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The Connection Between
the Living and the Dead
GA 168

22 February 1916, Leipzig

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The Connection Between the Living and the Dead, tr. SOL
  1. Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten

3. Über das Ereignis des Todes und Tatsachen der nachtodlichen Zeit

3. On the Event of Death and the Realities of the Afterlife

[ 1 ] Wir leben in einer Zeit, in welcher wir an den Tod, das Hindurchgehen der Menschen durch die Todespforte, an dieses bedeutsame Lebensereignis des Menschen, täglich oder stündlich gemahnt werden. Denn ein Lebensereignis wird der Tod für den Menschen im wahren Sinne des Wortes nur durch die Geisteswissenschaft, die dem Menschen zeigt, wie in seinem Inneren jene ewigen Kräfte wirken, die durch Geburten und Tode hindurchgehen und die sich für die Zeit zwischen Geburt und Tod die eine Art des Daseins, eine besondere Form des Daseins schaffen, um nach dem Durchgehen durch die Todespforte eine andere Daseinsform anzunehmen. So wird der Tod gewissermaßen aus dem abstrakten Lebensende, das er allein sein kann für die materialistische Weltanschauung, durch die Geisteswissenschaft ein Ereignis, wenn auch ein tief schwerwiegendes, im umfassenden Leben des Menschen. Und auch innerhalb unserer Reihen selber, in erster Linie durch die gegenwärtigen geschichtlichen Ereignisse, dann aber auch durch Gründe außerhalb derselben, sind liebe Freunde durch die Todespforte gegangen, so daß es vielleicht gerade in der Gegenwart besonders angemessen erscheint, über das Ereignis des Todes und diejenigen Tatsachen des menschlichen Lebens, die sich an den Tod anreihen, in unserer heutigen Betrachtung einiges zu geben.

[ 1 ] We live in a time when we are reminded daily—or even hourly—of death, of people passing through the gates of death, and of this significant event in human life. For death becomes a life event for human beings in the true sense of the word only through spiritual science, which shows them how those eternal forces are at work within them—forces that pass through births and deaths and that, for the time between birth and death, create a particular form of existence, only to assume another form of existence after passing through the gate of death. Thus, through spiritual science, death is transformed, so to speak, from the abstract “end of life”—which is all it can be for the materialistic worldview—into an event, albeit a profoundly serious one, within the comprehensive life of the human being. And even within our own ranks—primarily due to current historical events, but also for reasons beyond them—dear friends have passed through the gate of death, so that it perhaps seems particularly appropriate at this very moment to offer some reflections in today’s discussion on the event of death and those facts of human life that follow in its wake.

[ 2 ] Allerdings, immer wieder und wiederum sind in unseren geisteswissenschaftlichen Betrachtungen Auseinandersetzungen aufgetaucht über das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, und wir haben gerade über diesen Gegenstand schon viele Anhaltspunkte gewonnen. Allein, Sie wissen ja wohl aus dem bisherigen Verlauf der Geisteswissenschaft, daß immer alles nur gegeben werden kann von einem gewissen Gesichtspunkt aus, und daß wir im Grunde die Dinge nur immer genauer und genauer dadurch kennenlernen können, daß sie uns von verschiedenen Gesichtspunkten aus beleuchtet sind. So werde ich denn zu demjenigen, was wir schon wissen, heute über das angeregte Thema einiges hinzufügen, das uns für unsere Gesamtweltauffassung nützlich sein kann.

[ 2 ] However, time and again, debates have arisen in our humanities-based reflections regarding life between death and a new birth, and we have already gained many insights into this very subject. However, as you are well aware from the course of spiritual science thus far, everything can only ever be presented from a certain point of view, and fundamentally, we can only come to know things more and more precisely by examining them from various perspectives. So today, building on what we already know, I will add a few thoughts on the topic at hand that may be useful for our overall view of the world.

[ 3 ] Wir betrachten — und das ist zunächst gut — den Menschen geisteswissenschaftlich so, wie er als Ausdruck seiner Gesamtwesenheit hier in der physischen Welt vor uns steht. Wir müssen zunächst von dem ausgehen, was uns der Mensch in der physischen Welt darbietet, und daher habe ich auch immer wieder und wiederum darauf aufmerksam gemacht, wie wir gewissermaßen etwas wie eine leitende Übersicht bekommen über den Gesamtmenschen, wenn wir ihn so betrachten, daß wir zugrunde legen zunächst den physischen Leib, den wir von außen durch Sinnesbetrachtung, durch die wissenschaftliche Zergliederung des sinnlich Betrachteten hier in der physischen Welt kennenlernen. Wir legen dann denjenigen Leib oder diejenige Organisationsform zugrunde, welche wir als den ätherischen Leib bezeichnen, der ja schon einen übersinnlichen Charakter hat, der also mit den gewöhnlichen Sinnesorganen nicht betrachtet werden kann — auch mit dem Verstand nicht, der an das Gehirn gebunden ist — und der daher der gewöhnlichen Wissenschaft bereits unzugänglich ist. Dieser ätherische Leib ist aber immerhin ein Gebilde, von dem man sagen kann, daß auch Geister wie Immanuel Hermann Fichte, der Sohn des großen Johann Gottlieb Fichte, dann Troxler und andere davon gewußt haben. Dieser ätherische Leib ist etwas im Menschen, welches zwar nur in imaginativer Erkenntnis aufgefaßt werden kann, weil es übersinnlich ist, was aber doch für die übersinnliche Erkenntnis eben äußerlich angeschaut werden kann, so wie für die sinnliche Erkenntnis der sinnliche physische Leib äußerlich angeschaut werden kann.

[ 3 ] We view human beings—and this is a good starting point—from a spiritual scientific perspective as they appear before us here in the physical world as an expression of their total being. We must begin with what human beings present to us in the physical world, and that is why I have repeatedly drawn attention to how, in a sense, we gain a guiding overview of the whole human being when we view them in such a way that we take as our starting point the physical body, which we come to know from the outside through sensory observation and through the scientific analysis of what is perceived by the senses here in the physical world. We then take as our basis that body or form of organization which we call the etheric body, which already has a supersensible character and therefore cannot be perceived by the ordinary sense organs—nor even by the intellect, which is bound to the brain—and which is thus already inaccessible to ordinary science. This etheric body, however, is nonetheless a formation of which one can say that even thinkers such as Immanuel Hermann Fichte, the son of the great Johann Gottlieb Fichte, as well as Troxler and others, were aware of it. This etheric body is something within the human being that, although it can be grasped only through imaginative cognition because it is supersensible, can nevertheless be externally perceived by supersensible cognition, just as the physical body can be externally perceived by sensory cognition.

[ 4 ] Wir steigen dann in der Betrachtung auf zu dem astralischen Leib. Der astralische Leib ist nun nicht etwas, was so äußerlich sinnlich angeschaut werden kann wie der physische Leib durch die äußeren Sinne, wie der ätherische Leib durch den inneren Sinn, sondern der astralische Leib ist so etwas, was nur innerlich erlebt werden kann, worinnen man selber sein muß, um es zu erleben, und ebenso das vierte Glied, das wir zunächst hier in der physischen Welt zu erfassen haben, das Ich. Aus diesen vier Gliedern der menschlichen Natur bauen wir uns den Gesamtmenschen auf. Wir wissen aber auch aus den bisherigen Betrachtungen, daß dasjenige, was wir eigentlich den physischen Leib des Menschen nennen, etwas sehr Kompliziertes ist, daß sich dieser physische Leib des Menschen aufbaut in einem langen Werdegang durch Saturn-, Sonnen-, Mondenzeit hindurch, daß auch schon mitgewirkt hat das Erdenwerden von dem Urbeginne des Erdendaseins bis in unsere Zeit. Ein komplizierter Entwickelungsgang hat unseren physischen Leib aufgebaut. Von dem, was da eigentlich in dem physischen Leibe lebt, bietet sich der Betrachtung, die dem Menschen in der physischen Welt zunächst zugänglich ist, auch für die gewöhnliche Wissenschaft eigentlich nur die Außenseite dar. Man könnte sagen, das gewöhnliche physische Anschauen und die physische Wissenschaft, wie sie hier in der Welt leben, die kennen von dem physischen Leibe nur so viel, als ein Mensch von einem Hause kennt, der außen um das Haus herumgeht und niemals in das Innere gekommen ist, niemals kennengelernt hat, was im Inneren des Hauses ist und welche Menschen im Hause leben. Nur wird selbstverständlich derjenige, der im materialistischen Sinne auf dem Boden der äußeren Wissenschaft steht, sagen: Oh, wir kennen sehr gut dieses Innere des physischen Leibes! Wir kennen, weil wir oftmals das Gehirn geschaut haben innerhalb der Gehirnwände, weil wir den Magen, das Herz geschaut haben bei der Leichensezierung, wir kennen ja dieses Innere!

[ 4 ] We then turn our attention to the astral body. The astral body is not something that can be perceived externally by the senses, as the physical body is through the external senses or the etheric body through the inner sense; rather, the astral body is something that can only be experienced inwardly—one must be within it oneself to experience it—and the same is true of the fourth member, which we must first grasp here in the physical world: the “I.” From these four members of human nature, we construct the whole human being. But we also know from our previous considerations that what we actually call the human physical body is something very complex; that this physical body is built up over a long course of development through the Saturn, Sun, and Moon eras; and that the Earth’s evolution, from the very beginning of Earth’s existence to the present day, has also played a part in this. A complex process of development has built up our physical body. Of what actually lives within the physical body, only the outer aspect is accessible to the observation available to human beings in the physical world—and indeed, even to ordinary science. One could say that ordinary physical observation and physical science, as they exist here in the world, know of the physical body only as much as a person knows of a house who walks around the outside of the house and has never entered the interior, has never come to know what is inside the house and which people live there. Of course, those who stand on the ground of external science in a materialistic sense will say: “Oh, we know the interior of the physical body very well! We know it because we have often seen the brain within the skull, because we have seen the stomach and the heart during autopsies—we certainly know this interior!”

[ 5 ] Aber dieses Innere, das so von außen gesehen werden kann, das Räumlich-Innere, das ist nicht dasjenige, was hier gemeint ist, wenn von dem Inneren gesprochen wird. Dieses Räumlich-Innere ist auch nur ein Äußeres; dieses Räumlich-Innere ist sogar beim physischen Menschenleib viel äußerlicher als das wirkliche Räumlich-Äußerliche. Das ist allerdings sonderbar, wenn ich das sage. Aber Sie wissen ja aus den bisherigen Beschreibungen unserer Geisteswissenschaft, daß unsere Sinnesorgane schon während der Saturnzeit aufgebaut worden sind, und die tragen wir an der Außenseite unseres Leibes, an der räumlichen Außenseite. Die sind aus viel geistigeren Kräften aufgebaut als zum Beispiel unser Magen oder dasjenige, was innerlich im räumlichen Sinne ist. Dasjenige, was innerlich ist, ist aus den ungeistigsten Kräften aufgebaut. Und so sonderbar es klingt, so muß doch einmal darauf aufmerksam gemacht werden, daß der Mensch sich eigentlich verkehrt ausspricht über sich. Es ist das ja natürlich, weil wir hier auf dem physischen Plan leben — aber verkehrt spricht er sich aus. Er müßte eigentlich dasjenige, was die Haut im Gesichte ist, das Innere nennen und seinen Magen das Äußere. Da würde man der Wirklichkeit viel näherkommen! Man würde der Wirklichkeit näherkommen, wenn man sagen würde, wir essen von innen nach außen, wir schicken die Speisen von innen nach außen, indem wir sie in den Magen schikken, als jetzt, wo wir sagen: von außen nach innen; denn je weiter unsere Organe an der Oberfläche liegen, von desto geistigeren Kräften rühren sie her, und von um so ungeistigeren Kräften rühren sie her, je mehr sie in unserem räumlichen Inneren liegen.

[ 5 ] But this interior—which can be seen from the outside in this way, this spatial interior—is not what is meant here when we speak of the interior. This spatial interior is, too, merely an exterior; this spatial interior is, even in the physical human body, much more external than the actual spatial exterior. It is certainly strange for me to say this. But you know from our previous descriptions of spiritual science that our sense organs were already formed during the Saturnic era, and we carry them on the outside of our body, on the spatial exterior. They are composed of far more spiritual forces than, for example, our stomach or whatever is internal in the spatial sense. That which is internal is composed of the least spiritual forces. And as strange as it sounds, it must be pointed out that human beings actually speak of themselves in the wrong way. This is, of course, because we live here on the physical plane—but we speak of ourselves in the wrong way. We should actually call what is the skin on our face the “inside” and our stomach the “outside.” That would bring us much closer to reality! We would come closer to reality if we said that we eat from the inside out, we send food from the inside out by sending it into the stomach, rather than as we do now, when we say: from the outside in; for the closer our organs are to the surface, the more they derive from spiritual forces, and the further they lie within our physical interior, the more they derive from non-spiritual forces.

