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How Individual Spirit Beings Work in the Human Soul
GA 178

13 November 1917, Zurich

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4. Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens II

4. Behind the Scenes of External Events II

[ 1 ] In dem Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe, wollte ich das Thema anschlagen, das ja jetzt so notwendig ist zu besprechen, das Thema, das geradezu energisch herausgefordert wird durch unsere so tragisch in das Menschheitsleben eingreifenden Ereignisse, das Thema, das man kurz bezeichnen könnte mit den Worten: Die Menschheit hat es dringend nötig, wiederum zu der Erkenntnis, zu dem Bewußtsein zu kommen, daß die Welt, die sich hier im Physischen abspielt, zusammenhängt mit einer konkreten geistigen Welt. Die Menschheit hat es dringend nötig, sich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine geistige Welt bis in die Einzelheiten des Daseins in die physische Welt hereinwirkt.

[ 1 ] In the lecture I gave here eight days ago, I wanted to address the topic that is now so urgently in need of discussion—the topic that is being forcefully demanded by the events that are so tragically intervening in human life—the topic that could be briefly described with the words: Humanity urgently needs to return to the realization, to the awareness, that the world unfolding here in the physical realm is connected to a concrete spiritual world. Humanity urgently needs to bring itself to the awareness that a spiritual world influences the physical world down to the very details of existence.

[ 2 ] Nun muß man sagen, daß ganz besonders unsere Zeit aufmerksam werden muß darauf, daß sich dieses Bewußtsein in der Menschheit verbreitet. Denn der Mensch der Gegenwart, äußerlich, physisch unterscheidet er sich nicht gerade sehr beträchtlich von den Menschen derjenigen Vergangenheiten, mit denen man gewöhnlich in der Geschichtsbetrachtung rechnet. Man kommt ja in der Geschichtsbetrachtung nicht weiter zurück als höchstens bis in den dritten nachatlantischen Zeitraum. Was vorher liegt, das ist eine ziemlich vage Geschichtsbetrachtung, und nur die will ja der Mensch der Gegenwart gelten lassen. Das seelische Leben der Menschheit hat sich in dieser Zeit sehr, sehr geändert. Aber daß sich das äußere physische Leben, die Umwandlung des Organismus gleich sehr geändert hätte, das kann man nicht sagen. Und daher bemerken die Menschen nicht, dringen nicht darauf, zu bemerken dasjenige, was eigentlich vorgeht, was sich abspielt und was seine Impulse in der geistigen Welt hat. Wir leben in der Tat in einer bedeutungsvollen Zeit. Das hat nichts zu tun mit der oftmals gemachten trivialen Bemerkung, die in die Worte gekleidet wird: Wir leben in einer Übergangszeit. — Selbstverständlich ist jede Zeit eine Übergangszeit, es handelt sich nur darum, daß man weiß, was in der betreffenden Zeit übergeht.

[ 2 ] Now, it must be said that our time, in particular, must be attentive to the spread of this awareness among humanity. For modern humans, outwardly and physically, do not differ all that significantly from the people of those past eras that are usually taken into account in historical analysis. After all, historical analysis does not go back further than, at most, the third post-Atlantean epoch. What lies before that is a rather vague historical perspective, and modern people are willing to accept only that. Humanity’s spiritual life has changed very, very much during this time. But one cannot say that outer physical life—the transformation of the organism—has changed to the same extent. And that is why people do not notice, nor do they make an effort to notice, what is actually taking place, what is unfolding, and what has its impulses in the spiritual world. We are indeed living in a significant time. This has nothing to do with the trivial remark often made, which is couched in the words: “We are living in a time of transition.” — Of course, every time is a time of transition; the point is simply to know what is transitioning during the time in question.

[ 3 ] Dasjenige, was in unserer Zeit übergeht, das heißt, was andere Formen annimmt, was eine bedeutsame Wandlung durchmacht, das kommt einem ganz besonders dann zum Bewußtsein, wenn man in die Lage versetzt ist, seinen Blick nicht nur zu richten auf das Leben der Wesen, die hier auf der Erde in physischen Leibern herumlaufen, sondern wenn man den Blick wendet auf die Wesen, die nicht der physischen Welt angehören, zu denen ja auch die verstorbenen Menschen gehören. In der Welt, welche der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, da sind schon die Wandlungen, und insbesondere die Wandlung der gegenwärtigen Zeit bedeutsam, tief einschneidend zu bemerken. Der Mensch der Gegenwart will nur nicht gern ernst nehmen dasjenige, was sich auf die geistige Welt bezieht. Und daß er dies so wenig ernst nehmen will, das ist etwas, was einem ganz besondere Gefühle und Empfindungen nahelegt, wenn man heute an die Entstehung desjenigen denkt, was wir Anthroposophie nennen. Es ist wirklich so, daß man gar nicht irgendwie eine besondere Vorliebe zu haben braucht für die Ideen, die in der anthroposophischen Bewegung vertreten werden, um diese Ideen vertreten zu wollen. In einer andern Bewegung — was gibt es nicht heute alles für Bewegungen, was werden nicht alles für Vereinigungen gegründet, die alle die Überzeugung haben, daß sie das Allernotwendigste in der Welt vorstellen —, in allen solchen Vereinen, allen solchen Bewegungen haben die Leute, ich möchte sagen, den subjektiven Fanatismus ihrer Bewegung. Sie sind eingenommen für ihr Programm, und sie halten dieses Programm für etwas ungemein Seligmachendes, für eine absolute Notwendigkeit. Ein solches Eingenommensein braucht man gar nicht für die anthroposophische Bewegung, sondern der Impuls, sie zu vertreten, kann aus ganz anderem hervorgehen. Und wenn ich das kurz bezeichnen soll — manches muß ja unter uns kurz bezeichnet werden, weil wir immer nur so kurze Zeit zusammensein können —, so möchte ich sagen: Dasjenige, was einen zwingt, wenn man sich die Überzeugung von der Wahrheit der anthroposophischen Ideen erworben hat, für die Verbreitung dieser Ideen alles Mögliche zu tun, das ist das Mitgefühl mit denjenigen Menschen, welche in der Gegenwart diese Ideen brauchen — und das sind im Grunde genommen fast alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen —, das Mitgefühl mit den Menschen, welche diese Ideen haben müssen und welche verurteilt sind, Schlimmes auf sich zu nehmen, wenn sie diese Ideen nicht haben.

[ 3 ] That which is changing in our time, that is, what takes on other forms, what undergoes a significant transformation—this becomes particularly evident when one is able to direct one’s gaze not only toward the lives of beings who walk here on Earth in physical bodies, but also toward those beings who do not belong to the physical world, a group that certainly includes deceased human beings. In the world that a human being passes through between death and a new birth, the transformations—and especially the transformation of the present age—are significant and profoundly striking. People today are simply reluctant to take seriously anything that relates to the spiritual world. And the fact that they are so reluctant to take this seriously is something that evokes very special feelings and emotions when one thinks today about the origins of what we call anthroposophy. It is truly the case that one does not need to have any particular affinity for the ideas advocated by the anthroposophical movement in order to wish to advocate these ideas. In another movement—and what a variety of movements there are today, what a multitude of associations are being founded, all of which are convinced that they represent what is most essential in the world—in all such associations, all such movements, people have, I would say, a subjective fanaticism for their movement. They are devoted to their program, and they regard this program as something immensely blissful, as an absolute necessity. Such an attachment is not at all necessary for the anthroposophical movement; rather, the impulse to represent it can arise from something entirely different. And if I am to describe this briefly—after all, some things must be described briefly among us, since we can only be together for such a short time—I would like to say: That which compels one—once one has acquired the conviction of the truth of anthroposophical ideas—to do everything possible to spread these ideas is compassion for those people who need these ideas in the present—and that is, in essence, almost everyone we come into contact with—compassion for the people who must have these ideas and who are condemned to to suffer dire consequences if they do not have these ideas.

[ 4 ] Ich wollte das letzte Mal eine Vorstellung davon hervorrufen, daß äußerlich auf dem physischen Plane vieles unverständlich ist, das anfängt verständlich zu werden, wenn man es erklären kann aus dem Zusammenhang heraus mit der geistigen Welt. Ich möchte Ihnen heute noch einige andere wichtige Gesichtspunkte, die scheinbar von ganz anderer Seite zunächst hergeholt sind, vorbringen. Gehen wir von etwas aus, das uns ja auf Schritt und Tritt entgegentreten kann. Man kann heute sagen, es wird von vielen Seiten, die sich für berufen halten, gerade als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung aufgefaßt, abzulehnen solche Ideen, wie wir sie wiederum haben müssen, daß man, sobald man die Schwelle zur geistigen Welt übertritt, es zu tun hat mit vielen geistigen Wesenheiten, mit ganzen Hierarchien von geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter hinauf. Es wird als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung angesehen, wenn man bloß reflektiert auf das, was man den einzigen Gott nennt, diesen einzigen Gott, zu dem man eine möglichst intime, unmittelbare Beziehung suchen will. Das wird ja als der einzig mögliche Monotheismus angesehen, und manche Leute äußern schon einen Horror, wenn sie hören, nun kommt gar eine Lehre, welche von vielen geistigen Wesenheiten spricht.

[ 4 ] Last time, I wanted to convey the idea that many things on the physical plane seem incomprehensible at first glance, but begin to make sense when explained in the context of the spiritual world. Today I would like to present to you a few other important points of view that, at first glance, seem to come from an entirely different direction. Let us start with something that we may encounter at every turn. One can say today that many quarters that consider themselves called to do so regard it as a sign of special religious enlightenment to reject ideas such as those we must once again embrace—namely, that as soon as one crosses the threshold into the spiritual world, one is dealing with many spiritual beings, with entire hierarchies of spiritual beings, angels, archangels, and so on up the hierarchy. It is regarded as a sign of special religious enlightenment to reflect solely on what is called the one God—this one God with whom one seeks the most intimate and direct relationship possible. This is, after all, regarded as the only possible form of monotheism, and some people already express horror when they hear that a teaching is now emerging that speaks of many spiritual beings.

[ 5 ] Man muß sich nur klar sein, was das eigentlich bedeutet. Wenn der Mensch nur dasjenige Verhältnis zur geistigen Welt entwickelt, welches heute religiös gang und gäbe ist, welches die sich aufgeklärt dünkende Kirche besonders pflegt, dann kommt er nur in ein ganz bestimmtes, wenn es auch ein Gefühlsverhältnis ist, nur in ein ganz bestimmtes Verhältnis zur geistigen Welt, nämlich nur in das Verhältnis zu dem ihn beschützenden Angelos, zu dem Engelwesen, zu dem er eine reale Beziehung hat. Und dieses Engelwesen, zu dem er allein eine Beziehung finden kann, zu dem er ein gewisses Gefühl haben kann, dieses Engelwesen nennt er dann seinen Gott; wenn er ein Christ ist, nennt er auch dieses Engelwesen Christus. Er verwechselt dieses Engelwesen mit dem Christus. Vielleicht kann man sich das schwer vorstellen, aber es ist so. Gerade die sich aufgeklärt dünkenden protestantischen 'Theologen, welche so sehr abmahnen davon, Vielgötterei zu treiben, um zu dem einen Wesen, zu dem Christus, einen unmittelbaren Bezug zu gewinnen, die können noch so viel reden zu den Menschen über den Christus, das, was sie über den Christus sagen, bezieht sich nur auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Engelwesen. So daß zumeist der Monotheismus in unserer Zeit der Gefahr ausgesetzt ist, eine Anbetung des einzelnen Engels eines jeden Menschen zu sein.

