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Reflections on Contemporary History III
The Reality of Occult Impulses
GA 173c

20 January 1917, Dornach

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Reflections on Contemporary History, Volume III, tr. SOL
  1. Zeitgeschichtliche Betrachtungen Band III

Zwanzigster Vortrag

Twentieth Lecture

[ 1 ] Wenn man es zu tun hat mit irgendwelchen Impulsen, die mit der geistigen Welt im Zusammenhange stehen, seien es Impulse nach dieser oder jener Seite hin, so muß man sich klar darüber sein, daß ein Verständnis dieser Impulse nur möglich ist von dem Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft aus. Wir haben gesehen, daß in die Ereignisse der Gegenwart Impulse hereinspielen, die wir zurückgeführt haben sogar auf Kräfte, die von Menschen ausgehen, aber zuletzt von solchen Menschen, welche geistige Impulse in gewisser Weise zu handhaben verstehen.

[ 1 ] When dealing with any impulses connected to the spiritual world—whether they point in one direction or another—one must be clear that an understanding of these impulses is possible only from the perspective of spiritual science. We have seen that impulses are at work in present-day events, which we have traced back even to forces emanating from human beings—but ultimately from those human beings who know how to handle spiritual impulses in a certain way.

[ 2 ] Die Frage muß vor unsere Seele treten: Warum machen denn gewisse Menschen solche Dinge, wie wir sie angeführt haben? — Und die weitere Frage: Warum leben wir denn gegenwärtig in einer Zeit, in welcher so vielfach die Unwahrheit, das Unwahrhaftige als weltbeherrschende Kraft wirkt, als Kraft, welche die Menschen treibt, treibt wahrhaftig mit einer Leidenschaft, die unendlich viel Heilsames wirken könnte, wenn sie in der Richtung der Wahrheit ginge?

[ 2 ] The question must arise in our hearts: Why do certain people do the things we have mentioned? — And the further question: Why do we currently live in a time in which falsehood and insincerity so often act as a world-dominating force—a force that drives people, truly drives them with a passion that could bring about infinite good if it were directed toward the truth?

[ 3 ] Diese Dinge hängen wirklich zusammen mit den zunächst tiefsten Impulsen der Menschheit. Und wir werden den Dingen näherkommen, ihnen für unsere Zeit näherkommen, wenn wir einschalten in unsere Betrachtungen etwas über die nächstliegende Aufgabe gerade derjenigen geisteswissenschaftlichen Weltbetrachtung, die wir zu der unsrigen gemacht haben. Bedenken Sie, daß angestrebt wird durch unsere anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft ein Verstehen gewisser geistiger Zusammenhänge, die in der Welt sind, ein Verstehen gewisser Kräfte, die in der Menschenwelt wirken, und nicht nur in der Menschenwelt wirken, insofern der Mensch in der Entwickelung ist zwischen Geburt und Tod, sondern auch insofern der Mensch in der Entwickelung ist zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Über diese Dinge in rechter Art zu denken, ist ja für den Menschen der Gegenwart heute schwierig, weil er verloren hat gewisse Eigentümlichkeiten, die in alten Zeiten der Menschheitsentwickelung da waren, eine Weile in den Untergrund getreten sind und wiederum aufleuchten müssen gerade durch dasjenige, was der Mensch als Geisteswissenschaft betreiben kann.

[ 3 ] These things are truly connected to humanity’s most profound impulses. And we will come closer to understanding them—make them more relevant to our time—if we incorporate into our reflections something about the most immediate task of precisely that spiritual-scientific view of the world that we have made our own. Consider that our anthroposophically oriented spiritual science aims to understand certain spiritual connections that exist in the world, to understand certain forces that are at work in the human world—and not only in the human world insofar as the human being is in the process of development between birth and death, but also insofar as the human being is in the process of development between death and a new birth. Thinking about these things in the right way is, of course, difficult for people today because they have lost certain characteristics that were present in earlier stages of human development, which have receded into the background for a time and must now be brought to light again precisely through what human beings can pursue as spiritual science.

[ 4 ] Wir wissen ja hinlänglich, daß in alten, zurückliegenden Zeiten die Menschenseele mit der geistigen Welt in einem Zusammenhang war, der mehr elementar, mehr natürlich war, der nicht durch willkürliche Tätigkeit des geistigen Lebens herbeigeführt, sondern mehr selbstverständlich war. Atavistisch haben wir das genannt. Damals gab es auch, das wissen wir ja, für die Menschen keine Möglichkeit, die Unsterblichkeit, das Leben nach dem Tode zu bezweifeln. Diese Möglichkeit ist erst in der Übergangszeit eingetreten, die nun wiederum abgelöst werden soll von der Zeit, in der man wissen wird von dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn in alten Zeiten kam auf ganz natürliche Art an die Menschenseele etwas heran wie jetzt Wachen und Schlafen; ein dritter Zustand kam an die Menschenseele heran. Im heutigen Wachen ist der Mensch ganz und gar auf die physisch-sinnliche Welt beschränkt, er lebt in der physisch-sinnlichen Welt, er lebt in alldem, was er erfahren kann durch seine Sinne und durch den an das Gehirn gebundenen Verstand zwischen Geburt und Tod. Und im Schlafe, da ist der Mensch bewußtlos. Die Wesenheiten des Ich und des astralischen Leibes, in denen sich der Mensch befindet zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, die sind noch nicht stark genug, um ein entsprechendes Bewußtsein zu liefern. Wir wissen ja, der astralische Leib ist erst seit der Mondenzeit in Entwickelung, das Ich erst seit der Erdenzeit. Das sind für die kosmische Entwickelung junge Bedingungen, sie sind noch nicht stark genug, um ein Bewußtsein zu entwickeln, wenn sie sich selbst überlassen sind zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Allerdings steigen auf aus dem Schlafe die Träume, die Träume in ihren mannigfaltigen Bildern. In diesen Träumen ist unter Umständen schon sehr viel von der geistigen Welt enthalten. Es lebt in den Träumen schon durchaus sehr viel von der geistigen Welt, aber das Menschengemüt ist in seinem heutigen Zustand nicht fähig, gewissermaßen hinter die Träume zu sehen, auf dasjenige zu sehen, was sich in den Träumen auslebt. Die Träume sind täuschende Bilder, die sich aus einem Schleier der Maja weben. Wenn man sie in jedem einzelnen Falle richtig zu deuten weiß, so bekommt man aus den Träumen Erlebnisse von früheren Zeiten oder auch prophetische Vordeutungen auf die Zukunft. Man bekommt in den Träumen auch Abbildungen jener Vorgänge, die sich abspielen zwischen den Lebenden und den Toten im schlafenden Zustande des Menschen. Man bekommt alles durch die Träume herein. Aber der Mensch in der gegenwärtigen Lage seiner Entwickelung versteht nicht die eigentümliche Sprache der Träume, sie bleiben für ihn unverständliche Bilder, und das ist ganz natürlich. So wie der Europäer die Laute nicht deuten kann, wenn ein Chinese spricht, so kann der Mensch der Gegenwart nicht deuten die Bildersprache des Traumes.

[ 4 ] We know full well that in ancient, bygone times, the human soul was connected to the spiritual world in a way that was more elemental, more natural—a connection that was not brought about by the willful activity of spiritual life, but was rather a matter of course. We have called this atavistic. Back then, as we know, there was no possibility for people to doubt immortality or life after death. This possibility only arose during the transitional period, which is now in turn to be superseded by the time when people will know of the life between death and a new birth. For in ancient times, something approached the human soul in a completely natural way, just as waking and sleeping do now; a third state came upon the human soul. In today’s waking state, the human being is entirely confined to the physical-sensory world; he lives in the physical-sensory world, he lives in all that he can experience through his senses and through the intellect bound to the brain between birth and death. And in sleep, the human being is unconscious. The entities of the “I” and the astral body, in which a human being resides between falling asleep and waking up, are not yet strong enough to provide a corresponding consciousness. As we know, the astral body has only been developing since the Lunar Age, and the “I” only since the Earth Age. These are, in terms of cosmic evolution, recent developments; they are not yet strong enough to develop consciousness when left to their own devices between falling asleep and waking up. However, dreams—with their manifold images—do arise from sleep. Under certain circumstances, these dreams may already contain a great deal of the spiritual world. A great deal of the spiritual world is indeed already alive in the dreams, but the human mind, in its present state, is not capable of seeing, so to speak, beyond the dreams—of perceiving what is playing out within them. Dreams are deceptive images woven from a veil of Maya. If one knows how to interpret them correctly in each individual case, one gains from dreams experiences of past times or even prophetic foreshadowings of the future. In dreams, one also receives depictions of those processes that take place between the living and the dead while a person is asleep. One receives everything through dreams. But human beings, at their present stage of development, do not understand the peculiar language of dreams; to them, they remain incomprehensible images, and that is entirely natural. Just as a European cannot interpret the sounds when a Chinese person speaks, so too can modern human beings not interpret the visual language of dreams.