[ 6 ] Sie können das sogar aus den bisherigen Schilderungen der Geisteswissenschaft leicht einsehen. Wenn Sie sich genau erinnern an dasjenige, was in der bisherigen Schilderung der Geisteswissenschaft vorgebracht worden ist, so werden Sie wissen, daß während der Mondenentwickelung sich etwas abspaltet und bei der Erdenentwickelung wieder abspaltet und hinausgeht aus der Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung in den Weltenraum. Bei dieser Abspaltung ist nämlich etwas Merkwürdiges geschehen: Wir sind gewendet worden, richtig so gewendet worden, wie ein Handschuh umgedreht, umgewendet wird, das Innere nach außen und das Äußere nach innen. Dasjenige, was sich heute als Gesicht nach außen wendet, war wirklich während der Saturn- und Sonnenzeit — in der ersten Anlage natürlich — nach innen gewendet, und auch noch während eines Teiles der Mondenzeit; und die Anlagen zu unseren heutigen inneren Organen wurden während des Mondendaseins noch so gebildet, daß sie von außen gebildet wurden. Wir sind seit jener Zeit wirklich umgewendet wie ein Rock. Heute tut man das nicht mehr so viel, Röcke wenden, aber man hat es in früheren Zeiten getan, als man die Röcke noch länger tragen konnte. Heute ist das ja nicht mehr üblich.

[ 6 ] You can easily see this from the descriptions of spiritual science given so far. If you recall precisely what has been presented in the previous description of spiritual science, you will know that during the lunar phase of development, something splits off, and during the Earth phase of development, it splits off again and departs from the Saturn, Sun, and Moon phases of development into outer space. During this separation, something remarkable happened: we were turned inside out—literally turned inside out, just as a glove is turned inside out, with the inside becoming the outside and the outside becoming the inside. That which today faces outward was in fact, during the Saturn and Sun eras—in its initial form, of course—turned inward, and remained so for part of the Lunar era as well; and the rudiments of our present-day internal organs were still formed during the Lunar era in such a way that they were shaped from the outside. Since that time, we have truly been turned inside out like a coat. Today, people don’t turn coats inside out as much anymore, but they used to do so in earlier times, when coats could still be worn for longer periods. Today, of course, that is no longer customary.

[ 7 ] Wenn wir von unserem physischen Leib sprechen, müssen wir uns also bewußt werden, daß an ihm vieles Übersinnliche ist, daß seine ganze Bauart übersinnlich ist, daß er aus dem Übersinnlichen heraus gebaut ist und uns nur seine Außenseite zuwendet, wenn wir das betrachten als Ganzes. Wenn wir nun an den Ätherleib kommen, so ist dieser überhaupt nicht mehr für die physisch-sinnliche Betrachtung sichtbar; aber um so wichtiger wird dieser Ätherleib dann, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist. Da ist zunächst in der Zeit, in die wir eintreten in den ersten Tagen, dieser Ätherleib von einer ganz besonderen Wichtigkeit. Aber auch in bezug auf den physischen Leib müssen wir noch lernen umzudenken, richtig lernen umzudenken, wenn wir in dem rechten Maße das ins Auge fassen wollen, was uns nach dem Durchgang durch die Todespforte erwartet. Sie wissen ja, denn das kann noch von der physischen Welt aus beobachtet werden, beim Durchgang durch die Todespforte legt der Mensch seinen physischen Leib, wie man sagt, ab. Er wird übergeben durch Verwesung oder Verbrennung — die beiden Prozesse unterscheiden sich nur durch Zeitlänge — dem Element der Erde. Nun könnte es scheinen, als ob für den, der nun durch die Todespforte gegangen ist, dieser physische Leib als solcher einfach abgetan wäre. Das ist aber nicht der Fall. Der Erde können wir von unserem physischen Leib nämlich nur dasjenige übergeben, was von der Erde selber stammt. Nicht können wir der Erde übergeben von unserem physischen Leib dasjenige, was von dem alten Mondendasein herrührt, was von dem alten Sonnendasein herrührt, von dem alten Saturndasein herrührt. Dasjenige, was von dem alten Saturndasein herrührt, von dem Sonnendasein und vom Mondendasein, ja sogar von einem großen Teil des Erdendaseins noch, das sind übersinnliche Kräfte. Und diese übersinnlichen Kräfte, die in unserem physischen Leib drinnenstecken, von denen sich uns eben nur in der sinnlichen Anschauung, wie ich eben auseinandergesetzt habe, die Außenseite zeigt, diese übersinnlichen Kräfte, wohin kommen denn die, wenn wir durch die Todespforte hindurchgegangen sind? Von unserem physischen Leib, von diesem wunderbarsten Gebilde, das überhaupt in der Welt vorhanden ist zunächst als Gebilde, von unserem physischen Leib wird, wie gesagt, nur dasjenige, was ihm die Erde gegeben hat, der Erde zurückgegeben. Das andere, wo ist es denn, wenn wir durch die Todespforte geschritten sind? — Das andere zieht sich zurück von dem, was in die Erde gleichsam hineinsinkt durch Verwesung oder Verbrennung; das andere wird aufgenommen in das ganze Universum. Und wenn Sie alles, alles, was Sie ahnen können im Umkreis der Erde, mit sämtlichen Planeten und Fixsternen denken, und wenn Sie das möglichst geistig denken, so werden Sie in diesem also geistig Gedachten den Ort haben, wo das Geistige von uns ist. Denn nur ein Stück dieses Geistigen wird abgetrennt, das in Wärme lebt, und das bei der Erde verbleibt. Wärme, unsere innere Wärme, unsere Eigenwärme wird abgetrennt, bleibt bei der Erde. Aber alles dasjenige, was sonst geistig ist am physischen Leib, das wird hinausgetragen in den ganzen Weltenraum, in den ganzen Kosmos.

[ 7 ] When we speak of our physical body, we must therefore realize that there is much in it that is supersensible, that its entire structure is supersensible, that it is built from the supersensible, and that it presents only its outer aspect to us when we consider it as a whole. When we come to the etheric body, it is no longer visible at all to physical-sensory observation; but this etheric body becomes all the more important once a person has passed through the gate of death. In the period we enter in the first few days, this etheric body is of particular importance. But even with regard to the physical body, we must still learn to think differently—truly learn to think differently—if we are to properly grasp what awaits us after passing through the gate of death. As you know—for this can still be observed from within the physical world—when passing through the gate of death, the human being, as it were, sheds their physical body. It is surrendered to the element of earth through decomposition or cremation—the two processes differ only in duration. Now it might seem as though, for the one who has now passed through the gate of death, this physical body as such were simply discarded. But that is not the case. For we can surrender to the earth from our physical body only that which originates from the earth itself. We cannot surrender to the earth, from our physical body, that which originates from the old lunar existence, from the old solar existence, or from the old Saturnian existence. That which originates from the old Saturnian existence, from the solar existence, and from the lunar existence—indeed, even from a large part of the earthly existence—consists of supersensible forces. And these supersensible forces, which are embedded within our physical body—of which, as I have just explained, only the outer aspect is revealed to us through sensory perception—where do these supersensible forces go once we have passed through the gate of death? As for our physical body—this most wondrous structure that exists in the world at all, first and foremost as a structure—only that which the Earth has given to it is returned to the Earth, as I said. The rest—where is it when we have passed through the gate of death? — The rest withdraws from what sinks, as it were, into the earth through decay or cremation; the rest is absorbed into the entire universe. And if you imagine everything—everything you can conceive of within the sphere of the earth, including all the planets and fixed stars—and if you imagine this as spiritually as possible, then within this spiritual vision you will find the place where our spiritual essence resides. For only a part of this spiritual essence is separated—the part that lives in warmth—and that remains with the Earth. Warmth—our inner warmth, our own warmth—is separated and remains with the Earth. But everything else that is spiritual in the physical body is carried out into the entire expanse of the universe, into the entire cosmos.

[ 8 ] Wenn wir nun als Mensch unseren physischen Leib verlassen, wohinein gehen wir denn, in was tauchen wir denn eigentlich unter? Wir tauchen wie in Blitzesschnelligkeit mit unserem Tode in das unter, was aus all den übersinnlichen Kräften unseren physischen Leib bildet. Sie können sich ganz ruhig vorstellen, daß alle die Baukräfte, die seit der Saturnzeit an Ihrem physischen Leib gewirkt haben, sich ins Unendliche ausdehnen und Ihnen den Ort bereiten, in dem Sie leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Alles das ist, möchte ich sagen, nur zusammengezogen in dem Raum, der von unserer Haut eingeschlossen ist zwischen der Geburt und dem Tode.

[ 8 ] When we, as human beings, leave our physical body, where do we go? Into what do we actually plunge? With our death, we plunge—as if in the blink of an eye—into that which, through all the supersensible forces, forms our physical body. You can easily imagine that all the formative forces that have been at work on your physical body since the Saturnic era expand into infinity and prepare for you the place where you live between death and a new birth. All of this, I would say, is merely condensed within the space enclosed by our skin between birth and death.

[ 9 ] Wenn wir nun außerhalb des physischen Leibes sind, dann machen wir vor allen Dingen eine Erfahrung, die für das ganze nachfolgende Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig ist. Ich habe sie schon öfters angedeutet. Diese Erfahrung ist von entgegengesetzter Natur wie die entsprechende Erfahrung hier im Leben des physischen Planes. Hier im Leben des physischen Planes, da können wir mit dem gewöhnlichen sinnlichen Erkennen, das wir haben, nicht zurückblikken bis zu der Stunde unserer Geburt. Kein Mensch kann seine eigene Geburt erinnern, kann zurückschauen. Er weiß nur, daß er geboren ist, erstens deshalb, weil man es ihm vielleicht gesagt hat, und zweitens, weil er es daraus schließt, daß alle Menschen, die noch später die Erde betreten haben als er, auch geboren sind; aber eine wirkliche Erfahrung von seiner eigenen Geburt kann der Mensch nicht haben.

[ 9 ] When we are outside the physical body, we first and foremost have an experience that is important for the entire subsequent life between death and a new birth. I have alluded to it on several occasions. This experience is of a nature opposite to the corresponding experience here in life on the physical plane. Here in life on the physical plane, we cannot look back to the hour of our birth using the ordinary sensory perception we possess. No one can remember their own birth or look back on it. They know only that they were born—first, because they may have been told so, and second, because they infer this from the fact that all people who came into the world after them were also born; but a person cannot have a real experience of their own birth.

[ 10 ] Gerade umgekehrt ist es mit der entsprechenden Erfahrung nach dem Tode. Während niemals die unmittelbare Anschauung unserer Geburt vor unserer Seele stehen kann in dem physischen Leben, steht im ganzen Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt der Moment des Todes, wenn der Mensch nur hinschaut auf ihn geistig, vor der Seele. Nur müssen wir uns allerdings klar sein, daß dieser Moment des Todes dann von der anderen Seite gesehen wird. Wenn der Tod etwas Schreckhaftes haben kann, so ist es nur deshalb, weil er hier gesehen wird als eine Auflösung gewissermaßen, als ein Ende. Von der anderen Seite, von der geistigen Seite her, wenn zurückgeschaut wird zum Moment des Todes, erscheint der Tod immerfort als der Sieg des Geistes, als das Heraus-sich-Winden des Geistes aus dem Physischen. Da erscheint er als das größte, herrlichste, als das bedeutsamste Ereignis. Und außerdem entzündet sich an diesem Ereignisse dasjenige, was unser Ich-Bewußtsein nach dem Tode ist. Wir haben in der ganzen Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt nicht nur in ähnlichem, sondern sogar in einem viel höheren Sinne ein Ich-Bewußtsein als hier im physischen Leben. Aber dieses Ich-Bewußtsein würden wir nicht haben, wenn wir nicht immerfort zurückblicken könnten, sehen würden, aber von der anderen Seite, von der geistigen Seite, diesen Moment, in dem wir uns herausgerungen haben mit unserem Geistigen aus dem Physischen. Daß wir ein Ich sind, wissen wir nur dadurch, daß wir wissen: Wir sind gestorben, wir haben unser Geistiges aus unserem Physischen herausgelöst. In dem Augenblicke, wo wir jenseits der Pforte des Todes nicht hinschauen auf den Moment des Todes, da ist es für dieses Ich-Bewußtsein nach dem Tode so, wie es für das physische Ich-Bewußtsein hier im Schlafe ist. Wie man im Schlafe nichts weiß von dem physischen Ich-Bewußtsein, so weiß man nach dem Tode nichts von sich, wenn man nicht vor Augen hat diesen Moment des Sterbens. Man hat ihn als einen der herrlichsten, als einen der erhabensten Augenblicke vor sich.

