Humanity's Internal Impulses for Development
Goethe and the Crisis of the Nineteenth Century
GA 171
24 September 1910, Dornach
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Humanity's Internal Impulses for Development, tr. SOL
Fünfter Vortrag
Fifth Lecture
[ 1 ] Es ist notwendig, daß im Zusammenhang mit dem gestern Angedeuteten gerade jetzt bei uns einige Dinge gesagt werden, die gewissermaßen doch auch im Zusammenhang stehen mit einigen Ausführungen, die ich vor einiger Zeit, vor acht Tagen hier gemacht habe. Und da eine Anzahl Freunde, die zur Johannesbau-Vereins-Versammlung gekommen sind, damals nicht anwesend waren, so werde ich im Laufe der Betrachtungen, die uns nun bevorstehen, einiges von dem, was schon in diesen Wochen gesagt worden ist, wiederholen. Es wird das ja auch insoferne von dem Gesichtspunkte aus nicht ganz unwichtig sein, als gerade von diesen wichtigen, bedeutungsvollen Dingen manches mißverstanden worden ist, wie ich aus der einen und aus der anderen Bemerkung gesehen habe.
[ 1 ] In light of what was hinted at yesterday, it is necessary to say a few things right now that are, in a sense, also related to some remarks I made here some time ago—eight days ago. And since a number of friends who have come to the Johannesbau Association meeting were not present at that time, I will, in the course of the reflections that now lie ahead of us, repeat some of what has already been said in recent weeks. This will not be entirely unimportant from this perspective, since, as I have observed from various remarks, many of these important and significant matters have been misunderstood.
[ 2 ] Machen wir uns vorerst vor allen Dingen dieses klar, daß der Gang der Evolution, wie wir ihn kennengelernt haben für die großen Erscheinungen des Weltgeschehens, sich überall wirksam zeigt, wirksam zeigt sowohl, wenn wir ins Auge fassen die großen Erscheinungen des Kosmos, wie auch dieErscheinungen des menschlichen geschichtlichen Werdens, der menschlichen geschichtlichen Entwickelung. Für unsere Gegenwart muß uns ganz besonders der sogenannte vierte nachatlantische Zeitraum interessieren, den wir bezeichnen als den Zeitraum, in dem sich ausgebildet hat, groß geworden ist die griechisch-lateinische, die griechisch-romanische Kultur. Sie wissen, von dem Gesichtspunkt geisteswissenschaftlicher Betrachtung müssen wir diesen Zeitraum rechnen bis zum Beginne des 15. Jahrhunderts. Und mit dem Anfang des 15. Jahrhunderts beginnt das wirksam zu sein in den europäischen Kulturverhältnissen, auf das wir ja auch gestern zum Beispiel hingedeutet haben. Wenn wir nun wiederum den vierten nachatlantischen Zeitraum ins Auge fassen, dieses griechisch-romanische Wesen, so erscheint es uns in einer gewissen Art wie ein Wiederaufleben desjenigen, was während der Zeit der Atlantis an Menschheitskultur über die Erde hingegangen ist. Wir haben es ja an verschiedenen Orten ausgeführt, wie die Gedanken, Empfindungen, auch das soziale Leben der Griechen erklärlich sind, wenn man eben ins Auge faßt, daß dieser vierte nachatlantische Zeitraum in gewissem Sinne eine Wiederholung der atlantischen Kultur ist; nur daß die atlantische Kultur elementarer, viel instinktiver war, die griechische und romanische Kultur mehr vergeistigt die Wiederholung darstellt. Was in der Atlantis unmittelbares Erleben war, wurde innerhalb Griechenlands durch die Phantasie, durch die phantasievollen Imaginationen, auch durch den Gedanken und durch den wiederum von der Phantasie inspirierten Willen in Wirklichkeit umgesetzt.
[ 2 ] Let us first and foremost make it clear to ourselves that the course of evolution, as we have come to know it in relation to the great phenomena of world history, is evident everywhere—evident both when we consider the great phenomena of the cosmos and the phenomena of human historical becoming, of human historical development. For our present time, we must be particularly interested in the so-called fourth post-Atlantean epoch, which we define as the period in which the Greco-Latin, or Greco-Roman, culture took shape and flourished. As you know, from the perspective of spiritual science, we must date this epoch up to the beginning of the 15th century. And with the beginning of the 15th century, that which we alluded to yesterday, for example, begins to take effect in European cultural conditions. When we now turn our attention once more to the fourth post-Atlantean epoch—this Greco-Roman essence—it appears to us, in a certain sense, as a revival of what passed over the earth as human culture during the time of Atlantis. We have, after all, explained in various places how the thoughts, feelings, and even the social life of the Greeks can be understood when one considers that this fourth post-Atlantean epoch is, in a certain sense, a repetition of Atlantean culture; only that Atlantean culture was more elemental, much more instinctive, whereas Greek and Roman culture represent a more spiritualized repetition. What was direct experience in Atlantis was transformed into reality within Greece through the imagination, through imaginative visions, and also through thought and the will—which in turn was inspired by the imagination.
[ 3 ] Nun müssen wir ins Auge fassen, daß diese griechisch-romanische Kultur für diejenigen Mächte, die wir bezeichnen mit den Ausdrücken luziferische und ahrimanische Mächte, eine Enttäuschung war, eine tiefe Enttäuschung; denn diese luziferischen und ahrimanischen Mächte derjenigen Hierarchie, welche gewissermaßen der menschlichen Hierarchie am nächsten steht, die wollten, daß das Atlantiertum, so wie es als Atlantiertum war, einfach wiederum aufleben sollte im vierten nachatlantischen Zeitraum. Das heißt, es sollte alles, was den atlantischen Zeitraum in seinem Wesen ausmacht — Sie können ja das in der «Geheimwissenschaft im Umriß» oder in dem kleinen Büchelchen «Unsere atlantischen Vorfahren» nachlesen —, alles, was das Wesentliche des atlantischen Zeitraums ausmacht, das sollte nach der Absicht der luziferischen und ahrimanischen Mächte während der griechischen und romanischen Zeit wiederholt werden. Diese Absicht wurde durchkreuzt, indem eben die Menschheit auf eine höhere, der nachatlantischen Zeit entsprechende Stufe gebracht worden ist. Das, was das Große, das bedeutungsvolle Neue gegenüber der Atlantis am Griechentum, am Römertum ist, das bildete für die luziferischen und ahrimanischen Mächte eine geistige Enttäuschung. Die luziferischen und ahrimanischen Mächte wollten in dem griechischen Volke durch ihre verschiedenen Einflüsse ein solches Volk erziehen, welches geneigt gewesen wäre, die Phantasiekräfte in der Seele so auszubilden, daß die Seelen allmählich erdenmüde geworden wären, daß die Seelen keine Neigung gehabt hätten, sich weiter lange auf der Erde zu inkarnieren, sondern gewissermaßen als Seelen von der Erde abzuziehen und ein eigenes Reich, einen eigenen Planeten zu begründen. Dieses ist dadurch zunichte gemacht worden, daß durch die Führung derjenigen Mächte, die wir die regulären Hierarchien nennen, die Phantasie der Griechen und die Beeinflussung des sozialen Lebens durch Phantasie in die Freude am Irdischen umgewandelt worden ist, daß die Freude am IrdischSinnlichen aufgenommen worden ist, daß der Grieche nicht bloß in der phantasievollen Imaginationswelt leben wollte, um allmählich die Seele dem Erdendasein zu entfremden, sondern sogar bis zu der Stimmung kam, die ausgedrückt wird in dem berühmten, von mir schon öfter angeführten Satze: Lieber ein Bettler auf der Erde, als ein König im Reiche der Schatten. — Durch dieses freudevolle Erleben der Welt zwischen der Geburt und dem Tode sollte durch die regulären Mächte das Griechentum der Gefahr entrissen werden, welche die luziferischen Mächte mit ihm vorhatten: die Seelen fortzuführen, so daß auf der Erde die Leiber, die noch geboren worden wären, ichlos über die Erde gegangen wären und die Seelen fortgewesen wären in einem besonderen Planeten für sich.
[ 3 ] Now we must face the fact that this Greco-Roman culture was a disappointment—a profound disappointment—for those forces we refer to as the Luciferic and Ahrimanic forces; for these Luciferic and Ahrimanic forces—belonging to the hierarchy that, in a sense, stands closest to the human hierarchy—wanted Atlantean civilization, just as it was, to simply be revived in the fourth post-Atlantean epoch. That is to say, everything that constitutes the essence of the Atlantean epoch—you can read about this in An Outline of Esoteric Science or in the little booklet Our Atlantean Ancestors— everything that constitutes the essence of the Atlantean epoch—was to be repeated, according to the intention of the Luciferic and Ahrimanic forces, during the Greek and Roman periods. This intention was thwarted precisely because humanity was raised to a higher level corresponding to the post-Atlantean era. What constitutes the great, significant new development in Greek and Roman culture compared to Atlantis was a spiritual disappointment for the Luciferic and Ahrimanic forces. Through their various influences, the Luciferic and Ahrimanic forces sought to shape the Greek people into a people inclined to to develop the powers of imagination in the soul in such a way that the souls would gradually have grown weary of the earth, that the souls would have had no inclination to continue incarnating on earth for long, but would, so to speak, withdraw from the earth as souls and establish their own realm, their own planet. This was thwarted by the guidance of those powers we call the regular hierarchies, which transformed the Greeks’ imagination—and the influence of imagination on social life—into a joy in earthly things; it fostered an appreciation for earthly and sensual pleasures, so that the Greeks no longer wished merely to live in the imaginative world of fantasy, thereby gradually alienating the soul from earthly existence, but even reached the state of mind expressed in the famous saying I have often cited: “Better to be a beggar on earth than a king in the realm of shadows.” — Through this joyful experience of the world between birth and death, the regular forces were to rescue Greek civilization from the danger that the Luciferic forces had in store for it: to carry the souls away, so that on Earth the bodies that would still have been born would have wandered aimlessly across the Earth, while the souls would have been gone, on a separate planet of their own.
[ 4 ] Dagegen hat Ahriman im Romanentum gewissermaßen Luzifer Hilfe leisten wollen, indem er das Römische Reich und seine Nachfolger so gestalten wollte, daß es ein großer irdischer Mechanismus nur geworden wäre für Ich-lose Menschenwesen. Dadurch wäre er gewissermaßen für Luzifer eine Hilfe geworden. Während Luzifer den Saft der Zitrone, möchte ich sagen, herausziehen wollte für sich, war Ahriman damit beschäftigt im Römischen Reiche, die Zitrone auszupressen und sie dort zu einem mechanistischen Staatsorganismus zu machen. So arbeiten sich ja Ahriman und Luzifer in die Hände. Das war durchkreuzt worden dadurch, daß die Bevölkerung des römischen Reichs den Begriff des «Civis» ausbildete, den Begriff des römischen Bürgers ausbildete im eminentesten egoistischen Sinne, und der menschliche Egoismus kann sich nur entwickeln innerhalb des physischen Erdendaseins. Dadurch wurde Ahrimans Absicht durchkreuzt, die Menschen ichlos zu gestalten. Gerade was das Rauhe, Phantasielose an der römischen Kultur ist, das ist das, was die Absichten Ahrimans durch den Egoismus der römischen Politik und des römischen Rechtes durchkreuzt hat. So war die griechische Zeit und die römische Zeit für Luzifer und Ahriman eine große Enttäuschung. Sie hatten einmal wiederum ihre Absichten nicht erreicht. Das ist überhaupt das Schicksal Luzifers und Ahrimans, daß sie mit ihren Kräften in der Erdenevolution wirken und immer wieder und wiederum die größten Anstrengungen machen, um zurückzuhalten den weiteren Fortgang der Evolution und ein Reich für sich zu begründen, und immer wieder und wiederum Enttäuschung in dieser Beziehung erleben müssen. Ich habe schon gesagt, derjenige, der da glaubt: Warum sind Luzifer und Ahriman nicht so weit, daß sie nun endlich einsehen, daß ihre Bemühungen ohne Wert sind? — der beurteilt das Geistige nach dem Menschlichen. Luzifer und Ahriman haben eben eine andere Urteilskraft als die Menschen, und man kann nicht das vom menschlichen Standpunkte aus beurteilen, was man beobachtet in der geistigen Welt, sonst würde man sich sehr bald für viel gescheiter halten als ein Gott oder überhaupt als ein Wesen, das einer höheren hierarchischen Ordnung angehört; und Luzifer und Ahriman gehören auch, wie wir wissen, wenn sie auch retardierende Geister sind, zu einer höheren hierarchischen Ordnung als der Mensch. So erklärt es sich, daß sie immer wieder und wiederum enttäuscht werden, aber daß sie immer wieder und wiederum ihre Anstrengungen von neuem beginnen.
