How Individual Spirit Beings Work in the Human Soul
GA 178
18 November 1917, Dornach
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7. Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund I
Lecture I
[ 1 ] Sie erinnern sich an die Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten an verschiedene Behauptungen und Aufstellungen der gegenwärtigen Psychoanalytiker. Es kam mir bei jenen Betrachtungen darauf an, Klarheit anzuregen darüber, daß der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. Und solange man nicht über diesen Begriff des Unbewußten einen rein negativen Begriff — hinauskommen wird, wird man nicht anders sagen können, als daß diese Psychoanalyse mit unzulänglichen Erkenntnismitteln an einem von der Gegenwart ganz besonders geforderten Phänomen arbeitet. Und weil die Psychoanalytiker auf der einen Seite sich bestreben, das Geistig-Seelische zu erforschen und, wie wir gesehen haben, dieses Geistig-Seelische auch im sozialen Leben verfolgen, so muß man sagen, daß hier ein Ansatz ist, der immerhin mehr bedeutet als dasjenige, was die offizielle Universitätswissenschaft gerade auf diesem Gebiete liefern kann. Aber auf der andern Seite, weil die analytische Psychologie versucht, durch das Pädagogische, durch das Therapeutische und wahrscheinlich demnächst auch durch das Sozialpolitische in das Leben einzugreifen, sind die Gefahren, die mit einer solchen Sache doch verbunden sind, immerhin als sehr ernstliche anzusehen.
[ 1 ] You will remember our considering various views and statements associated nowadays with the psycho-analysts. [See Psycho-Analysis in the Light of Anthroposophy (published in U.S.A.).] The essential point was to bring out clearly the fact that the idea of the unconscious which prevails in psychoanalysis is unfounded. As long as this idea—a purely negative idea—persists, we are bound to say that psychoanalysis is approaching with inadequate means of knowledge a phenomenon of quite special importance for our time. And because the psycho-analysts are trying to explore the mind and soul and—as we have seen—to study their implications for social life, we must say that their way of approach is far more significant than anything academic studies have to offer in the same field. On the other hand, because psycho-analysis is trying, through pedagogy and therapeutics, and soon, probably, through social and political ideas, to carry its influence deeply into human living, so the dangers bound up with such an approach must always be taken very seriously.
[ 2 ] Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe schen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.
[ 2 ] Now the question arises: What really is it that these modern researchers cannot reach and do not want to reach? They recognise that a soul-element exists outside consciousness; they search for it outside consciousness; but they cannot bring themselves to the point of recognising the spirit itself. The spirit can never be grasped through the idea of the unconscious, for unconscious spirit is like a man without a head. I have indeed called your attention to the fact that there are people, victims of certain hysterical conditions, who when they walk about in the streets see people only as bodies, minus their heads. That is a definite malady. So among present-day researchers there are some who believe they can discern the entire spirit, but as they suppose it to be unconscious, they show that they are under the delusion that an unconscious spirit, a spirit without consciousness, would be found by anyone who crosses the threshold—whether in the right sense, as described on the ground of spiritual-scientific research, or because of the kind of abnormal malady that comes to the attention of the psycho-analysts.
[ 3 ] Wenn man die Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Man muß nur aufsuchen die Bedingungen, unter denen das betreffende Bewußtsein steht; man muß eben gerade durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit haben, zu erkennen, welche Art von Bewußtsein eine bestimmte Geistigkeit hat. Wenn wir also hier vor acht Tagen den Fall jener Dame angeführt haben, welche aus einer Gesellschaft herausgeht, dann vor den Pferden einherläuft, abgehalten wird in einen Fluß zu springen, dann zurückgetragen wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, um dort mit dem Hausherrn zusammengebracht zu werden, weil sie den Hausherrn in irgendeiner ihr unklaren, unterbewußten Weise liebt, dann darf nicht gesagt werden, daß der Geist, der nicht dem Bewußtsein dieser Dame angehört, der sie drängt und führt, ein unbewußter Geist sei, oder daß er ein unbewußtes Seelisches sei: der ist etwas sehr Bewußtes. Die Bewußtheit dieses dämonischen Geistes, der diese Dame wiederum zurückführt zu dem unrechtmäßig Geliebten, dieser Dämon ist sogar viel gescheiter in seinem Bewußtsein als die Dame in ihrem Oberstübchen — wollte sagen: Bewußtsein — eigentlich ist. Und diese Geister, wenn der Mensch in irgendeiner Weise die Schwelle seines Bewußtseins überschreitet, diese Geister, die da regsam, wirksam werden, das sind nicht unbewußte Geister, das sind solche Geister, die sehr gut für sich bewußt regsam, wirksam werden. Das Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen, hat gar keinen Sinn; denn ebensogut könnte ich, wenn ich bloß von mir aus sprechen würde, von der ganzen erlauchten Versammlung, die hier sitzt, sagen, sie ist mein Unbewußtes, wenn ich nichts davon weiß. Ebensowenig darf man die geistigen Wesenheiten, die um uns sind und die in einem solchen Falle erfassen die Persönlichkeit, wie in dem Fall, den ich Ihnen vor acht Tagen erzählte, ebensowenig dürfen wir diese unbewußte Geister nennen. Sie sind unterbewußt; sie sind nicht erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber für sich sind sie vollständig bewußt.
