Truths Regarding Humans Development
The Karma of Materialism
GA 176
26 June 1917, Berlin
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Menschliche und menschheitliche Entwicklungswahrheiten
Vierter Vortrag
Vierter Vortrag
[ 1 ] Ich werde heute episodisch unserer fortlaufenden Betrachtung einiges einzufügen haben, hervorgerufen zum Teil durch Zeiterscheinungen und auch durch das Verhältnis unserer anthroposophischen Bewegung zu den Gedanken und Beurteilungsweisen der Zeit.
[ 1 ] Ich werde heute episodisch unserer fortlaufenden Betrachtung einiges einzufügen haben, hervorgerufen zum Teil durch Zeiterscheinungen und auch durch das Verhältnis unserer anthroposophischen Bewegung zu den Gedanken und Beurteilungsweisen der Zeit.
[ 2 ] Zunächst möchte ich über eine Zeitbestrebung sprechen, die von einem gewissen Gesichtspunkte aus für uns ganz interessant sein kann. Ich habe Ihnen öfter gesagt im Verlaufe unserer anthroposophischen Betrachtungen den Namen des Naturforschers — und speziell ist er Kriminalanthropologe — Moritz Benedikt; allein er dehnte das Gebiet seiner naturwissenschaftlichen Betrachtungen auf die verschiedensten Erscheinungen aus. In:der letzten Zeit hat er sich namentlich beschäftigt, intensiv und eingehend beschäftigt mit wissenschaftlichen Versuchen über die sogenannte Rutengängerei. Die Rutengängerei hat ja auch durch die Verhältnisse dieses Krieges eine gewisse Bedeutung gewonnen. Sie wissen, die Rutengängerei beruht im wesentlichen darauf, daß mit einer bestimmt geformten, gabelförmigen Rute aus einem bestimmten Baummaterial, Haselnußstaude zum Beispiel, die in einer bestimmten Weise entweder mit Untergriff oder Obergriff gehalten wird mit ihren beiden Gabelungen, durch das Ausschlagen der Rute gefunden werden kann dasjenige, was sich im Boden befindet, teilweise an Metallschätzen, teilweise aber auch, was sich im Boden befindet namentlich an Quellen, an Wasser und dergleichen. — Nun, Moritz Benedikt, der durchaus kein Phantast ist, weit entfernt ist, Phantast zu sein, der im Gegenteil zu denjenigen gehört, die alles das, was wir Anthroposophie nennen, scharf abweisen würde, er ist ganz und gar in der letzten Zeit mit seinen Forschungen, zum Teil mitveränlaßt durch die kriegerischen Operationen in bestimmten Gegenden, auf dieseRutengängerei ausgegangen. Dabei hat er versucht, der Sache gewissermaßen eine rationelle Grundlage zu geben. Er hat mit Personen, die er «dunkelangepaßte» nennt, experimentiert. Ich werde gleich nachher sagen, warum er festzustellen versucht, daß eigentlich jeder Mensch ein asymmertrisches, ein zweigliedriges Wesen ist, daß also der Mensch links von seiner Symmetrielinie ein anderes Wesen ist als rechts von seiner Symmetrielinie. Diese Verschiedenheit von links und rechts ist eben nicht nur eine Verschiedenheit, sondern sie ist sogar eine Polarität. In gewisser Beziehung sind Kräfte vorhanden in der linken und rechten Körperhälfte, welche so entgegengesetzt wirken, wie positiver und negativer Magnetismus und positive und negative Elektrizität, ähnlich wie positive und negative sich zueinander verhaltende Kräfteimpulse.
[ 2 ] Zunächst möchte ich über eine Zeitbestrebung sprechen, die von einem gewissen Gesichtspunkte aus für uns ganz interessant sein kann. Ich habe Ihnen öfter gesagt im Verlaufe unserer anthroposophischen Betrachtungen den Namen des Naturforschers — und speziell ist er Kriminalanthropologe — Moritz Benedikt; allein er dehnte das Gebiet seiner naturwissenschaftlichen Betrachtungen auf die verschiedensten Erscheinungen aus. In:der letzten Zeit hat er sich namentlich beschäftigt, intensiv und eingehend beschäftigt mit wissenschaftlichen Versuchen über die sogenannte Rutengängerei. Die Rutengängerei hat ja auch durch die Verhältnisse dieses Krieges eine gewisse Bedeutung gewonnen. Sie wissen, die Rutengängerei beruht im wesentlichen darauf, daß mit einer bestimmt geformten, gabelförmigen Rute aus einem bestimmten Baummaterial, Haselnußstaude zum Beispiel, die in einer bestimmten Weise entweder mit Untergriff oder Obergriff gehalten wird mit ihren beiden Gabelungen, durch das Ausschlagen der Rute gefunden werden kann dasjenige, was sich im Boden befindet, teilweise an Metallschätzen, teilweise aber auch, was sich im Boden befindet namentlich an Quellen, an Wasser und dergleichen. — Nun, Moritz Benedikt, der durchaus kein Phantast ist, weit entfernt ist, Phantast zu sein, der im Gegenteil zu denjenigen gehört, die alles das, was wir Anthroposophie nennen, scharf abweisen würde, er ist ganz und gar in der letzten Zeit mit seinen Forschungen, zum Teil mitveränlaßt durch die kriegerischen Operationen in bestimmten Gegenden, auf dieseRutengängerei ausgegangen. Dabei hat er versucht, der Sache gewissermaßen eine rationelle Grundlage zu geben. Er hat mit Personen, die er «dunkelangepaßte» nennt, experimentiert. Ich werde gleich nachher sagen, warum er festzustellen versucht, daß eigentlich jeder Mensch ein asymmertrisches, ein zweigliedriges Wesen ist, daß also der Mensch links von seiner Symmetrielinie ein anderes Wesen ist als rechts von seiner Symmetrielinie. Diese Verschiedenheit von links und rechts ist eben nicht nur eine Verschiedenheit, sondern sie ist sogar eine Polarität. In gewisser Beziehung sind Kräfte vorhanden in der linken und rechten Körperhälfte, welche so entgegengesetzt wirken, wie positiver und negativer Magnetismus und positive und negative Elektrizität, ähnlich wie positive und negative sich zueinander verhaltende Kräfteimpulse.
[ 3 ] Nun fand Moritz Benedikt, daß, wenn der Mensch eine Rute in die Hand nimmt, die beiden Gabeln in die Hand nimmt, dann das Kräftemassiv der linken Seite und das Kräftemassiv der rechten Seite sich vereinigen, wie er sagt: einen gemeinsamen Emanationsstrom bilden, also ineinander übergehen. Wenn nun, sagen wir, ein Mensch, der im besonderen stark durchsetzt ist von solchen Kräften, die dabei eben in Betracht kommen, über eine Bodenfläche geht, unter der im Innern ein Wasser ist, so verändern sich seine Kräfte links und rechts. Das heißt, das Wasser, das seinerseits eine Ausströmung nach oben hat, strömt in die Kräfte des Menschen ein, und dadurch verändert sich sein Kräftemassiv. Interessant ist, daß Moritz Benedikt, der selber Arzt ist, gefunden hat, daß besonders empfängliche Personen einfach, wenn sie über eine Stelle gehen, unter der eine Quelle ist, oder namentlich eine Stelle, unter der eine bestimmte Metallader oder dergleichen ist, bis zum Krankwerden beeinflußt werden können. So daß einfach manche Zustände, von denen Benedikt, der selber Arzt ist, findet, daß die Ärzte nicht viel mehr wissen als den Namen davon, daß gewisse Zustände, wie Melancholie, Hypochondrie, Hysterie, die zusammengeworfen werden, bei gewissen Persönlichkeiten dadurch hervorgerufen werden können, daß eine solche Person über eine Fläche geht, unter der eine entsprechende Quelle ist, aber sie beachtet das nicht, sie weiß das vielleicht nicht. Wenn sie sich aber der Rute bedient, so wird sie nicht krank. Dadurch, daß die Rute die beiden Kraftströme miteinander vereinigt und ausschlägt, wird die Kraft, die sonst zur Erkrankung irgendeines Körperteiles hätte führen können, abgeleitet. So daß man es also im wesentlichen zu tun hat mit einer Ableitung von Strömungen im Organismus durch die in den Händen befindliche Rute. Die Rute ist also ein Zweig, der einen Stock hat und dann sich gabelt, wie sich Äste gabeln; das wird so geschnitten, und an den beiden Gabelstangen hält man ihn.
[ 3 ] Nun fand Moritz Benedikt, daß, wenn der Mensch eine Rute in die Hand nimmt, die beiden Gabeln in die Hand nimmt, dann das Kräftemassiv der linken Seite und das Kräftemassiv der rechten Seite sich vereinigen, wie er sagt: einen gemeinsamen Emanationsstrom bilden, also ineinander übergehen. Wenn nun, sagen wir, ein Mensch, der im besonderen stark durchsetzt ist von solchen Kräften, die dabei eben in Betracht kommen, über eine Bodenfläche geht, unter der im Innern ein Wasser ist, so verändern sich seine Kräfte links und rechts. Das heißt, das Wasser, das seinerseits eine Ausströmung nach oben hat, strömt in die Kräfte des Menschen ein, und dadurch verändert sich sein Kräftemassiv. Interessant ist, daß Moritz Benedikt, der selber Arzt ist, gefunden hat, daß besonders empfängliche Personen einfach, wenn sie über eine Stelle gehen, unter der eine Quelle ist, oder namentlich eine Stelle, unter der eine bestimmte Metallader oder dergleichen ist, bis zum Krankwerden beeinflußt werden können. So daß einfach manche Zustände, von denen Benedikt, der selber Arzt ist, findet, daß die Ärzte nicht viel mehr wissen als den Namen davon, daß gewisse Zustände, wie Melancholie, Hypochondrie, Hysterie, die zusammengeworfen werden, bei gewissen Persönlichkeiten dadurch hervorgerufen werden können, daß eine solche Person über eine Fläche geht, unter der eine entsprechende Quelle ist, aber sie beachtet das nicht, sie weiß das vielleicht nicht. Wenn sie sich aber der Rute bedient, so wird sie nicht krank. Dadurch, daß die Rute die beiden Kraftströme miteinander vereinigt und ausschlägt, wird die Kraft, die sonst zur Erkrankung irgendeines Körperteiles hätte führen können, abgeleitet. So daß man es also im wesentlichen zu tun hat mit einer Ableitung von Strömungen im Organismus durch die in den Händen befindliche Rute. Die Rute ist also ein Zweig, der einen Stock hat und dann sich gabelt, wie sich Äste gabeln; das wird so geschnitten, und an den beiden Gabelstangen hält man ihn.
[ 4 ] Nun, auf welche Weise stellt denn der Professor Benedikt das alles fest? Das ist jetzt die Frage. Er stellt es fest mit Hilfe gewisser Personen, die er «dunkel-angepaßt» nennt. Was macht er da? Er hat sich namentlich zweier solcher «dunkel-angepaßter» Personen bedient, die imstande sind, wenn sie in der Dunkelkammer, also im verfinsterten Zimmer sitzen, diejenigen Personen, bei denen die Rute ausschlägt, zu beobachten. «Dunkel-angepaßt» nennt er seine Mitgehilfen, seine Experimentatoren; er nennt sie deshalb so, weil sie, wenn sie im Finstern Menschen beobachten, Farben sehen und dergleichen. Und dieses Im-Finstern-Farben-Sehen führt dazu, unterscheiden zu können, daß die Farben, die am Menschen zu sehen sind, links verschieden sind von den Farben, welche rechts zu sehen sind. Da sich nun klärlich ergibt, daß diese Farben, die da in der Dunkelkammer, wo man den gewöhnlichen physischen Anblick nicht hat — so weit wird die Kammer verdunkelt —, die äußere Erscheinung für das ist, was Benedikt Emanation nennt, was wir die tiefste physische Aura nennen würden, so kann Professor Benedikt mit Hilfe solcher Personen, die er «dunkel-angepaßte» nennt, einfach prüfen, wie der Mensch asymmetrisch ist, links andere Farben zeigt als rechts, wie sich das ganze Farbenbild verändert, wenn der Mensch nun die Rute in die Hand nimmt und im Laboratorium ausgesetzt wird. Man braucht nicht irgendeine Quelle zu haben, sondern man kann ein kleines Wasserbassin oder ein Stück Metall haben; das geht geradesogut. Man kann in der Dunkelkammer nachweisen, worauf die Wirkung der Rute beruht. Es ist interessant, einige Stellen der neuesten Publikation von Professor Benedikt sich einmal anzusehen. Er sagt:
[ 4 ] Nun, auf welche Weise stellt denn der Professor Benedikt das alles fest? Das ist jetzt die Frage. Er stellt es fest mit Hilfe gewisser Personen, die er «dunkel-angepaßt» nennt. Was macht er da? Er hat sich namentlich zweier solcher «dunkel-angepaßter» Personen bedient, die imstande sind, wenn sie in der Dunkelkammer, also im verfinsterten Zimmer sitzen, diejenigen Personen, bei denen die Rute ausschlägt, zu beobachten. «Dunkel-angepaßt» nennt er seine Mitgehilfen, seine Experimentatoren; er nennt sie deshalb so, weil sie, wenn sie im Finstern Menschen beobachten, Farben sehen und dergleichen. Und dieses Im-Finstern-Farben-Sehen führt dazu, unterscheiden zu können, daß die Farben, die am Menschen zu sehen sind, links verschieden sind von den Farben, welche rechts zu sehen sind. Da sich nun klärlich ergibt, daß diese Farben, die da in der Dunkelkammer, wo man den gewöhnlichen physischen Anblick nicht hat — so weit wird die Kammer verdunkelt —, die äußere Erscheinung für das ist, was Benedikt Emanation nennt, was wir die tiefste physische Aura nennen würden, so kann Professor Benedikt mit Hilfe solcher Personen, die er «dunkel-angepaßte» nennt, einfach prüfen, wie der Mensch asymmetrisch ist, links andere Farben zeigt als rechts, wie sich das ganze Farbenbild verändert, wenn der Mensch nun die Rute in die Hand nimmt und im Laboratorium ausgesetzt wird. Man braucht nicht irgendeine Quelle zu haben, sondern man kann ein kleines Wasserbassin oder ein Stück Metall haben; das geht geradesogut. Man kann in der Dunkelkammer nachweisen, worauf die Wirkung der Rute beruht. Es ist interessant, einige Stellen der neuesten Publikation von Professor Benedikt sich einmal anzusehen. Er sagt:
[ 5 ] «Es gibt, wenn auch eine relativ geringe Anzahl von Menschen, die «dunkel-angepaßt sind. Ein relativ größerer 'Teil dieser Minorität sieht in der Dunkelheit sehr viele Objekte leuchtend, ohne Farben, und nur relativ sehr wenige sehen die Objekte auch gefärbt, Reichenbach hat schon den Ausspruch getan, daß jeder Mensch eine große Hülle leuchtender Substanz (Emanationen) mit sich herumschleppt.
[ 5 ] «Es gibt, wenn auch eine relativ geringe Anzahl von Menschen, die «dunkel-angepaßt sind. Ein relativ größerer 'Teil dieser Minorität sieht in der Dunkelheit sehr viele Objekte leuchtend, ohne Farben, und nur relativ sehr wenige sehen die Objekte auch gefärbt, Reichenbach hat schon den Ausspruch getan, daß jeder Mensch eine große Hülle leuchtender Substanz (Emanationen) mit sich herumschleppt.
[ 6 ] Die farblosen und farbigen Leuchterscheinungen sind seitdem auch von mir vielfach durch kritische Beobachtung erprobt. Eine größere Zahl Gelehrter und Ärzte wurden in meiner Dunkelkammer von meinen zwei klassischen «Dunkel-angepaßten», Herrn Ingenieur Josef Póra und der Beamtin Fräulein Hedwig Kaindl, untersucht, und es konnte den von denselben Untersuchten kein gerechter Zweifel an der Richtigkeit der Beobachtung und Schilderung zurückbleiben. Die Herren haben sich überzeugt, daß die genannten Dunkel-angepaßten die unerwartet Anwesenden sahen, alle Teile des Körpers bezeichneten und ihre Emanationsfarbe bestimmten.
[ 6 ] Die farblosen und farbigen Leuchterscheinungen sind seitdem auch von mir vielfach durch kritische Beobachtung erprobt. Eine größere Zahl Gelehrter und Ärzte wurden in meiner Dunkelkammer von meinen zwei klassischen «Dunkel-angepaßten», Herrn Ingenieur Josef Póra und der Beamtin Fräulein Hedwig Kaindl, untersucht, und es konnte den von denselben Untersuchten kein gerechter Zweifel an der Richtigkeit der Beobachtung und Schilderung zurückbleiben. Die Herren haben sich überzeugt, daß die genannten Dunkel-angepaßten die unerwartet Anwesenden sahen, alle Teile des Körpers bezeichneten und ihre Emanationsfarbe bestimmten.
[ 7 ] Farbenwahrnehmende Dunkel-angepaßte sehen nur an der Vorderseite die Stirne und den Scheitel blau, die übrige Hälfte ebenfalls blau und die linke rot oder mancher, wie zum Beispiel Herr Ingenieur Pöra, orangegelb. Rückwärts finder dieselbe Teilung und dieselbe Färbung statt.»
[ 7 ] Farbenwahrnehmende Dunkel-angepaßte sehen nur an der Vorderseite die Stirne und den Scheitel blau, die übrige Hälfte ebenfalls blau und die linke rot oder mancher, wie zum Beispiel Herr Ingenieur Pöra, orangegelb. Rückwärts finder dieselbe Teilung und dieselbe Färbung statt.»
[ 8 ] «Ich will hier anführen, daß eine geschlossene elektrische Batterie in der Dunkelkammer an der Anode rot, an der Kathode blau leuchtet — also analog der linken und rechten Körperhälfte. Die zwei polaren Körperhälften werden durch die Rute zu einem Emanationsstrom geschlossen. Der Körperrutenstrom tritt in Beziehung zu den emanierenden Substanzen, und der Ausschlag der Rute ist der Ausdruck dieser Beziehung.»