[ 4 ] In contrast, Ahriman sought, in a sense, to assist Lucifer in Roman culture by shaping the Roman Empire and its successors in such a way that they would have become nothing more than a vast earthly mechanism for human beings devoid of an “I.” In this way, he would, in a sense, have become an aid to Lucifer. While Lucifer, so to speak, wanted to extract the juice of the lemon for himself, Ahriman was busy in the Roman Empire squeezing the lemon and turning it into a mechanistic state organism. In this way, Ahriman and Lucifer work hand in hand. This was thwarted by the fact that the population of the Roman Empire developed the concept of the “civis”—the concept of the Roman citizen—in the most eminently egoistic sense, and human egoism can develop only within physical earthly existence. Thus, Ahriman’s intention to shape human beings without an “I” was thwarted. It is precisely the rough, unimaginative aspect of Roman culture that thwarted Ahriman’s intentions through the egoism of Roman politics and Roman law. Thus, the Greek and Roman eras were a great disappointment for Lucifer and Ahriman. Once again, they had failed to achieve their aims. This, in fact, is the fate of Lucifer and Ahriman: they work with their forces in the evolution of the Earth and, time and again, make the greatest efforts to hold back the further progress of evolution and to establish a kingdom for themselves—only to experience disappointment in this regard time and again. As I have already said, anyone who asks, “Why haven’t Lucifer and Ahriman finally come to realize that their efforts are futile?”—such a person judges the spiritual according to human standards. Lucifer and Ahriman simply possess a different faculty of judgment than human beings, and one cannot judge what one observes in the spiritual world from a human standpoint; otherwise, one would very soon consider oneself far wiser than a god or, indeed, than any being belonging to a higher hierarchical order; and Lucifer and Ahriman, as we know—even though they are retarding spirits—belong to a higher hierarchical order than human beings. This explains why they are disappointed time and again, yet why they begin their efforts anew time and again.
[ 5 ] Nun kam die fünfte nachatlantische Zeit. Die hat ganz bestimmte Aufgaben im Sinne der fortschreitenden regulären geistigen Entwickelung. Während die vierte nachatlantische Zeit das griechische Phantasieleben und den romanischen Egoismus ausbilden sollte, handelt es sich in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum darum, die Gabe der sinnlichen Anschauung auszubilden. Ich habe das charakterisiert, indem ich das Ideal sinnlicher Anschauung nannte, wie es Goethe in seinem Urphänomen gemeint hat — Sie können das nachlesen in meinen Schriften über Goethe —, die reine Anschauung der äußeren sinnlichen Wirklichkeit, die nicht so in früheren Zeiten da sein konnte, weil sich überall hineinmischte in das Anschauen der sinnlichen Wirklichkeit, was aus dem atavistischen Hellsehen heraus kam; so daß man nicht sah das reine Phänomen im reinen äußeren sinnlichen Dasein, sondern immer sah, was hellseherisch-visionär sich über das sinnliche Dasein hinüberzog. Wenn die Menschen ein bißchen genauer zusehen würden, so würden sie sogar aus der äußeren Geschichte, aus dem geschichtlich Überlieferten ersehen, daß dieses so ist. Plato betrachtet das Sehen noch nicht als eine so passive Eigenschaft, wie man es jetzt in der fünften nachatlantischen Zeit betrachtet, sondern der Grieche Plato sagt noch ausdrücklich: Das Sehen besteht darinnen, daß eine Art Feuer von dem Auge ausgeht und zu den Dingen hingeht. — Der Grieche Plato weiß also noch etwas von der Aktivität des Sehens. Diese Aktivität mußte abgestreift, vergessen werden, verlorengehen, damit eine andere Fähigkeit entstehen konnte des fünften nachatlantischen Zeitraums. Und das andere ist, daß im fünften nachatlantischen Zeitraum, also vom Beginne des 15. Jahrhunderts bis etwa in das 4. Jahrtausend hinein, sich allmählich in der Menschheitsentwickelung herausbilde die Gabe der freien Imagination, der Imagination, die in voller innerer Freiheit gefaßt wird. Auf der einen Seite das Urphänomen, auf der anderen Seite die freie Imagination.
[ 5 ] Now came the fifth post-Atlantean epoch. This period has very specific tasks in the context of progressive, regular spiritual development. While the fourth post-Atlantean epoch was intended to develop the Greek life of the imagination and Romanic egoism, the task of this fifth post-Atlantean epoch is to develop the gift of sensory perception. I have characterized this by calling it the ideal of sensory intuition, as Goethe meant it in his Urphänomen—you can read about this in my writings on Goethe—the pure intuition of external sensory reality, which could not exist in this way in earlier times because the perception of sensory reality was everywhere intermingled with what arose from atavistic clairvoyance; so that one did not see the pure phenomenon in pure external sensory existence, but always saw what, in a clairvoyant-visionary way, overlaid sensory existence. If people were to look a little more closely, they would even see from external history, from what has been historically handed down, that this is the case. Plato does not yet regard seeing as such a passive faculty as it is now regarded in the fifth post-Atlantean epoch; rather, the Greek philosopher Plato still states explicitly: Seeing consists in a kind of fire emanating from the eye and moving toward things. — The Greek philosopher Plato, then, still knew something of the active nature of seeing. This active aspect had to be shed, forgotten, and lost so that another faculty could emerge in the fifth post-Atlantean epoch. And the other point is that in the fifth post-Atlantean epoch—that is, from the beginning of the 15th century into roughly the 4th millennium—the gift of free imagination, imagination grasped in full inner freedom, gradually took shape in human development. On the one hand, the primordial phenomenon; on the other, free imagination.
[ 6 ] Goethe hat auf das Urphänomen gedeutet; er hat auch auf die freie Imagination gedeutet. Wir haben verschiedenes von ihm gerade in seinem «Faust» zu verschiedenen Zeiten angeführt. Das sind Anfänge für das, was die ganze reguläre Evolution des fünften nachatlantischen Zeitraums in Anspruch nehmen muß. Dadurch wird dieser fünfte nachatlantische Zeitraum in einer gewissen Weise sein Gepräge erhalten. Aber namentlich gerade dieser fünfte nachatlantische Zeitraum wird seine Menschen als Kämpfer sehen müssen gegen noch stärkere Anstürme der luziferischen und ahrimanischen Mächte, als sie stattgefunden haben zur Zeit des Griechentums und des Römertums, stärkere Anstürme, denn es handelt sich jetzt in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum wiederum darum, auf der einen Seite das zu erreichen, daß die Seelen sich entfremden dem Erdenleben, und auf der anderen Seite das Erdenleben selber so zu mechanisieren, so rein äußerlich mechanisch zu gestalten, daß das Ich des Menschen unmöglich in sozialer Erdenordnung leben kann und daher Abschied nimmt von der sozialen Erdenordnung und sich einem Leben abseits von der Erde auf einem besonderen Planeten widmet.
[ 6 ] Goethe pointed to the primordial phenomenon; he also pointed to free imagination. We have cited various passages from him, particularly in his Faust, at different times. These are the beginnings of what the entire regular evolution of the fifth post-Atlantean epoch must encompass. Through this, this fifth post-Atlantean epoch will, in a certain sense, receive its character. But this fifth post-Atlantean epoch, in particular, will have to see its people as fighters against even stronger assaults by the Luciferic and Ahrimanic forces than those that took place during the Greek and Roman eras—stronger assaults, for the task in this fifth post-Atlantean epoch is once again, on the one hand, to achieve that souls become estranged from earthly life, and on the other hand, to mechanize earthly life itself—to shape it in such a purely external, mechanical way—that the human ego can no longer live within the social order of the Earth and therefore takes its leave of that social order and devotes itself to a life apart from the Earth on a special planet.
[ 7 ] Solche Dinge, die wir also Anstürme der luziferischen und ahrimanischen Mächte nennen können, werden von langer Hand vorbereitet. Und während sie während der vier bis fünf Jahrhunderte des fünften nachatlantischen Zeitraums in Wirksamkeit getreten sind in ihren allerersten Anfängen, ist hinter den Kulissen der Weltgeschichte schon vor dem Beginne dieses fünften nachatlantischen Zeitraums die volle, starke Vorbereitung gemacht worden von den luziferischen und ahrimanischen Mächten, um womöglich alles, was der fünfte nachatlantische Zeitraum hervorbringt an menschlichen Fähigkeiten und an menschlichen Willenskräften, in den Dienst einer solchen menschlichen Sehnsucht zu bringen, die sich von der Erde entfernt, die von der Erde fortwill und einen eigenen Planetenkörper bilden will, während die Erde veröden soll nach der Bestrebung Luzifers und Ahriimans. Stärkste Anstürme, sage ich, sind unternommen worden. Und erinnern Sie sich daran, was während der atlantischen Zeit den Grundton der Kultur angegeben hat; denn Luzifer und Ahriman wollen jetzt während des nachatlantischen Zeitraums in allen seinen einzelnen Teilen ja die alte atlantische Kultur hineinschieben, so daß für diese nachatlantischeKultur gerade die Fähigkeiten, die von den regulären Mächten gegeben werden, elementar gemacht werden, so daß die Menschen fortwollen, Also es soll das, was entwickelt wird, in den Dienst des Außerirdischen gestellt werden in der Weise, wie ich es angedeutet habe. Von zwei Seiten her, von Luzifer und Ahriman, sollte daher der Geist des alten atlantischen Lebens wieder erneuert werden, damit die entsprechenden Impulse in die Evolution der fünften nachatlantischen Zeit hineinkommen.
[ 7 ] Such phenomena—which we might call onslaughts of the Luciferic and Ahrimanic forces—are prepared well in advance. And while they began to take effect in their very earliest stages during the four to five centuries of the fifth post-Atlantean epoch, behind the scenes of world history—even before the beginning of this fifth post-Atlantean epoch—the Luciferic and Ahrimanic forces had already made full and vigorous preparations, in order, if possible, to bring everything that the fifth post-Atlantean epoch produces in terms of human abilities and human powers of will into the service of a human longing that turns away from the Earth, that wishes to depart from the Earth and form its own planetary body, while the Earth is to be laid waste according to the aspirations of Lucifer and Ahriman. The most powerful assaults, I say, have been launched. And remember what set the fundamental tone of culture during the Atlantean era; for Lucifer and Ahriman now wish, during the post-Atlantean era, to inject the old Atlantean culture into all its individual parts, so that for this post-Atlantean culture, precisely the abilities bestowed by the regular powers are rendered elemental, so that human beings will want to depart, So what is being developed is to be placed in the service of the extraterrestrial in the manner I have indicated. From two sides—from Lucifer and Ahriman—the spirit of the old Atlantean life is therefore to be renewed, so that the corresponding impulses may enter into the evolution of the fifth post-Atlantean epoch.