[ 3 ] When we cross the threshold of consciousness, we always come into a realm of spirit; whether it is a subconscious or a super-conscious realm makes no difference. We always enter a realm where the spirit is in some sense conscious, where it displays a consciousness of some kind. We have to find out the conditions under which a given form of consciousness prevails; we must even gain through Spiritual Science the possibility of recognising which kind of consciousness a particular spirituality has. I have told you of the case of the lady who leaves a party, runs in front of a cab-horse, is restrained from jumping into the river and taken back to the house she had just left, so that she is again under the same roof as the host, with whom she is subconsciously in love. In such a case it should not be said that the spirit which is outside the lady's consciousness, the spirit which urges and directs her, is an unconscious part of the soul: it is highly conscious. The consciousness of this demonic spirit (which led the lady back to her unlawful lover) is even much cleverer than is the lady in her upper storey—I should say, her consciousness. And these spirits, which are encountered whenever the threshold of consciousness is crossed in one way or another, and are active and potent there, are not unconscious; they are very effectively conscious for the purpose of their own activities. The phrase, “unconscious spirit,” as used by the psycho-analysts, makes no sense: I could just as well say, if I wished to speak merely from my own point of view, that the whole distinguished company seated here are my unconscious, supposing I knew nothing of them. Just as little can one describe as “unconscious spirits” those spiritual beings who are all around us, and who may lay hold of a personality, as in the case I told you about a week ago. They are not unconscious; they are outside the range of our normal consciousness, but they are fully conscious on their own account.
[ 4 ] Dies ist — gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit — außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch ? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.
[ 4 ] It is extraordinarily important—precisely in connection with the task of Spiritual Science in our time—to be aware of this, for knowledge of the spiritual realm that lies beyond the threshold, which means a knowledge of real, conscious individualities, is not simply a discovery of present-day Spiritual Science; it is in fact a primordial knowledge. In earlier times it came through old, atavistic clairvoyance. To-day it has to be attained gradually, by other methods. But knowledge of these spiritual beings, who live outside our consciousness under conditions different from ours, but have an enduring relationship with human beings and can lay hold of a person's thinking, feeling and willing—this knowledge has always been there. And within certain brotherhoods, who always looked on this knowledge as their secret property, it was treated as highly esoteric. Why was this so? To discuss this question fully would take us too far just now, but it must be said that particular brotherhoods were honestly convinced that the great majority of people were not ripe for this knowledge. And indeed this was true up to a certain point. But many other brotherhoods, called those of the left, tried to keep this knowledge for themselves, because when it is possessed by a small group, it gives them power over others who do not have it. And so endeavours were always made by certain groups to assure them power over others. Thus it could come about that a certain kind of knowledge was regarded as an esoteric possession, but was in fact utilised in order to gain power over one thing or another.
[ 5 ] In der heutigen Zeit ist es ganz besonders notwendig, über diese Dinge sich wirklich aufzuklären. Denn Sie wissen, seit 1879 — ich habe das gerade in den letzten Vorträgen ausgeführt — lebt die Menschheit in einer ganz besonderen spirituellen Situation. Ganz besonders wirksame Geister der Finsternis sind seit 1879 aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen versetzt, und diejenigen, welche die Geheimnisse, die zusammenhängen mit dieser Tatsache, in unberechtigter Weise innerhalb von kleinen Gruppen halten, die können alles mögliche anrichten mit diesen Dingen. Nun werde ich Ihnen zunächst heute zeigen, wie gerade gewisse Geheimnisse, welche die Entwickelung der Gegenwart betreffen, in unrichtiger Weise ausgenutzt werden können. Sie müssen nur dann gut zusammenhalten dasjenige, was ich heute sagen werde, was mehr historischer Art sein wird, und dasjenige, was ich morgen dazu sagen werde.
[ 5 ] In this present time it is particularly necessary to be really clear about these things. For you know that since 1879 mankind has been living in a very special spiritual situation. Quite particularly powerful spirits of darkness were then cast down from the spiritual world into the human realm, and those persons who in a wrongful way keep the secrets connected with this event in the possession of their small groups are able to bring about everything possible by this means. Now I will first of all show you how certain secrets which concern present-day developments can be wrongfully made use of. You must then take care to bring what I am going to say to-day, rather on historical lines, into close connection with what I shall be adding tomorrow.
[ 6 ] Sie wissen alle: seit längerer Zeit wird innerhalb unserer anthroposophischen geisteswissenschaftlichen Strömung aufmerksam darauf gemacht, wie dieses 20. Jahrhundert dasjenige ist, welches ein besonderes Verhältnis der Menschheitsentwickelung zu dem Christus bringen soll, zu dem Christus insoferne, als im Laufe des 20. Jahrhunderts — schon in der ersten Hälfte, wie Sie wissen — dieses Ereignis eintreten soll, das ja auch in dem ersten meiner Mysteriendramen angedeutet ist, daß für eine genügend große Anzahl von Menschen im Ätherischen der Christus eine wirklich daseiende Wesenheit sein soll.
[ 6 ] As you all know, attention has often been called within our movement to the fact that this century should bring human evolution into a special relationship with the Christ, in the sense that during this century—and even during the first half of it—the event indicated in my first Mystery Play is to come about: the Christ will appear to an increasing number of people as a Being truly and immediately present in the etheric realm.
