The Present and the Past in the Human Spirit
GA 167
9 May 1916, Berlin
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The Present and the Past in the Human Spirit, tr. SOL
9. Kultus und Symbol. Der Jesuitenstaat in Paraguay
9. Culture and Symbol: The Jesuit State in Paraguay
[ 1 ] Die Zeit, die wir jetzt zu diesen Betrachtungen haben, versuche ich, wie das ja schon die vorhergehenden Stunden gezeigt haben, zu verwenden, um einige Lichtblicke von der Geisteswissenschaft her auf mancherlei Tatsachen des menschlichen Lebens zu richten, weil wir ja in einer Zeit leben, in welcher es besonders notwendig ist, den Blick zu schärfen für ein Verständnis desjenigen, was im Menschenleben und in der menschlichen Geschichte wirkt. Nun habe ich versucht, einiges anzudeuten über die Art und Weise, wie in okkulten Verbrüderungen oder in solchen Verbrüderungen, die auf allerlei Okkultismen zurückgehen, auf die menschliche Seele in einer anderen Weise gewirkt wird, als in der Art, wie es das Gewöhnliche und auch das Erstrebenswerte im Grunde genommen in unserer Zeit sein soll. Und ich habe das letzte Mal auf einen Fall hingewiesen, auf den Fall des Thomas Morus, auf seine «Utopia», und habe zu zeigen versucht, wie man in jene «fable convenue», die wir Geschichte nennen, die so wimmelt von allen möglichen Legenden, von allen möglichen zurechtgestutzten Anschauungen, von einer gewissen Seite her dadurch Wahrheit bringen kann, daß man gerade auf solche Einflüsse, die in das menschliche Leben hereinkommen, aus den übersinnlichen Welten, Rücksicht nimmt.
[ 1 ] As the previous sessions have already shown, I am trying to use the time we now have for these reflections to shed some light from the perspective of Spiritual Science on various aspects of human life, because we live in a time when it is particularly necessary to sharpen our insight into what is at work in human life and human history. Now I have attempted to hint at the way in which, in occult fraternities or in such fraternities that are rooted in all manner of occultism, the human soul is influenced in a different way than what is, in essence, considered normal and even desirable in our time. And last time I referred to a specific case—that of Thomas More and his Utopia— and I tried to show how one can bring truth to that “fable convenue”—which we call history, and which is so teeming with all manner of legends and all manner of truncated views—from a certain perspective, precisely by taking into account such influences that enter human life from the supersensible worlds.
[ 2 ] Nun fragen wir uns heute einmal: Worauf beruht es denn, daß man mit den Lehren von der Auferstehung, wie ich es angedeutet habe, von dem verlorenen und wieder zu findenden Worte, daß man mit gewissen Kultushandlungen, wie sie üblich sind in solchen okkulten Verbrüderungen, auf die menschliche Seele noch in einer ganz besonderen Art wirken kann? Woher kommt denn das?
[ 2 ] Let us ask ourselves today: What is the basis for the belief that, as I have suggested, through the teachings of the Resurrection—the lost and rediscovered Word—and through certain ritual practices, such as those customary in such occult fraternities, one can still influence the human soul in a very special way? Where does this come from?
[ 3 ] Das steht gar sehr im Zusammenhange mit der Art und Weise, wie sonst die menschliche Seele in unserer Zeit auf sich wirken läßt und immer mehr und mehr wird auf sich wirken lassen, je mehr Zeit die Menschheit zugebracht haben wird in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem wir leben und in dessen erstem Drittel wir im Grunde genommen ja erst stehen. Also ich meine, die Art, wie auf die menschliche Seele gewirkt wird, ist in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum zunächst einmal von uns ins Auge zu fassen. Alle Bestrebungen der Menschen gehen ja in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum darauf hin, gewisse Dinge, die früher dem Menschen natürlich waren, auszuschalten. Nehmen Sie nur ein verhältnismäßig gar nicht weit zurückliegendes naturwissenschaftliches Werk aus dem dreizehnten, vierzehnten Jahrhundert in die Hand, etwa des Albertus Magnus, da werden Sie sehen, daß diese Art, die Natur anzuschauen, für den gegenwärtigen Menschen schon ganz und gar befremdend ist. Warum ist das? Weil der Mensch in der damaligen Zeit durchaus noch damit rechnete, daß in alledem, was uns als Natur umgibt, wenn er auch nicht mehr von Wesenheiten sprach, doch gewisse elementarische Kräfte sind, die geistig-ätherischer Art sind. Das ist ja das Wesentliche der neueren Anschauung, daß alles herausgeworfen worden ist aus den menschlichen Vorstellungen, was nicht mit den Sinnen gesehen werden kann, was irgendwie geistig-ätherischer Art ist. Nur wenn man voraussetzt, daß solche Bücher, wie die des Albertus Magnus im dreizehnten Jahrhundert, eben rechneten damit, daß auch noch geistige Kräfte überall in unserer physischen Umgebung sind, dann versteht man sie. Das aber ist das Bedeutsame im neueren naturwissenschaftlichen Zeitalter, das nicht etwa bloß auf die Naturanschauungen seine Einflüsse übt, sondern auf alles menschliche Vorstellen und Denken bis herunter zum einfachsten Volksgemüte, das ist das Eigentümliche dieses naturwissenschaftlichen Zeitalters, daß der Mensch zunächst nurmehr dasjenige in seine Vorstellungen von der Außenwelt her aufnimmt, was in seine Sinne fällt, was sich auf dem Felde abspielt, das seine Sinne beobachten. Wenn man heute auch draußen in der Welt von einer Geisteswissenschaft spricht, etwa Ästhetik, Kunstgeschichte, Soziologie, ja sogar Geschichte als Geisteswissenschaften anspricht, so ist das ja natürlich eine ganz ungeeignete Bezeichnungsweise. Denn Geisteswissenschaft kann nur da sein, wenn man vom Geist spricht, das heißt von demjenigen, das sich nicht in der Sinneswelt abspielt. Aber dasjenige, was uns die heutige Geschichte erzählt, spielt sich ja in der Sinneswelt ab, wenn es auch aus Gedanken, aus Empfindungen und so weiter hergeleitet wird. Da hat man es also nicht etwa mit Geisteswissenschaften zu tun, sondern eben doch auch nur in Wahrheit mit Sinneswissenschaft. Also aufzunehmen in die Vorstellungen zunächst dasjenige, was nur die äußere, sinnenfällige Natur hergibt, das ist das Charakteristische unseres fünften nachatlantischen Zeitalters.
[ 3 ] This is very much connected to the way in which the human soul otherwise allows itself to be influenced in our time—and will allow itself to be influenced more and more the longer humanity spends in this fifth post-Atlantean epoch, in which we live and of which we are, in fact, still only in the first third. So I believe that the way in which the human soul is influenced in this fifth post-Atlantean epoch is what we must first and foremost take into account. After all, all human endeavors in this fifth post-Atlantean epoch are directed toward eliminating certain things that used to come naturally to human beings. Just pick up a scientific work from the thirteenth or fourteenth century—one that is, relatively speaking, not all that distant—such as that of Albertus Magnus, and you will see that this way of viewing nature is already completely alien to people today. Why is that? Because people in those days still fully expected that in everything that surrounds us as nature—even if they no longer spoke of beings—there are certain elemental forces of a spiritual-etheric nature. That is, after all, the essence of the modern view: that everything which cannot be perceived by the senses—everything of a spiritual-etheric nature—has been cast out of human mental images. Only if one assumes that books such as those by Albertus Magnus in the thirteenth century were based on the expectation that spiritual forces still exist everywhere in our physical environment can one understand them. But this is what is significant about the modern scientific age: it exerts its influence not merely on views of nature, but on all human mental images and thought, right down to the simplest folk mentality; that is the distinctive feature of this age of natural science: that human beings now incorporate into their mental images of the external world only what falls within their senses, what takes place in the realm observed by their senses. Even if people today speak of “Spiritual Science” in the wider world—referring to aesthetics, art history, sociology, and even history as such—this is, of course, a completely inappropriate way of describing them. For Spiritual Science can only exist when one speaks of the spirit, that is, of that which does not take place in the sensory world. But what today’s history tells us does, after all, take place in the sensory world, even if it is derived from thoughts, feelings, and so on. So we are not dealing here with Spiritual Science, but in truth, only with sensory science. Thus, the characteristic feature of our fifth post-Atlantean epoch is to first take into our mental images only what external, sensually perceptible nature provides.
[ 4 ] Glauben wir nun nicht, daß man besonders recht tue dann, wenn man über diesen fünften nachatlantischen Zeitraum und seine Anschauungen bloß herfällt und sagt: Rohe materialistische Vorstellungen! Damit hat man außerordentlich wenig gesagt, wenn man nicht diesen rohen materialistischen Vorstellungen etwa ebenso Wirkliches entgegenstellen kann. Denn dieser fünfte nachatlantische Zeitraum ist geradezu da, um in einer gewissen Beziehung den Materialismus auszubilden, um gewissermaßen alles andere aus den menschlichen Vorstellungen herauszuwerfen, was nicht von der Sinneswelt hereinkommt. Denn nur dadurch, daß der Mensch einmal während mehr als zweitausend Jahren — so lange dauert ja ein solcher Zeitraum — sich hingibt einem Leben mit der Welt, das, wie gesagt, elementarische Kräfte ausschließt, dadurch erlangt der Mensch die Möglichkeit, vollständig seine Freiheit zu entwickeln, vollständig aus seinem eigenen Innern heraus eine eigentliche Geistwirksamkeit zu entfalten. Die Ausschreitungen des Materialismus in diesem unserem ersten Drittel der zweitausend Jahre rühren nur davon her, daß wir eben am Anfange dieses Zeitraumes stehen, daß gewissermaßen die Flut des Sinnlichen den Menschen überfallen hat und er noch nicht das Geistige aus seinem Inneren herausgetrieben hat. Dieses Geistige muß eben durch eine wirkliche Geisteswissenschaft noch kommen.
[ 4 ] Let us not suppose, however, that we are doing the right thing by simply attacking this fifth post-Atlantean epoch and its views and declaring: “Raw materialistic ideas!” That says very little indeed unless one can counter these crude materialistic ideas with something equally real. For this fifth post-Atlantean epoch exists precisely to develop materialism in a certain sense, to expel from human consciousness, as it were, all the other mental images that do not come from the sensory world. For it is only by devoting oneself for more than two thousand years—such is the duration of this epoch—to a life with the world that, as I said, excludes elemental forces, that human beings gain the possibility of fully developing their freedom and of unfolding a genuine spiritual activity entirely from within themselves. The excesses of materialism in this first third of our two thousand years stem solely from the fact that we are still at the very beginning of this period, that, so to speak, the flood of the sensory has overwhelmed humanity, and that humanity has not yet driven the spiritual out from within itself. This spiritual aspect must still come about through a true Spiritual Science.
