The Spiritual Background of World War I
GA 174b
23 November 1915, Stuttgart
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
The Spiritual Background of World War I, tr. SOL
Fünfter Vortrag
Fifth Lecture
[ 1 ] Wenn man an das Geheimnis des Todes herantritt, dann muß man sich vor allen Dingen immer gegenwärtig halten, wie es auch gestern wieder betont worden ist, daß zur Charakteristik der geistigen Welten schon notwendig ist, den Sinn, der in unseren gewöhnlichen, für die physische Welt zugeschnittenen Worten liegt, zu wandeln. Denn der Tote, der sogenannte Tote, tritt ein in die geistige Welt, und wie wir ja schon wiederholt angedeutet haben, ist es eben in der geistigen Welt von Grund aus anders als in der physischen Welt.
[ 1 ] When approaching the mystery of death, one must above all always bear in mind—as was emphasized again yesterday—that in order to characterize the spiritual worlds, it is necessary to transform the meaning inherent in our ordinary words, which are tailored to the physical world. For the dead—the so-called dead—enter the spiritual world, and as we have repeatedly indicated, the spiritual world is fundamentally different from the physical world.
[ 2 ] Nicht nur nach geisteswissenschaftlichen Einsichten, sondern schon in Gemäßheit der gewöhnlichen physischen Vernunft kann gedacht werden, daß beim Eintreten in die geistige Welt durch die Pforte des Todes das erste für den Toten ist: das Lösen des physischen Leibes von dem, was innerhalb dieses physischen Leibes seine andere Menschenwesenheit ist. Das ist ja natürlich eine ganz triviale Wahrheit. Wir wollen nun heute in dem Sinne, wie das für die Geisteswissenschaft erforschbar ist, auf die Vorgänge, die in Betracht kommen beim Beschreiben der Pforte des Todes und dem weiteren Verfolg des Weges zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, auf die inneren Erlebnisse des Toten hinschauen.
[ 2 ] Not only according to insights from the humanities, but even in accordance with ordinary physical reason, one can conceive that when entering the spiritual world through the gate of death, the first thing that happens to the deceased is the separation of the physical body from that which, within this physical body, constitutes their other human being. This is, of course, a very trivial truth. Today, in the sense that it can be explored through spiritual science, we will examine the processes involved in describing the gateway of death and the subsequent journey between death and a new birth, focusing on the inner experiences of the deceased.
[ 3 ] Für den Menschen, der hier im physischen Leben zurückbleibt, ist es ja so, daß er die Empfindung hat, dasjenige, was so in der physischen Leibeshülle eingeschlossen ist, verlasse den oder die Zurückbleibenden, der Tote gehe fort in eine andere Welt. Die Wahrnehmung, die der Tote — wie gesagt, nach dem, was für die Geisteswissenschaft erforschbar ist — zunächst hat, ist die, daß er seinerseits verlassen wird von den Erdenbewohnern und auch von seinem physischen Leibe, von dem, was das Werkzeug war für seine Wahrnehmung, für sein Denken und Fühlen und seine Willensfähigkeit zwischen Geburt und Tod. Diese also, die um ihn waren, die mit ihm verbunden waren, gehen von ihm weg: das ist seine erste Wahrnehmung. Diese Wahrnehmung ist zunächst verknüpft mit den Vorgängen, die wir oft beschrieben haben: daß die Erde selber in einem gewissen Sinne weggehe, so daß sie die physische Leibeshülle von dem durch die Pforte des Todes Gehenden wegnimmt. Es ist durchaus so, als ob gewissermaßen der Tote das Gefühl bekäme, er bleibe hinter einer Bewegung zurück, die er eigentlich hier auf der Erde gar nicht wahrgenommen hat, er bleibe hinter der eigenen Bewegung der Erde zurück; die Erde gehe von ihm fort und mit der Erde alles dasjenige, was ihn auf der Erde umgeben hat. Und er werde nun einer ganz anderen Welt eingegliedert, aber einer Welt, durch die er nunmehr etwas wahrnimmt, was ihm vorher ganz verborgen war, durch die er wahrnimmt, daß dasjenige, was ihm als Leibeshülle gegeben war, gebunden ist an die Erde, auch an die Bewegungen der Erde. Er hat so gewissermaßen das Gefühl — obwohl das recht ungenau ausgedrückt ist —, er könne den Weg nicht mehr mitmachen, den die Erde und ihre Geister machen; daher verlassen sie ihn. Er bleibe in einer gewissen größeren Ruhelage zurück, er gliedere sich gewissermaßen einer ruhigeren Welt ein.
[ 3 ] For the person who remains behind here in physical life, it is indeed the case that they have the sensation that what is enclosed within the physical body leaves those who remain behind, and that the deceased departs into another world. The perception that the deceased—as mentioned, according to what is knowable through spiritual science—initially has is that he, in turn, is being left behind by the inhabitants of the earth and also by his physical body, which served as the instrument for his perception, for his thinking and feeling, and for his capacity for will between birth and death. So those who were around him, who were connected to him, are moving away from him: that is his first perception. This perception is initially linked to the processes we have often described: that the Earth itself, in a certain sense, moves away, so that it takes the physical body away from the one passing through the gate of death. It is quite as if, in a sense, the deceased were to feel that he is left behind by a movement that he had not actually perceived here on Earth—that he is left behind by the Earth’s own movement; the Earth moves away from him, and with it everything that surrounded him on Earth. And he is now incorporated into a completely different world—but a world through which he now perceives something that was previously entirely hidden from him, through which he perceives that what was given to him as a physical body is bound to the Earth, and also to the Earth’s movements. He has, so to speak, the feeling—although this is expressed rather imprecisely—that he can no longer follow the path taken by the Earth and its spirits; therefore, they leave him. He remains behind in a state of greater stillness, so to speak, and becomes part of a more tranquil world.
[ 4 ] Auf diese Wahrnehmung des Verlassenwerdens, namentlich auch von der physischen Leibeshülle, von alledem, was man von Menschen erfahren hat, was man mit den Menschen erlebt hat zwischen Geburt und Tod, gründet sich nun für den Toten gar mancherlei. Der Besitz seiner physischen Leibeshülle war ihm etwas Selbstverständliches während des Erdenlebens. Daher ist das, was er jetzt wahrnimmt, etwas ganz Neues, und wir werden sehen, wie verschieden diese Wahrnehmungen sind, je nachdem man eines sogenannten natürlichen Todes durch Krankheit oder Altersauflösung stirbt oder eines gewaltsamen Todes, zum Beispiel eines solchen 'Todes, den jetzt viele Tausende sterben müssen.
[ 4 ] For the deceased, many things are now based on this perception of being abandoned—namely, of being separated from the physical body and from everything one has learned from people and experienced with them between birth and death. Possession of one’s physical body was something taken for granted during earthly life. Therefore, what one now perceives is something entirely new, and we shall see how different these perceptions are, depending on whether one dies a so-called natural death from illness or old age, or a violent death—for example, the kind of ‘death’ that many thousands must now endure.
[ 5 ] Diese Wahrnehmung, von demjenigen verlassen zu werden, was einem selbstverständlich als Eigentum gehörte, bedingt, daß etwas ganz Neues im Seelenleben auftritt. Es bedeutet, daß etwas im Seelenleben auftritt, was man eben nicht hat kennenlernen können, solange man im Leibe weilte. Das erste, was da im Seelenleben auftritt, ist, ich möchte sagen, das umgekehrte Gefühl gegenüber dem Leben. Hier auf der Erde hat man das Gefühl, daß einem das Leben von außen gegeben ist, daß man lebt durch die Lebenskräfte, die einem vom Äußeren der Erde gegeben sind. Nun geht sozusagen die Erde mit dem, was sie einem gegeben hat, fort und sogleich tritt durch dieses Verlassenwerden das Gefühl auf, daß von innen heraus nunmehr die Kraft des Belebens sprudelt. Das erste also ist die Wahrnehmung des Sich-Belebens. Es ist der Übergang zu einer gewissen Aktivität, während man bisher in der Passivität verharrt hat: Du belebst dasjenige, was du nun bist. Du bist in dir selber. Was du bisher Welt nanntest, das ist von dir fortgegangen. Das, in dem du jetzt lebst, indem du es aber ganz ausfüllst, das erzeugt in sich selber die Kraft des Belebens, das belebt sich. — Und im Konkreten ist das so, daß sich eben das ergibt, was ich oftmals das Lebenspanorama genannt habe, das flutende Leben in alledem, was man zwischen Geburt und Tod erlebt hat. Die Bilder dieses Lebens treten ja vor die Seele. Es steigt gleichsam aus dem Punkte, in dem man selber ist, wie ein mächtiger, sich erzeugender "Traum das ganze letzte Leben zwischen Geburt und Tod auf. Aber Kraft braucht dieses Bild, damit es nicht ein Traum sei. Es wäre wie ein dahinflutender Traum, wenn man nicht dadurch, daß man dieses Bewußtsein errungen hat: die eigene Leibeshülle löst sich los von dem Geistig-Seelischen —, die Kraft des Belebens bekommen hätte. Der Traum belebt sich. Es wird, was sonst nur flutende, dunkle Traumesbilderwelt wäre, von demselben Punkte aus belebt, es wird lebendige Welt, lebendiges Lebenspanorama. Man ist selber Quell des Belebens für das, was also als Traum auftaucht. Das ist ja das unmittelbare Erleben nach dem Tode.
