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The Rudolf Steiner Archive

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Artistic and Existential Questions
in the Light of Spiritual Science
GA 162

25 July 1915, Dornach

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Neunter Vortrag

Ninth Lecture

[ 1 ] Gestern sahen wir, wie gewissermaßen verteilt ist auf die weltgeschichtlichen Völkerströmungen dasjenige, was wir bezeichnen können als den fortlaufenden Fluß des sich entwickelnden Wissens, der sich entwickelnden Weisheit auf der einen Seite, und auf der anderen Seite das sich in einer gewissen Zeit mit dieser Weisheit vereinigen müssende Leben. Es ist dies ein Beispiel für die im Grunde genommen in ihren Konsequenzen erschütternde Tatsache von dem Zusammenwirken der verschiedenen Einseitigkeiten im Weltendasein, um ein Ganzes, um eine Harmonie hervorzubringen. Und ich habe schon darauf aufmerksam gemacht, wie bis in unsere Zeiten herein wahrzunehmen ist die Nachwirkung, sowohl auf der einen Seite des lebenlosen Wissensprinzipes, des altwerdenden Wissensprinzipes, wie auch auf der anderen Seite des wissenlosen Lebensprinzipes, das wie ein junger Trieb in der Entwickelung der Menschheit sich vereinigt mit dem aus Urzeiten heraufgebrachten und sich verstrohenden Wissensprinzipes.

[ 1 ] Yesterday we saw how, so to speak, what we might call the continuous flow of evolving knowledge and evolving wisdom is distributed across the historical currents of peoples throughout the world—on the one hand—and, on the other hand, the life that must unite with this wisdom at a certain point in time. This is an example of the fact—which, in its consequences, is fundamentally profound—that the various one-sided aspects of world existence interact to bring about a whole, a harmony. And I have already pointed out how, even down to our own times, we can perceive the aftereffects—both, on the one hand, of the lifeless principle of knowledge, the principle of knowledge that is growing old, and, on the other hand, of the life principle devoid of knowledge, which, like a young shoot in the development of humanity, unites with the principle of knowledge brought down from primeval times and now in the process of dispersing.

[ 2 ] Nun wollen wir heute dieselbe Tatsachenwelt einmal etwas subjektiver ins Auge fassen, wollen sie ins Auge fassen in unmittelbarer Anknüpfung an die Betrachtung des menschlichen Wesens. Die so oft an uns herangetretene Tatsache der rhythmischen Verwandlung des Menschen im täglichen Lebenslaufe wollen wir noch einmal vor unsere Seele stellen: nämlich, daß der Mensch abwechselt im Laufe seines alltäglichen Lebens zwischen dem Zusammensein seiner vier Glieder — des physischen Menschen, des ätherischen Menschen, des astralischen Menschen und des Ich-Menschen — und einem gewissermaßen Getrenntsein dieser vier Glieder zu zwei und zwei: dem Verbundensein des physischen Menschen mit dem ätherischen Menschen und des Ich mit dem astralischen Menschen.

[ 2 ] Today, let us take a somewhat more subjective look at this same world of facts, examining it in direct connection with our consideration of the human being. Let us once again bring to mind the fact—which has been presented to us so often—of the rhythmic transformation of the human being in the course of daily life: namely, that in the course of daily life, the human being alternates between the unity of his four members—the physical human being, the etheric human being, the astral human being, and the I-human being—and a state in which these four members are, so to speak, separated into pairs: the union of the physical human being with the etheric human being, and of the I with the astral human being.

[ 3 ] Der Wechsel von Schlafen und Wachen beruht ja auf dieser rhythmischen Folge des gewissermaßen Vereintseins dieser vier Glieder und des gewissermaßen Getrenntseins derselben. Wir haben schon einmal davon gesprochen, daß man diese Tatsache, die hiermit ausgedrückt worden ist, noch genauer betrachten kann; allein für die heutige Betrachtung mag sie uns als eine hinreichende Grundlage auch so dienen.

[ 3 ] The alternation between sleep and wakefulness is based, after all, on this rhythmic sequence of these four elements being, in a sense, united and, in a sense, separated. We have already mentioned that this fact, as expressed here, can be examined in even greater detail; however, for today’s discussion, it may serve as a sufficient basis even as it stands.

[ 4 ] Wenn wir das menschliche Sein, das menschliche Weben im Schlafe betrachten, so kann ja, auch ohne daß mit dem Menschen eine besondere Entwickelung eingetreten ist, doch diesem Menschen, namentlich in besonders lichten, in besonders geweckten Momenten des Aufwachens, ein deutliches Bewußtsein vor die Seele treten, daß er, als seelischer Mensch, beim Aufwachen wie heraus sich hebt aus einem Weben und Leben in einem, ich möchte sagen, feingeistigen Sein.

[ 4 ] When we observe human existence—the human weaving that takes place during sleep—even without any particular development having occurred within the individual, a clear awareness can nevertheless arise in that person’s soul, especially during particularly lucid, particularly alert moments of waking, that, as a spiritual being, upon waking, they seem to rise out of a weaving and living that are one and the same, I would say, a subtle-spiritual existence.

[ 5 ] Es muß doch den meisten Menschen auffallen, wenn die Verhältnisse günstig sind, daß sie aus dem Schlafe heraus aufwachen nicht wie aus einem Nichts, sondern daß sie heraustauchen aus dem Schlafe wie aus einem vollen, aber viel ätherischeren, leichteren Weben und Leben, als dasjenige ist, das wir durchmachen vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Es wird gewiß manchem schon beigefallen sein, aufgefallen sein im Aufwachen, daß er während des Schlafens in einem Elemente lebte, in dem er so darinnen steht, daß er eigentlich während dieses Schlafes gescheiter ist als während des Wachens. Das muß ja doch der größte Teil der Menschen durchgemacht haben, daß sie im Aufwachen sich gesagt haben: Ja, da kam dieses oder jenes; es stellte sich vor meine Seele. Ich weiß ganz genau, ich habe da etwas erlebt, was ich jetzt nicht deutlich genug hereinbringen kann in das Wachbewußtsein. — Und dann kann man sich gewissermafßen dumm vorkommen gegenüber der Gescheitheit, in der man war in diesem nächtlichen Weben und Leben, in diesem viel ätherischeren Elemente, als das Leben der physischen Welt ist vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Man war mit seinem ganzen Wesen — dessen muß man sich klar sein — untergetaucht in ein Weben und Leben, das in ähnlicher Art um uns herum ist wie das physische Leben und Weben vor dem physischen Bewußtsein, das nur nicht erfaßt werden kann von diesem physischen Bewußtsein, das gewissermaßen zumeist vollständig vergessen wird im Momente des Aufwachens.

[ 5 ] Surely it must occur to most people that, when conditions are favorable, they do not wake from sleep as if from nothing, but rather emerge from sleep as if from a full, yet much more ethereal and lighter state of activity and life than the one we experience from waking until falling asleep. It must certainly have occurred to many, as they were waking up, that while sleeping they lived in a realm in which they are so immersed that they are actually more lucid during sleep than while awake. Surely the majority of people must have experienced this, saying to themselves upon waking: “Yes, this or that came to me; it presented itself to my soul.” I know quite clearly that I experienced something there that I cannot now bring clearly enough into my waking consciousness. — And then one can, in a sense, feel foolish in comparison to the clarity one possessed in this nocturnal weaving and living, in this element that is far more ethereal than the life of the physical world from waking until falling asleep. One was—and one must be clear about this—immersed with one’s entire being in a weaving and a life that exists around us in a manner similar to the physical life and weaving that lies beyond physical consciousness, only it cannot be grasped by this physical consciousness and is, in a sense, almost completely forgotten at the moment of waking.

