Reflections on Contemporary History III
The Reality of Occult Impulses
GA 173c
15 January 1917, Dornach
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Reflections on Contemporary History, Volume III, tr. SOL
Neunzehnter Vortrag
Nineteenth Lecture
[ 1 ] Ich habe gestern darauf hingewiesen, wie die geistigen Glieder des menschlichen Wesens ihre Angriffspunkte haben im physischen Organismus. Diese Erkenntnisse werden in das Bewußtsein der Menschheit einfließen müssen, denn sie sind das, was in Wahrheit die Menschheit zum Licht führen muß gegenüber der Finsternis des Materialismus unserer Zeit, jener Finsternis, die noch lange, lange andauern wird. Aber eigentlich dürfte niemals der Faden des spirituellen Erkennens ganz verloren werden. Dafür muß wenigstens ein kleiner Teil der Menschheit immer sorgen. Ich habe schon darauf aufmerksam gemacht, daß gerade die richtigen Erkenntnisse des Materialismus, die von unserer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft durchaus nicht verkannt werden sollen, in das rechte Licht gerückt werden, wenn man die Dinge und insbesondere den Menschen spirituell betrachtet. An einem Beispiel wie dem, von dem ich gestern ausgegangen bin, können Sie sehen, wie auch das materielle Geschehen im Menschen von der spirituellen Wissenschaft voll berücksichtigt wird, nur daß die spirituelle Wissenschaft das Geistige anerkennt und gerade die Verankerung des Geistigen im Materiellen untersucht, insbesondere zunächst beim Menschen. Dadurch wird jene Klippe vermieden, die vermieden werden muß, und die darin besteht, daß das Geistige nur in abstrakten Begriffen gesucht wird, die nicht die Macht haben, einzudringen in das, was vom Geiste geschaffen ist: das Materielle. Das Geistige muß nicht nur in gewissermaßen über dem Materiellen schwebenden Wolkenkuckucksheimbegriffen leben, sondern es muß so kraftvoll und intensiv sein, daß es das Materielle selbst durchdringen und in seiner Geistigkeit aufzeigen kann, wie ja das Geistige in seiner Realität der Schöpfer des Materiellen ist. So muß sich auch der wirklichen spirituellen Wissenschaft die Möglichkeit ergeben, das Materielle, das Sein auf dem physischen Plan, zu verstehen. Daher ist es wichtig, auf das Ineinandergreifen des Geistigen und des Materiellen im Menschen gerade in dieser Zeit zu achten, wo es notwendig ist, das Eingreifen eines Nichtsinnlichen, der Volksseele, in die menschliche Wesenheit richtig aufzufassen.
[ 1 ] Yesterday I pointed out how the spiritual aspects of the human being find their points of connection within the physical organism. These insights will have to find their way into the consciousness of humanity, for they are what must truly lead humanity toward the light in the face of the darkness of the materialism of our time—a darkness that will persist for a long, long time. But in truth, the thread of spiritual knowledge should never be completely lost. At least a small portion of humanity must always ensure this. I have already pointed out that it is precisely the valid insights of materialism—which our anthroposophically oriented spiritual science by no means intends to disregard—that are placed in the proper light when one views things, and especially the human being, from a spiritual perspective. Using an example such as the one I began with yesterday, you can see how even material processes within the human being are fully taken into account by spiritual science—except that spiritual science acknowledges the spiritual and specifically investigates the anchoring of the spiritual in the material, particularly, at first, in the human being. In this way, we avoid the pitfall that must be avoided—namely, seeking the spiritual only in abstract concepts that lack the power to penetrate what has been created by the spirit: the material. The spiritual must not merely exist in fanciful concepts that, so to speak, hover above the material; rather, it must be so powerful and intense that it can penetrate the material itself and reveal its spiritual nature—for, in its reality, the spiritual is indeed the creator of the material. Thus, true spiritual science must also be able to understand the material world—existence on the physical plane. Therefore, it is important to pay attention to the interplay between the spiritual and the material in human beings, especially at this time, when it is necessary to correctly understand the intervention of a non-sensory force—the national soul—into the human being.
[ 2 ] Ich habe gesagt: Was wir im alltäglichen Leben nicht als Angehörige dieser oder jener Menschengruppen, sondern als Erdenmenschen überhaupt denken, empfinden, wollen, ist gebunden an das feste, das erdige Element. Und wenn wir auch dieses erdige Element nur zu fünf Prozent in uns haben, sagte ich, so ist doch dasjenige, was für die Welt zwischen der Geburt und dem Tode die rein persönlichen Erkenntnisse, Willensimpulse und Gefühlsintensitäten vermittelt, namentlich an das mineralisch Feste in unserem Gehirnorgan gebunden; da hat es seinen eigentlichen Angriffspunkt. — Sobald wir zu dem aufsteigen, was den Menschen in das Über- oder Unterpersönliche führt, können wir nicht mehr mit solchen Vorstellungen rechnen, die durch das Feste vermittelt werden, sondern diese Vorstellungen werden vermittelt durch das flüssige Element. Und Vorstellungen, die uns gar so weit in das Über- oder Unterpersönliche führen, wie das Eingreifen der Archangeloi in die Menschenwesen, werden uns vermittelt durch das luftförmige Element. Das luftförmige Element ist der Vermittler zwischen diesen Archangeloiwesen und ihrer Sphäre und demjenigen, was der Mensch erlebt, allerdings so unterbewußt, wie ich das gestern angedeutet habe.
[ 2 ] I said: What we think, feel, and desire in everyday life—not as members of this or that group of people, but as human beings on Earth in general—is bound to the solid, earthly element. And even if we have only five percent of this earthly element within us, I said, what conveys the purely personal insights, impulses of will, and emotional intensities to the world between birth and death is specifically bound to the mineral-solid substance in our brain; that is where it has its actual point of attachment. — As soon as we ascend to that which leads human beings into the supra- or sub-personal, we can no longer rely on such perceptions as are conveyed through the solid element; rather, these perceptions are conveyed through the liquid element. And perceptions that lead us as far into the supra- or sub-personal realm as the intervention of the Archangeloi in human beings are conveyed to us through the airy element. The airy element is the mediator between these Archangeloi beings and their sphere and that which the human being experiences—albeit as subconsciously as I indicated yesterday.
[ 3 ] Wir sind ja zu weit über neunzig Prozent eine Wassersäule, das heißt eine Flüssigkeitssäule, aber dieses Flüssige im Menschen, das ja die äußere Wissenschaft heute noch sehr wenig berücksichtigt, ist gerade der Hauptträger des menschlichen Lebens. Und ich habe schon einmal darauf hingewiesen, wie das luftförmige Element durch das flüssige in das feste Element hineinwirkt, das im Gehirn verankert ist. Wir atmen ein; dadurch, daß wir den Luftstrom einatmen, also unseren Leib mit dem Luftstrom ausfüllen, wird das Organ, das wir Zwerchfell nennen, gesenkt. In diesem Einsaugen des Luftstromes und allem, was damit zusammenhängt, bis zum Senken des Zwerchfelles, haben wir jene Sphäre, in der die aus dem Reiche der Archangeloi ausgehenden Impulse wirksam sind. Und so wie dies alles im Unterbewußten bleibt, so bleibt auch die wahre Gestalt der Wirkungen der Volksseele im Unterbewußten, sie wird nur, wie ich gestern vergleichsweise sagte, wie Wogen heraufgeschlagen, aber in ganz anderer Gestalt, als sie in Wirklichkeit da unten lebt. Wenn das Zwerchfell heruntergedrückt ist, beginnt eine Art Stauung des Blutes in den Venen des Unterleibes. Dadurch wird der Strom des Gehirnwassers durch den Rückenmarkskanal heraufgedrückt und in das Gehirn, also um die verfestete Gehirnmasse herum, hineinergossen; so daß jetzt infolge des Einatmens das Gehirnwasser im Gehirn selber ist, heraufgestoßen ist. In diesen Wirkungen der Pulsation des Gehirnwassers liegt alles das, was an Impulsen aus der Sphäre der Archangeloi in den Menschen läuft, alles dasjenige, was der Mensch an Vorstellungen, Empfindungen gewinnen kann, die ihn ins Überpersönliche oder Unterpersönliche erheben, also ihn verbinden mit den Gewalten, die hinausgehen über Geburt und Tod. Und im Gehirn selbst, da stößt dann das Gehirnwasser an das Feste.
[ 3 ] After all, we are more than ninety percent a column of water—that is, a column of liquid—but this liquid within the human being, which conventional science still pays very little attention to today, is precisely the main sustainer of human life. And I have already pointed out how the gaseous element acts through the liquid element into the solid element, which is anchored in the brain. We inhale; by drawing in the stream of air—that is, by filling our body with the stream of air—the organ we call the diaphragm is lowered. In this inhalation of the air stream and everything associated with it, right up to the lowering of the diaphragm, we have that sphere in which the impulses emanating from the realm of the Archangels are at work. And just as all of this remains in the subconscious, so too does the true form of the effects of the national soul remain in the subconscious; it is merely, as I said yesterday by way of comparison, stirred up like waves, but in a form entirely different from the way it actually exists down there. When the diaphragm is pressed downward, a kind of stagnation of blood begins in the veins of the lower abdomen. As a result, the flow of cerebrospinal fluid is pushed upward through the spinal canal and poured into the brain—that is, around the solidified brain matter—so that now, as a result of inhalation, the cerebrospinal fluid is within the brain itself, having been pushed upward. In these effects of the pulsation of the cerebrospinal fluid lies everything that flows into the human being in the form of impulses from the sphere of the Archangels—everything that a person can gain in terms of ideas and sensations that elevate them into the supra-personal or infra-personal realms, thus connecting them with the forces that transcend birth and death. And within the brain itself, the cerebrospinal fluid then comes into contact with the solid matter.
[ 4 ] Dem parallel geht der Vorgang, der darinnen besteht, daß in unserem Flüssiigen auch die Vorstellungen, die Begriffe wogen, denn die Vorstellungen und Begriffe sind geistige Entitäten, welche in dem flüssigen Element wogen, und als unsere alltäglichen, auf die Sinneswelt bezüglichen Vorstellungen kommen sie dadurch hervor, daß sie auf das Feste stoßen, von dem Festen zurückgespiegelt werden und dadurch zum Bewußtsein kommen.
[ 4 ] This is accompanied by the process whereby ideas and concepts also surge within our fluid, for ideas and concepts are mental entities that ebb and flow within the fluid element, and as our everyday ideas relating to the sensory world, they emerge when they encounter the solid, are reflected back from the solid, and thereby enter consciousness.
[ 5 ] Wenn wir wieder ausatmen, tritt dafür in den Blutgefäßen des Gehirns eine Stauung ein, und das Gehirnwasser wird durch den Rückenmarkskanal in den Unterleib heruntergedrängt. Es kann da hinein, weil infolge des Ausatmens das Zwerchfell gehoben wird und dadurch Raum ist für das Hinunterfließen des Gehirnwassers in den Unterleib. Das Denken, Vorstellen und so weiter ist eben nicht jener Prozeß, von dem die anatomisch-physiologische Wissenschaft heute als von einem bloßen Gehirnprozeß träumt, sondern es hängt das, was im Gehirn vor sich geht als die Spiegelung an einem Festen, mit dem zusammen, was nicht mehr spiegelt, sondern im Flüssigen bleibt, und von da, auf dem Umwege durch die Atmung, den Einfluß des luftförmigen Elementes regelt. Das ist auch der Umweg, auf dem alles, was uns mit dem Klima, mit Erdenverhältnissen, die an ein bestimmtes Terrain gebunden sind, und mit sonstigen äußeren Einflüssen, die mit der Atmung zusammenhängen, vermittelt wird. In dem, was niemals ins Bewußtsein hereinfließt, im Atmungsprozeß, der nichts anderes ist als ein wogendes Meer, wogen geistige Realitäten. Der Atmungsprozeß steht auf dem Umwege durch das Gehirnwasser in Verbindung mit dem Gehirn.
[ 5 ] When we exhale again, congestion occurs in the blood vessels of the brain, and the cerebrospinal fluid is forced down through the spinal canal into the abdomen. It can flow there because exhalation raises the diaphragm, creating space for the cerebrospinal fluid to flow down into the abdomen. Thinking, imagining, and so on are not the process that the anatomically physiological science today imagines to be a mere cerebral process; rather, what takes place in the brain—as a reflection on a solid substance—is connected to that which no longer reflects but remains in a fluid state, and from there, via the detour through respiration, regulates the influence of the gaseous element. This is also the indirect path through which everything related to the climate, to earthly conditions bound to a specific terrain, and to other external influences connected with respiration is conveyed to us. In that which never flows into consciousness—in the respiratory process, which is nothing other than a surging sea—spiritual realities surge. The breathing process is connected to the brain via the cerebrospinal fluid.
[ 6 ] Da haben Sie den materiellen Prozeß, der dem ganzen Menschen angehört, so ausgedrückt, daß Sie ihn als die Offenbarung des Geistes erkennen, der uns überall ebenso umgibt wie die Luft oder die Feuchtigkeit. Und Sie bekommen durch ein wirkliches Verstehen der materiellen Vorgänge einen Einblick, wie das Erdenmilieu mit seinem darin befindlichen Geistigen auf den Menschen wirkt, wie der Mensch als Geistig-Physisches eingebettet ist in das Geistig-Physische seiner Erdenumgebung. Und Luft, Wasser und Wärme, die uns umgeben, sind ja nichts anderes als Körper für Geist, geradeso wie unsere Muskeln und Nerven Körper für Geist sind.
[ 6 ] There you have expressed the material process, which pertains to the whole human being, in such a way that you recognize it as the manifestation of the Spirit, which surrounds us everywhere just as the air or moisture does. And through a genuine understanding of material processes, you gain insight into how the earthly environment, with the spiritual elements within it, affects human beings, and how human beings, as spiritual-physical beings, are embedded in the spiritual-physical reality of their earthly surroundings. And the air, water, and warmth that surround us are, after all, nothing other than bodies for the spirit, just as our muscles and nerves are bodies for the spirit.
[ 7 ] Ich stelle jetzt diese Dinge hin, weil dadurch eingesehen werden kann, welche dem heutigen Erkennen ganz unoffenbaren Prozesse dem menschlichen Leben zugrunde liegen; aber es wird die Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraumes sein, diese Prozesse in die wirkliche Erkenntnis heraufzuführen. Aller Unterricht, alle Pädagogik, alle menschliche Unterweisung, aber auch alles äußere menschliche Leben muß im Laufe des fünften nachatlantischen Zeitraumes von diesen Erkenntnissen durchdrungen werden, und es muß erkannt werden, daß dasjenige, was heute in materialistischen Kreisen als Wissenschaft angesehen wird, nach und nach auch mit seinen Lebenskonsequenzen zu verschwinden hat aus dem Leben der Erde. Und alle Kämpfe, welche noch zu bestehen sein werden im fünften nachatlantischen Zeitraum, sie werden nur ein äußerer Ausdruck sein eines geistigen Kampfes, wie letzten Endes auch der jetzige Kampf ein äußerer Ausdruck des Gegensatzes von Materialismus und Spiritualismus ist. Denn wie sich die Dinge auch verbergen — hinter den unendlich traurigen Ereignissen der Gegenwart liegt der Kampf des Materialismus gegen den Spiritualismus. Dieser Kampf muß ausgefochten werden. Verschiedene Formen wird er annehmen, aber er muß ausgefochten werden, weil die Menschen all das werden ertragen lernen müssen, was notwendig ist zu ertragen, um sich die spirituelle Weltanschauung für den sechsten nachatlantischen Zeitraum zu erwerben. Und man kann sagen: Es muß viel gelitten werden, aber nur aus Schmerzen und Leiden geht das hervor, was die Erkenntnis wirklich mit unserem Selbst verbindet; denn auf der andern Seite ist mit all dem, was materialistisches Anschauen der Welt ist, die materialistische Lebensgestaltung verbunden, die heute erst im Anfange steht, die aber noch unendlich furchtbarere Formen annehmen wird.
[ 7 ] I am presenting these things now because they reveal the processes underlying human life that are completely hidden from present-day understanding; but it will be the task of the fifth post-Atlantean epoch to bring these processes into true understanding. All teaching, all pedagogy, all human instruction—but also all external human life—must be permeated by these insights in the course of the fifth post-Atlantean epoch, and it must be recognized that what is regarded today in materialistic circles as science must gradually disappear, along with its consequences for life, from life on Earth. And all the struggles that will still have to be waged during the fifth post-Atlantean epoch will be merely an outward expression of a spiritual struggle, just as, ultimately, the present struggle is an outward expression of the opposition between materialism and spiritualism. For however things may be concealed—behind the infinitely sad events of the present lies the struggle of materialism against spiritualism. This struggle must be fought to the end. It will take various forms, but it must be fought to the end, because human beings will have to learn to endure everything that is necessary to endure in order to acquire the spiritual worldview for the sixth post-Atlantean epoch. And one can say: Much suffering must be endured, but it is only through pain and suffering that what truly connects knowledge with our very selves emerges; for, on the other hand, linked to the materialistic view of the world is the materialistic way of life, which is only just beginning today but will take on infinitely more terrible forms.
[ 8 ] Materialistische Lebensgestaltung hat insbesondere damit begonnen, daß zunächst erkenntnismäßig nur gelten gelassen wurde das Materielle; aber sie hat ja schon bis zu einem hohen Grade dahin geführt, daß die Menschen auch im Leben nur gelten lassen wollen das Materielle. Das aber wird noch viel, viel weiter gehen, wird viel intensiver noch werden. Denn der fünfte nachatlantische Zeitraum muß ausgelebt werden. Er muß auf den verschiedenen Gebieten zu einer Art Höhepunkt kommen. Denn nur an seinem Gegenpol kann sich der Spiritualismus mit jener Intensität erkennen, mit der er sich erkennen muß, wenn die Menschheit reif in den sechsten nachatlantischen Zeitraum hinübergehen soll. Deshalb müssen Sie es nicht scheuen, die spirituellen Richtlinien zu verfolgen, wie sie sich als eine Möglichkeit anbieten, um die äußeren Tatsachen der Welt zu erfassen. Denn die erste Aufgabe und Verpflichtung für den spirituell strebenden Menschen ist, den Gang der Menschheitsentwickelung auch bis in die Gegenwart herein zu begreifen und die wahrscheinliche Entwickelung in die Zukunft hinein, nach spirituellen Richtungen. Wir haben oft gesprochen von dem, was als Erbschaft geblieben ist von dem im 15. Jahrhundert zu Ende gegangenen vierten nachatlantischen Zeitraum, und wir haben davon gesprochen, wie der fünfte nachatlantische Zeitraum dazu da ist, die Bewußtseinsseele voll zur Entwickelung zu bringen.