[ 8 ] «Ich will hier anführen, daß eine geschlossene elektrische Batterie in der Dunkelkammer an der Anode rot, an der Kathode blau leuchtet — also analog der linken und rechten Körperhälfte. Die zwei polaren Körperhälften werden durch die Rute zu einem Emanationsstrom geschlossen. Der Körperrutenstrom tritt in Beziehung zu den emanierenden Substanzen, und der Ausschlag der Rute ist der Ausdruck dieser Beziehung.»
[ 9 ] Es ist sehr interessant. Wir haben es hier, das möchte ich ausdrücklich betonen, damit das nicht mißverstanden wird, was ich sage, nicht mit demjenigen zu tun, was in meiner « Theosophie» als Aura beschrieben wird. Bei dieser Aura haben wir es zu tun mit den Offenbarungsweisen des höheren Seelischen und Geistigen, während es der Professor Benedikt in seiner Dunkelkammer zu tun hat mit durchaus unterschwelligen, also unter der Schwelle des Bewußtseins befindlichen, aber für das gewöhnliche sinnliche Anschauen nicht wahrnehmbaren Emanationen, Ausstrahlungen. Interessant muß uns nur sein, daß es dem Naturforscher heute erlaubt ist, durchaus in ganz exakter Weise von einer unterschwelligen Aura zu sprechen und Untersuchungen zu. machen und so weiter. Es ist interessant, daß Benedikt selber angeben muß, daß die Rutenfähigkeit übrigens keine hochstehende menschliche Qualität ist; sie ist mit sonst niederer Organisation möglich, während sie bei intellektuell Fortgeschrittenen versagt. Das weist eben darauf hin auf der einen Seite, daß die Rutenfähigkeit, das heißt die besonders starke Ausschlagfähigkeit der Rute, bei bestimmten Personen mit unterseelischen Impulsen zu tun hat. Aber immerhin, die unterseelischen Impulse sind auch durchaus solche, die nicht mit den gewöhnlichen Sinnen oder wenigstens auf gewöhnliche sinnliche Weise wahrnehmbar sind. Denn Professor Benedikt braucht immerhin, ich möchte sagen, als Versuchsinstrumente «dunkel-angepaßte» Personen.
[ 9 ] Es ist sehr interessant. Wir haben es hier, das möchte ich ausdrücklich betonen, damit das nicht mißverstanden wird, was ich sage, nicht mit demjenigen zu tun, was in meiner « Theosophie» als Aura beschrieben wird. Bei dieser Aura haben wir es zu tun mit den Offenbarungsweisen des höheren Seelischen und Geistigen, während es der Professor Benedikt in seiner Dunkelkammer zu tun hat mit durchaus unterschwelligen, also unter der Schwelle des Bewußtseins befindlichen, aber für das gewöhnliche sinnliche Anschauen nicht wahrnehmbaren Emanationen, Ausstrahlungen. Interessant muß uns nur sein, daß es dem Naturforscher heute erlaubt ist, durchaus in ganz exakter Weise von einer unterschwelligen Aura zu sprechen und Untersuchungen zu. machen und so weiter. Es ist interessant, daß Benedikt selber angeben muß, daß die Rutenfähigkeit übrigens keine hochstehende menschliche Qualität ist; sie ist mit sonst niederer Organisation möglich, während sie bei intellektuell Fortgeschrittenen versagt. Das weist eben darauf hin auf der einen Seite, daß die Rutenfähigkeit, das heißt die besonders starke Ausschlagfähigkeit der Rute, bei bestimmten Personen mit unterseelischen Impulsen zu tun hat. Aber immerhin, die unterseelischen Impulse sind auch durchaus solche, die nicht mit den gewöhnlichen Sinnen oder wenigstens auf gewöhnliche sinnliche Weise wahrnehmbar sind. Denn Professor Benedikt braucht immerhin, ich möchte sagen, als Versuchsinstrumente «dunkel-angepaßte» Personen.
[ 10 ] Natürlich findet die Sache heute noch einige Gegnerschaft; das macht aber nichts, denn alle diese Dinge finden Gegnerschaften, und Professor Benedikt sagt selber, gleich auf Seite zwölf seines Büchelchens:
[ 10 ] Natürlich findet die Sache heute noch einige Gegnerschaft; das macht aber nichts, denn alle diese Dinge finden Gegnerschaften, und Professor Benedikt sagt selber, gleich auf Seite zwölf seines Büchelchens:
[ 11 ] «Der schlichte Mann erkennt instinktmäßig die Souveränität der Tatsachen an; der akademisch Verbildete die Souveränität der Meinungen. Der Bauer kennt die Tatsache von Kindheit an durch Tradition, und sie wird für ihn zum unumstößlichen Ereignisse, sobald er den ersten Rutenausschlag gesehen und gefühlt hat. Der «Intellektuelle legt Scheuklappen gegen die Wahrheit an, wenn er Tatsachen nicht in die Kammer seiner Weisheit einreihen kann.»
[ 11 ] «Der schlichte Mann erkennt instinktmäßig die Souveränität der Tatsachen an; der akademisch Verbildete die Souveränität der Meinungen. Der Bauer kennt die Tatsache von Kindheit an durch Tradition, und sie wird für ihn zum unumstößlichen Ereignisse, sobald er den ersten Rutenausschlag gesehen und gefühlt hat. Der «Intellektuelle legt Scheuklappen gegen die Wahrheit an, wenn er Tatsachen nicht in die Kammer seiner Weisheit einreihen kann.»
[ 12 ] Es kommt ja in der Regel darauf an, bei welcher Grenze der Betreffende seine Scheuklappen anlegt. Nicht wahr, Professor Benedikt legt sie da ab, wo es sich darum handelt, diejenige Aura zu studieren, welche die Rutenfähigkeit nach sich zieht; allein er legt die Scheuklappen sogleich wieder an, wenn es sich um höhere anthroposophische Gebiete handelt. Aber das tut nichts. Wir brauchen nicht Gleiches mit Gleichem zu bezahlen, sondern wir müssen von einer solchen Sache immerhin Kenntnis nehmen.
[ 12 ] Es kommt ja in der Regel darauf an, bei welcher Grenze der Betreffende seine Scheuklappen anlegt. Nicht wahr, Professor Benedikt legt sie da ab, wo es sich darum handelt, diejenige Aura zu studieren, welche die Rutenfähigkeit nach sich zieht; allein er legt die Scheuklappen sogleich wieder an, wenn es sich um höhere anthroposophische Gebiete handelt. Aber das tut nichts. Wir brauchen nicht Gleiches mit Gleichem zu bezahlen, sondern wir müssen von einer solchen Sache immerhin Kenntnis nehmen.
[ 13 ] Interessant ist zum Beispiel auch dieses, was Professor Benedikt mit Hilfe dieser seiner Experimente herausgebracht hat:
[ 13 ] Interessant ist zum Beispiel auch dieses, was Professor Benedikt mit Hilfe dieser seiner Experimente herausgebracht hat:
[ 14 ] «Wir wollen hier gleich die große Bedeutung dieser Versuche für die Farbenlehre hervorheben. Die Newton’sche Lehre, daß die FarbenEffekte ausschließlich von dem reflektierten, respektive durchgehenden prismatischen Farbenlicht herrühren, die auch von den zünftigen Physikern allgemein ohne Reserve akzeptiert ist, wurde von Goethe bestritten. Dieser behauptet, daß von natürlich gefärbten Objekten und mit natürlichen Farben behandelten Stoffen ein Teil des Farbeneindruckes sozusagen autonom von diesen gefärbten Objekten herrühre. Die Beweise Goethes hatten keinen äußeren Erfolg und waren halb und halb indirekte.
[ 14 ] «Wir wollen hier gleich die große Bedeutung dieser Versuche für die Farbenlehre hervorheben. Die Newton’sche Lehre, daß die FarbenEffekte ausschließlich von dem reflektierten, respektive durchgehenden prismatischen Farbenlicht herrühren, die auch von den zünftigen Physikern allgemein ohne Reserve akzeptiert ist, wurde von Goethe bestritten. Dieser behauptet, daß von natürlich gefärbten Objekten und mit natürlichen Farben behandelten Stoffen ein Teil des Farbeneindruckes sozusagen autonom von diesen gefärbten Objekten herrühre. Die Beweise Goethes hatten keinen äußeren Erfolg und waren halb und halb indirekte.
[ 15 ] Ungemein drastisch gibt hier die Emanationslehre mit Hilfe des Pendels eine die Ansicht Goethes bestätigende Aufklärung, wobei betont werden muß, daß das reflektierte Licht die gleichgefärbte Emanation mit sich fortreißt.»
[ 15 ] Ungemein drastisch gibt hier die Emanationslehre mit Hilfe des Pendels eine die Ansicht Goethes bestätigende Aufklärung, wobei betont werden muß, daß das reflektierte Licht die gleichgefärbte Emanation mit sich fortreißt.»
[ 16 ] Sie sehen daraus, daß auf halbem Wege auch Benedikt, da er nun einmal auf diesen Grenzgebieten Versuche macht, sogar zur Goetheschen Farbenlehre kommen muß. Wenn man sich selbst, wie ich, seit mehr als drei Jahrzehnten mit der Verteidigung der Goetheschen Farbenlehre befaßt, so kann man ermessen, ob ein Zusammenhang besteht zwischen der Emanationslehre und der Goetheschen Farbenlehre, und ob auf der anderen Seite ein Zusammenhang besteht zwischen all der stumpfsinnigen, materialistischen Theoretisierung, die die heutige Physik beherrscht, und wiederum der Ablehnung der Goetheschen Farbenlehre. Interessant ist: Sogleich, wenn einer nur ein wenig die Farbenlehre durchdringt, kommt er ein Stückchen weiter, aber der Weg geht immer in der Richtung, in welcher die anthroposophische Betrachtungsweise gehen muß.
[ 16 ] Sie sehen daraus, daß auf halbem Wege auch Benedikt, da er nun einmal auf diesen Grenzgebieten Versuche macht, sogar zur Goetheschen Farbenlehre kommen muß. Wenn man sich selbst, wie ich, seit mehr als drei Jahrzehnten mit der Verteidigung der Goetheschen Farbenlehre befaßt, so kann man ermessen, ob ein Zusammenhang besteht zwischen der Emanationslehre und der Goetheschen Farbenlehre, und ob auf der anderen Seite ein Zusammenhang besteht zwischen all der stumpfsinnigen, materialistischen Theoretisierung, die die heutige Physik beherrscht, und wiederum der Ablehnung der Goetheschen Farbenlehre. Interessant ist: Sogleich, wenn einer nur ein wenig die Farbenlehre durchdringt, kommt er ein Stückchen weiter, aber der Weg geht immer in der Richtung, in welcher die anthroposophische Betrachtungsweise gehen muß.
[ 17 ] In unserer Zeit ist es sehr wichtig, daß sich ein Mann, der sich nun experimentell mit diesen Dingen befaßt, gestehen muß: Der schlichte Mann erkennt instinktmäßig die Souveränität der Tatsachen an. Der Gelehrte oder akademisch Verbildete, wie Benedikt sagt, erkennt nur die Souveränität der Meinungen an. Das ist sehr wichtig. Denn keine Zeit ist noch so sehr unter dem Einfluß der Meinungen gestanden als diese unsere Zeit, obwohl unsere Zeit immer wieder betont: Auf den gesunden Menschenverstand kommt es an! — Insbesondere in der Politik wird das immer betont. Aber dieser gesunde Menschenverstand, der muß heute erst unter Mühe erworben werden, der ist heute nämlich nicht da — das ist das große Geheimnis —, der muß erst wiederum erworben werden dadurch, daß man dasjenige, was frühere Zeiten atavistisch noch hatten, den Zusammenhang mit der geistigen Welt, was heute nicht atavistisch da ist, nun erst auf den Wegen, welche die Anthroposophie angibt, gewinnt. Das ist sehr wichtig. Man könnte sagen: So sitzt nun Benedikt, der ja ein bißchen eitel ist — nicht wahr, ich habe das ja schon früher erwähnt, daß daher seine Bücher nicht angenehm zu lesen sind, aber das gilt nicht für dieses Buch —, er sitzt in seiner Dunkelkammer und macht Pendelversuche. Er hat sich sogar so photographieren lassen; das Bild ist am Anfang des Buches. Er beschreibt eigentlich die physischen Auren, um dahinterzukommen, was da eigentlich für Wechselkräfte spielen zwischen dem Menschen und der übrigen Welt. Natürlich hat das eine außerordentlich große Bedeutung. Es hat deshalb eine große Bedeutung, weil dadurch schon durch physische Forschung der Raumbegriff, ich möchte sagen, auf eine neue Basis gestellt wird. Wasser, wo ist es? Nun, da drinnen in der Erde, nicht wahr. Nun geht der Rutengänger darüber, die Rute schlägt aus. Eine Emanation geht nach oben, die sich mit der menschlichen Emanation vereinigt. Ausströmungen kommen ineinander. Das Wasser ist also nicht nur da unten, sondern es hat etwas in sich, was bis nach oben geht. Erinnern Sie sich, welchen großen Wert ich einmal darauf gelegt habe, als ich den berühmten — oder nicht berühmten —, den bedeutenden Schellingschen Ausspruch zitierte: «Ein Ding wirkt nicht nur da, wo es ist, sondern es ist, wo es wirkt.» Auf die Auffassung solcher Dinge kommt es an. Sie können das in meinem Buche über die «Rätsel der Philosophie» nachlesen, welche Bedeutung einer solchen Anschauung, einem solchen Begriff, einer solchen Vorstellung zukommt, wenn man auf Wirklichkeit sehen will, und nicht auf vorgefaßte und an Worten klebende Meinungen.
[ 17 ] In unserer Zeit ist es sehr wichtig, daß sich ein Mann, der sich nun experimentell mit diesen Dingen befaßt, gestehen muß: Der schlichte Mann erkennt instinktmäßig die Souveränität der Tatsachen an. Der Gelehrte oder akademisch Verbildete, wie Benedikt sagt, erkennt nur die Souveränität der Meinungen an. Das ist sehr wichtig. Denn keine Zeit ist noch so sehr unter dem Einfluß der Meinungen gestanden als diese unsere Zeit, obwohl unsere Zeit immer wieder betont: Auf den gesunden Menschenverstand kommt es an! — Insbesondere in der Politik wird das immer betont. Aber dieser gesunde Menschenverstand, der muß heute erst unter Mühe erworben werden, der ist heute nämlich nicht da — das ist das große Geheimnis —, der muß erst wiederum erworben werden dadurch, daß man dasjenige, was frühere Zeiten atavistisch noch hatten, den Zusammenhang mit der geistigen Welt, was heute nicht atavistisch da ist, nun erst auf den Wegen, welche die Anthroposophie angibt, gewinnt. Das ist sehr wichtig. Man könnte sagen: So sitzt nun Benedikt, der ja ein bißchen eitel ist — nicht wahr, ich habe das ja schon früher erwähnt, daß daher seine Bücher nicht angenehm zu lesen sind, aber das gilt nicht für dieses Buch —, er sitzt in seiner Dunkelkammer und macht Pendelversuche. Er hat sich sogar so photographieren lassen; das Bild ist am Anfang des Buches. Er beschreibt eigentlich die physischen Auren, um dahinterzukommen, was da eigentlich für Wechselkräfte spielen zwischen dem Menschen und der übrigen Welt. Natürlich hat das eine außerordentlich große Bedeutung. Es hat deshalb eine große Bedeutung, weil dadurch schon durch physische Forschung der Raumbegriff, ich möchte sagen, auf eine neue Basis gestellt wird. Wasser, wo ist es? Nun, da drinnen in der Erde, nicht wahr. Nun geht der Rutengänger darüber, die Rute schlägt aus. Eine Emanation geht nach oben, die sich mit der menschlichen Emanation vereinigt. Ausströmungen kommen ineinander. Das Wasser ist also nicht nur da unten, sondern es hat etwas in sich, was bis nach oben geht. Erinnern Sie sich, welchen großen Wert ich einmal darauf gelegt habe, als ich den berühmten — oder nicht berühmten —, den bedeutenden Schellingschen Ausspruch zitierte: «Ein Ding wirkt nicht nur da, wo es ist, sondern es ist, wo es wirkt.» Auf die Auffassung solcher Dinge kommt es an. Sie können das in meinem Buche über die «Rätsel der Philosophie» nachlesen, welche Bedeutung einer solchen Anschauung, einem solchen Begriff, einer solchen Vorstellung zukommt, wenn man auf Wirklichkeit sehen will, und nicht auf vorgefaßte und an Worten klebende Meinungen.
[ 18 ] So, möchte ich sagen, kann man bis in die Einzelheiten hinein zeigen, wie gewissermaßen das Anthroposophische am Steuer sitzt und richtig die gegenwärtige Zeit-Denkweise lenkt. Man kann es im einzelnen tatsächlich nachweisen, nur daß natürlich die einzelnen Menschen nicht nachkommen. Aber wo sie versuchen, einmal nur eine Einzelheit vorurteilslos anzugreifen, da geht es in dieser Richtung. Der Krieg hat diese Untersuchungen über Rutengängerei besonders dadurch an die Oberfläche gebracht, weil man in gewissen Territorien zu wissen brauchte, was da unten eigentlich ist, namentlich wenn es sich um Wasser handelte, das man dann da verwenden muß für diejenigen, die in den Gegenden sich aufzuhalten haben, wenn man Quellen auszunützen hat. Sie sehen daraus, daß tatsächlich im Menschen, schon rein wenn man auf die allerniedrigsten Dinge sieht, viel mehr vorhanden ist, als die heutige Philosophie oder Biologie sich irgendwie träumen läßt.
[ 18 ] So, möchte ich sagen, kann man bis in die Einzelheiten hinein zeigen, wie gewissermaßen das Anthroposophische am Steuer sitzt und richtig die gegenwärtige Zeit-Denkweise lenkt. Man kann es im einzelnen tatsächlich nachweisen, nur daß natürlich die einzelnen Menschen nicht nachkommen. Aber wo sie versuchen, einmal nur eine Einzelheit vorurteilslos anzugreifen, da geht es in dieser Richtung. Der Krieg hat diese Untersuchungen über Rutengängerei besonders dadurch an die Oberfläche gebracht, weil man in gewissen Territorien zu wissen brauchte, was da unten eigentlich ist, namentlich wenn es sich um Wasser handelte, das man dann da verwenden muß für diejenigen, die in den Gegenden sich aufzuhalten haben, wenn man Quellen auszunützen hat. Sie sehen daraus, daß tatsächlich im Menschen, schon rein wenn man auf die allerniedrigsten Dinge sieht, viel mehr vorhanden ist, als die heutige Philosophie oder Biologie sich irgendwie träumen läßt.