[ 6 ] Aber ebenso kann sich der Mensch, auch ohne besondere okkulte Schulung, klar sein darüber, daß er während des Schlafes in einem solchen Elemente webend darinnen war, das er nicht voll mitnehmen kann in das wache Leben. Auch diese Tatsache, von der sich jeder im Grunde sehr leicht überzeugen kann, wird verstanden, wenn wir den wunderbaren Urdoppelspruch nehmen, auf den wir schon gestern hingewiesen haben, jenen Doppelspruch, der da besagt: Weil die Menschen gelernt haben, zu erkennen oder zu unterscheiden das Gute und das Böse, weil sie gegessen haben von dem Baume der Erkenntnis des Guten und des Bösen, sollen sie nicht essen von dem Baume des Lebens.

[ 6 ] But even without any special occult training, a person can be clearly aware that, while asleep, they were weaving within an element that they cannot fully carry over into waking life. This fact, which anyone can actually verify quite easily, becomes clear when we consider the wondrous primordial dual saying we referred to yesterday—the saying that states: “Because human beings have learned to recognize or distinguish between good and evil, because they have eaten from the tree of the knowledge of good and evil, they shall not eat from the tree of life.”

[ 7 ] Was heißt es denn: «Nicht essen von dem Baume des Lebens?» Sie werden es vielleicht nicht mehr unbegreiflich finden, was ich über diesen Ausspruch zu sagen habe, wenn Sie sich vernünftigerweise vor die Seele führen, was es denn eigentlich nur heißen kann: gegessen zu haben von dem Baume der Erkenntnis des Guten und des Bösen. — Jeder kann sich doch sagen: Wäre das nicht vorgekommen, was wir die luziferische Verführung nennen, so würde der Mensch offenbar anders in diesem Erdenleben dastehen müssen; denn so wie er dasteht, mischt sich hinein in sein Erdenleben die Wirkung der luziferischen Verführung. — Das heißt, wir bringen es in unserem Erdenleben bis zu einer gewissen Art von Erkenntnis, bis zu einer gewissen Art, uns durch unseren Verstand und durch unsere Vernunft zu den Dingen zu stellen, durch sie ein gewisses Wissen von den Dingen der Welt zu bekommen. Es ist doch ganz klar: wir müßten ein anderes Wissen von den Dingen der Welt bekommen, wenn die luziferische Verführung nicht stattgefunden hätte. Das besagt gerade der angedeutete Doppelspruch. Das heißt, das Wissen, das wir von der Welt und deren Erscheinungen bekommen, ist ein solches Wissen, das durch den luziferischen Einfluß eingetreten ist, ein Wissen, das darstellt die fortlaufende Entwickelung, die eingetreten ist durch den Genuß vom Baume der Erkenntnis des Guten und des Bösen. All unser Wissen ist ein solches, daß es eintreten mußte, so wie es geworden ist, als Folge des Genusses vom Baume der Erkenntnis des Guten und des Bösen. Hätte der Mensch nicht genossen vom Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen, so müßte eben ein anderes Wissen da sein als das, welches unter den heutigen «normalen» Verhältnissen da ist, wo Luzifer in unser Dasein herein wirkt.

[ 7 ] What does it mean, “Do not eat from the Tree of Life”? Perhaps you will no longer find what I have to say about this statement incomprehensible if you reasonably consider what it can actually mean to have eaten from the Tree of the Knowledge of Good and Evil. — Anyone can tell themselves: If what we call the Luciferic temptation had not occurred, human beings would obviously be in a different position in this earthly life; for as things stand, the effect of the Luciferic temptation is interwoven into their earthly existence. — That is to say, in our earthly life we attain a certain kind of knowledge, a certain way of approaching things through our intellect and reason, and through them we gain a certain knowledge of the things of the world. It is quite clear, after all: we would have to gain a different kind of knowledge of the things of the world if the Luciferic temptation had not taken place. This is precisely what the aforementioned double saying implies. That is to say, the knowledge we gain of the world and its phenomena is a knowledge that has come about through the Luciferic influence—a knowledge that represents the ongoing development that has taken place as a result of eating from the tree of the knowledge of good and evil. All our knowledge is such that it had to come about, just as it has, as a consequence of eating from the Tree of the Knowledge of Good and Evil. Had human beings not eaten from the Tree of the Knowledge of Good and Evil, there would have to be a different kind of knowledge than the one that exists under today’s “normal” conditions, in which Lucifer exerts his influence on our existence.

[ 8 ] Wenn Sie so sich vor Augen stellen, daß im Grunde genommen unser gesamtes Tageswissen beeinflußt ist von der Tatsache der luziferischen Verführung, daß unser Tageswissen die Erfüllung ist davon, daß wir genossen haben von dem Baume der Erkenntnis des Guten und des Bösen, so wird es Ihnen nicht mehr so unbegreiflich erscheinen, wenn ich Ihnen jetzt die aus vielen okkulten Wahrnehmungen heraus zu erkennende Tatsache vor Augen führe: daß unser nächtliches, schlafendes Nichtwissen, unsere über das Bewußtsein sich ausbreitende Finsternis des Schlafes einfach die Wirkung ist des Nicht-Essendürfens von dem Baume des Lebens. Gerade so, wie unser Alltagswissen die Wirkung ist des Gegessenhabens von dem Baume der Erkenntnis des Guten und des Bösen, so ist das Nicht-Wissen während des Schlafes die Folge des Nicht-haben-essen-Dürfens von dem Baume des Lebens. Würden wir von diesem Baume haben essen dürfen, so würde für den Schlaf etwas Ähnliches eingetreten sein wie für das Wachen. Das hat aber nicht kommen dürfen. Und so ist denn eingetreten für den Schlafzustand die Bewußtlosigkeit.

[ 8 ] If you create a mental image of this, fundamentally, all of our waking knowledge is influenced by the fact of the Luciferic temptation—that our waking knowledge is the fulfillment of our having eaten from the Tree of the Knowledge of Good and Evil— then it will no longer seem so incomprehensible to you when I now present to you the fact that can be discerned from many occult perceptions: that our nocturnal, sleeping ignorance—the darkness of sleep that spreads over our consciousness—is simply the effect of not being allowed to eat from the Tree of Life. Just as our everyday knowledge is the effect of having eaten from the Tree of the Knowledge of Good and Evil, so too is the state of not knowing during sleep the consequence of not being allowed to eat from the Tree of Life. If we had been allowed to eat from this tree, something similar to what occurs during wakefulness would have occurred during sleep. But that was not to be. And so, unconsciousness has become the state of sleep.

[ 9 ] Wenn aber nun diese Bewußtlosigkeit des Schlafes überwunden wird, wenn die Möglichkeit eintritt, durch eine geisteswissenschaftliche methodische Entwickelung, etwas zu wissen von dem, was sich wirklich da vollzieht in dem vorhin angedeuteten Weben und Leben in einem ätherischen Elemente, dann werden wir gewahr, wie eigentlich wir vom Einschlafen bis zum Aufwachen unser Leben verbringen. Wir verbringen dieses Leben nämlich — es ist dies eine Tatsache, die einen erschüttern kann — vom Einschlafen bis zum Aufwachen in den Armen Luzifers, möchte ich sagen. Und man kann verstehen, was da eigentlich geschehen ist, verstehen das tiefe Mysterium, das dieser ganzen Tatsachenwelt zugrundeliegt, dadurch daß man sieht: in demselben Momente, da der Mensch damit bestraft worden ist, nicht essen zu dürfen von dem Baume des Lebens, wurde Luzifer dazu verurteilt, fortwährend von diesem Baume zu essen. Und weil er dasjenige, was da webt und lebt vom Einschlafen bis zum Aufwachen, was uns, wenn es uns nachklingt im Wachen, so unendlich gescheit vorkommt, weil Luzifer das in Anspruch nimmt, so hat dieses Weben und Leben in dem, was uns nicht zum Bewußtsein kommt, eben weil er es für sich in Anspruch nimmt, eine ganz gewisse Folge.