[ 10 ] The opposite is true of the corresponding experience after death. While the immediate vision of our birth can never appear before our soul during physical life, the moment of death—if a person merely looks at it spiritually—stands before the soul throughout the entire life between death and a new birth. However, we must be clear that this moment of death is then viewed from the other side. If death can have anything frightening about it, it is only because it is seen here as a kind of dissolution, as an end. From the other side, from the spiritual side, when one looks back at the moment of death, death always appears as the victory of the spirit, as the spirit’s writhing free from the physical. There it appears as the greatest, most glorious, and most significant event. Moreover, it is through this event that what constitutes our sense of self after death is kindled. Throughout the entire period between death and a new birth, we possess a sense of self not only in a similar sense but even in a much higher sense than here in physical life. But we would not have this sense of self if we could not constantly look back—not from this side, but from the other side, the spiritual side—and see that moment in which we wrested our spiritual self free from the physical. We know that we are a “I” only because we know: We have died; we have separated our spiritual self from our physical self. At the moment when, beyond the gate of death, we do not look back at the moment of death, this sense of self after death is like the physical sense of self here during sleep. Just as one is unaware of one’s physical sense of self during sleep, so too is one unaware of oneself after death unless one has before one’s eyes that moment of dying. One has it before oneself as one of the most glorious, as one of the most sublime moments.

[ 11 ] Sie sehen, schon in diesem Falle müssen wir uns damit bekanntmachen, eine eigentlich geistige Welt ganz anders zu denken als hier die sinnlich-physische Welt. Wenn man in bequemer Weise nur bei den Begriffen bleiben will, die man hier für die physisch-sinnliche Welt hat, so kann man gar nicht das Geistige irgendwie genauer erfassen. Denn das Wichtigste nach dem Tode ist, daß der Moment des Sterbens von der anderen Seite angesehen wird. Dadurch eben entzündet sich unser Ich-Bewußtsein auf der anderen Seite. Wir haben gewissermaßen hier in der physischen Welt die eine Seite des Ich-Bewußtseins; nach dem Tode haben wir die andere Seite des Ich-Bewußtseins. Ich habe vorhin auseinandergesetzt, wo eigentlich das Übersinnliche unseres physischen Leibes ist nach dem Tode, wo wir es zu suchen haben. In der ganzen Welt, so weit wir sie nur ahnen können, haben wir dieses Physische als Kräfteverhältnis, als Kräfteorganismus, als Kräftekosmos zu suchen. Dieses Physische bereitet uns den Ort, durch den wir durchzugehen haben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.

[ 11 ] As you can see, even in this case we must familiarize ourselves with the idea of conceiving a truly spiritual world in a completely different way than we do the sensory-physical world here. If, for the sake of convenience, one wishes to stick only to the concepts we use here for the physical-sensory world, then one cannot grasp the spiritual in any precise way at all. For the most important thing after death is that the moment of dying is viewed from the other side. It is precisely this that kindles our sense of self on the other side. In a sense, here in the physical world we have one side of the sense of self; after death, we have the other side of the sense of self. I explained earlier where, in fact, the supersensible aspect of our physical body is after death—where we must seek it. Throughout the entire world, as far as we can even imagine it, we must seek this physical realm as a balance of forces, as an organism of forces, as a cosmos of forces. This physical realm prepares for us the path we must traverse between death and a new birth.

[ 12 ] Es ist also dasjenige, was wir hier in unserem physischen Körper, in diesem verhältnismäßig zur Gesamtwelt kleinen Körper eingeschlossen haben in unserer Haut, wirklich ein Mikrokosmos, wirklich eine ganze Welt. Sie ist wirklich nur zusammengerollt — möchte ich sagen, wenn ich trivial sprechen darf —, sie rollt sich dann auf und erfüllt die Welt mit Ausnahme eines kleinen Raumes, der immer leer bleibt. Wenn wir zwischen dem Tode und einer neuen Geburt leben, sind wir eigentlich mit dem, was hier unserem physischen Leib als übersinnliche Kräfte zugrunde liegt, überall in der Welt, nur an einem einzigen Ort nicht, der bleibt leer. Das ist der Raum, den wir hier in der physischen Welt einnehmen innerhalb unserer Haut. Und immer blicken wir auf diese Leere. Wir schauen uns dann von außen an und schauen in eine Hohlheit hinein. Das, in was wir hineinschauen, bleibt leer, aber es bleibt so leer, daß wir davon eine Grundempfindung haben. Dieses Hinschauen ist nicht ein abstraktes Hinschauen, wie man hier auf dem physischen Plan hinstiert auf irgendwelche Dinge, sondern dieses Hinschauen ist verbunden mit einer mächtigen inneren Lebenserfahrung, mit einem mächtigen Erlebnis. Es ist verbunden damit, daß in uns durch die Anschauung dieser Leere aufsteigt eine Empfindung, die uns nun begleitet durch unser ganzes Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, die viel von dem ausmacht, was wir überhaupt dieses jenseitige Leben nennen. Es ist die Empfindung: Da ist etwas in der Welt, das muß immer wieder und wiederum von dir ausgefüllt werden. — Und man erlangt dann die Empfindung: Man ist in der Welt zu etwas da, wozu man nur selber da sein kann. Man empfindet seinen Platz in der Welt. Man empfindet, daß man ein Baustein ist in der Welt, ohne den die Welt nicht sein könnte. Das ist die Anschauung dieser Leere. Das Darinnenstehen als etwas, was zu der Welt gehört, das überkommt einen dadurch, daß man auf eine Leere hinschaut.

[ 12 ] So what we have enclosed here within our physical body—this body, which is small in relation to the entire world—within our skin, is truly a microcosm, truly a whole world. It is really just rolled up—if I may put it trivially—and then it unrolls and fills the world, with the exception of a small space that always remains empty. When we live between death and a new birth, we are actually present everywhere in the world with what underlies our physical body here as supersensible forces—except in a single place, which remains empty. That is the space we occupy here in the physical world within our skin. And we are always gazing at this emptiness. We then look at ourselves from the outside and gaze into a hollow space. That into which we gaze remains empty, but it remains so empty that we have a fundamental sense of it. This gazing is not an abstract act of looking, as one might stare at things here on the physical plane, but rather it is connected to a powerful inner life experience, to a profound experience. It is connected to the fact that, through the contemplation of this emptiness, a feeling rises within us that now accompanies us throughout our entire life between death and a new birth—a feeling that constitutes much of what we call the life beyond. It is the feeling: There is something in the world that must be filled by you again and again. — And one then gains the feeling: One is here in the world for a purpose that only one’s own presence can fulfill. One senses one’s place in the world. One senses that one is a building block in the world, without which the world could not exist. This is the contemplation of this emptiness. The realization of standing within it as something that belongs to the world comes over one through gazing upon an emptiness.

[ 13 ] Das alles hängt nun zusammen mit dem, was aus unserem physischen Leib dann wird. Nun werden wir aus den elementareren Darstellungen gewissermaßen nur immer schematisch darlegen können dasjenige, was wirklich in der geistigen Welt die Bilder braucht für das Wirkliche. Aber wir müssen diese Bilder erst haben, um nach und nach uns zu Vorstellungen aufzuschwingen, die mehr in das Wirkliche der geistigen Welt eindringen.

[ 13 ] All of this is connected to what becomes of our physical body. Now, based on the more elementary representations, we will, so to speak, only ever be able to present schematically what the spiritual world truly needs in terms of images to represent reality. But we must first have these images in order to gradually rise to concepts that penetrate more deeply into the reality of the spiritual world.

[ 14 ] Wir wissen, daß wir dann durch Tage eine Art Rückerinnerung haben. Aber diese Rückerinnerung wird doch nur im uneigentlichen Sinne — obwohl mit Recht, aber im uneigentlichen Sinne — Rückerinnerung genannt, denn durch einige Tage haben wir etwas wie ein Tableau, wie ein Panorama, das gewoben ist aus alldem, was wir im eben verflossenen Leben erlebt haben. Aber wir haben es nicht so wie eine gewöhnliche Erinnerung innerhalb des physischen Leibes. Eine Erinnerung des physischen Leibes ist so, daß wir sie zeitlich heraufholen aus dem Gedächtnisse. Ein solches Gedächtnis ist eine Kraft, die an den physischen Leib gebunden ist, ein Gedachtes, wo man so zeitlich heraufholt die Erinnerungen. Diese Rückerinnerung nach dem Tode, die ist so, daß, wie in einem Panorama, gleichzeitig alles, was sich im Leben abgespielt hat, in Imaginationen um uns herum ist. Wir leben durch Tage innerhalb unseres, man kann nur sagen: Erlebens. In mächtigen Bildern ist gleichzeitig das Ereignis da, welches wir eben noch erlebt haben in den letzten Zeiten vor unserem Tode, und gleichzeitig ist dasjenige da, was wir erlebt haben in der Kindheit. Ein Lebenspanorama, ein Lebensbild, welches dasjenige, was sonst in der Zeit nacheinander gefolgt ist, in einem Gewebe uns darstellt, das aus Äther geflochten ist. Das alles, was wir da sehen, lebt im Äther.

[ 14 ] We know that we then have a kind of flashback over the course of several days. But this recollection is called a “recollection” only in a figurative sense—albeit rightly so, but in a figurative sense—because over the course of a few days we have something like a tableau, like a panorama, woven from everything we have experienced in the life that has just passed. But we do not experience it in the same way as an ordinary memory within the physical body. A memory of the physical body is such that we retrieve it from memory over time. Such memory is a force bound to the physical body, a form of thinking in which memories are retrieved in this temporal manner. This recollection after death is such that, as in a panorama, everything that has taken place in life is simultaneously present around us in images. We live through days within our—one can only say—experience. In powerful images, the events we have just experienced in the final moments before our death are present simultaneously, as are those we experienced in childhood. A panorama of life, a picture of life, which presents to us—in a fabric woven from ether—what would otherwise have followed one after another in time. Everything we see there lives in the ether.

[ 15 ] Vor allen Dingen empfinden wir dasjenige, was daum uns herum ist, als lebendig. Es lebt und webt alles darinnen. Dann empfinden wir es als geistig tönend, als geistig leuchtend und auch als geistig wärmend. Dieses Lebenstableau schwindet, wie wir wissen, schon nach Tagen. Aber wodurch endet es denn eigentlich, und was ist dieses Lebenstableau?

[ 15 ] Above all, we perceive everything around us as alive. Everything within it lives and pulsates. Then we perceive it as spiritually resonant, spiritually luminous, and also spiritually warming. This tableau of life, as we know, fades after only a few days. But what actually brings it to an end, and what is this tableau of life?

[ 16 ] Ja, wenn man dieses Lebenstableau untersucht auf das hin, was es eigentlich ist, so muß man sagen: Es ist hineinverwoben alles das, was wir im Leben erlebt haben. Aber wie erlebt? — Indem wir dabei gedacht haben! Also alles das, was wir denkend, vorstellend erlebten, das steckt dadrinnen. Sagen wir, um auf etwas Konkretes einzugehen, wir haben im Leben mit einem anderen Menschen zusammengelebt, wir haben mit dem anderen Menschen gesprochen. Indem wir mit ihm gesprochen haben, haben sich seine Gedanken unseren Gedanken mitgeteilt. Wir haben Liebe von ihm empfangen, wir haben seine ganze Seele auf uns wirken lassen, all das innerlich durchlebt. Wir leben ja mit, wenn wir mit einem anderen Menschen leben. Er lebt und wir leben, und wir erleben etwas an ihm. Das, was wir an ihm erleben, das erscheint uns jetzt in dieses ätherische Lebenstableau hineinverwoben. Es ist dasselbe, an das wir uns erinnern. Denken Sie sich einmal den Moment, wo Sie vor zehn, zwanzig Jahren mit irgend jemand anderem etwas erlebt haben. Denken Sie sich, Sie erinnern sich daran, und Sie erinnern sich nicht so, wie man sich gewöhnlich im Leben erinnert, daß alles grau in grau verschwimmt, sondern Sie erinnerten sich so daran, daß die Erinnerung in Ihnen so lebendig wäre, wie das Erlebnis selber war, daß der Freund so vor Ihnen steht, wie er damals gestanden hat während des Erlebnisses. Im Leben hier sind wir oftmals recht traumhaft. Dasjenige, was wir herzhaft erleben auf dem physischen Plan, stumpft sich ab, das lähmt sich herab. Wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sind und es im Lebenstableau haben, da ist es nicht so herabgelähmt, da ist es mit all der Frische und Herzhaftigkeit vorhanden, in denen es vorhanden war während des Lebens. So webt es sich hinein in dieses Lebenstableau, so erleben wir es selber dann durch Tage.

