Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Chance, Necessity, and Providence
Imaginative Insight and Processes after Death
GA 163

5 September 1915, Dornach

Translate the original German text into any language:

Siebenter Vortrag

Siebenter Vortrag

[ 1 ] Ich habe es öfter erwähnt, daß wir nur dann die richtigen Impulse von der Geisteswissenschaft haben können, wenn wir versuchen, immer weiter und weiter zu gehen in dem positiven, in dem konkreten Verständnis der Tatsache von den \WWesenheiten, von denen uns die Geisteswissenschaft berichten will. Ich habe schon einmal hier erwähnt, daß man gewiß erst wissen muß: die menschliche Wesenheit trägt in sich physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib und so weiter. Man muß wissen, wie sich diese einzelnen Glieder zunächst äußerlich zueinander verhalten. Aber dann genügt es nicht, wenn man die richtigen Impulse von Geisteswissenschaft haben will, bei diesen, ich möchte sagen, Abstraktionen stehenzubleiben, sondern es handelt sich darum, daß man nun wirklich die Zusammenhänge, die Weltzusammenhänge kennenlernt, durch die man durch diese seine Menschheitsglieder in das ganze Weltgeschehen hineingestellt ist.

[ 1 ] Ich habe es öfter erwähnt, daß wir nur dann die richtigen Impulse von der Geisteswissenschaft haben können, wenn wir versuchen, immer weiter und weiter zu gehen in dem positiven, in dem konkreten Verständnis der Tatsache von den \WWesenheiten, von denen uns die Geisteswissenschaft berichten will. Ich habe schon einmal hier erwähnt, daß man gewiß erst wissen muß: die menschliche Wesenheit trägt in sich physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib und so weiter. Man muß wissen, wie sich diese einzelnen Glieder zunächst äußerlich zueinander verhalten. Aber dann genügt es nicht, wenn man die richtigen Impulse von Geisteswissenschaft haben will, bei diesen, ich möchte sagen, Abstraktionen stehenzubleiben, sondern es handelt sich darum, daß man nun wirklich die Zusammenhänge, die Weltzusammenhänge kennenlernt, durch die man durch diese seine Menschheitsglieder in das ganze Weltgeschehen hineingestellt ist.

[ 2 ] Unser physischer Leib stellt uns in die physische Welt hinein, er stellt uns auf den physischen Plan. Unser physischer Leib macht uns durch die Vererbungsverhältnisse in der physischen Fortentwickelung der Menschheit ähnlich Eltern, Voreltern und so weiter. Er macht uns dadurch ähnlich, daß er eben selber gewisse Vorbedingungen des Ähnlichseins mit den Vorfahren in sich trägt. Durch vieles andere noch sind wir durch den physischen Leib in die physische Welt hineingestellt. Wir haben gestern etwas darauf aufmerksam gemacht, wie der Mensch, indem er allmählich zur sogenannten hellseherischen Erkenntnis vorrückt, sich in seiner Beziehung zur Welt unabhängig macht von dem Werkzeug, das wir den physischen Leib nennen.

[ 2 ] Unser physischer Leib stellt uns in die physische Welt hinein, er stellt uns auf den physischen Plan. Unser physischer Leib macht uns durch die Vererbungsverhältnisse in der physischen Fortentwickelung der Menschheit ähnlich Eltern, Voreltern und so weiter. Er macht uns dadurch ähnlich, daß er eben selber gewisse Vorbedingungen des Ähnlichseins mit den Vorfahren in sich trägt. Durch vieles andere noch sind wir durch den physischen Leib in die physische Welt hineingestellt. Wir haben gestern etwas darauf aufmerksam gemacht, wie der Mensch, indem er allmählich zur sogenannten hellseherischen Erkenntnis vorrückt, sich in seiner Beziehung zur Welt unabhängig macht von dem Werkzeug, das wir den physischen Leib nennen.

[ 3 ] Das nächste ist dann, daß sich der Mensch nicht des physischen Leibes als eines unmittelbaren Werkzeuges seines Verkehrs mit der Welt bedient, sondern seines Ätherleibes, und daß an die Stelle derjenigen Vorstellungen und Erkenntnisse, die wir durch unseren physischen Leib, das heißt durch seine Sinnesorgane, durch sein Gehirn bekommen, daß an die Stelle dieser Erkenntnis die imaginative Erkenntnis tritt. Und ich habe gestern in einer etwas anschaulicheren Form zu schildern versucht, wie sich die Seele verändert fühlt, wenn sie den Übergang durchmacht von der Benützung des physischen Leibes zu der Benützung des Ätherleibes.

[ 3 ] Das nächste ist dann, daß sich der Mensch nicht des physischen Leibes als eines unmittelbaren Werkzeuges seines Verkehrs mit der Welt bedient, sondern seines Ätherleibes, und daß an die Stelle derjenigen Vorstellungen und Erkenntnisse, die wir durch unseren physischen Leib, das heißt durch seine Sinnesorgane, durch sein Gehirn bekommen, daß an die Stelle dieser Erkenntnis die imaginative Erkenntnis tritt. Und ich habe gestern in einer etwas anschaulicheren Form zu schildern versucht, wie sich die Seele verändert fühlt, wenn sie den Übergang durchmacht von der Benützung des physischen Leibes zu der Benützung des Ätherleibes.

[ 4 ] Gewiß, der Mensch benutzt seinen ätherischen Leib immer, wenn er nicht gerade schläft. Der Mensch benutzt aber seinen ätherischen Leib so, daß dieser ätherische Leib in dem physischen Leib drinnen webt und beide gleichzeitig benutzt werden in dem Wachzustande des physischen Planes. Aber kennenlernen kann man die Eigentümlichkeiten desjenigen, was dieser ätherische Leib eigentlich ist, wenn man ihn gewissermaßen heraushebt aus seinem Zusammenhange mit dem physischen Leib und ihn allein, ohne den physischen Leib, als ein Werkzeug benützt. Wir wissen, daß auf ganz naturgemäße Weise, unmittelbar nach dem Tode, der Mensch in dieser Lage ist, daß er, nachdem er seinen physischen Leib abgelegt hat, wenn auch nur kurze Zeit, seinen Ätherleib allein benützt, bis auch dieser dann abgelegt wird.

[ 4 ] Gewiß, der Mensch benutzt seinen ätherischen Leib immer, wenn er nicht gerade schläft. Der Mensch benutzt aber seinen ätherischen Leib so, daß dieser ätherische Leib in dem physischen Leib drinnen webt und beide gleichzeitig benutzt werden in dem Wachzustande des physischen Planes. Aber kennenlernen kann man die Eigentümlichkeiten desjenigen, was dieser ätherische Leib eigentlich ist, wenn man ihn gewissermaßen heraushebt aus seinem Zusammenhange mit dem physischen Leib und ihn allein, ohne den physischen Leib, als ein Werkzeug benützt. Wir wissen, daß auf ganz naturgemäße Weise, unmittelbar nach dem Tode, der Mensch in dieser Lage ist, daß er, nachdem er seinen physischen Leib abgelegt hat, wenn auch nur kurze Zeit, seinen Ätherleib allein benützt, bis auch dieser dann abgelegt wird.

[ 5 ] So müssen wir unterscheiden, ich möchte sagen, das erste Todesfaktum: die Loslösung des Menschen von dem physischen Leib, von dem zweiten kurz darauf folgenden Todesfaktum, der Loslösung von dem ätherischen Leib. Der physische Leib, sagte ich, bindet uns gewissermaßen an all dasjenige, was wir vom physischen Plan haben. Woran bindet uns der ätherische Leib? Dieser ätherische Leib bindet uns an all dasjenige, was wir als Zusammenhang mit dem Kosmos haben, mit dem Außerirdischen, mit dem, was in uns lebt, ohne daß wir sagen können, es sei unmittelbar heraus aus dem physischen Weltenzusammenhang. Wenn der Mensch, sagen wir, von vornherein ein physisch mangelhaftes Ohr hat, so wird er kein Musiker werden können, aber ein physisch mangelhaftes Ohr hat man aus physischer Vererbung. Das ist nur ein radikaler Fall, an dem man sehen kann, wie wir hineingestellt sind in den fortlaufenden Vererbungsprozeß. Aber man muß von dem, wozu uns unser physischer Leib bereit macht, übergehen zu dem, wozu uns unser Ätherleib bereit macht. Das tritt mehr zutage in den eigentlichen seelischen Veranlagungen. Nur der Stumpfsinnige kann unberücksichtigt lassen, daß die Menschen in seelischer Beziehung ganz verschieden veranlagt sind. Den stumpfsinnigen Materialisten werden manchmal intime Verschiedenheiten der Menschen in seelischer Beziehung nicht besonders interessieren, er will nur die äußere Formenwelt untersuchen; aber jedem wirklich auf das Leben Aufmerksamen fällt hinlänglich auf, wie kein Mensch in bezug auf seine Individualität dem anderen Menschen gleicht.

