Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

How Individual Spirit Beings Work in the Human Soul
GA 178

16 November 1917, St. Gallen

Translate the original German text into any language:

2. Das Geheimnis des Doppelgängers geographische Medizin

2. The Secret of the Doppelganger: Geographical Medicine

[ 1 ] Sie werden bemerkt haben, daß in dem gestrigen öffentlichen Vortrage etwas gesagt wurde, das sehr bedeutungsvoll ist für die Auffassung geistiger Erkenntnisse innerhalb des Menschenlebens. Ich habe angedeutet, wie diejenigen Menschen, welche in der Gegenwart hier auf dem physischen Plane vorzugsweise nur aufnehmen Vorstellungen, die aus der Sinneswelt kommen, oder gewonnen sind mit dem Verstande, der sich an die Sinneswelt bindet, der von etwas anderem nichts wissen will als von der Sinnenwelt, wie solche Menschen nach ihrem Tode gewissermaßen gebunden sind an eine Umgebung, welche noch stark hereinfällt in die irdische, in die physische Region, in welcher der Mensch in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode ist. So daß durch solche Menschen, die also durch ihr Leben innerhalb des physischen Leibes sich nach dem Tode noch lange Zeit hereinbannen in die irdisch-physische Welt, zerstörende Kräfte innerhalb dieser physischen Welt geschaffen werden. Mit einer solchen Sache berührt man tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse des menschlichen Lebens, solche Geheimnisse, welche durch Jahrhunderte, Jahrtausende kann man sagen, gewisse okkulte Gesellschaften sorgfältig behütet haben, weil sie — wir wollen heute nicht untersuchen, mit welchem Rechte — behauptet haben, daß die Menschen nicht reif seien zum Empfange solcher Wahrheiten, solcher Geheimnisse, und daß durch das Bekanntwerden große Verwirrung gestiftet würde. Über das Recht, solche tief einschneidenden, für das Leben so bedeutungsvollen Wahrheiten zurückzuhalten vor den Menschen und sie nur im engeren Kreise von okkulten Schulen zu pflegen, über dieses Recht wollen wir uns heute weniger aussprechen. Aber gesagt werden muß, daß die Zeit herangerückt ist, in welcher die Menschheit im weiteren Kreise nicht sein kann und nicht sein darf ohne die Mitteilungen gewisser Geheimnisse über die übersinnliche Welt von der Art, wie das gestern erwähnt wurde. Ja, es wird immer weiter und weiter gegangen werden müssen in der öffentlichen Mitteilung solcher Dinge.

[ 1 ] You will have noticed that something was said in yesterday’s public lecture that is very significant for the understanding of spiritual insights within human life. I hinted at how those people who, in the present, here on the physical plane, primarily take in only impressions that come from the sensory world, or are guided by an intellect bound to the sensory world—an intellect that wants to know nothing other than the sensory world—how such people, after their death, are, so to speak, bound to an environment that still extends deeply into the earthly, physical realm in which a human being exists during the time between birth and death. Thus, through such people—who, because of their lives within the physical body, continue to draw themselves into the earthly-physical world for a long time after death—destructive forces are created within this physical world. Such a matter touches upon deep, significant mysteries of human life—mysteries that, one might say, have been carefully guarded by certain occult societies for centuries, millennia—have been carefully guarded by certain occult societies, because they—we will not examine today on what grounds—have claimed that human beings are not yet ready to receive such truths, such mysteries, and that their disclosure would cause great confusion. We shall say little today about the right to withhold such profoundly far-reaching truths—which are so significant for life—from the general public and to cultivate them only within the narrow circle of occult schools. But it must be said that the time has come when humanity, in the wider world, cannot and must not exist without the disclosure of certain secrets about the supersensible world of the kind mentioned yesterday. Indeed, we will have to go further and further in the public disclosure of such things.

[ 2 ] Wenn es auch in gewissen Grenzen in früheren Zeiten, in denen die Menschheit in andern Bedingungen gelebt hat, berechtigt war, solche Geheimnisse zurückzuhalten, jetzt wäre die Sache nicht mehr berechtigt, denn jetzt steht der Mensch — wir wissen, es ist die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit —, jetzt steht der Mensch in Lebensbedingungen, in denen er durch die Pforte des Todes unbedingt als ein solcher Zerstörer treten würde, wenn er sich nicht hier im Leben immer mehr und mehr umsehen würde nach Vorstellungen, nach Begriffen und Ideen, die von übersinnlichen Dingen handeln. Man kann daher nicht sagen, daß die MenschenRecht haben, die behaupten: Nun ja, was nach dem Tode kommt, das kann man ja abwarten. Nein, wissen muß man zwischen der Geburt und dem Tode von gewissen Dingen der geistigen Welt in der Art, wie es gestern angedeutet worden ist, um mit diesen Vorstellungen, mit diesen Ideen durch die Pforte des Todes zu treten.

[ 2 ] Although it may have been justified, within certain limits, in earlier times when humanity lived under different conditions to withhold such secrets, this is no longer justified today, for humanity now stands—as we know, this is the fifth epoch of the post-Atlantean era— now stands in conditions of life in which he would inevitably pass through the gate of death as a destroyer if he did not, here in life, look more and more for concepts, notions, and ideas that deal with supersensible things. One cannot therefore say that those people are right who claim: “Well, we can just wait and see what comes after death.” No, between birth and death one must have knowledge of certain aspects of the spiritual world, as was indicated yesterday, in order to pass through the gate of death with these concepts and these ideas.

[ 3 ] In früheren Zeiten der Menschheitsentwickelung war das anders. Sie wissen, daß bis ins 16. Jahrhundert, bis zum Auftauchen der Kopernikanischen Weltanschauung, die Menschen ganz anderes geglaubt haben über das Weltengebäude. Nun ist es selbstverständlich notwendig gewesen für den menschlichen Fortschritt, auch für das Hereindringen der menschlichen Freiheit in die Menschheitsentwickelung, daß die Kopernikanische Weltanschauung gekommen ist, geradeso wie jetzt die Geisteswissenschaft kommen muß. Aber mit derjenigen physischen Weltanschauung, die die Menschen vor dem Kopernikanismus gehabt haben — man kann sie heute meinetwillen falsch nennen —, mit dieser Anschauung über das physische Weltengebäude, daß die Erde stillsteht, die Sonne sich um den Erdenhimmel herum bewegt, die Sterne sich um die Erde bewegen, daß jenseits des Sternenhimmels eine geistige Sphäre ist, in der die geistigen Wesenheiten wohnen, mit dieser Anschauung vom Weltengebäude konnten die Menschen noch durch die Pforte des Todes gehen, ohne zurückgehalten zu werden als Gestorbene in der irdischen Sphäre. Diese Weltanschauung bewirkte noch nicht, daß die Menschen, wenn sie durch die Pforte des Todes gingen, zu Zerstörern in der irdischen Sphäre wurden. Erst das Hereinbrechen des Kopernikanismus, erst die Vorstellung, daß die ganze Welt, die im Raume ausgebreitet ist, auch nur von Raumesgesetzen beherrscht ist, die Vorstellung erst dieser Kopernikanischen Art, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, die fesselt den Menschen an das physisch-sinnliche Dasein und verhindert ihn nach dem Tode, in die geistige Welt entsprechend aufzusteigen.

[ 3 ] In earlier stages of human development, things were different. You know that up until the 16th century, until the emergence of the Copernican worldview, people believed something entirely different about the structure of the universe. Now, it was, of course, necessary for human progress—and also for the emergence of human freedom within human development—that the Copernican worldview should come about, just as spiritual science must now come about. But with the physical worldview that people held before Copernicanism—which, for my part, one might call false today—with this view of the physical structure of the universe, in which the Earth stands still, the Sun moves around the Earth’s sky, the stars move around the Earth, and that beyond the starry sky there is a spiritual sphere inhabited by spiritual beings—with this view of the structure of the universe, people could still pass through the gate of death without being held back as the dead in the earthly sphere. This worldview did not yet cause people, when they passed through the gate of death, to become destroyers in the earthly sphere. It was only with the advent of Copernicanism—only with the idea that the entire world, spread out in space, is governed solely by the laws of space; only with this Copernican conception of the Earth orbiting the Sun—that human beings became bound to physical, sensory existence and were prevented from ascending accordingly into the spiritual world after death.

[ 4 ] Man muß heute auch diese Kehrseite der Kopernikanischen Weltanschauung kennenlernen, nachdem durch Jahrhunderte darauf vorbereitet worden ist, das großartig Fortschrittliche der Kopernikanischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vor die Seele der Menschen hinzustellen. Das eine ist ebenso berechtigt wie das andere. Wenn auch das eine heute noch als Klugheit gilt — es ist freilich eine recht philiströse Klugheit schon geworden, daß die Kopernikanische Weltanschauung die allein seligmachende Lehre ist —, aber wenn das auch noch heute die Klugheit ist und das andere, daß der Mensch durch diese Kopernikanische Weltanschauung nach dem Tode an die Erde gefesselt wird, wenn er sich nicht eine geistige Vorstellung davon macht, wie man sie heute in der Geisteswissenschaft haben kann, für die heutigen Menschen zwar noch eine Torheit ist, eine Narrheit: aber es ist eben eine Wahrheit. Sie wissen ja schon aus der Bibel, daß manches, was vor den Menschen eine Torheit ist, eine Weisheit ist vor den Göttern.

[ 4 ] Today, we must also come to understand this flip side of the Copernican worldview, after having been conditioned for centuries to repeatedly present its magnificent progressiveness to the human soul. One perspective is just as valid as the other. Even if one view is still considered wise today—though it has, of course, become a rather philistine form of wisdom to regard the Copernican worldview as the sole path to salvation— but even if that is still considered wisdom today, and the other view—that through this Copernican worldview, a person remains bound to the earth after death unless they form a spiritual conception of it, as can be done today through spiritual science—is still regarded by people today as folly, as nonsense: yet it is, in fact, a truth. You already know from the Bible that what is folly to humans is wisdom to the gods.

[ 5 ] Denn wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, so ändert er sein Bewußtsein. Es wäre eine ganz falsche Vorstellung, zu glauben, daß der Mensch nach dem Tode bewußtlos würde. Diese sonderbare Vorstellung ist sogar in manchen Kreisen, die sich «theosophische» nennen, verbreitet. Es ist ein Unsinn. Im Gegenteil, das Bewußtsein wird ein viel mächtigeres, wird ein viel intensiveres, aber es ist ein andersartiges. Selbst schon gegenüber den gewöhnlichen Vorstellungen der physischen Welt muß gesagt werden, daß die bewußten Vorstellungen nach dem Tode etwas anderes sind.

[ 5 ] For when a person passes through the gate of death, their consciousness changes. It would be a completely mistaken notion to believe that a person becomes unconscious after death. This strange notion is even widespread in some circles that call themselves “theosophical.” It is nonsense. On the contrary, consciousness becomes much more powerful, much more intense—but it is of a different nature. Even when compared to the ordinary perceptions of the physical world, it must be said that conscious perceptions after death are something else entirely.

[ 6 ] Vor allen Dingen kommt der Mensch nach dem Tode zusammen mit denjenigen Menschen, mit denen er durch das Leben karmisch verknüpft ist. Also es kann so sein, daß der Tote in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt vielen Menschenseelen begegnet, durch die er durchgeht — denn dort herrscht Durchgänglichkeit, nicht Undurchdtinglichkeit —, an denen er sich vorbeibewegt, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf; sie sind für ihn nicht da. Da sind diejenigen, zu denen er irgendwelche karmische Verbindung hat. Daß wir immer mehr und mehr hineinwachsen in einen allgemeinen Weltenzusammenhang, auch nach dem Tode, das müssen wir uns erwerben durch das Leben hier auf der Erde. Und die Begründung von rein auf das Geistige gebauten Gesellschaften ist schon eine Aufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen. Und wir können sagen, wenn wir uns rein befassen mit dem, was heute so vielfach propagandistisch betrieben wird: Vereinigungen werden ja für alles mögliche gestiftet, aber wenn sie auch aus noch so großem Enthusiasmus hervorgehen, geistigen Angelegenheiten sind sie oftmals wirklich sehr wenig gewidmet. Man denkt durch manche Vereinigungen die Erde allmählich in ein irdisches Paradies zu verwandeln, na, vor diesen drei Kriegsjahren waren auch schon zahlreiche solche Vereinigungen auf der Erde begründet, in denen die Menschen daran gearbeitet haben, Europa allmählich in ein soziales Paradies zu verwandeln! Das, was jetzt da ist, spricht nicht sonderlich dafür, daß die Dinge so gehen, wie man sie meint dirigieren zu können.

