The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 177
14 October 1917, Dornach
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The Spiritual Backgrounds of the Outer World, tr. SOL
Neunter Vortrag
Ninth Lecture
[ 1 ] Es ist notwendig, daß man gewisse Grundwahrheiten der geistigen Entwickelung immer wiederum vor seine Seele treten läßt, wenn man von neuem einiges, ich möchte sagen, Material an Kenntnissen und dergleichen aufgenommen hat, um diese Grundwahrheiten besser zu durchdringen. Wir haben uns ja bei den letzten Betrachtungen bekanntgemacht mit allerlei Vorstellungen, welche die Ereignisse der Gegenwart, die Gründe für diese Ereignisse erklären können, selbstverständlich alles bis zu einem gewissen Grade. Wir haben uns damit eben eine Reihe von Vorstellungen über die Entwickelung der Gegenwart angeeignet. Mit diesen Vorstellungen können wir herantreten an Grundwahrheiten, die wir von gewissen Gesichtspunkten aus schon kennen, die aber immer besser noch durchdrungen werden können, wenn man mit neuer Vorbereitung darangeht.
[ 1 ] It is necessary to allow certain fundamental truths of spiritual development to come before one’s soul again and again, once one has taken in new—I would say—material in the form of knowledge and the like, in order to gain a deeper understanding of these fundamental truths. In our recent reflections, we have familiarized ourselves with all sorts of ideas that can explain current events and the reasons behind them—all, of course, to a certain extent. In doing so, we have acquired a series of concepts regarding the development of the present. With these concepts, we can approach fundamental truths that we already know from certain perspectives, but which can be understood even more deeply when we approach them with fresh preparation.
[ 2 ] Ich habe ja öfter darauf hingedeutet, wie die Mitte des 19. Jahrhunderts, besonders die vierziger Jahre, ein bedeutungsvoller Einschnitt in der geistigen Entwickelung der europäischen und der amerikanischen Menschheit ist. Ich habe darauf hingewiesen, wie damals gewissermaßen der Höhepunkt war der materialistischen Verstandesentwickelung auf der Erde, der Höhepunkt für die Ausbildung desjenigen, was man nennen könnte ein Verstandesbegreifen der äußeren, toten Tatsachen, das nicht herangehen will an das Lebendige.
[ 2 ] I have often pointed out how the mid-19th century—especially the 1840s—marked a significant turning point in the intellectual development of European and American humanity. I have pointed out how that period marked, so to speak, the pinnacle of materialistic intellectual development on Earth—the pinnacle of the formation of what one might call an intellectual grasp of external, lifeless facts that refuses to engage with the living.
[ 3 ] Solche Ereignisse — und wir stehen ja heute durchaus unter den äußeren Nachwirkungen dieser Ereignisse und werden noch lange unter diesen Nachwirkungen stehen —, solche Ereignisse haben ihre tiefere Grundlage in Vorgängen der geistigen Welt. Und wenn wir nach den Vorgängen der geistigen Welt forschen, welche den äußeren irdischen Ausdruck fanden in dem eben Gesagten, so müssen wir hinweisen auf einen Kampf, geradezu auf eine Art von Krieg in der geistigen Welt, der dazumal begonnen hat und der für die geistige Welt in gewissem Sinne eine Art Abschluß gefunden hat in dem Zeitpunkte, von dem ich ja auch schon öfters gesprochen habe, der in den Herbst des Jahres 1879 fällt. Sie werden sich also über diese Dinge eine richtige Vorstellung verschaffen, wenn Sie sich einen Kampf denken in den geistigen Welten, der Jahrzehnte hindurch gedauert hat, von den vierziger Jahren bis in den Herbst des Jahres 1879.
[ 3 ] Such events—and we are, after all, still experiencing the external aftermath of these events today and will continue to do so for a long time to come—such events have their deeper roots in processes in the spiritual world. And when we investigate the events in the spiritual world that found their external earthly expression in what has just been said, we must point to a struggle, indeed, a kind of war in the spiritual world, which began at that time and which, in a certain sense, came to a kind of conclusion for the spiritual world at the point in time—of which I have, in fact, spoken often—that falls in the fall of 1879. You will therefore gain a proper understanding of these matters if you imagine a struggle in the spiritual worlds that lasted for decades, from the 1840s until the fall of 1879.
[ 4 ] Der Kampf, der da stattgefunden hat, kann bezeichnet werden als ein Kampf der geistigen Wesenheiten, welche zu der Gefolgschaft jenes Wesens aus der Hierarchie der Archangeloi gehören, das man bezeichnen kann als Michael, als Kampf also Michaels und seiner Gefolgschaft gegen gewisse ahrimanische Mächte. Also bitte, stellen Sie sich zunächst diesen Kampf vor als einen Kampf in der geistigen Welt. Und alles das, was ich zunächst meine, bezieht sich auf diesen Kampf zwischen Michael und seiner Gefolgschaft und gewissen ahrimanischen Mächten. Sie werden diese Vorstellung namentlich dann, wenn Sie von ihr eine fruchtbare Anwendung machen wollen für das Leben in der Gegenwart, gut verstärken, wenn Sie sich vor das Seelenauge führen, daß diejenigen Menschenseelen, die gerade in dem Jahrzehnt der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts geboren sind, die ersten Phasen dieses Kampfes zwischen der Michael-Gefolgschaft und den ahrimanischen Mächten noch in der geistigen Welt mitgemacht haben. Also diejenigen Menschen, die in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts geboren sind, haben gewissermaßen als Seelen vor ihrer Geburt den Anfang dieses Geisterkampfes mitangesehen. Wenn man das bedenkt, wird man viel Verständnis haben können für die äußeren und inneren Schicksalserlebnisse solcher Menschen, namentlich für die Seelenverfassungen solcher Menschen. Dieser Kampf hat also stattgefunden in den vierziger, fünfziger, sechziger, siebziger Jahren und hat im Herbst 1879 damit seinen Abschluß gefunden, daß Michael und seine Gefolgschaft einen Sieg davongetragen haben über gewisse ahrimanische Mächte.
[ 4 ] The battle that took place there can be described as a battle between spiritual beings who belong to the retinue of that being from the hierarchy of the Archangels whom we may call Michael—that is, a battle between Michael and his retinue against certain Ahrimanic forces. So please, first imagine this battle as a battle in the spiritual world. And everything I am referring to at this point pertains to this battle between Michael and his retinue and certain Ahrimanic forces. You will gain a clearer understanding of this concept—especially if you wish to apply it fruitfully to life in the present— by bringing to mind that those human souls born in the 1840s experienced the early phases of this struggle between Michael’s followers and the Ahrimanic forces while still in the spiritual world. Thus, those people born in the 1840s witnessed, as souls before their birth, the beginning of this spiritual struggle. When one considers this, one can gain a deep understanding of the external and internal experiences of fate in the lives of such people, and especially of their spiritual dispositions. This battle thus took place in the 1840s, 1850s, 1860s, and 1870s, and came to an end in the fall of 1879 with Michael and his retinue emerging victorious over certain Ahrimanic forces.