[ 5 ] So ist der Mensch in dieser Übergangszeit wirklich eingeschränkt mit seinem Bewußtsein auf dasjenige, was ihm eben bewußt werden kann durch ein älteres Instrument, durch den physischen Leib und auch durch den Ätherleib, die schon seit der Sonnen- und seit der Saturnzeit in Entwickelung begriffen sind, die daher so ausgestattet sind, daß sie für den Menschen, wenn er in ihnen ist — und das ist er vom Aufwachen bis zum Einschlafen —, die Möglichkeit bieten, ein Bewußtsein zu entwickeln.

[ 5 ] Thus, during this transitional period, human consciousness is truly limited to that which can become conscious through an older instrument—the physical body and also the etheric body—which have been in the process of development since the Sun and Saturn periods and are therefore equipped in such a way that, when a person is within them — which is from the moment they wake up until they fall asleep —, offer the possibility of developing consciousness.

[ 6 ] Nun, Geisteswissenschaft, wie wir sie anstreben, gibt uns Begriffe von der in und hinter der sinnlichen Welt waltenden übersinnlichen Welt. Diejenigen Begriffe und Ideen, die wir in der Geisteswissenschaft aufnehmen, die wir uns da zu eigen machen, die beziehen sich auf nichts Sinnliches. Sie beziehen sich entweder auf dasjenige, was zwischen dem Tod und einer neuen Geburt liegt, oder sie beziehen sich auf dasjenige, was im Übersinnlichen, hinter dem Sinnlichen liegt. Wenn wir dieses erfassen, so erfassen wir nicht bloß bestimmte "Theorien, wenigstens sollte das nicht so sein, denn es kommt nicht darauf an, daß wir nur dies oder jenes wissen, sondern es kommt darauf an, daß unsere Seele, unser Gemüt in eine bestimmte Stimmung kommt, wenn wir solche auf das Übersinnliche bezügliche Wahrheiten aufnehmen.

[ 6 ] Well, spiritual science, as we strive to practice it, provides us with concepts of the supersensible world that reigns within and beyond the sensory world. The concepts and ideas we take up in spiritual science—those we make our own—do not refer to anything sensory. They refer either to what lies between death and a new birth, or to what lies in the supersensible, beyond the sensory. When we grasp this, we do not merely grasp certain “theories”—at least that should not be the case—for what matters is not that we know only this or that, but that our soul, our mind, enters a certain state of being when we take in such truths pertaining to the supersensible.

[ 7 ] Es ist schwierig, für diese Dinge Worte zu finden, weil unsere Sprache ja für den äußeren physischen Plan geprägt ist und wir uns erst anstrengen müssen, die Sprache anzuwenden auf diese übersinnlichen Verhältnisse. Ich möchte sagen, alles dasjenige, was wir sonst zu unserem Verständnis bringen, das lebt gewissermaßen grob in unserer Seele, lebt dicht in unserer Seele, weil wir immer zur Verfügung haben das Instrument des Gehirnes, das eingearbeitet ist auf die Ideen und Begriffe, die sich auf den physischen Plan beziehen. Indem wir uns aber erklären dasjenige, was sich nicht auf den physischen Plan bezieht, müssen wir unsere Seele so anstrengen, daß eigentlich das Gehirn bei dieser Anstrengung, bei diesem Studium der Geisteswissenschaft recht wenig und immer weniger beteiligt ist. Wenn wir Schwierigkeiten finden im Verständnisse desjenigen, was die Geisteswissenschaft gibt, so rührt das ja nur davon her, daß uns eigentlich unser Gehirn geniert dabei. Das Gehirn ist gewissermaßen eingefuchst, eingearbeitet auf die groben Begriffe des physischen Planes, und wir müssen uns anstrengen, die feineren Begriffe — nur für unser menschliches Verständnis feineren Begriffe — der übersinnlichen Welt uns anzueignen. Diese Anstrengung ist uns aber durchaus gesund, diese Anstrengung ist durchaus gut, denn dadurch leben wir seelisch mit dieser Geisteswissenschaft auf eine ganz andere Art, als wir mit dem physischen Wissen und Erkennen und Vorstellen leben. Wir versetzen uns gewissermaßen in eine Welt beweglicherer, feinerer Vorstellungen und Ideen, und das ist bedeutsam. Nun, es gibt für Sie alle eine Möglichkeit, gewissermaßen darauf zu kommen, wann Sie genügend in der Sphäre darinnen sind, wo der Ätherleib gewissermaßen für sich lebt, nur leise das Gehirn mitschwingen lassend: Das ist dann, wenn Sie das Gefühl bekommen, daß Sie das, was die Geisteswissenschaft gibt, nicht aus einer Willkür heraus denken wie die alltäglichen Begriffe. Von den alltäglichen Begriffen, die sich auf den physischen Plan beziehen, wissen Sie ganz gut, daß Sie sie sich selbst machen; Sie entwickeln sie nach den täglichen Lebensbedürfnissen und Lebensverhältnissen, Sie machen sie nach den Sympathien und Antipathien, nach dem, was Ihnen von draußen vorgebildet wird für die Sinne, für den an das Gehirn gebundenen Verstand. Bei der Geisteswissenschaft werden Sie nach und nach, wenn Sie so recht eingehen auf die Sache, das Gefühl bekommen: Dies habe ich eigentlich alles nicht bloß selbst gedacht, sondern das ist schon gedacht, bevor ich es denke, das schwebt eigentlich als Gedanke da und geht nur in mich hinein. Wenn Sie dieses Gefühl bekommen, das schwebt eigentlich im objektiven Denken der Welt und geht nur in mich hinein, dann haben Sie viel gewonnen, dann haben Sie ein Verhältnis erlebt zu jener feinen ätherischen Schwebe- und Webewelt, in der Ihre Seele lebt. Und dann ist es im Grunde genommen nur eine Frage der Zeit, wenn auch vielleicht einer längeren Zeit, in die Sphäre allmählich hereinzukommen, die wir gemeinschaftlich haben mit denjenigen Toten, die in irgendeiner karmischen Verbindung mit uns stehen.

[ 7 ] It is difficult to find words for these things, because our language is, after all, shaped for the outer physical plane, and we must first make an effort to apply language to these supersensible conditions. I would like to say that everything we otherwise come to understand lives, so to speak, in a coarse way within our soul, lives deeply within our soul, because we always have at our disposal the instrument of the brain, which is attuned to the ideas and concepts that relate to the physical plane. But when we seek to understand that which does not pertain to the physical plane, we must exert our soul to such an extent that, in fact, the brain plays a very small and ever-diminishing role in this effort, in this study of spiritual science. If we encounter difficulties in understanding what spiritual science offers, this stems solely from the fact that our brain actually hinders us in this process. The brain is, so to speak, ingrained and conditioned to the coarse concepts of the physical plane, and we must make an effort to assimilate the finer concepts—concepts that are finer only for our human understanding—of the supersensible world. But this effort is thoroughly healthy for us; this effort is thoroughly good, for through it we live spiritually with this spiritual science in a completely different way than we live with physical knowledge, cognition, and imagination. We place ourselves, so to speak, in a world of more fluid, more subtle perceptions and ideas, and that is significant. Now, there is a way for all of you to arrive at this, so to speak, when you are sufficiently immersed in the sphere where the etheric body, as it were, lives on its own, allowing the brain to resonate only faintly: This is when you get the feeling that you are not thinking about what spiritual science offers out of mere whim, as you do with everyday concepts. You know quite well that you create everyday concepts—those related to the physical plane—yourselves; you develop them according to the needs and circumstances of daily life, and you form them based on your likes and dislikes, on what is presented to you from the outside through the senses and the intellect bound to the brain. In spiritual science, if you really delve into the subject, you will gradually get the feeling: I haven’t actually thought all of this myself, but rather it has already been thought before I think it; it actually hovers there as a thought and simply enters into me. When you get this feeling—that it actually hovers in the objective thinking of the world and simply flows into me—then you have gained a great deal; then you have experienced a connection to that subtle, ethereal world of floating and weaving in which your soul lives. And then, fundamentally, it is only a matter of time—albeit perhaps a longer time—before you gradually enter the sphere we share with those who have passed away and who stand in some karmic connection with us.

