Chance, Necessity, and Providence
Imaginative Insight and Processes after Death
GA 163
6 September 1915, Dornach
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Chance, Necessity, and Providence, tr. SOL
Achter Vortrag
Eighth Lecture
[ 1 ] Wenn Sie daran denken, wie der Übergang geschildert werden mußte vom Anschauen der äußeren physischen Welt zu dem Anschauen schon der nächsthöheren, der elementarischen Welt, so werden Sie finden, daß die Welten, die unserer physischen Welt zugrunde liegen, aus denen alles in unserer physischen Welt hervorgeht, sehr verschieden von unserer physischen Welt sind. Wer vielleicht nicht gerade theoretisch materialistisch gesinnt ist, aber, ich möchte sagen, ein Bequemlichkeitsmaterialist ist, der könnte sagen: Ja, was brauche ich mich denn um diese Welten alle zu kümmern, von denen da die Geisteswissenschaft redet? Ich begnüge mich mit der Welt, in der ich einnmal lebe; andere Welten mögen existieren, ich bekümmere mich nicht weiter um sie. —
[ 1 ] If you consider how the transition had to be described—from perceiving the outer physical world to perceiving the next higher world, the elemental world—you will find that the worlds underlying our physical world, from which everything in our physical world arises, are very different from our physical world. Someone who may not exactly be a theoretical materialist, but—I would say—a “convenience materialist,” might say: “Well, why should I bother with all these worlds that Spiritual Science talks about? I’m content with the world in which I live; other worlds may exist, but I don’t concern myself with them any further.” —
[ 2 ] Es ist ein solcher Ausspruch so unwirklich, wie nur irgend etwas unwirklich sein kann, denn der Mensch ist gar nicht imstande, sich um die geistigen Welten nicht zu kümmern. Und gerade wenn er sie ableugnet und sagt, er bekümmere sich nicht um sie, dann steht er sehr stark unter dem Einflusse der geistigen Welten. Ein solcher Ausspruch wird nämlich niemals getan, ohne daß der betreffende Mensch verführt ist von ahrimanischen Mächten.
[ 2 ] Such a statement is as unreal as anything can possibly be, for human beings are simply incapable of not concerning themselves with the spiritual worlds. And precisely when they deny them and say they do not concern themselves with them, they are very strongly under the influence of the spiritual worlds. For such a statement is never made without the person in question being led astray by Ahrimanic forces.
Den Teufel spürt das Völkchen nie,
Und wenn er sie beim Kragen hätte!
This little crowd never senses the devil,
Even if he had them by the collar!
[ 3 ] Es ist dies ein durchaus wahrer, wenn auch von dem, der ihn getan hat, recht ironisch gemeinter Ausspruch.
[ 3 ] This is a statement that is certainly true, even if the person who made it intended it to be quite ironic.
[ 4 ] Fertig werden mit den geistigen Welten kann der Mensch niemals dadurch, daß er sie nicht kennt, sondern nur allein dadurch, daß er sie kennenlernt. Nur muß man doch stark berücksichtigen, daß nicht nur in unseren Begriffen, in unseren Vorstellungen, sondern auch in allen unseren Gefühlen und Empfindungen der physische Plan drinnen spukt. Wenn wir auch an die geistige Welt heran wollen, dann haben wir das Bedürfnis, die Sehnsucht zumeist, diese geistigen Welten recht ähnlich den physischen Welten zu finden, sie wenigstens so charakterisieren zu können, daß wir auskommen mit den Vorstellungen, die wir uns in der physischen Welt angewöhnt haben. Aber ich habe schon oft darauf aufmerksam gemacht, daß die Vorstellungen, die wir aus der physischen Welt aufnehmen, zur Charakteristik der geistigen Welten eben doch nicht ausreichen. Wenn nach und nach immer mehr Verständnis gerade für das eben Gesagte bei einer größeren Anzahl von unseren Mitgliedern aufkommen könnte, so würde es möglich sein — und das wäre eigentlich notwendig —, immer mehr und mehr solche auch neue Ausdrücke einzuführen, wie ich es gestern nur in dem einzelnen Fall versucht habe: neben altern «jüngern» zu sagen und dergleichen, um eben das ganz Andersartige der geistigen Welt schon in der Terminologie zum Ausdruck zu bringen. Das würde durchaus notwendig sein.
[ 4 ] Human beings can never come to terms with the spiritual worlds by remaining ignorant of them, but only by getting to know them. However, we must take into serious consideration that the physical plane haunts not only our mental images, but also all our feelings and sensations. Even when we seek to approach the spiritual world, we usually feel the need—or rather, the longing—to find these spiritual worlds quite similar to the physical worlds, to be able to characterize them at least in such a way that we can make do with the mental images we have become accustomed to in the physical world. But I have often pointed out that the mental images we draw from the physical world are simply not sufficient to characterize the spiritual worlds. If, little by little, a greater number of our members could come to understand precisely what I have just said, it would be possible—and indeed necessary—to introduce more and more such new terms, as I attempted to do yesterday in a single instance: using “younger” alongside “older” and similar terms, in order to express the fundamentally different nature of the spiritual world even in our terminology. That would be absolutely necessary.
[ 5 ] Ich will gleich auf etwas aufmerksam machen, was Ihnen zeigen kann, wie notwendig es ist geradezu, zu neuen Worten zu kommen, wenn man so recht sich in die geistigen Welten hineinleben will. Und viele würden leichter bemerken, wie sie die geistigen Welten verhältnismäßig bald wahrnehmen, wenn sie loskommen könnten von der Gewohnheit des Hängens an Worten.
[ 5 ] I would like to draw your attention right away to something that can show you just how essential it is to find new words if one truly wants to immerse oneself in the spiritual worlds. And many would find it easier to notice how they begin to perceive the spiritual worlds relatively quickly if they could break free from the habit of clinging to words.
[ 6 ] Sehen Sie, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, da ist das erste Phänomen, die erste Tatsache, die auftritt, diese, daß er seinen physischen Leib ablegt. Und wir wissen dann — welche Art von Bestattung auch gewählt wird, darauf wollen wir uns jetzt nicht einlassen —, daß dieser physische Leib sich gewissermaßen in die Elemente der Erde auflöst.
[ 6 ] You see, when a person passes through the gate of death, the first phenomenon, the first fact that occurs, is that they shed their physical body. And we know then—regardless of the type of burial chosen, which we will not go into now—that this physical body, so to speak, dissolves into the elements of the earth.
[ 7 ] Also der physische Leib löst sich in die Elemente der Erde auf. Wir können diese Auflösung des physischen Leibes eben «Auflösung» nennen. Die Sache tritt uns so vor Augen, daß der physische Leib gewissermaßen in seine kleinsten Teile zerfällt, und diese kleinsten Teile physisch der Erdenmaterie einverleibt werden. Das ist der physische Tatbestand. Wir können somit von einem Auflösen des menschlichen Leibes in die Erdenmaterie wohl sprechen, wenn wir all das berücksichtigen, was wir schon von Materie und Stoff wissen. Daß diese Auflösung auch ein geistiger Vorgang ist, das wissen wir ja. Aber das braucht uns jetzt nicht weiter zu berühren. Denn wichtig ist für uns dasjenige, was gewissermaßen für die physische Wahrnehmung der Bestand ist, der vor uns auftritt.
[ 7 ] So the physical body dissolves into the elements of the earth. We can indeed call this dissolution of the physical body “dissolution.” It appears to us that the physical body, so to speak, breaks down into its smallest parts, and these smallest parts are physically incorporated into the matter of the earth. That is the physical reality. We can therefore speak of a dissolution of the human body into the matter of the earth, taking into account everything we already know about matter and substance. We know, of course, that this dissolution is also a spiritual process. But that need not concern us further at this point. For what is important to us is what, so to speak, constitutes the physical reality that presents itself to us.
[ 8 ] Nun ist es aber außerordentlich wichtig, daß wir uns klar werden darüber, daß diese Auflösung des physischen Leibes keineswegs bloß der Vorgang ist, den die physischen Werkzeuge des Menschen wahrnehmen. Dieser Vorgang der Auflösung des physischen Leibes hat eine weit größere Bedeutung noch. Wir müssen, um davon einen Begriff zu bekommen, das Folgende einmal uns vor Augen führen.
[ 8 ] However, it is extremely important that we realize that this dissolution of the physical body is by no means merely the process perceived by a person’s physical senses. This process of the dissolution of the physical body has a far greater significance than that. To gain an understanding of this, we must consider the following.
[ 9 ] Die ganze Zeit zwischen der Geburt und dem Tode hat der Mensch während seines Wachzustandes mit seinem Ich und astralischen Leib in dem physischen Leib dtinnengesteckt. Im wachen Zustand war er gewissermaßen immer so, daß, wenn ich jetzt schematisch den physischen Leib meinetwillen als ein Gefäß zeichne — ich könnte ihn auch anders zeichnen, aber das ist ja ganz egal —, der Astralleib und auch das Ich während des Wachzustandes da drinnen stecken.
[ 9 ] Throughout the entire period between birth and death, while awake, a human being is contained within the physical body along with their ego and astral body. In the waking state, it was always the case, so to speak, that—if I were to draw the physical body schematically as a vessel for my own purposes (I could draw it differently, but that doesn’t really matter)—the astral body and the “I” are contained within it during the waking state.


[ 10 ] Fassen wir diese Tatsache nur recht genau ins Auge, daß wir mit unserem Ich und unserem Astralleib hier in dem physischen Leib drinnenstecken; auch in dem Ätherleib, aber bleiben wir jetzt beim physischen Leib. Beim Schlafen, wenn wir herausgehen, da stecken wir nicht drinnen, ich habe das öfter geschildert. Da aber verlieren wir auch das Ich-Bewußtsein, sogar das Bewußtsein des astralischen Leibes im normalen Zustand. Und wir erhalten es erst wieder, wenn wir uns gleichsam hineinpressen in den physischen Leib. Dieses Hereinpressen in den physischen Leib, das bewirkt zwischen der Geburt und dem Tode, daß wir uns eigentlich seelisch als Ich fühlen, ich könnte auch sagen, daß wir uns als eine Ich-durchdrungene Seele fühlen.
[ 10 ] Let us take a very close look at this fact: that we, with our “I” and our astral body, are housed here within the physical body; we are also in the etheric body, but let us focus on the physical body for now. When we sleep and our consciousness leaves the body, we are not inside it—I have described this many times. But then we also lose our sense of self, and even our awareness of the astral body in its normal state. And we only regain it when we, as it were, press ourselves back into the physical body. This pressing back into the physical body is what causes us, between birth and death, to actually feel ourselves as an “I” in a soulful sense; I could also say that we feel ourselves as a soul permeated by the “I.”
[ 11 ] Im Tode löst sich der physische Leib auf in die Erdenmaterie. Das ist nun von Bedeutung. Wenn wir schlafen, dann lebt in uns fortwährend — öfters habe ich das schon erwähnt — die Begierde, wiederum in den physischen Leib zurückzukehren. Diese Begierde beherrscht uns vom Einschlafen bis zum Aufwachen, wir sehnen uns gewissermaßen wiederum nach dem physischen Leib zurück. Wenn wir diesen im Tode abgelegt haben, dann können wir uns nicht zu ihm zurücksehnen, können uns nicht wieder in ihn hineinpressen. Daraus aber geht für uns hervor, daß wir nunmehr diese Begierde, wieder in den physischen Leib zurückzukehren, nicht entwickeln können. Diese Begierde fällt jetzt weg, die wir vom Einschlafen bis zum Aufwachen haben. An die Stelle dieser Begierde tritt etwas anderes. An ihre Stelle tritt der in unserem Astralleib und namentlich in unserem Ich auftauchende Gedanke an unseren physischen Leib. Wir schauen unseren physischen Leib jetzt an. Er lebt in unserem Bewußtsein. Er wird ein Inhalt unseres Bewußtseins. Und das Auflösen unseres physischen Leibes in seine Elemente, das bewirkt nun in uns, daß wir das Bewußtsein unseres physischen Leibes durch die Zeit hindurchtragen, die zwischen dem Tod und einer neuen Geburt verfließt.