[ 19 ] Es ist nun sehr merkwürdig, und es ist schon notwendig — diejenigen, die sich länger für unsere Sache interessieren, begreifen, daß es notwendig ist —, daß, trotzdem im einzelnen nachgewiesen werden kann, wie Anthroposophie in der richtigen Weise steuert, diese Anthroposophie in einer Weise behandelt wird, wie ich es ja schon in den letzten hier angestellten Betrachtungen angeführt habe. Aber ich muß heute über eine literarische Erscheinung sprechen, die zu den charakteristischsten, ich möchte sagen, der Gegenwart in bezug auf die anthroposophische Geistesströmung gehört, charakteristisch aus den Gründen, die Sie aus den Besprechungen selber ersehen werden.
[ 19 ] Es ist nun sehr merkwürdig, und es ist schon notwendig — diejenigen, die sich länger für unsere Sache interessieren, begreifen, daß es notwendig ist —, daß, trotzdem im einzelnen nachgewiesen werden kann, wie Anthroposophie in der richtigen Weise steuert, diese Anthroposophie in einer Weise behandelt wird, wie ich es ja schon in den letzten hier angestellten Betrachtungen angeführt habe. Aber ich muß heute über eine literarische Erscheinung sprechen, die zu den charakteristischsten, ich möchte sagen, der Gegenwart in bezug auf die anthroposophische Geistesströmung gehört, charakteristisch aus den Gründen, die Sie aus den Besprechungen selber ersehen werden.
[ 20 ] Ein Buch, «Vom Jenseits der Seele», ein dickes Buch, ist erschienen von dem Berliner Universitätsprofessor Max Dessoir. In diesem Buche findet sich ein ausführliches Kapitel über Anthroposophie. Dieses ausführliche Kapitel über Anthroposophie, das ist nun im höchsten Grade charakteristisch. Man könnte den Gedanken haben, den ich gehabt habe, als ich das Buch zuerst in die Hand genommen, es ist ja eben erschienen, ich dachte mir: Es ist einmal interessant zu hören, wie die offizielle Philosophie, die sich zur Universitätsphilosophie rechnende Philosophie — und die ja auch als solche gerechnet wird, weil der Betreffende ja hier Professor an der Universität ist —, sich über Anthroposophie ausspricht. Und ich dachte, das würde interessant sein. Gewiß, Gegnerschaften müssen sich ja heute ergeben aus den verschiedensten Gründen heraus, die ich schon angeführt habe. Daß die heutige Philosophie noch gegnerisch zur Anthroposophie ist, das ist nicht weiter verwunderlich, und es schadet auch nichts, wenn die Gegnerschaft nicht verleumderisch, nicht gehässig ist. Gerade durch die dialektische Wechselrede könnte ja etwas außerordentlich Günstiges bewirkt werden. Aber, sehen Sie, als ich das ziemlich dicke Buch nun studierte, konnte ich mir sagen: die Sache ist gar nicht interessant. Das Buch ist ganz und gar nicht interessant, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil dieses gar nicht ganz kurze Kapitel über Anthroposophie in dem dicken Buche und verschiedenes andere, das Dessoir noch vorbringt, in der charakteristischesten Weise zeigt, daß er auch nicht das allergeringste Verständnis für die anthroposophische Geistesrichtung hat, indem er gewissermaßen keinen einzigen Satz zustande bringt — er versucht darzustellen, was Anthroposophie will —, der nun wirklich richtig wäre. Das ist sehr merkwürdig. Aber die Unrichtigkeiten sind außerordentlich charakteristisch.
[ 20 ] Ein Buch, «Vom Jenseits der Seele», ein dickes Buch, ist erschienen von dem Berliner Universitätsprofessor Max Dessoir. In diesem Buche findet sich ein ausführliches Kapitel über Anthroposophie. Dieses ausführliche Kapitel über Anthroposophie, das ist nun im höchsten Grade charakteristisch. Man könnte den Gedanken haben, den ich gehabt habe, als ich das Buch zuerst in die Hand genommen, es ist ja eben erschienen, ich dachte mir: Es ist einmal interessant zu hören, wie die offizielle Philosophie, die sich zur Universitätsphilosophie rechnende Philosophie — und die ja auch als solche gerechnet wird, weil der Betreffende ja hier Professor an der Universität ist —, sich über Anthroposophie ausspricht. Und ich dachte, das würde interessant sein. Gewiß, Gegnerschaften müssen sich ja heute ergeben aus den verschiedensten Gründen heraus, die ich schon angeführt habe. Daß die heutige Philosophie noch gegnerisch zur Anthroposophie ist, das ist nicht weiter verwunderlich, und es schadet auch nichts, wenn die Gegnerschaft nicht verleumderisch, nicht gehässig ist. Gerade durch die dialektische Wechselrede könnte ja etwas außerordentlich Günstiges bewirkt werden. Aber, sehen Sie, als ich das ziemlich dicke Buch nun studierte, konnte ich mir sagen: die Sache ist gar nicht interessant. Das Buch ist ganz und gar nicht interessant, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil dieses gar nicht ganz kurze Kapitel über Anthroposophie in dem dicken Buche und verschiedenes andere, das Dessoir noch vorbringt, in der charakteristischesten Weise zeigt, daß er auch nicht das allergeringste Verständnis für die anthroposophische Geistesrichtung hat, indem er gewissermaßen keinen einzigen Satz zustande bringt — er versucht darzustellen, was Anthroposophie will —, der nun wirklich richtig wäre. Das ist sehr merkwürdig. Aber die Unrichtigkeiten sind außerordentlich charakteristisch.
[ 21 ] Wenn man so oberflächlich die Sache liest, so sagt man sich: Wie kommt denn ein Mensch, der doch eigentlich Anspruch macht auf Gescheitheit, dazu, solche Karikaturen von einer Sache zu entwerfen, nachdem er sich damit beschäftigt — denn wenn man ein anständiger Mensch ist, darf man ja nicht über eine Sache schreiben, wenn man sich nicht damit beschäftigt hat, nicht wahr? Nun, liest man aber das, was er darstellt, so hat man den Eindruck: ja, der Mann versteht gar nichts von der Sache, er stellt alles in der unglaublichsten Weise verkehrt dar! So verkehrt, daß diese Verkehrtheit eigentlich für denjenigen, der solche Sachen ernst nimmt, zum Problem werden kann. Man fragt sich: Wie kommt ein Mensch, der ja schon dadurch, daß er Universitätsprofessor ist, im allgemeinen Anspruch darauf hat, für einen gescheiten Menschen gehalten zu werden — wenigstens relativ —, wie kommt er dazu, in solcher Weise überall danebenzuhauen? Das wird wirklich zunächst zum Problem.
[ 21 ] Wenn man so oberflächlich die Sache liest, so sagt man sich: Wie kommt denn ein Mensch, der doch eigentlich Anspruch macht auf Gescheitheit, dazu, solche Karikaturen von einer Sache zu entwerfen, nachdem er sich damit beschäftigt — denn wenn man ein anständiger Mensch ist, darf man ja nicht über eine Sache schreiben, wenn man sich nicht damit beschäftigt hat, nicht wahr? Nun, liest man aber das, was er darstellt, so hat man den Eindruck: ja, der Mann versteht gar nichts von der Sache, er stellt alles in der unglaublichsten Weise verkehrt dar! So verkehrt, daß diese Verkehrtheit eigentlich für denjenigen, der solche Sachen ernst nimmt, zum Problem werden kann. Man fragt sich: Wie kommt ein Mensch, der ja schon dadurch, daß er Universitätsprofessor ist, im allgemeinen Anspruch darauf hat, für einen gescheiten Menschen gehalten zu werden — wenigstens relativ —, wie kommt er dazu, in solcher Weise überall danebenzuhauen? Das wird wirklich zunächst zum Problem.
[ 22 ] Nun, wenn man einige philologische Erfahrung hat — und ich habe ja nicht umsonst sechseinhalb Jahre im Weimarer Goethe-SchillerArchiv mit Philologen zusammen gearbeitet —, so gelingt es einem manchmal ganz exakt, genau solche Probleme zu lösen. Und ich will gleich ausgehen, damit wir nicht von einem Unbestimmten sprechen, von der Lösung eines ganz besonders knüppeldicken Mißverständnisses. Sie wissen ja alle, daß jemand, der meine Bücher gelesen hat, wenn er überhaupt im Verlauf dieser Bücher darauf gekommen ist, in der «Geheimwissenschaft» steht ja das, die Geschichte der nachatlantischen Zeit ins Auge zu fassen, daß er dann keinen Augenblick daran zweifeln kann: ich teile die nachatlantische Zeit in sieben aufeinanderfolgende Zeiträume ein und rechne die Zeit, in der wir jetzt leben, als fünften nachatlantischen Zeitraum, als die fünfte Periode im nachatlantischen Zeitraum. Wie oft sage ich: Wir stehen in der fünften Periode des nachatlantischen Zeitraumes. Die erste ist die urindische, die zweite die urpersische und so weiter. Sie kennen ja das. Max Dessoir, der schreibt — nachdem er darauf gekommen ist, daß es etwas gibt wie eine solche Zeiteinteilung:
[ 22 ] Nun, wenn man einige philologische Erfahrung hat — und ich habe ja nicht umsonst sechseinhalb Jahre im Weimarer Goethe-SchillerArchiv mit Philologen zusammen gearbeitet —, so gelingt es einem manchmal ganz exakt, genau solche Probleme zu lösen. Und ich will gleich ausgehen, damit wir nicht von einem Unbestimmten sprechen, von der Lösung eines ganz besonders knüppeldicken Mißverständnisses. Sie wissen ja alle, daß jemand, der meine Bücher gelesen hat, wenn er überhaupt im Verlauf dieser Bücher darauf gekommen ist, in der «Geheimwissenschaft» steht ja das, die Geschichte der nachatlantischen Zeit ins Auge zu fassen, daß er dann keinen Augenblick daran zweifeln kann: ich teile die nachatlantische Zeit in sieben aufeinanderfolgende Zeiträume ein und rechne die Zeit, in der wir jetzt leben, als fünften nachatlantischen Zeitraum, als die fünfte Periode im nachatlantischen Zeitraum. Wie oft sage ich: Wir stehen in der fünften Periode des nachatlantischen Zeitraumes. Die erste ist die urindische, die zweite die urpersische und so weiter. Sie kennen ja das. Max Dessoir, der schreibt — nachdem er darauf gekommen ist, daß es etwas gibt wie eine solche Zeiteinteilung:
[ 23 ] «Alt-Indien ist nicht das jetzige Indien, wie denn überhaupt alle geographischen, astronomischen, historischen Bezeichnungen sinnbildlich zu verstehen sind. Auf die indische Kultur folgte die urpersische, geführt von Zarathustra, der aber viel früher lebte als die in der Geschichte diesen Namen tragende Persönlichkeit. Andere Zeitabschnitte schlossen sich an. Wir stehen in der sechsten Periode.» [S. 258 f.]
[ 23 ] «Alt-Indien ist nicht das jetzige Indien, wie denn überhaupt alle geographischen, astronomischen, historischen Bezeichnungen sinnbildlich zu verstehen sind. Auf die indische Kultur folgte die urpersische, geführt von Zarathustra, der aber viel früher lebte als die in der Geschichte diesen Namen tragende Persönlichkeit. Andere Zeitabschnitte schlossen sich an. Wir stehen in der sechsten Periode.» [S. 258 f.]
[ 24 ] Hier haben Sie solch einen knüppeldicken Unsinn, wo irgend jemand referiert über dasjenige, was ich gesagt habe. Das wird für einen zum Problem, nicht wahr, denn, sehen Sie, ein Professor ist genau. Ein Professor ist genau, aber er schreibt Unsinn in diesem Falle. Das wird zum Problem. Schlagen Sie auf Seite 294 in meiner «Geheimwissenschaft» nach. Da finden Sie die Lösung dieses Problems. Da wird nämlich gesagt, daß sich allmählich im vierten das fünfte Kulturzeitalter vorbereitete, und daß besonders wichtig sind das vierte, fünfte und sechste Jahrhundert dieses vierten Zeitraumes zur Vorbereitung des fünften. Da heißt es:
[ 24 ] Hier haben Sie solch einen knüppeldicken Unsinn, wo irgend jemand referiert über dasjenige, was ich gesagt habe. Das wird für einen zum Problem, nicht wahr, denn, sehen Sie, ein Professor ist genau. Ein Professor ist genau, aber er schreibt Unsinn in diesem Falle. Das wird zum Problem. Schlagen Sie auf Seite 294 in meiner «Geheimwissenschaft» nach. Da finden Sie die Lösung dieses Problems. Da wird nämlich gesagt, daß sich allmählich im vierten das fünfte Kulturzeitalter vorbereitete, und daß besonders wichtig sind das vierte, fünfte und sechste Jahrhundert dieses vierten Zeitraumes zur Vorbereitung des fünften. Da heißt es:
[ 25 ] «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert nach Christus bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter.»
[ 25 ] «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert nach Christus bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter.»
[ 26 ] Das hat der Mann gelesen. Aber er liest so genau, daß er bei der fünften Zeile schon vergessen hat, um was es sich handelt — oder er hat es sich nicht genau in seinen Zettelkatalog eingeschrieben —, und wie er wieder nachgeschaut hat, hat er auf die erste Zeile gesehen, «im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert», da ist die fünfte nachatlantische Periode angebrochen; und weil er da hinaufschaute, er ist als Professor genau, er schaut noch einmal nach, aber er sieht auf die erste Zeile statt auf die sechste, er sieht: im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert, und schreibt hin: Wir sind in der sechsten Periode, während in den Zeilen danach steht: «Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter.»
[ 26 ] Das hat der Mann gelesen. Aber er liest so genau, daß er bei der fünften Zeile schon vergessen hat, um was es sich handelt — oder er hat es sich nicht genau in seinen Zettelkatalog eingeschrieben —, und wie er wieder nachgeschaut hat, hat er auf die erste Zeile gesehen, «im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert», da ist die fünfte nachatlantische Periode angebrochen; und weil er da hinaufschaute, er ist als Professor genau, er schaut noch einmal nach, aber er sieht auf die erste Zeile statt auf die sechste, er sieht: im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert, und schreibt hin: Wir sind in der sechsten Periode, während in den Zeilen danach steht: «Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter.»
[ 27 ] Das ist die Methode des Mannes, der sich nun vermißt, über eine solche Erscheinung, wie die anthroposophische Bewegung ist, zu schreiben. Man kann sagen: Es ist eine unglaubliche Oberflächlichkeit, die nur damit gedeckt ist, daß es ja gilt: Professoren sind genau. Also wenn jemand das liest, ohne sich in meinen Büchern umzusehen, so gilt das als bedenklich. Es ist nicht besonders wichtig, ob es die fünfte oder sechste Periode ist, aber das Problem löst sich da, das uns sagt: Dieser Mann ist ein gewissenloser Oberflächling! Das ist mit philologischer Genauigkeit an dieser Stelle gelöst.
[ 27 ] Das ist die Methode des Mannes, der sich nun vermißt, über eine solche Erscheinung, wie die anthroposophische Bewegung ist, zu schreiben. Man kann sagen: Es ist eine unglaubliche Oberflächlichkeit, die nur damit gedeckt ist, daß es ja gilt: Professoren sind genau. Also wenn jemand das liest, ohne sich in meinen Büchern umzusehen, so gilt das als bedenklich. Es ist nicht besonders wichtig, ob es die fünfte oder sechste Periode ist, aber das Problem löst sich da, das uns sagt: Dieser Mann ist ein gewissenloser Oberflächling! Das ist mit philologischer Genauigkeit an dieser Stelle gelöst.
[ 28 ] Nun sehen wir uns weiter um, um zunächst den Maßstab zu gewinnen, mit dem man diese Ausführungen zu messen hat. Da schreibt Dessoir auf Seite 255 folgenden Satz:
[ 28 ] Nun sehen wir uns weiter um, um zunächst den Maßstab zu gewinnen, mit dem man diese Ausführungen zu messen hat. Da schreibt Dessoir auf Seite 255 folgenden Satz:
[ 29 ] «Die Schulung zur höheren Bewußtseinsverfassung beginnt — wenigstens für den Menschen der Gegenwart — damit, daß man mit aller Kraft sich in eine Vorstellung als in einen rein seelischen Tatbestand versenkt. Am besten eignet sich eine sinnbildliche Vorstellung, etwa die eines schwarzen Kreuzes (Symbol für vernichtete niedere Triebe und Leidenschaften), dessen Schneidestelle von sieben roten Rosen umgeben ist (Symbol für geläuterte Triebe und Leidenschaften).»
[ 29 ] «Die Schulung zur höheren Bewußtseinsverfassung beginnt — wenigstens für den Menschen der Gegenwart — damit, daß man mit aller Kraft sich in eine Vorstellung als in einen rein seelischen Tatbestand versenkt. Am besten eignet sich eine sinnbildliche Vorstellung, etwa die eines schwarzen Kreuzes (Symbol für vernichtete niedere Triebe und Leidenschaften), dessen Schneidestelle von sieben roten Rosen umgeben ist (Symbol für geläuterte Triebe und Leidenschaften).»