[ 8 ] Ich sagte, für frühere Zeiten konnten die Leute eigentlich gar nicht sprechen davon, ob es Unsterblichkeit gäbe oder nicht. Sie hatten einen dritten Zustand außer dem Schlafen und Wachen, einen Zwischenzustand, der nicht bloß in Träumen bestand, sondern der sich auslebte auf elementarisch-natürliche Art, so daß die Menschen von geistigem Angesicht zu geistigem Angesicht sahen ihre Toten. Die waren da, mit denen lebten sie. Wenn wir zurückgehen in der MenschheitsentwickeJung, so ist es durchaus so, daß wenn zum Beispiel ein Mensch etwas tat, oder wenn ihm etwas geschah, das aus dem Gewohnheitsmäßigen herausfiel — und solches kommt ja beim Menschen vom Morgen bis zum Abend fortwährend vor, er ist ja nicht bloß ein Gewohnheitstier, er tut ja nicht bloß dasjenige, was rein gewohnheitsmäßig ist —, wenn er also irgend so etwas tat, oder wenn ihn so etwas traf, so fühlte er in alten Zeiten neben sich den oder jenen Toten, der vor kürzerer oder längerer Zeit von ihm gegangen war. Er fühlte, daß der mittat, oder daß der mitriet. Indem also die Seele des hier auf der Erde lebenden Menschen sich zu dem oder jenem entschloß, oder dies oder jenes erlitt, fühlte sie, daß der oder jener Tote mittat, mitlitt. Also die Toten waren da. Daher konnte man nicht über Unsterblichkeit oder Nichtunsterblichkeit diskutieren. Es hätte keinen Sinn gehabt, so wenig wie es einen Sinn haben würde, in Frage zu stellen, ob ein Mensch, mit dem man eben redet, wirklich da ist oder nicht. Dasjenige, was man erfährt, ist eben Wirklichkeit, und in alten Zeiten hatte man das Mittun der Toten erfahren.

[ 8 ] I said that in earlier times, people couldn’t really speak about whether immortality existed or not. They had a third state besides sleeping and waking—an intermediate state that did not consist merely of dreams, but manifested itself in an elemental, natural way, so that people saw their dead from spirit face to spirit face. They were there; they lived with them. If we look back at the development of humanity, it is certainly true that when, for example, a person did something, or when something happened to them that fell outside the realm of habit—and such things happen to people constantly from morning to night, for a human being is not merely a creature of habit, nor does he do only what is purely habitual—if, then, he did something of this sort, or if something of this sort befell him, he felt in ancient times the presence beside him of this or that deceased person who had departed from him a short or long time ago. He felt that the deceased was participating in the action or sharing in the suffering. So whenever the soul of a person living here on earth made this or that decision, or suffered this or that, it felt that this or that deceased person was participating in the action or sharing in the suffering. Thus, the dead were present. That is why one could not discuss immortality or non-immortality. It would have made no sense, just as it would make no sense to question whether a person with whom one is speaking at that very moment is really there or not. What one experiences is simply reality, and in ancient times, people had experienced the participation of the dead.

[ 9 ] Wir wissen, aus welchem Grunde diese Zeit in die Untergründe des Daseins hinuntersteigen mußte. Aber sie wird wiederkommen, nur in einer andern Form, und sie wird kommen dadurch, daß sich die Menschen die Stimmung erwerben, welche wirklich über die Seele kommen kann durch die Geisteswissenschaft, durch die Betätigung, durch das Leben in den geisteswissenschaftlichen Vorstellungen über das Übersinnliche. Da wird es möglich, daß die Seele zu feinen Stimmungen kommt, und in diese feinen Stimmungen kommen wiederum herein die Seelen der sogenannten Toten. Die sind zwar immer da, aber daß sie bewußt in die Seelensphäre hereinkommen, darum handelt es sich ja jetzt. Gewiß, die Toten umschweben denjenigen immer, mit dem sie karmisch verbunden waren im Leben. Aber daß sie in sein Bewußtsein hereinwirken, dazu ist notwendig, daß man ihnen entgegenkommt mit der Stimmung, die ich eben jetzt andeutete. Denn sehen Sie, möglich ist es immer für die Toten, den Zugang zu finden zur Menschenseele, wenn die Menschenseele sich mit ihrem Seelenleben in einer solchen Stimmung bewegt, wie ich es angedeutet habe, wenn gewissermaßen in einer übersinnlichen Sphäre die Begriffe und Ideen leben, die die Menschenseele sich bildet. Dasjenige, was der Tote fliehen muß, in das der Tote nicht hinein kann, das ist das Leibliche, das Physische des Menschen. Da kann der Tote nicht hinein, zunächst nicht hinein. Also in die Gedanken, die nur in Anlehnung an die physische Welt aus dem Gehirn aufsteigen, in diese Gedanken kann der Tote nicht hinein. Und weil die Menschen heute zumeist nur solche Gedanken haben, die aus dem Gehirn aufsteigen, ist den Toten so schwer ein Zugang zu den Lebenden möglich. Aber wenn die Lebenden den Toten entgegenkommen, indem sie die Stimmung entwickeln, die eben dadurch da ist, daß man sich viel mit übersinnlichen Vorstellungen beschäftigt, dann können die Toten in dieses Schweben und Weben der Seele herein, welches sich abzieht von dem Leiblichen, welches sich nicht beschäftigt mit dem Leiblichen. Alles in unserer heutigen Zeit hängt davon ab, daß die Menschenseelen die Möglichkeit finden, gewissermaßen den Weg zu den Toten hinzugehen. Dann kommen ihnen die Toten entgegen. Man muß sich in einer gemeinschaftlichen Sphäre finden.

[ 9 ] We know why this era had to descend into the depths of existence. But it will return, only in a different form, and it will come about because people will cultivate the mood that can truly come over the soul through spiritual science, through active engagement, through living in accordance with the spiritual-scientific concepts of the supersensible. Then it will become possible for the soul to attain subtle moods, and into these subtle moods, in turn, the souls of the so-called dead will enter. They are always there, of course, but the point now is that they enter the sphere of the soul consciously. Certainly, the dead always hover around those with whom they were karmically connected in life. But for them to influence a person’s consciousness, it is necessary to meet them with the state of mind I have just described. For you see, it is always possible for the dead to find access to the human soul when the human soul, in its inner life, is in the kind of mood I have described—when, so to speak, the concepts and ideas that the human soul forms live in a supersensible sphere. What the dead must flee from—what they cannot enter—is the physical, corporeal aspect of the human being. The dead cannot enter there—at least not at first. Thus, the dead cannot enter into thoughts that arise from the brain solely in connection with the physical world; they cannot enter into these thoughts. And because people today mostly have only such thoughts that arise from the brain, it is so difficult for the dead to gain access to the living. But when the living reach out to the dead by cultivating the mood that arises precisely from engaging deeply with supersensible ideas, then the dead can enter into this floating and weaving of the soul, which is detached from the physical and is not concerned with the physical. Everything in our present age depends on human souls finding the possibility, so to speak, of making their way toward the dead. Then the dead will come to meet them. One must find oneself in a communal sphere.