[ 5 ] Was bedeutet das nun? Man kann, wenn man so etwas in der richtigen Art verstehen will, immer wiederum sich behelfen mit dem Bilde, das ja durch die Entwickelung der Menschheit durchgehalten worden ist: mit dem Bilde des Kampfes Michaels mit dem Drachen. Natürlich tritt der Kampf Michaels mit dem Drachen an den verschiedensten Stellen der Entwickelung auf. Man hat es oftmals in der Entwickelung mit einem Kampf des Michael mit dem Drachen zu tun. Man kann das so charakterisieren, daß jedesmal, wenn solch ein Kampf des Michael mit dem Drachen auftritt, dieser Kampf in ähnlicher Weise sich abspielt wie in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, aber um andere Güter und Ungüter, Schäden, Nachteile, man kann sagen, daß gewisse ahrimanische Scharen immer von neuem bald dies, bald jenes der Weltenentwickelung einverleiben möchten und daß sie immer wiederum besiegt werden. So sind sie besiegt worden — aber, wie gesagt, innerhalb der geistigen Welt — im Herbst 1879.
[ 5 ] What does this mean, then? If one wishes to understand such things correctly, one can always turn to the image that has been preserved throughout human evolution: the image of Michael’s battle with the dragon. Of course, Michael’s battle with the dragon occurs at various points in human evolution. One often encounters a battle between Michael and the dragon in the course of human development. One can characterize it this way: every time such a battle between Michael and the dragon occurs, it unfolds in a manner similar to that of the 1840s, but concerning different goods and evils, harms, and disadvantages; one could say that certain Ahrimanic forces are constantly trying to incorporate first this, then that aspect of world development, and that they are repeatedly defeated. Thus they were defeated—but, as I said, within the spiritual world—in the fall of 1879.
[ 6 ] Aber was bedeutet es denn, daß nun die Mächte des Drachen, diese ahrimanischen Scharen, in die Reiche der Menschen, gewissermaßen vom Himmel auf die Erde gestoßen sind? Der Verlust dieses Kampfes bedeutet, daß sie nun nicht mehr, biblisch gesprochen, in den Himmeln zu finden sind. Dafür sind sie zu finden in den Reichen der Menschen, und das heißt: das Ende der siebziger Jahre war vorzugsweise diejenige Zeit, in welcher die menschlichen Seelen mit Bezug auf gewisse Erkenntniskräfte von ahrimanischen Impulsen ergriffen wurden. Weil diese ahrimanischen Impulse früher sich in den geistigen Reichen betätigen konnten, haben sie die Menschen mehr in Ruhe gelassen; weil sie heruntergestoßen worden sind aus den geistigen Reichen, sind sie über die Menschen gekommen. Und wenn wir uns fragen: Was ist eigentlich dazumal von den geistigen Reichen aus in die Menschen gefahren als ahrimanische Mächte? so ist es eben die persönlich gefärbte, wohlgemerkt die persönlich gefärbte ahrimanische, materialistische Weltauffassung.
[ 6 ] But what does it mean, then, that the powers of the dragon—these Ahrimanic hosts—have now been thrust, as it were, from heaven down to earth into the realms of humanity? The loss of this battle means that, to speak in biblical terms, they are no longer to be found in the heavens. Instead, they are to be found in the realms of human beings, and this means: the end of the 1970s was, above all, the time when human souls were seized by Ahrimanic impulses with regard to certain powers of cognition. Because these Ahrimanic impulses were previously able to operate in the spiritual realms, they left human beings more in peace; because they have been cast down from the spiritual realms, they have come upon human beings. And when we ask ourselves: What actually entered human beings from the spiritual realms at that time as Ahrimanic forces? It is precisely the personally colored—note well, the personally colored—Ahrimanic, materialistic worldview.
[ 7 ] Gewiß, der Höhepunkt des Materialismus war in den vierziger Jahren vorhanden. Aber er hatte dazumal seine Impulse mehr instinktiv in die Menschen hineingeschickt. Die ahrimanischen Scharen haben dazumal noch von der geistigen Welt aus in die menschlichen Instinkte hinein ihre Impulse geschickt. Persönliches Eigentum der Menschen wurden diese ahrimanischen Impulse, namentlich Erkenntniskräfte und Willenskräfte, seit dem Herbst 1879. Was vorher mehr Allgemeingut war, wurde damit verpflanzt in das Eigentum der Menschen. Und so können wir sagen, daß seit dem Jahre 1879 durch die Anwesenheit dieser ahrimanischen Mächte im Reiche der Menschen persönliche Ambition, persönliche Tendenz vorhanden ist, die Welt materialistisch zu deuten. Und wenn Sie mancherlei verfolgen, was seit jener Zeit geschehen ist aus den persönlichen Tendenzen der Menschen heraus, dann werden Sie es verstehen aus dem Herabstoßen des Drachen, das heißt der ahrimanischen Scharen durch den Erzengel Michael von den Reichen des Geistes, von den Himmeln auf die Erde.
[ 7 ] Certainly, materialism reached its peak in the 1840s. But at that time, it had sent its impulses into people more instinctively. The Ahrimanic forces were still sending their impulses from the spiritual world into human instincts back then. These Ahrimanic impulses—namely, the powers of cognition and will—became the personal property of human beings beginning in the fall of 1879. What had previously been more of a common heritage was thus transplanted into the possession of human beings. And so we can say that since the year 1879, through the presence of these Ahrimanic forces in the human realm, there has been a personal ambition, a personal tendency to interpret the world materialistically. And if you trace the various events that have occurred since that time as a result of people’s personal tendencies, you will understand them in light of the casting down of the dragon—that is, the Ahrimanic hosts—by the Archangel Michael from the realms of the spirit, from the heavens to the earth.
[ 8 ] Es ist dies ein Vorgang von ungeheurer Bedeutung, von ganz tiefgehender Bedeutung. Das 19. Jahrhundert und auch noch unsere Zeit haben ja allerdings nicht die Geneigtheit, auf solche Vorgänge in der geistigen Welt und ihren Zusammenhang mit der physischen Welt zu achten. Aber die letzten Gründe, die letzten Impulse für die Ereignisse auf der Erde findet man eben nur, wenn man diese spirituellen Hintergründe kennt. Man muß sagen, daß schon ein gehöriges Quantum von Materialismus, der sich allerdings idealistisch färbt, dazugehört zu sagen: Was bedeutet es denn gegenüber der Ewigkeit, wenn so und so viel Tonnen organischer Substanz durch die Verlängerung des Krieges mehr zugrundegehen! — Man muß fühlen, wie stark im Ahrimanismus eine solche Auffassung wurzelt, denn sie wurzelt ja in den Empfindungswelten. Diese Philosophie von den «Tonnen organischer Substanz», diese Philosophie des Philosophen Lichtenberger ist im wesentlichen eines der zahlreichen Beispiele, die man anführen kann für besondere Ausprägungen ahrimanischer Denkungsweise.
[ 8 ] This is a process of immense significance, of profound importance. The 19th century—and indeed our own time as well—is not, however, inclined to pay attention to such processes in the spiritual world and their connection to the physical world. But the ultimate causes, the ultimate impulses behind events on Earth, can only be found if one is familiar with these spiritual backgrounds. It must be said that a considerable measure of materialism—albeit tinged with idealism—is involved in asking: What does it matter, in the face of eternity, if so many metric tons of organic matter are lost due to the prolongation of the war! — One must sense how deeply such a view is rooted in Ahrimanism, for it is rooted in the worlds of feeling. This philosophy of the “metric tons of organic substance,” this philosophy of the philosopher Lichtenberger, is essentially one of the numerous examples that can be cited as specific manifestations of Ahrimanic thinking.