[ 6 ] Above all, after death, a person is reunited with those with whom they are karmically connected throughout their life. So it may be that in the spiritual world, between death and a new birth, the deceased encounters many human souls through whom they pass—for there is permeability, not impenetrability—past whom they move, if I may use that expression; they are not there for them. There are those with whom they have some karmic connection. The fact that we are growing more and more into a universal context of the world, even after death, is something we must earn through our lives here on Earth. And the establishment of societies built purely on spiritual principles is already a task for the present and the future. Why do people seek to establish societies such as the anthroposophical one? Why do they seek, so to speak, to unite people under such ideas? Because this creates a karmic bond between people who are meant to find one another in the spiritual world—people who are also meant to belong together in the spiritual world—which they could not do if they were to wander around here in isolation. It is precisely through the opportunity to share spiritual insights and spiritual wisdom with one another that we contribute immensely to life in the spiritual world—a contribution that, in turn, has a reciprocal effect on the physical-sensory world, for the latter is constantly under the influence of the spiritual world. Here, after all, only the effects take place; over there in the spiritual world—and also as we live here on the physical plane—the causes occur. And we can say, if we focus purely on what is so frequently promoted today: associations are founded for all sorts of purposes, but even if they arise from the greatest enthusiasm, they are often devoted to spiritual matters only to a very limited extent. People think that through certain associations they can gradually transform the Earth into an earthly paradise; well, even before these three years of war, numerous such associations had already been founded on Earth, in which people worked to gradually transform Europe into a social paradise! What we see now does not particularly suggest that things are going the way people think they can direct them.

[ 7 ] Auf der andern Seite aber ist allerdings das Zusammenwirken der physischen Welt mit der geistigen komplizierter. Und dennoch muß gesagt werden: Wenn unter dem Lichte spiritueller Wissenschaft Vereinigungen gegründet werden, so arbeiten die Menschen dadurch mit, nicht nur an der Welt der Wirkungen, sondern an der Welt der Ursachen, die hinter den sinnlichen Wirkungen liegen. — Mit diesem Gefühle muß man sich durchdringen, wenn man richtig verstehen will das unendlich tief Bedeutsame, das gerade in dem Zusammenleben in spiritueller Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft der Menschheit geleistet wird.

[ 7 ] On the other hand, however, the interaction between the physical world and the spiritual world is certainly more complex. And yet it must be said: When associations are founded in the light of spiritual science, people thereby contribute not only to the world of effects, but also to the world of causes that lie behind the sensory effects. — One must imbue oneself with this feeling if one wishes to truly understand the infinitely profound significance of what is being accomplished precisely through collaboration in spiritual work, both in the present and in the future of humanity.

[ 8 ] Dies ist nicht etwas, was aus irgendeiner bloßen Vereinsmeierei hervorgehen kann, sondern dies. ist eine heilige Aufgabe, welche von den die Welt dirigierenden göttlich-geistigen Wesenheiten in die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft hineingelegt werden sollte. Denn gewisse Vorstellungen werden die Menschen doch über die übersinnliche Welt aufnehmen müssen, weil aus der sinnlichen Welt immer weniger und weniger übersinnliche Vorstellungen kommen werden. Ich möchte sagen, aus der sinnlichen Welt werden gerade durch die fortschreitende Naturwissenschaft die übersinnlichen Vorstellungen immer mehr und mehr ausgetrieben werden. Daher würden die Menschen sich allmählich von der geistigen Welt ganz ausschließen, wenn sie keine übersinnlichen, keine geistigen Begriffe aufnehmen würden. Sie würden sich dazu verurteilen, nach dem Tode ganz und gar mit dem, was bloße physische Erde ist, sich zu verbinden; mit dem auch zu verbinden, was die physische Erde wird.

[ 8 ] This is not something that can arise from mere club-like activities, but rather it is a sacred task that should be entrusted to the humanity of the present and the future by the divine-spiritual beings who guide the world. For people will inevitably have to take in certain concepts of the supersensible world, because fewer and fewer supersensible concepts will come from the sensory world. I would say that, precisely because of the progress of natural science, supersensible concepts will be driven out of the sensory world more and more. Consequently, human beings would gradually cut themselves off entirely from the spiritual world if they did not take in supersensible, spiritual concepts. They would condemn themselves to becoming completely bound after death to what is merely the physical earth—and also to what the physical earth will become.

[ 9 ] Aber die physische Erde wird ein Leichnam in der Zukunft, und die Menschen stünden vor der furchtbaren Perspektive, sich zu verurteilen dazu, in der Zukunft einen Leichnam zu bewohnen als Seele, wenn sie nicht sich dazu entschließen würden, in die spirituelle Welt sich einzuleben, in der spirituellen Welt Wurzel zu fassen. Es ist eine ernste, eine bedeutungsvolle Aufgabe, welche dem Betrieb der Geisteswissenschaft gestellt ist. Das müssen wir uns gewissermaßen jeden Tag einmal als einen heiligen Gedanken vor die Seele rufen, damit wir nimmermehr verlieren können den Eifer für diese berechtigte Angelegenheit der Geisteswissenschaft.

[ 9 ] But the physical Earth will become a corpse in the future, and human beings would face the dreadful prospect of condemning themselves to inhabiting a corpse as souls in the future, unless they resolved to settle into the spiritual world and take root there. It is a serious, a significant task that has been set before the work of spiritual science. We must, so to speak, call this to mind every day as a sacred thought, so that we may never lose our zeal for this worthy cause of spiritual science.

[ 10 ] Und solche Vorstellungen, die sich vermehren und vermehren können, wenn wir mitmachen dasjenige, was über diese geistige Welt an vielen Begriffen nun schon hereingekommen ist aus der geistigen Welt in unsere geistige Strömung, all das, was an Begriffen uns da zukommt, das befähigt uns eben, uns frei zu machen von der Fesselung an das Irdische, an das Zerstörerische im Irdischen, um zu wirken aus andern Richtungen her. Wir bleiben ja deshalb doch mit den Seelen, die wir auf Erden zurückgelassen haben und mit denen wir karmisch verbunden sind, auch mit der Erde in Verbindung, aber von andern Orten her verbunden. Ja, wir sind sogar intensiver verbunden mit den auf der Erde zurückgelassenen Seelen, wenn wir gewissermaßen aus höheren geistigen Regionen mit ihnen verbunden sind, wenn wir nicht verurteilt sind durch ein rein materialistisches Leben — gewissermaßen auf der Erde zu spuken, wo wir dann nicht in Liebe verbunden sein können mit irgend etwas auf der Erde, sondern wo wir eigentlich nur zerstörerische Zentren sind.

[ 10 ] And such ideas, which can multiply and multiply if we engage with what has already entered our spiritual current from the spiritual world—the many concepts concerning that spiritual world— all the concepts that come to us in this way—enable us to free ourselves from our bondage to the earthly, to the destructive elements within the earthly, so that we may act from other directions. We therefore remain in connection with the souls we have left behind on Earth—and with whom we are karmically linked—as well as with the Earth itself, but from other places. Indeed, we are even more intensely connected to the souls we left behind on Earth when we are, so to speak, connected to them from higher spiritual regions—when we are not condemned by a purely materialistic life to, so to speak, haunt the Earth, where we cannot be connected in love to anything on Earth, but where we are, in fact, merely centers of destruction.

[ 11 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn wir hier unser Bewußtsein allmählich von der Kindheit auf entwickeln — nun, wir wissen, wie dieses Bewußtsein heranwächst, herangedeiht, das brauchen wir nicht zu schildern. Nach dem Tode herrschen ganz andere Vorgänge, um das Bewußtsein, das wir uns für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben müssen, allmählich wirklich zu erlangen. So wie wir auf der Erde herumgehen, Erfahrungen machen, Erlebnisse haben, so ist es nicht nach dem Tode; das haben wir gewissermaßen nicht notwendig. Was wir aber notwendig haben, das ist, daß wir das ungeheuer Intensive, das mit uns verbunden ist, wenn wir den physischen Leib verlassen haben, gewissermaßen von uns loslösen. Wir sind, indem wir durch die Pforte des Todes gehen, Verhältnisse zu ihr haben, mit jener geistigen Welt verwachsen, die wir hier durch die Geisteswissenschaft beschreiben. Wir beschreiben sie als die Welt der höheren Hierarchien: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter, als die Welt der höheren Hierarchien und der Taten und Erlebnisse dieser Hierarchien. Hier ist die Welt außer uns; die Welt des Mineralreichs, des Pflanzenreichs, des Tierreichs ist in unserem Umkreise. Wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sind, da sind diese geistigen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien aufzählen, ja ihre Welten selbst in uns. Wir sind mit ihnen verbunden; wir können uns zunächst nur nicht von ihnen unterscheiden; wir leben in ihnen drinnen, indem sie uns erfüllen. Es ist das schon ein schwieriger Begriff, aber man muß sich ihn aneignen: Hier sind wir außerhalb der Welt, dort sind wir innerhalb der Welt. Unser Wesen breitet sich aus über die ganze Welt; aber wir können uns nicht unterscheiden. Wir sind gewissermaßen nach dem Tode vollgepfropft mit den Wesen der höheren Hierarchien und mit dem, was diese Hierarchien tun. Aber es handelt sich vor allen Dingen darum, daß wir die nächsten Hierarchien, von denen wir erfüllt sind, die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, loslösen können von den höheren Hierarchien. Wir kommen drüben gar nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein — von andern Gesichtspunkten habe ich in Zyklen und Vorträgen dieses Heranreifen des Ich-Bewußtseins ja schon geschildert —, aber wir kommen nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein, wenn wir nicht in uns die Kraft finden können, drüben zu unterscheiden: Was ist in uns — Angelos? Elohim? Was ist ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, was ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai, der Formgeister? Wir müssen da drüben unterscheiden lernen, wir müssen die Kraft haben, loszulösen von dem, was mit uns verbunden ist, dasjenige, was wir erkennen wollen; sonst ist es in uns, steht nicht außer uns. Hier müssen wir mit dem, was draußen ist, zusammenkommen, es anschauen; dort müssen wir es von uns loslösen, damit wir mit ihm verbunden sein können.

[ 11 ] You see, my dear friends, when we gradually develop our consciousness here, starting from childhood—well, we know how this consciousness grows and matures; we don’t need to describe that. After death, entirely different processes take place in order for us to gradually and truly attain the consciousness we must acquire for the life between death and a new birth. Just as we walk about on Earth, gaining experience and having adventures, so it is not after death; we do not, so to speak, need that. What we do need, however, is to detach ourselves, so to speak, from the immensely intense force that is connected to us once we have left the physical body. As we pass through the gate of death, we are connected to that spiritual world which we describe here through spiritual science. We describe it as the world of the higher hierarchies: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, and so on—as the world of the higher hierarchies and the deeds and experiences of these hierarchies. Here, the world lies outside of us; the world of the mineral kingdom, the plant kingdom, and the animal kingdom is within our sphere. Once we have passed through the gate of death, these spiritual beings—whom we list in the higher hierarchies—and indeed their very worlds are within us. We are connected to them; at first, we simply cannot distinguish ourselves from them; we live within them as they fill us. This is already a difficult concept, but one must come to terms with it: here we are outside the world; there we are within the world. Our being extends throughout the entire world; yet we cannot distinguish ourselves from it. After death, we are, so to speak, filled to the brim with the beings of the higher hierarchies and with what these hierarchies do. But the most important thing is that we be able to detach the nearest hierarchies—the hierarchy of the Angeloi, Archangeloi, and Archai, with which we are filled—from the higher hierarchies. Over there, we do not at all attain a proper sense of the “I”—I have already described this maturing of the “I”-consciousness from other perspectives in my lecture cycles and talks—but we do not attain a proper sense of the “I” unless we can find within ourselves the strength to distinguish over there: What is within us—Angelos? Elohim? What is a being from the hierarchy of the Angeloi, and what is a being from the hierarchy of the Exusiai, the Form Spirits? We must learn to distinguish over there; we must have the strength to detach from what is connected to us that which we wish to recognize; otherwise, it remains within us and does not stand outside of us. Here we must come together with what is outside, look at it; there we must detach it from ourselves so that we can be connected to it.

[ 12 ] Nun, wie die Welt jetzt ist in der Menschheitsentwickelung, können wir dasjenige, was wir sonst wie schlafend nur in uns tragen würden, nur dadurch loslösen, daß wir uns spirituelle Begriffe aneignen; diese spirituellen Begriffe, die hier dem Menschen so unbequem sind, weil er sich ein bißchen anstrengen muß, mehr anstrengen muß als bei den gewöhnlichen Begriffen. Wenn er sich sie aneignet, entwickeln sie nach dem Tode eine ungeheure Kraft, durch die wir dort überhaupt erst die Fähigkeit gewinnen, die geistige Welt zu erkennen, zu durchschauen. Das ist sehr wichtig. Die Menschen finden es unbequem heute, sich spirituelle Begriffe anzueignen. Sie gehen gern in solche Veranstaltungen, wo man ihnen allerlei Lichtbilder, oder was sonst von der Art da ist, vorführt, damit sie möglichst wenig übersinnlich zu denken brauchen, alles nur sehen können, oder mindestens gehen sie gern zu Veranstaltungen, wo ihnen von Dingen erzählt wird, die sie sonst auch immer vor Augen haben. Aber die Anstrengung scheut heute der Mensch, sich zu erheben zu solchen Begriffen, die hier schwieriger sind, weil sie kein äußeres Objekt haben, weil ihr Objekt die Tatsachen sind, auf die sie sich beziehen in der übersinnlichen Welt. Aber dort drüben sind sie die Kräfte, die uns in Wirklichkeit die Welt erst geben.

