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Reflections on Contemporary History III
The Reality of Occult Impulses
GA 173c

14 January 1917, Dornach

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Reflections on Contemporary History, Volume III, tr. SOL
  1. Zeitgeschichtliche Betrachtungen Band III

Achtzehnter Vortrag

Eighteenth Lecture

[ 1 ] Die menschliche Natur ist kompliziert, und gar vieles geht in dem Menschen vor, das in seinem eigentlichen Geschehen mehr oder weniger unter der Schwelle des Bewußtseins bleibt, und von dem einzig Wirkungen heraufkommen in das Bewußtsein. Wirkliche Selbsterkenntnis kann man nicht gewinnen, ohne sich einen Einblick zu verschaffen in dieses Wirken der unterbewußten, unter der Oberfläche des Bewußtseins wirkenden Seelenimpulse, die, wie man vergleichsweise sagen könnte, im tiefen Meere des Bewußtseins vor sich gehen und nur in den von ihnen aufgeworfenen Wellenschlägen an die Oberfläche treten. Für das gewöhnliche Bewußtsein sind nur diese heraufkommenden Wellenschläge wahrnehmbar, und man weiß sie in sich selber zumeist nicht zu deuten, so daß eine wirkliche Selbsterkenntnis nicht möglich ist. Durch ein bloßes Nachsinnen über das, was so in das Bewußtsein heraufschlägt, ist eine Selbsterkenntnis nicht möglich; denn die Dinge sind oftmals ganz anders in den Tiefen der Seele, als sie oben im gewöhnlichen, im alltäglichen Bewußtsein sind. Nun wollen wir heute zunächst ein wenig hineinschauen in diese menschliche Natur, um uns wieder von einem gewissen Gesichtspunkte aus eine Vorstellung davon zu bilden,wie das Wirken der unterbewußten Seelenimpulse im menschlichen Wesen eigentlich ist.

[ 1 ] Human nature is complex, and there is much going on within a person that, in its actual unfolding, remains more or less below the threshold of consciousness, with only its effects rising into consciousness. True self-knowledge cannot be attained without gaining insight into the workings of these subconscious soul impulses that operate beneath the surface of consciousness—impulses that, to use a metaphor, take place in the deep sea of consciousness and emerge at the surface only through the ripples they create. For ordinary consciousness, only these rising ripples are perceptible, and one usually does not know how to interpret them within oneself, so that true self-knowledge is not possible. Mere reflection on what thus rises into consciousness does not lead to self-knowledge; for things are often quite different in the depths of the soul than they are on the surface of ordinary, everyday consciousness. Today, let us first take a brief look into this human nature in order to form, once again from a certain perspective, an idea of what the workings of the subconscious soul impulses in the human being are actually like.

[ 2 ] Natürlich kann man in solchen Dingen immer nur mehr oder weniger bildhaft vorgehen. Aber wenn Sie vieles zusammennehmen, was bis jetzt innerhalb unserer anthroposophischen Bewegung besprochen worden ist, so werden Sie verstehen, was für Realitäten in den Bildern sich aussprechen wollen. Wir können sagen: Die unsichtbare Natur des Menschen, sein Ich, sein astralischer Leib, sein Ätherleib, sie wirken durch seine sichtbare Natur, und Unoffenbares, könnte man auch sagen, wirkt durch das Offenbare. — Nun ist es allerdings sehr kompliziert, wie das Unoffenbare durch das Offenbare wirkt. Aber wenn man nach und nach die einzelnen Teile dieses komplizierten Prozesses studiert, so kommt man, indem man sie zusammenhält, zu einer Gesamtansicht vom Wesen des Menschen. Auch diese wird ja natürlich immer unvollständig bleiben, denn des Menschen Wesenheit ist unendlich verzweigt. Aber zu einer gewissen für eine Selbsterkenntnis tauglichen Grundlage des menschlichen Wesens kann man so doch kommen.

[ 2 ] Of course, in matters such as these, one can only ever proceed in a more or less figurative way. But if you take into account much of what has been discussed so far within our anthroposophical movement, you will understand what kinds of realities these images seek to express. We can say: The invisible nature of the human being—his “I,” his astral body, his etheric body—acts through his visible nature, and the unseen, one might also say, acts through the visible. —Now, of course, the way the unseen acts through the visible is very complicated. But if one gradually studies the individual parts of this complex process, one arrives—by holding them together—at an overall view of the human being’s nature. Of course, this too will always remain incomplete, for the human being’s nature is infinitely ramified. But in this way, one can nevertheless arrive at a certain foundation of the human being’s nature that is suitable for self-knowledge.

[ 3 ] Nun wollen wir uns heute einmal vor Augen stellen, wie die einzelnen Glieder der menschlichen Natur sich in einer gewissen Weise mehr oder weniger bildhaft-schematisch durch das physische Leben zum Ausdruck bringen. Nehmen wir an, wir hätten hier den Menschen. Ich will nun, um die Sache zu veranschaulichen, ausgehen von dem, was wir als die uns für die Erdenmenschheit bewußt angehende Wesenheit des Menschen anerkennen: von dem Ich. Ich bemerke ausdrücklich: Bei bildhaften Darstellungen kann man sehr leicht zu Mißverständnissen kommen, indem man früher Gesagtes in scheinbarem Widerspruch findet mit später Gesagtem. Wer die Dinge genauer ansieht, wird schon bemerken, daß solche Widersprüche in Wahrheit nicht vorhanden sind.

[ 3 ] Today, let us consider how the individual aspects of human nature are expressed, in a certain sense, more or less pictorially and schematically through physical life. Let us assume we have the human being here. To illustrate this, I will begin with what we recognize as the human essence that consciously concerns us as members of the human race on Earth: the “I.” I would like to expressly note that in figurative representations, misunderstandings can very easily arise when what was said earlier appears to contradict what is said later. Anyone who looks more closely at these matters will already notice that such contradictions do not actually exist.

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[ 4 ] Nehmen wir also zunächst an, wir hätten es zu tun mit der Ich-Natur des Menschen, mit jenem Gliede der menschlichen Wesenheit, das wir als Ich bezeichnen. Diese Ich-Natur ist selbstverständlich ganz übersinnlich; sie ist ja das Übersinnlichste, was wir zunächst haben, aber sie wirkt durch das Sinnliche. Dasjenige, wodurch das Ich sich hauptsächlich im intellektualistischen Sinne in der menschlichen physischen Natur auswirkt, ist das als das Gangliensystem bezeichnete Nervensystem, das Nervensystem, das vom Sonnengeflecht ausgeht. Schematisch können wir dieses Nervensystem, dieses Gangliensystem, dieses Sonnengeflechtsystem so (siehe Zeichnung, schwarz) andeuten. Das entfaltet eine Tätigkeit, die ja zunächst mit dem, was man im materialistischen Sinne Nervenleben nennen könnte, nichts besonderes zu tun zu haben scheint. Dennoch ist es der eigentliche Angriffspunkt für die wirkliche Ich-Tätigkeit. Daß der Mensch, wenn er beginnt, okkult sich selbst zu schauen, das Zentrum des Ich im Haupte zu empfinden hat, das widerspricht dem nicht, da wir es ja bei dem Ich-Gliede des Menschen zu tun haben mit etwas Übersinnlichem, und der Punkt, in dem der Mensch das Ich erlebt, ein anderer ist als der Angriffspunkt, durch den das Ich im Menschen vorzugsweise wirkt.

[ 4 ] Let us first assume, then, that we are dealing with the “I”-nature of the human being—that aspect of the human being that we call the “I.” This “I”-nature is, of course, entirely supersensible; indeed, it is the most supersensible thing we have at first, but it acts through the sensible realm. The means by which the “I” primarily exerts its influence—in an intellectual sense—within human physical nature is the nervous system known as the ganglionic system, the nervous system that originates in the solar plexus. Schematically, we can represent this nervous system—this ganglionic system, this solar plexus system—as shown here (see drawing, in black). It unfolds an activity that, at first glance, seems to have nothing in particular to do with what one might call, in a materialistic sense, “nervous life.” Nevertheless, it is the actual point of entry for genuine “I” activity. The fact that, when a person begins to look at themselves occultly, they must perceive the center of the “I” primarily in the head does not contradict this, since we are, after all, dealing with something supersensible in the “I” member of the human being, and the point at which a person experiences the “I” is different from the point of action through which the “I” primarily works within the human being.

[ 5 ] Die Bedeutung des Wortes: Das Ich wirkt durch den Angriffspunkt des Sonnengeflechtes — muß man sich völlig klarmachen. Diese Bedeutung liegt in folgendem: Das Ich des Menschen selbst ist eigentlich mit einem sehr dumpfen Bewußtsein ausgestattet. Der Ich-Gedanke ist etwas anderes als das Ich. Der Ich-Gedanke ist gewissermaßen dasjenige, was als eine Welle heraufschlägt ins Bewußtsein, aber der IchGedanke ist nicht das wirkliche Ich. Das wirkliche Ich greift als bildsame Kraft durch das Sonnengeflecht in die ganze Organisation des Menschen ein.

[ 5 ] The meaning of the word: “The ‘I’ acts through the solar plexus”—one must fully grasp this. This meaning lies in the following: The human ‘I’ itself is actually endowed with a very dull consciousness. The “I”-thought is something other than the “I.” The “I”-thought is, so to speak, that which surges up into consciousness like a wave, but the “I”-thought is not the real “I.” The real “I” intervenes as a formative force through the solar plexus into the entire human organism.

[ 6 ] Gewiß kann man sagen, das Ich verteilt sich über den ganzen Leib. Aber sein Hauptangriffspunkt, wo es besonders in die menschliche Bildsamkeit, in die menschliche Organisation eingreift, ist das Sonnengeflecht, oder besser gesagt, weil alle die Zweigungen dazugehören, das Gangliensystem, dieser im Unterbewußtsein lebende Nervenprozeß, der sich im Gangliensystem abspielt. Da das Gangliensystem die ganze Zirkulation des Blutes mitbedingt, so widerspricht das auch nicht der Tatsache, daß das Ich im Blute seinen Ausdruck hat. In diesen Dingen muß man das Gesagte eben ganz genau nehmen. Es ist etwas anderes, wenn gesagt wird: Das Ich greift durch das Gangliensystem in die Bildungskräfte und in die ganzen Lebensverhältnisse des Organismus ein, als wenn davon gesprochen wird, daß das Blut mit seiner Zirkulation der Ausdruck für das Ich im Menschen ist. Die menschliche Natur ist eben kompliziert.

[ 6 ] Certainly, one can say that the “I” extends throughout the entire body. But its main point of action, where it particularly intervenes in human plasticity and human organization, is the solar plexus—or rather, since all the branches belong to it, the ganglionic system, this nervous process living in the subconscious that takes place within the ganglionic system. Since the ganglionic system helps determine the entire circulation of the blood, this does not contradict the fact that the “I” finds its expression in the blood. In these matters, one must take what has been said quite literally. It is one thing to say that the “I” intervenes through the ganglion system in the formative forces and in the entire life processes of the organism, and quite another to say that the blood, with its circulation, is the expression of the “I” in the human being. Human nature is, after all, complex.