[ 9 ] But when this unconsciousness of sleep is overcome—when, through a methodical development of Spiritual Science, the possibility arises to gain some knowledge of what is actually taking place in the weaving and life within an etheric element, as indicated earlier—then we become aware of how we actually spend our lives from the moment we fall asleep until we wake up. For we spend this life—and this is a fact that can be quite shocking—from the moment we fall asleep until we wake up in the arms of Lucifer, I might say. And one can understand what has actually happened there—understand the deep mystery that underlies this entire world of facts—by seeing that at the very moment when humanity was punished by being forbidden to eat from the Tree of Life, Lucifer was condemned to eat from that tree continuously. And because he claims for himself that which weaves and lives from the moment we fall asleep until we wake up—that which, when it lingers in our waking minds, seems so infinitely wise to us—because Lucifer claims this for himself, this weaving and living in what does not come to our consciousness has a very definite consequence, precisely because he claims it for himself.

[ 10 ] Also wir können sagen: Unser Leben und Weben in dem feinen, ätherischen Elemente, das ich angedeutet habe, das ist etwas, dessen sich Luzifer bemächtigt. Und weil sich Luzifer dessen bemächtigt, so kommt das zustande, daß etwas nicht geschieht, was eigentlich durch die Jahve-Gottheiten den Menschen vorbestimmt war. Durch die Jahve-Gottheiten war vorbestimmt den Menschen, beim Aufwachen hereinzubekommen in den Ätherleib und in den physischen Leib dasjenige, was da webt und lebt im Schlafe. Ich muß das etwas schematisch zeichnen, damit Sie vielleicht genauer sehen können, um was es sich da handelt. Ich möchte dasjenige, was von unserem Ich außerhalb des physischen Leibes lebt während des Schlafes, schematisch etwa durch dieses bezeichnen (rot); was von unserem astralischen Leibe während des Schlafens außerhalb des physischen Leibes lebt, mit diesem (gelb); was von unserem physischen Leibe im Bette bleibt, möchte ich mit diesem bezeichnen (blau), und was von unserem ätherischen Leibe im Bette bleibt, mit diesem (ockergelb).

[ 10 ] So we can say: Our life and activity within the subtle, ethereal element that I have alluded to—this is something that Lucifer takes control of. And because Lucifer takes control of it, the result is that something does not happen that was actually predestined for human beings by the Yahweh deities. It was predestined by the Yahweh deities that, upon waking, human beings would receive into their etheric body and physical body that which weaves and lives within them during sleep. I must sketch this out somewhat schematically so that you may perhaps see more clearly what is involved here. I would like to schematically represent what lives outside the physical body during sleep (red); what lives outside the physical body from our astral body during sleep, with this (yellow); what remains in bed from our physical body, I would like to denote with this (blue), and what remains in bed from our etheric body, with this (ochre yellow).

Diagram 1Diagram 1

[ 11 ] Nun war folgendes von vornherein bestimmt. Es war dem Menschen durch die sich fortentwickelnden Jahve-Gottheiten bestimmt, daß beim Aufwachen jenes angedeutete ätherische Weben und Leben untertaucht sowohl in den ätherischen Leib wie in den physischen Leib des Menschen. Sie müssen nicht erschrecken darüber, daß Luzifer es ist, der mit uns webt, während wir im ätherischen, feinen Elemente selber leben vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Ich habe ja schon in Münchner Vorträgen einmal angedeutet, daß das ganz falsch ist, wenn man glaubt, man müsse sich vor Luzifer auf allen Gebieten des Lebens nur in acht nehmen. Das ist ein materialistisches Vorurteil. Geistige Wesenheiten sind nicht dazu da, daß sie eigentlich nicht da sein sollten. Und es benehmen sich die meisten gegenüber dem Luziferischen und Ahrimanischen unrichtigerweise so, als ob sie nur ja nicht etwas zu tun haben wollten mit dem Luziferischen und Ahrimanischen. Darum handelt es sich aber gar nicht, das Leben so einzurichten, daß man nichts zu tun hat mit dem Luziferischen und Ahrimanischen. Es handelt sich darum, daß man auch diese Wesenheiten da gelten läßt, wo sie in ihrem Elemente sind, und weiß, daß sie schädlich nur wirken in den Elementen, wo sie nicht hingehören. So ist es für das Erdenleben recht, daß Luzifer lebt und webt vom Einschlafen bis zum Aufwachen in dem Elemente, von dem wir Menschen nichts wissen sollen, da wir schon das andere Wissen haben, das eine Wirkung vom Genusse des Baumes der Erkenntnis des Guten und des Bösen ist.

[ 11 ] Now, the following was determined from the very beginning. It was decreed for human beings by the evolving Yahweh deities that, upon waking, that hinted-at etheric weaving and life would permeate both the etheric body and the physical body of the human being. You need not be alarmed that it is Lucifer who weaves with us while we ourselves live within the ethereal, subtle element from the moment we fall asleep until we awaken. I have already indicated in my Munich lectures that it is entirely wrong to believe one must be on guard against Lucifer in all areas of life. That is a materialistic prejudice. Spiritual beings are not there so that they should not actually be there. And most people behave incorrectly toward the Luciferic and Ahrimanic forces, as if they absolutely did not want to have anything to do with them. But that is not the point at all—to organize one’s life in such a way that one has nothing to do with the Luciferic and Ahrimanic forces. The point is to allow these beings to be where they belong in their own element, and to know that they only have a harmful effect in the elements where they do not belong. Thus, it is right for earthly life that Lucifer lives and works from the moment we fall asleep until we wake up in the element of which we humans are not meant to know anything, since we already possess the other knowledge—which is a consequence of eating from the Tree of the Knowledge of Good and Evil.

[ 12 ] Aber jetzt kommt beim Aufwachen dasjenige, was man durchschauen muß, wenn man die notwendige Lebensentwickelung, die heute durch die geisteswissenschaftliche Weltanschauung kommen soll, verstehen will: Was da verwoben wird, was da eigentlich nachgefühlt wird, wenn man in besonders günstigen Momenten dieses Leben und Weben heute wie einen Nachklang hereinbekommt in das Bewußtsein, was da gewoben wird, das sollte beim Aufwachen in unseren physischen und unseren ätherischen Leib hereinkommen. Denn was da webt, ist unser astralischer Leib. Der lebt und webt im wogenden Weltenmeere; und das, was er sich da erwebt, was er da erlebt und erfährt, das sollte hereinkommen sowohl in unseren ätherischen Leib, wie auch in unseren physischen Leib.

[ 12 ] But now, upon waking, comes what one must grasp if one wishes to understand the necessary development of life that is to come about today through the Spiritual Science worldview: What is being woven there, what is actually being sensed—when, in particularly favorable moments, this life and weaving enters our consciousness today like an echo—what is being woven there should enter our physical and etheric bodies upon waking. For what is weaving there is our astral body. It lives and weaves in the surging sea of the worlds; and what it weaves there, what it experiences and learns there, should enter both our etheric body and our physical body.

Diagram 1Diagram 1

[ 13 ] Wenn ich die Absichten der die Erdenentwickelung leitenden Jahve-Gottheiten zeichnen wollte, dieses Leben und Weben, in dem unser Astralleib während der Nacht ist, müßte ich es so zeichnen können, daß das alles in unseren Wachzustand hereingeht sowohl in unseren ätherischen Leib, wie in unseren physischen Leib (Zeichnung a, schräge Linien, gelb). Was ich hier gezeichnet habe, würde darstellen das beim Aufwachen eintretende Aufgesogenwerden der Erlebnisse unseres astralischen Leibes von dem physischen Leibe und von dem Ätherleibe. Dies hätte eintreten sollen im Verlaufe der menschlichen Erdenentwickelung oder der irdischen Menschenentwickelung, wenn die ursprüngliche Absicht der Jahve-Götter hätte erfüllt werden können. Das aber ist nicht geschehen wegen der damaligen luziferischen Verführung. Etwas anderes ist aber geschehen, so daß wir den Tatbestand, der jetzt eintrat, etwas anders zeichnen müssen.