[ 10 ] Und, ich habe es ja öfter betont, dasjenige, was sich aus der Geisteswissenschaft heraus auf die übersinnliche Welt bezieht, was wir da an Begriffen und Ideen entwickeln, das ist selbstverständlich für die Lebenden und für die Toten. Daher habe ich empfohlen, den Toten in Gedanken vorzulesen, das heißt, im Hinblicke auf sie Gedanken zu entwickeln, die sich auf die übersinnliche Welt beziehen. Denn dadurch ist unmittelbar eine Brücke zu ihnen geschlagen, und zwar eine Brücke nicht nur zu denjenigen Toten, die vor kurzer Zeit gestorben sind, sondern überhaupt zu den Toten, auch zu denen, die vor längerer Zeit, vor langer Zeit gestorben sind.

[ 10 ] And, as I have often emphasized, what arises from spiritual science in relation to the supersensible world—the concepts and ideas we develop there—is, of course, relevant to both the living and the dead. That is why I have recommended reading aloud to the dead in thought—that is, developing thoughts directed toward them that relate to the supersensible world. For in this way a bridge is immediately built to them—not only to those who have died recently, but to the dead in general, including those who died a long time ago.

[ 11 ] So hat der Lebende die Möglichkeit, an den Toten heranzukommen. Aber der Tote hat auch die Möglichkeit, auf diese Weise in die Gedanken der Lebenden hereinzuwirken. Und wenn Sie den Geist der Geisteswissenschaft aufgenommen haben, dann werden Sie sich aus solchen Auseinandersetzungen heraus eine gerechte Vorstellung bilden können darüber, daß in dem materialistischen Zeitalter, in dem wir jetzt als Menschen schon so lange leben, die Toten immer weniger und weniger Einfluß auf den Gang der Ereignisse hier in der physischen Welt gewonnen haben, da die Menschen sich mehr materialistischen, das heißt auf den physischen Plan bezüglichen Vorstellungen hingegeben haben, zu denen die Toten keinen Zugang haben. Daher spielen sich die Ereignisse, die hier in der physischen Welt geschehen, ab ohne die Beeinflussung oder mit geringerer Beeinflussung durch diejenigen, die dahingegangen sind. Aber das muß wieder anders werden, es muß wiederum eine lebendige Kommunikation kommen zwischen den Lebenden und den Toten. Diejenigen, die hingestorben sind, müssen in die physische Welt hereinwirken können, damit dasjenige, was in der physischen Welt geschieht, nicht bloß unter dem Einflusse der Vorstellungen geschehe, die in der physischen Welt selber entstehen.

[ 11 ] In this way, the living have the opportunity to connect with the dead. But the dead also have the opportunity to influence the thoughts of the living in this way. And once you have embraced the spirit of spiritual science, you will be able to form a fair understanding from such discussions that, in the materialistic age in which we as human beings have now been living for so long, the dead have gained less and less influence over the course of events here in the physical world, since human beings have devoted themselves more to materialistic, that is, to the physical plane—to which the dead have no access. Therefore, the events that take place here in the physical world unfold without, or with only minimal, influence from those who have passed on. But this must change again; there must once more be a living communication between the living and the dead. Those who have passed away must be able to influence the physical world so that what happens in the physical world does not occur solely under the influence of ideas that arise within the physical world itself.

[ 12 ] So hängt das Betreiben der Geisteswissenschaft wirklich innig zusammen damit, den Toten Gelegenheit zu geben, hier in der physischen Welt zu wirken. Und man muß sagen: Das ist ein hohes, ein ernstes Ziel geisteswissenschaftlichen Strebens, wiederum ein Verbindungsglied zu schaffen zwischen der geistigen Welt, in der die Toten sind, und der physischen Welt, damit die Toten nicht in die Lage kommen, sich sagen zu müssen, wir sind gewissermaßen exiliert aus der physischen Welt, weil uns die Lebenden unten auf der physischen Welt keine Gedanken entwickeln, durch die wir eingreifen könnten in diese physische Welt.

[ 12 ] Thus, the pursuit of spiritual science is truly intimately connected with giving the dead the opportunity to work here in the physical world. And it must be said: This is a lofty, serious goal of spiritual scientific endeavor—to create, once again, a link between the spiritual world, where the dead reside, and the physical world, so that the dead do not find themselves in a position where they must say, “We are, so to speak, exiled from the physical world because the living down here in the physical world do not develop thoughts through which we could intervene in this physical world.”

[ 13 ] Gewiß, gar mancher wird sagen: Ich bestrebe mich ja im Aufgehen in den geisteswissenschaftlichen Vorstellungen, allein von einem Hereinwirken der Toten habe ich noch nichts wahrgenommen. — Ja, meine lieben Freunde, zu diesen Dingen gehört einige Geduld. Sie müssen wirklich bedenken, wie sehr seit Jahrhunderten das Leben der Menschen auf dem physischen Plane eben nach dem Materialismus hingestrebt hat, das heißt, entgegengestrebt hat alledem, was ein Hereinwirken der Toten möglich macht in gerechter Weise. Unter all dem, was geschehen ist, was wirklich seit Jahrhunderten her schon geschieht, haben sich gewisse Gefühle, gewisse Empfindungen entwickelt, die die Menschen heute ganz unbewußt haben gegenüber der geistigen Welt. Und gegen diese Gefühle und Empfindungen bleibt dasjenige, was aus der Geisteswissenschaft heute kommt, vielfach noch eine abstrakte Theorie. Man ist überzeugt, daß dasjenige wahr ist, was die Geisteswissenschaft über die übersinnlichen Welten sagt. Gewiß, aber es ist noch nicht so übergegangen in das ganze seelische Leben, daß man jene Empfindungen und Gefühle zu entwickeln vermag, welche nicht störend sind für jenes feine, intime Hereinspielen desjenigen, was von dem Toten ausgeht. Diese Dinge im rechten Lichte zu sehen, ist nicht leicht. Der heutige Mensch ist eben ein Kind oder ein Enkel oder ein Urenkel oder ein Ururenkel derjenigen Menschen, die im Verlaufe der letzten Jahrhunderte gelebt haben und die unter dem Einflusse des heraufkommenden Materialismus ihren Empfindungen, ihren Gefühlen gewisse Richtungen gegeben haben. Diese Richtungen der Gefühle und Empfindungen drücken sich in jeder Einzelheit aus. Wir können den besten Willen haben, einem Toten in der rechten Weise zu begegnen, uns an einen Toten in der rechten Weise zu erinnern, aber unsere ganze Gefühls- und Empfindungsdisposition, wie sie, ich möchte sagen, durch unser Blut, das herunterrinnt aus unseren Ahnen her, tätig ist, das ist nicht geeignet, die feinen, intimen Manifestationen und Offenbarungen, die von den Toten ausgehen, wirklich so vor die Seele hinzustellen, daß nicht unsere Empfindungen gewissermaßen Flackerlichter sind, aufgeregte Flackerlichter, welche sich hinstellen vor diese intimen Impulse, die ja heute wirklich noch sehr fein und intim sind.

[ 13 ] Certainly, many will say: “I do strive to immerse myself in the concepts of spiritual science, but I have not yet perceived any influence from the dead.” — Yes, my dear friends, these things require some patience. You really must consider how, for centuries, human life on the physical plane has been oriented toward materialism—that is, has been moving in the opposite direction of everything that makes a proper interaction with the dead possible. Amid all that has happened—what has in fact been happening for centuries—certain feelings and sensibilities have developed that people today harbor quite unconsciously toward the spiritual world. And in the face of these feelings and sensibilities, what comes from spiritual science today often remains merely an abstract theory. People are convinced that what spiritual science says about the supersensible worlds is true. Certainly, but it has not yet become so fully integrated into the whole of their spiritual life that they are able to develop those feelings and sensibilities that do not interfere with that subtle, intimate interplay of what emanates from the dead. Seeing these things in the right light is not easy. People today are, after all, the children, grandchildren, great-grandchildren, or great-great-grandchildren of those who lived over the course of the last few centuries and who, under the influence of rising materialism, gave their feelings and emotions certain directions. These directions of feelings and emotions are expressed in every detail. We may have the best of intentions to approach a deceased person in the right way, to remember a deceased person in the right way, but our entire emotional and sensorial disposition—as it flows, I might say, through our blood, flowing down from our ancestors, is not suited to truly presenting the subtle, intimate manifestations and revelations emanating from the dead before the soul in such a way that our sensations are not, so to speak, flickering lights—agitated flickering lights—that stand in the way of these intimate impulses, which are indeed still very subtle and intimate today.