[ 8 ] A materialistic way of life began, in particular, with the initial acceptance—in terms of knowledge—of only the material; but it has already progressed to such a high degree that people now wish to accept only the material in their lives as well. But this will go much, much further and become even more intense. For the fifth post-Atlantean epoch must be lived out to the full. It must reach a kind of climax in various fields. For it is only in contrast to this that spiritualism can reveal itself with the intensity with which it must reveal itself if humanity is to pass, mature, into the sixth post-Atlantean epoch. Therefore, you must not shy away from following the spiritual guidelines as they present themselves as a means of grasping the external realities of the world. For the first task and obligation of the spiritually seeking person is to comprehend the course of human development right up to the present and the probable development into the future, in spiritual directions. We have often spoken of what has remained as a legacy from the fourth post-Atlantean epoch, which came to an end in the 15th century, and we have spoken of how the fifth post-Atlantean epoch exists to bring the consciousness soul to full development.
[ 9 ] Nun soll gerade die Bewußtseinsseele den Menschen innig zusammenschließen mit allem materiellen Geschehen, mit allem, was mit dem Materialismus zusammenhängt. Wir haben gesehen, wie im vierten nachatlantischen Zeitraum, vom 8. vorchristlichen bis ins 15. nachchristliche Jahrhundert, das griechisch-lateinische Element allmählich weltbeherrschend geworden ist: Erst in dem, was man gewöhnlich das Römische Reich nennt, dann in dem römischen Papsttum, das den Höhepunkt seiner Herrschaft gerade im 13. und im Beginne des 14. Jahrhunderts erlangt hat. Das ist auch zugleich der Beginn des fünften nachatlantischen Zeitraumes; es ist zugleich der Beginn des ersten Brechens der römisch-päpstlichen Herrschaft. Es ist zu gleicher Zeit der Beginn jener Impulse, unter deren Einflusse unsere heutigen traurigen Ereignisse stehen. Und im Grunde genommen kann niemand verstehen, was heute geschieht, wenn er nicht die Dinge in einem größeren Zusammenhang betrachtet. Denn beteiligt an den traurigen Ereignissen des heutigen Europa sind doch im Grunde genommen alle europäischen Völker. Wer erkennen will, muß notwendig auf die Impulse hinschauen, die sich lange vorbereitet haben, und die in einer gewissen Weise heute eine Art ersten Ausfluß finden.
[ 9 ] Now it is precisely the consciousness soul that is meant to intimately unite human beings with all material events, with everything connected to materialism. We have seen how, in the fourth post-Atlantean epoch—from the 8th century B.C. to the 15th century A.D.—the Greco-Latin element gradually came to dominate the world: First in what is commonly called the Roman Empire, then in the Roman Papacy, which reached the height of its power precisely in the 13th and early 14th centuries. This also marks the beginning of the fifth post-Atlantean epoch; it is at the same time the beginning of the first crack in Roman-papal rule. It is at the same time the beginning of those impulses that are influencing the sad events we are witnessing today. And, fundamentally speaking, no one can understand what is happening today unless they view things within a broader context. For, in essence, all European peoples are involved in the sad events of today’s Europe. Anyone who wishes to understand must necessarily look at the forces that have been building up for a long time and that, in a certain sense, are now finding their first expression.
[ 10 ] Daher wollen wir heute, ich möchte sagen, Weitschauendes mit Nächstliegendem zusammenfassen. Erinnern wir uns zunächst, daß wir einmal auseinandergesetzt haben, wie die südlichen Völker, die italienisch-spanische Bevölkerung, in dem, was sie an Reichen hervorgebracht hat, eine Art Nachwirkung darstellt des dritten nachatlantischen Zeitraumes, selbstverständlich mit Eingliederung der ganzen Erbschaft des vierten Zeitraumes. Sie brauchen ja nur die ganze Struktur der italienisch-spanischen Entwickelung zu verfolgen, wie sie sich ergeben hat um die Wende des vierten zum fünften nachatlantischen Zeitraum, um zu sehen, daß darin noch das steckt, was für den dritten, den ägyptisch-chaldäischen Zeitraum eine unmittelbare Gegenwartsberechtigung hatte. Namentlich in der Art und Weise, wie, von Rom und Spanien ausgehend, sich der aus dem Ägyptisch-Chaldäischen entlehnte Kultus als Religion geltend macht, haben Sie das Herüberleben des zurückgebliebenen Ägyptisch-Chaldäischen, das dann im 13. Jahrhundert seinen Höhepunkt erlangte. Wollen wir mit einem Ausdrucke, der uns heute verständlich sein kann — denn Worte sind zu verschiedenen Zeiten verschieden verständlich —, das, was vom Süden Europas ausgehend im 13. Jahrhundert als Papstherrschaft seinen Höhepunkt erlangte, bezeichnen, wie es den Tatsachen entspricht, daß die Papstherrschaft dazumal über die ganze europäische Kultur sich ausbreitete und sie beherrschte, so müssen wir sagen, es ist das im wesentlichen das kultisch-hierarchische, kirchliche Element. Dieses kultisch-hierarchische, kirchliche Element, zu dem sich das Römertum in dem nach Europa einströmenden romanischen Katholizismus umgewandelt hat, ist einer der Impulse, welche nachwirken wie zurückgebliebene Impulse durch den ganzen fünften nachatlantischen Zeitraum, insbesondere durch sein erstes Drittel hindurch nachwirken werden. Sie können sich, ich möchte sagen, ausrechnen, wie lange das dauern wird. Sie wissen ja, daß ein nachatlantischer Zeitraum ungefähr zweitausendeinhundertsechzig Jahre dauert; das Drittel ist siebenhundertzwanzig Jahre. Sie haben also mit etwa 1415 anfangend die Hauptwirkung bis 2135, so daß die letzten Fluten des hierarchischen Romanismus bis in den Beginn des dritten Jahrtausends hinein dauern werden. Es sind die Nachwirkungen, in denen sich die Impulse des vierten nachatlantischen Zeitraumes in den Formen des dritten Zeitraumes geltend machen. Aber die Dinge wirken ja alle gleichzeitig, und so wirken auch andere Impulse mit diesen zusammen. Seinen eigentlichen Höhepunkt hat ja der romanische Katholizismus eben schon im 13., 14. Jahrhundert gehabt.
[ 10 ] Therefore, today we want—I would say—to combine a long-term perspective with the immediate. Let us first recall that we once discussed how the southern peoples—the Italo-Spanish population—represent, in the great figures they have produced, a kind of aftereffect of the third post-Atlantean epoch, naturally incorporating the entire legacy of the fourth epoch. You need only trace the entire structure of Italo-Spanish development, as it emerged at the turn of the fourth to the fifth post-Atlantean epoch, to see that it still contains what had a direct relevance to the third, the Egyptian-Chaldean epoch. Specifically, in the way in which—originating in Rome and Spain—the cult borrowed from the Egyptian-Chaldean tradition established itself as a religion, you see the survival of the residual Egyptian-Chaldean elements, which then reached their peak in the 13th century. If we wish to describe—using a term that is comprehensible to us today (for words are understood differently at different times)—what, originating in southern Europe, reached its peak in the 13th century as papal rule, in a way that corresponds to the fact that papal rule at that time spread throughout and dominated the entire European culture, then we must say, it is essentially the ritual-hierarchical, ecclesiastical element. This ritual-hierarchical, ecclesiastical element—into which Roman culture was transformed within the Roman Catholicism flowing into Europe—is one of the impulses that will continue to exert their influence, like lingering impulses, throughout the entire fifth post-Atlantean epoch, particularly during its first third. You can, I would say, calculate for yourselves how long this will last. You know, of course, that a post-Atlantean epoch lasts approximately two thousand one hundred and sixty years; one-third of that is seven hundred and twenty years. So, beginning around 1415, the main effect will last until 2135, meaning that the final waves of hierarchical Romanism will continue well into the beginning of the third millennium. These are the aftereffects in which the impulses of the fourth post-Atlantean epoch assert themselves in the forms of the third epoch. But since all these forces are at work simultaneously, other impulses also interact with them. Roman Catholicism, after all, had already reached its actual peak in the 13th and 14th centuries.
[ 11 ] Sehen wir einmal an, wie er nun weiter verläuft. Wir müssen also bei ihm die Wirkung bis ins 13. Jahrhundert, wo er gewissermaßen seine Berechtigung hatte, weil es noch der vierte nachatlantische Zeitraum war, von dem unterscheiden, was nachher folgte, wo er einen andern Charakter, den Charakter zurückgebliebener Impulse annimmt. Er sucht sich auszubreiten. Wie breitet er sich aus? Er breitet sich allerdings bedeutsam aus. Wir sehen ja, daß dasjenige, was allmählich in der neueren Zeit heranreift als Staatsgebilde, mehr oder weniger durchdrungen wird von diesem romanischen Katholizismus. Wir sehen, wie das heranreifende englische Staatsgebilde im Beginne des fünften nachatlantischen Zeitraumes zunächst ganz in den Händen dieses romanischen Katholizismus ist. Wir sehen, wie Frankreich und auch das übrige Europa sich in bezug auf Vorstellungen und Lebensimpulse in den Fängen dieses romanisch-hierarchisch-kultischen Elementes befinden. Wenn wir das charakterisieren wollen, was da eigentlich lebt, so müssen wir sagen: Es besteht das Bestreben, von Rom aus mit diesem hierarchischen Kirchenelement die Kultur Europas bis zu jenem Wall, den sie sich selbst geschaffen hat in Osteuropa, zu durchtränken, ganz zu durchsetzen. — Aber merkwürdigerweise nimmt eine solche Bestrebung, wenn sie ein zurückgebliebener Impuls wird, einen äußerlichen Charakter an. Sie hat nicht mehr die Kraft, innerliche Intensität zu entwickeln, nimmt dafür einen äußerlichen Charakter an. Sie ergießt sich gewissermaßen in die Breite und hat keine Kraft, in die eigene Tiefe zu gehen. Daher sehen wir das Merkwürdige, daß der römische Hierarchismus immer extensiver wird, immer mehr in die Breite geht, daß er aber in den Ländern, von denen er ausstrahlt, die eigene Bevölkerung unterhöhlt, daß er keine Innerlichkeit gibt.
[ 11 ] Let us now see how it develops from here. We must therefore distinguish its influence up through the 13th century—when it was, in a sense, justified because it was still the fourth post-Atlantean epoch—from what followed afterward, when it took on a different character, that of backward-looking impulses. It seeks to spread. How does it spread? It does, in fact, spread significantly. We can see that what gradually matures in modern times as a state structure is more or less permeated by this Roman Catholicism. We see how the maturing English state structure, at the beginning of the fifth post-Atlantean epoch, is initially entirely in the hands of this Roman Catholicism. We see how France and the rest of Europe, in terms of ideas and life impulses, find themselves in the grip of this Roman-hierarchical-ritualistic element. If we wish to characterize what is actually at work here, we must say: There is an endeavor, emanating from Rome through this hierarchical ecclesiastical element, to permeate and completely saturate European culture all the way to that barrier it has created for itself in Eastern Europe. — But curiously, when such an endeavor becomes a stagnant impulse, it takes on an external character. It no longer has the power to develop inner intensity; instead, it assumes an external character. It spreads out, as it were, and lacks the power to delve into its own depths. Hence we see the curious phenomenon that Roman hierarchism is becoming ever more extensive, spreading ever wider, yet in the countries from which it radiates, it undermines the local population and offers no inner life.
[ 12 ] Sehen Sie, wie die Dinge beginnen. Überall breitet sich der Romanismus in der verschiedensten Form nach außen aus, während er in Italien, in Spanien selber die Bevölkerung unterhöhlt. Denken Sie, was für ein sonderbares Christentum in Italien lebte, als das Papsttum im höchsten Glanze stand. Es ist das Christentum, gegen das die Donnerworte des Savonarola geprägt worden sind. In einzelnen Individualitäten wie in Savonarola lebte allerdings der Christus-Impuls; aber diese Individualitäten fanden sich genötigt, das offizielle Christentum in Grund und Boden zu bohren. Und würde man eine Geschichte entwerfen von dem, was am Ausgangspunkte der Ausstrahlung geschehen ist, so würde man sagen: Die Macht des romanischen Kirchenelementes ging in die Weite, aber das christliche Gemüt ist im Ausgangspunkte der Ausstrahlung selber unterhöhlt worden. Das könnte man bis ins einzelne nachweisen, und es ist eine bedeutsame Wahrheit: Im Ausstrahlen vernichtet sich die Sache in sich selber. Es ist der Gang des Lebens. So wie der Mensch, indem er älter wird, an seinen Kräften zehrt, so zehren auch die Kulturerscheinungen, indem sie sich ausbreiten, an ihrer eigenen Wesenheit und unterhöhlen sich.
[ 12 ] See how things are beginning. Romanism is spreading outward everywhere in the most diverse forms, while in Italy and even in Spain itself, it is undermining the population. Consider what a peculiar form of Christianity existed in Italy when the papacy was at the height of its splendor. It is the Christianity against which Savonarola’s thunderous words were directed. The Christ impulse did indeed live on in individual figures such as Savonarola; but these individuals felt compelled to tear official Christianity down to its very foundations. And if one were to sketch a history of what happened at the very point of origin of this outpouring, one would say: The power of the Romanesque ecclesiastical element spread far and wide, but the Christian spirit itself was undermined at the very point of origin of this outpouring. This could be demonstrated in detail, and it is a significant truth: In its outpouring, the thing destroys itself from within. Such is the course of life. Just as a person, as he grows older, draws upon his own strength, so too do cultural phenomena, as they spread, draw upon their own essence and undermine themselves.
[ 13 ] Ich habe schon bei früheren Gelegenheiten ausgeführt, wie das französische Staatselement in gewisser Weise eine Art Wiederheraufführen des vierten nachatlantischen Zeitraumes in den fünften herein darstellt. Da haben wir eine zweite Ausstrahlung. So wie wir für das südliche Element versucht haben, ein verständliches Wort zu finden im Ausdruck «kultisch-hierarchisch-kirchlich» — das, was anstrebt, eine universale Monarchie der Kirche, eine Theokratie Europas zu begründen —, so wollen wir jetzt auch versuchen, ein in der Gegenwart verständliches Wort zu finden für jenes Kulturelement, das die Kultur der Verstandesseele aus dem vierten heraufträgt in den fünften nachatlantischen Zeitraum. Und will man ein Wort finden, welches alle historischen Elemente in sich begreift, hat man den guten Willen, ein Wort zu finden, welches den Tatsachen entspricht, wirklichkeitsgemäß ist, um zu bezeichnen, was durch das französische Staatselement in den fünften nachatlantischen Zeitraum hereingetragen worden ist, so muß man sagen: Es ist das universell-diplomatische Element. Und alles, was mit dem universell-diplomatischen Element zusammenhängt, hängt auch mit dem zusammen, was aus dem eigentlichen französischen Staatselemente hervorgegangen ist. Nicht umsonst ist ja die französische Sprache die Diplomatensprache noch bis heute. Und bis ins kleinste wird jeder historische Zug beleuchtet, wenn man findet, wie, ebenso wie von Rom und Spanien aus das Universell-Theokratische, so von Paris aus das Universell-Diplomatische ausstrahlt.
[ 13 ] I have already explained on previous occasions how the French state element, in a certain sense, represents a kind of reintroduction of the fourth post-Atlantic period into the fifth. Here we have a second aspect. Just as we attempted to find an understandable term for the southern element in the expression “cultic-hierarchical-ecclesiastical” — that which strives to establish a universal monarchy of the Church, a theocracy of Europe —, so let us now also try to find a term comprehensible in the present for that cultural element which carries the culture of the intellectual soul from the fourth into the fifth post-Atlantean epoch. And if one wishes to find a term that encompasses all historical elements—if one has the good will to find a term that corresponds to the facts, that is true to reality, to describe what has been brought into the fifth post-Atlantean epoch by the French state element—then one must say: It is the universal-diplomatic element. And everything connected with the universal-diplomatic element is also connected with what has emerged from the actual French state element. It is no coincidence that the French language remains the language of diplomacy to this day. And every historical feature is illuminated down to the smallest detail when one discovers how, just as the universal-theocratic element radiates from Rome and Spain, so too does the universal-diplomatic element radiate from Paris.
[ 14 ] Und das Merkwürdige ist, daß, zwar in einem geringeren Grade als beim Spanisch-Italienischen, weil es sich um ein Heraufheben eines nicht so weit zurückstehenden Elementes handelt, beim französischen Elemente mit dem Ausstrahlen ein Unterhöhlen im Ursprunge einhergeht. Insbesondere ist es interessant, die Geschichte in dieser Beleuchtung zu betrachten. Nehmen Sie die Art, wie, alte Impulse ins Diplomatisch-Politische übersetzend, die großen französischen Staatsmänner, ein Richelieu, Mazarin und so weiter, Weltdiplomatie inaugurieren und betreiben. Ludwigs XIV. Diener denken in europäischen Maßstäben, nicht in französischen, und betrachten sich als selbstverständliche Beherrscher Europas in bezug auf das Diplomatische, auf das universell-diplomatische Element. Immer nimmt ein Element, ein Impuls den andern auf. Nicht umsonst sind es politisierende, diplomatisierende Kardinäle, die den französischen Königen zur Seite stehen, als der französische Staat seinen Höhepunkt erlebt.
[ 14 ] And the curious thing is that—albeit to a lesser degree than in the case of Spanish-Italian, since it involves the elevation of an element that is not so far removed—the French element’s radiance is accompanied, at its source, by a process of erosion. It is particularly interesting to view history in this light. Consider the way in which the great French statesmen—Richelieu, Mazarin, and so on—translated ancient impulses into the diplomatic and political sphere, thereby inaugurating and conducting world diplomacy. Louis XIV’s servants thought in European terms, not French ones, and regarded themselves as the natural rulers of Europe in matters of diplomacy, of the universal diplomatic element. One element, one impulse, always builds upon the next. It is no coincidence that it was cardinals—politicians and diplomats—who stood by the French kings as the French state reached its zenith.