[ 9 ] Also dasjenige, was als tiefster Impuls lebt in den Seelen vieler Menschen seit dem Jahre 1879, das ist heruntergeworfen worden in die Reiche der Menschen, das lebte vorher als ahrimanische Macht in der geistigen Welt. Es ist von Vorteil, wenn man noch andere Vorstellungen sucht, welche diese Vorstellungen verstärken können, und da ist es gut, wenn man — aber mehr als imaginativ-symbolische Vorstellungen — Vorstellungen aus der materiellen Welt zu Hilfe ruft. Denn dasjenige, was heute mehr geistig geschieht, seelisch geschieht, das hat alles in Urzeiten eine Färbung gehabt, die sich mehr auf materiellen Gebieten auslebte. Das Materielle ist ja auch geistig, es ist nur eine andere Form des Geistigen.
[ 9 ] So what has lived as the deepest impulse in the souls of many people since 1879—that which has been cast down into the realms of humanity—previously existed as an Ahrimanic power in the spiritual world. It is helpful to seek out other ideas that can reinforce these concepts, and in doing so, it is good to draw upon—not merely imaginative or symbolic ideas—but ideas from the material world. For what today takes place more on the spiritual and soul levels all had, in primeval times, a character that found its expression more in the material realm. The material is, after all, also spiritual; it is merely another form of the spiritual.
[ 10 ] Wenn Sie in sehr, sehr alte Entwickelungszeiten zurückgehen würden, dann würden Sie nämlich finden, daß ein ähnlicher Kampf stattgefunden hat zwischen Michael und dem Drachen wie der, den ich Ihnen jetzt für das 19. Jahrhundert geschildert habe. Ich deutete ja schon an, wie solche Kämpfe immer wieder sich wiederholt haben, nur ging es immer um andere Dinge. In alten Zeiten hatten auch einmal die ahrimanischen Scharen einen solchen Kampf verloren, und sie wurden auch dazumal heruntergeworfen von den geistigen Welten in den irdischen Bereich. Sie machten eben ihre Anstürme immer von neuem. Da gab es zum Beispiel einen solchen Kampf, durch den diese ahrimanischen Scharen, nachdem sie heruntergeworfen waren auf die Erde, alle diejenige Bevölkerung der Erde in den Bereich der Erde hereingebracht haben, die man heute im ärztlichen Leben als die Bazillen bezeichnet. All das, was man als Bazillenkräfte aufweist, woran Bazillen einen Anteil haben, ist ebenso eine Folge davon, daß einmal ahrimanische Scharen vom Himmel auf die Erde geworfen worden sind, daß der Drache besiegt worden ist, wie es eine Folge eines solchen Sieges ist, daß die ahrimanisch-mephistophelische Denkungsweise seit dem Ende der siebziger Jahre Platz gegriffen hat. So daß man sagen kann: auf materiellem Gebiete haben die Tuberkel- und Bazillenkrankheiten einen ähnlichen Ursprung wie der gerade jetzt vorhandene Verstandesmaterialismus auf geistig-seelischem Gebiete; die zwei Dinge gleichen sich im höheren Sinne durchaus.
[ 10 ] If you were to go back to very, very ancient times, you would find that a struggle similar to the one I have just described to you for the 19th century took place between Michael and the dragon. I have already hinted at how such battles have repeated themselves time and again, though they always concerned different matters. In ancient times, the Ahrimanic forces had also lost such a battle once, and they were cast down from the spiritual worlds into the earthly realm at that time as well. They simply launched their assaults again and again. For example, there was a battle in which these Ahrimanic hosts, after being cast down to Earth, brought into the earthly realm all those entities that are today referred to in medical science as “bacteria.” Everything that manifests as bacillary forces—in which bacilli play a part—is just as much a consequence of the fact that Ahrimanic hosts were once cast down from heaven to earth, that the dragon was defeated, as it is a consequence of such a victory that the Ahrimanic-Mephistophelean way of thinking has taken hold since the end of the 1970s. Thus one can say: in the material realm, tuberculosis and bacillary diseases have a similar origin to the intellectual materialism currently prevalent in the spiritual-psychic realm; in a higher sense, the two are entirely alike.
[ 11 ] Wir können noch mit etwas anderem diese Vorgänge des letzten Jahrhunderts vergleichen. Wir können hinweisen auf etwas, was Sie ja aus der «Geheimwissenschaft im Umriß» auch kennen: das Hinausziehen des Mondes aus dem Bereich der ErdenentwickeJung. Der Mond hat zur Erde gehört; er ist einmal aus der Erde herausgeworfen worden. Dieses Herauswerfen des Mondes aus dem Erdenbereich, das bedeutet das Platzgreifen gewisser Mondeneinflüsse. Diese sind auch über die Erde gekommen infolge eines solchen Sieges des Michael über den Drachen. So daß man wiederum sagen kann: Alles dasjenige, was zusammenhängt mit gewissen Wirkungen, die parallel gehen den Mondenphasen, überhaupt den Impulsen, die vom Mond auf die Erde ausgehen, all das hat in einem ähnlichen Kampf Michaels mit dem Drachen seinen Ursprung.
[ 11 ] We can compare these events of the last century to something else as well. We can point to something you are already familiar with from *An Outline of Esoteric Science*: the ejection of the Moon from the sphere of Earth’s development. The Moon once belonged to the Earth; it was once cast out of the Earth. This ejection of the Moon from the Earth’s sphere signifies the establishment of certain lunar influences. These influences also came to Earth as a result of Michael’s victory over the dragon. So that one can say once again: Everything connected with certain effects that run parallel to the phases of the Moon—indeed, all the impulses emanating from the Moon to the Earth—all of this has its origin in a similar battle between Michael and the dragon.
[ 12 ] Gewissermaßen gehören diese Dinge auch wirklich zusammen, und es ist außerordentlich gut, sich einmal diese Zusammengehörigkeit vor Augen zu führen, denn sie hat eine sehr tiefe Bedeutung. Gewisse Menschen entwickeln nämlich gerade dadurch einen unwiderstehlichen Hang nach dem verstandesmäßigen Materialismus, weil dieser Hang von ihrem persönlichen Bündnis mit dem gestürzten Ahriman ausgeht. Sie beginnen nach und nach, die Impulse, die Ahriman in ihrer Seele aufrichtet, zu lieben, sie sogar als etwas besonders Erhabenes, besonders Hohes in der Denkweise zu bezeichnen. Man muß über diese Dinge wiederum ein vollständig klares Bewußtsein haben. Denn ohne Bewußtsein findet man sich in den Ereignissen nicht zurecht. Nur durch ein klares Hineinschauen in diese Verhältnisse findet man sich mit diesen Dingen, mit diesen Ereignissen zurecht.
[ 12 ] In a sense, these things truly belong together, and it is extremely beneficial to reflect on this connection, for it has a very profound significance. Certain people, in fact, develop an irresistible inclination toward intellectual materialism precisely because this inclination stems from their personal alliance with the fallen Ahriman. They gradually begin to love the impulses that Ahriman stirs up in their souls, even describing them as something particularly sublime, particularly lofty in their way of thinking. One must, in turn, have a completely clear awareness of these things. For without awareness, one cannot find one’s way through these events. Only by looking clearly into these circumstances can one come to terms with these things, with these events.
[ 13 ] Die Gefahr, die aus alldem hervorgeht, muß man gewissermaßen kalten Auges und auch kalten Herzens ansehen. Man muß der Sache ruhig ins Gesicht sehen. Das tut man aber nur, wenn man sich klarmacht, daß eben eine ganz bestimmte Art Gefahr von jener Seite den Menschen droht. Und diese Gefahr besteht darin, daß konserviert wird dasjenige, was nicht konserviert werden sollte. Alles, was in der Weltenordnung geschieht, meine lieben Freunde, hat nämlich auch sein Gutes. Wir erobern uns, dadurch, daß die ahrimanischen Kräfte durch den Sieg Michaels in uns gefahren sind, wiederum ein Stück der menschlichen Freiheit. Alles hängt ja damit zusammen: Wir erobern uns ein Stück der menschlichen Freiheit — in uns sind ja diese Scharen des Ahriman gefahren —, wir erobern uns ein Stück der menschlichen Freiheit, aber wir müssen uns dessen bewußt sein. Wir müssen gewissermaßen den ahrimanischen Mächten nicht die Oberhand über uns gestatten, müssen uns nicht verlieben in diese ahrimanischen Mächte.