[ 7 ] Nun wissen wir, wir leben eigentlich in der Zeit des Materialismus. Wir wissen, daß seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Materialismus auf seinen Höhepunkt gelangt ist. Aber in der Wirklichkeit müssen Gegensätze zusammenfallen. Gerade der Höhepunkt des Materialismus in der Menschheitsentwickelung muß auf der andern Seite zusammenfallen mit jener Verinnerlichung der Menschheitsentwickelung, die dazu führt, daß der Christus wirklich ätherisch geschaut wird. Man kann begreifen, daß gerade die Bekanntmachung dieses Geheimnisses von dem Schauen des Christus, von diesem neuen Verhältnis, das der Christus mit der Menschheit eingehen soll, Mißstimmung und Widerwillen hervorruft bei jenen Menschen, welche als Angehörige gewisser Brüderschaften dieses Ereignis vom 20. Jahrhundert, dieses Ereignis der Erscheinung des ätherischen Christus ausnutzen wollen in ihrem Sinne und es nicht zu einem Gemeingut der allgemeinen menschlichen Erkenntnis machen wollen. Es gibt Brüderschaften — und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt —, es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» — das «gescheite Leute» ist jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt —, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreife, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien. Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.
[ 7 ] Now we know that we are living in the age of materialism, and that since the middle of the nineteenth century this materialism has reached its peak. But in reality opposites always occur together. Precisely the high-point of materialism is necessarily accompanied by that inward development which makes it possible for the Christ to be really seen in the etheric realm. You can understand that a disclosure of this secret, concerning the etheric manifestation of Christ and the resulting new relationship of the Christ to human evolution, gives rise to resentment and ill-will among those members of certain brotherhoods who wished to make use of this event, the appearance of the etheric Christ, for their own purposes and did not want it to become the common property of mankind. There are brotherhoods—and brotherhoods always influence public opinion by disseminating this or that in such a way that it will disturb people as little as possible—who put out the idea that the time of materialism will soon be over, or indeed that it is already at an end. The poor, pitiable “clever people,” who to-day are promoting through so many gatherings and books and societies the idea that materialism is finished and that something of the spirit is now within reach, but without ever being able to offer people more than the word “spirit” and little phrases of a similar kind—these people are all more or less in the service of those who have an interest in declaring what is not true: that materialism is in ruins. That is far from true: on the contrary, a materialistic outlook makes progress and prospers best when people are taught that they are no longer materialists. The materialistic outlook is fast making headway and will continue to advance for some four or five hundred years.
[ 8 ] Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist. Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse, So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Treufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.
[ 8 ] The essential thing, as has often been emphasised here, is to be clearly conscious of the facts. Mankind will begin to recover when, through work in the life of the spirit, people come to know and to see in its true light the fact that the fifth post-Atlantean epoch is intended to create a materialistic state of being out of the general stream of human evolution. But all the more, then, must a spiritual state of being be set in opposition to this materialism. What people in our epoch must learn is the need to wage a fully conscious fight against the evil that is making its way into human evolution. Just as in the fourth epoch the struggle was to come to terms with birth and death, so now we have to come to terms with evil. Therefore the point is to grasp spiritual teaching with full consciousness, not to throw sand in the eyes of our contemporaries, as though the devil of materialism were not there. Those who handle these matters in an unrightful way know as well as I do about the event of the Christ-appearance, but they deal with it differently. And to understand this, we must pay attention to the following.
[ 9 ] Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! — Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! — Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen.
[ 9 ] Now that we are living in the fifth post-Atlantean epoch, it is quite wrong to say, as many people are comfortably fond of saying: “During this life between birth and death, the best thing is to give oneself over to living; whether after death we enter a spiritual world will be revealed soon enough—we can wait for that. Here and now we will enjoy our life, as though only a material world exists; if we do pass beyond death into a spiritual world, then we shall know whether a spiritual world is there!” That is about as clever as if someone were to take an oath and say: “As truly as there is a God in Heaven, I am an atheist!” Yet there are many people who take the line: “After death we shall know what things are like there. Until then, there is no need to occupy oneself with any kind of spiritual knowledge.”
[ 10 ] Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen. Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, auf welche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er — und das dauert eine lange Zeit — gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann. Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die — man kann es nur mit Mitleid sagen — sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zetstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum.
[ 10 ] This way of thinking has been very tempting always, in all epochs, but in our epoch it is particularly disastrous, because the temptation to indulge in it comes very close to people owing to the power and prevalence of evil. When under present-day conditions of evolution a man goes through the portal of death, he takes with him the modes of consciousness he has developed between birth and death. If he has occupied himself entirely with concepts and ideas and experiences drawn from the material world, the world of the senses, he condemns himself to dwell after death in an environment related to those ideas. While a man who has absorbed spiritual concepts enters the spiritual world in the right way, a man who has refused to accept them will have to remain tied to earthly relationships in a certain sense, until—and it takes a long time—he has learnt over there to absorb enough spiritual ideas to carry him into the spiritual world. Accordingly, whether or not we have absorbed spiritual ideas in this life determines our environment over there. Many of those—one can say it only with sympathy—who resisted spiritual ideas during this life, or were prevented from absorbing them, are to be found wandering about the earth, still bound to the earthly realm. And a soul in this situation, no longer shut off from its surroundings by the body, and no longer prevented by the body from working destructively—such a soul, if it continues to dwell in the earth-sphere, becomes a destructive centre.