[ 15 ] Aber wer nun die Geschichte Frankreichs verfolgt gerade in dieser Zeit, der wird finden, daß jene Sorge, welche gewissermaßen über ganz Europa hin diplomatisiert, unendlich viele Kräfte auf dem Gebiete der Volkswirtschaft, der Finanzwirtschaft, aber auch der übrigen Kultur dem eigenen Lande entzieht, es unterhöhlt bis in die Einzelheiten. Freilich muß man dann die Dinge nicht im Lichte nationaler Vorurteile betrachten, wenn man sie so ansehen will, sondern man muß sie dann in ihrer Wahrheit, unbefangen, objektiv betrachten. Daher auch jenes Aufbäumen des Volkstumes im revolutionären Element, wie es nur als Konsequenz einer solchen Unterhöhlung hat entstehen können und das zu dem geraden Gegenteil dessen führt, was doch für den französischen Staat das Angemessenste ist: das Königtum. Eine Parallelerscheinung zum revolutionären Element, das dann in der Revolution ausgebrochen ist, ist allerdings im Spanisch-Italienischen nicht zu finden aus den Gründen, die ich schon angegeben habe. Aber man kann sagen: Gerade an der Revolution zeigt es sich, wie merkwürdig in diesem französischen Element der Kontrast wirkt zwischen der Sorge in bezug auf die europäische Diplomatie und der geringeren Sorge für das eigene Land. — Denn wir dürfen nicht vergessen, daß zu gleicher Zeit mit dem fünften nachatlantischen Zeitraum heraufkam die Ausbreitung der Kultur über die ganze Erde, eben mit den Entdeckungen der bis dahin unbekannten Gebiete der Erde. Wir sehen ja, wie selbstverständlich diejenigen Staaten, die an die See angrenzen, sich ihre Seemacht, ihre Marine begründen. Indem das französische diplomatisierende Element seine Sorge über die ganze Erde ausbreitet, lebt auch — Sie können das in den einzelnen Zügen der Geschichte verfolgen — die französische Seemacht auf; aber sie hat ihren eigenen Gegenpol an dem, was unversorgt innerlich wütet und dann in der Revolution zum Ausdruck kommt. Daher das Merkwürdige, daß in demselben Maße, in dem die Revolution heranwächst, die französische Seemacht vernachlässigt wird. Sie können sehen, wie während der Zeit, in der die Französische Revolution heranwächst, die Seemacht immer kleiner und kleiner wird, wie man die Marine ganz vernachlässigt. Das hat aber eine bedeutende Folge. Als das französische Element aus der republikanischen Zeit wiederum zurückgeht zu dem, was ihm angemessen ist, zum Cäsarentum in Napoleon, da entwickelt sich gerade in der Person Napoleons nun der bedeutsame Gegensatz gegen das Dritte, das jetzt angemessen ist dem Fünften, der Gegensatz Frankreichs zu England, der ja allerdings lange vorbereitet war, aber gerade in der Person Napoleons einen ganz andern Charakter angenommen hat, als er früher hatte.
[ 15 ] But anyone who follows the history of France, especially during this period, will find that the anxiety which, in a sense, pervades the entire diplomatic landscape of Europe, diverts an infinite number of resources from the country’s own economy, its financial system, and indeed the rest of its culture, thereby undermining it down to the finest details. Of course, one must not view these matters through the lens of national prejudice—if one chooses to view them at all—but must instead examine them impartially and objectively, in their true light. Hence, too, that upheaval of national sentiment within the revolutionary element—which could only have arisen as a consequence of such undermining—and which leads to the exact opposite of what is, after all, most appropriate for the French state: the monarchy. A parallel phenomenon to the revolutionary element that subsequently erupted in the Revolution, however, cannot be found in the Spanish-Italian sphere for the reasons I have already stated. But one can say: It is precisely in the Revolution that we see how striking the contrast is within this French element between concern for European diplomacy and the lesser concern for one’s own country. — For we must not forget that, at the same time as the fifth post-Atlantic period, the spread of culture across the entire globe emerged, precisely with the discoveries of previously unknown regions of the Earth. We see, after all, how naturally those states bordering the sea establish their naval power, their navy. As the French diplomatic element extends its concerns across the entire globe, French naval power also flourishes—you can trace this in the individual episodes of history—but it has its own counterpoint in what rages unchecked within and then finds expression in the Revolution. Hence the curious fact that, to the same extent that the Revolution grows, French naval power is neglected. You can see how, during the period in which the French Revolution was gaining momentum, naval power became smaller and smaller, and how the navy was completely neglected. But this has a significant consequence. When the French element from the republican era returns once again to what is appropriate for it—to the Caesarism of Napoleon—it is precisely in the person of Napoleon that the significant opposition to the Third, which now corresponds to the Fifth, begins to develop: the opposition of France to England, which had indeed been long in the making but which, precisely in the person of Napoleon, took on a character entirely different from what it had been before.
[ 16 ] In dem ganzen Gewoge des Napoleonismus, was sehen wir da höchst Merkwürdiges? Wenn man das studiert, was in bezug auf Napoleon in Europa lebte, so ist der bedeutende Gegensatz doch der zwischen Napoleon und England. — Nun fehlt Napoleon etwas, was in der Erbschaft der Revolution nicht enthalten war, was ihm gewissermaßen fehlen mußte — dieses «mußte» sage ich in dem Sinne, wie man von historischen Notwendigkeiten spricht —, damitsich das Zweite gegen das Dritte, das Französische gegen das Englische geltend machen konnte — dafür fehlte ihm die Seemacht! Denn will man Hypothesen bauen, die ja in der Geschichte nur zur Verständigung berechtigt sind, zu einer solchen aber auch sehr viel beitragen können: Hätte Napoleon eine eigene starke Seemacht gehabt, die er hätte vereinigen können mit den Seemächten, mit denen er verbunden war, so würde er zur See nicht von England überwunden worden sein, und die ganze Geschichte wäre anders verlaufen. Die Seemacht hatte er von der Revolution nicht bekommen. Da sehen wir die beiden Elemente sich begrenzen, die aus dem dritten beziehungsweise vierten nachatlantischen Zeitraum in den fünften hereinragen.
[ 16 ] Amid the whole tumult of Napoleonicism, what do we see there that is most remarkable? If one studies what was happening in Europe with regard to Napoleon, the significant contrast is, after all, that between Napoleon and England. — Now, Napoleon lacked something that was not part of the legacy of the Revolution, something he was, in a sense, bound to lack—I say “bound to” in the sense that one speaks of historical necessities—so that the Second could assert itself against the Third, the French against the English—but he lacked naval power! For if one wishes to construct hypotheses—which, in history, are justified only for the sake of understanding, yet can also contribute greatly to such understanding—consider this: Had Napoleon possessed his own strong naval power, which he could have united with the naval powers with which he was allied, he would not have been defeated at sea by England, and the entire course of history would have unfolded differently. He had not acquired naval power from the Revolution. Here we see the two elements that extend from the third and fourth post-Atlantic periods, respectively, into the fifth, limiting one another.
[ 17 ] Und nun haben wir dazu das Dritte, welches eigentlich das für den fünften nachatlantischen Zeitraum Entsprechende ist, und das die Bewußtseinsseelenkultur auszubilden hat: das Englische, das Britische. Ebenso wie sich das Empfindungsseelenelement, das heraufgetragen wird durch das Italienisch-Spanische, im Theokratisch-Kultusmäßigen ausspricht — die Empfindungsseele lebt ja nicht im Bewußtsein —, so entspricht dem Französischen das Politisch-Diplomatische, und dem Britischen das Kommerziell-Industrielle, in dem ein vollständiges Ausleben der Menschenseele auf dem Materiellen des physischen Planes stattfindet. Nur müssen wir einen bedeutsamen Unterschied festhalten: Mit der Prätention der Weltherrschaft konnte das Papsttum nur aus einem bestimmten Grunde auftreten. Sehen Sie, man hat den vierten nachatlantischen Zeitraum (es wird gezeichnet); jetzt kommt das erste Glied, A, des fünften nachatlantischen Zeitraumes, es ist das päpstlich-hierarchische Element. Es strebt noch eine Art Universalmonarchie an aus dem Grunde, weil es gewissermaßen die Fortsetzung der römischen Universalreiche ist. B: die Verstandesseelenkultur. Sie strebt zwar auch etwas Universales an; aber dieses Universelle hat einen stark ideellen Charakter, und das Wichtigste an dem Ausbreiten des französischen Elementes sind doch nicht die Eroberungen, die nur als Begleiterscheinungen auftreten, sondern die Durchdringung der Welt mit politischem Geiste, mit politisch-diplomatischem Denken und Fühlen, jenem diplomatisch-politischen Denken, wie es nicht nur in der französischen Diplomatie und Politik, sondern auch in der Literatur, ja sogar in den übrigen Teilen der französischen Kunst lebt. Aber wollte man von Universalmonarchie oder dergleichen sprechen, so würde man doch nur von einer Art Universaltraum sprechen können. Und das Marschieren an der Spitze der Zivilisation drückt auch recht genau diesen Traum aus.
[ 17 ] And now we have the third element, which actually corresponds to the fifth post-Atlantean epoch and is meant to develop the culture of the consciousness-soul: the English, the British. Just as the feeling-soul element, which is carried forward by the Italian-Spanish, finds its expression in the theocratic and ritual sphere—for the feeling soul does not live in consciousness— so the French corresponds to the political-diplomatic sphere, and the British to the commercial-industrial sphere, in which the human soul finds its full expression in the material realm of the physical plane. We must, however, note a significant difference: the Papacy could only assert its claim to world domination for a specific reason. You see, we have the fourth post-Atlantean epoch (it is being outlined); now comes the first phase, A, of the fifth post-Atlantean epoch—it is the papal-hierarchical element. It still strives for a kind of universal monarchy because, in a sense, it is the continuation of the Roman universal empires. B: the culture of the intellectual soul. It, too, strives for something universal; but this universality has a strongly ideal character, and the most important aspect of the expansion of the French element is not the conquests—which occur merely as side effects—but the permeation of the world with a political spirit, with political-diplomatic thinking and feeling, that diplomatic-political thinking which lives not only in French diplomacy and politics but also in literature, and indeed even in the other branches of French art. But if one were to speak of a universal monarchy or the like, one could really only be speaking of a kind of universal dream. And marching at the forefront of civilization expresses precisely this dream.
[ 18 ] Dagegen kommen wir zum Dritten, zu C, so ist es, zusammenstimmend mit dem ganzen fünften nachatlantischen Zeitraum, der seinerseits wiederum die Bewußtseinsseele zum Ausdruck zu bringen hat, dasjenige, dem als eine spezielle Enklave das britische Element entspricht, der besondere Träger der Bewußtseinsseele in dem Zeitraume, der besonders die Bewußtseinsseele ausbilden soll. Daher die Prätention des britischen Elementes nach universell-kommerziell-industrieller Weltherrschaft.
[ 18 ] In contrast, when we come to the third, to C, it is—in harmony with the entire fifth post-Atlantean epoch, which in turn is meant to express the consciousness soul—that which corresponds to the British element as a special enclave, the specific bearer of the consciousness soul in the epoch that is particularly intended to develop the consciousness soul. Hence the British element’s claim to universal commercial-industrial world domination.
[ 19 ] Meine lieben Freunde, Dinge, die im geistigen Leben begründet sind, leben sich aus. Sie leben sich mit aller Sicherheit aus. Glauben Sie nicht, daß man darüber irgendwie moralisieren oder theoretisieren kann; sie leben sich aus, sie werden real. Daher glaube niemand, daß nicht aus notwendigen inneren Gründen heraus die Mission des britischen Volkes real:werde, die darin besteht, eine kommerziell-industriell-universale Monarchie über die Erde hin zu begründen. Die Prätentionen nämlich kommen als Realität heraus. Diese Dinge muß man einfach als im Weltenkarma liegend erkennen. Und was die Menschen aussprechen, was die Menschen denken, das ist nur eineOffenbarung der geistig dahinterstehenden Kräfte. Daher soll niemand glauben, daß sich die britische Politik jemals moralisch bekehren wird und aus besonderen Rücksichten für die Welt Abstand nehmen wird von ihrer Prätention, die Welt industriell-kommerziell ganz in ihre Hand zu bekommen. Daher brauchen wir uns auch nicht zu verwundern, daß diejenigen, die diese Dinge durchschauen, Gemeinschaften begründet haben, welche darauf ausgehen, einzig und allein so etwas zu verwirklichen, und es zu verwirklichen mit den Mitteln, die zu gleicher Zeit geistige Mittel sind. Und da haben wir nun den Beginn eines unerlaubten Zusammenspielens. Denn selbstverständlich dürfen nicht okkulte Grundsätze, okkulte Mittel, okkulte Impulse als Förderer, als Motoren verwendet werden gerade für die fünfte nachatlantische Kultur, die eine rein materielle Kultur sein muß. In dem Augenblicke beginnt das Anfechtbare, wo hinter der Ausbreitung dieser rein materiellen Kultur okkulte Impulse stehen. Das aber — ich habe es Ihnen ja ausgeführt — ist der Fall. Man will gewissermaßen nicht bloß mit dem, was sich auf dem physischen Plane als Kräfte darbietet, die Weltherrschaft begründen, sondern man will mit den Impulsen des Okkultismus, den Impulsen, die in der Welt des Unoffenbaren liegen, diese Kultur fördern. Da wird also mit okkulten Mitteln nicht mehr für das Heil der allgemeinen Menschheit gearbeitet, sondern nur für das Heil einer Gruppe. Verbinden Sie solche überschauende Gesichtspunkte, die sich Ihnen aus der tieferen Erkenntnis ergeben, mit den Ereignissen des Alltags, so werden Sie manches gründlich verstehen.
[ 19 ] My dear friends, things that are rooted in spiritual life come to fruition. They will most certainly come to fruition. Do not believe that one can in any way moralize or theorize about this; they will come to fruition, they will become reality. Therefore, let no one believe that the mission of the British people—which consists in establishing a universal commercial-industrial monarchy across the earth—will not become a reality for necessary inner reasons. For these pretensions will indeed become reality. One must simply recognize that these things lie within world karma. And what people say, what people think, is merely a revelation of the spiritual forces behind them. Therefore, let no one believe that British policy will ever undergo a moral conversion and, out of special consideration for the world, renounce its claim to bring the entire world under its industrial and commercial control. Therefore, we need not be surprised that those who see through these things have founded communities dedicated solely to realizing such a goal—and to realizing it through means that are, at the same time, spiritual means. And here we now have the beginning of an impermissible interplay. For, of course, occult principles, occult means, and occult impulses must not be used as catalysts or driving forces—especially for the fifth post-Atlantean culture, which must be a purely material culture. The questionable begins the moment occult impulses lie behind the spread of this purely material culture. But that—as I have already explained to you—is the case. In a sense, they do not merely wish to establish world domination using the forces that present themselves on the physical plane; rather, they wish to promote this culture using the impulses of occultism—the impulses that lie in the world of the unmanifest. Thus, occult means are no longer being used to work for the welfare of humanity as a whole, but only for the welfare of a particular group. If you combine such overarching perspectives—which arise from deeper insight—with the events of everyday life, you will come to understand many things thoroughly.
[ 20 ] Es gibt noch zahlreiche anerkennenswerte Idealisten — ich sage das nicht im Entferntesten aus irgendeinem Spott heraus, sondern weil Idealismus auch da, wo er irrt, immer anerkennenswert ist —, die da glauben, daß jenes Netz von kommerziell-industriellen Maßnahmen, welches sich von seiten des Britischen Reiches aus über verschiedene Länder verbreitet, nur so lange aufrechterhalten wird, wie der Krieg dauert, und daß dann die Menschen schon wiederum ihre Freiheit im kommerziellen Verkehre haben werden. Abgesehen von einigen Illusionen, die man erwecken wird durch Interregnen, durch dasjenige, was man machen wird, damit die Leute nicht gleich stutzig werden, ist dasjenige, was in dieser Kriegszeit an Kontrollierung des kommerziellen Verkehrs über die Welt hin begonnen worden ist, nicht so gedacht, daß es mit dem Kriege wieder verschwindet, sondern so, daß es mit dem Kriege nur seinen Anfang nimmt und dann seine Fortsetzung hat. Der Krieg soll nur die Gelegenheit geben, die Nase in die Geschäftsbücher der Leute hineinzustecken, aber man soll nicht glauben, daß dieses Hineinstecken der Nasen in die Geschäftsbücher nach dem Kriege aufhören wird — ich meine das nur symbolisch für dasjenige, was im weitesten Umfange geschehen soll. Gemeint ist, daß gerade die kommerzielle Weltherrschaft immer intensiver und intensiver wird.
[ 20 ] There are still numerous idealists worthy of respect—I say this not in the slightest out of any sense of mockery, but because idealism, even when it is mistaken, is always worthy of respect—who believe that the network of commercial and industrial measures spreading from the British Empire across various countries will be maintained only as long as the war lasts, and that people will then once again have their freedom in commercial transactions. Apart from a few illusions that will be created through interim measures—through whatever is done to prevent people from becoming suspicious right away—the control of global commercial trade that has been initiated during this wartime is not intended to disappear with the war, but rather to begin with the war and then continue thereafter. The war is merely intended to provide an opportunity to stick one’s nose into people’s business records, but one should not believe that this prying into business records will cease after the war—I mean this only symbolically for what is to happen on the broadest scale. What is meant is that global commercial domination, in particular, will become ever more intense.
[ 21 ] Alles das sage ich nicht, um irgendwie zu agitieren, sondern nur, um aus den Impulsen der Weltgeschichte heraus klarzumachen, was ist. Nur die Erkenntnis dessen, was ist, kann die Menschen dazu führen, in der entsprechenden richtigen Weise sich zu verhalten. Daher mag es wohl auch kommen, daß jene europäische Weltkarte in gewissen okkulten Gemeinschaften gerade so ausgefallen ist, wie ich sie Ihnen gestern auf die Tafel zeichnen konnte. Ich bemerke ausdrücklich: diese Karte kann von mir zurückverfolgt werden bis in die achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts. Wie weit sie sonst zurückgeht, das weiß ich nicht. Ich sage nur dasjenige, was ich weiß; nur dasjenige, was ich mit Sicherheit sagen kann. Daher habe ich auch über die skandinavischen Staaten nichts gesagt, weil ich nicht weiß, ob darüber auch irgendwelche Bestimmungen getroffen sind. Ich begrenze mich streng in dem, was ich weiß, und betone das insbesondere bei dieser Gelegenheit, obwohl dieses der Grundsatz ist, den ich bei jeder Gelegenheit verfolge.
[ 21 ] I am not saying all this to stir up agitation in any way, but only to clarify what is, based on the impulses of world history. Only the recognition of what is can lead people to behave in the appropriate and correct manner. This may well be why that European map, in certain occult communities, turned out exactly as I was able to draw it for you on the board yesterday. I would like to expressly note: I can trace this map back to the 1880s. How much further back it goes, I do not know. I say only what I know; only what I can say with certainty. That is also why I have said nothing about the Scandinavian countries, because I do not know whether any provisions have been made regarding them. I strictly limit myself to what I know, and I emphasize this in particular on this occasion, although this is the principle I follow at every opportunity.