[ 13 ] The danger that arises from all this must be viewed, so to speak, with a cool head and a cool heart. One must calmly face the issue head-on. But one can only do that if one realizes that a very specific kind of danger threatens humanity from that quarter. And this danger consists in the fact that what should not be preserved is being preserved. For everything that happens in the order of the world, my dear friends, also has its good side. Through the fact that the Ahrimanic forces have been driven out of us by Michael’s victory, we are regaining a piece of human freedom. Everything is connected to this: We are regaining a measure of human freedom—for these hosts of Ahriman have indeed departed from within us—we are regaining a measure of human freedom, but we must be conscious of this. We must, so to speak, not allow the Ahrimanic forces to gain the upper hand over us; we must not fall in love with these Ahrimanic forces.
[ 14 ] Das ist sehr wichtig. Diese Gefahr ist durchaus vorhanden. Die Gefahr ist vorhanden, daß die Menschen verharren im Materialismus, festhalten die materialistisch-ahrimanische Denkweise und hinaustragen diese ahrimanische Denkweise in Zeiten, in denen ihr eigentlich bestimmt ist, überwunden zu sein. Dann würden diejenigen Menschen, die sich nicht von der ahrimanisch-materialistischen Denkweise abwenden, sondern bei ihr verbleiben wollten, ein Bündnis eingehen auf der Erde mit all dem, was in ähnlicher Weise durch den Sieg des Michael über den Drachen entstanden ist. Das heißt, sie würden sich nicht mit dem geistigen Fortschritt der Erdenentwickelung verbinden, sondern mit dem materiellen Fortschritt. Sie würden in einem gewissen Zeitraume der sechsten nachatlantischen Zeit ausschließlich Gefallen daran finden, in dem zu leben, was dann kommen wird durch Bazillen, durch die kleinen mikroskopischen Feinde der Menschen.
[ 14 ] This is very important. This danger is very real. The danger exists that people will remain entrenched in materialism, cling to the materialistic-Ahrimanic way of thinking, and carry this Ahrimanic way of thinking forward into times when it is actually destined to be overcome. Then those people who do not turn away from the Ahrimanic-materialistic way of thinking, but wish to remain with it, would form an alliance on Earth with everything that arose in a similar way through Michael’s victory over the dragon. That is to say, they would not align themselves with the spiritual progress of Earth’s development, but rather with material progress. During a certain period of the sixth post-Atlantean epoch, they would take pleasure exclusively in living amidst what will then come about through germs—the tiny microscopic enemies of humankind.
[ 15 ] Wir müssen zu solchen Dingen noch ein anderes hinzufügen, das wir auch verstehen müssen. Die naturwissenschaftliche Denkweise ist in starker Gefahr, durch ihre eigene Konsequenz, ja geradezu durch ihre Größe, auch in diese ahrimanische Denkweise hineinzusegeln. Nicht nur die moralische Denkweise, sondern auch die naturwissenschaftliche Denkweise ist sehr stark in der Gefahr, in diese ahrimanische, materialistische Denkweise hineinzusegeln. Denken Sie einmal, wie gewisse Naturforscher zum Beispiel auf dem Gebiete der Geologie heute denken. Man verfolgt die Gestaltung der Erdoberfläche, verfolgt aus den Überresten und so weiter, wie in den einzelnen Schichten gewisse Tiere leben oder gelebt haben. Man findet Erfahrungstatsachen für bestimmte Zeiträume. Dadurch bilden sich dann die Naturforscher die Ansichten, wie es vor so und so viel Tausenden und Millionen von Jahren ausgesehen hat, und bilden dann die Kant-Laplacesche Theorie vom Urnebel. Es bilden sich auch Naturforscher gewisse Vorstellungen, die nach physikalischen Anschauungen ganz richtig sind, Vorstellungen über die späteren Zustände der Erdenentwickelung, die da kommen sollen. Solche Vorstellungen sind manchmal ungemein geistreich, sehr, sehr geistreich. Aber worauf beruhen solche Vorstellungen? Nicht wahr, sie beruhen darauf, daß man eine Zeit hindurch die Entwickelung der Erde beobachtet und dann Schlüsse zieht: Millionen Jahre vorher, Millionen Jahre nachher.
[ 15 ] We must add another point to these matters, one that we must also understand. The scientific way of thinking is in grave danger of drifting into this Ahrimanic way of thinking as a result of its own logic—indeed, precisely because of its grandeur. Not only the moral way of thinking, but also the scientific way of thinking is in great danger of drifting into this Ahrimanic, materialistic way of thinking. Just consider, for example, how certain natural scientists think today in the field of geology. They trace the formation of the Earth’s surface and, based on the remains and so on, determine how certain animals live or have lived in the individual layers. They find empirical evidence for specific time periods. Based on this, natural scientists then form views about what the Earth looked like so many thousands and millions of years ago, and thus develop the Kant-Laplace theory of the primordial nebula. Natural scientists also form certain ideas—which are entirely correct according to physical principles—about the future stages of the Earth’s evolution that are yet to come. Such ideas are sometimes incredibly ingenious—very, very ingenious. But on what are such ideas based? Don’t they rest on the fact that one observes the Earth’s development over a period of time and then draws conclusions: millions of years before, millions of years after.
[ 16 ] Was macht man denn da aber eigentlich? Man macht dasselbe, was man machen würde, wenn man ein Kind von sieben, acht, neun Jahren beobachten würde, wie sich die Organe allmählich verändern oder teilweise verändern, und man würde danach ausrechnen, wie sich solche Menschenorgane im Verlauf von zwei, drei Jahren verändern. Dann multipliziert man das, und dann kommt man darauf, wie diese Organe, die beim Kinde von sieben, acht, neun Jahren sich verändert haben, sich im Verlaufe von Jahrhunderten verändern. Man kann also ausrechnen, wie dieses Kind ausgeschaut hat vor hundert Jahren, und man kann dann auch ausrechnen, wenn man nach der andern Seite multipliziert, wie das Kind ausschauen wird nach hundertfünfzig Jahren. Es ist eine Methode, die ganz geistreich sein kann. Es ist dies genau dieselbe Methode, welche die Geologen heute anwenden, um die Urzeiten der Erde zu berechnen, und die man angewendet hat, um die Kant-Laplacesche Theorie ins Leben zu rufen. Es ist genau dieselbe Methode, die man anwendet, wenn man sich ausmalt, was aus der Erde werden soll nach den physikalischen Gesetzen, die man jetzt beobachtet. Aber Sie werden alle zugeben: diese Gesetze wollen beim Menschen zum Beispiel nicht viel besagen, denn das Kind vor hundert Jahren war eben noch nicht da als physisches Menschenwesen und wird nach hundertfünfzig Jahren wieder nicht als physisches Menschenwesen da sein.