[ 5 ] This sense of being separated from what one naturally regarded as one’s own gives rise to something entirely new in the life of the soul. It means that something emerges in the life of the soul that one simply could not have come to know while one was still in the body. The first thing that arises in the life of the soul, I would say, is the opposite feeling toward life. Here on Earth, one has the feeling that life is given from the outside, that one lives through the life forces provided by the external world. Now, so to speak, the Earth departs with what it has given you, and immediately, as a result of this departure, the feeling arises that the life-giving force is now welling up from within. The first thing, then, is the perception of self-animation. It is the transition to a certain activity, whereas until now one had remained in passivity: You animate that which you now are. You are within yourself. What you previously called the world has departed from you. That in which you now live—and by filling it completely—generates within itself the life-giving force; it animates itself. — And in concrete terms, this is how it happens: what emerges is precisely what I have often called the “panorama of life”—the surging life in everything one has experienced between birth and death. The images of this life appear before the soul. The entire past life between birth and death rises, as it were, from the point where one is oneself, like a powerful, self-generating “dream.” But this image needs strength so that it is not merely a dream. It would be like a dream flowing away if one had not, by attaining this awareness—that one’s physical body is detaching itself from the spiritual-soul aspect—gained the power to bring it to life. The dream comes to life. What would otherwise be merely a flowing, dark world of dream images is animated from that very point; it becomes a living world, a living panorama of life. One is oneself the source of this animation for what thus emerges as a dream. This, indeed, is the immediate experience after death.
[ 6 ] Das alles ist so, während der Mensch noch kaum das Bewußtsein hat, er sei aus seinem früheren Bewußtsein heraus, sondern als habe sich nur in ihm etwas geregt wie aus dem Mittelpunkt seines Wesens, das sich ausbreitet und dem entflieht jenes Leben, dem er sich bis nun passiv hingegeben hat. Was man nicht gewußt hat zwischen Geburt und Tod: daß Gedanken, die sonst bloß wie ein Ich-Traum auf und ab wogen, leben, das weiß man jetzt. Und man lebt sich nun aus dem früher fremden Leben heraus in dieses Eigenleben hinein. Man erlebt, was es bedeutet, daß das, was bisher mehr äußerlich mit einem verbunden war, das Innerste ergreift. Was bisher eben nicht Leben, sondern Bild des Lebens war, ergreift das Vorstellen, das Denken. Und während man sich in diese Vorstellung hineinfindet, geht allmählich eine weitere auf. Das ist diese, die man nennen könnte: ein Sich-Hineinleben in ein Durchtönen des Lebenspanoramas mit dem Weltenall. Mehr im allgemeinen habe ich diese Dinge schon beschrieben. Man muß sie aber immer genauer betrachten, damit man hinter die Geheimnisse der Welt kommt.
[ 6 ] All of this is true even though the person is still barely aware that he has emerged from his former state of consciousness; rather, it is as if something within him had stirred—as if from the very center of his being—spreading out, and that life to which he had until now passively surrendered is now fleeing from him. What one did not know between birth and death—that thoughts, which otherwise merely ebbed and flowed like an “I”-dream, are alive—one now knows. And one now lives one’s way out of that formerly alien life and into this life of one’s own. One experiences what it means for that which was previously connected to one more externally to take hold of one’s innermost being. What was previously not life, but rather an image of life, now takes hold of one’s imagination and thought. And as one finds one’s way into this conception, another gradually opens up. This is what one might call: a living into a resonance of the panorama of life with the universe. I have already described these things in more general terms. But one must examine them ever more closely in order to penetrate the mysteries of the world.
[ 7 ] Zuerst belebt sich gewissermaßen der innerste Lebenstraum, wird selbst ein lebendes Universum, ein lebender Kosmos. Dann füllt er sich gleichsam aus mit dem, was man nennen kann: Es durchtönt die Sphärenmusik des Weltenalls diesen Lebenstraum. Man erlebt, wie das, was man selber war zwischen Geburt und Tod als ein Ausschnitt aus dem Kosmos, nunmehr aufgenommen wird von dem Kosmos, wie sich das eingliedert demjenigen, was jetzt nicht irdisch ist. Denn das Irdische hat man durchgemacht zwischen Geburt und Tod. Und dann ist das Nächste, daß man fühlt, wie intim der Kosmos dasjenige durchzieht, was man so als ein Ausschnitt war. Man hat das Gefühl, wie wenn ein inneres Licht aufginge und dasjenige erhellte, was man war. Das alles aber strömt und tönt sozusagen in das Lebenspanorama hinein. Dann löst sich der Ätherleib ab — denn diese Vorgänge geschehen ja alle, solange der Mensch mit dem Ätherleibe verbunden ist —, und es geschieht das, was man nennt die Loslösung des Ätherleibes.
[ 7 ] First, one’s innermost life dream comes to life, as it were, becoming a living universe, a living cosmos. Then it fills itself, as it were, with what one might call: the music of the spheres of the universe resounds through this life dream. One experiences how what one was oneself between birth and death—as a fragment of the cosmos—is now absorbed by the cosmos, how it becomes integrated into that which is now no longer earthly. For one has lived through the earthly realm between birth and death. And then the next thing is that one feels how intimately the cosmos permeates that which one was, as it were, a fragment of. One has the feeling as if an inner light were dawning and illuminating what one was. But all of this flows and resounds, so to speak, into the panorama of life. Then the etheric body detaches—for these processes all take place as long as the human being is connected to the etheric body—and what is called the detachment of the etheric body occurs.
[ 8 ] Nun ist dieses, was man da erlebt, dieses Wahrnehmen des Lebenspanoramas, dieses Auskleiden des Lebenspanoramas mit den tönenden und leuchtenden Substanzen des Kosmos, ähnlich dem Sich-Eingliedern des physischen Leibes in die menschliche Wesenheit, wenn man durch die Geburt ins Dasein tritt. Wie da sozusagen die menschliche Substanz, die einem von der Erde gegeben ist, sich in das menschliche Seelenwesen hineingliedert, so gliedert sich nach dem Durchschreiten der Todespforte hinein das Kosmische, das Allmäßige. Dieses Erleben, das da beschrieben worden ist, es ist nötig. Und wenn man wirklich geisteswissenschaftlich das Leben zwischen Tod und neuer Geburt verfolgt, dann bemerkt man, welche Bedeutung für dieses ganze Leben zwischen Tod und neuer Geburt dieses erste Durchleben nach dem Durchschreiten der Todespforte hat. Hier im physischen Erdenleben — das müssen wir uns ganz klarmachen, ich habe es öfters betont — haben wir unser Ich-Bewußtsein dadurch, daß wir eben in dem physischen Leibe leben. Ich betone ausdrücklich: das Ich-Bewußtsein, nicht das Ich. Unser Ich ist uns ja zugeteilt von den Geistern der Form, das ist etwas anderes. Aber unser Ich-Bewußtsein haben wir dadurch, daß wir im physischen Leibe untergetaucht sind. Dieses Ich-Bewußtsein im wachen Erdenzustand müssen wir uns nur seinem Wesen nach ganz klarmachen. Sie können es sich am besten so klarmachen: Denken Sie sich, Sie bewegen sich durch einen Raum. Zunächst spüren Sie nichts; jetzt stoßen Sie an etwas. Die Außenwelt stößt an Sie, aber Sie werden sich gewahr. Sie werden den Stoß, den Ihnen die Außenwelt versetzt, in sich gewahr, Sie werden sich an der Außenwelt gewahr, Sie spüren sich, der an die Außenwelt anstößt.
[ 8 ] Now, what one experiences there—this perception of the panorama of life, this clothing of the panorama of life with the resonant and luminous substances of the cosmos—is similar to the way the physical body becomes integrated into the human being when one enters existence through birth. Just as, so to speak, the human substance given to us by the Earth integrates itself into the human soul, so too, after passing through the gate of death, does the cosmic, the universal, integrate itself. This experience, as described here, is necessary. And when one truly traces the life between death and rebirth from a spiritual-scientific perspective, one realizes the significance that this first experience after passing through the gate of death holds for the entire life between death and rebirth. Here in physical earthly life—we must make this very clear to ourselves; I have emphasized it often—we possess our “I”-consciousness precisely because we live in the physical body. I emphasize explicitly: the sense of self, not the self. Our self is, after all, assigned to us by the spirits of form; that is something else. But we have our sense of self precisely because we are immersed in the physical body. We need only make the nature of this sense of self in the waking earthly state perfectly clear to ourselves. The best way to understand this is as follows: Imagine you are moving through a room. At first you feel nothing; then you bump into something. The external world bumps into you, but you become aware. You become aware within yourself of the impact the external world exerts on you; you become aware of the external world; you feel yourself bumping into the external world.
[ 9 ] In der Tat haben wir unser Ich-Bewußtsein in der physischen Welt dadurch, daß wir überall an die Außenwelt stoßen. Natürlich nicht nur mit dem Tastsinn, sondern wenn wir die Augen aufmachen, stoßen wir auch an, das heißt, wir stoßen auf das äußere Licht; wenn Töne an unser Ohr dringen, so werden wir uns gewahr, indem unser Gehör an die Töne anstößt.
[ 9 ] In fact, we gain our sense of self in the physical world by constantly coming into contact with the external world. Of course, this is not limited to the sense of touch; when we open our eyes, we also come into contact—that is, we encounter external light; when sounds reach our ears, we become aware of them as our sense of hearing comes into contact with the sounds.
[ 10 ] So aber werden wir uns auch selbst gewahr dadurch, daß wir jeden Morgen aus der geistigen Welt herauskommen und untertauchen in die physische Welt. Dieses Untertauchen in unseren physischen Leib, das heißt dieses Zusammenstoßen unseres Ich und Astralleibes mit dem Ätherleibe und physischen Leibe, das erzeugt unser Ich-Bewußtsein. Daher in der Regel das Fehlen des Ich-Bewußtseins in der Traumeswelt: weil wir zum Ich-Bewußtsein eben dieses Zusammenstoßen mit dem physischen Leibe und dem Ätherleibe brauchen.