[ 22 ] Dazu müssen Sie nehmen, daß diese Karte, das heißt diese Verteilung der europäischen Verhältnisse, die Tendenz hat, der Bildung der kommerziell-universalen Monarchie zu dienen. Europa soll so eingerichtet werden, daß die kommerziell-universale Monarchie begründet werden kann. Ich sage nicht, daß das schon morgen geschehen soll; aber Sie sehen ja, daß schon Teilzahlungen gefordert werden. Vergleichen Sie nur die jetzige Note an Wilson mit der Karte von Österreich, so haben Sie es schon ganz genau. Über die Schweiz ist darinnen heute noch nichts gesagt; diese Abschlagszahlung wird man später fordern. Aber wie sie der Reihe nach erscheinen werden, das wird schon der Karte entsprechen, die ich gestern aufgezeichnet habe.
[ 22 ] To this end, you must consider that this map—that is, this distribution of European conditions—tends to serve the establishment of a universal commercial monarchy. Europe is to be organized in such a way that a universal commercial monarchy can be established. I am not saying that this will happen tomorrow; but you can see that partial payments are already being demanded. Just compare the current note to Wilson with the map of Austria, and you will have a very clear picture. Nothing is said about Switzerland in it yet; that installment will be demanded later. But the order in which they will appear will correspond exactly to the map I drew up yesterday.
[ 23 ] Diese Einteilung von Europa, welche sich da ergibt, ist wohl dazu geeignet, die kommerzielle Weltherrschaft zu begründen. Nun, Sie können Einzelheiten auf dieser Karte studieren und Sie werden sehen, daß diese Karte wohl erwogen ist, um das zu begründen, was ich eben sagte. Ich sagte: Die kommerzielle Weltherrschaft —; denn man braucht nicht gleich vom Anfange an all die Territorien auch wirklich zu besitzen, sondern es genügt, sie so zu arrangieren, daß sie, wie man sagt, in die Einflußsphäre fallen. Und dann ist es sehr schlau angeordnet, gerade diejenigen Gebiete zunächst in die Einflußsphäre zu kriegen, die ich gestern mit dem gelben Stifte als die eigentlich britisch in Anspruch zu nehmenden bezeichnete: die Randgebiete. Und man kann ja, um den andern Menschen das Wohlgefühl eines gewissen Idealismus noch zu lassen, die Sache auch so machen, daß man die kommerzielle Herrschaft ausübt und den andern das Spiel mit den Territorien eine Zeit noch überläßt. Aber die Einflußsphären werden so erstreckt werden, wie das gezeichnet worden ist. Es kommt ja wirklich nicht darauf an, ob es im Jahre 1950 ein Belgien gibt, ein Frankreich, das bis an die Grenze geht, sondern es kommt darauf an, welche Macht Belgier in diesem Belgien, Franzosen in diesem Frankreich haben, und welche Macht Briten in Belgien oder in Frankreich haben. Zur Begründung der kommerziellen Weltherrschaft ist es nicht nötig, auch immer gleich die Territorien unmittelbar anzustreben. Aber vor allen Dingen müssen wir uns klar sein, daß diese Weltherrschaft eine kommerziell-industrielle ist. Das begründet etwas sehr Wichtiges.
[ 23 ] This division of Europe that emerges here is well suited to establishing global commercial dominance. Now, if you study the details on this map, you will see that it has been carefully designed to support what I just said. I said: “Global commercial dominance”—for one does not need to actually possess all these territories right from the start; rather, it is sufficient to arrange them in such a way that they fall, as they say, within one’s sphere of influence. And then it is very cleverly arranged to first bring into the sphere of influence precisely those areas that I marked yesterday with a yellow pen as those that Britain should actually lay claim to: the peripheral regions. And, of course, in order to allow others to retain the sense of satisfaction that comes from a certain idealism, one can also handle the matter in such a way that one exercises commercial control while leaving the others to play with the territories for a while longer. But the spheres of influence will be extended as has been outlined. After all, what really matters is not whether, in the year 1950, there is a Belgium or a France that extends all the way to the border, but rather what power Belgians have in that Belgium, what power the French have in that France, and what power the British have in Belgium or in France. To establish global commercial dominance, it is not always necessary to immediately seek control of territories. But above all, we must be clear that this global dominance is a commercial and industrial one. This establishes something very important.
[ 24 ] Nun würde ich allerdings eine ganze Reihe von Vorträgen halten müssen, wenn Ich Ihnen das in den Einzelheiten begründen würde. Dies könnte aber durchaus geschehen, denn was ich sage, ist tief begründbar. Ich kann es aber heute nur andeuten. Will man nämlich eine kommerziell-industrielle Weltherrschaft begründen, so muß man das Hauptgebiet, auf das es ankommt, zunächst in zwei Teile teilen. Das hängt zusammen mit der Natur des Kommerziell-Industriellen. Ich kann mich nur durch einen Vergleich ausdrücken: Es fordert dasjenige, was auf der Welt des physischen Planes geschieht, immer eine Zweispaltung. Stellen Sie sich einmal einen Lehrer ohne Schüler vor — das gibt es nicht. So kann auch nicht ein Kommerzium da sein ohne ein Gebiet, das einem Kommerzium gegenübersteht. Daher muß ebenso, wie auf der einen Seite das britische Kommerzium begründet wird, der russische als der dazugehörige gegensätzliche Pol geschaffen werden. Damit sich die entsprechende Differenzierung ergibt zwischen Einkauf und Verkauf, damit sich die Zirkulation ergibt, braucht man diese zwei Gebiete. Man kann nicht die ganze Welt zu einem einheitlichen Reiche machen; da würde man nicht ein kommerzielles Weltreich begründen können. Es ist das nicht genau dasselbe, aber es ist ähnlich damit, daß wenn man etwas erzeugt, man Abnehmer braucht; sonst kann man nicht erzeugen. So muß es die Zwiespältigkeit geben. Und daß man dieses als einen großen Zug hereingebracht hat in die Sache, das ist ein großer, ein gigantischer Gedanke von jenen okkulten Brüderschaften, von denen ich gesprochen habe. Es ist ein weltgigantischer Gedanke, den Gegensatz zu schaffen, gegenüber dem alles andere als eine Kleinigkeit erscheint, diesen Gegensatz zwischen dem britischen Kommerzimperium und demjenigen, was sich aus dem Russischen heraus ergibt mit der durch die spirituellen Anlagen bewirkten Vorbereitung für den sechsten nachatlantischen Zeitraum mit alledem, was ich Ihnen geschildert habe. — Das ist ein großer, gigantischer, bewundernswürdiger Gedanke von diesen okkulten Brüderschaften, von denen gesprochen worden ist. Denn, trivial ausgedrückt, man kann sich kaum einen schöneren Gegenpol denken für dasjenige, was sich im Westen als höchste Blüte des kommerziellen und industriellen Denkens ausbildete, als den künftigen russischen Slawen, der in der Zukunft ganz gewiß noch weniger als heute geneigt sein wird, sich mit Kommerziellem berufsmäßig zu betätigen, und der ja gerade dadurch ein ganz ausgezeichneter Gegenpol sein wird.
[ 24 ] However, I would have to give a whole series of lectures if I were to explain the reasoning behind this in detail. But this could certainly be done, for what I am saying can be thoroughly substantiated. But today I can only hint at it. For if one wishes to establish commercial-industrial world domination, one must first divide the main area in question into two parts. This is connected to the nature of the commercial-industrial sphere. I can only express this through a comparison: What takes place in the world of the physical plane always requires a division into two parts. Just imagine a teacher without students—that doesn’t exist. Similarly, commerce cannot exist without a sphere that stands in opposition to it. Therefore, just as British commerce is established on one side, Russian commerce must be created as its corresponding opposite pole. In order for the necessary differentiation between buying and selling to arise—and for circulation to take place—these two spheres are needed. One cannot turn the entire world into a single, unified empire; one would not be able to establish a commercial world empire that way. It is not exactly the same, but it is similar to the fact that when one produces something, one needs buyers; otherwise, one cannot produce. Thus, this duality must exist. And the fact that this was introduced as a major feature into the matter is a great, a gigantic idea from those occult brotherhoods of which I have spoken. It is a colossal idea on a global scale to create this contrast, against which everything else seems trivial—this contrast between the British commercial empire and that which emerges from Russia, with the preparation brought about by spiritual predispositions for the sixth post-Atlantean epoch, along with everything I have described to you. — This is a great, colossal, admirable idea from these occult brotherhoods that have been mentioned. For, to put it simply, one can hardly imagine a more beautiful counterpoint to what has developed in the West as the highest flowering of commercial and industrial thought than the future Russian Slav, who in the future will certainly be even less inclined than today to engage professionally in commercial matters, and who will precisely because of this be an excellent counterpoint.
[ 25 ] Nun handelt es sich aber darum, daß selbstverständlich ein solches Imperium seine eigenen Bedingungen aussprechen muß. Und es war ein tiefer Gedanke von Spencer und seinem Vorgänger schon, immer wieder zu betonen: Das Industriell-Kommerzielle, das ein Volk durchdringt, will nichts mit Krieg zu tun haben, sondern das ist für den Frieden, braucht den Frieden und liebt den Frieden. — Das ist ganz wahr: Es wird sozusagen eine tiefe Liebe bestehen zwischen dem, was nach dem Kommerziell-Industriellen hinstrebt und dem Friedenselemente der Welt. Nur kann diese Friedensliebe manchmal sonderbare Formen annehmen. In der jetzigen Note an Wilson lebt ja schon etwas Merkwürdiges. Obwohl man bloß das auf die Tafel zu zeichnen braucht, was aus Österreich wird — sehen Sie einmal nach, was mit Österreich geschieht, wenn Sie diese Karte anschauen, die ganz nach der Note gezeichnet ist —, trotzdem wagt diese Note auszusprechen: Als politisches Gemeinwesen soll dasjenige, was in den mitteleuropäischen Völkern lebt, nicht irgendwie berührt werden. — Nun, das ist auch «gigantisch», gigantisch nämlich durch sein absolut frivoles Spielen mit der Wahrheit, denn sonst sagt man gewöhnlich nur das, was unwahr ist, in bezug auf etwas, was außerhalb eines Schriftstückes liegt; aber hier sagt man zwei Dinge auf dem gleichen Papier: Wir werden das Mittelreich zerstückeln, aber wir tun ihm ja eigentlich nichts. — Die Zeitungen begleiten das schon im Chorus dadurch, daß sie schreiben: Man wird sehen, ob die Mittelmächte nun auch die annehmbaren Bedingungen annehmen werden. — Man kann überall lesen: Nun haben die Ententemächte ihre Bedingungen gestellt, man wird sehen, ob diese für die Mittelmächte durchaus annehmbaren Bedingungen nun schroff zurückgewiesen werden. — Es ist in der 'Tat weit gekommen, aber das kann man lesen.
[ 25 ] The point, however, is that such an empire must, of course, set its own terms. And it was indeed a profound insight on the part of Spencer and his predecessor to emphasize time and again: The industrial-commercial spirit that permeates a people wants nothing to do with war; rather, it is for peace, needs peace, and loves peace. — This is entirely true: there will, so to speak, be a deep love between that which strives toward the commercial-industrial and the elements of peace in the world. Only, this love of peace can sometimes take on strange forms. There is indeed something peculiar about the current note to Wilson. Although one need only sketch on the board what will become of Austria—just take a look at what is happening to Austria when you examine this map, which is drawn entirely in accordance with the note—nevertheless, this note dares to state: As a political community, that which lives among the Central European peoples is not to be affected in any way. — Well, that, too, is “gigantic”—gigantic, namely, because of its utterly frivolous toy-ing with the truth; for otherwise, one usually says only what is untrue regarding something that lies outside a written document; but here, two things are stated on the same piece of paper: We will dismantle the Central Powers, but we’re not actually doing anything to them. — The newspapers are already echoing this in unison by writing: We’ll see whether the Central Powers will now accept these acceptable terms. — One can read everywhere: Now the Entente powers have set their terms; we’ll see whether these terms—which are entirely acceptable to the Central Powers—will now be brusquely rejected. — Things have indeed come a long way, but you can read about it here:
[ 26 ] Folgen wir nun dem Gedanken dahin, wohin er uns geführt hat. Wir haben es also zu tun mit einer Zweispaltung der Welt, und es handelt sich darum, daß diese Zweispaltung der Welt so durchgeführt werde, daß man der Welt sagen kann: Wir wollen den Frieden haben und sind nur für den Frieden. — Das ist nach einem gewissen Rezept, nach dem jetzt sehr vieles geschrieben wird, etwa so, wie wenn einer sagt: Ich will dir gar nichts antun, ich werde dir auch nicht ein Härchen krümmen, sondern ich sperre dich nur in einen tiefen Keller und gebe dir nichts zu essen! Hab ich dir irgendwie das Allergeringste angetan? Kann mir irgendein Mensch sagen, daß ich dir nur ein Härchen gekrümmt habe? — Nach diesem Rezept sind sehr viele Dinge geformt, nach diesem Rezept ist auch die Friedensliebe geformt, trotzdem sie eine Realität ist. Aber wenn sie sich zu gleicher Zeit paart mit der Prätention der kommerziellen Weltherrschaft, so ist sie für den andern nicht akzeptabel, sie kann ganz unmöglich angewendet werden. Und so wird das friedensliebende Kommerzium in der Zukunft in seiner Friedensliebe ganz gewiß einigermaßen gestört werden. — Das wissen selbstverständlich diejenigen auch, die die Welt so zweiteilen, und daher braucht man einen Wall dazwischen. Dieser Wall soll in der großen südeuropäischen Konföderation geschaffen werden, die auch Ungarn und alles das umschließt, was ich gestern angedeutet habe; dies soll gerade Frieden schaffen. Und die Art und Weise, wie durch die Einflußsphäre, die ich angedeutet habe, das Britische Reich sich zum Mittelmeer verhält, zeigt, daß man ja ganz gut der südeuropäischen Konföderation Konstantinopel und alles mögliche geben kann. Sie können ja doch nur bis zum Mittelmeer, denn im Westen sperrt man das Mittelmeer, wenn man will, jederzeit ab.
[ 26 ] Let us now follow this line of thought to where it has led us. We are thus dealing with a division of the world, and the point is that this division of the world be carried out in such a way that one can say to the world: We want peace and are only for peace. — According to a certain formula—one that is now used in so many writings—this is roughly like someone saying: “I don’t want to do you any harm at all; I won’t even touch a single hair on your head, but I’ll just lock you in a deep cellar and give you nothing to eat! Have I done you even the slightest bit of harm?” Can anyone tell me that I’ve harmed even a single hair on your head? — Many things are shaped according to this formula, and the love of peace is also shaped by it, even though it is a reality. But when it is coupled at the same time with the pretension of commercial world domination, it becomes unacceptable to others; it is simply impossible to put into practice. And so, in the future, peace-loving commerce will most certainly be disrupted to some extent in its love of peace. — Of course, even those who divide the world in this way know this, and that is why a barrier is needed between them. This barrier is to be created within the great Southern European Confederation, which also encompasses Hungary and everything else I alluded to yesterday; this is precisely what is intended to bring about peace. And the way in which the British Empire relates to the Mediterranean through the sphere of influence I have mentioned shows that one can quite easily grant Constantinople and all manner of things to the Southern European Confederation. After all, they can only go as far as the Mediterranean, for in the west, the Mediterranean can be blocked off at any time if one so desires.
[ 27 ] Kurz, bis in alle Einzelheiten hinein können Sie den gigantischen, großartigen Gedanken verfolgen, der gerade in dieser Karte liegt. Es fehlt heute die Zeit, um das alles im einzelnen durchzugehen. Aber es ist ein gigantischer, großartiger Gedanke, nur die Südhäfen, die ins Mittelmeer gehen, für Frankreich noch frei zu lassen, die andern unter die eigene Einflußsphäre zu bekommen. Das bedeutet, daß im Grunde genommen das französische Kolonialreich, das Frankreich sogar unter der Protektorrolle der andern begründet hat, zur Illusion wird, und man das auch in die Einflußsphäre bekommt. Wenn Sie alles das verfolgen, werden Sie sehen, in wie gigantischer Weise sich aus dem, was Bewußtseinsseelenkultur ist, verwirklichen soll, was diese okkulten Schulen anstreben.
[ 27 ] In short, you can trace, down to the finest details, the gigantic, magnificent idea embodied in this very map. There isn’t enough time today to go through all of this in detail. But it is a colossal, magnificent idea to leave only the southern ports that open onto the Mediterranean free for France, while bringing the others under its own sphere of influence. This means that, in essence, the French colonial empire—which France even established under the protective role of others—becomes an illusion, and that too is brought into its sphere of influence. If you follow all of this, you will see the immense way in which what these occult schools strive for is to be realized through what constitutes the culture of the conscious soul.
[ 28 ] Die Dinge, welche gewissen Impulsen entsprechen, geschehen. Denn in der Weltgeschichte und in der Weltentwickelung waltet Notwendigkeit. Die Dinge geschehen. Aber sie geschehen so, daß die Kräfte wirklich aufeinander wirken. So wie niemals positive ohne negative Elektrizität ist, sondern die Gegensätze mit verschiedenen Intentionen aufeinander wirken, so ist es auch im Menschheitsgeschehen. Und gerade wenn man so etwas ins Auge faßt, muß man eine «moralinfreie» Betrachtung anwenden. Die bewahrt einen auch davor, zu fragen: Warum soll denn so etwas geschehen? — Es ist einmal in der Mission eines gewissen Elementes gelegen, daß so etwas geschieht, und das, was sich entwickelt, muß sich entwickeln. Aber es muß auch der Widerpart da sein, der Gegenpol, dasjenige, was einer solchen Sache entgegenstrebt. Das muß auch da sein. Und wenn wir jetzt die Sache im großen noch einmal betrachten, so sehen wir eigentlich von der Peripherie aus das wirken, was wir als diese drei Glieder charakterisiert haben.
[ 28 ] Things that correspond to certain impulses come to pass. For necessity reigns in world history and in the development of the world. Things happen. But they happen in such a way that forces truly interact with one another. Just as there is never positive electricity without negative electricity—but rather the opposites interact with one another with different intentions—so it is also in the course of human history. And precisely when one considers such a thing, one must adopt a “morally neutral” perspective. This also prevents one from asking: Why should such a thing happen? — It is simply part of the mission of a certain element that such things happen, and what develops must develop. But the opposing force must also be present—the counterpole, that which works against such a development. That, too, must be there. And if we now consider the matter once more from a broader perspective, we actually see, from the periphery, the workings of what we have characterized as these three elements.