[ 11 ] At death, the physical body dissolves into the matter of the earth. This is significant. When we sleep—as I have often mentioned—the desire to return to the physical body lives on within us. This desire dominates us from the moment we fall asleep until we wake up; in a sense, we long to return to the physical body. Once we have shed it in death, we can no longer long for it or force ourselves back into it. From this, however, it follows that we can no longer develop this desire to return to the physical body. This desire, which we have from the moment we fall asleep until we wake up, now ceases. Something else takes the place of this desire. In its place arises the thought of our physical body, which emerges in our astral body and, in particular, in our I. We now look upon our physical body. It lives in our consciousness. It becomes a content of our consciousness. And the dissolution of our physical body into its elements now causes us to carry the consciousness of our physical body through the time that elapses between death and a new birth.
[ 12 ] Dadurch aber wissen wir uns, gleichsam uns erinnernd an unseren physischen Leib, die ganze Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt als ein Ich. Es tritt also an die Stelle des Habens des physischen Leibes das Wissen vom physischen Leibe. Es tritt ein Bewußtseinszustand, eine Bewußtseinserscheinung an die Stelle. Dieses ganze Erfühlen des physischen Leibes, das wir haben von der Geburt bis zum Tode, das wird ersetzt nach dem Tode durch das Bewußtsein von unserem physischen Leib. Und durch dieses Bewußtsein, also durch einen rein geistigen Zustand, hängen wir des weiteren mit dem Erdenleben genügend zusammen.
[ 12 ] But through this, we are aware of ourselves—as if recalling our physical body—as a “self” throughout the entire period between death and a new birth. Thus, the awareness of the physical body takes the place of actually having the physical body. A state of consciousness, a phenomenon of consciousness, takes its place. This entire experience of the physical body that we have from birth to death is replaced after death by the consciousness of our physical body. And through this consciousness—that is, through a purely spiritual state—we remain sufficiently connected to earthly life.
[ 13 ] Nun wissen wir, daß das nächste Phänomen, die nächste Tatsache, die nach dem Tode eintritt, das Ablegen des Ätherleibes, das SichTrennen vom Ätherleibe ist. Durch den Ätherleib — ich habe es bereits gestern angedeutet — hängen wir zusammen mit allem Außerirdischen. Wie wir durch den physischen Leib mit dem Irdischen zusammenhängen, hängen wir mit dem Ätherleib zusammen mit allem Außerirdischen.
[ 13 ] Now we know that the next phenomenon, the next event that occurs after death, is the shedding of the etheric body, the separation from the etheric body. Through the etheric body—as I already hinted at yesterday—we are connected to everything beyond the Earth. Just as we are connected to the earthly realm through the physical body, we are connected to everything beyond the earth through the etheric body.
[ 14 ] Wenn der Ätherleib sich von uns loslöst, so geht dieser Ätherleib das können Sie aus den verschiedenen Angaben, die ich Ihnen gemacht habe, nun entnehmen — in die Ätherwelt über. Der physische Leib geht in die physische Erdenwelt über; der Ätherleib geht in die Ätherwelt über.
[ 14 ] When the etheric body detaches itself from us—as you can now gather from the various details I have given you—it passes into the etheric world. The physical body passes into the physical world of the Earth; the etheric body passes into the etheric world.
[ 15 ] Aber es wäre ganz falsch, wenn Sie sich dieses Übergehen des Ätherleibes in die Ätherwelt auch als ein solches Auflösen denken würden, wie den Übergang des physischen Leibes in die physische Erdenmaterie. Es ist kein Auflösen; sondern das, was in diesen Ätherleib von dem Menschen hineingearbeitet ist, das bleibt darinnen: Der Ätherleib vergrößert sich. Allerdings nur in besonderen Fällen, wenn er jung zusammengehalten worden ist, bei jungverstorbenen Menschen, kann er noch eine besondere Aufgabe haben, wie ich auseinandergesetzt habe im Laufe der Vorträge. Aber im allgemeinen können wir sagen: Der Ätherleib geht in die Ätherwelt über; aber so, daß er in die Ätherwelt hineinträgt, was er zwischen Geburt und Tod bekommen hat, so daß die Ätherwelt bereichert wird. Durch dasjenige, was wir dem Ätherleib gegeben haben, bereichern wir die Ätherwelt nach unserem Tode. Wir können also nicht sprechen von einer Auflösung des Ätherleibes im Äther, sondern wir müssen da schon versuchen, einen ganz anderen Vorgang zu denken, als er in der physischen Welt sein kann. Und es ist gut, dafür ein Wort zu wählen, das sich nicht deckt mit irgendeinem physischen Vorgang. Ich habe viel darüber nachgedacht, und wenn ich bezeichnen will die Art und Weise, wie dieser Ätherleib aufgenommen wird in die Ätherwelt, so könnte ich das am besten bezeichnen mit «Inbindung». Der physische Leib also unterliegt einer Auflösung, der Ätherleib unterliegt einer Inbindung. Das heißt, das, was wir ihm gegeben haben, das wird hineingebunden, verbunden mit der gesamten Ätherwelt; hinein verbunden = Inbindung als Gegensatz zur Auflösung. So ist es gut, wenn wir versuchen, für eine Tatsache, die es in der physischen Welt nicht gibt, auch wirklich einen Ausdruck zu gebrauchen, der keine Anwendung in der physischen Welt hat, und der in einer gewissen Weise bezeichnet dasjenige, um was es sich eigentlich handelt.
[ 15 ] But it would be entirely wrong to think of this passing of the etheric body into the etheric world as a dissolution similar to the transition of the physical body into physical earthly matter. It is not a dissolution; rather, what the human being has worked into this etheric body remains within it: the etheric body expands. Admittedly, only in special cases—when it has been kept together while still young, as in the case of people who died young—can it still have a special task, as I have explained in the course of these lectures. But in general we can say: The etheric body passes into the etheric world; but in such a way that it carries into the etheric world what it has received between birth and death, so that the etheric world is enriched. Through what we have given to the etheric body, we enrich the etheric world after our death. We cannot, therefore, speak of the etheric body dissolving into the ether; rather, we must try to conceive of a process entirely different from anything that can occur in the physical world. And it is good to choose a word for this that does not correspond to any physical process. I have thought a great deal about this, and if I want to describe the way in which this etheric body is absorbed into the etheric world, I could best describe it as “integration.” The physical body, then, undergoes dissolution; the etheric body undergoes integration. That is to say, what we have given it is bound into it, connected with the entire etheric world; bound into it = “inbinding” as opposed to dissolution. Thus, it is good when we try to use an expression for a reality that does not exist in the physical world—one that has no application in the physical world and that, in a certain way, describes what is actually at stake.
[ 16 ] Man kann deshalb sagen eine Inbindung, weil ja folgendes eintritt: Nehmen wir zum Beispiel an, jemand hätte seinem Ätherleib dies oder jenes während seines Lebens mitgeteilt. Der Ätherleib, ich sagte es Ihnen, steht mit allem Überirdischen im Zusammenhange. Also insofern der Mensch während seines Lebens etwas aufnimmt — und das tut ja jeder Mensch, auch diejenigen, die Materialisten sind, nur wissen sie es nicht —, das überirdisch ist, so lebt das in diesem Ätherleib drinnen. Das wird jetzt einverleibt dieser Ätherwelt, wird hineingebunden in die Ätherwelt. Und wenn man mit einem geweckten Seelenauge den von einem Menschen abgelegten Ätherleib betrachtet, so findet man darinnen eine Auskunft über eine ganz bestimmte Frage, möchte ich sagen, man findet eine Antwort auf die Frage: Was konnten die Himmel — wenn ich unter den Himmeln zusammenfasse alles Überirdische — aus diesem Menschen während seines Lebens für sich, nämlich für die Himmel, machen? Was konnten die Himmel für sich aus diesem Menschen machen?
[ 16 ] One can therefore speak of an integration, because the following occurs: Let us assume, for example, that someone had communicated this or that to their etheric body during their lifetime. The etheric body, as I told you, is connected to everything supersensible. So to the extent that a person takes in something during their lifetime—and every person does this, even those who are materialists, though they are simply unaware of it—that is of a supraterrestrial nature, it lives within this etheric body. It is now incorporated into this etheric world, bound into the etheric world. And if one observes the etheric body shed by a human being with an awakened soul’s eye, one finds within it information regarding a very specific question; I would say, one finds an answer to the question: What could the heavens—if I use the term “heavens” to encompass all that is supernatural—make of this human being during his or her life for themselves, that is, for the heavens? What could the heavens make of this human being for themselves?
[ 17 ] Das ist so außerordentlich verschieden von dem, was die Erde aus dem Menschen für das physische Anschauen machen kann. Wenn wir den irdischen Überrest eines Menschen betrachten, so ist das ein Häuflein Erde für die physischen Augen, gleich den übrigen Erdenstoffen. Und man macht so gewissermaßen, obwohl es nicht ganz richtig ist, die Voraussetzung: Ach, die Erde wäre dasselbe, wenn auch dies Häuflein Erde vom menschlichen physischen Leib hier bei des Menschen Tode ihr nicht einverleibt worden wäre. Man nimmt an, daß es für die Erde nicht viel bedeutet, daß ihr während des Lebens eines Menschen dieses Stückchen Erde dadurch, daß er es in sich gehabt hat, entrissen war, und daß es ihr jetzt wieder zurückgegeben ist.
[ 17 ] This is so extraordinarily different from what the Earth can make of a human being for physical observation. When we look at the earthly remains of a human being, to the physical eye it is a small heap of earth, just like any other earthly substance. And so, in a sense—though it is not entirely correct—one assumes: “Oh, the Earth would be the same even if this small heap of earth from the human physical body had not been incorporated into it upon the person’s death.” One assumes that it does not mean much to the Earth that, during a person’s life, this small piece of earth was taken from it—because the person had it within them—and that it has now been returned to it.
[ 18 ] Ein anderes Urteil aber hat derjenige, der das nach dem Tode werdende Verhältnis des Ätherleibes zu dem, was ich eben jetzt genannt habe die Himmel, betrachtet. Er würde nicht anders als sagen können: Für alles dasjenige, was der Mensch sich während des Lebens erarbeitet hat durch sein Denken, Fühlen und Wollen, durch seine Arbeit, durch sein ganzes Sein, und was von dem, was vorgefallen ist, durch ihn auf Erden eingeflossen ist in seinen Ätherleib, für alles das sind die Himmel, indem sie es empfangen, voller Dankbarkeit! — Und eine Wolke von Dankbarkeit überkommt denjenigen, der, ich möchte sagen, das hellseherische Auge hinlenkt auf einen vom Menschen abgelegten Ätherleib. Das genaue Gegenteil, möchte ich sagen, der alles Dankes baren Erde ist von seiten der Himmel dabei! Wenn wir hinsehen auf der Menschen Gräber, so tönt uns zunächst nicht ein Erdenwort der Dankbarkeit entgegen, daß die Erde den Stoff, den sie hat hergeben müssen, um den Menschen zu bilden, wiederum zurückbekommen hat. Die Himmel tönen uns entgegen Dankbarkeit für alles dasjenige, was der Mensch während seines Lebens seinem Ätherleib bereitet hat. In sich gebunden haben die Himmel des Menschen Ätherleib. Auch mit solchen Dingen hängt es zusammen, was gestern angedeutet worden ist, daß, wenn wir Geisteswissenschaft im rechten Sinne des Wortes betrachten, jeder geisteswissenschaftliche Begriff sich in unserer Seele moralisch vertieft, eine ethische Nuance bekommt, uns zugleich mit Lebenswärme durchdringt.