[ 12 ] Well, given the current state of the world in terms of human development, we can only awaken what we would otherwise carry within us as if in a state of slumber by assimilating spiritual concepts; these spiritual concepts, which are so uncomfortable for people here because they require a bit of effort—more effort than ordinary concepts do. When people assimilate them, they develop an immense power after death, through which we first gain the ability to perceive and penetrate the spiritual world. This is very important. People today find it inconvenient to familiarize themselves with spiritual concepts. They like to attend events where they are shown all sorts of slides or other such things, so that they need to think as little as possible about the supersensible and can simply look at everything; or at the very least, they like to attend events where they are told about things that are always before their eyes anyway. But people today shy away from the effort required to rise to such concepts, which are more difficult here because they have no external object—because their object is the facts to which they refer in the supersensible world. Yet over there, they are the forces that, in reality, give us the world in the first place.

[ 13 ] So erwerben wir uns durch die spirituellen Ideen und Begriffe diejenige Weisheit, die wir brauchen, damit wir drüben ein Licht haben; sonst ist alles dunkel. Denn dasjenige, was hier als Weisheit angeeignet ist, ist drüben Licht, geistiges Licht. Weisheit ist geistiges Licht. Ja, damit es drüben nicht finster ist, brauchen wir Weisheit. Und wenn wir uns keine spirituellen Begriffe aneignen, so ist das eben das beste Mittel, drüben kein Licht zu haben. Aber wenn man kein Licht hat, so bewegt man sich weg aus der Sphäre, die man beleuchten sollte, und kommt eben zurück zur Erde und wandelt als Toter als zerstörendes Zentrum auf der Erde herum, kann dann höchstens ab und zu von einem schwarzen Magier dazu benützt werden, um die Inspiration zu liefern zu ganz besonderen Verrichtungen und zu zerstörerischen Werken auf der Erde.

[ 13 ] Thus, through spiritual ideas and concepts, we acquire the wisdom we need so that we may have light on the other side; otherwise, everything is dark. For what is acquired here as wisdom is light on the other side—spiritual light. Wisdom is spiritual light. Yes, we need wisdom so that it is not dark on the other side. And if we do not acquire spiritual concepts, that is precisely the surest way to have no light on the other side. But if one has no light, one moves away from the sphere one was meant to illuminate and returns to Earth, wandering about as a dead person—a destructive force on Earth—and can then, at most, be used from time to time by a black magician to provide the inspiration for very specific deeds and destructive works on Earth.

[ 14 ] Weisheit braucht man also, damit man Licht hat nach dem Tode. Aber man braucht nach dem Tode auch noch etwas anderes; man braucht nach dem Tode nicht nur die Fähigkeit, die Wesen loszulösen, so daß man sie überhaupt vor sich haben kann, die Wesen der geistigen Welt, man braucht nach dem Tode auch die Fähigkeit der Liebe, sonst würde man die Verhältnisse zu den Wesen, die man durch Weisheit schaut, nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man braucht Liebe. Aber die Liebe, die hier auf der Erde entwickelt wird und die im wesentlichen abhängig ist auch vom physischen Leibe, sie ist ein Gefühl, sie ist vom Atmungsrhythmus abhängig hier in der physischen Welt. Diese Liebe können wir auch nicht hinübernehmen in die geistige Welt. Das wäre eine vollständige Illusion, wenn man glauben würde, die Liebe, die man namentlich in der jetzigen Zeit hier entwickelt, die könne man in die geistige Welt hinübernehmen. Aber man nimmt alle Kraft der Liebe in die geistige Welt hinüber von dem, was man sich hier in der physischen Welt gerade durch die sinnenfällige Anschauung erwirbt, durch das Leben mit der physischen Wesenheit. Die Liebe wird schon angefeuert durch dasjenige, was sich hier in der physischen Welt an Verständnis für diese physische Welt entwickelt. Und gerade solche Erlebnisse wie die Weltanschauungserlebnisse mit der modernen Naturwissenschaft, wenn man sie als Empfindungen aufnimmt, die entwickeln für drüben die Liebe. Nur — die Liebe, die ist etwas, was hoch oder niedrig ist, je nach dem Gebiete, auf dem sie sich entfaltet. Wenn Sie durchgehen durch die Pforte des Todes und als ein zerstörendes Zentrum im Bereich der Erde bleiben müssen, so haben Sie zwar auch viel Liebe entwickelt — denn daß Sie es bleiben müssen, ist gerade eine Folge Ihres Verbundenseins mit rein naturalistischen Begriffen —, aber Sie verwenden diese Liebe auf das Zerstörungswerk, Sie lieben dann gerade das Zerstörungswerk, sind dazu verurteilt, sich selber zu beobachten, wie Sie das Zerstörungswerk lieben.

[ 14 ] Wisdom, then, is necessary so that one may have light after death. But one also needs something else after death; after death, one needs not only the ability to detach oneself from beings—so that one can even perceive them at all, the beings of the spiritual world—but one also needs the capacity for love; otherwise, one would not be able to develop the proper relationship with the beings one perceives through wisdom. One needs love. But the love that is developed here on Earth—and which is essentially dependent on the physical body as well—is a feeling; it is dependent on the rhythm of breathing here in the physical world. We cannot carry this love over into the spiritual world either. It would be a complete illusion to believe that the love one develops here—especially in the present age—could be carried over into the spiritual world. But one does carry over into the spiritual world all the power of love derived from what one acquires here in the physical world precisely through sensory perception, through life with the physical being. Love is already kindled by what develops here in the physical world in terms of understanding of this physical world. And it is precisely such experiences—such as the worldview experiences associated with modern natural science—that, when taken in as feelings, develop love for the world beyond. However—love is something that is either high or low, depending on the realm in which it unfolds. If you pass through the gate of death and must remain in the realm of the Earth as a destructive center, then you have indeed developed a great deal of love—for the fact that you must remain there is precisely a consequence of your connection to purely naturalistic concepts— but you direct this love toward the work of destruction; you then love the very work of destruction itself, and are condemned to watch yourself as you love that work of destruction.

[ 15 ] Doch die Liebe wird etwas Edles, wenn der Mensch aufsteigen kann in höhere Welten und lieben kann dasjenige, was er sich erobert durch die spirituellen Begriffe. Vergessen wir nur ja nicht: Liebe ist etwas, was niedrig ist, wenn es in einer niedrigen Sphäre wirkt, was edel und hoch und geistig ist, wenn es in einer höheren, in einer geistigen Sphäre wirkt. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Wenn man sich dessen nicht bewußt wird, so überschaut man die Dinge durchaus nicht in der richtigen Weise.

[ 15 ] But love becomes something noble when a person can ascend to higher worlds and love that which he has attained through spiritual concepts. Let us not forget: Love is something base when it operates in a lower sphere, but it is noble, exalted, and spiritual when it operates in a higher, spiritual sphere. That is the essential point. If one is not aware of this, one certainly does not view things in the right way.

[ 16 ] Das sind solche Begriffe vom Leben des Menschen nach dem Tode, die heute sich der Mensch aneignen muß. Es genügt nicht mehr für die gegenwärtige Menschheit, und insbesondere wird es nicht genügen für die Menschheit der nächsten Zukunft, daß ihnen die Prediger sagen, sie sollen dies oder jenes glauben, sie sollen sich vorbereiten für das ewige Leben, wenn ihnen diese Prediger niemals sagen können, wie es eigentlich aussieht in dieser Welt, die der Mensch betritt, nachdem er die Pforte des Todes durchschritten hat. In früheren Zeiten ging das, weil eben die naturwissenschaftlichen, die naturalistischen Begriffe noch nicht da waren, weil die Menschen noch nicht infiziert waren von den bloßen materiellen Interessen, die allmählich seit dem 16. Jahrhundert alles ergriffen haben; in früheren Zeiten ging es, daß man den Menschen nur in der Art, wie es die religiösen Bekenntnisse heute noch wollen, von der übersinnlichen Welt sprach. Heute geht das nicht mehr; heute verspinnen sich die Menschen oftmals — aus tiefem Mitleid mit der Menschheit muß man leider dieses sagen gerade dadurch, daß sie in egoistischer Weise ihre ewige Seligkeit fördern wollen durch die religiösen Bekenntnisse: sie verspinnen sich dadurch gerade erst recht sehr in die physisch-sinnliche, in die naturalistische Welt und versperren sich den Aufstieg, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Da kommt man noch auf ein ganz anderes, was einen in die Notwendigkeit versetzt, ja recht tief zu betonen, daß Geisteswissenschaft in der Gegenwart und in der Zukunft von der Menschheit getrieben werden muß, wenn man gezwungen ist zu sagen: Bejammernswert sind diejenigen Menschen, die sich durch keine Geisteswissenschaft Vorstellungen für das Leben nach dem Tode verschaffen können. — Geisteswissenschaft ist zugleich etwas, was man aus Mitleid, aus innigem Mitgefühl mit den Menschen zu verbreiten trachten muß, weil es bejammernswert ist, wenn die Menschen sich sträuben — in ihrem Unverstande auch weiter sträuben — gegen das Herankommen an geisteswissenschaftliche Vorstellungen.

[ 16 ] These are the kinds of concepts regarding human life after death that people today must embrace. It is no longer enough for humanity today—and it will certainly not be enough for humanity in the near future—for preachers to tell them to believe this or that, or to prepare themselves for eternal life, if these preachers can never tell them what this world actually looks like—the world that a person enters after passing through the gate of death. In earlier times this was possible, precisely because scientific and naturalistic concepts did not yet exist, and because people had not yet been infected by the purely material interests that have gradually taken hold of everything since the sixteenth century; in earlier times, it was sufficient to speak to people about the supersensible world only in the manner still prescribed by religious creeds today. Today this is no longer possible; today people often lose themselves—out of deep compassion for humanity, one must unfortunately say this—precisely because they seek to promote their eternal bliss in a selfish manner through religious creeds: they thereby lose themselves all the more deeply in the physical-sensual, naturalistic world and block their own ascent after they have passed through the Gate of Death. This leads us to an entirely different point, one that compels us to emphasize quite strongly that spiritual science must be driven by humanity in the present and in the future, when we are forced to say: It is lamentable that there are people who, through no spiritual science, can form any concept of life after death. — Spiritual science is at the same time something that one must strive to spread out of compassion, out of deep sympathy for humanity, because it is lamentable when people resist—and in their ignorance continue to resist—the approach to spiritual scientific concepts.

[ 17 ] Aber wir müssen uns durchaus klar sein: die geistige Welt ist überall da. Bedenken Sie doch nur, die Welt, in der die Toten mit den Toten sind, diese übersinnliche Welt, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den zurückgelassenen Lebenden, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den höheren Hierarchien, sie gehören zu der Welt, in der wir drinnenstehen. So wahr die Luft um uns ist, so wahr ist diese Welt immer um uns herum. Wir sind gar nicht geschieden von dieser Welt; wir sind nur durch Bewußtseinszustände geschieden von der Welt, die wir nach dem 'Tode beschreiten. Es muß dieses scharf betont werden; denn auch innerhalb unserer Kreise sind noch nicht alle Freunde sich klar darüber, daß der Tote den Lebenden voll wiederfindet, daß wir nur geschieden sind, solange der eine hier im physischen Leib, der andere ohne den physischen Leib ist, aber daß alle diese Kräfte erworben werden müssen, welche uns mit den Toten zusammenbringen, dadurch daß wir sie von uns loslösen; sonst leben sie in uns, und wir können sie nicht gewahr werden. Dann auch, daß wir hinüberbringen müssen in die richtige Sphäre die Kraft der Liebe, die sich unter den naturalistischen Vorstellungen hier entwickelt, sonst wird diese Kraft für uns zu einer bösen Kraft drüben. Gerade die Liebe, die sich entwickelt unter den naturalistischen Vorstellungen, könnte sonst zu einer bösen Kraft werden. Eine Kraft ist an sich nicht gut oder böse; sie ist das eine oder das andere, je nachdem sie in dieser oder jener Sphäre auftritt.

[ 17 ] But we must be absolutely clear about one thing: the spiritual world is everywhere. Just consider this: the world in which the dead are with the dead, this supersensible world, the threads that connect the dead to the living they have left behind, the threads that connect the dead to the higher hierarchies—they all belong to the world in which we ourselves exist. Just as surely as the air surrounds us, so surely is this world always around us. We are not at all separated from this world; we are separated only by states of consciousness from the world we enter after “death.” This must be strongly emphasized; for even within our circles, not all friends are yet clear on the fact that the dead are fully reunited with the living, that we are separated only as long as one is here in the physical body and the other is without it, but that all these forces—which bring us together with the dead—must be acquired by detaching them from ourselves; otherwise, they live within us, and we cannot become aware of them. Furthermore, we must carry over into the proper sphere the power of love that develops here under naturalistic conceptions; otherwise, this power will become an evil force for us on the other side. Precisely the love that develops under naturalistic conceptions could otherwise become an evil force. A force is not in itself good or evil; it is one or the other, depending on whether it occurs in this or that sphere.

[ 18 ] Aber ebenso wie wir mit dieser übersinnlichen Welt, in der die Toten sind, im Zusammenhange stehen, so ragt auch noch in anderer Weise die übersinnliche Welt in diese physisch-sinnliche herein. — Ja, die Welt ist kompliziert, und ihr Begreifen muß man sich langsam und allmählich aneignen. Aber man muß den Willen dazu haben, es sich anzueignen.