[ 13 ] If I were to draw the intentions of the Yahweh deities guiding Earth’s evolution—this life and weaving in which our astral body exists during the night—I would have to be able to draw it in such a way that all of this flows into our waking state, both into our etheric body and into our physical body (Drawing a, diagonal lines, yellow). What I have drawn here would represent the absorption of our astral body’s experiences by the physical body and the etheric body upon waking. This should have occurred in the course of human evolution on Earth—or the earthly development of humankind—if the original intention of the Yahweh deities could have been fulfilled. But this did not happen because of the Luciferic temptation at that time. Something else, however, did happen, so that we must depict the actual events that have now taken place somewhat differently.

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[ 14 ] Wenn das der physische Leib ist (blau) und das der ätherische Leib (ockergelb) — alles natürlich schematisch gezeichnet —, so tritt das Erlebnis des astralischen Leibes beim Aufwachen nur wirklich in den ätherischen Leib ein, drückt sich höchstens im physischen Leibe ab und beeinflußt etwas den physischen Leib. In Wirklichkeit tritt es nur in den ätherischen Leib ein. Nicht weil es zurückgehalten wird, nicht weil es halt macht, weil es eine Grenze haben würde am physischen Leibe, muß ich das so zeichnen (Zeichnung b), sondern weil durch einen geheimnisvollen Pakt zwischen Luzifer und Ahriman, der eben eingetreten ist infolge der in luziferische und ahrimanische Entwickelung hineinverflochtenen Erdenentwickelung —, weil Luzifer im Momente des Aufwachens dem Ahriman übergibt das, was eigentlich in den physischen Leib hinein sollte. Das, was also hier sein würde (Zeichnung a) von diesem nächtlichen Erleben, wird nicht unserem physischen Leibe, sondern in unserem physischen Leibe dem Ahriman übergeben. Um es als ahrimanisch zu kennzeichnen, will ich es nur so hineinzeichnen (Zeichnung c, gelbe Punkte).

[ 14 ] If this is the physical body (blue) and that is the etheric body (ochre yellow)—all drawn schematically, of course—then upon waking, the experience of the astral body truly enters only the etheric body; at most, it leaves an imprint on the physical body and influences it to some extent. In reality, it enters only the etheric body. It is not because it is held back, not because it stops short—as if it were limited by the physical body—that I must draw it this way (Figure b), but because of a mysterious pact between Lucifer and Ahriman, which has just come into effect as a result of Earth’s evolution being interwoven with Luciferic and Ahrimanic development —because at the moment of waking, Lucifer hands over to Ahriman that which was actually meant to enter the physical body. So what would be here (Drawing a) from this nocturnal experience is not handed over to our physical body, but rather, within our physical body, to Ahriman. To mark it as Ahrimanic, I will simply draw it in this way (Drawing c, yellow dots).

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[ 15 ] Und die bedeutsame Tatsache besteht: Ahriman erlebt in unserem physischen Leibe Luzifers Erlebnisse während unseres Schlafes. Das ist mit anderen Worten die Ursache davon, daß wir nicht selber hereinbringen können unsere nächtlichen Erlebnisse in unser Tagbewußtsein, weil sie Luzifer dem Ahriman übergibt während des Aufwachens. Nur während sie da ihren Handel miteinander abschließen, den Pakt miteinander abschließen, kommt uns in dem gewöhnlichen Traum manches zum Bewußtsein, während es so hinübergeht aus den Händen Luzifers in die Hände Ahrimans. Das ist auch eine Seite des Schlaf- und Traumlebens.

[ 15 ] And the significant fact is this: Ahriman experiences Lucifer’s experiences within our physical body while we sleep. In other words, this is the reason why we ourselves cannot bring our nighttime experiences into our daytime consciousness, because Lucifer hands them over to Ahriman as we wake up. Only while they are concluding their dealings with one another—concluding their pact—do certain things come to our consciousness in an ordinary dream, as they pass from the hands of Lucifer into the hands of Ahriman. This is also one aspect of the life of sleep and dreams.

[ 16 ] Betrachten wir jetzt einmal das gewöhnliche Wissen, das wir während der Zeit vom Aufwachen bis zum Einschlafen haben. Dieses Wissen, das wir so haben, wie wir es haben, ist also eine Folge der Tatsache, daß eben der Genuß eingetreten ist vom Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen. Da liegt die Sache also so, daß wir während des Tages Wissen erwerben von den Dingen. Vom Aufwachen bis zum Einschlafen erwerben wir Wissen von den Dingen, ein Wissen, das unser Verstand auf Grundlage der Sinneswahrnehmungen kombiniert. Dieses Wissen, das wir von den Dingen erwerben, das erwerben wir ja, wie es Ihnen doch selbstverständlich sein muß, durch unser Ich. Es ist ein Wissen, das der Mensch als Erdenmensch erlebt. Der Mensch als Erdenmensch hat dadurch das Wissen erlangt, daß ihm zu seinen drei übrigen Prinzipien, die er von Saturn, Sonne und Mond herübergebracht hat, auf der Erde das Ich hinzugegeben worden ist. Als Erdenmensch, im Ich, erleben wir das Wissen, das überhaupt unser menschliches Wissen ist, also alles das, was wir über die Welt unter den Verhältnissen, unter denen wir schon einmal auf der Erde sind, erwerben können. Aber dieses Wissen, das wir auf diese Art erwerben, hat eben die Eigentümlichkeit, daß es sich verdunkelt in unserem Ich. Es verdunkelt sich in unserem Ich, sobald wir einschlafen.

[ 16 ] Let us now consider the ordinary knowledge we possess from the time we wake up until we fall asleep. This knowledge, which we possess just as we do, is thus a consequence of the fact that we have eaten from the tree of the knowledge of good and evil. The situation is this: during the day, we acquire knowledge of things. From the moment we wake up until we fall asleep, we acquire knowledge of things—knowledge that our intellect synthesizes on the basis of sensory perceptions. This knowledge that we acquire about things—as must surely be obvious to you—we acquire through our “I.” It is a knowledge that the human being experiences as an earthly human being. The human being, as an earthly human being, has attained this knowledge because, in addition to the three other principles he has brought over from Saturn, the Sun, and the Moon, the “I” has been added to him on Earth. As earthly human beings, within the “I,” we experience the knowledge that constitutes our human knowledge as a whole—that is, everything we can acquire about the world under the conditions in which we now find ourselves on Earth. But this knowledge, which we acquire in this way, has the peculiarity that it becomes obscured within our “I.” It becomes obscured within our “I” as soon as we fall asleep.

[ 17 ] Es tritt also auch diese Tatsache ein, daß wir vom Aufwachen bis zum Einschlafen Wissen erwerben; aber in dem Augenblicke, wo wir einschlafen, hört dieses Wissen auf, für uns bewußt zu sein; das heißt, es geht aus unserem Ich heraus. Philosophen, welche das Ich zur Grundlage der Philosophie machen und dann sagen: Dieses Ich können wir zur Grundlage der Philosophie machen, weil dieses Ich das Bleibende ist in dem Menschenleben zwischen der Geburt und dem Tode —, sagen einen ganz gewöhnlichen Unsinn, denn dieses Ich, so wie der Mensch es erlebt, wird jede Nacht ausgelöscht. Also halten wir uns diese Tatsachen vor die Seele: daß wir uns Wissen erwerben, dieses Wissen aber durch das Ich erworben wird, und dieses Ich ausgelöscht wird für den Zustand zwischen Einschlafen und Aufwachen.

