dorf gekommen war. Die Jungfrau von Orleans war geboren. Und sie hat durchgemacht eine Naturinitiation in jenem für sie bedeutenden Schlafzustand, den sie im Leibe der Mutter in der letzten Zeit vor der Geburt durchmachte. Da sehen wir, wie immer hinter der Schwelle dessen, was sich für das menschliche Bewußtsein vollzieht, wirklich die geistigen Wesenheiten, die unter dieser Schwelle des Bewußtseins sind, wirken.

[ 24 ] To do so, however, she would have had to undergo a natural initiation—and this natural initiation would have been best carried out during the thirteen nights leading up to January 6. Thus, the Maid of Orleans would have had to enter a kind of sleep-like state during the period from December 24 to January 6, when she would have been particularly receptive to the spiritual influence that can be present precisely at that time. So it would have to be assumed that the Maid of Orleans would have experienced the period from December 24 to January 6 in a state of partial consciousness—and in doing so would have received the Christ impulse. —Yes, the Maid of Orleans went through this state in a most striking way! One cannot go through it more strikingly than when one is still in that state of sleep in which one is before birth, in the final moments spent as a child in the mother’s womb before birth. There, of course, the outer consciousness is incapable of taking anything in. There is a state of sleep there, and when it is the end of the time in the womb, then it is the most mature state of intrauterine sleep. And the Virgin of Orleans was indeed born on January 6. That is the great mystery of the Virgin of Orleans, that in the thirteen days preceding her birth, she went through a state of natural initiation. That is why particularly sensitive people gathered in the village on that January 6th, when the Virgin of Orleans was born, and said that something very special must have happened. They sensed that something special had come into the village. The Virgin of Orleans was born. And she underwent a natural initiation during that significant state of sleep she experienced in her mother’s womb in the final days before birth. Here we see how, as always, behind the threshold of what unfolds for human consciousness, the spiritual beings that exist below this threshold of consciousness are truly at work.

[ 25 ] Da sehen wir, was eine Geschichte bedeuten kann, die nur mit dem rechnet, was in Dokumenten und äußeren Mitteilungen gegeben ist. Die Götter gehen anders durch den Lauf der Geschichte. Die Götter wirken durch andere Mittel und auf andern Wegen. Sie stellen eine Jungfrau von Orleans in das Dasein herein, die durch ihr besonderes Karma für die Inkarnation geeignet ist, den Christus-Impuls aufzunehmen und mit ihm zu wirken. Und sie lassen diesen ChristusImpuls einfließen in der geeigneten Zeit. Natürlich war beides dazu geeignet: Es mußte das besondere individuelle Karma gerade der Jungfrau von Orleans dazukommen. Nicht jedes Kind, das am 6. Januar geboren ist, könnte das gleiche vollbringen.

[ 25 ] Here we see what can happen when a history relies solely on what is found in documents and external reports. The gods move through the course of history in a different way. The gods work through other means and in other ways. They bring a Maid of Orleans into existence who, through her particular karma, is suited for incarnation to receive the Christ impulse and work with it. And they allow this Christ impulse to flow in at the appropriate time. Of course, both factors were necessary: the specific individual karma of the Maid of Orleans had to be present. Not every child born on January 6 could have accomplished the same thing.

[ 26 ] So können wir wirklich sagen: Der Christus-Impuls hat in den Menschen gewirkt durch diejenigen Kräfte, die diesen Menschen nicht zum Bewußtsein gekommen waren. Erst heute leben wir in der Zeit, in der wir bewußt aufnehmen müssen dasjenige, was durch Jahrhunderte hindurch einen andern als den bewußten Weg in die geschichtliche Wirksamkeit hinein suchte.

[ 26 ] Thus we can truly say: The Christ impulse has worked within human beings through forces of which these human beings were not consciously aware. Only today do we live in an age in which we must consciously take in that which, over the course of centuries, sought a path into historical activity other than the conscious one.

[ 27 ] Ein Gefühl wollte ich in Ihren Seelen hervorrufen davon, wie im Konkreten die unterbewußten Mächte wirken. Wie dasjenige, was äußere Geschichte ist und studiert werden kann nach Dokumenten und äußeren Urkunden, eine Äußerlichkeit ist. Es ist gut, wenn man insbesondere in unserer Zeit ein solches Studium anstellt. Sehen wir doch gerade in unserer Zeit, wie sich auf der einen Seite abspielt ein Großes, ein Gewaltiges, ein Heldenhaftes, gepaart mit Opfertaten. Aber wir sehen das Große, das sich in unserer Zeit vollzieht, wirklich begleitet von der Konsequenz des äußersten Materialismus, von jener Konsequenz, welche alles, was sich in unserer Zeit vollzieht, aus bloßen äußeren Umständen zu erklären sucht. Das kommt ja dadurch zum Ausdruck, daß ein Volk dem andern Volk zuschiebt die Schuld an den jetzigen Ereignissen und so äußerlich alles dadurch beurteilen möchte, daß man beim andern die Schuld findet für das, was sich vollzieht. Auch für unsere Zeit liegen tief unten in den unterbewußten Ereignissen die Gründe und Ursachen für das, was geschieht. Davon wollen wir dann übermorgen sprechen.