[ 5 ] So müssen wir unterscheiden, ich möchte sagen, das erste Todesfaktum: die Loslösung des Menschen von dem physischen Leib, von dem zweiten kurz darauf folgenden Todesfaktum, der Loslösung von dem ätherischen Leib. Der physische Leib, sagte ich, bindet uns gewissermaßen an all dasjenige, was wir vom physischen Plan haben. Woran bindet uns der ätherische Leib? Dieser ätherische Leib bindet uns an all dasjenige, was wir als Zusammenhang mit dem Kosmos haben, mit dem Außerirdischen, mit dem, was in uns lebt, ohne daß wir sagen können, es sei unmittelbar heraus aus dem physischen Weltenzusammenhang. Wenn der Mensch, sagen wir, von vornherein ein physisch mangelhaftes Ohr hat, so wird er kein Musiker werden können, aber ein physisch mangelhaftes Ohr hat man aus physischer Vererbung. Das ist nur ein radikaler Fall, an dem man sehen kann, wie wir hineingestellt sind in den fortlaufenden Vererbungsprozeß. Aber man muß von dem, wozu uns unser physischer Leib bereit macht, übergehen zu dem, wozu uns unser Ätherleib bereit macht. Das tritt mehr zutage in den eigentlichen seelischen Veranlagungen. Nur der Stumpfsinnige kann unberücksichtigt lassen, daß die Menschen in seelischer Beziehung ganz verschieden veranlagt sind. Den stumpfsinnigen Materialisten werden manchmal intime Verschiedenheiten der Menschen in seelischer Beziehung nicht besonders interessieren, er will nur die äußere Formenwelt untersuchen; aber jedem wirklich auf das Leben Aufmerksamen fällt hinlänglich auf, wie kein Mensch in bezug auf seine Individualität dem anderen Menschen gleicht.

[ 6 ] Diejenigen, die in theosophischen Vorstellungen eine Zeitlang gelebt haben, befriedigen sich daran, daß sie sagen: Nun, das ist ja erklärlich, daß die Menschen individuell verschieden sind, denn es gibt eben eine Reinkarnation, eine Folge von wiederholten Erdenleben, und dasjenige, was wir uns als Bedingungen aus früheren Leben mitbringen, das lebt sich als unsere individuellen Verschiedenheiten aus. — Das ist selbstverständlich ganz richtig, aber das Richtige allein genügt nicht, wenn wir die Welt verstehen wollen. Denn denken Sie sich einmal, ein Mensch würde mit einem feinen musikalischen Ohr geboren, aber es würden ihm vorenthalten in der Welt die Mittel musikalischer Ausbildung: Das musikalische Ohr würde unausgebildet bleiben. Daß er musikalisch ausgebildet werden kann, hängt mit seinem musikalischen Ohr zusammen, gewiß; aber die äußeren Mittel müssen dazu da sein, das Milieu, in das der Mensch versetzt ist oder wird, das muß da sein, die Bedingungen müssen da sein. Es gibt Seelen, welche mit einer einseitigen Erklärung der Tatsachen sich befriedigt erklären, die immer wieder darauf zurückfallen, wie die Katze auf die Pfoten, daß sie sagen: Nun ja, alles macht das höhere Ich des Menschen, oder das höhere Selbst. Das höhere Selbst ist eigentlich die ganze Welt! — Gewiß, solche Dinge können wahr sein, aber sie reichen eben zur Erklärung der Tatsachen der Welt durchaus nicht aus. Daß wir durch unser Karma, durch ein inneres Karma in verschiedener Weise veranlagt sind, das ist richtig. DaB die Verschiedenheiten der Menschenindividualitäten davon abhängen, wie diese Menschen in den aufeinanderfolgenden Leben sich entwickelt haben, das ist ganz richtig; aber allein genügt es nicht, zu wissen, daß der Mensch durch verschiedene Erdenleben geht und seine Individualität ausbildet, sondern wir müssen wissen, woher es kommt, daß eine Möglichkeit besteht, dasjenige, was wir uns als Individualität erworben haben, nun wirklich auszuleben.

[ 6 ] Diejenigen, die in theosophischen Vorstellungen eine Zeitlang gelebt haben, befriedigen sich daran, daß sie sagen: Nun, das ist ja erklärlich, daß die Menschen individuell verschieden sind, denn es gibt eben eine Reinkarnation, eine Folge von wiederholten Erdenleben, und dasjenige, was wir uns als Bedingungen aus früheren Leben mitbringen, das lebt sich als unsere individuellen Verschiedenheiten aus. — Das ist selbstverständlich ganz richtig, aber das Richtige allein genügt nicht, wenn wir die Welt verstehen wollen. Denn denken Sie sich einmal, ein Mensch würde mit einem feinen musikalischen Ohr geboren, aber es würden ihm vorenthalten in der Welt die Mittel musikalischer Ausbildung: Das musikalische Ohr würde unausgebildet bleiben. Daß er musikalisch ausgebildet werden kann, hängt mit seinem musikalischen Ohr zusammen, gewiß; aber die äußeren Mittel müssen dazu da sein, das Milieu, in das der Mensch versetzt ist oder wird, das muß da sein, die Bedingungen müssen da sein. Es gibt Seelen, welche mit einer einseitigen Erklärung der Tatsachen sich befriedigt erklären, die immer wieder darauf zurückfallen, wie die Katze auf die Pfoten, daß sie sagen: Nun ja, alles macht das höhere Ich des Menschen, oder das höhere Selbst. Das höhere Selbst ist eigentlich die ganze Welt! — Gewiß, solche Dinge können wahr sein, aber sie reichen eben zur Erklärung der Tatsachen der Welt durchaus nicht aus. Daß wir durch unser Karma, durch ein inneres Karma in verschiedener Weise veranlagt sind, das ist richtig. DaB die Verschiedenheiten der Menschenindividualitäten davon abhängen, wie diese Menschen in den aufeinanderfolgenden Leben sich entwickelt haben, das ist ganz richtig; aber allein genügt es nicht, zu wissen, daß der Mensch durch verschiedene Erdenleben geht und seine Individualität ausbildet, sondern wir müssen wissen, woher es kommt, daß eine Möglichkeit besteht, dasjenige, was wir uns als Individualität erworben haben, nun wirklich auszuleben.

[ 7 ] Nehmen Sie das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Verschiedenes kennen Sie, namentlich aus dem Zyklus, der gedruckt vorliegt «Das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt». Aus diesem können Sie entnehmen, daß in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt die verschiedenen Tatsachen zusammenkommen müssen, die den Menschen zu einer neuen Geburt, zu einer neuen Einkörperung in einen physischen Leib vorbereiten. Aber es muß in der geistigen Welt eine Möglichkeit da sein, daß auch dem Menschen dasjenige wird, was notwendig ist, daß seine individuellen Anlagen zur Ausbildung kommen. Man kann sich denken, daß wir durch ein Erdenleben gegangen sind, in diesem Erdenleben uns Bedingungen geschaffen haben für ein folgendes Erdenleben in einer gewissen Weise, daß wir aber zwischen dem Tod und einer neuen Geburt nicht die Möglichkeit finden, das, was wir da in uns verpflanzt haben als Anlage für ein künftiges Erdenleben, wirklich zur Entfaltung zu bringen. Ein Pflanzenkeim kann gut veranlagt sein; wenn er nicht in ein ihm günstiges Erdreich gesetzt werden kann, ist es ihm unmöglich, sich zu entfalten. In unserer Individualität kann noch so viel drinnen sein: wenn wir nicht imstande sind, in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt Tatsachen zu finden, welche so auf uns wirken wie der Nährboden auf den Pflanzenkeim, dann können die in uns gesetzten Lebensbedingungen für eine künftige Inkarnation eben nicht ausgebildet werden.

[ 7 ] Nehmen Sie das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Verschiedenes kennen Sie, namentlich aus dem Zyklus, der gedruckt vorliegt «Das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt». Aus diesem können Sie entnehmen, daß in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt die verschiedenen Tatsachen zusammenkommen müssen, die den Menschen zu einer neuen Geburt, zu einer neuen Einkörperung in einen physischen Leib vorbereiten. Aber es muß in der geistigen Welt eine Möglichkeit da sein, daß auch dem Menschen dasjenige wird, was notwendig ist, daß seine individuellen Anlagen zur Ausbildung kommen. Man kann sich denken, daß wir durch ein Erdenleben gegangen sind, in diesem Erdenleben uns Bedingungen geschaffen haben für ein folgendes Erdenleben in einer gewissen Weise, daß wir aber zwischen dem Tod und einer neuen Geburt nicht die Möglichkeit finden, das, was wir da in uns verpflanzt haben als Anlage für ein künftiges Erdenleben, wirklich zur Entfaltung zu bringen. Ein Pflanzenkeim kann gut veranlagt sein; wenn er nicht in ein ihm günstiges Erdreich gesetzt werden kann, ist es ihm unmöglich, sich zu entfalten. In unserer Individualität kann noch so viel drinnen sein: wenn wir nicht imstande sind, in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt Tatsachen zu finden, welche so auf uns wirken wie der Nährboden auf den Pflanzenkeim, dann können die in uns gesetzten Lebensbedingungen für eine künftige Inkarnation eben nicht ausgebildet werden.