[ 16 ] But what exactly does one do there? One does the same thing one would do if observing a child of seven, eight, or nine years of age as their organs gradually change—or change in part—and then one would calculate how such human organs change over the course of two or three years. Then you multiply that, and you arrive at how these organs—which have changed in a child of seven, eight, or nine years old—change over the course of centuries. So you can calculate what this child looked like a hundred years ago, and by multiplying in the other direction, you can also calculate what the child will look like in a hundred and fifty years. It is a method that can be quite ingenious. It is exactly the same method that geologists use today to calculate the Earth’s prehistoric past, and which was used to develop the Kant-Laplace theory. It is exactly the same method used when imagining what will become of the Earth according to the physical laws currently observed. But you will all admit: these laws do not mean much when applied to human beings, for example, because the child from a hundred years ago simply did not yet exist as a physical human being and will not exist as a physical human being again in a hundred and fifty years.
[ 17 ] So ist es aber auch mit der Erde für die Zeiten, die die Geologie berechnet. Die Erde ist eben später entstanden als in jenen Zeiten, mit denen Tyndall oder Huxley, Haeckel oder andere rechnen, und die Erde wird, bevor die Zeit eintritt, wo man einfach Eiweiß an die Wand streichen kann, um dabei zu lesen, nur noch Leichnam sein. Das kann man ja sehr gut ausrechnen, daß man dereinst durch physikalische Mittel einfach Eiweiß an die Wand streichen wird und dann, weil das Eiweiß glänzen wird wie elektrisches Licht, man Zeitungen dabei wird lesen können. Das wird einmal durch die physikalischen Veränderungen eintreten, nicht wahr. Aber die Zeit wird niemals kommen, geradesowenig wie die Zeit kommen wird, wo ein Kind nach hundertfünfzig Jahren die entsprechenden Veränderungen haben wird, die man aus den sukzessiven Veränderungen seines Magens und seiner Leber in zwei, drei Jahren zwischen dem siebenten und neunten Jahre berechnet.
[ 17 ] But the same is true of the Earth for the time periods calculated by geology. The Earth simply came into being later than the time periods calculated by Tyndall, Huxley, Haeckel, and others, and by the time we reach the point where one can simply paint egg white on a wall to read by its light, the Earth will be nothing more than a corpse. It’s quite easy to calculate that one day, through physical means, we’ll simply be able to paint egg white on the wall and then, because the egg white will shine like electric light, we’ll be able to read newspapers by its light. That will happen one day as a result of physical changes, won’t it? But that time will never come, just as the time will never come when a child, after one hundred and fifty years, will have undergone the corresponding changes that are calculated from the successive changes in its stomach and liver over two or three years between the ages of seven and nine.
[ 18 ] Da sehen Sie in ganz merkwürdige Dinge der Gegenwart hinein. Sie sehen, wie die Gegensätze aneinanderstoßen. Denken Sie sich so einen richtigen Naturforscher, der sich das anhört, was ich eben jetzt gesagt habe. Der wird sagen: Das ist eine Narrheit, die reinste Narrheit! — Aber denken Sie sich einen Geistesforscher, der die Sache durchschaut. Der findet: Das, was der Naturforscher sagt, das ist die reinste Narrheit. — Denn all die Hypothesen über Anfang und Ende der Erde sind wirkliche Narrheiten, sind nichts anderes als Narrheiten, trotzdem sie außerordentlich geistreich gefunden sind.
[ 18 ] There you get a glimpse into some very strange aspects of the present. You see how opposites clash. Imagine a true natural scientist listening to what I’ve just said. He’ll say: “That’s nonsense, the purest nonsense!” — But imagine a spiritual researcher who sees through the matter. He would find that what the natural scientist says is sheer nonsense. — For all the hypotheses about the beginning and end of the Earth are real nonsense; they are nothing but nonsense, even though they have been conceived with extraordinary ingenuity.
[ 19 ] Sie sehen daraus, wie unbewußt eigentlich im Grunde die Menschen geführt werden. Aber wir sind eben in der Zeit, wo solche Dinge eingesehen werden müssen, wo man solche Dinge durchschauen muß. Also notwendig ist es, daß wir solch eine Vorstellung mit den andern Vorstellungen, die wir heute charakterisiert haben, verbinden. Die Erde wird längst ein Leichnam geworden sein, wenn die Zeit eintreten wird, in welcher wir so weit die materialistischen Vorstellungen umgewandelt haben müssen, daß wir hinauf können in ein mehr geistiges Dasein. Es werden auf einer uns nicht mehr tragenden Erde auch keine solchen fleischlichen Inkarnationen mehr gesucht, wie wir sie gegenwärtig, heute suchen. Aber diejenigen Menschen, die sich mit dem materialistischen Verstande so verbunden haben, daß sie ihn nicht loslassen wollen, die werden in der zukünftigen Gestalt noch immer auf diese Erde herunterkriechen und ihre Beschäftigung sich verschaffen in dem, was dann ganz besonders auf dieser Erde sich entwickelt in den Taten der Bazillen, der Tuberkel und so weiter, denn diese Wesenheiten werden dann gerade den Leichnam der Erde gehörig durchwühlen. Sie sind jetzt nur, man möchte sagen, Propheten dessen, was der ganzen Erde in der Zukunft passieren wird. Und dann wird eine Zeit kommen, wo sich diejenigen, die sich so an den materialistischen Verstand halten, mit den Mondenmächten verbinden und die Erde, wenn sie Schlakke, Leichnam geworden ist, mit dem Monde zusammen umgeben. Denn diese Wesen, diese Menschen, die sich mit dem materialistischen Verstand durchaus verbinden wollen, die wollen ja nichts anderes, als das Leben der Erde festhalten, verbunden bleiben mit dem Leben der Erde, nicht in der richtigen Weise aufsteigen vom Leichnam der Erde zu dem, was dann das Seelisch-Geistige der Erde wird.
[ 19 ] You can see from this how unconsciously people are actually guided. But we are now in an era when such things must be recognized, when we must see through them. It is therefore necessary that we connect this concept with the other concepts we have described today. The Earth will have long since become a corpse by the time we have transformed our materialistic conceptions to such an extent that we can ascend to a more spiritual existence. On an Earth that can no longer sustain us, there will no longer be a search for the kind of physical incarnations that we seek today. But those people who have become so bound to the materialistic mind that they do not want to let it go will, in their future form, still crawl down to this Earth and find their occupation in what will then be developing particularly on this Earth through the activities of bacilli, tubercles, and so on, for these entities will then thoroughly ransack the Earth’s corpse. They are now, one might say, merely prophets of what will happen to the entire Earth in the future. And then a time will come when those who cling so tightly to the materialistic mind will unite with the lunar powers and, once the Earth has become slag and a corpse, will surround it together with the Moon. For these beings—these people who are determined to align themselves with the materialistic mind—want nothing more than to hold on to the life of the Earth, to remain connected to the life of the Earth, and not to ascend in the proper way from the Earth’s corpse to what will then become the soul-spiritual essence of the Earth.
[ 20 ] Alle diese Dinge aber sind insbesondere in unserer Zeit wirksam in vielem, was man heute besonders bewundert als geistvolle Vorstellungen, als moralische Impulse — die Menschen taufen ja heute alles «moralische Impulse» —, in dem leben diese ahrimanisch-materialistischen Kräfte, von denen ich gesprochen habe; die können sich auswachsen zu den Impulsen, die in der Zukunft den Menschen aus seinem eigenen Willen heraus mit allen Klammern an die Erde heften werden. Es ist daher notwendig, auf diese Dinge die Aufmerksamkeit zu richten. Und wirklich recht notwendig ist es, sehr achtzugeben auf dasjenige, was in der Gegenwart wie selbstverständlich verehrt wird. Gewisse Naturgesetze gelten heute einfach als selbstverständlich. Man schilt jeden einen Dilettanten und Narren, der sie nicht anerkennt. Gewisse moral-politische Aspirationen gelten als selbstverständlich. Man deklamiert über sie breite Wilsoniaden. Alle diese Dinge haben die Anlage in sich, sich auszuwachsen zu dem, was man so, wie ich es getan habe, charakterisieren kann.