[ 10 ] But this is also how we become aware of ourselves: by emerging from the spiritual world every morning and immersing ourselves in the physical world. This immersion into our physical body—that is, this collision of our “I” and astral body with the etheric body and physical body—is what gives rise to our sense of self. This explains why self-consciousness is generally absent in the dream world: because we need precisely this convergence with the physical body and the etheric body to achieve self-consciousness.
[ 11 ] Zum klaren, deutlichen, wachen Ich-Bewußtsein brauchen wir dieses Zusammenstoßen. Nun ist dem, der durch die Pforte des Todes gegangen ist, der äußere physische Leib genommen. Auf dieselbe Weise, wie zwischen Geburt und Tod, kann er das Ich-Bewußtsein nicht erzeugen. Er würde ohne Bewußtsein seines Ich den Weg zwischen dem Tode und einer neuen Geburt schreiten müssen, wenn nicht dieses IchBewußtsein nun auf einem anderen Wege erzeugt würde. Dieser andere Weg ist der, daß alles dasjenige, was wir nun unmittelbar im Ätherleibe durchleben, nachdem wir durch die Pforte des Todes geschritten sind, die ganze Zeit über zwischen dem Tod und einer neuen Geburt bestehen bleibt.
[ 11 ] We need this clash to achieve a clear, distinct, and alert sense of self. Now, the one who has passed through the gate of death has been stripped of the outer physical body. Just as between birth and death, he cannot generate a sense of self. Without self-awareness, they would have to traverse the path between death and a new birth, were it not for this self-awareness being generated in another way. This other way is that everything we now directly experience in the etheric body after passing through the gate of death remains in existence the entire time between death and a new birth.
[ 12 ] Auch in dieser Beziehung ist das Erleben in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt entgegengesetzt dem physischen Erleben hier zwischen Geburt und Tod. Hier in der physischen Welt kann sich im normalen Bewußtsein keiner des Momentes seiner Geburt erinnern; das Erinnern setzt erst später ein. An sein Geborenwerden erinnert sich der Mensch nicht, das steht sozusagen in einer größeren zeitlichen Ferne, als der Erinnerungsweg rückwärts durchmachen kann. Das aber, was der Mensch innerlich jetzt erlebt von der anderen Seite des Todes aus, das bleibt das ganze Leben hindurch zwischen dem 'Tod und einer neuen Geburt für die Seele bestehen. Das Todeserlebnis, das bleibt ebenso gewiß bestehen, wie das Geburtserlebnis verschwindet, wenn der Mensch in die physische Welt eintritt. Zu seiner Geburt sieht der physische Mensch nicht zurück in der physischen Welt, auf den Tod sieht er zurück in der ganzen Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Dieses Zurückschauen, dieses Treffen auf das Todeserlebnis, das ist es, was das Ich-Bewußtsein erzeugt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, dem verdanken wir es.
[ 12 ] In this respect, too, the experience in the spiritual world between death and a new birth is the opposite of the physical experience here between birth and death. Here in the physical world, no one in normal consciousness can remember the moment of their birth; the memory only sets in later. A person does not remember being born; that lies, so to speak, too far back in time for the memory to reach. But what a person now experiences inwardly from the other side of death remains throughout their entire life, between ‘death and a new birth’ for the soul. The experience of death remains just as certain as the experience of birth disappears when a person enters the physical world. At birth, the physical human being does not look back in the physical world; at death, he looks back over the entire period between death and a new birth. This looking back, this encounter with the experience of death—that is what gives rise to the sense of self between death and a new birth; we owe it to that.
[ 13 ] Der Anblick des Todes ist ja nur von der Seite des physischen Erlebens aus gesehen, wenn überhaupt, etwas Schreckliches. Nur da hat er Grausen und Schrecken, wenn man ihn von dieser Seite aus sieht. Der Tote sieht ihn aber von der anderen Seite. Und von dieser Seite aus gesehen, hat das Wissen wirklich nichts Furchtbares, daß gewissermaßen der Moment des Todes bleibend ist für das ganze Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Denn wenn er auch Vernichtung ist, angesehen von dieser physischen Seite des Lebens, so ist er das Herrlichste, das Größte, das Schönste, das Erhabenste, was immerfort gesehen werden kann von der anderen Seite des Lebens aus. Da bezeugt er fortwährend den Sieg des Geistes über die Materie, die selbstschöpferische Lebenskraft des Geistes. In diesem Erfühlen der selbstschöpferischen Lebenskraft des Geistes ist das Ich-Bewußtsein vorhanden in den geistigen Welten.
[ 13 ] The sight of death is, after all, only terrifying—if at all—when viewed from the perspective of physical experience. It is only from that perspective that it holds horror and dread. The dead, however, see it from the other side. And viewed from that perspective, there is truly nothing terrifying about the knowledge that, in a sense, the moment of death is eternal for the entire life between death and rebirth. For even if it is annihilation when viewed from this physical side of life, it is the most glorious, the greatest, the most beautiful, and the most sublime thing that can ever be seen from the other side of life. There it continually bears witness to the victory of the spirit over matter, to the self-creating life force of the spirit. In this perception of the self-creating life force of the spirit, self-consciousness is present in the spiritual worlds.
[ 14 ] In den geistigen Welten hat man also dieses Ich-Bewußtsein gerade dadurch, daß man fortwährend sich innerlich selbst erzeugt, daß man niemals an ein bestehendes Sein appelliert, sondern immer sich selbst erzeugt, und in diesem Selbst-Erzeugen gewissermaßen sich berührt rückwärts hin nach dem Momente, da der Tod eingetreten ist. Also wir können auch angeben, auf welche Weise das Ich-Bewußtsein, das Selbst-Bewußtsein in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt erzeugt wird. Diese große Bedeutung der Geburt des Ich-Bewußtseins hat dieses Erleben in der ersten Zeit nach dem Tode. Und natürlich ist gerade dieses erste Erlebnis auch verschieden, je nachdem der Mensch, sagen wir, ein höheres Alter erreicht, dann auf naturgemäße Weise durch die Pforte des Todes geht, oder vielleicht im zartesten Kindesalter schon dahingerafft wird oder in der Blüte seiner Jahre. Und von einer ganz besonderen Bedeutung in bezug auf den Unterschied auf diesem Gebiet ist annähernd — natürlich nicht pedantisch genau — das fünfunddreißigste Lebensjahr. Was jetzt in so tausendfältiger Weise stattfindet, daß junge Leute in der Blüte ihres Lebens durch die Pforte des Todes schreiten: es wird sich uns morgen zeigen, wie sich das noch weiter modifiziert dadurch, daß der Tod von außen an sie herantritt. Aber wenn ein Mensch überhaupt jung durch die Pforte des Todes schreitet, dann ist das Erblicken dieses geschilderten Lebenstableaus mit seinen belebenden Vorgängen schon anders, als wenn man etwa nach dem fünfunddreißigsten Lebensjahr durch die Pforte des Todes schreitet.
[ 14 ] In the spiritual worlds, then, one possesses this sense of self precisely because one is constantly generating oneself inwardly; one never appeals to an existing being, but always generates oneself, and in this self-generation, one touches back, as it were, to the moment when death occurred. So we can also describe the manner in which the sense of self—self-consciousness—is generated in the period between death and rebirth. This experience in the early period after death holds great significance for the birth of the sense of self. And of course, this very first experience also varies depending on whether a person, let us say, reaches an advanced age and then passes through the gate of death in a natural way, or is perhaps taken from this life in the tenderest childhood or in the prime of life. And of particular significance with regard to the differences in this area is—approximately, though not with pedantic precision—the thirty-fifth year of life. What is now happening in countless ways—that young people in the prime of their lives are passing through the gate of death— tomorrow we shall see how this is further modified by the fact that death approaches them from without. But when a person passes through the gate of death while still young, the experience of beholding this depicted tableau of life with its invigorating processes is already different from when one passes through the gate of death, say, after the age of thirty-five.
[ 15 ] Man kann etwa so sagen — obwohl es natürlich schwierig ist, für diese Verhältnisse die richtigen Worte zu finden —, jemand, der in jugendlichem Alter dahinstirbt, der hat das Gefühl: Das Traumbild deines Lebens taucht auf, du belebst es aus dem Mittelpunkt deines Lebens heraus. Aber indem du deine eigenen belebenden Kräfte ausgießest über dieses Lebenstableau, steht hinter diesem Lebenstableau noch etwas wie ein Rest aus der Welt, aus der du herausgeschritten bist, indem du durch die Geburt gegangen bist.
[ 15 ] One might put it this way—although it is, of course, difficult to find the right words for these circumstances—that someone who dies in the prime of youth has the feeling: The dream image of your life emerges, and you bring it to life from the very center of your being. But as you pour your own life-giving forces into this tableau of life, there remains behind it something like a remnant of the world from which you stepped out when you were born.
[ 16 ] Stirbt ein Kind, dann ist das Lebenstableau ja außerordentlich kurz. Wenn zum Beispiel ein sechsjähriges Kind stirbt, so ist das Lebenstableau noch wenig inhaltsreich. Dafür tritt aber gewissermaßen hinter diesem Tableau, in dasselbe hereinschattierend, von hinten noch vieles von dem auf, was vor der Geburt durchlebt wurde in der geistigen Welt, oder, wie man auch in der deutschen Sprache früher gesagt hat — Goethe hat den Ausdruck gebraucht —, bevor man «jung geworden» ist. Ein schöner Ausdruck, der jetzt verlorengegangen ist. Und wenn ein Kind stirbt, das noch keine Rückerinnerung besitzt, bei dem noch nicht der Zeitpunkt eingetreten ist, bis zu dem man sich zurückerinnert, so hat es eigentlich noch nicht ein solches Lebenstableau, in welchem es sich so unmittelbar darinnen fühlt, wie der Mensch sich drinnen fühlt, wenn er später stirbt; sondern es tritt durch das ganze Lebenstableau heraus, bloß ein wenig modifiziert, dasjenige, was es um sich gehabt hat vor der Geburt. Man kann sagen: Dieses Erschauen bestimmter Reste der geistigen Welt, die man vor der Geburt durchlebt hat, verliert sich erst für die Rückschau nach dem Tode, wenn man das fünfunddreiRigste Lebensjahr durchschritten hat.