[ 7 ] Um nun die Bedeutung dessen, was da gesagt wird, voll vor die Seele zu rücken, ist es gut, sich die folgende Frage zu beantworten: Wie ist denn eigentlich das Verhältnis des Ich zu diesem Gangliensystem und allem, was damit zusammenhängt? Wie ist denn dieses Ich gewissermaßen in den Unterleibsorganen des Menschen verankert? Es ist so, daß, wenn der Mensch im normal-gesunden Zustande lebt, dieses Ich wie gefesselt ist im Sonnengeflechte und allem, was damit zusammenhängt. Es ist gebunden durch dieses Sonnengeflecht. Was heißt das? Dieses menschliche Ich, das dem Menschen im Verlaufe der Erdenevolution als eine Gabe der Geister der Form zugekommen ist, war ja, wie wir wissen, der luziferischen Versuchung ausgesetzt. So wie der Mensch dieses Ich hat, würde es eigentlich, da es infiziert ist von luziferischen Kräften, der Träger böser Kräfte sein. Das muß unbedingt wahrheitsgemäß erkannt werden. Nicht durch seine Natur ist das Ich der Träger böser Kräfte; aber dadurch, daß das Ich durch die luziferische Verführung mit luziferischen Kräften infiziert ist, ist es an sich der Träger von wirklich bösen Kräften, von Kräften, welche durch die luziferische Infektion geneigt sind, dasjenige, was das Gedankenleben des Ich bedeutet, ins Böse zu verzerren. Der Mensch kann, seit er ein Ich erhalten hat, denken. Wenn es keine luziferische Versuchung gegeben hätte, würde er über alle Dinge gut denken. Da es aber die luziferische Versuchung gegeben hat, denkt das Ich nicht gut, sondern luziferisch infiziert, so wie es nun einmal in der Erdenevolution ist: tückisch, heimtückisch. Es denkt so, daß es überall sich selbst ins Licht und alles andere in den Schatten stellen möchte. Es ist infiziert mit allen möglichen Egoismen. So ist das Ich nun einmal, da es luziferisch infiziert ist. Was nun als Gangliensystem, als Sonnengeflecht im Menschen lebt, ist schon von der Mondenentwickelung herübergekommen und stellt gewissermaßen das Haus für das Ich dar; da paßt das Ich in einer gewissen Weise hinein. Es kann daher darin gebunden, gefesselt werden. Und so liegt folgende Tatsache vor: Das Ich hat durch seine luziferische Infektion fortwährend die Tendenz, sich tückisch, lügenhaft zu gebärden, sich selbst ins Licht, das andere in den Schatten zu stellen; aber es wird gefesselt durch das Nervensystem des Unterleibes. Da muß es parieren. Durch das Nervensystem des Unterleibes zwingen die regelrecht fortschreitenden Mächte, die durch Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung heraufgekommen sind, das Ich, nicht ein Dämon im bösen Sinne des Wortes zu sein. So daß wir also unser Ich so in uns tragen, daß es gefesselt ist an die Unterleibsorgane.

[ 7 ] To fully bring home the significance of what is being said here, it is helpful to answer the following question: What, exactly, is the relationship between the “I” and this ganglion system and everything connected with it? How, so to speak, is this “I” anchored in the human abdominal organs? The fact is that when a person lives in a normal, healthy state, this “I” is, as it were, bound within the solar plexus and everything connected with it. It is bound by this solar plexus. What does this mean? This human “I,” which was bestowed upon humanity in the course of Earth’s evolution as a gift from the Spirits of Form, was, as we know, exposed to Luciferic temptation. Just as the human being possesses this “I,” it would actually—since it is infected by Luciferic forces—be the bearer of evil forces. This must be recognized truthfully. It is not by its very nature that the “I” is the bearer of evil forces; but because the “I” is infected with Luciferic forces through the Luciferic temptation, it is in itself the bearer of truly evil forces—forces that, due to the Luciferic infection, are inclined to distort what the “I”’s life of thought signifies into evil. Ever since human beings acquired an “I,” they have been able to think. If there had been no Luciferic temptation, they would think well of all things. But since the Luciferic temptation did occur, the “I” does not think well, but rather, infected by Lucifer, thinks in the way that is characteristic of Earth’s evolution: treacherously, insidiously. It thinks in such a way that it wants to place itself in the light everywhere and everything else in the shadows. It is infected with all manner of selfishness. That is simply how the “I” is, since it is infected by Lucifer. What now lives in human beings as the ganglion system, as the solar plexus, has already come over from the lunar stage of development and, in a sense, represents the “house” for the “I”; the “I” fits into it in a certain way. It can therefore be bound and restrained within it. And so the following fact holds true: Due to its Luciferic infection, the “I” has a constant tendency to behave treacherously and deceitfully, to place itself in the light and everything else in the shadows; but it is restrained by the nervous system of the lower abdomen. There it must be held in check. Through the nervous system of the lower abdomen, the forces that have arisen through the development of Saturn, the Sun, and the Moon—and which are steadily advancing—compel the “I” not to be a demon in the evil sense of the word. Thus, we carry our “I” within us in such a way that it is bound to the organs of the lower abdomen.

[ 8 ] Nun denken Sie einmal, daß die Unterleibsorgane in irgendeiner Weise ungesund wären, daß sie nicht im normalen Zustande wären. Nicht im normalen Zustande sein, heißt, nicht voll in sich aufnehmen wollen dasjenige, was geistig in sie hineinpaßt, was geistig zu ihnen gehört. Das Ich kann in einer gewissen Weise frei werden in seiner Tätigkeit, wenn die Unterleibsorgane nicht ganz gesund sind. Dann kann, wenn dieses Freiwerden durch eine besondere physische Übertätigkeit herbeigeführt wird, die menschliche Natur sich so äußern, daß das Ich gewissermaßen losgelassen wird auf die äußere Welt, während es sonst gefesselt ist. Und wir haben, wenn das Ich sich dann frei benimmt, einen Fall, wo der Mensch psychisch krank auftritt, indem er die Eigenschaften des luziferisch infizierten Ich entfaltet: dann kommen sie heraus, die Eigenschaften des Ich, von denen ich gesprochen habe. Man braucht wahrhaftig deshalb nicht Materialist zu werden, weil man die Gebundenheit des Geistigen, also hier des Ich, an die physischen Organe in dem Leben zwischen Geburt und Tod — aber in einem höheren Sinne, als der Materialist es sich vorstellt — voll einsieht, und wenn man auch einsieht, daß gewissermaßen der Teufel los werden kann, seiner Fesseln ledig werden kann. Da haben wir den einen Fall von psychischer Ungesundheit.

[ 8 ] Now imagine for a moment that the abdominal organs are in some way unhealthy, that they are not in their normal state. Not being in their normal state means not being willing to fully take in that which spiritually fits within them, that which spiritually belongs to them. The “I” can, in a certain sense, become free in its activity when the abdominal organs are not entirely healthy. Then, if this liberation is brought about by a particular physical overactivity, human nature can express itself in such a way that the “I” is, so to speak, released into the external world, whereas it is otherwise bound. And when the “I” then behaves freely, we have a case in which the human being appears mentally ill by manifesting the characteristics of the Lucifer-infected “I”: then the characteristics of the “I” that I have spoken of come to the fore. One certainly need not become a materialist simply because one fully understands the bondage of the spiritual—that is, here, the “I”—to the physical organs in the life between birth and death—though in a higher sense than the materialist imagines—and even if one also realizes that, so to speak, all hell can break loose and the “I” can be freed from its bonds. Therein lies one case of mental illness.

[ 9 ] Es muß nicht unbedingt psychische Ungesundheit sein, wenn die Freiheit des Ich eintritt, sondern es kann auch anderes der Fall sein. Dann handelt es sich aber nicht um eine wirkliche Erkrankung des Unterleibes, sondern gewissermaßen um eine Ausschaltung seiner regulären Tätigkeit. Das ist bei weitaus den meisten Fällen des Somnambulismus der Fall. Da wird das Gangliensystem mit seiner Funktion im Unterleibe so präpariert, sei es durch die Natur selber, sei es durch allerlei Einflüsse magnetischer Art, daß es das Ich nicht voll in seiner Gewalt halten kann. Dann kommt das Ich dazu, in freierer Weise mit der Umgebung zu korrespondieren. Es ist dann nicht eingelagert in das Gangliensystem und kann daher jene Verbindungskanäle mit der Welt benützen, die es ihm möglich machen, im Raume und in der Zeit allerlei von ferne zu sehen, was normalerweise in das Ich, in das Gangliensystem eingebettet ist, wodurch diese Prozesse nicht wahrgenommen werden können. Es ist also wichtig zu wissen: Es besteht eine gewisse Verwandtschaft zwischen dem Somnambulismus, der nur eben, ich möchte sagen, in einer milden Form die gewöhnliche Tätigkeit der wachend an das Gangliensystem gebundenen Prozesse ausschaltet, und gewissen Formen des Wahnsinnes, der hervorgerufen wird, wenn die Ausschaltung durch Deformierung, durch Erkrankung gewisser Organe des Unterleibes stattfindet. Es ist also immer eine solche krankhafte Anwandlung damit verbunden, daß das Ich gewissermaßen frei wird, sich sozusagen seiner Fesseln ledig fühlt und sich verbunden fühlt nun nicht mit seinem Leibe, sondern mit den geistigen Kräften seiner Umgebung, wie es auch im Wahnsinn der Fall ist. Deshalb aber treten bei gewissen Formen des Wahnsinns gerade die Eigenschaften der Tücke, der Lügenhaftigkeit, der Verschmitztheit, der Listigkeit auf, alles, was von luziferischen Infektionen kommt — das Bedürfnis, sich selbst ins Licht und alles andere in den Schatten zu stellen und dergleichen.

[ 9 ] The emergence of the “I”’s freedom does not necessarily indicate a mental disorder; other factors may also be at play. In such cases, however, it is not a true disease of the lower abdomen, but rather, in a sense, a suspension of its normal activity. This is the case in the vast majority of instances of somnambulism. In such cases, the ganglion system and its function in the lower abdomen are altered—whether by nature itself or by various magnetic influences—so that the “I” cannot fully maintain control over it. The “I” is then able to interact more freely with its surroundings. It is then not embedded in the ganglionic system and can therefore use those channels of connection with the world that enable it to perceive all manner of things from a distance in space and time—things that are normally embedded within the ego, within the ganglionic system, and thus cannot be perceived. It is therefore important to know: There is a certain kinship between somnambulism—which, I would say, merely suppresses, in a mild form, the ordinary activity of the processes bound to the ganglionic system during wakefulness—and certain forms of insanity, which are caused when this suppression occurs due to deformation or disease of certain organs in the lower abdomen. Such a pathological episode is therefore always associated with the ego becoming, as it were, free, feeling, so to speak, liberated from its bonds, and feeling connected not to its body but to the spiritual forces of its surroundings—just as is the case in insanity. This is why, in certain forms of insanity, the very characteristics of malice, deceitfulness, mischievousness, and cunning appear—everything that stems from Luciferic infections—the need to place oneself in the light and everything else in the shadows, and the like.

[ 10 ] Nun werden Sie begreifen, daß von der ganzen Beschaffenheit des Gehäuses, durch welches das Ich gefesselt ist, die psychische Konstitution abhängt. Vergleichen wir, um nicht auf den Menschen gleich zu exemplifizieren und um weniger beleidigend für das menschliche Gemüt zu sein, einmal den Löwen als einen wütenden Fleischfresser mit dem Stier oder dem Ochsen. Da ist ein Unterschied, obwohl es sich ja bei dem Löwen um ein Gruppen-Ich handelt und beim Menschen um ein individuelles Ich; aber wir können doch den Vergleich brauchen. Welches ist der Unterschied zwischen der Löwennatur und der Ochsennatur? Der Löwe ist ausgesprochen Fleischfresser, der Ochse im wesentlichen, wie Sie wissen, Vegetarier. Nun, der Unterschied ist der, daß beim Löwen dasjenige, was bei ihm dem Gruppen-Ich entspricht, weniger gefesselt ist, daß gewissermaßen durch die vehemente Tätigkeit dessen, was den Unterleibsorganen entspricht, das Gruppen-Ich freier ist, mehr losgelassen ist auf die Umgebung, während bei dem vegetarischen Ochsen das Gruppen-Ich mehr an die Unterleibsorgane gefesselt ist. Der Ochse lebt daher mehr in sich.

[ 10 ] Now you will understand that the psychological constitution depends on the entire nature of the shell in which the ego is bound. To avoid using humans as an immediate example—and to be less offensive to human sensibilities—let us compare the lion, as a ferocious carnivore, with the bull or the ox. There is a difference, even though the lion represents a group ego and the human an individual ego; but we can still make use of the comparison. What is the difference between the nature of the lion and that of the ox? The lion is a pronounced carnivore; the ox, as you know, is essentially a vegetarian. Well, the difference is that in the lion, that which corresponds to the group ego is less constrained; in a sense, due to the vigorous activity of what corresponds to the abdominal organs, the group ego is freer, more open to its surroundings, whereas in the vegetarian ox, the group ego is more bound to the abdominal organs. The ox therefore lives more within itself.

