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The Rudolf Steiner Archive

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The Spiritual Unification of Humanity
through the Christ Impulse
GA 165

2 January 1916, Dornach

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Neujahrsbetrachtungen III

Meditations on the New Year: Perceiving and Remembering

[ 1 ] Wir denken uns einmal den menschlichen ÄAtherleib im Zusammenhange mit dem physischen Leib des Menschen und wollen dies in einer Skizze festhalten. Ganz schematisch wollen wir dieses als Ätherleib gelten lassen (es wird gezeichnet) und wollen den physischen Leib, der selbstverständlich den ganzen menschlichen Ätherleib mit Ausnahme der äußersten Partien des Ätherleibes durchdringt, jetzt so zeichnen wie mit einer Art Rinde vom Ätherleib umgeben. Sie wissen ja, wie die wirklichen Verhältnisse sind. Das sei also physischer Leib und Ätherleib, und dazu gehören dann im gesamten System des Menschen selbstverständlich der Astralleib und das Ich. Nun wollen wir uns erinnern, daß der Ätherleib des Menschen selbstverständlich aus den verschiedenen Ätherarten besteht, die wir kennengelernt haben. Und wir haben kennengelernt als Atherarten den Wärmeäther, den Lichtäther, den chemischen Äther, der die Sphärenmusik vermittelt, und den Lebensäther.

[ 1 ] Let us think of the human etheric body as it is connected with the physical body. We shall sketch it thus representing it entirely diagramatically, and we shall sketch the physical body as a kind of rind of the etheric body, though it must be understood that in reality it interpenetrates the whole human etheric body except the most external part of the latter. Let this then be the etheric and physical body, and there, belonging to them, as is understood, in the whole system of man, his astral body and ego. Let us now recall that the etheric body of man naturally consists of the different kinds of ether which we have learnt to distinguish. We recognise these as consisting of warmth-ether, light-ether, chemical-ether (by which the music of the spheres is communicated) and life-ether.

AltNamehuman ether body in relation to its physical body

[ 2 ] Wollen wir heute einmal den Lichtäther ins Auge fassen. Gewiß, der ganze Ätherleib besteht aus einer innigen Verbindung, aus einer organisierten innigen Verbindung dieser vier Ätherarten. Aber wir wollen dasjenige, was am Ätherleib Lichtäther ist, heute besonders herausheben. Den Teil des Ätherleibes, den wir als Lichtäther ansprechen, wollen wir jetzt schraffieren. Nun habe ich öfter betont, daß der Mensch eigentlich dadurch ein Bewußtsein von den Dingen erhält, daß er mit seinem Ich und mit seinem Astralleib im Grunde genommen in den Dingen darin ist. Nur im Tagwachen stecken das Ich und der astralische Leib, man möchte sagen, in bezug auf dasjenige, was von ihnen nicht in den Dingen ist, im physischen Leib und im AÄtherleib darin. Wenn wir dies ins Auge fassen, so können wir sagen: daß wir Sinnesempfindungen haben, rührt davon her, daß das menschliche Ich und auch der astralische Leib von den Dingen zuerst eine Offenbarung haben, die unbewußt bleibt, und daß sich dann diese Offenbarung spiegelt an den Sinneswerkzeugen und ihren Nervenfortsetzungen im physischen Leib. Diese Dinge haben wir wiederholt erörtert.

[ 2 ] Let us turn our attention to the light-ether. It is true that the whole etheric body consists of an inner blend—an inwardly organised blend of the four kinds of ether, but we shall only consider today that part of the ether body which is light-ether; and in order to fix our attention on that part of the ether body which we call the light-ether, we have sketched it above. Now I have often said that man really only gains consciousness of things from being actually within them with his ego and soul being. It is in the daytime, when we are awake, that the astral body and ego are within the physical and etheric bodies; one may add, as regards that part of them which is not within things. Keeping this in view we say that we have sense perceptions. The cause of this is that the human ego and astral body first receive a revelation of things, and this revelation which remains unconscious, is then reflected on the instruments of the senses and their nerve extensions in the physical body. This has often been explained.

[ 3 ] Nun fragen wir uns aber heute: Wie wirkt denn eigentlich das Gedächtnis? Wie geschieht es, daß wir Erinnerung haben an Verschiedenes, an Gegenstände und auch an Erlebnisse, die wir durchgemacht haben? Diese Frage wollen wir einmal ins Auge fassen. Wir wollen sie heute gleichsam ganz empirisch, beobachtungsgemäß ins Auge fassen.

[ 3 ] Now we shall enquire today: How does memory come about? How is it that we have remembrance of many things, of objects and experiences that we have passed through? How does it come to pass that we have memory?

[ 4 ] Nehmen wir den Fall: Wir treffen heute einen Menschen, den wir vor fünf Tagen zum erstenmal gesehen haben. Wir erinnern uns, daß wir ihn vor fünf Tagen gesehen haben, daß er uns dazumal seinen Namen gesagt hat, daß wir mit ihm gesprochen haben. Wir sagen, wir erkennen diesen Menschen wieder. Was geschieht da in uns, wenn wir uns auf diese Weise an einen Menschen und an die Begegnung mit ihm nach einiger Zeit erinnern?

[ 4 ] Take this case. We meet a man today, whom we first saw live days ago. We remember that we saw him live days ago, that we spoke with him, that he told us his name. We say: we recognise this man. What is it that really takes place in us when we thus remember a man and our former meeting with him?

[ 5 ] Nun, da kommt zuallererst folgendes in Betracht: Während wir vor fünf Tagen dem Menschen begegnet sind, hat unser Ätherleib gewisse Bewegungen ausgeführt. Wir fassen jetzt immer den Lichtteil des Ätherleibes ins Auge. Selbstverständlich schwingen die andern Glieder, der Wärmeteil, der chemische Teil, der Lebensteil mit, aber wir fassen heute den LLichtteil unseres Ätherleibes ins Auge. Ich will ihn deshalb zunächst sogar Lichtleib nennen. Unser ätherischer Leib führt gewisse Bewegungen aus. Denn die Gedanken, die der Mensch erregt, mit dem wir zusammengetroffen sind, geben sich in unserem Lichtleib als innere Lichtbewegungen kund. Abgesehen davon, daß wir mit unseren Sinnen den Menschen sehen, haben wir somit von den Eindrücken her, die nicht durch die Sinne vermittelt werden, insofern etwas, als unser Lichtleib Bewegungen ausführt. Die ganze Begegnung mit dem Menschen hat also darin bestanden, daß unser Lichtleib allerlei Bewegungen ausgeführt hat. Stellen Sie sich das recht lebendig vor: Während Sie vor dem Menschen gestanden haben, während Sie mit ihm gesprochen haben, ist Ihr ätherischer Lichtleib fortwährend in Bewegung. Was Sie mit ihm sprechen, was Sie von ihm empfinden, über ihn denken, das alles offenbart sich in Bewegungen Ihres Lichtleibes.