[ 14 ] Dadurch, daß das so ist, braucht man sich nicht entmutigen zu lassen, sondern man soll sich immer an das Positive halten. Das Positive ist, daß man wirklich zustrebt jenem Zustande, der in gewissen Augenblicken des Lebens als eine Frucht geisteswissenschaftlicher Studien jene Seelenruhe gibt — denn auf Seelenruhe kommt es an, auf die Stimmung in der Seelenruhe kommt es an —, die möglich macht, daß diese feinen, intimen Manifestationen, Offenbarungen, aus dem Reiche der Toten zu uns kommen.

[ 14 ] Since this is the case, one should not allow oneself to be discouraged, but should always focus on the positive. The positive aspect is that one truly strives toward that state which, at certain moments in life—as a fruit of spiritual scientific studies—bestows that peace of mind—for it is peace of mind that matters, and it is the mood within that peace of mind that matters—which makes it possible for these subtle, intimate manifestations and revelations to come to us from the realm of the dead.

[ 15 ] Es ist auch noch etwas anderes dazu notwendig, und das ist, daß man schon einmal den guten Willen hat, zu widerstreben all den Unwahrhaftigkeiten, von denen wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben. Denn diese Unwahrhaftigkeiten, die durch die Welt schwirren, die sind auch dasjenige, was sich hineinstellt in die, sagen wir geistige Aura, und die es unmöglich macht, daß die Toten durch diesen dichten Nebel all des schwarzen Zeuges, was, um nur eines zu nennen, heute etwa von unserer Publizistik ausgeht an Unwahrheiten, die gedruckt und nachgesprochen werden, was sich da über die ganze Erde hinspannt als eine Aura des Unwahrhaftigen, hindurchdringen. Durch das durchzudringen, ist, wir können es geradezu mit diesen Worten sagen, den Toten außerordentlich schwierig. Daher ist es notwendig, daß man gerade versucht, sich mit Hilfe solcher Vorstellungen, wie wir sie entwickelten, um zu erkennen, was wirklich an konkreter Unwahrhaftigkeit heute durch die Welt schwirrt, aufzuklären, daß man wirklich sich auf diesem Felde bestrebt, die rein äußere Wahrheit des physischen Planes zu erkennen, soweit sie einem zugänglich ist, damit man nicht ein Nebelgebilde vor seine Seele stellt, durch das die geistige Welt eben einfach nicht durch kann. Sie werden begreifen, wie stark dieses nötig ist, was ich jetzt andeute.

[ 15 ] There is also something else that is necessary, and that is having the willingness to resist all the untruths we have discussed in these reflections. For these untruths that swirl through the world are also what intrude into—let’s say—the spiritual aura, and make it impossible for the dead to penetrate this dense fog of all the dark stuff that, to name just one example, the untruths emanating today from our journalism—which are printed and repeated—spreading across the entire Earth like an aura of falsehood. Penetrating through this is, we can say quite plainly, extraordinarily difficult for the dead. Therefore, it is necessary to try, with the help of such concepts as we have developed—to recognize what concrete falsehoods are actually swirling through the world today—to enlighten ourselves; to truly strive in this field to recognize the purely external truth of the physical plane, to the extent that it is accessible to us, so that we do not place a foggy veil before our souls through which the spiritual world simply cannot pass. You will understand how very necessary this is, as I am now suggesting.

[ 16 ] Wir wollen nunmehr mit den Begriffen, die wir eben entwickelt haben, die Frage wenigstens streifen: Was wollen okkulte Gesellschaften, die solche Impulse in die Welt schicken, von denen wir gesprochen haben, Impulse, die sich dann ausleben in einem Leben der Unwahrhaftigkeit, und die dann aus der Unwahrhaftigkeit heraus zu unseren heutigen schmerzlichen Ereignissen geführt haben, was wollen solche okkulten Gesellschaften, von deren Dasein ich Ihnen einiges gesprochen habe? Solche okkulten Gesellschaften wollen neben anderem — man kann ja immer nur einzelnes charakterisieren, sie wollen natürlich auch manches andere — das Folgende: Sie wollen gewissermaßen den Materialismus noch übermaterialisieren, sie wollen noch mehr Materialismus in die Welt schaffen, als durch die naturgemäße Entwickelung der Menschheit im fünften nachatlantischen Zeitraum entsteht. Also noch mehr Materialismus wollen sie haben. Wie gesagt, das ist nur einer der Gesichtspunkte, die sie anstreben; aber diesen Gesichtspunkt wollen wir wenigstens streifen. Aus diesem Gesichtspunkte heraus werden solche Gesellschaften begründet, werden Leute in solche Gesellschaften hineinbefördert, Leute, an die man herangeht im Leben und die man geeignet findet.

[ 16 ] Let us now use the concepts we have just developed to at least touch upon the question: What do occult societies—which send out into the world the impulses we have spoken of, impulses that then manifest themselves in a life of untruthfulness and have led, out of that untruthfulness, to the painful events we face today—what do such occult societies, about whose existence I have told you something, actually want? Among other things—one can, of course, only characterize individual aspects; they naturally have many other aims as well—such occult societies want the following: They want, so to speak, to “over-materialize” materialism; they want to create even more materialism in the world than arises through the natural development of humanity in the fifth post-Atlantean epoch. In other words, they want even more materialism. As I said, this is only one of the goals they pursue; but let us at least touch upon this aspect. It is from this perspective that such societies are founded, and people are recruited into them—people who are approached in life and deemed suitable.

[ 17 ] Nun gibt es die verschiedensten Arten solcher Gesellschaften. Eine bestimmte Art, die sehr verbreitet ist im Westen und wiederum die mannigfaltigsten Spezies hat, umfaßt Organisationen, die zeremonielle Magie treiben. Nun, zeremonielle Magie kann auch gute Magie sein, aber wir sprechen jetzt von denjenigen Gesellschaften, welche zeremonielle Magie treiben, um nicht das allgemeine Menschenheil zu fördern, sondern das Heil von Menschengruppen oder das Heil von speziellen Bestrebungen, nicht allgemein-menschlichen Bestrebungen. Lenken wir also unseren Blick zunächst auf solche Gesellschaften, die von diesem Gesichtspunkte aus zeremonielle Magie treiben, Magie, welche durch Zeremonien geübt wird. Wie gesagt, die kann auch gut sein, aber bei diesen Gesellschaften ist es eben nicht gut. Nun haben gewisse Arten der zeremoniellen Magie die Eigentümlichkeit, daß sie wirklich eine gewisse Bedeutung, eine gewisse Wirkung haben auf den physischen Menschenapparat. Alles Physische ist ja schließlich eine Offenbarung des Geistigen. Dasjenige Geistige, das unter dem Einflusse gewisser zeremonieller magischer Verrichtungen entsteht, kann hereinwirken in den physischen Menschenapparat, in das Gangliensystem, wie ich es Ihnen neulich charakterisiert habe, in das Rückenmarkssystem. Am schwierigsten aber ist es, durch die Verrichtungen der zeremoniellen Magie auf das Zerebralsystem zu wirken. Auf dem Umwege durch das Geistige muß das alles geschehen, aber es kann geschehen, es kann so wirksam werden,