[ 18 ] But just as we are connected to this supersensible world, where the dead reside, so, too, does the supersensible world extend into this physical-sensory world in other ways. — Yes, the world is complex, and one must acquire an understanding of it slowly and gradually. But one must have the will to do so.

[ 19 ] Die geistige Welt ragt in unsere Welt herein. Alles ist durchsetzt von der geistigen Welt. Im Sinnlichen ist überall auch ein Übersinnliches. Den Menschen muß ganz besonders interessieren jenes Übersinnliche, das mit seiner eigenen sinnlichen Natur zu tun hat. Nun bitte ich Sie, beachten Sie das Folgende ja recht gut, denn es ist eine hervorragend wichtige Vorstellung.

[ 19 ] The spiritual world extends into our world. Everything is permeated by the spiritual world. Within the sensory realm, there is also a supersensory aspect everywhere. Human beings should be particularly interested in that supersensory aspect which relates to their own sensory nature. Now I ask you to pay very close attention to what follows, for it is an exceptionally important concept.

[ 20 ] Wir Menschen gliedern uns nach Leib, Seele und Geist, aber damit ist unsere Wesenheit lange nicht erschöpft. Unser Leib, unsere Seele, unser Geist sind gewissermaßen dasjenige, das uns zunächst als unser Bewußtsein angeht; aber es ist nicht alles dasjenige, was mit unserem Dasein in Beziehung steht. Keineswegs! Das, was ich jetzt sage, hängt mit gewissen Geheimnissen des Menschwerdens, der Menschennatur zusammen, die auch heute bekannt und immer bekannter werden müssen.

[ 20 ] We humans are composed of body, soul, and spirit, but our essence is by no means limited to these. Our body, our soul, and our spirit are, in a sense, what first concerns us as our consciousness; but they are not everything that relates to our existence. Not at all! What I am saying now is connected with certain mysteries of human becoming and human nature, which are known today and must become increasingly known.

[ 21 ] Wenn der Mensch durch die Geburt ins irdische Dasein hereintritt, dann hat er, indem er seinen physischen Leib hat, nicht nur die Möglichkeit, seiner eigenen Seele ihr Dasein zu geben — ich bitte Sie, das wohl zu berücksichtigen —, sondern dieser physische Leib, ihn kennt ja der Mensch durchaus nicht ganz, was gehen da alles für Dinge vor im physischen Leib, von denen der Mensch nichts weiß! Er lernt ja allmählich erst kennen, und zwar noch dazu auf eine recht unzukömmliche Weise, durch Anatomie, Physiologie das, was in diesem Leib vorgeht. Wenn man warten müßte mit der Ernährung, bis man den Ernährungsvorgang begriffen hätte, man könnte nicht einmal sagen, die Menschen müßten verhungern; denn das ist gar nicht denkbar, daß man etwas weiß von dem, was die Organe zu tun haben, um die Nahrung zuzubereiten für den Organismus. Also der Mensch kommt recht sehr mit seinem Organismus, mit dem er sich bekleidet, in diese Welt herein, ohne daß er mit seiner Seele hinunterlangt in diesen Organismus. Dafür ist aber auch Gelegenheit vorhanden, daß kurze Zeit bevor wir geboren werden — nicht sehr lange bevor wir geboren werden —, außer unserer Seele noch ein anderes geistiges Wesen Besitz ergreift von unserem Leib, von dem unterbewußten Teil unseres Leibes. Das ist schon mal so: kurze Zeit bevor wir geboren werden, durchsetzt uns ein anderes, wir würden nach unserer ’Terminologie heute sagen, ein ahrimanisches Geisteswesen. Das ist ebenso in uns wie unsere eigene Seele. Diese Wesenheiten, welche ihr Leben gerade dadurch zubringen, daß sie die Menschen selber dazu benützen, um da sein zu können in der Sphäre, in der sie da sein wollen, diese Wesenheiten haben eine außerordentlich hohe Intelligenz und einen ganz bedeutsam entwickelten Willen, aber gar kein Gemüt, nicht das, was man menschliches Gemüt nennt. — Und wir schreiten schon so durch unser Leben, daß wir unsere Seele haben und einen solchen Doppelgänger, der viel gescheiter ist, sehr viel gescheiter ist als wir, sehr intelligent ist, aber eine mephistophelische Intelligenz hat, eine ahrimanische Intelligenz hat, und dazu einen ahrimanischen Willen, einen sehr starken Willen, einen Willen, der den Naturkräften viel näher steht als unser menschlicher Wille, der durch das Gemüt reguliert wird.

[ 21 ] When a human being enters earthly existence through birth, then—by having a physical body—he not only has the possibility of giving his own soul its existence—I ask you to bear this in mind—but this physical body, which the human being does not fully understand at all: what kinds of things are going on in the physical body of which the human being knows nothing! They only gradually come to understand—and even then in a rather crude way—through anatomy and physiology what is happening within this body. If one had to wait to eat until one had understood the process of digestion, one could not even say that people would starve; for it is simply inconceivable that one could know anything about what the organs must do to prepare food for the organism. So human beings enter this world quite fully with the organism they are clothed in, without their soul reaching down into this organism. However, there is also an opportunity for another spiritual being—in addition to our soul—to take possession of our body, specifically the subconscious part of our body, shortly before we are born—not very long before we are born. This is indeed the case: shortly before we are born, another being permeates us—one we would call, using our current terminology, an Ahrimanic spiritual being. It is just as much a part of us as our own soul. These beings, who sustain their existence precisely by using human beings themselves as a means to be present in the sphere where they wish to be, possess an extraordinarily high intelligence and a highly developed will, but no soul—not what is called the human soul. — And we go through life in such a way that we have our soul and such a doppelgänger, who is much smarter, far smarter than we are, very intelligent, but possesses a Mephistophelean intelligence, an Ahrimanic intelligence, and, in addition, an Ahrimanic will—a very strong will, a will that is much closer to the forces of nature than our human will, which is regulated by the emotions.

[ 22 ] Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.

[ 22 ] In the 19th century, natural science discovered that the nervous system is permeated by electrical forces. Natural science was right. But if it believed—if natural scientists believe—that the nervous energy that belongs to us, which forms the basis of our imaginative life, has anything to do with the electric currents that flow through our nerves, then they are simply wrong. For the electric currents—those forces that are instilled into our being by the entity I have just described—do not belong to our being at all: we do indeed carry electric currents within us, but they are of a purely Ahrimanic nature.

[ 23 ] Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben einmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.

[ 23 ] These beings, possessing a high degree of intelligence—though purely Mephistophelean in nature—and a will more closely aligned with nature than can be said of the human will, once decided of their own accord not to live in the world in which they were destined to live by the wise gods of the higher hierarchy. They wanted to conquer the Earth; they need bodies; they do not have bodies of their own: they make use of as many human bodies as they can, because the human soul cannot quite fill the human body.

[ 24 ] Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.

[ 24 ] These entities, then, as the human body develops, can—at a certain point before a person is born—enter, as it were, into this human body, and accompany us from below the threshold of our consciousness. There is only one thing in human life that they absolutely cannot tolerate: namely, they cannot tolerate death. Therefore, they must always leave the human body in which they have taken up residence before it is overtaken by death. This is a very bitter disappointment time and again, for that is precisely what they seek to achieve: to remain in human bodies beyond death. That would be a great achievement in the realm of these entities; they have not yet attained it.

[ 25 ] Wäre das Mysterium von Golgatha nicht geschehen, wäre der Christus nicht durch das Mysterium von Golgatha gegangen, so wäre es längst so auf der Erde, daß diese Wesenheiten sich die Möglichkeit erobert hätten, im Menschen auch drinnen zu bleiben, wenn dem Menschen der Tod karmisch vorbestimmt ist. Dann hätten sie überhaupt über die menschliche Entwickelung auf der Erde den Sieg davongetragen, und sie wären Herren der menschlichen Entwickelung auf der Erde geworden.

[ 25 ] If the Mystery of Golgotha had not taken place, if Christ had not gone through the Mystery of Golgotha, conditions on Earth would long since have been such that these beings would have gained the ability to remain within a human being even when that person’s death is karmically predestined. Then they would have won a complete victory over human evolution on Earth, and they would have become the masters of human evolution on Earth.

[ 26 ] Das ist etwas von einer ungeheuer tiefgehenden Bedeutung: einzusehen diese Zusammenhänge zwischen dem Durchgehen des Christus durch das Mysterium von Golgatha und diesen Wesenheiten, die den Tod in der Menschennatur erobern wollen, aber ihn heute noch nicht vertragen können; die sich immer hüten müssen, im Menschenleibe zu erleben die Stunde, wo der Mensch vorbestimmt hat zu sterben, hüten müssen, seinen Leib über diese Todesstunde hinaus zu erhalten, das Leben seines Leibes über diese Todesstunde hinaus zu verlängern.

[ 26 ] This is something of immense and profound significance: to recognize these connections between Christ’s passage through the Mystery of Golgotha and those beings who wish to conquer death within human nature but are still unable to bear it today; who must always guard against experiencing, within the human body, the hour when a person is destined to die; they must guard against allowing the body to perish beyond that hour of death, and must prolong the life of the body beyond that hour of death.

[ 27 ] Auch über diese Sache, über die ich jetzt spreche, sind gewisse okkulte Brüderschaften längst unterrichtet, kennen die Dinge sehr gut und haben sie — wiederum wollen wir das Recht nicht untersuchen — der Menschheit vorenthalten. Heute ist die Sache so, daß es unmöglich ist, die Menschen nicht allmählich auszurüsten mit solchen Begriffen, die sie brauchen, wenn sie durch die Pforte des Todes geschritten sind. Denn alles das, was der Mensch hier erlebt, auch was er unter der Schwelle des Bewußtseins erlebt, das braucht er nach dem Tod, weil er zurückblicken muß auf dieses Leben und ihm dieses Leben ganz verständlich sein muß im Rückblicke, und weil es das Schlimmste ist, wenn er dieses nicht kann. Man hat aber keinen genügenden Begriff, um im Rückblicke dieses Leben zu verstehen, wenn man ein Wesen nicht beleuchten kann, das solchen Anteil nimmt an unserem Leben wie dieses ahrimanische Wesen, das vor unserer Geburt Besitz von uns ergreift und immer da ist, immer im Unterbewußten vor uns herumfiguriert, wenn man nicht immer wiederum Licht darauf hinwerfen kann. Denn Weisheit wird Licht nach dem Tode.

[ 27 ] Certain occult brotherhoods have also long been aware of this matter I am now discussing; they know these things very well and have—again, let us not question their right to do so—withheld them from humanity. Today, the situation is such that it is impossible not to gradually equip people with the concepts they will need once they have passed through the gate of death. For everything that a person experiences here—including what they experience below the threshold of consciousness—they will need after death, because they must look back on this life, and this life must be fully comprehensible to them in retrospect; and because the worst thing is if they are unable to do so. But one does not have a sufficient concept to understand this life in retrospect if one cannot shed light on a being that plays such a significant role in our lives as this Ahrimanic being—which takes possession of us before our birth and is always there, always looming in the subconscious—unless one can continually shed light upon it. For wisdom becomes light after death.

[ 28 ] Diese Wesen sind aber überhaupt sehr wichtig für das menschliche Leben, und ihre Kenntnis muß allmählich die Menschen ergreifen und wird die Menschen ergreifen. Sie muß nur auf die richtige Weise die Menschen ergreifen; sie darf nicht nur etwa von solchen okkulten Brüderschaften in der Menschheit verbreitet werden, die eine Machtfrage daraus machen, und die dadurch ihre eigene Macht erhöhen wollen, und sie darf vor allen Dingen nicht ferner behütet werden zur Erhöhung der Macht gewisser egoistisch wirkender Brüderschaften. Die Menschheit strebt nach allgemeinem Wissen, und das Wissen muß ausgebreitet werden. Denn nicht mehr kann es in der Zukunft vom Heile sein, wenn okkulte Brüderschaften solche Dinge zur Ausbreitung ihrer Macht verwenden können. Die Kenntnis dieser Wesenheiten wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr die Menschen ergreifen müssen. Der Mensch wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr wissen müssen, daß er einen solchen Doppelgänger in sich trägt, einen solchen ahrimanischen, mephistophelischen Doppelgänger in sich trägt. Der Mensch muß es wissen. Heute entwickelt allerdings der Mensch schon eine ganze Anzahl von Begriffen, die aber eigentlich blind sind, weil der Mensch doch noch nichts Rechtes mit ihnen anzufangen weiß. Begriffe, sage ich, entwickelt der Mensch heute, die erst auf eine richtige Basis gestellt werden können, wenn sie mit dem, was als Tatsache ihnen zugrunde liegt, zusammengebracht werden.