[ 11 ] Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.
[ 11 ] Thus we see that in these cases—we might call them normal nowadays—when the threshold of death is crossed by souls who have not wanted to have anything at all to do with spiritual ideas and feelings, the souls become destructive centres, because they are held back in the earth-sphere. Only those souls who in this life are permeated by a certain connection with the spiritual world go through the gate of death in such a way that they are accepted in the spiritual world, set free from the earth-sphere, and are able to weave the threads that can continually be woven from themselves to those they have left behind. For we must be clear about this: the spiritual threads between the dead and those of us who were close to them are not severed by death; they remain and are indeed much more intimate than they were during life.
[ 12 ] Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.
[ 12 ] This that I have been saying must be taken as a very serious and important truth. Once again, it is not something known to me alone; others know that this is how things are at the present time. But there are many who make use of this truth in a very bad sense. For while there are misguided materialists who believe that this life is the only life, there are also initiates who are materialists and who disseminate materialistic teachings through their brotherhoods. You must not suppose that these materialists take the feeble-minded view that there is no such thing as spirit, or that men have no souls which can live independently of the body. You can be sure that anyone who has been really initiated into the spiritual world will never succumb to the foolishness of believing only in matter. But there are many who have a certain interest in spreading materialism and try by all sorts of means to ensure that the majority of men will believe only in materialism and will live wholly under its influence. And there are brotherhoods led by initiates who have this interest. It suits these materialists very well when it is constantly said that materialism has already been overcome. For anything can be promoted by talking about it in an opposing sense; the necessary manoeuvres are often highly complicated.
[ 13 ] Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein: spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen so, daß diese Menschenseelen nach dem T'oode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann — was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt — die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.
[ 13 ] What then are the aims of these initiates, who in reality know very well that the human soul is a purely spiritual entity, independent of the body, and nevertheless cherish and cultivate a materialistic outlook in other people? What they want is that the largest possible number of souls should absorb only materialistic ideas between birth and death. Thus these souls are made ready to linger on in the earth-sphere, to be held back there. And now observe that there are brotherhoods which are equipped to know all about this. These brotherhoods prepare certain human souls to remain after death in the realm of the material; then they arrange things—and this is quite possible for their infamous power—so that these souls come under the aegis of their brotherhood, and from this the brotherhood gains enormous strength. So these materialists are not materialists, for they believe in the spirit—these initiate-materialists are not so foolish as not to do that, and indeed they know the truth about the spirit well enough—but they compel human souls to remain bound to the material realm after death, in order to be able to use these souls for their own purposes. Thus these brotherhoods build up a sort of clientele of souls from among the dead who remain in the earth-sphere. These souls have in them certain forces which can be guided in the most varied ways, and by this means it is possible to achieve quite special opportunities for exercising power over those who are not initiated into these things.
[ 14 ] Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.
[ 14 ] Nothing less than that, you see, is the plan of certain brotherhoods. And nobody will understand these matters clearly unless he keeps the dust out of his eyes and refuses to be put off by suggestions that either such brotherhoods do not exist or that their activities are harmless. They are in fact extremely harmful; the intention of these initiates is that men should be led farther and farther into materialism, and should come to believe that there are indeed spiritual forces, but that these are no more than certain forces of nature.
[ 15 ] Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um die Sache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, er probten Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmloseMenschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen (es wird gezeichnet): Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.
[ 15 ] Now I would like to describe for you the ideal that these initiates cherish. A certain effort is necessary to understand these things. Picture a world of harmless people: they are a little misled by the prevailing materialistic ideas, a little led away from the old well-founded religious ideas. Picture this—perhaps a diagram will be helpful. Here (larger circle) is a realm of harmless human beings. They are not very clear about the spiritual world; misled by materialism, they are not sure what attitude to take towards the spiritual world, and especially towards those who have passed through the gate of death.


[ 16 ] Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben. Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.
[ 16 ] Now consider this: here (smaller circle) we have the realm of such a brotherhood as I have described. Its members are engaged in spreading the doctrine of materialism; they are taking care to see that these people shall think in purely materialistic terms. In this way they are training souls to remain in the earth-sphere after death. These souls will become a clientele of the lodge; appropriate measures can be taken to hold them within the lodge. Thus the brotherhood has created a lodge which embraces both the living and the dead; but the dead are those who are still related to the forces of the earth.
[ 17 ] Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen — ich bitte Sie, das zu berücksichtigen —, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen, bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.
[ 17 ] It was then arranged that seances should be held, as they were during the second half of the nineteenth century. Then it can come about—please note this carefully—that what takes place in the seances is directed, with the help of the dead, by the lodge. But the real intention of the Masters who belong to lodges of that kind was that people should not know that they were dealing with the dead, but should believe that they were in touch simply with higher forces of nature. They were to be convinced that these higher forces, psychic forces and the like, do exist, but that they are higher forces of nature and nothing more. They were to get the idea that just as electricity and magnetism exist, so are there higher forces of a similar kind. The fact that these forces come from souls is precisely what the leaders of the lodge keep hidden. In this way the “harmless” people gradually become entirely dependent in their soul-life on the lodge, without knowing that they are dependent or from what source they are being guided.