[ 5 ] One must simply be clear about what this actually means. If a person develops only the kind of relationship to the spiritual world that is common practice in religion today—the kind that the church, which considers itself enlightened, particularly cultivates—then he enters into only a very specific relationship with the spiritual world, even if it is an emotional one; namely, only a relationship with his guardian angel, the angelic being with whom he has a real connection. And this angelic being, with whom alone they can establish a relationship, toward whom they can feel a certain emotional connection—this angelic being they then call their God; if they are Christian, they also call this angelic being Christ. They confuse this angelic being with the Christ. Perhaps this is difficult to imagine, but it is so. It is precisely those Protestant “theologians” who consider themselves enlightened—who so strongly warn against practicing polytheism in order to establish a direct connection to the one being, to Christ—who, no matter how much they speak to people about Christ, refer only to the relationship between the human being and his angelic being. Thus, in our time, monotheism is mostly in danger of becoming a form of worship of each person’s individual angel.

[ 6 ] Nicht wahr, gestehen wollen sich ja heute die Menschen vieles noch nicht, was doch unter ihnen als Wirklichkeit lebt. Der objektive Betrachter sieht aber schon, ich möchte sagen, aus groben Verhältnissen heraus, wie sich die Menschen anschicken, aus solchen Illusionen heraus allerlei recht verhängnisvolle Vorstellungen und Empfindungen zu entwickeln. In diesem Anbeten des eigenen Engels liegt es ja, daß jeder seinen eigenen Gott hat und nur glaubt, er habe mit dem andern einen gemeinsamen. In Wahrheit beten die Monotheisten der heutigen Zeit jeder nur den eigenen Engel an, und weil so zusammenstimmen die Worte, die ertönen, wenn ein jeder sein Verhältnis zu seinem eigenen Engel, sein egoistisches Verhältnis zu seinem eigenen Engel bespricht, so glauben sie nur, sie reden von einem gemeinsamen Gotte. Würde diese Entwickelung so fortgehen, so würde sie die Menschen dazu bringen, auch als einzelne menschliche Individuen dasjenige immer mehr zu entwickeln, was wir ja schon heute in den Nationen auf eine recht entsetzliche Weise zutage treten sehen: die Nationen, wenn sie auch theoretisch noch von einheitlicher Göttlichkeit sprechen — im Ernste wollen sie diese Göttlichkeit besonders in dieser Zeit nicht anerkennen, sondern eine jegliche Nation möchte ihren eigenen Gott haben.

[ 6 ] Isn’t it true that even today people are still unwilling to admit to themselves many things that are, after all, a reality among them? The objective observer, however, can already see—I would say, based on the broad outlines of the situation—how people are preparing to develop all sorts of quite disastrous ideas and feelings out of such illusions. It is precisely in this worship of one’s own angel that everyone has their own god and merely believes they share a common one with others. In truth, the monotheists of today each worship only their own angel, and because the words they utter—when each discusses their relationship to their own angel, their selfish relationship to their own angel—are so harmonious, they merely believe they are speaking of a common God. If this development were to continue in this way, it would lead people—even as individual human beings—to develop more and more what we already see manifesting today in the nations in a truly appalling manner: the nations, even though they still speak theoretically of a unified divinity—in all seriousness, they do not wish to acknowledge this divinity, especially in this age; rather, every nation wants to have its own God.

[ 7 ] Das ist aber nur das äußerlich Hervortretende, ich möchte sagen, das grob Hervortretende. In Wirklichkeit will jeder Mensch heute seinen eigenen Gott haben und nennt dann dasjenige Verhältnis, das er bloß zu seinem Angeloswesen entwickelt, Monotheismus. Weil sich in einer Zeit, wo man bloße Anlagen entwickeln will für die Anschauung des Sinnlichen, alle Verhältnisse trüben, deshalb bemerkt der Mensch nicht, daß das so ist, wie ich es eben charakterisiert habe.

[ 7 ] But that is only what stands out on the surface—I would say, what stands out in a crude way. In reality, every person today wants to have their own god and then calls the relationship they develop solely with their angelic being “monotheism.” Because, in an age when people seek to develop mere predispositions for the perception of the sensible, all relationships become clouded; therefore, people do not realize that this is as I have just characterized it.

[ 8 ] Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwärtige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist, wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt.

[ 8 ] Well, you can see it everywhere today: When you talk to people who have not yet grasped any concepts of anthroposophy about the concrete connections between human beings and the spiritual world, they do not want to engage with such things. They are reluctant to engage with it. They do not want to muster the courage to connect their thoughts with any impulses said to come from the spiritual world. Something similar has always been present in times of crisis, and we are living in a time of crisis. It is with profound sorrow that one must observe how inattentive humanity today actually is to the events of the present—events that speak so clearly and so forcefully, tragic events—and how little people engage with them, except when compelled by material pressures to direct the necessary attention to these contemporary events. One might say that the individual must first be brought to heel in order to become aware that what is taking place in our time presents the human soul everywhere with profoundly transformative impulses for humanity.

[ 9 ] Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen. Für uns könnte es ja verständlich sein, daß auch in früheren Zeiten, in denen die Menschen noch mehr Beziehung zur geistigen Welt gehabt haben, sie aufmerksam gemacht wurden auf konkrete Beziehungen zur geistigen Welt, die nur heute nicht mehr verstanden werden. Man hat nicht in früheren Zeiten nur so allgemein herumgeredet: Da unten auf der Erde wimmeln die Menschen herum und da oben ist irgend etwas Göttliches, — sondern man hat in konkreten Beziehungen gesprochen.

[ 9 ] And that is precisely why people did not listen at all when the following judgment was asserted in any way: that important, far-reaching things must be conceived and undertaken by people of the present in order, so to speak, to escape the misery of the present, and that what must be conceived and undertaken must be born out of spiritual insights—out of concrete spiritual insights. Constantly emphasizing the spiritual in general, talking endlessly about how people should deepen their spiritual lives and so on—that won’t get us anywhere. What is at stake is that people today must establish concrete connections with the spiritual world. It might well be understandable to us that even in earlier times, when people still had a closer connection to the spiritual world, they were made aware of concrete connections to the spiritual world—connections that are simply no longer understood today. In earlier times, people did not just talk in general terms: “Down here on Earth, people are swarming about, and up there is something divine”—but rather, they spoke in terms of concrete connections.

[ 10 ] Die schönsten und bedeutsamsten Ausflüsse solcher konkreter Beziehungen sind ja Prophetien wie die des Daniel, wie die der Apokalypse, wo auch nicht bloß gesprochen wird davon: Ihr Menschen, vertraut auf einen Gott, ihr Menschen, glaubt an einen Gott, — sondern wo den Menschen gesagt wird: Ein Reich, das zweite Reich, das dritte Reich — das eine muß das andere in irgendeiner Weise ablösen —, wo den Menschen erzählt wird konkret der Zusammenhang der geistigen Welt mit der physisch-sinnlichen hier. Diese Möglichkeit, so konkret zu sprechen über das Verhältnis des Geistigen zum Physischen, hat sich die Menschheit ganz abgewöhnt. Die Menschheit möchte heute alles — wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf — über einen Kamm scheren. Die Menschheit möchte am liebsten Theorien erfinden, nach denen man die Menschen über die ganze . Erde hin gleichmäßig irdisch selig machen kann. Der Sozialist von heute denkt, daß gewisse Ideen die richtigen sind für das Menschenleben, die richtigen sind für England, für Amerika, für Rußland, Asien; wenn alle ihre Staaten so einrichten, wie es der Sozialismus will, dann komme selbstverständlich das Glück, das sich der heutige Mensch für die Erde erträumt. So denkt der Mensch. Das sind alles Abstraktionen, das sind alles unwirkliche Begriffe und Ideen; nicht wissen, daß sich auf dem einen Fleck der Erde aus einem gewissen Volkstum heraus das eine vorbereitet, auf einem andern Fleck der Erde das andere vorbereitet, nicht die Möglichkeit haben, den großen Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten zu verstehen: das ist dasjenige, was unendliche Verwirrung und unendliches Chaos stiften muß. Denn nur dann, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Brücke zu schlagen von seiner Seele zu den objektiven Tatsachen, dann kann er in gedeihlicher Weise mitwirken an der Gestaltung des Erdenseins.

[ 10 ] The most beautiful and significant expressions of such concrete relationships are, after all, prophecies such as those of Daniel and the Apocalypse, where it is not merely said: “You people, trust in a God; you people, believe in a God”—but where people are told: A kingdom, the second kingdom, the third kingdom—one must in some way succeed the other—where people are told in concrete terms about the connection between the spiritual world and the physical-sensory world here. Humanity has completely lost the ability to speak so concretely about the relationship between the spiritual and the physical. Humanity today would like to—if I may use the trite expression—lump everything together. Humanity would prefer to invent theories according to which people all over the earth can be made equally happy in an earthly sense. Today’s socialist believes that certain ideas are the right ones for human life—the right ones for England, for America, for Russia, for Asia; if all nations were organized according to the principles of socialism, then the happiness that modern humanity dreams of for the Earth would naturally follow. That is how people think. These are all abstractions, all unreal concepts and ideas; not realizing that in one part of the world, something is taking shape out of a certain national character, while in another part of the world something else is taking shape; not having the ability to understand the great difference between the West and the East: that is what is bound to cause infinite confusion and infinite chaos. For only when human beings have the ability to build a bridge from their souls to objective facts can they contribute fruitfully to the shaping of earthly existence.

[ 11 ] Diese Brücke wollen die Menschen nicht schlagen. Ich muß in diesen Zeiten aus inneren Notwendigkeiten heraus zu unseren Freunden immer wieder und wiederum an den verschiedensten Orten davon sprechen, wie ein Ereignis stattgefunden hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, welches bedeutsam, tief einschneidend in die menschliche Entwickelung ist, ein Ereignis, von dem alle okkulten Schulen wissen, nur wissen sie oftmals nicht das Richtige über den Verlauf dieses Ereignisses zu sagen. Ich will auch heute kurz andeuten, um was es sich handelt. Es handelt sich darum, daß vom Jahre 1841 an ein Geisterkampf in den geistigen Regionen stattgefunden hat zwischen gewissen Wesenheiten aus den höheren Hierarchien und übergeordneten Wesenheiten. Diese Wesenheiten, welche sich rebellisch aufgelehnt haben in der Zeit vom Jahre 1841 bis 1879, und die einen Rebellenkampf gekämpft haben in dieser Zeit, diese Wesen wurden früher verwendet im Sinne der weisen Weltenlenkung. Auch diejenigen Wesen, die in gewissen andern Zeiten sich auflehnen, böse Wesenheiten werden, Wesen der Finsternisse werden, sind in gewissen Zeiten gut brauchbare Wesenheiten. Also ich rede von solchen Wesenheiten, die bis zum Jahre 1841 von höheren Geistern in dem Dienst der weisheitsvollen Weltenlenkung verwendet worden sind, aber von dieser Zeit an anders wollten als ihre übergesetzten Wesenheiten. Diese Wesenheiten haben in der geistigen Welt einen bedeutsamen Kampf gekämpft, einen von denjenigen Kämpfen, die öfter stattfinden, aber auf verschiedenen Höhen, möchte man sagen, einen Kampf, der in der Legende, in der Symbolik dargestellt wird als der Kampf des Michael mit dem Drachen. Geendet hat dieser Kampf damit, daß gewisse Geister der Finsternis im Herbst 1879 herabgestoßen worden sind aus den geistigen Regionen in die Erdenregionen und seit jener Zeit unter den Menschen wirken, eingehen in die menschlichen Willensimpulse, eingehen in die menschlichen Motive, eingehen in das, was die Menschen begreifen können, kurz, in allem Menschlichen wirken. So daß also gewisse Geister der Finsternisse seit dem Herbst 1879 unter den Menschen sind, auf welche die Menschen aufmerksam werden müssen, wenn sie die irdischen Ereignisse verstehen wollen. Man könnte sagen, man sagt damit das ganz Richtige, daß diese Wesenheiten 1879 herabgestoßen worden sind, das machte den Himmel frei von diesen Wesenheiten, aber die Erde voll von ihnen. Ihr Ort ist von jener Zeit an nicht mehr im Himmel zu finden, sie sind auf der Erde.