[ 11 ] Sie sehen jetzt auch, daß es einen guten Sinn hat für den Menschen, Vegetarier zu werden — selbstverständlich nur, wenn er will. Denn was wird dadurch bewirkt? Gerade durch die vegetarische Ernährung wird der Unterleib noch geeigneter gemacht, das Ich zu fesseln, und der Mensch wird dadurch, wenn ich mich paradox ausdrücken soll, etwas sanfter. Sein böser Dämon geht mehr in ihn selbst hinein und lebt sich weniger gegenüber der Umgebung aus. Nur soll sich niemand einreden, daß er diesen bösen Dämon deshalb nicht hat. Er hat ihn, nur eingesperrt in sein Inneres. Und ein Kreuzexperiment, ein Experimentum crucis, könnte sehr leicht gemacht werden, indem man einmal vergleicht, wie sich in einem gegebenen Falle hungrige Fleischesser und hungrige Vegetarier verhalten. Man wird, wenn man hungrig ist, im allgemeinen etwas mehr den Gefesselten loslassen; und es könnte sehr leicht sein, daß gerade hungrige Vegetarier, weil sie sich gewöhnt haben, den Gefesselten durch die vegetarische Ernährung besonders gefesselt zu haben, ihn dann mit einer gewissen Wütigkeit loslassen. Denn der Hunger besteht darin, daß die Unterleibsorgane ihre Tätigkeit verändern und dadurch nicht in demselben Maße das Ich fesseln können wie im gesättigten Zustand. Ich will damit nicht behaupten, daß das, was ich sagte, absolut gilt, weil ja beim Fleischessenden schon an sich der Gefesselte nicht so stark gefesselt ist wie beim Vegetarier; aber ich sagte: vergleichsweise wird der hungrige Vegetarier im Verhältnis zu seinem gesättigten Zustande unter Umständen ein viel wütigeres Wesen haben können als der hungrige Fleischesser im Verhältnis zu seinem gesättigten Zustande. Die menschliche Natur ist eben sehr kompliziert, und gerade wenn man das Verhältnis des Geistigen zum Leiblichen ins Auge faßt, dann kommt man zu gewissen Erkenntnissen, die Grundlagen sein können für eine wahre, reale Selbsterkenntnis im Leben. Jedenfalls muß gesagt werden, daß der Vegetarier dafür sorgen sollte, sich nicht zu stark unterernährt zu machen. Denn wenn er sich unterernährt, so wird er sich dadurch schädigen, daß er seinen Fesseler, das Gefängnis für seinen Teufel, für den, der mit Tücke, Lüge und so weiter auftritt, schwächt, und er wird dann entweder den Ungefesselten auf die Umgebung loslassen, und die Umgebung wird ihr, im österreichischen sagt man «G’frett», ihre Mühe mit ihm haben, oder aber er wird mit sich selber Mühe haben, mit sich nicht fertig werden, weil er einerseits immerfort die Sucht hat, die verschiedenen schlechten Eigenschaften des Ich auszuleben, andererseits aber,wenn er erzogen ist, den Drang, das bei sich zu behalten, und so kann es kommen, daß er vielleicht mit sich selber nicht fertig wird. Dadurch entstehen alle möglichen unbefriedigten Zustände der Seele. Das ist wichtig, daß man das ins Auge faßt.

[ 11 ] You can now see that there is good reason for a person to become a vegetarian—provided, of course, that they want to. For what does this achieve? It is precisely through a vegetarian diet that the lower abdomen is made even more capable of restraining the ego, and as a result—if I may put it paradoxically—a person becomes somewhat gentler. His evil demon retreats more into his inner self and manifests itself less in his interactions with his surroundings. However, no one should delude themselves into thinking that they no longer have this evil demon. They still have it; it is simply locked away within them. And a decisive experiment—an experimentum crucis—could very easily be conducted by comparing, in a given situation, how hungry meat-eaters and hungry vegetarians behave. When one is hungry, one generally tends to let the “bound one” loose a little more; and it could very well be that hungry vegetarians, in particular—because they have become accustomed to keeping the bound one especially tightly bound through their vegetarian diet—will then release him with a certain fury. For hunger consists in the fact that the abdominal organs alter their activity and, as a result, cannot bind the ego to the same extent as when one is sated. I do not mean to claim that what I said applies absolutely, since in the case of meat-eaters the “bound self” is not as strongly bound to begin with as it is in vegetarians; but I said: comparatively speaking, the hungry vegetarian, in relation to his sated state, may under certain circumstances exhibit a much more furious disposition than the hungry meat-eater in relation to his sated state. Human nature is indeed very complicated, and it is precisely when one considers the relationship between the spiritual and the physical that one arrives at certain insights which can serve as the foundation for true, genuine self-knowledge in life. In any case, it must be said that vegetarians should take care not to become too severely undernourished. For if they become undernourished, they will harm themselves by weakening their “fetter”—the prison for their inner devil, for the one who acts with malice, lies, and so on—and they will then either unleash the unfettered one upon those around them, and those around them will have their hands full with him—in Austrian, one says “G’frett”— or he will have trouble with himself, unable to cope, because on the one hand he constantly has the urge to act out the various bad qualities of the ego, but on the other hand—if he has been properly educated—he has the urge to keep these in check, and so it may happen that he is unable to cope with himself. This gives rise to all kinds of unfulfilled states of the soul. It is important to keep this in mind.

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[ 12 ] Geradeso wie das Ich seinen Angriffspunkt hat im Gangliensystem, so hat der astralische Leib seinen Angriffspunkt in all den Prozessen, die mit dem Rückenmarksnervensystem zusammenhängen. Natürlich gehen die Nerven durch die ganze Körperlichkeit; aber wir haben hier einen zweiten Angriffspunkt. Dazu gehören natürlich wieder alle Prozesse, welche mit diesem Nervensystem zusammenhängen. Das ist noch nicht das Gehirnnervensystem, sondern das Rückenmarkssystem, das zum Beispiel mit unseren Reflexbewegungen zusammenhängt, und das ein Regulator ist für sehr vieles im menschlichen Leib. Und wenn man so spricht, wie ich jetzt spreche, so muß man immer im Auge behalten, daß alle Prozesse, die durch dieses Nervensystem geregelt werden, dazu gehören. Nun kann die Sache wiederum nur so aufgefaßt werden, daß der astralische Leib entweder gefesselt ist an alles, was mit dem Rückenmarkssystem zusammenhängt, oder daß er durch Erkrankung oder teilweise Einschläferung der Prozesse — durch Magnetismus oder dergleichen — frei werden kann. Da haben Sie einen andern Gefesselten, der seine luziferischen Eigenschaften, die ein wenig gemischt sind mit ahrimanischen Eigenschaften, schon während der alten Mondenzeit erhalten hat. Sie sind daher schwächer als die luziferischen Eigenschaften des Ich, aber auch im astralischen Leib sind luziferische Eigenschaften enthalten. Wenn Sie den Prozeß, durch den sich diese luziferische Infektion in den astralischen Leib hineingeschlichen hat, vor ihre Seele rücken wollen, dann müssen Sie studieren, was in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» geschildert ist als Abtrennen des Mondes von der ganzen Evolution. Während der Mondenentwickelung ist diese Infektion hineingekommen. Da haben Sie noch einen Grund, durch welchen der Mensch zu somnambulen Eigenschaften kommt, zu höheren somnambulen Eigenschaften, die vorzugsweise an die Brustorgane gebunden sind, und die schon Höheres vermitteln als die Unterleibsorgane; aber Sie haben zu gleicher Zeit die Möglichkeit, einzusehen, daß wenn da etwas nicht in Ordnung ist, so daß der astralische Leib nicht gefesselt gehalten werden kann, wiederum etwas eintritt, was als psychische Erkrankung, als psychische Störung anzusehen ist. Es kann also sowohl das Ich entfesselt werden und zu Wahnsinnserscheinungen führen wie auch der astralische Leib, was ebenfalls Wahnsinnserscheinungen hervorruft.

[ 12 ] Just as the “I” has its point of entry in the ganglionic system, so the astral body has its point of entry in all the processes associated with the spinal nervous system. Of course, the nerves run throughout the entire physical body; but here we have a second point of entry. This naturally includes all the processes associated with this nervous system. This is not yet the cerebral nervous system, but rather the spinal cord system, which, for example, is connected to our reflex movements and serves as a regulator for many functions in the human body. And when speaking as I am now, one must always bear in mind that all processes regulated by this nervous system are included. Now, the matter can again only be understood in such a way that the astral body is either bound to everything connected with the spinal cord system, or that it can be freed through illness or the partial suppression of these processes—through magnetism or the like. Here you have another bound being who acquired his Luciferic qualities—which are somewhat mixed with Ahrimanic qualities—as early as the Old Lunar Age. They are therefore weaker than the Luciferic qualities of the ego, but Luciferic qualities are also contained within the astral body. If you wish to bring before your soul the process through which this Luciferic infection crept into the astral body, then you must study what is described in my Outline of Esoteric Science as the separation of the Moon from the entire evolution. This infection entered during the Moon phase of evolution. Here you have yet another reason why human beings develop somnambulistic qualities—higher somnambulistic qualities that are primarily connected to the chest organs and which convey something higher than the abdominal organs; but at the same time, you have the opportunity to see that if something is amiss there—so that the astral body cannot be held in check—then something else occurs that must be regarded as a mental illness or a mental disorder. Thus, both the ego can be unleashed, leading to symptoms of madness, and the astral body can be unleashed, which likewise causes symptoms of madness.

[ 13 ] Wenn das Ich entfesselt wird, so entwickelt es, wie ich Ihnen gesagt habe, Eigenschaften wie Heimtücke, Verschmitztheit, Listigkeit, Übervorteilung,Sich-ins-Licht-Stellen, Alles-andere-in-den-Schatten-Stellen und so weiter. Wenn der astralische Leib entfesselt wird, so entwickelt er Ideenflüchtigkeit, diskontinuierliche Logik, manieartige Zustände oder aber Weltflüchtigkeit, Melancholie, Hypochondrie. Und wiederum besteht eine Verwandtschaft solcher krankhafter Erscheinungen mit den entsprechenden somnambulen Erscheinungen. Nur daß beim Somnambulen die Organe nicht krank, sondern nur in ihren normalen physischen Funktionen unterdrückt sind, was erreicht werden kann durch den Einfluß von Hypnotiseuren, Magnetiseuren und dergleichen.

[ 13 ] When the ego is unleashed, it develops, as I have told you, traits such as malice, mischief, cunning, taking advantage of others, putting oneself in the spotlight, casting everything else into the shadows, and so on. When the astral body is unleashed, it develops flight of ideas, discontinuous logic, manic states, or, conversely, escapism, melancholy, and hypochondria. And again, there is a connection between such pathological phenomena and the corresponding somnambulistic phenomena. The difference is that in somnambulism, the organs are not diseased but merely suppressed in their normal physical functions, a state that can be induced by the influence of hypnotists, magnetizers, and the like.

[ 14 ] In unserer menschlichen Natur muß vieles gefesselt sein. Wir sind schon in einer gewissen Weise des Teufels, und nur dadurch, daß wir durch die Anordnungen der regulär durch Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung sich fortentfaltenden göttlich-geistigen Mächte die Teufel in uns gefesselt haben, nur dadurch sind wir halbwegs anständige Menschen, wozu wir infolge der verschiedenen Versuchungen gar nicht einmal eine so große Anlage haben. Und gewisse Verstimmungen, gewisse Stimmungen auch des seelischen Lebens hängen damit zusammen, daß der Mensch auf das kommt, was an Dämonischem in ihm lebt. All dies Dämonische beruht darauf, daß das, was in ihm gefesselt ist, entfesselt werden kann. Wir werden bei einer andern Gelegenheit noch darüber zu sprechen haben, wodurch dieses, was während des Lebens zwischen Geburt und Tod eigentlich durch unsere physische Natur gefesselt ist, dann zwischen dem Tod und einer neuen Geburt gefesselt ist. Denn Sie können ja wohl einsehen, daß wir der Weltenordnung sehr dankbar sein dürfen, hier zwischen Geburt und Tod unseren physischen Organismus zu besitzen; denn sonst hätten wir diesen für unsere höheren Glieder notwendigen Kerker nicht. — Wenn dann die höheren Glieder nach Ablegen des physischen Leibes losgelassen sind, so treten andere Verhältnisse ein, die wir bei andern Gelegenheiten besprechen werden. Ungefesselt sind sie dann auch nicht.