[ 8 ] Wir ahnen daraus, daß die Welt tiefe Geheimnisse verbirgt, die wir nach und nach enthüllen können, wenn wir in die konkreten, in die tatsächlichen Verhältnisse des Lebens mit der Geisteswissenschaft hineinleuchten. Denn ein paar Schlagtheorien — Schlagworte, wie man sagt —, daß der Mensch verschiedene Erdenleben habe und seiner Individualität nach diese Erdenleben so weiter trägt, das genügt nicht; das erklärt nicht zuletzt dasjenige, was uns als Rätsel des Lebens berührt im Leben. Man muß überall, das habe ich betont gerade in diesen Tagen, die richtigen Gesichtspunkte finden. Und manches berührt uns ja als tiefes Rätsel im Leben, das wenigstens bis zu einem gewissen Grad für uns gelöst werden muß, wenn wir nicht wie ohnmächtige Kämpfer uns fühlen sollen im Leben, die zwar sehen, was das Leben an Rätseln ihnen aufgibt, die aber eben ohnmächtig wären, diese Rätsel des Lebens zu bezwingen.

[ 8 ] Wir ahnen daraus, daß die Welt tiefe Geheimnisse verbirgt, die wir nach und nach enthüllen können, wenn wir in die konkreten, in die tatsächlichen Verhältnisse des Lebens mit der Geisteswissenschaft hineinleuchten. Denn ein paar Schlagtheorien — Schlagworte, wie man sagt —, daß der Mensch verschiedene Erdenleben habe und seiner Individualität nach diese Erdenleben so weiter trägt, das genügt nicht; das erklärt nicht zuletzt dasjenige, was uns als Rätsel des Lebens berührt im Leben. Man muß überall, das habe ich betont gerade in diesen Tagen, die richtigen Gesichtspunkte finden. Und manches berührt uns ja als tiefes Rätsel im Leben, das wenigstens bis zu einem gewissen Grad für uns gelöst werden muß, wenn wir nicht wie ohnmächtige Kämpfer uns fühlen sollen im Leben, die zwar sehen, was das Leben an Rätseln ihnen aufgibt, die aber eben ohnmächtig wären, diese Rätsel des Lebens zu bezwingen.

[ 9 ] Da ist ein Rätsel, und ich nenne es im voraus, weil es den geistigen Forscher in Zusammenhang bringt mit der Frage, wie die Bedingungen herbeigeführt werden zur Entwickelung unserer Individualität. Ich werde es nachher charakterisieren. Es ist das Rätsel, das sich uns aufgibt im Leben, wenn wir sehen, in welch verschiedenen Lebensaltern die Menschen sterben. Der eine, es ist leicht gesagt, wird uralt, der andere stirbt ganz jung. In jedem Lebensalter sterben die Menschen. Dies kann man, ich möchte sagen, gedankenlos so aussprechen. Und die Menschen sind am wenigsten geneigt, dem gegenüber das Rätselhafte zu empfinden, das sich fortwährend wiederholt. Aber gerade in diesen alleralltäglichsten Tatsachen des Lebens sprechen sich die größten Rätsel aus.

[ 9 ] Da ist ein Rätsel, und ich nenne es im voraus, weil es den geistigen Forscher in Zusammenhang bringt mit der Frage, wie die Bedingungen herbeigeführt werden zur Entwickelung unserer Individualität. Ich werde es nachher charakterisieren. Es ist das Rätsel, das sich uns aufgibt im Leben, wenn wir sehen, in welch verschiedenen Lebensaltern die Menschen sterben. Der eine, es ist leicht gesagt, wird uralt, der andere stirbt ganz jung. In jedem Lebensalter sterben die Menschen. Dies kann man, ich möchte sagen, gedankenlos so aussprechen. Und die Menschen sind am wenigsten geneigt, dem gegenüber das Rätselhafte zu empfinden, das sich fortwährend wiederholt. Aber gerade in diesen alleralltäglichsten Tatsachen des Lebens sprechen sich die größten Rätsel aus.

[ 10 ] Wir kommen diesem Rätsel nahe, wenn wir ein wenig das Verhältnis des menschlichen Ätherleibes zur Gesamtwelt ins Auge fassen. Jedem ist bekannt, denn das ist eine Tatsache des äußeren Lebens, daß wir altern in bezug auf unseren physischen Leib. Wir werden immer älter. Und worinnen das Älterwerden besteht, das weiß ja jeder. Und in bezug auf unseren Ätherleib ist das Umgekehrte der Fall: da werden wir nämlich immer jünger, richtig jünger! Und wenn wir ganz alte Leute geworden sind, so sind wir in bezug auf unseren physischen Leib alt, in bezug auf unseren Ätherleib jung geworden. Einige sind ja unter Ihnen, die auch das schon in Vorträgen von mir gehört haben, ich will aber heute über diese Sache noch einmal in einem anderen Zusammenhang sprechen. Wir müssen unseren Ätherleib so ausbilden im Verlaufe unseres Erdenlebens, daß wenn wir am Ende unseres Erdenlebens angekommen sind, unser astralischer Leib in diesen Ätherleib so eingebettet ist, daß er sich so drinnen fühlt, wie er beschaffen sein muß, um das nächste Leben in entsprechender Weise anzutreten. Man kann wirklich sagen: Wenn der Mensch alt, grau, runzlig geworden ist, so blüht sein Ätherleib auf, wird frisch; denn sein astralischer Leib muß sich dann gewöhnen, in einem Ätherleib so zu leben, daß da schon das Keimhafte drinnen liegt. Wie nun dieser astralische Leib in dem nächsten Erdenwerden die physische Leiblichkeit des Kindes durchdringt, wie er da drinnen arbeitet, das muß sich in einer gewissen Weise schon durch das Leben mit dem junggewordenen Ätherleib ausdrücken.

[ 10 ] Wir kommen diesem Rätsel nahe, wenn wir ein wenig das Verhältnis des menschlichen Ätherleibes zur Gesamtwelt ins Auge fassen. Jedem ist bekannt, denn das ist eine Tatsache des äußeren Lebens, daß wir altern in bezug auf unseren physischen Leib. Wir werden immer älter. Und worinnen das Älterwerden besteht, das weiß ja jeder. Und in bezug auf unseren Ätherleib ist das Umgekehrte der Fall: da werden wir nämlich immer jünger, richtig jünger! Und wenn wir ganz alte Leute geworden sind, so sind wir in bezug auf unseren physischen Leib alt, in bezug auf unseren Ätherleib jung geworden. Einige sind ja unter Ihnen, die auch das schon in Vorträgen von mir gehört haben, ich will aber heute über diese Sache noch einmal in einem anderen Zusammenhang sprechen. Wir müssen unseren Ätherleib so ausbilden im Verlaufe unseres Erdenlebens, daß wenn wir am Ende unseres Erdenlebens angekommen sind, unser astralischer Leib in diesen Ätherleib so eingebettet ist, daß er sich so drinnen fühlt, wie er beschaffen sein muß, um das nächste Leben in entsprechender Weise anzutreten. Man kann wirklich sagen: Wenn der Mensch alt, grau, runzlig geworden ist, so blüht sein Ätherleib auf, wird frisch; denn sein astralischer Leib muß sich dann gewöhnen, in einem Ätherleib so zu leben, daß da schon das Keimhafte drinnen liegt. Wie nun dieser astralische Leib in dem nächsten Erdenwerden die physische Leiblichkeit des Kindes durchdringt, wie er da drinnen arbeitet, das muß sich in einer gewissen Weise schon durch das Leben mit dem junggewordenen Ätherleib ausdrücken.

[ 11 ] Es ist merkwürdig, wie man im Sprachgenius oftmals Geheimnisse bewahrt hat. Ich habe bei anderen Gelegenheiten schon darauf aufmerksam gemacht: Sie werden in Goethes «Faust» ein schönes Wort finden, das gebraucht wird statt geboren werden; im «Faust» heißt es: «Im Nebelalter jung geworden», er sagt nicht: geboren worden, sondern «jung geworden» — Junggewordensein im Gegensatz zum Altgewordensein. Also wenn man geboren wird, wird man «jung».

[ 11 ] Es ist merkwürdig, wie man im Sprachgenius oftmals Geheimnisse bewahrt hat. Ich habe bei anderen Gelegenheiten schon darauf aufmerksam gemacht: Sie werden in Goethes «Faust» ein schönes Wort finden, das gebraucht wird statt geboren werden; im «Faust» heißt es: «Im Nebelalter jung geworden», er sagt nicht: geboren worden, sondern «jung geworden» — Junggewordensein im Gegensatz zum Altgewordensein. Also wenn man geboren wird, wird man «jung».

[ 12 ] Dem liegt natürlich die Vorstellung zugrunde, daß die Präexistenz der Seele dem Kindwerden vorangeht. Aber das, was diese Seele an Kräften entwickelt, um nun den kindlichen Leib durcharbeiten zu können, das muß sie sich aneignen, wenn der Ätherleib im letzten, im vorhergehenden Leben beim physischen Altern jung wird.

[ 12 ] Dem liegt natürlich die Vorstellung zugrunde, daß die Präexistenz der Seele dem Kindwerden vorangeht. Aber das, was diese Seele an Kräften entwickelt, um nun den kindlichen Leib durcharbeiten zu können, das muß sie sich aneignen, wenn der Ätherleib im letzten, im vorhergehenden Leben beim physischen Altern jung wird.