[ 30 ] Nun frage ich mich, wenn ich das lese bei Max Dessoir: Ist denn diese Anthroposophie ganz verrückt? Was soll denn als Symbol für geläuterte Triebe und Leidenschaften noch bleiben, wenn das schwarze Kreuz das Symbol für «vernichtete» Triebe und Leidenschaften ist? Wenn die Triebe und Leidenschaften, die niedrig sind, zunächst alle vernichtet werden, was soll denn in der Verwandlung noch auftreten? Also da steht ein Unsinn! Aber es ist ein Zitat, sehen Sie. Nun schlagen wir auf Seite 311 lieber nach! Da heißt es:
[ 30 ] Nun frage ich mich, wenn ich das lese bei Max Dessoir: Ist denn diese Anthroposophie ganz verrückt? Was soll denn als Symbol für geläuterte Triebe und Leidenschaften noch bleiben, wenn das schwarze Kreuz das Symbol für «vernichtete» Triebe und Leidenschaften ist? Wenn die Triebe und Leidenschaften, die niedrig sind, zunächst alle vernichtet werden, was soll denn in der Verwandlung noch auftreten? Also da steht ein Unsinn! Aber es ist ein Zitat, sehen Sie. Nun schlagen wir auf Seite 311 lieber nach! Da heißt es:
[ 31 ] «Nachdem man sich in solchen Gedanken und Gefühlen ergangen hat, verwandle man sich dieselben in folgende sinnbildliche Vorstellung. Man stelle sich ein schwarzes Kreuz vor. Dieses sei Sinnbild für das vernichtete Niedere der Triebe und Leidenschaften .. .»
[ 31 ] «Nachdem man sich in solchen Gedanken und Gefühlen ergangen hat, verwandle man sich dieselben in folgende sinnbildliche Vorstellung. Man stelle sich ein schwarzes Kreuz vor. Dieses sei Sinnbild für das vernichtete Niedere der Triebe und Leidenschaften .. .»
[ 32 ] Das verwandelt der Professor Max Dessoir kühn in ein «Symbol für vernichtete niedere Triebe und Leidenschaften», während hier steht: «das vernichtete Niedere der Triebe und Leidenschaften». So genau liest der Mensch, und so genau zitiert der Mensch; während es in der Geisteswissenschaft gerade darauf ankommt, daß man sich gewissenhaft die Mühe gibt, genau zu stilisieren — Max Seiling nennt das schlechte deutsche Sprache. Während es in der Geisteswissenschaft darauf ankommt, genau zu zitieren, findet der exakte Herr Professor es notwendig, die Sache in der schlampigsten Weise, ich finde kein anderes Wort, zu veroberflächlichen.
[ 32 ] Das verwandelt der Professor Max Dessoir kühn in ein «Symbol für vernichtete niedere Triebe und Leidenschaften», während hier steht: «das vernichtete Niedere der Triebe und Leidenschaften». So genau liest der Mensch, und so genau zitiert der Mensch; während es in der Geisteswissenschaft gerade darauf ankommt, daß man sich gewissenhaft die Mühe gibt, genau zu stilisieren — Max Seiling nennt das schlechte deutsche Sprache. Während es in der Geisteswissenschaft darauf ankommt, genau zu zitieren, findet der exakte Herr Professor es notwendig, die Sache in der schlampigsten Weise, ich finde kein anderes Wort, zu veroberflächlichen.
[ 33 ] Nun frage ich mich: Solch ein Mann stellt also Anthroposophie dar; er stellt sie so dar, daß alles, alles als Karikatur erscheint. Man kommt darauf: er ist nicht imstande, das wiederzugeben. Aber da fehlt es nun nicht an Verstand, sondern es fehlt überhaupt an der ganz gewöhnlichen wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit. Gewissenlosigkeit waltet! Nehmen wir eine andere Stelle, wo er davon spricht, wie der Mensch zur Hellsichtigkeit kommen kann:
[ 33 ] Nun frage ich mich: Solch ein Mann stellt also Anthroposophie dar; er stellt sie so dar, daß alles, alles als Karikatur erscheint. Man kommt darauf: er ist nicht imstande, das wiederzugeben. Aber da fehlt es nun nicht an Verstand, sondern es fehlt überhaupt an der ganz gewöhnlichen wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit. Gewissenlosigkeit waltet! Nehmen wir eine andere Stelle, wo er davon spricht, wie der Mensch zur Hellsichtigkeit kommen kann:
[ 34 ] «Durch solche Innenarbeit erreicht die Seele das, was von aller Philosophie erstrebt wird. Freilich muß das leibfreie Bewußtsein vor der Verwechselung mit traumhaftem Hellsehen und hypnotischen Vorgängen behütet werden. Wenn unsere Seelenkräfte gesteigert sind, kann das Ich sich oberhalb des Bewußtseins erleben, gleichsam in einer Verdichtung und Verselbständigung des Geistigen, ja, es kann schon bei der Wahrnehmung von Farben und Tönen die Vermittelung des Leibes aus dem Erlebnis ausschließen.» [S. 255.]
[ 34 ] «Durch solche Innenarbeit erreicht die Seele das, was von aller Philosophie erstrebt wird. Freilich muß das leibfreie Bewußtsein vor der Verwechselung mit traumhaftem Hellsehen und hypnotischen Vorgängen behütet werden. Wenn unsere Seelenkräfte gesteigert sind, kann das Ich sich oberhalb des Bewußtseins erleben, gleichsam in einer Verdichtung und Verselbständigung des Geistigen, ja, es kann schon bei der Wahrnehmung von Farben und Tönen die Vermittelung des Leibes aus dem Erlebnis ausschließen.» [S. 255.]
[ 35 ] Das steht nirgends, daß der Mensch schon bei der gewöhnlichen Farben- und Tonwahrnehmung den Leib ausschließen kann. Aber Professor Max Dessoir schreibt es hin. Von einem solchen Menschen kann man nun nicht hoffen, daß er irgend etwas verstehen kann, denn er hat ja das gar nicht einmal, was er verstehen will; er hat ja etwas ganz anderes! Suchen Sie zum Beispiel bei mir den Ausdruck Zellenkörper! In dem Zusammenhange der «Geheimwissenschaft» und so weiter hat der Ausdruck Zellenkörper keine Bedeutung. Ja, aber was tut Professor Dessoir? Er sagt:
[ 35 ] Das steht nirgends, daß der Mensch schon bei der gewöhnlichen Farben- und Tonwahrnehmung den Leib ausschließen kann. Aber Professor Max Dessoir schreibt es hin. Von einem solchen Menschen kann man nun nicht hoffen, daß er irgend etwas verstehen kann, denn er hat ja das gar nicht einmal, was er verstehen will; er hat ja etwas ganz anderes! Suchen Sie zum Beispiel bei mir den Ausdruck Zellenkörper! In dem Zusammenhange der «Geheimwissenschaft» und so weiter hat der Ausdruck Zellenkörper keine Bedeutung. Ja, aber was tut Professor Dessoir? Er sagt:
[ 36 ] «Wenn die Versenkung den Geist vom Zellenleib befreit, so löst sie ihn doch nicht von jeder Art Körperlichkeit.» [S. 256.]
[ 36 ] «Wenn die Versenkung den Geist vom Zellenleib befreit, so löst sie ihn doch nicht von jeder Art Körperlichkeit.» [S. 256.]
[ 37 ] Denn: «... Die Leistungen des Astralleibes sind mannigfach. Er enthält die Vorbilder, nach denen der Ätherleib dem Zellenkörper seine Gestalt gibt.» [S. 256 £.]
[ 37 ] Denn: «... Die Leistungen des Astralleibes sind mannigfach. Er enthält die Vorbilder, nach denen der Ätherleib dem Zellenkörper seine Gestalt gibt.» [S. 256 £.]
[ 38 ] Nichts steht bei mir von Zellenkörper, sondern vom physischen Leib. Sobald man Zellenkörper sagt, hat das alles keinen Sinn, was bei mir vom physischen Leib gesagt wird. Also Sie sehen, er versteht gar nichts. Ein niedliches Beispiel ist noch das Folgende:
[ 38 ] Nichts steht bei mir von Zellenkörper, sondern vom physischen Leib. Sobald man Zellenkörper sagt, hat das alles keinen Sinn, was bei mir vom physischen Leib gesagt wird. Also Sie sehen, er versteht gar nichts. Ein niedliches Beispiel ist noch das Folgende:
[ 39 ] «Es braucht wohl nicht erst nachgewiesen zu werden, daß die Erholung nach dem Schlafe sich anders, und zwar einfacher und zutreffender als mit Hilfe des Astralleibes erklären läßt. Ebensowenig werden wir mit Steiner das «Einschlafen> eines Beines durch Abtrennung des Ätherleibes vom physischen Leibe «erklären» wollen.» [S. 257.]
[ 39 ] «Es braucht wohl nicht erst nachgewiesen zu werden, daß die Erholung nach dem Schlafe sich anders, und zwar einfacher und zutreffender als mit Hilfe des Astralleibes erklären läßt. Ebensowenig werden wir mit Steiner das «Einschlafen> eines Beines durch Abtrennung des Ätherleibes vom physischen Leibe «erklären» wollen.» [S. 257.]
[ 40 ] Erklären setzt er in Anführungszeichen. Nehmen Sie sich die Stelle auf Seite 96:
[ 40 ] Erklären setzt er in Anführungszeichen. Nehmen Sie sich die Stelle auf Seite 96:
[ 41 ] «Wenn der Mensch zum Beispiel eines seiner Glieder belastet, so kann ein Teil des Ätherleibes aus dem physischen sich abtrennen. Von einem Gliede, bei dem dies der Fall ist, sagt man, es sei eingeschlafen. Und das eigentümliche Gefühl, das man dann empfindet, rührt von dem Abtrennen des Ätherleibes her.»
[ 41 ] «Wenn der Mensch zum Beispiel eines seiner Glieder belastet, so kann ein Teil des Ätherleibes aus dem physischen sich abtrennen. Von einem Gliede, bei dem dies der Fall ist, sagt man, es sei eingeschlafen. Und das eigentümliche Gefühl, das man dann empfindet, rührt von dem Abtrennen des Ätherleibes her.»
[ 42 ] Weiter heißt es: «Natürlich kann eine materialistische Vorstellungsart auch hier wieder das Unsichtbare in dem Sichtbaren leugnen und sagen: Das alles rühre nur von der durch den Druck bewirkten physischen Störung her.»
[ 42 ] Weiter heißt es: «Natürlich kann eine materialistische Vorstellungsart auch hier wieder das Unsichtbare in dem Sichtbaren leugnen und sagen: Das alles rühre nur von der durch den Druck bewirkten physischen Störung her.»
[ 43 ] Also das wird nicht abgestritten, daß der Druck eine physische Störung bewirkt hat; das wird durchaus zugegeben, und daraus das Einschlafen erklärt. Aber etwas anderes als das Einschlafen ist das, was ich hier sage: Das eigentümliche Gefühl, das man dann empfindet, rührt von dem Abtrennen des Ätherleibes her.
[ 43 ] Also das wird nicht abgestritten, daß der Druck eine physische Störung bewirkt hat; das wird durchaus zugegeben, und daraus das Einschlafen erklärt. Aber etwas anderes als das Einschlafen ist das, was ich hier sage: Das eigentümliche Gefühl, das man dann empfindet, rührt von dem Abtrennen des Ätherleibes her.
[ 44 ] Also das Gefühl, das man beim Einschlafen eines Gliedes hat, rührt vom Abtrennen des Ätherleibes her.
[ 44 ] Also das Gefühl, das man beim Einschlafen eines Gliedes hat, rührt vom Abtrennen des Ätherleibes her.
[ 45 ] «Ebensowenig werden wir mit Steiner das «Einschlafen» eines Beines durch Abtrennung des Ätherleibes vom physischen Leibe «erklären» wollen.» [S. 257.]
[ 45 ] «Ebensowenig werden wir mit Steiner das «Einschlafen» eines Beines durch Abtrennung des Ätherleibes vom physischen Leibe «erklären» wollen.» [S. 257.]
[ 46 ] Das Abtrennen habe ich nicht erklären wollen, sondern das eigentümliche Gefühl, das auftritt. Man fragt sich: können solche Menschen überhaupt noch lesen? Sind sie imstande, ein ernsthaft geistiges Buch zu lesen, das auf alle seine Objekte acht gibt? Aber mit solchen Leuten werden die Lehrkanzeln der Universitäten besetzt! — das ist ein Nachsatz, der doch eine gewisse Bedeutung hat —, mit Leuten, die imstande sind, in dieser Weise mit Zeiterscheinungen umzugehen. Ich habe eigentlich gedacht, Ihnen heute eine Auseinandersetzung geben zu können über die Art, wie man ernsthafte Einwände zurückweist, und ich bin gezwungen, Ihnen zu zeigen, daß man es mit einem Oberflächling zu tun hat, der in dieser Weise alles fälscht. Ich hätte mich gefreut auf eine andersartige Widerlegung!
[ 46 ] Das Abtrennen habe ich nicht erklären wollen, sondern das eigentümliche Gefühl, das auftritt. Man fragt sich: können solche Menschen überhaupt noch lesen? Sind sie imstande, ein ernsthaft geistiges Buch zu lesen, das auf alle seine Objekte acht gibt? Aber mit solchen Leuten werden die Lehrkanzeln der Universitäten besetzt! — das ist ein Nachsatz, der doch eine gewisse Bedeutung hat —, mit Leuten, die imstande sind, in dieser Weise mit Zeiterscheinungen umzugehen. Ich habe eigentlich gedacht, Ihnen heute eine Auseinandersetzung geben zu können über die Art, wie man ernsthafte Einwände zurückweist, und ich bin gezwungen, Ihnen zu zeigen, daß man es mit einem Oberflächling zu tun hat, der in dieser Weise alles fälscht. Ich hätte mich gefreut auf eine andersartige Widerlegung!
[ 47 ] Natürlich ganz besonders findet sich Dessoir nun, wie soll man sagen, zum selbstbefriedigten Fingerablecken bereit da, wo über die Saturnverhältnisse gesprochen wird. Da findet er natürlich ganz besonders anstößig dasjenige, was er in der folgenden Weise darstellt:
[ 47 ] Natürlich ganz besonders findet sich Dessoir nun, wie soll man sagen, zum selbstbefriedigten Fingerablecken bereit da, wo über die Saturnverhältnisse gesprochen wird. Da findet er natürlich ganz besonders anstößig dasjenige, was er in der folgenden Weise darstellt:
[ 48 ] «Im Umkreis des Saturn bewegten sich Geister verschiedener Art, so die der Form (Exusiai), der Persönlichkeit (Archai), des Feuers (Archangeloi), der Liebe (Seraphim). Später entwickelten sich durch die Angeloi Nahrungs- und Ausscheidungsprozesse auf dem Saturn, durch die Cherubim dumpfe, traumhafte Bewußtseinszustände; von diesen . Zuständen erfährt der Hellsichtige noch heute durch eine dem Riechen ähnliche übersinnliche Wahrnehmung, denn die Zustände sind eigentlich immer da.» [S. 258.]
[ 48 ] «Im Umkreis des Saturn bewegten sich Geister verschiedener Art, so die der Form (Exusiai), der Persönlichkeit (Archai), des Feuers (Archangeloi), der Liebe (Seraphim). Später entwickelten sich durch die Angeloi Nahrungs- und Ausscheidungsprozesse auf dem Saturn, durch die Cherubim dumpfe, traumhafte Bewußtseinszustände; von diesen . Zuständen erfährt der Hellsichtige noch heute durch eine dem Riechen ähnliche übersinnliche Wahrnehmung, denn die Zustände sind eigentlich immer da.» [S. 258.]
[ 49 ] Also der Hellsichtige erfährt durch eine dem Riechen ähnliche übersinnliche Wahrnehmung! Das ist natürlich so, daß man sich selbstgefällig die Finger ablecken kann, nicht wahr — der Hellriechende riecht die Saturnzustände! Dessoir kann sich sogar nicht enthalten, da zu sagen:
[ 49 ] Also der Hellsichtige erfährt durch eine dem Riechen ähnliche übersinnliche Wahrnehmung! Das ist natürlich so, daß man sich selbstgefällig die Finger ablecken kann, nicht wahr — der Hellriechende riecht die Saturnzustände! Dessoir kann sich sogar nicht enthalten, da zu sagen:
[ 50 ] «Mich wundert, daß hiermit der «Geruch der Heiligkeit» und der
[ 50 ] «Mich wundert, daß hiermit der «Geruch der Heiligkeit» und der
[ 51 ] Man würde nun diskutieren mit einem solchen Manne, wenn er einen in die Lage versetzte. Aber schlagen Sie wiederum auf, Seite 168 [der «Geheimwissenschaft»], woher er diese Stelle hat:
[ 51 ] Man würde nun diskutieren mit einem solchen Manne, wenn er einen in die Lage versetzte. Aber schlagen Sie wiederum auf, Seite 168 [der «Geheimwissenschaft»], woher er diese Stelle hat:
[ 52 ] «Nach innen (im Saturn) gibt sich dieser dumpfe Menschenwille dem hellseherischen Wahrnehmungsvermögen durch Wirkungen kund, welche sich mit den «Gerüchen> vergleichen lassen.»
[ 52 ] «Nach innen (im Saturn) gibt sich dieser dumpfe Menschenwille dem hellseherischen Wahrnehmungsvermögen durch Wirkungen kund, welche sich mit den «Gerüchen> vergleichen lassen.»
[ 53 ] Das ist da gesagt. Also durch Wirkungen, welche sich mit dem Geruch vergleichen lassen. Herr Dessoir findet sich genötigt zu sagen: «Von diesen Zuständen erfährt der Hellsichtige noch heute durch eine dem Riechen ähnliche übersinnliche Wahrnehmung.» [S. 258.]
[ 53 ] Das ist da gesagt. Also durch Wirkungen, welche sich mit dem Geruch vergleichen lassen. Herr Dessoir findet sich genötigt zu sagen: «Von diesen Zuständen erfährt der Hellsichtige noch heute durch eine dem Riechen ähnliche übersinnliche Wahrnehmung.» [S. 258.]
[ 54 ] Das heißt, er übersetzt das, was klar dargestellt ist, in ein Blech und kritisiert dann sein eigenes Blech. Ebensowenig wie bei mir jemals gesagt ist, daß durch die Angeloi Nahrungs- und Ausscheidungsprozesse auf dem Saturn entstehen; sondern gesagt ist an jener Stelle: In der Zeit, in welcher die Angeloi erscheinen, geschehen auf dem Saturn Nahrungs- und Ausscheidungsprozesse. Da ist Gleichzeitigkeit angegeben. Angeloi treten auf, und die Nahrungs- und Ausscheidungsprozesse entstehen. Das durch die Angeloi macht Dessoir selber dazu.