[ 5 ] Der vorhergehende, der griechisch-lateinische Zeitraum hatte eine andere Aufgabe. Da waren alle Menschen darauf abgestimmt, das Elementarische, das Ätherisch-Geistige noch in der Umgebung wahrzunehmen und auch auf sich selber wirken zu lassen, nachdem sie es wahrnahmen. Da wirkte man auch von Mensch zu Mensch noch so, daß man voraussetzte: das Elementarisch-Geistige schwebt um uns herum, wie die Luft. In diesen 2160 Jahren, die unserem fünften nachatlantischen Zeitraum vorangegangen sind, da wurde nämlich erst der menschliche Leib zubereitet zu einem Werkzeuge für das jetzige denkerische, rein sinnliche Auffassen der äußeren Wirklichkeit. Die Arbeit, die am Menschen geleistet wurde während des griechisch-lateinischen Zeitraums, war eine mehr auf seinen Leib selber gehende. Die formte seinen Leib so, daß er in dem jetzigen Zeitraum eben denken kann über dasjenige, was sich ihm sinnlich zeigt. Man hatte also, wenn man zum Beispiel lehrte, entweder in den Mysterien selbst oder in denjenigen Anstalten, die von den Mysterien abhängig waren — und das waren ja im griechisch-lateinischen Zeitraum noch alle Lehr- und Unterrichts- und Kultusanstalten —, dazumal nicht im Auge, dem Menschen einfach etwas mitzuteilen, das er dann in seine Überzeugung aufnehmen solle, wie das heute der Fall sein muß, sondern man hatte die Aufgabe, bei der Mitteilung Kräfte an ihn zu übergeben, die an seinem Leibe arbeiteten. Würde heute jemand oder wird heute jemand so etwas unternehmen, in der direkten Lehrmitteilung etwas geben zu wollen, was am Leibe des Menschen arbeitet, so würde er etwas im Sinne unseres heutigen Zeitengeistes Unerlaubtes tun; denn der Mensch will heute in bezug auf seinen Leib unbeeinflußt sein. Und das mit Recht, denn das gehört zum Charakteristikon unseres Zeitalters. Es soll nur auf sein Seelisches gewirkt werden. Alles andere ist im Grunde genommen unerlaubte magische Einwirkung, die aber noch durchaus zu dem Erlaubten gehörte im griechisch-lateinischen Zeitalter. Da war gewissermaßen das leibliche Werkzeug des Menschen noch weicher, schmiegsamer, biegsamer, da mußte noch daran gearbeitet werden. Jetzt ist es in sich verhärteter geworden, und es handelt sich nur um Mitteilungen an die Seele, wenn gelehrt oder mitgeteilt wird.
[ 5 ] The preceding Greek-Latin period had a different purpose. At that time, all people were attuned to perceiving the elemental and the ethereal-spiritual forces in their surroundings and allowing them to take effect within themselves after they had perceived them. People still interacted with one another in such a way that they assumed: the elemental-spiritual realm hovers around us, just like the air. During those 2,160 years that preceded our fifth post-Atlantean epoch, the human body was, in fact, only just being prepared to become an instrument for the present-day intellectual, purely sensory perception of external reality. The work carried out on human beings during the Greco-Roman period focused more on the body itself. It shaped the body in such a way that, in the present era, human beings can think about what is revealed to them through the senses. Thus, when teaching—whether in the mysteries themselves or in the institutions dependent on the mysteries —and in the Greco-Latin period, these were, after all, all institutions of teaching, instruction, and worship—the aim was not simply to convey something to the human being that he was then to incorporate into his convictions, as must be the case today; rather, the task was to impart, through this communication, forces that worked upon his body. If someone were to attempt such a thing today—to convey, through direct teaching, something that acts upon the human body—they would be doing something impermissible in the spirit of our present age; for people today wish to remain unaffected in regard to their bodies. And rightly so, for this is characteristic of our age. The aim is to act only upon the soul. Everything else is, in essence, an impermissible magical influence, though it was still very much within the bounds of what was permitted in the Greco-Roman era. Back then, so to speak, the human physical body was still softer, more pliable, and more flexible; it still needed to be worked on. Now it has become harder in itself, and teaching or communicating involves only messages to the soul.
[ 6 ] Aber will man also formend an dem noch weichen Leib des Menschen arbeiten, dann kann man das nicht tun mit den Dingen, die bloß von der äußeren Sinneswelt her gewonnen sind. Mit den Inhalten unserer Naturwissenschaft hätte das griechisch-lateinische Zeitalter seine Aufgabe nicht erfüllen können. Hätte man damals kopernikanische Astronomie gelehrt, hätte man Darwinismus gelehrt, dann würde man nichts anderes erreicht haben, als daß, statt den weichen Leib des Menschen vorzubereiten für den fünften nachatlantischen Zeitraum, man ihn vertrocknet haben würde. Man würde ihn falsch geformt haben. Man mußte dazumal gewissermaßen eine ganz andere Wissenschaft haben. Und das ist die Wissenschaft, die statt Photographien des äußeren Naturdaseins, wie es unsere heutige Wissenschaft gibt, Symbole gibt, die statt Experimenten, wie sie heute beschrieben werden, Kultushandlungen gibt, Sakramentalismus in gewisser Beziehung. Denn mit Sakramentalismus, mit Kultushandlungen, mit symbolisch-mythischen Darstellungen greift man in ganz andere Regionen des Menschen ein, als mit dem, was wir heute in unseren Naturgesetzen, in der kopernikanischen Weltanschauung, im Darwinismus haben.
[ 6 ] But if one wishes to work in a formative way on the still malleable human body, one cannot do so with things derived solely from the external sensory world. The Greek-Latin era could not have fulfilled its task with the content of our natural sciences. If Copernican astronomy had been taught back then, if Darwinism had been taught, then nothing would have been achieved other than that, instead of preparing the human body for the fifth post-Atlantean epoch, it would have been withered away. It would have been shaped incorrectly. At that time, one had to have, so to speak, an entirely different kind of science. And this is the science that, instead of photographs of external natural existence—as our modern science provides—offers symbols; that, instead of experiments as they are described today, offers ritual acts—a form of sacramentalism, in a certain sense. For through sacramentalism, through ritual acts, through symbolic-mythical representations, one reaches into entirely different realms of the human being than through what we have today in our laws of nature, in the Copernican worldview, and in Darwinism.
[ 7 ] Nun haben jene Brüderschaften, wie ich angedeutet habe, zurückbehalten die alten Symbole, den Symbolismus, den Sakramentalismus, die Kultushandlungen, und sie ragen herein in unser Zeitalter und können auf die Art wirken, wie ich das dargestellt habe. Da wird insbesondere auf ein Glied der menschlichen Natur gewirkt, auf das in unserer Zeit direkt wenig gewirkt werden soll, wenn man beim Erlaubten bleibt. Gewissermaßen ist das so, wenn man beim Erlaubten bleibt in der Gegenwart, daß man seine Lehre, seine Mitteilungen in solche Worte kleidet, die halt zum Ohr des anderen gehen. Die Überzeugung bildet er sich dann aus sich selber heraus. So sollte alles im Grunde genommen sein. Also man wirkt mit der Mitteilung, mit der Lehre rein in den physischen Leib hinein, und der läßt sich heute sozusagen nicht mehr aus der Fasson bringen, die ihm im vierten nachatlantischen Zeitraum, in der griechisch-lateinischen Zeit, schon beigebracht worden ist, wenn alles normal geht. Mit den Symbolen, mit dem Sakramentalismus, mit der Kultushandlung wirkt man aber tiefer hinein, bis in den Ätherleib. Das heißt, man beeinflußt direkt die ganze Anlage der Denkrichtung des Menschen. Man nimmt gewissermaßen seine Zuflucht — indem man mitteilt, indem man etwas in seiner Umgebung entwickelt — zu etwas, was in seinen Ätherleib hineinwirkt und dadurch sein Denken in gewisse Richtungen bringt.
[ 7 ] Now, as I have indicated, those brotherhoods have retained the old symbols, symbolism, sacramentalism, and ritual practices, and they extend into our age and can exert an influence in the manner I have described. In particular, they influence a certain aspect of human nature that, in our time, is not meant to be directly influenced if one stays within the bounds of what is permitted. In a sense, this is how it is when one stays within the bounds of what is permitted in the present: one clothes one’s teaching and one’s messages in words that simply reach the other person’s ear. The person then forms their own conviction from within. That is how everything should fundamentally be. So, through the message and the teaching, one acts purely upon the physical body, and today, so to speak, that body can no longer be led astray from the pattern that was already instilled in it during the fourth post-Atlantean epoch—the Greco-Latin period—provided everything proceeds normally. With symbols, sacramentalism, and ritual, however, one works more deeply, right down into the etheric body. This means one directly influences the entire structure of a person’s way of thinking. In a sense, one takes refuge—by communicating, by developing something in one’s surroundings—in something that works into the person’s etheric body and thereby directs their thinking in certain directions.
[ 8 ] Das ist nun so der Fall vorzugsweise bei denjenigen okkulten Verbrüderungen, von denen ich bisher gesprochen habe. Nun gibt es noch eine ganz andere Sorte von auch okkult zu nennenden Verbrüderungen, welche das gleiche befolgen, aber auf einem anderen Felde, welche auch mit der Art und Weise, wie sie wirken, tiefer in den Menschen hineinkraften und welche es verstehen, tiefer in den Menschen hineinzukraften. Zu okkulten Verbrüderungen solcher Art gehört zum Beispiel der Orden der Jesuiten. Denn der Orden der Jesuiten beruht durchaus auf Okkultismen. Ich habe das ausgeführt in dem einmal in Karlsruhe gehaltenen Vortragszyklus, wo ich direkt beschrieben habe die Übungen, die der Jesuitenschüler zu machen hat, um eben Jesuit werden zu können. Diese Übungen bewirken nun, daß der Mensch, der mitteilt oder Kultushandlungen bewirkt, statt in den Ätherleib des Menschen einzugreifen, in den astralischen Leib eingreift. Alle Schulung des Jesuitismus geht darauf hinaus, dem Jesuiten Kraft zu geben, seine Worte so zu stellen, die Art und Weise, wie er redet, so zu fügen, daß dasjenige, was er vorbringt oder was er tut, sich hineinstiehlt, möchte ich sagen, in die astralischen Impulse des Menschen.
[ 8 ] This is particularly the case with the occult brotherhoods I have discussed so far. Now there is yet another kind of brotherhood—which can also be called occult—that follows the same principles but in a different field; these brotherhoods, through the very nature of their work, exert a deeper influence on people and know how to exert that influence more profoundly. The Jesuit Order, for example, belongs to this category of occult brotherhoods. For the Jesuit Order is indeed based on occultism. I elaborated on this in a series of lectures I once gave in Karlsruhe, where I directly described the exercises that a Jesuit novice must perform in order to become a Jesuit. These exercises cause the person who communicates or performs ritual acts to influence the astral body rather than the etheric body. The entire training of Jesuitism is aimed at giving the Jesuit the power to choose his words and shape the way he speaks in such a way that what he says or does insinuates itself—I would say—into a person’s astral impulses.
[ 9 ] Nun ist jesuitische Wirksamkeit nicht einerlei mit dem Vorhandensein der Jesuiten da oder dort. Denn es gibt Kanäle im menschlichen Leben, durch welche man wirken kann auch an Orten, wo es einem verboten ist sich aufzuhalten. Und man soll nicht glauben, daß, wenn man im Jesuitismus gewisse Gefahren wittert, man schon alles dagegen getan hat dann, wenn man den Jesuiten den Aufenthalt in irgendeinem Territorium verbietet. Das zeigt nur, daß man nicht recht weiß, worauf es ankommt. Und man wird erst wissen, worauf es ankommt, wenn man diese Kenntnisse haben wird, die nur die Geisteswissenschaft geben kann. Aber man kann ja nicht so leicht zeigen, wie Jesuitismus wirkt, wenn man auf allerlei unbekannte Kanäle hinweisen muß. Die Leute glauben es einem auch nicht recht, wenn man auf unbekannte Kanäle hinweist. Daher möchte ich zuerst an einem Beispiel zeigen, wie es der Jesuitismus macht, wenn er ganz robust, ungehindert seinen Impulsen folgen kann, wenn er alles dasjenige tun kann, was in seinen Methoden liegt, die darauf ausgehen, in den astralischen Leib des Menschen hineinzuwirken.