[ 29 ] Blicken wir jetzt nach dem Zentrum zurück. Da handelt es sich darum, daß der Widerpart, der Gegenpol da ist, damit immer eine Art von Bremsung geschehen kann. Diese Bremsung ist ebenso notwendig, wie das andere notwendig ist. Und so wenig wie ich das eine tadele, lobe ich das andere; ich schildere nur die Impulse, die Tatsachen. Es wird mir nicht im geringsten einfallen, ein moralisch wegwerfendes Urteil zu fällen über dasjenige, was ich gerade als eine Notwendigkeit aus dem ganzen Charakter des fünften nachatlantischen Zeitraumes heraus schildere. Der Welt die materielle, industrielle, kommerzielle Kultur zu geben ist ja nichts Schlechtes, ist durchaus eine Notwendigkeit. Aber ein Gegenpol muß da sein, denn die Menschheitsentwickelung kann nicht so fortgehen, daß die Evolution einfach in einer geraden Linie geht. Aufeinanderprallen müssen die Gegensätze, und in ihrem Aufeinanderprallen entwickelt sich die Realität. Und in Mitteleuropa war immer eine Ansammlung von Impulsen nötig, welche zum Teil mit den nach der Peripherie ausgestrahlten Impulsen arbeiteten, in der Weise, wie ich es schon dargestellt habe, zum Teil aber gerade das in vieler Beziehung sogar tragische Schicksal hatten, sich jenen Impulsen entgegenstellen zu müssen.
[ 29 ] Let us now look back at the center. The point here is that the opposing force, the counterpole, is present so that a kind of braking can always occur. This braking is just as necessary as the other aspect is. And just as I do not criticize one, I do not praise the other; I merely describe the impulses, the facts. It would not occur to me in the least to pass a morally condemnatory judgment on that which I am describing precisely as a necessity arising from the entire character of the fifth post-Atlantean epoch. Providing the world with material, industrial, and commercial culture is certainly not a bad thing; it is absolutely a necessity. But there must be a counterpole, for human development cannot proceed in such a way that evolution simply follows a straight line. Opposites must clash, and reality develops through their clash. And in Central Europe, there has always been a need for a concentration of impulses, some of which worked in harmony with the impulses radiating from the periphery—as I have already described—while others, in many respects, suffered the tragic fate of having to oppose those very impulses.
[ 30 ] Gewiß strahlen diese Impulse von Mitteleuropa aus und machen sich an andern Stellen in vieler Beziehung geltend. Aber wer genauer zusieht, wird zu jenen Impulsen, die ich jetzt geschildert habe, die Gegenpole doch in Mitteleuropa finden. Denn denken Sie einmal, wie in Mitteleuropa zuerst die Opposition gegen das Kultisch-Theokratische des spanisch-italienischen Südens aufgetreten ist, und wie diese Opposition in Luther einen gewissen Höhepunkt erlangt hat, ihre größte Tiefe aber in der mitteleuropäischen Mystik. Da ist richtig zusammengeflossen das, was nicht etwa bloß deutsch oder bloß germanisch ist, sondern dort wirkt Slawisches mit Mitteleuropäischem ineinander. Hier wollte man das Christentum nicht nach päpstlich-hierarchischem Impuls nehmen, sondern das Innerliche, das im Süden gerade ausgehöhlt worden war, wirksam werden lassen. Savonarola ist ja einfach hingerichtet worden. Diese Innerlichkeit lebte in dem Tschechen Johannes Hus, wie in dem aus dem germanischen Engländertum entsprossenen Wiclif, wie in Zwingli, wie in Luther. Sie hat aber ihr tieferes Element in der mitteleuropäischen Mystik, der übrigens das slawische Element durchaus nahesteht. Und gerade an diesen Verhältnissen. können Sie sehen, wie sich in einer merkwürdigen Weise die Dinge erfüllen. Denn da ist Mitteleuropa mit dem nachdringenden Slawentum in einer gewissen Weise durchaus schon der Opponent gegen die Peripherie, und es wirkt, wenn auch politisch noch vielfach miteinander uneinig, das Slawentum, das Östliche, mit dem Mitteleuropäischen zusammen. Und auch in okkulter Beziehung wirkt das im Grunde genommen in einer wunderbaren Weise zusammen.
[ 30 ] Certainly, these impulses radiate from Central Europe and make themselves felt in many ways elsewhere. But anyone who looks more closely will find, in Central Europe itself, the counterpoints to the impulses I have just described. For consider how opposition to the cultic-theocratic elements of the Spanish-Italian South first arose in Central Europe, and how this opposition reached a certain peak in Luther, yet found its greatest depth in Central European mysticism. There, what is not merely German or merely Germanic has truly converged; rather, Slavic and Central European elements interact there. Here, people did not wish to embrace Christianity according to a papal-hierarchical impulse, but rather to allow the inner dimension—which had just been hollowed out in the South—to take effect. Savonarola, after all, was simply executed. This inner life was present in the Czech John Hus, as in Wycliffe—who sprang from Germanic English culture—as in Zwingli, and as in Luther. But its deeper element lies in Central European mysticism, which, incidentally, is quite closely related to the Slavic element. And it is precisely in these circumstances that you can see how things come to fruition in a remarkable way. For Central Europe, with its assertive Slavic influence, is in a certain sense already the opponent of the periphery, and—even if politically still often at odds with one another—Slavic culture, the Eastern element, works in harmony with Central European culture. And in the occult realm, too, this essentially works together in a wondrous way.
[ 31 ] Wir sehen, wie sich im Süden immer mehr und mehr ein gewisses materialistisches Element heraufentwickelt, das dann seinen Höhepunkt in solchen Leuten wie Lombroso erfahren hat. Wir sehen dieses materialistische Element auch sonst in der Peripherie gerade als ein Tonangebendes. Bis herauf zu Oliver Lodge, den wir in der letzten Zeit besprochen haben, haben wir in den Spiritualismus das Materialistische hereinragend. Aber wir sehen auf der andern Seite, wie dem entgegengesetzt wird dasjenige, was sich emanzipiert, und zwar zunächst von dem Romanisch-Hierarchischen. Da steht hinter dem urdeutschen Kepler der Pole Kopernikus; da stehen insbesondere slawische Geister hinter denjenigen, die germanische Geister sind. Und ich möchte sagen: Wir sehen über den physischen Plan hin zu dem MitteleuropäischSlawischen eine Verbindung: Hus, der Tscheche, Kopernikus, der Pole und andere — es könnten ebensogut andere erwähnt werden — bilden über den physischen Plan hinüber eine Verbindung. Da sehen Sie aber auch, wie zusammenwächst in Mitteleuropa das slawische Element mit dem germanischen Elemente, da sehen Sie das osteuropäische slawische Element in seinem Zusammenwachsen mit Europa. Das sieht man allerdings nur, wenn man die okkulten Verhältnisse betrachtet.
[ 31 ] We see how, in the South, a certain materialistic element has been developing more and more, reaching its peak in figures such as Lombroso. We also see this materialistic element elsewhere on the periphery as setting the tone. Right up to Oliver Lodge, whom we have discussed recently, we see the materialistic element protruding into spiritualism. But on the other hand, we see how this is countered by that which is emancipating itself, namely, first and foremost, from the Romanic-hierarchical. Behind the proto-Germanic Kepler stands the Pole Copernicus; in particular, Slavic spirits stand behind those who are Germanic spirits. And I would like to say: We see a connection across the physical plane toward the Central European-Slavic: Hus, the Czech, Copernicus, the Pole, and others—others could just as well be mentioned—form a connection across the physical plane. But there you also see how the Slavic element is growing together with the Germanic element in Central Europe; there you see the Eastern European Slavic element growing together with Europe. Of course, this can only be seen when one considers the occult relationships.
[ 32 ] Um nur einen Fall anzuführen: Des Galilei Seele lebt wiederum auf in dem Russen Lomonossow, und der Russe Lomonossow ist in vieler Beziehung ein Begründer slawischer Kultur im Osten. Da liegt dazwischen die geistige Welt, so daß man sagen könnte: Die mitteleuropäischen Slawen sind noch auf dem physischen Plane mit den Menschen des Westens verbunden. Dasjenige, was dahinterliegt, ist mit den Menschen des Westens verbunden über die höheren Plane hinüber.
[ 32 ] To cite just one example: Galileo’s soul lives on in the Russian Lomonosov, and the Russian Lomonosov is, in many respects, a founder of Slavic culture in the East. The spiritual world lies between them, so that one could say: The Central European Slavs are still connected to the people of the West on the physical plane. That which lies beyond is connected to the people of the West across the higher planes.
[ 33 ] Das entspricht ganz der Tatsache, daß das russische Element nachfolgt in bezug auf das slawische, es entspricht aber auch dem Umstande, daß das westliche Slawentum in andern Verhältnissen zu Westeuropa zu denken ist als das östliche Slawentum. Und nur wenn man nicht denkt im Sinne der Fortentwickelung der Gesamtmenschheit, sondern im Sinne des englisch sprechenden Imperiums, wird man die Polen dem russischen Reiche einverleiben wollen.
[ 33 ] This is entirely consistent with the fact that the Russian element is subordinate to the Slavic one, but it also corresponds to the circumstance that Western Slavic culture must be understood in a different context in relation to Western Europe than Eastern Slavic culture. And only if one thinks not in terms of the further development of humanity as a whole, but in terms of the English-speaking empire, will one want to incorporate the Poles into the Russian Empire.
[ 34 ] Gerade an diesem Punkte sehen Sie den Unterschied zwischen dem Denken, das nur für eine Gruppe von Menschen denkt, und dem Denken, das zum Heile der Gesamtmenschheit denkt. Niemals könnte das Denken, das zum Heile der Gesamtmenschheit denkt, das Gebiet der Polen in das russische Reich einreihen. Denn in einer merkwürdigen Weise gliedern sich gerade die Westslawen mit ihren tiefsten Anlagen dem Mitteleuropäischen ein. Ich kann heute nicht sprechen von dem wechselvollen Schicksale des polnischen Volkes, ich will nur sagen, daß die geistige Kultur des polnischen Volkes einen ihrer Gipfel hat im polnischen Messianismus, der — jeder mag über die Realität denken, wie er will — Ideen enthält, welche im geistigen Fühlen, geistigen Vorstellen wurzeln und darauf gehen, aus der polnischen Volkssubstanz heraus der Menschheit eben das zu geben, was den Inhalt des polnischen Messianismus ausmacht. Da haben wir gewissermaßen das gnostische Element, das ja dem einen der drei Seelenglieder entspricht, die aus den Westslawen nach Mitteleuropa hereinfließen sollen.
[ 34 ] It is precisely on this point that you can see the difference between thinking that is limited to a single group of people and thinking that is directed toward the welfare of all humanity. Thinking that is directed toward the welfare of all humanity could never incorporate the territory of Poland into the Russian Empire. For, in a remarkable way, it is precisely the West Slavs who, in their deepest dispositions, are integrated into Central Europe. I cannot speak today of the eventful fate of the Polish people; but I will simply say that the spiritual culture of the Polish people reaches one of its pinnacles in Polish Messianism, which—regardless of what anyone may think about its reality—contains ideas rooted in spiritual feeling and spiritual imagination, and which aim to give humanity, out of the very substance of the Polish people, precisely that which constitutes the essence of Polish Messianism. Here we have, so to speak, the Gnostic element, which corresponds to one of the three soul elements said to flow from the Western Slavs into Central Europe.
[ 35 ] Das zweite Element haben wir im Tschechentum, das nicht umsonst seinen Johannes Hus von Hussinetz hat; da haben wir das zweite aus dem Slawentum nach Mitteleuropa hereingeschobene Glied der Seele. Und das dritte Glied liegt im Südslawischen. Diese drei Seelenglieder schieben sich wie drei Kulturhalbinseln vor, und sie gehören durchaus nicht dem osteuropäischen Slawentum an. Und gerade um gewissermaßen einen Rahmen zu haben, in dem die Westslawen gemäß ihren eigenen Bestrebungen ihre Entfaltung finden können, ist, äußerlich auf dem physischen Plane betrachtet durch Zusammenheiraten, innerlich aber durch dasjenige, was ich jetzt gesagthabe, dieses Österreich entstanden, das deutsche und westslawische Völkerschaften zu amalgamieren hat. Nicht nach einem Herrschaftsprinzip! Wer Österreich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gekannt hat, wird es geradezu lächerlich finden, was mit Bezug auf Osterreich und ein gewisses Herrschaftsprinzip in der jetzigen Note an Wilson gesagt ist. Selbstverständlich sind die Verhältnisse schwierig; aber daß nach einer Möglichkeit gesucht worden ist, jede slawische Individualität, überhaupt jede Volksindividualität sich in Österreich wirklich frei entfalten zu lassen, das weiß jeder, der die österreichische Geschichte des 19. Jahrhunderts kennt. Aber was steht nicht alles in dieser Note. Man brauchte nur ein Elementarbuch der Geschichte in die Hand zu nehmen, um zu sehen, daß die Länder, die Italien jetzt von Österreich verlangt, niemals unter italienischer Herrschaft waren. Und doch steht in dieser Note: Die Italiener verlangen Gebiete, die ihnen einmal gehört haben. — Auf die Wahrheit kommt es ja in dieser Note überhaupt nicht an, sondern darauf, zu sagen, was man eben sagen will, wobei man darauf rechnet, daß durch die magische Gewalt des modernen Journalismus die Menschen schon dahin gebracht worden sind, alles zu glauben. Man verrechnet sich ja auch damit nicht immer. Aber das gehört gerade zu den magischen Mitteln gewisser Gesellschaften, auch mit der Kraft des Journalismus in entsprechender Weise zu rechnen. Gerade weil Österreich sich sozusagen unter der Oberfläche der äußeren Geschichte vorbereitete zu der Mission, von der ich gesprochen habe, war es immer ein Widerpart, ein Gegenpol gegen alles Freimaurerische, das gerade im Westen jene Ausgestaltung gefunden hat, die ich in den letzten Wochen charakterisiert habe. Nach Österreich durfte das Freimaurertum niemals hinein. Es beginnt erst einigermaßen so, wie es sonst in Mitteleuropa lebt aber es ist eben so, wie ich es auch schon charakterisiert habe —, jenseits der Leitha; da ist es etwas vorhanden.
[ 35 ] We find the second element in Czech culture, which is not without reason home to Jan Hus of Hussinetz; there we have the second element of the soul that was introduced into Central Europe from the Slavic world. And the third element lies in South Slavic culture. These three elements of the soul project forward like three cultural peninsulas, and they certainly do not belong to Eastern European Slavic culture. And precisely in order to have, so to speak, a framework within which the West Slavs can find their fulfillment in accordance with their own aspirations—externally, on the physical plane, through intermarriage, but internally through what I have just said—this Austria has come into being, which is meant to amalgamate the German and West Slavic peoples. Not according to a principle of domination! Anyone who knew Austria in the second half of the 19th century will find it downright ridiculous what is said in the current note to Wilson regarding Austria and a certain principle of domination. Of course, the circumstances are difficult; but the fact that a way was sought to allow every Slavic identity—indeed, every national identity—to develop truly freely within Austria is known to anyone familiar with 19th-century Austrian history. Yet what is not written in this note! One need only pick up a basic history textbook to see that the territories Italy is now demanding from Austria were never under Italian rule. And yet this note states: The Italians are demanding territories that once belonged to them. — The truth is of no consequence at all in this note; rather, the point is to say whatever one wants to say, counting on the fact that, through the magical power of modern journalism, people have already been led to believe anything. And this strategy does not always backfire. But this is precisely one of the magical means by which certain societies calculate on the power of journalism in the appropriate way. Precisely because Austria was preparing, so to speak, beneath the surface of external history for the mission I have spoken of, it was always an adversary, a counterpole to everything Masonic, which has found precisely in the West the form I have characterized in recent weeks. Freemasonry was never allowed to enter Austria. It begins, to some extent, as it otherwise exists in Central Europe, but it is precisely as I have already described—beyond the Leitha; there it exists to some degree.
[ 36 ] Gewiß, es gibt noch andere Impulse, die, wie Sie gesehen haben, dahin führen, daß man eine gewisse Milde walten läßt, um die mitteleuropäischen Völker politisch nicht zugrunde zu richten. Dem entsprechen die Kriegsziele und die Friedensvorschläge, die jetzt gemacht worden sind. Aber daß gerade über Österreich in dieser Weise hergefallen wird, wird sich Ihnen zum Teil erklären aus diesem Gegensatze, der zwischen Österreich und dem westeuropäischen Freimaurertum immer bestanden hat und der im Grunde genommen zurückgeht bis in die Zeit Maximilians I. Er verbrämt sich ja selbstverständlich unter verschiedensten Dingen, und dasjenige, was ich jetzt sage, ist leicht zu widerlegen, weil sich die Dinge auf dem physischen Plane verbrämen, maskieren.
[ 36 ] Certainly, there are other factors which, as you have seen, lead to a certain degree of leniency being exercised so as not to politically ruin the Central European peoples. This is reflected in the war aims and the peace proposals that have now been put forward. But the fact that Austria, in particular, is being attacked in this way can be explained in part by the conflict that has always existed between Austria and Western European Freemasonry—a conflict that, in essence, dates back to the time of Maximilian I. Of course, it disguises itself in all sorts of ways, and what I am saying now is easy to refute, because things on the physical plane disguise and mask themselves.
[ 37 ] Wir sehen nun, daß Mitteleuropa sich zu wehren hat für dieMenschheit, weil es den Gegenpol gegen die von Westen kommenden Impulse abgeben soll. Das aber bedingt wiederum, daß die mitteleuropäische Entwickelung keine geradlinige ist, sondern, ich möchte sagen, auf und ab wogt; denn sie hat immer dasjenige aufzugreifen und zu einer bestimmten Epoche, zu einer besonderen Intensität zu bringen, was gegen einen der vom Westen kommenden Impulse gerichtet ist. Nehmen wir den hierarchisch-theokratischen Impuls. Während man dasjenige aufnimmt, was auf den Wogen des hierarchisch-theokratischen Impulses als Christentum nach Europa getragen wird, beginnt bereits im 12. Jahrhundert die Opposition. Lesen Sie Walther von der Vogelweide, den großen mitteleuropäischen Dichter: Sie finden bei ihm Opposition gegen das römische Papsttum, gegen den Romanismus überhaupt. Das, was später sich auslebt in Hus, in Luther, in Zwingli und so weiter, finden Sie bei Walther von der Vogelweide bereits angedeutet; Sie finden aber auch dasjenige, was sich als verinnerlichtes Christentum entwickelt — parallelgehend mit der Peripherie, aber in verinnerlichter Form — in der Parzival-Dichtung des Wolfram von Eschenbach.