[ 13 ] Die Materialisten finden eine besondere Bekräftigung ihrer materialistischen Theorien darin, daß selbst geniale oder für genial gehaltene Menschen im Alter manchmal schwachsinnig werden können. Es wird mit besonderer Vorliebe angeführt, daß Kart im Alter schwachsinnig geworden ist. Aber die Leute, die sich auf solche Dinge berufen, verstehen nicht, wie dasjenige, was als Seele wirkt hier auf dem physischen Plan, sich nur durch die körperlichen Organe kundgeben kann. Kants Gehirn war eben nicht mehr imstande, als Werkzeug zu dienen den Seelenkräften, die in ihm ausgebildet waren. Daher erscheint er am Ende seines Lebens schwachsinnig. In ihm lebte schon die Seele — das war wirklich der Fall —, die sich vorbereitete, den nächsten physischen Leib durchzuorganisieren; aber die konnte sich in dem bisherigen physischen Leib nicht so verhalten, daß der bisherige physische Leib ein ordentliches Werkzeug gewesen wäre.

[ 13 ] Die Materialisten finden eine besondere Bekräftigung ihrer materialistischen Theorien darin, daß selbst geniale oder für genial gehaltene Menschen im Alter manchmal schwachsinnig werden können. Es wird mit besonderer Vorliebe angeführt, daß Kart im Alter schwachsinnig geworden ist. Aber die Leute, die sich auf solche Dinge berufen, verstehen nicht, wie dasjenige, was als Seele wirkt hier auf dem physischen Plan, sich nur durch die körperlichen Organe kundgeben kann. Kants Gehirn war eben nicht mehr imstande, als Werkzeug zu dienen den Seelenkräften, die in ihm ausgebildet waren. Daher erscheint er am Ende seines Lebens schwachsinnig. In ihm lebte schon die Seele — das war wirklich der Fall —, die sich vorbereitete, den nächsten physischen Leib durchzuorganisieren; aber die konnte sich in dem bisherigen physischen Leib nicht so verhalten, daß der bisherige physische Leib ein ordentliches Werkzeug gewesen wäre.

[ 14 ] Nun ist ein großer, gewaltiger Unterschied, der Ihnen einleuchten wird, wenn Sie das, was ich eben gesagt habe, voraussetzen, ein gewaltiger Unterschied, ob man uralt stirbt, oder ob man in der Jugend stirbt, vielleicht gar als Kind. Denn stirbt man in der Jugend, dann ist der Ätherleib noch nicht so jung geworden. Wenn man von dem physischen Menschen spricht, kann man sagen: er altert. Wenn man von dem Ätherleib spricht, müßte man eigentlich sagen: er jüngert. Das wäre ein ganz richtiges Wort! Es wäre gut, wenn unsere Sprache bereichert würde durch solche Worte. Er jüngert, der Ätherleib, aber er ist noch nicht so gejüngert, wenn der Mensch im jugendlichen Alter stirbt. Ich habe das früher einmal dadurch anzudeuten versucht, daß ich gesagt habe: Wenn der Mensch im jugendlichen, kindlichen Alter stirbt, so ist sein Ätherleib im Grunde genommen unverbraucht. Er hätte ein ganzes Leben damit ausgereicht, mit diesem Ätherleib. Man hätte sechzig, achtzig Jahre alt werden können mit diesem Ätherleib, den man zur Verfügung hat, wenn man nicht jung gestorben wäre. Aber sowenig wie in der äußeren physischen Welt irgendeine Kraft verlorengeht, sowenig geht die Kraft eines solchen Ätherleibes verloren. Die bleibt vorhanden. Nur müssen wir etwas genauer auf das Besondere, Eigentümliche dieser Kraft eingehen.

[ 14 ] Nun ist ein großer, gewaltiger Unterschied, der Ihnen einleuchten wird, wenn Sie das, was ich eben gesagt habe, voraussetzen, ein gewaltiger Unterschied, ob man uralt stirbt, oder ob man in der Jugend stirbt, vielleicht gar als Kind. Denn stirbt man in der Jugend, dann ist der Ätherleib noch nicht so jung geworden. Wenn man von dem physischen Menschen spricht, kann man sagen: er altert. Wenn man von dem Ätherleib spricht, müßte man eigentlich sagen: er jüngert. Das wäre ein ganz richtiges Wort! Es wäre gut, wenn unsere Sprache bereichert würde durch solche Worte. Er jüngert, der Ätherleib, aber er ist noch nicht so gejüngert, wenn der Mensch im jugendlichen Alter stirbt. Ich habe das früher einmal dadurch anzudeuten versucht, daß ich gesagt habe: Wenn der Mensch im jugendlichen, kindlichen Alter stirbt, so ist sein Ätherleib im Grunde genommen unverbraucht. Er hätte ein ganzes Leben damit ausgereicht, mit diesem Ätherleib. Man hätte sechzig, achtzig Jahre alt werden können mit diesem Ätherleib, den man zur Verfügung hat, wenn man nicht jung gestorben wäre. Aber sowenig wie in der äußeren physischen Welt irgendeine Kraft verlorengeht, sowenig geht die Kraft eines solchen Ätherleibes verloren. Die bleibt vorhanden. Nur müssen wir etwas genauer auf das Besondere, Eigentümliche dieser Kraft eingehen.

[ 15 ] Wenn der Mensch ein, wie man sagt, normales Alter, also ein Alter von siebzig, achtzig Jahren erreichen kann, ist sein Ätherleib sehr jung geworden. Und in diesem junggewordenen Ätherleib sitzt, ich möchte sagen, das Fazit seines Lebens, das Lebensergebnis darinnen, das drückt sich darinnen aus, und der astralische Leib ergreift dann Besitz davon. Denn das geschieht ja so: Stellen wir uns einmal vor, der Mensch hätte seinen physischen Leib abgelegt, der Ätherleib wäre aus dem physischen Leib herausgetreten. Während der Ätherleib noch im physischen Leib ist, kann er das, was er sich im Leben angeeignet hat an eigentlichen Kräften, nicht entfalten, weil er in den physischen Leib gebannt ist. Denken Sie sich, wir haben uns im Leben, das wir zuletzt auf der Erde gelebt haben, diese oder jene Fähigkeit erworben. Das bedeutet, daß wir uns diese Fähigkeit mit dem physischen Leib, den wir aus der vorhergehenden Inkarnation haben, erworben haben. Aber was wir in der jetzigen Inkarnation dazubekommen, dazu haben wir noch nicht die Organe, die müssen wir uns erst bilden für die nächste Inkarnation. Aber im Ätherleib, der elastischer, flüssiger ist als der physische Leib, sitzt das drinnen. Nur kann es sich nicht entfalten, solange der Ätherleib im physischen Leib drinnen ist. Ist jetzt der physische Leib abgefallen, dann wird der Ätherleib frei. Und dieser Ätherleib erscheint nun zunächst mit dem ganzen Ergebnis des Lebens, das wir eben durchlebt haben, wenn wir durch den Tod gegangen sind. Daher zeigt er auch das ganze Lebenspanorama, das sich während weniger Tage über das ganze verflossene Leben ausdehnt, damit wir all das, was wir lernen können, uns aneignen können, aus dem Lebenspanorama herausziehen können. Das geschieht eben in diesen paar Tagen, in denen wir dieses Lebenspanorama durchblicken.

[ 15 ] Wenn der Mensch ein, wie man sagt, normales Alter, also ein Alter von siebzig, achtzig Jahren erreichen kann, ist sein Ätherleib sehr jung geworden. Und in diesem junggewordenen Ätherleib sitzt, ich möchte sagen, das Fazit seines Lebens, das Lebensergebnis darinnen, das drückt sich darinnen aus, und der astralische Leib ergreift dann Besitz davon. Denn das geschieht ja so: Stellen wir uns einmal vor, der Mensch hätte seinen physischen Leib abgelegt, der Ätherleib wäre aus dem physischen Leib herausgetreten. Während der Ätherleib noch im physischen Leib ist, kann er das, was er sich im Leben angeeignet hat an eigentlichen Kräften, nicht entfalten, weil er in den physischen Leib gebannt ist. Denken Sie sich, wir haben uns im Leben, das wir zuletzt auf der Erde gelebt haben, diese oder jene Fähigkeit erworben. Das bedeutet, daß wir uns diese Fähigkeit mit dem physischen Leib, den wir aus der vorhergehenden Inkarnation haben, erworben haben. Aber was wir in der jetzigen Inkarnation dazubekommen, dazu haben wir noch nicht die Organe, die müssen wir uns erst bilden für die nächste Inkarnation. Aber im Ätherleib, der elastischer, flüssiger ist als der physische Leib, sitzt das drinnen. Nur kann es sich nicht entfalten, solange der Ätherleib im physischen Leib drinnen ist. Ist jetzt der physische Leib abgefallen, dann wird der Ätherleib frei. Und dieser Ätherleib erscheint nun zunächst mit dem ganzen Ergebnis des Lebens, das wir eben durchlebt haben, wenn wir durch den Tod gegangen sind. Daher zeigt er auch das ganze Lebenspanorama, das sich während weniger Tage über das ganze verflossene Leben ausdehnt, damit wir all das, was wir lernen können, uns aneignen können, aus dem Lebenspanorama herausziehen können. Das geschieht eben in diesen paar Tagen, in denen wir dieses Lebenspanorama durchblicken.