[ 9 ] Now, Jesuit influence is not the same as the mere presence of Jesuits here or there. For there are channels in human life through which one can exert influence even in places where one is forbidden to reside. And one should not believe that, if one senses certain dangers in Jesuitism, one has already done everything possible to counter it simply by prohibiting the Jesuits from residing in any given territory. That only shows that one does not really know what matters. And one will only know what really matters once one possesses the knowledge that only Spiritual Science can provide. But it is not so easy to demonstrate how Jesuitism operates when one must point to all sorts of unknown channels. People don’t really believe you either when you point to unknown channels. Therefore, I would first like to use an example to show how Jesuitism operates when it can follow its impulses quite robustly and unhindered, when it can do everything that is part of its methods, which are aimed at influencing the human astral body.
[ 10 ] Und da ist ein gutes, schönes Beispiel die gerade auch an der Wende des vierten und fünften nachatlantischen Zeitraums vollzogene Begründung des Jesuiten-Staates in Paraguay. 1610 wurde dieser von mir gemeinte Jesuiten-Staat in Paraguay begründet. Wie ist das geschehen? Nun, Sie wissen ja, meine lieben Freunde, nachdem Amerika entdeckt worden ist und die europäische zivilisierte Menschheit ihre verschiedenen Gelüste nach den Goldschätzen Amerikas und auch nach anderen Dingen Amerikas entwickelte, da trat ein Zeitraum ein, in dem sich die nach Amerika hinüberstrebenden Europäer ja sehr wohl fühlten, weniger aber die indianische Urbevölkerung Amerikas. Wie diese arme Urbevölkerung Amerikas von seiten der zivilisierten Europäer behandelt worden ist, das ist ja vielfach beschrieben worden. Und in einem Gebiete Südamerikas, Paraguay, wohin in einer mit Bezug auf die Behandlung der Indianer gar nicht besonders rühmenswerten Weise europäische Kultur gedrungen ist, da erschienen eines Tages in größerer Anzahl Jesuiten mit der entschiedenen Absicht, den Guaranis, einem Indianerstamme in Paraguay, eine nach ihrer Ansicht wesentlich bessere Behandlung angedeihen zu lassen als die übrigen Europäer.
[ 10 ] And a good, fine example of this is the founding of the Jesuit state in Paraguay, which took place precisely at the turn of the fourth and fifth post-Atlantic periods. In 1610, this Jesuit state in Paraguay—the one I am referring to—was founded. How did that happen? Well, as you know, my dear friends, after America was discovered and civilized Europeans developed their various desires for America’s gold treasures and other resources, a period began in which the Europeans flocking to America felt quite at home, but the indigenous peoples of America did not. How these poor indigenous peoples of the Americas were treated by the “civilized” Europeans has, of course, been described many times. And in a region of South America, Paraguay—where European culture had made inroads in a manner not particularly praiseworthy with regard to the treatment of the Indians—a large number of Jesuits appeared one day with the firm intention of treating the Guaraní, an indigenous tribe in Paraguay, in a manner they considered significantly better than that of the other Europeans.
[ 11 ] Nun, die Jesuiten konnten nicht guaranisch, die Guaranis konnten nicht die verschiedenen Sprachen, die die Jesuiten sprachen, konnten auch nicht lateinisch. So in einer ganz gewöhnlichen Weise, wie man agitiert, eine Tätigkeit zu entwickeln, das ging nicht. Was taten die Patres, die in größerer Anzahl in Paraguay erschienen? Sie fuhren auf Kähnen, auf Schiffen durch die Flüsse, die da sind, in wilde Gegenden hinein, die nur von Indianern bewohnt waren, in Gegenden, von denen man immer mehr und mehr gehofft hatte, daß sie sich von den im Sinne des europäischen Kapitalismus sich dort ausbreitenden Europäern würden kolonisieren lassen. Die Jesuiten fuhren also auf den Flüssen da in die Wildnisse hinein und bemühten sich vor allen Dingen, schöne Musik um sich hören zu lassen, Musik, Gesänge, und hineinzumischen in das Musikalische, in das Gesangliche allerlei, das sie aus ihrer Praxis heraus gut kannten und das gewissermaßen zwischen den Wellen des Tones und des Gesanges sich mit ausbreitete, das man zum Kultus, zum Sakramentalismus rechnen konnte. Und die Folge davon war, daß die Indianer ganz von selbst herankamen. Sie fanden sich in großer Schar zusammen, und in gar nicht zu langer Zeit hatten die Patres eine große Menschenmenge in den verschiedensten Gegenden beisammen, konnten einzelne Dörfer anlegen, organisierten in ihrer Weise diese Dörfer, faßten sie zu einer Art von Staat zusammen, den sie in ihrer Art eben mit Organisationen durchdrangen, und es entstand vom Jahre 1610 ab dieser berühmte Jesuiten-Staat in Paraguay, der zu seinen Bewohnern nur die leitenden, führenden Jesuiten und sonst die wilden Indianer hatte. Kirchen wurden gebaut, eine Kirche zum Beispiel an einem Orte, der angelegt wurde unter dem Namen Sanct Xaverius, die viertausend bis fünftausend Menschen fassen konnten. Alles wurde in diesem Jesuiten-Staate streng geregelt, aber so geregelt, daß über allem der Kultus waltete. Überall, in der kleinsten Ansiedelung wurde dafür gesorgt, daß musikalische Anregungen, nicht bloße musikalische Einflüsse, daß Kultushandlungen stattfanden, daß die Zeit eingeteilt wurde dadurch, daß alle einzelnen menschlichen Handlungen geregelt wurden nach dem Klingen der Kirchenglocke. Zu dem klang die Glocke, zu dem klang die Glocke. Nur um eines zu erwähnen: Es wurde dafür gesorgt, daß der Mensch nicht am frühen Morgen aufstand, sich die Augen wischte, wusch, und dann aufs Feld ging arbeiten. Nein, sondern die Kirchenglocke erklang. Man wußte: der Tag beginnt. Man stand auf, versammelte sich am Platze des Dorfes. Da wurde man mit Musik empfangen. In der Mitte des Platzes stand entweder das Bildnis der heiligen Jungfrau, oder irgendein anderer Heiliger, für den durch die Mitteilungen des Jesuiten-Pfarrers oder des Jesuiten-Vikars bereits ein gewisses Verständnis bei diesen Indianern sich eingelebt hatte. Da wurde zunächst eine Art Gottesdienst gehalten. Die Leute schauten im Gebete zum Himmel auf. Dann setzte sich der ganze Zug in Bewegung, vorne der Heilige, der tragbar war, oder die heilige Jungfrau. So begab man sich auf die Felder, und dann wurde gearbeitet. Dann, nachdem die Arbeit genügend verrichtet war, nahm man wiederum den Heiligen oder die Jungfrau und ging zurück bis zum Marktplatz. Dann wurden die Leute entlassen unter Kirchengeläute. Alles wurde durchdrungen von Kultus, in alles mischten sich symbolische Handlungen hinein, und auch die Arbeit auf dem Felde selbst wurde unter der Begleitung von Kultushandlungen vollbracht, für die man bestimmte Jesuiten-Patres erzogen hatte. Alles wurde durchhaucht und durchdrungen von Kultushandlungen.
[ 11 ] Well, the Jesuits didn’t speak Guaraní, and the Guaraní didn’t speak the various languages spoken by the Jesuits—nor did they know Latin. So it wasn’t possible to carry out activities in the usual way one might campaign. What did the priests, who arrived in Paraguay in large numbers, do? They traveled by raft and ship down the rivers into wild regions inhabited only by Indigenous peoples—regions where there had been growing hope that they would allow themselves to be colonized by the Europeans who were spreading there in the spirit of European capitalism. So the Jesuits traveled down those rivers into the wilderness and strove above all to fill the air with beautiful music—music, songs, and to interweave into the music and the singing all manner of elements that they knew well from their own practice—elements that, in a sense, spread out along with the waves of sound and song, and that could be considered part of worship and sacramentalism. And the result was that the Native Americans came of their own accord. They gathered in large numbers, and before long the priests had assembled a large crowd in various regions; they were able to establish individual villages, organized these villages in their own way, and united them into a sort of state, which they permeated with their own organizational structures, and from the year 1610 onward, this famous Jesuit state in Paraguay came into being, whose inhabitants consisted solely of the governing, leading Jesuits and, apart from them, the “wild” Indians. Churches were built—for example, one in a settlement established under the name Sanct Xaverius—that could accommodate four to five thousand people. Everything in this Jesuit state was strictly regulated, but in such a way that religious worship reigned supreme. Everywhere, even in the smallest settlement, care was taken to ensure that musical inspiration—not merely musical influences—was fostered, that religious rituals took place, and that time was structured so that every individual human action was regulated by the ringing of the church bell. The bell rang for this, the bell rang for that. Just to mention one thing: Care was taken to ensure that people did not simply get up early in the morning, wipe their eyes, wash up, and then go out to work in the fields. No—instead, the church bell would ring. People knew: the day had begun. People would get up and gather in the village square. There they were greeted with music. In the center of the square stood either an image of the Blessed Virgin or some other saint, about whom these Indians had already developed a certain understanding through the teachings of the Jesuit parish priest or the Jesuit vicar. First, a kind of religious service was held. The people looked up to heaven in prayer. Then the entire procession set off, led by the portable statue of the saint or the Virgin Mary. Thus they made their way to the fields, and then they worked. Then, after enough work had been done, they took the saint or the Virgin Mary once more and walked back to the market square. Then the people were dismissed to the sound of church bells. Everything was permeated by ritual; symbolic acts were interwoven into everything, and even the work in the fields itself was carried out accompanied by ritual acts, for which certain Jesuit priests had been trained. Everything was imbued and permeated by ritual acts.
[ 12 ] Dadurch war die ganze Wechselwirkung zwischen den Patres und diesem Indianervolke eine solche, die immer direkt in die astralischen Leiber hineinging. Alle diese astralischen Leiber der Menschen wurden in der entsprechenden Weise präpariert, und der ganze Jesuiten-Staat in Paraguay war im Grunde genommen von einer astralischen Aura durchdrungen, die eine Folge war des Symbolismus, des Sakramentalismus, der Kultushandlungen der Jesuiten, die natürlich in dem Sinne geleitet waren, den die Jesuiten wollten. Und man hat einiges recht Tüchtiges erreicht. Denken Sie, man hat es mit wilden Indianern zu tun gehabt, die eigentlich sich mit nichts beschäftigt hatten vorher, als im wildesten Sinne mit Jagd und anderen ähnlichen Dingen. Und was hat man erreicht? Man hat erreicht, daß die Leute intelligent wurden in verhältnismäßig kurzer Zeit, alles selbstverständlich in dem Sinne der Jesuiten. Die Leute konnten zum Beispiel bald alles dasjenige selber herstellen, was man brauchte. Die Patres haben sehr bald den Groll der übrigen Europäerherrschaft auf sich gezogen. Sie brauchten ein Heer. In verhältnismäßig kurzer Zeit haben sie ein Heer zusammengestellt, dessen Offiziere zum Teil Indianer waren, nur zum Teil Europäer waren. Sie haben ein Heer zusammengestellt, das zum Beispiel mit Glück zurückgetrieben hat eine von England gegen Paraguay dazumal durchgeführte Blockade. Es waren ja einfachere Verhältnisse als heute, aber das alles ist doch geschehen. Nun, all das, was die Patres brauchten zur Herstellung der Flinten, ihrer Kanonen, die sie sogar herstellen ließen, all das lernten in verhältnismäßig kurzer Zeit diese indianischen Guaranis. Sie lernten auch Musikinstrumente machen, sie lernten auch Orgeln bauen, sie lernten gewisse Malkünste, so daß behauptet werden konnte, sie hätten Malereien und Steinplastiken zustandegebracht, die jeder spanischen Kirche zur Ehre gereicht haben würden.