[ 17 ] So it is also true that we acquire knowledge from the moment we wake up until we fall asleep; but the moment we fall asleep, this knowledge ceases to be conscious to us; that is, it leaves our “I.” Philosophers who make the “I” the foundation of philosophy and then say, “We can make this ‘I’ the foundation of philosophy because this ‘I’ is the enduring element in human life between birth and death”—are spouting utter nonsense, for this “I,” as experienced by human beings, is extinguished every night. So let us keep these facts before our souls: that we acquire knowledge, but this knowledge is acquired through the “I,” and this “I” is extinguished during the state between falling asleep and waking up.

[ 18 ] Woher kommt das? Dieses Wissen wird wirklich ja erworben in jenem Gebiete des Daseins, von dem wir wissen, daß es dem Ahriman zugeteilt ist. Wir wissen ja, daß auf dem gewöhnlichen äußeren physischen Plane Ahriman sein eigentliches Reich hat, weil aller Tod ihm zugehört. Ich habe das einmal in Münchner Vorträgen besonders ausführlich charakterisiert. Wir durchmessen mit unserem Bewußtsein Ahrimans Reich vom Aufwachen bis zum Einschlafen, und indem wir unser gewöhnliches Alltagswissen entwickeln, so wie wir es durch die luziferische Verführung entwickeln, bringt uns dieses Alltagswissen immer im Leben zwischen dem Aufwachen und dem Einschlafen in das Reich des Ahriman hinein. Wir weben und leben eigentlich immer im Reiche des Ahriman, mit unserem gewöhnlichen Suchen nach äußerem Wissen, nach Wissen, das sich auf die äußere sinnliche Welt bezieht.

[ 18 ] Where does this come from? This knowledge is indeed acquired in that realm of existence which we know is assigned to Ahriman. We know, after all, that Ahriman has his true realm on the ordinary, outer, physical plane, because all death belongs to him. I once described this in great detail in a series of lectures in Munich. With our consciousness, we traverse Ahriman’s realm from the moment we wake up until we fall asleep, and as we develop our ordinary, everyday knowledge—the way we do through Luciferic temptation—this everyday knowledge always leads us, in the course of life between waking and sleeping, into the realm of Ahriman. In fact, we are always weaving and living within the realm of Ahriman through our ordinary quest for external knowledge—knowledge that relates to the external sensory world.

[ 19 ] Luzifer — wir müssen das immer trennen — hat das bewirkt; aber es ist nicht das Reich des Luzifer, in dem wir da weben und leben vom Aufwachen bis zum Einschlafen, sondern es ist das Reich des Ahriman, in dem wir leben, weben und sind. Und zwar ist das aus dem Grunde sehr leicht einzusehen, weil Ahriman ja in unserem physischen Leibe ist. Der hilft uns fortwährend, wenn wir uns Wissen durch den physischen Leib erwerben wollen. Wir erwerben das gewöhnliche Wissen zunächst durch den physischen Leib, durch die Sinne, die gewöhnlichen Werkzeuge des physischen Leibes. Da drinnen sitzt ja Ahriman; Luzifer gibt ihm auch beim Aufwachen das, was er in uns während der Nacht erlebt hat. Während des Tages, im Zusammenhang mit Ahriman, erringen wir dasjenige, was wir unser ' Wissen in der Welt nennen. Beim Einschlafen ist es so, daß Ahriman reichlich vergilt die Gabe, die ihm Luzifer beim Aufwachen gegeben hat.

[ 19 ] Lucifer—we must always make this distinction—brought this about; but it is not the realm of Lucifer in which we go about our daily lives and live from the moment we wake until we fall asleep, but rather it is the realm of Ahriman in which we live, go about our daily lives, and exist. And this is actually very easy to understand, because Ahriman is, after all, within our physical body. He constantly helps us when we wish to acquire knowledge through the physical body. We acquire ordinary knowledge first through the physical body, through the senses, the ordinary instruments of the physical body. Ahriman is seated within it; and when we wake up, Lucifer also gives him what he has experienced within us during the night. During the day, in connection with Ahriman, we attain what we call our “knowledge of the world.” When we fall asleep, Ahriman generously repays the gift that Lucifer gave him upon waking.

Diagram 1Diagram 1

[ 20 ] Während Luzifer dasjenige, was er während des Schlafes mit uns durchgemacht hat, beim Aufwachen dem Ahriman übergibt für unseren physischen Leib, übergibt Ahriman dem Luzifer beim Einschlafen dasjenige, was er den ganzen Tag mit uns erlebt hat. Dieses übergibt also Ahriman beim Einschlafen dem Luzifer. Und während eigentlich unser gesamtes tägliches Erleben sich übertragen sollte auf das gesamte nächtliche Erleben, und ich dann so zeichnen müßte dieses nächtliche Erleben (Zeichnung a, grün), ist das so, daß in Wahrheit das durch den Tag Erworbene nur bis in den astralischen Leib hineingeht, im Ich aber von Luzifer in Empfang genommen wird (Zeichnung b, Kreise), so daß Luzifer in uns in der Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen dasjenige erlebt, was in uns fortlebt und -webt von dem Tageswissen, von dem, was wir uns erworben haben vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Wir können also sagen: Statt unser genießt während des Tages unsere nächtlichen Erfahrungen Ahriman; statt unser genießt während unseres Schlafens, in unserem Ich, Luzifer unsere täglichen Erfahrungen. In unserem physischen Leibe genießt Ahriman, in unserem Ich genießt Luzifer; Ahriman während des Tages, Luzifer während der Nacht.

[ 20 ] While Lucifer hands over to Ahriman—upon waking—what he has experienced with us during sleep as regards our physical body, Ahriman hands over to Lucifer—as we fall asleep—what he has experienced with us throughout the day. So Ahriman hands this over to Lucifer as we fall asleep. And while our entire daily experience should actually be transferred to our entire nighttime experience—and I would then have to draw this nighttime experience (Figure a, green)—the reality is that what is acquired during the day enters only as far as the astral body, but is received by Lucifer in the “I” (Figure b, circles), so that, from the time we fall asleep until we wake up, Lucifer experiences within us that which lives on and weaves within us from the knowledge of the day—from what we have acquired from waking until falling asleep. We can therefore say: Instead of us, Ahriman enjoys our nighttime experiences during the day; instead of us, Lucifer enjoys our daily experiences within our “I” while we sleep. In our physical body, Ahriman partakes; in our “I,” Lucifer partakes; Ahriman during the day, Lucifer during the night.

[ 21 ] Nun handelt es sich darum, die Folgen von diesen Tatsachen für unser menschliches Leben einzusehen. Fassen wir zunächst einmal _ diese Tatsache, daß Luzifer vom Einschlafen bis zum Aufwachen unser Ich in Anspruch nimmt, ins Auge. Sehen Sie, dies hindert uns, dasjenige, was wir als Wissen während des Tages erfahren, was wir uns ausdenken über die Welt, was wir urteilen, unterscheiden, verbinden in der Welt, auch während der Nacht zu durchleben. Wir würden es wirklich durchleben, wenn wir es durch die Nacht hindurch fortsetzen könnten. Nach der ursprünglichen Absicht der Jahve-Gottheiten war es so, daß wir unser Wissen während des Tages sammeln und es während der Nacht durchleben, durcharbeiten sollten. Wäre diese Absicht realisiert worden, dann würden wir eine ganz andere Wissenschaft haben als die, welche wir so haben. Wir würden eine Wissenschaft haben, die wirklich eine lebendige Wissenschaft wäre, wo jeder Begriff, den wir erfahren, in uns lebendig wäre, wo wir auch wüßten, daß Begriffe, die wir erfahren während des Tages, Schatten sind von Lebewesen, wie ich es öfter beschrieben habe; denn wir würden ja in der Nacht folgendes erfahren. Wir würden sehen: Während des Tages erleben wir, wir machen uns diesen oder jenen Begriff; in der Nacht würden alle Begriffe aufwachen, um zu leben, und wir würden erkennen, daß alles das elementarische Lebewesen wären. Das wüßten wir. Vom Einschlafen bis zum Aufwachen wüßten wir: Das, was wir uns als Wissenschaft erwerben, das ist unmittelbares Leben, welches lebt und webt in der Welt; elementarisches Wirken und Weben und Leben.