[ 16 ] Yes, if one examines this tableau of life for what it actually is, one must say: Everything we have experienced in life is woven into it. But how did we experience it? — By thinking about it! So everything we experienced through thinking and imagining is contained within it. Let’s say, to give a concrete example, that we have lived together with another person in life; we have spoken with that other person. As we spoke with them, their thoughts communicated with our own. We received love from them; we allowed their entire soul to influence us; we lived through all of that inwardly. After all, we share in their life when we live with another person. They live and we live, and we experience something through them. What we experience through them now appears to us as woven into this ethereal tableau of life. It is the very same thing we remember. Just imagine the moment ten or twenty years ago when you experienced something with someone else. Imagine that you remember it—not the way we usually remember things in life, where everything blurs into a gray haze—but rather that the memory is so vivid within you that it feels just as alive as the experience itself, and that your friend stands before you exactly as he did at that moment during the experience. In this life, we are often quite dreamlike. What we experience wholeheartedly on the physical plane becomes dulled and faded. Once we have passed through the gate of death and it is part of the tableau of life, it is not so dulled; it remains present with all the freshness and intensity with which it existed during life. Thus it weaves itself into this tableau of life, and thus we ourselves experience it day after day.

[ 17 ] Wie wir den Eindruck haben in bezug auf die physische Welt, daß unser physischer Leib von uns abfällt, so haben wir dann nach Tagen den Eindruck, daß zwar von uns auch abgefallen ist unser ätherischer Leib, aber dieser unser ätherischer Leib ist eigentlich nicht so abgefallen wie unser physischer Leib, sondern er ist einverwoben dem ganzen Universum, der ganzen Welt. Er ist dadrinnen, er hat dadrinnen seine Eindrücke gemacht während der Tage, während wir das Lebenstableau erleben. Und dasjenige, was wir so als Lebenstableau haben, das ist übergegangen in die äußere Welt, das lebt um uns herum, ist von der Welt aufgenommen.

[ 17 ] Just as we have the impression, with regard to the physical world, that our physical body falls away from us, so too, after a few days, we have the impression that although our etheric body has also fallen away from us, this etheric body has not actually fallen away in the same way as our physical body; rather, it is interwoven with the entire universe, the entire world. It is within it; it has made its impressions there during those days, while we experience the tableau of life. And what we have as this tableau of life has passed into the outer world; it lives around us and has been absorbed by the world.

[ 18 ] Wir machen dabei während dieser Tage wiederum eine wichtige, eine eindringliche Erfahrung. Denn dasjenige, was wir nach dem Tode erleben, sind nicht nur Erlebnisse, die so wie Erinnerungen an das Erdenleben sind, sondern es sind durchaus Stücke für neue Erlebnisse. Das ist ja selbst ein neues Erlebnis, wie wir zu unserem Ich kommen, indem wir zurückschauen zu dem Tode, denn so etwas können wir mit den Erdensinnen hier nicht erleben. Das erschließt sich nur dem initiierten Erkennen. Aber auch, was wir während der Tage erleben, indem wir dieses Lebenstableau, dieses von uns sich ablösende und dem Universum sich einwebende Ätherweben um uns herum haben, auch das, was wir da erleben, ist etwas erschütternd Erhabenes, etwas ganz Gewaltiges für die Menschenseele.

[ 18 ] During these days, we once again have an important, a profound experience. For what we experience after death are not merely experiences that are like memories of our earthly life, but they are indeed fragments of new experiences. It is, in fact, a new experience in itself—how we come to our true self by looking back on death—for this is something we cannot experience here with our earthly senses. It is revealed only through initiated knowledge. But also, what we experience during our days—surrounded by this tableau of life, this etheric weaving that is detaching itself from us and interweaving itself into the universe—even what we experience there is something profoundly sublime, something truly immense for the human soul.

[ 19 ] Hier im physischen Leben, ja, da stehen wir der Welt gegenüber, diesem mineralischen, diesem pflanzlichen, diesem tierischen, diesem menschlichen Reich. Wir erleben an diesen das, was unsere Sinne erleben können, was unser an das Gehirn gebundener Verstand an den Sinneserlebnissen haben kann, was unser an unser Gefäßsystem gebundenes Gemüt erleben kann, das alles erleben wir hier. Und wir Menschen sind eigentlich hier zwischen Geburt und Tod, von einem höheren Gesichtspunkt aufgefaßt, außerordentlich große — verzeihen Sie den Ausdruck —, außerordentlich große «Tröpfe», Riesentröpfe. Fürchterlich dumm sind wir vor der Weisheit der großen Welt, wenn wir glauben, damit sei es abgetan, daß wir hier etwas erleben in der beschriebenen Weise und dann dieses, was wir hier erleben, in unseren Erinnerungen tragen und als Mensch es uns angeeignet haben. Das glauben wir so. Aber während wir erleben, während wir uns unsere Vorstellungen, unsere Gemütsempfindungen bilden in dem Erleben, arbeitet in diesem unserem Erlebeprozeß, in diesem Vorgang die ganze Welt der Hierarchien. Die lebt und webt darinnen. Wenn Sie einem Menschen gegenübertreten und ihm in die Augen schauen, in Ihrem Blick und in dem, was sein Blick Ihnen entgegensendet, leben die Geister der Hierarchien darinnen, leben die Hierarchien, lebt die Arbeit der Hierarchien. Auch das, was wir erleben, bietet uns nur die Außenseite, denn in diesem Erleben arbeiten die Götter darinnen. Und während wir glauben, wir leben nur für uns, arbeiten sich die Götter durch unser Erleben etwas aus, wodurch sie etwas haben, was sie jetzt der Welt einweben können. Wir haben Gedanken gefaßt, wir haben Gemütserlebnisse gehabt — die Götter nehmen sie und teilen sie ihrer Welt mit. Und nachdem wir gestorben sind, wissen wir, daß wir gelebt haben deshalb, damit die Götter dieses Gewebe spinnen können, das jetzt in unserem Ätherleib von uns kommt und dem ganzen Universum mitgeteilt wird. Die Götter haben uns leben lassen, damit sie für sich etwas spinnen können, wodurch sie ihre Welt um ein Stück bereichern können. Es ist ein erschütternder Gedanke! Wenn wir nur einen Schritt durch die Welt machen, so ist dieser Schritt der äußere Ausdruck für ein Göttergeschehen und ein Stück von dem Gewebe, das die Götter in ihrem Weltenplan verwenden, das sie uns nur lassen, bis wir durch die Pforte des Todes gehen, um es dann von uns wegzuziehen und dem Universum einzuverleiben. Diese unsere Menschengeschicke sind zugleich Götterhandlungen, und was sie für uns Menschen sind, ist nur eine Außenseite. Das ist das Bedeutsame, das Wichtige, das Wesentliche.

[ 19 ] Here in physical life, yes, we face the world—the mineral, plant, animal, and human kingdoms. We experience in them what our senses can experience, what our intellect—bound to the brain—can derive from sensory experiences, and what our soul—bound to our circulatory system—can experience; we experience all of that here. And we humans, viewed from a higher perspective, are actually—between birth and death—extraordinarily large—forgive the expression—extraordinarily large “drops,” giant drops. We are terribly foolish in the face of the wisdom of the great world if we believe that it is enough simply to experience something here in the manner described, and then to carry what we experience here in our memories and, as human beings, to have made it our own. That is what we believe. But while we are experiencing, while we are forming our ideas and our emotional sensations within that experience, the entire world of the hierarchies is at work within this process of our experience, within this very process. It lives and weaves within it. When you stand before another person and look into their eyes, the spirits of the hierarchies live within your gaze and within the gaze they return to you; the hierarchies themselves live there, and the work of the hierarchies is at work. Even what we experience offers us only the outer surface, for within this experience the gods are at work. And while we believe we live only for ourselves, the gods are working through our experiences to create something through which they now have something they can weave into the world. We have formed thoughts; we have had emotional experiences—the gods take them and share them with their world. And after we have died, we know that we lived so that the gods could spin this fabric, which now emanates from us in our etheric body and is communicated to the entire universe. The gods have allowed us to live so that they might spin something for themselves, through which they can enrich their world a little more. It is a profound thought! If we take even a single step through the world, that step is the outward expression of a divine act and a piece of the fabric that the gods use in their plan for the world—a fabric they allow us to possess only until we pass through the gate of death, at which point they draw it away from us and incorporate it into the universe. Our human destinies are, at the same time, divine acts, and what they are for us humans is merely the outer appearance. That is what is significant, what is important, what is essential.

[ 20 ] Wem gehört eigentlich jetzt, nachdem wir gestorben sind, dasjenige an, was wir im Leben innerlich dadurch gewonnen haben, daß wir denken können, daß wir Gemütsempfindungen haben, wem gehört es an? — Nach unserem Tode gehört es der Welt an! So aber, wie wir auf unseren Tod zurückblicken, so blicken wir mit dem, was uns bleibt, mit unserem astralischen Leib und mit unserem Ich, zurück auf dasjenige, was sich da einverwoben hat dem Universum, der Welt. Während unseres Lebens tragen wir das, was sich da dem Universum eingewoben hat, als Ätherleib in uns. Jetzt ist es aufgesponnen und einverwoben der Welt. Wir blicken darauf hin, schauen es an. Wie wir es hier innerlich erleben, so schauen wir es nach dem Tode an, so ist es in der Welt draußen. Wie wir hier Sterne anschauen und Berge und Flüsse, so schauen wir nach dem Tode auch neben dem, was geworden ist mit Blitzesschnelle, sagte ich, aus unserem physischen Leib, das an, was sich der Welt einverwoben hat aus unseren eigenen Erlebnissen. Und dasjenige, was sich da aus unseren eigenen Erlebnissen dem ganzen Weltenbau einverleibt, das spiegelt sich jetzt in dem, was wir noch haben, im astralischen Leib und Ich, geradeso wie sich spiegelt die äußere Welt in unseren physischen Organen durch unseren physischen Menschen hier. Und indem sich das spiegelt in uns, bekommen wir etwas, was wir hier während dieser Erdenzeit nicht haben können, was wir in einem äußeren, mehr physischen Abdruck später während der Jupiterzeit haben werden, was wir aber in einer geistigen Art dadurch bekommen, daß jetzt unser ätherisches Sein außerhalb ist und auf uns einen Eindruck macht. Statt daß es vorher von uns erlebt wurde als unser Inneres, macht es jetzt auf uns einen Eindruck. Der Eindruck, der auf uns gemacht wird, ist allerdings zunächst ein Geistiges, er ist bildhaft, aber er ist als Bildhaftes schon ein Vorbild für das, was wir erst auf dem Jupiter haben werden: das Geistselbst. Dadurch also, daß sich einwebt unser Ätherisches dem Universum, wird für uns geboren — aber geistig, nicht so, wie wir es später auf dem Jupiter haben werden — ein Geistselbst, so daß wir jetzt haben, nachdem wir unseren ätherischen Leib abgelegt haben: astralischen Leib, Ich, Geistselbst. Dasjenige, was uns von unserem Erdendasein bleibt, das ist also unser Astralleib und unser Ich.

[ 20 ] Now that we have died, to whom does that which we gained inwardly in life—through our ability to think and our emotional experiences—actually belong? — After our death, it belongs to the world! But as we look back on our death, we look back—with what remains to us, with our astral body and with our “I”—on that which has become interwoven with the universe, with the world. During our life, we carry within us, as an etheric body, that which has become interwoven with the universe. Now it has been spun out and woven into the world. We gaze upon it, we look at it. Just as we experience it inwardly here, so do we look at it after death; that is how it is in the world outside. Just as we look here at stars, mountains, and rivers, so too, after death—alongside what has become, as I said, with lightning speed from our physical body—do we look at what has become interwoven with the world from our own experiences. And that which, from our own experiences, has become incorporated into the entire structure of the world—that is now reflected in what we still possess, in the astral body and the I, just as the outer world is reflected in our physical organs through our physical being here. And as this is reflected within us, we receive something we cannot have here during this Earth period, something we will later have in an external, more physical form during the Jupiter period, but which we now receive in a spiritual way because our etheric being is now outside of us and makes an impression on us. Whereas it was previously experienced by us as our inner self, it now makes an impression on us. The impression made upon us is, however, initially a spiritual one; it is pictorial, but as a pictorial image it is already a model for what we will only have on Jupiter: the spiritual self. Thus, through the interweaving of our etheric body with the universe, a spiritual self is born for us—though in a spiritual sense, not as we will later experience it on Jupiter—so that now, after we have shed our etheric body, we possess: the astral body, the “I,” and the spiritual self. What remains to us from our earthly existence is thus our astral body and our “I.”