[ 12 ] As a result, the entire interaction between the priests and this indigenous people was one that always penetrated directly into their astral bodies. All of these people’s astral bodies were prepared in the appropriate manner, and the entire Jesuit state in Paraguay was, in essence, permeated by an astral aura that was a consequence of the symbolism, sacramentalism, and ritual practices of the Jesuits, which were, of course, directed in the manner the Jesuits intended. And they achieved quite a lot. Just think: they were dealing with wild Indians who, prior to that, had essentially occupied themselves with nothing but hunting and other similar activities in the wildest sense. And what did they achieve? They succeeded in making the people intelligent in a relatively short time—all, of course, in accordance with the Jesuits’ vision. For example, the people were soon able to produce everything they needed on their own. The priests very quickly drew the resentment of the rest of the European colonial authorities. They needed an army. In a relatively short time, they assembled an army whose officers were partly Native Americans and only partly Europeans. They assembled an army that, for example, successfully repelled a blockade carried out by England against Paraguay at that time. Conditions were certainly simpler than they are today, but all of this did indeed happen. Well, everything the priests needed to manufacture their muskets and cannons—which they even had made—the Guaraní Indians learned in a relatively short time. They also learned to make musical instruments; they learned to build organs; they mastered certain painting techniques, so that it could be said they produced paintings and stone sculptures that would have been a credit to any Spanish church.
[ 13 ] Aber nun stellen Sie sich vor, in welche astralische Aura das Ganze getaucht war! Diejenigen, die mit den Indianern direkt verkehrten, die sich ihnen unmittelbar zeigten, das waren nur Mittelspersonen der Patres. Die Patres wohnten streng abgesondert, hatten nur alle Fäden in der Hand, leiteten alles und waren nur zu sehen in ihren Prunkgewändern, die in Gold erglänzten, bei den Messezeremonialhandlungen, wo sie im Grunde genommen geschaut wurden von den Indianern nur im Weihrauchduft. Es war gar kein Wunder, daß diese Indianer in einer gewissen Beziehung zu ihnen wie zu höheren Wesen aufschauten, aus allen diesen Gründen heraus. Aber das alles gehörte dazu, in den astralischen Leib hinein unmittelbar zu wirken.
[ 13 ] But now imagine the astral aura in which the whole thing was steeped! Those who interacted directly with the Indians—who revealed themselves to them—were merely intermediaries for the Fathers. The priests lived in strict seclusion, held all the strings in their hands, directed everything, and were seen only in their ceremonial robes, gleaming with gold, during the Mass, where, in essence, the Indians perceived them only through the scent of incense. It was no wonder that, for all these reasons, these Native Americans looked up to them in a certain sense as if they were higher beings. But all of this was part of the process of directly influencing the astral body.
[ 14 ] Der moralische Zustand dieses Jesuiten-Staates scheint wahrhaftig nicht besonders schlecht gewesen zu sein. Wenigstens wird erzählt, daß in den zahlreichsten Fällen die Indianer, die gar nicht zu fürchten brauchten, daß irgend etwas, was sie angestellt haben, verraten werden könnte, es mit ihrem Gewissen nicht vereinen konnten, sich nicht selber anzuzeigen. Und man hat darauf gesehen, daß eigentlich nur solche Strafen verhängt wurden, mit denen sich der Betreffende, der bestraft wurde, selber einverstanden erklärte.
[ 14 ] The moral state of this Jesuit state does not seem to have been particularly bad. At least it is said that in the vast majority of cases, the Indians—who had no reason to fear that anything they had done might be revealed—could not bring themselves, in good conscience, to turn themselves in. And care was taken to ensure that only those punishments were imposed to which the person being punished had given his or her consent.
[ 15 ] Ich weiß nicht, ob die Anwendung dieses Prinzips in unserer Gesellschaft Glück machen würde. Aber die Menschen begreifen eben gar nicht, wie sehr sich die Denkweisen im Laufe der Jahrhunderte geändert haben. Denken Sie doch nur, daß ungefähr in derselben Zeit der Italiener Campanella in einer ähnlichen Weise einen Staat beschreibt wie Thomas Morus, der Engländer, einen Staat, von dem Campanella durchaus nicht glaubt, daß er nicht ausführbar sei. Er schildert ihn auch als sogar sehr ausführbar für die damalige Zeit. Aber er stellt es als Grundbedingung in diesem Staate auf, daß keiner gehängt wird, der nicht einverstanden damit ist, der sich nicht erst bereit erklärt, sich hängen zu lassen. Das ist nicht ein Scherz, das sieht man nur in unserer heutigen Zeit als einen Scherz an.
[ 15 ] I don’t know whether applying this principle in our society would lead to happiness. But people simply don’t realize how much ways of thinking have changed over the centuries. Just consider that around the same time, the Italian Campanella described a state in a manner similar to that of Thomas More, the Englishman—a state that Campanella did not believe was at all unworkable. He even described it as highly feasible for that era. But he establishes as a fundamental condition of this state that no one who disagrees with it—who does not first declare their willingness to be hanged—shall be hanged. This is no joke; it is only in our present day that we regard it as a joke.
[ 16 ] Eines haben diese Jesuiten in ihrem Staate auch zustande gebracht: Sie haben nämlich nachgedacht über das Problem, wieviel gearbeitet werden muß von allen Menschen, wenn sie ihre Arbeitskraft anwenden; denn alle haben gearbeitet in der Weise, wie ich es geschildert habe, mit Ausnahme der Jesuiten, die sich eben mit der Leitung beschäftigten. So haben sie nachgedacht, wie lange der Mensch arbeiten muß, wenn alle arbeiten, damit das zustande komme, was eine solche menschliche Gesellschaft, die in sich geschlossen ist, zusammen braucht. Und sie haben herausbekommen, daß der Mensch dann zwei Tage in der Woche arbeiten muß bei ziemlich normaler Arbeitszeit. Wenn also in einem geschlossenen Staate die Menschen zwei Tage in der Woche arbeiten würden, so würden sie alles erzeugen, was die menschliche Gesellschaft braucht. Daher haben diese Jesuiten auch die Leute nur zwei Tage in der Woche für sich arbeiten lassen; was sie noch in den anderen Tagen der Woche gearbeitet haben, mußte an den Staat abgeliefert werden. Das wurde allerdings für die Jesuiten-Propaganda in der übrigen Welt verwendet, nicht wahr; na, das ist aber eben auf das Konto des Jesuitismus zu schreiben. So daß durch mehr als ein Jahrhundert die Jesuiten immerhin die Möglichkeit hatten, überall in der Welt zu wirken mit demjenigen, was ihnen die fünftägige oder wenigstens viertägige Arbeit — Sonntags ließen sie ja die Leute ruhen, da mußten sie immer in der Kirche all die Zeremonien sich ansehen und anhören — in diesem Jesuiten-Staate ergab, mit dem konnten die Jesuiten dann in der übrigen Welt wirtschaften.
[ 16 ] There is one thing these Jesuits also accomplished in their state: namely, they pondered the problem of how much work must be done by all people when they apply their labor; for everyone worked in the manner I have described, with the exception of the Jesuits, who were occupied with the administration. So they considered how long a person must work—assuming everyone works—to produce what such a self-contained human society needs collectively. And they determined that, with fairly normal working hours, a person would then need to work two days a week. So if, in a self-contained state, people were to work two days a week, they would produce everything that human society needs. That is why these Jesuits only allowed people to work for themselves two days a week; whatever they produced on the other days of the week had to be handed over to the state. That was, of course, used for Jesuit propaganda in the rest of the world, wasn’t it? Well, that’s precisely what Jesuitism is responsible for. So for more than a century, the Jesuits at least had the opportunity to operate all over the world with what the five-day—or at least four-day—workweek provided them—on Sundays, after all, they let the people rest, since they always had to watch and listen to all the ceremonies in church—in this Jesuit state, the Jesuits were then able to use those resources to operate in the rest of the world.
[ 17 ] Schließlich ist aber den Europäern, die dort ihre Herrschaft begründet hatten, die keine Jesuiten waren, sondern eben im auflebenden Kapitalismus standen, diese Jesuitenwirtschaft doch zu dumm geworden, und am 22. Juli 1768 erschienen genügend viele und genügend große Reiterschwadronen und nahmen die Jesuiten einfach gefangen und mit, und aus war es mit diesem Jesuiten-Staate. Er hat also von 1610 bis 1768 gedauert und hat eine Tätigkeit entfaltet, wie ich es Ihnen geschildert habe.
[ 17 ] Ultimately, however, this Jesuit economic system became too cumbersome for the Europeans who had established their rule there—who were not Jesuits themselves but were, in fact, part of the burgeoning capitalist class—and on July 22, 1768, a sufficient number of large cavalry squadrons appeared, simply captured the Jesuits, and took them away, bringing an end to this Jesuit state. It thus lasted from 1610 to 1768 and carried out its activities as I have described to you.
[ 18 ] Ich wollte Ihnen das nur schildern, um Ihnen zu zeigen, was man erreichen kann, wenn man Methoden entwickelt, die in den astralischen Leib des Menschen hineingehen. Nun waren diese Methoden selbstverständlich leichter anwendbar auf die Indianer, als sie anwendbar wären auf andere Glieder der Menschenwelt; denn andere Glieder der Menschenwelt ließen sich nicht so ohne weiteres einfangen. Denken Sie, was Leute der angrenzenden Provinzen hier tun würden, wenn die Elbe herauf unbekannte Wesen kommen würden und durch Musizieren die Menschen würden einfangen wollen! Also es ließen sich diese Methoden damals leicht anwenden, denn man hatte es mit verhältnismäßig primitiven Menschen zu tun. Und je weiter wir zurückgehen in der Menschheitsentwickelung, desto bestimmbarer ist ja auch der astralische Leib und der Ätherleib des Menschen. Und diese wilden Völkerschaften haben etwas von der früheren Bestimmbarkeit behalten, haben vor allen Dingen etwas von der Bestimmbarkeit noch des physischen Leibes behalten. Wirken muß man auf den astralischen Leib, wenn man so wirken will; aber der astralische Leib kommt dann in seine Schwingungen und wirkt auf den physischen Leib, und das ist das eigentlich Wirksame. Wenn Sie zu einem europäischen Menschen reden, da senden Sie seinem Ohre die Worte zu, aber sein Gehirn schwingt so, wie eben sein Gehirn schwingen kann nach der ganzen Erziehung und nach den ganzen Lebensbedingungen, in die er hineingestellt ist. Das war bei den Indianern nicht so. Da arbeitete man hinein in ihren astralischen Leib, und dann schwang das Gehirn mit. Ich möchte sagen, durch diese musikalischen und durch die anderen Kultushandlungen wurden diese Indianer eingespannt in all die Schwingungen, die ausgingen von diesen Handlungen. Und sie wurden im Grunde genommen nur ganz Glieder darinnen in einer gemeinsamen astralischen Aura.
[ 18 ] I just wanted to describe this to you to show what can be achieved by developing methods that penetrate the human astral body. Now, these methods were, of course, easier to apply to the Native Americans than they would be to other members of the human race; for other members of the human race could not be captured so readily. Just imagine what people in the neighboring provinces would do here if unknown beings were to come up the Elbe and try to capture people by playing music! So these methods were easy to apply back then, because one was dealing with relatively primitive people. And the further back we go in human evolution, the more malleable the human astral body and etheric body become. And these wild peoples have retained something of that earlier malleability; above all, they have retained something of the malleability of the physical body itself. If one wishes to exert such an influence, one must act upon the astral body; but the astral body then begins to vibrate and acts upon the physical body, and that is what is actually effective. When you speak to a European, you send the words to his ear, but his brain vibrates in the way that his brain is capable of vibrating, based on his entire upbringing and the conditions of life in which he finds himself. That was not the case with the Native Americans. There, one worked into their astral body, and then the brain resonated accordingly. I would say that through these musical and other ritual acts, these Native Americans were drawn into all the vibrations emanating from these acts. And, in essence, they became integral parts of a shared astral aura.