[ 18 ] Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon. Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sich das Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht — diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen —, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen — das haben sie erwartet — sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. — Und sie waren dann enttäuscht, die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte —, sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. — Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen. Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der T'oten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie. Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.
[ 18 ] The only weapon against these procedures is to know about them. If we know about them, we are protected; if we take them seriously and believe in the truth of our knowledge, we are safe. But we must not take too comfortably the task of making this knowledge our own. It is not yet too late. I have often insisted that these matters can be clarified only by degrees, and that only by degrees can I bring together the essential facts to complete the picture. As I have often told you, in the course of the nineteenth century many brotherhoods introduced spiritualism in an experimental way, in order to see if they had got as far with mankind as they wished. Their expectation was that at the spiritualistic seances people would take it that higher nature-forces were at work. The brothers of the left were disappointed when most people assumed, instead, that spirits of the dead were manifesting. This was a bitter disappointment for these initiates; it was just what they did not want. They wanted to deprive mankind of belief in survival after death. The efficacy of the dead and their forces was to remain, but the correct, important idea that the manifestations came from the dead—this was to be taken away. This is a higher form of materialism; a materialism which not only belies the spirit but tries to drag it down into the material realm. You see, materialism can have forces which lead to a denial of itself. People can say: “Materialism has gone—we are already talking of the spirit.” But a person can remain a thorough materialist if he treats the whole of nature as spirit in such a way that psychism emerges. The only right way is to learn how to see into the real spiritual world, the world of actual spirituality.
[ 19 ] Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.
[ 19 ] Here we have the beginning of a trend which will gather force throughout the next four or five hundred years. For the moment the evil brotherhoods have put the brake on, but they will continue their activities unless they are stopped—and they can be stopped only if complacency regarding the spiritual-scientific world-outlook is overcome.
[ 20 ] Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.
[ 20 ] Thus these brothers over-reached themselves in their spiritualistic seances: instead of concealing themselves, they were shown up. It made them realise that their enterprise had not gone well. Therefore these same brotherhoods endeavoured, from the nineties onwards, to discredit spiritualism for a time. On this path, you see, very incisive results are achieved by spiritual means. And the aim of it all is to gain greater power and so to take advantage of certain conditions which must come about in the course of human evolution.
[ 21 ] Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit — und Logen sind ja auch im Irdischen — wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha. Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Weltheilung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.
[ 21 ] There is something that works against this materialising of human souls, this exile of souls in the earthly sphere. The lodges exist on earth, and if the souls are to manifest and to be made use of in the lodges, they must be kept in this earthly exile. The power that works against these endeavours to operate through souls in the earthly realm is the impulse of the Mystery of Golgotha. And this also is the healing impulse which acts against the materialising of souls. Now the way taken by the Christ is altogether outside the wills and intentions of men. Hence there is no man anywhere, and no initiate, whatever his knowledge, who can influence those actions of the Christ which in the course of the twentieth century will lead to that appearance of which I have often spoken to you and which you can find indicated in the Mystery Plays. That rests entirely with Christ alone. The Christ will be present as an etheric Being within the earth-sphere. The question for men is how they are to relate themselves to Him. No one, not even the most powerful initiate, has any kind of influence over this appearance. It will come! I beg you to keep firm hold of that. But measures can be taken with the aim of seeing to it that this Christ-Event is received in one way or another and has this or that effect.
[ 22 ] Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter kommen soll, für eine andere Wesenheit — wir werden darüber noch genauer sprechen —, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.
[ 22 ] Indeed, the aim of those brotherhoods I have spoken of, who wish to confine human souls in the material realm, is that the Christ should pass by unobserved in the twentieth century; that His coming as an etheric individuality should not be noticed by men. And this endeavour takes shape under the influence of a quite definite idea and a quite definite purpose. These brotherhoods want to take over the Christ's sphere of influence, which should spread out more and more widely during the twentieth century, for another being (of whom we will later speak more precisely). There are Western brotherhoods who want to dispute the impulse of the Christ and to set in His place another individuality who has never appeared in the flesh—an etheric individuality, but a strongly Ahrimanic one.
[ 23 ] Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen. Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.
[ 23 ] All these methods I have told you about, this working with the dead and so on, have finally one single purpose—to lead people away from the Christ who has passed through the Mystery of Golgotha, and to assign to another being dominion over the earth. This is a very real battle, not an affair of abstract concepts; a real battle which is concerned with setting another being in place of the Christ-Being for the rest of the fifth post-Atlantean epoch, for the sixth epoch and for the seventh. One of the tasks of healthy, honest spiritual development will be to destroy and make away with such endeavours, which are anti-Christian in the highest degree. For this other being, whom these brotherhoods want to set up as a ruler, will be called “Christ” by them; yes, they will really call him “Christ!” And it will be essential for people to learn to distinguish between the true Christ, who will not this time appear in the flesh, and this other being who is marked off by the fact that he has never been embodied on the earth. It is this etheric being whom these brotherhoods want to set in the place of Christ, so that the Christ may pass by unobserved.