[ 21 ] Unser astralischer Leib, der bleibt uns auch so, wie er zunächst uns als irdischer astralischer Leib unterworfen ist, wie Sie wissen, noch lange Zeit hindurch nach dem Tode. Er bleibt uns deshalb, weil dieser Astralleib durchzogen wird von alledem, was nur irdisch-menschlich ist und was er nicht gleich aus sich herausbringen kann. Wir machen da eine Zeit durch, in der wir nach und nach erst ablegen können dasjenige, was das Erdenleben aus unserem Astralleib gemacht hat. Wir erleben von unseren Erlebnissen eigentlich im Grunde hier auf der Erde, auch insofern sie unseren astralischen Leib berühren, immer nur höchstens die Hälfte. Von dem, was irgendwie durch uns geschieht, erleben wir eigentlich wirklich nur die Hälfte. Nehmen wir ein Beispiel: Denken Sie einmal, Sie sagen jemandem — es ist bei guten Gedanken und guten Handlungen ebenso wie bei bösen Handlungen und bösen Gedanken, aber nehmen wir dieses Beispiel einer bösen Handlung —, Sie sagen jemandem ein böses Wort, durch das er sich gekränkt fühlt. Wir haben von dem bösen Wort nur dasjenige, was uns betrifft, wir haben in uns das Gefühl, warum wir dieses böse Wort gebraucht haben; das ist der Eindruck auf unsere Seele, wenn wir das böse Wort gebrauchen. Aber der andere, dem wir das böse Wort zufügen, der hat einen ganz anderen Eindruck, der hat gleichsam die andere Hälfte des Eindrucks, der hat das Gefühl des Gekränktseins. In ihm lebt wirklich diese andere Hälfte des Eindrucks. Das, was wir für uns durchlebt haben hier während des physischen Lebens, das ist das eine; das, was der andere durchlebt hat, das ist das andere. Nun denken Sie sich, alles dasjenige, was erlebt worden ist durch uns, aber außer uns, das müssen wir nach dem Tode, indem wir unser Leben nun rückwärts durchlaufen, wieder durchleben. Die Wirkungen unserer Gedanken, unserer Taten durchleben wir im Rücklauf. Also, wir durchleben unser Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt rückwärtslaufend. Im Ablegen des Ätherleibes ist ein Lebenstableau, bei dem wir das ganze Leben gleichzeitig haben. Das Zurückleben, das ist ein wirkliches Durchleben desjenigen, was wir angerichtet haben, im Rückwärtsgehen. Und wenn wir also rückwärtsgegangen sind bis zu unserer Geburt, dann sind wir reif geworden, auch von unserem astralischen Leib dasjenige abzulegen, was von ihm vom Irdischen durchtränkt ist. Dann geht das von uns weg, und mit diesem Ablegen des astralischen Leibes tritt für uns ein neuer Zustand ein. Der Astralleib hielt uns immer, möchte ich sagen, in unseren Erlebnissen mit der Erde zusammen. Dadurch, daß wir so durch unseren astralischen Leib durchgehen müssen, nicht träumend, aber indem wir irdische Erlebnisse zurückerleben, sind wir im Erdenleben noch drinnen; wir stehen noch drinnen. Jetzt erst, wenn wir den Astralleib — uneigentlich, aber man kann nicht anders sagen, da die Sprache kein Wort dafür hat — abgelegt haben, sind wir von dem Irdischen ganz frei geworden, jetzt leben wir drinnen in der eigentlich geistigen Welt.

[ 21 ] Our astral body remains with us—just as it is initially subject to us as an earthly astral body, as you know—for a long time after death. It remains with us because this astral body is permeated by everything that is purely earthly and human—and which it cannot immediately cast off. We go through a period during which we can only gradually shed what earthly life has made of our astral body. Of our experiences here on Earth—even insofar as they affect our astral body—we actually experience, at most, only half. Of what happens through us in any way, we actually experience only half. Let’s take an example: Imagine you say something to someone—this applies just as much to good thoughts and good deeds as it does to evil deeds and evil thoughts, but let’s take this example of an evil deed—you say a harsh word to someone that makes them feel hurt. We experience only the part of that harsh word that concerns us; we have within us the feeling of why we used that harsh word—that is the impression on our soul when we use it. But the other person, to whom we direct the harsh word, has a completely different impression; they have, as it were, the other half of the impression—they have the feeling of being offended. This other half of the impression truly lives within them. What we have experienced for ourselves here during physical life is one thing; what the other person has experienced is another. Now imagine: everything that has been experienced through us, but outside of us—we must relive all of that after death, as we retrace our life in reverse. We relive the effects of our thoughts and deeds as we retrace our steps. Thus, between death and a new birth, we relive our life in reverse. The shedding of the etheric body is a tableau of life in which we experience our entire life simultaneously. This reliving is a true re-experiencing of what we have wrought, as we move backward. And so, once we have traveled backward to our birth, we have become ready to shed from our astral body whatever in it is imbued with the earthly. Then that departs from us, and with this shedding of the astral body, a new state begins for us. The astral body, I would say, has always held us together in our experiences with the Earth. Because we must pass through our astral body in this way—not dreaming, but reliving earthly experiences—we are still within earthly life; we are still standing within it. Only now, when we have shed the astral body—in a sense that is not strictly accurate, but one cannot say it any other way, since language has no word for it—have we become completely free from the earthly; now we live within the truly spiritual world.

[ 22 ] Und dann tritt ein neues Erlebnis ein. Dieses Ablegen des astralischen Leibes, das ist eigentlich nur die eine Seite des Erlebens wiederum; die andere Seite ist etwas ganz anderes. Wenn wir diesen Astralleib nach diesem Durchgehen durch die Erdenerlebnisse abgelegt haben, dann fühlen wir uns wie mit, jetzt kann man nicht sagen: Stoff, sondern wie mit Geist innerlich durchtränkt, durchschossen, dann fühlt man sich erst so recht in der geistigen Welt darinnen, dann geht einem innerlich die geistige Welt auf. Vorher ging sie einem äußerlich auf, indem man sah das Universum und den eigenen Ätherleib in das Universum einverwoben. Jetzt geht sie einem innerlich auf, jetzt erlebt man sie innerlich. Und als ein Vor-Bild für das, was der Mensch in einem physischen Ausdruck erst auf der Venus haben wird, in einem Vor-Bild des Lebensgeistes geht uns innerlich unser Ich auf, so daß wir jetzt bestehen aus Geistselbst, Lebensgeist und Ich. Ebenso wie wir uns hier etwa traumhaft fühlen von der Geburt bis zu dem Moment, wo wir als Kind so recht zum Bewußtsein kommen, bis zu dem wir uns später zurückerinnern, so leben wir ein Dasein, das zwar vollständig selbstbewußt ist, aber bewußter und höher als das Erdenleben. Aber ein rein geistiges Leben erleben wir erst, nachdem wir uns von unserem Astralischen getrennt haben und von dem Astralischen nur das behalten haben, was uns innerlich erfüllt, so daß wir dann von dieser Zeit an Geist unter Geistern sind.

[ 22 ] And then a new experience begins. This shedding of the astral body is actually only one side of the experience; the other side is something entirely different. Once we have shed this astral body after passing through our earthly experiences, we feel as if—well, one cannot say: matter, but as if we were inwardly permeated and permeated through by spirit; only then do we truly feel ourselves to be within the spiritual world, and only then does the spiritual world open up within us. Before, it opened up to us externally, as we saw the universe and our own etheric body interwoven into the universe. Now it opens up within us; now we experience it inwardly. And as a foreshadowing of what human beings will first have in a physical form on Venus—in a foreshadowing of the life spirit—our “I” unfolds within us, so that we now consist of the spiritual self, the life spirit, and the “I.” Just as we feel, as it were, as if in a dream here—from birth until the moment when, as a child, we truly come to consciousness, up to the point we later recall—so do we live an existence that, while fully self-conscious, is more conscious and higher than earthly life. But we experience a purely spiritual life only after we have separated from our astral body and retained from it only that which fulfills us inwardly, so that from that time on we are spirit among spirits.

[ 23 ] Aber noch eine andere, eine wichtige, eine wesentliche Erfahrung tritt jetzt auf. Wenn wir hier in der physischen Welt leben, arbeiten wir, verrichten dies oder jenes, haben dabei Erlebnisse — davon haben wir Ja eben gesprochen. Aber wir haben nicht bloß in der physischen Welt Erlebnisse, sondern an den Erlebnissen, gleichzeitig mit den Erlebnissen, haben wir noch etwas anderes. Und ich will, wenn natürlich auch damit nur ein allgemeines Wort für diese gleichzeitigen Erlebnisse gebraucht ist, dieses Wort doch gebrauchen: Wir werden, kann man sagen, während wir erleben, ermüdet, abgenützt. Das ist ja immer so der Fall, wir werden ermüdet. Und wenn sich auch durch den Schlaf für das nächste Bewußtsein die Ermüdung wieder ausgleicht — vielmehr weniger durch den Schlaf als durch die Ruhe während des Schlafes, ganz richtig gesprochen —, so ist das doch nur eben ein geteilter Ausgleich; denn wir wissen natürlich, daß wir uns im Leben abnützen, daß wir älter werden, daß unsere Kräfte nach und nach schwinden. Wir werden auch in einem umfassenden Sinne müde. Und wenn man einmal älter geworden ist, weiß man das, daß man nicht alles ausgleichen kann durch den Schlaf. Wir werden also abgenützt hier, müde. Ja, wir können die Frage jetzt schon anders stellen. Nachdem wir das ausgesprochen haben, was wir gesagt haben, können wir jetzt die Frage aufwerfen: Warum lassen uns denn die Götter müde werden, warum werden wir denn müde? — Daß wir hier müde werden, daß wir abgenützt werden, gibt uns eben etwas, bedeutet für unser Gesamtleben eigentlich viel, recht, recht viel. Nur müssen wir den Begriff des Müdewerdens im umfassenderen Sinne, als man eben gewöhnlich glaubt, fassen. Wir müssen ihn recht sehr vor unsere Seele stellen, diesen Begriff des Müdewerdens.

[ 23 ] But another experience—an important, essential one—now comes to the fore. When we live here in the physical world, we work, do this or that, and have experiences in the process—we have just spoken of this. But we do not merely have experiences in the physical world; alongside these experiences, at the same time as them, we have something else as well. And although this is, of course, only a general term for these simultaneous experiences, I would still like to use it: We become, one might say, tired and worn out while we are experiencing. That is always the case—we become tired. And even if this fatigue is compensated for by sleep in preparation for the next phase of consciousness—or rather, less by sleep itself than by the rest we experience during sleep, to be precise—this is still only a partial compensation; for we know, of course, that we wear ourselves out in life, that we grow older, that our strength gradually wanes. We also grow weary in a broader sense. And once one has grown older, one knows that not everything can be compensated for by sleep. So we do wear ourselves out here; we grow weary. Yes, we can already frame the question differently now. Having stated what we have said, we can now raise the question: Why, then, do the gods allow us to grow weary? Why do we grow weary? — The fact that we grow weary here, that we become worn out, actually gives us something; it means a great deal—indeed, a great, great deal—for our entire life. We just have to understand the concept of growing weary in a broader sense than is usually believed. We must truly bring this concept of growing weary to the forefront of our souls.

[ 24 ] Sie werden am besten einen Begriff bekommen von diesem Müdewerden, wenn Sie sich die Sache so vorstellen. Wenn ich jetzt einen von Ihnen fragen würde: Weißt du etwas von dem Inneren deines Kopfes? — so wird mir wahrscheinlich nur derjenige antworten, der von Kopfschmerz geplagt ist, daß er jetzt in diesem Augenblicke etwas weiß von dem Inneren seines Kopfes. Nur der fühlt das Innere seines Kopfes; der andere lebt, ohne daß er es fühlt. Wir fühlen unsere Organe nur dann, wenn sie nicht ganz in Ordnung sind; dann wissen wir im Fühlen etwas von unseren Organen. Wir sind im Leben so eingerichtet, daß wir von unserem physischen Leib eigentlich nur insofern wissen, als er nicht ganz in Ordnung ist. Wir haben eigentlich nur ein allgemeines Gefühl unseres physischen Leibes. Das wird stärker, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Aber wir wissen doch recht wenig innerlich, wenn wir ein bloßes Gefühl haben. Wer im Leben jemals starke Kopfschmerzen gehabt hat, der weiß von dem Inneren seines Kopfes — innerlich; nicht so wie der Anatom, der nur die Gefäße kennt. Aber während wir im Leben immer müder und müder werden, tritt immer mehr und mehr doch dieses Gefühl unseres Inneren, Räumlich-Inneren, im Leibe auf.

[ 24 ] The best way to get a sense of this feeling of fatigue is to imagine it this way. If I were to ask one of you right now, “Do you know anything about the inside of your head?”—then probably only the one who is suffering from a headache would answer that, at this very moment, he knows something about the inside of his head. Only he feels the inside of his head; the others go about their lives without feeling it. We only feel our organs when they are not quite right; then, through feeling, we know something about our organs. We are constituted in life in such a way that we actually know about our physical body only to the extent that it is not quite right. We really have only a general sense of our physical body. This becomes stronger when something is not right. But we know very little inwardly when we have merely a sensation. Anyone who has ever had a severe headache in life knows about the inside of their head—internally; not like the anatomist, who knows only the blood vessels. But as we grow ever more tired in life, this sense of our inner, spatially-inner self within the body emerges more and more.