[ 19 ] Wir Europäer, nicht wahr, wir haben es besser. Denn unsere Köpfe sind eben dicker geworden und sind nicht so leicht zu beeinflussen. Das ist schon klar. Aber alles, meine lieben Freunde, ist nur gradweise, und bei den einzelnen Menschen wiederum gradweise verschieden. Und wenn auch nicht in einer solchen Weise, wie es eben beschrieben worden ist, in Europa unter der hochkultivierten Menschheit gearbeitet werden könnte, so findet natürlich schon in minderem Grade noch die Möglichkeit statt, daß in den ätherischen, in den astralischen Leib der Menschen hineingearbeitet wird und dies sich dann in den physischen Leib weitervibrierend überträgt. Nur darf es nicht in solcher Weise von dem einzelnen Menschen ausgehen; denn selbst wenn er sich in einen Weihrauchqualm physischer oder geistiger Art begeben würde, so würde die Wirkung in der europäischen Menschheit keine große mehr sein. Aber was die Jesuiten, ich möchte sagen, getan haben, indem sie einfach ihren physischen Menschen ins Feld geführt haben, das braucht ja nicht immer mit den physischen Menschen zu geschehen. Und wo, wie gesagt, der Leib dichter ist als bei den Indianern, da kann es auch nicht mit dem physischen Menschen geschehen, denn das läßt man sich nicht gefallen. Man würde ja autoritätsgläubig sein, wenn man es sich gefallen ließe! Das läßt man sich nicht gefallen.
[ 19 ] We Europeans, don’t we, have it better. For our minds have indeed become more robust and are not so easily influenced. That much is clear. But everything, my dear friends, is only relative, and varies from person to person. And even if it is not possible to work in Europe among its highly cultured people in the manner just described, there is of course still the possibility, albeit to a lesser degree, that work can be done on people’s etheric and astral bodies, and that this then transmits itself to the physical body through vibrations. However, it must not emanate from the individual human being in this way; for even if he were to immerse himself in a haze of incense—whether of a physical or spiritual nature—the effect on European humanity would no longer be significant. But what the Jesuits, I might say, have done by simply sending their physical human beings into the field does not always have to happen with physical human beings. And where, as I said, the body is denser than that of the Indians, it cannot happen through the physical human being either, for people will not tolerate it. One would indeed be a believer in authority if one were to tolerate it! People will not tolerate it.
[ 20 ] Aber in demselben Maße — so ist es noch im ersten Drittel der fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben —, in dem gewissermaßen die in irgend einem physischen Menschen verkörperte Autorität, wie sie da die Jesuiten ausübten, schwindet, in demselben Maße nimmt der Autoritätsglaube zu, wenn diejenigen Wesen, die da wirken, weniger oder gar nicht physisch sind, indem bloß durch die physischen Menschen gewirkt wird. Wir wissen ja, es gibt auch ahrimanische Wesenheiten, die das Volk Teufel nennt. Und wenngleich innerhalb der sogenannten zivilisierten Menschheit ausgeschlossen ist dasjenige, was man wie das brennende Feuer fürchtet: Autorität eines leibhaftigen Menschen, — so ist doch nicht ausgeschlossen die Autorität, wenn durch das, was Menschen tun, ahrimanische Wesenheiten wirken. Denn: den Teufel merkt der Gebildete nie, und wenn er ihn auch schon am Kragen hätte; mit einer kleinen Umänderung eines Ausspruchs im «Faust» kann man das sagen.
[ 20 ] But to the same extent—and this is still the case in the first third of the fifth post-Atlantean epoch in which we live—that the authority embodied, as it were, in a physical human being, such as that exercised by the Jesuits, is waning, to that same extent does belief in authority increase when the beings who are at work are less physical or not physical at all, acting merely through physical human beings. We know, after all, that there are also Ahrimanic beings whom the people call devils. And even though within so-called civilized humanity that which is feared like a burning fire— the authority of a flesh-and-blood human being—authority is by no means ruled out when Ahrimanic beings act through what humans do. For: the educated person never notices the devil, even if he already has him by the collar; one can say this by slightly altering a line from Faust.
[ 21 ] Und diese ahrimanischen, unsichtbar unter uns webenden Wesen, die haben ihre eigenen Methoden und müssen ihre eigenen Methoden haben gegenüber denen, die zum Beispiel die Jesuiten im ParaguayStaate anwendeten im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert. Denn bei diesen Indianern konnte man auf den astralischen Leib wirken, und ihr physischer Leib war weich. Jetzt muß man anders wirken. Jetzt muß man namentlich in Aussicht nehmen, muß sich dessen bewußt sein, daß man das Denken der Menschen als solches beeinflußt, daß man sich mit den Kräften so in die Gedankenrichtungen der Menschen hineinbegibt, daß sie es nicht merken. Ich sage nicht, Menschen tun das: Durch Menschen wird das meistens getan, von ahrimanischen Wesenheiten geht das aus, die sich in die Gedankenrichtungen der Menschen hineinbegeben. Die Menschen glauben dann, wenn sie ein Urteil übernehmen, daß sie dieses aus ihrer Überzeugung übernehmen. An der Oberfläche ist das auch richtig. In den Tiefen ist es aber nicht richtig, sondern die Sache verhält sich anders. Wenn das Urteil so gleichsam schwirrt im öffentlichen Leben, daß es gewissen Gefühlsrichtungen, gewissen Empfindungsströmungen sich — verzeihen Sie den trivialen Ausdruck — einschmiert, dann glauben die Leute, mit dem Verstande hätten sie es begriffen. In Wahrheit haben sie es nur in ihre Denkgewohnheiten aufgenommen, in die es sich hineingeschmiert hat. Und dann haben die Leute selbstverständlich die Meinung, daß sie nun etwas ganz ohne irgend einen Autoritätsglauben aufgenommen haben, während sie eben gerade die Art und Weise, wie es sich in ihre Seele hineingestohlen hat, ganz und gar nicht merken.
[ 21 ] And these Ahrimanic beings, weaving invisibly among us, have their own methods—and must have their own methods—as opposed to those used, for example, by the Jesuits in Paraguay in the seventeenth and eighteenth centuries. For with those Native Americans, it was possible to act upon the astral body, and their physical bodies were malleable. Now one must act differently. Now one must specifically take into account—and be aware—that one is influencing people’s thinking as such, that one is entering into the course of people’s thoughts with these forces in such a way that they do not notice it. I am not saying that people do this: it is mostly done through people, originating from Ahrimanic beings who enter into the currents of human thought. When people adopt a judgment, they believe they are doing so out of their own conviction. On the surface, this is true. But at a deeper level, it is not true; the reality is different. When a judgment, as it were, buzzes through public life in such a way that it—forgive the trivial expression—slips into certain emotional tendencies, certain currents of feeling, then people believe they have grasped it with their intellect. In truth, they have merely incorporated it into their habitual ways of thinking, into which it has insinuated itself. And then, naturally, people are under the impression that they have now accepted something entirely free of any belief in authority, while they are completely unaware of the very way in which it has crept into their souls.
[ 22 ] Wie geschieht so etwas? Nun, sehen Sie, so etwas geschieht zum Beispiel auf folgende Weise: Es bildet sich im Laufe der Zeiten durch alle möglichen Denkgewohnheiten — denn wenn Sie geschichtlich der Sache nachgehen, werden Sie schon sehen, daß es wahrhaftig nicht aus dem Verstande heraus sich gebildet hat — so eineUtteilrichtung über das, was wissenschaftlich ist, was wissenschaftliche Methode sein muß, was strenge Wissenschaft ist. Dann gesellt sich, wiederum auf dieselbe Weise, zu diesem Urteil über das, was strenge Wissenschaft ist, im Laufe der Zeit hinzu, daß diese strenge Wissenschaft von einem geheimnisvollen Orte ausgehen muß: Universität oder ähnlichem. Was nicht von dorther weht, das schmiert sich in die Gedankengewohnheiten doch nicht so hinein, nicht wahr? Dann aber schmieren sich in diese Gedankengewohnheiten allerlei Namen hinein. Man glaubt nicht an eine Autorität, selbstverständlich; aber man glaubt auch an alles andere nicht, höchstens an das, was die berühmte Persönlichkeit darüber gesagt hat. Und aus allen solchen Elementen setzt sich ein solcher Strom von Urteilen zusammen. Das ist richtig ein Flußbett für den Ahriman, ein Fluß für den Ahriman! Da kann nun Ahriman seine Kräfte hineinfließen lassen. Denn ins bewußte Leben, ins wirklich bewußte Leben kann ja Ahriman nicht herauf. Wenn man Wache hält vor seinem Bewußtsein, dann kann Ahriman nicht herein. Aber wenn man nicht Wache hält und auf diese Weise, wie ich es geschildert habe, sich in den Strom der Denkgewohnheiten hinein aufnehmen läßt, dann kann der Ahriman überall herein und einen zurichten. Und man ist besonders wenig geschützt vor dieser Zurichtung, wenn man sich so recht mit seiner ganzen Persönlichkeit in diesen Strom hineinbegeben hat, wenn man zum Beispiel von frühester Jugend auf dressiert worden ist auf «strenge Wissenschaft».
[ 22 ] How does something like this happen? Well, you see, something like this happens, for example, in the following way: Over the course of time, through all kinds of habits of thought—for if you trace the matter historically, you will see that it truly did not arise from reason alone—a certain way of categorizing what is scientific, what scientific method must be, and what constitutes rigorous science takes shape. Then, again in the same way, over time this judgment about what constitutes rigorous science is joined by the notion that this rigorous science must originate from a mysterious place: a university or something similar. Anything that doesn’t come from there doesn’t really take root in these habits of thought, does it? But then all sorts of names begin to take root in these habits of thought. One does not believe in authority, of course; but one does not believe in anything else either, at most in what the famous personality has said about it. And a stream of judgments is composed of all such elements. This is truly a riverbed for Ahriman, a river for Ahriman! There, Ahriman can now let his forces flow in. For Ahriman cannot ascend into conscious life—into truly conscious life. If one stands guard over one’s consciousness, then Ahriman cannot enter. But if one does not stand guard and, in the way I have described, allows oneself to be drawn into the stream of habitual thinking, then Ahriman can enter anywhere and ruin one. And one is particularly vulnerable to this manipulation when one has truly immersed one’s entire personality in this current—for example, when one has been trained from early youth in “rigorous science.”
[ 23 ] Nehmen wir also einmal an, jemand wäre in unserer Zeit dressiert worden von frühester Jugend auf auf die strenge psychologische Methode. Psychologie ist ja in unserer Zeit etwas ganz Besonderes geworden. Eduard von Hartmann hat 1901 eine Geschichte der modernen Psychologie geschrieben. Darinnen hat er gleich im Anfang auch von dem geredet, wovon diese moderne Psychologie nicht mehr redet, weil das wissenschaftlich überwunden ist, weil es nicht mehr zur Wissenschaft gehört, über solche Dinge zu reden. Er sagt zum Beispiel: «Nur in der ersten Hälfte des zu besprechenden Zeitraums» — nämlich der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts — «halten noch einige theistische Philosophen wie an der Unsterblichkeit einer selbstbewußten Seelensubstanz so auch an einem Rest indeterministischer Freiheit fest, begnügen sich dann aber meistens damit, die wissenschaftliche Möglichkeit dieser Herzenswünsche begründen zu wollen.» — Aber in der neuesten Zeit hat das ganz aufgehört. Es ist selbstverständlich, daß man sich in der Psychologie weder mit der Unsterblichkeitsfrage befaßt noch mit der Frage, ob es eine menschliche Freiheit gibt; das sind keine wissenschaftlichen Fragen mehr!