[ 17 ] There are now a wide variety of such societies. One particular type, which is very widespread in the West and, in turn, encompasses a vast array of subtypes, includes organizations that practice ceremonial magic. Now, ceremonial magic can also be good magic, but we are now speaking of those societies that practice ceremonial magic not to promote the general welfare of humanity, but rather the welfare of specific groups of people or the fulfillment of specific endeavors—not endeavors that benefit humanity as a whole. Let us therefore first turn our attention to such societies that, from this perspective, practice ceremonial magic—magic that is performed through ceremonies. As I said, it can also be good, but in the case of these societies, it is simply not good. Now, certain types of ceremonial magic have the peculiarity that they truly have a certain significance, a certain effect on the physical human organism. After all, everything physical is ultimately a manifestation of the spiritual. The spiritual element that arises under the influence of certain ceremonial magical acts can affect the physical human organism—the ganglion system, as I recently described to you, and the spinal cord system. The most difficult thing, however, is to influence the cerebral system through the practices of ceremonial magic. All of this must happen indirectly through the spiritual realm, but it can happen; it can become effective in this way,

[ 18 ] Stellen wir uns also vor, gewisse okkulte Gesellschaften treiben eine gewissen grauen oder schwarzen Seiten hingewendete zeremonielle Magie, und sie beeinflussen ihre Zugehörigen in der Richtung, daß Einflüsse genommen werden bis in den physischen Leib hinein in die feineren Schwingungen und Webungen des physischen Leibes, aber immerhin in den physischen Leib hinein. Da fließt gleichsam das Geistige in den physischen Leib hinein.

[ 18 ] Let us imagine, then, that certain occult societies practice a form of ceremonial magic oriented toward a certain gray or black side, and that they influence their members in such a way that influences are drawn into the physical body—into the finer vibrations and textures of the physical body, but into the physical body nonetheless. In a sense, the spiritual flows into the physical body.

[ 19 ] Was ist die Folge? Die Folge ist, daß jetzt etwas eintritt, was für frühere Menschheitszeiträume zwar geeignet war, aber für unseren Menschheitszeitraum nicht mehr sein darf. Durch solche Verrichtungen ist die Möglichkeit gegeben, daß die geistige Welt, ohne daß der Mensch ihr entgegengeht auf dem Wege, wie ich es angedeutet habe, einen Einfluß gewinnt auf die Menschen, die teilnehmen an solchen Verrichtungen zeremonieller Art. Das heißt, es wird eine Möglichkeit geschaffen, daß Tote, neben andern Geistern, auf diejenigen, die eingesponnen sind in einem solchen Ring, der durch die zeremonielle Magie geschaffen wird, einwirken. Dadurch aber kann der Materialismus unserer Zeit gewissermaßen übermaterialisiert werden. Denken Sie sich, ein Mensch sei ganz und gar, nicht bloß in bezug auf seine Weltanschauung, sondern in bezug auf sein ganzes Empfinden, auf sein Fühlen materialistisch gesinnt, und das sind im Westen ungeheuer viele Leute. Nun steigert sich diese materialistische Gesinnung noch in hohem Maße. Dann bekommt er den Drang, nicht nur einen Einfluß zu haben auf die materielle Welt, solange er im physischen Leibe lebt, sondern über den Tod hinaus. Er strebt an: Wenn ich sterbe, so will ich irgendeine Stätte haben, durch die ich auf die lebenden Menschen, die ich zurückgelassen habe auf.der Erde, oder die abgerichtet werden für mich, wirke. Es gibt in unserer Zeit eben schon Menschen, deren materialistischer Drang so stark ist, daß sie nach Einrichtungen streben, durch die sie über den Tod hinaus in der materiellen Welt Einrichtungen pflegen können. Und solche Instrumente, durch die der Mensch sich eine materielle Herrschaft sichert über den Tod hinaus, das sind eben Stätten gewisser zeremonieller Magie.

[ 19 ] What is the consequence? The consequence is that something is now taking place that, while appropriate for earlier periods of human history, must no longer be permitted in our present era. Through such rituals, the possibility arises that the spiritual world—without human beings actively seeking it out in the manner I have indicated—may exert an influence on those who participate in such ceremonial rites. That is to say, a possibility is created for the dead, alongside other spirits, to influence those who are ensnared within such a ring created by ceremonial magic. As a result, however, the materialism of our time can, in a sense, become over-materialized. Imagine a person who is entirely—not merely in terms of their worldview, but in terms of their entire sensibility and feelings—materialistically minded, and there are an enormous number of such people in the West. Now this materialistic mindset intensifies to a great degree. Then they feel the urge not only to exert an influence on the material world while they live in their physical bodies, but also beyond death. They strive to say: “When I die, I want to have some kind of place through which I can influence the living people I have left behind on Earth, or those who are being trained for me.” There are already people in our time whose materialistic drive is so strong that they seek institutions through which they can maintain a presence in the material world beyond death. And such instruments, through which a person secures material dominion beyond death, are precisely the sites of certain forms of ceremonial magic.

[ 20 ] Damit wird auf etwas hingedeutet, was von einer ungeheuren Tragweite ist. Denn denken Sie sich, eine Anzahl von Menschen werde zusammengetan zu einer gewissen Brüderschaft. Diese Menschen wissen zunächst: uns sind andere vorangegangen, die, welche so starke Herrschaftsmachtgedanken ausgeprägt haben, daß ihnen das Leben nicht genug war, um sie zu verwirklichen, daß sie sie über den Tod hinaus verwirklichen wollen. Für die schaffen wir einen Kreis, und durch das, was wir tun, durch die zeremoniellen magischen Handlungen, die wir vornehmen, wirken sie in unsere Leiber herein. Wir kriegen stärkere Macht dadurch, als wir haben, wir werden dadurch in die Lage versetzt, wenn wir den andern, schwachen Menschen, die außerhalb solcher Gesellschaften stehen, entgegentreten, eine gewisse gesteigerte magische Macht über sie auszuüben. Wenn wir ein Wort sagen, wenn wir eine Rede halten, dann wirken durch uns diese Toten mit, weil wir vorbereitet sind durch das Eingesponnensein in die Handlungen der zeremoniellen Magie.

[ 20 ] This points to something of immense significance. For imagine that a number of people are brought together to form a certain brotherhood. These people know, first of all, that others have gone before us—those who harbored such intense desires for power that life alone was not enough for them to realize them, and who wish to realize them even beyond death. For them, we create a circle, and through what we do—through the ceremonial magical acts we perform—they work their influence into our bodies. This gives us greater power than we possess; it enables us, when we confront other, weaker people who stand outside such societies, to exert a certain heightened magical power over them. When we speak a word, when we give a speech, these dead work through us, because we are prepared by being woven into the acts of ceremonial magic.

[ 21 ] Es ist ein großer Unterschied, ob ein Mensch, ich möchte sagen, ehrlich einfach im Kulturprozesse unserer Zeit drinnensteht, und dann mit diesem ehrlichen Drinnenstehen im Kulturprozesse unserer Zeit eine parlamentarische Rede hält oder einen Zeitungsartikel schreibt, oder ob ein Mensch in Kreisen zeremonieller Magie drinnensteht, dadurch gestärkt wird mit den Machtimpulsen gewisser Toter, und mit diesen Impulsen nun die Parlamentsrede hält oder den Zeitungsartikel schreibt, und dadurch eine ungeheuer viel stärkere Wirkung ausübt für das, was er will, als wenn er das nicht hinter sich hätte. Das ist das eine.

[ 21 ] There is a huge difference between a person who—I would say—is honestly and simply immersed in the cultural processes of our time, and who then, drawing on this honest immersion, delivers a parliamentary speech or writes a newspaper article; and a person who is immersed in circles of ceremonial magic, is thereby strengthened by the impulses of power from certain deceased individuals, and now delivers the parliamentary speech or writes the newspaper article with these impulses—and thereby exerts an immensely stronger influence toward achieving what they want than if they did not have that backing. That is one thing.