[ 28 ] These beings, however, are of great importance to human life, and knowledge of them must gradually take hold of people—and will take hold of them. It must simply take hold of people in the right way; it must not be disseminated among humanity solely by occult brotherhoods that turn it into a matter of power and seek thereby to increase their own power, and above all, it must no longer be kept secret for the sake of increasing the power of certain brotherhoods that act out of self-interest. Humanity strives for universal knowledge, and that knowledge must be disseminated. For it can no longer be for the good of the world in the future if occult brotherhoods are able to use such things to expand their power. Knowledge of these entities will have to take hold of people more and more in the coming centuries. In the coming centuries, human beings will have to realize more and more that they carry such a double within themselves—an Ahrimanic, Mephistophelean double. Human beings must know this. Today, however, human beings are already developing a whole range of concepts, but these are essentially blind because people still do not know what to do with them properly. I say that human beings are developing concepts today that can only be placed on a proper foundation when they are brought into alignment with the facts upon which they are based.

[ 29 ] Und hier eröffnet sich etwas, was in der Zukunft wirklich getrieben werden muß, wenn nicht das Menschengeschlecht unendlich Hemmendes, unendlich Schreckliches eigentlich erleben soll. Denn dieser Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der ist nichts mehr und nichts weniger als der Urheber aller physischen Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten, und ihn ganz kennen, ist organische Medizin. Die Krankheiten, die spontan, nicht durch äußere Verletzungen, sondern spontan von innen heraus im Menschen auftreten, sie kommen nicht aus der menschlichen Seele, sie kommen von diesem Wesen. Er ist der Urheber aller Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervottreten; er ist der Urheber aller organischen Krankheiten. Und ein Bruder von ihm, der allerdings nicht ahrimanisch, sondern luziferisch geartet ist, der ist der Urheber aller neurasthenischen und neurotischen Krankheiten, aller Krankheiten, die eigentlich keine Krankheiten sind, die nur, wie man sagt, Nervenkrankheiten, hysterische Krankheiten und so weiter sind. So daß die Medizin geistig werden muß nach zwei Seiten hin. Daß das gefordert wird, das zeigt sich heute — ich habe darüber in Zürich gesprochen — durch das Hereinbrechen solcher Anschauungen wie der Psychoanalyse und dergleichen, wo man mit geistigen Entitäten schon wirtschaftet, aber mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, so daß man gar nichts anfangen kann mit den Erscheinungen, die immer mehr und mehr in das menschliche Leben hereinbrechen werden. Denn gewisse Dinge müssen ja notwendig geschehen, und auch dasjenige, was nach der einen Richtung hin schädlich ist, es muß geschehen, weil der Mensch dieser Schädlichkeit ausgesetzt werden muß, um sie zu überwinden und dadurch gerade Kraft zu gewinnen.

[ 29 ] And here lies something that must truly be pursued in the future, if the human race is not to actually experience something infinitely inhibiting and infinitely terrible. For this “double,” of whom I have spoken, is nothing more and nothing less than the source of all physical illnesses that arise spontaneously from within, and to know him fully is organic medicine. The illnesses that arise spontaneously in human beings—not as a result of external injuries, but spontaneously from within—do not originate in the human soul; they come from this being. He is the source of all illnesses that arise spontaneously from within; he is the source of all organic illnesses. And a brother of his—who, however, is not of an Ahrimanic but of a Luciferic nature—is the source of all neurasthenic and neurotic illnesses, all illnesses that are not really illnesses at all, but are merely, as one says, nervous disorders, hysterical illnesses, and so on. Thus, medicine must become spiritual in two respects. That this is required is evident today—I spoke about this in Zurich—through the emergence of such approaches as psychoanalysis and the like, where one is already dealing with spiritual entities, but with inadequate means of knowledge, so that one cannot make sense of the phenomena that will increasingly intrude into human life. For certain things must necessarily happen, and even that which is harmful in one respect must happen, because human beings must be exposed to this harmfulness in order to overcome it and thereby gain strength.

[ 30 ] Um nun solche Dinge voll zu verstehen, wie ich sie jetzt angeführt habe, daß dieser Doppelgänger eigentlich der Urheber von allen Krankheiten ist, die organische Grundlage haben, die nicht bloß funktionell sind, um das voll zu verstehen, muß man aber noch viel mehr wissen. Man muß wissen zum Beispiel, daß unsere ganze Erde nicht das tote Produkt ist, wie es heute die Mineralogie oder die Geologie meint, sondern ein lebendiges Wesen ist. Mineralogie oder Geologie kennt ja von der Erde so viel, als man vom Menschen kennen würde, wenn man nur das Knochensystem kennen würde. Denken Sie sich nur einmal: Sie würden gar niemals fähig sein, durch irgendwelche Sinne die Menschen zu sehen, sondern es würde nur Röntgenaufnahmen von Menschen geben und man würde von jedem, der einem bekannter ist, nur das Knochensystem kennen: dann würden Sie vom Menschen so viel kennen, als die Geologen und überhaupt die Wissenschaft von der Erde kennt. Denken Sie sich, Sie würden hier hereingehen und von all den verehrten Herrschaften, die Sie hier finden, nichts anderes als die Knochen sehen, dann hätten Sie soviel Bewußtsein von all den Gegenwärtigen hier, als die Wissenschaft heute von der Erde hat. Die Erde, die man also nur als Knochensystem kennt, die ist ein lebendiger Organismus, und als lebendiger Organismus wirkt sie auf die Wesen, die auf ihr herumwandeln, nämlich auf die Menschen selber. Und so wie der Mensch differenziert ist in bezug auf die Verteilung seiner Organe über den Leib, so ist die Erde auch differenziert in bezug auf dasjenige, was sie lebendig aus sich herausentwickelt und womit sie die Menschen beeinflußt, die auf ihr herumwandeln. Ich meine, Sie sind sich dessen bewußt: wenn Sie denken, so werden Sie nicht gerade den rechten Zeigefinger oder die linke große Zehe anstrengen, sondern Ihren Kopf; Sie wissen ganz genau, Sie denken nicht mit Ihrer rechten großen Zehe, Sie denken mit dem Kopf. Also die Dinge verteilen sich im lebendigen Organismus, der ist differenziert. So ist auch unsere Erde differenziert. Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahlt. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.

[ 30 ] To fully understand the things I have just mentioned—namely, that this “double” is actually the source of all diseases that have an organic basis and are not merely functional—one must know much more. For example, one must know that our entire Earth is not a lifeless product, as mineralogy or geology assumes today, but rather a living being. Mineralogy and geology know as much about the Earth as one would know about a human being if one were familiar only with the skeletal system. Just imagine for a moment: you would never be able to see people through any of your senses, but there would only be X-rays of people, and of everyone you know, you would know only their skeletal system—then you would know as much about human beings as geologists and science in general know about the Earth. Imagine you were to walk in here and see nothing but the bones of all the distinguished guests you find here; then you would have as much awareness of everyone present here as science has of the Earth today. The Earth, which is thus known only as a skeletal system, is a living organism, and as a living organism it influences the beings who walk upon it—namely, human beings themselves. And just as the human being is differentiated in terms of the distribution of his organs throughout the body, so too is the Earth differentiated in terms of what it develops from within itself as a living force and through which it influences the human beings who walk upon it. I think you are aware of this: when you think, you do not exactly strain your right index finger or your left big toe, but rather your head; you know very well that you do not think with your right big toe—you think with your head. So things are distributed within the living organism; it is differentiated. In the same way, our Earth is also differentiated. Our Earth is by no means a being that radiates the same thing everywhere to its inhabitants; rather, very different things are radiated in the various regions of the Earth. And there are various forces at work: magnetic and electrical forces, but also many more forces that rise up into the realm of the living, emanating from the Earth, and influencing human beings in the most diverse ways at various points on Earth—that is, influencing them in different ways depending on the geographical configuration.

[ 31 ] Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.

[ 31 ] This is a very important fact. For what a human being initially is—in body, soul, and spirit—actually has little direct connection to these forces rising up from the earth. But the double of whom I have spoken is primarily related to these forces rising from the Earth. And indirectly, through his body, soul, and spirit, the human being is connected to the Earth and to what it radiates at various points, precisely because his double maintains the most intimate relationship with that which rises from there. These beings—who, as Ahrimanic-Mephistophelean entities, take possession of a human being for a short period of time before he is born—have their own very particular tastes. There are such entities who are particularly drawn to the Eastern Hemisphere—Europe, Asia, and Africa; they choose people who are born there to use their bodies. Others choose bodies born in the Western Hemisphere, in America. What we humans have as a faint reflection in the form of geography is, for these beings, a living principle of their own experience; they establish their dwelling places accordingly.

[ 32 ] Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei Paracelsus ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen.

[ 32 ] And from this you can further see that one of the most important tasks of the future will be to revive what has been lost: geographical medicine, medical geography. In Paracelsus’s time, it was severed from the ancient, atavistic wisdom; since then, it has been largely neglected due to materialistic views. It will have to regain its place; and certain things will only be recognized again once we come to understand the connection between the disease-causing nature within human beings and the geography of the Earth—with all the interactions and all the radiations that emanate from the Earth depending on its various regions. It is therefore indeed important that human beings become acquainted with these things, for their lives depend on it. Through this “double,” they are placed in earthly existence in a very specific way, and this “double” has its dwelling within them, within the human being.

[ 33 ] Nun, so unendlich wichtig geworden ist eigentlich alles das erst im fünften nachatlantischen Zeitraum und wird besonders wichtig werden schon für die allernächste Zukunft für die Menschen. Daher muß auch Geisteswissenschaft jetzt verbreitet werden. Und sie ist jetzt besonders wichtig, weil diese jetzige Zeit den Menschen aufruft dazu, in bewußter Weise sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, in bewußter Weise sich zu diesen Dingen ein Verhältnis zu geben. Der Mensch muß stark werden in dieser unserer Epoche, um sein Dasein zu diesen Wesenheiten zu regeln.

[ 33 ] Well, all of this actually only became so infinitely important in the fifth post-Atlantean epoch, and it will become particularly important for humanity in the very near future. That is why spiritual science must now be disseminated. And it is especially important now because the present age calls upon people to consciously engage with these matters and to consciously establish a relationship with them. Human beings must become strong in our present epoch in order to organize their existence in relation to these entities.

[ 34 ] Diese Epoche trat ein im 15. Jahrhundert, denn unser jetziger Zeitraum beginnt 1413; der vierte nachatlantische Zeitraum, der griechisch-lateinische, beginnt 747 vor dem Mysterium von Golgatha, dauert bis 1413: das ist die Zeit, wo ein schwacher Einschnitt geschieht, 1413. Seit jener Zeit haben wir die fünfte nachatlantische Zeit, in der wir drinnen leben, und die allmählich erst ihre Charaktereigentümlichkeiten in unserer Zeit so ganz herausbringt, aber sie haben sich vorbereitet seit dem 15. Jahrhundert. In der vierten nachatlantischen Zeit, da war es vorzugsweise die Verstandes- und Gemütsseele, die sich entwickelte; jetzt ist es die Bewußtseinsseele, die sich entwickelt in der Gesamtmenschheitsentwickelung. Als der Mensch eingetreten ist in dieses Zeitalter, da war es seine besondere Schwachheit, auf welche die führenden geistigen Wesenheiten Rücksicht nehmen mußten gegenüber diesem Doppelgänger. Hätte der Mensch da viel in sein Bewußtsein hereingenommen von alldem, was zusammenhängt mit diesem Doppelgängerwesen, ja, dann wäre es den Menschen schlecht, recht schlecht gegangen. Schon die Jahrhunderte her vor dem 14. Jahrhundert mußten die Menschen vorbereitend davor geschützt werden, um recht wenig aufzunehmen, was irgendwie erinnerte an diesen Doppelgänger. Daher ist auch die Erkenntnis dieses Doppelgängers, die durchaus in älteren Zeiten da war, verlorengegangen. Man mußte die Menschen davor beschützen, ja nichts aufzunehmen, also nicht nur die Theorie von diesem Doppelgänger nicht aufzunehmen, sondern möglichst wenig mit Dingen in Berührung zu kommen, die mit diesem Doppelgänger etwas zu tun haben.

[ 34 ] This epoch began in the 15th century, since our current period begins in 1413; the fourth post-Atlantean epoch, the Greco-Latin epoch, begins in 747 before the Mystery of Golgotha and lasts until 1413: this is the time when a slight turning point occurs, in 1413. Since that time, we have been in the fifth post-Atlantean epoch, in which we are now living, and which is only now gradually bringing its characteristic features fully to the fore in our time, though they have been developing since the 15th century. In the fourth post-Atlantean epoch, it was primarily the intellectual and emotional soul that developed; now it is the consciousness soul that is developing within the overall evolution of humanity. When humanity entered this epoch, it was its particular weakness that the guiding spiritual beings had to take into account in relation to this doppelgänger. Had human beings taken much into their consciousness of all that is connected with this double entity, well, then things would have gone very badly, indeed, for them. As early as the centuries preceding the 14th century, people had to be protected in preparation for this, so that they would take in very little that in any way reminded them of this double. That is also why the knowledge of this doppelgänger—which certainly existed in earlier times—has been lost. People had to be protected from absorbing anything at all; that is, not only were they to avoid absorbing the theory of this doppelgänger, but they were also to come into contact as little as possible with things that had anything to do with it.