[ 24 ] Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des 20. Jahrhunderts zu fälschen. Ja, wer das Leben nur an seiner Oberfläche so beobachtet, vor allen Dingen die äußerlichen Diskussionen über den Christus und die Jesus-Frage und so weiter, der sieht eben nicht in die Tiefe. Das ist Nebel, das ist Dunst, was den Leuten vorgemacht wird, um sie gerade abzulenken von den tieferen Dingen, von demjenigen, um was es sich eigentlich handelt. Wenn die Theologen über den Christus diskutieren, so ist in allen solchen Diskussionen immer von irgendwoher ein spiritueller Einfluß, und diese Leute fördern da ganz andere Ziele und Zwecke, als sie selbst mit ihrem Bewußtsein glauben.
[ 24 ] Here is one side of the battle, which is concerned with falsifying the appearance of Christ during the twentieth century. Anyone who looks only at the surface of life, and pays heed to all the external discussions about Christ and the Jesus-question, and so on, knows nothing of the deeper facts. All these discussions serve only to hide the real issues and to lead people away from them. When the theologians discuss “Christ” in this way, a spiritual influence from somewhere is always at work, and these learned men are in fact furthering aims and purposes quite different from those they are aware of.
[ 25 ] Das ist nun das Gefährliche des Begriffes des Unbewußten, daß man selbst über solche Verhältnisse heute die Leute ins Unklare hineinreitet. Während solche bösen Brüderschaften sehr bewußt ihre Zwecke verfolgen, wird natürlich das, was diese Brüderschaften bewußt verfolgen, zum Unbewußten für diejenigen, die auf der Oberfläche eben allerlei Diskussionen und dergleichen anstellen. Aber man trifft das Wesen der Sache nicht, wenn man vom Unbewußten redet; denn dieses sogenannte Unbewußte ist einfach jenseits der Schwelle des gewöhnlichen Bewußtseins, und es ist diejenige Sphäre, in welcher der Wissende solche Dinge entfalten kann. Sehen Sie, das ist eigentlich eine Seite der Sache, daß es wirklich so ist, daß sich gegenüberstellt eine Summe von Brüderschaften, welche die Wirksamkeit des Christus durch die Wirksamkeit einer andern Individualität ersetzen wollen und alle Dinge so einrichten, daß sie dieses erreichen.
[ 25 ] This is the danger of the idea of the unconscious: it leads to unclear thinking about all such connections. While the evil brotherhoods pursue their aims very consciously, these aims never enter the consciousness of the people who engage in all sorts of superficial discussions. We lose the truth of these things by talking of the “unconscious,” for this so-called unconscious is merely beyond the threshold of ordinary consciousness, and is the very sphere in which someone who knows about these things can manipulate them. Here we have one side of the situation: a number of brotherhoods actually do wish to substitute for the working of Christ the working of another being and are ready to use any means to bring this about.
[ 26 ] Dem gegenüber stehen östliche Brüderschaften, namentlich indische, die nicht minder bedeutungsvoll eingreifen wollen in die Entwickelung der Menschheit. Diese indischen Brüderschaften wiederum, die verfolgen ein anderes Ziel; sie haben niemals eine Esoterik entwickelt, diese indischen Brüderschaften, durch die sie Tote in ihren Bereich, in den Bereich ihrer Logen etwa hereinbringen würden; das liegt ihnen fern, solche Dinge wollen sie nicht. Aber sie wollen auf der andern Seite auch nicht, daß das Mysterium von Golgatha mit seinem Impuls die Entwickelung der Menschheit ergreife. Das wollen sie auch nicht. Sie wollen aber nicht, weil ihnen die Toten nicht in der Weise zur Verfügung stehen, wie ich das bei den westlichen Brüderschaften angedeutet habe, sie wollen den Christus — der ja als ätherische Individualität im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Menschheitsentwickelung eintreten wird — nicht bekämpfen durch Aufstellen einer andern Individualität; dazu brauchten sie die Toten, und die haben sie nicht, dagegen wollen sie das Interesse ablenken von diesem Christus; sie wollen nicht hochkommen lassen das Christentum, diese östlichen Brüderschaften, namentlich die indischen. Sie wollen nicht das Interesse für den wirklichen, durch das Mysterium von Golgatha gegangenen Christus hochkommen lassen, der in einer einmaligen Inkarnation hier auf der Erde war drei Jahre lang und der dann nicht mehr in einer Inkarnation auf die Erde kommen kann. Tote wollen diese in ihren Logen nicht benutzen, aber doch auch etwas anderes als bloß das, was sie selber sind als lebende Menschen. In diesen indischen, östlichen Logen, da wird nämlich statt der Toten der westlichen Logen eine andere Art von Wesenheiten benutzt.
[ 26 ] On the other side are certain Eastern brotherhoods, especially Indian ones, who want to intervene no less significantly in the evolution of mankind. But they have a different purpose: they have never developed an esoteric method of achieving something by drawing the souls of the dead into the purview of their lodges: that is far removed from their aims. But in their own way they also do not want the impulses of the Mystery of Golgotha to work into the course of human evolution. Since the dead are not at their disposal, as they are for some of the Western brotherhoods I have mentioned, they do not wish to set against the Christ, who is to appear as an etheric individuality during the twentieth century, some other individuality; for that they would need the dead. But they do want to distract attention from the Christ; to prevent Christianity from rising to supremacy; to obscure the truth about the Christ, who passed through the Mystery of Golgotha after His one and only incarnation of three years on earth, and who cannot be incarnated again on earth. These brotherhoods do not want to control the dead in their lodges: in place of the dead they employ beings of another kind.