[ 14 ] Much in our human nature must be bound. We are already, in a certain sense, of the devil, and it is only because the divine-spiritual powers—which unfold regularly through the development of Saturn, the Sun, and the Moon—have bound the devils within us that we are, to some extent, decent human beings, a state for which we do not even have a particularly strong predisposition due to the various temptations we face. And certain mood swings, certain states of mind—even in our soul life—are connected to the fact that a person comes into contact with the demonic elements living within them. All this demonic nature stems from the fact that what is bound within them can be unleashed. We will have to speak about this on another occasion: how that which is actually bound by our physical nature during life—between birth and death—is then bound between death and a new birth. For you can surely see that we have much to be grateful to the order of the worlds for possessing our physical organism here between birth and death; for otherwise we would not have this prison necessary for our higher members. — When the higher members are released after shedding the physical body, other circumstances arise, which we will discuss on other occasions. They are not entirely unfettered then either.

[ 15 ] Nun, ebenso wie der astralische Leib auf diese Weise durch das Rückenmarkssystem und alle Prozesse im organischen Leben, die damit zusammenhängen, gefesselt ist, so ist der ätherische Leib durch das Gehirnsystem mit allem, was dazu gehört, gefesselt. Der ätherische Leib hat seinen Angriffspunkt also durch das Gehirnsystem. Und auch da könnte wiederum Ähnliches gesagt werden. In unserem Haupte ist der Kerker für unseren ätherischen Leib. Wahnsinns- oder somnambule Zustände treten ein, wenn der Körper nicht ganz in Ordnung ist und der ätherische Leib entfesselt wird. Der ätherische Leib hat nun vorzugsweise die Neigung, wenn er sich selbst überlassen, also nicht in den Kerker des Hauptes eingeschlossen ist, sich zu vervielfältigen, dadurch sich selbst fremd zu werden, gewissermaßen überzugehen in die Welt, in anderes sich hineinzuleben. Damit sind jene Zustände gekennzeichnet, die eintreten, wenn der Kerkermeister den ätherischen Leib losläßt.

[ 15 ] Just as the astral body is bound in this way to the spinal cord system and all the processes of organic life associated with it, so too is the etheric body bound to the brain system and everything that belongs to it. The etheric body thus has its point of attachment through the brain system. And here, too, something similar could be said. Our head is the prison for our etheric body. States of madness or somnambulism occur when the body is not quite right and the etheric body is unleashed. Now, when left to its own devices—that is, when not confined within the prison of the head—the etheric body has a particular tendency to multiply, thereby becoming alien to itself, to pass over into the world, so to speak, and to live itself into other things. This characterizes those states that occur when the jailer releases the etheric body.

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[ 16 ] Sie haben also damit die dreifache Möglichkeit psychischer Erkrankung, die dreifache Möglichkeit auch, loszukommen vom physischen Leibe. Diese dreifache Möglichkeit muß durchaus zu Rate gezogen werden — aber dann in einer ganz andern Weise —, wenn der Mensch durch die Initiation von seinem physischen Leibe frei werden soll. Das, wovon wir gesprochen haben, ist ein krankhaftes Freiwerden in der Weise, daß die Organe des physischen Leibes nicht gesund bleiben und dadurch der physische Leib nicht imstande ist, die höheren Glieder zu halten. Der Gehirnsomnambulismus würde nur ein Einschläfern der Gehirntätigkeit zur Voraussetzung haben; dadurch wird der Ätherleib frei und es entstehen somnambule Zustände. Bei Defekten des Gehirns aber kann der Kerker den Gefesselten, das heißt den Ätherleib nicht mehr halten, dann geht dieser auf eigene Abenteuer aus und versucht im Aufgehen in der Welt sein ungeordnetes, wirres Leben auszuleben und auszugestalten. Sie sehen klar, daß die psychische Erkrankung im wesentlichen doch ihre Grundlage hat in einer Art Freiwerden von denjenigen physischen Grundlagen, zu denen die betreffenden höheren Glieder des Menschen in dem Leben zwischen Geburt und Tod gehören.

[ 16 ] Thus, there is this threefold possibility of mental illness, as well as this threefold possibility of becoming detached from the physical body. This threefold possibility must certainly be taken into account—but in a completely different way—if a person is to be freed from their physical body through initiation. What we have been discussing is a pathological liberation in which the organs of the physical body do not remain healthy, and as a result, the physical body is unable to support the higher bodies. Cerebral somnambulism would require only a suspension of brain activity; this frees the etheric body, giving rise to somnambulistic states. In cases of brain defects, however, the “prison” can no longer hold the “prisoner”—that is, the etheric body—and so the etheric body sets out on its own adventures, attempting to live out and shape its disordered, confused life as it merges with the world. You can clearly see that mental illness essentially has its basis in a kind of liberation from those physical foundations to which the relevant higher aspects of the human being belong in the life between birth and death.

[ 17 ] Der Ätherleib hat, wenn er befreit wird, vorzugsweise ahrimanische Eigenschaften. Es werden sich in diesem Falle Neid, Mißgunst, Geiz und dergleichen mehr in krankhafter Weise gesteigert ausleben; aber das alles im Zusammenhange mit einer Art Sich-Ausleben in der Umgebung, mit einem Aufgehen in der Umgebung. Dieses ist nun aber durchaus so zu verstehen, daß zwar das Ich mehr oder weniger seinen alleinigen Anziehungspunkt hat im Gangliensystem und dem, was damit zusammenhängt, der astralische Leib im Rückenmarkssystem, aber mit dem Gangliensystem zusammen, der Ätherleib im Gehirnsystem, aber mit dem Rückenmarkssystem und dem Gangliensystem zusammen. Insofern hat zum Beispiel das Gangliensystem, weil es ja alles Unterbewußt-Organische versorgt, auch mit dem Gehirn zu tun. Wenn das Gangliensystem einen Krankheitsprozeß bewirkt, der sich im Gehirn auslebt, dann kann allerdings auch gerade der Ätherleib frei werden. Aber die Ursache liegt trotzdem im Gangliensystem. Die Dinge sind eben durchaus kompliziert.

[ 17 ] When liberated, the etheric body tends to exhibit Ahrimanic qualities. In this case, envy, jealousy, greed, and the like will manifest in a pathologically intensified manner; but all of this occurs in connection with a kind of self-expression in the surroundings, with a merging into the surroundings. This, however, must be understood in such a way that, while the ego has its sole center of attraction—more or less—in the ganglionic system and what is connected to it, and the astral body in the spinal cord system, it is connected to the ganglionic system; and the etheric body in the brain system, but is connected to both the spinal cord system and the ganglionic system. In this respect, for example, the ganglion system—because it supplies everything in the subconscious-organic realm—is also connected to the brain. If the ganglion system triggers a disease process that manifests in the brain, then the etheric body, in particular, can indeed become liberated. But the cause still lies in the ganglion system. Things are, after all, quite complicated.

[ 18 ] Die heutige Psychiatrie hat noch gar keine Handhabe, diese drei Formen der Seelenerkrankung voneinander zu sondern. Erst dann wird die Psychiatrie zu einiger Vollkommenheit gelangen können, wenn man unterscheiden wird psychische Abnormitäten, die herbeigeführt werden dadurch, daß entweder der gefesselte Ätherleib oder der gefesselte Astralleib oder das gefesselte Ich losgelassen wird. In einer ganz bedeutsamen Weise wird man dann die Symptome der psychischen Abnormitäten unterscheiden und ordnen können, und es wird wichtig sein, sie dergestalt ordnen zu können.

[ 18 ] Modern psychiatry still has no means of distinguishing these three forms of mental illness from one another. Only when we are able to distinguish between psychological abnormalities caused by the release of either the bound etheric body, the bound astral body, or the bound ego will psychiatry be able to achieve a certain degree of perfection. In a very significant way, it will then be possible to distinguish and classify the symptoms of psychological abnormalities, and it will be important to be able to classify them in this manner.

[ 19 ] Sie sehen daraus auch, wie Selbsterkenntnis nur gestützt werden kann auf ein durchdringendes Betrachten der komplizierten Natur der menschlichen Wesenheit. Erkenntnis kann schon auch ihre unangenehmen Seiten haben. Aber die Erkenntnis soll kein Spielzeug sein, die Erkenntnis ist die ernsthafteste Angelegenheit des menschlichen Lebens. Und derjenige, der alle die Dinge weiß, um die es sich bei der menschlichen Natur handelt und nur ein wenig den Willen hat, diese Dinge nicht im egoistischen Sinne zu nehmen, sondern sie objektiv zu denken und zu empfinden, der hat in der Erkenntnis zugleich ein wichtiges Heilungsmoment. Gewiß, man kann schwächer sein als das Heilungsmoment; aber man hat in der Erkenntnis ein wichtiges Heilungsmoment. Man hat es nur dann nicht, wenn man ganz in seiner subjektiven Natur steckenbleiben, wenn man aus ihr nicht herauskommen will.

[ 19 ] From this you can also see how self-knowledge can only be based on a penetrating examination of the complex nature of the human being. Knowledge can certainly have its unpleasant sides. But knowledge should not be a toy; knowledge is the most serious matter in human life. And anyone who knows all the things that human nature entails and has even a little willingness not to take these things in a selfish sense, but to think and feel them objectively, finds in this knowledge an important healing force. Certainly, one may be weaker than this healing force; but one does have an important healing force in this knowledge. One lacks it only if one remains completely stuck in one’s subjective nature, if one does not want to break free from it.