[ 35 ] Dazu bedurfte es einer ganz speziellen Veranstaltung. Die Sache, die sich da entwickelt, müssen Sie versuchen zu begreifen: In den Jahrhunderten, die vorangingen dem 14. Jahrhundert, da mußten die Menschen geschützt werden vor dem Doppelgänger; er mußte allmählich aus dem Gesichtskreise der Menschen heraus und durfte erst allmählich wieder hereinkommen jetzt, wo der Mensch sein Verhältnis zu ihm regeln muß. Das bedurfte wirklich einer recht bedeutsamen Veranstaltung, die nur auf die folgende Weise erreicht werden konnte: So allmählich, seit dem 9., 10. Jahrhunderte, richtete man in Europa die Verhältnisse so ein, daß die europäischen Menschen einen gewissen Zusammenhang verloren, den sie früher gehabt haben, einen Zusammenhang, der für die früheren, noch für die Menschen des 7., 6. nachchristlichen Jahrhunderts wichtig war. Es wurde nämlich vom 9. Jahrhundert angefangen, vom 12. Jahrhundert ab dann besonders ausgesprochen — eingestellt der gesamte Schiffahrtsverkehr nach Amerika hinüber, wie er eben dazumal war, mit der Art von Schiffen, die man hatte. Das mag Ihnen sonderbar klingen! Sie werden sagen: Wir haben ja in der Geschichte so etwas nie gehört. — Ja, die Geschichte ist eben in vieler Beziehung wirklich eine Fable convenue, eine Legende; denn in den älteren Jahrhunderten der europäischen Entwickelung fuhren die Schiffe von Norwegen aus, vom damaligen Norwegen aus immer nach Amerika hinüber. Man hat es natürlich nicht Amerika genannt, es hatte dazumal andere Namen. In Amerika wußte man dasjenige Gebiet, wo insbesondere jene magnetischen Kräfte aufsteigen, welche die Menschen in Beziehung bringen zu diesem Doppelgänger. Denn die deutlichsten Beziehungen zum Doppelgänger gehen aus von demjenigen Gebiete der Erde, das vom amerikanischen Kontinente bedeckt ist; und in den älteren Jahrhunderten fuhr man mit norwegischen Schiffen hinüber nach Amerika und studierte da drüben Krankheiten. Von Europa aus wurden in Amerika gewissermaßen die unter dem Einflusse des Erdenmagnetismus bewirkten Krankheiten studiert. Und der geheimnisvolle Ursprung der älteren europäischen Medizin, der ist da zu suchen. Da konnte man den Verlauf beobachten, den man nicht hätte beobachten können in Europa, wo die Menschen empfindlicher waren gegen die Einflüsse des Doppelgängers. Man mußte allmählich — und das Wesentliche tat dazu die römisch-katholische Kirche durch ihre Edikte —, man mußte allmählich über den Zusammenhang mit Amerika Vergessenheit bringen. Und erst nachdem der fünfte nachatlantische Zeitraum eingetreten war, wurde Amerika auf physisch-sinnliche Weise wieder entdeckt. Das ist aber nur eine Wiederentdeckung, die allerdings so bedeutsam aus dem Grunde ist, weil die Mächte, die am Werke waren, es tatsächlich erreicht haben, daß in den Urkunden nirgends sehr viel gemeldet wird von den alten Beziehungen Europas zu Amerika. Und da wo es gemeldet wird, da erkennt man es nicht, da weiß man nicht, daß sich die Dinge auf den Zusammenhang von Europa und Amerika in alten Zeiten beziehen. Die Besuche waren allerdings mehr Besuche. Daß die Europäer selber dann amerikanisches Volk werden — wie man heute sagt, wo man den Ausdruck Volk mit Nation mißverständlicherweise verwechselt —, amerikanisches Volk geworden sind, das war erst nach der physischen Entdeckung Amerikas, physischen Neuentdeckung Amerikas möglich. Es waren vorher eher Besuche, die man ausführte, um zu studieren, wie an der andersartigen indianischen Rasse der Doppelgänger eine ganz besondere Rolle spielt.

[ 35 ] This required a very special event. You must try to grasp what is unfolding here: In the centuries preceding the 14th century, people had to be protected from the doppelgänger; it had to gradually fade from people’s field of vision and was only allowed to gradually re-enter it now that humans must regulate their relationship with it. This truly required a very significant development, which could only be achieved in the following way: Gradually, beginning in the 9th and 10th centuries, conditions in Europe were arranged in such a way that Europeans lost a certain connection they had previously possessed—a connection that was important for earlier generations, even for people of the 7th and 6th centuries A.D. For, beginning in the 9th century—and particularly pronounced from the 12th century onward—all maritime traffic to America, as it existed at that time with the types of ships available, was discontinued. That may sound strange to you! You might say: We’ve never heard of anything like that in history. — Yes, history is, in many respects, really just a fable convenue, a legend; for in the earlier centuries of European development, ships sailed from Norway—from what was then Norway—constantly across to America. Of course, it wasn’t called America; it had other names back then. In America, people knew the specific region where those magnetic forces arise that connect human beings to this double. For the clearest connections to the double originate from that part of the Earth covered by the American continent; and in earlier centuries, people sailed across to America in Norwegian ships and studied diseases there. From Europe, one might say, the diseases caused by the influence of the Earth’s magnetism were studied in America. And the mysterious origin of early European medicine is to be found there. There, one could observe a course of events that could not have been observed in Europe, where people were more sensitive to the influences of the double. Gradually—and the Roman Catholic Church played a major role in this through its edicts—the connection with America had to be consigned to oblivion. And it was only after the fifth post-Atlantean epoch had begun that America was rediscovered in a physical-sensory sense. But this is merely a rediscovery, one that is, however, so significant precisely because the forces at work actually succeeded in ensuring that the historical records contain very little mention of Europe’s ancient connections to America. And where such mention does exist, it goes unrecognized; people do not realize that these references pertain to the connection between Europe and America in ancient times. The visits, however, were more than just visits. The fact that the Europeans themselves then became an American people—as one says today, when the term “people” is mistakenly conflated with “nation”—that they became an American people, was only possible after the physical discovery of America, the physical rediscovery of America. Previously, these were more like visits undertaken to study the very special role played by the “double” in the distinct Native American race.

[ 36 ] Europa mußte eine Zeitlang, vor dem Beginn der Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit, vor dem Einflusse der westlichen Welt geschützt werden. Und das ist die bedeutsame historische Einrichtung, die bedeutsame historische Veranstaltung, die gepflogen wurde von den weisheitsvollen Weltenmächten: Europa mußte eine Zeitlang geschützt werden vor allen diesen Einflüssen, und es hätte nicht geschützt werden können, wenn man nicht in den Jahrhunderten vor dem 15. Jahrhundert die europäische Welt zugesperrt hätte, ganz abgeschlossen hätte von der amerikanischen.

[ 36 ] For a time, before the beginning of the development of the fifth post-Atlantean epoch, Europe had to be protected from the influence of the Western world. And this is the significant historical arrangement, the significant historical measure, that was implemented by the wise world powers: Europe had to be protected for a time from all these influences, and it could not have been protected if the European world had not been shut off—completely cut off from the American world—in the centuries prior to the 15th century.

[ 37 ] Nun, man mußte sich eben bemühen, eine Zeitlang in den vorbereitenden Jahrhunderten etwas in die europäische Menschheit hereinzutragen, das der feineren Sensitivität Rechnung trug. Ich möchte sagen: der Verstand, der vorzugsweise Platz greifen sollte in dieser fünften nachatlantischen Zeit, der mußte in seinem ersten Auftreten ganz besonders geschont werden. Dasjenige, was ihm geoffenbart werden sollte, das mußte ganz besonders fein an ihn herangebracht werden. Manchmal war diese Feinheit natürlich auch eine solche wie die Feinheit der Erziehung, wo man natürlich auch tüchtige Bestrafungsmittel anwendet. Aber das alles, was ich meine, bezieht sich ja auf größere historische Impulse.

[ 37 ] Well, one simply had to make an effort, for a time during the preparatory centuries, to introduce something into European humanity that took this finer sensitivity into account. I would like to say: the intellect, which was to take center stage in this fifth post-Atlantean epoch, had to be treated with particular care when it first emerged. What was to be revealed to it had to be presented to it in a particularly subtle way. Sometimes, of course, this delicacy was similar to the delicacy of education, where effective disciplinary measures are naturally also employed. But everything I am referring to pertains, of course, to larger historical impulses.

[ 38 ] Und so kam es denn, daß insbesondere irische Mönche es waren, unter dem Einfluß der sich dort ausbildenden reinen christlich-esoterischen Lehre, die so wirkten, daß man in Rom die Notwendigkeit einsah, Europa vor der westlichen Halbkugel abzuschließen. Denn von Irland aus wollte diese Bewegung gehen, über Europa das Christentum in einer solchen Weise auszubreiten in diesen Jahrhunderten vor dem fünften nachatlantischen Zeitraum, daß man nicht gestört wurde durch alles dasjenige, was heraufkam aus dem Unterirdischen der Erde aus der westlichen Halbkugel. Unwissend halten sollte man Europa vor all den Einflüssen auf der westlichen Halbkugel.

[ 38 ] And so it came to pass that it was Irish monks in particular, under the influence of the pure Christian-esoteric doctrine developing there, who brought about a situation in which Rome recognized the necessity of isolating Europe from the Western Hemisphere. For this movement sought to spread Christianity from Ireland across Europe in the centuries preceding the fifth post-Atlantean epoch in such a way that it would not be disturbed by all that was rising from the Earth’s underworld in the Western Hemisphere. Europe was to be kept in ignorance of all the influences emanating from the Western Hemisphere.

[ 39 ] Und es liegt nahe, gerade hier einmal über diese Verhältnisse zu sprechen. Denn Columban und sein Schüler Gallus, sie waren wesentliche Individualitäten in jenem großen, bedeutsamen Missionsweg, der seine Erfolge in der Christianisierung Europas dadurch wirksam zu machen versuchte, daß er Europa dazumal wie mit geistigen Wänden umgab und keinen Einfluß hereinkommen ließ von der Seite, die ich angedeutet habe. Und solche Individualitäten, wie Columban und sein Schüler Gallus, von dem dieser Ort hier seine Begründung und seinen Namen hat, sie sind diejenigen, die vor allen Dingen eingesehen haben: die zarte Pflanze der Christianisierung, sie kann in Europa nur ausgebreitet werden, wenn man Europa gleichsam mit einem Zaun umgibt in geistiger Beziehung. Ja, hinter den Vorgängen in der Weltgeschichte liegen tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse. Und die Geschichte, die in den Schulen gelehrt wird und gelernt wird, ist vielfach nur eine Fable convenue; denn zu den wichtigsten Tatsachen im Verständnisse der neueren Zeit in Europa gehört dieses, daß von den Jahrhunderten an, von denen von.Irland aus die Verbreitung der Christianisierung in Europa ging, bis namentlich ins 12. Jahrhundert, zugleich gearbeitet wurde daran, daß gerade die päpstlichen Edikte allmählich die Schiffahrt zwischen Europa und Amerika verpönt haben, aufgehoben haben, so daß der Zusammenhang mit Amerika für Europa vollständig vergessen worden ist. Man brauchte dieses Vergessen, damit die ersten Zeiten, in denen sich in Europa vorbereiten sollte der fünfte nachatlantische Zeitraum, in der richtigen Weise sich abwickeln konnten. Und erst dann, als die materialistische Zeit nun begann, da wurde Amerika neuerdings wiederum entdeckt, so wie man es heute erzählt: westlich — östlich; da wurde Amerika entdeckt unter dem Einfluß der Goldgier, unter dem Einfluß der rein materialistischen Kultur, mit welcher der Mensch eben in der fünften nachatlantischen Zeit zu rechnen hat, mit der er sich in das entsprechende Verhältnis zu setzen hat.

[ 39 ] And it seems only natural to discuss these circumstances here. For Columban and his disciple Gallus were pivotal figures in that great and significant missionary endeavor, which sought to ensure the success of the Christianization of Europe by effectively surrounding Europe at that time with spiritual walls and preventing any influence from entering from the direction I have indicated. And such figures as Columban and his disciple Gallus—from whom this place derives its foundation and its name—are the ones who, above all, recognized that the delicate plant of Christianization can only take root in Europe if one, so to speak, surrounds Europe with a fence in a spiritual sense. Indeed, behind the events of world history lie deep, significant mysteries. And the history that is taught and learned in schools is often nothing more than a fable convenue; for among the most important facts in understanding modern European history is this: that from the centuries on, from... Christianization spread from Ireland throughout Europe—specifically until the 12th century—efforts were simultaneously underway to ensure that papal edicts gradually discouraged and eventually abolished maritime travel between Europe and America, so that Europe’s connection with America was completely forgotten. This forgetting was necessary so that the early stages—during which the fifth post-Atlantean epoch was to be prepared in Europe—could unfold in the proper manner. And only then, when the materialistic era finally began, was America rediscovered, just as the story goes today: from west to east; America was discovered under the influence of greed for gold, under the influence of the purely materialistic culture with which humanity must now reckon in the fifth post-Atlantean epoch, and with which it must establish the appropriate relationship.