[ 16 ] When a child dies, the tableau of life is, of course, extraordinarily brief. If, for example, a six-year-old child dies, the tableau of life is still rather sparse in content. However, behind this tableau, casting a shadow over it, so to speak, much of what was experienced in the spiritual world before birth—or, as was once said in the German language (Goethe used this expression)—before one “became young”—still emerges from behind. A beautiful expression that has now been lost. And when a child dies who has no memories yet—for whom the point in time has not yet arrived beyond which one can recall the past—the child does not actually yet possess such a life tableau in which it feels as directly immersed as a person does when they die later in life; rather, what emerges through the entire tableau of life—merely slightly modified—is what the child had around it before birth. One could say: This perception of certain remnants of the spiritual world that one experienced before birth is only lost for retrospection after death once one has passed the age of thirty-five.
[ 17 ] Man soll niemals — dieses sei in Einschaltung gesagt — in die Versuchung kommen, ich betone das ausdrücklich, sich dem gar nicht ungefährlichen Gedanken hinzugeben, was nun für einen Menschen besser sein könnte: vor dem fünfunddreißigsten Lebensjahr zu sterben, oder nach dem fünfunddreißigsten Lebensjahr zu sterben und dasjenige durchzuleben, was wir noch beschreiben werden. Diesen Gedanken soll man nicht nachgehen, man soll sie nicht hegen, sondern man soll erwägen: Wann man durch die Pforte des Todes schreitet, das soll man im strengsten Sinne des Wortes einzig und allein dem Karma überlassen.
[ 17 ] One should never—and let me say this by way of aside—be tempted, and I emphasize this explicitly, to indulge in the by no means harmless thought of what might be better for a person: to die before the age of thirty-five, or to die after the age of thirty-five and live through what we are yet to describe. One should not pursue this thought, one should not entertain it, but rather one should consider: When one passes through the gate of death, that should be left, in the strictest sense of the word, solely to karma.
[ 18 ] Aber diese Dinge verstehen, das ist wichtig. Stirbt man nach dem fünfunddreißigsten Lebensjahr, dann ist allerdings nicht die Möglichkeit gegeben, etwas von dem Reste des der Geburt vorangehenden geistigen Lebens noch zu schauen. Das ist abgedunkelt. Aber das Lebenstableau tritt dennoch auf. Nur hat man ein starkes Gefühl, daß man von innen heraus es erzeugt, daß man es gewissermaßen selber spinnt; aber es wird durchbelebt, dieses Gespinst. Dadurch unterscheiden sich ganz wesentlich das Sterben vor dem fünfunddreißigsten Jahr und das Sterben nach dem fünfunddreißigsten Jahr in bezug auf das Lebenstableau. Das vorfünfunddreißigjährige Lebenstableau hat noch viel mehr den Charakter, daß es wie von außen an einen herankommt, wie aus einer geistigen Welt heraus, und man ihm nur entgegenschiebt dasjenige, was man selber erlebt hat. Das nachfünfunddreißigjährige Lebenstableau ist so, daß einem eigentlich von außen entgegenkommt zuerst mehr ein Leeres, ein Verdunkeltes, und daß man diesem Dunkel entgegenbringt, was man sich im Leben erworben hat. Aber es entzündet sich dadurch nicht minder lebendig. Es ist das innere Erleben modifiziert dadurch, daß man es das eine Mal so wie das Herankommen einer Fata Morgana hat, der man entgegengeht, während das andere Mal der Mensch seine Welt in die Welt des Kosmos hineinträgt. Das alles hat für das Leben eine große Bedeutung, wie wir morgen noch sehen werden. Dieser karmische Vorgang, daß uns unser physischer Leib in einem bestimmten Alter des physischen Lebens entrissen wird, hat eine große Bedeutung für die Art des Lebens nach dem Tode. Aber das hängt innig zusammen mit unserem ganzen Karma.
[ 18 ] But understanding these things is important. If one dies after the age of thirty-five, however, one no longer has the opportunity to glimpse anything of the remnants of the spiritual life that preceded birth. That is obscured. Yet the tableau of one’s life still appears. One simply has a strong sense that one is creating it from within, that one is, so to speak, spinning it oneself; but this web is imbued with life. This is what fundamentally distinguishes dying before the age of thirty-five from dying after the age of thirty-five with regard to the tableau of one’s life. The tableau of life before the age of thirty-five has much more the character of something that approaches one from the outside, as if from a spiritual world, and one merely responds to it with what one has experienced oneself. The life tableau after the age of thirty-five is such that what actually comes toward one from the outside is, at first, more of a void, a darkness, and one counters this darkness with what one has acquired in life. Yet it is no less vividly kindled as a result. This inner experience is modified in that, at one moment, it is like the approach of a mirage toward which one walks, while at another moment, the human being carries his or her world into the world of the cosmos. All of this has great significance for life, as we shall see tomorrow. This karmic process—in which our physical body is taken from us at a certain age in our physical life—has great significance for the nature of life after death. But this is intimately connected with our entire karma.
[ 19 ] Dann kommt die Zeit, in der wir das Gefühl haben: Jetzt bist du eigentlich erst draußen, aus dem Irdischen heraus. — Wenn man grob sprechen würde, so könnte man so sagen: Unmittelbar beim Durchschreiten der Pforte des Todes hat man das Gefühl, der irdische Leib geht von einem fort. Die Freunde, die Menschen, mit denen man zusammen war, gehen von einem fort. Die Erlebnisse, die man mit ihnen hatte, gehen von einem fort. Man ist für eine Weile mit sich allein, allein mit dem, was man erlebt hat. Natürlich ist da alles in dem Lebenstraum drinnen, was man mit den Menschen erlebt hat; man beschaut es als das, was die Menschen in einen eingegraben haben, aber so, daß man die Tage über in sich lebt und in sich den Lebenstraum belebt. Man hat da den Eindruck, auch die Erde gehe von einem fort, aber man lebe noch durchaus in derselben Sphäre, in der sich die Erde befindet, in der Sphäre, die noch zur Erde gehört. — Und das Ablegen des Ätherleibes erlebt man eigentlich auch so, daß man das Gefühl hat: Jetzt bist du nicht nur aus der Erde und ihrer Substanz heraus, sondern auch aus dem, was die unmittelbarste Umgebung der Erde ist, aus dem Licht; du bist auch aus dem fort, was auf der Erde als dichte Substantialität die Sphärenmusik unhörbar macht. Du bist — das ist der letzte Eindruck vielleicht, der sehr bedeutsam ist, der dann etwas Bleibendes ist —, du bist fort aus der Gewohnheit, gewissermaßen dich und deine Umgebung beleuchten zu lassen von äußerem Licht. — Ich bemerke einschaltungsweise: Die dümmste Vorstellung haben diejenigen, die glauben, wenn man von der Erde zur Sonne wegfliegen würde, so würde man immerfort durch Licht fliegen. Diese phantastische Vorstellung haben gegenwärtig die materialistischen Physiker. Der Glaube, daß die Sonne in der Weise, wie man es in der Physik beschreibt, Licht verbreite, daß durch den Weltenraum das Licht gehe und auf die Erde falle, das ist einer der ärgsten Aberglauben. Man merkt das nach dem Tode dadurch, daß man, sich von dem Ätherleib frei wissend, die Erfahrung macht, daß nur in dem Gebiet, das zur Erde gehört, das ist, was wir als Sonnenlicht hier im physischen Leben haben. Man hat die Wahrnehmung: Jetzt stört dich dieses Licht nicht mehr. Jetzt ist es die innere Erzeugung des Lichtes, die sich ausbreitet in dem erst Durchtönten. Das innere Licht kann nun wirksam werden, weil das äußere Licht das innere nicht mehr stört.
[ 19 ] Then comes the moment when we feel: Now you are truly out of the earthly realm. — To put it roughly, one could say: The very moment you pass through the gate of death, you have the feeling that your earthly body is leaving you. The friends, the people with whom one was together, are leaving you. The experiences one had with them are leaving you. For a while, you are alone with yourself, alone with what you have experienced. Of course, everything you experienced with other people is contained within the dream of life; one regards it as what people have imprinted within one, but in such a way that one lives within oneself throughout the days and brings the dream of life to life within oneself. One has the impression that the Earth, too, is leaving one behind, yet one still lives entirely within the same sphere in which the Earth is located, the sphere that still belongs to the Earth. — And one actually experiences the shedding of the etheric body in such a way that one has the feeling: Now you are not only out of the Earth and its substance, but also out of what is the Earth’s most immediate surroundings, out of the light; you are also out of that which, on Earth as dense substance, renders the music of the spheres inaudible. You are—and this is perhaps the final impression, one that is very significant and becomes something lasting—you are no longer accustomed to having yourself and your surroundings illuminated, as it were, by external light. — I would like to interject here: The most foolish notion is held by those who believe that if one were to fly away from the Earth toward the Sun, one would be flying through light the entire time. Materialistic physicists currently hold this fanciful notion. The belief that the Sun emits light in the way described in physics—that light travels through outer space and falls upon the Earth—is one of the worst forms of superstition. One realizes this after death by the fact that, knowing oneself to be free from the etheric body, one experiences that only in the region belonging to the Earth is there what we have here in physical life as sunlight. One has the perception: Now this light no longer disturbs you. Now it is the inner generation of light that spreads throughout the space that has first been filled with sound. The inner light can now take effect because the outer light no longer disturbs the inner light.