[ 37 ] We now see that Central Europe must stand up for humanity, because it is meant to serve as the counterpoint to the impulses coming from the West. This, in turn, means that Central European development is not linear but, I would say, ebbs and flows; for it must always take up that which is directed against one of the impulses coming from the West and bring it to a specific epoch, to a particular intensity. Take, for example, the hierarchical-theocratic impulse. While people were absorbing what was carried to Europe on the waves of the hierarchical-theocratic impulse in the form of Christianity, opposition began as early as the 12th century. Read Walther von der Vogelweide, the great Central European poet: in his work you will find opposition to the Roman Papacy, to Romanism in general. What later found full expression in Hus, Luther, Zwingli, and so on is already hinted at in Walther von der Vogelweide; but you will also find what developed as an internalized form of Christianity—parallel to the periphery, but in an internalized form—in Wolfram von Eschenbach’s Parzival epic.
[ 38 ] Da haben Sie am Beginn des fünften nachatlantischen Zeitraumes bereits die Opposition gegen das Theokratisch-Hierarchisch-Romanische, wie es von Spanien und Italien ausgeht. Niemals — so eigentümlich wirkt dieser Gegenpol — wird dasjenige, was Innerlichkeit ist, verleugnet. Es bleibt. Aber es wird eben dem Machtprinzip enteignet und als Gegenpol ausgebildet.
[ 38 ] There, at the beginning of the fifth post-Atlantic period, you already see opposition to the theocratic-hierarchical-Romanic order emanating from Spain and Italy. Never—so peculiar is the effect of this counterpole—is that which is inner life denied. It remains. But it is precisely expropriated from the principle of power and developed as a counterpole.
[ 39 ] Ich tadle nicht das eine und lobe nicht das andere; ich zitiere. Wir haben das hierarchisch-theokratische Prinzip; dann ist das diplomatisch-politische gekommen. Es wird herübergenommen in allen seinen Formen, mit allen seinen Nebenerscheinungen. Und da ist es interessant, auf einzelne historische Einzelheiten einzugehen. Es ist eigentlich nicht richtig, wenn in historischen Handbüchern oftmals ausgeführt wird, daß die Erfindung des Schießpulvers die Ursache des modernen Heerwesens sei, im Gegensatze zu dem Ritterheereswesen des Mittelalters. Das Wesentliche ist, daß mit dem Beginn der neueren Zeit die in Europa während des Mittelalters herrschende Naturalwirtschaft durch die Geldwirtschaft ersetzt worden ist, daß die herrschenden Gewalten Geld zu verwalten kriegten, was vorher nicht der Fall war. Vorher herrschte viel mehr Naturalwirtschaft. Das Geld spielte nur eine Nebenrolle. Durch die Geldwirtschaft bildete sich aber zunächst das Soldheerwesen aus, das nicht mehr vereinbar war mit dem alten, an die Naturalwirtschaft des Mittelalters angepaßten ritterlichen Heerwesen. Dieses moderne Heerwesen ging von der Schweiz aus. Die Schweizer waren die ersten, die im modernen Sinne des fünften nachatlantischen Zeitraumes Soldaten waren. Sie können die Geschichte verfolgen: Gerade dadurch, daß die Schweizer so tüchtige Soldaten geworden sind, haben sie alle die großen Erfolge gehabt, die sie erringen mußten, um die spätere Schweiz gegen das anstürmende Rittertum möglich zu machen. Das erzähle ich eigentlich den Schweizern. Im Grunde genommen sind die Schweizer die ersten, die wirklich heeresmäßigen Überwinder des Rittertums. Spricht man von der Überwindung des Rittertums, so muß man die Überwindung dieses Rittertums in der Schweiz suchen. Denn wie man das Rittertum überwindet, namentlich durch dieses Fußsoldaten-Heereswesen, das hatte das übrige Europa ganz allein von den Schweizern gelernt. Studieren Sie die Geschichte, so werden Sie das bewahrheitet finden.
[ 39 ] I am neither criticizing one nor praising the other; I am simply quoting. We have the hierarchical-theocratic principle; then came the diplomatic-political one. It is adopted in all its forms, with all its side effects. And here it is interesting to delve into specific historical details. It is actually incorrect when historical handbooks often state that the invention of gunpowder was the cause of modern warfare, in contrast to the chivalric warfare of the Middle Ages. The key point is that, with the onset of the modern era, the natural economy that prevailed in Europe during the Middle Ages was replaced by a monetary economy, and that the ruling powers came to manage money—which had not been the case before. Previously, the natural economy had been much more prevalent. Money played only a secondary role. However, the monetary economy initially gave rise to the mercenary army system, which was no longer compatible with the old chivalric military system adapted to the medieval natural economy. This modern military system originated in Switzerland. The Swiss were the first to be soldiers in the modern sense of the fifth post-Atlantic period. You can trace the history: it is precisely because the Swiss became such capable soldiers that they achieved all the great successes they needed to secure the future of Switzerland against the onslaught of chivalry. I actually tell this to the Swiss. Fundamentally, the Swiss are the first to have truly overcome chivalry through military means. When speaking of the overcoming of chivalry, one must look to Switzerland for the example of how this was achieved. For the rest of Europe learned entirely from the Swiss how to overcome chivalry—namely, through this system of an infantry-based army. If you study history, you will find this to be true.
[ 40 ] Gehen wir nun in der Betrachtung der weiteren Entwickelung bis zu Napoleon. Worin lag die Überlegenheit der napoleonischen Soldaten und Heere über die mitteleuropäischen Heere? Darin, daß im Grunde genommen Mitteleuropa noch zur Zeit Napoleons, selbstverständlich nicht mit schweizerischen Soldaten, aber nach schweizerischem soldatischem Prinzip arbeitete, während Napoleon aus dem französischen Volkstum heraus bereits ein wirkliches Volksheer zu befehligen hatte. Das kann man würdigen, wenn man die Schlachten zwischen den mitteleuropäischen Menschen und Napoleon in der richtigen Weise verfolgt. Die Heerführer der mitteleuropäischen Heere, oh, wie müssen die ihre Söldner, die sie im Grunde doch waren, an der Strippe halten, bis in die Quartiere hinein! So ist es ihnen niemals möglich, strategisch weite Linien zu entfalten. — Napoleon ist mit dem französischen Heere der erste, der weitverteilte Linien entfalten kann, weil er ein Volksheer hat, ein Heer, das aus dem Volkskörper herausgeboren ist. Er brauchte nicht besorgt zu sein, wenn er seine Heeresmassen gemäß den strategischen Notwendigkeiten verteilte, daß ihm seine Leute davonliefen. Der preußische Feldherr hingegen, zum Beispiel bei den berühmten Feldzügen Friedrichs des Großen, mußte stets besorgt sein, daß ihm eine Truppe, die er irgendwohin sandte, im nächsten Augenblick desertierte, weil das kein Volksheer war, sondern die Leute von überall zusammengeholt, zuweilen auch zusammengedroschen waren; sie waren auch aus den verschiedensten, zum Teil ganz fremden Gegenden. In Frankreich ist die Erfindung des Volksheeres gemacht worden, und das hat dazu geführt, daß man in Mitteleuropa, von Preußen ausgehend, auch ein Volksheer geschaffen hat, ganz nach dem französischen Vorbild; und erst dadurch ist das mitteleuropäische Volksheer etwas geworden, daß es französischen Charakter angenommen hat.
[ 40 ] Let us now turn our attention to the further development leading up to Napoleon. What was the source of the superiority of Napoleon’s soldiers and armies over the armies of Central Europe? It lay in the fact that, fundamentally speaking, Central Europe—even in Napoleon’s time—operated according to Swiss military principles, though of course not with Swiss soldiers, whereas Napoleon, drawing on French national character, already commanded a true people’s army. One can appreciate this by properly tracing the battles between the Central European forces and Napoleon. The commanders of the Central European armies—oh, how they had to keep their mercenaries, which is essentially what they were, on a tight leash, right down to their quarters! Thus, it was never possible for them to deploy strategically wide lines. — Napoleon, with the French army, was the first to be able to deploy widely spread-out lines, because he had a people’s army—an army born of the body of the people. He need not worry that his men would desert him when he distributed his military forces according to strategic necessities. The Prussian commander, on the other hand—for example, during the famous campaigns of Frederick the Great—always had to worry that a unit he sent somewhere might desert the very next moment, because this was not a people’s army; rather, the men had been rounded up from all over, and sometimes even beaten into submission; they also came from the most diverse regions, some of which were entirely foreign to one another. The concept of the national army was invented in France, and this led to the creation of a national army in Central Europe—starting with Prussia—entirely modeled on the French example; and it was only by adopting French characteristics that the Central European national army came into its own.
[ 41 ] So sehen wir selbst auf diesem Gebiete, wie mit der Peripherie gleich-, also parallellaufend gearbeitet wird. Das Entgegenstellen besteht dann selbstverständlich darin, daß man Krieg führt, wenn es sich um Heereswesen handelt. Das ist ja aber für uns nicht die Hauptsache, sondern wir können denselben Gegensatz auf einem andern Gebiete verfolgen.
[ 41 ] Thus, even in this field, we see how work proceeds in tandem with—that is, in parallel to—the periphery. The opposition, of course, lies in the fact that war is waged when it comes to military affairs. But that is not the main point for us; rather, we can trace the same contrast in another field.
[ 42 ] Wir haben also gesehen, daß durch alles dasjenige, was in der Reformation gipfelte, der hierarchisch-theokratisch-romanische Charakter seine Opposition in Mitteleuropa gefunden hat. Der diplomatisch-französische Charakter lebte sich nach Mitteleuropa herein bis in die Zeit Friedrichs des Großen, bis ins 18. Jahrhundert. Lessing hat sich noch überlegt, ob er seinen «Laokoon» nicht französisch schreiben solle. Lesen Sie die Briefliteratur des 18. Jahrhunderts: In Mitteleuropa können die Leute recht gut französisch schreiben, aber schlecht deutsch. Das Französische hat ganz Mitteleuropa überflutet. Man kann sagen, daß erst zu Lessings Zeit in bezug auf das französisch-diplomatische Wesen, nach dieser zweiten Seite hin, durch Lessing, Herder, Goethe und durch das, was nachfolgte, dasselbe geschehen ist, was durch die Reformatoren nach Süden hin vollzogen worden war. Da emanzipieren sich in der mitteleuropäischen Literatur Goethe, Schiller, Herder, Lessing vom Westen, wie sich in der Reformation das mitteleuropäische Christentum von dem südlichen emanzipiert hatte. Zugleich mit diesem Trennungsprozeß geht aber eine Verbindung Hand in Hand. Lessing hat in seiner Jugend noch viel französisch geschrieben. Leibnizens ganze Philosophie, insofern sie nicht lateinisch geschrieben ist, ist französisch geschrieben, nicht deutsch. Das war in bezug auf diese zwei Gebiete ein Zusammenarbeiten und ein In-Opposition-Stehen zugleich. Wir können die Sache durchaus so zeichnen: Südliches-Mitteleuropäisches: Opposition; Westliches-Mitteleuropäisches: Opposition.
[ 42 ] We have thus seen that, through all that culminated in the Reformation, the hierarchical-theocratic-Roman character encountered opposition in Central Europe. The diplomatic-French character permeated Central Europe right up to the time of Frederick the Great, into the 18th century. Lessing even considered whether he should write his Laokoon in French. Read the correspondence of the 18th century: In Central Europe, people can write quite well in French, but poorly in German. French had flooded all of Central Europe. One could say that it was not until Lessing’s time—with regard to the French-diplomatic character, in this second respect—that, through Lessing, Herder, Goethe, and what followed, the same process took place that had been accomplished by the Reformers toward the south. Thus, in Central European literature, Goethe, Schiller, Herder, and Lessing emancipated themselves from the West, just as Central European Christianity had emancipated itself from the South during the Reformation. At the same time as this process of separation, however, a connection went hand in hand with it. In his youth, Lessing still wrote a great deal in French. Leibniz’s entire philosophy, insofar as it is not written in Latin, is written in French, not German. With regard to these two regions, this represented both a collaboration and a state of opposition. We can certainly characterize the situation as follows: Southern-Central European: opposition; Western-Central European: opposition.
[ 43 ] So ist es aber auch mit dem Dritten, das auftaucht, dem Britischen. Zunächst ein gewisses Parallelgehen, wie es sich insbesondere darin ausdrückt, daß der große Shakespeare vom 18. Jahrhundert ab und im Laufe des 19. Jahrhunderts ein vollständig deutscher Dichter wird, indem er ganz und gar aufgenommen wird. Er wird ja nicht etwa bloß übersetzt, sondern er wird vollständig assimiliert, er lebt im deutschen Geistesleben. Ich will aus leicht begreiflichen Gründen nicht sagen, er lebt heute im deutschen Geistesleben mehr als im britischen Geistesleben weiter. Aber man sehe sich doch einmal die ganze Entwickelung an von Elias Schlegel, der die erste Shakespeare-Übersetzung machte, bis zu der feingeistigen Durchdringung des Geistes Shakespeares bei Lessing, dem Enthusiasmus der deutschen Naturalisten des 18. Jahrhunderts und Goethes gegenüber Shakespeare, weiter herauf über die ganz ausgezeichneten, man kann nicht sagen Übersetzungen, sondern deutschen Assimilierungen Shakespeares durch die Schlegel und Tieck und weiter bis in unsere Tage. Shakespeare lebt in dem deutschen Volkstume. Und als ich selber nach Wien kam und neben meinem naturwissenschaftlichen Studium literarhistorische Vorlesungen hörte, da waren die ersten Vorlesungen, die ich zu hören hatte, von Schröer, der dazumal sagte, er wolle über die drei bedeutendsten deutschen Dichter sprechen: über Schiller, Goethe und Shakespeare! Das ist selbstverständlich nicht ein Kapern Shakespeares, der nicht etwa für die Deutschen in Anspruch genommen werden sollte; aber es zeigt dieses eine Beispiel, wie dieses In-Opposition-Stehen zu gleicher Zeit ein absolutes Mitarbeiten ist. So war es gegenüber dem Diplomatisch-PolitischFranzösischen, so wurde es auch gegenüber dem Britischen. Aber zu gleicher Zeit muß der Gegenpol da sein. Das dritteGlied hat noch keine Ausgestaltung gefunden in Mitteleuropa. Dasjenige, was zur Reformation geführt hat, ist das erste; das steht dem Südlich-Hierarchischen gegenüber. Dem Westlichen steht gegenüber dasjenige, was in Goethes «Faust» gipfelt. Was wir für Mitteleuropa erhoffen, ist das eigentliche Ausgestalten des geisteswissenschaftlichen Elementes. Und in bezug darauf wird sich die schärfste Opposition zwischen Mitteleuropa und dem britischen Gebiete ergeben, eine Opposition, die noch schärfer ist als diejenige, in die Lessing, Goethe und ihre Nachfolger geraten sind gegenüber dem Diplomatisch-Französischen. Und in dieser Beziehung war es nur ein Vorspiel, was sich abgespielt hat zwischen uns und den Besantianern und so weiter. Diese Dinge müssen aber durchaus von den großen, weiten Gesichtspunkten aufgefaßt werden.
[ 43 ] The same is true, however, of the third element that emerges: the British one. At first, there is a certain parallel development, as expressed in particular by the fact that the great Shakespeare, beginning in the 18th century and continuing throughout the 19th century, becomes a fully German poet by being completely assimilated. He is not merely translated, but is fully assimilated; he lives on in German intellectual life. For reasons that are easy to understand, I do not wish to say that he lives on today in German intellectual life more than in British intellectual life. But let us take a look at the entire development, from Elias Schlegel, who produced the first translation of Shakespeare, to Lessing’s subtle penetration of Shakespeare’s spirit, the enthusiasm of the 18th-century German naturalists and Goethe toward Shakespeare, and on up through the truly excellent— one cannot really call them translations, but rather German assimilations of Shakespeare by the Schlegels and Tieck, and on through to the present day. Shakespeare lives on in German folklore. And when I myself came to Vienna and attended lectures on literary history alongside my studies in the natural sciences, the very first lectures I heard were given by Schröer, who said at the time that he wanted to speak about the three most significant German poets: Schiller, Goethe, and Shakespeare! This is, of course, not an appropriation of Shakespeare, who should by no means be claimed exclusively for the Germans; but this single example illustrates how this stance of opposition is at the same time a form of absolute collaboration. This was the case with regard to the diplomatic-political French tradition, and it was also the case with regard to the British tradition. But at the same time, the counterpole must be present. The third element has not yet taken shape in Central Europe. That which led to the Reformation is the first; it stands in opposition to the Southern-Hierarchical. Opposed to the Western is that which culminates in Goethe’s Faust. What we hope for in Central Europe is the true development of the spiritual-scientific element. And in this regard, the sharpest opposition will arise between Central Europe and the British sphere—an opposition even sharper than that which Lessing, Goethe, and their successors encountered in their confrontation with the diplomatic-French model. And in this regard, what has played out between us and the Besantians and so on was merely a prelude. These matters, however, must be viewed from a broad, far-reaching perspective.
[ 44 ] Ich denke, Sie kennen mich gut genug, um nicht zu glauben, ich spräche aus einer kleinlichen Eitelkeit heraus, wenn ich dies oder jenes sage. Aber ich glaube doch, daß der große Gegensatz da ist zwischen dem, was mit materiellen Experimenten und dergleichen arbeitet, auch um das Spirituelle zu beweisen, und demjenigen, was aus Impulsen der menschlichen Seele heraus zum Spirituellen sich erheben will. Es braucht ja die Sache nicht so brutal zu werden, daß man einen Alcyone zum materiellen Christus macht, es kann ja bei den feinsinnigen Ausführungen von Sir Oliver Lodge bleiben; aber man fühlt dabei doch etwas von dem, was sein soll. Ja, ich weiß nicht, aber es schadet ja nichts, diese Dinge zu sagen: Es ist schon einmal ein gewisser Gegensatz zwischen dem, was fast gleichzeitig entstanden ist, indem einerseits in einer materialistischen Weise auf die geistige Welt hingewiesen wird durch Sir Oliver Lodge, während ich zu gleicher Zeit an meinem Buche «Vom Menschenrätsel» schrieb, wo versucht wird, in einer ganz mitteleuropäischen Weise die Wege zu verzeichnen, die man gerade in Mitteleuropa aus der menschlichen Seele heraus in die geistige Welt hinein tut. Es gibt keine größeren Gegensätze als das Buch von Oliver Lodge und dieses Buch «Vom Menschenrätsel». Es sind die absolutesten Gegenpole, man kann sich keine absoluteren Gegensätze denken.