[ 21 ] Now it is a matter of understanding the consequences of these facts for our human lives. Let us first consider _ this fact: that from the moment we fall asleep until we wake up, Lucifer takes possession of our “I.” You see, this prevents us from living through—even during the night—what we experience as knowledge during the day: what we conceive about the world, what we judge, distinguish, and connect within the world. We would truly live through it if we could continue it throughout the night. According to the original intention of the Yahweh deities, we were meant to gather our knowledge during the day and live through it, work through it, during the night. Had this intention been realized, we would have a science entirely different from the one we have now. We would have a science that would truly be a living science, where every concept we experience would be alive within us, where we would also know that the concepts we experience during the day are shadows of living beings, as I have often described; for we would indeed experience the following at night. We would see: During the day we experience things, we form this or that concept; at night, all concepts would awaken to live, and we would recognize that all of them are elemental beings. We would know that. From the moment we fall asleep until we wake up, we would know: What we acquire as science is immediate life, which lives and weaves in the world; elemental activity, weaving, and life.

[ 22 ] Das kann es nicht sein für uns, weil Luzifer das erfaßt, und weil Luzifer es uns wegnimmt. Und so nimmt er uns das Leben der Wissenschaft weg. Jede Nacht saugt er das Leben der Wissenschaft für sich heraus, und uns bleiben nur die abstrakten Begriffe, die toten Begriffe, die uns durch die Wissenschaft gegeben sind. Die Menschheit hat so eine Wissenschaft, die von Luzifer ausgesogen ist, richtig ausgesogen ist von Luzifer.

[ 22 ] That cannot be the case for us, because Lucifer grasps it, and because Lucifer takes it away from us. And so he takes away from us the life of science. Every night he sucks the life out of science for himself, and all that remains for us are the abstract concepts, the dead concepts, that are given to us by science. Humanity thus has a science that has been drained by Lucifer—truly drained by Lucifer.

[ 23 ] Das ist der Grund, warum die Wissenschaft so empfunden werden muß, als ob sie nicht heran könnte an das, was eigentlich in den Dingen lebt und webt, warum sie so erscheint, als ob man sich von dem Lebenden und Webenden tote Begriffe machte. Die Wissenschaft hat etwas Zusammentragendes, etwas, wobei man fühlt, man bleibt doch immer außerhalb des Lebens stehen, man kommt nicht hinein in das Leben. Alles, was die Philosophen von jeher geschwätzt — ich will sagen, philosophiert haben über die Grenzen des Wissens, über das Nicht-Hineinkommen in die Untergründe des Daseins, das rührt ja davon her, daß sie fühlten: unter dem, was man in Begriffe fassen kann, liegt das lebendige Leben, an das man nicht heran kommt aus dem Grunde, weil Luzifer an diesem Leben saugt und es für sich in Anspruch nimmt und so, mit anderen Worten, die Begriffe strohern, abstrakt macht.

[ 23 ] This is why science must be perceived as if it could not come close to what actually lives and weaves within things, why it appears as if one were forming dead concepts out of that which is living and weaving. Science has a synthesizing quality, something that makes one feel that one always remains outside of life, that one cannot enter into life. Everything that philosophers have ever chattered—I mean, philosophized—about the limits of knowledge, about the inability to penetrate the depths of existence, stems from the fact that they felt: beneath what can be grasped in concepts lies living life, which one cannot approach—for the reason that Lucifer sucks the life out of it and claims it for himself, and thus, in other words, renders the concepts hollow and abstract.

[ 24 ] Betrachten wir jetzt den anderen Fall. Was würde geschehen, wenn wir nicht der Tatsache unterlägen, daß beim Aufwachen Ahriman in Anspruch nimmt dasjenige, was nächtliches Erleben in uns ist? Was würde mit uns eintreten beim Aufwachen? Wir würden hineinbekommen in unser Tagesbewußtsein den ganzen Zusammenhang mit den Nachterlebnissen. Wir würden, mit anderen Worten, die ganze geistige Welt in unser Tagesbewußtsein hineinbekommen, und es würde sich hineinmischen in das, was wir als Tagesbewußtsein haben, dasjenige, was das nächtliche Durchleben darstellt. So zusammen würde man es nicht haben können, wie wir jetzt unser Tagesbewußtsein haben zusammen mit den nächtlichen Erlebnissen, aus dem Grunde, weil dieses Tagesbewußtsein auftritt in einer Weise, wie sie durch Luzifer gekommen ist. Aber wenn Luzifer dieses Tagesbewußtsein nicht beeinflußt hätte in der charakterisierten Weise, so würden wir in ganz anderer Weise an die Dinge herantreten. Dann würde vereinbar sein mit diesem Herantreten an die Dinge das Hereinleben desjenigen, was wir nächtlich durchleben. Das würde eine ganz beträchtliche Veränderung hervorrufen in alledem, was wir während des Tages erleben.

[ 24 ] Let us now consider the other case. What would happen if we were not subject to the fact that, upon waking, Ahriman takes possession of what constitutes our nocturnal experience? What would happen to us upon waking? We would bring the entire context of our nighttime experiences into our daytime consciousness. In other words, we would bring the entire spiritual world into our daytime consciousness, and what constitutes our nighttime experiences would intermingle with what we call daytime consciousness. We would not be able to experience it in this combined way—as we now have our waking consciousness together with our nighttime experiences—because this waking consciousness arises in a manner brought about by Lucifer. But if Lucifer had not influenced this daytime consciousness in the manner described, we would approach things in a completely different way. Then the experience of what we go through at night would be compatible with this approach to things. That would bring about a very significant change in everything we experience during the day.

[ 25 ] Wir gehen ja so durchs Tagesleben, daß wir die Dinge anschauen, daß wir uns Ideen, Vorstellungen über die Dinge machen. Dann kombinieren wir wohl auch, aber es bleibt, möchte ich sagen, zwischen der Geburt und dem Tode immer dabei, daß wir im Grunde genommen zusammenkoppeln das eine, was wir während des Tages erlebt haben, mit anderem, was wir während des Tages erlebt haben. Würde der Tatbestand anders sein, würde er so sein, daß richtig hereinkämen die nächtlichen Erlebnisse in das Tagesleben, so würden wir jedes Tageserlebnis verbinden mit dem, was uns wie eine Erinnerung der Nachterlebnisse geblieben ist.

[ 25 ] We go about our daily lives observing things and forming ideas and mental images about them. We probably also make connections, but I would say that between birth and death, it always remains the case that, fundamentally, we link one thing we have experienced during the day with another thing we have experienced during the day. If the situation were different—if our nighttime experiences were to truly flow into our daily lives—then we would connect every daytime experience with what has remained with us as a memory of our nighttime experiences.

[ 26 ] So wie es jetzt ist, treten wir einem Menschen entgegen; wir kommen diesem Menschen entgegen, wir sagen uns: diesen Menschen kenne ich. — Aber warum sagen wir uns das: diesen Menschen kenne ich? — Nur aus dem einfachen Grunde, weil wir ihn früher schon gesehen haben während der Tageserlebnisse. Wir kombinieren das eine Tagerlebnis mit dem anderen, und das drückt sich so aus, daß wir sagen: Wir kennen diesen Menschen. — Ganz anders wäre es, wenn wir die Nachterlebnisse in der angedeuteten Weise hereinbrächten. Dann würden wir bei Tage wissen: dieses oder jenes geistige Wesen entspricht ihm. Wir würden ihn in der Nacht erlebt haben, wir würden ihn identifizieren können mit seinem geistigen Hintergrund, wir würden sein Physisches vom Geistigen durchwebt haben. So würde sich uns die ganze Welt konkretisieren, durchweben mit Geistigem. So aber, durch die luziferische Verführung, kann das nicht sein. Das Geistige bleibt aus; es bleibt uns nicht. Ahriman nimmt es für sich in Anspruch und so bleibt es nur dadrinnen im Ätherleibe (Zeichnung b, Seite 179); dadrinnen im Ätherleibe sitzt es, es kommt nicht zur Konkretisierung. Es kommt nicht dazu, daß man es wirklich in den Dingen sieht. Man kann nur sagen: Ich fühle in meinem Ätherleibe, daß dieses Geistige da ist als Weben und Leben. Man fühlt es im Allgemeinen, aber man bekommt es nicht herauf in die Anschauung.