[ 8 ] Nun erinnern Sie sich, daß in der atlantischen Zeit die Impulse der menschlichen Seelen auf das zurückgeführt worden sind, was man genannt hat den Großen Geist, der ungefähr mit einem Laut bezeichnet worden ist, der noch nachklingt in dem chinesischen Tao. Dieses Tao war die Bezeichnung für den Großen Geist zur Zeit der Atlantis. Und das Wesentliche der luziferisch-ahrimanischen Bestrebungen besteht darinnen, das Spätere, das da gekommen ist oder noch kommt, in den Dienst des Tao zu stellen, in den Dienst des Großen Geistes zu stellen; natürlich nicht des Großen Geistes, wie er dazumal gelebt hat während der atlantischen Zeit, sondern wie er einen Nachkommen gefunden hat, ich möchte sagen, eine Art kleinen Sohn bekommen hat, einen Nachfolger. Und eine Erneuerung der atlantischen Impulse zu versuchen, das ist luziferische und ahrimanische Bestrebung, indem man nicht mit den regulären Mächten des fünften nachatlantischen Zeitraums rechnet, sondern rechnet mit dem, was zurückgeblieben ist im Dienste des Großen Geistes Tao. Das wurde nur dadurch möglich, daß die Impulse der atlantischen Kultur, die ja ausgegangen sind von der untergegangenen Atlantis, verlegt wurden auf die Gebiete, die sich nach der atlantischen Flut herausgebildet hatten. Und so wurde denn ein Glied gewissermaßen von der Nachkommenschaft des Großen Geistes nach dem Osten hinübergedrängt und hatte im 10., 11., 12. Jahrhundert allmählich in Asien drüben gewisse Mysteriendienste ausgebildet. Diese Mysteriendienste hatten einen gewissen Charakter angenommen, der im wesentlichen darin bestand, daß man den alten Tao-Kultus — nicht so, wie ihn die degenerierten Chinesen haben, die ihn ja intellektualisiert haben, sondern wie er ursprünglich bestand — erneuerte; erneuerte also jene Art von Initiation, die dahin führte, das elementare Geistige, das unmittelbar unter unserer Sinneswelt lebt und webt, zu sehen, den großen Einheitsgeist wirklich wahrzunehmen. Und gewisse Priester dieser asiatischen, erneuerten atlantischen Mysterien, die wurden eingeweiht in den alten atlantischen Dienst, der natürlich Täuschungen brachte, weil er ja deplaciert war in dieser Zeit.
[ 8 ] Now recall that in the Atlantean era, the impulses of human souls were traced back to what was called the Great Spirit, which was designated by a sound that still echoes in the Chinese Tao. This Tao was the name given to the Great Spirit at the time of Atlantis. And the essence of the Luciferic-Ahrimanic endeavors consists in placing what came later—or what is yet to come—in the service of the Tao, in the service of the Great Spirit; naturally, not the Great Spirit as he lived back then during the Atlantean era, but as he has found a descendant—I might say, has acquired a sort of younger son, a successor. And to attempt a renewal of the Atlantean impulses—that is the Luciferic and Ahrimanic endeavor—by not reckoning with the regular forces of the fifth post-Atlantean epoch, but rather with what has remained in the service of the Great Spirit, the Tao. This was made possible only because the impulses of Atlantean culture—which, after all, originated in the sunken Atlantis—were transferred to the regions that had emerged after the Atlantean flood. And so, in a sense, a member of the Great Spirit’s lineage was driven eastward and, in the 10th, 11th, 12th centuries, gradually established certain mystery rites over in Asia. These mystery rites had taken on a certain character, which essentially consisted in renewing the ancient Taoist cult—not as practiced by the degenerate Chinese, who had intellectualized it, but as it originally existed; thus reviving that kind of initiation which led to seeing the elemental spiritual realm that lives and weaves immediately beneath our sensory world, and to truly perceiving the great Spirit of Unity. And certain priests of these Asian, revived Atlantean mysteries were initiated into the ancient Atlantean rite, which naturally brought about delusions, since it was, after all, out of place in that era.
[ 9 ] Einer dieser Priester war so weit gekommen in seiner Initiation drüben in Asien, daß er wirklich das ganze Wesen der atlantischen Impulse durchschauen konnte; und er war es, der bis zur Zwiesprache mit dem Nachfolger, mit dem unrechtmäßigen Nachfolger des Großen TaoGeistes gekommen ist. Er war es, der nun in Asien drüben das, was er durch den Großen Geist als Inspiration empfangen hatte, übertrug an eine äußere weltliche Macht, an jenen Jüngling, der dann bekanntgeworden ist in der Geschichte als Dschingis-Khan. Dschingis-Khan war also Schüler eines solchen Priesters, der in die asiatischen Mysterien eingeweiht war. Und diesem Dschingis-Khan brachte dieser Priester das bei, was ich etwa in die folgenden Worte fassen kann. Er brachte ihm bei: Es ist nun schon die Zeit gekommen, daß das göttliche Gericht über die Erde hinfegt. Dir ist dieses göttliche Gericht übertragen, und du mußt nun an die Spitze aller derjenigen Menschen treten, die von Asien aus das Gottesgericht über die ganze Erde vollziehen können. Ähnliche Bestrebungen waren ja schon früher zugrunde gelegt in den Hunnenzügen und so weiter; jetzt aber wurde im wesentlichen durch diesen Impuls der asiatischen Priesterschaft der Mongolensturm eingeleitet, der dann das tragen sollte über die europäische Kultur, was dahin führen sollte, daß die Seelen wirklich an das Gottesgericht geglaubt hätten, dem Gottesgericht verfallen wären und allmählich von der Erde ihren Abschied genommen hätten, keine Neigung gehabt hätten, auf der Erde wieder zu erscheinen, so daß die Kultur der Erde vernichtet worden wäre. Das war der innere Sinn der Mongolenzüge, die sich von Asien herübererstreckten und die sich ja, wie Sie wissen, in Europa nicht durch äußere physische Taten brachen, sondern dasMerkwürdige geschah, daß im 13. Jahrhundert in der Schlacht bei Liegnitz nicht die Mongolen besiegt wurden, sondern die Mongolen Sieger blieben, aber ganz unerklärlicherweise nicht weiter gegen Europa zogen, sondern wiederum gegen Asien hinüberzogen; so daß also auch hier äußerlich durchaus gesehen werden kann, wie ein Gegengewicht, das dann natürlich als geistiger Art sich ankündigt, da war. Denn, wie gesagt, die Europäer haben die Mongolen ja nicht besiegt in Schlesien, sie sind besiegt worden; aber die Mongolen sind, trotzdem sie nicht besiegt worden sind, zurückgezogen und haben sich nach Asien gewendet. Aber die Impulse sind gewissermaßen gerade dadurch, daß der rein äußerliche Sturm nicht zustande gekommen oder nicht weit gegangen ist, die Züge sind, ich möchte sagen in der Destillation, in der sie leben mußten im fünften nachatlantischen Zeitraum, doch in Europa verblieben. So daß in den Kulturimpulsen von Osten herüber deutlich das wahrzunehmen ist und auch ferner wahrzunehmen sein wird, was gerade dazumal durch die Nachwirkungen der Mysterien des Großen Geistes nach Europa gebracht werden sollte.
[ 9 ] One of these priests had advanced so far in his initiation over in Asia that he was truly able to comprehend the entire nature of the Atlantean impulses; and it was he who went so far as to engage in dialogue with the successor—the illegitimate successor—of the Great Tao Spirit. It was he who, over in Asia, imparted what he had received as inspiration from the Great Spirit to an external, worldly power—to that young man who later became known in history as Genghis Khan. Genghis Khan was thus a disciple of such a priest, who had been initiated into the Asian mysteries. And this priest taught Genghis Khan what I can roughly summarize in the following words. He taught him: The time has now come for divine judgment to sweep across the earth. This divine judgment has been entrusted to you, and you must now take the lead among all those people who, from Asia, can carry out God’s judgment over the entire earth. Similar endeavors had, of course, already been laid down earlier in the Hunnic invasions and so on; but now, essentially through this impulse from the Asian priesthood, the Mongol invasion was set in motion, which was then to bring about in European culture a state in which souls would truly have believed in God’s judgment, would have succumbed to it, and would gradually have taken their leave of the earth, having no inclination to reappear on earth, so that the culture of the earth would have been destroyed. That was the inner meaning of the Mongol invasions, which spread from Asia and which, as you know, did not break through in Europe by means of external, physical acts; rather, the remarkable thing happened that in the 13th century, at the Battle of Liegnitz, the Mongols were not defeated but remained victorious, but, quite inexplicably, they did not advance further into Europe but instead turned back toward Asia; so that here, too, one can clearly see, from an external perspective, how a counterbalance—which then naturally manifests itself as a spiritual force—was present. For, as I said, the Europeans did not defeat the Mongols in Silesia; rather, the Mongols were defeated; yet the Mongols, despite not having been defeated, withdrew and turned back toward Asia. But the impulses—precisely because the purely external storm did not materialize or did not go far—remained in Europe, so to speak, in the distillation in which they had to exist during the fifth post-Atlantean epoch. Thus, in the cultural impulses coming from the East, one can clearly perceive—and will continue to perceive—what was to be brought to Europe at that very time through the aftereffects of the Mysteries of the Great Spirit.
[ 10 ] Ein anderer Teil des Mysterienwesens der alten Atlantis ist nicht nach Osten, sondern nach Westen hinübergedrängt worden auf denjenigen Boden, den später die Europäer gefunden haben in Amerika; und dort hat sich der mehr ahrimanische Teil der nachatlantischen unrechtmäßigen Kultur ausgelebt. Während sich in Asien mehr der luziferische Teil auslebte, hat sich in Amerika mehr der ahrimanische Teil ausgelebt. Es sollte nun auch innerhalb Amerikas das an Impulsen geschaffen werden, was dann infizierend wirken konnte von Westen wie das andere von Osten; so von Westen infizierend wirken konnte, um im fünften nachatlantischen Zeitraum den ahrimanischen Vorstoß hineinzuschieben. Daher wurde im Westen mehr die ahrimanische Seite des nachgelebten atlantischen Mysterienwesens getrieben. Und da kam es ja, wie ich für diejenigen, die da waren, schon angedeutet habe, zu Mysterien, welche den allerabstoßendsten Eindruck machen müssen auf denjenigen, der in der zarten Gegenwartskultur aufgewachsen ist und nicht liebt, die Wahrheit zu hören, sondern nur liebt das Beseligende, wie man es oftmals nennt, aufzunehmen. Diese nachatlantischen Mysterien haben sich insbesondere auf mexikanischem Boden ausgebildet. Da wurden Mysterien eingerichtet, die aber über einen großen Teil Amerikas überhaupt gingen, desjenigen Amerikas, das die Europäer noch nicht gefunden hatten, da wurden Mysterien ausgebildet, welche, wenn sie sieghaft, wenn ihre Impulse, ihre Wirkungen sieghaft auf der Erde geworden wären, die Seelen von der Erde vertrieben hätten. Also der ahrimanische Dienst, das Auspressen der Zitrone, wäre damit besorgt worden. Es wäre gründlich dafür gesorgt worden, daß die Erde allmählich verödet, daß die Erde allmählich nur auf sich die Kräfte des Todes hat, während dasjenige, was als lebendige Seelen vorhanden war, eben von ihr Abschied genommen hätte und einen anderen Planeten unter der Führung Luzifers und Ahrimans dann begründet haben würde.
[ 10 ] Another part of the mystery essence of ancient Atlantis was not driven eastward but westward, to the land that Europeans later discovered in America; and there, the more Ahrimanic part of the post-Atlantean illegitimate culture played out its course. While the Luciferic aspect played out more fully in Asia, the Ahrimanic aspect played out more fully in America. It was now intended that impulses should be created within America as well, which could then exert a pervasive influence from the West, just as the other had done from the East; thus exerting a pervasive influence from the West to introduce the Ahrimanic advance into the fifth post-Atlantean epoch. Therefore, in the West, the Ahrimanic aspect of the surviving Atlantean mystery tradition was more strongly driven. And so, as I have already hinted to those who were present, mysteries arose that must make the most repulsive impression on anyone who has grown up in the delicate culture of the present and does not love to hear the truth, but loves only to absorb what is often called “the blissful.” These post-Atlantean mysteries took shape particularly on Mexican soil. Mysteries were established there—though they extended across a large part of America, the America that Europeans had not yet discovered—and mysteries were formed which, had they triumphed, had their impulses and effects prevailed on Earth, would have driven the souls from the Earth. Thus, the Ahrimanic work—the squeezing of the lemon—would have been accomplished. It would have been thoroughly ensured that the Earth would gradually become desolate, that the Earth would gradually possess only the forces of death, while that which existed as living souls would have taken their leave of it and would then have founded another planet under the leadership of Lucifer and Ahriman.