[ 22 ] Das andere aber ist, daß diese Menschen, die sich so in die Kreise gewisser zeremoniell-magischer Gesellschaften begeben, sich selber wiederum eine Macht über den Tod hinaus, gewissermaßen eine ahrimanische Unsterblichkeit sichern. Und das ist der tragende Gedanke bei sehr vielen, das ist der tragende Gedanke. Für sie ist gewissermaßen die Gesellschaft, der sie sich angeschlossen haben, ein gewisser Bürge, daß Kräfte von ihnen über den Tod hinaus leben, die eigentlich nur leben sollten bis zu ihrem physischen Tode. Und dieser Gedanke lebt heute in mehr Menschen, als Sie denken, der Gedanke, sich eine ahrimanische Unsterblichkeit zu sichern, die ahrimanische Unsterblichkeit, die darinnen besteht, daß man nicht nur als einzelner, individueller Mensch wirkt, sondern daß man durch das Instrument einer solchen wie es charakterisiert worden ist — Gesellschaft wirkt. Solche Gesellschaften gibt es die mannigfaltigsten, und Menschen von gewissen Graden in solchen Gesellschaften, die wissen: Ich werde durch eine solche Gesellschaft mit den Kräften, die ich sonst abschließen müßte mit dem Tode, bis zu einem gewissen Grade unsterblich, die wirken über meinen Tod hinaus. |

[ 22 ] The other point, however, is that these people, who enter into the circles of certain ceremonial-magical societies, secure for themselves a power that extends beyond death—a kind of Ahrimanic immortality, so to speak. And that is the central idea for very many of them; that is the central idea. For them, the society they have joined serves, as it were, as a kind of guarantee that certain powers within them will live on beyond death—powers that were actually meant to last only until their physical death. And this idea lives on today in more people than you might think—the idea of securing an Ahrimanic immortality, the Ahrimanic immortality that consists in acting not merely as a single, individual human being, but through the instrument of a society such as has been described. There are all manner of such societies, and people at certain levels within them know: Through such a society, I become, to a certain degree, immortal—the forces that I would otherwise have to leave behind with death continue to act beyond my death. |

[ 23 ] Dabei werden die Menschen durch dasjenige, was sie in der zeremoniellen Magie dann erleben, allerdings so betäubt, daß der Gedanke sie nicht mehr geniert, der demjenigen sich vor die Seele stellen müßte, der diese Dinge in wahrhaftigem Ernst und echter Würde nimmt; denn ebensoviel wie einem zuwächst an unsterblichem Sterblichem, oder besser gesagt an ahrimanischer Unsterblichkeit, ebensoviel verliert man von dem Bewußtsein der andern, der wirklichen, der echten Unsterblichkeit. Aber der Materialismus hat viele Gemüter in unserer Zeit so ergriffen, daß sie nicht geniert werden, daß sie hinwegbetäubt werden und in der Tat streben nach ahrimanischer Unsterblichkeit. Und man kann sagen: Es gibt heute Gesellschaften, die sind, spirituell gedacht, okkultistisch gedacht, «Assekuranzgeseilschaften auf ahrimanische Unsterblichkeit»!

[ 23 ] However, through what they then experience in ceremonial magic, people become so numbed that they are no longer troubled by the thought that would inevitably arise in the soul of anyone who takes these things with true seriousness and genuine dignity; for just as much as one gains in immortal mortality—or, better said, in Ahrimanic immortality—one loses just as much of the awareness of the other, the real, the genuine immortality. But materialism has so taken hold of many minds in our time that they are not embarrassed by this; they are numbed to it and, in fact, strive for Ahrimanic immortality. And one can say: There are societies today that are, spiritually speaking, occultistically speaking, “insurance companies for Ahrimanic immortality”!

[ 24 ] Es ist immer nur eine kleine Anzahl von Menschen, die mit all diesen Dingen vertraut sind, denn solche Gesellschaften sind in der Regel so organisiert, daß die zeremonielle Magie namentlich auf diejenigen wirken soll, die ahnungslos sind, auf Menschen, die ein gewisses Bedürfnis haben, mit der geistigen Welt in Beziehung zu treten durch allerlei symbolische Handlungen. Solcher Menschen gibt es viele. Es sind wahrhaftig an sich nicht die schlechtesten Menschen, die das erreichen wollen. Solche Menschen werden nun in den Kreis der zeremoniellen Magie hereingenommen, und eine kleine Anzahl setzt sich dann zusammen, die eigentlich nur sich der andern, die in den Kreis der zeremoniellen Magie hereingesponnen sind, als Instrumente bedienen. Daher sollte man vorsichtig sein gegenüber allen sogenannten okkulten Gesellschaften, welche sogenannte höhere Grade verwalten, deren Ziele für die untern Grade ein Geheimnis bleiben. Diese Verwaltungsgrade umfassen in der Regel diejenigen, die eigentlich erst soweit eingeweiht sind, daß sie eine Ahnung haben von demjenigen, was ich Ihnen jetzt gesagt habe, sie umfassen diejenigen, die in positiver Weise bewußt wirken sollen, welche gewisse Ziele und Richtungen angeben, die dann verwirklicht werden dadurch, daß man das Gros der andern hat, die in den Kreis der zeremoniellen Magie nur eingesponnen sind. Alles, was diese Leute tun, wird so getan, daß es in der von den oberen Graden gewollten Richtung geschieht, aber verstärkt durch die Kräfte, die aus der zeremoniellen Magie kommen. Wer sich ein wenig Einblick verschafft in die ungeheuer große Zahl von solchen Gesellschaften des Westens, welche zeremonielle Magie treiben, der kann dann auch eine Ahnung bekommen, welches ungeheuer wirksame Instrument für weitgehende Weltenpläne solche Gesellschaften sein können. Denn das Wesentliche besteht ja, wie Sie gesehen haben, darin, daß ein gewisses Hereinwirken des Spirituellen in das Physisch-Sinnliche, wie es in früheren Zeiten richtig war, in unsere Zeit heraufgenommen wird, während in unserer Zeit das Richtige ist, daß der Mensch in der geschilderten Weise entgegenkommt den Toten, so daß man sich gewissermaßen mit den Toten auf halbem Wege begegnet. In der Ihnen angedeuteten Stimmung wird hier ein Weg gesucht, der für frühere, atavistische Zeiten der Weg war und der in die Gegenwart durch das Medium der zeremoniellen Magie hereingenommen wird.

[ 24 ] There are always only a small number of people who are familiar with all these things, because such societies are generally organized in such a way that ceremonial magic is intended to affect, in particular, those who are unaware—people who have a certain need to connect with the spiritual world through all kinds of symbolic acts. There are many such people. In truth, those who seek to achieve this are not, in and of themselves, the worst of people. Such people are then admitted into the circle of ceremonial magic, and a small group then forms that actually uses the others—who have been drawn into the circle of ceremonial magic—merely as instruments. Therefore, one should be cautious toward all so-called occult societies that administer so-called higher degrees, whose goals remain a secret to the lower degrees. These administrative degrees generally comprise those who are actually initiated to the extent that they have some inkling of what I have just told you; they comprise those who are meant to act consciously in a positive manner, setting certain goals and directions that are then realized by utilizing the majority of the others who have merely been drawn into the circle of ceremonial magic. Everything these people do is carried out in such a way that it proceeds in the direction intended by the higher degrees, but is amplified by the forces derived from ceremonial magic. Anyone who gains a little insight into the immense number of such societies in the West that practice ceremonial magic can then also get a sense of what an immensely effective instrument such societies can be for far-reaching world plans. For the essential point, as you have seen, is that a certain influence of the spiritual into the physical-sensory realm—as was proper in earlier times—is brought into our own era, whereas in our time what is proper is for human beings to reach out to the dead in the manner described, so that, in a sense, they meet the dead halfway. In the spirit I have indicated to you, a path is sought here that was the path in earlier, atavistic times and that is brought into the present through the medium of ceremonial magic.

[ 25 ] Das sollte Ihnen eine Vorstellung geben, wie auf unverhältnismäßige Weise heute der überspannte Materialismus, der Materialismus, der übermaternalistisch ist, die Grenzen zu jener Welt überschreiten will, welche heute nur überschritten werden sollen dadurch, daß man die Seele in die Stimmung bringt, die übersinnliche Begriffe geben können. Das Richtige ist heute: Niemals das Unverstandene hinnehmen, was in vielen okkulten Gesellschaften heute gegeben wird — und ungeheuer viel wird heute unverstanden gegeben und hingenommen. Das Richtige ist: dasjenige, was in solchen Gesellschaften gegeben wird, höchstens wie eine Unterschätzung des gesprochenen Wortes, das heißt des durch den Begriff aufgenommenen Wortes zu nehmen.