[ 20 ] Und nun beginnt eben mit dem Ablegen des Ätherleibes der Eintritt in jene Welt, die so oft die Kamalokawelt genannt wird. Wir wollen sie die Seelenwelt nennen, denn nachdem zuerst die innere Belebekraft aufgetreten ist, erlebt man dann etwas wie inneres Durchtönen dessen, was man ist, da man nun mit sich allein ist. Und nach dem inneren Durchleuchten tritt nun das auf, was wie ein inneres Durchwärmen sich ausnimmt. Hier auf der Erde hat man das Durchwärmen, indem man Wärme von außen empfängt und darauf angewiesen sich fühlt im physischen Leibe. Und nun tritt das innere Durchwärmen auf, und dieses Durchwärmen ist so, daß man nun wieder fühlt: Du bist jetzt imstande, in dem Elemente, in dem du lebst, die Empfindung in dir selbst hervorzurufen, die du früher auch hattest, aber in der Form: Wärme wirkt auf dich. — Das durchzieht das Lebenstableau mit Wärme. Dadurch tritt man in ein völlig neues Element ein. Man hat das Gefühl, daß der Ätherleib einen nun verläßt. Und das ist eben der Eintritt in die Welt, die mit vollem Bedacht in meinem Buche «Theosophie» die Welt der Begierdenglut genannt worden ist, weil die Wärme, die von innen auftritt, zugleich Begierde ist, sich erzeugende, fließende Begierde, Empfinden des Wollenselementes. Und in sie mischt sich schon hinein dasjenige, was uns jetzt für eine gewisse längere Zeit bleibt: das Erleben der Seelenwelt, die ich ja öfters geschildert habe — wir können diese Dinge nur nach und nach genauer schildern — als ein Zurückerleben des Lebens. Man schreitet von dem Erleben des Todes zurück gegen die Geburt hin. Und nun erlebt man alles das von der anderen Seite wieder, was man hier im physischen Leben durchlebt hat. Aber nicht so durchlebt man es, wie man es hier in der physischen Welt durchlebt hat, sondern man erlebt es auf moralische Weise. Wenn man, sagen wir, an einem gewissen Zeitpunkt zwischen Geburt und Tod jemandem eine Verletzung zugefügt hat, so hat man dazumal in sich dasjenige gespürt, was man getan hat, nicht aber das Leid, das der andere empfunden hat. Jetzt erlebt man dieselbe Sache wieder, aber nicht das, was man selber an Zorn oder Antipathie in sich durchlebt hat, sondern so, wie der andere es erlebt hat. Man breitet sein eigenes Erleben, wenn ich mich so ausdrücken will, auf die Wirkungen seiner Taten aus, die da waren zwischen Geburt und Tod. Man lebt sich in alle Wirkungen der Taten hinein.
[ 20 ] And now, with the shedding of the etheric body, one begins to enter that world so often called the Kamaloka. Let us call it the world of the soul, for once the inner life-force has first emerged, one then experiences something like an inner resonance of one’s very being, since one is now alone with oneself. And after this inner illumination, there follows what feels like an inner warming. Here on Earth, we experience this warming by receiving heat from the outside and feeling dependent on it in the physical body. And now this inner warming occurs, and this warming is such that one feels once again: You are now able, within the element in which you live, to evoke within yourself the sensation you once had, but in the form of: warmth is acting upon you. — This permeates the tableau of life with warmth. Through this, one enters a completely new element. One has the feeling that the etheric body is now leaving one. And this is precisely the entry into the world that, with full deliberation, has been called the “world of the fire of desire” in my book *Theosophy*, because the warmth that arises from within is at the same time desire—a desire that generates and flows, a sensation of the element of will. And already mingling with this is what remains with us for a certain extended period: the experience of the soul world, which I have often described—we can only describe these things in greater detail little by little—as a reliving of life. One moves backward from the experience of death toward birth. And now one experiences all that one has lived through here in physical life from the other side. But one does not experience it in the same way as one did here in the physical world; rather, one experiences it in a moral sense. If, let’s say, at a certain point between birth and death one has inflicted an injury on someone, one felt within oneself at that time what one had done, but not the suffering that the other person felt. Now one experiences the same thing again, but not what one oneself experienced in terms of anger or antipathy, but rather as the other person experienced it. One extends one’s own experience—if I may put it that way—to the effects of one’s actions that occurred between birth and death. One immerses oneself in all the effects of those actions.
[ 21 ] Das ist gewissermaßen die Grundlage des Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, daß man sich während des Erlebens in der Seelenwelt nach und nach in das, was man bewirkt hat zwischen Geburt und Tod, hineinlebt, daß man in dieses allmählich untertaucht. Wirklich so, wie man nach und nach hier von Kindheit auf sich in die Natür hineinlebte, wie man lernte, die Natur wahrzunehmen, die Natur zu verstehen, so lebt man sich in der Zeit nach dem Tode in die Wirkungen seiner eigenen Taten, in die Wirkung seiner eigenen Gedanken und Worte, kurz in die gesamte Welt der Wirkungen hinein; man strömt sich aus in die Welt der Wirkungen. Gewiß tauchen aus diesem Untergrund schon geistige Wesen nach und nach auf: die Wesen der höheren Hierarchien, die Wesen der Elementarwelt. So wie wir hier nicht bloß die Natur erleben, sondern Tiere, Pflanzen, Mineralien auftauchen auf dem Boden der Natur, so tauchen auf innerhalb dieses Zurückerlebens, wo wir uns in die Wirkungen unserer Taten hineinleben — denn das ist eigentlich dann der Grundboden unserer Welt —, die geistigen Wesen in der geistigen Welt. Da kommen uns dann auch entgegen, wie in der physischen Welt die physischen Wesen, unter den geistigen Wesenheiten der Elementarreiche und der höheren Hierarchien die Seelen, die mit uns in Zusammenhang gestanden haben, die Seelen, die schon früher verstorben und in der geistigen Welt sind, oder die Seelen, die noch im physischen Leibe verkörpert sind, mit denen wir hier Zusammenhang gehabt haben. Mit alledem belebt sich dieser Grundboden des nachtodlichen Seins, dieses Sich-Auflösen in die Welt seiner eigenen Taten.
[ 21 ] In a sense, this is the foundation of life between death and a new birth: that during one’s experience in the soul world, one gradually immerses oneself in what one has brought about between birth and death, that one gradually sinks into it. Just as one gradually immersed oneself in nature here from childhood onward—just as one learned to perceive nature and to understand it—so, in the time after death, one immerses oneself in the effects of one’s own deeds, in the effects of one’s own thoughts and words—in short, in the entire world of effects; one pours oneself out into the world of effects. Certainly, spiritual beings are already emerging little by little from this underlying realm: the beings of the higher hierarchies, the beings of the elemental world. Just as we here do not merely experience nature, but animals, plants, and minerals emerge from the soil of nature, so too, within this reliving—where we immerse ourselves in the effects of our deeds (for that is, in fact, the very foundation of our world)—do the spiritual beings of the spiritual world emerge. There, just as physical beings come to meet us in the physical world, we encounter—among the spiritual beings of the elemental realms and the higher hierarchies—the souls with whom we have had a connection, the souls who have already passed away and are in the spiritual world, or the souls who are still incarnated in physical bodies, with whom we have had a connection here. All of this brings to life this foundation of post-death existence, this dissolving into the world of one’s own deeds.
[ 22 ] Und da ist in einer gewissen Weise wahrzunehmen, daß ein Unterschied besteht zwischen dem Wahrnehmen einer Seele, die noch auf Erden weilt, und einer Seele, die auch schon durch die Pforte des Todes gegangen ist. Der Tote weiß natürlich, ob er es mit der einen oder mit der anderen Seele zu tun hat. Wenn er es mit einer Seele zu tun hat, die noch im irdischen Leibe weilt, dann hat der Tote das Gefühl, daß diese Seele mehr wie von außen an ihn herandringe, daß sich das Bild, die Imagination selber formt. Bei einer Seele, die auch schon zu den entkörperten gehört, ist ein viel aktiveres Erleben da. Da hat man das Gefühl, daß die Seele an einen herankommt, daß man aber das Bild für diese Seele formen muß. Der Tote kommt mit seiner Wesenheit an einen heran, sein Bild muß man selber formen; der noch Lebende bringt einem sein Bild heran, wenn man auf ihn hinunterschaut.
[ 22 ] And in a certain sense, one can perceive that there is a difference between perceiving a soul that still dwells on earth and a soul that has already passed through the gate of death. The deceased, of course, knows whether he is dealing with one type of soul or the other. When he is dealing with a soul that still dwells in an earthly body, the deceased has the feeling that this soul approaches him more from the outside, that the image, the vision itself, takes shape. With a soul that already belongs to the disembodied, the experience is much more active. One has the feeling that the soul is approaching, but that one must form the image for that soul. The deceased approaches with their being; one must form their image oneself; the living person brings their image to you when you look down upon them.
[ 23 ] Und nun durchlebt man also in einer gewissen Weise mit moralischer Betonung dasjenige, was man seine Taten nennen kann, das heißt die Wirkungen desjenigen, was man getan, gedacht, gewollt hat. Da taucht man unter, da lebt man sich hinein. Und in einer ganz bestimmten Weise taucht man ein, nämlich so, daß man eben zum Beispiel das Erleben hat: Du hast jemanden verletzt, jetzt erlebst du, was der andere erlebt hat durch die Verletzung! — Das ist wirklich jetzt eigenes Erleben, was der andere hier in der physischen Welt erlebt hat. Das macht man durch. Und indem man es durchmacht, taucht ganz wie durch innere, elementare Notwendigkeit in einem die Kraft auf: Das mußt du ausgleichen, das mußt du gutmachen! — Es ist wirklich so, daß Sie den Vergleich gebrauchen können: Eine Stechmücke fliegt Ihnen entgegen, Sie schließen die Augen. Sie führen eine Tätigkeit aus unter einem Eindruck. — Nach dem Tode erleben Sie das, was irgend etwas, das Sie begangen haben, bewirkt hat; dann antworten Sie in sich selber in dem Erzeugen der Kraft, das auszugleichen, also das auszugleichen, was der andere durch die Verletzung erlitten hat. Das heißt, indem Sie das durchleben, rückläufig im Seelenland erleben, nehmen Sie in sich auf die Kraft, in diesem Menschen, der das durch Sie erlitten hat, das wiederum wegzuschaffen. Damit ist der Wunsch erzeugt, mit ihm zusammenzusein im Erdenleben, um das, was man ihm erwiesen hat, wiederum auszugleichen. Da erzeugen sich während dieses Rückerlebens die ganzen Kräfte zum Karma, zum ausgleichenden Karma. Die nimmt man da auf.