[ 11 ] People do not want to build this bridge. In these times, driven by an inner necessity, I must speak to our friends again and again, in a wide variety of places, about an event that took place in the last third of the 19th century—an event that is significant and has had a profound impact on human development—an event that all occult schools know about, though they often do not know how to describe its course accurately. I would like to briefly touch on what this is about today as well. It concerns the fact that, beginning in 1841, a spiritual battle took place in the spiritual realms between certain beings from the higher hierarchies and superior beings. These beings, who rebelled during the period from 1841 to 1879 and waged a rebellious struggle during that time, were formerly employed in the service of wise world governance. Even those beings who, at certain other times, rebel, become evil entities, and turn into beings of darkness, are, at certain times, quite useful entities. So I am speaking of such entities that, up until the year 1841, were employed by higher spirits in the service of the wise governance of the world, but from that time on desired something different from their superordinate entities. These beings waged a significant battle in the spiritual world—one of those battles that occur frequently, though at different levels, so to speak—a battle depicted in legend and symbolism as the battle of Michael against the dragon. This battle ended with certain spirits of darkness being cast down from the spiritual regions into the earthly regions in the fall of 1879, and since that time they have been at work among human beings, entering into human impulses of will, entering into human motives, entering into what human beings can comprehend—in short, working in all that is human. Thus, certain spirits of darkness have been among humanity since the fall of 1879, and people must be aware of them if they wish to understand earthly events. One could say—and this is entirely correct—that these beings were cast down in 1879; this cleared heaven of them but filled the earth with them. From that time on, their place is no longer to be found in heaven; they are on earth.

[ 12 ] Wenn ich charakterisieren soll, was diese Wesenheiten eigentlich wollten mit ihrer Rebellenkampf von 1841 bis 1879, so muß ich sagen, sie wollten verhindern können, sie wollten es dahin bringen, verhindern zu können, daß die notwendige spirituelle Weisheit, die sich dem Menschen offenbaren will vom 20. Jahrhundert ab, in die Menschenseelen hineinkommen kann; sie wollten diese oben behalten und nicht in die Menschenseelen hineinlassen. Nur dadurch konnte bewirkt werden, daß vom 20. Jahrhundert ab Menschen geöffnet bekommen können den Sinn für spirituelle Erkenntnisse, daß die hindernden Geister der Finsternisse aus dem geistigen Reiche entfernt worden sind, so daß herabkommen können die für die Menschen bestimmten spirituellen Erkenntnisse. Aber hier, wo diese Geister der Finsternisse jetzt unter den Menschen herumwandeln, machen es sich wiederum diese Geister der Finsternisse zur Aufgabe, die Menschen zu verwirren; von hier aus wollen sie nun verhindern, daß das richtige Verhältnis eintritt zu den spirituellen Wahrheiten, gewissermaßen den Heilzweck der spirituellen Wahrheiten von den Menschen abhalten.

[ 12 ] If I am to characterize what these entities actually sought to achieve with their rebellion from 1841 to 1879, I must say that they wanted to prevent—they wanted to ensure that they could prevent—the necessary spiritual wisdom, which seeks to reveal itself to humanity beginning in the 20th century, from entering human souls; they wanted to keep this wisdom above and not allow it to enter human souls. Only in this way could it be brought about that, starting in the 20th century, people might be opened to a sense of spiritual knowledge—that the obstructing spirits of darkness would be removed from the spiritual realm, so that the spiritual knowledge intended for humanity might descend. But here, where these spirits of darkness now roam among human beings, these spirits of darkness have once again made it their task to confuse people; from here, they now seek to prevent the establishment of a proper relationship with spiritual truths, effectively withholding the healing purpose of spiritual truths from human beings.

[ 13 ] Dem kann man nur entgegenwirken durch das genaue Erkennen, durch das genaue Durchschauen dieser Dinge. Gewisse okkulte Brüderschaften machen sich aber das Gegenteil zur Aufgabe; sie wollen die Weistümer nur in ihrem engsten Kreise behalten, um sie im Sinne ihrer Machtgelüste ausnützen zu können. Und in diesem Kampfe stehen wir drinnen. Auf der einen Seite besteht die Notwendigkeit, die Menschheit in der richtigen Weise dadurch zu geleiten, daß sie spirituelle Weistümer aufnimmt; auf der andern Seite stehen abgeschlossene okkulte Brüderschaften schlimmer Sorte, welche diese Weistümer gerade nicht unter die Menschen hereindringen lassen wollen, damit die Menschen dumm bleiben gegenüber der geistigen Welt, töricht bleiben, und die in enggeschlossenen Brüderschaften Befindlichen dann von dort aus ihre Machinationen treiben können.

[ 13 ] This can only be countered by accurately recognizing and thoroughly understanding these things. Certain occult brotherhoods, however, have made it their mission to do the opposite; they wish to keep these truths confined to their innermost circle so that they can exploit them to satisfy their lust for power. And we are caught in the midst of this struggle. On the one hand, there is the necessity to guide humanity in the right way by helping it to absorb spiritual truths; on the other hand, there are closed occult brotherhoods of the worst kind, which specifically do not want these teachings to penetrate among people, so that people remain ignorant of the spiritual world, remain foolish, and those within these tightly closed brotherhoods can then carry out their machinations from there.

[ 14 ] In den Ereignissen der Gegenwart stecken ganze Bündel solcher Machinationen, und es wird ganz besonders der Menschheit zum Unheil gereichen, wenn sie nicht durchschauen will, daß solche Machinationen herrschen. Sie werden gleich eine Art Licht aufgehen fühlen über das, was hinter dieser Sache eigentlich steckt, wenn ich aufmerksam mache auf gewisse Wahrheiten, die heute reife Wahrheiten sind, gewissermaßen Wahrheiten, die, wie die reifen Pflaumen vom Baume, aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen herabfallen müssen, aber die verhindert werden an der allgemeinen Ausbreitung, gegen die auch die Menschen Vorempfindungen, Vorneigungen, Vorurteile haben, weil sie sich vor ihnen fürchten.

[ 14 ] The events of the present are rife with such machinations, and it will be particularly disastrous for humanity if it refuses to recognize that such machinations are at work. You will immediately feel a kind of light dawning on what actually lies behind this matter when I draw your attention to certain truths that are now ripe—truths, so to speak, that, like ripe plums from a tree, must fall from the spiritual world into the realm of humanity, but whose widespread dissemination is being hindered, and against which people also harbor preconceptions, preconceptions, and prejudices, because they fear them.

[ 15 ] Ich möchte in dieser Beziehung möglichst konkret sprechen. Diese Tatsache, daß 1879 eine Anzahl von Geistern der Finsternis gestürzt worden sind und seither im Menschenreiche sind, hat wichtige, bedeutsame Konsequenzen. Vor allen Dingen hat diese Tatsache die Konsequenz, daß das Denken, das klare Denken seit jener Zeit für den Menschen eine ungeheuer viel größere Bedeutung gewonnen hat, als das früher der Fall war. Es gab eben keine Zeit der Menschheitsentwickelung, in der, wenn man auf innere Notwendigkeiten dieser Menschheitsentwickelung blickt, man sagen muß, klares Denken ist so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung hat. Von diesem Christus Jesus sprechen viele. Von dem tiefen Sinn zu sprechen, den die ganze Menschheitsentwickelung der Erde durch das Mysterium von Golgatha hat, will einen die Theologie der heutigen Zeit sogar verhindern. Natürlich hat sich dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen soll, erst langsam und allmählich ausgelebt. Und so recht intensiv kommt das erst in diesem Jahrhundert zum Vorschein.

[ 15 ] I would like to speak as specifically as possible on this subject. The fact that in 1879 a number of spirits of darkness were cast down and have been in the human realm ever since has important and significant consequences. Above all, this fact means that thinking—clear thinking—has taken on an immensely greater significance for human beings since that time than was previously the case. Indeed, there has never been a period in human development in which—when one considers the inner necessities of that development—one must say that clear thinking is as necessary as eating and drinking are for sustaining physical life. For if people think unclearly in this age in which we live—and into which humanity will continue to live in the future—they will not be able to see such mature truths, which are meant to descend from the spiritual world, in their proper light. Above all, one will not be able to grasp the great, profound significance that the Mystery of Golgotha—the appearance of Christ within human evolution—holds for the entire course of human development. Many speak of this Christ Jesus. Yet the theology of our time even seeks to prevent us from speaking of the profound meaning that the entire course of human development on Earth has through the Mystery of Golgotha. Of course, what is to come about through the Mystery of Golgotha has unfolded only slowly and gradually. And it is only in this century that it is truly coming to the fore with such intensity.

[ 16 ] In den alten Zeiten waren immer noch alte Erbgüter vorhanden aus den Zeiten, wo die Menschen atavistisches inneres Leben hatten, das von Spiritualität durchsetzt war. Daß der Mensch die Spiritualität sich erwerben muß, wenn er sie haben will, das tritt erst in unserer Zeit auf. Daher treten in unserer Zeit, und eigentlich erst vom Jahre 1879 ab, ganz bestimmte Erscheinungen auf. Heute sind sie, weil das äußere Anschauen so grob geworden ist, eigentlich nur klar ersichtlich, wenn man den Seelenblick wendet hinein in das Reich, das der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Denn in anderer Weise kommen die Seelen, die vor dem Jahre 1879 geboren sind, in der geistigen Welt an, wenn sie durch den Tod gehen, als alle die Seelen ankommen werden, die nach dem Jahre 1879 geboren sind. Es ist dieses ein tief einschneidendes Ereignis, um das es sich da handelt.