[ 25 ] This should give you an idea of how, in a disproportionate way, today’s excessive materialism—materialism that is ultra-materialistic—seeks to cross the boundaries into that world, which today can only be entered by bringing the soul into the state of mind that allows for supersensible concepts. The right approach today is this: Never accept what is not understood, which is what is offered in many occult societies today—and an enormous amount is offered and accepted today without being understood. The right approach is to regard what is offered in such societies, at most, as an underestimation of the spoken word—that is, of the word grasped through the concept.

[ 26 ] In vielem, was heute als Unwahrhaftigkeit und auch als Selbstsucht die Welt durchschwirrt und was möglich gemacht hat, daß die Selbstsucht heute ja sogar schon heilig gesprochen worden ist, wenn auch nicht vom Papste, was möglich gemacht hat, daß von Sacro egoismo gesprochen wird, was ein neuer, nicht gerade vom Papste erklärter Heiliger ist, in vielem, was heute an Egoismen, an Unwahrhaftigkeiten durch die Welt schwirrt, wirken Einflüsse und Impulse, welche sich verstärken aus der Welt der Toten heraus auf die angegebene Art. Aber indem diese Impulse gesucht werden, findet man noch den Anschluß an andere Impulse. Und über diese Impulse, über diese andern Impulse finden Sie schon Aufschluß in meiner Schrift «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit». Die Vorträge, die dieser Schrift zugrunde liegen, sind wirklich aus den mannigfaltigsten Gründen damals 1911 in Kopenhagen gesprochen worden. Da finden Sie auseinandergesetzt, wie gewisse Angeloikräfte aus der dritten nachatlantischen Zeit zurückgeblieben sind, um in der jetzigen Zeit eine ähnliche Kraft zu entfalten, wie sie während der ägypzischen Periode entfaltet worden ist. Es wurde damals gesagt:

[ 26 ] In much of what today swirls through the world as insincerity and also as selfishness—and which has made it possible for selfishness to have been canonized today, even if not by the Pope; which has made it possible to speak of “sacro egoismo,” a new saint not exactly declared by the Pope— in much of what swirls through the world today in the form of selfishness and insincerity, there are influences and impulses at work that intensify from the world of the dead in the manner described. But in seeking out these impulses, one also finds a connection to other impulses. And you will find clarification regarding these impulses—and these other impulses—in my book The Spiritual Guidance of the Individual and of Humanity. The lectures on which this book is based were indeed delivered in Copenhagen in 1911 for a wide variety of reasons. There you will find an explanation of how certain angelic forces from the third post-Atlantean epoch have remained behind in order to unfold a power in the present age similar to that which was unfolded during the Egyptian period. It was said at that time:

«Wie die schönsten Dinge zu Verführern und Versuchern der Menschheit werden können, wenn ihnen der Mensch einseitig folgt, so wäre, wenn die gekennzeichnete Einseitigkeit Platz griffe, die große Gefahr vorhanden, daß alle möglichen guten Bestrebungen als Fanatismus sich kundgeben würden. So wahr es ist, daß die Menschheit durch ihre edlen Impulse vorwärts gebracht wird, so wahr ist es auch, daß durch die schwärmerische und fanatische Vertretung der edelsten Impulse das Schlimmste für die richtige Entwickelung bewirkt werden kann.»

“Just as the most beautiful things can become the seducers and tempters of humanity when people follow them one-sidedly, so too, if the one-sidedness described were to take hold, there would be a great danger that all manner of good aspirations would manifest themselves as fanaticism. Just as it is true that humanity is driven forward by its noble impulses, so it is also true that the enthusiastic and fanatical advocacy of even the noblest impulses can have the worst possible effect on proper development.”

[ 27 ] Und dann ist hingewiesen darauf, wie gewisse Kräfte, die berechtigt waren in der dritten nachatlantischen Zeit, hereinwirken in unsere Zeit. Und geradeso — das darf heute dazu gesagt werden — wie der Mensch gerechterweise die Verbindung mit seinem richtigen Angelos findet, so kann er auch den Zugang finden, wenn er solche Kräfte, solche Impulse sucht, die aus der Welt der Toten in gekennzeichneter Weise ahrimanische Verstärkungen sind, zu diesen zurückgebliebenen Geistern aus der ägyptisch-chaldäischen Zeit, zu diesen zurückgebliebenen Angeloi. Und diese zurückgebliebenen Angeloi, die spielen eine große Rolle in solchen okkulten Gesellschaften, die ich Ihnen geschildert habe. Die sind da wichtige Helfer und wichtige führende Geister. Da gibt es vieles in solchen okkulten Gesellschaften, was geradezu bestrebt ist, in der alten Weise Agyptisch-Chaldäisches auf die Gegenwart zu übertragen. Wenn das nicht bloßer Firlefanz ist, sondern wenn es wirklich im okkulten Leben drinnensteht, dann geschieht es unter dem Einflusse von zurückgebliebenen Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, die da Führer sind. Und damit hätten wir auch hingedeutet auf jene Wesen aus der nächst übersinnlichen Hierarchie, die von solchen Gesellschaften gesucht werden.

[ 27 ] And then it is pointed out how certain forces that were active in the third post-Atlantean epoch are now at work in our time. And just as — and this may be said today — just as a person can rightly find a connection with his true Angelos, so too can he find access, if he seeks such forces, such impulses that, in a specific way, are Ahrimanic reinforcements from the world of the dead, to these spirits left behind from the Egyptian-Chaldean era, to these Angeloi who have remained behind. And these lingering angels play a major role in the kinds of occult societies I have described to you. They are important helpers and leading spirits there. There is much in such occult societies that is positively striving to carry over the ancient Egyptian-Chaldean ways into the present. If this is not mere frivolity, but is truly embedded in occult life, then it occurs under the influence of beings who have remained behind from the hierarchy of the Angeloi, who serve as leaders there. And with that, we have also pointed to those beings from the next supersensible hierarchy who are sought after by such societies.

[ 28 ] Es ist damit auf Allerallerwichtigstes hingewiesen. Und nur, wenn man versteht, wie in solchen Gesellschaften die lebendigen Testamente, nicht die geschriebenen Testamente für das Leben, sondern die Kräfte, die über den Tod hinaus wirken, jedoch nicht wirken sollten, konserviert werden, dann merkt man etwas von der magischen Macht, welche solche Gesellschaften ausüben und die es ihnen ermöglicht, oftmals auch dem Unwahren den Stempel des Wahrhaftigen aufzudrücken. Und es ist schon eine wichtige magische Verrichtung, das Unwahre in der Welt so zu verbreiten, daß es wie das Wahre wirkt. Denn in dieser Wirkung des «Unwahren wie des Wahren» liegt eine ungeheure Kraft des Bösen. Und diese Kraft des Bösen wird von den verschiedensten Seiten her ganz gehörig ausgenützt.

[ 28 ] This highlights the most crucial point of all. And only when one understands how, in such societies, the living testaments—not the written testaments for life, but the forces that continue to act beyond death, though they should not—are preserved, does one begin to grasp something of the magical power that such societies exert, a power that often enables them to stamp the mark of truth upon what is untrue. And it is indeed an important magical feat to spread falsehood in the world in such a way that it appears to be true. For in this effect of “falsehood appearing as truth” lies an immense power of evil. And this power of evil is exploited to the fullest from a wide variety of quarters.

[ 29 ] Das wollte ich heute vorbringen, um manchem von dem, was ich mehr exoterisch sagte, nun auch den esoterischen Hintergrund zu geben. — Wir wollen dann morgen über diese Verhältnisse weitersprechen und in einiges noch tiefer einzudringen versuchen.

[ 29 ] That is what I wanted to bring up today, in order to provide an esoteric context for some of the things I said in more exoteric terms. — We will then continue discussing these matters tomorrow and try to delve even deeper into some of them.