[ 23 ] And so, in a certain way—with a moral emphasis—one relives what might be called one’s actions, that is, the effects of what one has done, thought, and willed. One immerses oneself in it; one lives oneself into it. And one immerses oneself in a very specific way—namely, in such a way that one has, for example, the experience: You have hurt someone; now you experience what the other person experienced as a result of that hurt! — This is truly one’s own experience of what the other person experienced here in the physical world. One goes through this. And as one goes through it, a force arises within one, quite as if through an inner, elemental necessity: You must make amends for this, you must make it right! — It is truly the case that you can use this analogy: A mosquito flies toward you, and you close your eyes. You carry out an action under the influence of an impression. — After death, you experience the consequences of something you have done; then you respond within yourself by generating the strength to make amends—that is, to compensate for what the other person suffered as a result of the injury. This means that by living through this experience—reliving it retrospectively in the realm of the soul—you absorb within yourself the strength to remove that suffering from the person who endured it because of you. This gives rise to the desire to be with that person in earthly life in order to make amends for what one has done to them. During this reliving, all the forces necessary for karma—for compensatory karma—are generated. One absorbs these forces there.
[ 24 ] Also schon in diesen ersten Jahren oder Jahrzehnten nach dem Durchgang durch die Todespforte erzeugt man das Ausleben des Karma. Und so wahr, als im Keime eine wachsende Kraft ist, die später erst in der Blüte sich auslebt, so wahr ist, daß jetzt schon, in der Zeit nach dem Durchschreiten der Todespforte, in dem Toten die Kraft als Wurzelkraft besteht, die dann bleibt fürs ganze Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und die im neuen Erdenleben oder in späteren Erdenleben sich auslebt als karmischer Ausgleich dessen, was man verübt hat. So erzeugt sich der Wille, der dann unbewußter Wille zum Karma wird.
[ 24 ] Thus, even in these first years or decades after passing through the Gate of Death, one brings about the unfolding of karma. And just as there is a growing force within a seed that only later unfolds in full bloom, so it is true that even now, in the time after passing through the Gate of Death, the power exists within the deceased as a root force, which then remains for the entire life between death and a new birth, and which is lived out in the new earthly life or in later earthly lives as karmic compensation for what one has done. Thus the will is generated, which then becomes the unconscious will to karma.
[ 25 ] Und nun kann man noch etwas näher betrachten, was wichtig ist für die Erkenntnis dieses Bildes des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Man kann es betrachten, wenn man noch einmal einen Blick wirft auf Wechselwirkungen zwischen den Verhältnissen des irdischen Lebens hier, die uns in ihrer äußeren Erscheinung gut bekannt sind und über die wir manche Betrachtung angestellt haben ihrem inneren Geheimnisse nach, wenn wir auf die Wechselwirkung blicken zwischen wachem 'Tagesleben und nächtlichem Schlafesleben.
[ 25 ] And now we can take a closer look at what is important for understanding this picture of life between death and a new birth. We can do this by taking another look at the interrelationships between the conditions of earthly life here—which are well known to us in their outward appearance and which we have often reflected upon in terms of their inner mysteries—and by examining the interplay between waking “daytime life” and “nighttime sleep life.”
[ 26 ] Wir wollen heute von einem gewissen Punkte aus noch einmal auf dieses Wachen und diesen Schlaf sehen. Außerlich betrachtet besteht ja der Schlaf darin, daß wir mit unserem Ich und Astralleibe außerhalb des physischen und des Ätherleibes sind. Das Schlafesleben bleibt zunächst, wenn es nicht auf eine gewisse Art vom Traumesleben durchsetzt ist, unbewußt, doch bedeutet dies nicht Untätigkeit. Im Gegenteil, dieses Schlafesleben ist ein innerlich viel tätigeres Seelenleben wenn es auch zunächst während des normalen Erdenlebens unbewußt bleibt — als das wache Seelenleben. Das wache Seelenleben ist nur deshalb so intensiv, weil die Tätigkeit des Ich und des Astralleibes an dem Ätherleibe und physischen Leibe einen Widerstand erfährt, und in diesem gegenseitigen Sich-Stoßen von Ich und Astralleib einerseits und physischem und Ätherleib andererseits etwas entwickelt wird wie fortwährende Stöße und Gegenstöße. Dieses ist es, was uns als waches Tagesleben erscheint, während wir im normalen Erdenleben noch nicht in der Lage sind, die fortwährende, aber intensive Tätigkeit des Nachtlebens zum Bewußtsein zu bringen. Dieses stößt nicht an den physischen und Ätherleib, daher wird es nicht bewußt. Aber an sich ist das Tagesleben schwächer; es wird nur bewußt dadurch, daß es fortwährend antrommelt an Ätherleib und physischen Leib. Dieses Antrommeln nimmt man wahr, während die intensivere Tätigkeit des Schlafeslebens ins Unbestimmte hinausgeht, nicht antrommeln kann an irgend etwas und dadurch unbewußt bleibt.
[ 26 ] Today we want to take another look at this waking and sleeping from a certain perspective. Viewed from the outside, sleep consists of our ego and astral body being outside the physical and etheric bodies. The life of sleep remains, at first, unconscious unless it is interwoven in a certain way with the life of dreaming; yet this does not mean inactivity. On the contrary, this life of sleep is an inner soul life that is far more active—even if it remains unconscious during normal earthly life—than the waking soul life. The waking life of the soul is so intense precisely because the activity of the “I” and the astral body encounters resistance from the etheric and physical bodies, and in this mutual clash between the “I” and the astral body on the one hand and the physical and etheric bodies on the other, a process develops akin to a continuous series of thrusts and counter-thrusts. This is what appears to us as waking daily life, whereas in normal earthly life we are not yet able to bring the continuous but intense activity of night life into consciousness. This activity does not come into contact with the physical and etheric bodies; therefore, it remains unconscious. But in itself, daytime life is weaker; it becomes conscious only because it is constantly drumming against the etheric and physical bodies. We perceive this drumming, whereas the more intense activity of the life of sleep fades into the indefinite, cannot drum against anything, and thus remains unconscious.
[ 27 ] Aber womit beschäftigt sich der Mensch während dieses Schlafeslebens? Wenn Träume auftreten im normalen Leben, so sind diese Träume ja nicht die wirkliche Tätigkeit während des Schlafeslebens, sondern sie sind eigentlich eine Verbildlichung der Tätigkeit durch die Erinnerungen des gewöhnlichen Lebens. Die Bilder des Traumlebens entstehen dadurch, daß das Leben seinen Teppich breitet über die eigentliche innere Tätigkeit; und dadurch wird mancherlei wahrgenommen im Traumesleben. Da sind das Ich und der Astralleib in einer lebendigen Tätigkeit; wenn sich das berührt mit dem Ätherleibe und der Mensch anstößt an den Ätherleib, dann entsteht der Traum. Aber der Traum benützt aus dem Ätherleib heraus die physischen Lebenserinnerungen, um die unsichtbar bleibende Tätigkeit des Ich und des Astralleibes sichtbar zu machen. Hinter den Traum kommt man daher nur, wenn man diese Bilder in bezug auf ihren Charakterablauf nimmt, wenn man also diese Bilder verstehen lernt. "Träume müssen erst in der richtigen Weise gelesen werden, es muß erst die richtige Auslegekunst dazukommen. Dann weisen sie allerdings in diese bedeutungsvollste Wirklichkeit hinein, die vom Ich und vom Astralleib im Schlafe ausgeführt wird. Diese Tätigkeit also, die da der Mensch ausführt, enthüllt sich dann der ernsten und würdigen Geistesforschung.
[ 27 ] But what does a person do during this life of sleep? When dreams occur in normal life, these dreams are not the actual activity taking place during sleep; rather, they are essentially a visual representation of that activity through memories of everyday life. The images of dream life arise because life spreads its tapestry over the actual inner activity; and through this, various things are perceived in dream life. There, the “I” and the astral body are engaged in lively activity; when this comes into contact with the etheric body and the human being touches the etheric body, then the dream arises. But the dream draws upon the physical memories of life from within the etheric body in order to make visible the activity of the “I” and the astral body, which otherwise remains invisible. One can therefore only penetrate the dream by considering these images in terms of their character and progression—that is, by learning to understand them. “Dreams must first be interpreted correctly; the proper art of interpretation must be applied. Then, indeed, they point to this most significant reality, which is carried out by the ego and the astral body during sleep. This activity, then, which the human being carries out, reveals itself to serious and dignified spiritual research.