[ 23 ] Let us suppose, then, that someone in our time had been trained from early youth in the strict psychological method. Psychology has, after all, become something quite special in our time. Eduard von Hartmann wrote a history of modern psychology in 1901. Right at the beginning of that work, he also spoke of things that modern psychology no longer discusses, because they have been scientifically overcome, because discussing such matters no longer belongs to the realm of science. He says, for example: “Only in the first half of the period under discussion”—namely, the second half of the nineteenth century—“did some theistic philosophers still cling to the immortality of a self-conscious soul substance as well as to a remnant of indeterministic freedom, though they then mostly contented themselves with attempting to justify the scientific possibility of these heartfelt desires.” — But in recent times, this has ceased entirely. It goes without saying that psychology deals neither with the question of immortality nor with the question of whether human freedom exists; these are no longer scientific questions!
[ 24 ] Nun, so wird man hineindressiert in dasjenige, was eigentlich wissenschaftliche Methode ist. Man gründet psychologische Gesellschaften, in denen selbstverständlich so dummes Zeug wie die Geisteswissenschaft gar nicht besprochen werden darf, denn das entspricht keiner wissenschaftlichen Richtung.
[ 24 ] Well, that’s how people are trained to accept what is actually considered the scientific method. Psychological societies are founded in which, of course, such nonsense as Spiritual Science is not even allowed to be discussed, because it does not correspond to any scientific school of thought.
[ 25 ] Ich weiß nicht, ob Sie in den letzten Tagen einen Blick in die Zeitungen geworfen haben. Es kommt gar nicht auf die Parteirichtung der Zeitung an, die Sie etwa gerade pflegen; sondern Sie konnten spaltenlange Artikel in jeder Zeitung jeder Parteirichtung über einen psychologischen Vortrag in einer gelehrten psychologischen Gesellschaft Berlins lesen. Ein Herr Dr. Löwenstein, ein so richtig gelehrter Psychologe der Gegenwart, sprach in der gelehrten psychologischen Gesellschaft über die Psychologie der Heiratsannonce! Man muß die gelehrten Methoden vollständig handhaben, um sie auf jegliches Gebiet mit strenger Wissenschaftlichkeit anwenden zu können. Denken Sie nur einmal, was es für Ausbeute für die Wissenschaft gibt, wenn man weiß: da erscheint eine Annonce in der Zeitung, man sucht ein Mädchen oder etwas ähnliches mit ganz bestimmten Eigenschaften, und da laufen so und so viele Briefe ein. In denen drückt sich die Psyche, die Seele so und so vieler Mädchen aus. Welche tiefen Lichtblicke gewinnt man auf diese Weise in das Leben der Seele! Ist es nicht wahrhaftig viel würdiger, über diese Lichtblicke zu sprechen als in der alten Weise über die Unsterblichkeit der Seele oder über die Freiheit des Menschen? Das machen nur diejenigen, die nichts von strenger Wissenschaft heute mehr verstehen! Aber man muß erst Experimentator sein, um derlei Dinge ganz wissenschaftlich behandeln zu können. Denn, nicht wahr, die strenge wissenschaftliche Methode sagt: Zufällige Beobachtungen, die führen nicht zu einer, wie man es nennt — ich weiß nicht, der Ausdruck wird Ihnen ja bekannt sein — vollständigen Induktion. Man muß immer eine vollständige Induktion zugrunde legen. Das heißt, die Fälle müssen so behandelt werden, daß man nicht bloß zufällige Beobachtungen, durch die man sich irren könnte in den Konklusionen, aufnimmt; man muß also Experimentator sein. Wie der Chemiker mit den Experimenten der Natur ihre Geheimnisse ablauscht, so muß man auch jene Geheimnisse dem Leben der Seele ablauschen, die sich entwickeln, wenn Heiratsannoncen hinausflattern und Briefe zurückgehen, nicht wahr?
[ 25 ] I don’t know if you’ve taken a look at the newspapers in the last few days. It doesn’t matter at all which political party’s newspaper you happen to be reading; rather, you could read column-length articles in every newspaper of every political persuasion about a psychological lecture given at a scholarly psychological society in Berlin. A certain Dr. Löwenstein, a truly learned contemporary psychologist, spoke at the scholarly psychological society about the psychology of marriage advertisements! One must master scholarly methods thoroughly in order to apply them to any field with rigorous scientific rigor. Just think for a moment what a wealth of insights this offers to science when one knows: an ad appears in the newspaper, seeking a young woman or something similar with very specific characteristics, and a certain number of letters are received in response. In these letters, the psyche—the soul—of so many young women is expressed. What profound insights into the life of the soul can be gained in this way! Isn’t it truly much more dignified to speak of these insights than to speak, in the old way, of the immortality of the soul or of human freedom? Only those who no longer understand anything about rigorous science today do that! But one must first be an experimenter to be able to treat such matters entirely scientifically. For, isn’t it true that the rigorous scientific method says: Random observations do not lead to what is called—I don’t know, the term will be familiar to you—a complete induction. One must always base one’s conclusions on a complete induction. That is to say, the cases must be treated in such a way that one does not merely include random observations, which could lead one astray in one’s conclusions; one must therefore be an experimenter. Just as the chemist uncovers nature’s secrets through experiments, so too must one uncover those secrets of the soul’s life that unfold when marriage announcements are sent out and letters are returned, don’t you think?
[ 26 ] Aber wie wird man Experimentator? Auch das haben die Zeitungen in ihren spaltenlangen Artikeln genauer auseinandergesetzt. Man ist also Gelehrter, Psychologe — nicht von der alten Art, daß man über die Seelenunsterblichkeit noch redet; man redet über die Heiratsannonce. Man verfaßt zunächst selbst eine Heiratsannonce! Zunächst — so erzählt es die Zeitung — von der Art, daß man ein jüngeres Mädchen will, idealistisch veranlagt, die weniger auf äußere Lebenshaltung sieht. Dann läßt man diese Annonce hinausflattern. Man bekommt viele Briefe. Auf seine Annoncen hat der betreffende strenge Gelehrte überall reichlich über zweihundert Briefe bekommen. Nun, da sieht man schon hinein in die Psyche! Man kann da schon beurteilen, was solch eine Annonce in den Seelen anrichtet. — Das ist die eine Art. Aber damit man eine vollständige Induktion hat, das heißt, das Problem auch von der anderen Seite umfaßt, macht man noch eine zweite Annonce, in der man weniger eine idealistische, sondern eine fesche Lebensgefährtin sucht, mehr eine, die auf äußeres Leben schaut. Wiederum über zweihundert Antworten!
[ 26 ] But how does one become an experimenter? The newspapers have also examined this in detail in their column-length articles. So one is a scholar, a psychologist—not of the old school that still talks about the immortality of the soul; one talks about marriage ads. First, you write a marriage ad yourself! At first—as the newspaper reports—it’s the kind where you’re looking for a younger girl with an idealistic disposition who doesn’t place much importance on outward appearances. Then you let that ad go out into the world. You receive many letters. In response to his ads, the strict scholar in question received well over two hundred letters from all over. Well, there you can already glimpse into the psyche! You can already assess what such an ad does to people’s souls. — That’s one approach. But to ensure a complete induction—that is, to cover the problem from the other side as well—one places a second ad, seeking not so much an idealistic partner as a lively one, someone who places more value on outward appearances. Again, over two hundred replies!
[ 27 ] Der Gelehrte ist dann auch gründlich zu Werke gegangen. Er hat die Geschichte der Heiratsannonce zurückverfolgt, wie sie sich entwickelt hat. Man weiß jetzt endlich, daß die erste Heiratsannonce schon vor mehr als hundert Jahren in einem Hamburger Blatt erschienen ist. Denken Sie nur einmal, man weiß das endlich! Man weiß sogar, wie lang sie war: viel länger als heute! Sie hatte dazumal die Länge eines ganzen Feuilletons. Aber an Zahl müssen sie sich doch vermehrt haben, diese sonderbaren Objekte neuerer Psychologie. Es wurde erzählt, daß der Betreffende, um eine vollständige Induktion zu haben, auch gezählt hat, wieviele Heiratsannoncen in zwei Zeitungen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen erscheinen. Das hat er nicht einmal gemacht, sondern immer wieder gemacht. Man macht das ja so, daß man zusammenzählt, daß man aus vielen Fällen das arithmetische Mittel nimmt, also man dividiert. Nicht wahr, wissenschaftliche Mathematik muß ja überall dabei sein. Ja, ich glaube mich nicht zu irren: Siebenhundert — haben die Zeitungen angegeben — Heiratsannoncen seien an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in zwei verschiedenen Zeitungen erschienen.
[ 27 ] The scholar really got down to business. He traced the history of the marriage announcement and how it developed. We now finally know that the first marriage announcement appeared in a Hamburg newspaper more than a hundred years ago. Just think—we finally know that! We even know how long it was: much longer than today’s! Back then, it was as long as an entire arts and culture section. But these peculiar objects of modern psychology must surely have multiplied in number. It was said that, in order to obtain a complete sample, the scholar in question even counted how many marriage announcements appeared in two newspapers on two consecutive days. He didn’t just do that once—he did it over and over again. The way to do this is to add them all up, take the arithmetic mean from many cases—in other words, divide. After all, scientific mathematics must be involved everywhere, mustn’t it? Yes, I don’t think I’m mistaken: seven hundred—according to the newspapers—marriage announcements appeared in two different newspapers on two consecutive days.
[ 28 ] Wir sehen also ein sehr reichlich zu bebauendes Feld für strenge Wissenschaft zugleich vorhanden. Nun weiß ich nicht, ob der Gelehrte wirklich so war, aber die Zeitungen haben es so geschrieben: Daß die Sache ihre gute Bedeutung hätte, hätte er gesagt, ihre tiefere Bedeutung; denn die Seelenkunde, die es nun endlich auf eine gewisse wissenschaftliche Höhe gebracht habe, die müsse nun auch wirklich ihre volle Aufgabe erfüllen und ins praktische Leben gerade in einem solchen Zeitpunkt eingreifen, der an die Menschheit grandiose Forderungen stelle wie der jetzige Zeitpunkt. Und es soll dieser Gelehrte gesagt haben: Diejenigen, die nun diese Psychologie der Heiratsannonce ausbilden, werden praktische Psychologen auf diesem Gebiet werden. Welche Dienste werden sie leisten können den heimkehrenden Kriegern aus den Schützengräben, die nun die geeignete Lebensgefährtin werden suchen müssen! Da muß nun also der Psychologe mit seiner nun endlich erlangten Gelehrtenbildung eingreifen können und aus seinen Erfahrungen, aus seinen wissenschaftlichen Ergebnissen heraus die richtige Abfassung der Heiratsannonce herausfinden, die richtige Abfassung beratschlagen können mit den bedürftigen aus den Schützengräben heimkehrenden Kriegern!
[ 28 ] We thus see a field that is both very rich and ripe for rigorous scientific study. Now, I do not know if the scholar was really like that, but the newspapers reported it this way: He is said to have remarked that the matter had its positive significance—or, rather, its deeper significance; for psychology, having finally reached a certain scientific level, must now truly fulfill its full purpose and intervene in practical life precisely at a time like the present, which places immense demands on humanity. And this scholar is said to have remarked: Those who now develop this psychology of the marriage advertisement will become practical psychologists in this field. What services will they be able to render to the soldiers returning home from the trenches, who must now seek a suitable life partner! This is where the psychologist, with his finally attained scholarly training, must be able to step in and, drawing on his experience and scientific findings, determine the correct wording for the marriage advertisement—and advise the needy soldiers returning from the trenches on how to draft it properly!