[ 54 ] Das heißt, er übersetzt das, was klar dargestellt ist, in ein Blech und kritisiert dann sein eigenes Blech. Ebensowenig wie bei mir jemals gesagt ist, daß durch die Angeloi Nahrungs- und Ausscheidungsprozesse auf dem Saturn entstehen; sondern gesagt ist an jener Stelle: In der Zeit, in welcher die Angeloi erscheinen, geschehen auf dem Saturn Nahrungs- und Ausscheidungsprozesse. Da ist Gleichzeitigkeit angegeben. Angeloi treten auf, und die Nahrungs- und Ausscheidungsprozesse entstehen. Das durch die Angeloi macht Dessoir selber dazu.
[ 55 ] Sie sehen, was soll man überhaupt anfangen mit einem Menschen, der in dieser Weise sich über eine solche Erscheinung hermacht.
[ 55 ] Sie sehen, was soll man überhaupt anfangen mit einem Menschen, der in dieser Weise sich über eine solche Erscheinung hermacht.
[ 56 ] «Der Christus oder Sonnenmensch erzog sieben große Lehrer.» [S.258.]
[ 56 ] «Der Christus oder Sonnenmensch erzog sieben große Lehrer.» [S.258.]
[ 57 ] Ich habe bis jetzt nicht einmal einen Anhaltspunkt gefunden, um diese Bezeichnung zu rechtfertigen: der Christus oder Sonnenmensch, denn auf Seite 242 ist ausdrücklich gesagt, daß die Sonnenmenschen den Christus als das höhere Ich empfinden — was natürlich etwas ganz anderes ist, als wenn man sagt: der Christus oder Sonnenmensch.
[ 57 ] Ich habe bis jetzt nicht einmal einen Anhaltspunkt gefunden, um diese Bezeichnung zu rechtfertigen: der Christus oder Sonnenmensch, denn auf Seite 242 ist ausdrücklich gesagt, daß die Sonnenmenschen den Christus als das höhere Ich empfinden — was natürlich etwas ganz anderes ist, als wenn man sagt: der Christus oder Sonnenmensch.
[ 58 ] Nun, sehen Sie, diese Dinge werden aber auch zuweilen zur Raffiniertheit. Da geht dann die Oberflächlichkeit hart an die Grenze dessen, was dem Leser einen Eindruck machen muß, der, wenn er beabsichtigt war, ein verleumderischer genannt werden müßte. So erinnert Dessoir an die Stelle, wo ich davon spreche, daß im kindlichen Lebensalter Kräfte an der Zubereitung des Gehirns arbeiten; Sie brauchen sich nur zu erinnern an meine Schrift «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit», die der Professor Dessoir sich angeschaut hat. Ich habe dargestellt: Wenn man sich später erinnert, wie man das alles hätte durch eigene Klugheit machen können, was am Gehirn später als Wunderbares erscheint, so kommt man darauf, wie aus dem Unbewußten heraus die Weisheit gleich in den ersten drei Kindheitsjahren an dem Menschen arbeitet. So zitiert Herr Dessoir — pardon, Professor an der Berliner Universität Max Dessoir:
[ 58 ] Nun, sehen Sie, diese Dinge werden aber auch zuweilen zur Raffiniertheit. Da geht dann die Oberflächlichkeit hart an die Grenze dessen, was dem Leser einen Eindruck machen muß, der, wenn er beabsichtigt war, ein verleumderischer genannt werden müßte. So erinnert Dessoir an die Stelle, wo ich davon spreche, daß im kindlichen Lebensalter Kräfte an der Zubereitung des Gehirns arbeiten; Sie brauchen sich nur zu erinnern an meine Schrift «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit», die der Professor Dessoir sich angeschaut hat. Ich habe dargestellt: Wenn man sich später erinnert, wie man das alles hätte durch eigene Klugheit machen können, was am Gehirn später als Wunderbares erscheint, so kommt man darauf, wie aus dem Unbewußten heraus die Weisheit gleich in den ersten drei Kindheitsjahren an dem Menschen arbeitet. So zitiert Herr Dessoir — pardon, Professor an der Berliner Universität Max Dessoir:
[ 59 ] «Besonders ein Mensch, der selber Weisheit lehrt — das bekennt Herr Rudolf Steiner —, wird sich sagen: Als ich Kind war, habe ich an mir durch Kräfte gearbeitet, die aus der geistigen Welt hereinwirkten, und das, was ich jetzt als mein Bestes geben kann, muß auch aus höheren Welten hereinwirken; ich darf es nicht als meinem gewöhnlichen Bewußtsein angehörig betrachten.» [S. 260.]
[ 59 ] «Besonders ein Mensch, der selber Weisheit lehrt — das bekennt Herr Rudolf Steiner —, wird sich sagen: Als ich Kind war, habe ich an mir durch Kräfte gearbeitet, die aus der geistigen Welt hereinwirkten, und das, was ich jetzt als mein Bestes geben kann, muß auch aus höheren Welten hereinwirken; ich darf es nicht als meinem gewöhnlichen Bewußtsein angehörig betrachten.» [S. 260.]
[ 60 ] Also Max Dessoir macht seine Leser glauben, daß ich behauptet hätte von mir selber das alles, was hier gesagt ist. Schlagen wir auf «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit», wo er das her hat. Seite 30, da steht:
[ 60 ] Also Max Dessoir macht seine Leser glauben, daß ich behauptet hätte von mir selber das alles, was hier gesagt ist. Schlagen wir auf «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit», wo er das her hat. Seite 30, da steht:
[ 61 ] «Der so gewonnene Begriff der Menschenführerschaft kann nun in mancher Hinsicht erweitert werden. Man nehme an, ein Mensch habe Schüler gefunden, einige Leute, die sich zu ihm bekennen. Ein solcher wird durch echte Selbsterkenntnis leicht gewahr werden, daß ihm gerade die Tatsache, daß er Bekenner gefunden hat, das Gefühl gibt: was er zu sagen habe, rühre nicht von ihm her. Es sei vielmehr so, daß sich geistige Kräfte aus höheren Welten den Bekennern mitteilen wollen, und diese finden in dem Lehrer das geeignete Werkzeug, um sich zu offenbaren.
[ 61 ] «Der so gewonnene Begriff der Menschenführerschaft kann nun in mancher Hinsicht erweitert werden. Man nehme an, ein Mensch habe Schüler gefunden, einige Leute, die sich zu ihm bekennen. Ein solcher wird durch echte Selbsterkenntnis leicht gewahr werden, daß ihm gerade die Tatsache, daß er Bekenner gefunden hat, das Gefühl gibt: was er zu sagen habe, rühre nicht von ihm her. Es sei vielmehr so, daß sich geistige Kräfte aus höheren Welten den Bekennern mitteilen wollen, und diese finden in dem Lehrer das geeignete Werkzeug, um sich zu offenbaren.
[ 62 ] Einem solchen Menschen wird der Gedanke nahetreten», und jetzt kommt die Stelle, die Dessoir zitiert:
[ 62 ] Einem solchen Menschen wird der Gedanke nahetreten», und jetzt kommt die Stelle, die Dessoir zitiert:
[ 63 ] «Als ich Kind war, habe ich an mir durch Kräfte gearbeitet, die aus der geistigen Welt hereinwirkten, und das, was ich jetzt als mein Bestes geben kann, muß auch aus höheren Welten hereinwirken: ich darf es nicht als meinem gewöhnlichen Bewußtsein angehörig betrachten.» [S. 260.]
[ 63 ] «Als ich Kind war, habe ich an mir durch Kräfte gearbeitet, die aus der geistigen Welt hereinwirkten, und das, was ich jetzt als mein Bestes geben kann, muß auch aus höheren Welten hereinwirken: ich darf es nicht als meinem gewöhnlichen Bewußtsein angehörig betrachten.» [S. 260.]
[ 64 ] Bis hierher zitiert Dessoir. Und nun heißt es bei mir weiter:
[ 64 ] Bis hierher zitiert Dessoir. Und nun heißt es bei mir weiter:
[ 65 ] «Ja, ein solcher Mensch darf sagen: etwas Dämonisches, etwas wie ein Dämon — aber das Wort «Dämon» im Sinne einer guten geistigen Macht genommen — wirkt aus einer geistigen Welt durch mich auf die Bekenner. — So etwas empfand Sokrates.» [S. 30.]
[ 65 ] «Ja, ein solcher Mensch darf sagen: etwas Dämonisches, etwas wie ein Dämon — aber das Wort «Dämon» im Sinne einer guten geistigen Macht genommen — wirkt aus einer geistigen Welt durch mich auf die Bekenner. — So etwas empfand Sokrates.» [S. 30.]
[ 66 ] Also die ganze Stelle bezieht sich auf Sokrates. Max Dessoir hat die Geschmacklosigkeit — möchte ich bloß sagen, um kein stärkeres Wort hier zu gebrauchen —, diese Stelle in dieser Weise zu verdrehen und dann noch dazu zu sagen:
[ 66 ] Also die ganze Stelle bezieht sich auf Sokrates. Max Dessoir hat die Geschmacklosigkeit — möchte ich bloß sagen, um kein stärkeres Wort hier zu gebrauchen —, diese Stelle in dieser Weise zu verdrehen und dann noch dazu zu sagen:
[ 67 ] «Die Tatsache also, daß der einzelne ein Träger überindividueller Wahrheiten ist, vergrößert sich hier zu der Vorstellung, daß eine dinglich gedachte Geisteswelt gleichsam durch Röhren oder Drähte mit dem Individuum verbunden sei; Hegels objektiver Geist verwandelt sich in eine Gruppe von Dämonen und alle Schattengestalten eines ungeläuterten religiösen Denkens treten wieder auf.» [S. 260.]
[ 67 ] «Die Tatsache also, daß der einzelne ein Träger überindividueller Wahrheiten ist, vergrößert sich hier zu der Vorstellung, daß eine dinglich gedachte Geisteswelt gleichsam durch Röhren oder Drähte mit dem Individuum verbunden sei; Hegels objektiver Geist verwandelt sich in eine Gruppe von Dämonen und alle Schattengestalten eines ungeläuterten religiösen Denkens treten wieder auf.» [S. 260.]
[ 68 ] Nun soll man das Kapitel, das ich in meinen «Rätseln der Philosophie» über Hegel geschrieben habe, lesen, und dann sich klarmachen: daß ich hier davon spreche, von Dämonen, das bezieht sich auf Sokrates, der selber das Wort «Dämonion» gebraucht hat. Von Hegel sagte ich selber in den «Rätseln der Philosophie» ausdrücklich in sehr deutlicher Weise, daß man das nicht brauchen kann. Aber ich werde Ihnen nachher zeigen, warum in diesem besonderen Fall der Professor Dessoir, sagen wir, so geschmackvoll sein kann. Solche Oberflächlichkeit, die steigert sich tatsächlich zu dem, was eine richtige Verleumdung ist, wenn auch nur eine oberflächlichkeitsgeborene. Aber es mischen sich ja da andere Gefühle hinein.
[ 68 ] Nun soll man das Kapitel, das ich in meinen «Rätseln der Philosophie» über Hegel geschrieben habe, lesen, und dann sich klarmachen: daß ich hier davon spreche, von Dämonen, das bezieht sich auf Sokrates, der selber das Wort «Dämonion» gebraucht hat. Von Hegel sagte ich selber in den «Rätseln der Philosophie» ausdrücklich in sehr deutlicher Weise, daß man das nicht brauchen kann. Aber ich werde Ihnen nachher zeigen, warum in diesem besonderen Fall der Professor Dessoir, sagen wir, so geschmackvoll sein kann. Solche Oberflächlichkeit, die steigert sich tatsächlich zu dem, was eine richtige Verleumdung ist, wenn auch nur eine oberflächlichkeitsgeborene. Aber es mischen sich ja da andere Gefühle hinein.
[ 69 ] Geht man auf das Begriffliche ein, da muß ich sagen: man staunt überhaupt darüber, wie es in dem Hirnkasten eines solchen Gegenwartsprofessors aussieht. Ich stelle dar, daß man als eine erste Stufe der übersinnlichen Erkenntnis die imaginative Erkenntnis hat, die bildhaft wirkt. Also, wie man die sinnliche Erkenntnis durch Begriffe gewinnt, die schattenhaft, abstrakt wirken, so gewinnt man die Tatsachen der höheren Welt durch imaginative Erkenntnis. Daraus macht nun Professor Dessoir etwas — ja, man weiß nicht recht was, denn weil er also liest, daß durch Sinnbilder erkannt wird, so sagt er: Die Tatsachen sind Sinnbilder. Deshalb hat er vorher gesagt:
[ 69 ] Geht man auf das Begriffliche ein, da muß ich sagen: man staunt überhaupt darüber, wie es in dem Hirnkasten eines solchen Gegenwartsprofessors aussieht. Ich stelle dar, daß man als eine erste Stufe der übersinnlichen Erkenntnis die imaginative Erkenntnis hat, die bildhaft wirkt. Also, wie man die sinnliche Erkenntnis durch Begriffe gewinnt, die schattenhaft, abstrakt wirken, so gewinnt man die Tatsachen der höheren Welt durch imaginative Erkenntnis. Daraus macht nun Professor Dessoir etwas — ja, man weiß nicht recht was, denn weil er also liest, daß durch Sinnbilder erkannt wird, so sagt er: Die Tatsachen sind Sinnbilder. Deshalb hat er vorher gesagt:
[ 70 ] «Alt-Indien ist nicht das jetzige Indien, wie denn überhaupt alle geographischen, astronomischen, historischen Bezeichnungen sinnbildlich zu verstehen sind.» [S. 258.]
[ 70 ] «Alt-Indien ist nicht das jetzige Indien, wie denn überhaupt alle geographischen, astronomischen, historischen Bezeichnungen sinnbildlich zu verstehen sind.» [S. 258.]
[ 71 ] Nun soll man überhaupt denken, daß ein vernünftiger Mensch aus der Darstellung der «Geheimwissenschaft» den Eindruck bekommen kann — wenn auch der heutige Begriff Indiens sich nicht deckt mit dem des alten Indiens —, ich meinte, das alte Indien sei bloß symbolisch zu verstehen. Weil er gelesen hat, daß die erste Stufe der Erkenntnis, die imaginative Erkenntnis, eine sinnbildliche ist, glaubt er, das alte Indien, also der Gegenstand, sei ein bloßes Sinnbild. Daß er das nun glaubt, das bringt ihn wiederum dazu, auf Seite 261 das Folgende zu schreiben:
[ 71 ] Nun soll man überhaupt denken, daß ein vernünftiger Mensch aus der Darstellung der «Geheimwissenschaft» den Eindruck bekommen kann — wenn auch der heutige Begriff Indiens sich nicht deckt mit dem des alten Indiens —, ich meinte, das alte Indien sei bloß symbolisch zu verstehen. Weil er gelesen hat, daß die erste Stufe der Erkenntnis, die imaginative Erkenntnis, eine sinnbildliche ist, glaubt er, das alte Indien, also der Gegenstand, sei ein bloßes Sinnbild. Daß er das nun glaubt, das bringt ihn wiederum dazu, auf Seite 261 das Folgende zu schreiben:
[ 72 ] «Dieser Mensch hat sich herausgebildet in einer urfernen Vergangenheit, die Steiner das lemurische Zeitalter der Erde nennt — warum wohl? —, und in einem Lande, das damals zwischen Australien und Indien lag (was also eine richtige Ortsbestimmung und kein Symbol ist).»
[ 72 ] «Dieser Mensch hat sich herausgebildet in einer urfernen Vergangenheit, die Steiner das lemurische Zeitalter der Erde nennt — warum wohl? —, und in einem Lande, das damals zwischen Australien und Indien lag (was also eine richtige Ortsbestimmung und kein Symbol ist).»
[ 73 ] Also sehen Sie, Dessoir bildet sich ein, ich meinte, das lemurische Land wäre ein Symbol, und nun tadelt er, daß ich die Sache so darstelle, daß es kein Symbol ist; er findet das scharf tadelnswert. Also hier wird die Oberflächlichkeit schon dumm. Da findet er sich besonders geistreich, wenn er zum Schlusse sagt:
[ 73 ] Also sehen Sie, Dessoir bildet sich ein, ich meinte, das lemurische Land wäre ein Symbol, und nun tadelt er, daß ich die Sache so darstelle, daß es kein Symbol ist; er findet das scharf tadelnswert. Also hier wird die Oberflächlichkeit schon dumm. Da findet er sich besonders geistreich, wenn er zum Schlusse sagt:
[ 74 ] «An diesen Erwägungen befremden Widersprüche und eine gewisse logische Genügsamkeit. Es ist widerspruchsvoll, daß aus ‹erschauten› und nur ‹symbolisch› gemeinten Sachverhalten die Tatbestände der Wirklichkeit sich entwickelt haben sollen.» [S. 263.]
[ 74 ] «An diesen Erwägungen befremden Widersprüche und eine gewisse logische Genügsamkeit. Es ist widerspruchsvoll, daß aus ‹erschauten› und nur ‹symbolisch› gemeinten Sachverhalten die Tatbestände der Wirklichkeit sich entwickelt haben sollen.» [S. 263.]
[ 75 ] Weil die Erkenntnis durch Bilder wirkt, so sollen die Tatbestände auch bildlich sein; und das findet er einen Widerspruch. Also denken Sie, wenn einer sagt, ein Bild, das ein Maler malt, das ist eben ein Bild, aber er verwechselt nun selber das Bild mit der Wirklichkeit, und findet das widerspruchsvoll, daß dieses Bild eine Wirklichkeit darstellen soll — oder so irgend etwas. Also, Sie kommen dazu, diese Oberflächlichkeit an einer solchen Stelle geradezu dumm zu finden.
[ 75 ] Weil die Erkenntnis durch Bilder wirkt, so sollen die Tatbestände auch bildlich sein; und das findet er einen Widerspruch. Also denken Sie, wenn einer sagt, ein Bild, das ein Maler malt, das ist eben ein Bild, aber er verwechselt nun selber das Bild mit der Wirklichkeit, und findet das widerspruchsvoll, daß dieses Bild eine Wirklichkeit darstellen soll — oder so irgend etwas. Also, Sie kommen dazu, diese Oberflächlichkeit an einer solchen Stelle geradezu dumm zu finden.