[ 27 ] I wanted to awaken in your souls a sense of how subconscious forces actually work in the concrete world. How that which is external history—and can be studied through documents and external records—is merely an outward appearance. It is good to undertake such a study, especially in our time. Let us see, especially in our time, how on the one hand something great, something mighty, something heroic is unfolding, coupled with acts of sacrifice. But we see that the great events taking place in our time are truly accompanied by the consequence of extreme materialism—that consequence which seeks to explain everything happening in our time solely through external circumstances. This is expressed in the fact that one people shifts the blame for current events onto another people and thus seeks to judge everything from an external perspective, finding fault with the other for what is taking place. For our time as well, the reasons and causes for what is happening lie deep within the subconscious events. We will speak of this the day after tomorrow.

[ 28 ] Geeignet wird gerade unsere Zeit sein — auch durch das, was sich so blutig vollzieht —, den Menschen die Mahnung zu geben nach spirituellen Impulsen des Erkennens hin. Wenn einmal wiederum Friede sich über die heute kriegführenden Länder hinziehen wird, wird man eine Entdeckung machen: die Entdeckung, daß man aus äußeren Ursachen so gewaltige Kriege der Weltgeschichte nicht erklären kann! Man wird es entdecken, daß man sie nicht erklären kann. Heute sagen noch die Leute, besonders die Gescheiten: Es ist nicht angemessen, über alles zu sprechen, was diesen Krieg verursacht hat, darüber wird die Geschichte sprechen! — Und die dünken sich besonders klug, die da sagen: Erst in fünfzig, in hundert Jahren wird die Geschichte das Richtige darüber sprechen!

[ 28 ] Our time will be particularly suited—not least because of the bloody events currently unfolding—to urging people toward spiritual impulses of insight. Once peace returns to the countries currently at war, a discovery will be made: the discovery that such massive wars in world history cannot be explained by external causes! People will discover that they cannot be explained. Today, people still say—especially the clever ones: It is not appropriate to speak of everything that caused this war; history will speak of that! —And those who say, “Only in fifty or a hundred years will history speak the truth about it,” think themselves particularly clever!

[ 29 ] Was man heute Geschichte nennt, wird niemals die Ursachen der heutigen Ereignisse erklären; aber ersehen wird man, daß aus der geschichtlichen Betrachtung die Ursachen nicht ergründet werden können. Aber andere Hilfen werden da sein. Das zeigt gerade eine okkulte Beobachtung unserer Gegenwart.

[ 29 ] What we call history today will never explain the causes of current events; but we will see that the causes cannot be fathomed through a historical perspective. However, other means of understanding will be available. This is precisely what an occult observation of our present time reveals.

[ 30 ] Was ist denn eine der auffälligsten Tatsachen in dieser schicksaltragenden Zeit? Oh, eine der auffälligsten Tatsachen ist ohne Zweifel diese, daß so unzählige Menschen in jugendlichen Jahren durch die Pforte des Todes gehen. Wir wissen, was mit dem Menschen geschieht, wenn er durch die Pforte des Todes geht. Wir wissen, daß er zunächst aus dem physischen Leib heraustritt mit Ätherleib, Astralleib und Ich und daß er nach verhältnismäßig kurzer Zeit diesen Ätherleib abstreift und mit dem Extrakt daraus seine weitere Wanderung durchmacht. Aber können Sie sich nicht denken, daß ein Unterschied sein muß zwischen einem Ätherleib, der abgestreift wird zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr, der noch die Funktionen des Menschenlebens hätte versorgen können durch Jahrzehnte hindurch, und einem Ätherleib, der da abgestreift wird im späteren Alter? Ja, da ist ein großer Unterschied. Wenn ein Mensch durch Alter oder durch Krankheit stirbt, so hat der Ätherleib seine Aufgabe erfüllt. Aber bei einem jungen Menschen, deren ja Unzählige jetzt durch die Pforte des Todes gehen, hat der Ätherleib noch nicht alles erfüllen können, was er erfüllen könnte.