[ 44 ] I think you know me well enough not to believe that I am speaking out of petty vanity when I say this or that. But I do believe that there is a great contrast between those who work with material experiments and the like—even to prove the spiritual—and those who seek to rise to the spiritual out of the impulses of the human soul. It doesn’t have to get so extreme that one turns an Alcyone into a material Christ; it can remain at the level of Sir Oliver Lodge’s subtle elaborations; but one does sense something of what is meant to be. Yes, I don’t know, but it certainly doesn’t hurt to say these things: There is certainly a certain contrast between what emerged almost simultaneously: on the one hand, Sir Oliver Lodge points to the spiritual world in a materialistic way, while at the same time I was writing my book The Enigma of Man, which attempts, in a distinctly Central European manner, to chart the paths that are taken in Central Europe specifically—from the human soul into the spiritual world. There are no greater contrasts than Oliver Lodge’s book and this book, The Riddle of Man. They are the most absolute opposites; one cannot imagine more absolute contrasts.
[ 45 ] So klar differenziert, wie sich die Dinge darstellen, traten sie eigentlich erst mehr oder weniger seit dem Beginne der fünften nachatlantischen Periode auf. Denn vorher war in vieler Beziehung die Sache noch anders. Vorher hatte noch das romanische Universalreich bis nach England hinüber eine gewisse Macht, und die scharfe Differenzierung zwischen England und Frankreich trat ja eigentlich hervor durch das Auftreten der Jungfrau von Orleans; dann aber schloß sich alles das an, was in dem Rahmen dieser Differenzierung geschehen konnte. Nun ist das Merkwürdige, daß schon innerhalb dieses Rahmens selber die Einsicht, der Impuls auftaucht, daß man eine Verbindung zu schaffen hat mit dem Gegenpol. Und so sehen wir denn, ich habe das schon öfters besprochen, den rein britischen Philosophen Baco von Verulam, den Begründer des materialistischen Denkens für die neuere Zeit — ich habe ihn Ihnen charakterisiert —, aus derselben Quelle inspiriert wie Shakespeare, der dann in einer so starken Weise nach Mitteleuropa herüberwirkt, wie ich es ausgeführt habe. Und aus derselben Quelle ist Jakob Böhme inspiriert, der die ganze Inspiration in die mitteleuropäische Seelensubstanz umsetzt, und aus derselben Quelle wiederum der süddeutsche Jesuit Jakobus Baldus. Sie sehen: unter der Oberfläche dessen, was auf dem physischen Plan geschieht, da waltet dasjenige, was Harmonisierung hervorruft. Nur muß man die Dinge eben wirklich differenziert denken, nicht die ganze Sache in einen nebulosen Wirrwarr hinein verschwinden lassen. Einer der größten, der gigantischen Geister des britischen Reiches steht selber ganz nahe der Opposition gegen das bloß Kommerzielle innerhalb des britischen Kommerziums, und das ist Jakob I. Jakob I. bringt insofern ein neues Element hinein, als er der britischen Volkssubstanz dasjenige einimpft — und dauernd einimpft, die britische Volkssubstanz wird das immer haben —, was sie nicht verlieren darf, wenn sie nicht vollständig im Materialismus aufgehen soll. Das aber, was er da einimpfte, steht durch unterirdische Kanäle in Verbindung mit der ganzen übrigen europäischen Kultur. Da stehen wir vor einem bedeutenden Mysterium.
[ 45 ] As clearly differentiated as things appear today, they actually only began to emerge more or less since the beginning of the fifth post-Atlantean period. For before that, the situation was still different in many respects. Previously, the Romanic Empire still wielded a certain power extending as far as England, and the sharp distinction between England and France actually emerged with the appearance of Joan of Arc; but then everything that could happen within the framework of this distinction followed. Now, what is remarkable is that even within this very framework itself, the insight—the impulse—emerges that one must establish a connection with the opposite pole. And so we see—as I have discussed many times before—the purely British philosopher Bacon of Verulam, the founder of modern materialist thought—I have described him to you—drawn from the same source of inspiration as Shakespeare, who then exerted such a powerful influence on Central Europe, as I have explained. And Jakob Böhme is inspired by the same source, translating all that inspiration into the Central European soul substance, and from the same source, in turn, the South German Jesuit Jakobus Baldus. You see: beneath the surface of what happens on the physical plane, there reigns that which brings about harmonization. But one must really think of these things in a nuanced way; one must not let the whole matter disappear into a nebulous jumble. One of the greatest, indeed one of the most colossal minds of the British Empire stands very close to the opposition against the purely commercial aspect within British commerce, and that is James I. James I introduces a new element insofar as he instills into the British national character—and continues to instill it; the British national character will always possess this—that which it must not lose if it is not to be completely absorbed by materialism. But what he instilled there is connected through subterranean channels to the rest of European culture. Here we stand before a significant mystery.
[ 46 ] Wenn Sie die Dinge, die wir jetzt angeführt haben, ins Auge fassen, so werden Sie sich sagen: Berechtigt oder unberechtigt kann nicht das eine und nicht das andere genannt werden; man muß einfach die Dinge aus ihrer Notwendigkeit heraus begreifen. — Aber man muß sich auch klar sein darüber, daß man die Dinge wirklich durchschauen soll. Es wird ja leicht die Frage aufgeworfen: Was kann man selber tun in dieser leidvollen Zeit? — Das erste, was man tun kann, ist, daß man versucht, die Dinge zu verstehen, sie zu durchschauen. Dann sind schon die Gedanken da, die Kräfte sind, und die sich auswirken werden. Wenn gefragt wird: Haben denn, da im Grunde genommen schlimme Mächte sich zeigen, die guten Mächte keine Gewalt? — Da muß man doch wiederum auch bedenken, welche Schwierigkeiten aus der Freiheit der Menschen heraus heute der Geltendmachung des Spirituellen innerhalb der brandenden Wogen des materiellen Lebens gemacht werden. Und darum handelt es sich ja. Soll es der Menschheit gar so leicht gemacht werden, voll zum spirituellen Leben zu kommen?
[ 46 ] If you consider the points we have just raised, you will say to yourself: Neither one nor the other can be called justified or unjustified; one must simply understand things in light of their necessity. — But one must also be clear that one really needs to see through these things. After all, the question easily arises: What can one do oneself in these painful times? — The first thing one can do is to try to understand things, to see through them. Then the thoughts—which are forces—are already there and will have an effect. When asked: Since, after all, evil forces are revealing themselves, do the good forces have no power? — Then one must also consider the difficulties that arise today from human freedom, which hinder the assertion of the spiritual amidst the surging waves of material life. And that is what this is all about. Should it really be made so easy for humanity to fully attain spiritual life?
[ 47 ] Spätere Zeiten werden auf unsere heutigen zurücksehen und sagen: Wie lässig waren doch diese Menschen in bezug auf das Sich-Aneignen des spirituellen Lebens! — Die Geister schicken es uns schon herunter; aber die Menschen sträuben sich dagegen. Und neben all dem Traurigen und Leidvollen, das in der Gegenwart waltet, ist dieses Waltende auch ein Schicksal, das eine Prüfung bedeutet. Und als Prüfung ist es vor allen Dingen aufzufassen und anzuerkennen. Das wird sich später schon herausstellen, inwiefern es notwendig ist, daß der sogenannte Schuldige mit dem Unschuldigen zusammen leidet; denn das findet im karmischen Verlaufe doch alles seinen Ausgleich. Man kann nicht sagen: Greifen denn die guten Geister nicht ein? — Sie greifen ein in dem Maße, in dem wir uns ihnen eröffnen, wenn wir den Mut haben, uns ihnen zu eröffnen. Aber wir müssen es zuerst mit dem Verstehen der Dinge ernst nehmen, ganz voll ernst nehmen mit dem Verstehen.
[ 47 ] Future generations will look back on our present times and say: How indifferent these people were when it came to embracing the spiritual life! — The spirits are already sending it down to us; but people are resisting it. And alongside all the sadness and suffering that prevail in the present, this prevailing state is also a destiny that constitutes a trial. And it must be understood and acknowledged first and foremost as a trial. It will become clear later to what extent it is necessary for the so-called guilty to suffer alongside the innocent; for in the course of karma, everything finds its balance. One cannot say: “Do the good spirits not intervene?”—They intervene to the extent that we open ourselves to them, if we have the courage to open ourselves to them. But we must first take understanding these things seriously, take it very, very seriously.
[ 48 ] Und zu diesem Verstehen gehört, daß eine Anzahl von Menschen die Kraft aufbringen muß, der brandenden Woge des Materialismus wirklich sich mit allem Persönlichsten entgegenzustellen. Denn verbinden wird sich auch mit dem im industriell-kommerziellen Impulse sich auslebenden Materialismus dasjenige, was aus andern zurückgebliebenen Impulsen, aus chinesisch-japanischem, namentlich aus japanischem Element heraus immer mehr und mehr in den Materialismus gerät.
[ 48 ] And part of this understanding is that a number of people must muster the strength to truly stand up to the surging tide of materialism with everything that is most personal to them. For materialism, which is running rampant under industrial and commercial impulses, will also be joined by that which, stemming from other, more backward impulses—from Chinese and Japanese elements, particularly Japanese ones—is increasingly becoming entangled in materialism.
[ 49 ] Gestern ist hier gefragt worden, ob denn diejenigen Gemeinschaften, die da vom Westen her für eine Gruppe arbeiten, nicht bedenken, daß vom Osten herüber die Japaner nachziehen. Ja, diejenigen Menschen, welche diesen Gemeinschaften angehören, die betrachten das nicht als etwas Schlimmes, sondern sie betrachten das als eine Unterstützung für den Materialismus. Denn was da nachkommt aus Asien, wird eben gerade eine besondere Form des Materialismus sein. Darüber soll man sich in allen Fällen klar sein, daß man sich mit aller Kraft entgegenstemmen muß den materialistischen Wogen. Das kann jeder Mensch. Die Früchte des Bestrebens werden schon aufgehen. Sie brauchen dasjenige, was dem Materialismus entgegenarbeiten soll, nicht zu benennen. Nennen Sie es nicht «mitteleuropäisch», nennen Sie es nicht «deutsch», das ist ja nicht nötig; aber erwägen Sie das Widerspiel der Kräfte, wie man es objektiv nachweisen kann.
[ 49 ] Yesterday, the question was raised here as to whether those communities working for a certain group from the West do not consider that the Japanese are following suit from the East. Yes, the people who belong to these communities do not view this as something bad; rather, they see it as a form of support for materialism. For what is coming from Asia will be precisely a special form of materialism. We must be clear about this in all cases: we must resist the materialistic tide with all our strength. Every person can do this. The fruits of these efforts will surely bear fruit. You need not name what is meant to counteract materialism. Do not call it “Central European,” do not call it “German”—that is not necessary; but consider the interplay of forces, as it can be objectively demonstrated.
[ 50 ] In zwei Sätze läßt sich zusammenfassen, was man braucht, um dem Materialismus, der ja seine Berechtigung hat, entgegenzuarbeiten. Die Welt wird im fünften nachatlantischen Zeitraum in der Zukunft noch mehr von Industriellem und Kommerziellem durchsetzt sein; aber der Widerpol, der Gegenpol muß da sein: Menschen müssen da sein, die aus Verständnis heraus auf der entgegengesetzten Seite arbeiten. Denn was wollen diese okkulten Brüderschaften? Diese okkulten Brüderschaften arbeiten nicht etwa aus besonderem britischem Patriotismus heraus, sondern sie wollen letzten Endes die ganze Erde unter die Herrschaft des bloßen Materialismus stellen. Und weil gemäß den Gesetzen des fünften nachatlantischen Zeitraumes gewisse Elemente des britischen Volkes als die Träger der Bewußtseinsseele dazu am geeignetsten sind, so wollen sie es durch graue Magie dahin bringen, diese geeigneten Elemente als Förderer des Materialismus zu benützen. Das ist es, worauf es ankommt. Weiß man, welche Impulse spielen im Weltgeschehen, so kann man sie lenken. Andere Volksbestandteile ließen sich niemals in gleicher Weise als Material für die Umwandlung der ganzen Erde in ein materialistisches Gebiet verwenden, kein anderes Volk, kein anderer Volksbestandteil. Daher muß man diesem Volksbestandteil den Fuß auf den Nacken setzen und ihn allen spirituellen Strebens entkleiden, das selbstverständlich in jedem Menschen lebt und gleich lebt in jedem Menschen. Aber weil das Karma so ist, daß hier die Bewußtseinsseeie besonders wirkt, so suchten sich diese okkulten Brüderschaften gerade die Elemente des britischen Volkscharakters aus. Und worauf es ihnen ankommt, ist, die Welle des Materialismus über die Welt zu senden, den physischen Plan zum alleinherrschenden zu machen. Und von einer geistigen Welt will man auch nur so sprechen, wie es die Offenbarungen des physischen Planes ergeben.
[ 50 ] What is needed to counteract materialism—which, after all, has its place—can be summarized in two sentences. In the fifth post-Atlantean epoch in the future, the world will be even more permeated by industrial and commercial forces; but the counterpoint, the opposing pole, must be present: There must be people who, out of understanding, work on the opposite side. For what do these occult brotherhoods want? These occult brotherhoods do not act out of any particular British patriotism; rather, they ultimately seek to place the entire Earth under the rule of pure materialism. And because, according to the laws of the fifth post-Atlantean epoch, certain elements of the British people are best suited as bearers of the consciousness soul for this purpose, they seek to use gray magic to turn these suitable elements into promoters of materialism. That is what matters. If one knows which impulses are at work in world events, one can direct them. No other segment of the population could ever be used in the same way as material for transforming the entire Earth into a materialistic realm—no other people, no other segment of the population. Therefore, one must keep this segment of the population under one’s thumb and strip it of all spiritual striving, which naturally lives within every human being and lives equally within every human being. But because karma is such that the consciousness-chain is particularly active here, these occult brotherhoods specifically sought out the elements of the British national character. And what matters to them is to send the wave of materialism across the world, to make the physical plane the sole ruler. And they wish to speak of a spiritual world only in the way dictated by the revelations of the physical plane.
[ 51 ] Dem muß gegenüberstehen das Streben derjenigen, die Verständnis haben für die Notwendigkeit des Spiritualismus auf der Erde. Und wenn Sie von diesem Gesichtspunkte aus betrachten, was hier widerstrebt, so können Sie das in zwei Sätze zusammenfassen. Der eine Satz ist der Ihnen wohlbekannte, der aber noch nicht voll aus den Herzen und aus den Seelen der Menschen spricht: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt.» Entgegentönen muß jenem Reiche, das ausgebreitet werden soll über den physischen Plan, und das nur von dieser Welt sein soll, entgegentönen muß dem kommerziellen und industriellen Materialismus stets das Wort: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt.» Es ist heute nicht mehr die Zeit dazu, Ihnen zu erklären, inwiefern die Geltendmachung des Wortes «Mein Reich ist nicht von dieser Welt» zusammenhängt mit der Pflege des Allgemein-Menschlichen; nicht des Deutschen, des Allgemein-Menschlichen. Vier Kasten unterschied der Inder, vier Stände unterschied der alte Grieche, nacheinander sind sie hervorgekommen durch den zweiten, dritten, vierten nachatlantischen Zeitraum; im fünften nachatlantischen Zeitraum muß der vierte Stand, das Gemeindeleben, das Allgemein-Menschliche, hervorkommen. Nicht alle können Priester sein, aber das Priestertum kann die Macht, die Herrschaft anstreben. Wir sehen es im dritten nachatlantischen Zeitraum, wir sehen es wiederaufleben in der hierarchisch-theokratisch-romanischen Kraft. Die zweite Kaste, das Königtum im GriechischRömischen, wir sehen es wiederum aufleben im zweiten nachatlantischen Elemente, wo das Diplomatisch-Politische besonders rege ist; denn das Republikanische ist in Frankreich nur der Widerpart, wie ja alles seinen Widerpart erzeugt. Dem eigentlichen französischen Staatscharakter entspricht nur das monarchische Prinzip, daher auch jetzt nur dem Worte nach die Republik besteht; in Wirklichkeit herrscht eben ein König, welcher zufällig ein Advokat ist, der früher rumänische Prozesse geführt hat. Aber auf die Worte kommt es nicht an, auf die Sache kommt es an. Und gerade darin besteht das Schlimme in unserer heutigen Zeit, daß man sich durch Worte so leicht berauschen läßt. Wenn man jemanden einen Präsidenten nennt, so ist er deshalb noch nicht ein Präsident, sondern es kommt darauf an, wie die realen Verhältnisse sind.
[ 51 ] This must be counterbalanced by the efforts of those who understand the necessity of spiritualism on Earth. And if you consider, from this perspective, what stands in the way here, you can summarize it in two sentences. One of these sentences is well known to you, though it does not yet speak fully from the hearts and souls of human beings: “My kingdom is not of this world.” In contrast to that kingdom—which is to be spread across the physical plane and is to be of this world alone—the words “My kingdom is not of this world” must always resound against commercial and industrial materialism. Today is no longer the time to explain to you to what extent the assertion of the words “My kingdom is not of this world” is connected with the cultivation of what is universally human—not what is German, but what is universally human. The Indians distinguished four castes; the ancient Greeks distinguished four classes; one after another, they emerged during the second, third, and fourth post-Atlantean epochs; in the fifth post-Atlantean epoch, the fourth class—community life, the universal human—must emerge. Not everyone can be a priest, but the priesthood can aspire to power and dominion. We see this in the third post-Atlantean epoch; we see it reviving in the hierarchical-theocratic-Romanic force. The second caste—the kingship in the Greco-Roman world—we see it reviving once more in the second post-Atlantean element, where the diplomatic-political sphere is particularly active; for the republican element in France is merely its counterpart, just as everything generates its counterpart. Only the monarchical principle corresponds to the true character of the French state; that is why, even now, the republic exists only in name; in reality, a king reigns—who happens to be a lawyer who used to handle Romanian cases. But words are not what matter; what matters is the substance. And this is precisely what is so troubling about our times: that people allow themselves to be so easily intoxicated by words. If someone is called a president, that does not make him a president; rather, it depends on what the actual circumstances are.