[ 25 ] Bedenken Sie nur: Je mehr wir uns im Leben ermüden, desto mehr treten für uns auf die Gebresten des Lebens, Gebresten des Alters zum Beispiel. Unser Leben besteht darin, daß wir allmählich dieses unser Physisches erspüren, empfinden lernen. Indem es uns, ich möchte sagen verhärtet, sich in uns so hineinschiebt, lernen wir es spüren. Für uns ist das, ich möchte sagen ein — weil es so allmählich kommt — geringes Empfinden. Der Mensch würde ja erst sehen können, wie stark das ist, wenn er — verzeihen Sie den trivialen Ausdruck, aber er wird Ihnen das geben, was ich meine —, wenn er zum Beispiel sich in einem Moment fühlen könnte pumperlgesund, wie ein strotzend gesundes Kind, und dann gleich danach, damit er vergleichen kann, so, wie man sich fühlt, wenn die Glieder brüchig geworden sind, mit achtzig, fünfundachtzig Jahren. Dann würde er es schon mehr fühlen. Nur weil es so langsam kommt, merkt man nicht, wie man sich da fühlend hineinspinnt in das Erleben des Physischen, in das Müdewerden. Dieses Müdewerden ist ein wirklicher Vorgang, der zuerst zwar gar nicht da ist, denn das Kind strotzt von Leben, dann aber wird die Lebenskraft immerzu übertönt vom Müdewerden, dann ringt sich dieses Müdewerden heraus. Wir können müde werden; während wir so müde werden — wenn das auch, sagen wir hier nur ein leises Gefühl ist von unserem Inneren —, entsteht wirklich etwas innerlich in uns. Unser Leben hier in der physischen Welt bietet uns ja nur die Außenseite von tiefen, von bedeutsamen, von erhabenen Geheimnissen. Daß wir so leise im Leben uns begleitet fühlen vom Müdewerden und damit das Innere unseres Leibes erspüren, das ist die Außenseite von etwas, was gewoben wird in uns, wunderbar gewoben wird aus reiner Weisheit, ein ganzes Gewebe von reiner Weisheit. Indem wir so müde werden im dahingehenden Leben, uns erspüren lernen innerlich, wird uns einverwoben ein feines Wissen von dem Wunderbau unserer Organe, unserer inneren Organe. Am Herzen lernen wir müde werden; aber dieses Müdewerden bedeutet, daß uns einverwoben wird ein Wissen, wie ein Herz aufgebaut wird aus dem Weltenall heraus. An dem Magen werden wir müde, den ermüden wir meistens dadurch, daß wir ihn verderben mit Essen; aber trotzdem wird uns einverwoben während der Ermüdung des Magens alle Weisheit, ein Weisheitsbild aus dem Kosmos heraus, wie der Magen aufgebaut wird. Wie unser innerer Organismus erhaben, wundersam aufgebaut ist, dieses gewaltige Kunstwerk, das entsteht im Bilde. Und das wird erst jetzt lebendig, wenn wir das Äußere, an die Erde Gebundene des astralischen Leibes abgelegt haben. Und das ist es, was uns als Lebensgeist erfüllt, was jetzt in uns lebt. Die Weisheit von uns selbst, von unserem Wunderbau des Inneren lebt jetzt in uns.

[ 25 ] Just consider this: The more we tire ourselves out in life, the more the infirmities of life—the infirmities of old age, for example—become apparent to us. Our life consists in gradually learning to sense and feel this physical aspect of ourselves. As it—I would say—harden within us, pushing its way into us, we learn to feel it. For us, this is—I would say—a slight sensation, because it comes so gradually. A person would only be able to see how strong it is if he—forgive the trivial expression— but it will convey what I mean—if, for example, they could feel perfectly healthy in one moment, like a child brimming with health, and then immediately afterward, so they can compare, feel the way one does when their limbs have become frail, at eighty or eighty-five years of age. Then they would feel it more keenly. Just because it happens so slowly, you don’t realize how you’re gradually becoming entangled in the experience of the physical, in the process of growing tired. This growing tired is a real process that isn’t there at all at first—for the child is brimming with life—but then the life force is constantly drowned out by the growing tired, and eventually this growing tired breaks through. We can grow weary; and as we grow weary—even if, let’s say, it is only a faint sensation from within us—something truly arises within us. Our life here in the physical world offers us, after all, only the outer aspect of deep, significant, and sublime mysteries. The fact that we feel so gently accompanied in life by this growing weariness—and thereby sense the innermost depths of our body—is the outer aspect of something that is being woven within us, wonderfully woven from pure wisdom, an entire fabric of pure wisdom. As we grow weary in the course of life and learn to sense ourselves inwardly, a subtle knowledge of the wondrous structure of our organs—our internal organs—is woven into us. We learn to grow weary in our hearts; but this growing weary means that a knowledge is woven into us of how a heart is constructed from the vastness of the cosmos. We grow weary in our stomachs—which we usually tire by spoiling them with food—but nevertheless, as the stomach grows weary, all wisdom is woven into us: an image of wisdom from the cosmos showing how the stomach is constructed. How sublimely and wondrously our inner organism is constructed—this mighty work of art takes shape in our imagination. And this only comes to life now, once we have shed the outer, earthbound aspects of the astral body. And this is what fills us as the spirit of life, what now lives within us. The wisdom of ourselves, of the wondrous structure of our inner being, now lives within us.

[ 26 ] Und jetzt beginnt die Zeit, wo wir gewissermaßen vergleichen dasjenige, was da aus Weisheit in unserem Inneren uns jetzt als Lebensgeist anfüllt, mit dem, was sich als Äthergespinst vorher einverwoben hat in das Universum. Jetzt arbeiten wir an diesem Vergleich, wie das eine zum anderen passen kann, und bauen uns im Bilde unseren Menschen auf, so wie er in der nächsten Inkarnation werden soll. So beginnen wir, indem wir allmählich entgegenleben der Weltenmitternacht, wie Sie es in dem einen der Mysterien, in «Der Seelen Erwachen», angedeutet finden. So vollziehen wir namentlich nach der Weltenmitternacht eine Arbeit, die da verläuft, indem wir an dem Schaffen der Welt teilnehmen, an dem Hereinbringen desjenigen, was wir hier genießen. Während des Lebens zwischen dem Tode und der Geburt, da arbeiten wir, da weben wir mit, weben wir an den Götterbildern. Wir dürfen mittätig sein an dem, was Götterziel ist, indem die Götter den Menschen hereinstellen in die Welt. Vorbereiten dürfen wir uns eine nächste Inkarnation. Dabei spielen sich natürlich ab nicht nur Vorgänge, die egoistisch auf uns einen Bezug haben, sondern alle möglichen Vorgänge sonst. Und das kann uns namentlich aus dem Folgenden hervorgehen.

[ 26 ] And now begins the time when we, so to speak, compare what is now filling us from within as the spirit of life—born of wisdom—with what was previously woven into the universe as an ethereal web. Now we work on this comparison—how one can fit with the other—and build up in our minds the image of the human being as he is to become in the next incarnation. Thus we begin by gradually living toward the midnight of the world, as you will find hinted at in one of the Mysteries, in “The Awakening of the Soul.” Thus, especially after the midnight of the world, we carry out a work that consists in participating in the creation of the world, in bringing forth that which we enjoy here. During the life between death and birth, we work; we weave along with the others; we weave at the images of the gods. We are permitted to participate in what is the goal of the gods, as the gods bring human beings into the world. We are allowed to prepare ourselves for a future incarnation. In this process, of course, not only do events take place that relate to us in a self-centered way, but all manner of other events as well. And this can be seen, in particular, from the following:

[ 27 ] Dieser wunderbare Prozeß ist ein viel höherer als das, was sich hier auf der Erde abspielt, wenn Winter und Sommer wechseln, die Sonne aufgeht, die Sonne untergeht, alles das sich vollzieht, was sich als Erdenarbeit vollzieht: Dort vollzieht sich dasjenige, was allerdings zuletzt zu unserer irdischen Inkarnation führt, was zum Menschendasein führt; aber es ist eine gewaltige himmlische Arbeit, die nicht nur eine äußerliche Bedeutung hat, sondern eine Bedeutung für die ganze Welt. Wenn es einem allmählich gelingt, im geistigen Anschauen diesen wunderbaren Prozeß zu erleben, dann tritt einem doch eines entgegen. Es wird Ihnen allerdings sonderbar erscheinen, wenn ich dieses sage, aber die höheren Geheimnisse müssen für das physisch-sinnliche Anschauen des Menschen zunächst immer sonderbar erscheinen, und dasjenige, was uns da vor die Seele tritt, muß uns erschüttern, je mehr, desto besser. Denn diese Dinge, so wie sie sind, sollen gar nicht so an unsere Seele kommen, daß wir sie nüchtern, trocken erkenntnismäßig aufnehmen und dabei gleichgültig bleiben. Wir sollen gerade durch diese Dinge einen Gemütseindruck bekommen von der Erhabenheit und Größe der göttlich-geistigen Welt. Man könnte sagen: Wenn jemand nur darauf sich einläßt, Geisteswissenschaft so trocken vorzubringen, daß sie nicht zugleich den ganzen Menschen ergreift, und er mit dem Eindruck davon nicht zugleich einen Eindruck hat von der Größe und Erhabenheit desjenigen, was als Göttlich-Geistiges die Welt durchpulst und durchwest, dann würden wir nämlich alle, nach dem, was ich eben beschrieben habe, trotz allem, was wir können, nach den jetzigen Verhältnissen der Welt kopflos geboren werden. Denn den Bau des Kopfes, den könnten wir nicht bewirken. Das menschliche Haupt ist in seinem Bau ein so erhabenes Abbild des Universums, daß der Mensch selbst mit dem, was ihm einverwoben wird als Weisheit eines Lebens, es nicht bauen könnte, daß er es nicht vorbereiten könnte für die nächste Inkarnation; da müssen eben mitwirken alle Götterhierarchien. Das, was in Ihrem Haupte, in dieser nur von dem Hinterhaupt lose durchbrochenen Kugel, etwas umgeformten Kugel, vorhanden ist, das ist für sich noch ein wirklicher Mikrokosmos, ein wirklicher Abdruck der großen Weltenkugel. Darinnen lebt alles, was draußen im Universum lebt, zusammen, da wirkt alles zusammen, was in den verschiedenen Hierarchien tätig sein kann. Indem wir anfangen zu bauen aus unserer in der Ermüdung angesammelten Weisheit an unserer nächsten Inkarnation, greifen in diese Tätigkeit ein alle Hierarchien, um dasjenige, was dann unser Haupt wird, als Abdruck aller Götterweisheiten uns einzuverleiben.

[ 27 ] This wondrous process is far greater than what takes place here on Earth when winter and summer alternate, the sun rises, the sun sets, and all that unfolds as part of earthly life: There, what ultimately leads to our earthly incarnation—what leads to human existence—takes place; but it is a mighty heavenly work that has significance not only outwardly but for the entire world. When one gradually succeeds in experiencing this wondrous process through spiritual contemplation, one is confronted with something. It will certainly seem strange to you when I say this, but the higher mysteries must always seem strange at first to the physical-sensory perception of human beings, and what appears before our soul there must shake us—the more, the better. For these things, as they are, are not meant to touch our soul in such a way that we take them in soberly, dryly, and intellectually, while remaining indifferent. It is precisely through these things that we are to receive an emotional impression of the sublimity and grandeur of the divine-spiritual world. One might say: If someone were to present spiritual science in such a dry manner that it does not simultaneously capture the whole person, and if, upon receiving this impression, one does not at the same time gain a sense of the grandeur and sublimity of that which, as the divine-spiritual, pulses through and permeates the world, then—according to what I have just described— despite all our efforts, be born headless under the current conditions of the world. For we could not bring about the structure of the head. The human head, in its structure, is such a sublime reflection of the universe that human beings themselves—even with what is woven into them as the wisdom of a lifetime—could not build it, nor could they prepare it for the next incarnation; all the divine hierarchies must be involved in this process. What exists within your head—this sphere, loosely pierced only at the back of the head, a somewhat transformed sphere—is in itself a true microcosm, a true imprint of the great celestial sphere. Within it, everything that lives out there in the universe lives together; everything that can be active in the various hierarchies works together there. As we begin to build our next incarnation out of the wisdom we have accumulated through fatigue, all the hierarchies intervene in this activity to incorporate into us that which will then become our head—as an imprint of all divine wisdom.