[ 27 ] Wenn der Mensch stirbt, so hinterläßt er ja seinen ätherischen Leib; der trennt sich sehr bald nach dem Tode, wie Sie wissen. Dieser ätherische Leib wird unter normalen Verhältnissen von dem Kosmos aufgenommen. Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt. Aber vor dem Mysterium von Golgatha, und auch noch nach dem Mysterium von Golgatha, namentlich in östlichen Gegenden, war etwas ganz Bestimmtes möglich. Wenn der Mensch einen solchen Ätherleib abgibt nach dem Tode, so können gewisse Wesenheiten diesen Ätherleib beziehen; sie werden dann ätherische Wesenheiten mit solchen von den Menschen abgelegten Ätherleibern. So daß es vorkommt in östlichen Gegenden, daß, jetzt nicht tote Menschen, aber allerlei dämonische Geister veranlaßt werden, abgelegte Ätherleiber von Menschen anzuziehen. Und solche mit Ätherleibern von Menschen angetanen dämonischen Geister, die werden in die östlichen Logen aufgenommen. Die westlichen Logen also, die haben direkt in die Materie gebannte Tote; die östlichen Logen der linken Hand haben dämonische Geister; also Geister, die nicht der Erdenentwickelung angehören, die aber dadurch sich in die Erdenentwickelung hineinschleichen, daß sie anziehen von Menschen abgelegte Ätherleiber.
[ 27 ] When a man dies, he gives up his etheric body, which separates from the physical body, as you know, soon after death, and is then normally taken up into the cosmos. This is a somewhat complicated process; I have described it for you in various ways. But before the Mystery of Golgotha something else was possible, and even afterwards it was still possible, especially in the East. When a man surrenders his etheric body after death, certain beings can clothe themselves in it and become etheric beings with the aid of these etheric bodies of dead men. This is what happens in the East: demonic beings are enticed to clothe themselves in the etheric bodies which men have cast aside; and it is these spirits who are drawn into the Eastern lodges. The Western lodges, therefore, have the dead who are banished into matter; the Eastern lodges of the left have demonic spirits—spirits who do not belong to earth-evolution but have insinuated themselves into it by donning the discarded etheric bodies of dead men.
[ 28 ] Exoterisch macht man das so, daß man diese Tatsache in Verehrung umwandelt. Sie wissen, daß zu den Künsten gewisser Brüderschaften die Hervorrufung der Illusionen gehört, weil, wenn die Menschen nicht wissen, wie weit Illusion überhaupt in der Wirklichkeit vorhanden ist, sie sehr leicht durch künstlich hervorgerufene Illusionen getäuscht werden können. Man macht also das, was man da erreichen will, indem man dies in die Form von Verehrung kleidet. Also denken Sie sich, ich habe einen Stamm von Menschen, einen zusammengehörigen Stamm; dem sage ich — nachdem ich vorher als ein «böser» Bruder bei einem Vorfahr die Möglichkeit herbeigeführt habe, daß der Ätherleib bezogen wird von einem dämonischen Wesen —, dem sage ich, er müsse diesen Ahnen verehren. Der Ahne ist einfach derjenige, der abgelegt hat seinen Ätherleib, welcher von Dämonen bezogen ist durch die Machinationen der Loge. Man führt also die Ahnenverehrung ein. Aber diese Ahnen, die verehrt werden, die sind einfach irgendwelche dämonischen Wesenheiten in dem Ätherleib des betreffenden Ahnen.
[ 28 ] Esoterically, the procedure is to make this fact into an object of worship. You know that the calling up of illusions belongs to the arts of certain brotherhoods, because when men are not aware of how far illusion is present in the midst of reality, they can easily be taken in by skilfully produced illusions. The immediate object is achieved by introducing a certain form of worship. Suppose I have a group of men with a common ancestry; then, after as an “evil” brother I have made it possible for the etheric body of a certain ancestor to be taken over by a demonic spirit, I tell the people that this ancestor is to be worshipped. The ancestor is simply the man whose cast-off etheric body has been taken over, through the machinations of the lodge, by a demonic spirit. So ancestor-worship is introduced, but the ancestors who are worshipped are simply whatever demonic beings have clothed themselves in the etheric bodies of these ancestors.
[ 29 ] Man kann nun die Weltanschauung der östlichen Menschen dadurch abbringen von dem Mysterium von Golgatha, daß man in dieser Weise arbeitet wie in den östlichen Logen. Dann wird auch dadurch für die östlichen Menschen, für die Menschen vielleicht überhaupt — das will man ja erreichen — das erreicht, daß der Christus als Individualität, wie er über die Erde gehen soll, unbemerkt bleibt. Also die wollen nicht einen andern Christus substituieren, sondern sie wollen nur, daß die Erscheinung des Christus Jesus unbemerkt bleibe.
[ 29 ] The Eastern peoples can be diverted from the Mystery of Golgotha by methods such as these. The result will be that for Eastern peoples—or perhaps for people generally, since that is the ultimate aim—the coming manifestation of Christ in our earthly world will pass unnoticed.