[ 18 ] But one who contemplates the relationship of the etheric body to what I have just called “the heavens”—a relationship that comes into being after death—has a different view. They could not help but say: For everything that a human being has earned during life through their thinking, feeling, and willing, through their work, through their entire being, and for whatever of what has occurred on Earth has flowed into their etheric body through them—for all of this, the heavens, in receiving it, are full of gratitude! — And a cloud of gratitude overwhelms the one who, I might say, turns his clairvoyant eye toward an etheric body cast off by a human being. The exact opposite, I might say, of the Earth—which is devoid of all gratitude—is present on the part of the heavens! When we look upon human graves, we do not at first hear a word of gratitude from the Earth that it has received back the substance it had to give up to form the human being. The heavens resound with gratitude toward us for all that the human being has bestowed upon his etheric body during his life. The heavens have bound the human etheric body within themselves. What was hinted at yesterday is also connected to such things: that when we consider Spiritual Science in the true sense of the word, every spiritual-scientific concept becomes morally deepened within our soul, takes on an ethical nuance, and at the same time permeates us with the warmth of life.
[ 19 ] Nun fassen wir einmal ins Auge, was wir in diesen Vorträgen gesagt haben, daß der Mensch, wenn er aufsteigt in die geistigen Welten und er tut das auch nach dem Tode —, dann eine ganz andere Art des Bewußtseins, eine ganz andere Art der Anschauung hat. Ich habe es schon angedeutet, wie innerlich beweglich das Denken wird. Aber das ist nur die erste Stufe des Aufsteigens in die geistigen Welten, daß dieses Denken innerlich beweglich wird. Wenn man weiter in die geistigen Welten hinaufsteigt — und der Mensch steigt so, wie ich es jetzt meine, schon in die weiteren Welten auf, wenn er seinen Ätherleib abgelegt hat, also bald nach dem Tode —, da ist das Bewußtsein ganz anders geartet, als es hier in der physischen Welt geartet ist. Hier in der physischen Welt, da haben wir Gegenstände außer uns. Wir nehmen Objekte wahr in der physischen Welt, wir stehen außerhalb dieser Objekte. Wenn wir so weit in die geistige Welt aufgestiegen sind, wie ich es jetzt gemeint habe, dann stehen wir nicht mehr solchen Objekten gegenüber, sondern dasjenige, was hier in der physischen Welt von Tieren und Menschen das Undurchdringlichste ist, deren innerliches Seelenleben, das wird für die Wesen der höheren Welten das Durchdringlichste. Wir nehmen teil an dem Seelenleben der höheren Welten. Nicht haben wir eine Welt von Objekten, eine Welt von Gegenständen außer uns: Wesen haben wir außer uns. Das ist das Bedeutsame.
[ 19 ] Now let us consider what we have said in these lectures: that when a human being ascends into the spiritual worlds—and he does so even after death—he then possesses a completely different kind of consciousness, a completely different way of perceiving things. I have already hinted at how inwardly flexible thinking becomes. But this is only the first stage of the ascent into the spiritual worlds—that this thinking becomes inwardly flexible. As one ascends further into the spiritual worlds—and human beings do ascend into these higher worlds, in the sense I mean, as soon as they have shed their etheric body, that is, shortly after death—consciousness takes on a completely different character than it does here in the physical world. Here in the physical world, we have objects outside of ourselves. We perceive objects in the physical world; we stand outside these objects. When we have ascended into the spiritual world to the extent I have just described, we no longer face such objects; rather, that which is most impenetrable in the physical world—the inner soul life of animals and human beings—becomes the most permeable thing for the beings of the higher worlds. We participate in the soul life of the higher worlds. We do not have a world of objects, a world of things outside of ourselves: we have beings outside of ourselves. That is what is significant.
[ 20 ] Nicht wahr, wenn wir hier als Menschen auf dem physischen Plan nebeneinander stehen, dann stehen Sie hier, ich stehe da, zwischen uns ist der Tisch, den greifen wir beide an: ein Objekt, ein Gegenstand. Sie müssen sich alles Gegenständliche nun wegdenken. Sie müssen sich denken, wie Sie in einer Welt von Seelen sind, und wie Sie mit diesen Seelen auf eine solche innerliche Weise zusammenkommen, wie hier auf dem physischen Plan mit Ihren Gedanken, mit Ihren Gefühlen. Das müssen Sie denken. Mit einem Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, mit dem kommen Sie nicht dadurch zusammen, daß Sie seine Hand angreifen, sondern Sie kommen mit ihm dadurch zusammen, daß Sie so mit ihm zusammen leben, wie Sie hier mit Ihren Gedanken, mit Ihren Gefühlen zusammen leben. Ich habe das oftmals ausgedrückt so, daß ich sagte: In die Gedanken, in die Gefühle herein kommen diese Wesenheiten. Wirklich, wir drücken es richtig aus, wenn wir sagen: diese Wesenheiten leben in uns.
[ 20 ] Isn’t it true that when we stand side by side here as human beings on the physical plane—you standing here, me standing there, with the table between us that we both reach for—it is an object, a thing? You must now set aside all such material things. You must imagine yourself in a world of souls, and how you come together with these souls in such an inner way as you do here on the physical plane with your thoughts and your feelings. That is what you must imagine. With a being from the hierarchy of the Angeloi, you do not come together with it by taking its hand, but you come together with it by living together with it in the same way that you live together here with your thoughts and your feelings. I have often expressed this by saying: These beings enter into our thoughts and feelings. Indeed, we are expressing it correctly when we say: these beings live within us.
[ 21 ] Sie finden schon in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» das dargestellt, was ich jetzt eben sage. Da ist es schon voll ausgesprochen, daß wir nach dem Tode mit den anderen Wesen, die dann auch nach dem Tode leben, wenn ich mich so ausdrücken darf, in einer viel innigeren Gemeinschaft sind, als wir je mit Menschen auf der Erde sein können, weil wir mit ihnen so innerlich zusammen sind wie mit unseren Gedanken und Empfindungen, und auch, daß wir den Toten nahekommen mit unseren Seelen hier auf der Erde, wenn wir uns das erringen durch dasjenige, was gesagt worden ist: durch Vorlesen und dergleichen. — Wir werden uns das aneignen müssen, um so recht einzusehen, wie wirklich die Toten zu uns kommen. Wir werden uns hinaufringen müssen zu diesem Innerlich-mit-ihnen-Zusammenleben, so wie wir mit unseren Gedanken und Gefühlen zusammenleben.
[ 21 ] You will find what I am saying right now already described in my *Outline of Esoteric Science*. It is already fully stated there that after death we are in a much more intimate communion with the other beings—who, if I may put it that way, also live on after death—than we can ever be with human beings on Earth, because we are as intimately united with them as we are with our own thoughts and feelings, and also that we draw near to the dead with our souls here on Earth, if we attain this through what has been said: through reading aloud and the like. — We will have to make this our own in order to truly understand how the dead really come to us. We will have to strive to achieve this inner coexistence with them, just as we coexist with our thoughts and feelings.
[ 22 ] Wie wenig die Menschen geneigt sind, auf diese höheren Begriffe der verinnerlichten Realität einzugehen, das zeigt sich am besten bei den materialistischen Spiritisten. Es kann ein komischer Ausdruck sein: materialistische Spiritisten, aber ein großer Teil der Spiritisten ist eben viel materialistischer als die gewöhnlichen Materialisten! Die gewöhnlichen Materialisten sagen: es gibt keinen Geist, und sie nennen die Materie «Materie». Aber ein großer Teil der Spiritisten will, damit sie den Geist sehen, den Geist auf materielle Weise sehen, sei es, daß er ihnen im Lichtschein erscheint, also materiell, sei es, daß er irgendwie sie angreift. Es liegen ja noch in diesem Berühren mit den Geistern diese oder jene Nuancen. Das ist ein Vermaterialisieren der ganzen geistigen Welt. Wir müssen uns schon aneignen die Möglichkeit, tiefere Wirklichkeit vorauszusetzen als diejenige ist, die auf äußere Weise durch die Sinne vermittelt ist. Es wird sogar etwas ganz Absurdes, wenn der Spiritist, der materialistische Spiritist, schließlich den Toten sehen will mit seinen physischen Augen, während er doch nicht voraussetzen kann, daß er nach dem Tode den Toten mit physischen Augen sehen wird; denn die physischen Augen hat er ja abgelegt nach dem Tode. Man muß trachten, wenn man einen Toten sehen will, ihn so zu sehen, wie man ihn selber als Toter sehen kann, das heißt ohne die physischen Augen selbstverständlich.
[ 22 ] Just how little people are inclined to engage with these higher concepts of internalized reality is best illustrated by materialistic spiritualists. It may be a strange term—“materialistic spiritualists”—but a large portion of spiritualists are, in fact, far more materialistic than ordinary materialists! Ordinary materialists say: there is no spirit, and they call matter “matter.” But a large portion of spiritualists want—in order to see the spirit—to see the spirit in a material way, whether it appears to them in a glow of light, that is, materially, or whether it somehow touches them. There are, of course, various nuances involved in this “contact” with spirits. This amounts to a materialization of the entire spiritual world. We must cultivate the ability to postulate a deeper reality than that which is conveyed externally through the senses. It even becomes completely absurd when the spiritualist—the materialistic spiritualist—ultimately wants to see the dead with his physical eyes, even though he cannot assume that after death he will see the dead with physical eyes; for he has, after all, laid aside his physical eyes after death. If one wishes to see a deceased person, one must strive to see them as one oneself would be seen as a deceased person—that is, without one’s physical eyes, of course.
[ 23 ] Gewöhnlich drückt man diese Tatsache, daß man mit einer ganz anderen Weise des Bewußtseins der geistigen Welt gegenübertreten muß als der physischen Welt, so aus, daß man sagt: Die physische Welt sieht man objektiv, die geistige Welt sieht man subjektiv, das heißt, so wie man das subjektive Erleben nur erweitert über die geistige Welt, so sieht man das Geistige. — Es ist ein viel intensiveres Sehen noch als das physische Sehen; aber es ist eben ein subjektives Wahrnehmen, ein subjektives Sehen, ein innerliches Verbundensein mit dem, was man wahrnimmt. In der neueren Zeit haben eigentlich recht wenige Menschen geahnt, daß man eigentlich so über die geistige Welt sprechen muß. Und diejenigen, die es geahnt haben, haben mit den Worten gerungen. Einer, der versucht hat, so ein bißchen auszudrücken, wie man zur geistigen Welt stehen muß, der ist gleich zu weit gegangen; ich meine Berkeley. Ihm wurde klar, daß der Mensch, auch indem er die sogenannte äußere materielle Welt wahrnimmt, ja gar nicht sagen kann: Hinter dem Wahrgenommenen steht etwas, sondern er kann nur sagen: Wenn ich meine Augen aufmache, dann sehe ich Farben und so weiter, wenn ich mit meinem Ohr hinhöre, höre ich Töne und so weiter, aber ob von dem Wahrgenommenen abgesehen noch etwas dahinter ist, darüber kann man nichts sagen. — Es kam ihm geradezu absurd vor, etwas anderes zu sagen, als: Sein ist gleich Wahrgenommenwerden. Es ist überhaupt kein anderes Sein, als das Wahrgenommenwerden —, sagte Berkeley.
[ 23 ] This fact—that one must approach the spiritual world with a completely different mode of consciousness than that used for the physical world—is usually expressed as follows: One perceives the physical world objectively, while one perceives the spiritual world subjectively; that is to say, one perceives the spiritual world by extending one’s subjective experience to encompass it. — It is a form of perception far more intense than physical vision; yet it is precisely a subjective perception, a subjective seeing, an inner connection with what one perceives. In more recent times, very few people have actually sensed that this is how one must speak of the spiritual world. And those who did sense it struggled with the words. One who tried to express, even just a little, how one must relate to the spiritual world went too far right away; I mean Berkeley. It became clear to him that even when perceiving the so-called external material world, a person cannot actually say, “There is something behind what is perceived,” but can only say: “When I open my eyes, I see colors and so on; when I listen with my ears, I hear sounds and so on; but whether there is anything behind what is perceived, apart from the perception itself, is something about which nothing can be said.” — It seemed downright absurd to him to say anything other than: “To be is to be perceived.” There is no other way of being than to be perceived,” said Berkeley.