[ 16 ] In ancient times, ancestral estates still existed from the era when people had an atavistic inner life permeated by spirituality. The fact that a person must acquire spirituality if they wish to have it is a phenomenon that has only emerged in our time. Consequently, very specific phenomena have been occurring in our time—and, in fact, only since the year 1879. Today, because our external perception has become so coarse, these phenomena are actually only clearly visible when one turns one’s soul’s gaze inward toward the realm that a person enters when passing through the gate of death. For souls born before 1879 arrive in the spiritual world in a different way when they pass through death than all the souls born after 1879 will arrive. This is a profoundly significant event.

[ 17 ] Dieses tief einschneidende Ereignis also, das bewirkt insbesondere, daß die Menschen in ihren Seelen immer ähnlicher werden dem Gedanken, dem, was sie als Erkenntnisse ansehen. Es ist das für den heutigen Menschen eine sonderbare Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit. Gewisse Dinge im richtigen Lichte zu sehen, eben mit klaren Gedanken zu sehen, mit gültigen Gedanken zu sehen, mit wirklichkeitsgesättigten Gedanken zu sehen, das ist wichtig, das ist wesentlich. Darwinismus richtig zu sehen, so wie ich zum Beispiel versuchte ihn gestern darzustellen im öffentlichen Vortrage, das ist gut. Ihn zu sehen als Grundlage für eine allein gültige Weltanschauung, ihn also so zu sehen, daß man glaubt, nur das eine ist richtig, der Mensch stamme von den Tieren ab, und auch diesen Gedanken in sich lebendig zu machen: Ich stamme von den Tieren ab, ich stamme nur aus solchen Kräften, die auch die Tiere bilden —, dieser Gedanke führt die Seele in dieser Zeit dazu, der eigenen Vorstellung ähnlich zu werden. Das ist wichtig! Wenn dann diese Seele den Leib abgeworfen hat, dann verfällt sie dem Unglücke, dieser ihrer eigenen Vorstellung ähnlich sich schauen zu müssen! Wer hier im physischen Leib des Glaubens lebt, daß nur Tierisches bei seiner Entwickelung mit tätig war, der zimmert sich für die Zeit nach dem Tode ein solches Bewußtsein, daß er sich als Tier ansehen muß. — Denn nachdem durch das Ereignis von 1879 so recht der Charakter der fünften nachatlantischen Zeit erfüllt ist, sind “ die Gedanken, die sich die Menschen machen, dazu da, daß sich die Menschenseelen in diese Gedanken verwandeln. Das ist es, warum ich sagte: Man braucht keine Vorliebe zu haben für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, um sie vertreten zu wollen, sondern man braucht bloß Mitleid mit den Menschen zu haben, welche diese Gedanken brauchen, weil diese Gedanken schöpferische Gedanken sind für das Seelenleben, weil der Mensch dazu berufen ist in der Zukunft, das zu werden, als was er sich ansieht. — Dies mußte eintreten im Verlauf der weisheitsvollen Weltenlenkung, damit der Mensch wirklich zum vollen freien Selbstbewußtsein kommen kann. Auf der einen Seite mußten die Götter dem Menschen die Möglichkeit geben, sein eigenes Geschöpf zu werden. Damit er allerdings diesem eigenen Geschöpf einen übersinnlichen Sinn geben kann, finden kann in dem, was er aus sich selber macht, etwas, was ihm eine ewige Richtung geben kann, ist der Christus Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen. Und wenn man ihn versteht, geisteswissenschaftlich versteht, gedankenmäßig versteht, dann findet man den Weg zu ihm; den Weg von dem Tierischen heraus ins Göttliche.

[ 17 ] This profoundly transformative event, then, has the particular effect of making people’s souls increasingly resemble the thought—that which they regard as knowledge. This is a strange truth for people today, but it is a truth. Seeing certain things in the right light—that is, seeing them with clear thoughts, with valid thoughts, with thoughts imbued with reality—that is important; that is essential. Seeing Darwinism correctly, as I tried to present it yesterday in my public lecture, for example, is good. To view it as the foundation for the only valid worldview—that is, to view it in such a way that one believes only this one thing is true, that human beings are descended from animals—and also to bring this idea to life within oneself: “I am descended from animals; I originate solely from the same forces that also form animals”—this idea leads the soul in this age to become like its own conception. This is important! When this soul has then shed its body, it falls prey to the misfortune of having to see itself as resembling its own conception! Whoever lives here in the physical body with the belief that only animal forces were at work in their development is crafting for themselves, for the time after death, a consciousness such that they must regard themselves as an animal. — For now that the character of the fifth post-Atlantean epoch has been so fully realized through the events of 1879, “the thoughts that people form are meant to transform human souls into those very thoughts.” That is why I said: One need not have a preference for anthroposophically oriented spiritual science in order to advocate it, but one need only have compassion for the people who need these thoughts, because these thoughts are creative thoughts for the life of the soul, because human beings are called upon in the future to become what they regard themselves as being. — This had to come about in the course of the wise guidance of the world so that human beings might truly attain full, free self-consciousness. On the one hand, the gods had to give human beings the opportunity to become their own creation. However, so that human beings might be able to give this creation of their own a spiritual meaning—so that they might find, in what they create from within themselves, something that can give them an eternal direction—Christ Jesus underwent the Mystery of Golgotha. And when one understands him—understands him from the perspective of spiritual science, understands him intellectually—then one finds the path to him; the path out of the animal realm and into the divine.

[ 18 ] Diese Wahrheit stellt sich insbesondere heraus, wenn man eben den Seelenblick hineinzutun vermag in die Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. Diejenigen Menschen, die noch vor 1879 geboren sind, nehmen immer noch einen gewissen Rest mit, der sie behütet, rein das zu sein, als was sie sich hier vorzustellen vermochten. Und auch noch für längere Zeit hinaus werden die Menschen behütet werden können, bloß das zu sein — die Dinge nähern sich erst allmählich —, als was sie sich vorstellen: aber nur durch Leid, nur wenn sie leiden können, wenn sie, um das Paradoxon zu sagen, das Leid der Erkenntnis auf sich nehmen können, indem sie das Unbefriedigende ihrer Vorstellung über den Menschen selber empfinden. Harmonie mit sich selber, zu gleicher Zeit eine Erkenntnis, die den Menschen auch Mensch sein läßt nach dem Tode, das wird für die Zukunft nur hervorgehen, wenn die Menschen ihres wahren Zusammenhanges mit der geistigen Welt hier im physischen Leibe gewahr werden. Daß mit dem Jahre 1879 eine solche Veränderung vor sich gegangen ist, das werden natürlich diejenigen, die heute aus materialistischen Vorstellungen heraus überhaupt Scheu haben vor konkreten geistigen Erkenntnissen, noch lange nicht annehmen wollen; dennoch ist es notwendig, daß solches angenommen werde. Sie sehen daraus aber, daß eines wichtig wird und immer wichtiger werden muß in die Zukunft hinein, daß dasjenige, was an spiritueller Erkenntnis da ist, sich hier auf der Erde ausbreite. Daher werden die Geister der Finsternisse, um ihre Angelegenheiten zu fördern, einen besonderen Wert darauf legen, Verwirrung anzustiften unter den Menschen, damit die Menschen nicht dahin gelangen, hier die richtigen Gedanken zu bilden, in die sie sich dann, diese Menschen, nach dem Tode verwandeln. Es muß der Mensch das werden, als was er sich denkt.

[ 18 ] This truth becomes particularly evident when one is able to cast a spiritual gaze into the world that human beings enter after death. Those born before 1879 still carry with them a certain remnant that protects them, allowing them to be precisely what they were able to imagine here. And for some time to come, people will still be able to be protected—though things are only gradually approaching this state—so that they can simply be what they imagine themselves to be: but only through suffering, only if they are capable of suffering, if—to put it paradoxically—they can take upon themselves the suffering of insight by experiencing for themselves the inadequacy of their conception of humanity. Harmony with oneself, and at the same time a realization that allows human beings to remain human even after death—this will emerge in the future only if people become aware of their true connection to the spiritual world here in the physical body. Of course, those who, based on materialistic notions, are generally averse to concrete spiritual insights will be far from willing to accept that such a change took place in the year 1879; nevertheless, it is necessary that this be accepted. From this, however, you can see that one thing is becoming important—and must become increasingly so in the future—namely, that spiritual knowledge spread here on Earth. Therefore, in order to further their own interests, the spirits of darkness will place particular emphasis on stirring up confusion among people, so that people do not come to form the right thoughts here, into which they—these people—will then be transformed after death. A person must become what they think themselves to be.

[ 19 ] Dies ist eine Wahrheit, die bestimmt war, von den wichtigen Umwandlungen des 19. Jahrhunderts ab unter die Menschen zu kommen. Der Mensch muß das wollend sein, was er in Wirklichkeit sein kann, muß denken können über sein Wesen, wenn er es seelenhaft sein soll. Denn der Tote wird es heute schon verkündigen können als eine rechtmäßige reife Wahrheit: Die Seele ist das, was sie von sich zu denken vermag. — Es haben Geister der Finsternis in der Zeit, in der es notwendig war, von der Erde aus diese Wahrheit zu verbreiten: Die Seele ist das, als was sie sich zu denken vermag —, bewirkt, eininspiriert dem Menschen, als Wahrheit zu vertreten: Der Mensch ist, was er ißt. — Und wenn auch theoretisch nicht in breiteren Schichten anerkannt wird: Der Mensch ist, was er ißt — die Praxis des Lebens geht sehr darauf hinaus, dieses anzuerkennen, daß der Mensch eigentlich nichts anderes ist, als was er ißt. Ja diese Praxis des Lebens geht sogar darauf hinaus, immer mehr und mehr dieses herauszugestalten auch im äußeren Leben. Mehr als man glaubt, viel mehr als man glaubt, sind die traurigen, tragischen Ereignisse der Gegenwart bloß aus dem Prinzip herausgebildet: Der Mensch ist, was er ißt. In einem viel tieferen Sinne, als man in der heutigen Oberflächlichkeit denkt, handelt es sich um sehr wenig hochstehende Dinge, um die heute so furchtbar viel Blut fließt. Es ist schon die Menschheit infiziert von dem Satze: Der Mensch ist, was er ißt. — Vielfach wird gekämpft um Dinge, die mit solchem zusammenhängen.

[ 19 ] This is a truth that was destined to reach humanity beginning with the major transformations of the 19th century. Human beings must will to be what they can actually be; they must be able to reflect on their nature if they are to be spiritual beings. For even the dead can already proclaim it today as a legitimate, mature truth: The soul is what it is capable of conceiving of itself. — In the time when it was necessary to spread this truth from the earth—“The soul is that which it is capable of conceiving of itself”—spirits of darkness caused and inspired people to uphold as truth: Man is what he eats. — And even if, theoretically, it is not widely accepted that “Man is what he eats,” the practice of life effectively amounts to acknowledging that man is, in fact, nothing other than what he eats. Indeed, this practice of life even goes so far as to increasingly shape this reality in outward life as well. More than one might think—far more than one might think—the sad, tragic events of the present are merely a manifestation of the principle: “You are what you eat.” In a much deeper sense than is apparent in today’s superficiality, the things for which so much blood is shed today are of very little noble significance. Humanity is already infected by the maxim: “You are what you eat.” — In many cases, people are fighting over things related to this very idea.