[ 11 ] Um nun den ahrimanischen Teil dieser Aufgabe zu besorgen, war es nötig, daß sich die Priester der ahrimanischen atlantischen Mysterien Fähigkeiten aneigneten, welche im höchsten Maße alle Kräfte des Todes beherrschen im Erdenwirken, alles das, was die Erde gewissermaßen mit der Menschheit, mit der physischen Menschheit — weil die Seelen ja fortgehen sollten zu einem bloß mechanischen Reich gemacht haben würde, zu einem ganz toten, großen Reiche, in dem kein Ich Platz haben könnte. Diese Fähigkeiten hätten verbunden sein müssen mit der Beherrschung auch des Mechanischen in allem Lebendigen, der mechanischen Einschlüsse in allem Leben. Dazu mußten diese Mysterien in wirklich teuflischer Weise eingerichtet werden; denn solche Kräfte, wie man sie gebraucht hätte zu den starken Absichten Ahrimans, solche Kräfte ergeben sich nur, wenn man Initiationen von ganz bestimmter Art erwirbt. Und diese ahrimanischen Initiationen der nachatlantischen Zeit in Amerika waren auch danach. Es wurde jedem auferlegt, der einen bestimmten Grad von Wissen erwerben sollte, daß er dieses Wissen erwirbt durch ganz bestimmte Empfindungsfähigkeiten, die man nur erwirbt, wenn man Mörder wird. Und so wurde keiner zugelassen zu einem bestimmten Grade dieser Initiation, ohne daß er einen Mord begangen hatte. Dieser Mord wurde unter ganz besonderen Umständen verrichtet. Es war eine gewisse Einrichtung: über Stufen führte es hinauf zu einer Art von Katafalk, von katafalkartigem Aufbau; da wurde nun der Betreffende, der gemordet werden sollte, angeschnürt, und zwar indem sein Leib so gebunden wurde, daß man dann durch die Windung, in die der Leib gebracht wurde, mit einem Schnitt den Magen ausschneiden konnte. Diese Operation, das Ausschneiden des Magens, mußte vollzogen sein mit einer ganz besonderen Fertigkeit. Und das, was man sich an Empfindungen gegenüber dem Leben erwirbt, indem man in das Leben hineinschneidet, und mit ganz besonderer Kunst unter ganz besonderen Verhältnissen hineinschneidet, das mußte man erworben haben; dann konnte man einen bestimmten Grad im Wissen der Mechanisierung der Erde sich aneignen. Und jedesmal, wenn man weiter kam in den Graden, mußten sich solche Morde weiterhin vollziehen.
[ 11 ] In order to carry out the Ahrimanic aspect of this task, it was necessary for the priests of the Ahrimanic Atlantean mysteries to acquire abilities that would, to the highest degree, master all the forces of death at work on Earth, all that which, in a sense, would have turned the Earth—along with humanity, with physical humanity—into a purely mechanical realm, a vast, utterly dead realm in which no “I” could find a place. These abilities would have had to be combined with mastery of the mechanical aspect in all living things, of the mechanical elements inherent in all life. To this end, these mysteries had to be organized in a truly diabolical manner; for such powers as would have been needed for Ahriman’s powerful intentions arise only when one undergoes initiations of a very specific kind. And these Ahrimanic initiations of the post-Atlantean era in America were precisely of this nature. It was required of everyone who was to attain a certain degree of knowledge that they acquire this knowledge through very specific sensory abilities, which can only be acquired by becoming a murderer. And so no one was admitted to a certain degree of this initiation without having committed a murder. This murder was carried out under very special circumstances. There was a specific setup: steps led up to a kind of catafalque, a catafalque-like structure; there, the person who was to be murdered was tied up, specifically by binding his body in such a way that, through the coil into which the body was placed, the stomach could be cut out with a single incision. This operation—the cutting out of the stomach—had to be performed with a very special skill. And the feelings one acquires toward life by cutting into it—and by cutting into it with a very special artistry under very special circumstances—one had to have acquired these; only then could one attain a certain level of knowledge regarding the mechanization of the Earth. And every time one advanced through the degrees, such murders had to continue to take place.
[ 12 ] Dieser Dienst, der wurde gewidmet dem Nachfolger, dem Sohne des Großen Geistes, wie er drüben in Amerika lebte, und den man mit einem Laut bezeichnete, der ungefähr Taotl ist. Es ist eine ahrimanische Abart des Nachkommens des Tao: Taotl. Dieses Wesen Taotl erschien nicht in einem physischen Leib, sondern nur in elementarischer Gestalt. Seine Künste, die im wesentlichen in Impulsen zur Mechanisierung der Erdenkultur und des ganzen Erdenlebens bestanden, die eignete man sich durch diese Initiationen, wie ich es Ihnen beschrieben habe, an. Diese Initiationen hatten nun einen ganz bestimmten Sinn. Wie gesagt, derjenige, der initiiert wurde, eignete sich ganz bestimmte schwarzmagische Kräfte an, deren Verwendung dahin geführt haben würde, die Kultur der Erde zu mechanisieren, alles Ich auszutreiben, so daß nicht mehr Körper geboren worden wären, die noch mit einem Ich hätten begabt werden können. Nun würde aber derjenige, der solche Kräfte besessen hätte — denn die Dinge sind immer in Wechselwirkungen in der Welt —, sich dadurch auch erdgebunden gemacht haben; der Initiierte hätte selber immer mit den Kräften der Erde zusammen sein müssen. Er hat sich gewissermaßen dadurch nur verbunden mit jenen Kräften, die Sie morgen bei der Aufführung der Faust-Szene kennenlernen werden, wenn Sie aufmerksam verfolgen das, was die Lemuren darstellen: mit den Erdenkräften, mit dem Seelischen der Erde, mit alle dem, was den Tod bewirkt auf der Erde. Aber er hätte dadurch seine Seele selber verloren. Und er rettete sich in bezug auf die Seele dadurch, daß er auf der einen Seite bewirkte, daß durch die Prozedur des Magenausschneidens die Seele, die er mordete, nicht mehr Lust hatte, auf die Erde zu kommen, und auf der anderen Seite war es dieser Seele zugleich gegeben — und das beabsichtigte er —, seine eigene Seele mit hineinzuziehen in das Reich, das außerhalb der Erde nun begründet werden sollte. Also es sollte dadurch auch die Seele des initiierten Mörders, des mordenden Initiierten, mit hineingezogen werden in das Reich Luzifers und Ahrimans, das begründet werden sollte.
[ 12 ] This service was dedicated to the successor, the Son of the Great Spirit, who lived over in America and was referred to by a name that is roughly “Taotl.” It is an Ahrimanic variant of the descendant of the Tao: Taotl. This being, Taotl, did not appear in a physical body, but only in elemental form. His arts—which essentially consisted of impulses toward the mechanization of earthly culture and all earthly life—were acquired through these initiations, as I have described to you. These initiations had a very specific purpose. As I said, the one who was initiated acquired very specific black-magic powers, the use of which would have led to the mechanization of Earth’s culture and the expulsion of all I’s, so that no more bodies would have been born that could still have been endowed with an I. However, the one who possessed such powers—for things in the world are always in mutual interaction—would thereby have bound himself to the Earth; the initiate would have had to remain in constant union with the forces of the Earth. In a sense, he thereby bound himself only to those forces that you will become acquainted with tomorrow during the performance of the Faust scene, if you follow attentively what the Lemurs represent: to the forces of the Earth, to the soul of the Earth, to all that brings about death on Earth. But in doing so, he would have lost his own soul. And he saved himself in regard to his soul by ensuring, on the one hand, that through the procedure of cutting out the stomach, the soul he murdered would no longer have any desire to come to Earth; and on the other hand, it was at the same time granted to that soul—and this was his intention—to draw his own soul along with it into the realm that was now to be established outside of Earth. Thus, the soul of the initiated murderer—the murderous initiate—was also to be drawn into the realm of Lucifer and Ahriman that was to be established.
[ 13 ] Es wurden mancherlei Gegensekten gegründet, um diesen teuflischen Dienst zu bekämpfen. Eine solche Gegensekte war die des Tezkatlipoka. Das war auch ein Wesen, das nicht im physischen Leibe erschien, das aber eine große Zahl dieser mexikanischen Eingeweihten kannte, und das nur im elementarischen Leibe lebte. Tezkatlipoka, er war eine Art verwandtes Wesen zu Jahve oder Jehova, und sollte eigentlich einen Dienst einrichten, der dem allem entgegengearbeitet hätte im Sinne einer, nun, eben für solche schrecklichen Kulturverhältnisse passenden Jahve-Religion drüben in Mexiko. Also ein dem Jahve verwandter Geist war dieser Tezkatlipoka.
[ 13 ] Various counter-sects were founded to combat this diabolical cult. One such counter-sect was that of Tezkatlipoka. He, too, was a being who did not appear in a physical body, but who was known to a large number of these Mexican initiates, and who lived only in an elemental body. Tezkatlipoka was a kind of being related to Yahweh or Jehovah, and was actually supposed to establish a cult that would have counteracted all of this—in the sense of a Yahweh religion over in Mexico that was, well, suited to such terrible cultural conditions. So this Tezkatlipoka was a spirit related to Yahweh.
[ 14 ] Außerdem war eine andere Sekte da, welche den Quetsalkoatl, auch ein Wesen, welches nicht im physischen Leibe erschien, sondern einen elementarischen Leib hatte, verehrte. Quetsalkoatl war ein Wesen, von dem man sagen könnte, es war verwandt mit den Merkurkräften. Es sollte gesundend wirken. Die Heilkunst drüben, die sollte namentlich unter dem Einflusse dieses Quetsalkoatl bewirkt werden. Solche Wesen werden von denjenigen, die sie durch Hellsehen wahrnehmen können, immer in der Weise beschrieben, daß man aus der Beschreibung den Eindruck der Realität schon haben kann. Wenn gerade Quetsalkoatl beschrieben wird als eine Erscheinung mit einem schlangenförmigen Körper, als grüne, grüngefiederte Schlange, so bezeugt das durchaus dem, der solche Dinge versteht, daß es sich um ein reales, aber nur im elementarischen Leibe erscheinendes Wesen handelte.
[ 14 ] There was also another sect that worshiped Quetzalcoatl, a being who did not appear in a physical body but possessed an elemental body. Quetzalcoatl was a being who could be said to be related to the forces of Mercury. He was believed to have healing powers. The art of healing over there was said to be brought about specifically under the influence of this Quetzalcoatl. Such beings are always described by those who can perceive them through clairvoyance in such a way that one can already gain an impression of their reality from the description. When Quetzalcoatl, for example, is described as an apparition with a serpentine body—a green, green-feathered serpent—this clearly attests to those who understand such things that it was a real being, albeit one appearing only in its elemental body.
[ 15 ] Nun entwickelte sich durch viele Jahrtausende hindurch dieser Dienst, der nicht öffentlich getrieben worden ist, der innerhalb gewisser Mysterien Mexikos vielfach getrieben worden ist, um im geheimen die nötigen nachatlantischen Kulturimpulse in ahrimanischer Gestalt auszuarbeiten. Doch entwickelte sich auch da drüben eine dritte Bewegung. Es mußte sich eine Gegenbewegung entwickeln. Denn hätte sich nicht diese Gegenbewegung entwickelt, so wäre schon der Einfluß dieser Kräfte, die da sich gebildet haben, auf die griechisch-römische Kultur und dann später auf die fünfte nachatlantische Kultur allmählich so groß geworden, daß sie unbesiegbar gewesen wären für die fortschreitenden Mächte. Eine Gegenbewegung entwickelte sich, indem ein Wesen geboren wurde, welches nun, im Gegensatze zu diesen Wesenheiten, die niemals im physischen Leibe erschienen sind, sondern nur im elementarischen Leibe, im physischen Leibe erschienen ist. Und dieses Wesen, das wird etwa so benannt da drüben, daß wir es bezeichnen können mit Worten, welche die Lautfolge nachahmen: Vitzliputzli. Vitzliputzli ist nun ein menschliches Wesen, ein in einem Menschenleib erscheinendes Wesen. Vitzliputzli enthält diejenige geistige Individualität, welche im Menschenleib den Kampf aufnahm gegen die Mysterien, die ich geschildert habe. Von Vitzliputzli wurde erzählt unter den Mexikanern, daß er von einer Jungfrau geboren worden ist, die unter himmlischem Einfluß befruchtet worden ist, indem ein Vogel sich ihr genaht hat.