[ 20 ] All these things, however, are particularly active in our time in much of what is today especially admired as spiritual ideas, as moral impulses—people today label everything “moral impulses,” after all—and it is within these that the Ahrimanic-materialistic forces I have spoken of are at work; these can develop into the impulses that in the future will anchor human beings to the earth of their own free will, with every fiber of their being. It is therefore necessary to direct our attention to these things. And it is truly essential to pay close attention to what is revered today as a matter of course. Certain laws of nature are simply taken for granted today. Anyone who does not acknowledge them is branded a dilettante and a fool. Certain moral and political aspirations are taken for granted. People declaim grand speeches in the style of Wilson about them. All these things have the potential to develop into what one might characterize, as I have done,
[ 21 ] Ich habe nicht umsonst gesagt, daß unter ganz besonderen Verhältnissen diejenigen Menschen gestanden haben, welche den Ausgangspunkt des Kampfes in den vierziger Jahren mitgemacht haben. Sie sind dann auf die Erde herein versetzt worden. Und man versteht viel von dem Seelenleben solcher Menschen, besonders wenn sie geistig strebsame Menschen waren, von ihren Zweifeln, von ihren Kämpfen, wenn man in Erwägung zieht, was sie als Impuls mitgenommen haben aus dem geistigen Leben der vierziger Jahre in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, in den Beginn des 20. Jahrhunderts herein.
[ 21 ] It was not for nothing that I said those who were involved in the beginning of the struggle in the 1840s found themselves in very special circumstances. They were then sent down to Earth. And one can understand much about the inner life of such people—especially if they were spiritually aspiring individuals—about their doubts and their struggles, when one considers the impulse they carried with them from the spiritual life of the 1840s into the second half of the 19th century and into the beginning of the 20th century.
[ 22 ] Noch eine andere Erscheinung hängt damit zusammen, eine Erscheinung, die heute nicht übersehen werden sollte, aber sehr viel übersehen wird. Man glaubt heute, geistige Wesen und ihre Wirkungen hätten keinen Anteil an der menschlichen Ordnung. Man liebt es nicht, von geistigen Ursachen in unserem Menschheitsgeschehen zu reden. Derjenige aber, der bekannt ist mit den wirklichen Vorgängen, die sich heute abspielen, der weiß, daß psychische Einwirkungen, geistige, spirituelle Wirkungen von der geistigen Welt aus auf die Menschen hier auf dem physischen Plan heute eigentlich in ganz besonders starkem Umfange ausgeübt werden. Die Menschen sind heute gar nicht selten, welche Ihnen erzählen können — sie verstehen nur gewöhnlich die betreffenden Vorgänge nicht —, daß sie durch einen Traum oder Traumähnliches — es ist aber immer eine geistige Erscheinung — zu der oder jener Tätigkeit, zu dem oder jenem Vorgang getrieben worden sind. Viel mehr als die materialistische Meinung glaubt, werden heute die Menschen durch solche psychischen Einwirkungen getrieben. Wer Gelegenheit hat, diesen Dingen nachzugehen, findet auf Schritt und Tritt solche Dinge. Wenn Sie die Gedichtliteratur der besseren Dichter heute nehmen und eine Statistik aufstellen würden, wieviele Gedichte entstanden sind auf rationalistischem Wege, auf einem Wege, der rationalistisch zu erklären ist, und wieviele Gedichte entstanden sind durch eine Eingebung, durch einen deutlichen spirituellen Einfluß aus der geistigen Welt, den der Betreffende als einen Traum oder etwas Ähnliches erlebt hat — Sie würden staunen, welch großen Prozentsatz Sie erleben würden als direkten Einfluß aus der geistigen Welt. Viel mehr, als die Leute heute zugeben, stehen sie nämlich unter dem Einfluß der geistigen Welt. Und gerade bedeutsame Geschehnisse, die durch Menschen vollzogen werden, geschehen unter dem Einfluß der geistigen Welt.
[ 22 ] There is yet another phenomenon connected with this—one that should not be overlooked today, but is very often overlooked. People today believe that spiritual beings and their influences play no part in the human order. People are reluctant to speak of spiritual causes in the events of human life. But anyone familiar with the actual processes taking place today knows that psychic influences—spiritual effects emanating from the spiritual world—are actually exerted on people here on the physical plane to a particularly strong degree. It is by no means rare today to find people who can tell you—though they usually do not understand the processes involved—that they have been driven by a dream or something dream-like—but it is always a spiritual phenomenon—to this or that activity, to this or that event. Far more than the materialistic view would have us believe, people today are driven by such psychic influences. Anyone who has the opportunity to investigate these matters will find such instances at every turn. If you were to take the poetry of today’s finest poets and compile statistics on how many poems were created through rational means—that is, in a way that can be explained rationally—and how many were created through inspiration, through a distinct spiritual influence from the spiritual world that the poet experienced as a dream or something similar — you would be amazed at the large percentage you would find that resulted from a direct influence from the spiritual world. In fact, people are under the influence of the spiritual world far more than they admit today. And it is precisely significant events carried out by human beings that occur under the influence of the spiritual world.
[ 23 ] Da und dort fragt man: Warum ist die oder jene Zeitung begründet worden? — Der Betreffende hat sie begründet, weil er diesen oder jenen Impuls aus der geistigen Welt gehabt hat. Wenn er das Vertrauen hat, wirklich unbefangen über seine Impulse zu Ihnen zu sprechen, so erzählt er eine Traumerscheinung, wenn Sie ihn über den eigentlichen Ursprung fragen. Deshalb mußte ich hier vor einiger Zeit sagen: Wenn die Geschichtsschreibung einmal über den Ausbruch dieses Krieges sprechen wird und in der Art der alten Rankeschen oder sonstigen Dokumentengeschichte diese Kulturdokumente verwerten wird, so wird sie gerade das Wichtigste nicht schreiben, weil das Wichtigste im Jahre 1914 geschehen ist durch den Einfluß der geistigen Welt.
[ 23 ] Here and there people ask: Why was this or that newspaper founded? — The person in question founded it because he received this or that impulse from the spiritual world. If he has the confidence to speak to you truly and impartially about his impulses, he will describe a dream vision when you ask him about the actual origin. That is why I had to say here some time ago: When historians eventually write about the outbreak of this war and analyze these cultural documents in the manner of the old Rankian or other documentary histories, they will fail to record the very most important thing, because the most important event in 1914 occurred through the influence of the spiritual world.
[ 24 ] Die Dinge geschehen zyklisch, das heißt periodenweise. Und was hier auf dem physischen Plan geschieht, das ist eigentlich immer eine Art Projektion, eine Art Abschattung dessen, was in der geistigen Welt geschieht. Nur geschieht das, was in der geistigen Welt geschieht, früher. Nehmen Sie einmal an, hier diese Linie (siehe Zeichnung) stellte dar die Schwelle, also die Grenzlinie, Grenzebene zwischen der geistigen Welt und der physischen Welt, so würde das, was ich jetzt eben gesagt habe, in der folgenden Weise zu charakterisieren sein: Nehmen wir an, irgend etwas, was als geistiges Ereignis zu bezeichnen ist — der Kampf Michaels mit dem Drachen —, geschieht zunächst als ein Ereignis in der geistigen Welt. Es entladet sich zuletzt dadurch, daß der Drache vom Himmel auf die Erde geworfen wird. Dann zeigt es sich auf der Erde so, daß ein Zyklus voll wird, das heißt ungefähr an demselben Zeitpunkt nach dem Ereignis, durch das der Drache auf die Erde heruntergeworfen worden ist, zeitlich so weit entfernt, wie dieser Zeitpunkt liegt nach dem Beginne des geistigen Ereignisses.