[ 20 ] Gerade deshalb ist es so notwendig, daß sich die der Zeit entsprechenden Gedanken verbreiten. Der Gedanke wird nach und nach als eine reale Seelenkraft erkannt werden müssen, nicht bloß als dieses jämmerliche Abstraktum, als welches die neuere Zeit ihn herausgebildet hat und noch dazu so stolz darauf ist. Denn in älteren Zeiten waren die Menschen durch ein altes Erbgut mit der spirituellen Welt noch verbunden. Wenn auch das atavistische Hellsehen verhältnismäßig seit vielen Jahrhunderten schon ganz zurückgegangen ist, im Fühlen und Wollen lebte noch dieses Erbgut drin. Aber jetzt ist die Zeit, wo das Bewußte immer mehr und mehr als reale Macht auftreten muß, daher auch die Geister des Widerstandes, die Geister der Finsternis anstürmen in unseren Tagen, um den realen Gedanken die abstrakten Gedanken in Form von allen möglichen Weltprogrammen entgegenzusetzen. Diesen Zusammenhang muß man durchschauen. Der Gedanke muß immer wirklicher und wirklicher werden. Das muß von den Menschen verstanden werden.

[ 20 ] This is precisely why it is so necessary for ideas appropriate to our times to spread. The idea will gradually have to be recognized as a real power of the soul, not merely as that pitiful abstraction into which modern times have reduced it—and of which they are, moreover, so proud. For in earlier times, people were still connected to the spiritual world through an ancient hereditary legacy. Even though atavistic clairvoyance has been in sharp decline for many centuries now, this hereditary legacy still lived on in their feelings and will. But now is the time when the conscious must increasingly assert itself as a real power; hence the spirits of resistance, the spirits of darkness, are storming forth in our days to oppose real thought with abstract thought in the form of all manner of world programs. One must see through this connection. Thought must become ever more and more real. This must be understood by people.

[ 21 ] Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. — Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. — Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. — Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da —, so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. — Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.

[ 21 ] How many people are there today who say: “Well, we’ll see what comes after death; we’ll become aware of that in due time. For now, let’s set that aside and devote ourselves to life. When we enter that world over there, we’ll see for ourselves what it’s like.” — Yes, if it is true that over there one is what one has imagined oneself to be here, then something else is also true. Consider this idea, which is by no means rare today. Someone dies, leaving behind relatives. If these relatives are not thoughtless but are nevertheless materialistic in their outlook, they must have the thought: This loved one who has died is decaying in the grave, or all that remains of him is what has been preserved in the urn and the like. — Only as long as people are thoughtless can they be materialists and not hold this belief. If materialism were to prevail, people would increasingly come to believe: All that remains of the dead person is decaying in the urn or in the grave. — But this thought is a real power. It is a falsehood. When the one left behind here thinks: “The dead person is no longer alive, the dead person is no longer here”—this is a false thought, yet this false thought is nonetheless real in the souls that think it; it is, after all, real. The deceased perceives this real thought; he perceives it as very significant for himself. And it is not a matter of indifference, but on the contrary of fundamental importance, whether the one left behind, in a living inner soul life, nurtures the thought of the deceased who lives on, of the deceased who is in the spiritual world, or whether he more or less surrenders to the thought of grief: The dead person is simply dead, decayed. — Not only is this not a matter of indifference, but it is a very significant difference.

[ 22 ] Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen, ohne überall geistig berührt zu werden von dem, was man hier — ja auch anderswo, aber hier wird es besonders stark betrieben — analytische Psychologie, Psychoanalyse nennt. Diese Psychoanalytiker, man muß von ihnen sagen, daß sie aufmerksam werden auf allerlei Geistig-Seelisches; sie fangen an nachzudenken über Geistig-Seelisches, weil ihnen das so stark entgegentritt. Ich will hier nur mit ein paar Worten einen Zug in dieser Psychoanalyse andeuten.

[ 22 ] It’s hard to come to Zurich these days without being intellectually influenced everywhere by what is called here—and elsewhere, too, though it’s particularly prevalent here—analytical psychology or psychoanalysis. These psychoanalysts—it must be said of them—are attuned to all manner of spiritual and psychological phenomena; they begin to reflect on these matters because they confront them so intensely. I would like to briefly touch upon one aspect of this psychoanalysis here.

[ 23 ] Irgendein Mensch leidet an irgendwelchen hysterischen Erscheinungen. In der Form, wie diese hysterischen Erscheinungen auftreten, treten sie besonders in der Gegenwart auf, daher werden die Menschen darauf aufmerksam. Man beschäftigt sich in irgendeinem Zeitalter ja besonders mit den Krankheiten, die in diesem Zeitalter besonders auftreten; dann sucht man, wo die Ursachen liegen können. Und soweit ist nun diese Psychoanalyse gekommen, daß sie sagt: Zu diesen hysterischen Erscheinungen, die vielfach auftreten, liegen die Ursachen im Seelischen. Sie kann nicht mehr im Materiellen, im bloßen Physiologischen oder Biologischen die Ursache suchen. Nun, sie sind im Seelischen. Nach der Vorliebe der Zeit sucht man im unterbewußten Seelischen nach allerlei Ursachen für das Auftreten von diesen oder jenen hysterischen Erscheinungen. Man sagt: Da ist ein Mensch, hysterische Erscheinungen treten bei ihm auf; das kommt daher, daß dasjenige, was in ihm wirkt, nicht in seinem Bewußtsein, sondern unter der Schwelle seines Bewußtseins spielt und immerfort heraufschlägt wie eine unterirdische Woge, unterseelische Woge, und man muß das suchen.

[ 23 ] A person suffers from certain hysterical symptoms. Given the way these hysterical symptoms manifest, they occur particularly frequently in the present, which is why people take notice of them. In any given era, people tend to focus especially on the illnesses that are particularly prevalent in that era; they then seek to identify where the causes might lie. And psychoanalysis has now reached the point where it states: The causes of these hysterical symptoms, which occur frequently, lie in the psyche. It can no longer seek the cause in the material realm, in the merely physiological or biological. Well, they are in the psyche. In keeping with the prevailing trend of the times, people search the subconscious psyche for all manner of causes for the occurrence of these or those hysterical symptoms. It is said: Here is a person experiencing hysterical symptoms; this is because what is at work within them is not in their consciousness but lies beneath the threshold of their consciousness, constantly surging upward like an underground wave, a wave from the depths of the psyche, and one must search for it.

[ 24 ] Und jetzt beginnt das gefährliche Spiel. Da suchen nun die Psychoanalytiker alles mögliche als isolierte, unterirdische, verborgene Seelenprovinz, wie sie sich ausdrücken; suchen nach bei jemand, der hysterisch in seinem dreißigsten Jahre ist, nach Verirrungen in seinem siebenten Jahre, die dazumal nicht ausgelebt worden sind, die man ihm wieder ins Bewußtsein bringen muß, weil dieses InsBewußtsein-Bringen heilen soll und so weiter. Es ist ein Spiel mit außerordentlich gefährlichen Waffen! Man kann schon sagen: Draußen auf dem physischen Kriegsschauplatze wird heute mit sehr gefährlichen Waffen gekämpft —, hier wird auf vielen Feldern mit nicht minder gefährlichen Erkenntniswaffen ein Spiel getrieben, weil die Menschen nicht den Willen haben, sich geisteswissenschaftlich zu vertiefen, um zum wahren Verständnisse solcher Erscheinungen, wie sie einem da vor die Seele treten, zu kommen. Mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gehen sie an die Sache heran. Das ist ein gefährliches Spiel. Es ist wahr, in vielen Menschen spielt heute Unterbewußtes, das nicht heraufkommt ins Bewußtsein. Aber das, was die Psychoanalytiker herauszufinden glauben, ist in der Regel das allerwenigst Bedeutsame; deshalb werden auch die Heilerfolge in der Regel recht fragliche sein. Wenn man irgendeine dreißigjährige Dame findet und eine sexuelle Verirrung in ihrem vierzehnten Jahre, die sich nicht ausgelebt hat, und die daher fortwuchert und die Hysterie bewirkt, so hat man noch das Allerunbeträchtlichste. Es kann in dem einen Fall oder in dem andern Fall sogar richtig sein, dann wird es um so mehr Täuschung hervorrufen, wenn man seine Tragweite nicht beurteilt. Aber vor allen Dingen ist eines wahr: in den Menschen der Gegenwart spukt unzähliges Unterbewußtes, und sie werden geplagt davon, und die Kulturkrankheiten unserer Zeit kommen davon. Was ist das?

[ 24 ] And now the dangerous game begins. Psychoanalysts now search for all sorts of things as isolated, subterranean, hidden provinces of the soul, as they put it; searching, for example, in someone who is hysterical at the age of thirty, for aberrations from his seventh year that were not fully worked through at the time—aberrations that must be brought back into his consciousness, because this act of bringing them into consciousness is supposed to heal him, and so on. It is a game played with extraordinarily dangerous weapons! One might well say: Out there on the physical battlefield, battles are being fought today with very dangerous weapons—here, in many fields, a game is being played with no less dangerous weapons of knowledge, because people lack the will to delve deeply into spiritual science in order to arrive at a true understanding of such phenomena as those that present themselves to the soul. They approach the matter with inadequate means of understanding. This is a dangerous game. It is true that in many people today, the subconscious is at work without rising to consciousness. But what psychoanalysts believe they are uncovering is, as a rule, the least significant aspect; that is why the success of their treatments will generally be quite questionable. If one finds, say, a thirty-year-old woman with a sexual aberration from her fourteenth year that was never fully acted out—and which has therefore continued to fester and caused hysteria—that is still the most insignificant of cases. It may even be correct in one case or another; but it will cause all the more deception if one fails to assess its full implications. But above all, one thing is true: countless subconscious forces haunt the people of the present, and they are plagued by them; the cultural ills of our time stem from this. What is this?

[ 25 ] Denken Sie an das, was ich schon angeführt habe. Der Gedanke an den nicht mehr vorhandenen Toten, der lebt in der Seele, lebt irgendwie, ohne daß die Seele eigentlich viel darüber nachdenkt, lebt bloß deshalb, weil die Seele heute noch gedankenlos ist, und diese Seele ist etwas empfindlich für solche gedankenlose Gedanken — dann ist der Tote durch die ewigen Weltgesetze gezwungen, mit diesen Gedanken zu leben; der Tote spukt in der Seele des zurückgebliebenen Lebendigen. Dem ist nur zu begegnen dadurch, daß man weiß, der Tote lebt. Und immer mehr und mehr werden durch den Unglauben an das Leben der Toten die Menschen auf dem physischen Plane in Seelenkrankheiten hineingetrieben werden. Es sind in der Regel nicht sexuelle Jugendverirrungen, es sind die Gedanken des Unglaubens, die diese Erscheinungen bewirken. Denn die Gedanken haben in unserer Zeit den Beruf, reale Mächte zu werden, nicht nur solche reale Mächte, die für sich wirken; für sich wirken sie, indem die Seele nach dem Tode immer ähnlicher wird dem, als was sie sich vorstellt in dem Leibe; in höherem Sinne noch werden diese Gedanken reale Mächte dadurch, daß sie sogar Wesen, in diesem Falle die Toten selber, in einer unrichtigen Weise verbinden mit den Lebenden. Nur dadurch, daß man, so gut man es kann, die Gedankenverbindung mit dem Verstorbenen aufrecht erhält als einem Fortlebenden, rettet man auch sich davor, daß das Verhältnis zum Toten verhängnisvoll wird für den zurückgebliebenen Lebenden, und in gewisser Beziehung auch für den Verstorbenen selbst, der fortwährend aus einem ewigen, weisheitsvollen Gesetze heraus in die Notwendigkeit versetzt ist, in dem Zurückgebliebenen so zu spuken, daß dem Zurückgebliebenen dies nicht einmal zum Bewußtsein kommt, sondern in krankhaften Erscheinungen sich auslebt.