[ 76 ] Nun, sehen Sie, so wird Anthroposophie heute der Welt dargestellt. Denken Sie sich, dieses dicke Buch, das also von einem Universitätsprofessor geschrieben ist, wird selbstverständlich überall besprochen; die Leute lesen dieses Kapitel selbstverständlich mit besonderer Inbrunst. Kümmern sich nicht darum, daß der Mann eine Karikatur der Anthroposophie dargestellt hat, sondern werden finden, daß sie vielleicht der Sache Recht zu geben haben, die der Mann in der Ankündigung jetzt durch alle Zeitschriften schickt — solche Buchhändlerannoncen, die rühren ja gewöhnlich von Leuten her, die dem Autor nicht so ganz ferne stehen. — Da in der Buchhändlerannonce heißt es:
[ 76 ] Nun, sehen Sie, so wird Anthroposophie heute der Welt dargestellt. Denken Sie sich, dieses dicke Buch, das also von einem Universitätsprofessor geschrieben ist, wird selbstverständlich überall besprochen; die Leute lesen dieses Kapitel selbstverständlich mit besonderer Inbrunst. Kümmern sich nicht darum, daß der Mann eine Karikatur der Anthroposophie dargestellt hat, sondern werden finden, daß sie vielleicht der Sache Recht zu geben haben, die der Mann in der Ankündigung jetzt durch alle Zeitschriften schickt — solche Buchhändlerannoncen, die rühren ja gewöhnlich von Leuten her, die dem Autor nicht so ganz ferne stehen. — Da in der Buchhändlerannonce heißt es:
[ 77 ] «... Dann geht das Buch über zu dem kabbalistischen Denkverfahren, das sich nicht nur in der eigentlichen Kabbala, sondern auch in der Freud’schen Psycho-Analyse und in den unfruchtbaren Spitzfindigkeiten gewisser Faust-Erklärer sowie in der Shakespeare-BaconLehre bekundet: alle diese Nebenformen der Wissenschaft werden zergliedert und in ihrer Hohlheit aufgedeckt. Ebenso gründlich, aber auch ebenso unerbittlich werden die Irrlehren eines Guido von List und eines Rudolf Steiner kritisiert; es wird Licht hineingetragen in die dunklen, anspruchsvollen Theorien der Gesundbeter und der Theosophen.»
[ 77 ] «... Dann geht das Buch über zu dem kabbalistischen Denkverfahren, das sich nicht nur in der eigentlichen Kabbala, sondern auch in der Freud’schen Psycho-Analyse und in den unfruchtbaren Spitzfindigkeiten gewisser Faust-Erklärer sowie in der Shakespeare-BaconLehre bekundet: alle diese Nebenformen der Wissenschaft werden zergliedert und in ihrer Hohlheit aufgedeckt. Ebenso gründlich, aber auch ebenso unerbittlich werden die Irrlehren eines Guido von List und eines Rudolf Steiner kritisiert; es wird Licht hineingetragen in die dunklen, anspruchsvollen Theorien der Gesundbeter und der Theosophen.»
[ 78 ] Also, nun sehen Sie, das ist heute Gelehrtenusus; das ist heute die Manier, wie man von offizieller Seite die Dinge behandelt, die sich in den Dienst der Wahrheit stellen wollen. Aber die Oberflächlichkeit des Herrn Max Dessoir, die geht manchmal wirklich in hohe Regionen. Er macht zum Beispiel auf Seite 254 die Anmerkung:
[ 78 ] Also, nun sehen Sie, das ist heute Gelehrtenusus; das ist heute die Manier, wie man von offizieller Seite die Dinge behandelt, die sich in den Dienst der Wahrheit stellen wollen. Aber die Oberflächlichkeit des Herrn Max Dessoir, die geht manchmal wirklich in hohe Regionen. Er macht zum Beispiel auf Seite 254 die Anmerkung:
[ 79 ] «Vgl. Rudolf Steiner, die «Geheimwissenschaft im Umriß», fünfte Auflage, Leipzig 1913. Daneben habe ich noch eine lange Reihe anderer Schriften benutzt.»
[ 79 ] «Vgl. Rudolf Steiner, die «Geheimwissenschaft im Umriß», fünfte Auflage, Leipzig 1913. Daneben habe ich noch eine lange Reihe anderer Schriften benutzt.»
[ 80 ] Ich habe nachgewiesen — meine philologische Beschäftigung gestattet mir so etwas nämlich —, daß Max Dessoir nichts kennt als die «Geheimwissenschaft», die «Geistige Führung des Menschen und der Menschheit» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist alles, was er kennt. Das kann ich aus seinem Aufsatz nachweisen. «Die Rätsel der Philosophie» hat er zum Beispiel nicht gelesen — um nur dieses Buch zu nennen. Das nennt er allerdings eine lange Reihe anderer Schriften. Die «Geheimwissenschaft» und die lange Reihe, das ist dieses: «Die geistige Führung» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Dann fährt er fort:
[ 80 ] Ich habe nachgewiesen — meine philologische Beschäftigung gestattet mir so etwas nämlich —, daß Max Dessoir nichts kennt als die «Geheimwissenschaft», die «Geistige Führung des Menschen und der Menschheit» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist alles, was er kennt. Das kann ich aus seinem Aufsatz nachweisen. «Die Rätsel der Philosophie» hat er zum Beispiel nicht gelesen — um nur dieses Buch zu nennen. Das nennt er allerdings eine lange Reihe anderer Schriften. Die «Geheimwissenschaft» und die lange Reihe, das ist dieses: «Die geistige Führung» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Dann fährt er fort:
[ 81 ] «In Steiners Erstling, der «Philosophie der Freiheit> (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre.» [S. 254, Anm.]
[ 81 ] «In Steiners Erstling, der «Philosophie der Freiheit> (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre.» [S. 254, Anm.]
[ 82 ] Erstling! Mein erstes Buch ist 1883 erschienen. Dieser Erstling ist also elf Jahre nach meinem wirklichen Erstling erschienen. Das erlebt man heute! So erlebt man die Dinge!
[ 82 ] Erstling! Mein erstes Buch ist 1883 erschienen. Dieser Erstling ist also elf Jahre nach meinem wirklichen Erstling erschienen. Das erlebt man heute! So erlebt man die Dinge!
[ 83 ] Nun, ich werde selbstverständlich eine Broschüre schreiben über dieses Kapitel im Zusammenhang mit diesem ganzen Buch. Denn das ist notwendig. Hier handelt es sich wirklich darum, einmal eine sogenannte Kulturerscheinung festzunageln und nicht bloß Satz für Satz zu widerlegen, sondern vor allen Dingen die ganze brüchige Oberflächlichkeit zu zeigen, wirklich mit gelehrtem Apparat dem Mann zu zeigen, daß er nicht einmal die allereinfachsten Regeln des wirklichen Anstands einzuhalten vermag. Es darf nicht auf diese Sache geantwortet werden, indem man einfach Satz für Satz nimmt, sondern indem man zeigt, was der Mann erst aus der Sache macht. Die ganze Sache ist nämlich, ich möchte sagen, nach dem Muster geschrieben, wie die ersten Zeilen. Ich weiß selbstverständlich, daß das die Menschen nicht anstößig finden werden; er beginnt:
[ 83 ] Nun, ich werde selbstverständlich eine Broschüre schreiben über dieses Kapitel im Zusammenhang mit diesem ganzen Buch. Denn das ist notwendig. Hier handelt es sich wirklich darum, einmal eine sogenannte Kulturerscheinung festzunageln und nicht bloß Satz für Satz zu widerlegen, sondern vor allen Dingen die ganze brüchige Oberflächlichkeit zu zeigen, wirklich mit gelehrtem Apparat dem Mann zu zeigen, daß er nicht einmal die allereinfachsten Regeln des wirklichen Anstands einzuhalten vermag. Es darf nicht auf diese Sache geantwortet werden, indem man einfach Satz für Satz nimmt, sondern indem man zeigt, was der Mann erst aus der Sache macht. Die ganze Sache ist nämlich, ich möchte sagen, nach dem Muster geschrieben, wie die ersten Zeilen. Ich weiß selbstverständlich, daß das die Menschen nicht anstößig finden werden; er beginnt:
[ 84 ] «Ein immerhin merkwürdiger Mensch, der Dr. Rudolf Steiner. Er stammt aus Ungarn, geboren am 27. Februar 1861, und ist über Wien nach Weimar gekommen.» [S. 254.]
[ 84 ] «Ein immerhin merkwürdiger Mensch, der Dr. Rudolf Steiner. Er stammt aus Ungarn, geboren am 27. Februar 1861, und ist über Wien nach Weimar gekommen.» [S. 254.]
[ 85 ] Nun, ich habe im ganzen in Ungarn die ersten eineinhalb Jahre meines Lebens verbracht. Ich stamme nicht aus Ungarn, sondern ich stamme wirklich aus Niederösterreich, und zwar in ältester Abstammung aus Niederösterreich, aus einer urdeutschen Familie. Ich bin nur in Ungarn geboren, weil mein Vater Beamter war an der österreichischen Südbahn, die von Wiener-Neustadt nach Groß-Kanizsa ging, die damals noch zu Cisleithanien gerechnet wurde, und er dort stationiert war an einer Station der ungarischen Linie, Kraljevec, wo ich zufällig geboren worden bin, und bis zu eineinhalb Jahren lebte. Aber im «Kürschner» steht selbstverständlich: «geboren in Ungarn». Das ist die Quelle des Herrn Max Dessoir. Ich weiß, daß natürlich diejenigen Menschen, die immer denjenigen Recht geben, die Gewissenlosigkeiten begehen, sagen werden: Nun, woher soll denn der Mann das andere wissen, wenn es im Kürschner steht. Kürschner gibt nämlich den Geburtsort an; aber man weiß eben sonst, daß der Mensch auch woanders herstammen kann, als wo er zufällig geboren ist — was in der Gegenwart ja sehr häufig der Fall ist, nicht wahr, wo die Menschen durcheinandergewürfelt werden —, nur ein deutscher Philosophieprofessor richtet sich nicht nach den allergewöhnlichsten Erwägungen. Die anderen Dinge sind der Sache würdig.
[ 85 ] Nun, ich habe im ganzen in Ungarn die ersten eineinhalb Jahre meines Lebens verbracht. Ich stamme nicht aus Ungarn, sondern ich stamme wirklich aus Niederösterreich, und zwar in ältester Abstammung aus Niederösterreich, aus einer urdeutschen Familie. Ich bin nur in Ungarn geboren, weil mein Vater Beamter war an der österreichischen Südbahn, die von Wiener-Neustadt nach Groß-Kanizsa ging, die damals noch zu Cisleithanien gerechnet wurde, und er dort stationiert war an einer Station der ungarischen Linie, Kraljevec, wo ich zufällig geboren worden bin, und bis zu eineinhalb Jahren lebte. Aber im «Kürschner» steht selbstverständlich: «geboren in Ungarn». Das ist die Quelle des Herrn Max Dessoir. Ich weiß, daß natürlich diejenigen Menschen, die immer denjenigen Recht geben, die Gewissenlosigkeiten begehen, sagen werden: Nun, woher soll denn der Mann das andere wissen, wenn es im Kürschner steht. Kürschner gibt nämlich den Geburtsort an; aber man weiß eben sonst, daß der Mensch auch woanders herstammen kann, als wo er zufällig geboren ist — was in der Gegenwart ja sehr häufig der Fall ist, nicht wahr, wo die Menschen durcheinandergewürfelt werden —, nur ein deutscher Philosophieprofessor richtet sich nicht nach den allergewöhnlichsten Erwägungen. Die anderen Dinge sind der Sache würdig.
[ 86 ] Aber die Dinge werden manchmal höchst niedlich. Sehen Sie, er kennt auch noch, wie ich schon sagte: «Blut ist ein ganz besonderer Saft.» Da werden Sie finden, daß ich einmal wirklich mit großer Vorsicht dargestellt habe, wie es in früheren Zeiten war, wie das Blut gewissermaßen eine tiefere Gedächtniswirkung hatte und dergleichen. Ich habe allerdings nicht versäumt, ausdrücklich zu sagen, daß es schwierig ist, diese Dinge darzustellen, und daß man deshalb vielfach vergleichsweise reden muß. Selbstverständlich läßt Max Dessoir diese Einleitung weg und zitiert dasjenige, was, wenn Sie es nachlesen in «Blut ist ein ganz besonderer Saft», sehen werden, mit welcher Vorsicht und mit welchen Übergängen das alles dargestellt ist. Max Dessoir zitiert aber, weil er dadurch besonders auf die Leser wirken zu können glaubt, so:
[ 86 ] Aber die Dinge werden manchmal höchst niedlich. Sehen Sie, er kennt auch noch, wie ich schon sagte: «Blut ist ein ganz besonderer Saft.» Da werden Sie finden, daß ich einmal wirklich mit großer Vorsicht dargestellt habe, wie es in früheren Zeiten war, wie das Blut gewissermaßen eine tiefere Gedächtniswirkung hatte und dergleichen. Ich habe allerdings nicht versäumt, ausdrücklich zu sagen, daß es schwierig ist, diese Dinge darzustellen, und daß man deshalb vielfach vergleichsweise reden muß. Selbstverständlich läßt Max Dessoir diese Einleitung weg und zitiert dasjenige, was, wenn Sie es nachlesen in «Blut ist ein ganz besonderer Saft», sehen werden, mit welcher Vorsicht und mit welchen Übergängen das alles dargestellt ist. Max Dessoir zitiert aber, weil er dadurch besonders auf die Leser wirken zu können glaubt, so:
[ 87 ] «Der Astralleib soll «seinen Ausdruck finden > teils im sympathischen Nervensystem, teilsim Rückenmark und Gehirn.» [S. 261.]
[ 87 ] «Der Astralleib soll «seinen Ausdruck finden > teils im sympathischen Nervensystem, teilsim Rückenmark und Gehirn.» [S. 261.]
[ 88 ] Nun zitiert er die Sache bei mir:
[ 88 ] Nun zitiert er die Sache bei mir:
[ 89 ] «Das Blut nimmt die durch das Gehirn verinnerlichten Bilder der Außenwelt auf.»
[ 89 ] «Das Blut nimmt die durch das Gehirn verinnerlichten Bilder der Außenwelt auf.»
[ 90 ] «Eine solch ungeheuerliche Mißachtung aller Tatsachen verbindet sich mit der ebenso unbeweisbaren wie unverständlichen Behauptung, der vorgeschichtliche Mensch habe in den «Bildern, die sein Blut empfing> auch die Erlebnisse seiner Vorfahren erinnert.» [S. 261.]
[ 90 ] «Eine solch ungeheuerliche Mißachtung aller Tatsachen verbindet sich mit der ebenso unbeweisbaren wie unverständlichen Behauptung, der vorgeschichtliche Mensch habe in den «Bildern, die sein Blut empfing> auch die Erlebnisse seiner Vorfahren erinnert.» [S. 261.]
[ 91 ] Man darf einfach nicht etwas, was mit aller Vorsicht dargestellt ist, in einen Satz so zusammenziehen, daß es keinen Sinn hat, und man bindet dadurch dem Leser Bären auf. Aber die Bären sind in diesem Falle ganz besonders schlimme, weil sie wie verleumderisch die Sache darstellen. Aber was zitiert denn da der gute Dessoir? Nichts anderes, als daß der Mensch das, was er von seinen Vorfahren überliefert bekommen hat, in den früheren, anderen Verhältnissen des Blutes wie ein Gedächtnis erlebte. Das findet Max Dessoir besonders schlimm. Nun möchte ich aber eine eigene Meinung des Dessoir aufschlagen; das ist nämlich höchst interessant. Da erklärt er, wie es kommt, daß heute noch uralte Anschauungen leben, solche Anschauungen, wie sie die abergläubischen Leute auf dem Lande und wie sie die Gesundbeter haben, oder wie sie Guido von List hat und die Anthroposophen. Woher das kommt, sucht er zu erklären. Da sagt er:
[ 91 ] Man darf einfach nicht etwas, was mit aller Vorsicht dargestellt ist, in einen Satz so zusammenziehen, daß es keinen Sinn hat, und man bindet dadurch dem Leser Bären auf. Aber die Bären sind in diesem Falle ganz besonders schlimme, weil sie wie verleumderisch die Sache darstellen. Aber was zitiert denn da der gute Dessoir? Nichts anderes, als daß der Mensch das, was er von seinen Vorfahren überliefert bekommen hat, in den früheren, anderen Verhältnissen des Blutes wie ein Gedächtnis erlebte. Das findet Max Dessoir besonders schlimm. Nun möchte ich aber eine eigene Meinung des Dessoir aufschlagen; das ist nämlich höchst interessant. Da erklärt er, wie es kommt, daß heute noch uralte Anschauungen leben, solche Anschauungen, wie sie die abergläubischen Leute auf dem Lande und wie sie die Gesundbeter haben, oder wie sie Guido von List hat und die Anthroposophen. Woher das kommt, sucht er zu erklären. Da sagt er:
[ 92 ] «Schon aus solchen Beispielen kann geschlossen werden, daß ir der Geheimforschung uralte Vorstellungsformen weiterleben. Eine bündige Widerlegung des Okkultismus ist mit dieser Resttheorie freilich noch nicht gegeben, da ja die Wahrheit in der Jugend der Völker erfaßt und unserem Kulturkreis verloren gegangen sein könnte. Aber die Tatsachen, die zur Stütze herangezogen werden, versagen, und die Erinnerung an jene urmenschlichen Völkergedanken soll erklären, weshalb wir Menschen der Gegenwart trotzdem so schwer davon loskommen. Das Blut vieler Jahrtausende rinnt in unseren Adern. Sein Pulsschlag ist nicht immer regelmäßig, sondern wird manchmalarrhythmisch, wie er einst gewesen war.» [S. 11f.]