[ 5 ] This is what occurs; the first thing we have to take into consideration is this, that when we met the man live days ago our etheric body experienced certain movements. It is the light part of the etheric body that we are now considering; of course, the other members of the etheric body—the heat, chemical and life parts also vibrate in sympathy, but it is the light part that we are considering today; I will speak of it therefore as the light-body. Our etheric body, then, experienced certain movements, for the thoughts evoked by the man whom we met, revealed themselves within our light-body as movements—as inner light-movements; so that apart from our having perceived the man with our senses, we received impressions (not communicated through the senses) that gave rise to movements in our light-body. Thus the whole result of our meeting with the man consisted in our light-body experiencing all kinds of movements. Picture this vividly to yourselves. While you stood before the man and spoke to him, your etheric light-body was in continual movement. What you said to him, what you felt and thought regarding him, is all disclosed in the movements of your light-body.

[ 6 ] Wenn man diesen Menschen nach Tagen nun wiederum sieht, so regt das neuerliche Sehen unsere Seele an, und diese Anregung bewirkt, daß der ätherische Leib rein aus seinem Beharrungsvermögen heraus diese Bewegungen wieder ausführt, die er vor fünf Tagen ausgeführt hat, als wir vor dem Menschen standen, mit ihm Gedanken ausgetauscht haben. Wenn Sie also nach fünf Tagen dem Menschen aufs neue entgegentreten, wird der ätherische Lichtleib dadurch angeregt, dieselben Bewegungen auszuführen, die er vor fünf Tagen ausgeführt hat. Mit einem Stück seines Ich und seines Astralleibes ist man während des Wachbewußtseins immer im äußeren Lichtäther darin. Das Schlafen geschieht ja dadurch, daß sich auch das Stück vom astralischen Leib und Ich in den äußeren Äther zurückzieht, das beim Tagwachen im physischen und im Ätherleib drin ist. Da man also mit seinem Ich und mit seinem Astralleib im Grunde genommen im äußeren Äther darin ist und der innere Ätherleib durch sein Beharrungsvermögen die Bewegungen, die er damals ausgeführt hat, wieder ausführt, so fühlt man nun das, was der Ätherleib damals an Bewegungen ausgeführt hat. Und das ist das Erinnern. Vom äußeren Äther aus innere Atherbewegungen wahrnehmen, vom äußeren Lichtäther die Bewegungen des inneren Lichtleibes wahrnehmen, das bedeutet: sich erinnern.

[ 6 ] When, several days after, you see this man again, the fresh sight of him stirs your soul, and this movement causes your etheric body, purely because of its laws of continuity, to reproduce the movements it experienced live days before, when you met the man and exchanged thoughts with him. Very well, we encounter this man again after live days. The etheric light-body, stirred by this meeting, experiences again the same movements which it did at the first meeting; and because man is always with part of his astral body and ego in the outer ether, he feels the movements which stir the outer ether, and thus because of its law of continuity (or persistence) he again becomes aware of what he experienced previously. We have really to picture to ourselves, that during the waking state we are both with our ego and astral body within the outer light-ether; sleep only consists in that part of the astral body and ego, which during the day, when we are awake, is within the physical and etheric body, also withdrawing into the outer ether. Remembrance is this: the perception from the outer ether of inner etheric movements; the perception from the outer light-ether of movements in the inner light-body: this is, to remember.

[ 7 ] Also denken Sie zum Beispiel: Es treten vor Ihnen zwei Menschen einander gegenüber. Meinetwillen sieht der eine von dem andern nur das Gesicht. Dadurch, daß der eine das Gesicht des andern beschaut, macht sein Ätherleib bestimmte Bewegungen. Jetzt geht er weg. Der Ätherleib behält die Tendenz, diese Bewegungen, wenn er dazu angeregt wird, wieder auszuführen. Nach fünf Tagen treten sich die beiden Menschen wieder entgegen. Sie nehmen sich wahr — zunächst nimmt der eine, dessen Ätherlichtleib die Bewegungen gemacht hat, den andern wahr. Dadurch wird sein Lichtleib wieder angeregt, dieselben Bewegungen zu machen, die er gemacht hat, als er das Gesicht wahrgenommen hat. Das kommt im Bewußtsein zum Ausdruck, indem das Bewußtsein sagt: Ich habe dies Gesicht schon gesehen. Das heißt, das Bewußtsein nimmt vom äußeren Lichtäther aus die inneren Lichtbewegungen des Lichtäthers im Menschen darin wahr. Das ist das Erinnern, das ist das Gedächtnis, rein als Beobachtungsvorgang. Man kann sagen: Im äußeren Lichte sieht man die durchgemachten Bewegungen des inneren Lichtleibes. Man sieht sie aber nicht als Lichtbewegungen. Warum sieht man sie im gewöhnlichen Leben nicht als Lichtbewegungen? Man sieht sie aus dem Grunde nicht als Lichtbewegungen, weil dieser Lichtätherleib im physischen Leib darinnensteckt. Dadurch schlagen die Bewegungen des Ätherleibes überall an den physischen Leib an. Und durch dieses Anschlagen verwandeln sich die Lichtbewegungen des Ätherleibes in die Erinnerungsvorstellungen. Man sieht nicht die Bewegungen des Atherleibes, sondern die durch das Anschlagen an den physischen Leib bewirkten Vorstellungen. Aber das sind die ErinnerungsvorstelJungen.

[ 7 ] Suppose for example, that you see two men meet each other. Perhaps the one merely sees the face of the other, but because of this certain movements arise in his etheric body. Then he goes his way. The etheric body retains the tendency to repeat these movements if stirred to do so. Five days later these two men meet again. They perceive each other, the one whose light-body made the movements is aware of the other and his light-body is stirred to make the same movements which it made when he saw the other’s face before. This is expressed in his consciousness when he says: I have seen this face before. That is: consciousness perceives the inner movements of the light-ether from the outer light-ether. This is remembrance purely as an act of perception. We can say: in the external light one perceives the movements taking place in the inner light-body. But we do not see them as light movements. Why do we not see them thus in ordinary life? We do not see them as light movements, because this light-ether body is seated within the physical body, and therefore the movements of the light-ether body impinge everywhere on the physical body. Through these impacts, the light movements of the etheric body are transformed into memory pictures. These light movements are not perceptible, it is only through what the memory presents to us through contact with the physical body that we are aware of them.