[ 15 ] Over the course of many millennia, this work—which was not carried out publicly but was practiced in various forms within certain Mexican mystery traditions—developed in order to secretly shape the necessary post-Atlantean cultural impulses in an Ahrimanic form. Yet a third movement also developed over there. A counter-movement had to develop. For if this counter-movement had not developed, the influence of these forces that had formed there on Greco-Roman culture and later on the fifth post-Atlantean culture would gradually have become so great that they would have been invincible to the advancing forces. A counter-movement developed through the birth of a being who, in contrast to those entities that never appeared in a physical body but only in an elemental body, did appear in a physical body. And this being—which is referred to over there in a way that allows us to describe it with words that mimic the sound sequence—is called Vitzliputzli. Vitzliputzli is a human being, a being appearing in a human body. Vitzliputzli embodies the spiritual individuality that, within the human body, took up the struggle against the mysteries I have described. Among the Mexicans, it was said of Vitzliputzli that he was born of a virgin who was impregnated by a divine influence when a bird approached her.
[ 16 ] Wenn man nun mit okkulten Mitteln, so gut man es kann, nachzuforschen versucht, wie dann dieser Vitzliputzli drüben auf der westlichen Halbkugel gelebt hat, so kommt man merkwürdigerweise darauf, daß er in derselben Zeit gelebt hat, in der sich auf der östlichen Halbkugel das Mysterium von Golgatha abgespielt hat, zwischen dem Jahre 1 und 33. Das ist das Merkwürdige. Und jenem Vitzliputzli gelang es nun, dem bedeutendsten Initiierten der mexikanischen Mysterien den Prozeß zu machen. Er wendete sich in scharfem Kampfe gegen jenen Initiierten der mexikanischen Mysterien. Das war also ein Menschenwesen, ein Initiierter — keiner von den drei Geistern, sondern ein Initiierter, gegen den sich Vitzliputzli wendete. Also Vitzliputzli, ein übersinnliches Wesen, aber in Menschengestalt, wendete sich mit allen Kampfmitteln, die ihm da drüben zur Verfügung standen, gegen denjenigen Eingeweihten, der die meisten Morde hinter sich hatte, der am mächtigsten geworden war und von dem man sagen kann: Wäre seine Absicht erfüllt worden, so wäre eben ein Sieg dieser späteren ahrimanischen nachatlantischen Kultur zustande gekommen. — Gegen den wendete sich Vitzliputzli, und es gelang ihm — wie gesagt, man kann das nur mit geisteswissenschaftlichen Mitteln ausfindig machen — im Jahre 33, den stärksten schwarzen Magier zur Kreuzigung zu bringen, so daß also dem Mysterium von Golgatha dies parallel geht da drüben auf der anderen Halbkugel der Erde, daß der größte schwarze Magier gekreuzigt worden ist durch das Verdienst des Vitzliputzli, der zu diesem Zwecke auf der Erde erschienen ist. Dadurch ist zunächst für den vierten nachatlantischen Zeitraum gebrochen worden die Kraft dieser Mysterien; aber sie lebten wieder auf. Und Sie können das ja selbst aus der Geschichte ersehen, wie es nach der Entdeckung Amerikas vielen Europäern gegangen ist, die nach Amerika hinübergegangen sind: zahlreiche Europäer haben noch ihren Tod erfahren dadurch, daß sie von mexikanischen Priester-Initilerten in der Weise behandelt worden sind, daß man sie angeschnallt hat auf die betreffende Vorrichtung und ihnen den Magen in kunstgerechter Weise ausgeschnitten hat. Das ist ja auch geschichtlich bekannt, und es ist dieses eine Nachwirkung desjenigen, was ich Ihnen beschrieben habe.
[ 16 ] If one now tries, as best one can, to investigate through occult means how this Vitzliputzli lived over there in the Western Hemisphere, one strangely comes to the conclusion that he lived during the same period in which the Mystery of Golgotha took place in the Eastern Hemisphere, between the years 1 and 33. That is what is so remarkable. And this Vitzliputzli succeeded in bringing a case against the most prominent initiate of the Mexican mysteries. He turned against that initiate of the Mexican mysteries in a fierce battle. So this was a human being, an initiate—not one of the three spirits, but an initiate—against whom Vitzliputzli turned. So Vitzliputzli, a supernatural being but in human form, turned against that initiate—who had committed the most murders, who had become the most powerful, and of whom one can say: Had his intention been fulfilled, a victory for this later Ahrimanic post-Atlantean culture would indeed have come about—using every means of combat available to him over there. — Vitzliputzli turned against him, and he succeeded—as I said, this can only be ascertained through spiritual scientific means—in the year 33 to bring about the crucifixion of the most powerful black magician, so that the Mystery of Golgotha has its parallel over there in the other hemisphere of the Earth, in that the greatest black magician was crucified through the merit of Vitzliputzli, who appeared on Earth for this very purpose. As a result, the power of these mysteries was initially broken for the fourth post-Atlantean epoch; but they were revived. And you can see this for yourselves in history, in what happened to many Europeans who crossed over to America after its discovery: numerous Europeans met their deaths because they were treated by Mexican priest-initiates in such a way that they were strapped to the appropriate apparatus and their stomachs were cut open in a skillful manner. This is, after all, a well-known historical fact, and it is one of the consequences of what I have described to you.
[ 17 ] Dadurch ist der westlichen Welt, insofern das Elementarische eben bei ihr in Betracht kommt, der Impuls einverleibt worden, der gerade von dieser Seite ausgehen sollte: der ahrimanische Impuls. Nun, wie gesagt, für die vierte nachatlantische Zeit ist er gebrochen worden durch die Kreuzigung des großen initiierten schwarzen Magiers durch Vitzliputzli. Dann aber ist doch soviel Kraft geblieben, daß ein weiterer . Ansturm hätte geschehen können für den fünften nachatlantischen Zeitraum, der dahin gegangen wäre, nun wirklich die Erde mit Mechanisierung zu überziehen, nicht nur eine Kultur zu begründen, die in lauter mechanischen Werkzeugen gegipfelt hätte, sondern die auch die Menschen selber zu lauter Homunkulussen gemacht hätten, so daß die Iche fortgezogen wären. Diese Welt sollten die Europäer kennenlernen. Und die neuere Zeit beginnt ja gerade eben damit, daß die Europäer hinübergezogen wurden nach dieser Welt. Während also auf der einen Seite von Osten herüber die Stürme des Dschingis-Khan und seiner Nachfolger gleichsam ein Gottesgericht vollstrecken sollten, sollte vorbereitet werden im Westen eine Atmosphäre wildester ahrimanischer, elementarischer Kräfte, in welche die Europäer hineingekommen wären. Solche Dinge sind wirklich so, daß Ahriman und Luzifer voll zusammenarbeiten. Die Europäer sollten zum Beispiel durchaus nicht mit uneigennützigen Gefühlen da hinüberkommen, sondern sie sollten mit verlangenden, begehrlichen Gefühlen herüberkommen, aber mit Begierdegefühlen gewissermaßen nach etwas, worüber sie sich allerlei Täuschungen hingaben. Nachher konnte man ja das vergröbern, was zuerst nur in eine wunderbare Phantasie gehüllt worden ist. Vergröbert ist es ja so geworden, daß wirklich dieEuropäer in Amerika die äußeren Reichtümer in einer Weise kennengelernt haben, die ihre Begehrlichkeit schon sehr, sehr aufgeregt hat; aber zunächst sollte das mehr ideelle Formen annehmen. Da sehen wir wiederum das Zusammenwirken der luziferischen und ahrimanischen Kräfte, die sich immer Hand in Hand arbeiten.
[ 17 ] As a result, the Western world—insofar as the elemental realm is relevant to it—has incorporated the impulse that was precisely meant to emanate from this side: the Ahrimanic impulse. Now, as I said, for the fourth post-Atlantean epoch, it was broken by the crucifixion of the great initiated black magician by Vitzliputzli. Yet enough power remained for another onslaught to have occurred during the fifth post-Atlantean epoch—one that would have sought to truly blanket the Earth with mechanization, not only establishing a culture that would have culminated in nothing but mechanical tools, but one that would also have turned human beings themselves into mere homunculi, so that the “I”s would have withdrawn. The Europeans were meant to become acquainted with this world. And the modern era begins precisely with the Europeans being drawn over into this world. So while, on the one hand, the storms of Genghis Khan and his successors coming from the East were, as it were, to carry out a divine judgment, on the other hand, an atmosphere of the wildest Ahrimanic, elemental forces was to be prepared in the West, into which the Europeans would have entered. Such things are truly such that Ahriman and Lucifer are working in full collaboration. Europeans, for example, were by no means to come over there with selfless feelings, but rather with demanding, covetous feelings—though, in a sense, with a craving for something about which they indulged in all manner of delusions. Afterward, one could, of course, coarsen what had at first been shrouded only in a wondrous fantasy. It did indeed become coarser in the sense that Europeans in America came to know the outward riches in a way that greatly, greatly stirred their covetousness; but initially, this was meant to take on more ideal forms. Here we see once again the interplay of the Luciferic and Ahrimanic forces, which always work hand in hand.
[ 18 ] So konnte ein Nachfolger des Dschingis-Khan, der sich in China niedergelassen hatte und China beherrschte, nachdem die Mongolenstürme über Europa hingegangen waren, der Kublai-Khan, sich in China der Anwesenheit eines Europäers, eines Venezianers erfreuen: Marco Polo. Und jener Marco Polo wurde am Hofe des Kublai-Khan Kublai-Khan selber war noch unter dem Einflusse jener Initiation, die ich vorhin beschrieben habe — gründlich beeinflußt; und er schrieb ein Buch, welches geeignet war, die Phantasie der Europäer nach der westlichen Halbkugel hinüber mächtig anzuregen: «Mirabilia mundi.» Da war die Rede von einem Zauberlande auf der westlichen Halbkugel, von einem Zauberlande, das die Sehnsuchten, es zu entdecken, erregte. Und durch diese Schrift «Mirabilia mundi» wurde Christoph Kolumbus angeregt, seine Fahrt nach Amerika zu unternehmen. Da wurde also in der richtigen Weise ins Phantasievolle hinein die Begierde angeregt. Die Dinge wirken wirklich in einer außerordentlich klugen Weise zusammen. Sie müssen sich nur eben bekanntmachen damit, daß Plan in der Weltgeschichte ist, Plan auch da, wo die bösen Mächte in Betracht kommen, und daß man mit den Mitteln, mit denen man heute Geschichte ansieht, wirklich nicht zurechtkommt, sondern alles geschichtliche Leben nur von seiner Außenseite betrachtet. Nur dadurch kann man zurechtkommen, daß man durch geisteswissenschaftliche Mittel die rechten Tatsachen zusammenhält: also die Entdeckung Amerikas in einem ganz bestimmten Zeitraume, und die Erregung der Begehrlichkeit für ein Phantasieland, welche Begehrlichkeit wiederum geeignet war, die Seelen abzuziehen von der Erde. Durch dieses Zusammentreffen, das Schildern eines solchen Phantasielandes und das Erregen der Begehrlichkeit, um Amerika in einem bestimmten Zeitpunkte zu entdecken, dadurch war die richtige Stimmung gegeben, eine Stimmung, die insbesondere auf die unterbewußten menschlichen Seelenkräfte wirkte und in der Kultur weiter wirken konnte. Man muß durchaus Marco Polo und seine Schrift «Mirabilia mundi» im Zusammenhang denken mit dem, was Christoph Kolumbus angeregt hat, hinüberzufahren nach dem Westen. Er hat ja bekanntlich jene Zauberinsel entdecken wollen durch die Fahrt nach dem Westen. Das wird ja in der äußeren Geschichte beschrieben.
[ 18 ] Thus, a successor to Genghis Khan—who had settled in China and ruled the country after the Mongol invasions of Europe had subsided—Kublai Khan, was able to enjoy the presence of a European, a Venetian, in China: Marco Polo. And that Marco Polo, at the court of Kublai Khan—Kublai Khan himself was still profoundly under the influence of the initiation I described earlier—wrote a book that was bound to powerfully stir the imagination of Europeans toward the Western Hemisphere: Mirabilia mundi. It spoke of a magical land in the Western Hemisphere, a magical land that stirred the longing to discover it. And it was this work, Mirabilia mundi, that inspired Christopher Columbus to undertake his voyage to America. Thus, the desire was aroused in the right way, within the realm of the imagination. Things truly interact in an extraordinarily intelligent way. You simply need to become acquainted with the fact that there is a plan in world history—a plan even where evil forces come into play—and that the methods by which we view history today are truly inadequate, for they allow us to observe all historical life only from the outside. The only way to make sense of it is to bring the right facts together through spiritual scientific methods: namely, the discovery of America during a very specific period, and the stirring up of a longing for a land of the imagination—a longing that, in turn, was capable of drawing souls away from the earth. Through this convergence—the depiction of such an imaginary land and the stirring of longing to discover America at a specific point in time—the right mood was created, a mood that acted particularly on the subconscious forces of the human soul and could continue to exert its influence in culture. One must certainly consider Marco Polo and his work Mirabilia mundi in connection with what inspired Christopher Columbus to sail westward. As is well known, he sought to discover that magical island by sailing westward. This is, after all, described in the annals of history.