[ 52 ] Der dritte Stand ist bekanntlich das Element des Industriellen, des Kommerziellen in Ägypten und Griechenland. Das strebt neu herauf im Britischen Reich, muß aber noch herrschen über das vierte Element, das erst das Allgemein-Menschliche ist. Es ist interessant, dies besonders an einer einzelnen Erscheinung zu beobachten. Man muß schon wirklich Einsichten gewinnen in die Verhältnisse, wenn man die Welt verstehen will. Ganz kurios ist es, wenn man sich die Frage stellt: Wo ist eigentlich die sozialistische Theorie am scharfsinnigsten herausgekommen? — Unter den deutschen Sozialisten, ganz dem Prinzipe entsprechend, wie ich es charakterisiert habe, daß der Deutsche immer die Mission hat, die Begriffe rein auszuarbeiten. So haben die Deutschen selbst für den Sozialismus Begriffe rein ausgearbeitet, nur paßt die deutsche sozialistische Idee auf die deutschen Verhältnisse wie die Faust aufs Auge. Nichts in den deutschen sozialen Verhältnissen paßt auf die deutsche sozialistische Theorie! Daher ist es ganz begreiflich, daß, nachdem ich eine Zeitlang in einer sozialistischen Schule gelehrt hatte, ich zuletzt aus ihr verbannt wurde, weil ich sagte, es müsse doch im Sinne des Sozialismus liegen, Freiheitslehre zu entfalten. — Von seiten des Führers der Sozialdemokraten hat man mir damals entgegengerufen: Auf Freiheit kommt es nicht an, sondern auf vernünftigen Zwang! Die sozialistische Theorie paßt nicht auf die sozialen Verhältnisse, das heißt, die soziale Theorie will herausentwickelt sein aus der Evolution der Menschheit. Daraus entwickelt sie ihre drei großen Prinzipien: erstens das Prinzip der materialistischen Geschichtsauffassung, zweitens das Prinzip des Mehrwertes und drittens das Prinzip des Klassenkampfes. Die drei Theorien sind fein herausgearbeitet, aber sie passen nicht auf deutsche, dagegen wunderbar auf britische Verhältnisse. Da sind sie auch studiert worden, da war Marx und hat die Sache zuerst ausgearbeitet, da war Engels, da war Bernstein. Daraus sind sie entsprungen, darauf passen sie, weil sie sich — nehmen wir das dritte Prinzip — auf den Klassenkampf begründen. Dieser waltet aber im Grunde in der britischen Seele, denken Sie an Cromwell. Und wenn man alles, was seit Cromwell in der britischen Seele waltet, seinen Impulsen nach studiert, so bekommt man Material für das dritte Prinzip, für den Klassenkampf. Seit der Erfindung der Spinnmaschine und der Einführung jenes sozialen Lebens, das durch die Spinnmaschine gekommen ist, waltet im Britischen Reich dasjenige, was eingeflossen ist in die Theorie des Mehrwertes. Und die materialistische Geschichtsauffassung ist im Grunde genommen nichts anderes als eine ins Pedantisch-Deutsche übersetzte Geschichtsauffassung von Buckle, zum Beispiel Buckles «Geschichte der Zivilisation». Nur daß sie dort so ausgeführt ist, wie man in der britischen Kultur die Dinge ausführt, gemäß dem Grundsatze, niemals in die Konsequenzen zu gehen. Darwin ist ja auch nicht in die Konsequenzen gegangen, sondern hat sich begrenzt in einer gewissen Weise, während dem die Sache straff, rücksichtslos, wenn Sie wollen, deutsch-pedantisch umgeformt ist in der materialistischen Geschichtsauffassung von Karl Marx. Es ist interessant, daß für jenes Allgemein-Menschliche, das die vierte Kaste oder Klasse darstellt, die nicht mehr eine Herrschaft anstreben kann — denn es gibt nichts mehr darunter, das zu beherrschen wäre, man kann nur das Verhältnis begründen von Mensch zu Mensch —, keine Theorie geschaffen worden ist. Die wird erst kommen, wenn man jenes Allgemein-Menschliche zugrunde legt, das eben in der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft gegeben ist.
[ 52 ] As is well known, the third estate represents the industrial and commercial elements in Egypt and Greece. It is now emerging anew in the British Empire, but must still prevail over the fourth element, which is the universal human element. It is interesting to observe this particularly in relation to a single phenomenon. One really must gain insight into the circumstances if one wants to understand the world. It is quite curious when one asks the question: Where, in fact, has socialist theory emerged most incisively? — Among the German socialists, entirely in accordance with the principle I have characterized, namely that the German always has the mission of working out concepts in their purest form. Thus, the Germans themselves have developed pure concepts for socialism, but the German socialist idea fits German conditions like a glove. Nothing in German social conditions fits German socialist theory! It is therefore quite understandable that, after teaching for a time at a socialist school, I was ultimately expelled from it because I said that it must surely be in the spirit of socialism to develop a doctrine of freedom. — At the time, the leader of the Social Democrats retorted: “Freedom is not what matters, but reasonable coercion!” Socialist theory does not fit social conditions; that is to say, social theory must be developed out of the evolution of humanity. From this, it derives its three major principles: first, the principle of the materialist conception of history; second, the principle of surplus value; and third, the principle of class struggle. These three theories are finely elaborated, but they do not apply to German conditions—they fit British conditions wonderfully, however. That is where they were studied; that is where Marx was and first worked out the theory; that is where Engels was; that is where Bernstein was. They sprang from these conditions and fit them well because—to take the third principle—they are based on class struggle. But this is fundamentally ingrained in the British soul; just think of Cromwell. And if one studies everything that has prevailed in the British soul since Cromwell, tracing its impulses, one finds material for the third principle—class struggle. Ever since the invention of the spinning machine and the introduction of the social life that came about through it, what has prevailed in the British Empire is precisely what has found its way into the theory of surplus value. And the materialist conception of history is, in essence, nothing other than a version of Buckle’s conception of history translated into pedantic German—for example, Buckle’s History of Civilization. Except that it is presented there in the manner typical of British culture—in accordance with the principle of never drawing the full consequences. Darwin, after all, did not draw the full consequences either, but limited himself in a certain way, whereas the matter has been rigorously, ruthlessly—if you will—German-pedantically reshaped in Karl Marx’s materialist conception of history. It is interesting that no theory has been created for that universal humanity represented by the fourth caste or class, which can no longer aspire to dominion—for there is nothing left beneath it to dominate; one can only establish the relationship between human beings. Such a theory will only emerge when one takes as its foundation that universal humanity which is precisely what is found in anthroposophically oriented spiritual science.
[ 53 ] Das wird, wenn man es nicht mißversteht, dann zu dem andern, zweiten Satze führen, der hinzukommen soll zu dem «Mein Reich ist nicht von dieser Welt», und der andere, zweite Satz lautet: «Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.» Das heißt aber: Zu einer wirklichen Lebensauffassung und Lebensgestaltung ist nur zu kommen, wenn man sich bewußt ist, daß das spirituelle Element gepflegt werden muß, weil die geistige Welt hereinragen muß in die physische. — Sagen kann man irgendwelche Sätze überall. Es kommt aber darauf an, ob sie aus voller Seele und dem ganzen Herzen heraus begriffen werden. Begriffen werden sollen aber die Sätze: «Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist» und «Mein Reich ist nicht von dieser Welt.» Dann wird die Atmosphäre des Geistigen kommen, die nichts zu tun hat mit allem Materialistischen, was sich gerade im fünften nachatlantischen Zeitraum auf dieser Erde entwickeln muß. Aber dazu ist eben notwendig, die Dinge in ihrer Wahrheit zu sehen.
[ 53 ] If one does not misunderstand this, it will then lead to the other, second sentence, which is to be added to “My kingdom is not of this world,” and that other, second sentence reads: “Render to Caesar what is Caesar’s, and to God what is God’s.” But this means: A true outlook on life and way of living can only be attained if one is aware that the spiritual element must be nurtured, because the spiritual world must permeate the physical world. — One can utter any number of phrases anywhere. But what matters is whether they are understood from the depths of one’s soul and with one’s whole heart. The following statements, however, must be understood: “Render unto Caesar the things that are Caesar’s, and unto God the things that are God’s” and “My kingdom is not of this world.” Then the atmosphere of the spiritual will arise, which has nothing to do with all that is materialistic—which must develop on this Earth precisely during the fifth post-Atlantean epoch. But for this to happen, it is necessary to see things as they truly are.
[ 54 ] Und hierin möchte ich diese Betrachtungen zusammenfassen: daß Ihr Herz sich bestreben möge, die Dinge in ihrer Wahrheit anzusehen. Nur wenn es Herzen gibt, die die Dinge in ihrer Wahrheit sehen, und die jenen furchtbaren Nebel von Unwahrheit durchschauen, der sich heute über die Welt ergießt, kommen wir in entsprechender Weise weiter. Ich habe gesagt: Da der Bogen aufs äußerste gespannt ist, wird er zerreißen. Und insofern ist dasjenige Dokument, das man gewagt hat, jetzt noch der Welt zu übergeben, und dasjenige, was im Anschluß an dieses Dokument gesagt wird, zunächst eine Aussicht für eine Wendung zum Besseren. Mögen auch noch schlimme Zeiten kommen, aber dieses Dokument ist eine Herausforderung des Geistes der Wahrheit selber, und der wird sich in die Verhältnisse schon entsprechend mischen! Denn nehmen Sie nur — das lassen Sie mich zum Schlusse noch sagen — die vorbildliche, ich könnte auch sagen die «nachbildliche» Art und Weise, wie wir selbst behandelt worden sind.
[ 54 ] And I would like to summarize these reflections as follows: may your heart strive to see things as they truly are. Only when there are hearts that see things as they truly are—and that see through that terrible fog of untruth that is spreading over the world today—will we make progress in a meaningful way. I have said: Since the bow is drawn to its limit, it will snap. And in this respect, the document that one has dared to present to the world even now, and what is said in the wake of this document, offers, for the time being, a prospect for a turn for the better. Even if difficult times are yet to come, this document is a challenge from the Spirit of Truth itself, and that Spirit will certainly intervene in the situation accordingly! For just consider—let me say this in closing—the exemplary, or I might even say “exemplified,” manner in which we ourselves have been treated.
[ 55 ] Wir haben uns bestrebt, so kosmopolitisch wie möglich zu sein die Jahre hindurch. Wir versuchten, diesen urdeutschen Zug des Kosmopolitismus in der peinlichsten Weise zu wahren. Was hat sich ergeben? Lesen Sie, welche Verleumdungen mit Bezug auf uns von Britannien ausgegangen sind, die alle von seiten der dortigen Theosophen in das Gewand gekleidet worden sind, als ob wir irgendwelche germanischen Aspirationen hätten. Wir haben nicht solche Prätentionen erhoben, die hat man uns von der andern Seite unterschoben. — Derjenige, auf den wir so viel gegeben haben innerhalb Frankreichs, Edouard Schure, dem gegenüber wir wirklich niemals in die Versuchung verfallen sind, irgend etwas besonders Germanisches geltend zu machen, weil er ja im Grunde genommen selber der Träger, der Hinüberträger des deutschen Geisteslebens nach Frankreich ist, auch er hat uns dasjenige, was keinen Anstrich des Nationalen haben wollte, als «pangermanisch», «pangermanistisch» ausgelegt. — Es ist kurios, als wir neulich in einem Lexikon «Edouard Schur&» aufschlugen, da fanden wir: «Der Vermittler deutscher Geisteskultur nach Frankreich.» Das ist vollständig zutreffend, denn im Grunde genommen ist an Schure nur die Sprache französisch. Deshalb kann man aber natürlich, wenn man in der Sprache alles sieht, alles französisch finden. — Man ist also dann Pangermanist, wenn man nicht so redet über die Deutschen wie der französische Chauvinist Schure es haben will, man ist dann deutscher Agent, wenn man nicht so redet über die Deutschen, wie Mrs. Besant es haben will. Ähnliche Dinge sehen wir jetzt auch schon in Italien bei unseren früheren Freunden sich geltend machen.
[ 55 ] We have strived to be as cosmopolitan as possible over the years. We tried to preserve this quintessentially German trait of cosmopolitanism in the most scrupulous manner. What has been the result? Read about the slanders directed at us from Britain, all of which have been cloaked by the Theosophists there as if we harbored some sort of Germanic aspirations. We have not made such claims; they have been attributed to us by the other side. — The man we have held in such high regard within France, Edouard Schure—toward whom we have truly never been tempted to assert anything particularly Germanic, since he is, after all, himself the bearer, the conveyor of German intellectual life to France—even he has interpreted that which was meant to have no national overtones as “Pan-Germanic,” “Pan-Germanist.” — It is curious that when we recently looked up “Edouard Schure” in an encyclopedia, we found: “The mediator of German intellectual culture to France.” That is entirely accurate, for, in essence, the only thing French about Schure is his language. But of course, if one sees everything in terms of language, one can find everything to be French. — So one is a Pan-Germanist if one does not speak of the Germans the way the French chauvinist Schure wants one to; one is a German agent if one does not speak of the Germans the way Mrs. Besant wants one to. We are now seeing similar things take hold in Italy among our former friends as well.
[ 56 ] Ja, da hat sich die Notwendigkeit ergeben, sich dagegen zu wehren. Jetzt ist wieder die beste Gelegenheit, auf uns hinzuweisen und zu sagen: Seht, was die für Attacken machen, da sieht man, wer der Angreifer ist! — Das ist ja schließlich auch die Methode Vollrath, das ist die Methode Gösch. Wir sehen die Methode überall, wir kennen sie aus unseren Reihen. Erst zwingt man den andern, sich zu verteidigen, und dann behandelt man ihn als Angreifer. Es ist das ein durchaus wirksames Mittel, ein Mittel, das jetzt in der Welt eine ungeheuer starke Rolle spielt. Der Angreifer verbirgt sich hinter dem Geschrei, das er erhebt, nachdem er den andern in die Situation gebracht hat, sich verteidigen zu müssen, indem er ihn zum Angreifer stempelt.
[ 56 ] Yes, that’s when the need arose to defend ourselves against it. Now is once again the best opportunity to draw attention to ourselves and say: Look at the attacks they’re launching—that shows who the aggressor really is! —After all, that’s the Vollrath method, that’s the Gösch method. We see this method everywhere; we know it from within our own ranks. First, you force the other side to defend itself, and then you treat them as the aggressor. It is a thoroughly effective tactic, one that now plays an immensely powerful role in the world. The aggressor hides behind the outcry he raises after having forced the other party into a situation where they must defend themselves by branding them as the aggressor.
[ 57 ] Aber nichts anderes soll geschehen, als jener Mission zu dienen, welche darin besteht, das spirituelle Leben zu fördern, das spirituelle Leben zur Geltung zu bringen. Und das ist nun auf der einen Seite verknüpft mit dem Grundsatze: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt», und auf der andern Seite mit dem Grundsatze: «Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.» Beides ist allerdings auch, wie Sie wissen, gutes Christentum. Aber es wird noch lange dauern, bis man bis in die Einzelheiten herein solche Dinge versteht. Jetzt treten vielfach wiederum sonderbare Worte auf, das lassen Sie mich zum allerlerzten Schluß sagen. Man sagt: Die Entente hat ihre Kriegsziele genannt, es sollen doch die Mittelmächte ihre Kriegsziele nennen, damit gleich für gleich spiele. — Überhaupt dieses Geschrei nach den mitteleuropäischen Kriegszielen, das hört man schon seit einiger Zeit. Nun, die Ententekriegsziele — wir haben einige von ihnen besprochen. Aber warum sollte denn Mitteleuropa seine Kriegsziele nennen? Es hat nie welche gehabt! Es hat keine! Daher hat es sich selbstverständlich auf den Standpunkt gestellt: Wir werden verhandeln und gern verhandeln, denn dann wird sich herausstellen, was ihr eigentlich wollt, und dann läßt sich reden; aber von uns aus: Wir haben nichts Besonderes zu sagen, wir wollen nur leben. — Daher kann man natürlich auch sagen: Die geben nicht ihre Kriegsziele an, da muß also etwas Besonderes dahinterstecken. — Es steckt gar nichts dahinter. Mitteleuropa will nichts anderes, als was es im Jahre 1913 und 1912 auch gewollt hat. Es hat damals keine Kriegsziele gehabt und hat auch heute keine. — Es kommt nicht darauf an, daß man etwas sagt, sondern darauf, daß das Gesagte der Wirklichkeit entspricht. Mit besonders lauter Kehle wird heute von allen Seiten geschrieen, daß eine besonders schlaue, verschmitzte Finte hinter diesem Weihnachtsfriedensruf der Mittelmächte gelegen sei. Irgendeine Verschmitztheit also, irgendein Den-andern-übertölpeln-Wollen soll in diesem Weihnachtsfriedensrufe gelegen haben. Von vielen Seiten wird behauptet, daß man den Frieden gar nicht haben wollte, sondern daß man nur ein besonders schlaues Mittel suchte, um den Krieg weiterführen zu können. Nun, wäre man doch darauf eingegangen! Man hätte ja nur einzugehen gebraucht auf den Friedensruf, dann hätte man es ja in der Hand gehabt, zu sehen, ob es eine Finte ist. So liegt wiederum das wirkliche Denken, nicht dasjenige, was sich an die bloße Phrase hält. Besiegung der Phrase mit allen Kräften unserer Seele ist das, was geschehen muß, meine lieben Freunde, und das gehört zum Nächsten, was wir in unserer eigenen Seele aufbringen müssen.
[ 57 ] But nothing else should happen except to serve that mission, which consists in promoting spiritual life and bringing spiritual life to the fore. And this is linked, on the one hand, to the principle: “My kingdom is not of this world,” and, on the other hand, to the principle: “Render to Caesar what is Caesar’s, and to God what is God’s.” Both of these, as you know, are indeed good Christianity. But it will be a long time before such things are understood down to the finest details. Now, once again, strange words are being bandied about—let me say this as my very final point. People say: The Entente has stated its war aims; surely the Central Powers should state their war aims as well, so that it’s a fair fight. — In general, this clamour for Central European war aims has been heard for some time now. Well, the Entente’s war aims—we have discussed some of them. But why on earth should Central Europe state its war aims? It has never had any! It has none! That is why it has naturally taken the position: We will negotiate—and are happy to do so—because then it will become clear what you actually want, and then we can talk; but as far as we’re concerned: We have nothing specific to say; we just want to live. — So, of course, one might also say: Since they aren’t stating their war aims, there must be something specific behind it. — There’s absolutely nothing behind it. Central Europe wants nothing other than what it wanted in 1913 and 1912. It had no war aims back then, and it has none today either. — What matters is not that one says something, but that what is said corresponds to reality. Today, people on all sides are shouting particularly loudly that a particularly clever, sly ruse lies behind this Christmas peace appeal by the Central Powers. So some kind of cunning, some desire to outwit the others, is said to have been behind this Christmas peace appeal. Many claim that they never wanted peace at all, but were merely seeking a particularly clever means of continuing the war. Well, if only they had responded to it! They need only have responded to the call for peace; then they would have had the opportunity to see for themselves whether it was a ruse. This, again, is the true way of thinking—not the one that clings to mere rhetoric. Overcoming rhetoric with all the strength of our souls is what must happen, my dear friends, and that is part of the next step we must take within our own souls.