[ 25 ] Think about what I have already mentioned. The thought of the deceased, who is no longer present, lives on in the soul; it lives on in some way, without the soul actually giving it much thought—it lives on simply because the soul is still thoughtless today, and this soul is somewhat sensitive to such thoughtless thoughts—then, by the eternal laws of the universe, the deceased is compelled to live with these thoughts; the deceased haunts the soul of the living person left behind. This can only be countered by knowing that the dead person lives on. And more and more, through disbelief in the life of the dead, people on the physical plane will be driven into mental illnesses. As a rule, these are not sexual missteps of youth; it is the thoughts of disbelief that cause these phenomena. For in our time, thoughts have the power to become real forces—not merely real forces that act on their own; they act on their own in that, after death, the soul becomes ever more like what it imagines itself to be in the body; in a higher sense, these thoughts become real forces by connecting beings—in this case, the dead themselves—to the living in an incorrect way. Only by maintaining, as best one can, the mental connection with the deceased as one who lives on can one save oneself from the relationship with the dead becoming disastrous for the living person left behind, and, in a certain sense, also for the deceased themselves, who—by virtue of an eternal, wise law—are constantly compelled to haunt the bereaved in such a way that the bereaved are not even aware of it, but rather experience it through pathological manifestations.

[ 26 ] Fragen Sie jetzt: Was wird das wirkliche Heilmittel für viele solche Erscheinungen sein, wie sie dem Psychoanalytiker heute entgegentreten? — Die Verbreitung der Kenntnis von der geistigen Welt. Die ist das allgemeine Heilmittel, die allgemeine Therapie, nicht diese individuelle Behandlung, die man einem einzelnen angedeihen läßt.

[ 26 ] Now ask yourself: What will be the real remedy for many of the phenomena that psychoanalysts encounter today? — The spread of knowledge about the spiritual world. That is the universal remedy, the universal therapy—not the individual treatment that is provided to a single person.

[ 27 ] Sie sehen, das Leben fordert von uns, daß man von den Gedanken läßt: Hier haben wir uns dem physischen Leben allein zu widmen; es wird sich schon zeigen, wenn man durch die Todespforte gegangen ist, in welche Welt man dann hineinkommt. — Denn auch das gilt: geradeso wie unser Leben hier bedeutsam ist für das Leben, in das wir eintreten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so ist wiederum das Leben der Seelen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig für die Seelen hier.

[ 27 ] You see, life demands that we let go of our thoughts: Here we must devote ourselves solely to physical life; once we have passed through the gate of death, it will become clear into which world we then enter. — For this is also true: just as our life here is significant for the life we enter between death and a new birth, so too is the life of the souls between death and a new birth important for the souls here.

[ 28 ] Was ich Ihnen gesagt habe, ist ein Gedanke, der Gedanke vom Unglauben an das Dasein des Toten. Aber mit vielen Banden hängen die Toten an den Lebenden, sollen hängen. Das ist nur ein unrichtiges Band, von dem ich gesprochen habe; es gibt aber richtige Bande, viele, die da sein müssen, die den richtigen Zusammenhang mit der geistigen Welt herstellen. Geisteswissenschaft, anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sucht diesen richtigen Zusammenhang. Denn das Leben der Menschen untereinander hier auf der Erde wird sich in der Zukunft nur richtig abspielen, wenn diese Menschen hier auf der Erde das richtige Verhältnis zur geistigen Welt herbeiführen; sonst wird immer mehr und mehr möglich sein, daß einzelne sich herausnehmen, solche Machinationen zu machen, wie die sind, von denen ich am letzten Dienstag gesprochen habe, um dadurch sich Macht zu verschaffen über andere Menschen.

[ 28 ] What I told you is a thought—the thought of disbelief in the existence of the dead. But the dead are bound to the living by many ties—and should be. The one I spoke of is merely an incorrect bond; yet there are correct bonds—many of them—that must exist, bonds that establish the proper connection with the spiritual world. Spiritual science—anthroposophically oriented spiritual science—seeks this proper connection. For human life among one another here on Earth will unfold properly in the future only if these people here on Earth establish the proper relationship with the spiritual world; otherwise, it will become increasingly possible for individuals to take it upon themselves to engage in the kind of machinations I spoke of last Tuesday, in order thereby to gain power over other people.

[ 29 ] Man muß sich nur ganz klarmachen: Wenn wir nach dem Osten blicken, wo jetzt so intensiv als Zeichen vor sich gehende Ereignisse geschehen, so können wir nur Verständnis gewinnen für die Dinge, wenn wir in innerlicher Auffassung uns des Wesens dieses Ostens klar sind. Nehmen Sie dasjenige, was wir durch viele Jahre hindurch immer wiederum über die Veranlagung der östlichen Völker zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode gesagt haben, dann allein wird man klar über alles Verwirrende, das aus dem Osten kommen muß, weil sich aus dem, was da eben geschieht, etwas ganz anderes herausentwickeln muß, etwas, was es den Menschen nicht so bequem macht, daß sie nicht darüber erstaunt zu sein brauchten von Tag zu Tag. Aber dasjenige, um was es sich handelt, das ist, sich in diese ganzen Strömungen, wie sie in der jetzigen Zeit auftreten und wie sie gegen die Zukunft immer mehr auftreten werden, in der richtigen Weise hineinzufinden. Und man findet sich allmählich in der richtigen Weise hinein, wenn man geisteswissenschaftlich richtig zu den Erkenntnissen vordringt, die Aufschluß geben über die geistige Welt. Dadurch erlangt man auch das richtige Verhältnis zu dieser geistigen Welt.

[ 29 ] We must simply make one thing very clear: When we look toward the East, where events are now unfolding so intensely as signs, we can only gain an understanding of these things if we have a clear inner grasp of the essence of the East. Consider what we have repeatedly said over many years regarding the predisposition of the Eastern peoples toward the sixth post-Atlantean cultural epoch; only then will one gain clarity about all the confusion that must come from the East, because from what is happening there right now, something entirely different must develop—something that does not make life so comfortable for people that they need not be astonished by it from day to day. But what is at stake here is finding one’s way into all these currents—as they appear in the present and as they will increasingly appear in the future—in the right way. And one gradually finds one’s way into them in the right way when, through spiritual science, one correctly advances to the insights that shed light on the spiritual world. Through this, one also attains the right relationship to this spiritual world.

[ 30 ] Ich habe Sie das letzte Mal aber auf ein unrichtiges Verhältnis zur geistigen Welt aufmerksam gemacht, das von gewissen Seiten her gesucht wird. Durch ganz besondere Machinationen, sagte ich Ihnen, werden Menschen vom Leben hier in die geistige Welt hinaufbefördert; so daß sie ihr Leben hier nicht ganz ausgelebt haben und gewisse Kräfte noch benützen können, wenn sie eingetreten sind in die Welt, die man durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und dann können wiederum gewisse unredlich wirkende Brüderschaften, die nur ihre eigenen Machtgelüste befriedigen wollen, Medien benützen, um das hereinzubekommen, was auf diesem Wege, durch Tote, denen man zuerst die Möglichkeit gegeben hat, sich in den Besitz solcher Erkenntnisse zu setzen, eben herkommen kann.

[ 30 ] Last time, however, I drew your attention to an incorrect relationship with the spiritual world that certain parties seek to establish. Through very specific machinations, as I told you, people are transported from life here to the spiritual world; so that they have not fully lived out their lives here and can still make use of certain powers once they have entered the world one passes through between death and a new birth. And then, in turn, certain seemingly dishonest brotherhoods—which seek only to satisfy their own lust for power—can use mediums to obtain what can come this way, through the dead, to whom the opportunity to acquire such knowledge has first been given.

[ 31 ] Solche okkulten Brüderschaften sind auch in der Regel diejenigen, welche die Menschen irreführen in bezug auf die wichtigsten Dinge in der geistigen Welt. Wenn ich Ihnen erzähle: 1879, im November, hat ein wichtiges Ereignis stattgefunden, ein Kampf der Mächte der Finsternis gegen die Mächte des Lichtes, der mit einer Entscheidung im Sinne des Bildes des Michael mit dem Drachen stattgefunden hat — so ist nicht das Bedeutsame, daß ich Ihnen sage, so etwas hat stattgefunden, denn daß dieses Ereignis eintreten muß, daß dieses Ereignis vorgeschrieben ist in der Weltenentwickelung, das können Sie in vielen Büchern lesen, das ist durchaus keine esoterische Wahrheit; sondern das, um was es sich handelt, ist, daß ich mich bestrebe, Ihnen die wahre Bedeutung klarzumachen dessen, was eigentlich geschehen ist und wie sich die Menschen in der richtigen Weise zu diesem Ereignis zu stellen haben. Das ist es, um was es sich handelt. Daß solch ein Ereignis kommt, das hat auch Eliphas Levi, das hat Baader, das hat Saint-Martin, sie alle haben es gewußt und haben es gesagt; das ist nichts irgendwie Esoterisches. Aber in unserer Zeit besteht das Bestreben, über solche Ereignisse Verwirrung in den Menschenköpfen anzurichten, womöglich solche Verwirrung, daß die Menschenköpfe solche Dinge überhaupt als Aberglaube nehmen, sie nicht als eine Realität nehmen, wenn sie auch von älteren Wissenden schon verbreitet worden sind. Deshalb ist es so wichtig, daß man auch richtige Begriffe über diese Dinge erhält.

[ 31 ] Such occult brotherhoods are also, as a rule, the ones that mislead people regarding the most important matters in the spiritual world. If I tell you: In November 1879, an important event took place—a battle between the forces of darkness and the forces of light, which ended with an outcome reminiscent of the image of Michael and the dragon—what is significant is not that I am telling you such a thing took place, for the fact that this event must occur, that it is predetermined in the course of world development, is something you can read about in many books; it is by no means an esoteric truth. Rather, what is at stake is that I am striving to make clear to you the true significance of what actually happened and how people should properly relate to this event. That is what this is all about. That such an event would come—Eliphas Levi knew it, Baader knew it, Saint-Martin knew it; they all knew it and spoke of it—it is by no means something esoteric. But in our time, there is a tendency to sow confusion in people’s minds about such events—possibly to such an extent that people come to regard such things as mere superstition rather than reality, even though they have already been disseminated by older sages. That is why it is so important to gain a proper understanding of these matters.