[ 24 ] Things happen cyclically, that is, in periods. And what happens here on the physical plane is actually always a kind of projection, a kind of reflection of what happens in the spiritual world. It’s just that what happens in the spiritual world happens earlier. Suppose, for a moment, that this line here (see drawing) represented the threshold—that is, the boundary line or plane between the spiritual world and the physical world. In that case, what I have just said could be characterized as follows: Let us assume that something that can be described as a spiritual event—Michael’s battle with the dragon—first occurs as an event in the spiritual world. It ultimately manifests in the dragon being cast down from heaven to earth. Then, on earth, a cycle is completed—that is, approximately at the same point in time after the event in which the dragon was cast down to earth, a point in time that is as far removed from the beginning of the spiritual event as that point is from the beginning of the spiritual event.


[ 25 ] Man möchte sagen: Die Morgenröte, der erste Anfang, der erste Anstoß zu diesem Kampfe des Michael mit dem Drachen im 19. Jahrhundert war 1841. Besonders lebhaft ging es dann zu im Jahre 1845. Von 1845 bis 1879 verlaufen 34 Jahre, von 1879 weitergezählt 34 Jahre würde das Spiegelereignis sein: Sie haben das Jahr 1913, das 1914 eben vorangegangen ist. Sie sehen, auf dem physischen Plane ist das Spiegelbild der entscheidenden Ursachen des geistigen Kampfes dasjenige, was von 1913 an beginnt. Und nehmen Sie gar 1841 bis 1879 und 1879 bis 1917: Das Entscheidungsjahr des 19. Jahrhunderts war 1841, sein Spiegelbild ist 1917. Und niemand braucht sich sehr zu wundern über mancherlei, was geschieht, wenn er ins Auge faßt, daß jene Anstrengungen, die 1841 droben in der geistigen Welt durch die ahrimanischen Scharen begonnen haben, als der Drache mit dem Michael seinen Kampf begann, sich gerade 1917 spiegeln. Man versteht die Ereignisse des physischen Planes wirklich nur, wenn man weiß, wie sie sich vorbereiten in den geistigen Welten.
[ 25 ] One might say: The dawn, the very beginning, the first impetus for this battle between Michael and the dragon in the 19th century was 1841. Things then became particularly intense in 1845. There are 34 years from 1845 to 1879; counting 34 years forward from 1879 brings us to the mirror event: the year 1913, which immediately preceded 1914. You see, on the physical plane, the mirror image of the decisive causes of the spiritual struggle is what begins in 1913. And consider the periods from 1841 to 1879 and from 1879 to 1917: The decisive year of the 19th century was 1841; its mirror image is 1917. And no one need be very surprised by many of the things that happen if they bear in mind that those efforts which began in 1841 up in the spiritual world through the Ahrimanic hosts—when the dragon began his battle with Michael—are reflected precisely in 1917. One can truly understand the events on the physical plane only when one knows how they are prepared in the spiritual worlds.
[ 26 ] Diese Dinge sollen nicht etwa dazu beitragen, die Menschen zu beunruhigen, den Menschen allerlei Mucken in den Kopf zu setzen; diese Dinge sollen eine Aufforderung sein, klar sehen zu wollen, wirklich hineinsehen zu wollen in die geistige Welt, nicht zu verschlafen die Ereignisse. Deshalb ist es gerade in diesem Jahr so notwendig geworden auf dem Gebiete unserer anthroposophischen Entwickelung, immer wieder und wiederum die Worte zu sprechen, daß Wachsamkeit notwendig ist, Achtsamkeit auf dasjenige, was geschieht, daß man nicht schlafend die Ereignisse an sich vorübergehen lassen soll.
[ 26 ] These things are not meant to alarm people or fill their heads with all sorts of wild ideas; rather, they are meant to be a call to see clearly, to truly look into the spiritual world, and not to sleep through these events. That is why, particularly this year, it has become so necessary in the realm of our anthroposophical development to repeat time and again that vigilance is required—mindfulness of what is happening—and that we must not let events pass us by while we are asleep.
[ 27 ] Man kann solche Dinge, die man damit eigentlich meint, manchmal nur vergleichsweise ausdrücken. Ich habe gestern darauf aufmerksam gemacht, in welcher Weise im Osten Europas Konsequenzen gezogen worden sind aus solchen Vorgängen. Wenn man hier im Westen einigermaßen aus äußeren Dingen kennenlernen will, was eigentlich in der osteuropäischen Seele lebt, dann ist das beste Mittel, aus den Schriften des Philosophen Solowjow sich einen Einblick in die Seele des Ostens zu verschaffen; aber es wird dieser Einblick auch nur sehr mangelhaft sein. Den wirklichen Einblick kann man nur gewinnen durch diejenigen Erkenntnisse, die im Laufe der Jahre und Jahrzehnte innerhalb unserer anthroposophischen Bewegung in den Zyklen und Vorträgen zutagegetreten sind über die Bestimmung des russischen Volksgeistes, über das Wesen des russischen Volksgeistes. Aber wenn man den Blick auf den Philosophen Solowjow richtet, dann kann man vergleichsweise ausdrücken, was man mit Bezug auf solche Dinge eigentlich sagen will. Sie wissen, Solowjow ist ja an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert gestorben, ist also längst tot. Die westlichen Menschen haben sich ja nicht viel gekümmert um die Philosophie des Solowjow. Es war nicht viel Gelegenheit, sich mit ihr bekanntzumachen, und die westlichen Menschen haben ja nicht viel danach gesucht, Solowjow als einen Vermittler des europäischen Ostens kennenzulernen. Höchstens daß ein Professor, wie ja bekannt ist, vor einigen Jahren einmal darauf gekommen ist, daß es doch nicht gut sei, über Solowjow gar nichts zu wissen, wenn man Philosophieprofessor an einer Universität ist. Nun, da hat er eine Dissertation darüber machen lassen von einem Doktoranden, und sich gedacht: Der Doktorand kann dann die Sachen des Solowiew studieren, und er liest dann die Dissertation!
[ 27 ] Sometimes, the things one actually means can only be expressed in relative terms. Yesterday I pointed out the ways in which such events have been interpreted in Eastern Europe. If one here in the West wishes to gain some understanding, based on external observations, of what actually lives in the Eastern European soul, then the best way is to gain insight into the soul of the East through the writings of the philosopher Soloviev; but even this insight will be very limited. True insight can only be gained through the insights that have emerged over the years and decades within our anthroposophical movement in the cycles and lectures on the destiny of the Russian national spirit and on the essence of the Russian national spirit. But if one turns one’s attention to the philosopher Soloviev, then one can express, by way of comparison, what one actually intends to say regarding such matters. As you know, Soloviev died at the turn of the 19th to the 20th century, so he has long since passed away. Westerners have not paid much attention to Soloviev’s philosophy. There was little opportunity to become acquainted with it, and Westerners have not really sought to get to know Soloviev as an interpreter of Eastern Europe. At most, as is well known, a professor once realized a few years ago that it wasn’t good to know absolutely nothing about Soloviev if one is a philosophy professor at a university. So he had a doctoral candidate write a dissertation on the subject, thinking: The doctoral candidate can study Soloviev’s work, and then I’ll read the dissertation!