[ 24 ] Er hatte recht und unrecht. Er hatte insofern recht, als es eine grobklotzige Vorstellung ist zu glauben, daß hinter dem, was wir wahrnehmen, noch eine besondere Materie steht, denn das, was wir wahrnehmen, das ist die Welt. Sein ist Wahrgenommenwerden, also gibt es überhaupt nur Geister und ihre Wahrnehmungen. Für den Bischof Berkeley ist die Sache, wenn ich sie radikal aussprechen will, so: Hier sind so und so viele Menschen; wenn wir vom Standpunkte des gewöhnlichen, trivialen Lebens urteilen, so sagen wir, da sitzen eins, zwei, drei, vier Leute und so weiter, die haben ihre Leiber und so fort. — Aber das ist nicht wahr, würde Berkeley sagen, in Wirklichkeit sind nur Seelen da; die Leiber sind nur das, was die Seelen wahrnehmen. Die Leiber sind nur ein Truggebilde, Seelen sind da! Das heißt, jede Seele, die da ist, die hat in sich so etwas wie ein äußerliches Traumbild von allen anderen Leibern; aber es soll zum Beispiel Fräulein M. nicht etwa glauben, daß Frau K. in ihrem Leibe da sitzt, sondern Fräulein M. hat das Bild von Frau K. in ihrer Seele, und Frau K. hat das Bild von Fräulein M. in ihrer Seele. Das andere ist Schein, Seelen sind da. Sein ist Wahrgenommenwerden.
[ 24 ] He was both right and wrong. He was right insofar as it is a crude and clumsy mental image to believe that there is some special matter lying behind what we perceive, for what we perceive is the world. To be is to be perceived; therefore, there are only minds and their perceptions. For Bishop Berkeley, the matter—if I am to put it in radical terms—is this: There are so many people here; if we judge from the standpoint of ordinary, everyday life, we say, “There are one, two, three, four people sitting there, and so on; they have their bodies, and so forth.” — But that is not true, Berkeley would say; in reality, only souls are there; the bodies are merely what the souls perceive. The bodies are merely an illusion; souls are there! That is to say, every soul that exists has within itself something like an external dream image of all the other bodies; but Miss M., for example, should not believe that Mrs. K. is sitting there in her body; rather, Miss M. has the image of Mrs. K. in her soul, and Mrs. K. has the image of Miss M. in her soul. The other is an illusion; souls are what exist. To be is to be perceived.
[ 25 ] Nur in einer gewissen Weise hatte der Bischof Berkeley recht, aber er war eben nicht Geisteswissenschafter, und daher konnte ihm folgendes nicht klar werden, das ich Ihnen am leichtesten in dieser Art vor Augen führen kann. Nehmen Sie einmal an, Frau K. würde jetzt nicht Fräulein M. betrachten, sondern sie würde irgendeinen Vorgang betrachten, der vor fünf Tagen vor sich gegangen ist, der würde ihr jetzt gerade einfallen. Ein Vorgang ist doch kein Geist, irgendein Vorgang, etwa daß sie vor fünf Tagen einen Topf zerbrochen hätte. Nehmen wir an, das würde ihr jetzt gerade einfallen: das ganze Bild, wie dazumal der Topf ihren Händen entglitt, wie er hinunterfiel, wie er in hundert Stücke auseinanderbrach — dieses ganze Bild, das stiege jetzt auf. Man kann doch ganz gewiß sagen: das ist keine andere Seele. Dennoch, wenn Sie die ganze Seele nehmen, wie sie jetzt ist, so ist dieser Vorgang, der jetzt in der Seele aufsteigt, etwas, was geradeso in gewisser Beziehung auf objektive Weise wahrgenommen wird wie der andere Gegenstand, der außerhalb ist; das eine Mal nur wird das, was vor den Augen steht, angeschaut, das andere Mal steht ein vergangener Vorgang auf und wird bewußt. Der ist jetzt auch nicht in der Seele drinnen, ist aus der Seele erst herausgegangen, denn sonst hätten Sie die ganzen fünf Tage jede Stunde, solange Sie wach waren, an dieses Zerbrechen des Topfes denken müssen. Wahrhaftig, dieses Bild, nehmen wir an, zu Ihrem Heil, war außerhalb Ihrer Seele, und jetzt steht dieses Bild erst wiederum auf. Es war ebenso außerhalb der Seele, wie irgend etwas anderes außerhalb war. Es war einmal drinnen, aber ging dann heraus aus der Seele. Da haben Sie etwas, was kein Geist ist, denn dieses Zerbrechen des Topfes ist kein Geist und keine Seele, kommt aber doch in die Seele herein, ist etwas Objektives.
[ 25 ] Bishop Berkeley was right only in a certain sense, but he was not a scholar of Spiritual Science, and therefore he could not grasp the following point, which I can most easily illustrate to you in this way. Suppose, for a moment, that Mrs. K. were not looking at Miss M. right now, but were instead looking at some event that took place five days ago—an event that just came to her mind. An event is not a mind, after all—any event, such as her having broken a pot five days ago. Let’s assume that this were to come to her mind right now: the entire image of how the pot slipped from her hands back then, how it fell, how it shattered into a hundred pieces—this entire image would now arise. One can certainly say: this is not another soul. Nevertheless, if you take the whole soul as it is now, this event that is now surfacing in the soul is something that, in a certain sense, is perceived objectively just as the other object that is outside is; in one case, what stands before the eyes is looked at; in the other, a past event surfaces and becomes conscious. It is not inside the soul now either; it has first gone out of the soul, for otherwise you would have had to think about this breaking of the pot every hour for all five days, as long as you were awake. Truly, this image—let us assume, for the sake of argument, that it is for your own good—was outside your soul, and now this image is resurfacing. It was just as much outside the soul as anything else was outside. It was once inside, but then it left the soul. Here you have something that is not a spirit, for this breaking of the pot is neither a spirit nor a soul, yet it enters the soul; it is something objective.
[ 26 ] Nun fassen Sie das zusammen mit etwas, was ich in diesen Vorträgen auseinandergesetzt habe, daß dasjenige, was da draußen in der Welt ist, eigentlich Vergangenheit ist, etwas längst Vergessenes ist, so werden Sie nun ein Bild sich machen können von dem, was eigentlich die äußere Welt ist, insofern wir sie als äußere Welt nicht als andere Seele wahrnehmen.
[ 26 ] Now, if you combine this with something I have discussed in these lectures—namely, that what exists out there in the world is actually the past, something long forgotten—you will be able to form a picture of what the external world actually is, insofar as we perceive it as the external world and not as another soul.
[ 27 ] Wenn ich schematisch zeichne: Denken Sie sich einmal, wir haben hier eine Seele; in dieser Seele seien nun frühere Vorgänge, nehmen wir also an, hier der Vorgang des zerbrochenen Topfes; irgendwo ein anderer Vorgang, ich will nicht alle einzelnen Vorgänge charakterisieren. Der Umkreis desjenigen, was unmittelbar Bewußtes ist, das sei innerhalb dieses Kreises. Daß der zerbrochene Topf vorgestellt werden kann in der Erinnerung, das beruht darauf, daß er schon aus dem Bewußtsein hinausgegangen ist, daß dieser Vorgang nur wiederum in der Erinnerung zurückkommt ins Bewußtsein. Er ist ins Objektive hinuntergedrängt worden. Denken Sie sich doch, was für eine Sehnsucht mancher hat, so etwas wie diesen zerbrochenen Topf ins Objektive hinunterzudrängen, möglichst sich nicht oft wieder an ihn zu erinnern, ihn möglichst nicht ins Bewußtsein heraufkommen zu lassen! Immer weiter und weiter können die Dinge ins Objektive gedrängt werden. Und wenn sie nun ganz hinausgedrängt werden, so leben sie außerhalb. Nur daß die Dinge und Vorgänge, die wir um uns haben, eben schon während der Mondenzeit und während der Sonnenzeit gedacht worden sind von Wesen und dann hinuntergedrängt worden sind ins Objektive, und nun im Objektiven leben. Alles, was wir um uns herum haben, ist einmal gedacht worden, empfunden worden, ist einmal im Bewußtsein gewesen und aus dem Bewußtsein herausgegangen. Wir könnten sagen: die objektive Welt ist das, was die Götter und Geister gedacht und vergessen haben, aus sich herausgesetzt haben.
[ 27 ] If I were to draw a schematic diagram: Imagine for a moment that we have a soul here; within this soul there are past events—let’s assume, for example, the event of the broken pot; somewhere else there is another event—I don’t want to describe every single event. The sphere of what is immediately conscious—let that be within this circle. The fact that the broken pot can be formed as a mental image in memory is based on the fact that it has already left consciousness; this event merely returns to consciousness via memory. It has been pushed down into the objective realm. Just imagine the longing some people have to push something like this broken pot down into the objective realm, to avoid remembering it as often as possible, to prevent it from rising back into consciousness as much as possible! Things can be pushed further and further into the objective realm. And once they have been pushed out entirely, they exist outside of it. Except that the things and events around us were already thought by beings during the Moon era and the Sun era, and were then pushed down into the objective realm, where they now exist. Everything we have around us was once thought, once felt, was once in consciousness, and has since departed from consciousness. We could say: the objective world is what the gods and spirits have thought and forgotten, what they have set forth from themselves.


[ 28 ] Also Berkeley hat natürlich unrecht auf der anderen Seite, wenn er sagt: es gibt gar keine Welt draußen außerhalb, es gibt nur Seelen. Denn das, was draußen ist, ist eben vergessen worden. Selbstverständlich sind Ihre Leiber nicht vergessen worden von jeder einzelnen Seele, die hier ist, denn die ersten Anlagen sind schon geschaffen, von Geistern auf dem alten Saturn gedacht worden, dann verobjektiviert worden und so weiter. Dessen müssen wir uns eben klar sein, daß Bewußtsein vor dem Sein ist, daß das Seiende, das da draußen ist, erst aus dem Bewußtsein heraus entsprungen ist, wie das, was wir als erste Stufe der Objektivierung in unserem Gedächtnisse haben. Bei der einzelnen heutigen Menschenseele geht die Objektivierung bis zum zerbrochenen Topf. Bei den Wesen, die nach und nach sich entwickelt haben durch Saturn, Sonne und Mond, geht sie so weit, daß die einmal gedachten Gedanken heute so fest wie die Felsen unserer Berge uns entgegentreten können, und daß, weil wir mit der ganzen geistigen Welt verbunden sind, wir wahrnehmen das, was die Götter gedacht haben vor Zeiten.
[ 28 ] So, of course, Berkeley is wrong on the other hand when he says: there is no world out there at all; there are only souls. For what is out there has simply been forgotten. Of course, your bodies have not been forgotten by every single soul that is here, for the initial foundations have already been laid—conceived by spirits on ancient Saturn, then objectified, and so on. We must simply be clear about this: that consciousness precedes being, that what exists out there first sprang from consciousness, just as what we have in our memory as the first stage of objectification. For the individual human soul of today, objectification extends as far as the broken pot. For the beings who have gradually developed through Saturn, the Sun, and the Moon, it extends so far that the thoughts once conceived can now confront us as solidly as the rocks of our mountains, and that—because we are connected to the entire spiritual world—we perceive what the gods thought in times past.
[ 29 ] Jetzt aber, indem Sie dieses ins Auge fassen, wird Ihnen auch klar sein, wie wichtig es ist, daß eine objektive Welt herausgesetzt wird aus den subjektiven Welten. Denn ich habe es oft betont: wie unser Gedächtnis intakt bleiben muß, wenn wir überhaupt unser Ich bewahren wollen, so müssen die Götter eine Welt schaffen aus sich heraus. Wie wir die Erinnerungsvorstellungen in uns tragen seit der Zeit, bis zu welcher wir uns zurückerinnern, so haben die Götter die ganze Welt aus sich herausgesetzt, um an dieser Welt ihr Bewußtsein zu haben. Und so setzt der Mensch seinen physischen Leib und seinen Ätherleib heraus, um durch dieses Heraussetzen ein höheres Bewußtsein zu haben.
[ 29 ] But now, as you consider this, it will also become clear to you how important it is that an objective world be set apart from the subjective worlds. For I have often emphasized: just as our memory must remain intact if we are to preserve our sense of self at all, so too must the gods create a world out of themselves. Just as we carry within us the images of memory from the time as far back as we can recall, so the gods have brought the entire world into being from within themselves in order to have their consciousness in this world. And so the human being brings forth his physical body and his etheric body in order to attain a higher consciousness through this act of bringing them forth.