[ 32 ] Es gibt heute einen regulären Weg, sich den spirituellen Wahrheiten zu nähern, die seit 1879 heruntersickern in die physische Welt aus der geistigen. Dieser reguläre Weg ist eben der, den die Geisteswissenschaft zeigt. Und wenn in der Strömung dieser Geisteswissenschaft nicht abgeirrt wird von reinem, echtem Wollen, so wird diese Geisteswissenschaft dazu führen, das richtige Verhältnis zwischen der physischen Welt und der spirituellen Welt für den Menschen herzustellen. Aber das, was man dadurch erlangt und was unter die Menschen kommen muß, das führt Anstrengung mit sich, das erfordert Anstrengung. Und mancherlei Bequemlichkeiten müssen abgelegt werden, unter denen die Menschen heute sehr wohl stehen. Es erfordert Anstrengung. Denn wenn heute der Mensch redet von den Impulsen, die aus der geistigen Welt herunterwirken, die auch zukunftsgestaltend sind, ja, es kommen halt immer wiederum Menschen, die sagen: Ich möchte dieses und jenes Spezielle wissen. — Am liebsten möchten die Leute zum Beispiel heute, daß man ihnen ausmalt, in allen Details ausmalt, was 1920 nun aus dem gegenwärtigen Krieg geschehen sein wird. Und die Menschen verstehen nicht, daß mit einem solchen Detailausmalen das Wissen von der Zukunft nicht belastet werden darf, und daß trotzdem dieses Wissen von der Zukunft ein absolut sicheres sein kann, ein wirksames und sicheres sein kann, auf das zu hören ist. Das ist so ungeheuer schwer zu verstehen.

[ 32 ] Today there is a legitimate path to approaching the spiritual truths that have been trickling down into the physical world from the spiritual world since 1879. This legitimate path is precisely the one shown by spiritual science. And if, within the current of this spiritual science, one does not stray from pure, genuine will, then this spiritual science will lead to the establishment of the proper relationship between the physical world and the spiritual world for human beings. But what is gained through this—and what must come among people—entails effort; it requires effort. And various comforts must be set aside—comforts that people today are quite accustomed to. It requires effort. For when people today speak of the impulses that work down from the spiritual world—impulses that also shape the future—well, there are always people who say: “I want to know this or that specific thing.” — For example, what people would most like today is for someone to paint a picture for them—in every detail—of what will have come of the current war by 1920. And people do not understand that knowledge of the future must not be burdened with such detailed descriptions, and that nevertheless this knowledge of the future can be absolutely certain—it can be effective and reliable, and worth heeding. This is so incredibly difficult to understand.

[ 33 ] Ich möchte mich durch einen Vergleich klarmachen, denn Sie werden sagen: Das ist allerdings nicht zu verstehen. Auf der einen Seite behauptet er, Details schaden gerade dem Wissen von der Zukunft, und auf der andern Seite sagt er wiederum, man solle auf dieses Wissen von der Zukunft wohl hinhorchen, weil es Richtiges sagt von der Zukunft. — Ich möchte Ihnen dies klarmachen durch einen sehr einfachen, trivialen Vergleich: Es gibt schlechte Schachspieler und gute Schachspieler. Wenn einer vor dem Schachbrett sitzt und ein schlechter Schachspieler ist, so wird er eben schlechte Züge machen, es wird nicht gehen, und er wird das Spiel verlieren. Ist er ein guter Schachspieler, so wird er mehr Chancen haben, und er wird das Spiel gewinnen. Der schlechte Schachspieler macht einfach das Falsche, der gute Schachspieler macht schon im gegebenen Augenblick das Richtige. Aber verwendet denn der gute Schachspieler seine Gedanken darauf, im Detail auszumalen, was sein Partner später für Züge macht? Muß er jetzt wissen, was sein Partner in zwei Stunden für Züge macht, wenn er ein guter Schachspieler ist? Nein, das muß er nicht wissen! Deshalb ist aber seine Kunst des richtigen, guten Schachspielens doch nicht wirkungslos: er wird für die Zukunft das Richtige machen dadurch, daß er Einsicht hat in dasjenige, was die richtigen Züge sind, und er wird falsche Züge machen, wenn er nicht Einsicht hat in das, was die richtigen Züge sind; aber er muß sich ja dem freien Willen des Partners aussetzen. Deshalb können Sie nicht sagen: Was hilft es einem denn, richtig Schach spielen zu können, wenn doch der Partner da ist? — Es hilft einem sehr viel, richtig Schach spielen zu können. Sie werden, wenn Sie den Vergleich vertiefen, schon das Richtige herausfinden, was ich meine.

[ 33 ] I’d like to clarify this with an analogy, because you’ll say: “That really doesn’t make sense.” On the one hand, he claims that details actually hinder our knowledge of the future, and on the other hand, he says that we should indeed listen to this knowledge of the future because it tells us the truth about the future. — I’d like to clarify this for you with a very simple, trivial analogy: There are bad chess players and good chess players. If someone sits down at the chessboard and is a bad chess player, they’ll make bad moves; it won’t work out, and they’ll lose the game. If they’re a good chess player, they’ll have a better chance, and they’ll win the game. The bad chess player simply makes the wrong moves; the good chess player makes the right moves right at that moment. But does the good chess player spend his time trying to imagine in detail what moves his opponent will make later on? Does he need to know right now what moves his opponent will make in two hours, if he is a good chess player? No, he doesn’t need to know that! Nevertheless, his skill in playing chess correctly and well is by no means ineffective: he will make the right moves in the future because he understands what the correct moves are, and he will make wrong moves if he lacks that understanding; but he must, of course, leave himself open to his opponent’s free will. That is why you cannot say: “What good does it do to be able to play chess correctly if your opponent is there anyway?” — It helps a great deal to be able to play chess correctly. If you explore this comparison further, you will discover exactly what I mean.

[ 34 ] Aber dieser Vergleich wird Sie zu gleicher Zeit darauf hinweisen, wie richtig das ist, was jeder, der in solchen okkulten Dingen bewandert ist, Ihnen sagen muß, daß in dem Augenblicke, wo man seine Impulse für das Handeln hier in der physischen Welt aus der geistigen Welt herausholt, man zu gleicher Zeit darauf gefaßt sein muß, daß einem andere geistige Mächte entgegentreten, daß man Partner hat, mit denen man rechnen muß, daß man nicht bloß ein freies Feld vor sich hat und nun alles ausführen kann. Das ist aber das Unbequeme. Machen Sie sich nur bekannt mit okkulten Impulsen, mit Impulsen, die aus der geistigen Welt herausgeholt worden sind, und versuchen Sie sie, ich will sagen, als Politiker zu realisieren: am liebsten möchten Sie dann haben, wenn Sie so recht ein Mensch der Gegenwart sind, daß dann alles wie von selbst geht, daß diese Dinge nur so einfließen, daß Sie alles kommandieren können. Aber wenn Sie wirksame geistige Impulse haben, gerade okkulte geistige Impulse haben, die Sie in der physischen Welt anwenden wollen, so müssen Sie überall mit dem freien Willen nicht nur von Menschen hier, sondern von höheren Wesen rechnen. Sie müssen also nicht unter den heutigen Verhältnissen darauf rechnen, ein freies Feld vor sich zu haben, sondern Sie müssen sich bekanntmachen damit, daß Sie in ein wohlbesetztes Feld hineinarbeiten.

[ 34 ] But this comparison will also show you just how true it is—as anyone well-versed in such occult matters must tell you—that the moment one draws one’s impulses for action here in the physical world from the spiritual world, one must at the same time be prepared for other spiritual forces to oppose one, for having partners one must reckon with, and for the fact that one does not simply have an open field ahead of one and can now carry out anything. But that is the inconvenient part. Just familiarize yourself with occult impulses—impulses drawn from the spiritual world—and try to put them into practice, so to speak, as a politician: if you are truly a person of the present, you would prefer that everything then proceed as if by itself, that these things simply flow in, that you can command everything. But if you have effective spiritual impulses—especially occult spiritual impulses—that you wish to apply in the physical world, you must take into account the free will not only of people here but also of higher beings. So under today’s circumstances, you must not expect to have an open field ahead of you; rather, you must come to terms with the fact that you are working within a field that is already well-occupied.

[ 35 ] So handelt es sich darum, durch eine wirkliche Geisteswissenschaft zum Beispiel über den Charakter der sich im Osten vorbereitenden sechsten nachatlantischen Kulturperiode das Richtige zu wissen und im einzelnen Fall den richtigen okkulten Impuls auszuführen, wie der Schachspieler nach Maßgabe des Zuges seines Partners seinen Zug ausführt. Also es handelt sich wirklich darum, daß der Mensch sich einlebt in die geistige Welt und im individuellen einzelnen Fall das Richtige machen lernt. Nicht um einfach übergreifende abstrakte Programme handelt es sich, sondern um eine Erhöhung der geistigen, der spirituellen Vitalität handelt es sich, um ein fortwährendes SichAnstrengen handelt es sich. Die Menschheit will heute abstrakte Programme haben, möchte am liebsten in fünf Sätzen zusammenschmieden, was man über die ganze Welt hin tun soll, indem man Abgeordnete bestimmt von allen Staaten der Erde, die dann zu einem Weltschiedsgericht zusammenkommen, und die dann abstimmen über alles, was auf der Erde zu geschehen hat nach einmal angenommener Norm. Daß gerade die Erkenntnis der geistigen Welt gefordert wird von den Menschen, ein fortwährendes Sich-in-Verbindungsetzen mit den geistigen Mächten, das ist es, um was es sich handelt.

[ 35 ] The point, then, is to gain the correct understanding—through genuine spiritual science—of, for example, the nature of the sixth post-Atlantean cultural epoch currently taking shape in the East, and to carry out the correct occult impulse in each individual case, just as a chess player makes his move in response to his opponent’s move. So it is truly a matter of the human being immersing themselves in the spiritual world and learning to do the right thing in each individual case. It is not simply a matter of overarching abstract programs, but rather a matter of elevating spiritual vitality—it is a matter of continuous effort. Humanity today wants abstract programs; it would prefer to distill into five sentences what should be done throughout the entire world by appointing representatives from all the nations of the earth, who would then convene as a world court and vote on everything that is to happen on earth according to a standard once adopted. What is required of people is precisely the knowledge of the spiritual world—a continuous connecting with the spiritual powers; that is what it is all about.

[ 36 ] Dieses aber ist mit etwas anderem verbunden: es ist damit verbunden, daß man eben mit den Partnermächten rechnen muß, daß man sich nicht auf seine bloße eigene Macht verlassen kann, sondern daß man mit den Partnermächten rechnen muß. Von diesen Dingen ist der Machtgedanke als solcher ausgeschlossen. Daher werden aus der okkulten Welt herausgeholte Impulse richtig sein, das Richtige bewirken, aber niemals werden sie in den Dienst bloßer Machtfaktoren sich stellen können. Das geht nicht.

[ 36 ] But this is connected to something else: it is connected to the fact that one must take one’s partner powers into account, that one cannot rely on one’s own power alone, but must take one’s partner powers into account. The concept of power as such is excluded from these matters. Therefore, impulses drawn from the occult world will be correct and will bring about what is right, but they will never be able to place themselves in the service of mere factors of power. That is not possible.