[ 28 ] Während das alles geschieht, bereitet sich auf der Erde durch Generationen hindurch dasjenige vor, was unsere physische Vererbungslinie ist. Geradeso wie wir nur dasjenige, was von der Erde kommt, der Erde übergeben nach unserem Tode, so bekommen wir von Eltern, Voreltern nur dasjenige, was irdisch ist an uns. Und dasjenige, was irdisch ist an uns, das ist eben nur das Äußere, ist eben nur der äußere Ausdruck in diesem Irdischen. Da ist alles dasjenige einverwoben, was wir erstens selber auf die geschilderte Weise weben können, und dasjenige, was ganze Götterhierarchien weben, bevor wir durch die Empfängnis eine Beziehung bekommen zu dem, in das wir uns einhüllen, einkleiden, wenn wir den physischen Plan betreten.

[ 28 ] While all this is happening, what constitutes our physical lineage is being formed on Earth over the course of generations. Just as we return to the Earth only that which comes from the Earth after our death, so too do we receive from our parents and ancestors only that which is earthly within us. And that which is earthly within us is merely the outer aspect, merely the outer expression in this earthly realm. Woven into this is everything that we ourselves can weave in the manner described, as well as that which entire hierarchies of gods weave before we, through conception, establish a relationship with that into which we envelop and clothe ourselves when we enter the physical plane.

[ 29 ] Ich sagte, je mehr wir in unser Gefühl aufnehmen können von diesen erhabenen Erkenntnissen, desto besser für uns. Denn bedenken Sie doch nur einmal: Wir benützen unseren Kopf, wir haben aber keine Spur von Wissen in der Regel, insofern wir im Materiellen lebende Menschen sind, daß ganze Götterhierarchien ihre Arbeit darauf verwenden, unseren Kopf zu formen, das zu formen, was geistig unserem Kopfe zugrunde liegt, damit wir überhaupt sein können. Wenn wir das im Sinne der geisteswissenschaftlichen Erkenntnis fassen, so durchdringt es uns von selber mit Dankesempfindungen und Dankesgefühlen gegenüber dem ganzen Universum.

[ 29 ] I said that the more we can take in of these sublime insights, the better it is for us. For just consider this: We use our minds, yet as human beings living in the material world, we generally have no inkling that entire hierarchies of gods devote their efforts to shaping our minds—to shaping what lies at the spiritual foundation of our minds—so that we may exist at all. When we grasp this in the light of spiritual scientific insight, it naturally fills us with a sense of gratitude and feelings of thanks toward the entire universe.

[ 30 ] Daher soll ja auch dasjenige, was wir uns durch die Geisteswissenschaft aneignen, ein immer sich steigerndes Erhöhen unseres Gefühlslebens bewirken. Immer mehr sollen wir mit unserem Fühlen nachkommen unserem Erkennen auf dem Gebiete der Geisteswissenschaft. Und es ist nicht gut, wenn wir mit unserem Fühlen zurückbleiben. Indem wir immer wieder und wiederum ein neues, höheres Stück der Geisteswissenschaft kennenlernen, sollen wir, ich möchte sagen andächtigere Gefühle entwickeln können für die Geheimnisse der Welt, die zu den Geheimnissen des Menschen zuletzt immer wieder und wiederum führen. In dieser läuternden geistigen Wärme unserer Empfindungen und unseres Gefühles legt eigentlich das rechte Fortschreiten in der Geisteswissenschaft.

[ 30 ] That is why what we acquire through spiritual science should bring about an ever-increasing elevation of our emotional life. Our feelings should increasingly keep pace with our understanding in the realm of spiritual science. And it is not good if our feelings lag behind. As we repeatedly come to know new, higher aspects of spiritual science, we should—I would say—be able to develop more reverent feelings for the mysteries of the world, which ultimately lead, time and again, back to the mysteries of the human being. It is in this purifying spiritual warmth of our sensibilities and feelings that true progress in spiritual science actually lies.

[ 31 ] Eines muß ich noch erwähnen, weil es sich ausnimmt wie eine Ergänzung der ganzen Betrachtung, die wir angestellt haben. Hier in die physische Welt leben wir uns herein, indem wir zuerst ein dumpfes Bewußtsein als Kind noch haben, nur die Mutter erkennen und erst nach und nach die Menschen kennenlernen. Wir glauben, indem wir uns in die physische Welt hereinleben, daß wir immer wieder neue und neue Menschen kennenlernen. So ist es auch für unser physisches Bewußtsein. Wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sind, so haben wir eine wirkliche, eine reale Beziehung zu allen denjenigen Seelen, denen wir im Leben nahegetreten sind. Die treten wiederum auf vor unserem geistigen Blicke. Diejenigen Seelen, die uns nahegetreten sind im Leben und die vor uns durch die Pforte des Todes gegangen sind, wir können sagen, die «finden» wir. Das Wort ist für physische Verhältnisse geprägt, aber jenes erlebende Nahetreten von Seelen zu Seelen kann man bezeichnen mit einem Finden. Nur muß man sich dieses Finden der Seelen, die vor uns durch die Pforte des Todes gegangen sind, so vorstellen, daß man gewissermaßen in umgekehrter Weise an die Seelen herankommt, wie man hier an Menschen herankommt auf dem physischen Plan. Hier kommt man an Menschen heran, indem man ihnen zunächst äußerlich-physisch entgegentritt. Dann lernt man allmählich ihr Inneres kennen, ihr Inneres entwickelt sich ja erst aus unserem Einleben mit ihnen. Also das, was man innerlich an einem Menschen erlebt, entwickelt sich erst aus unserem eigenen Inneren heraus. Nachdem man selbst durch die Pforte des Todes gegangen ist und den Seelen, die vor uns durch die Pforte des Todes gegangen sind, entgegentritt, weiß man zunächst als erstes: Da ist die betreffende Seele. Man erfühlt sie, man weiß, sie ist da. — Aber man muß jetzt sein ganzes Inneres hingeben an das, was als erster Eindruck, als abstraktester Eindruck da ist. Hier muß man den Menschen auf sich wirken lassen; dort muß man sein Inneres hingeben, und man muß sich nun das Bild selber aufbauen, die Imagination. Das Imaginative, dasjenige, was man schauen kann, das muß man sich nach und nach aufbauen. Sie bekommen etwa eine Vorstellung von dem, wie die Erfahrung der Seele nach dem Tode ist, wenn Sie sich denken: Sie sehen das nicht, sondern Sie greifen es nur, und Sie bilden sich, indem Sie es nach und nach greifend umfassen, ein Bild. Sie bauen sich das Bild auf. So müssen Sie tätig, innerlich tätig sich das Bild der Seele, der Sie begegnen, aufbauen. Gewissermaßen wissen Sie: Jetzt begegne ich einer Seele. — Da hat sie noch nicht Geistgestalt! Welche Seele ist das? Das ist die Seele, zu der ich — das taucht jetzt auf in Ihrer eigenen Seele — die Empfindung des Sohnes zur Mutter gehabt habe. Jetzt fangen Sie an zu fühlen: Mit dieser Seele kann ich mich erleben. — Jetzt bauen Sie sich die Geistgestalt auf. Da müssen Sie tätig sein darinnen, und dann wird das zum Bilde. Und dadurch, daß Sie so die Geistgestalt zusammen aufbauen müssen, sind Sie mit dem Toten schon, bevor Sie die Geistgestalt aufgebaut haben, zusammen. So sind Sie zusammen mit allen, mit denen Sie im Leben zusammen waren, das heißt, Sie erleben sie in einer Welt, in der Sie sie finden müssen, indem Sie sich zum Schauen erwecken, so daß Sie sie anschauen. Da muß man tätig sein.

[ 31 ] There is one more thing I must mention, because it seems to serve as a supplement to the entire line of thought we have been following. We enter into life here in the physical world by first having a vague awareness as children, recognizing only our mother and only gradually getting to know other people. As we settle into the physical world, we believe that we are constantly getting to know new and new people. The same is true of our physical consciousness. Once we have passed through the gate of death, we have a genuine, real connection to all those souls with whom we grew close during our lives. They, in turn, appear before our spiritual gaze. Those souls who drew close to us in life and who have passed through the gate of death before us—we can say that we “find” them. The word is coined for physical circumstances, but that experiential drawing near of soul to soul can be described as a “finding.” However, one must imagine this “finding” of the souls who have passed through the gate of death before us in such a way that one approaches these souls, so to speak, in the opposite manner to how one approaches people here on the physical plane. Here, one approaches people by first encountering them outwardly and physically. Then we gradually come to know their inner being; after all, their inner being only develops as we grow close to them. So what we experience inwardly in a person develops first and foremost from within ourselves. After we ourselves have passed through the gate of death and encounter the souls who have gone through the gate of death before us, the very first thing we know is: There is that particular soul. You sense it; you know it is there. — But you must now surrender your entire inner being to what is present as the first impression, as the most abstract impression. Here you must allow the person to work upon you; there you must surrender your inner being, and you must now build up the image yourself—the imagination. The imaginative, that which you can perceive, must be built up little by little. You can get some idea of what the experience of the soul after death is like if you imagine: You do not see it, but you merely grasp it, and as you gradually take it in through your grasping, you form an image. You build up the image. In this way, you must actively—innerly actively—build up the image of the soul you encounter. In a sense, you know: Now I am encountering a soul. — It doesn’t have a spiritual form yet! Whose soul is this? It is the soul toward whom I—and this now arises within your own soul—had the feeling of a son toward his mother. Now you begin to feel: With this soul, I can experience myself. — Now you construct the spiritual form. You must be active within it, and then it becomes an image. And because you must build up the spiritual form in this way, you are already together with the deceased even before you have built up the spiritual form. In this way, you are together with everyone with whom you were together in life; that is, you experience them in a world where you must find them by awakening yourself to see, so that you can look upon them. You must be active there.

[ 32 ] Die Seelen, die hier noch im physischen Leibe sind, die also leben bleiben, wenn wir sterben, die traten uns schon als Bild hier auf der Erde entgegen. Auf die schauen wir hinunter und brauchen uns das Bild nicht erst aufzubauen, sie schauen uns als Bild entgegen. In dieses Bild können diese Seelen allerdings dasjenige hineinverweben, was dann wie wärmende Geistesnahrung ist für den Toten, durch ihre Gedanken an ihn, durch ihre fortdauernde Liebe für ihn, die Erinnerung an ihn oder — wie wir jetzt als Geisteswissenschafter wissen durch Vorlesen.

[ 32 ] The souls who are still here in their physical bodies—who, therefore, continue to live when we die—have already appeared to us as images here on Earth. We look down upon them and do not need to first construct an image of them; they appear to us as images. Into this image, however, these souls can weave that which then serves as warming spiritual nourishment for the deceased—through their thoughts of him, through their enduring love for him, the memory of him, or—as we now know as spiritual scientists—through reading aloud.

[ 33 ] Das alles erweitert uns den Blick des Menschen erst in die wirkliche Welt hinein, richtig in die wirkliche Welt hinein. Wenn man sich das so vor die Seele treten läßt, dann bekommt man eine Vorstellung davon, wie wenig der Mensch eigentlich von der geistigen Welt weiß. Es war wirklich nicht immer so. Nur die ganz materialistischen Menschen der Gegenwart reden davon, wie man es heute «so herrlich weit gebracht» hat. Wir wissen ja, daß die Menschen früher ein Hellsehen gehabt haben und daß sie nur um der Erringung gewisser Eigenschaften willen, die verbunden sind mit dem ganzen Drinnenleben in der materiellen Welt, dieses ursprüngliche atavistische Hellsehen verloren haben. Wenn ein so richtig materialistischer Mensch, ein ganz materialistischer Gelehrter an uns herankommt, wird der selbstverständlich sagen: Das ist eine Träumerei, zu reden von einem ursprünglichen Hellsehen, davon, daß die Menschen früher irgend etwas Besonderes gewußt haben. — Wenn die Menschen nur ein wenig mit physisch sehenden Augen ordentlich durch die Welt gehen würden, so würden sie das schon widerlegt finden. Daß die Menschen mehr gewußt haben als in der Gegenwart, das ist gar nicht einmal so lange her.

[ 33 ] All of this broadens our human perspective into the real world—truly into the real world. When we allow this to sink into our souls, we begin to grasp just how little humanity actually knows about the spiritual world. It really wasn’t always this way. Only the thoroughly materialistic people of the present day talk about how far we’ve “come” today. We know, after all, that people in the past possessed clairvoyance and that they lost this original, atavistic clairvoyance solely for the sake of acquiring certain qualities associated with the entire inner life of the material world. When a truly materialistic person—a thoroughly materialistic scholar—approaches us, they will naturally say: It is mere fantasy to speak of an original clairvoyance, or of the idea that people in the past knew something special. — If people would just go through the world properly with their physical eyes, even for a little while, they would find this to be refuted. It wasn’t even that long ago that people knew more than they do today.