[ 30 ] Der Tod — ich habe es schon von einem anderen Gesichtspunkte aus betont — ist etwas Schreckliches allein von dem Gesichtspunkte der physischen Welt aus gesehen. Von dem Gesichtspunkte der geistigen Welt aus gesehen, in der wir uns nach dem Tode sofort befinden, ist der Tod der Ausgangspunkt des ganzen späteren Bewußtseins! Indem wir zum Tode zurückblicken, facht sich in uns das Bewußtsein an, das wir zwischen dem Tode und einer neuen Geburt haben. Und so wenig der Mensch hier auf der physischen Welt zu seiner eigenen Geburt zurückblicken kann, so sehr blickt er nach dem Tode fortwährend als zu dem herrlichsten Augenblick des letzten Lebens hin. Es ist gleichsam so, daß, wenn wir zurückschauen in der Zeit nach dem Tode, wir dann zuletzt auf den Tod aufstoßen; und dieses Aufstoßen auf den Tod, der wie in der Perspektive, in der Zeitenperspektive vor uns steht, das gibt uns das Ich-Bewußtsein, das fortdauernde Ich-Bewußtsein nach dem Tode, das also auch ein Spiegelbild ist, eben gespiegelt von der Tatsache des Todes.
[ 30 ] Death—as I have already emphasized from a different perspective—is a terrible thing only when viewed from the standpoint of the physical world. Viewed from the standpoint of the spiritual world, where we find ourselves immediately after death, death is the starting point of all subsequent consciousness! As we look back toward death, the consciousness we have between death and a new birth is kindled within us. And just as little as a person here in the physical world can look back on their own birth, so too do they continually look back after death toward the most glorious moment of their last life. It is, as it were, the case that when we look back in time after death, we eventually come up against death itself; and this encounter with death, which stands before us as in a perspective—a perspective of time—gives us the sense of self, the enduring sense of self after death, which is thus also a reflection, mirrored precisely by the fact of death.


[ 31 ] So wachsen wit, indem wir durch den Tod gehen, aus der Anschauung heraus, die uns zwingt, in der physischen Welt auf Gegenstände hinzuschauen, und wir wachsen in die Anschauung hinein, in der wir uns so fühlen: Wir werden immer mehr und mehr aufgenommen von geistigen Wesenheiten, wir kommen immer mehr und mehr zusammen mit anderen geistigen Wesenheiten. Hier, solange wir in unserem Leibe leben, umfassen unsere Gedanken, unsere Gefühle, unsere Willensimpulse nur uns selbst. Indem wir durch den Tod gegangen sind, fluten herein in die Welt unsere Gedanken, unsere Gefühle, unsere Willensimpulse, die anderen geistigen Wesenheiten; die leben in uns. Wir vervielfältigen uns. Unser Bewußtsein breitet sich aus. Aus einer Einheit werden wir die Vielheit, die Einheit in der Vielheit; und die Vielheit offenbart sich, indem sie unsere Einheit in sich aufnimmt.
[ 31 ] Thus, as we pass through death, we grow out of the perspective that compels us to focus on objects in the physical world, and we grow into a perspective in which we feel as follows: We are increasingly absorbed by spiritual beings; we are increasingly united with other spiritual beings. Here, as long as we live in our bodies, our thoughts, our feelings, and our impulses of will encompass only ourselves. As we pass through death, our thoughts, our feelings, and our impulses of will—which belong to other spiritual beings—pour into the world; they live within us. We multiply ourselves. Our consciousness expands. From a state of unity, we become multiplicity—unity within multiplicity; and multiplicity reveals itself by embracing our unity within itself.
[ 32 ] Das Hineinwachsen also in die Welt, die wir gewöhnlich als die Welt der Hierarchien bezeichnen, das ist es, was auftritt, sobald der Mensch in die geistige Welt eingeht. So daß, während der Mensch hier auf der Erde spricht von Gegenständen und von Erlebnissen, die er mit Gegenständen hat, der Tote spricht von lauter Wesenheiten und von lauter Mitteilungen, die ihm die Wesenheiten machen vom Zusammensein mit anderen Wesenheiten, vom starken und schwachen Zusammensein mit anderen Wesenheiten und so weiter.
[ 32 ] Growing into the world that we usually refer to as the world of hierarchies—that is what occurs as soon as a person enters the spiritual world. So while a person here on earth speaks of objects and of experiences they have with objects, the deceased speaks only of beings and of the messages these beings convey to them—about being together with other beings, about strong and weak connections with other beings, and so on.
[ 33 ] Man kann sich eben nur nach und nach bemühen, ich möchte sagen, eine halbwegs adäquate Vorstellung zu geben von dem, wie dies Hineinwachsen in die geistige Welt ist. Nun, nachdem wir versucht haben, einen Begriff zu bekommen von dem Genaueren, wenigstens einigermaßen Genaueren über die Art dieses Hineinwachsens, wenden wir uns wiederum der anderen Tatsache zu, die wir gestern betrachtet haben, dem Sterben des Menschen in jugendlichem Alter, und dem Sterben des Menschen, wenn er alt geworden ist.
[ 33 ] One can only try, little by little, to give—I would say—a reasonably adequate mental image of what this “growing into” the spiritual world is like. Now that we have tried to gain a more precise—or at least somewhat more precise—understanding of the nature of this growing into the spiritual world, let us turn once again to the other fact we considered yesterday: the death of a person in youth and the death of a person who has grown old.
[ 34 ] Der Mensch, der in jugendlichem Alter stirbt, geht durch die Pforte des Todes; sein physischer Leib löst sich auf, sein Ätherleib inbindet sich. Er aber bekommt, wenn er ganz jung durch die Pforte des Todes gegangen ist, im Knaben-, im Mädchenalter, oder überhaupt im Kindesalter, er bekommt mit eine besonders starke Vorstellung von dem inneren Zusammenhalt dieses Wunderbaues, als den wir den menschlichen physischen Leib empfinden müssen. Gerade dieses ist eines der hervorragendsten inneren Erlebnisse des jung verstorbenen Menschen, daß er durch die Pforte des Todes hindurchträgt ein starkes inneres Vorstellungsbewußtsein von dem Wunderbau des physischen Leibes. Es gibt ja wirklich nichts auszudenken, was so wunderbar großartig gebaut ist, als der menschliche physische Leib, als dieses große Kunstwerk, dieses größte Wunder der Welt. Ich habe darüber öfter gesprochen. Aber gerade davon ist der jugendlich Verstorbene ganz erfüllt.
[ 34 ] A person who dies in youth passes through the gate of death; their physical body dissolves, and their etheric body is bound up. But when a person has passed through the gate of death at a very young age—in boyhood, in girlhood, or indeed in childhood—they take with them a particularly strong mental image of the inner cohesion of this marvelous structure that we must perceive as the human physical body. This, in fact, is one of the most remarkable inner experiences of a person who dies young: that they carry through the gate of death a strong inner, imaginative awareness of the marvelous structure of the physical body. There is truly nothing one can conceive of that is as wonderfully magnificent in its construction as the human physical body—this great work of art, this greatest wonder of the world. I have spoken about this on several occasions. But it is precisely this that fills the young person who has died.
[ 35 ] Und diese Vorstellung, dieses innere Erfüllen mit einer solchen Vorstellung, bringt den jugendlich Verstorbenen erstens zusammen mit den Wesen, die wir Angehörige der Hierarchie der Geister der Form nennen, so daß seine Seele intim zusammenwächst mit ihnen. Und so sieht man denn, daß die Jungverstorbenen mit besonderer Huld und Gnade empfangen werden von den Geistern der Form. Und außerdem wachsen sie zusammen innerlich mit den Geistern aus der Hierarchie der Geister des Willens. Ich möchte sagen, diese Geister des Willens und die Geister der Form stehen so zur Welt, daß sie fortwährend dem, der sich in ihre Geheimnisse einläßt, zurufen: Unser sind diejenigen, die früh ihr Leben lassen müssen auf Erden; denn dasjenige, was sie uns bringen, das ist ein wesentliches Ingredienz bei unserem Schaffen am Werdeprozeß der Menschheit. Wer alt geworden stirbt, der ist weniger durchdrungen von dem Wunderbau des menschlichen Leibes, sondern der ist in sich mehr durchdrungen von dem Wunderbau des ganzen Universums, von dem Wunderbau des ganzen Kosmos. Mehr nach dem Äußeren richtet sich der Gedankeninhalt und der Gefühlsinhalt des altgewordenen Verstorbenen, und er wächst insbesondere rasch und leicht zusammen mit denjenigen Geistern, die wir die Geister der Weisheit nennen. Diese sind es, die ihn mit Huld und Gnade aufnehmen. Und man bekommt einen starken Eindruck, wenn man, ich möchte sagen, dieses im einzelnen untersucht, wie der Mensch da zusammenlebt nach seinem Tode mit den höheren geistigen Wesenheiten. Wirklich, wenn man liebevoll eingeht auf das, was die Geisteswissenschaft erforschen kann, so bleibt es nicht bei leeren Abstraktionen, bei einem vagen Reden vom Geiste, bei dem vagen Reden davon, daß der Mensch aufgenommen wird von einer geistigen Welt, sondern man kann hindeuten, wie der eine aufgenommen wird von den Geistern der Bewegung, den Geistern der Weisheit, der andere von den Geistern der Form und den Geistern des Willens. Und dann erhält man eine Vorstellung davon, wie im Inneren im Grunde genommen alles, was geschieht — von einem höheren Gesichtspunkte aus betrachtet —, gut ist, so wie dasjenige, was unverständlich bleibt vom Gesichtspunkte der physischen Welten aus, von höherem Gesichtspunkte aus uns voll verständlich ist. Denn nicht allein mit den Altgewordenen wissen die Geister der höheren Hierarchien etwas anzufangen, sondern vor allen Dingen auch mit denjenigen, die jung schon gestorben sind. Keiner hat umsonst gelebt! Und der ganze Werdeprozeß der Menschheit könnte nicht bestehen, wenn nicht alles so geschähe, wie es schon einmal in der Welt geschieht.
[ 35 ] And this mental image—this inner filling with such a mental image—first brings the youth who has died into contact with the beings we call members of the Hierarchy of the Spirits of Form, so that his soul grows intimately together with them. And so we see that those who have died young are received with special favor and grace by the Spirits of Form. Furthermore, they grow together inwardly with the spirits from the Hierarchy of the Spirits of Will. I would like to say that these Spirits of Will and the Spirits of Form stand in such a relationship to the world that they continually call out to those who enter into their mysteries: “Ours are those who must leave their lives on Earth early; for what they bring us is an essential ingredient in our work on the process of humanity’s becoming.” Those who die after reaching old age are less permeated by the wondrous structure of the human body; rather, they are more deeply permeated within themselves by the wondrous structure of the entire universe, by the wondrous structure of the entire cosmos. The thoughts and feelings of the deceased who have reached old age are directed more toward the outer world, and they merge particularly quickly and easily with those spirits we call the spirits of wisdom. It is these beings who receive him with kindness and grace. And one gets a strong impression—if, I might say, one examines this in detail—of how the human being lives together after death with the higher spiritual beings. Truly, when one lovingly delves into what Spiritual Science can explore, it does not remain at the level of empty abstractions, of vague talk about the spirit, or of vague talk about the human being being received by a spiritual world; rather, one can point out how one person is received by the spirits of movement and the spirits of wisdom, and another by the spirits of form and the spirits of will. And then one gains a mental image of how, deep down, everything that happens—viewed from a higher perspective—is good, just as that which remains incomprehensible from the perspective of the physical worlds becomes fully comprehensible to us from a higher perspective. For the spirits of the higher hierarchies know what to do not only with those who have grown old, but above all with those who have died young. No one has lived in vain! And the entire process of humanity’s development could not exist if everything did not happen just as it has already happened once before in the world.