[ 8 ] Wenn der physische Leib weg ist, das heißt, wenn der Mensch durch die Todespforte gegangen ist, dann sind das Ich und der Astralleib natürlich zunächst viel intensiver im äußeren Äther darin, bis sie den äußeren Äther nach ein paar Tagen verlassen. Da wird der innere Lichtleib nicht mehr durch das Anschlagen an den physischen Leib zu solchen Vorstellungen angeregt, die nur im physischen Leib möglich sind. Daher sieht der Tote alles, was er erlebt hat und was der Ätherleib jetzt alles abschwingen läßt, ablaufen läßt, wenn er vom physischen Leib frei ist, wenn er durch diesen nicht mehr aufgehalten wird. Das sieht er alles ablaufen in den paar Tagen nach dem Tode, denn der Ätherleib hat fortwährend die Tendenz, alles dasjenige wiederum aus sich hervorzubringen, was er jemals in den Erlebnissen des physischen Lebens als Bewegungen ausgeführt hat. Dieses ganze Leben läuft da ab, schwingt ab im Ätherleib. Und man sieht es in diesem Tableau — es projiziert sich das zu einem mächtigen Tableau, es projiziert sich das ganze ätherische Bewegungsspiegeln zu einem Tableauüberblick über das vergangene Erdenleben.

[ 8 ] When the physical body is not there, that is when the body has passed through the gates of death, the ego and astral body are naturally at first far more intensely within the outer ether, till after a few days they leave the outer ether. The inner light-body is then no longer stirred by impacts on the physical body to conceptions that are only possible in the physical body. Therefore the dead see everything that they have experienced, which the etheric body, now freed from the physical body and no longer restrained by it, throws off and allows to pass before it. During the first few days after death man sees everything pass before him; for the etheric has the tendency continually to repeat and to reproduce from within itself all those movements which the experiences of the physical body had at one time aroused in it. The man’s whole life passes before him, set in motion by the vibrations of the ether body. It is seen projected as a mighty picture—one may say that all the etheric movements reflect, as in a panorama, the life just passed on earth.

[ 9 ] Würde man nun die Möglichkeit haben, den physischen Leib so zu bezwingen, daß man sich von dem physischen Leib unabhängig macht und damit auch den Ätherleib befreit — das kann durch gewisse Meditationsvorgänge bewirkt werden, die alle zu den Vorgängen gehören, die in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» geschildert werden —, so könnte man es schon im Leben dahin bringen, viele bringen es ja dahin, durch den physischen Leib nicht gestört zu werden, so daß man bei der Erinnerung nicht das schaut, was durch das Anschlagen des Ätherleibes an den physischen Leib entsteht, sondern daß man das Eigenschwingen, Eigenbewegen des Ätherleibes schaut. Man ist dann im äußeren Lichtäther und schaut die Bewegungen seines Lichtleibes.

[ 9 ] If it were possible for us always so to control the physical body if we could make ourselves so independent of it—not letting it disturb us—that the etheric body also were set free (as can be done by certain meditations connected with the process described in my book Knowledge, of Higher Worlds) it might be that even in life we might see, not the results of memory—not what arises through the impact of the etheric body on the physical body, but the actual swayings and movements of the etheric body itself. We should be then in the outer ether and look at the movements of our light-body.

[ 10 ] Warum kann man das nicht im gewöhnlichen Leben? Warum geschieht es nicht, wenn zum Beispiel Fräulein Scholl der Gräfin Kalckreuth gegenübertritt und sie wiedererkennt — ich nehme jetzt an, daß ein Hellsehen nicht vorliegt —, daß unter gewöhnlichen Umständen Fräulein Scholl sich an ihr Erinnerungsbild, das heißt, an ein Vorstellungsbild von der Gräfin Kalckreuth erinnert und nicht wahrnimmt, was sie sonst wahrnehmen könnte: das innere Schwingen ihres Ätherleibes, so daß sie das innere Erlebnis haben würde: Aha, so hat mein Ätherleib immerfort geschwungen, wenn er der Gräfin Kalckreuth gegenübergetreten ist? — Licht würde dann Licht wahrnehmen, nämlich das Äußere, weil das Ich und der astralische Leib von Fräulein Scholl dieBewegungen, die immerwährend tendierten Bewegungen des eigenen Lichtleibes wahrnehmen würde und diese in der richtigen Weise so zu deuten wüßte, daß sie auch sagen würde: Das sind die Bewegungen, die mein Lichtleib immer ausgeführt hat, wenn ich der Gräfin Kalckreuth gegenübergestanden habe. Da hätten wir also dann die Erscheinung, daß wir durch das Verweilen im Äther — und das tun wir immer, weil wir mit einem großen Teil unseres Ich und unseres astralischen Leibes außerhalb unseres physischen Leibes sind —, daß wir durch das Weben und Wallen im Lichtäther unser Stück organisierten Lichtäther mit seinen Bewegungen wahrnehmen: Licht aus dem Lichte, das Licht, das in uns selber ist.

[ 10 ] Why can we not do this in ordinary life? Why in ordinary life does it happen that when Miss A. meets Mr. B., for example, and recognises him; she remembers him—that is, she recalls the memory-picture of him, but she does not in ordinary circumstances, leaving clairvoyance out of the question, see what she otherwise could: the inner movements of her ether body which would give her the inner experience: ‘Thus has my etheric body always been stirred on meeting Mr. B.’ Light would then perceive light, that is, the outer world perceive the inner—because the astral body and ego of Miss A. would perceive the tendency to continual movement of her own light-body, and would know how to interpret them so as to say: ‘These are the movements my light-body always experiences when I meet Mr. B.’ The phenomenon would then occur, that through dwelling in the ether—which is what we are always doing with a large part of our ego and astral body—through dwelling in the ether, through perceiving the weaving and flowing in the light-ether, we see our own little organised etheric body with its movements. We perceive light by the light, the light that is ourselves. Why can this not be done in ordinary life? Why is it that we first perceive the results of the impacts of the etheric body on the physical body?

[ 11 ] Warum geschieht das nicht im gewöhnlichen Leben? Warum nehmen wir da erst das Ergebnis des Anschlagens der Bewegungen des Ätherleibes an den physischen Leib wahr? — Das ist deshalb, weil Ahriman und Luzifer mit der irdischen Welt verknüpft sind, weil Ahriman den physischen Leib so eng an das ganze Wesen des Menschen gekettet hat, daß der Ätherleib nicht leicht frei kommen kann; weil dieser Ahriman den physischen Leib so dicht zusammengeschlossen hat mit dem Ätherleib, mit dem Lichtleib, und weil fortwährend die dienenden Geister des Ahriman da sind, die bewirken, daß, wenn der Mensch im Lichte ist, sein Lichtleib mit seinen Schwingungen verdunkelt wird, so daß er ihn nicht schauen kann. Dämonen halten fortwährend den Lichtleib des Menschen in Dunkelheit. Das ist durch die Einrichtung, die Ahriman mit dem physischen Leib und übrigens auch mit dem Ätherleib getroffen hat. Wir können daher sagen — und ich will diesen Satz besonders an die Tafel schreiben, weil das ein wichtiger Satz ist —: Ist es der Menschenseele möglich, aus Licht die Vorgänge im eigenen Lichtleib zu beobachten, so hat sich diese Seele frei gemacht von den ahrimanischen Kräften, die sonst die Vorgänge im Lichtleib verdunkeln.