[ 19 ] So habe ich Ihnen geschildert, wie hereinwirken die ahrimanischen und luziferischen Impulse, um ihre Attacken auszuführen gegen den fünften nachatlantischen Zeitraum. Nun ist dieser fünfte nachatlantische Zeitraum gerade so geartet, daß der Mensch gewissermaßen in einer Mittelsphäre des seelischen Lebens lebt. Das Seelenleben des fünften nachatlantischen Zeitraums muß geschützt werden vor dem unmittelbaren Schauen der ahrimanischen Kräfte. Man muß lernen, in ihr Reich zu kommen durch Geisteswissenschaft; aber das äußere Leben muß geschützt werden, damit sich die Kräfte entwickeln können, auf die schon gestern und heute aufmerksam gemacht worden ist. Aber unter dem Bewußtsein, unter dem gewöhnlichen normalen Bewußtsein, da wirken diese Kräfte, die auf die geschilderte, ganz konkrete Art auf die Erde gebracht worden sind. Man lernt nicht dadurch das menschliche Seelenleben kennen, daß man im allgemeinen schildert: es gibt ein Bewußtes und Unterbewußtes, und aus dem Unterbewußten, da wirken Triebe herauf und so weiter; man muß kennen, wie diese Triebe bewirkt worden sind auf der Erde. Das Konkrete muß man kennen. Nun kann man in verschiedenen Dingen sehen, wie gewissermaßen unter dem Bewußtsein, das die Seele des Menschen in der fünften nachatlantischen Zeit entfaltet, manches nachwirkt. Man kann sich das so vorstellen, daß das Ahrimanische, das also auf diese Weise initiiert worden ist, wie wir es geschildert haben, gewissermaßen unter der Schwelle des Bewußtseins tätig ist, wie die Lava, wie die vulkanischen Kräfte unter einem vulkanischen Boden, einer Solfatara: wenn man oben Papier anzündet, so kommt der Rauch heraus. Das beweist, daß der Boden, auf dem man steht, durchaus unter sich furchtbare Kräfte enthält, die dann aus allen Löchern herauskommen. So ist es auch mit Seelenkräften. Unter dem, was das Bewußtsein weiß, existieren die Dinge, die beeinflußt sind von dem, was ich beschrieben habe. Und dann drücken sie hinauf; zuweilen zeigen sie sich auch ein bißchen, aber sonst drücken sie hinauf. Und im Überbewußten sind dann auch die luziferischen Kräfte, die sich hereinentladen in die Seele, wie sich zuweilen Blitz und Donner entlädt, wenn die Luft gereinigt werden soll, welche aber auch gerade im fünften nachatlantischen Zeitraum wenig im Bewußtsein sind. Ein mittlerer Zustand ist es, den das Bewußtsein innehat in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum.
[ 19 ] I have thus described to you how the Ahrimanic and Luciferic impulses work to carry out their attacks against the fifth post-Atlantean epoch. Now, this fifth post-Atlantean epoch is characterized precisely by the fact that human beings live, so to speak, in a middle sphere of soul life. The soul life of the fifth post-Atlantean epoch must be protected from the direct gaze of the Ahrimanic forces. One must learn to enter their realm through spiritual science; but outer life must be protected so that the forces—which have already been pointed out yesterday and today—can develop. But beneath consciousness—beneath ordinary, normal consciousness—these forces are at work, forces that have been brought onto the Earth in the very concrete way described. One does not come to know human soul life by making general statements such as: there is a conscious and a subconscious, and from the subconscious, drives arise and so on; one must understand how these drives came to be on Earth. One must know the concrete details. Now one can see in various things how, as it were, beneath the consciousness that the human soul develops in the fifth post-Atlantean epoch, certain influences continue to have an effect. One can imagine it this way: the Ahrimanic forces—which were initiated in the manner we have described—are active, so to speak, beneath the threshold of consciousness, like lava, like the volcanic forces beneath volcanic soil, beneath a solfatara: when one sets paper on fire above, smoke emerges. This proves that the ground on which one stands certainly contains terrible forces beneath it, which then emerge from every opening. So it is with soul forces as well. Beneath what consciousness knows, there exist things that are influenced by what I have described. And then they press upward; sometimes they reveal themselves a little, but otherwise they press upward. And in the superconscious there are also the Luciferic forces, which pour into the soul just as lightning and thunder sometimes discharge when the air needs to be purified; yet these forces are scarcely present in consciousness, especially in the fifth post-Atlantean epoch. Consciousness occupies an intermediate state in this fifth post-Atlantean epoch.
[ 20 ] Wenn man nun nachforscht, was so im Unterbewußten lebt, so sieht man schon, wie von zwei Richtungen her ahrimanische und luziferische Attacken kommen, und wie in einem Zusammenwirken der regulär fortschreitenden Hierarchien mit den luziferischen und ahrimanischen Kräften die Kultur eigentlich geschaffen wird. Nun wird gerade dadurch, daß in dieser Weise die Kultur spezifiziert wird, der Mensch auf verschiedenen Gebieten der Erde in verschiedener Art zu den großen Problemen gelenkt. Ich will mehr auf den Erkenntnisstandpunkt Rücksicht nehmen und das, was vom Erkenntnisstandpunkt ins soziale Leben eingreift. Da kann man also voraussetzen, daß gewisse ahrimanische Kräfte in die europäische Kultur einfließen — nach den Impulsen, die wir kennengelernt haben — vom Unterbewußten aus. Diese ahrimanischen Kräfte, die lenken die Impulse, die wiederum von den guten, regulär fortschreitenden Kräften ausgehen, in eine ganz bestimmte Richtung hin. Man kann sagen, daß zweierlei Probleme, zweierlei Erkenntnisbestrebungen aufgetreten sind. Nicht etwa kann man sagen: durch die ahrimanischen Kräfte, sondern durch das Zusammenwirken der ahrimanischen Kräfte und der regulär fortschreitenden Kräfte hat das menschliche Leben eine gewisse Färbung erhalten. Dadurch ist es namentlich auf zwei Probleme gelenkt worden. Diese zwei Probleme könnte man bezeichnen als das Triebproblem — das Nachdenken ging allmählich nach diesem Triebproblem — und das Geburtsproblem. Natürlich sind das Ausdrücke, die den hervorragendsten Fakten entnommen sind; es umfaßt das, was ich hier bezeichne als das Triebproblem und als das Geburtsproblem, außerordentlich vieles. Ich will nur einiges charakterisieren.
[ 20 ] If one now investigates what lies in the subconscious, one can already see how Ahrimanic and Luciferic attacks come from two directions, and how culture is actually created through the interaction of the regularly progressing hierarchies with the Luciferic and Ahrimanic forces. Now, precisely because culture is shaped in this way, human beings in various regions of the earth are directed toward the great problems in different ways. I want to focus more on the perspective of knowledge and on what, from this perspective, influences social life. One can therefore assume that certain Ahrimanic forces flow into European culture—in accordance with the impulses we have come to know—from the subconscious. These Ahrimanic forces direct the impulses, which in turn emanate from the good, regularly progressing forces, in a very specific direction. One can say that two kinds of problems, two kinds of endeavors toward knowledge, have arisen. It is not a matter of saying that it is due to the Ahrimanic forces alone, but rather that through the interplay of the Ahrimanic forces and the regularly progressing forces, human life has taken on a certain character. As a result, it has been directed specifically toward two problems. These two problems could be described as the problem of instinct—thought gradually turned toward this problem of instinct—and the problem of birth. Of course, these are terms derived from the most salient facts; what I refer to here as the problem of instinct and the problem of birth encompasses an extraordinarily wide range of phenomena. I wish only to characterize a few aspects.
[ 21 ] Das Triebproblem: Es wird unter dem Einflusse der Kräfte, die ich charakterisierthabe, das menschliche Sinnen und das menschliche Trachten dahin gelenkt, die Triebe der Menschen zu verspüren, zu empfinden. Der Sinn wird auf die Triebe gelenkt; und daraus entwickelt sich allmählich eine gewisse Lebensgesinnung unter dem Einflusse des Triebproblems. Man kann sagen: Es wandelt sich das Triebproblem um in das Glücksproblem, und das Glücksproblem bekommt eine ganz bestimmte Färbung. Daher sehen Sie gerade im fünften nachatlantischen Zeitraum an den verschiedenen Stellen, insbesondere in der westlichen Kultur, Sinnen und Trachten nach dem Glücksproblem gerichtet, nach dem Glück, nach dem Schaffen des Glückes im Leben. Das ist unter diesen Einflüssen, die ich geschildert habe. Da sehen wir zum Beispiel, wie nachgeforscht wird, was man tun kann, damit die Menschen auf der Erde ein möglichst glückliches Leben führen. Herstellung des Erdenglückes, das wird ein Ideal. Ich sage nicht: bloß unter ahrimanischen Kräften; es sind darinnen auch regulär fortschreitende Kräfte. Also es soll natürlich über dasGlück nachgedacht werden. Aber eine bestimmte Färbung bekam es unter Ahrimans Einwirkung durch einen rein teuflischen Satz: «Das Gute ist das Glück der größtmöglichen Menschenanzahl auf der Erde.» Dieser Satz ist ein rein teuflischer Satz, denn er definiert das Gute so, daß er es durch das Glück ausdrückt, und noch dazu das Glück der größtmöglichen Anzahl, womit verknüpft sein würde das Elend der Minderzahl; so ungefähr, wie wenn man einen Organismus schildern wollte dadurch, daß man ihn bis zu den Knien nur ausbildet und dann von den Knien nach abwärts verkümmern läßt. Es ist aber überhaupt das Zusammenstellen von Glück und Güte, von Glück und Tugend etwas, was einen ahrimanischen Charakter hat. Glück und Tugend, Glück und das Gute: die Griechen waren in ihren besten Persönlichkeiten ganz unzugänglich für die Zusammenstellung der Begriffe Glück und das Gute. Aber gerade durch ahrimanische Einflüsse sollte in der fünften nachatlantischen Menschheit eine Gesinnung erzeugt werden, welche das Gute im Glücke sucht. Sie müssen alles, was Sie kennen als Saint-Simonismus, die verschiedenen Bestrebungen, nationalökonomische Ordnungen zu finden, namentlich im Westen Europas, unter diesem Gesichtspunkte betrachten, dann können Sie sie nur verstehen; selbst der Rousseauismus ist nicht frei von diesem Impulse. Man muß diese Dinge durchaus in sachlicher Beziehung studieren.
[ 21 ] The problem of the drives: Under the influence of the forces I have described, human thought and human striving are directed toward sensing and perceiving human drives. The senses are directed toward the drives; and from this, a certain attitude toward life gradually develops under the influence of the problem of the drives. One might say: The problem of the drives transforms into the problem of happiness, and the problem of happiness takes on a very specific character. That is why, especially in the fifth post-Atlantean epoch, you see in various places—particularly in Western culture—that senses and aspirations are directed toward the problem of happiness, toward happiness itself, and toward the creation of happiness in life. This occurs under the influences I have described. There we see, for example, how people are exploring what can be done to enable human beings on Earth to lead as happy a life as possible. The creation of earthly happiness has become an ideal. I am not saying this applies solely to Ahrimanic forces; there are also regularly progressing forces at work here. So, of course, one should reflect on happiness. But under Ahriman’s influence, it took on a certain tinge through a purely diabolical statement: “The good is the happiness of the greatest possible number of people on Earth.” This statement is a purely diabolical one, for it defines the good in such a way that it expresses it through happiness—and, moreover, the happiness of the greatest possible number—which would entail the misery of the minority; much as if one were to describe an organism by developing it only up to the knees and then allowing it to wither away from the knees down. But the very act of equating happiness with goodness, or happiness with virtue, is something that has an Ahrimanic character. Happiness and virtue, happiness and the good: the Greeks, in their finest personalities, were entirely impervious to equating the concepts of happiness and the good. But it is precisely through Ahrimanic influences that a mindset was to be fostered in the fifth post-Atlantean humanity that seeks the good in happiness. You must view everything you know as Saint-Simonism—the various efforts to establish economic orders, particularly in Western Europe—from this perspective; only then can you understand them; even Rousseauism is not free from this impulse. One must study these things strictly in an objective context.