[ 28 ] Aber ich möchte die Sache, um die es sich handelt, nur zu einem Vergleich heranziehen, ich möchte sagen: Wenn wir uns hypothetisch vorstellen, Solowjow lebte heute noch, hätte diesen Krieg miterlebt, hätte die russischen Geschehnisse miterlebt — was würde er gerade als Russe dann getan haben? Man kann solche Dinge natürlich nur hypothetisch beantworten; aber man kann ruhig sagen, man könne den Glauben haben: Solowjow würde als Russe alle seine Werke, die er vor dem Kriege geschrieben hat, wahrscheinlich irgendwie aus der Welt geschafft haben und alle seine Sachen neu geschrieben haben, denn er würde die Notwendigkeit eingesehen haben, gerade seine Ansichten alle zu revidieren. Seine Ansichten wurzelten in der Zeit. Deshalb auch würde er den Drang verspürt haben, alle Werke umzuschreiben. Er würde nur eine Konsequenz für sich gezogen haben, die der ganze europäische Osten gezogen hat.
[ 28 ] But I would like to use the matter at hand merely as a point of comparison; I would like to say: If we hypothetically imagine that Soloviev were still alive today, had witnessed this war, had witnessed the events in Russia—what would he, as a Russian, have done in that situation? Of course, one can only answer such questions hypothetically; but one can safely say that one might believe: As a Russian, Soloviev would probably have somehow done away with all the works he wrote before the war and rewritten everything, because he would have recognized the necessity of revising all of his views. His views were rooted in that era. That is why he would have felt the urge to rewrite all his works. He would simply have drawn a conclusion for himself that the entire Eastern Europe had drawn.
[ 29 ] Es sieht das paradox aus, wenn man so etwas sagt. Dennoch, wer heute Solowjow liest, liest ihn am besten so, daß er sich klarmacht, daß Solowjow zu wenigem mehr so unbedingt ja sagen würde, zu dem er dazumal ja gesagt hat. Aber das alles würde ein Zeichen sein für das Wachen, das sich ausdrücken könnte in einer Grundrevision gerade der gewichtigsten Vorstellungen, die ihre Absurdität erfahren haben in den letzten Jahren, die sich selbst ad absurdum geführt haben. Gewiß, 2 x 2 ist 4, und es wird ja auch 2 x 2 gleich 4 bleiben, aber andere Dinge müssen entschieden revidiert werden. Nur wenn man das Bewußtsein von der Notwendigkeit dieser Revision hat, lebt man wachend in der Zeit.
[ 29 ] It seems paradoxical to say something like that. Nevertheless, anyone reading Soloviev today would do best to read him while keeping in mind that Soloviev would now say “yes” with such absolute certainty to very few of the things to which he said “yes” back then. But all of this would be a sign of wakefulness, which could express itself in a fundamental revision of precisely those most weighty ideas that have been shown to be absurd in recent years—ideas that have reduced themselves to absurdity. Certainly, 2 × 2 is 4, and it will indeed remain 2 × 2 equals 4, but other things must be decisively revised. Only when one is aware of the necessity of this revision does one live alertly in the present.
[ 30 ] Der Menschheit ist gerade 1917 — achtunddreißig Jahre nach 1879, weil 1879 achtunddreißig Jahre nach 1841 ist — etwas Wichtiges aufgegeben. Denn das Wichtige in den gegenwärtigen Ereignissen ist ja nicht dasjenige, was die Menschen 1914 gemacht haben, sondern das Wichtige ist, daß sie wieder da herauskommen. Das Problem, wie wieder herauskommen, das ist es, was unsere Zeit eigentlich betrifft. Und wenn man nicht einsehen will, daß man mit alten Vorstellungen nicht herauskommt, daß man dazu neue Vorstellungen braucht, wird man durchaus fehlgehen. Alle diejenigen sind auf dem Holzwege, welche glauben, daß man mit alten Vorstellungen, wie sie vorher waren, aus den Dingen herauskommen könne. Man muß sich bequemen zu neuen Vorstellungen, die man nur aus einer Erfassung der geistigen Welt gewinnt.
[ 30 ] It was precisely in 1917—thirty-eight years after 1879, since 1879 was thirty-eight years after 1841—that humanity was given an important task. For what is important in current events is not what people did in 1914, but rather that they are finding their way out of it. The problem of how to find one’s way out—that is what truly concerns our time. And if one refuses to recognize that one cannot find one’s way out with old ideas, that one needs new ideas to do so, one will certainly go astray. All those who believe that one can find a way out of these circumstances using old ideas, just as they were before, are on the wrong track. One must be willing to embrace new ideas, which can only be gained through an understanding of the spiritual world.
[ 31 ] Ich wollte Ihnen heute gewissermaßen den Hintergrund geben für vieles von dem, was ich in den letzten Tagen gesagt habe. Sie sehen, ergreift man das geistige Leben konkret, dann reicht man nicht aus mit dem allgemeinen Gefasel, das der Pantheismus und ähnliche Weltanschauungen so sehr lieben: daß es eine geistige Welt gibt, daß hinter allem Physischen der Geist ist. Das allgemeine, nebulose Herumreden von Geist führt zu nichts. Man muß die bestimmten geistigen Ereignisse und geistigen Wesenheiten, die hinter der Schwelle liegen, ins Auge fassen, denn wie die Ereignisse hier nicht bloß allgemeine, sondern ganz bestimmte Ereignisse sind, so sind sie auch in der geistigen Welt konkret und bestimmt. Ich glaube nicht, daß es vielen Leuten bloß einfallen wird, wenn sie morgens aufstehen, zu sagen: Ich gehe jetzt vor meine Haustüre hinaus, da komme ich in die Welt —; das werden sie nicht sagen, sondern sie werden Vorstellungen haben über das Bestimmte, das sie antreffen. Ebenso kommt man nur mit den tieferen Gründen der Menschheits- und Weltentwickelung zurecht, wenn man sich auch die Dinge jenseits der Schwelle in bestimmter, konkreter Art vorzustellen vermag, nicht auf ein allgemein Geistiges bloß hinweisend — All, Vorsehung und dergleichen —, sondern auf diese bestimmten Dinge.
[ 31 ] Today, I wanted to provide you, so to speak, with some background on much of what I have said over the past few days. You see, if one approaches spiritual life concretely, one cannot make do with the general drivel that pantheism and similar worldviews are so fond of: that there is a spiritual world, that behind everything physical lies the spirit. This general, nebulous talk about the spirit leads nowhere. One must focus on the specific spiritual events and spiritual beings that lie beyond the threshold, for just as events here are not merely general but quite specific, so too are they concrete and specific in the spiritual world. I do not believe that it would simply occur to many people, when they get up in the morning, to say: “I am now stepping out my front door, and there I enter the world”—they will not say that, but rather they will have specific ideas about what they will encounter. Likewise, one can only come to terms with the deeper reasons for the development of humanity and the world if one is also able to imagine the things beyond the threshold in a specific, concrete way—not merely pointing to something generally spiritual—the All, Providence, and the like—but to these specific things.
[ 32 ] Wir können viel, viel empfinden, wenn wir uns in der Zeichnung die Zahlen anschauen 1841 und 1917. Aber solches Empfinden muß in uns Leben werden, wenn wir verstehen wollen, was eigentlich geschieht.
[ 32 ] We can feel so much when we look at the numbers 1841 and 1917 in the drawing. But such feelings must come alive within us if we are to understand what is actually happening.