[ 16 ] Wenn unser astralischer Leib jeden Morgen beim Aufwachen in den physischen und Ätherleib hineingeht, muß er sich anpassen dem, was aus dem physischen und Ätherleib aus der vorigen Inkarnation geworden ist, da trifft er all das, was man geworden ist. Der astralische Leib kommt nie herein in den Ätherleib so, daß er sich bedienen kann desjenigen, was der Ätherleib erst in der jetzigen Inkarnation geworden ist. Aber jetzt, nach dem Tode, ist das der Fall. Er ist so mit dem Ätherleib verbunden, daß der Astralleib spürt, wahrnimmt, empfindet, was man als Fazit, als Resultat von dem eben abgelaufenen Leben hat. Und wenn sich dann der astralische Leib von dem Ätherleib nach einigen Tagen trennt, dann ist im astralischen Leib das ganze Ergebnis des Lebens dadurch drinnen, daß er es aus dem Ätherleib herausgezogen hat, daß er es im Ätherleib ein paar Tage erlebt hat. Dazu braucht er nicht länger als ein paar Tage, um in dem Ätherleib, der frei geworden ist, das ganze Ergebnis, das Fazit des Lebens zu durchleben. Lange braucht er dann, um das, was er jetzt da erlebt hat, so auszugestalten, daß ein neues Erdenleben gezimmert werden kann.

[ 16 ] Wenn unser astralischer Leib jeden Morgen beim Aufwachen in den physischen und Ätherleib hineingeht, muß er sich anpassen dem, was aus dem physischen und Ätherleib aus der vorigen Inkarnation geworden ist, da trifft er all das, was man geworden ist. Der astralische Leib kommt nie herein in den Ätherleib so, daß er sich bedienen kann desjenigen, was der Ätherleib erst in der jetzigen Inkarnation geworden ist. Aber jetzt, nach dem Tode, ist das der Fall. Er ist so mit dem Ätherleib verbunden, daß der Astralleib spürt, wahrnimmt, empfindet, was man als Fazit, als Resultat von dem eben abgelaufenen Leben hat. Und wenn sich dann der astralische Leib von dem Ätherleib nach einigen Tagen trennt, dann ist im astralischen Leib das ganze Ergebnis des Lebens dadurch drinnen, daß er es aus dem Ätherleib herausgezogen hat, daß er es im Ätherleib ein paar Tage erlebt hat. Dazu braucht er nicht länger als ein paar Tage, um in dem Ätherleib, der frei geworden ist, das ganze Ergebnis, das Fazit des Lebens zu durchleben. Lange braucht er dann, um das, was er jetzt da erlebt hat, so auszugestalten, daß ein neues Erdenleben gezimmert werden kann.

[ 17 ] Ja, sehen Sie, um ein neues Erdenleben zu zimmern, dazu gehört sehr viel. Und wenn es der menschlichen Weisheit so unmittelbar überlassen wäre, ein neues Erdenleben durch sich selbst zu zimmern, da käme ganz sicher nichts Ordentliches zustande. Setzen Sie sich einmal in den Fall, Sie sollten aus Ihrem Bewußtsein heraus das ganze physische Instrument des Menschen formen. Da müßten Sie es doch eben kennen, nicht wahr? Aber jeder Blick in die äußere Wissenschaft sagt einem, wieviel der Mensch von der Zusammensetzung seines physischen Leibes kennt! Zwischen Tod und neuer Geburt kann er es soweit, daß er den physischen Leib so formen kann, daß dieser physische Leib wirklich bis in seine feinsten Ziselierungen hinein geeignet ist, das zum Ausdruck zu bringen, was aus dem früheren Erdenleben veranlagt ist.

[ 17 ] Ja, sehen Sie, um ein neues Erdenleben zu zimmern, dazu gehört sehr viel. Und wenn es der menschlichen Weisheit so unmittelbar überlassen wäre, ein neues Erdenleben durch sich selbst zu zimmern, da käme ganz sicher nichts Ordentliches zustande. Setzen Sie sich einmal in den Fall, Sie sollten aus Ihrem Bewußtsein heraus das ganze physische Instrument des Menschen formen. Da müßten Sie es doch eben kennen, nicht wahr? Aber jeder Blick in die äußere Wissenschaft sagt einem, wieviel der Mensch von der Zusammensetzung seines physischen Leibes kennt! Zwischen Tod und neuer Geburt kann er es soweit, daß er den physischen Leib so formen kann, daß dieser physische Leib wirklich bis in seine feinsten Ziselierungen hinein geeignet ist, das zum Ausdruck zu bringen, was aus dem früheren Erdenleben veranlagt ist.

[ 18 ] Wenn jemand Sie fragen sollte: Wie muß ich es machen mit einer bestimmten Gehirnwindung, daß ich ihr da in ihrer Linie diejenige Wendung gebe, die gerade dem entspricht, was ich mir im vorigen Leben angeeignet habe? Ja, wenn Sie die Frage entscheiden sollten, ob ich sie hier ein bißchen drehen oder vielleicht so machen soll (es wird gezeichnet) — Sie würden es nicht entscheiden können, wenn jemand Sie examinieren würde, und nicht sagen können: Drehst du diese Gehirnwindung so herum, dann entspricht das dem Umstande, daß du in der früheren Inkarnation ein Redner warst, und das dann zur Ausarbeitung bringen kannst. Wie sollten Sie das beantworten können mit dem Bewußtsein des physischen Planes? Zwischen dem Tod und einer neuen Geburt muß der Mensch das beantworten, denn er muß sich in dem neuen Ätherleib diese feine Ausziselierung seiner Organe veranlagen. Das muß alles geschehen. — Was dazu notwendig ist, das läßt sich leicht mit einem Worte bezeichnen, aber ich wollte ein Gefühl davon hervorrufen, was dieses Wort umschließt: Weisheit ist dazu notwendig, Weisheit! Und diese Weisheit muß wirklich im Menschen sein.

[ 18 ] Wenn jemand Sie fragen sollte: Wie muß ich es machen mit einer bestimmten Gehirnwindung, daß ich ihr da in ihrer Linie diejenige Wendung gebe, die gerade dem entspricht, was ich mir im vorigen Leben angeeignet habe? Ja, wenn Sie die Frage entscheiden sollten, ob ich sie hier ein bißchen drehen oder vielleicht so machen soll (es wird gezeichnet) — Sie würden es nicht entscheiden können, wenn jemand Sie examinieren würde, und nicht sagen können: Drehst du diese Gehirnwindung so herum, dann entspricht das dem Umstande, daß du in der früheren Inkarnation ein Redner warst, und das dann zur Ausarbeitung bringen kannst. Wie sollten Sie das beantworten können mit dem Bewußtsein des physischen Planes? Zwischen dem Tod und einer neuen Geburt muß der Mensch das beantworten, denn er muß sich in dem neuen Ätherleib diese feine Ausziselierung seiner Organe veranlagen. Das muß alles geschehen. — Was dazu notwendig ist, das läßt sich leicht mit einem Worte bezeichnen, aber ich wollte ein Gefühl davon hervorrufen, was dieses Wort umschließt: Weisheit ist dazu notwendig, Weisheit! Und diese Weisheit muß wirklich im Menschen sein.

[ 19 ] Wenn Kant auch im Alter schwachsinnig geworden war, seine Seele, das heißt sein astralischer Leib, insofern er in seinem neugewobenen Ätherleib drinnen war, seine Seele war weise, denn die hatte die Weisheit schon in sich, nur konnte es das Ich nicht mit dem Gehirn ins Bewußtsein heraufheben. Seine Seele hatte in sich die Weisheit, die nun herauskommen sollte zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und die weisheitsvoll in die neue Inkarnation des Kant in späterer Zeit kommen sollte. Kant ist ein alter Mann geworden. Je älter man wird im physischen Leib, desto mehr prägt sich im Menschen dieses Moment der Weisheit aus.

[ 19 ] Wenn Kant auch im Alter schwachsinnig geworden war, seine Seele, das heißt sein astralischer Leib, insofern er in seinem neugewobenen Ätherleib drinnen war, seine Seele war weise, denn die hatte die Weisheit schon in sich, nur konnte es das Ich nicht mit dem Gehirn ins Bewußtsein heraufheben. Seine Seele hatte in sich die Weisheit, die nun herauskommen sollte zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und die weisheitsvoll in die neue Inkarnation des Kant in späterer Zeit kommen sollte. Kant ist ein alter Mann geworden. Je älter man wird im physischen Leib, desto mehr prägt sich im Menschen dieses Moment der Weisheit aus.

[ 20 ] Aber bei denjenigen, die jung sterben, da ist es anders, da hat der Ätherleib nicht so «gejüngert», und die Folge davon ist, daß weniger Weisheit, die auf der Erde erworben ist, in diesem Ätherleib aufgespeichert ist, denn es handelt sich wirklich um die auf der Erde erworbene Weisheit. Dafür ist etwas anderes darin: In dem alten, noch nicht gejüngerten Ätherleib eines Frühverstorbenen, da ist um so mehr Wille darinnen; direktes Willenselement, Liebeselement, schöpferisches Liebeselement ist darinnen. Das ist nämlich der Unterschied zwischen dem Ätherleib eines altgewordenen Menschen, der mehr durchdrungen ist mit dem Weisheitscharakter, und dem Ätherleib eines jung verstorbenen Menschen, der durchdrungen ist mit dem Willenselement. Der Ätherleib eines jung verstorbenen Menschen strömt Liebe aus, warme Liebe, warmes Ätherisches der Liebe. Der Ätherleib des altgewordenen Menschen strömt aus weisheitsvolles Aurtisches, Lichtvolles.