[ 36 ] Aber einen Begriff, und einen immer erweiterten Begriff von allen diesen Dingen kann man nur erhalten, wenn man wirklich auf die Geisteswissenschaft eingeht, und wenn man wirklich ein bißchen sich durchdringen kann mit dem Bewußtsein davon, daß eigentlich nur unsere Zeit es ist, die so geistverlassen ist, und in unserer Zeit nur diejenigen wirklich materialistisch denken, die gar nicht denken eigentlich, die nicht denken wollen.
[ 36 ] But one can only gain an understanding—and an ever-expanding understanding—of all these things by truly engaging with Spiritual Science, and by truly allowing oneself to be imbued with the awareness that it is actually only our time that is so devoid of spirit, and that in our time, the only ones who truly think materialistically are those who do not actually think at all, those who do not want to think.
[ 37 ] Ich habe Ihnen hier einmal ein Beispiel eines Philosophen angeführt, der wirklich gedacht hat, und von dem ich Ihnen einen Ausspruch angeführt habe zum Zeugnis dafür, wohin ein wirklich denkender Philosoph gelangt, das heißt, ein solcher, der nicht alles weiß, sondern darüber nachdenkt, wieviel der Mensch mit dem, was auf dem physischen Plan erfahren werden kann, wissen kann. Man darf ja sagen: Je dümmer die Menschen sind, desto gescheiter fühlen sie sich zumeist. Je gescheiter sie sind, desto mehr wissen sie, was nötig ist, um auf den Sinn des Lebens zu kommen. Deshalb habe ich Ihnen vor einiger Zeit den Ausspruch eines Menschen vorgelesen, der viel gedacht hat, der da sagt, es könnte jemand die Behauptung aufstellen, in dem Hühnerei stecke nicht bloß Eiweiß und Dotter, sondern außerdem ein übersinnliches Gespenst, also einer, der wirklich es sich hat sauer werden lassen das Philosophieren, der weiß, wie wenig man wissen kann mit der gewöhnlichen Vorstellung, sagt: «Es könnte jemand die Behauptung aufstellen: «In dem Hühnerei stecke nicht bloß Eiweiß und Dotter, sondern außerdem ein unsichtbares Gespenst. Dieses Gespenst verkörpere, materialisiere sich; und wenn es mit seiner Materialisation fertig ist, durchbreche es mit spitzigem Schnabel die harte Eierschale, laufe sogleich auf die ihm vorgestreuten Körner los und picke sie auf.» — Gegen diese sonderbare Behauptung läßt sich eigentlich nichts anderes einwenden, als daß hierbei die Präposition «in» in ungewöhnlichem Sinne gebraucht wird; nämlich nicht im geometrischen, sondern im metaphysischen Sinne. So verstanden aber, ist sie ganz richtig.»
[ 37 ] I have given you here an example of a philosopher who truly thought, and from whom I have quoted a saying as testimony to where a truly thinking philosopher arrives—that is, one who does not know everything, but reflects on how much a human being can know from what can be experienced on the physical plane. One might well say: The more foolish people are, the smarter they usually feel. The smarter they are, the more they know what is necessary to discover the meaning of life. That is why, some time ago, I read to you a statement by a man who thought deeply, who says that someone might assert that a chicken egg contains not only egg white and yolk, but also a supernatural specter—in other words, someone who has truly taken the trouble to engage in philosophy, who knows how little one can know with ordinary mental images, says: “Someone might claim: ‘A chicken egg contains not only egg white and yolk, but also an invisible specter. This specter takes on a physical form; and once it has completed its materialization, it breaks through the hard eggshell with its pointed beak, immediately runs toward the grains scattered before it, and pecks them up.’” — There is really nothing to object to in this strange assertion other than that the preposition ‘in’ is used here in an unusual sense—namely, not in the geometric sense, but in the metaphysical sense. Understood in this way, however, it is entirely correct.”
[ 38 ] Derselbe Philosoph, Otto Liebmann, der ein gründlicher Denker war, aber eben sich beschränken wollte auf die Anschauung des physischen Planes, erwähnt in seinem Buche «Gedanken und Tatsachen» auch noch weiter — ich führe dies an aus dem Grunde, weil daran gesehen werden kann, wie Leute, die wirklich denken, sehen, was man mit dem an die Außenwelt gefesselten Denken heute eigentlich ausrichten kann: «Nicht nur Kinder, abergläubische Barbaren und phantastische Dichter, sondern auch aufgeklärte Denker haben von jeher die Körperwelt als etwas durchgängig Beseeltes angesehen. Dem Thales, der dem Magneten und dem Bernstein wegen ihrer Anziehungskraft eine Seele zuschrieb, wird wie andern Naturphilosophen der ältesten Zeit, der Ausspruch in den Mund gelegt, daß der Kosmos beseelt und alles voll von Göttern sei: [GREEK PASSAGE]. Aristoteles, De Anima I, 5. Plato nennt die Gestirne göttliche Tiere und spricht im (Timaeus> von der Weltseele. Aristoteles und die Peripatetiker nahmen Astralgeister an; und die Lehre von der Beseeltheit der Weltkörper hat sich in einer wohl niemals ganz unterbrochenen Kette der Tradition bis auf neuere und neueste Zeit weitergeerbt. Kepler redet von der
[ 38 ] The same philosopher, Otto Liebmann, who was a thorough thinker but chose to limit himself to the physical plane, goes on to mention in his book *Thoughts and Facts*—I cite this because it illustrates how people who truly think can see what can actually be achieved today with thinking that is bound to the external world: “Not only children, but also superstitious barbarians and fanciful poets—and even enlightened thinkers—have always regarded the physical world as something thoroughly animated. Thales, who attributed a soul to the magnet and amber because of their attractive force, is—like other natural philosophers of antiquity—said to have declared that the cosmos is animated and that everything is full of gods: [GREEK PASSAGE]. Aristotle, *De Anima* I, 5. Plato calls the celestial bodies divine animals and speaks in the (Timaeus> of the world soul. Aristotle and the Peripatetics posited astral spirits; and the doctrine of the animacy of celestial bodies has been passed down through a chain of tradition—one that has likely never been completely interrupted—right up to modern and contemporary times. Kepler speaks of the
[ 39 ] So hat wirklich Gustav Theodor Fechner manches im Scherze ausgesprochen. Er war überhaupt ein ganz zum Scherzen aufgelegter Mensch. Sie wissen ja — ich habe das schon einmal erzählt in den Vorträgen —, er hat das Buch geschrieben «Professor Schleiden und der Mond». Gustav Theodor Fechner hat sich nämlich damit befaßt, die Einwirkung des Mondes auf die Witterungsverhältnisse näher zu untersuchen, und da hat er denn manches darüber geschrieben. Der materialistische Botaniker Schleiden hat sich sehr lustig darüber gemacht. Aber dann hat ja Fechner seinerseits Schleiden zurückgewiesen in seinem Buche «Professor Schleiden und der Mond». Es ist derselbe Fechner, der einmal vor langer Zeit, schon in seiner Jugend, die Leichtfingerigkeit der naturwissenschaftlichen Denkweise in einer schönen kleinen Schrift gegeißelt hat. Es gibt eine kleine Schrift von Gustav Theodor Fechner, in der er ganz naturwissenschaftlich vorgeht. Er entwickelt die Sache ganz im Ernste, er beweist, daß der Mond aus Jodin besteht! Er will damit zeigen, daß man mit naturwissenschaftlicher Denkweise ganz genau beweisen kann, daß der Mond aus Jodin besteht! So wie man anderes ganz genau beweisen könne naturwissenschaftlich, so würde man auch mit genau denselben Schlüssen, mit denen man die anderen Dinge beweist, beweisen können, daß der Mond aus Jodin besteht.
[ 39 ] Gustav Theodor Fechner did indeed say quite a few things in jest. He was, in general, a man who was always in the mood for joking. As you know—I’ve mentioned this before in my lectures—he wrote the book *Professor Schleiden and the Moon*. Gustav Theodor Fechner set out to investigate the moon’s influence on weather conditions in greater detail, and he wrote quite a bit about it. The materialist botanist Schleiden made fun of it quite a bit. But then Fechner, for his part, refuted Schleiden in his book *Professor Schleiden and the Moon*. This is the same Fechner who, long ago, back in his youth, once lambasted the flippancy of the scientific mindset in a lovely little treatise. There is a short treatise by Gustav Theodor Fechner in which he takes a strictly scientific approach. He develops the argument in all seriousness, proving that the moon is made of iodine! His aim is to show that, using scientific reasoning, one can prove with absolute certainty that the Moon consists of iodine! Just as one can prove other things with absolute certainty through scientific reasoning, so too could one prove—using exactly the same lines of reasoning used to prove those other things—that the Moon consists of iodine.
[ 40 ] Und als die Männer sich gar nicht einigen konnten über die Fechnerschen Behauptungen in bezug auf die Einwirkungen des Mondes auf die Witterungsverhältnisse, hat Fechner gesagt: Dann werden wir vielleicht die Geschichte von unseren Frauen machen lassen! Es waren dazumal noch einfachere Verhältnisse; man hat, um Wasser zum Waschen zu bekommen, die Eimer in den Regen hinausgestellt. Und da sagte sich Gustav Theodor Fechner: Der gute Professor Schleiden will durchaus nicht glauben, daß in gewissen Zeiten des Mondes es weniger regnet als in anderen Zeiten des Mondes! Wir können das vielleicht auf dem Umweg durch die Frau Professor Schleiden machen! Da es ihrem Gatten so einerlei sein kann, daß die Witterungsverhältnisse zu gewissen Mondzeiten so oder anders sind, so könnte ja seine, des Professor Schleidens Frau, in der Zeit ihre Eimer hinausstellen in den Hof, in der Fechner ausgerechnet hat, daß weniger Wasser kommt, und die Frau Fechners würde dafür die Eimer hinausstellen in der Zeit, in der von ihm ausgerechnet sei, daß mehr Wasser falle! — Ich will nicht weiter ausführen, daß die Frauen nicht so leicht damit übereinstimmen konnten wie ihre Gatten, denn Frau Professor Schleiden war doch etwas neidisch auf Frau Professor Fechner, weil sie durch die Vorurteile ihres Mannes immer weniger Wasser bekam als die Frau Professor Fechner.
[ 40 ] And when the men simply could not agree on Fechner’s claims regarding the moon’s influence on weather conditions, Fechner said: “Then perhaps we’ll let our wives take care of the story!” Circumstances were simpler back then; to get water for washing, people would set their buckets out in the rain. And then Gustav Theodor Fechner said to himself: “Good old Professor Schleiden simply refuses to believe that it rains less during certain phases of the moon than during others! Perhaps we can prove it indirectly through Professor Schleiden’s wife!” Since her husband couldn’t care less whether weather conditions are one way or another during certain phases of the moon, his wife—Professor Schleiden’s wife—could set her buckets out in the courtyard during the time when Fechner had calculated that less water would fall, and Professor Fechner’s wife would set her buckets out during the time when he had calculated that more water would fall! — I won’t go into further detail about how the wives couldn’t agree on this as easily as their husbands, because Professor Schleiden’s wife was, after all, somewhat jealous of Professor Fechner’s wife, since, due to her husband’s prejudices, she always received less water than Professor Fechner’s wife.
[ 41 ] Das obige Zitat Otto Liebmanns geht so weiter: «Aber in Anbetracht unserer völligen Unwissenheit über die Wurzeln des geistigen Lebens könnte man doch die Frage aufwerfen, die der ernsthafte Lessing am Ende seiner «Erziehung des Menschengeschlechts> gegenüber der altägyptischen, altindischen und pythagoreischen Lehre von der Seelenwanderung aufwirft: «Ist diese Hypothese darum so lächerlich, weil sie die älteste ist?, weil der menschliche Verstand, ehe ihn die Sophisterei der Schule zerstreut und geschwächt hatte, sogleich darauf verfiel?>»
[ 41 ] The above quote from Otto Liebmann continues as follows: “But in view of our complete ignorance of the roots of spiritual life, one might nevertheless raise the question that the serious Lessing poses at the end of his *The Education of the Human Race* in contrast to the ancient Egyptian, ancient Indian, and Pythagorean doctrines of the transmigration of souls: ‘Is this hypothesis so ridiculous simply because it is the oldest? Because the human mind, before it was scattered and weakened by the sophistry of the school, immediately fell for it?’