[ 20 ] Das ist die große Schwierigkeit solcher Bewegungen wie der unsrigen, daß es auf der einen Seite notwendig ist, in ernster Weise nach den höchsten Erkenntnissen zu streben, und daß andererseits nicht jeder, der sich zu einer solchen Bewegung dazuschlägt, auch geneigt ist, ganz objektiv solche Erkenntnisse aufzufassen, sie in vollem Sinne ernst zu nehmen. Denn gerade dadurch wirken sie gesundend auf das Persönliche, daß man nicht bei jeder Gelegenheit auf seine Persönlichkeit reflektiert, daß man nicht immer nur nachdenkt darüber: was fühle ich, was empfinde ich, wie geht es mir in der Welt, was lebt da in meiner Seele und so weiter, sondern daß man von sich loskommt und über die allgemein-menschlichen Angelegenheiten, die jeden Menschen berühren, seine Betrachtungen anstellt. Eine Schwierigkeit tritt nur dann ein, wenn man sich eben nur auf sich beschränken will, wenn man nicht von sich loskommt. Je mehr man in der Lage ist, von sich abzusehen und das Allgemein-Weltliche, das Allgemein-Menschliche zu verstehen sucht, desto mehr hat man auch ein Heilmittel an der Erkenntnis. Man möchte so gerne, daß einem gerade dies geglaubt würde. Sie werden eine gute Gelegenheit haben, den entgegengesetzten Pol von dem, was ich gesagt habe, gerade in einer solchen Bewegung, wie die unsrige ist, zu beobachten. Es ist ganz natürlich und auch gerechtfertigt, daß Menschen, die nicht leicht von sich loskommen, auch Trost und Hoffnung und Zuversicht in unserer Bewegung suchen. Aber wenn sie nicht das ehrliche Bestreben haben, von sich loszukommen, wenn sie sich immer beschäftigen mit ihrem eigenen Kopf, mit ihrem eigenen Herzen — von anderem gar nicht zu reden, womit sich aber reichlich viele Menschen in unserer Bewegung beschäftigen —, dann kann die Erkenntnis für sie nicht das sein, was sie in Wirklichkeit ist. Man kann sich für Erkenntnis so interessieren, daß sie einem nicht nur eine persönliche, sondern eine allgemein-menschliche Angelegenheit ist. Je mehr Persönliches mitspielt, desto mehr kommt man ab von demjenigen, was gerade an der Erkenntnis der tieferen Gründe der Welt das Heilsame ist. Nun muß man sich gerade von den Gesichtspunkten aus, die da gewonnen worden sind, klar sein darüber, wie gewisse Impulse in der menschlichen Natur verbunden sind mit dem Freiwerden des Psychischen, des Geistigen, sei es im Somnambulisrnus, sei es im Wahnsinn. — Denn es ist immer ein Freiwerden verbunden mit einem Aufgehen im Geistigen. Das aber ist verbunden mit einer gewissen Wollüstigkeit, mit einer richtigen Wollüstigkeit, direkt und indirekt. Denn das Freigewordene, sei es ätherischer, astralischer Leib oder Ich, ergießt sich gewissermaßen in die geistige Welt hinein. Und dieses Ergießen ist durchaus mit inneren Beseligungsgefühlen verbunden. Gerade der psychisch Abnorme fühlt gewisse Befriedigungen in seiner abnormen Seelentätigkeit und verläßt sie daher so ungern. Und man kann die Erfahrung machen, die durch alle Zeiten gerade von solchen Leuten gemacht worden ist, die sich bemüht haben, psychisch Abnorme zu heilen: Wenn diese von einsichtigen Ärzten behandelt wurden, dann kam es sehr häufig vor, daß, wenn die Heilung heranrückte, die Kranken nicht mehr dieses Freisein und Aufgehen in der geistigen Umgebung verspürten, eine gewisse Wollüstigkeit und Beseligung ging ihnen verloren, und sie fingen an, denjenigen zu hassen, der ihnen die Wollust nahm. Während man bei anderr, nicht psychisch Kranken, doch die Erfahrung machen kann, daß dem heilenden Arzt Dankbarkeit entgegengebracht wird, ist bei den Bemühungen, die auf psychisch Kranke verwendet werden, das Gegenteil der Fall. Das ist eine Erfahrung, die Sie in der Literatur verzeichnet finden, denn die Ärzte haben es immer wiederum festgestellt, daß, wenn Heilung eintritt, oder nur der Versuch gemacht wird, den Zustand zu überwinden, daß dann die Wollust zurückgeht und die Leute beginnen, gerade den Heiler widerwärtig zu finden: Er nimmt ihnen dasjenige, was sie eigentlich gern haben, was auch im Unterbewußten gern gehabt wird, während man es sich im Oberbewußten ausredet.

[ 20 ] This is the great difficulty with movements such as ours: on the one hand, it is necessary to strive earnestly for the highest insights, and on the other hand, not everyone who joins such a movement is inclined to view these insights entirely objectively or to take them seriously in the fullest sense. For it is precisely through this that they have a healing effect on the individual: not reflecting on one’s own personality at every opportunity, not constantly thinking only about what I feel, what I sense, how I fare in the world, what lives within my soul, and so on, but rather detaching oneself from oneself and turning one’s reflections to the universal human concerns that touch every person. A difficulty arises only when one wants to limit oneself to one’s own self, when one cannot detach oneself from it. The more one is able to look beyond oneself and seek to understand the universal aspects of the world and of humanity, the more one finds a remedy in that very understanding. One would so dearly like to be believed on this very point. You will have a good opportunity to observe the opposite pole of what I have said, precisely in a movement such as ours. It is quite natural and also justified that people who do not easily detach themselves from their own selves also seek comfort, hope, and confidence in our movement. But if they do not have the sincere desire to detach themselves from themselves, if they are always preoccupied with their own minds and hearts—not to mention other things, which, however, occupy a great many people in our movement—then knowledge cannot be for them what it really is. One can take such an interest in knowledge that it is not merely a personal matter but a matter of universal human significance. The more the personal factor comes into play, the further one strays from what is actually healing in the knowledge of the deeper causes of the world. Now, precisely from the perspectives that have been gained here, one must be clear about how certain impulses in human nature are connected with the liberation of the psychological and the spiritual, whether in somnambulism or in madness. — For liberation is always connected with a merging into the spiritual. This, however, is connected with a certain voluptuousness—a genuine voluptuousness—both directly and indirectly. For that which has been liberated—be it the etheric or astral body or the “I”—pours out, as it were, into the spiritual world. And this pouring out is thoroughly connected with inner feelings of bliss. It is precisely the psychically abnormal person who feels a certain satisfaction in his or her abnormal mental activity and is therefore so reluctant to let it go. And one can observe the experience that has been made throughout the ages precisely by those who have endeavored to heal the psychically abnormal: When these individuals were treated by discerning physicians, it very often happened that, as recovery approached, the patients no longer felt this sense of freedom and immersion in the spiritual environment; a certain sense of ecstasy and bliss was lost to them, and they began to hate the one who had taken that ecstasy away from them. While with others—those who are not mentally ill—one can observe that gratitude is shown toward the healing physician, the opposite is true in efforts directed toward the mentally ill. This is an observation you will find documented in the literature, for doctors have repeatedly noted that when healing occurs—or even when an attempt is made to overcome the condition—the pleasure subsides and people begin to find the healer himself repulsive: He takes away from them what they actually enjoy—what is also cherished in the subconscious, even as they rationalize against it in their conscious mind.

[ 21 ] Sie sehen da in tiefe Geheimnisse der waltenden Menschenseelennatur hinein, wenn Sie diese Dinge ins Auge fassen. Auf der andern Seite werden Sie aber begreifen, daß wenn das Ich oder der Ätherleib oder der Astralleib zunächst sich bemüht haben, mit Hilfe ihrer physischen Werkzeuge zu arbeiten, und wenn sie dann frei werden und noch stark sind, noch die Formeindrücke haben, die sie im Physischen hatten, daß sie dann gewisse Kräfte leichter entfalten können, als sie in den kranken Organen entfaltet werden können. Daher solche Kranke, welche periodisch — denn es gibt zyklische, periodisch abnorme Zustände der Seele — aus ihrem Organismus herauskommen, sehr häufig verspüren, daß sie Fähigkeiten haben, die sie sonst nicht haben. Das bewirkt wiederum eine große Befriedigung, und wenn sie dann in den physischen Leib zurückgehen und ihnen ein gewisses Bewußtsein bleibt von dem, was mit ihnen geschehen ist, dann können sie über diese Dinge sogar ein sehr klares Selbstbewußtsein haben. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte ein berühmter Arzt, Willis, einen Wahnsinnigen geheilt, das heißt ihn dazu gebracht, daß er wiederum vernünftig über sich denken konnte. Und dieser geheilte Wahnsinnige, der intelligent war, schrieb folgendes auf wie eine Rückschau auf seinen Wahnsinnszustand. Sie werden jetzt das, was dieser intellektuelle Wahnsinnige aufschrieb, gut verstehen, wenn Sie das von mir Gesagte berücksichtigen. Es ist ein Wahnsinniger mit einer Erkrankung, bei der gewissermaßen alle drei höheren Glieder entfesselt wurden. Der Kranke schreibt: «Ich erwartete meine Anfälle mit Ungeduld.... Seligkeit» —, also denken Sie, dieses Herausgehen aus dem Leibe erwartet er mit Ungeduld, weil er wußte, da genießt er eine gewisse Seligkeit.

[ 21 ] When you contemplate these things, you gain insight into the profound mysteries of the nature of the human soul as it operates. On the other hand, however, you will understand that when the “I,” or the etheric body, or the astral body, has initially endeavored to work with the aid of its physical instruments, and when it then becomes free and is still strong, still retaining the form impressions it had in the physical realm, it can then unfold certain powers more easily than they can be unfolded within the diseased organs. That is why such patients, who periodically—for there are cyclical, periodically abnormal states of the soul—step out of their organism, very often feel that they possess abilities they do not otherwise have. This, in turn, brings great satisfaction, and when they then return to their physical body and retain a certain awareness of what has happened to them, they can even have a very clear sense of self regarding these things. In the first half of the 19th century, a famous physician, Willis, cured a madman—that is, he enabled him to think rationally about himself again. And this cured madman, who was intelligent, wrote down the following as a retrospective account of his state of madness. You will now understand well what this intellectual madman wrote down if you take into account what I have said. He is a madman suffering from an illness in which, so to speak, all three higher members were unleashed. The patient writes: “I awaited my fits with impatience.... Bliss”—so you see, he awaits this stepping out of the body with impatience because he knew that there he would enjoy a certain bliss.

[ 22 ] «Alles erschien mir leicht; es zeigten sich keine Hindernisse, weder in der Theorie noch in der Praxis. Mein Gedächtnis erlangte plötzlich einen seltsamen Grad der Vollkommenheit...»

[ 22 ] “Everything seemed easy to me; there were no obstacles, neither in theory nor in practice. My memory suddenly attained a strange degree of perfection...”

[ 23 ] Derjenige, der die Dinge durchschaut, weiß, daß er sonst an Obstipationen des Unterleibes gelitten haben muß und daß dadurch sein Gedächtnis getrübt gewesen ist. In dem Augenblicke, wo sein Ich losgerissen war, war sein Gedächtnis intakt.

[ 23 ] Anyone who sees through these things knows that he must otherwise have suffered from constipation in the lower abdomen and that this had clouded his memory. At the very moment his ego was torn away, his memory was intact.

[ 24 ] «Lange Stellen aus lateinischen Schriftstellern fielen mir ein. Gewöhnlich macht es mir große Schwierigkeit, rhythmische Endungen zu finden; dann aber konnte ich Verse mit ebenso großer Leichtigkeit wie Prosa schreiben.»

[ 24 ] “Long passages from Latin authors came to mind. I usually have great difficulty finding rhythmic endings; but then I was able to write verse just as easily as prose.”

[ 25 ] Sie sehen, der Mann beschrieb sich sehr genau, und man kann verstehen, daß er in einer gewissen Weise den abnormen Zustand herbeizuführen versuchte. Man kann es ja nicht willkürlich, aber er war froh, wenn der Zustand kam, denn er befand sich sehr wollüstig darin.

[ 25 ] As you can see, the man described himself in great detail, and it is understandable that he tried, in a certain way, to bring about this abnormal state. It wasn't something he could do at will, but he was glad when the state came, because he found it very pleasurable.

[ 26 ] Das ist überhaupt die Schwierigkeit gegenüber psychisch Abnormen, daß man sie durch die Behandlung subjektiv nicht zu einer glücklichen, sondern zu einer für sie unglücklichen Stimmung führen muß, und daß sie daher darüber in Wirklichkeit betrübt sind. Im Oberbewußtsein ist das natürlich anders, aber in Wirklichkeit, im Unterbewußtsein sind sie betrübt darüber, wenn sie geheilt werden. Selbstverständlich kommen sie zum Arzt und sagen, sie wollen geheilt werden; aber im Unterbewußten wollen sie in Wirklichkeit nicht geheilt werden. Das ist die Schwierigkeit. Der Entfesselte oder die Entfesselten wehren sich mit aller Macht dagegen, herausgerissen zu werden aus der Seligkeit, in die sie verpflanzt sind bei ihrer Entfesselung. Sie sehen, auf diesem Wege wird man dem gerecht, was materielle Grundlage unseres physischen Daseins ist; aber man wird kein Materialist.

[ 26 ] The difficulty with mentally ill patients is that, subjectively speaking, treatment leads them not to a state of happiness but to a state of unhappiness—from their perspective—and that they are therefore actually distressed by it. On a conscious level, of course, it is different, but in reality, on a subconscious level, they are saddened by it when they are cured. Naturally, they come to the doctor and say they want to be cured; but on a subconscious level, they do not actually want to be cured. That is the difficulty. The liberated person—or the liberated people—resist with all their might being torn away from the bliss into which they have been transplanted upon their liberation. You see, in this way one does justice to what is the material foundation of our physical existence; but one does not become a materialist.