[ 26 ] As things stand now, we encounter a person; we approach this person, and we say to ourselves: I know this person. — But why do we say that: I know this person? — For the simple reason that we have seen them before during our daytime experiences. We combine one daytime experience with another, and this expresses itself in our saying: “We know this person.” — It would be quite different if we were to bring in the nighttime experiences in the manner suggested. Then, during the day, we would know: “This or that spiritual being corresponds to him.” We would have experienced him at night; we would be able to identify him with his spiritual background; we would have interwoven his physical form with the spiritual. In this way, the whole world would become concrete to us, interwoven with the spiritual. But as it is, due to the Luciferic temptation, this cannot be. The spiritual is absent; it does not remain with us. Ahriman claims it for himself, and so it remains only within the etheric body (drawing b, page 179); it sits there within the etheric body; it does not become concrete. One does not actually see it in things. One can only say: I feel in my etheric body that this spiritual element is present as a weaving and a life force. One feels it in a general sense, but one cannot bring it up into clear perception.

[ 27 ] Ich hoffe, Sie merken, wie das ist. Statt daß es in den physischen Leib hineingeht, und es sich uns auf Schritt und Tritt zeigen würde, dieses Geistige, bleibt es in der Allgemeinheit stecken. Und wir fühlen es so in uns, daß wir uns sagen können: Das Geistige ist da, es lebt und webt in der Welt, aber es konkretisiert sich uns nicht. Es kann das, was wir so vom Geistigen erleben, vor allem nicht Wissen werden. Wissen würde es für uns, wenn es hereinkäme in den physischen Leib. Es bleibt Glaube, weil es bloß im Ätherleibe erlebt wird. Alles dasjenige, was im bloßen Glauben liegt an Ablehnung des konkreten Wissens, das kommt davon her, daß der Mensch ganz richtig fühlt: er will im normalen Leben darinnen stehen bleiben, er will nicht zu dieser Konkretisierung kommen; da fürchtet er sich vor den möglichen Irrtümern.

[ 27 ] I hope you can see what I mean. Instead of entering the physical body—and revealing itself to us at every turn—this spiritual aspect remains stuck in the realm of the general. And we feel it within us in such a way that we can say to ourselves: The spiritual is there; it lives and weaves through the world, but it does not become concrete for us. Above all, what we experience of the spiritual in this way cannot become knowledge. It would become knowledge for us if it entered the physical body. It remains faith because it is experienced solely in the etheric body. Everything that lies in mere faith—in the rejection of concrete knowledge—stems from the fact that the human being feels quite correctly: he wants to remain within normal life; he does not want to arrive at this concretization; for he fears the possible errors.

[ 28 ] So sehen Sie, ist Glaube im Ätherleibe steckengebliebenes Wissen. Während dasjenige Wissen, das wir bei Tage haben, im astralischen Leibe eben steckenbleibt, also zur Nachtzeit im Astralleib steckengebliebenes Wissen ist und dadurch so unlebendig wird. Der lebendige Glaube, der wissenlos ist, weil ihm sein Wissen genommen wird von Ahriman, ist dasjenige, was gegenübertritt dem glaubenlosen Wissen, dem Wissen, dem der Glaube genommen wird durch Luzifer. So daß wir hier (Zeichnung b, Seite 182) hinzufügen können: Luzifer erlebt in unserem Ich ahrimanische Erlebnisse.

[ 28 ] As you can see, faith is knowledge that has become stuck in the etheric body. Whereas the knowledge we possess during the day remains stuck in the astral body—that is, it is knowledge that has become stuck in the astral body at night—and thereby becomes lifeless. Living faith, which is devoid of knowledge because its knowledge is taken away by Ahriman, is what stands in opposition to faithless knowledge—the knowledge from which faith is taken away by Lucifer. So here (drawing b, page 182) we can add: Lucifer experiences Ahrimanic experiences within our “I.”

[ 29 ] Ich möchte in diese zwei Worte zusammenfassen dasjenige, was Ihnen vielleicht im Gedächtnis bleiben kann von diesen heute angestellten so außerordentlich wichtigen Betrachtungen. Durch diese Betrachtungen nämlich zeigt sich so recht der Anteil Ahrimans und Luzifers an unserem Leben, zeigt sich, wie Luzifer und Ahriman zusammen arbeiten, damit wir nicht die Harmonie bekommen können zwischen Glauben und Wissen, sondern die unrichtige Zweiheit des wissenlosen Glaubens und des glaubeleeren Wissens.

[ 29 ] I would like to summarize in these two words what might remain in your memory from these extraordinarily important reflections presented today. For it is precisely through these reflections that the influence of Ahriman and Lucifer on our lives becomes truly apparent, revealing how Lucifer and Ahriman work together to prevent us from achieving harmony between faith and knowledge, and instead create the false dichotomy of faith devoid of knowledge and knowledge devoid of faith.

[ 30 ] Es ist eben durchaus falsch, wenn wir glauben, daß wir jemals Ahriman oder Luzifer entrinnen können. Richtig ist vielmehr, daß Ahriman und Luzifer wohl ihre Weltaufgabe haben, denn das Ganze, was da geschieht, das mußte ja geschehen; es mußte die Menschheit geführt werden so, wie es angedeutet worden ist; sie mußte eine Zeitlang geführt werden durch solch eine Strömung, die dann ihren Auslauf gefunden hat in dem, was gestern dargestellt worden ist: in dem allmählich sich abtötenden Wissen. Da wurden die Menschen in vorwiegender Weise so in die Welt hineingestellt, daß auf sie gewirkt hat dasjenige, was hier in diesem Tatbestand (Zeichnung c, Seite 179) vorgezeichnet ist. Und dem strömt entgegen, wie ich es gestern dargestellt habe, von Mitteleuropa aus eine Menschheit, die mehr daraufhin veranlagt worden ist, daß sie diesen Tatbestand entwikkelt hatte (Zeichnung b, Seite 182).

[ 30 ] It is, in fact, entirely wrong to believe that we can ever escape Ahriman or Lucifer. Rather, it is true that Ahriman and Lucifer do indeed have their role to play in the world, for everything that is happening there simply had to happen; humanity had to be guided in the way that has been indicated; it had to be guided for a time by a current that then found its outlet in what was described yesterday: in knowledge that is gradually dying out. There, human beings were placed into the world in such a way that they were influenced by what is depicted here in this diagram (Figure c, page 179). And flowing toward this, as I described yesterday, is a humanity from Central Europe that was more predisposed to having developed this state of affairs (Figure b, page 182).

[ 31 ] Und durch das Zusammenwirken, Zusammentönen dieser beiden Menschheitsströmungen allein nur kann das lebendige Erfassen des Christus-Impulses stattfinden.

[ 31 ] And it is only through the interaction and harmonious blending of these two currents of humanity that a living grasp of the Christ impulse can take place.