[ 28 ] Worin besteht nun diese Tätigkeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen? Sie besteht darin, daß man in viel intensiverer Weise innerlich die Tageserlebnisse noch einmal durchlebt, daß man gewissermaßen zum Selbstbeurteiler wird der Tageserlebnisse. Es ist trivial ausgedrückt, aber tief innerlich wahr: man lebt in dem normalen Bewußtsein in den Tag hinein, man läßt die Ereignisse, die um einen sich abspielen, abfluten. In der Nacht aber nimmt man ichlich und in dem Astralleib — ichlich und seelisch — die Tagesereignisse viel ernster, viel bedeutungsvoller. Man wägt sie, prüft sie in bezug auf ihren Weltenwert. Man beschäftigt sich damit, was sie für eine Bedeutung haben im ganzen Weltenzusammenhang. Eine ungeheure innerliche Gründlichkeit in der Lebensbetrachtung ist ausgegossen über die Tätigkeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen; nur bleibt sie eben im normalen Leben unbewußt. Alles dies, was da der Mensch wie ein nochmaliges Durchleben des Tageslebens jede Nacht durchmacht, das hat eine große Bedeutung als Vorbereitung für das Leben nach dem Durchschreiten der Pforte des Todes.
[ 28 ] What, then, does this activity consist of, from the moment one falls asleep until one wakes up? It consists in reliving the day’s experiences inwardly in a much more intense way, in becoming, as it were, the judge of one’s own experiences of the day. It is a trivial way of putting it, but deeply true: in normal consciousness, one simply goes about one’s day, letting the events unfolding around one wash over one. At night, however, one takes the day’s events much more seriously and finds them much more meaningful—both as an “I” and in the astral body—on both the “I” and soul levels. One weighs them, examines them in terms of their cosmic value. One reflects on what significance they hold within the broader cosmic context. An immense inner thoroughness in the contemplation of life pervades the period from falling asleep to waking up; it simply remains unconscious in normal life. All of this—what a person goes through every night as if reliving the day’s events—has great significance as preparation for life after passing through the gate of death.
[ 29 ] Betrachten Sie doch einmal mit den Mitteln der gewöhnlichen physischen Betrachtung dieses fortlaufende Leben zwischen Geburt und Tod. Man sagt natürlich nur, man erinnere sich bis zu einem gewissen Zeitpunkt zurück in diesem Leben. In Wahrheit erinnert man sich nicht an das ganze Leben zurück, sondern man erinnert sich am Abend an das, was bis zum Morgen geht. Dann reißt die Erinnerung ab. Dann kommt erst wiederum der vorhergehende 'Tag, dann wieder die Nacht, an die man sich nicht erinnert. So erinnert man sich zurück, aber es ist gleichsam Kettenglied an Kettenglied, ein weißes und ein schwarzes Glied. An die Nacht erinnert man sich nicht in dem Leben zwischen Geburt und Tod. Das Eigentümliche ist nun, daß man sich gerade erinnert in dieser Zeit, in der man im Seelenlande lebt, an die Art, wie man nun in den Nächten, Nacht für Nacht zurückgehend, die Tageserlebnisse durchlebt hat. Hier im physischen Leben erinnert man sich an seine Tage; im Seelenland erinnert man sich an dasselbe, aber man erinnert sich, wie man die Tage durchwirkt und durchlebt hat in den Nächten. Man schreitet seine Nächte zurück. Dadurch blicken Sie hinein in die ganze Art des Erlebens im Seelenlande.
[ 29 ] Consider, for a moment, this continuous life between birth and death through the lens of ordinary physical observation. Of course, people say they can only remember back to a certain point in this life. In truth, one does not remember one’s entire life; rather, in the evening, one remembers what happened up until the morning. Then the memory breaks off. Then comes the preceding “day” again, followed by the night, which one does not remember. So one remembers backward, but it is, as it were, link by link in a chain—a white link and a black link. One does not remember the night in the life between birth and death. The peculiar thing is that it is precisely during this time, while living in the soul realm, that one remembers the way in which, going back night after night, one has lived through the experiences of the day. Here in physical life, one remembers one’s days; in the soul realm, one remembers the same things, but one remembers how one wove through and lived through the days during the nights. One retraces one’s nights. In this way, one gains insight into the entire nature of experience in the realm of the soul.
[ 30 ] Wenn Sie sich das im einzelnen klarmachen, ist es so: Sie haben einen Menschen getroffen an einem bestimmten Tage des Lebens, Sie haben mit ihm dieses oder jenes erlebt. Sie erleben es nicht nur mit ihm am Tage, sondern auch in der Nacht noch einmal, auch in den folgenden Nächten; dann ist es eine Art von Reminiszenz. Sie erleben es da innerlich im Ich und Astralleib. Alles, was Sie hier erlebt haben im Tagesbewußtsein, erleben Sie wiederum im Nachtbewußtsein. Und so wie Sie es im Nachtbewußtsein erlebt haben, so gibt es Ihnen die Handhabe für das, wie Sie es in der Seelenwelt brauchen. Sie erleben Ihre Nächte zurück. Das ist eine sehr bedeutungsvolle Wahrheit der Geistesforschung, und man kann durch eine solche Sache immer wiederum der Tatsache gedenken, daß das Forschen im Geistigen nicht so ist, wie viele glauben. Viele glauben, daß wenn man einmal die geistige Welt betreten hat, dann kenne der Geistesforscher auf einmal die ganze geistige Welt und wisse über alles Bescheid. Dieser Glaube ist ebenso naiv, wie es naiv ist zu glauben, daß einer, der über einen Teil der Erde gegangen ist, die ganze Erde kennt. Stücke der Erde kennt er ganz gut, aber von anderen Stücken der Erde weiß er nichts. Ebensowenig braucht einer, der die geistige Welt an irgendeinem Punkte kennt, alles von der geistigen Welt zu wissen. Das ist Gegenstand einer langsamen Forschung. Daher ist es so schwierig, über die Geisteswissenschaft zu sprechen, weil man immer wieder diesem Vorurteil begegnet. Wenn geisteswissenschaftliche Vorträge gehalten werden, dann verlangen die Leute in der Fragenbeantwortung, daß über alle Dinge Auskunft gegeben werde. Solche Fragen sind ebenso zu beurteilen, wie wenn irgend jemand zum Beispiel eine bestimmte Anzahl von Mineralien, von Pflanzen kennengelernt hätte, und man würde ihn dann über die Geheimnisse der Tierwelt fragen und sagen: Er kennt das eine, da muß er auch das andere kennen!
[ 30 ] If you think about it in detail, it is like this: You met a person on a certain day in your life, and you experienced this or that with them. You experience it not only with them during the day, but also again at night, and on the following nights as well; then it becomes a kind of reminiscence. You relive it inwardly within your ego and astral body. Everything you have experienced here in your daytime consciousness, you experience again in your nighttime consciousness. And just as you have experienced it in your nighttime consciousness, so does it provide you with the tools you need in the soul world. You relive your nights. This is a very significant truth of spiritual research, and through such an insight one can always be reminded of the fact that research into the spiritual realm is not what many believe it to be. Many believe that once one has entered the spiritual world, the spiritual researcher suddenly knows the entire spiritual world and is aware of everything. This belief is just as naive as believing that someone who has traveled across part of the Earth knows the whole Earth. They know certain parts of the Earth quite well, but they know nothing about other parts. Similarly, someone who is familiar with the spiritual world at any given point does not need to know everything about the spiritual world. This is the subject of a gradual process of research. That is why it is so difficult to speak about spiritual science, because one repeatedly encounters this prejudice. When lectures on spiritual science are given, people demand during the question-and-answer session that information be provided on every subject. Such questions should be viewed in the same light as if, for example, someone had become familiar with a certain number of minerals or plants, and one were then to ask him about the mysteries of the animal world, saying: “He knows one thing, so he must also know the other!”
[ 31 ] Es ist durchaus so, daß alle Einzelheiten der geistigen Welt erst erarbeitet werden müssen. Und vor allem muß man warten können, bis sich einem die eine oder die andere Sache ergibt. Nun haben Sie ersehen können, daß ich in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» und «Theosophie» gesprochen habe über die ungefähre Länge des sogenannten Kamalokalebens, des Lebens in der Seelenwelt. Von einem gewissen Gesichtspunkte aus kann man das auch durchaus so sagen, wie es da geschehen ist. Aber nun kommt der Geistesforscher in einen bestimmten Zusammenhang, der sich wirklich vergleichen läßt mit dem Bereisen von Ländern. Man kommt von einem Ort zum anderen, und so kommt man hier von einem Gebiet zum anderen. So kann der Geistesforscher zu einem anderen Gesichtspunkte kommen; und diesem Gesichtspunkt ergibt sich auf die Frage: Womit beschäftigt sich die Tätigkeit des Ich und des Astralleibes in der Nacht? — als Antwort: Die Erlebnisse der Nacht können so betrachtet werden, daß sie eine nochmalige Verarbeitung der Tageserlebnisse sind. — Die Frage kann sich aufwerfen: Wie nimmt sich da das Leben in der Seelenwelt aus, wenn man weiß, die Nächte werden durchlebt in der Seelenwelt? — Ich habe angegeben, daß das Leben in der Seelenwelt ungefähr ein Drittel ausmacht des letzten Erdenlebens. Wenn man die Nächte durchlebt, wie lange wird das Leben in der Seelenwelt dauern? Nun, man durchschläft ungefähr ein Drittel seines Lebens hier auf der Erde; einige Leute verschlafen mehr, andere weniger, aber ungefähr ein Drittel des Erdenlebens verschläft man.
[ 31 ] It is certainly true that all the details of the spiritual world must first be worked out. And above all, one must be able to wait until one or the other matter reveals itself. Now you have seen that in my *Outline of Esoteric Science* and *Theosophy* I spoke about the approximate duration of what is called the kamaloka life, the life in the soul world. From a certain point of view, one can certainly say it exactly as I did there. But now the spiritual researcher enters a specific context that can truly be compared to traveling through different countries. One moves from one place to another, and in the same way, one moves here from one realm to another. Thus, the spiritual researcher can arrive at a different perspective; and from this perspective, the question: “What do the ego and the astral body do at night?” yields the following answer: The experiences of the night can be viewed as a re-processing of the day’s experiences. — The question may arise: What is life in the soul world like, knowing that the nights are lived through in the soul world? — I have indicated that life in the soul world accounts for about one-third of one’s last earthly life. If one lives through the nights, how long will life in the soul world last? Well, one sleeps through about one-third of one’s life here on Earth; some people sleep more, others less, but one sleeps through about one-third of one’s earthly life.