[ 30 ] What, then, is one of the most striking facts of this fateful time? Oh, one of the most striking facts is undoubtedly this: that so many people pass through the gate of death while still in the prime of life. We know what happens to a person when they pass through the gate of death. We know that they first step out of the physical body with their etheric body, astral body, and ego, and that after a relatively short time they shed this etheric body and continue their journey with the essence of it. But can you not imagine that there must be a difference between an etheric body that is shed between the ages of twenty and thirty—one that could still have sustained the functions of human life for decades to come—and an etheric body that is shed at a later age? Yes, there is a great difference. When a person dies of old age or illness, the etheric body has fulfilled its task. But in the case of a young person—of whom countless numbers are now passing through the gates of death—the etheric body has not yet been able to fulfill all that it could have fulfilled.

[ 31 ] Nun möchte ich Ihnen an einem konkreten Beispiel zeigen, wie es mit solchen Ätherleibern ist, die gleichsam gewaltsam weggerissen werden von dem physischen Leibe. Man könnte natürlich viele Beispiele anführen. Aber ich will Ihnen heute ein Beispiel anführen, das wir selbst im Herbst erlebt haben in Dornach. An der Stätte des Baues haben wir das erlebt. Eine Familie, die in der Nähe des Baues wohnt, hatte ein Söhnchen von sieben Jahren — eine Familie, die zu unserem anthroposophischen Kreise gehört. Es war ein lieber Junge von sieben Jahren, wirklich ein ganz wunderbarer Junge. Er war so brav, daß, als sein Vater in den Krieg gezogen war, der kleine siebenjährige Theo zu seiner Mutter sagte: Jetzt muß ich besonders fleißig sein, denn ich muß dir noch da helfen, wo dir der Vater geholfen hat! Eines Abends nach einem Vortrag kam eine unserem Kreise angehörige Persönlichkeit und erklärte, daß dieser kleine Theo seit dem Abend verschwunden sei. Man konnte sich nichts anderes denken, als daß er verunglückt sei. Nun war an jenem Abend durch das, was man im äußeren Leben Zufall nennt, ein Möbelwagen an einer Stelle gefahren, wo jahrelang gewiß keiner gefahren ist, und seither auch keiner wieder. An der Stelle war der Wagen umgekippt. Der kleine Theo war in jenem Häuschen gewesen, das man die Kantine nennt, weil dort unsere Freunde, die am Bau arbeiten, mit Essen versorgt werden. Merkwürdigerweise — er wäre früher weggegangen — wurde er von irgend jemand zurückgehalten, und während er durch eine Tür hinausgehen wollte, durch die er auf einen bestimmten Weg gekommen wäre, mußte er diesmal durch eine andere Türe gehen, und er ging dadurch an dem Möbelwagen vorüber, gerade als der Möbelwagen umfiel. Der Wagen fiel über ihn. Es ist das eines jener Beispiele, wo wir so klar sehen, wie das Karma wirkt.

[ 31 ] Now I would like to show you, using a concrete example, what happens to such etheric bodies when they are, as it were, violently torn away from the physical body. Of course, one could cite many examples. But today I want to give you an example that we ourselves experienced last fall in Dornach. We experienced this at the construction site. A family living near the construction site had a seven-year-old son—a family that belongs to our anthroposophical circle. He was a sweet seven-year-old boy, truly a wonderful boy. He was so well-behaved that when his father went off to war, little seven-year-old Theo said to his mother: “Now I have to be especially diligent, because I have to help you where your father used to help you!” One evening after a lecture, a member of our circle came and explained that little Theo had been missing since that evening. One could think of nothing else but that he had met with an accident. Now, on that very evening, through what is called a coincidence in everyday life, a moving truck had driven to a spot where certainly no one had driven for years, and no one has since. The truck had overturned at that spot. Little Theo had been in that little house called the canteen, because that is where our friends working on the construction site are provided with food. Strangely enough—he would have left earlier—he was held back by someone, and while he was about to go out through a door that would have led him down a certain path, this time he had to go through another door, and as he passed through it, he walked past the moving truck just as it tipped over. The truck fell on top of him. This is one of those examples where we can see so clearly how karma works.