[ 42 ] Was will man mehr? Daß kein scharfsinniges Denken einen behüten kann davor, die Lehre von der Wanderung der Seelen anzunehmen —, das sagt Otto Liebmann ganz trocken heraus! So wissen eben diejenigen, die denken gelernt haben, wie wenig das Denken, das sich auf den physischen Plan beschränkt, aufklären kann über die wirklichen Wurzeln des Lebens.
[ 42 ] What more could one want? That no amount of sharp thinking can protect one from accepting the doctrine of the transmigration of souls—Otto Liebmann states this quite bluntly! Thus, those who have learned to think know just how little thinking that is limited to the physical plane can shed light on the true roots of life.
[ 43 ] Alle diese Dinge zeigen natürlich für den, der ganz im Ernste auf die inneren Impulse unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung einzugehen vermag, wie notwendig diese geisteswissenschaftliche Bewegung für unsere Gegenwart und für die nächste Zukunft ist, und es schadet nichts, wenn wir immer wieder und wiederum uns mit dem Ernste, der unserer Bewegung zugrunde liegen muß, bekanntmachen. Dieser Ernst ist es ja, der uns eigentlich zusammenhalten muß. Wirklich, man muß immer wieder und wieder sich auf diesen Ernst unserer Bewegung besinnen, um über manches, was dieser sowohl nach der einen wie nach der anderen Seite hin Schwierigkeiten macht, eben die richtige Empfindung haben zu können.
[ 43 ] All these things naturally show—to anyone who is truly able to respond seriously to the inner impulses of our Spiritual Science movement—just how necessary this movement is for our present and for the near future, and it does no harm for us to familiarize ourselves again and again with the seriousness that must underlie our movement. It is this seriousness, after all, that must truly hold us together. Indeed, we must reflect again and again on the seriousness of our movement in order to be able to have the right attitude toward many of the difficulties it faces from both sides.
[ 44 ] Und da möchte ich wirklich immer wiederum nichts unversucht lassen, Ihnen nahezulegen, daß wir schon an diesen Ernst unserer Bewegung denken müssen, und daß wir wirklich versuchen sollen, sorgfältig alles zu tun, was gegenüber der äußeren Welt diesen Ernst unserer Bewegung geltend machen und ihn auch aufrechterhalten kann.
[ 44 ] And in this regard, I truly want to leave no stone unturned in urging you to consider the seriousness of our movement, and that we should really strive to do everything we can to demonstrate this seriousness to the outside world and to uphold it.
[ 45 ] Es darf ja gesagt werden, durch die Sorglosigkeit mancher Mitglieder nach dieser oder jener Richtung hin wird unserer Bewegung der Lebensatem eigentlich recht schwierig, und es kostet schon einiges inneres Schweres, wenn man sich dazu entschließen muß, die intimen, bedeutsamen und ernsten Wahrheiten der Geisteswissenschaft doch eben auszusprechen. Und immer wiederum kann die Beobachtung gemacht werden, daß der ganze Zusammenhang mit unserer Sache von manchen doch viel zu leicht genommen wird. Ich will heute nicht hinweisen auf Einzelheiten, wie uns manche Mitglieder das Leben recht sauer und schwer machen, indem sie in der sorglosesten Weise sich, ich möchte sagen, als Mitglieder der Gesellschaft fühlen. Ich rede nicht von Privatsachen, aber wir leben doch heute einmal in abnormen Zeiten, und es sollte nicht sein, daß eine große Anzahl von Mitgliedern nicht bedenkt, daß es schon einmal untunlich ist, alles mögliche heute über alle möglichen Landesgrenzen zu schreiben! Es ist das ja nicht nötig; ich rede jetzt nicht von Privatsachen, die gehen natürlich die Gesellschaft nichts an. Es handelt sich hier selbstverständlich nicht um irgend etwas Unrechtes, die Gesellschaft hat keine Bestrebungen, die irgend etwas Unrechtes in sich schließen könnten; aber durch die Art und Weise, wie manches gehandhabt wird von den Mitgliedern, erwachsen natürlich Schwierigkeiten. Und immer mehr und mehr Schwierigkeiten erwachsen! Wir müssen das Einzigartige unserer Bewegung wirklich ein wenig ins Auge fassen. Wir müssen sie als etwas uns Heiliges hüten, diese Bewegung. Wir kommen nicht weiter, wenn wir nur immer unserer Bewegung gegenüber dieselbe Art des Urteils aufbringen, die sonst in der Außenwelt üblich ist. Es ist das zwar bequem für uns, aber wir kommen nicht weiter. Wir müssen doch immer ins Auge fassen, daß wir von einer Welt umgeben sind, der unsere Bewegung aus den allerverschiedensten Gründen im eminentesten Sinne unsympathisch ist, und die überall einhaken will, wo sie nur einhaken kann.
[ 45 ] It must be said that the carelessness of some members in one direction or another actually makes it quite difficult for our movement to breathe, and it takes a great deal of inner struggle when one must resolve to speak out, after all, about the intimate, significant, and serious truths of Spiritual Science. And time and again, one can observe that some people take the whole context of our cause far too lightly. I do not wish to point out specific details today of how some members make life quite miserable and difficult for us by behaving, I might say, in the most careless manner as members of the Society. I am not speaking of private matters, but we are, after all, living in extraordinary times, and it should not be the case that a large number of members fail to consider that it is simply inadvisable to write about all sorts of things across all sorts of national borders today! That’s not necessary, after all; I’m not talking about private matters—those, of course, are none of the Society’s business. This is obviously not about anything wrong; the Society has no aspirations that could involve anything wrong. But the way certain matters are handled by members naturally gives rise to difficulties. And more and more difficulties are arising! We really need to give some thought to what makes our movement unique. We must cherish this movement as something sacred to us. We won’t make any progress if we always apply the same kind of judgment to our movement that is otherwise common in the outside world. It may be convenient for us, but we won’t make any progress. We must always bear in mind that we are surrounded by a world that, for a wide variety of reasons, is deeply hostile to our movement in the truest sense of the word, and that seeks to interfere wherever it can.
[ 46 ] Um das Rechte zu finden, ist es notwendig, daß wir wirklich mit dem richtigen Gefühl gegenüber unserer Bewegung auch die Außenwelt anschauen. Wir sollten es uns selber nicht verzeihen können, wenn wir nicht aufmerksam und scharf genug hinschauen auf die Außenwelt. Alles mögliche kann uns, wenn wir es nicht richtig machen, das Leben unendlich sauer machen. Wir können es dann unmöglich machen, daß die Bewegung in dieser Weise fortgeht. Sehen Sie, wir müssen wirklich uns über die Dinge nicht leicht hinwegheben können. Daß unsere Bewegung Feinde ganz sonderbarer Art hat, darüber müssen wir nicht leicht hinwegschauen.
[ 46 ] To find the right path, it is essential that we view the outside world with the proper attitude toward our movement. We should not be able to forgive ourselves if we do not observe the outside world attentively and keenly enough. If we do not do this correctly, all sorts of things can make our lives infinitely miserable. We would then make it impossible for the movement to continue in this way. You see, we really must not be able to brush things off lightly. We must not overlook the fact that our movement has enemies of a very peculiar kind.
[ 47 ] Ich habe oftmals betont, daß es mir wirklich wenig Befriedigung gewährt, wenn immer wieder und wiederum Mitglieder kommen und dies oder jenes vorweisen und sagen: Da hat der und der auf der Kanzel gesprochen, er hat ganz theosophisch gesprochen! Das ist unsere Weltanschauung! — Meist ist es ein furchtbarer Stuß, was dann kommt, was «ganz theosophisch» gefunden wird. — Aber es ist notwendig, daß wir nicht so leichtfertig unsere Bewegung auffassen, wie es oftmals getan wird. Sehen Sie, daß wir heute eine Bewegung brauchen, die die Dinge ernst nimmt in der Welt, das bezeugen uns Hunderte und Hunderte von Fakten, die wir immer beobachten können. Ich will einige aus den allerletzten Tagen anführen. Ich hoffe nur, daß nicht irgendein Mitglied, das dasitzt, die Unvorsichtigkeit hat, das, was hier unter uns gesprochen wird, weiterzutragen.
[ 47 ] I have often emphasized that it gives me very little satisfaction when, time and again, members come and point to this or that, saying: “So-and-so spoke from the pulpit; he spoke in a thoroughly Theosophical manner!” That is our worldview!” — Most of the time, what follows—what is deemed “entirely Theosophical”—is utter nonsense. — But we must not take our movement so lightly, as is often done. You see, we need a movement today that takes things in the world seriously; this is attested to by hundreds and hundreds of facts that we can always observe. I want to cite a few from just the very last few days. I only hope that no member sitting here will be so careless as to pass on what is being said here among us.
[ 48 ] «In diesen Tagen hat in einer Lehrerkonferenz, die in dieser Gegend gehalten worden ist, jemand gesprochen, der, ohne daß er von unserer Bewegung etwas weiß, schon geschrieben hat über unsere Bewegung. Die betreffende Gesellschaft ist ersucht worden, eines unserer ersten Mitglieder wenigstens zu hören, eventuell auch etwas erwidern zu lassen. Die Art und Weise, wie man dieses abgelehnt hat, ist ein charakteristisches Dokument unserer Zeit. Der Brief, in dem abgelehnt worden ist, daß ein Mitglied von uns teilnehmen konnte da, wo einer unserer Nachbarn über unsere Bewegung gesprochen hat, enthält unter anderem folgenden Satz: ‹...da, wenn jemand von Ihnen zu uns kommen würde, er wahrscheinlich das Gefühl haben würde, daß der, welcher bei uns spricht, Ihre Bewegung viel zu wenig kennt, so bitten wir Sie, damit der, welcher zu uns spricht, nicht das unangenehme Gefühl hat, daß jemand von Ihrer Bewegung da ist, nicht zu kommen; denn zu einer Diskussion hätten wir nicht Zeit und es würde sonst nur ein unangenehmes Gefühl geben, denn der, welcher redet, kennt Sie nicht.›
[ 48 ] “Recently, at a teachers’ conference held in this area, someone spoke who—without knowing anything about our movement—had already written about it. The organization in question was asked to at least hear from one of our earliest members and, if possible, allow that person to respond. The manner in which this was rejected is a telling reflection of our times. The letter refusing to allow one of our members to participate at an event where one of our neighbors spoke about our movement contains, among other things, the following sentence: ‘... since, if someone from your group were to come to us, they would likely feel that the person speaking on our behalf knows far too little about your movement, we ask you not to come—so that the person speaking to us does not have the unpleasant feeling that someone from your movement is present; for we would not have time for a discussion, and it would otherwise only create an uncomfortable atmosphere, since the speaker does not know you.”
[ 49 ] Dies ist der Ablehnungsgrund, Schreibtafel her, möchte man sagen. Man muß es immer wieder und wieder sagen, daß es heute möglich ist, daß jemand sagt, wir wollen nicht, daß jemand von euch da ist, weil einer über euch spricht, der von euch nichts weiß. Das ist möglich, meine lieben Freunde. Dies ist eine Tatsache!
[ 49 ] This is the reason for the rejection—one might say, “Bring out the slate.” We must say it again and again: it is possible today for someone to say, “We don’t want any of you here because someone is speaking about you who knows nothing about you.” That is possible, my dear friends. This is a fact!