[ 29 ] Es ist kein Märchen, es hat sich abgespielt in diesen Tagen, meine lieben Freunde, und es zeigt uns, wie die Menschen gar nicht wissen, was in ihrem astralischen Leibe vorgeht, weil sie von diesem astralischen Leibe nichts wissen. Denn die ganze Sache ist nur möglich dadurch, daß diese Strömungen da sind, die auf ahrimanische Kräfte-Art sich hineinmischen in die Denkgewohnheiten der Menschen, und in den Menschen eine Meinung erzeugen von Wissenschaftlichkeit, die nun auf alles angewendet werden kann. Wenn sie noch von einigem Humor begleitet ist, so kann man sie noch verzeihen. Ein wenig humoristisch hat wenigstens jener exakt philologische Gelehrte geschrieben, der jetzt in den «Preußischen Jahrbüchern» auch eine zeitgemäße ausführliche Abhandlung veröffentlicht hat, in der er untersucht, ob auch die griechische Literatur einen Beweis dafür erbringen kann, daß die Griechen auch schon, so wie die heutigen Menschen, unter den Läusen gelitten haben. Und er hat nun die ganze griechische Literatur daraufhin untersucht, welche Rolle in der griechischen Literatur von Homer bis hinauf zu Aristophanes die Läuse spielten. Wenigstens mit einigem Humor. Aber die Abhandlung ist streng wissenschaftlich; sie steht in den «Preußischen Jahrbüchern>!
[ 29 ] This is no fairy tale; it actually happened just a few days ago, my dear friends, and it shows us how people have absolutely no idea what is going on in their astral bodies, because they know nothing about these astral bodies. For the whole thing is only possible because of these currents that, in the manner of Ahrimanic forces, interfere with people’s habits of thought and create in them a notion of scientific rigor that can now be applied to everything. If it is accompanied by a touch of humor, one can still forgive it. At least that scholar of exact philology wrote with a touch of humor; he has now published a timely, detailed treatise in the Preußische Jahrbücher in which he investigates whether Greek literature can also provide evidence that the Greeks, just like people today, suffered from lice. And he has now examined the entire body of Greek literature to determine what role lice played in Greek literature from Homer all the way up to Aristophanes. At least with a touch of humor. But the treatise is strictly scientific; it appears in the Preußische Jahrbücher!
[ 30 ] Diese Dinge beleuchten schon dasjenige, was sich in den Untergründen des gegenwärtigen Lebens vollzieht. Und sie sind wichtiger als man zunächst denken kann. Es ist schon wichtig zu wissen, daß wir in unserer Zeit eine geisteswissenschaftliche Strömung brauchen, welche zunächst ja von denjenigen, die unter solchen Denkgewohnheiten stehen, wie ich es angedeutet habe, eigentlich gefürchtet wird. Denn gefürchtet wird sie, weil sie eine Menschenkenntnis gibt, vor der man sich fürchtet, unbewußt fürchtet; eine Menschenkenntnis, die nur ausgeglichen werden kann im Leben, wenn man unter dem, was da eintritt, seine Beziehungen zur Menschheit nicht leiden läßt. Daher ist zum Beispiel in einem solchen gesellschaftlichen Zusammenhang, wie der unserige ist, angestrebt, neben der Verbreitung der Geisteswissenschaft auch jene Gefühle zu entwickeln, die die Gefühle der Brüderlichkeit sind. Das muß das notwendige Gegenbild sein; sonst würden die Leidenschaften zu sehr entfesselt werden. Aber auf der anderen Seite ist schon notwendig, um in unserer Zeit die Dinge zu beurteilen, etwas den Blick hineinwerfen zu können in die Beschaffenheit vieler Menschen. Man wird ja auf diesem Gebiete immer eine gewisse Regel entfalten müssen, die, ich möchte sagen, sich vergleichen läßt mit der Wahrung des Briefgeheimnisses. Nicht wahr, wenn man einen Brief findet, der an einen anderen gerichtet wird, so schaut man nicht hinein. So schaut man auch nicht in das Seelenleben und in das ganze Menschenleben eines anderen hinein, ohne daß eine Veranlassung dazu ist. Aber eine Veranlassung kann schon diese sein, daß man irgendwo sieht: Da wirkt eine Persönlichkeit, die diese und jene Bedeutung hat für die Zeitgenossen. Dann muß man, um die Zeitgenossen aufzuklären, in dieses Seelenleben dieser Persönlichkeit schon hineinleuchten mit den Mitteln, die auch von der Geisteswissenschaft gegeben werden können. Denn so ein Löwenstein mit seiner Psychologie der Heiratsannonce ist schon geeignet, über den Grundcharakter des wahrhaft Wissenschaftlichen die tollsten Anschauungen unter denjenigen zu verbreiten, die beileibe nicht autoritätsgläubig sind, selbstverständlich, die aber sofort — ja, wie soll man nun sagen, autoritätsgläubig sind sie nicht, gläubig sind sie auch nicht — sagen wir dann mit dem trivialen Worte: darauf hereinfallen, wenn irgendetwas mit dem Mantel der Wissenschaftlichkeit auftritt. Wir müssen aber durchaus wissen, daß die Seele des Menschen ein recht, recht kompliziertes Ding ist, daß der ganze Mensch ein kompliziertes Ding ist und daß man ihn nicht kennen lernen kann, wenn man nicht auf seine Komplikationen eingehen kann. Bedenken Sie nur: Vier Glieder zunächst, wenn wir von den oberen Gliedern absehen, die durcheinanderwirken im Menschen, die sind da. Da kann der physische Leib zunächst noch etwas haben von der Schmiegsamkeit und Biegsamkeit der vierten nachatlantischen Periode, aber zugleich etwas haben von einer guten Empfänglichkeit für alles dasjenige, was das Gedankenleben der Gegenwart erzeugt. Da kann also ein Mensch auftreten, der, sagen wir, diese Eigenschaften hat: einen Organismus, der auf der einen Seite noch die zurückgebliebenen Eigenschaften der griechisch-lateinischen Zeit hat, aber einen Kopf zugleich, der die Gedanken, die in der Gegenwart entfaltet werden, mit einem gewissen Scharfsinn aufnehmen und wiedergeben kann. Das kann durchaus da sein. Man wird einen solchen Menschen für scharfsinnig, für sehr gescheit halten. Er kann aber daneben durch die besondere Qualität seines Leibes, von der ich gesprochen habe, schwachsinnig sein. Wenn man weiß, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, so ist es kein Widerspruch, daß er schwachsinnig und scharfsinnig, schwachsinnig und gescheit zugleich ist. Geisteswissenschaft ist schon etwas, das uns gewissermaßen eine Leuchte gibt, um uns zurechtzufinden in den gerade durch die Menschheit kompliziert gemachten Verhältnissen der Gegenwart.
[ 30 ] These things already shed light on what is taking place in the depths of contemporary life. And they are more important than one might initially think. It is indeed important to recognize that in our time we need a movement of Spiritual Science—one that is, at first, actually feared by those who are subject to the kinds of thought patterns I have described. For it is feared because it provides an insight into human nature that people fear—unconsciously fear; an understanding of human nature that can only be balanced in life if one does not allow one’s relationships with humanity to suffer as a result of what is happening. Therefore, for example, in a social context such as ours, the aim is not only to spread Spiritual Science but also to develop those feelings that are the feelings of brotherhood. This must be the necessary counterbalance; otherwise, the passions would be unleashed too much. But on the other hand, in order to judge things in our time, it is necessary to be able to gain some insight into the nature of many people. After all, in this area one will always have to develop a certain rule that, I would say, can be compared to the protection of the privacy of correspondence. Isn’t it true that when one finds a letter addressed to someone else, one does not look inside it? Similarly, one does not look into the inner life and the entire life of another person without good reason. But a reason may well be this: one observes somewhere that a personality is at work who has this or that significance for their contemporaries. Then, in order to enlighten those contemporaries, one must shed light on the inner life of this personality using the means that Spiritual Science can provide. For someone like Löwenstein, with his “psychology of the marriage advertisement,” is well-suited to spreading the wildest notions about the fundamental nature of true science among those who are by no means gullible toward authority—of course—but who immediately—well, how shall we put it? They aren’t gullible toward authority, nor are they particularly credulous—let’s just use the trivial term: fall for it whenever something appears under the guise of scientific credibility. But we must certainly realize that the human soul is a very, very complicated thing, that the whole human being is a complicated thing, and that one cannot come to know him unless one can grapple with his complexities. Just consider this: there are four members—leaving aside the higher members—that interact within the human being; they are there. The physical body may still retain something of the suppleness and flexibility of the fourth post-Atlantean period, but at the same time possess a good receptivity to everything that the present-day life of thought produces. So a person may appear who, let’s say, possesses these qualities: an organism that, on the one hand, still retains the characteristics of the Greco-Latin era, but at the same time has a mind capable of absorbing and reproducing the thoughts unfolding in the present with a certain acuity. This is entirely possible. Such a person will be considered astute and very intelligent. Yet at the same time, due to the particular quality of his body that I have spoken of, he may be mentally deficient. If one recognizes that the human being is a complex being, it is no contradiction that he can be mentally deficient and astute, mentally deficient and intelligent, all at once. Spiritual Science is, in a sense, something that provides us with a guiding light to help us find our way in the circumstances of the present, which have been made so complicated precisely by humanity.
[ 31 ] Wahrhaftig, meine lieben Freunde, glauben Sie ja nicht, daß ich irgend etwas dagegen habe, wenn jetzt jemand in diesen Tagen amerikanische Verhältnisse mit besonderer Vorsicht bespricht. Gegen die Beobachtung politischer Vorsichten, gegen ein entsprechendes Sich-Benehmen und Verhalten, so daß gewisse Dinge geschehen können, die geschehen sollen, wird selbstverständlich nicht im geringsten von mir etwas eingewendet. Aber das hindert nicht, daß man die Wahrheit einsieht. Und deshalb habe ich, trotzdem diese Verhältnisse gekommen sind, eben weil sie gekommen sind, in einem der öffentlichen Vorträge jüngst aufmerksam gemacht auf die Art und Weise, wie der gegenwärtig in Amerika führende Staatsmann Wilson, Gedankenformen entwickelt. Ich habe eine Stelle vorgelesen, wie er über die Freiheit denkt — im öffentlichen Vortrage war es—, um daran zu veranschaulichen, wie weit dieses, nun, sagen wir jetzt in diesen Tagen nicht amerikanische, sondern dieses mechanistische Denken, entfernt ist von dem, was wir uns für das geistige Weben und Wesen durch die europäische Kultur errungen haben zum Beispiel durch solche Leute, die die ersten Elemente zu einer wahren Freiheitslehre gelegt haben, durch Fichte oder andere ähnliche Geister. Man darf da nun fragen: Ist eine Notwendigkeit vorhanden aus den gegenwärtigen politischen Verhältnissen heraus, daß jemand nun hergeht und «zufälligerweise», sagen wir, noch dieselben Sätze, die dazumal zitiert worden sind aus dem Buch über die Freiheit, nun zitiert und dann hinzugefügt, um Mr. Wilson zu charakterisieren: So etwas Bedeutendes ist seit zwei Jahren auf der ganzen Erde nicht geschrieben worden. Wir in Europa könnten froh sein, wenn wir einen solchen Menschen hier hätten. Das ist der Fichte Amerikas. — So steht es da! Mr. Wilson: der Fichte Amerikas! Innerhalb des deutschen Schrifttums geschrieben in diesen Tagen!
[ 31 ] Truly, my dear friends, please do not think that I have any objection whatsoever to anyone discussing American conditions with particular caution these days. I certainly have no objection whatsoever to exercising political caution, to behaving and conducting oneself in a manner that allows certain things—which are meant to happen—to take place. But that does not prevent one from recognizing the truth. And that is why, even though these circumstances have arisen—precisely because they have arisen—I recently drew attention in one of my public lectures to the way in which Wilson, the statesman currently leading America, develops his thought patterns. I read aloud a passage about how he thinks of freedom—it was during the public lecture—to illustrate just how far this, well, let’s say, in these days—not American, but this mechanistic way of thinking—is removed from what we have attained through European culture in terms of spiritual weaving and essence, for example through such people as Fichte and other similar minds who laid the first foundations for a true doctrine of freedom. One might well ask: Is there a necessity, arising from the current political circumstances, for someone to come along now and—“coincidentally,” let’s say—quote the very same sentences that were cited back then from the book on freedom, and then add, in order to characterize Mr. Wilson: “Nothing of such significance has been written anywhere in the world in the past two years.” We in Europe would be happy to have such a man here. He is the Fichte of America. — That is what it says! Mr. Wilson: the Fichte of America! Written in German literature in recent days!