[ 37 ] Was muß man tun, wenn man sich in den Dienst bloßer Machtfaktoren stellen will? Dann muß man anderes tun; man muß versuchen, auf unrechte Weise ein Wissen von der Zukunft zu erlangen, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, wie es getan wurde dadurch, daß man auf mediale Weise sich offenbaren läßt, was geschehen wird, von solchen, die man erst durch den Tod befördert hat, damit sie irdische Kräfte noch benützen können. So haben denn gewisse okkulte Brüderschaften sich ein gewisses Stück von Wissen verschafft über den Zusammenhang des Westens mit dem Osten, und es sind in vieler Beziehung Machinationen eingerichtet worden, die sich heute ausleben im Sinne eines solchen Wissens. Ein solches Wissen nämlich, das in den Dienst von Machtgelüsten gestellt wird, das will etwas ganz Besonderes. Das ehrliche, richtige Sich-in-den-Besitz-Stellen von okkulten Impulsen setzt in Wirklichkeit nur dasjenige um, was den lebenden Menschen gegenüber zu gleicher Zeit bei diesen Menschen mit jedem einzelnen Angeloswesen rechnet. Man weiß, die Menschen, denen gegenüber man die okkulten Impulse anwendet, ein jeder dieser Menschen, er steht als Seele mit der geistigen Welt in Beziehung, man betrachtet sie als lebendige Wesen. So hätte der Westen den Osten zu behandeln, daß er überall sich aussetzt der Möglichkeit, mit den lebendigen Partnern zu rechnen, mit den Engeln, welche die einzelnen Menschen beschützen. Das ist unbequem! Dieser Einfluß, der soll weggeschafft werden durch ahrimanische Mächte, damit bloß die Macht auf dieser Seite spielen kann. Das kann aber nur auf dem Wege bewirkt werden, daß man durch unrechtmäßige Mittel, wie ich es geschildert habe das letzte Mal, sich in den Besitz der Zukunftsimpulse setzt. Darum leidet unsere Zeit ungeheuer darunter, daß mitspielen in den Dingen, die geschehen, solche Impulse, die auf die angedeutete Weise gefunden worden sind. Alle Aufgabe des ehrlichen Wahrbheitssuchers besteht heute darinnen, erstens sich zu überzeugen davon, daß solche Impulse da sind im schlechten Sinne, sich zu überzeugen davon, daß man zu einem richtigen Wirken in die Zukunft hinein nur kommt, indem man die richtigen Impulse findet, so wie man sie suchen kann auf ehrlich-geisteswissenschaftlichem Wege.

[ 37 ] What must one do if one wishes to place oneself in the service of mere factors of power? Then one must do something else; one must try to gain knowledge of the future by improper means, as I described last time—as was done by allowing those whom one has first brought over through death to reveal, through mediumistic channels, what will happen, so that they may still make use of earthly forces. Thus, certain occult brotherhoods have acquired a certain amount of knowledge about the connection between the West and the East, and in many respects, machinations have been set in motion that are now playing out in accordance with such knowledge. For such knowledge, when placed in the service of the lust for power, demands something quite special. The honest, proper appropriation of occult impulses actually accomplishes only what, in relation to living human beings, simultaneously takes into account every single angelic being associated with those individuals. It is known that the people upon whom occult impulses are applied—each and every one of them—stand in relation to the spiritual world as souls; they are regarded as living beings. This is how the West should treat the East: by exposing itself everywhere to the possibility of reckoning with its living partners—the angels who protect individual human beings. That is inconvenient! This influence is to be eliminated by Ahrimanic forces so that only the power on this side can prevail. But this can only be achieved by seizing control of the impulses of the future through unlawful means, as I described last time. That is why our age suffers immensely from the fact that such impulses—acquired in the manner I have described—are at play in the events that are unfolding. The task of every honest seeker of truth today consists, first, in convincing oneself that such impulses exist in a negative sense, and second, in convincing oneself that one can only achieve a proper influence on the future by finding the right impulses—as one can seek them through the honest path of spiritual science.

[ 38 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, kein einseitiger Dienst ist es, um den es sich handelt in der Geisteswissenschaft; es ist ein Dienst, der von den Lebenden und den Toten verrichtet wird. Es ist eine ernste Sache. Und es war mir Bedürfnis, gerade in dieser Zeit — da sich unsere Zürcher Freunde angeschickt haben einiges zu tun, um in geeignete Kreise unsere Geisteswissenschaft hineinzubringen — innerhalb unserer Gesellschaft hier von diesen ernsten Angelegenheiten geistiger Erkenntnis in der neueren Zeit zu sprechen. Dies ist ja, ich möchte sagen, auch schon innerhalb unserer Gesellschaft selbst zu bemerken, wie mancherlei widerstrebende Mächte am Werke sind. Denken Sie nur, was betrieben wird — ich möchte sagen, ungefähr so lange auch als dieser Krieg dauert — an Verleumdungen, an Verdächtigungen des Wollens, das ich und einige andere entfalten. Auch in dieses spielen gegnerische Mächte selbstverständlich hinein.

[ 38 ] You see, my dear friends, spiritual science is not about a one-sided service; it is a service performed by both the living and the dead. It is a serious matter. And I felt the need, especially at this time—since our friends in Zurich have set out to do certain things to introduce our spiritual science into appropriate circles—to speak here within our society about these serious matters of spiritual knowledge in recent times. For, I would say, even within our own society it is already evident how various opposing forces are at work. Just consider what has been going on—I would say for about as long as this war has lasted—in terms of slander and suspicions regarding the intentions that I and a few others are pursuing. Opposing forces are, of course, also at play here.

[ 39 ] Das wird Ihnen auch aus der Art, wie wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben, klar sein, daß unsere Zeit Erneuerung ihres Geisteslebens braucht, daß unsere Zeit braucht ein Erwachen der Menschen aus gewissen Schlafzuständen. Immer wieder begegnen wir ja den Menschen, die da glauben: Nun ja, wir haben Krieg, dann kommt der Friede, und damit ist es abgetan. — So sind die Dinge nicht. Dasjenige, was heute geschieht, sind bedeutsame Zeichen. Niemand kann sie verstehen, diese Zeichen, der sich nicht geisteswissenschaftlich vertiefen will. Und da diese Zeiten so ernst sind, da es immer wieder und wieder härter werden wird, selbst solch ein Kampf, wie ihn unsere Freunde zu kämpfen haben, damit solche Veranstaltungen hier stattfinden können, möchte ich auch dieses Umstandes ganz besonders und in diesem Falle von mir aus sehr dankbar gedenken; dankbar gedenken auf der einen Seite aus der Gesinnung der Geisteswissenschaft heraus; dankbar, daß unsere Zürcher Freunde diesmal in einer so lieben und so eindringlichen Weise diesen Kampf gegen die ungünstigen Verhältnisse aufgenommen und keine Mühe gescheut haben, unter den ungünstigsten Verhältnissen Vortragsmöglichkeiten zu finden. So konnte die schöne Absicht, die sich diese Zürcher Freunde gesetzt haben, eben realisiert werden auch in dieser Zeit, wo man unter den immer mehr und mehr hereinbrechenden Widerständen der Zeit sehr schwer solche Veranstaltungsmöglichkeiten trifft. Insbesondere dies möchte ich erwähnen, daß sich ja diese Schwierigkeiten immer mehr und mehr häufen werden. Und da wir für die nächste Zukunft wohl daran zu denken haben, daß wir ausnützen müssen die Zeit, die wir uns für unsere Veranstaltungen noch erkämpfen können, möchte ich eben nicht unausgesprochen lassen diesen Dank an unsere lieben Zürcher Freunde, die sowohl für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge mit großer Mühe die Vortragsmöglichkeit geschaffen haben. Es wird ganz gewiß, wenn wir später die Dinge überblicken, uns als etwas Bedeutsames erscheinen, daß wir gerade in dieser Zeit, in dieser in so tragische Weltereignisse hineinfallenden Zeit in der Art zusammensein konnten, in der Art miteinander sprechen konnten, wie wir es getan haben.

[ 39 ] It will also be clear to you from the way we have spoken in these reflections that our time needs a renewal of its spiritual life, that our time needs people to awaken from certain states of slumber. Time and again, after all, we encounter people who believe: Well, we have war, then peace will come, and that’s the end of it.” — That is not how things are. What is happening today are significant signs. No one can understand these signs unless they are willing to delve deeply into spiritual science. And since these times are so serious, since conditions will become harsher and harsher—even a struggle such as the one our friends must wage to ensure that events like this can take place here—I would like to acknowledge this circumstance in a very special way and, in this instance, express my deep gratitude of my own accord; grateful, on the one hand, out of a spirit of spiritual science; grateful that our friends in Zurich have this time taken up this struggle against the unfavorable circumstances in such a loving and earnest way and have spared no effort to find opportunities for lectures under the most unfavorable conditions. Thus, the noble intention that these friends in Zurich set for themselves was able to be realized even in this time, when it is very difficult to find opportunities for such events amid the ever-increasing obstacles of the times. I would like to mention in particular that these difficulties will indeed continue to mount. And since we must bear in mind for the near future that we need to make the most of the time we can still secure for our events, I do not wish to leave unspoken this gratitude to our dear friends in Zurich, who, with great effort, have made these lecture opportunities possible—both for the public lectures and for these branch lectures. It will certainly seem significant to us later, when we look back on these events, that we were able—precisely at this time, a time marked by such tragic world events—to come together and speak with one another in the way that we did.

[ 40 ] So wollen wir denn im Sinne der geisteswissenschaftlichen Impulse auch weiterarbeiten und versuchen, dasjenige zu tun, was sich den schweren Zeitverhältnissen abgewinnen läßt, in der Überzeugung, die uns aus dem wahren Verständnisse der Geisteswissenschaft werden kann, daß wir, so unbedeutend es auch ausschauen mag im großen Strome der heutigen tragischen und verheerenden Ereignisse, damit etwas für diese Zeit außerordentlich Bedeutsames und Einschneidendes tun. Die Dinge, die wir so tun können, die strömen hinein in den Strom des Geschehens. Daß sie hineinströmen, mag es auch heute noch nicht sehr sichtbar sein, das hat doch eine Bedeutung. Sind wir von diesem Gedanken durchdrungen, dann wird dieser Gedanke uns die Kraft geben, weiterzugehen, und er wird selbst in sich die Kraft haben, um in der richtigen Weise wiederum seine Strahlen auszusenden in die Zeit. Solche Gedanken muß die Zeit aufnehmen. Leben wir in dieser Überzeugung wie in einer geistigen Atmosphäre! Werden kann sie uns aus der Geisteswissenschaft, wenn wir diese Geisteswissenschaft richtig verstehen.

[ 40 ] Let us, then, continue our work in the spirit of spiritual science and strive to do whatever can be gained from these difficult times, guided by the conviction—which can arise from a true understanding of spiritual science—that, however insignificant it may seem in the great torrent of today’s tragic and devastating events, are doing something of extraordinary significance and far-reaching impact for this time. The things we can do in this way flow into the stream of events. Even if it is not yet very visible today that they are flowing into it, this still has significance. If we are imbued with this thought, then this thought will give us the strength to continue, and it will itself have the power to radiate its light into the present in the right way. Such thoughts must be embraced by our time. Let us live in this conviction as if in a spiritual atmosphere! It can come to us from spiritual science, if we understand this spiritual science correctly.

[ 41 ] In diesem Sinne bleiben wir ferner zusammen, meine lieben Freunde.

[ 41 ] With this in mind, let us remain united, my dear friends.