[ 50 ] Soweit ist es gekommen mit der Welt, daß man solche Dinge nicht bloß denkt, sondern schreibt, und als Motivierung einer Ablehnung schreibt! Das ist gegenwärtige Moral. Aber diese ist nicht bloß an dieser einzelnen Stelle vorhanden; sie ist überall vorhanden. Zum Unglück mußten wir uns entschließen, derselben Gesellschaft den Bau zu zeigen, damit die Leute nicht sagen können, man sei ebenso unhöflich gegen sie wie sie gegen uns. Zum Unglück scheint gerade, während der Bau gezeigt worden ist, eine Eurythmiestunde gewesen zu sein. Was diese Eurythmie in der schmutzigen Phantasie derjenigen, denen der Saal gezeigt worden ist, hervorgerufen hat, darüber will ich nicht sprechen. Es tut mir leid, daß es notwendig ist, diese Dinge zu sagen. Ich sage sie nicht, um die Außenwelt, die Menschen draußen zu charakterisieren oder zu kritisieren. Die haben nur mein allertiefstes Mitleid. Sondern ich sage es um Ihretwillen, damit Sie sich angewöhnen, den richtigen Standpunkt zu finden und zu wissen, daß überall, überall Gegnerschaft, Feindschaft und Gehässigkeit lauert. Es braucht nur einer Anzahl von Leuten heute etwas heilig zu sein, das schützt durchaus nicht davor, daß die Sache herabgezerrt, herabgezogen wird in das Allerunheiligste.
[ 50 ] The world has come to such a state that people not only think such things, but write them down—and use them to justify their rejection! Such is the morality of our time. But this is not limited to this single instance; it is everywhere. Unfortunately, we had to decide to show the building to that same group so that people couldn’t say we were just as rude to them as they were to us. Unfortunately, it seems that a eurythmy class was taking place at the very moment the building was being shown. I do not wish to speak of what this eurythmy evoked in the sordid imaginations of those to whom the hall was shown. I am sorry that it is necessary to say these things. I am not saying them to characterize or criticize the outside world, the people out there. They have only my deepest sympathy. Rather, I say this for your sake, so that you may accustom yourselves to finding the right perspective and to knowing that opposition, hostility, and malice lurk everywhere, everywhere. It is not enough that something is sacred to a number of people today; that by no means protects it from being dragged down, pulled down into the most unholy of places.
[ 51 ] Wenn aus irgendwelchen Gründen Haß da ist, so müssen wir uns das zum Bewußtsein bringen. Das ist nötig, weil wir viel, viel zu sorglos sind in bezug auf die Art und Weise, wie wir uns stellen zur Außenwelt. Wirklich, es ist unbequem, sich in der richtigen Weise zur Außenwelt zu stellen; aber es ist schon einmal nicht gut, die Augen zuzumachen und nicht zu wissen, wie überall Haß und Gegnerschaft lauern.
[ 51 ] If, for whatever reason, there is hatred, we must bring this to our awareness. This is necessary because we are far, far too careless about the way we position ourselves in relation to the outside world. Truly, it is uncomfortable to adopt the right attitude toward the outside world; but it is certainly not good to close our eyes and remain unaware of how hatred and hostility lurk everywhere.
[ 52 ] Dessen müssen wir uns vor allen Dingen klar sein: Schaden kann uns irgendeine sachliche Gegnerschaft niemals. Mit der sachlichen Gegnerschaft werden wir schon fertig. Aber dann wird es schwer, wenn die Gegnerschaft eine solche ist, daß man sich eigentlich immer die Hände waschen muß, wenn man diese Gegnerschaft ins Auge faßt, wie es zum Beispiel bei jener Fabrik ist, die in Leipzig besteht, und die nicht mit sachlichen Gründen arbeitet, sondern mit lauter plausibel gemachten Verleumdungen. Selbst wenn Sie ihr sachlich schreiben, schreibt sie aus einer Gesinnung heraus, die eben auf dasselbe Niveau gehört, wie die Gesinnung, welche ich eben charakterisiert habe.
[ 52 ] Above all, we must be clear about this: No objective opposition can ever harm us. We can handle objective opposition just fine. But it becomes difficult when the opposition is of such a nature that one actually has to wash one’s hands every time one faces it—as is the case, for example, with that factory in Leipzig, which does not operate on the basis of objective reasons but rather relies entirely on slander presented as plausible arguments. Even if you write to them objectively, they respond from a mindset that belongs on the same level as the one I just described.
[ 53 ] Man kann voraussehen, daß gerade mit dem, ich möchte sagen, Bemerktwerden von der Welt, dadurch daß unser Bau dasteht, Gegnerschaft über Gegnerschaft hervorgerufen wird, denn es wächst in ungeheurer Weise auch der Neid und die Mißgunst, je mehr der Bau bemerkt wird in der Welt. Für uns erwachsen aber daraus ganz besondere Verpflichtungen.
[ 53 ] One can foresee that precisely because—I would say—the world takes notice of us, simply by the fact that our building stands there, opposition upon opposition will be provoked; for envy and resentment also grow tremendously the more the building is noticed by the world. For us, however, this gives rise to very special obligations.
[ 54 ] Wenn wir arbeiten, wie wir früher gearbeitet haben, wenn wir da und dort sitzen unter der anderen Bevölkerung, in kleinen Gruppen zerstreut, dann geht die Sache leichter. Aber hier sind wir so viele beisammen und haben es ungeheuer nötig, achtzugeben, so daß wir keine Veranlassung geben, sich mit uns zu beschäftigen. Man wird schon da oder dort etwas finden trotzdem, denn die Leipziger Verleumderfabrik hat auch, als sie nichts Wahres behaupten konnte, doch Behauptungen aufgestellt. Aber da wir hier schon einmal beisammen sind, so viele von unserer Gattung auf einer Flur zusammenleben, so müssen wir versuchen, keine Veranlassung zu geben, durch die wir einen Schein von Recht hervorrufen könnten, daß wir irgendwie etwas tun, was nicht Recht ist und Anlaß geben könnte, gegen uns Stellung zu nehmen. In dieser Beziehung muß schon gesagt werden, daß nicht alle unsere Mitglieder diesen Gesichtspunkt immer entsprechend ins Auge fassen. Es ist wirklich schwer, über diese Dinge zu reden. Ich will heute nicht mehr sagen als dieses; aber wenn ich nur jedem von uns den ganzen Ernst unserer Sache immer wieder und wieder auf die Seele legen könnte, ich möchte es tun. Wenn man nur nicht immer wieder und wieder bemerken müßte, wie gegenüber der Außenwelt der eine oder andere — und es genügt, daß es der eine oder andere ist — doch immer wieder schwach wird, aus persönlicher Gefälligkeit oder aus anderen Gründen, die im Grunde auf Bequemlichkeit hinauslaufen, dieses oder jenes zu tun. Es kommt immer wieder und wieder vor. Immer müssen wir bedenken, daß wir hier sitzen, nachdem wir so viele beisammen sind, wie in einem Glashause. Ich weiß nicht, wieweit man mich versteht. Wenn man mich nicht versteht, muß ein anderes Mal noch anders geredet werden. Es ist sonst nicht möglich, unsere Bewegung in entsprechender Weise vorwärtszubringen. Wahrhaftig, es ist schwierig, daran denken zu müssen, daß wir hier sind, im Grunde genommen um den Bau aufzurichten, daß also unsere Gedanken auf den Bau gerichtet sein müssen. Diejenigen, die hier ernst arbeiten, müssen am Bau arbeiten und ich kann nicht sagen, wie fast ekelhaft es mir ist, wenn ich daran denken sollte, von der Zeit etwas abzugeizen, die für den Bau verwendet werden muß, um einen Toren abzukanzeln, der aus seiner Unkenntnis heraus Dinge über unsere Lehren verbreitet, die der Wahrheit stracks zuwiderlaufen. Ein wohlwollender Mann sagte mir neulich, daß ihm gesagt worden sei, das und das und das sei so und so und so! Es geschieht also doch dieses oder jenes, wodurch immer wieder der Schein entsteht, was aber andere für Wirklichkeit nehmen, daß unsere Mitglieder sich gegenüber der Außenwelt nicht so verhalten, wie es sein sollte. Es ist wirklich notwendig, daß wir unsere Sache hüten und neben dem, daß wir versuchen, nicht die geringsten Angriffspunkte gegenüber der Außenwelt zu geben, nicht versuchen Propaganda zu machen. Diejenigen, die hier in der unmittelbaren Umgebung Propaganda machen, sind eigentlich Feinde unserer Sache, insofern diese Sache mit dem Bau zusammenhängt. Es ist auch gar nicht nötig. Derjenige, der zu uns kommen soll, kommt schon. Ferner sollten wir vermeiden, daß wir zu Leuten draußen, die nichts von der Sache verstehen, von allerlei Hellsichtigkeit sprechen. Ich rede vielleicht für viele eine unverständliche Sprache, für manche wohl auch eine verständliche.
[ 54 ] If we work the way we used to—sitting here and there among the general population, scattered in small groups—then things go more smoothly. But here we are all gathered together in such large numbers, and we must be extremely careful not to give anyone a reason to take an interest in us. They’ll find something here or there anyway, because even when the Leipzig smear campaign couldn’t make any true claims, it still made allegations. But since we are all gathered here—so many of our kind living together in one place—we must try not to give any cause that might create the appearance that we are doing something wrong, which could provide grounds for taking a stand against us. In this regard, it must be said that not all of our members always take this point of view into account. It is truly difficult to talk about these things. I do not wish to say more than this today; but if only I could impress upon each of us, time and again, the full gravity of our cause, I would do so. If only we did not have to notice, time and again, how, in the eyes of the outside world, one or the other—and it is enough that it is just one or the other—still repeatedly falters, out of personal courtesy or for other reasons that essentially boil down to convenience, and ends up doing this or that. It happens again and again. We must always bear in mind that we are sitting here, with so many of us gathered together, as if in a glass house. I don’t know to what extent I am being understood. If I am not understood, I will have to speak differently another time. Otherwise, it is not possible to advance our movement in the appropriate manner. Truly, it is difficult to have to remember that we are here, essentially to erect the building, and that our thoughts must therefore be focused on the construction. Those who are working seriously here must work on the construction, and I cannot express how repulsive it is to me to even think of taking time away from what must be devoted to the construction in order to rebuke a fool who, out of ignorance, spreads claims about our teachings that are directly contrary to the truth. A well-meaning man told me recently that he had been told that such-and-such and such-and-such were so-and-so and so-and-so! So this or that does happen, which time and again creates the appearance—which others take for reality—that our members do not behave toward the outside world as they should. It is truly necessary that we safeguard our cause and, in addition to trying not to give the outside world even the slightest opening for attack, refrain from engaging in propaganda. Those who engage in propaganda here in the immediate vicinity are, in fact, enemies of our cause, insofar as this cause is connected to the construction. It is also completely unnecessary. Those who are meant to come to us will come anyway. Furthermore, we should avoid talking about all sorts of clairvoyance to people on the outside who don’t understand the matter. I may be speaking a language that is incomprehensible to many, though perhaps understandable to some.
[ 55 ] Wahrscheinlich wird es aber doch noch nötig werden, zunehmend verständlich zu sprechen. Und wir müssen die Verpflichtung fühlen, da wir hier auf einem kleinen Grunde zusammen leben, unsere Sache in entsprechender Weise zu schützen. Sowenig uns die Privatverhältnisse der einzelnen Mitglieder angehen, weil wir eben einmal auf einem kleinen Haufen zusammenleben, so können wir doch nicht anders, als irgend etwas tun, was die Bewegung schützt, wenn einzelne Mitglieder Dinge tun, die der Bewegung im höchsten Maße schädlich sind, wenigstens insofern sie sich um den Bau gruppieren. Wir haben viele Mitglieder, die hier intensiv fleißig arbeiten. Warum sollte diesen arbeitenden Mitgliedern, dadurch, daß mancher Dinge macht, die der Bewegung Schwierigkeiten bereiten, die Arbeit so erschwert werden? Vielleicht ein anderes Mal mehr davon.»
[ 55 ] It will likely still become necessary, however, to speak in a way that is increasingly understandable. And since we live together here in a small community, we must feel a sense of obligation to protect our cause in an appropriate manner. Just as the private affairs of individual members are none of our business—precisely because we live together in a small community—we cannot help but take some action to protect the movement when individual members do things that are extremely harmful to it, at least insofar as they are connected to the construction project. We have many members who work very hard here. Why should the work of these hardworking members be made so much more difficult simply because some people do things that cause difficulties for the movement? Perhaps more on this another time.”