[ 20 ] Aber bei denjenigen, die jung sterben, da ist es anders, da hat der Ätherleib nicht so «gejüngert», und die Folge davon ist, daß weniger Weisheit, die auf der Erde erworben ist, in diesem Ätherleib aufgespeichert ist, denn es handelt sich wirklich um die auf der Erde erworbene Weisheit. Dafür ist etwas anderes darin: In dem alten, noch nicht gejüngerten Ätherleib eines Frühverstorbenen, da ist um so mehr Wille darinnen; direktes Willenselement, Liebeselement, schöpferisches Liebeselement ist darinnen. Das ist nämlich der Unterschied zwischen dem Ätherleib eines altgewordenen Menschen, der mehr durchdrungen ist mit dem Weisheitscharakter, und dem Ätherleib eines jung verstorbenen Menschen, der durchdrungen ist mit dem Willenselement. Der Ätherleib eines jung verstorbenen Menschen strömt Liebe aus, warme Liebe, warmes Ätherisches der Liebe. Der Ätherleib des altgewordenen Menschen strömt aus weisheitsvolles Aurtisches, Lichtvolles.

[ 21 ] Nun können wir uns die Frage, die uns da interessiert, dadurch beantworten, daß wir die Geisteswissenschaft fragen: Was würde eintreten, wenn auf irgendeine Weise alle Menschen achtzig oder neunzig Jahre alt, also ganz alt werden könnten, wenn gar keiner jung stürbe, was würde dann eintreten? — Dann würden alle Ätherleiber, die von ihren Seelen verlassen würden, von liebevoller Weisheit durchsetzt sein. Es würden die Menschen auf der Erde in ihrem historischen Fortgang die Möglichkeit haben, während des physischen Lebens zwischen Geburt und Tod viel zu lernen auf der Erde, denn die physischen Leiber würden weisheitsvoll gestaltet werden. Die Menschen würden gewissermaßen undifferenziert geboren werden, einer wäre wie der andere, aber sie könnten sehr viel lernen auf dem physischen Plan. Ich möchte sagen, sie wären fein-weisheitsvoll gebaut und könnten sehr viel lernen hier auf dem physischen Plan. Allerdings würde ein solches Lernen verbunden sein mit einer außerordentlich labil sich haltenden Konstitution. Die Menschen würden gewissermaßen, weil alles so außerordentlich fein, ich möchte sagen, mechanistisch-weisheitsvoll in ihrem physischen Organismus gebildet wäre, ein labiles Gleichgewicht haben, aus dem sie leicht herauskommen könnten. Es würde einer viel lernen können, aber er würde furchtbar nervös werden, wie man heute im «nervösen Zeitalter» sagt. Es würde eine Menschheit sein, die immerfort zappelt und immerfort aus dem Gleichgewicht kommen würde, eine sehr für das Lernen auf dem physischen Plan begabte, aber recht zappelige Menschheit. Es ist besser, «zappelig» zu sagen als «nervös». Warum soll man die Dinge nicht so nennen, daß man das Richtige dabei fühlt? Denn, sehen Sie, als nervös hat man früher, noch vor ein paar Jahrhunderten, in ganz Europa einen Menschen bezeichnet, der stark, kräftig durchnervt war, der nervig war, der etwas aushalten konnte. Weil diese Menschen nicht mehr so den Ton angeben wie früher, so hat man dieses Wort für das gerade Gegenteil angewendet. Aber ausbleiben würde in der Menschheitsentwicklung, wenn alle Menschen alt werden würden, wenn keiner jung sterben würde, ausbleiben würde die seelische Differenzierung, die wir mitbringen, wenn wir aus der geistigen Welt in eine Inkarnation hereingehen. Das Anlagen-Haben, das gewissermaßen mit geistigen Gaben Ausgestattetsein, das würde ganz ausbleiben. Die Menschen würden sozusagen alle ziemlich gleich, undifferenziert in die Welt hereintreten, würden nur verschieden werden dadurch, daß sie auf dem physischen Plan in verschiedene Verhältnisse kommen und Verschiedenes lernen würden; sie würden sich in allen Verhältnissen ziemlich gleich zurechtfinden. Das Karma würde sie in das für sie besonders Geeignete durch die physischen Vererbungsmerkmale hereintragen. Im übrigen würde fehlen in der Welt gerade das, was wir als Veranlagtheit für besonderes Seelisches haben. Das Innere des Menschen in seiner Differenziertheit würde nicht da sein.

[ 21 ] Nun können wir uns die Frage, die uns da interessiert, dadurch beantworten, daß wir die Geisteswissenschaft fragen: Was würde eintreten, wenn auf irgendeine Weise alle Menschen achtzig oder neunzig Jahre alt, also ganz alt werden könnten, wenn gar keiner jung stürbe, was würde dann eintreten? — Dann würden alle Ätherleiber, die von ihren Seelen verlassen würden, von liebevoller Weisheit durchsetzt sein. Es würden die Menschen auf der Erde in ihrem historischen Fortgang die Möglichkeit haben, während des physischen Lebens zwischen Geburt und Tod viel zu lernen auf der Erde, denn die physischen Leiber würden weisheitsvoll gestaltet werden. Die Menschen würden gewissermaßen undifferenziert geboren werden, einer wäre wie der andere, aber sie könnten sehr viel lernen auf dem physischen Plan. Ich möchte sagen, sie wären fein-weisheitsvoll gebaut und könnten sehr viel lernen hier auf dem physischen Plan. Allerdings würde ein solches Lernen verbunden sein mit einer außerordentlich labil sich haltenden Konstitution. Die Menschen würden gewissermaßen, weil alles so außerordentlich fein, ich möchte sagen, mechanistisch-weisheitsvoll in ihrem physischen Organismus gebildet wäre, ein labiles Gleichgewicht haben, aus dem sie leicht herauskommen könnten. Es würde einer viel lernen können, aber er würde furchtbar nervös werden, wie man heute im «nervösen Zeitalter» sagt. Es würde eine Menschheit sein, die immerfort zappelt und immerfort aus dem Gleichgewicht kommen würde, eine sehr für das Lernen auf dem physischen Plan begabte, aber recht zappelige Menschheit. Es ist besser, «zappelig» zu sagen als «nervös». Warum soll man die Dinge nicht so nennen, daß man das Richtige dabei fühlt? Denn, sehen Sie, als nervös hat man früher, noch vor ein paar Jahrhunderten, in ganz Europa einen Menschen bezeichnet, der stark, kräftig durchnervt war, der nervig war, der etwas aushalten konnte. Weil diese Menschen nicht mehr so den Ton angeben wie früher, so hat man dieses Wort für das gerade Gegenteil angewendet. Aber ausbleiben würde in der Menschheitsentwicklung, wenn alle Menschen alt werden würden, wenn keiner jung sterben würde, ausbleiben würde die seelische Differenzierung, die wir mitbringen, wenn wir aus der geistigen Welt in eine Inkarnation hereingehen. Das Anlagen-Haben, das gewissermaßen mit geistigen Gaben Ausgestattetsein, das würde ganz ausbleiben. Die Menschen würden sozusagen alle ziemlich gleich, undifferenziert in die Welt hereintreten, würden nur verschieden werden dadurch, daß sie auf dem physischen Plan in verschiedene Verhältnisse kommen und Verschiedenes lernen würden; sie würden sich in allen Verhältnissen ziemlich gleich zurechtfinden. Das Karma würde sie in das für sie besonders Geeignete durch die physischen Vererbungsmerkmale hereintragen. Im übrigen würde fehlen in der Welt gerade das, was wir als Veranlagtheit für besonderes Seelisches haben. Das Innere des Menschen in seiner Differenziertheit würde nicht da sein.

[ 22 ] Aber wie alles in der Welt nicht bloß auf Einseitigkeit beruht, sondern, wie ich Ihnen ausgeführt habe, auf Gleichgewicht beruhen muß, so muß das Menschenleben darauf beruhen, daß der Mensch einerseits in seinen physischen Organismus das ergießen kann, was beim Jüngern des Ätherleibs als Weisheit angehäuft wird für ein weiteres physisches Leben. [Andererseits werden die Willensimpulse Jungverstorbener benötigt.] Ich habe Ihnen an vielen Beispielen schon auseinandergesetzt, wie ganz jung gestorbene Kinder ihren Ätherleib unverwendet lassen. Wir selber leben in der Aura eines Ätherleibes, wie ich ausführte, hier in diesem Bau. Aus jenem Ätherleib heraus kommen diejenigen Impulse, die künstlerisch anregen können im Bau. Ich habe angeführt, wie ein zum Bau gehöriges Kind nach seinem Tode den Ätherleib hinterlassen hat und dieser Ätherleib eine Aura bildet, in die unser Bau eingebettet ist. Und wenn man wahrnehmen kann, was für Impulse kommen können aus diesem Ätherleib, dann hat man Unterstützung für die künstlerischen Impulse, die im Bau auszuleben sind.