[ 11 ] It is because Ahriman and Lucifer are bound up with the earthly world, because Ahriman has shackled the physical body so firmly to the whole being of man, that the etheric body cannot easily free itself; because he has so densely compressed the physical body to the etheric body; and because the spirits that serve Ahriman are always present, they bring it to pass that when man is in the light, his light-body with its movements are darkened, so that he cannot behold them. Demons continually keep the fight-body of man in darkness. This is because the organisation of the physical body and etheric body is brought about by Ahriman. We can therefore say (and I shall write this sentence on the blackboard, for it is of great importance): ‘When from out of and by light the human soul is capable of observing what takes place in its own light-body, it has liberated itself from the Ahrimanic forces which otherwise obscure what takes place therein.’

[ 12 ] Was könnte denn nun eine Seele, die das erreichen will, erflehen, ersehnen? Eine solche Seele könnte etwa sagen zu gewissen Mächten, die in der geistigen Welt sind, und die diese Seele anerkennt: Oh, Ihr Mächte in der geistigen Welt, lasset mich aus meinem physischen Leib heraus wissend in der Lichtwelt sein, im Lichte sein, um den eigenen Lichtleib zu beobachten, und lasset die Gewalt der ahrimanischen Kräfte nicht zu stark sein über mich, daß sie mir nicht unmöglich machen, zu schauen, was da in meinem Lichtleib vorgeht! Also, ich will noch einmal sagen, was aus einer Sehnsucht zu gewissen Mächten, die etwa anerkannt würden von dieser Seele in der geistigen Welt, solch eine Seele gebetartig erflehen könnte. Solch eine Seele könnte sagen: Oh, Ihr Mächte, lasset mich bewußt im Lichte aus dem Licht heraus hinschauen auf die Vorgänge meines eigenen Lichtleibes und dämpfet ab, nehmet weg die Kraft und Macht der ahrimanischen Kräfte, die mir verdunkeln und herabdämmern die Vorgänge im eigenen Lichtleib! Lasset mich bewußt aus dem Lichte mein eigenes Licht schauen! Lasset mich aus dem Lichte bewußt das Licht schauen, und nehmet weg die Mächte, die mich verhindern, aus dem Licht das Licht zu schauen!

[ 12 ] What might a soul wishing to attain this long and pray for? It might thus address certain powers that are in the spiritual world and which it recognises. ‘Oh, ye Powers in the spiritual world, let me in my physical body be conscious in the world of Light, let me be in the Light so as to perceive my own light-body, and let not the power of the Ahrimanic forces be too strong for me, so as to prevent me from beholding what takes place in my light-body.’ Once more I will repeat what a soul by whom these Powers are to some extent recognised in the spiritual world, might say in longing, in a kind of prayer: ‘Oh, ye Powers, let me consciously, in the light, from out of and by the light behold the occurrences within my own light-body; weaken and take away the power of the Ahrimanic forces which obscure them. Let me consciously by the light perceive my own light, and remove the force that hinders me from seeing the light from out of and by the light.’

[ 13 ] Was ich Ihnen jetzt gesagt habe, meine lieben Freunde, ist nicht bloß ein erfundenes Gebet, sondern so hat der Christus, nachdem er durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, diejenigen beten gelehrt, die ihn dann noch verstehen konnten in der Zeit, in der er nach der Überwindung des Mysteriums von Golgatha bei seinen intimeren Schülern verweilt hat.

[ 13 ] What I have just repeated to you is not simply an invented prayer, but it was thus that Christ taught those to pray who were able to understand Him after he had passed through the Mystery of Golgotha, during that time when He still lingered among His most intimate disciples.‘

[ 14 ] Und das gehörte zu dem Verständnis, dem gnostischen Verständnis, das diese Jünger dem Christus noch entgegenbringen konnten in der damaligen Zeit, und das verschwunden ist in der Art, wie ich es angedeutet habe, um die Zeit, um die Jahrhunderte herum, da das Mysterium von Golgatha war.

[ 14 ] This belonged to the understanding, to the Gnostic understanding that such disciples of Christ could still evoke at that time and which, as I have explained to you, disappeared about the time in which the Mystery of Golgotha took place.

[ 15 ] So zu der Macht, die ihnen der Christus selber war, konnten diese intim mit dem Christus verbundenen Seelen zu dem Christus aufschauen, um ihn anzuflehen um die Möglichkeit, aus dem Lichte das eigene Lichtessein zu beobachten und die entgegengesetzten Mächte ahrimanischer Natur zurückzuhalten, daß nicht abgedämpft und abgedunkelt werde der Blick aus dem Lichte heraus, um diese Lichtbewegungen des Lichtleibes zu schauen. Gelernt haben diese intimen Jünger des Christus Jesus in jener Zeit dies, was ich Ihnen hier andeutete; das haben sie gelernt. Und sie wußten Bescheid, wie es mit alldem, wovon wir heute gesprochen haben, beschaffen ist. Sie wußten Bescheid darin. Sie haben das gelernt in der Zeit, als der Christus mit ihnen nach dem Mysterium von Golgatha verkehrte.

[ 15 ] Those souls which were so intimately associated with the Christ could raise their eyes to this power—who for them was the Christ—and pray Him that it might be possible for them by the light to perceive their own light-essence; pray Him to restrain the opposing Powers of Ahrimanic nature, that their vision might not be obscured and darkened, and that they might see the light-movements of their light-body. These things were learnt by the intimate disciples of Jesus Christ during the time I have indicated. They were well aware how all things I have mentioned were brought about, and were instructed in all these matters during the time that Christ held intercourse with them after the Mystery of Golgotha.

[ 16 ] Ich habe Ihnen unter den Bruchstücken, die aus der alten gnostischen Weisheit geblieben sind, auch die Pistis-Sophia-Schrift angeführt. Ich will ein Stück aus dieser Pistis-Sophia-Schrift einmal vorlesen. Dieses Stück heißt:

[ 16 ] Among the fragments that remain of ancient Gnostic wisdom I have mentioned the Pistis-Sophia script. I shall now read you an extract from it as follows:

[ 17 ] «Ich will dich preisen, o Licht, denn ich wünsche zu dir zu kommen. Ich will dich preisen, o Licht, denn du bist mein Erretter. Nicht verlaß mich im Chaos» — wenn ich heraußen bin aus dem physischen Leib «nicht verlaß mich im Chaos, rette mich, o Licht der Höhen, denn du bist es, das ich gepriesen habe. Du hast mir dein Licht durch dich geschickt und mich gerettet. Du hast mich zu den oberen Örtern des Chaos geführt» — wissend außer dem physischen Leib —. «Mögen nun die Ausgeburten des Bösen» — Ahriman; Ahriman steht aber nicht da —, «welche mich verfolgen, in die unteren Örter des Chaos hinabsinken. Und nicht laß sie zu den oberen Örtern kommen, daß sie mich sehen. Und möge große Finsternis sie bedecken und Finsterheit darauf kommen. Und nicht laß sie mich sehen in dem Licht deiner Kraft, die du mir gesandt hast, um mich zu retten, auf daß sie nicht wiederum Gewalt über mich bekommen. Und ihren Ratschluß, den sie gefaßt haben, meine Kraft zu nehmen, laß ihnen nicht gelingen, und wie sie wider mich geredet, zu nehmen von mir mein Licht. Nimm vielmehr das ihrige anstatt meines. Und sie haben gesagt, mein ganzes Licht zu nehmen, und nicht haben sie vermocht, es zu nehmen, denn deine Lichtkraft war mit mir. Weil sie beratschlagt haben, ohne dein Gebot, o Licht, deswegen haben sie nicht vermocht, mein Licht zu nehmen. Weil ich an das Licht geglaubt habe, werde ich mich nicht fürchten. Und das Licht ist mein Erretter. Und nicht werde ich mich fürchten.»