[ 32 ] Ich habe oftmals den einfachen Vergleich gebraucht, um zu zeigen, wie oft Ursache und Wirkung gänzlich verwechselt werden: Wir sehen einen Menschen an einem Fluß entlanggehen. Plötzlich sehen wir, wie der Mensch in den Fluß hineinfällt. Wir gehen hin und finden an der Stelle, wo der Mensch hereingefallen ist, einen Stein liegen. Der Mensch wird aus dem Wasser gezogen. Er ist schon tot. Wenn man die Sache nicht weiter untersucht, so wird man mit dem besten äußeren Gewissen die Sache so erzählen: Der Mann ist über den Stein gefallen, in den Fluß hinein, und ist ertrunken. — Man hätte nur zu untersuchen brauchen, und man hätte gefunden, daß der Tod nicht eingetreten ist, weil der Mensch ins Wasser fiel, sondern der Mensch ist ins Wasser gefallen, weil er tot war; er hatte einen Schlag bekommen. Die Sache ist also umgekehrt, als man sich denken muß. So sieht man, wie man im Leben leicht überall Ursache und Wirkung verwechselt. In der gewöhnlichen Wissenschaft geschieht das allerdings überall, daß Ursachen und Wirkungen verwechselt werden.

[ 32 ] I have often used a simple analogy to show how frequently cause and effect are completely confused: We see a person walking along a river. Suddenly, we see the person fall into the river. We go over and find a rock lying at the spot where the person fell in. The person is pulled out of the water. He is already dead. If one does not investigate the matter further, one will, in all good faith, recount the story as follows: The man tripped over the stone, fell into the river, and drowned. — One need only have investigated, and one would have found that death did not occur because the person fell into the water, but rather the person fell into the water because he was dead; he had suffered a stroke. The situation is therefore the reverse of what one might assume. Thus one sees how easily cause and effect are confused in life. In conventional science, however, this happens everywhere—that causes and effects are confused.

[ 33 ] Hier ist es nun natürlich auch so, daß das gerade dieser Theo es bewirkt hat: er war die Ursache, daß der Wagen zu dieser Zeit vorbeifuhr, er hat ihn auf sich gelenkt. Das muß man sich als das eigentliche Geheimnis der Sache vor Augen halten. Aber nun das Weitere: Ein wirklich in der allerersten Blüte des Lebens verunglücktes Menschenkind! Ja, wenn man verquickt ist mit seinem Herzen mit der ganzen Bauarbeit in Dornach und zu gleicher Zeit die Möglichkeit hat, dies zu beobachten, was in diesen Bau hereinwirkt, dann kann man sagen: Dieser Ätherleib, der auf diese Weise gewaltsam von dem kleinen Theo getrennt worden ist, der ist jetzt in der Atmosphäre des Baues, und die schönsten Inspirationskräfte zu dem, was dort geschaffen wird, gewinnt man dadurch, daß man seine eigene Seele vereinigt mit dem, was vergrößert, wie zu einer kleinen Welt ausgedehnt, in der Atmosphäre des Baues lebt. Und niemals werde ich anstehen, rückhaltlos zu bekennen, daß ich vieles, was ich zu unserem Bau in jener Zeit finden konnte, der Hinlenkung der eigenen Seele nach dem in der Atmosphäre des Baues wirksamen Ätherleib des kleinen Theo zu verdanken habe. So sind eben die Zusammenhänge in der Welt. Dasjenige, was die eigentliche Individualität dieses Menschenwesens ist, geht weiter, aber zurück bleibt der Ätherleib, der noch viele Jahrzehnte ein menschliches Leben hätte versorgen können.

[ 33 ] Here, too, it is of course the case that it was Theo himself who brought this about: he was the reason the car drove by at that moment; he steered it toward himself. One must keep this in mind as the true mystery of the matter. But now for the rest: a human child who met with an accident in the very first bloom of life! Yes, if one is deeply connected in one’s heart to the entire construction work in Dornach and at the same time has the opportunity to observe what is working into this building, then one can say: This etheric body, which has been so violently separated from little Theo in this way, is now in the atmosphere of the building, and the most beautiful forces of inspiration for what is being created there are gained by uniting one’s own soul with that which lives in the atmosphere of the building, magnified and expanded as if into a small world. And I will never hesitate to confess unreservedly that much of what I was able to find regarding our building at that time I owe to the guidance of my own soul toward little Theo’s etheric body, which was active in the atmosphere of the building. Such are the connections in the world. That which is the actual individuality of this human being goes on, but what remains behind is the etheric body, which could have sustained a human life for many decades yet.