[ 32 ] So sind die ungeheuer bedeutungsvollen Eindrücke, die man haben kann in bezug auf die Bewahrheitung der Geisteswissenschaft. Denn so ist es ja in der Geisteswissenschaft: Da wird einem einmal von einem gewissen Gesichtspunkte aus etwas gegeben, von dem aus man hineinschaut in die geistige Welt. Da ergibt sich eine Wahrheit. Es könnte sie einer bezweifeln, diese Wahrheit. Nun geht man von einem anderen Gesichtspunkte aus und kommt zu derselben Wahrheit, so wie es jetzt mit dem Durchleben der Nächte der Fall ist. Das ergibt die Bewahrheitung. Das ist ein wichtiges Kriterium, dieses innerliche Zusammenstimmen. Und das werden Sie überall in der Geisteswissenschaft, da wo sie ernst und würdig betrieben wird, finden: daß von verschiedenen Gesichtspunkten aus dieselbe Sache gesucht wird, und daß sich dieselbe Wahrheit ergibt von diesen verschiedenen Gesichtspunkten aus. Wenn die Menschen einmal ein Gefühl dafür bekommen, welcher Wahrheitswert in dieser Art und Weise liegt, der geistigen Wahrheit sich zu nähern und diese geistige Wahrheit dann zu finden, so werden sie auch empfinden, wie ungeheuer viel wahrer dasjenige ist, was auf diesem Gebiete erforscht werden kann, als alles das, was in der physischen Welt erforscht werden kann. Das ist das Wesentliche, das Wichtige, daß wir hier im physischen Erdenleben ein Gedächtnis haben für dasjenige, was im tagwachen Bewußtsein erfahren ist, und daß wir in der Zeit, in der wir durch die Seelenweit gehen, ein Erinnerungsvermögen haben für das, was in den Nächten weitergearbeitet wird auf Grundlage dessen, was das tagwache Bewußtsein erlebt.
[ 32 ] Such are the immensely significant impressions one can have regarding the validation of spiritual science. For this is indeed how it is in spiritual science: From a certain point of view, one is given something that allows one to look into the spiritual world. From this, a truth emerges. One might doubt this truth. But if one approaches it from a different perspective and arrives at the same truth—as is now the case with the experience of the nights— This is what constitutes verification. This inner harmony is an important criterion. And you will find this everywhere in spiritual science, wherever it is pursued seriously and with dignity: that the same thing is sought from different perspectives, and that the same truth emerges from these different perspectives. Once people develop a sense of the value of truth inherent in this way of approaching spiritual truth and then finding it, they will also realize how immensely more true is what can be explored in this realm than anything that can be explored in the physical world. This is the essential point, the important thing: that here in our physical earthly life we have a memory for what is experienced in waking consciousness, and that during the time we spend in the soul-world, we retain a recollection of what is further developed during the nights on the basis of what waking consciousness has experienced.
[ 33 ] Damit wir recht fruchtbar uns den bedeutungsvollen Wahrheiten nahen können, die wir morgen noch abzuhandeln haben, wollen wir uns eines in die Erinnerung rufen, was ich auch hier schon in einem anderen Zusammenhange mit Bezug auf die großen Ereignisse unserer Zeit erwähnt habe: Wenn der Mensch so durch die Pforte des Todes geht, daß sein Leben gewissermaßen von außen abgerissen ist, überhaupt wenn er in jugendlichem Alter dahinstirbt, dann tritt, nachdem er durch die Pforte des Todes gegangen ist, nach kurzer Zeit auch die Trennung vom Ätherleibe ein. Aber dieser Ätherleib hätte ja in sich die Kraft, den Rest des Lebens noch zu versorgen mit äußeren Lebenskräften. Normal bekommt der Mensch an Kräften des Ätherleibes dasjenige mit, was ihn bis ins hohe Alter mit Lebenskräften versorgen kann. Reißt nun das Leben ab, dann bleiben doch diese Kräfte. Im abgelegten Ätherleibe sind diese Kräfte auch vorhanden. Und geradeso wie in der physischen Welt nichts verlorengeht an Kräften, sondern nur verwandelt wird, so gehen auch diese Kräfte nicht verloren, sondern sie bleiben vorhanden. Wenden Sie das konkret an, dann werden Sie sich sagen: Wenn der Mensch im jugendlichen, im blühenden Alter hinstirbt, hinterläßt er der Welt das, was er noch an Lebenskräften in seinem Ätherleibe hat, die er selber hätte verbrauchen können. — Stellen Sie es sich noch konkreter vor. Nehmen Sie einen Menschen an, der, sagen wir, im fünfundzwanzigsten Lebensjahre durch eine Kugel getroffen worden ist: er hinterläßt der Welt an Lebensätherkräften das, was er hätte aufbrauchen können vom sechsundzwanzigsten Lebensjahre ab für den Rest eines langen Lebens. Das bleibt, das ist eine Gabe, die der Tote überläßt der geistigen Lebensatmosphäre, in der wir sind. Von diesen Kräften bleiben wir umgeben. Und in diesen Kräften stecken die Opfergesinnungen, von denen der also Geendete seine Ätherkräfte durchzogen hat. Das bleibt. Und die Nachkommenden wissen gar nicht, wie sie in den von den Vorfahren auf diese Weise hinterlassenen Kräften eigentlich leben, wie sie von denen umgeben sind, und wie unsere geistige Lebensluft davon durchtränkt ist. Sie achten nicht auf das, was zurückbleibt von den Hingegangenen in einer solchen Zeit, wo in verhältnismäßig kurzer Zeitspanne so viele noch lebensbrauchbare Ätherleiber der geistigen Erdenatmosphäre übergeben werden. — Von da ausgehend, werden wir morgen weitersprechen.
[ 33 ] So that we may approach the profound truths we are to discuss tomorrow in a truly fruitful way, let us recall something I have already mentioned here in a different context with regard to the great events of our time: When a person passes through the gate of death in such a way that their life is, so to speak, torn away from the outside—especially if they die at a young age—then, shortly after passing through the gate of death, separation from the etheric body also occurs. But this etheric body would, in fact, possess the power to continue supplying the remainder of the life with external life forces. Normally, a person receives from the etheric body those forces that can sustain them with life forces well into old age. If life is cut short, these forces remain nonetheless. They are also present in the shed etheric body. And just as in the physical world nothing is lost in terms of forces—but is merely transformed—so too these forces are not lost, but remain present. If you apply this concretely, you will say to yourself: When a person dies in the prime of life, in the bloom of youth, they leave behind for the world whatever life forces they still have in their etheric body—forces that they themselves could have used up. — Imagine it even more concretely. Take, for example, a person who, let’s say, was struck by a bullet at the age of twenty-five: he leaves behind for the world, in terms of life-etheric forces, what he could have used from the age of twenty-six onward for the remainder of a long life. That remains; it is a gift that the deceased bestows upon the spiritual atmosphere of life in which we exist. We remain surrounded by these forces. And embedded in these forces are the spirit of sacrifice with which the departed person’s etheric forces were imbued. That remains. And future generations have no idea how they actually live within the forces left behind in this way by their ancestors, how they are surrounded by them, and how our spiritual atmosphere is permeated by them. They pay no attention to what remains of those who have passed on at a time like this, when, within a relatively short period, so many etheric bodies still fit for life are being surrendered to the spiritual atmosphere of the Earth. — Building on this, we will continue our discussion tomorrow.
[ 34 ] Wir wollen nur noch den Blick hinlenken auf dasjenige, was sich uns erschließt aus solchen tiefen Zusammenhängen, durch die wir in die geistige Welt hineinblicken können, und nicht mehr in bloß abstrakter, trivialer Weise in der Sinneswelt auch noch verschwommen den Geist schauen, sondern darin konkret Geistiges wesenhaft schauen. Wir schauen darin — neben dem, was sich an Schicksal abspielt bei den Menschen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind — Wesen der höheren Hierarchien, Wesen der Elementarwelt. Aber wir schauen auch, was innerlich verbunden bleibt mit der Erde: das, was in den Ätherleibern zurückgeblieben ist. Es wird das in konkreter Weise wirken, was die auf den großen Feldern der Ereignisse den Tod Findenden auch noch den Erdenkindern an unverbrauchten Ätherkräften zurücklassen. Das wird sich verbinden mit dem, was diesen Keimen an Verständnis entgegengebracht wird für die Zukunft von seiten der Erdenkinder. Und auf das blickend, sagen wir, was wir schon öfter am Schlusse unserer Betrachtung gesagt haben:
[ 34 ] We wish only to direct our attention to what becomes revealed to us through such profound connections, through which we can glimpse into the spiritual world—no longer viewing the spirit in the sensory world in a merely abstract, trivial, and even blurred way, but rather perceiving the spiritual in a concrete and essential manner. There we see—alongside the unfolding of destiny for those who have passed through the gate of death—beings of the higher hierarchies, beings of the elemental world. But we also see what remains inwardly connected to the Earth: that which has been left behind in the etheric bodies. What those who have met their death in the great fields of events leave behind for the children of the Earth in the form of unspent etheric forces will have a concrete effect. This will combine with the understanding that the children of the Earth show toward these seeds for the future. And looking at this, we say what we have often said at the end of our reflections:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht
Lenken Seelen geist-bewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
From the courage of the fighters,
From the blood of the battles,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
The fruit of the spirit grows
Guiding souls, spiritually aware,
Toward the realm of the spirit.