[ 22 ] Das zweite neben dem Triebproblem ist hier das Sinnessein, das Sinnensein. Es soll ja im fünften nachatlantischen Zeitraum die Sinneskultur veredelt werden. Aber die ahrimanischen Mächte wollen diese Sinneskultur für sich in Anspruch nehmen, und daher wollen sie die Gesinnung erzeugen, daß die Wahrheit einzig und allein im Sinnensein zu finden ist. Insoferne lebt in all dem, was im Problem des Sinnenseins lebt, Ahrimanisches. Das Sinnenproblem hängt innig zusammen mit dem Geburtsproblem, so wie das Glücksproblem mit dem Triebproblem zusammenhängt. Um zu rechtfertigen das Sinnensein und durch einen Instinkt die ganze Evolution rein sinnlich zu betrachten, wurde das Menschenwerden in der Geburt unmittelbar angegliedert an die Evolution der Tiere. Da sehen Sie den Weg zum Geburtsproblem herüber. Das Nachdenken über die Menschengeburt, das beschäftigt ja diejenigen, die sinnen und trachten im fünften nachatlantischen Zeitraum, wirklich seit dem 15. Jahrhunderte ganz intensiv. Und der, welcher die Verhältnisse kennt, der weiß, was dieses Problem: Wie kommt der Mensch in die Erde herein? — bedeutet hat, wie man darüber nachgedacht hat, ob die Seele von Vater und Mutter als Seele übergeht auf die Kinder, oder ob die Seele anerschaffen wird von den überirdischen Mächten. Das Geburtsproblem im weitesten Sinne, das ist Aufgabe der nachatlantischen Zeit; das ist ein ganz im Sinne der regulär fortschreitenden Zeit aufgegebenes Problem. Aber ahrimanisch wurde es dadurch, daß es rein materialistisch gemacht wurde, daß der Mensch nur an die Spitze der Tierwelt gestellt worden ist, daß sein Seelensein gegenüber dem Sinnensein vollständig außer acht gelassen werden soll.
[ 22 ] The second issue here, alongside the problem of the instincts, is sensory existence, the nature of the senses. After all, the culture of the senses is to be refined in the fifth post-Atlantean epoch. But the Ahrimanic forces want to lay claim to this culture of the senses for themselves, and therefore they seek to foster the belief that truth is to be found solely and exclusively in sensory existence. In this respect, the Ahrimanic element is present in everything related to the problem of sensory existence. The problem of the senses is intimately connected with the problem of birth, just as the problem of happiness is connected with the problem of instinct. In order to justify sensory existence and, through an instinct, to view the entire course of evolution from a purely sensory perspective, human becoming was, in the context of birth, directly linked to the evolution of animals. There you can see the connection to the problem of birth. Reflection on human birth has, in fact, occupied those who think and strive in the fifth post-Atlantean epoch—truly since the 15th century—with great intensity. And anyone familiar with the circumstances knows what this problem—“How does the human being enter the earth?”—has meant, and how people have pondered whether the soul of the father and mother passes on to the children as a soul, or whether the soul is created anew by the supersensible powers. The problem of birth in the broadest sense is the task of the post-Atlantean era; it is a problem posed entirely in accordance with the regular progression of time. But it became Ahrimanic in that it was made purely materialistic, in that human beings were placed merely at the pinnacle of the animal kingdom, and in that their soul nature was to be completely disregarded in relation to their sensory nature.
[ 23 ] So sehen wir, daß von der einen Seite her einströmen Impulse, welche das Triebproblem zum Glücksproblem nicht im Sinne des Moralisch-Guten machen wollen. Ganz im Sinne der regulären Mächte wäre das Triebproblem zu machen zum Problem des Moralisch-Guten. Denn das Moralisch-Gute im weitesten Umfange aus dem Triebproblem heraus zu entwickeln, das heißt, die Vergeistigung des Triebproblems zu finden. Das ist die reguläre Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums. Das wird in mächtigen Imaginationen entwickelt werden müssen, zu denen der Ansatz in solchen Imaginationen liegt, wie Sie im «Faust» sie finden. Aber durch den ahrimanischen Einfluß führte das Geburtsproblem zu der Evolution im Sinnensein. Also: Triebproblem zum Glücksproblem; Geburtsproblem zum Problem der Evolution im Sinnensein.
[ 23 ] Thus we see that impulses are flowing in from one side that do not wish to turn the problem of instinct into a problem of happiness in the sense of moral goodness. It would be entirely in keeping with the regular forces to transform the problem of the drives into a problem of moral goodness. For to develop moral goodness in the broadest sense out of the problem of the drives—that is, to find the spiritualization of the problem of the drives—is the regular task of the fifth post-Atlantean epoch. This will have to be developed through powerful imaginations, the seeds of which can be found in imaginations such as those in Faust. But through the Ahrimanic influence, the problem of birth led to evolution within sensibility. Thus: the problem of the drives becomes the problem of happiness; the problem of birth becomes the problem of evolution within sensibility.
[ 24 ] Wenn wir alles das ins Auge fassen, was von dieser Seite her kommt, dann sehen wir wie einströmen die ahrimanischen Mächte in die fünfte nachatlantische Zeitkultur. Ich habe schon gesagt: Dadurch, daß auf der einen Seite ahrimanische Mächte einströmen, auf der anderen Seite luziferische, wird das Streben spezialisiert. Sonst würden in der fünften nachatlantischen Kultur vier große Dinge auftreten, die alles Arbeiten, alle Arbeit, alles Schaffen bis zum Bodenbebauen des Bauern, bis in die Einzelheiten hinein durchdringen würden in den Empfindungen. Vier Probleme wären es. Das erste ist eben das Triebproblem, das zweite das Geburtsproblem, das dritte, das dem fünften nachatlantischen Zeitraum aufgegeben ist, ist das Todesproblem. Das Problem des Todes, das heißt, nicht nur zu finden, wie der Mensch hereingestellt ist auf die Erde durch die Geburt, sondern auch, wie er wiederum hinausschreitet durch die Pforte des Todes. Und das vierte Problem ist das Problem des Bösen.
[ 24 ] When we consider everything that comes from this side, we see how the Ahrimanic forces are pouring into the fifth post-Atlantean cultural epoch. As I have already said: Because Ahrimanic forces are pouring in on one side and Luciferic forces on the other, human striving becomes specialized. Otherwise, four major issues would arise in the fifth post-Atlantean culture that would permeate all work, all labor, all creative activity—down to the farmer’s cultivation of the soil—right down to the finest details in people’s feelings. There would be four problems. The first is precisely the problem of instinct; the second, the problem of birth; the third—which is assigned to the fifth post-Atlantean epoch—is the problem of death. The problem of death—that is, not only to discover how the human being is brought into the world through birth, but also how he steps out again through the gate of death. And the fourth problem is the problem of evil.
[ 25 ] Daß nicht gleichmäßig ausgebreitet über den fünften nachatlantischen Zeitraum in der Kulturmenschheit diese vier Probleme wirkten, das ist eben dadurch bewirkt, daß von der einen Seite Ahriman das Triebproblem zum Glücksproblem und das Geburtsproblem zum Sinnen-Sein-Problem umgestaltet hat und dadurch hinausgedrängt hat die richtige Lösung der Probleme; wiederum, daß von der anderen Seite Luzifer den Sinn der mehr nach Osten hin schattierten Kultur lenkte auf das Todesproblem und auf das Problem des Bösen. Und so können Sie verfolgen, wie gerade das ganze russische Geistesleben im wesentlichen so beherrscht ist von dem Todesproblem und von dem Problem des Bösen, wie das westliche Geistesleben von dem Triebproblem und von dem Geburtsproblem. Gerade bei dem stärksten russischen Denker der neueren Zeit, bei Solowjow, können Sie überall finden, wie der Nerv seines Denkens und Sinnens im Todesproblem auf der einen Seite und im Problem des Bösen auf der anderen Seite liegt. Das Problem des Bösen führt nun, wie das Triebproblem zum Glücksproblem führt, ebenso die besondere Gestalt herbei der Betrachtung des sündigen Lebens, die Betrachtung der Sünde, das Sündenproblem. Daher ist nirgends das Problem der Sünde und der Erlösung von der Sünde, der Reinigung von der Sünde in so tiefer Weise in Angriff genommen worden wie von Osten herein. Aber es ist zu gleicher Zeit ein Unreguläres, mit dem dieses Problem in Angriff genommen wird; es ist zu gleicher Zeit dieses Problem des Bösen und das Problem der Sünde von luziferischen Mächten benützt, um die Seelen durch das Hinlenken der Gesinnung auf die Sünde und auf das irdisch-leibliche Fleisches-Sündenleben zu entfremden von dem Erdenleben. Während im Westen Ahriman alle Anstrengungen darauf richtet, den Menschen in das Sinnensein zu verstricken auf der Erde, ein Reich des Guten und des Glücks zu begründen, das den Trieben entgegenkommt, kommt vom Osten der Abscheu vor der Sünde, wodurch die Seelen weggelenkt werden sollen von der Erde, indem ihnen die luziferische Entfremdung des Weggehens von der Erde eingeimpft werden soll durch die Betrachtung des Sündenproblems und des Todesproblems. Daher ein großer Teil des Sinnens im Osten darauf geht, wie der Tod überwunden wird durch das, was an dem Christus selber geschieht, so daß man Impulse für das Leben in der Auferstehung finden will. Gerade das, was ich ausgeführt habe vor acht Tagen, daß der Osten sich mehr dem Christus, der Westen sich mehr dem Jesus zuwendet, es liegt darin begründet, daß der Osten den Auferstandenen braucht, den Geist, der nicht in der Sinnlichkeit aufgeht, der die Sinnlichkeit überwindet. Es ist das Problem des Todes. In einer der schönsten Abhandlungen wahrscheinlich, die Solowjow geschrieben hat, redet er geradezu davon, daß, wenn der Tod als physisches Phänomen, als physische Tatsache einen Abschluß des Menschenlebens bedeuten würde, der Mensch allen übrigen Tieren gleichen würde, und er wäre eigentlich gar kein Mensch, er wäre ein Tier. Durch den Tod gleicht der Mensch dem Tiere. Durch das Böse, dessen er fähig ist, ist er noch schlechter als die Tiere. Da deutet Solowjow direkt darauf hin, wie sein Denken beeinflußt ist von dem Problem des Todes und dem Problem der Sünde, von dem Problem des Bösen. Aber man findet überall das Nachdenken über solche Seelenerkenntnisse, durch welche die Seele als vom Tod nicht berührt erscheint, und daß das äußere Leben so eingerichtet wird, daß es doch in einer gewissen Weise unter die berechtigten Erscheinungen des Lebens wiederum aufnimmt eine Tendenz des Weg-von-der-Erde. Daher gibt es gerade im Osten so viele Sekten, welche das Leibliche abtöten, welche den Tod gewissermaßen schon ausgießen über das Leibliche, welche das Triebleben und das Geburtsleben ad absurdum führen wollen durch ein gewisses Hinwenden zum Opfern und dergleichen.