[ 40 ] Diese Dinge sind wirkliche Geschichte. Und diese Dinge, denke ich auch, klären auf über dasjenige, was wirklich ist. Die Erde ist wirklich etwas, was lebendiges Wesen genannt werden muß. Nach geographischen Differenzierungen strömen die verschiedensten Kräfte aus den verschiedensten Territorien nach oben. Deshalb müssen die Menschen nicht nach Territorien geschieden sein, sondern voneinander annehmen dasjenige, was auf jedem Territorium als das Gute und als das Große, und gerade nur dort geschaffen werden kann. Deshalb ist eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung darauf bedacht, etwas zu schaffen, was von allen Nationen von allen Gebieten wirklich angenommen werden kann. Denn die Menschen müssen im gegenseitigen Austausch ihrer geistigen Güter vorwärtsschreiten. Das ist das, worauf es ankommt.

[ 40 ] These things are real history. And I also believe that these things shed light on what is truly real. The Earth is truly something that must be called a living being. According to geographical distinctions, the most diverse forces flow upward from the most diverse territories. Therefore, people need not be divided by territories, but must accept from one another that which, in each territory, can be created as the good and the great—and precisely only there. That is why a spiritual-scientific worldview is dedicated to creating something that can truly be embraced by all nations and all regions. For people must move forward through the mutual exchange of their spiritual assets. That is what matters.

[ 41 ] Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas — wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist — außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was — direkt von der Erde ausströmend — in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturpetiode.

[ 41 ] In contrast, individual territories are very prone to striving to increase power, power, and more power. And the great danger that the development of modern humanity is proceeding in a one-sided manner can only be assessed on the basis of concrete, truly concrete circumstances—if one understands that the Earth is an organism, if one understands what is actually happening from the various points on the Earth. In Eastern Europe, there is relatively little inclination stemming purely from what radiates from the Earth; for example, the Russian people are indeed intimately connected to the soil, but they draw very special forces from the soil—forces that do not come from the Earth. The secret of Russian geography lies in the fact that what the Russian absorbs from the Earth is, first and foremost, the light imparted to the Earth, which is then reflected back from it. Thus, the Russian actually absorbs from the Earth that which first flows toward the Earth from the outer regions; the Russian loves his Earth, but he loves it precisely because it serves as a mirror of the heavens. Consequently, however, no matter how territorially minded the Russian may be, there is something—even if it remains at a childlike stage today—extraordinarily cosmopolitan in this territorial mindset: because the Earth, as it moves through space, comes into relation with all possible parts of the Earth’s orbit. And if one does not take into one’s soul that which flows from below to above within the earth, but rather that which flows from above to below and back up again, then it is something different from taking in that which—flowing directly from the earth—is placed in a certain kinship with human nature. But what the Russian loves about his land, what he imbibes, gives him certain weaknesses, yet above all a certain ability to overcome that “double” nature of which I spoke to you earlier. Therefore, he will be called upon to provide the most important impulses in the age in which this “double-natured” quality must finally be combated—in the sixth post-Atlantean cultural epoch.

[ 42 ] Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen — denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen —, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden. Aber das muß erst verstanden werden. Die Dinge dürfen nicht so unernst genommen werden, wie sie heute vielfach genommen werden. Denn sehen Sie, die Dinge beruhen in tiefen Gründen, und Erkenntnisse sind heute notwendig, nicht bloß Sympathien und Antipathien, um eine Stellung zu gewinnen in dem Zusammenhange, in den die gegenwärtige Menschheit auf eine so tragische Weise hineingestellt ist. Das sind die Dinge, die wir hier noch genauer besprechen können; in öffentlichen Vorträgen können sie nu angedeutet werden. Gestern habe ich aufmerksam gemacht, wie es notwendig ist, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft genannt wird, wirklich auch in die sozialen und in die politischen Begriffe hineindringt. Denn Amerikas Bestreben geht darauf hinaus, alles zu mechanisieren, alles in das Gebiet des reinen Naturalismus hineinzutreiben, Europas Kultur nach und nach vom Erdboden auszulöschen. Es kann nicht anders.

[ 42 ] But a certain part of the earth’s surface shows the greatest affinity with those forces. When a person goes there, they enter its sphere of influence; as soon as they leave, this is no longer the case, for these are geographical, not ethnographic or national, but purely geographical phenomena. The region where what flows up from below has the greatest influence on the double, and where, because the double enters into the greatest affinity with what flows out—thus also communicating with the Earth once more—that is the region of the Earth where most mountains do not run from west to east, in a transverse direction, but where the mountains run mainly from north to south—for this, too, is connected with these forces—where the magnetic North Pole is nearby. This is the region where, above all, an affinity with the Mephistophelean-Ahrimanic nature develops through external conditions. And through this affinity, much is brought about in the ongoing development of the Earth. Human beings today must not proceed blindly through the Earth’s development; they must see through such conditions. Europe will only be able to establish a proper relationship with America if such circumstances can be understood, if one knows which geographical conditions stem from there. Otherwise, however, if Europe continues to be blind to these matters, then this poor Europe will fare as Greece did in relation to Rome. That must not happen; the world must not be geographically “Americanized.” But this must first be understood. These matters must not be taken as lightly as they often are today. For you see, these matters have deep roots, and today we need insights—not merely sympathies and antipathies—in order to find our place within the context in which humanity today finds itself in such a tragic situation. These are the matters we can discuss in greater detail here; in public lectures, they can only be touched upon. Yesterday I drew attention to how necessary it is for what is called spiritual science to truly penetrate social and political concepts as well. For America’s endeavor is aimed at mechanizing everything, driving everything into the realm of pure naturalism, and gradually wiping European culture off the face of the earth. It cannot be otherwise.

[ 43 ] Selbstverständlich sind das geographische Begriffe, nicht völkische Begriffe. Man braucht nur an Emerson zu denken, um zu wissen, daß hier nichts als Charakteristik eines Volkes gemeint ist. Aber Emerson war eben ein durch und durch europäisch gebildeter Mensch. Nicht wahr, das sind ja zwei entgegengesetzte Pole, die sich entwickeln. Gerade unter solchen Einflüssen, wie sie heute charakterisiert werden, entwickeln sich Menschen wie Emerson, die sich dadurch so entwickeln, daß sie die volle Menschlichkeit entgegenstellen dem Doppelgänger, oder es entwickeln sich Menschen wie Woodrow Wilson, die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.

[ 43 ] Of course, these are geographical concepts, not ethnic ones. One need only think of Emerson to know that nothing here is meant other than the characteristics of a people. But Emerson was, after all, a man educated thoroughly in the European tradition. Isn’t that right? These are, in fact, two opposing poles that are developing. It is precisely under influences such as those characterized today that people like Emerson develop—people who, through these influences, come to contrast full humanity with the doppelgänger—or that people like Woodrow Wilson develop, who are merely a shell for the doppelgänger, through which the doppelgänger itself exerts a particularly strong influence, and who are essentially embodiments of what American geographical nature is.

[ 44 ] Diese Dinge hängen nicht mit irgendeiner Sympathie oder Antipathie, nicht mit irgendeiner Parteigängerei zusammen; diese Dinge hängen lediglich mit den Erkenntnissen über die tieferen Gründe dessen, was von den Menschen im Leben durchlebt wird, zusammen. Aber es wird sehr wenig der Menschheit zum Heile gereichen, wenn sie sich nicht Aufklärung verschaffen will über dasjenige, was eigentlich wirksam ist in den Dingen. Und heute ist es sehr notwendig, wiederum anzuknüpfen an manches, was eben gerade um die Wende auch abgerissen werden mußte, als man den Weg nach Amerika versperrt hat. Und wie ein Symbolum möchte ich es hinstellen, was Sie hier so vielfach erleben und empfinden können, wie ein Symbolum solche Menschen wie Gallus. Sie mußten sich einen Boden für ihr Wirken schaffen durch den Zaun, den sie aufgerichtet haben. Solche Dinge muß man verstehen.

[ 44 ] These matters have nothing to do with any kind of sympathy or antipathy, nor with any kind of partisanship; they are related solely to insights into the deeper reasons behind what people experience in life. But it will be of very little benefit to humanity if it is unwilling to seek enlightenment about what is actually at work in these matters. And today it is very necessary to reconnect with many things that had to be severed precisely at the turn of the century, when the path to America was blocked. And I would like to present what you can experience and feel here so often—and people like Gallus—as a symbol. They had to create a foundation for their work through the fence they erected. Such things must be understood.

[ 45 ] Geisteswissenschaft wird erst wirkliches geschichtliches Verständnis schaffen. Aber Sie sehen: Vorurteil über Vorurteil wird sich natürlich erheben. Denn wie könnte man anders denken, als daß Erkenntnisse auch anfangen würden, parteiisch zu werden! Aber das war mit einer der Gründe, die eigentlich zu den Feigheiten gehören, warum gewisse okkulte Brüderschaften mit diesen Dingen zurückgehalten haben. Aus dem einfachen Grunde haben sie zurückgehalten, weil die Erkenntnisse vielfach den Menschen unbequem sind, sie möchten nicht allgemein menschlich werden, und insbesondere diejenigen nicht, die Anlage haben, sich mit den geographischen Ausströmungen zu verbinden.

[ 45 ] Spiritual science alone will bring about a true understanding of history. But as you can see, prejudice upon prejudice will naturally arise. For how could one think otherwise than that insights, too, would begin to become biased! But that was one of the reasons—which actually falls under the category of cowardice—why certain occult brotherhoods have held back on these matters. They held back for the simple reason that this knowledge is often uncomfortable for people; they do not wish for it to become part of general human consciousness, and especially not for those who have a predisposition to connect with geographical emanations.

[ 46 ] Die Fragen des öffentlichen Lebens werden schon allmählich Erkenntnisfragen werden, herausgehoben werden aus jener Atmosphäre, in die sie heute durch die überwiegende Majorität der Menschheit hineingedrängt worden sind: aus der bloßen Sphäre der Sympathien und Antipathien. In bezug auf das Wirksame werden ja allerdings nicht Majoritäten entscheiden. Aber dieses Wirksame wird nur wirksam werden können, wenn die Menschen nicht davor zurückschrecken werden, wichtige Dinge in ihr Bewußtsein aufzunehmen.

[ 46 ] The issues of public life are already gradually becoming matters of insight, being lifted out of the atmosphere into which they have been forced today by the overwhelming majority of humanity: the mere sphere of sympathies and antipathies. When it comes to what is effective, however, majorities will not be the deciding factor. But these effective forces will only be able to take effect if people do not shy away from bringing important matters into their consciousness.

[ 47 ] So wie ich heute hier gesprochen habe, weil, ich möchte sagen, der Genius loci dieses Ortes das von mir verlangt, hat sich Ihnen an einem besonderen Beispiel gezeigt, daß es für den Menschen der Gegenwart nicht mehr genügt, um Geschichte zu kennen, die gebräuchlichen Schulbücher in die Hand zu nehmen, denn da erfährt man jene Fable convenue, welche man heute Geschichte nennt. Was erfährt man denn da über die wichtigen, namentlich in den dunklen Ursprüngen der Medizin liegenden Verkehrswege, die noch in den ersten christlichen Jahrhunderten von Europa nach Amerika geführt haben ? Aber was da ist, hört nicht auf, wirklich zu sein, dadurch daß die Menschen später ihr Bewußtsein davor blind machen wie der Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht zu sehen, und dann glaubt, das, was er nicht sieht, ist auch nicht da. — Manches andere noch ist einfach durch die Fable convenue, die man Geschichte nennt, für die Menschen verhüllt, manches, was dem Menschen der Gegenwart in seiner Wirksamkeit recht nahesteht. Und manches andere noch wird durch die Geisteswissenschaft zutage treten über den geschichtlichen Verlauf der Menschheit. Denn die Menschen wollen aufgeklärt sein über ihr eigenes Schicksal, über den Zusammenhang ihrer Seele mit ihrer geistigen Entwickelung.

[ 47 ] Just as I have spoken here today—because, I would say, the genius loci of this place demands it of me—a specific example has shown you that it is no longer enough for people today to pick up standard school textbooks to learn about history, for there one encounters that “fable convenue” which is called history today. What, then, do we learn there about the important trade routes—particularly those rooted in the obscure origins of medicine—that still led from Europe to America in the early Christian centuries? But what is there does not cease to be real simply because people later blind their consciousness to it, like the ostrich that buries its head in the sand so as not to see, and then believes that what it does not see does not exist. — Many other things are simply veiled from people by the conventional fable called “history,” things that are quite close to the present-day human being in their effectiveness. And many other things will yet come to light through spiritual science regarding the historical course of humanity. For people wish to be enlightened about their own destiny, about the connection between their soul and their spiritual development.

[ 48 ] Nun, vieles von dem, was geschichtlich verlorengegangen ist, wird erst die Geisteswissenschaft heben können. Sonst wird sich die Menschheit entschließen müssen, unwissend zu bleiben über sehr, sehr naheliegende Dinge. Und über die Gegenwart wird sie, trotzdem der Mensch der Gegenwart ja heute über alles unterrichtet wird aber wie unterrichtet wird —, über die Gegenwart wird die Menschheit nur vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus sich ein Urteil bilden können. Denn zwar wird die Menschheit heute durch — nun ja, mit Respekt zu vermelden, man sagt immer, wenn man Unanständiges ausspricht: mit Respekt zu vermelden, nicht wahr —, zwar wird die Menschheit heute von allen Angelegenheiten durch, mit Respekt zu vermelden, die Presse unterrichtet; aber sie wird durch die Presse so unterrichtet, daß ihr gerade das Wesentliche, das Wahre, das Reale, dasjenige, worauf es ankommt, verhüllt wird.