[ 17 ] ‘I will extol thee, O Light, for I desire to come to thee.’ ‘I will extol Thee, for Thou art my Saviour.’ ‘Leave me not in chaos (when I am withdrawn from the physical body). ‘Leave me not in chaos, O Light of Heaven, for it is Thou whom I have glorified.’ ‘Thou hast endowed me with thy Light and saved me; Thou hast led me to the upper Gods of Chaos (consciously, when out of the physical body). May the offspring of evil now be driven out (of Ahriman, but Ahriman is not written there), who follow me, and may they sink down among the lower Gods of Chaos; and let them not come near the upper Gods, that they may behold me. May great darkness cover them and black darkness come over them; and do not let them behold me in the Light of Thy Power, which Thou hast sent me to save me, so that they may not again have power over me. The determination that they have made, to take my strength, let it not take effect nor let them gainsay me to take from me my fight. Take theirs rather than mine. They have desired to take away all my light, and have not been able to do so, for Thy Light-force was with me. Because they decreed, without Thy command, to take away my light, Thou has not allowed them to take it. Because I have believed in the Light I shall not fear. The Light is my Saviour, I shall not be afraid.’

[ 18 ] Beim Fürchten denken wir an Ahriman, so wie wir das sehen bei dem einen der Mysterienspiele.

[ 18 ] When we fear we must think of Ahriman as we saw him in one of the Mystery Plays.

[ 19 ] Und jetzt nehmen wir das Stück der Pistis-Sophia-Schrift. Ist es nicht wie dazu gerettet, daß man etwa sagen könnte: Seht einmal zu, ihr Gegner der neueren Geisteswissenschaft! Da wird von dieser neueren Geisteswissenschaft gesagt, daß vom Lichte aus die Lichtbewegungen des Lichtleibes gesehen werden können, wenn die entgegenstehenden ahrimanischen Dämonen dieses nicht verhindern. Aber es gab eine Zeit, wo man das schon einmal gewußt hat. Und von dieser Zeit ist sogar ein physisches Beweisstück in der Pistis-Sophia-Schrift da. Denn im Grunde genommen ist das, was ich Ihnen vorgelesen habe, nichts anderes als dieses Walten, das ich Ihnen selber konstruiert habe aus dieser Beschaffenheit des Lichtleibes und dem Verweilen der Seele im Lichtleib selber. Aber es gibt keine Möglichkeit, dieses Stück der PistisSophia-Schrift zu verstehen, ohne daß man vorher verstanden hat dasjenige, was ich vorhin auseinandersetzte. Daher müßten diejenigen, die die Pistis-Sophia-Schrift in die Hand bekommen, sich sagen, wenn sie so etwas lesen: sie verstehen dies überhaupt nicht. Aber dazu sind sie nicht bescheiden genug.

[ 19 ] Look at this fragment of the Pistis-Sophia. Does it not appear as if it had been saved on purpose to enable us to speak somewhat as follows: Behold, you opponents of the new Spiritual Science. Does not this new Spiritual Science say: that by the light the light-movements of the light-body can be seen, when the opposing Ahrimanic demons do not prevent it. There was once a time when this was already known; and the Pistis-Sophia presents a physical evidence of that time. For what I have read to you really speaks of nothing else than that power that I have interpreted for you from the activities of the light-body, and the sojourning of the soul within this light-body. It is not possible to understand this fragment of the Pistis-Sophia unless you understand what I have just explained to you. Therefore those who come across this script of the Pistis-Sophia and attempt to read it have to admit to themselves that they do not understand it at all. They are not humble enough to be able to do so.

[ 20 ] Das ist es aber, was über uns kommen muß, diese große Bescheidenheit, die gegenüber dieser Sache darin bestehen kann, daß man sich sagt — ja, da ist ein Stück dieser Pistis-Sophia-Schrift —: «Ich will dich preisen, o Licht, denn ich wünsche zu dir zu kommen. Ich will dich preisen, o Licht, denn du bist mein Erretter.» Indem ich es so lese, verstehe ich es nicht. Aber diese Demut müßte man haben, diese Bescheidenheit, das nicht verstehen zu wollen, bis man sich die Möglichkeiten des Verstehens erst herbeigeführt hat. Überall ist aber diese Bescheidenheit gerade in unserer Zeit nicht vorhanden. Und diejenigen, die solche Schriften aus Schutt und Trümmern hervorholen, haben oftmals am allerwenigsten diese Bescheidenheit. Entweder legen sie diese Schriften in der allertrivialsten Weise aus, indem sie sagen: Nun, das Licht, das ist eine nebulose Vorstellung, das ist alles allegorisch gemeint. — Oder aber sie sagen: Diejenigen, die das in alten Zeiten geschrieben haben, standen eben auf einer kindlichen Stufe der menschheitlichen Entwickelung, und wir, wir haben es endlich so herrlich weit gebracht — Sie erinnern sich an die gestrigen Wagner-Worte! Wir haben es endlich so herrlich weit gebracht, daß wir einsehen, daß diese Vorgänger mit allem ihrem Verständnis eben auf einer kindlichen Stufe standen!

[ 20 ] This is something, however, that we must possess—this humility, this great modesty as regards the things contained in it, so that we feel constrained to say to ourselves: ' Here is a fragment of the Pistis-Sophia, which says, “I will extol Thee, O Light! for I desire to draw near unto Thee. I will extol Thee, O Light, for Thou art my Saviour.” Reading it thus I do not understand it’—but one must have such humility, such modesty, that one will not desire to understand it until one has called forth in one’s self the possibility of understanding it. It is precisely in our age that such humility is hardly to be found. The explorers who discover such writings among ruins and wreckage are frequently the least endowed with this modesty. They either explain what they find in the most trivial way saying, ‘The fight spoken of here is a nebulous conception intended to be taken allegorically.’ Or else they say: ‘Those who wrote this long ago were at a childish stage of human evolution; we have made splendid progress since then I (You will remember what I said of this yesterday) We have indeed made such magnificent progress that it is easy for us to realise that these forefathers of ours with all their wisdom, were but at a childish stage!’