[ 92 ] «Schon aus solchen Beispielen kann geschlossen werden, daß ir der Geheimforschung uralte Vorstellungsformen weiterleben. Eine bündige Widerlegung des Okkultismus ist mit dieser Resttheorie freilich noch nicht gegeben, da ja die Wahrheit in der Jugend der Völker erfaßt und unserem Kulturkreis verloren gegangen sein könnte. Aber die Tatsachen, die zur Stütze herangezogen werden, versagen, und die Erinnerung an jene urmenschlichen Völkergedanken soll erklären, weshalb wir Menschen der Gegenwart trotzdem so schwer davon loskommen. Das Blut vieler Jahrtausende rinnt in unseren Adern. Sein Pulsschlag ist nicht immer regelmäßig, sondern wird manchmalarrhythmisch, wie er einst gewesen war.» [S. 11f.]
[ 93 ] So Max Dessoir. Also, wenn in der Anthroposophie in einer sehr erklärlichen Weise vorkommt, daß gesagt wird: «Das Blut der Vorfahren rinnt in uns und stellt eine Art Gedächtnis dar» — da wird es lächerlich gemacht; wo er es selber braucht, da führt er es selber an. Das ist Max Dessoir, Universitätsprofessor der Philosophie in Berlin.
[ 93 ] So Max Dessoir. Also, wenn in der Anthroposophie in einer sehr erklärlichen Weise vorkommt, daß gesagt wird: «Das Blut der Vorfahren rinnt in uns und stellt eine Art Gedächtnis dar» — da wird es lächerlich gemacht; wo er es selber braucht, da führt er es selber an. Das ist Max Dessoir, Universitätsprofessor der Philosophie in Berlin.
[ 94 ] Nun, ein besonders kurioses Buch, das ich immer weit von mir gewiesen habe, von dem jeder wissen kann, der meine Goethe-Schriften kennt, daß ich es weit von mir gewiesen habe, ist das Buch von F. A. Louvier: «Sphinx locuta est», wo auf kabbalistische Weise Goethes «Faust» erklärt wird. Es ist ein schreckliches Buch. Aber Dessoir nimmt vorerst die Kabbalistik. Was er über Kabbalistik sagt, das würde zu weit führen, denn davon versteht er wirklich nichts; aber er führt dann die moderne Kabbalistik an und darunter auch den Louvier: «Sphinx locuta est», wo so schöne Dinge drinnenstehen. Nicht wahr, da kann er sich nun wieder einmal die Finger ablecken:
[ 94 ] Nun, ein besonders kurioses Buch, das ich immer weit von mir gewiesen habe, von dem jeder wissen kann, der meine Goethe-Schriften kennt, daß ich es weit von mir gewiesen habe, ist das Buch von F. A. Louvier: «Sphinx locuta est», wo auf kabbalistische Weise Goethes «Faust» erklärt wird. Es ist ein schreckliches Buch. Aber Dessoir nimmt vorerst die Kabbalistik. Was er über Kabbalistik sagt, das würde zu weit führen, denn davon versteht er wirklich nichts; aber er führt dann die moderne Kabbalistik an und darunter auch den Louvier: «Sphinx locuta est», wo so schöne Dinge drinnenstehen. Nicht wahr, da kann er sich nun wieder einmal die Finger ablecken:
[ 95 ] «Aus vielen Stellen soll hervorgehen, daß die Geisteskräfte als allegorische handelnde Personen auftreten. Der Erdgeist — in Wahrheit freilich eine der dunkelsten Gestalten des Werks — ist der Geist des Faustplans (denn «Erde steht für «Ebene oder «Plan») und als solcher die Abstraktion; Gretchen ist die Naivität; der schwarze Pudel ist der — negative Beweis und so weiter. Betrachten wir daraufhin die Szene «vor dem Tor; (Sphinx locuta est S. 122ff.). Wenn Faust den spekulierenden Verstand symbolisiert, so ist seine Wohnstätte der Kopf. Demnach bedeutet die Stadt das Gehirn, das hohle, finstere Tor den Mund, und die Spaziergänger aller Art sind die hörbaren Äußerungen des Geistes, die von da hinausziehen ins Freie. Die Sprache selbst erscheint hier nicht, weil sie im zweiten Teil als «Heroldsstab» ausführlich geschildert wird. Wohl aber treten die Gedichte und zwar als die Soldaten auf: Burgen (Sitz der Gedanken) und Mädchen (Gefühle) müssen sich dem Gedicht ergeben; die Trompeten (die Klänge) der Gedichte werben wie für die Freude so zum Verderben.... Das Bürgermädchen (Agathe) stellt das Volkslied vor, und der Geliebte, der sich mit dem Volksliede verbinden soll, d.h. einer der Soldaten, ist ein Gedicht; denn Text und Lied bilden eben ein Paar... Neben dem Volkslied (Agathe) erscheint ferner ein «Schüler, d.h. das Studentenlied, der Krauskopf genannt, und bei diesem ein zweiter Schüler — der Refrain des Liedes... Außer den besprochenen Figuren erscheinen noch die folgenden hörbaren Außerungen, die aus dem Tor (dem Munde) hervorgehen. Es sind: die Bitte, die Wortverdrehung, das Schwatzen, die Einwilligung, der Zank, der Befehl, die Frage, die Kannegießerei, das Ja, das Versprechen und die Abbitte.» [S. 222 f.]
[ 95 ] «Aus vielen Stellen soll hervorgehen, daß die Geisteskräfte als allegorische handelnde Personen auftreten. Der Erdgeist — in Wahrheit freilich eine der dunkelsten Gestalten des Werks — ist der Geist des Faustplans (denn «Erde steht für «Ebene oder «Plan») und als solcher die Abstraktion; Gretchen ist die Naivität; der schwarze Pudel ist der — negative Beweis und so weiter. Betrachten wir daraufhin die Szene «vor dem Tor; (Sphinx locuta est S. 122ff.). Wenn Faust den spekulierenden Verstand symbolisiert, so ist seine Wohnstätte der Kopf. Demnach bedeutet die Stadt das Gehirn, das hohle, finstere Tor den Mund, und die Spaziergänger aller Art sind die hörbaren Äußerungen des Geistes, die von da hinausziehen ins Freie. Die Sprache selbst erscheint hier nicht, weil sie im zweiten Teil als «Heroldsstab» ausführlich geschildert wird. Wohl aber treten die Gedichte und zwar als die Soldaten auf: Burgen (Sitz der Gedanken) und Mädchen (Gefühle) müssen sich dem Gedicht ergeben; die Trompeten (die Klänge) der Gedichte werben wie für die Freude so zum Verderben.... Das Bürgermädchen (Agathe) stellt das Volkslied vor, und der Geliebte, der sich mit dem Volksliede verbinden soll, d.h. einer der Soldaten, ist ein Gedicht; denn Text und Lied bilden eben ein Paar... Neben dem Volkslied (Agathe) erscheint ferner ein «Schüler, d.h. das Studentenlied, der Krauskopf genannt, und bei diesem ein zweiter Schüler — der Refrain des Liedes... Außer den besprochenen Figuren erscheinen noch die folgenden hörbaren Außerungen, die aus dem Tor (dem Munde) hervorgehen. Es sind: die Bitte, die Wortverdrehung, das Schwatzen, die Einwilligung, der Zank, der Befehl, die Frage, die Kannegießerei, das Ja, das Versprechen und die Abbitte.» [S. 222 f.]
[ 96 ] So kann er sich gut lustig machen über den Louvier, der ja die ganze kantische Philosophie im «Faust» dargestellt findet. Dann geht er über zu dem honorificabili von Edwin Bormann und den ShakespeareBacon-Menschen; stellt dar, wie das alles unsinnig ist, was die Shakespeare-Bacon-Menschen in kabbalistischer Weise gemacht haben; geht dann über zu Stefan George, wo er die geschmackvolle Art hat, drei Gedichte zu zitieren, um Stefan George zu charakterisieren. Auf das alles wollen wir nicht eingehen, das würde eine Stunde in Anspruch nehmen, um Ihnen die ganze Vertracktheit des Max Dessoir darzulegen; aber auf das eine wollen wir doch eingehen, wo er drei Gedichte nebeneinanderstellt. Das eine Gedicht, das zweite, das er bringt, das will ich zuerst vorlesen. Man braucht nicht mit solchen Dichtungen einverstanden zu sein, aber ich will Ihnen die Praktik des Max Dessoir darlegen. Also bitte, nehmen Sie es nicht so, als ob ich mit diesem Gedicht, das von Werfel ist, einverstanden wäre, aber darauf kommt es nicht an:
[ 96 ] So kann er sich gut lustig machen über den Louvier, der ja die ganze kantische Philosophie im «Faust» dargestellt findet. Dann geht er über zu dem honorificabili von Edwin Bormann und den ShakespeareBacon-Menschen; stellt dar, wie das alles unsinnig ist, was die Shakespeare-Bacon-Menschen in kabbalistischer Weise gemacht haben; geht dann über zu Stefan George, wo er die geschmackvolle Art hat, drei Gedichte zu zitieren, um Stefan George zu charakterisieren. Auf das alles wollen wir nicht eingehen, das würde eine Stunde in Anspruch nehmen, um Ihnen die ganze Vertracktheit des Max Dessoir darzulegen; aber auf das eine wollen wir doch eingehen, wo er drei Gedichte nebeneinanderstellt. Das eine Gedicht, das zweite, das er bringt, das will ich zuerst vorlesen. Man braucht nicht mit solchen Dichtungen einverstanden zu sein, aber ich will Ihnen die Praktik des Max Dessoir darlegen. Also bitte, nehmen Sie es nicht so, als ob ich mit diesem Gedicht, das von Werfel ist, einverstanden wäre, aber darauf kommt es nicht an:
Entrückter, leichter Himmel über dem Ort!
Du weißt von der Seebäder goldenen Fetzen.
Du weißt von Prinzen
Und herbstlichem Halali.
Ihr Knabenbäume
Zuckt von den Schultern
Das letzte Netz,
Das braune.
Den Schatten werfet auf mich,
Hier sitze ich
Und lese den übermütigen
Namen im Stein.
Nun bist du bei meiner Großmutter, Kind,
O unterirdisches Fest,
Das niemand denken will! [S. 234.)
Entrückter, leichter Himmel über dem Ort!
Du weißt von der Seebäder goldenen Fetzen.
Du weißt von Prinzen
Und herbstlichem Halali.
Ihr Knabenbäume
Zuckt von den Schultern
Das letzte Netz,
Das braune.
Den Schatten werfet auf mich,
Hier sitze ich
Und lese den übermütigen
Namen im Stein.
Nun bist du bei meiner Großmutter, Kind,
O unterirdisches Fest,
Das niemand denken will! [S. 234.)
[ 97 ] Wie gesagt, man kann gegen dieses Gedicht manches haben, aber Dessoir hat die geschmackvolle Art und stellt es mit dem folgenden Gedicht zusammen. Das ist also das erste, das ich jetzt anführen will:
[ 97 ] Wie gesagt, man kann gegen dieses Gedicht manches haben, aber Dessoir hat die geschmackvolle Art und stellt es mit dem folgenden Gedicht zusammen. Das ist also das erste, das ich jetzt anführen will:
Der blasse Adelknabe spricht:
Du Dunkelheit, aus der ich stamme —
Ich glaube an alles noch nie Gesagte,
Ich bin auf der Welt zu allein und doch nicht allein genug.
Du siehst, ich will viel!
Wir bauen an dir mit zitternden Händen. [S. 234.]
Der blasse Adelknabe spricht:
Du Dunkelheit, aus der ich stamme —
Ich glaube an alles noch nie Gesagte,
Ich bin auf der Welt zu allein und doch nicht allein genug.
Du siehst, ich will viel!
Wir bauen an dir mit zitternden Händen. [S. 234.]
[ 98 ] Das ist also das eine Gedicht; dann kommt das Werfelsche Gedicht, und dann kommt das dritte; das will ich auch jetzt lesen:
[ 98 ] Das ist also das eine Gedicht; dann kommt das Werfelsche Gedicht, und dann kommt das dritte; das will ich auch jetzt lesen:
Vielleicht, daß ich durch schwere Berge gehe
Du Berg, der blieb, da die Gebirge kamen,
Mach mich zum Wächter deiner Weiten,
Denn, Herr, die großen Städte sind:
Da leben Menschen, weiß erblühte, blasse,
O Herr, gib jedem seinen eignen Tod!
Herr, wir sind ärmer denn die armen Tiere,
Mach’ Einen herrlich, Herr, mach’ Einen groß
Das letzte Zeichen laß an uns geschehen. [S. 235.]
Vielleicht, daß ich durch schwere Berge gehe
Du Berg, der blieb, da die Gebirge kamen,
Mach mich zum Wächter deiner Weiten,
Denn, Herr, die großen Städte sind:
Da leben Menschen, weiß erblühte, blasse,
O Herr, gib jedem seinen eignen Tod!
Herr, wir sind ärmer denn die armen Tiere,
Mach’ Einen herrlich, Herr, mach’ Einen groß
Das letzte Zeichen laß an uns geschehen. [S. 235.]
[ 99 ] Das mittlere Gedicht, das ich zuerst gelesen habe, ist wirklich von Werfel; aber um dieses zu charakterisieren, begeht Dessoir das Geschmackvolle, daß er einen Band Rilkescher Gedichte nimmt, und nun nicht diese Rilke-Gedichte abschreibt, sondern immer die Versanfänge, wie sie in dem Inhaltsverzeichnis angegeben sind. Also er macht Gedichte, indem er die Versanfänge zusammenstellt; und die vergleicht er dann mit dem Werfelschen Gedicht. Das ist die geschmackvolle Art, wie er moderne Lyrik zu charakterisieren versucht. Er will sagen: Das Werfelsche Gedicht kommt auch heraus, wenn man die Versanfänge im Rilkeschen «Stundenbuch» hintereinander aufschreibt, da macht er ein Gedicht daraus. So macht er es.
[ 99 ] Das mittlere Gedicht, das ich zuerst gelesen habe, ist wirklich von Werfel; aber um dieses zu charakterisieren, begeht Dessoir das Geschmackvolle, daß er einen Band Rilkescher Gedichte nimmt, und nun nicht diese Rilke-Gedichte abschreibt, sondern immer die Versanfänge, wie sie in dem Inhaltsverzeichnis angegeben sind. Also er macht Gedichte, indem er die Versanfänge zusammenstellt; und die vergleicht er dann mit dem Werfelschen Gedicht. Das ist die geschmackvolle Art, wie er moderne Lyrik zu charakterisieren versucht. Er will sagen: Das Werfelsche Gedicht kommt auch heraus, wenn man die Versanfänge im Rilkeschen «Stundenbuch» hintereinander aufschreibt, da macht er ein Gedicht daraus. So macht er es.
[ 100 ] Dann bringt er die Rassenmystik von Guido von List. Ich habe zu Guido von List keine andere Beziehung, als daß ich einstmals von ihm, den ich gekannt habe, als er noch ein vernünftiger Mensch war und seinen Roman «Carnuntum» geschrieben hatte, in dem Anfang der achtziger Jahre, eine Abhandlung bekommen habe, in der Zeit, als ich noch «Luzifer-Gnosis» herausgab; da habe ich sie zurückgeschickt als dilettantisch und unbrauchbar. Das ist die einzige Beziehung, die ich zu Guido von List gehabt habe.
[ 100 ] Dann bringt er die Rassenmystik von Guido von List. Ich habe zu Guido von List keine andere Beziehung, als daß ich einstmals von ihm, den ich gekannt habe, als er noch ein vernünftiger Mensch war und seinen Roman «Carnuntum» geschrieben hatte, in dem Anfang der achtziger Jahre, eine Abhandlung bekommen habe, in der Zeit, als ich noch «Luzifer-Gnosis» herausgab; da habe ich sie zurückgeschickt als dilettantisch und unbrauchbar. Das ist die einzige Beziehung, die ich zu Guido von List gehabt habe.
[ 101 ] Dann bespricht Dessoir die Christian Science. Sie wissen, wieviel Beziehung ich zur Christian Science habe. Die einzige Beziehung, die ich zur Christian Science habe, die kann ich Ihnen ungefähr vorlesen. Wenn ich gefragt worden bin nach öffentlichen Vorträgen über diese Christian Science, habe ich immer als erstes gesagt, daß es wirklich Materie gibt. Aber ich habe gesagt, daß sich diese christliche Wissenschaft nicht christlich nennen darf, und zwar aus folgenden Gründen:
[ 101 ] Dann bespricht Dessoir die Christian Science. Sie wissen, wieviel Beziehung ich zur Christian Science habe. Die einzige Beziehung, die ich zur Christian Science habe, die kann ich Ihnen ungefähr vorlesen. Wenn ich gefragt worden bin nach öffentlichen Vorträgen über diese Christian Science, habe ich immer als erstes gesagt, daß es wirklich Materie gibt. Aber ich habe gesagt, daß sich diese christliche Wissenschaft nicht christlich nennen darf, und zwar aus folgenden Gründen:
[ 102 ] «Hier wird deutlich, daß die ganze Lehre mit dem Geist des Christentums unvereinbar ist. Eine Lehre, die das Leiden aus der Welt wegvernünfteln will, darf sich nicht auf das Evangelium berufen. Denn das Christentum hat mit furchtbarem Ernst die Wahrheit verkündet, daß Sünde und Schmerz notwendig zur Natur des Menschen gehören; sie sind keine Wahngebilde des unvollkommenen menschlichen Denkens, sondern Tatsachen, denen das Erbarmen Gottes und der Opfertod Jesu gilt. Die «christliche Wissenschaft» darf sich nicht christlich nennen.» [S. 243.]
[ 102 ] «Hier wird deutlich, daß die ganze Lehre mit dem Geist des Christentums unvereinbar ist. Eine Lehre, die das Leiden aus der Welt wegvernünfteln will, darf sich nicht auf das Evangelium berufen. Denn das Christentum hat mit furchtbarem Ernst die Wahrheit verkündet, daß Sünde und Schmerz notwendig zur Natur des Menschen gehören; sie sind keine Wahngebilde des unvollkommenen menschlichen Denkens, sondern Tatsachen, denen das Erbarmen Gottes und der Opfertod Jesu gilt. Die «christliche Wissenschaft» darf sich nicht christlich nennen.» [S. 243.]