[ 27 ] Nehmen Sie zum Beispiel an, jemand sei in einem höheren Grade, als man es ihm im äußeren Leben ansieht, dumm; solche Menschen gibt es. Nun, Dummheit ist ja nur eine Stufe auf dem Wege zu einer gewissen Seelenabnormität, nämlich dem Blödsinn. Das kann damit zusammenhängen, daß der sonst gefesselte Ätherleib frei ist, weil gewissermaßen das Gehirn zu kompakt ist, nicht labil genug arbeitet. Nehmen wir an, ein solcher Mensch schieße sich eine Kugel in den Kopf, die ihn aber nicht tödlich trifft. Unter Umständen kann nun für den, der die Dinge durchschaut, das ganz nützlich erscheinen, sofern es ihm sonst nichts geschadet hat; denn vielleicht wird er durch die nun eingetretene Lockerung seines kompakten Gehirns gescheit. Solche Fälle sind durchaus vorgekommen, daß durch Kopfverwundungen die Leute aufgeweckt worden sind gegenüber ihrem früheren Zustand.

[ 27 ] Suppose, for example, that someone is more stupid than one would think from observing their outward behavior; such people do exist. Well, stupidity is really just a step on the path to a certain mental abnormality, namely insanity. This may be related to the fact that the etheric body, which is otherwise bound, is free because, in a sense, the brain is too compact and does not function with sufficient flexibility. Let’s suppose such a person shoots himself in the head, but the bullet does not kill him. Under certain circumstances, this may actually seem quite useful to someone who sees through things, provided it has not otherwise harmed him; for perhaps the resulting loosening of his compact brain will make him wise. Such cases have certainly occurred, where head injuries have awakened people to a state of greater clarity compared to their previous condition.

[ 28 ] Es gibt wirklich im Bereich des physisch Wahrnehmbaren nichts, was so kompliziert ist wie die menschliche Natur; sie ist das Allerkomplizierteste, was sich überhaupt in der Welt findet. Man muß den Menschen aber wirklich so, wie ich es jetzt auseinandergesetzt habe, betrachten, wenn man ihn in seiner Ganzheit betrachten will. Denn wir haben jetzt gesehen, daß, so wie der Mensch mit seinem Haupte vor uns steht, die Hauptestätigkeit in einer gewissen Beziehung darauf beruht, daß der Ätherleib in richtiger Weise gerade ins Haupt eingeschaltet ist. Die abnorme Tätigkeit entsteht, wenn der Ätherleib frei wird, wenn er entfesselt wird. Dadurch, daß der Mensch überhaupt normal organisiert ist, seine Sinnesorgane, seine Gehirnnerven hat, kann der Ätherleib normale Beziehungen haben zu der gewöhnlichen Umgebung. Was der Mensch durch seine besondere Verbindung von Ätherleib und Haupt ist, das ist er als Mensch im allgemeinen, wie er zwischen Geburt und Tod in der physischen Welt vorhanden ist. Würden wir nichts anderes an uns tragen als die normale Einschaltung des Ätherleibes in das Haupt, so würden alle Menschen gleich sein, auch würde der Mensch keinen Zusammenhang empfinden können mit demjenigen Teil seines Wesens, der unsterblich ist; denn das Haupt vermittelt uns die Erlebnisse und Erfahrungen, die wir in dem Leben zwischen Geburt und Tod durch die Sinne, durch die Gehirnnerven machen können.

[ 28 ] There is truly nothing in the realm of the physically perceptible that is as complex as human nature; it is the most complex thing to be found in the world. But one must truly view the human being as I have now described if one wishes to view him in his entirety. For we have now seen that, just as the human being stands before us with his head, the main activity is, in a certain sense, based on the etheric body being properly integrated into the head. Abnormal activity arises when the etheric body becomes free, when it is unleashed. Because human beings are normally organized—possessing their sense organs and cranial nerves—the etheric body can maintain normal relationships with the ordinary environment. What a human being is through this particular connection between the etheric body and the head is what he is as a human being in general, as he exists in the physical world between birth and death. If we carried nothing else within us but the normal integration of the etheric body into the head, all human beings would be the same, nor would a human being be able to feel a connection with that part of their being that is immortal; for the head mediates for us the experiences we can have in the life between birth and death through the senses and the cranial nerves.

[ 29 ] Betrachten Sie das nun im Zusammenhange mit dem, was ich über den Verlust des Hauptes im Verlaufe der Reinkarnation gesagt habe: Was jetzt Haupt ist, war in der früheren Inkarnation Leib, was jetzt Leib ist, wird Haupt in der nächsten Inkarnation. Aber der Mensch weiß von seinem Zusammenhange mit seinem Unsterblichen, das durch Geburten und Tode geht, wenn dieses Wissen ohne geisteswissenschaftliche Erkenntnis auch nur Glauben ist. Verstehen kann er diesen Zusammenhang durch das Haupt, aber haben kann er dieses Wissen nur dadurch, daß er sein Rückenmarksnervensystem als Organ des astralischen Leibes hat. Da werden jene Vorstellungen und Empfindungen bewirkt, die den Menschen mit seinem Unsterblichen, mit seinem Überpersönlichen in ein gegenseitiges Verhältnis bringen. Alles das, was wir nur für das Leben zwischen Geburt und Tod haben, haben wir dadurch, daß wir in unserem Organismus erdiges Element, Festes haben. Ich habe bei anderer Gelegenheit erwähnt, daß wir nicht gar so viel Festes in uns haben, daß wir zu fünfundneunzig Prozent eine Flüssigkeitssäule sind. Das Feste in uns ist außerordentlich wenig — nur fünf Prozent sind eingegliedert —, der Mensch ist eine Wassersäule. Aber Träger der gewöhnlichen Gedanken für das physische Leben kann nur dieses Feste sein, und nur insofern wir von dem Flüssigen und seiner Pulsation durchsetzt sind, wissen wir von unserem Überpersönlichen. Und dieses Flüssige und seine Pulsation steht wiederum im Zusammenhang mit dem Rückenmarkssystem, welches das Flüssige und die Pulsation vorzugsweise regelt. Wie das alles zusammenhängt mit gewissen Dingen, die ich schon früher ausgeführt habe, mit dem Auf-und-ab-Pulsieren der Flüssigkeit zwischen Unterleib und Gehirn, das will ich, weil es uns heute zu weit von unserem eigentlichen Thema ablenken würde, dann morgen ausführen. Der Mensch wird aber dadurch, daß er das Flüssigkeitselement in sich hat, nicht nur in Zusammenhang gebracht mit seinem Überpersönlichen, sondern er wird dadurch auch gewissermaßen in seiner Persönlichkeit spezifiziert. Wenn wir nur Kopfmenschen wären, würden wir alle dasselbe denken, dasselbe empfinden. Dadurch, daß wir Herzensmenschen sind, daß wir das flüssige Element, das Blut und andere Säfte in uns haben, sind wir in einer gewissen Weise schon spezifiziert; denn dadurch hat die Hierarchie der Angeloi an unserem Wesen Anteil. Die Hierarchie der Angeloi kann in uns eingreifen auf dem Umwege durch das flüssige Element.

[ 29 ] Consider this now in connection with what I have said about the loss of the head in the course of reincarnation: What is now the head was the body in the previous incarnation; what is now the body will become the head in the next incarnation. But the human being is aware of his connection to his immortal self, which passes through births and deaths—even if, without spiritual scientific insight, this awareness is merely a matter of faith. A person can understand this connection through the head, but can possess this knowledge only because they have their spinal nerve system as an organ of the astral body. It is there that the images and sensations are brought about that place the human being in a reciprocal relationship with their immortal self, with their transpersonal self. Everything we possess for life between birth and death, we have because our organism contains an earthly, solid element. I have mentioned on another occasion that we do not have all that much solid matter within us; we are ninety-five percent a column of liquid. The solid matter within us is extraordinarily small—only five percent is incorporated—the human being is a column of water. But only this solid matter can serve as the vehicle for the ordinary thoughts of physical life, and only to the extent that we are permeated by the fluid and its pulsation do we become aware of our transpersonal nature. And this fluid and its pulsation, in turn, are connected to the spinal cord system, which primarily regulates the fluid and the pulsation. How all this relates to certain things I have already discussed—namely, the up-and-down pulsation of the fluid between the lower abdomen and the brain—I will explain tomorrow, since it would divert us too far from our actual topic today. However, the fact that human beings possess the fluid element within them not only connects them to their transpersonal nature but also, in a sense, defines their personality. If we were merely “head people,” we would all think and feel the same way. Because we are “heart people”—because we possess the fluid element, the blood and other bodily fluids—we are, in a certain sense, already defined; for through this, the hierarchy of the Angeloi has a share in our being. The hierarchy of the Angeloi can intervene within us indirectly through the fluid element.

[ 30 ] Eine dritte Möglichkeit, in unser Wesen einzugreifen, ist dadurch herbeigeführt, daß bei normalem Zusammenwirken der höheren Glieder mit dem Gangliensystem die Möglichkeit vorhanden ist, daß das Luftförmige und alles damit Zusammenhängende auf uns wirkt. Dies geschieht durch den Atmungsprozeß. Aber dieser ist sehr kompliziert. Es ist nicht einerlei, ob wir da oder dort atmen, ob die Atmungsluft viel oder wenig Sauerstoff, ob sie viel oder wenig Feuchtigkeit, viel oder wenig Sonnenwärme enthält und dergleichen. Dadurch, daß wir diese Möglichkeit in uns tragen, daß auf dem Umwege des luftförmigen Elementes auf uns gewirkt wird, dadurch hat die Hierarchie der Archangeloi, der Erzengel, die Möglichkeit, auf uns zu wirken. Alles was in unser Wesen hereinwirkt von der Hierarchie der Erzengel, seien es normal fortgeschrittene oder zurückgebliebene, wirkt auf dem Umwege durch unser Gangliensystem. Und auf diesem Umwege wirkt auch, was von den sogenannten Volksgeistern ausgeht, die ja auch zu der Hierarchie der Archangeloi gehören. Was von den Volksgeistern ausgehend auf die Menschen wirkt, das wirkt auf die Organe, die mit dem Gangliensystem in Zusammenhang stehen. Daher ist das Volkstum etwas dem Bewußtsein so Entzogenes, etwas so dämonisch Wirkendes. Und es hängt aus den Gründen, die ich angedeutet habe, deshalb so stark zusammen mit all dem, was die Örtlichkeit ist; denn viel mehr als man glaubt, ist die Ortlichkeit, das Klima, verknüpft mit dem Wirken der Hierarchie der Archangeloi. Klima ist ja nichts anderes als dasjenige, was auf dem Umwege der Luft auf den Menschen wirkt.

[ 30 ] A third way in which our being can be influenced arises from the fact that, when the higher members interact normally with the ganglion system, it is possible for the airy element and everything associated with it to affect us. This occurs through the process of breathing. But this process is very complex. It matters whether we breathe here or there, whether the air we breathe contains much or little oxygen, much or little moisture, much or little solar heat, and so on. Because we carry within us this possibility of being influenced indirectly through the airy element, the hierarchy of the Archangeloi, the Archangels, has the opportunity to influence us. Everything that influences our being from the hierarchy of the Archangels—whether from those who are normally advanced or those who are lagging behind—acts indirectly through our ganglion system. And what emanates from the so-called national spirits, who also belong to the hierarchy of the Archangels, acts through this same indirect path. What emanates from the folk spirits and acts upon human beings affects the organs connected to the ganglion system. This is why folk culture is something so removed from consciousness, something with such a demonic effect. And for the reasons I have indicated, it is therefore so closely connected with everything that constitutes locality; for locality and climate are linked to the workings of the hierarchy of the Archangels far more than one might think. Climate, after all, is nothing other than that which acts upon human beings indirectly through the air.