[ 48 ] Well, much of what has been lost to history can only be recovered through spiritual science. Otherwise, humanity will have to resign itself to remaining ignorant of things that are very, very obvious. And as for the present—even though people today are taught about everything, but in what a way they are taught—as for the present, humanity will only be able to form a judgment from the standpoint of spiritual science. For although humanity today is informed about all matters by—well, to put it respectfully, as one always says when speaking of indecent things: to put it respectfully, isn’t that right?—although humanity today is informed about all matters by, to put it respectfully, the press; but it is informed by the press in such a way that precisely the essential, the true, the real—that which really matters—is concealed from it.

[ 49 ] Und bis zu diesem Grade von Wirklichkeitserkenntnis muß der Mensch schon kommen. Auch das ist wiederum durchaus nicht etwas, was gegen die Presse persönlich oder unpersönlich gerichtet ist, sondern es ist durchaus etwas, was so gemeint ist, daß es zusammenhängt mit den wirksamen Kräften der Gegenwart und gar nicht anders sein kann. Die Dinge können nicht anders sein, aber ein Bewußtsein müssen die Menschen davon haben. Das ist ja gerade der große Irrtum, daß man glaubt, man müsse die Dinge kritisieren, während man sie charakterisieren muß. Das ist das, worauf es ankommt.

[ 49 ] And people must reach this level of understanding of reality. Again, this is by no means something directed against the press, whether personally or impersonally; rather, it is meant to be understood as being connected to the active forces of the present and cannot be otherwise. Things cannot be any other way, but people must be aware of this. That is precisely the great mistake—believing that one must criticize things, when in fact one must characterize them. That is what matters.

[ 50 ] Nun, ich versuchte, Ihnen heute ein Bild zu geben von mancherlei wirksamen Impulsen, die im einzelnen Menschen und in der Gesamtmenschheit sind. Abgesehen von dem einzelnen, über das ich gesprochen habe, wollte ich durch die Art der Impulse, die ich berührt habe, vor allen Dingen ein Gefühl davon hervorrufen, wie der Mensch aufmerksam darauf sein soll, daß er mit seinem Gesamtwesen eingebettet ist in eine konkrete geistige Welt mit konkreten geistigen Wesenheiten und konkreten geistigen Kräften. Nicht nur, daß wir hinaufwachsen in die Welt, in die wir selbst nach dem Tode eintreten und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darin leben, sondern auch, indem wir hier in der physischen Welt sind, können wir diese physische Welt nur verstehen, wenn wir die geistige Welt zu gleicher Zeit mitverstehen.

[ 50 ] Well, today I tried to give you a picture of various active forces at work within the individual human being and within humanity as a whole. Apart from the individual aspects I have discussed, my aim in touching upon these impulses was, above all, to evoke a sense of how human beings should be mindful that they are embedded with their entire being in a concrete spiritual world with concrete spiritual beings and concrete spiritual forces. Not only do we grow upward into the world into which we ourselves enter after death and in which we live between death and a new birth, but also, while we are here in the physical world, we can understand this physical world only if we simultaneously understand the spiritual world as well.

[ 51 ] Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes; ich streichle dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den Rachen werfe als Heilmittel.

[ 51 ] Medicine can only exist if it is a spiritual science. For illnesses arise from a spiritual being that merely uses the human body to achieve its ends—ends it cannot achieve in the place assigned to it by the wise governance of the world, against which it has rebelled, as I have shown you; a being that is in fact an Ahrimanic-Mephistophelean entity within human nature, which enters the human body as its dwelling place before birth, and which leaves this human body only because it cannot endure death under its present circumstances—circumstances in which it cannot conquer death either. Illnesses arise because this being is at work within the human being. And when remedies are used, the purpose is to provide this being, from the outer world, with what it would otherwise seek through the human being. If I administer a remedy to the human body while this Ahrimanic-Mephistophelean being is at work, I am giving it something else; I am, so to speak, soothing this being, appeasing it, so that it may let go of the human being and be satisfied with what I throw into its mouth as a remedy.

[ 52 ] Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft wiedererkennen.

[ 52 ] But all these things are just beginning. Medicine will become a spiritual science. And just as medicine was known as a spiritual science in ancient times, so it will be recognized as a spiritual science once again.

[ 53 ] Nun, allerdings auch diese Gefühle werde ich in Ihnen hervorgerufen haben, daß es nötig ist, nicht nur ein paar Begriffe sich aus der Geisteswissenschaft anzueignen, sondern sich hineinzufühlen; denn man fühlt sich dadurch wirklich zugleich hinein in die menschliche Wesenheit. Und heute ist die Zeit gekommen, wo einem vieles wie Schuppen von den Augen fallen wird, auch zum Beispiel mit Bezug auf die äußere Geschichte, von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe, oder gezeigt habe wenigstens, daß sie von den Menschen nicht äußerlich angeschaut wird, sondern geträumt wird in Wirklichkeit, daß man sie nur versteht, wenn man sie aus dem Traum der Menschheit auffaßt, nicht als irgend etwas, was im Äußeren sich vollzieht.

[ 53 ] Well, I suppose I have also stirred up these feelings in you—that it is necessary not only to acquire a few concepts from spiritual science, but to empathize with it; for in doing so, one truly feels oneself drawn into the human being at the same time. And today the time has come when many things will fall away like scales from one’s eyes, including, for example, with regard to external history, about which I demonstrated in Zurich a few days ago—or at least showed—that it is not viewed by people from the outside, but is in reality dreamed; that one can only understand it if one grasps it from within the dream of humanity, not as something that takes place externally.

[ 54 ] Diese Dinge also, sie werden hoffentlich auch weitergetragen von jener Kraft, die die Menschheit noch in einem recht kleinen Teil, allzu kleinen Teil ergriffen hat in dem, was wir die anthroposophische Bewegung nennen. Aber diese anthroposophische Bewegung, sie wird doch mit dem zusammenhängen, was die Menschheit zu ihren wichtigsten Angelegenheiten in der Zukunft wird führen müssen. Und wir dürfen schon öfter erinnern an jenes Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe. Die ganz gescheiten Leute draußen, die denken: Na, diese Anthroposophen, Theosophen, das ist solch eine Sekte mit allerlei phantastischem Zeug, mit allerlei Narrheiten im Kopfe, mit dem sich der aufgeklärte Teil der Menschheit nur ja nicht gemein machen muß! — Oh, dieser «aufgeklärte Teil der Menschheit», er denkt heute, wenn auch durch die Zeit modifiziert, so ähnlich über diese unterirdischen sektiererischen Konventikel unter Anthroposophen und Theosophen, wie die Römer gedacht haben, die vornehmen Römer, als das Christentum sich ausgebreitet hat. Damals mußten nur die Christen wirklich physisch in den Katakomben unten sein, und oben spielten sich diejenigen Dinge ab, welche von den vornehmen Römern als das einzig Richtige angesehen wurden, während die phantastischen Christen unten waren. — Nach ein paar Jahrhunderten war das anders. Das Römertum war weggefegt und dasjenige, was unten in den Katakomben war, war hinaufgegangen. Das, was die Kultur beherrscht hatte, war ausgerissen worden.

[ 54 ] So these things, hopefully, will also be carried forward by that force which has so far taken hold of only a very small part—an all too small part—of humanity in what we call the anthroposophical movement. But this anthroposophical movement will, after all, be connected to what humanity will have to address as its most important concerns in the future. And we may well recall that parable I have used many times before. The very clever people out there who think: “Well, these anthroposophists and theosophists—they’re just some kind of sect with all sorts of fantastical nonsense, with all sorts of follies in their heads, with which the enlightened part of humanity simply must not associate!” — Oh, this “enlightened segment of humanity”—it thinks today, albeit in a form modified by the passage of time, much the same way about these underground sectarian gatherings among anthroposophists and theosophists as the Romans—the distinguished Romans—did when Christianity was spreading. Back then, only the Christians actually had to be physically down in the catacombs, and up above, the things that the distinguished Romans regarded as the only proper way of life were taking place, while the fanciful Christians were down below. — After a few centuries, things were different. Roman civilization had been swept away, and what had been down in the catacombs had risen to the surface. What had once dominated culture had been uprooted.

[ 55 ] Solche Vergleiche müssen unsere Kraft stärken; solche Vergleiche müssen sich in unsere Seele hineinleben, so daß wir aus ihnen Kraft finden, weil wir ja selbst noch in kleinen Kreisen wirken müssen. Aber die Bewegung, die durch diese anthroposophische Strömung charakterisiert wird, sie muß jene Kraft entwickeln, die auch wirklich nach oben kommen kann. Oben findet sie allerdings für ihren geistigen Boden wenig Verständnis.

[ 55 ] Such comparisons must strengthen our resolve; such comparisons must take root in our souls so that we may draw strength from them, for we ourselves must still work within small circles. But the movement characterized by this anthroposophical current must develop the kind of strength that can truly rise upward. Up there, however, it finds little understanding for its spiritual foundation.

[ 56 ] Aber trotzdem müssen wir immer wieder und wieder zurückdenken an so etwas, wie dieses römische Katakombentum der ersten Christen war, das, trotzdem es in noch viel stärkerem Maße etwas Unterirdischeres war als dasjenige, was heute die anthroposophische Bewegung ist, doch den Weg an die Oberfläche gefunden hat. Und manche von denen, welche innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung sich auseinanderzusetzen haben mit spirituellen Begriffen, sie haben ja schon die Möglichkeit gefunden, in der Sphäre, in der sich diese spirituellen Begriffe, die hier Weisheit sind, als Licht entfalten, mit diesem Lichte zu rechnen. Und wir dürfen es immer wiederum sagen, wie unter der Mitgliedschaft, die mitwirkt an der anthroposophischen Bewegung, uns immer gleichstehen diejenigen, die hier in der physischen Welt, und diejenigen, die schon drüben in der übersinnlichen Welt sind, die schon die Pforte des Todes durchschritten haben und heute schon Bewahrheiter sind dessen, was hier als spirituelle Weisheiten erworben wird. Wir haben in dieser Beziehung ja auch schon an mancherlei, ich möchte sagen, übersinnlich wohnende Mitgliederseelen zu denken. In diesem Augenblicke gedenke ich weil sich wiederum in diesen Tagen jährt der physische Todestag, der übersinnliche Geburtstag für das geistige Leben — unserer treuen Mitarbeiterin am Dornacher Bau, Fräulein Sophie Stinde. Es handelt sich darum, meine lieben Freunde, wenn wir wirklich drinnenstehen wollen in der positiven anthroposophischen Bewegung, uns zu vertiefen für die Empfindung: durch dasjenige, was real mit uns verbunden ist, den konkreten Begriff über die geistige Welt aufzunehmen.

[ 56 ] But even so, we must time and again reflect on something like the Roman catacombs of the early Christians, which—even though they were, to a far greater extent, something more subterranean than what the anthroposophical movement is today—nevertheless found their way to the surface. And some of those within this anthroposophical movement who are engaged with spiritual concepts have already found a way to rely on this light in the sphere where these spiritual concepts—which here constitute wisdom—unfold as light. And we may say it again and again: among the members who participate in the anthroposophical movement, those who are here in the physical world and those who are already over in the supersensible world—who have already passed through the gate of death and are already guardians of what is acquired here as spiritual wisdom—are always equal to us. In this regard, we already have to think of various—I would say—super-sensibly dwelling souls among our members. At this moment, I am thinking—because the anniversary of her physical death, which is the super-sensible birthday for her spiritual life, falls once again in these days—of our faithful colleague at the Dornach building, Miss Sophie Stinde. The point is, my dear friends, that if we truly wish to be at the heart of the positive anthroposophical movement, we must deepen our sense of how, through that which is truly connected to us, we can grasp a concrete understanding of the spiritual world.

[ 57 ] Nun, meine lieben Freunde, es sind jetzt schwere Zeiten. Man weiß, wie schwer es sein wird, über die nächsten Zeiten hinwegzukommen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten mögen für unser Zusammensein auf dem physischen Plane, wie lange oder wie kurz es auch dauern möge, bis wir uns wiederum hier finden auf diese Weise, lassen Sie mich Ihnen sagen, daß wir trotzdem — wie das ja zur Bewährung und Kräftigung unseres geisteswissenschaftlichen Strebens sein muß — zusammen fühlen, zusammen denken wollen, wenn wir auch räumlich auseinander sind. Wir wollen als geisteswissenschaftlich Strebende immer zusammen sein.

[ 57 ] Well, my dear friends, these are difficult times. We know how hard it will be to get through the times ahead. Whatever the circumstances may be for our time together on the physical plane, however long or short it may be until we meet again here in this way, let me tell you that we nevertheless—as must be the case to test and strengthen our spiritual-scientific striving—want to feel united and think together, even when we are physically apart. As spiritual seekers, let us always be together.