[ 21 ] Nicht allein darum handelt es sich in unserer Zeit, daß eine Lehre nicht verstanden werden kann von denjenigen, die sie nicht verstehen wollen, sondern vor allen Dingen handelt es sich darum, daß in unserer Zeit eine gewisse Seelenstimmung nicht so leicht herbeigeführt werden kann, welche durchaus notwendig ist, wenn wirkliche Geist-Erkenntnis gewonnen werden soll. Diese Seelenstimmung ist eben die Mysterienstimmung, die darin besteht, daß man in sich das Gefühl entwickelt: man kann etwas nicht verstehen, bevor man die Seele erst zubereitet hat, in das Verständnis einzugehen. In unserer Zeit herrscht vielmehr die Stimmung der Seele, daß der gescheite Mensch — und gescheit ist natürlich nach seiner Meinung heute jeder Erwachsene von selbst über alles urteilen kann. Aber die Welt ist tief, und dasjenige, was mit den Weltengeheimnissen zusammenhängt, ist tief. Und wegen dieses Glaubens an die Gescheitheit, den ein jeder Erwachsene heute an sich selber hat, gehen die Menschen an den tiefsten Weltenproblemen, an den tiefsten Weltengeheimnissen einfach vorbei. Und wenn über diese Weltengeheimnisse gesprochen wird, so begegnen sie diesem Sprechenden höchstens mit Spott und Hohn und werfen es in die finstersten Winkel, über die sie ihre Vignette: Aberglauben und Schwärmerei und Phantasterei, wenn nicht viel schlimmere Vignetten schreiben.

[ 21 ] It is not so much a question in our day of not being able to understand, but above all that we cannot so easily come by a certain attitude of soul, which is necessary if spiritual knowledge is really to be attained. This attitude of soul is that which existed in the Mysteries, and it consisted in a man’s developing within him the feeling that it is not possible for a matter to be understood without first preparing the soul for it—without preparing oneself for the understanding of it. In our day a far more prevalent attitude of soul is that a clever man (and in his own opinion every grown man is very clever today) that the clever man can form an opinion regarding any matter. But the world is profound; and all that is connected with the hidden things of the world is also profound. Because of this belief in his own cleverness which every grown man has today, he simply ignores the most profound problems of the world; and when these mysteries are mentioned or written about they are treated with scorn, are flung aside into the obscurest comer and labelled—fanaticism and superstition, or even worse.

[ 22 ] Diesen Tatbestand klar einzusehen, meine lieben Freunde, darauf kommt es an. Das ist das Wichtige: klar hinzuschauen wie in unserer Zeit von denjenigen, die gar nicht den Willen haben, zu verstehen, Spott und Hohn gegossen wird über dasjenige, was nur in Erkenntnisbescheidenheit und Erkenntnisdemut mit der in Demut und Bescheidenheit zubereiteten Seele erreicht werden kann. Vorerst fehlt nicht nur das Verständnis für die geisteswissenschaftlichen Wahrheiten, sondern vorerst fehlt überhaupt die Erkenntnisstimmung in unserer Zeit, jene Stimmung, die das echte Erkenntnisstreben erzeugt.

[ 22 ] It is needful to see these facts clearly, for it is very important to recognise how at present those who do not desire to understand spread scorn and derision on all that can only be reached by a soul that has first prepared itself with meekness and humility—with meekness and humility as regards knowledge. It is not only the knowledge of spiritual truths that is primarily wanting in our time, but rather that attitude of soul which shows true striving after knowledge.

[ 23 ] Darauf ist aber die Welt angewiesen, daß es einige Menschen, und immer mehr und mehr Menschen gibt, die dieses klar durchschauen und es zunächst in ihr Interesse und in ihre Aufmerksamkeit aufnehmen, daß da der Hebel des wahren Fortschrittes anzusetzen ist. Wissen muß man zunächst, was geschehen soll. Und klar und ohne sich einer Illusion hinzugeben, muß man hinschauen, wie angestrebt wird von denjenigen, welche mit Spott und Hohn alle wirkliche Erkenntnisstimmung belegen, alles in die Hand genommen werden will, was die Menschheit in ihrer geistigen Kultur noch durchdringen soll. Es wird angestrebt, daß der Mensch vom Kindesalter an in die materialistische Kultur eingefügt wird. Zum Herrn macht sich die matenalistische Kultur schon über die zarte Kindesseele, indem sie dieser zarten Kindesseele die materialistische Schule aufdrängt, welche weniger durch den Inhalt desjenigen, was sie lehrt, als durch die Art, wie sie lehren muß, die ganze Seele materialistisch gefügig macht.

[ 23 ] The world now knows, however, that there are a few men—who will be more and more numerous—who recognise this very clearly, and note carefully and with interest, that therein lies the main driving force of true progress. One must first know what must happen and recognise clearly and without any illusion, that those who have already covered all true effort after knowledge with scorn and ridicule will attempt to interfere with everything that still has to enter into the spiritual development of mankind. It is now sought to fill mankind from childhood with materialistic ideas. This materialistic training lords it even over the tender souls of young children; materialistic schools are forced upon them, which, less through the content of their teaching than through their whole nature, imbue the children’s souls with materialism.

[ 24 ] Und solches Walten hüllt man in die Illusion der Zeit dadurch ein, daß man sagt: es werde dieses gefordert im Zeitalter der Liberalität und der Freiheit! Dasjenige, was das Gegenteil aller Freiheit ist, man nennt es Freiheit im materialistischen Zeitalter. Und man richtet die Dinge so ein, daß die Menschen kaum bemerken, daß das Gegenteil der Freiheit «Freiheit» genannt wird. Und diejenigen, die etwas von der Sache ahnen, möchten höchstens dieselbe Unfreiheit wiederum durch die gleiche, nur von der andern Seite herkommende Unfreiheit bekämpfen. Das oder jenes müßte verboten werden, sagen die einen, oder die andern wiederum liebäugeln mit jenen Mächten, die alles in die Hand nehmen, was wie das Blümlein auf dem Felde frei wachsen sollte.

[ 24 ] In accordance with the illusion of the times, people veil this domination by saying: This is demanded by the age of liberty and freedom! What people call freedom in the age of materialism is the very opposite of all freedom; but things are so arranged that people hardly notice it. Those who have some insight into how things are do no more than combat this bondage by that which is like to it, only approaching it from the other side. Some say, this or that must be forbidden, others again cast sheep’s eyes at those in power and seize in their grasp everything that ought to be as free as the flowers that grow in the fields.