[ 31 ] Sie sehen, wie man, indem man auf das Gangliensystem verweist, zeigt, wie im Unbewußten des Menschen die Impulse der Volksseelenhaftigkeit walten. Jetzt werden Sie auch begreifen, daß mehr, als man gewöhnlich denkt, gerade die Zugehörigkeit zum Volkstum mit gewissen Eigenschaften des Menschen zusammenhängt, die an sein Gangliensystem gebunden sind. Mehr als man glaubt, ist nämlich das Problem des Volkstums in Beziehung zu setzen mit dem sexuellen Problem. Denn die Zugehörigkeit zum Volkstum beruht auf der gleichen Organgrundlage — dem Gangliensystem —, dem auch das Sexuelle zugrunde liegt. Das ist ja äußerlich schon dadurch zu verstehen, daß man seinem Volkstum durch die Geburt angehört, insoferne als man in der Mutter eines bestimmten Volkes gereift wird; insoferne ist ja schon die Vermittlung da. Da sehen Sie, durch welche, ich möchte sagen, seelenunterirdischen Untergründe gerade das Nationalproblem schon mit dem Sexualproblem zusammenhängt. Und daher ist in der Erscheinung so viel Verwandtes zwischen diesen beiden Impulsen im Leben. Wer nur offene Augen für das Leben hat, der wird ungeheuer viel Verwandtes finden zwischen der Art und Weise, wie sich der Mensch betätigt aus dem Erotischen heraus, und wie er sich betätigt in seiner Zugehörigkeit zum Volkstume. Es ist natürlich damit weder pro noch kontra in bezug auf das eine oder andere etwas gesagt; aber. die Tatsachen liegen so, wie ich das charakterisiert habe. Die Erregungen nationaler Art, die insbesondere stark unbewußt wirken, wenn sie nicht ins Ich-Bewußtsein heraufgeholt werden, indem man die Frage zu einer Karmafrage macht, so wie ich das neulich charakterisiert habe, sind sehr verwandt den sexuellen Erregungen. Man darf über solche Dinge nicht dadurch hinweggehen, daß man aus gewissen Täuschungen und Sehnsuchten heraus eine emotionelle Art des Nationalempfindens zu einer recht vornehmen Empfindung machen möchte, und die Sexualempfindung zu einer recht wenig vornehmen; denn die Tatsachen liegen schon so, wie ich es Ihnen entwickelt habe.

[ 31 ] You can see how, by referring to the ganglion system, one can demonstrate how the impulses of national soul-affinity operate in the human unconscious. Now you will also understand that, more than is usually thought, it is precisely one’s sense of national identity that is connected to certain human characteristics linked to the ganglion system. For the issue of national identity is, in fact, more closely related to the sexual issue than is generally believed. For belonging to a national culture rests on the same organic foundation—the ganglion system—that also underlies sexuality. This can already be understood externally by the fact that one belongs to one’s national culture by birth, insofar as one is brought to maturity within the womb of a particular people; in this respect, the mediation is already present. There you see, through what I might call the subterranean depths of the soul, how the national problem is already connected to the sexual problem. And that is why there is so much similarity in appearance between these two impulses in life. Anyone who simply keeps their eyes open to life will find an immense number of parallels between the way a person acts out of erotic impulses and the way they act in their sense of belonging to a people. Of course, this is not meant to take a position for or against either one; but the facts are as I have described them. National impulses—which have a particularly strong unconscious effect when they are not brought into ego-consciousness by making the issue a matter of karma, as I recently described—are very similar to sexual impulses. One must not gloss over such matters by attempting—out of certain illusions and longings—to elevate an emotional form of national sentiment to a rather noble sentiment, while reducing sexual feeling to something rather ignoble; for the facts are indeed as I have explained them to you.

[ 32 ] Daraus aber werden Sie jetzt auch ersehen, daß die Menschen zu einer gewissen Übereinstimmung zu bringen sind, wenn es sich darum handelt, Kopfangelegenheiten zu verhandeln. Da sind sie ja gleich. Wären wir nur Köpfe, so würden wir uns sehr leicht verständigen können. Es ist paradox zu sagen: Wären wir nur Köpfe. — Aber wenn einen das Leben mit mannigfaltigen Leuten zusammengebracht hat, so gewöhnt man sich daran, in solchen paradoxen Ausdrücken zu sprechen. So lernte ich einmal — es sei das in Parenthese eingefügt — einen ganz bedeutenden österreichischen Dichter kennen, der auch philosophisch dachte und der eine furchtbare Angst hatte vor dem immer Intellektueller- und Intellektuellerwerden der Menschen. Er sagte: Die Menschen entwickeln sich ja so, daß sie immer intellektueller und intellektueller werden, zuletzt werden sie ganz klein in bezug auf den übrigen Körper, der ganz verkümmern wird, und nur noch wandelnde Köpfe sein. — Er sagte das ganz im Ernste.

[ 32 ] But from this you will now also see that people can be brought to a certain degree of agreement when it comes to discussing intellectual matters. In that respect, they are all the same. If we were only minds, we would be able to understand one another very easily. It is paradoxical to say: “If we were only minds.” — But when life has brought you into contact with all sorts of people, you get used to speaking in such paradoxical terms. So I once met—let me add this in parentheses—a very important Austrian poet who also thought philosophically and who had a terrible fear of people becoming more and more intellectual. He said: “People are evolving in such a way that they are becoming more and more intellectual; eventually, they will become very small in relation to the rest of their bodies, which will wither away completely, and they will be nothing more than walking heads.” — He said this in all seriousness.

[ 33 ] Wären wir, wie gesagt, Köpfe, wir könnten uns über manches leicht verständigen. Über das aber, was begriffen werden muß durch das Werkzeug des Rückenmarkssystems, verständigen sich die Menschen schon schwerer. Daher bekämpfen sie sich in bezug auf Weltanschauung, auf Religionsverhältnisse, auf alles, was sie mit ihrem Überpersönlichen verbinden. Und daß sie sich in bezug auf dasjenige, dessen Organ das Gangliensystem ist, bekämpfen, das wird man ja insbesondere in der Gegenwart nicht bezweifeln, wobei ich nicht den äußeren Krieg meine, sondern jenen Krieg, in dem Haß gegen Haß spricht; denn der äußere Krieg brauchte ja gar nichts zu tun zu haben mit dem, was in so furchtbarer Weise als Haß gegen Haß sich entfaltet.

[ 33 ] If, as I said, we were minds, we could easily communicate about many things. But when it comes to what must be grasped through the spinal cord system, people find it much harder to communicate. That is why they fight one another over worldviews, religious beliefs, and everything they associate with their transpersonal realm. And that they fight one another over that which has the ganglion system as its organ—this, at least in the present day, is beyond doubt; though I do not mean external war, but rather that war in which hatred speaks against hatred; for external war need not have anything to do with what unfolds in such a terrible way as hatred against hatred.

[ 34 ] Diese Dinge müssen den Menschen wiederum zum Bewußtsein kommen. Denn nur dadurch, daß die Menschen wiederum die menschliche Natur durchschauen, wird ein Weg aus jenem Chaos gefunden werden können, in das die Menschheit eingetreten ist. Wir wollen morgen gerade über dieses Chaos noch weiter sprechen. Aber seien wir uns nur darüber klar: Das Wissen, die Erkenntnis, die erworben wird über die komplizierte Natur des Menschen, sie muß so aufgefaßt, von solcher Stimmung durchdrungen werden, wie ich es vorhin charakterisiert habe: von unpersönlicher Stimmung.

[ 34 ] People must once again become aware of these things. For only by regaining insight into human nature will it be possible to find a way out of the chaos into which humanity has fallen. We will speak further about this very chaos tomorrow. But let us be clear about this: the knowledge and insight gained regarding the complex nature of human beings must be understood and imbued with the attitude I described earlier—an impersonal attitude.

[ 35 ] Nun habe ich zunächst harmlose persönliche Stimmungen charakterisiert: die Menschen, die mit sich selber nicht fertig werden, die immer von ihrem Herzen, von dem oder jenem reden. Aber in der Welt treffen wir ja auch eine weniger harmlose, persönliche oder gruppenegoistische Stimmung an. Es wird das okkulte Wissen nicht immer in einer selbstlosen Weise verwertet, das haben Sie gesehen durch die Betrachtungen, die wir im Laufe dieser Wochen angestellt haben. Und man sieht schon tiefer hinein in die Impulsationen, die da walten im menschlichen Geschehen, wenn man überhaupt die menschliche Natur in ihrer Kompliziertheit ins Auge fassen kann. Denn das, was man über den einzelnen Menschen erkennen kann, hängt ja wiederum zusammen mit alledem, was unter Menschen geschieht, sowohl vom Einzelnen zum Einzelnen hin als auch zu dem, was innerhalb der Gruppierungen und der Verhältnisse geschieht, die sich bei der menschlichen Entwickelung zwischen den Gruppierungen ergeben.

[ 35 ] So far, I have described what are, at first glance, harmless personal attitudes: people who cannot cope with themselves, who are always talking about their hearts, or about this or that. But in the world, we also encounter a less harmless, personal, or group-egoistic attitude. Occult knowledge is not always utilized in a selfless manner, as you have seen from the reflections we have made over the course of these weeks. And one gains a deeper insight into the impulses at work in human affairs—if one can even begin to grasp human nature in all its complexity. For what one can discern about the individual human being is, in turn, connected to everything that happens among people—both in interactions between individuals and in what occurs within groups and in the relationships that arise between groups in the course of human development.

[ 36 ] Nun habe ich Sie darauf hingewiesen, daß okkultes Wissen verwendet worden ist in gewissen okkulten Brüderschaften, um eine Richtung zu geben, die dann in einer Weise verwertet worden ist, daß eben nicht allgemeinmenschliche Ziele, sondern gruppenegoistische Ziele mit okkulten Impulsen erreicht werden sollen. Ich habe Ihnen davon gesprochen, daß in gewissen okkulten Verbrüderungen Ansichten vorhanden waren, wie sich Europa gestalten solle, wie man die Gestaltung Europas herbeiführen wollte. Wenn ich zu dem, was ja jetzt schon herausgekommen ist, heute etwas anderes hinzufüge, was noch nicht herausgekommen ist, so tue ich es aus dem Grunde, weil mir scheint, daß es gut ist, daß einmal wenigstens irgendwo, wenn auch in einem noch so kleinen Kreise, dasjenige gesagt wird, was in der Zukunft schon ebenso erscheinen wird, wie in der Antwortnote an den Präsidenten Wilson die Aufteilung Österreichs erschienen ist. Denn wer die Dinge kennt, der hätte diese Aufteilung Österreichs schon in den neunziger Jahren — ich will nicht weiter zurückgehen — auf Grund jener erwähnten Karten aufzeichnen können.

[ 36 ] I have now pointed out to you that occult knowledge has been used in certain occult brotherhoods to provide a direction, which has then been exploited in such a way that the goal is not to achieve universal human objectives, but rather group-egoistic objectives through occult impulses. I have spoken to you about the fact that within certain occult brotherhoods there were views on how Europe should be shaped and how one intended to bring about the shaping of Europe. If I add something else today to what has already come to light—something that has not yet been revealed—I do so because it seems to me that it is good for what will appear in the future, just as the partition of Austria appeared in the reply to President Wilson, to be stated at least once somewhere, even if only within a very small circle. For anyone familiar with the facts could have mapped out this partition of Austria as early as the 1890s—I won’t go any further back—based on the maps I mentioned.

[ 37 ] Nun, das, was immer veröffentlicht wird, sind Teilstücke; es fließt in die äußeren, exoterischen Dinge zu der Zeit, wo man eben glaubt, daß man damit wirken kann; das andere hält man zurück. Wirklich nicht, um im geringsten agitatorisch oder politisch zu wirken, sondern nur um Ihnen Erkenntnistatsachen mitzuteilen, spreche ich von dem, wovon ich jetzt sprechen will. Es ist eben vorhanden in der Welt. Und wirklich, ich bin ganz weit davon entfernt, irgend jemandem Angst machen zu wollen, oder auf irgend jemanden so wirken zu wollen, daß er dies oder jenes glaubt, oder in dieser oder jener Richtung ängstlich wird; sondern nur um Erkenntnisse soll es sich hier handeln. Und da möchte ich Ihnen etwas von jener Zukunftskarte Europas aufzeichnen, die es in gewissen okkulten Gemeinschaften annähernd so, wie ich es Ihnen beschreiben werde, gegeben hat. Es soll alles nur, damit es schneller geht, annähernd gezeichnet werden. Wie gesagt, es handelt sich darum, wie man sich in solchen okkulten Gemeinschaften in einer fernen Zukunft Europa gestaltet dachte (es wird gezeichnet).