[ 34 ] Nun denken Sie sich die Anzahl der unverbrauchten Ätherleiber, die da schweben in der geistigen Atmosphäre über uns und über denjenigen, die auch nach uns leben werden! Jene Ätherleiber, die zurückgeblieben sind von denen, die durch unsere schicksaltragende Zeit in frühem Lebensalter durch die Pforte des Todes gegangen sind. Wir sprechen da nicht von dem Wege, den die Individualitäten durchmachen, sondern wir sprechen davon, daß durch diese zurückgebliebenen Ätherleiber eine eigene geistige Atmosphäre geschaffen wird. Die Menschen, die da leben werden, sie werden in dieser Atmosphäre leben. Sie werden eingetaucht sein in eine geistige Atmosphäre, die erfüllt sein wird von diesen Ätherleibern, die ihr Leben hingeopfert haben dadurch, daß in unserer Zeit gerade die Menschheit vorwättskommen kann durch diese Ereignisse. Aber notwendig wird sein, daß man verspüre dasjenige, was diese Ätherleiber wollen, welche die besten Inspiratoren der zukünftigen Menschheit sein werden. Es wird eine schöne Zeit des Spiritualismus erwachen können, wenn die Menschen Verständnis, inneres Herzensverständnis entgegenbringen dem, was ihnen diese Ätherleiber werden sagen wollen. Alle diese Ätherleiber, sie werden Helfer sein zum spirituellen Aufschwung der Zukunft. Deshalb ist es so wichtig, daß es Seelen gibt, die in der Lage sein werden, dasjenige zu fühlen, was in die Atmosphäre der Zukunft hineinkommt durch diese Ätherleiber.

[ 34 ] Now imagine the number of unconsumed etheric bodies floating in the spiritual atmosphere above us and above those who will live after us! Those etheric bodies left behind by those who, during our fateful times, passed through the gate of death at an early age. We are not speaking here of the path that individual souls undergo, but rather of the fact that these remaining etheric bodies create a distinct spiritual atmosphere. The people who will live there will live in this atmosphere. They will be immersed in a spiritual atmosphere that will be filled with these etheric bodies, which have sacrificed their lives so that humanity may advance through these events in our time. But it will be necessary to sense what these etheric bodies desire, for they will be the greatest inspirers of future humanity. A beautiful era of spiritualism may dawn if people respond with understanding—with heartfelt understanding—to what these etheric bodies will wish to convey to them. All these etheric bodies will be helpers in the spiritual upsurge of the future. That is why it is so important that there are souls who will be able to feel what is entering the atmosphere of the future through these etheric bodies.

[ 35 ] Nicht dadurch lernen Sie nur etwas über die Natur der Ätherleiber, daß Sie erzählen können: Der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, sondern daß Sie auch ein solches Geheimnis der wirksamen Geistigkeit der Ätherleiber wissen, wie es in der Zukunft da sein wird.

[ 35 ] You do not learn about the nature of the etheric bodies merely by being able to say that human beings consist of a physical body, an etheric body, an astral body, and an I; rather, you must also understand the mystery of the active spirituality of the etheric bodies as it will exist in the future.

[ 36 ] Vorzubereiten werden sich diejenigen haben, die jetzt schon eine Hinneigung haben zum Bekenntnis der Geisteswissenschaft, für die Empfänglichkeit dessen, was diese Ätherleiber sagen wollen. Lenken wir daher unsere Seelen der geistigen Welt zu, so werden wir uns und diejenigen, die nach uns kommen werden, vorbereiten, das zu empfinden, was die Vermächtnisse, die ätherischen Vermächtnisse der Toten von der Menschheit der Zukunft wollen. Wenn Menschenseelen durch die Geisteswissenschaft so angeregt sein werden, daß sie hinlenken können ihren geistigen Sinn in die geistigen Welten, dann wird sicher Großes und Gewaltiges als Wirkung aus dem Blut und aus dem Mut und aus den Leiden und aus den Opfern hervorsptießen. Daher möchte ich am Schlusse unserer heutigen Betrachtung in einige Worte zusammenfassen dasjenige, was uns jetzt beseelen, beleben kann, wenn wir als geisteswissenschaftliche Bekenner unseren Sinn hinlenken auf die großen, schicksaltragenden Ereignisse unserer Zeit.

[ 36 ] Those who already have a predisposition toward Spiritual Science will need to prepare themselves to be receptive to what these etheric bodies seek to convey. If we therefore turn our souls toward the spiritual world, we will prepare ourselves and those who will come after us to perceive what the legacies—the ethereal legacies of the dead—intend for the humanity of the future. When human souls are so inspired by Spiritual Science that they can direct their spiritual sense toward the spiritual worlds, then surely something great and mighty will spring forth as an effect from the blood and the courage and the sufferings and the sacrifices. Therefore, at the conclusion of our reflection today, I would like to summarize in a few words what can now inspire and enliven us as we, as adherents of Spiritual Science, direct our attention to the great, fateful events of our time.

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht
Denken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.

From the courage of the fighters,
From the blood of battle,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
Grows the fruit of the spirit
Souls, spiritually aware,
Send their meaning into the spirit realm.