[ 25 ] Erst ist es notwendig, daß uns jene Gesinnung durchdringt, die erst eine wahrhaft freie Gesinnung sein kann, die aus der Geisteswissenschaft kommt. Da müssen wir vor allen Dingen uns klar sein darüber, daß in den Gang der äußeren materialistischen Weltenordnung nicht dasjenige eingeführt werden kann, was die Menschenseele im zarten Kindesalter heranbilden soll. Von Worten sich nicht täuschen lassen, das ist dasjenige, was man zunächst verstehen soll. Dazu ist aber auch notwendig, daß man sich von der ganzen Aura der Vorurteile frei macht, die uns allüberall entgegentreten; daß wir wirklich unter allen Umständen jene Gesinnung als unsere Seele durchlebend empfinden, die aus dem Wesen der Geisteswissenschaft kommen kann; daß wir uns öfter fragen: Was ist in unserer Seele als aus dem Wesen der Geisteswissenschaft herausfließend, und was ist in unserer Seele nur deshalb, weil wir uns eben auch aneignen diejenigen Gedankenformen, die heute durch die Welt schwirren.

[ 25 ] It is necessary that we should possess that really fine attitude of mind that can only come from Spiritual Science. Then before all else it is clear to us that what should be inculcated during the tender years of childhood into the human soul, is not to be found on the path followed by the methods of thought of the outer materialism of today. We must not allow ourselves to be deceived by words, this we must understand. Further, it is necessary that we should free ourselves from the whole ‘aura’ of prejudice met with everywhere; that we should feel truly within us that attention of mind which springs from Spiritual Science and frequently ask ourselves what is within our souls from the whole essence of Spiritual Science and what is to be found there merely because we have received those forms of thought prevalent in the world today?

[ 26 ] Vielleicht können wir nicht schon in unserem Zeitalter etwas tun gegen den ganz materialistischen Gang der materialistischen unfreien Zeitenstimmung. Aber wir müssen wenigstens lernen, ihn zunächst als Zwang zu empfinden. Da muß es anfangen. Wir müssen uns nicht auch Täuschungen hingeben. Denn, geht die Welt so fort in ihrer Entwickelung, wie sie es im Sinne dieser materialistischen Impulse anstrebt, dann laufen wir allmählich in eine Entwickelung ein, in der man nicht nur demjenigen, der nicht patentiert ist, verbietet, irgend etwas für die menschliche Gesundheit zu tun, sondern in der man verbieten wird jedes Wort, das gesprochen wird über irgend etwas der Wissenschaft Angehörige, von einem andern als von einem solchen, der eine Art Gelübde getan hat, nichts anderes zu sagen als dasjenige, was im Sinne der materialistischen Weltenordnung patentiert ist. Heute verbietet man bloß noch vieles, wovon die Menschen den Zwang des Verbietens nicht empfinden. Aber wir gehen Zeiten entgegen, in denen ebenso wie etwa jedes unpatentierte Sorgen für die Heilung der Menschen, auch jedes Wort verboten werden wird, das gesprochen wird, außer auf einer Anstalt, die von den materialistisch entwickelten Mächten garantiert und patentiert ist.

[ 26 ] Perhaps as yet we can do nothing in our age to stem the course of the unfree materialistic tone of the day. But at least we must learn to feel it a bondage. Here it is that a beginning must be made. We must not be taken by illusion. For, if the world proceeds in its evolution according to the wishes of this materialistic impulse we shall gradually enter an evolution in which not only will anyone be forbidden to do anything for the health of humanity unless he is certificated, but no one will be allowed to say a word regarding science of any kind, except one who has taken a vow to speak only of such things as are patented with the stamp of the materialistic order of thought. At present the constraint of the things forbidden is not much felt. But a time is coming when, just as every effort for the healing of mankind that is not stamped and certificated will be forbidden, so every word will be forbidden that is said otherwise than in the form patented and guaranteed by the materialistic powers.

[ 27 ] Empfindet man den ganzen Gang dieses Geschehens nicht, dann wird man mit vollen Segeln in die künftige «Freiheit» hineinsegeln, die darin bestehen wird, daß Gesetze gegeben werden, wonach niemand irgend etwas lehren darf, der dies nicht innerhalb eines patentierten Lehrsaales tut; wonach alles verboten sein wird, was nur im entferntesten erinnern kann an so etwas, wie zum Beispiel das, was hier geschieht. Weil man nicht sieht, wie die Entwickelungstendenz geht, hält man sich das heute nicht vor Augen.

[ 27 ] If people do not perceive the whole course of what is coming about, they will enter full-sail into this future ‘freedom.’ This will consist in promulgated laws forbidding people to teach differently from what is taught in a recognised school. Everything will be forbidden that recalls in the most distant way what, for instance, is taking place amongst us here. Because people do not see how the course of evolution is tending, they do not realise this.

[ 28 ] Gewiß, wir werden — das muß immer wieder betont werden — nicht viel tun können in unserem Zeitalter. Aber die Dinge müssen mit Gedanken beginnen, müssen mit dem Empfinden der Sache beginnen, und womit man beginnen kann, damit muß man beginnen.

[ 28 ] It is true very little can be done in our day; but in our thoughts we must make a beginning by realising the trend of events—wherever we can, we must make a beginning.

[ 29 ] Wie solche Worte auch immer aufgenommen werden mögen, meine lieben Freunde, ich mußte sie zu Ihnen sprechen bei dieser Jahreswende, weil das Jahreswendefest eine Art Zeitensymbolum ist für den Zeitenlauf überhaupt, und weil es am besten ist, wenn wir beim Jahreswendefest wirklich einmal aufmerksam werden auf dasjenige, was im Zeitenlaufe steckt. Man kann gar nicht genug tun, um sich immer und immer wiederum vorzuhalten, wie der Mensch heute abhängig ist von Urteilen, die herumschwirren, von Urteilen, die namentlich dadurch herumschwirren, daß sie mit dreckiger Schwärze auf Zeitungspapier festgehalten werden und diese dreckige Schwärze ein unendlich wirksames Zaubermittel ist für alles dasjenige, was die Menschen glauben in der Welt. Es ist dann interessant zu sehen, wenn die Herren unter sich auch nicht ganz einig sind, denn dann sehen Sie: da ist dasjenige, was alle Gemüter überschwemmt, dasjenige, was mit dieser dreckigen Schwärze hinaufgezaubert ist auf das schmutzige Papier, und was einen so ungeheuren Zauber bewirkt bei der Gesamtheit der gegenwärtigen Menschheit. Aber es sind natürlich immer einige, die sind dafür, daß geglaubt werde, was mit dreckiger Schwärze auf dem so und so überschriebenen schmutzigen Papier stehe, und andere, die auf anders überschriebenem Papier dasjenige für unumstößliche Wahrheit ausgeben wollen, was mit dieser Schwärze daraufgezaubert ist. Sie sind uneins untereinander. Und dann können die Leute schon einsehen, wo eigentlich der Fehler und der Schaden steckt. Nur der, der in der Redaktion rechts das einsieht, der schreibt das bloß dem zu, der selbstverständlich in der Redaktion links den Glauben findet! Und so ist es denn interessant, einige Worte vor die Seele zu rufen, die zum Beispiel ein gewisser Dr. Eduard Engel geschrieben hat im «Türmer» von 1911. Überschrieben waren sie: «Zur Psychologie des Zeitungslesers.» Ich will nicht selber zuviel über diese Dinge sagen, daher will ich Ihnen einmal vorführen, was manchmal geredet wird, wenn die Leute untereinander sich beurteilen.