[ 22 ] Aber wie alles in der Welt nicht bloß auf Einseitigkeit beruht, sondern, wie ich Ihnen ausgeführt habe, auf Gleichgewicht beruhen muß, so muß das Menschenleben darauf beruhen, daß der Mensch einerseits in seinen physischen Organismus das ergießen kann, was beim Jüngern des Ätherleibs als Weisheit angehäuft wird für ein weiteres physisches Leben. [Andererseits werden die Willensimpulse Jungverstorbener benötigt.] Ich habe Ihnen an vielen Beispielen schon auseinandergesetzt, wie ganz jung gestorbene Kinder ihren Ätherleib unverwendet lassen. Wir selber leben in der Aura eines Ätherleibes, wie ich ausführte, hier in diesem Bau. Aus jenem Ätherleib heraus kommen diejenigen Impulse, die künstlerisch anregen können im Bau. Ich habe angeführt, wie ein zum Bau gehöriges Kind nach seinem Tode den Ätherleib hinterlassen hat und dieser Ätherleib eine Aura bildet, in die unser Bau eingebettet ist. Und wenn man wahrnehmen kann, was für Impulse kommen können aus diesem Ätherleib, dann hat man Unterstützung für die künstlerischen Impulse, die im Bau auszuleben sind.

[ 23 ] So ist es aber mit den Ätherleibern der Jungverstorbenen überhaupt; sie gehen zurück, sie sind noch nicht so gejüngert, daß sie ganz abgeschwächt haben das Element des Willens, sondern Wille, schöpferische Liebekraft geht mit ihnen ein in die geistige Welt. Und es muß nun eine fortwährende Wechselwirkung stattfinden zwischen den ganz gejüngerten Ätherleibern und den noch weniger gejüngerten Ätherleibern. Fortwährend findet eine gegenseitige Unterstützung statt in der geistigen Welt zwischen dem, was von der Erde heraufkommt in Ätherleibern von ganz alten Menschen und diesen Ätherleibern von jungen Menschen oder selbstverständlich auch solchen, die dazwischen liegen. Wenn ganz kleine Kinder sterben, eben wie es im «Faust» heißt: «Mitternachts-Geborne», so sind die Ätherleiber ganz alte, greisenhafte, aber stark von Wille. Solche Ätherleiber werden mit starker Kraft wirken können gerade auf solche Ätherleiber, die nun durch ein langes Leben gegangen sind, die von physisch altgewordenen Menschen herrühren.

[ 23 ] So ist es aber mit den Ätherleibern der Jungverstorbenen überhaupt; sie gehen zurück, sie sind noch nicht so gejüngert, daß sie ganz abgeschwächt haben das Element des Willens, sondern Wille, schöpferische Liebekraft geht mit ihnen ein in die geistige Welt. Und es muß nun eine fortwährende Wechselwirkung stattfinden zwischen den ganz gejüngerten Ätherleibern und den noch weniger gejüngerten Ätherleibern. Fortwährend findet eine gegenseitige Unterstützung statt in der geistigen Welt zwischen dem, was von der Erde heraufkommt in Ätherleibern von ganz alten Menschen und diesen Ätherleibern von jungen Menschen oder selbstverständlich auch solchen, die dazwischen liegen. Wenn ganz kleine Kinder sterben, eben wie es im «Faust» heißt: «Mitternachts-Geborne», so sind die Ätherleiber ganz alte, greisenhafte, aber stark von Wille. Solche Ätherleiber werden mit starker Kraft wirken können gerade auf solche Ätherleiber, die nun durch ein langes Leben gegangen sind, die von physisch altgewordenen Menschen herrühren.

[ 24 ] Denken Sie sich, was es für eine geniale Idee von Goethe war, den altgewordenen, hundertjährigen Faust, der zum Himmel fährt, umringt sein zu lassen von den Ätherleibern ganz junger Knaben, «Mitternachts-Gebornen», andeutend, daß ein solcher Austausch stattfinden muß!

[ 24 ] Denken Sie sich, was es für eine geniale Idee von Goethe war, den altgewordenen, hundertjährigen Faust, der zum Himmel fährt, umringt sein zu lassen von den Ätherleibern ganz junger Knaben, «Mitternachts-Gebornen», andeutend, daß ein solcher Austausch stattfinden muß!

[ 25 ] Immerfort findet diese Wechselwirkung statt. So daß wir sagen können: Da in der geistigen Welt haben wir die Ätherleiber der physisch altgewordenen Menschen, in denen geht Verschiedenes vor (siehe Zeichnung, lila); dann haben wir die Ätherleiber physisch jungverstorbener Menschen (rot), in denen geht auch Verschiedenes vor: Da findet eine Wechselwirkung, ein gegenseitiger Austausch statt. Und das, was wir antreffen in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, finden wir dadurch, daß Tatsachen hervorgerufen werden in diesem Austausch zwischen den Ätherleibern der Jungverstorbenen und den Ätherleibern der Altverstorbenen. Diese Wechselwirkung brauchen wir. Es könnte die Menschheitsentwickelung auf der Erde gar nicht in der richtigen Weise vor sich gehen, wenn nicht die Wechselwirkung der Ätherleiber Jungverstorbener und Altverstorbener in der geistigen Welt stattfinden würde.

[ 25 ] Immerfort findet diese Wechselwirkung statt. So daß wir sagen können: Da in der geistigen Welt haben wir die Ätherleiber der physisch altgewordenen Menschen, in denen geht Verschiedenes vor (siehe Zeichnung, lila); dann haben wir die Ätherleiber physisch jungverstorbener Menschen (rot), in denen geht auch Verschiedenes vor: Da findet eine Wechselwirkung, ein gegenseitiger Austausch statt. Und das, was wir antreffen in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, finden wir dadurch, daß Tatsachen hervorgerufen werden in diesem Austausch zwischen den Ätherleibern der Jungverstorbenen und den Ätherleibern der Altverstorbenen. Diese Wechselwirkung brauchen wir. Es könnte die Menschheitsentwickelung auf der Erde gar nicht in der richtigen Weise vor sich gehen, wenn nicht die Wechselwirkung der Ätherleiber Jungverstorbener und Altverstorbener in der geistigen Welt stattfinden würde.

AltNameAltName

[ 26 ] Und die Leiter dieser Betätigung sind in der Region in der Hierarchie der Angeloi zu finden, so daß wir in der geistigen Welt, in die wir unmittelbar eingebettet sind, wirklich ein solches Ineinanderwirken der einen Art von Ätherleibern mit der anderen Art von Ätherleibern anerkennen müssen. Wie wenn zwei Flüsse etwa zusammenfließen würden in einen, so fließen diese Wirkungen zusammen. Aber dann werden sie geordnet, geregelt, in der richtigen Weise geleitet. Und das geschieht von Wesen aus der Hierarchie der Angeloi. Zu den anderen Aufgaben haben diese Wesen auch noch diese Aufgabe. Wenn also ein Mensch mit besonderen Anlagen in die Welt hereinkommen kann, dann rührt das davon her, daß sich zwischen dem Tod und einer neuen Geburt nicht bloß die Möglichkeit, daß Weisheit, materialistische, auf der Erde gesammelte Weisheit in die physischen Leiber hineingeprägt wird, sondern daß dasjenige, was noch nicht für die Erde voll ausgebildet war — von jung Verstorbenen herrührende Ätherleiber —, auch als Wirkungen da sind, als Kräfte da sind, die mit hineinverwoben werden können da, wo die menschlichen Anlagen gebildet werden.

[ 26 ] Und die Leiter dieser Betätigung sind in der Region in der Hierarchie der Angeloi zu finden, so daß wir in der geistigen Welt, in die wir unmittelbar eingebettet sind, wirklich ein solches Ineinanderwirken der einen Art von Ätherleibern mit der anderen Art von Ätherleibern anerkennen müssen. Wie wenn zwei Flüsse etwa zusammenfließen würden in einen, so fließen diese Wirkungen zusammen. Aber dann werden sie geordnet, geregelt, in der richtigen Weise geleitet. Und das geschieht von Wesen aus der Hierarchie der Angeloi. Zu den anderen Aufgaben haben diese Wesen auch noch diese Aufgabe. Wenn also ein Mensch mit besonderen Anlagen in die Welt hereinkommen kann, dann rührt das davon her, daß sich zwischen dem Tod und einer neuen Geburt nicht bloß die Möglichkeit, daß Weisheit, materialistische, auf der Erde gesammelte Weisheit in die physischen Leiber hineingeprägt wird, sondern daß dasjenige, was noch nicht für die Erde voll ausgebildet war — von jung Verstorbenen herrührende Ätherleiber —, auch als Wirkungen da sind, als Kräfte da sind, die mit hineinverwoben werden können da, wo die menschlichen Anlagen gebildet werden.