[ 37 ] Well, what is ever published are only fragments; it flows into the outer, exoteric realm at the very moment when one believes that one can have an effect with it; the rest is withheld. I am speaking of what I am about to discuss not in order to be in the least bit agitational or political, but simply to share facts of knowledge with you. It simply exists in the world. And truly, I am very far from wanting to frighten anyone, or to influence anyone in such a way that they believe this or that, or become fearful in this or that direction; rather, this is solely about insights. And here I would like to sketch for you something from that map of Europe’s future, which existed in certain occult communities in a form roughly similar to how I will describe it to you. Everything will be sketched only roughly, to save time. As I said, this concerns how such occult communities envisioned the shape of Europe in the distant future (it is being sketched).

[ 38 ] Das erste, was man fest ins Auge faßte, war die südeuropäische, die Balkan-Konföderation; die sollte gewissermaßen eine Art Vorlagerung, eine Art Wall gegen den Russizismus sein. Denn selbstverständlich, den Russizismus betrachtete man im Westen als den andern Pol, jedenfalls nicht als etwas, womit man sich ewig verbinden wollte, sondern das, was in einer gewissen Weise immer etwas sein muß, was man auch bekämpfen will. Diese Konföderation würde, da man das heutige Königtum Italien mit dem Balkanslawentum und dem heute zu Österreich gehörenden Südslawentum zusammenschweißen will, einen großen Teil der appenninischen Halbinsel, die italienisch sprechenden Teile der Schweiz, die südlichen Teile von Österreich, Kroatien, Slawonien, Dalmatien umfassen. Dazu wird dann ein Teil von Griechenland kommen, aber nur der nördliche. Die Konföderation würde auch Ungarn umfassen und die Donaumündungen. Dieses würde die Balkan-Konföderation sein. — Daran hätte sich zu gliedern gegen Osten hin alles das, was man sich als Rußland umfassend vorstellen würde. In diesem Kartenprogramm — das betone ich ausdrücklich — wurde immer, und zwar scharf betont: Wie sich auch Polen benehmen mag, die weltgeschichtliche Notwendigkeit sei, daß dieses Land unter allen Umständen in seiner Gänze zuletzt wiederum ins russische Reich einbezogen werden müsse. Also das war von vornherein Programm, daß Polen, einschließlich der heute zu Preußen gehörenden Teile, wiederum in das russische Reich einzuschließen sei. So daß also das russische Reich nach diesem Programm das heutige Polen, auch Galizien über die Slowaken herüber zu umfassen hätte. Wie eine sich hereinsenkende Halbinsel würde all das sein, was ich hier schraffiere. Dieses würde die Bukowina sein (es wird gezeichnet).

[ 38 ] The first thing that caught their attention was the Southern European, or Balkan, Confederation; this was intended, in a sense, to serve as a kind of buffer zone, a kind of bulwark against Russicism. For, of course, in the West, Russification was viewed as the opposite pole—certainly not as something with which one wished to be eternally allied, but rather as something that, in a certain sense, must always be something one seeks to combat. Since the aim was to forge a union between the current Kingdom of Italy, the Balkan Slavs, and the South Slavs—who today belong to Austria—this confederation would encompass a large part of the Apennine Peninsula, the Italian-speaking parts of Switzerland, the southern parts of Austria, Croatia, Slavonia, and Dalmatia. To this would be added a part of Greece, but only the northern part. The confederation would also include Hungary and the Danube estuaries. This would be the Balkan Confederation. — To the east of this would be everything that one would broadly conceive of as Russia. In this map-based plan—and I emphasize this explicitly—it was always, and indeed strongly, emphasized: No matter how Poland might behave, it was a necessity of world history that this country, in its entirety, must ultimately be reintegrated into the Russian Empire under all circumstances. So it was part of the plan from the very beginning that Poland, including the parts that today belong to Prussia, was to be reintegrated into the Russian Empire. Thus, according to this program, the Russian Empire would have to encompass present-day Poland, including Galicia, extending beyond the Slovaks. Everything I am hatching here would be like a peninsula jutting inward. This would be Bukovina (it is being drawn).

[ 39 ] Dann würde Frankreich kommen, das mit Ausschluß der Rheinmündungen das Gebiet bis zum Rhein herüber und den heutigen französisch sprechenden Teil der Schweiz umfassen würde, und das hier durch die Pyrenäen und hier etwa in dieser Weise begrenzt sein würde. Über die skandinavischen Völker ist nichts besonderes gesagt worden; denen wird man wohl eine recht lange Gnadenfrist gestatten wollen.

[ 39 ] Then there would be France, which—excluding the Rhine estuaries—would encompass the territory up to the Rhine and the present-day French-speaking part of Switzerland, and which would be bounded here by the Pyrenees and there roughly in this manner. Nothing specific has been said about the Scandinavian peoples; they will likely be granted a fairly long grace period.

[ 40 ] Das übrige würde sein: Die deutschsprechende Schweiz mit Deutschland und die deutschen Gebiete Österreichs; die würden also hier dieses Gebiet zu umfassen haben. Und was jetzt hier mit Farbe überzogen ist, würde mehr oder weniger in die so oder so gestaltete Einflußsphäre des Britischen Reiches zu fallen haben: Holland, Belgien, die Küste, Portugal, Spanien, der untere Teil von Italien — über die Inseln kann ja ein anderes Mal gesprochen werden —, der südliche Teil von Griechenland.

[ 40 ] The rest would be: German-speaking Switzerland, along with Germany and the German-speaking regions of Austria; these would thus comprise this territory. And the areas shown here in color would more or less fall within the sphere of influence of the British Empire, however it might be defined: the Netherlands, Belgium, the coast, Portugal, Spain, the southern part of Italy—we can discuss the islands another time—and the southern part of Greece.

[ 41 ] Hier haben wir eine Karte, welche deutlich zeigt, daß das, was wir gestern auf der Tafel zu fixieren versuchten, schon eine Art Abschlagszahlung für diese Karte ist, denn für Mitteleuropa kommt annähernd dasselbe heraus, wenn Sie diese Karte vergleichen mit dem, was nun schon in der Ententenote an Wilson steht. Das ist dasjenige, was als eine ideale Verteilung von Europa gegolten hat. Damit nicht ein Unrecht geschieht: Rom würde hier liegen, es würde selbstverständlich bei Italien bleiben. — Das ist nun nicht irgend etwas, womit ich im geringsten, ich sage es noch einmal, jemanden beeinflussen will, sondern womit ich nur sagen will, daß dies als eine Art Gestaltung Europas, für mich deutlich zurückführbar bis in die neunziger, achtziger Jahre, in gewissen okkulten Gemeinschaften gelehrt worden ist.

[ 41 ] Here we have a map that clearly shows that what we tried to outline on the blackboard yesterday is already a sort of down payment for this map, because for Central Europe, the result is roughly the same if you compare this map with what is already stated in the Entente’s note to Wilson. This is what has been regarded as an ideal division of Europe. To avoid any misunderstanding: Rome would be located here; it would, of course, remain part of Italy. — This is not something with which I in the least—I say it again—wish to influence anyone, but rather I merely wish to point out that this, as a kind of vision for the shaping of Europe—which, for me, can be clearly traced back to the 1880s and 1890s—has been taught in certain occult communities.

[ 42 ] Warum man dort die künftige Gestaltung Europas so ansah, welche Gründe man dafür hatte, auch das wurde immer ausgeführt. Gewissermaßen wurde ausgeführt, in welcher Weise und auf welchem Wege selbstverständlich galten vernünftige Gründe — man für Europa eine solche Gestaltung wünschte. Davon wollen wir dann morgen sprechen. Ich will nur noch erwähnen, daß ich Ihnen nichts irgendwie Ausgedachtes bringe, sondern etwas weitergebe, was in vielen Köpfen als wirksamer Impuls lebte, als etwas, das man herbeiführen müsse, zu dessen Herbeiführung man alles tun müsse.

[ 42 ] Why people there viewed the future shape of Europe in that way, and what reasons they had for doing so, was also always explained. In a sense, it was explained in what manner and by what means—based, of course, on reasonable grounds—one would wish for such a shape for Europe. We will discuss that tomorrow. I just want to mention that I am not presenting you with anything I have made up, but rather passing on something that lived in many people’s minds as a powerful impulse—something that had to be brought about, and for which one had to do everything possible.

[ 43 ] Ich weiß sehr wohl, daß böser Wille sehr leicht sagen könnte, es sei unschicklich, mit Rücksicht auf einen gewissen Punkt, gerade hier an diesem Orte solche Dinge zu sagen. Aber ich will ja nicht agitieren, will weder für kriegführende noch für neutrale Staaten dies oder jenes Zukunftsbild hinstellen. Ich habe gar nichts mit diesen Dingen zu tun, sondern soweit ich sie jetzt vorbringe, sind sie eben nur aus den Impulsen heraus vorgebracht, welche in jenen Kreisen bestanden. Und wir haben dadurch ein Zukunftsbild, entsprungen aus dem Bestreben, gewisse Impulse im gruppenegoistischen Interesse zu verwenden. Derjenige, der etwa erschreckt sein sollte darüber, was da alles verschwinden würde, der mag sich ja sagen, daß es sich darum handelt, allgemeinmenschliche Aufgaben ins Auge zu fassen. Man kann es den Dingen ansehen, wenn sie ein Ausfluß gruppenegoistischer Interessen sind und braucht sie nicht als ein Fatum, ein Verhängnis anzusehen. Am verhängnisvollsten scheint mir aber der Standpunkt zu sein, den ich gewissermaßen als eine Art Vogel-Strauß-Standpunkt charakterisieren möchte, der sich einfach verschließen möchte gegen solche Erkenntnisse, weil sie unangenehm sind, und weil man ja da oder dort solche Dinge eigentlich gar nicht denken dürfe, denn das beunruhige die Menschen. Ich weiß selbstverständlich, daß man auch hier sagen könnte: Man solle doch über solche Dinge nicht sprechen, denn das kann die Menschen, die hier ehrlich neutral sein wollen, beunruhigen. — Aber über solche Beunruhigung sollten wir auf unserem Boden doch schon hinaus sein. Wir sollten doch vertragen, die Dinge anzusehen, wie sie nun einmal in der Welt sich entwickeln. Und wenn ich diese Dinge sage, so tue ich es in der Voraussetzung, daß Sie vernünftig genug sind, diese Dinge auch in der richtigen Weise aufzunehmen.

[ 43 ] I am well aware that ill will could very easily argue that it is inappropriate, in light of a certain point, to say such things right here in this very place. But I do not intend to stir up trouble; I do not wish to present this or that vision of the future for either the belligerent or the neutral states. I have absolutely nothing to do with these matters; rather, insofar as I am bringing them up now, they are simply presented based on the impulses that existed in those circles. And this gives us a vision of the future that has arisen from the desire to use certain impulses in the interest of group egoism. Anyone who might be alarmed by what would disappear as a result may tell themselves that the point is to focus on tasks of universal human significance. One can see through things when they are the result of group-egoistic interests and need not regard them as fate or doom. But the most disastrous stance, it seems to me, is the one I would characterize, so to speak, as a sort of “ostrich” stance—one that simply wishes to shut itself off from such insights because they are unpleasant, and because, after all, one really ought not to think such things here or there, since that would unsettle people. I am, of course, aware that one could argue here as well: “We really shouldn’t talk about such things, because that might unsettle people who wish to remain honestly neutral.” — But we should have moved beyond such unease by now. We should be able to tolerate looking at things as they are developing in the world. And when I say these things, I do so on the assumption that you are reasonable enough to take them in the right way.