[ 25 ] The fact that these four problems did not exert their influence uniformly throughout the fifth post-Atlantean epoch of cultural humanity is precisely due to the fact that, on the one hand, Ahriman transformed the problem of the drives into the problem of happiness and the problem of birth into the problem of being and feeling, thereby pushing aside the correct solution to these problems; while, on the other hand, Lucifer directed the focus of the culture—which was more oriented toward the East—toward the problem of death and the problem of evil. And so you can see how the entire Russian spiritual life is essentially dominated by the problem of death and the problem of evil, just as Western spiritual life is dominated by the problem of instinct and the problem of birth. Precisely in the work of the greatest Russian thinker of recent times, Soloviev, you can see everywhere how the core of his thinking and reflection lies in the problem of death on the one hand and the problem of evil on the other. The problem of evil, just as the problem of the drive leads to the problem of happiness, likewise gives rise to a particular form of contemplation of sinful life—the contemplation of sin, the problem of sin. Therefore, nowhere has the problem of sin and redemption from sin—the purification from sin—been addressed in such a profound way as it has been from the East. But at the same time, there is an irregularity in the way this problem is approached; at the same time, this problem of evil and the problem of sin are exploited by Luciferic forces to alienate souls from earthly life by directing their minds toward sin and toward the earthly, physical, carnal life of sin. Whereas in the West, Ahriman directs all his efforts toward entangling human beings in the realm of the senses on earth, to establish a realm of goodness and happiness that caters to the instincts, from the East comes a revulsion toward sin, through which souls are to be diverted from the Earth by instilling in them the Luciferic alienation of turning away from the Earth through contemplation of the problem of sin and the problem of death. Hence, a large part of the thinking in the East is directed toward how death is overcome through what happens to Christ himself, so that one may find impulses for life in the Resurrection. Precisely what I explained eight days ago—that the East turns more toward the Christ, while the West turns more toward Jesus—is rooted in the fact that the East needs the Risen One, the Spirit who is not absorbed in sensuality, who overcomes sensuality. It is the problem of death. In what is probably one of the most beautiful essays Soloviev ever wrote, he speaks directly of the fact that if death, as a physical phenomenon, as a physical fact, were to signify the end of human life, then human beings would be no different from all other animals—and they would not actually be human at all; they would be animals. Through death, human beings resemble animals. Through the evil of which he is capable, he is even worse than animals. Here Soloviev points directly to how his thinking is influenced by the problem of death and the problem of sin, by the problem of evil. But everywhere one finds reflections on such insights into the soul, through which the soul appears untouched by death, and in which external life is organized in such a way that, in a certain sense, it once again incorporates—among the legitimate manifestations of life—a tendency to turn away from the earth. This is why there are so many sects, particularly in the East, that seek to mortify the physical body, that, in a sense, already pour death over the physical, and that seek to reduce the life of instinct and the life of birth to absurdity through a certain turning toward sacrifice and the like.
[ 26 ] Im Westen liegt die Gefahr vor des Verstricktwerdens in das Sinnenleben, wodurch das Sinnenleben ichlos werden würde. Denn wenn auf der Erde nur das Glück begründet werden soll, so könnte niemals das Ich auf der Erde leben. Wenn das Gute nur dadurch begründet werden sollte, daß Glück über die Erde ausgebreitet werden sollte, so würde folgendes nämlich eintreten, das zeigt schon die Erfahrung der alten Atlantis: Auch in der Mitte der Atlantischen Kultur waren große Impulse gegeben, die im weiteren Verlaufe zu einem Glücke geführt hätten. Die Menschen hatten, was sie zuerst als Antrieb des Guten empfunden haben, in seiner Form, in seinen Wirkungen gesehen als ein gewisses Glück. Da gibt sich der Mensch dem Glücke hin, da geht der Mensch in Glück auf. Und die Erde mußte in bezug auf die atlantische Kultur gewissermaßen hinweggefegt werden, weil die Menschen nur zurückbehalten hatten das Glück von dem Guten. In der nachatlantischen Zeit will nun Ahriman direkt eine Glückskultur begründen. Das würde heißen: auspressen die Zitrone, weg mit ihr! — Die Iche würden nicht mehr leben können, wenn nur eine Glückskultur begründet werden sollte. Glück und Gutes, Glück und Tugend sind keine Begriffe, die füreinander gesetzt werden können.
[ 26 ] In the West, there is a danger of becoming entangled in the life of the senses, which would cause that life to become ego-less. For if happiness were to be the sole foundation on Earth, the ego could never live on Earth. If the good were to be grounded solely in the spreading of happiness across the earth, the following would occur—as the experience of ancient Atlantis already shows: Even at the height of Atlantean culture, great impulses were given that, in the course of time, would have led to happiness. People had perceived what they initially regarded as the driving force of the good, in its form and in its effects, as a certain kind of happiness. There, human beings surrender themselves to happiness; there, they are absorbed in happiness. And the Earth had to be, so to speak, swept away in relation to Atlantean culture, because people had retained only the happiness derived from the good. In the post-Atlantean era, Ahriman now seeks to establish a culture of happiness directly. That would mean: squeeze the lemon dry, then throw it away! — The “I”s would no longer be able to live if only a culture of happiness were to be established. Happiness and goodness, happiness and virtue are not concepts that can be equated with one another.
[ 27 ] Hier sehen wir in tiefe Lebensgeheimnisse hinein. Das, was berechtigt ist: eine Kultur zu begründen, die selbstverständlich in ihren Folgen zu einem gewissen menschlichen Glück führen muß —, wird so verkehrt, daß man das Glück selber als das Wünschenswerte hinstellt. Und eine Kultur, die selbstverständlich dahin führen soll, daß die menschliche Seele in ihrem Leben vor allem den Tod und das Böse erkennt, wird so verkehrt, daß von vornherein die Berührung mit dem, was den Tod hervorbringen kann und das Böse hervorbringen kann, gewissermaßen gemieden wird, daß die Leiblichkeit gescheut wird. Und dadurch soll Luzifer entgegengekommen werden.
[ 27 ] Here we glimpse into the profound mysteries of life. That which is justified—the establishment of a culture that, by its very nature, must lead to a certain degree of human happiness—is so perverted that happiness itself is presented as the desirable goal. And a culture that is naturally meant to lead the human soul to recognize, above all else in its life, death and evil, is so perverted that contact with whatever can bring about death and evil is, as it were, avoided from the outset, and physicality is shunned. And through this, Lucifer is to be accommodated.
[ 28 ] Sehen Sie, so muß man versuchen zu begreifen, wie die konkreten Kräfte im Menschendasein wirken, was unter und über dem bewußten Seelenleben gerade in der fünften nachatlantischen Kultur ist. Und wenn Sie diese Leitmotive kennen, so werden Sie schon finden, wie Sie vieles, vieles, was auftritt, verstehen können. Nur bitte ich Sie, verfallen Sie nicht in den Wahn: Also muß man alles Luziferische und alles Ahrimanische meiden. — Das ist ja der beste Weg, um dem Luziferischen und Ahrimanischen zu verfallen! Denn derjenige, der mit der Menschheit lebt, muß eben wissen, daß Luzifer und Ahriman gewissermaßen zugelassen sind. Wenn nicht Abirrungen stattfinden könnten, so würde ja der Mensch niemals zur Freiheit kommen können; wenn er nicht in dem Irrtum leben könnte, daß Glück und Gutes einerlei sein könnten, und sich nicht erheben könnte wiederum über diesen Irrtum, so würde er niemals zur Freiheit kommen können. Wenn er nicht in dem Wahn leben könnte, daß man durch Abtöten des äußeren irdischen Lebens über Tod und Böses den Sieg davontragen kann, wenn er sich nicht diesem Wahne hingeben könnte, so würde er nicht zur Überwindung des Todes und der Sünde in Wirklichkeit kommen können. Notwendig ist, daß diese Dinge hereinragen ins Menschenleben. Wir müssen uns nur klar sein darüber, daß die wehleidige Rede: Ach, das ist luziferisch, das muß man meiden; das ist ahrimanisch, das muß man meiden — nicht Besitz ergreife von uns, sondern daß wir uns in der rechten Weise den realen Mächten gegenüberstellen und wissen, daß wir nicht bloß Luzifer zu meiden haben, sondern die Kräfte des Luzifer zu erobern haben für die fortschreitende Menschheitskultur; daß wir nicht bloß Ahriman zu meiden haben, sondern die Kräfte des Ahriman zu erobern haben für die fortschreitende Menschheitskultur; daß wir sie hereinzuholen haben. Der Kampf besteht darinnen, daß Ahriman die Seelen hinausholen will. Die Menschheit hat die Aufgabe, Ahriman mit seinen starken Kräften hereinzuholen, das heißt zum Beispiel alle diejenigen Verstandeskräfte — vorzüglich Verstandeskräfte sind es, aber sie können auch eine Gemütsform annehmen —, die verwendet worden sind auf das Problem: Wie begründet man einen Staat? — Denken Sie an all die Leute, die mehr oder weniger theoretisch, mehr oder weniger praktisch dieses Problem unternommen haben; unternommen haben zuweilen, indem sie die stärksten Aufwendungen gemacht haben, das Problem zu lösen. Diese Kräfte, die verwendet worden sind auf das Problem, die müssen in den guten Dienst der Menschheit gestellt werden, die dürfen nicht dadurch verahrimanisiert werden, daß man sagt, man wolle von Ahriman nichts wissen, man beschäftige sich nicht mit dem, was man zum Beispiel in sozialen Problemen als von Ahriman ausgehend anführt. Das würde zu nichts führen. Ebenso ist es mit dem Luzifer. Gerade darinnen muß der Impuls bestehen, der Empfindungsimpuls, der Gefühlsimpuls, den uns die Geisteswissenschaft gibt, daß wir uns zu den Kräften, die schon einmal in der Welt sind, in der richtigen Weise stellen. Derjenige, der das nicht will, der ist geradeso wie einer, der sagt: Böse Elemente, nein, die mag ich nicht, nein, die mag ich gar nicht. — Gewiß, beides sind Einseitigkeiten, aber im Zusammenwirken von Bösem und Gutem, in der Vereinigung werden gerade die Elemente fruchtbar in dem Gleichgewichtszustande, den wir im Leben herbeiführen sollen, indem wir das Ahrimanische und Luziferische gewissermaßen beherrschen lernen. In diesem Gleichgewichtszustand liegt der Impuls, der dem Leben einzufügen ist. Und Geisteswissenschaft soll diesen Impuls vermitteln. Davon wollen wir dann, so weit es geht, morgen weiter sprechen.
[ 28 ] You see, one must try to understand how the concrete forces at work in human existence operate—what lies both below and above the conscious life of the soul, particularly in the fifth post-Atlantean culture. And once you are familiar with these guiding principles, you will find that you can understand much, much of what occurs. I only ask you not to fall into the delusion that one must therefore avoid everything Luciferic and everything Ahrimanic. — That is, after all, the surest way to fall prey to the Luciferic and the Ahrimanic! For anyone who lives with humanity must know that Lucifer and Ahriman are, in a sense, permitted. If deviations could not occur, then human beings would never be able to attain freedom; if they could not live in the error that happiness and goodness might be one and the same, and could not rise above this error, then they would never be able to attain freedom. If they could not live in the delusion that by renouncing outer earthly life one can triumph over death and evil, if they could not surrender to this delusion, they would not be able to truly overcome death and sin. It is necessary for these things to enter human life. We must simply be clear about the fact that the whiny talk: “Oh, that is Luciferic, we must avoid it; that is Ahrimanic, we must avoid it”—must not take hold of us, but rather that we confront the real forces in the right way and know that we must not merely avoid Lucifer, but must conquer the forces of Lucifer for the progress of human culture; that we must not merely avoid Ahriman, but must conquer the forces of Ahriman for the advancement of human culture; that we must bring them in. The struggle consists in the fact that Ahriman seeks to draw souls away. Humanity has the task of bringing Ahriman in with his powerful forces—that is to say, for example, all those intellectual forces—primarily intellectual forces, though they can also take on a form of feeling—that have been applied to the problem: How does one establish a state?—Think of all the people who, more or less theoretically, more or less practically, have tackled this problem; who have at times undertaken to solve the problem by expending the greatest effort. These forces that have been directed toward the problem must be put to the good service of humanity; they must not be Ahrimanized by saying that one wants nothing to do with Ahriman, that one does not concern oneself with what, for example, in social problems is cited as originating from Ahriman. That would lead nowhere. The same is true of Lucifer. It is precisely here that the impulse must lie—the impulse of perception, the impulse of feeling—which spiritual science gives us, so that we may relate to the forces that are already present in the world in the right way. Anyone who does not want this is just like someone who says: “Evil elements? No, I don’t like them; no, I don’t like them at all.” — Certainly, both are one-sided views, but in the interplay of good and evil, in their union, these very elements become fruitful in the state of balance that we are to bring about in life by learning, so to speak, to master the Ahrimanic and the Luciferic. In this state of balance lies the impulse that must be woven into life. And spiritual science is meant to convey this impulse. We will then speak further about this tomorrow, as far as possible.