[ 32 ] Meine lieben Freunde, solche Erscheinungen sind ja nur möglich aus dem Grunde, weil die Menschen eben kompliziert sind. Und unter uns können wir ja schon auf solche besonderen Verhältnisse hinweisen, denn es ist notwendig, daß unter uns Menschen sind, die sich auskennen im Leben durch dasjenige, was die Geisteswissenschaft uns an die Hand gibt, damit wir uns auskennen im Leben. Ich sagte, man kann einen Leib an sich tragen, der noch so bestimmbar ist, wie ein griechisch-lateinischer Leib, der also nicht auf die Höhe der gegenwärtigen Leiblichkeit gekommen ist, und man kann dabei scharfsinnig gescheit sein und alles dasjenige, was in der Gegenwart an Urteilsformen ausgesprochen wird, in sich aufnehmen, also durchaus ein sehr gescheiter Mensch sein; man kann ein Schwachkopf und zugleich ein sehr gescheiter Mensch sein. Ja, man wird vielleicht gerade dadurch bei unseren — ja, autoritätsgläubigen kann man wieder nicht sagen —, also bei unseren nichtautoritätsgläubigen Zeitgenossen besonderen Anklang finden, wenn man durch seinen weichen Leib gewissermaßen einen Phonographen, eine Art menschlichen Phonographen abgibt, durch den allerlei Gedanken der Gegenwart noch verstärkt, verzerrt, karikiert wirken können. Man muß selbstverständlich selber in der Gegenwart darin stehen und in ihrer Geistesbildung, wenn man es blödsinnig und abgeschmackt genug finden will, solches Zeug zu schreiben, wie eben angeführt worden ist. Aber man braucht nicht, um als gescheiter Mensch zu wirken, in der Kultur der Gegenwart, in dem Geistesleben der Gegenwart darin zu stehen, sondern man braucht bloß so scharfsinnig zu sein, um die Gedankenformen der Gegenwart aufzunehmen und dann einen Leib zu haben, wie ich ihn beschrieben habe. Und sehen Sie, das ist die Erscheinung eines Journalisten der Gegenwatt, der seit Jahrzehnten einen großen Einfluß, einen weitgehenden Einfluß hat, das ist die Erscheinung Maxmilian Hardens.
[ 32 ] My dear friends, such phenomena are only possible because human beings are, after all, complex. And among ourselves, we can already point to such special circumstances, for it is necessary that there be people among us who understand life through what Spiritual Science provides us, so that we may understand life. I said that one can possess a body that is still as definable as a Greco-Latin body—one that has not yet reached the level of present-day physicality—and yet be sharp-witted and intelligent, capable of absorbing all the forms of judgment expressed in the present, and thus be a very intelligent person indeed; one can be a dimwit and at the same time a very intelligent person. Indeed, one might find particular favor with our—well, one cannot exactly say “authority-believing”—that is, with our non-authority-believing contemporaries precisely because, through one’s soft body, one acts, as it were, as a phonograph, a sort of human phonograph, through which all manner of contemporary thoughts can appear amplified, distorted, or caricatured. Of course, one must be immersed in the present and in its intellectual climate oneself if one is to find it absurd and tasteless enough to write such nonsense as has just been cited. But one does not need to be immersed in contemporary culture or the intellectual life of the present to come across as an intelligent person; one merely needs to be astute enough to absorb the thought patterns of the present and then possess a body such as the one I have described. And you see, this is the appearance of a journalist of the Gegenwatt who has exerted a great and far-reaching influence for decades—this is the appearance of Maxmilian Harden.
[ 33 ] Und man muß wissen, welche Kräfte in unserer Gegenwart wirken, man muß wissen, wie heute öffentliche Meinungen gemacht werden und wie sie zurückzuführen sind auf die menschlichen Naturen. Man hat aber kein Mittel, um das zu kennen, wenn man sich nicht einläßt auf die Erkenntnis des Menschen aus der Geisteswissenschaft heraus. Nur dadurch wird man bewahrt, sich auch mitnehmen zu lassen von dem Strom, den ich geschildert habe und der die Denkgewohnheiten erzeugt, aus denen heraus die Leute glauben: Autoritäten, ach, das haben wir, die wir es so herrlich weit gebracht haben, längst überwunden! Autoritätsgläubig sind wir nicht, aber wir glauben alles, was in der «Zukunft» steht, — wenn wir zu einem gewissen Leserkreis gehören, selbstverständlich!
[ 33 ] And one must know what forces are at work in our present time; one must know how public opinion is formed today and how it can be traced back to human nature. But there is no way to know this unless one engages with an understanding of the human being based on Spiritual Science. Only in this way can one avoid being swept along by the current I have described—the one that creates the habits of thought from which people believe: “Authorities? Oh, we who have come so far have long since overcome them!” We do not blindly believe in authority, but we believe everything that is written in Die Zukunft—provided, of course, that we belong to a certain circle of readers!
[ 34 ] Dasjenige, was da kommen muß, meine lieben Freunde, das ist, daß aus dem geisteswissenschaftlichen Urteilen heraus, ohne daß wir das einfließen lassen in unser praktisches Verhalten — selbstverständlich werden wir nicht unsere Emotionen danach einrichten, aber unser Urteilen sollen wir danach einrichten —, folgen wird ein Gewahrwerden der Wertigkeiten, die in unserer Kultur walten. Heute ist alles eine so unbestimmte chaotische Masse. Wir leben ja nicht in Gegenden, in denen wenigstens die meisten Menschen so sind, wie diese geschilderten Indianer, daß sie hinschauen, wo die Priester in ihren goldenen Meßgewändern in Weihrauchqualm sind. Nein, das tun wir nicht! Aber wir haben andere Altäre: die Zeitungen und ähnliches. Und wenn auch der Qualm geistiger ist, der um diese herum ist — Weihrauchqualm ist ja natürlich materieller als der Qualm, der um die Autoritäten der Gegenwart ist —, wenn auch dieser Qualm geistiger ist, meine lieben Freunde: geistig duftet er nicht so schön, wie Weihrauch materiell duftet!
[ 34 ] What must come to pass, my dear friends, is that based on judgments from Spiritual Science—without allowing this to influence our practical behavior (of course, we will not base our emotions on it, but we should base our judgments on it)—we will become aware of the values that prevail in our culture. Today, everything is such an indefinite, chaotic mass. After all, we do not live in regions where at least most people are like the Native Americans described—gazing at priests in their golden chasubles amid clouds of incense. No, we do not! But we have other altars: newspapers and the like. And even if the smoke surrounding them is more spiritual—incense smoke is, of course, more material than the smoke surrounding the authorities of the present—even if this smoke is more spiritual, my dear friends: spiritually, it does not smell as sweet as incense smells materially!
[ 35 ] Da ist diese ganze Masse, diese chaotische Masse dessen, was auf die autoritätsentwachsenen Menschen mit starker Autorität wirkt. Aber schwierig ist es, das einzige Mittel in der rechten Weise zur Geltung zu bringen, das den Menschen herausführen kann aus dem, worinnen er heute so leicht steht. Da muß man schon auf alles Mögliche nach und nach eingehen können. Ja, meine lieben Freunde, die Schwierigkeiten sind wirklich nicht klein, die die Geisteswissenschaft hat, um in das Leben einzudringen, in das sie eindringen muß. Denn sie muß ja dann die verschiedenen Gebiete des Lebens ergreifen, und man kann immer nur auf das eine Gebiet nach dem anderen wirken, und muß langsam und allmählich auf die Menschen wirken. Da haben wir denn zum Beispiel versucht, zunächst einmal, weil das Karma es so gebracht hat, auszubilden eine Art Ausdruckskunst, die Sie ja alle kennen. Sie ist öfter besprochen worden unter dem Namen Eurythmie. Gewiß, man kann über diese Eurythmie denken, wie man will; aber das Haupterfordernis ist, daß sie in einer würdigen Weise an die Menschen gebracht wird. Vor einigen Tagen mußten wir lesen, daß ein Mitglied von uns — ein Mitglied von uns! — in München aufgetreten ist, ein langer, schmaler Herr, der zuerst in seiner Art Gedichte rezitiert hat, dann verschwunden ist, sich weiße Hosen und dazu gehörigen Rock angezogen hat und dann, wie die Zeitung selbstverständlich in diesem Fall unter Hohngelächter schreibt, unter allerlei verzerrten Bewegungen weiter rezitiert hat, indem er einen Schleier in den Händen hatte, den er in verschiedener Weise bewegte; dann wiederum verschwunden ist, in einem blauen Gewand mit gelben Säumen wieder auftrat; und unter einem Sturm von höhnischem Beifall hat er dann durchgehalten, weiter zu rezitieren. Das Ganze hat er dann angekündigt — er ist Mitglied von uns! — unter dem Titel «Eurythmische Rezitationskunst». Also wir haben es dahin gebracht, daß uns diese so lieb gewordene Eurythmie durch ein Mitglied selber in der Öffentlichkeit grundlächerlich gemacht worden ist. «Eurythmie und andere Kriegsseuchen», so war einer der Artikel in den Münchener Blättern überschrieben.
[ 35 ] There is this whole mass, this chaotic mass of what affects people who have outgrown authority but are still subject to strong authority. But it is difficult to apply the one means in the right way—the means that can lead people out of the situation in which they so easily find themselves today. One must be able to address all sorts of things step by step. Yes, my dear friends, the difficulties that Spiritual Science faces in penetrating the life it must penetrate are truly not small. For it must, after all, take hold of the various spheres of life, and one can only work on one sphere at a time, and must influence people slowly and gradually. So, for example, we have tried—first of all, because karma has led us in this direction—to develop a kind of expressive art that you are all familiar with. It has often been discussed under the name of eurythmy. Certainly, one can think of this eurythmy as one pleases; but the main requirement is that it be presented to people in a dignified manner. A few days ago we read that one of our members—one of our members! — had performed in Munich: a tall, slender gentleman who first recited poems in his own style, then disappeared, put on white pants and a matching jacket, and then—as the newspaper, naturally in this case, reports amid derisive laughter—continued reciting while making all sorts of contorted movements, holding a veil in his hands that he waved in various ways; then disappeared again, reappearing in a blue robe with yellow trim; and amid a storm of derisive applause, he persevered in reciting. He then announced the whole thing—he is one of our members!—under the title “The Art of Eurythmic Recitation.” So we have managed to have this eurythmy, which has become so dear to us, made a laughingstock in public by one of our own members. “Eurythmy and Other Scourges of War” was the headline of one of the articles in the Munich newspapers.
[ 36 ] Sie sehen: Schwierig ist es, Geisteswissenschaft überzuführen in das Leben, wenn bei denjenigen, die mittun wollen, nicht der richtige Geist vorhanden ist. Es ist schon notwendig, meine lieben Freunde, daß wir noch viel, viel ernster, als es bisher geschehen ist, dasjenige betrachten, was als Impulse durch unsere geisteswissenschaftliche Bewegung gehen soll.
[ 36 ] As you can see, it is difficult to apply Spiritual Science to life if those who wish to participate do not possess the right spirit. It is indeed necessary, my dear friends, that we consider—much, much more seriously than we have done so far—the impulses that are meant to flow through our Spiritual Science movement.
[ 37 ] Davon dann das nächste Mal weiter.
[ 37 ] More on that next time.