[ 27 ] Sie sehen, wie Geisteswissenschaft, wenn man sich wirklich in ihre Geheimnisse vertieft, ausmünden kann in lebendiges Fühlen und Empfinden. Wenn ein alter Mensch stirbt, so wissen wir durch die Geisteswissenschaft uns zu erheben zu dem Mysterium seines Todes in geistiger Beziehung. Denn wir sagen uns: alt werden die Menschen, damit die Entwickelung der Menschheit, insofern die physischen Leibeswerkzeuge gebraucht werden können, für alle Zukunft in der richtigen Weise vor sich gehe. Was wir an Früchten in der Erdenentwickelung der Menschheit haben, wir ahnen es voraus, wir empfinden es voraus bei jedem Tode eines älteren Menschen. Wenn wir auf uns wirken lassen das andere, was einen Einblick uns geben kann, wenn wir in die Zukunft blicken, so sagen wir uns: es muß allezeit in der Fortentwickelung der Menschheit besondere Anlagen geben; der eine muß zu dem, der andere zu jenem veranlagt sein; bis hinauf zu der Genialität, bis hinauf zu den genialen Menschen müssen die Veranlagungen da sein. Niemals könnte das sein, wenn nicht auch Menschen jung sterben müßten in der Welt! Und wenn wir aufblicken zu besonders genialen Menschen, so ist die Genialität verdankt der Tatsache, daß Menschen auch jung sterben müssen. So blicken wir zu dem Mysterium des Todes Jungverstorbener, indem wir uns sagen: Weisheitsvoll eingefügt in das ganze Gewebe ist auch der frühe Tod Jungverstorbener. Denn aus dem frühen Tode Jungverstorbener erstehen die Keime für die seelischen Anlagen, welche die Menschheit in ihrer Fortentwickelung braucht.

[ 27 ] Sie sehen, wie Geisteswissenschaft, wenn man sich wirklich in ihre Geheimnisse vertieft, ausmünden kann in lebendiges Fühlen und Empfinden. Wenn ein alter Mensch stirbt, so wissen wir durch die Geisteswissenschaft uns zu erheben zu dem Mysterium seines Todes in geistiger Beziehung. Denn wir sagen uns: alt werden die Menschen, damit die Entwickelung der Menschheit, insofern die physischen Leibeswerkzeuge gebraucht werden können, für alle Zukunft in der richtigen Weise vor sich gehe. Was wir an Früchten in der Erdenentwickelung der Menschheit haben, wir ahnen es voraus, wir empfinden es voraus bei jedem Tode eines älteren Menschen. Wenn wir auf uns wirken lassen das andere, was einen Einblick uns geben kann, wenn wir in die Zukunft blicken, so sagen wir uns: es muß allezeit in der Fortentwickelung der Menschheit besondere Anlagen geben; der eine muß zu dem, der andere zu jenem veranlagt sein; bis hinauf zu der Genialität, bis hinauf zu den genialen Menschen müssen die Veranlagungen da sein. Niemals könnte das sein, wenn nicht auch Menschen jung sterben müßten in der Welt! Und wenn wir aufblicken zu besonders genialen Menschen, so ist die Genialität verdankt der Tatsache, daß Menschen auch jung sterben müssen. So blicken wir zu dem Mysterium des Todes Jungverstorbener, indem wir uns sagen: Weisheitsvoll eingefügt in das ganze Gewebe ist auch der frühe Tod Jungverstorbener. Denn aus dem frühen Tode Jungverstorbener erstehen die Keime für die seelischen Anlagen, welche die Menschheit in ihrer Fortentwickelung braucht.

[ 28 ] Sobald wir uns erheben können von unserem persönlichen Empfinden dem Tode gegenüber zu dem, was die ganze Menschheit braucht, erscheint uns das Weisheitsvolle bei dem Tode junger und bei dem Tode älterer Menschen. Das ist das Bedeutungsvolle, daß wirklich echt und redlich betriebene Geisteswissenschaft uns nicht bloß Theorien gibt, sondern daß die recht verstandenen Theorien immer ausmünden in Empfindungen und Gefühle, durch die wir mehr Harmonie im Leben gewinnen können, als wir ohne die Geisteswissenschaft dem Leben gegenüber haben. Dazu sollen wir Geisteswissenschaft haben, daß dann, wenn Dissonanzen im Leben vorhanden sind, die wir als Dissonanzen nicht mehr ertragen können, wir durch einen tieferen Blick hinter diese Dissonanzen zur Auffassung vom Zusammenklang, vom harmonischen Zusammenklang kommen.

[ 28 ] Sobald wir uns erheben können von unserem persönlichen Empfinden dem Tode gegenüber zu dem, was die ganze Menschheit braucht, erscheint uns das Weisheitsvolle bei dem Tode junger und bei dem Tode älterer Menschen. Das ist das Bedeutungsvolle, daß wirklich echt und redlich betriebene Geisteswissenschaft uns nicht bloß Theorien gibt, sondern daß die recht verstandenen Theorien immer ausmünden in Empfindungen und Gefühle, durch die wir mehr Harmonie im Leben gewinnen können, als wir ohne die Geisteswissenschaft dem Leben gegenüber haben. Dazu sollen wir Geisteswissenschaft haben, daß dann, wenn Dissonanzen im Leben vorhanden sind, die wir als Dissonanzen nicht mehr ertragen können, wir durch einen tieferen Blick hinter diese Dissonanzen zur Auffassung vom Zusammenklang, vom harmonischen Zusammenklang kommen.

[ 29 ] Auch die Opfer, die wir im Leben zu bringen haben, wir lernen sie verstehen durch Geisteswissenschaft. Wir lernen manches, was uns Schmerz macht, verstehen, wenn wir wissen, daß dadurch, daß wir Schmerz erleben müssen, das ganze Weltall in seiner richtigen Weisheit allein bestehen kann. Wir müssen uns nur dazu aufschwingen können, zu empfinden, daß zum Beispiel kein Homer, kein Shakespeare, kein Goethe, Michelangelo, Raffael und wie sie alle heißen, die Hunderte und Hunderte, auf denen die Fortentwickelung der Menschheit beruht, insofern die Fortentwickelung der Menschheit Genialität braucht, daß die alle nicht hätten sein können, wenn nicht der Boden dazu bereitet würde dadurch, daß auch Menschen jung sterben müssen.

[ 29 ] Auch die Opfer, die wir im Leben zu bringen haben, wir lernen sie verstehen durch Geisteswissenschaft. Wir lernen manches, was uns Schmerz macht, verstehen, wenn wir wissen, daß dadurch, daß wir Schmerz erleben müssen, das ganze Weltall in seiner richtigen Weisheit allein bestehen kann. Wir müssen uns nur dazu aufschwingen können, zu empfinden, daß zum Beispiel kein Homer, kein Shakespeare, kein Goethe, Michelangelo, Raffael und wie sie alle heißen, die Hunderte und Hunderte, auf denen die Fortentwickelung der Menschheit beruht, insofern die Fortentwickelung der Menschheit Genialität braucht, daß die alle nicht hätten sein können, wenn nicht der Boden dazu bereitet würde dadurch, daß auch Menschen jung sterben müssen.

[ 30 ] Das hat nun nichts mit der einzelnen Individualität zu tun, sondern derjenige, welcher jung stirbt, gibt, indem er seinen Ätherleib hinopfert in seiner Jugend, dem ganzen Kosmos einen fruchtbaren Boden für die Ausreifung der inneren seelischen Anlagen der Menschen.

[ 30 ] Das hat nun nichts mit der einzelnen Individualität zu tun, sondern derjenige, welcher jung stirbt, gibt, indem er seinen Ätherleib hinopfert in seiner Jugend, dem ganzen Kosmos einen fruchtbaren Boden für die Ausreifung der inneren seelischen Anlagen der Menschen.

[ 31 ] Wir wachsen zusammen mit dem Weltenall, indem wir nicht als Abstraktion die Geisteswissenschaft nehmen, sondern als ein Suchen von solchen Impulsen, die warm in unsere Seele fließen, indem sie uns mit der Welt versöhnen, die tief unsere Seele ergreifen, indem sie uns zeigen, daß wir Menschen allerdings auch Schmerz ertragen müssen, aber den Schmerz ertragen müssen um der Harmonie des ganzen Weltenalls willen.

[ 31 ] Wir wachsen zusammen mit dem Weltenall, indem wir nicht als Abstraktion die Geisteswissenschaft nehmen, sondern als ein Suchen von solchen Impulsen, die warm in unsere Seele fließen, indem sie uns mit der Welt versöhnen, die tief unsere Seele ergreifen, indem sie uns zeigen, daß wir Menschen allerdings auch Schmerz ertragen müssen, aber den Schmerz ertragen müssen um der Harmonie des ganzen Weltenalls willen.

[ 32 ] Nicht leicht ist es zuweilen, in dieser Weise abzulenken den Blick von dem einzelnen Menschenleben zu dem Leben der ganzen Welt. Aber indem dasjenige, was wir erreichen sollen, schwierig ist, wachsen uns auch die Kräfte, und indem wir durch Schmerzen uns aneignen das Gefühl für die Gesamtheit, wird dieses Gefühl für die Gesamtheit der Weltenordnung um so intensiver, um so intimer unser Innerstes in der Seele ergreifen. Und wir werden uns dadurch bereit machen, Glieder in der Weltenordnung zu sein, welche die Götter gebrauchen können.

[ 32 ] Nicht leicht ist es zuweilen, in dieser Weise abzulenken den Blick von dem einzelnen Menschenleben zu dem Leben der ganzen Welt. Aber indem dasjenige, was wir erreichen sollen, schwierig ist, wachsen uns auch die Kräfte, und indem wir durch Schmerzen uns aneignen das Gefühl für die Gesamtheit, wird dieses Gefühl für die Gesamtheit der Weltenordnung um so intensiver, um so intimer unser Innerstes in der Seele ergreifen. Und wir werden uns dadurch bereit machen, Glieder in der Weltenordnung zu sein, welche die Götter gebrauchen können.