[ 29 ] No matter how such remarks as these are received, I had to give expression to them at this turning point of the year; for the Festival of the New Year is a kind of sign marking the progress of time generally; and at this season we can best be made aware of what is contained in time as it runs its course. It cannot be sufficiently, or too frequently impressed on you, how dependent man is today on the opinions that whirl around him—that whirl about more especially when they are made permanent with foul printers’ ink in the newspapers, and this printers’ ink possesses infinitely active magical powers as regards all that is believed by people throughout the world. It is interesting to note what takes place when these gentlemen are not quite united among themselves. For then there occurs what overwhelms all thinking souls, things are called into being by this black printers’ ink which work dreadful magic in the masses of mankind today. Naturally there are always some who believe what one paper says, and others again who hold as irrefutable what is scribbled in another paper. They are divided among themselves. It is thus easy to see where the real fault and blame should lie. I will not say much on the subject, myself. You can read in Dr. Ed. Engel’s book on the Psychology of Newspaper Readers what he has to say on this matter.

[ 30 ] Also «Zur Psychologie des Zeitungslesers», «Türmer 1911», Seite 230, da wird gesagt: «Der Zeitungsleser ist ein sehr verwickeltes Wesen. Indessen, seine zahllosen weniger wichtigen Eigenschaften verschwinden alle hinter zweien: Er glaubt alles; er vergißt alles. Auf diesen zwei, bei jedem Zeitungsleser vorhandenen Haupteigenschaften beruht das ganze Geheimnis der Tagespresse in ihrer heutigen ungeheuren Entwickelung. Er glaubt an alles, er vergißt alles. Bedrucktes Zeitungspapier ist eines der wesentlichen Kennzeichen des modernen Kulturmenschen. Die allermeisten Leser lesen nur eine Zeitung und glauben an sie. Ihre Weltanschauung am Abend ist die, welche sie morgens aus ihrer Zeitung geschöpft haben. Kommen sie mit einem Menschen zusammen, der eine andere Zeitung liest und dann seine, das heißt seiner Zeitung Weltanschauung vorträgt, so erscheint ihnen der Mann entweder verrückt oder wenigstens paradox. Zeitungsredaktionen, die ein besonders feines Verständnis für die Seele des Zeitungslesers besitzen, schonen mit ängstlicher Vorsicht den zarten Glauben ihrer Leser an bedrucktes Zeitungspapier. Niemals bringt eine Zeitung für die große Masse eine Berichtigung dessen, was sie ihren Lesern mitzuteilen hat; selbst in den nicht seltenen Fällen, in denen eine falsch eingebrachte Meldung das Gegenteil der Wahrheit und vollkommener Unsinn war, hüten sie sich, bei den Lesern den Glauben an die Unfehlbarkeit der Zeitung zu erschüttern. Mitunter sind sie aber doch gezwungen, nach einigen Tagen die Wahrheit zu berichten. Hierbei kommt ihnen die zweite unentbehrliche Eigenschaft des Zeitungslesers zu statten; seine Vergeßlichkeit...»

[ 30 ] He says: ‘The reader of newspapers is a much muddled person. His countless valuable qualities disappear behind two: He believes everything and he forgets everything. On these two principal qualities, possessed by all newspaper readers, is founded the secret of the daily press as it exists today. Most people read but one paper, and believe what they see there. Their ideas regarding the world in the evening are the creation of what they read in the morning. When they meet other people who have read other papers and who put forward their opinions, they consider them either mad or paradoxical. Newspaper editors thoroughly understand the soul of their readers, they nurse the beliefs of their readers with tender care. A newspaper never brings to the mass of its readers a proof of what it has to communicate; even in the not uncommon case of a false presentation of facts having led to the publication of something completely foolish, they defend themselves, sheltering themselves behind the infallibility of their paper. They are, of course, obliged to publish the truth a few days later. The second quality of their readers, that of forgetfulness, then comes in usefully!’

[ 31 ] Wenn man bedenkt, was für eine Macht das bedruckte Zeitungspapier allmählich im 19. Jahrhundert und bis in unsere Tage hinein erlangt hat, und welchen Anteil der Glaube an das bedruckte Zeitungspapier an dem ganzen niedergänglichen Teil unserer Kultur hat, so ist es schon notwendig, einmal sich die ganze Misere wirklich vor Augen zu halten.

[ 31 ] When we come to think what a power newspapers have in the nineteenth century and the large share the belief in them has had in the decline of our culture, it is quite time the whole wretched business was put clearly before you.

[ 32 ] Das ist es auch manchmal, was einem unbehaglich macht, daß so sehr verlangt wird, die Mitteilungsart, die wir gewählt haben, die eine andere sein soll, umzuwandeln in die Aufbewahrung durch das Gedruckte. Und es kann dies natürlich nicht anders sein, denn die schwarze Kunst ist einmal da, und auch die «weiße Kunst» muß selbstverständlich mit dieser schwarzen Kunst, die im bedruckten Papier zum Ausdruck kommt, rechnen. Wir müssen schon Bücher und Zyklen haben. Aber wir wollen uns wirklich bewußt sein, daß wir etwas dazu tun sollen, damit dasjenige, was nun dem bedruckten Papier anvertraut wird, nur ja nicht so durch die Welt gehe, wie heute gewohnheitsweise dasjenige durch die Welt geht, was, lassen Sie mich den Ausdruck gebrauchen, «auf den Flügeln des bedruckten Zeitungspapiers hinaus zu den Gemütern der Menschen schwirrt».

[ 32 ] What often depresses one is, that the method of communication that we have chosen, and which should be a very different one, has to be preserved by printing. This indeed cannot be otherwise, for the Black Art is present there, and the White Art must of course reckon with this Black Art which finds expression in printed matter. We must have books, and lectures, but we ought to be awake to the fact that care must be taken that things which are now entrusted to print should not be cast abroad in the world in the same way as that which whirls through the minds of mankind on the wings of the newspapers of today.

[ 33 ] Daß die Dinge ernst sind, davon wollte ich eine Vorstellung hervorrufen. Daher habe ich mir erlaubt, gestern und heute im Anhange zu großen Geheimnissen, wie die von dem Erdenmenschenjahr und dem Schauen aus Licht zum eigenen Lichte des Menschen hin, im Anhange zu diesen großen Geheimnissen des Daseins diese zeitgemäße Betrachtung auch als eine Art Neujahrsbetrachtung einzufügen.

[ 33 ] I wish to make you realise that this is a serious matter. That is why I have permitted myself to join these observations to what I said today and yesterday in connection with great mysteries of existence, such as that of the human Earth-year, and the possibility of beholding the Light of man by the Light.