[ 34 ] Sie wissen, wir haben öfters davon gesprochen — ich möchte das zum Schlusse auch noch hier erwähnen —, daß an diesem geistigen Dasein, in dem wir leben, Anteil nehmen Luzifer und Ahriman. Wir wissen auch, daß in der Bibel symbolisiert wird Luzifer als die Schlange, die Schlange auf dem Baume. Die physische Schlange, so wie man das heute erlebt und wie sie auch ein heutiger Maler, wenn er das Paradies malt, immer malen wird, die physische Schlange ist aber nicht ein wirklicher Luzifer, sondern das äußere Abbild, das physische Abbild. Der wirkliche Luzifer ist ein Wesen, das auf der Mondenentwickelung zurückgeblieben ist. Er kann nicht auf der Erde geschaut werden unter den physischen Dingen. Würde der Maler also Luzifer malen wollen, wie Luzifer ist, so müßte er ihn so malen, daß er eigentlich durch eine Art hellsichtig-inneren Anschauens erfaßt werden kann als ätherisches Gebilde. Und da würde er dann erscheinen, wie er an uns selber arbeitet, wie er an unserem Kopf, wie er an unserem Organismus, insofern er rein aus der Erde heraus ist, keinen Anteil hat, aber an der Fortsetzung des Kopfes durch das Rückenmark hinunter. So daß Luzifer gemalt werden müßte, wenn man ihn seiner ätherischen Gestalt nach malt, mit einem Menschenkopf und mit einer schlangenartigen Fortsetzung, die hier bei uns Menschen durch das Rückenmark physisch sich auslebt. Also müßte ein Maler, der etwas weiß aus der Geisteswissenschaft, Adam und Eva malen, den Baum, und auf dem Baum oben die Schlange, also nur als Ausdruck für uns als Schlange, und oben einen Menschenkopf. Wenn ein Maler so etwas malen würde, so würde man heute annehmen müssen, daß er das aus der Geisteswissenschaft heraus malen kann, selbstverständlich.

[ 34 ] As you know, we have often spoken of this—and I would like to mention it here as well, in conclusion—that Lucifer and Ahriman are both involved in this spiritual existence in which we live. We also know that in the Bible, Lucifer is symbolized as the serpent, the serpent on the tree. The physical serpent, as we experience it today and as a modern painter would always depict it when painting the Garden of Eden, is not the real Lucifer, but rather the outer image, the physical image. The real Lucifer is a being who has remained behind in the lunar evolution. He cannot be seen on Earth among physical things. So if a painter were to want to paint Lucifer as he really is, he would have to paint him in such a way that he could actually be perceived through a kind of clairvoyant, inner vision as an etheric form. And there he would then appear as he works upon us—upon our head, upon our organism—insofar as he has no part in what arises purely from the Earth, but rather in the continuation of the head down through the spinal cord. So that if one were to paint Lucifer according to his ethereal form, he would have to be depicted with a human head and a serpentine extension that, in us humans, physically manifests itself through the spinal cord. Thus, a painter who knows something of spiritual science would have to paint Adam and Eve, the tree, and at the top of the tree the serpent—symbolizing the serpent for us—and above it a human head. If a painter were to paint something like this, one would have to assume today that he is able to paint it based on spiritual science, of course.

[ 35 ] Nun wird es vielleicht auch in Leipzig so etwas geben, aber die Leute gehen ja nicht mit offenen Augen im Kopfe herum, sondern mit verbundenen Augen durch die Welt. Aber in Hamburg in der Gemäldegalerie findet sich wirklich ein Gemälde, von dem Meister Bertram, aus der Mitte des Mittelalters, die Paradiesesszene darstellend. Da ist die Schlange auf dem Baum, so wie ich sie jetzt schilderte, richtig gemalt. Man kann das Bild dort sehen. Es ist von anderen Malern auch so gemalt worden. Was folgt daraus? — Daß die Leute selbst in der Mitte des Mittelalters dies noch gewußt haben, bis zu dem Grade gewußt haben, daß sie es gemalt haben. Das heißt, es ist gar nicht so lange her, daß die Menschen erst ganz auf den physischen Plan gedrängt worden sind. Und das, was uns heute erzählt wird als der Verlauf der Geistesgeschichte der Menschheit von der materialistischen Welt, das ist im Grunde genommen weiter nichts als ein äußerer Schwindel, weil man sich vorstellt, daß der Mensch immer so gewesen ist, wie er in den allerletzten Jahrhunderten erst geworden ist, während es gar nicht so lange her ist, daß er mit seinem alten Hellsehen in die geistige Welt hineingeschaut hat. Er mußte nur heraus, weil er unfrei war, und um die volle Freiheit und das Ich-Bewußtsein zu erhalten, mußte er heraus, und er muß wiederum hinein sich finden in die geistige Welt. Daher bereitet diese Geisteswissenschaft etwas Wichtiges, etwas Wesentliches vor: dieses Wieder-sich-Hineinleben in die geistige Welt. Und immer wieder und wiederum können wir uns vor die Seele führen, wie notwendig es ist, zu empfinden, zu fühlen, daß das Häuflein von Menschen, das heute mitten in der materialistischen Welt lebt und das durch sein Karma geführt wird zur Erfassung der wichtigsten Menschheitsaufgabe für die Zukunft, daß dieses Häuflein von Menschen durch sein Seelenleben Wichtiges, Wichtigstes zu vollführen hat. Ohne hochmütig zu sein, muß man sich eben vorführen, in aller Demut und Bescheidenheit, wie groß der Unterschied zwischen einer Seele ist, die in die geistige Welt sich allmählich hineinfindet, und all den äußerlichen Menschen, die heute keine Ahnung haben, aber namentlich keine Ahnung haben wollen von dem Geistigen. Es darf nicht bloß für uns werden zu einer jammervoll schmerzlichen Empfindung, sondern es muß für uns werden eine Empfindung, die uns anregt, immer weiter und weiter zu arbeiten, und treu zu arbeiten in der Strömung der Geisteswissenschaft, zu der wir durch unser Karma, unser Schicksal geführt worden sind.

[ 35 ] Perhaps there is something like that in Leipzig as well, but people don’t go about with their eyes wide open; rather, they go through life blindfolded. But in Hamburg, at the Gemäldegalerie, there really is a painting by Master Bertram, from the middle of the Middle Ages, depicting the scene in Paradise. The serpent on the tree is painted there exactly as I just described it. You can see the painting there. It has also been painted this way by other artists. What does this imply? — That even in the Middle Ages, people still knew this—knew it to the extent that they painted it. This means it wasn’t all that long ago that human beings were first forced entirely onto the physical plane. And what we are told today by the materialistic world as the course of humanity’s spiritual history is, in essence, nothing more than an external deception, because people imagine that human beings have always been the way they have only become in the very last few centuries, whereas it was not so long ago that they looked into the spiritual world with their old clairvoyance. Humanity had to withdraw from the spiritual world simply because it was unfree; and in order to attain full freedom and self-consciousness, it had to withdraw—and now it must find its way back into the spiritual world. Therefore, this spiritual science is preparing something important, something essential: this process of living one’s way back into the spiritual world. And time and again we can bring to mind how necessary it is to sense and feel that this small group of people, living today in the midst of a materialistic world and guided by their karma toward grasping humanity’s most important task for the future—that this small group of people has something important, indeed the most important thing, to accomplish through their soul life. Without being arrogant, we must simply remind ourselves, in all humility and modesty, how great the difference is between a soul that is gradually finding its way into the spiritual world and all those outwardly focused people who today have no idea—and, in particular, do not want to have any idea—about the spiritual. This must not merely become a pitifully painful feeling for us, but it must become a feeling that inspires us to work ever further and further, and to work faithfully within the current of spiritual science to which we have been led by our karma, our destiny.

[ 36 ] Bei unserem letzten Zusammensein hier habe ich auch noch erwähnt, daß, wenn der Mensch, bevor er sein Leben vollständig ausgelebt hat, durch die Pforte des Todes geht, dasjenige, was als Ätherleibskraft ihm gegeben ist, noch nicht vollständig verbraucht ist. Wenn der Mensch in jugendlichem Alter durch die Pforte des Todes geht, hätte sein Ätherleib noch jahrzehntelang am physischen Leib arbeiten können. Diese Kraft ist nicht verloren, sondern sie ist da. Ich habe auch schon erwähnt, wie in der Gegenwart dadurch, daß der Tod täglich und stündlich in so großer Zahl an die Menschheit herantritt, viele, viele Ätherleiber, die noch lange auf dem physischen Plan hätten am physischen Leibe arbeiten können, der geistig-ätherischen Welt übergeben werden und schwebend bleiben. Und die Kräfte, die in ihnen noch jahrzehntelang den physischen Leib hätten versorgen können, werden zu geistigen Kräften, die mitarbeiten an der geistigen Entwikkelung der Menschheit. Daher wird eine Zeit kommen, in der die Kräfte, die in diesen Ätherleibern sind, benützt werden können zum geistigen Fortschritt der Menschheit, aber nur dann, wenn hier auf der Erde, nachdem die heutigen furchtbaren Ereignisse hinweggegangen sein werden über diese Erde und wiederum Friede eingetreten sein wird, von Seelen, die dann in Menschenleibern über diese Erde hier noch gehen werden, etwas wird verstanden werden können davon, daß alle diejenigen, die früher hineingegangen sind in die geistige Welt, ihre Ätherleiber da oben haben, ihre Kräfte einstrahlen können. Von diesen Seelen [hier auf der Erde] wird das begriffen werden müssen. Und diese Seelen werden mitarbeiten können an diesem geistigen Fortschritt, der gerade durch so viele Opfertode für die Zukunft möglich ist.

[ 36 ] During our last gathering here, I also mentioned that when a person passes through the gate of death before having fully lived out their life, the force of the etheric body that has been given to them has not yet been completely exhausted. If a person passes through the gate of death at a young age, their etheric body could have continued to work on the physical body for decades to come. This energy is not lost; it is still there. I have also already mentioned how, in the present day, because death approaches humanity in such great numbers every day and every hour, many, many etheric bodies—which could have continued to work on the physical body for a long time on the physical plane—are transferred to the spiritual-etheric world and remain there in a state of suspension. And the forces within them that could have sustained the physical body for decades to come are transformed into spiritual forces that contribute to the spiritual development of humanity. Therefore, a time will come when the forces contained within these etheric bodies can be utilized for the spiritual progress of humanity, but only then, when here on Earth—after today’s terrible events have passed over this Earth and peace has returned—souls who will still be walking here on Earth in human bodies will be able to understand something of the fact that all those who have previously entered the spiritual world have their etheric bodies up there and can radiate their forces down. These souls [here on Earth] will have to comprehend this. And these souls will be able to contribute to this spiritual progress, which is made possible for the future precisely through so many sacrificial deaths.

[ 37 ] Denken Sie, was es bedeuten würde, wenn Geisteswissenschaft jetzt verschwinden würde und niemand Verständnis hätte für alles dasjenige, was durch ihre Opfertode in der geistigen Welt vorbereitet wird! Diese ganze Summe von Kräften würde an geistige Wesen verfallen, die sie zu etwas anderem verwenden, als wozu sie nach dem Ratschluß der rechtmäßig sich fortentwickelnden Götter verwendet werden sollen.

[ 37 ] Just think what it would mean if spiritual science were to disappear now and no one had any understanding of all that is being prepared in the spiritual world through their sacrificial deaths! This entire sum of forces would fall into the hands of spiritual beings who would use it for something other than what it is intended for according to the decree of the gods, who are rightfully continuing to evolve.

[ 38 ] Das aber ermahnt uns, auch aus den Ereignissen der Zeit heraus mit unserem Bewußtsein voll drinnenzustehen in alldem, was die geistige Welt ist. Denn auch diese Zeitereignisse, sie haben eine geistige Seite. Dasjenige, was sie äußerlich in Blut und Tod und in Opfern darbieten, das ist der äußere Ausdruck für ein inneres geistiges Geschehen, das aber im richtigen Sinne verstanden werden muß.

[ 38 ] But this reminds us that, even amidst the events of our time, we must remain fully immersed in all that the spiritual world is. For these current events, too, have a spiritual side. What they present outwardly in blood, death, and sacrifice is the external expression of an inner spiritual process, which, however, must be understood in the proper sense.

[ 39 ] Das ist das, an das ich immer wieder und wiederum mahnen möchte in dem Schlußwort unserer gegenwärtigen Betrachtung:

[ 39 ] This is what I would like to emphasize again and again in the concluding remarks of our current reflection:

Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.

From the courage of the fighters,
From the blood of the battles,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
The fruit of the spirit grows
Guiding souls, spiritually aware,
Toward the realm of the spirit.