[ 32 ] Denn es ist zugleich möglich, daß im Christus-Verständnisse, im Verständnisse des Christus-Impulses gewissermaßen auseinanderfallen diese beiden Strömungen und nicht miteinander zu rechnen haben. Nehmen wir einmal an, diese eine Strömung unterliegt, als von Europa ausgehende Strömung, der Anlage, von Ahriman während des Wachens überwältigt zu werden. Nehmen wir an, diese Strömung bildete sich besonders aus und strebte das Verständnis des Mysteriums von Golgatha an: dann bildete sie sich so aus, daß sie diejenigen Tatsachen, die mit dem äußeren Geschehen des Mysteriums von Golgatha zusammenhängen, ablehnt. Sie will nicht durch den physischen Leib hindurch. Indem sie von Ahriman überwälktigt ist, will sie nicht eindringen in ein konkretes Erfassen dieses ganzen, großen kosmischen Ereignisses des Christus-Herabsteigens und so weiter. Sie will vielmehr durch das Innere des Menschen, durch das Ätherische im Menschen, sich anlehnen an den Jesus und gründet eine Jesulogie, eine Wissenschaft von Jesus; sie lehnt ab dasjenige, was hinausgreift in die Welt von dem Mysterium von Golgatha.

[ 32 ] For it is also possible that, in the understanding of Christ—in the understanding of the Christ impulse—these two currents, so to speak, diverge and have no connection with one another. Let us suppose, for a moment, that this one current—as a current originating in Europe—is prone to being overwhelmed by Ahriman during the waking state. Let us assume that this current developed in a particular way and strove toward an understanding of the Mystery of Golgotha: then it developed in such a way that it rejects the facts connected with the outward events of the Mystery of Golgotha. It does not wish to pass through the physical body. Because it is overwhelmed by Ahriman, it does not wish to penetrate into a concrete grasp of this entire, great cosmic event of the descent of Christ and so on. Rather, it seeks to draw upon Jesus through the inner being of the human being, through the etheric in the human being, and thus establishes a “Jesulogy,” a science of Jesus; it rejects that which reaches out into the world from the Mystery of Golgotha.

[ 33 ] Das Überhandnehmen dieser (Zeichnung b) Strömung hat wenig Interesse an dem unmittelbaren Zusammenhang des menschlichen Inneren mit dem Menschen in Christus, mit dem Jesus; sie sieht vielmehr auf dasjenige, auf das sie gewohnt ist zu sehen: auf das abstrakte Erfassen dessen, was draußen im Kosmos wirkt. Es strebt diese Strömung nach einer Christologie. Jene Strömung sieht vorzugsweise auf Jesus, diese vorzugsweise auf Christus. Die Wahrheit kann man nur erkennen, wenn man den Jesus Christus oder den Christus Jesus als Einheit auffaßt, wie das die Geisteswissenschaft tut, welche die beiden Einseitigkeiten zu überwinden sucht. Sie ist sich ebenso klar darüber, daß es ein kosmisches Wesen gibt, den Christus, der vor dem Mysterium von Golgatha außerhalb der Erdensphäre war und durch das Mysterium von Golgatha in die Erdensphäre hereinkam und dadurch der ganzen menschlichen Entwickelung einen anderen Impuls gab, so daß ein irdisches Geschehnis aus dem Kosmos herein vorbereitet worden ist, und sich weiterhin vollzieht; aber ebenso klar ist es, daß dieses Geschehnis innig zusammenhängt mit dem Jesus von Nazareth. Das heißt, man muß sich klar darüber sein, daß der Christus, wie er vor dem Mysterium von Golgatha war, nicht hätte hereintragen können jenes kosmische Geschehen in das irdische Geschehen ohne den physischen Menschenleib des Jesus, und daß er daher durchgehen mußte durch das Mysterium von Golgatha. Es war das notwendig, es kam darauf an, daß der Christus in dem Jesus das erlebte, was er in dem Jesus erlebt hat.

[ 33 ] This prevailing trend (Figure b) has little interest in the direct connection between the human inner being and the human being in Christ, in Jesus; rather, it focuses on what it is accustomed to focusing on: the abstract grasping of what is at work out there in the cosmos. This current strives for a Christology. That current focuses primarily on Jesus; this one primarily on Christ. The truth can only be recognized by understanding Jesus Christ or Christ Jesus as a unity, as Spiritual Science does, which seeks to overcome both one-sided views. It is equally clear to spiritual science that there is a cosmic being, the Christ, who existed outside the earthly sphere before the Mystery of Golgotha and entered the earthly sphere through the Mystery of Golgotha, thereby imparting a new impulse to the entire course of human development—so that an earthly event was prepared from within the cosmos and continues to unfold; but it is equally clear that this event is intimately connected with Jesus of Nazareth. This means that one must be clear about the fact that Christ, as he was before the Mystery of Golgotha, could not have brought that cosmic event into earthly events without the physical human body of Jesus, and that he therefore had to pass through the Mystery of Golgotha. It was necessary; it was essential that the Christ experience in Jesus what He did experience in Jesus.

[ 34 ] Nicht auf den Jesus einseitig, nicht auf den Christus einseitig, sondern auf den Christus Jesus, auf den Christus im Jesus kommt es an. Das ist es. Das, was auf der Erde geschehen ist, ist nicht durch den Christus geschehen, sondern dadurch, daß der Christus in dem Jesus gelebt hat. Eine bloße Christologie ist ebenso unmöglich, wie eine bloße Jesulogie; sondern es ist einzig und allein möglich eine Geisteswissenschaft von dem Christus Jesus. Denn es gehört die Tatsache von dem Mysterium von Golgatha ganz notwendigerweise zu dem, was in die Erdenentwickelung hat hereintreten sollen.

[ 34 ] It is not Jesus alone, nor Christ alone, but Christ Jesus—Christ in Jesus—that matters. That is it. What happened on earth did not happen through Christ, but because Christ lived in Jesus. A mere Christology is just as impossible as a mere Jesusology; rather, the only thing possible is a Spiritual Science of Christ Jesus. For the fact of the Mystery of Golgotha is quite necessarily part of what was meant to enter into the development of the Earth.

[ 35 ] Wenn also dasjenige geschehen soll, was vorgezeichnet ist durch das Mysterium von Golgatha: daf ein richtiges Verhältnis eintreten soll zwischen Luzifer und Ahriman in bezug auf das, was durch den Menschen in der Welt geschieht, dann muß erkannt werden, wie die beiden Mächte Luzifer und Ahriman im Menschen zusammenwirken. Bewußt muß sich der Mensch gegenüberstellen diesem Zusammenwirken. Und das wird er eben, wenn er durch die Geisteswissenschaft versucht, sich die beiden Strömungen zu charakterisieren und dadurch den Weg zu dem Christus Jesus zu finden.

[ 35 ] If, then, what is foreshadowed by the Mystery of Golgotha is to come to pass—that is, if a proper balance is to be established between Lucifer and Ahriman with regard to what happens in the world through human beings—then it must be understood how the two forces, Lucifer and Ahriman, interact within the human being. Human beings must consciously confront this interplay. And they do so precisely when, through Spiritual Science, they attempt to characterize these two currents and thereby find the path to Christ Jesus.

[ 36 ] Das ist auch dasjenige, was angedeutet werden soll in jenem Bildwerke, das an hervorragender Stelle unseres Baues, wie wir annehmen dürfen, einmal seine Stelle finden wird. Der Urmensch in der Mitte, das Ahrimanische und Luziferische an den Seiten. So daß man in der Art und Weise, wie die künstlerische Darstellung ist, einen unmittelbaren Ausdruck hat für dasjenige, was in der Zukunft der Menschheitsentwickelung sich abspielen soll anstelle dessen, was sich in der Vergangenheit abspielte mit Bezug auf die Trinität, die Dreiheit: Christus — Luzifer — Ahriman. Davon werden wir dann das nächste Mal weitersprechen.

[ 36 ] This is also what is intended to be conveyed in that sculpture, which, as we may assume, will one day find its place in a prominent location in our building. The primordial human in the center, the Ahrimanic and Luciferic forces on either side. Thus, the manner of this artistic representation provides a direct expression of what is to unfold in the future of human development, in place of what unfolded in the past with regard to the Trinity—the triad: Christ—Lucifer—Ahriman. We will continue discussing this next time.