[ 103 ] Das habe ich immer gesagt, nur hier sagt es Dessoir; ich habe Ihnen jetzt eine Stelle von Dessoir vorgelesen; aber Sie wissen, daß ich gerade die Christian Science so charakterisiert habe, wenn nach öffentlichen Vorträgen darüber gefragt wurde.
[ 103 ] Das habe ich immer gesagt, nur hier sagt es Dessoir; ich habe Ihnen jetzt eine Stelle von Dessoir vorgelesen; aber Sie wissen, daß ich gerade die Christian Science so charakterisiert habe, wenn nach öffentlichen Vorträgen darüber gefragt wurde.
[ 104 ] Dann charakterisiert er die theosophische Bewegung als NeuBuddhismus. Aber nach der Art, wie der Professor Dessoir in diesem Buche immer erzählt, daß er allen möglichen Spiritistensitzungen beigewohnt hat, könnte ich ja auch ein Buch schreiben über Spiritismus und ein Kapitel Max Dessoir widmen, unmittelbar an Max Dessoir anreihen. Denn mit derselben Gerechtigkeit könnte das geschehen, wie er hier die Anthroposophie an die 'Theosophie anreiht, insbesondere wenn er den geschmack vollen Satz anführt:
[ 104 ] Dann charakterisiert er die theosophische Bewegung als NeuBuddhismus. Aber nach der Art, wie der Professor Dessoir in diesem Buche immer erzählt, daß er allen möglichen Spiritistensitzungen beigewohnt hat, könnte ich ja auch ein Buch schreiben über Spiritismus und ein Kapitel Max Dessoir widmen, unmittelbar an Max Dessoir anreihen. Denn mit derselben Gerechtigkeit könnte das geschehen, wie er hier die Anthroposophie an die 'Theosophie anreiht, insbesondere wenn er den geschmack vollen Satz anführt:
[ 105 ] «Diese, der «Universalen Bruderschaft» angehörenden Geheimforscher bekämpfen aufs heftigste die «Mode- oder Pseudo-Theosophen», worunter sie die um ihren Meister Rudolf Steiner gescharten Anthroposophen verstehen. Wir wollen uns aber dadurch nicht abhalten lassen, auch diese Richtung zu betrachten.» [S. 253.]
[ 105 ] «Diese, der «Universalen Bruderschaft» angehörenden Geheimforscher bekämpfen aufs heftigste die «Mode- oder Pseudo-Theosophen», worunter sie die um ihren Meister Rudolf Steiner gescharten Anthroposophen verstehen. Wir wollen uns aber dadurch nicht abhalten lassen, auch diese Richtung zu betrachten.» [S. 253.]
[ 106 ] Auch durch die ganze Art und Weise, wie das zwischen lauter Dinge hineingestellt wird, in die es nicht hineingehört, auch darin zeigt sich die Gewissenlosigkeit; das muß ausdrücklich gesagt werden.
[ 106 ] Auch durch die ganze Art und Weise, wie das zwischen lauter Dinge hineingestellt wird, in die es nicht hineingehört, auch darin zeigt sich die Gewissenlosigkeit; das muß ausdrücklich gesagt werden.
[ 107 ] Aber man kann aufschlagen wo man will, überall findet man das gleiche. Sehen Sie, Seite 240:
[ 107 ] Aber man kann aufschlagen wo man will, überall findet man das gleiche. Sehen Sie, Seite 240:
[ 108 ] «Es liegt eine Gefahr darin, daß solche Genossenschaften Einfluß üben können und zumal in unserer ausgerutschten Zeit. Immerhin gewährt es einen Trost, daß sie sich gegenseitig mißachten und bekämpfen: die Rassenmystiker, die Gesundbeter, die Theosophen.»
[ 108 ] «Es liegt eine Gefahr darin, daß solche Genossenschaften Einfluß üben können und zumal in unserer ausgerutschten Zeit. Immerhin gewährt es einen Trost, daß sie sich gegenseitig mißachten und bekämpfen: die Rassenmystiker, die Gesundbeter, die Theosophen.»
[ 109 ] Nun, meine lieben Freunde, frage ich Sie einmal, ob ich irgend jemanden bekämpft habe, bei dem es nicht notwendig war, deswegen, weil er mich bekämpfte? Das ist die Unehrlichkeit, mit der immer vorgegangen wird. Sehen Sie nach, ob irgendwie jemand von mir bekämpft worden ist von all den Leuten, die hier angeführt werden. Rassenmystik habe ich nicht bekämpft, weil ich sie für etwas trottelig halte und es nicht der Mühe wert finde, sie zu bekämpfen. Über die Gesundbeter habe ich nur die zwei Sätze gesagt, die ich Ihnen eben angeführt habe.
[ 109 ] Nun, meine lieben Freunde, frage ich Sie einmal, ob ich irgend jemanden bekämpft habe, bei dem es nicht notwendig war, deswegen, weil er mich bekämpfte? Das ist die Unehrlichkeit, mit der immer vorgegangen wird. Sehen Sie nach, ob irgendwie jemand von mir bekämpft worden ist von all den Leuten, die hier angeführt werden. Rassenmystik habe ich nicht bekämpft, weil ich sie für etwas trottelig halte und es nicht der Mühe wert finde, sie zu bekämpfen. Über die Gesundbeter habe ich nur die zwei Sätze gesagt, die ich Ihnen eben angeführt habe.
[ 110 ] Ja, mit Dessoir hat es ja eine besondere Bewandtnis. Er erzählt nun alle die Dinge, die er bei verschiedenen spiritistischen Sitzungen erfahren hat. Nun, auf das kann ich heute nicht eingehen, denn bei der ganzen Sache kommt nichts heraus als höchstens das, daß Dessoir in die Lage gekommen ist, ein Buch darüber zu schreiben, denn es ist ja nichts anderes, als ein Gehen auf allerlei Sensationen und dergleichen. Aber ich frage mich: Wie kommt denn nun ein Mensch dazu, solch ein Buch zu schreiben, das eigentlich verrückt ist? Denn wirklich, geht man die anderen Kapitel durch, dann kommt man zu einem höchst traurigen Ergebnis. Der Mann schreibt über lauter Dinge, ohne fachmännisch überhaupt irgend etwas zu kennen, was der Fachmann überall kennen muß in seinem Fach. Ich möchte wissen, ob ein Philosoph wie Max Dessoir solch einen Satz heute hinschreiben darf:
[ 110 ] Ja, mit Dessoir hat es ja eine besondere Bewandtnis. Er erzählt nun alle die Dinge, die er bei verschiedenen spiritistischen Sitzungen erfahren hat. Nun, auf das kann ich heute nicht eingehen, denn bei der ganzen Sache kommt nichts heraus als höchstens das, daß Dessoir in die Lage gekommen ist, ein Buch darüber zu schreiben, denn es ist ja nichts anderes, als ein Gehen auf allerlei Sensationen und dergleichen. Aber ich frage mich: Wie kommt denn nun ein Mensch dazu, solch ein Buch zu schreiben, das eigentlich verrückt ist? Denn wirklich, geht man die anderen Kapitel durch, dann kommt man zu einem höchst traurigen Ergebnis. Der Mann schreibt über lauter Dinge, ohne fachmännisch überhaupt irgend etwas zu kennen, was der Fachmann überall kennen muß in seinem Fach. Ich möchte wissen, ob ein Philosoph wie Max Dessoir solch einen Satz heute hinschreiben darf:
[ 111 ] «Einem geistig und musikalisch durchgebildeten Menschen gelingt es, während einer Opernvorstellung in jedem Augenblick den Text, die Musik, die ihrerseits wieder äußerst zusammengesetzt ist, und die mimische Leistung gleichzeitig aufzufassen, obwohl diese drei Bestandteile sehr unabhängig voneinander sein können.» [S. 35.]
[ 111 ] «Einem geistig und musikalisch durchgebildeten Menschen gelingt es, während einer Opernvorstellung in jedem Augenblick den Text, die Musik, die ihrerseits wieder äußerst zusammengesetzt ist, und die mimische Leistung gleichzeitig aufzufassen, obwohl diese drei Bestandteile sehr unabhängig voneinander sein können.» [S. 35.]
[ 112 ] Ja, wer bloß Aristoteles studiert hat, das Zusammenwirken der Sinneswirkungen in dem einheitlichen Menschen, der kann solches Satzgestrüppe sich nicht leisten! Also man kommt heute darauf, sich zu sagen, daß solch ein Mensch Universitätsprofessor ist für ein Fach und nicht die einfachsten Dinge seines Faches gelesen, studiert haben kann. Es ist wirklich unerhört.
[ 112 ] Ja, wer bloß Aristoteles studiert hat, das Zusammenwirken der Sinneswirkungen in dem einheitlichen Menschen, der kann solches Satzgestrüppe sich nicht leisten! Also man kommt heute darauf, sich zu sagen, daß solch ein Mensch Universitätsprofessor ist für ein Fach und nicht die einfachsten Dinge seines Faches gelesen, studiert haben kann. Es ist wirklich unerhört.
[ 113 ] Ich werde ganz objektiv die Sache widerlegen — selbstverständlich, hier mußten wir uns untereinander einmal über die Sache aussprechen —, aber ich werde objektiv, ohne die scharfen Worte zu brauchen, die ich heute hier gebraucht habe, auf die Tatsache hinweisen, um zu sehen, ob es heute noch Menschen gibt, die, nachdem man ihre Nase auf die Tatsachen hinstößt, wenigstens entrüstet sein können über eine solche Kulturerscheinung. Das möchte ich gerade einmal ausprüfen. Man fragt sich: wie ist es möglich? Allerdings, da kommt man auf Seite 34 auf eine solche merkwürdige Sache. Da redet er über eine solche Sache wie das Bewußtsein, wie es einen «Rand des Bewußtseins», na, und eine «Oberfläche» des Bewußtseins gibt; solch ein Mensch will ja ein Bild haben, nicht wahr, er sagt:
[ 113 ] Ich werde ganz objektiv die Sache widerlegen — selbstverständlich, hier mußten wir uns untereinander einmal über die Sache aussprechen —, aber ich werde objektiv, ohne die scharfen Worte zu brauchen, die ich heute hier gebraucht habe, auf die Tatsache hinweisen, um zu sehen, ob es heute noch Menschen gibt, die, nachdem man ihre Nase auf die Tatsachen hinstößt, wenigstens entrüstet sein können über eine solche Kulturerscheinung. Das möchte ich gerade einmal ausprüfen. Man fragt sich: wie ist es möglich? Allerdings, da kommt man auf Seite 34 auf eine solche merkwürdige Sache. Da redet er über eine solche Sache wie das Bewußtsein, wie es einen «Rand des Bewußtseins», na, und eine «Oberfläche» des Bewußtseins gibt; solch ein Mensch will ja ein Bild haben, nicht wahr, er sagt:
[ 114 ] «Um wiederum ein leicht verständliches Bild zu gebrauchen: aus dem Mittelpunkt des Kreises» — er meint den Kreis des Bewußtseins «gleitet ein Komplex an die Peripherie, versinkt dort aber nicht ins Nebelhafte, sondern bewahrt teilweise seine Bestimmtheit und seinen Zusammenhang. Ein Beispiel: Beim Vortragen sehr geläufiger Gedankengänge geraten mir gelegentlich Begriffe und Worte in jene Region, und die Aufmerksamkeit beschäftigt sich mit anderen Dingen. Trotzdem spreche ich weiter, gewissermaßen ohne Anteil des Bewußtseins. Dabei ist es vorgekommen, daß ich von einer plötzlich eingetretenen Stille im Saal überrascht wurde, und mir erst klar gemacht werden mußte, daß sie die Folge meines eigenen Verstummens war! Gewohnte Vorstellungsverknüpfungen und Urteile können also auch «unterbewußt» vollzogen werden, zumal solche, die sich im Unanschaulichen bewegen; die mit ihnen verbundenen Sprachbewegungen laufen gleichfalls ohne Schwierigkeiten in den eingeübten Bahnen.» [S. 34.]
[ 114 ] «Um wiederum ein leicht verständliches Bild zu gebrauchen: aus dem Mittelpunkt des Kreises» — er meint den Kreis des Bewußtseins «gleitet ein Komplex an die Peripherie, versinkt dort aber nicht ins Nebelhafte, sondern bewahrt teilweise seine Bestimmtheit und seinen Zusammenhang. Ein Beispiel: Beim Vortragen sehr geläufiger Gedankengänge geraten mir gelegentlich Begriffe und Worte in jene Region, und die Aufmerksamkeit beschäftigt sich mit anderen Dingen. Trotzdem spreche ich weiter, gewissermaßen ohne Anteil des Bewußtseins. Dabei ist es vorgekommen, daß ich von einer plötzlich eingetretenen Stille im Saal überrascht wurde, und mir erst klar gemacht werden mußte, daß sie die Folge meines eigenen Verstummens war! Gewohnte Vorstellungsverknüpfungen und Urteile können also auch «unterbewußt» vollzogen werden, zumal solche, die sich im Unanschaulichen bewegen; die mit ihnen verbundenen Sprachbewegungen laufen gleichfalls ohne Schwierigkeiten in den eingeübten Bahnen.» [S. 34.]
[ 115 ] Na, ich möchte wissen, ich glaube nicht, daß es mir jemals vorgekommen ist, selbst in diesem Kreise hier, daß ich so fortgeredet habe und nicht dabei war, bei der Sache. Es ist eigentlich ein sonderbares Selbstzeugnis, und man frägt sich dann, auf wen sich diese Stelle bezieht. Ich will das aber nun auch nicht unterstellen, aber es ist nicht ausdrücklich gesagt, daß es sich auf jemand anders bezöge; es scheint sich also auf ihn selbst zu beziehen, daß er zuweilen Vorträge hält, ohne bei der Sache dabei zu sein. Dann könnte man ja auch denken, daß er auch seitenweise weiterschriebe, ohne bei der Sache dabei zu sein. Dann könnte man sich freilich manches erklären. Nun aber ist das ganze Buch so, daß er es eigentlich bei heruntergedämmertem Bewußtsein geschrieben haben muß; — und das ist wieder zuviel auf einmal, daß man annehmen könnte, daß dieser Professor Max Dessoir in einer Art von Trance das Buch geschrieben und daß die Trance in einer bis zur Perfidie gehenden Oberflächlichkeit gewirkt hätte.
[ 115 ] Na, ich möchte wissen, ich glaube nicht, daß es mir jemals vorgekommen ist, selbst in diesem Kreise hier, daß ich so fortgeredet habe und nicht dabei war, bei der Sache. Es ist eigentlich ein sonderbares Selbstzeugnis, und man frägt sich dann, auf wen sich diese Stelle bezieht. Ich will das aber nun auch nicht unterstellen, aber es ist nicht ausdrücklich gesagt, daß es sich auf jemand anders bezöge; es scheint sich also auf ihn selbst zu beziehen, daß er zuweilen Vorträge hält, ohne bei der Sache dabei zu sein. Dann könnte man ja auch denken, daß er auch seitenweise weiterschriebe, ohne bei der Sache dabei zu sein. Dann könnte man sich freilich manches erklären. Nun aber ist das ganze Buch so, daß er es eigentlich bei heruntergedämmertem Bewußtsein geschrieben haben muß; — und das ist wieder zuviel auf einmal, daß man annehmen könnte, daß dieser Professor Max Dessoir in einer Art von Trance das Buch geschrieben und daß die Trance in einer bis zur Perfidie gehenden Oberflächlichkeit gewirkt hätte.
[ 116 ] Aber solche sonderbaren Erfahrungen macht man schon. Und wenn man heute darauf angewiesen ist, mit einer geistigen Bewegung sich in die Gegenwart hineinzustellen, dann gibt es wahrhaftig Dinge, die nicht so ganz leicht sind, auch nicht leicht zu nehmen sind. Daher ist es schon notwendig, daß ich Sie heute einmal mit diesen beiden Dingen ein wenig beschäftigt habe. Auf der einen Seite wollte ich Ihnen kurz schildern, wie ein Mensch, der versucht, nur ein paar Schritte zu machen auf dem angedeuteten Wege, sich ganz im Sinne der Anthroposophie bewegt, und wie, wenn diese Anthroposophie selber auftritt, sie von denjenigen, die heute angestellt sind, offiziell, amtlich, philosophische Wissenschaft zu tradieren und deshalb ernst genommen werden, wie sie von solchen Leuten behandelt wird. Nun, sie wird sich als Sache schon durchringen; aber es mußte einmal doch uns ganz klar werden, daß wir es bei einem Manne wie Max Dessoir mit einer oberflächlichen und im Grunde genommen lächerlichen Persönlichkeit zu tun haben.
[ 116 ] Aber solche sonderbaren Erfahrungen macht man schon. Und wenn man heute darauf angewiesen ist, mit einer geistigen Bewegung sich in die Gegenwart hineinzustellen, dann gibt es wahrhaftig Dinge, die nicht so ganz leicht sind, auch nicht leicht zu nehmen sind. Daher ist es schon notwendig, daß ich Sie heute einmal mit diesen beiden Dingen ein wenig beschäftigt habe. Auf der einen Seite wollte ich Ihnen kurz schildern, wie ein Mensch, der versucht, nur ein paar Schritte zu machen auf dem angedeuteten Wege, sich ganz im Sinne der Anthroposophie bewegt, und wie, wenn diese Anthroposophie selber auftritt, sie von denjenigen, die heute angestellt sind, offiziell, amtlich, philosophische Wissenschaft zu tradieren und deshalb ernst genommen werden, wie sie von solchen Leuten behandelt wird. Nun, sie wird sich als Sache schon durchringen; aber es mußte einmal doch uns ganz klar werden, daß wir es bei einem Manne wie Max Dessoir mit einer oberflächlichen und im Grunde genommen lächerlichen Persönlichkeit zu tun haben.
[ 117 ] Ich hoffe, daß wir das nächste Mal wiederum tiefer in unsere Betrachtungen hineingehen können, zu denen das ja nur eine Episode werden sollte.
[ 117 ] Ich hoffe, daß wir das nächste Mal wiederum tiefer in unsere Betrachtungen hineingehen können, zu denen das ja nur eine Episode werden sollte.