[ 30 ] So wird gewissermaßen von zwei Seiten ein Kampf geführt gegen den ätherisch zutage tretenden Christus-Impuls im Laufe des 20. Jahrhunderts. In diese Entwickelung ist die Menschheit wirklich hineingestellt. Und was so im einzelnen geschieht, das ist eigentlich nur immer eine Konsequenz desjenigen, was sich als die großen Impulse in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Deshalb ist es ja so traurig, daß man den Menschen immer wieder vormachen will, wenn Unbewußtes, sogenanntes Unbewußtes in ihnen wirkt, so seien dies irgendwelche zurückgetretenen, was weiß ich, Liebesaffekte oder dergleichen, während in der Tat der Impuls sehr bewußter Geistigkeit von allen Seiten her durch die Menschheit geht, aber relativ unbewußt bleibt, wenn man sich nicht in seinem Bewußtsein um ihn bekümmert.
[ 30 ] These Eastern lodges do not want to substitute another Christ; they want only that the appearance of Christ Jesus shall not be noticed. There is thus an attack from two sides against the Christ Impulse that is to manifest in etheric form during the twentieth century; and this is the situation in which we stand to-day. Particular trends are always only an outcome of what the great impulses in human evolution are bringing about. That is why it is so saddening to hear it said continually that influences from the unconscious, the so-called unconscious, are an effect of suppressed love or the like, when in fact influences from a highly conscious spirituality are at work on humanity from all sides, while remaining relatively unconscious if no conscious attention is paid to them.
[ 31 ] Zu diesen Dingen müssen Sie verschiedenes andere hinzunehmen. Die Menschen, welche es mit der Menschheitsentwickelung ehrlich gemeint haben von jeher, die haben mit solchen Dingen, wie wir sie jetzt charakterisiert haben, immer gerechnet und — viel mehr kann und darf auch der Mensch nicht tun — von ihrer Seite das Richtige unternommen.
[ 31 ] We must now bring in some further considerations. Men with good intentions for the development of mankind have always reckoned with the activities I have just described and have done their best—and no man can or should be expected to do more—to set things right.
[ 32 ] Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Binweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert — Sie wissen: 1413 — die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?
[ 32 ] A particularly good home for spiritual life, protected against all possible illusions, was Ireland, the island of Ireland, in the first Christian centuries. More than any other spot on earth it was sheltered from illusions; and that is why so many missionaries of Christianity went out from Ireland in those early times. But these missionaries had to have regard for the simple folk among whom they worked—for the peoples of Europe were very simple in those days—and also to understand the great impulses behind human evolution. During the fourth and fifth centuries Irish initiates were at work in central Europe and they set themselves to prepare for the demands of the future. They were in a certain way under the influence of the initiate-knowledge that in the fifteenth century—in 1413, as you know—the fifth post-Atlantean epoch was to begin. Hence they knew that they had to prepare for a quite new epoch, and at the same time to protect a simple-minded people. What did they do in order to keep the simple people of Europe sheltered and enclosed, so that certain harmful influences could not reach them?
[ 33 ] Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken — ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen —, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflusse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.
[ 33 ] The course of events was guided, from well-instructed and honourable sources, in such a way that gradually all the voyages which had formerly been made from Northern lands to America were brought to an end. Whereas in earlier times ships had sailed to America from Norway for certain purposes (I will say more of this tomorrow), it was gradually arranged that America should be forgotten and the connection lost. By the fifteenth century, indeed, the peoples of Europe knew nothing of America. Especially from Rome was this change brought about, because European humanity had to be shielded from American influences. A leading part in it was played by Irish monks, who as Irish initiates were engaged in the Christianising of Europe.
[ 34 ] In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.
[ 34 ] In earlier times quite definite impulses had been brought from America, but in the period when the fifth post-Atlantean epoch was beginning it was necessary that the peoples of Europe should be uninfluenced by America—should know nothing of it and should live in the belief that there was no such country. Only when the fifth post-Atlantean epoch had begun was America again “discovered,” as history says. But, as you know very well, much of the history taught in schools is fable convenue, and one of these fables is that America was discovered for the first time in 1492. In fact, it was only rediscovered. The connection had been blotted out for a period, as destiny required. But we must know the truth of these historical circumstances and how it was that Europe was hedged in and carefully sheltered from certain influences which were not to come in.
[ 35 ] Solche Dinge zeigen Ihnen, wie bedeutungsvoll es ist, dieses sogenannte Unbewußte nicht als ein Unbewußtes aufzufassen, sondern als etwas, was sich sehr bewußt vollzieht hinter der Schwelle des menschlichen Bewußtseins, wie dieses als Alltagsbewußtsein ist. Es ist schon wichtig, daß heute ein größerer Teil der Menschheit erfährt von gewissen Geheimnissen. Daher habe ich so viel getan, als jetzt nur irgend möglich ist ganz Öffentlich zu tun, in den Zürcher Vorträgen, wo ich, wie Sie wissen, sogar so weit gegangen bin, den Leuten zu erklären, inwiefern das geschichtliche Leben von den Menschen nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gewußt wird, sondern in Wirklichkeit geträumt wird; wie der Inhalt der Geschichte in Wirklichkeit von den Menschen geträumt wird, und daß erst dann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß der Inhalt der Geschichte geträumt wird, Gesundheit in diese Vorstellungen kommen wird.
[ 35 ] These things show how necessary it is not to take the so-called unconscious as actually unconscious, but to recognise it as something that pursues its aims very consciously below the threshold of ordinary consciousness. It is important to-day that more people should come to know of certain secrets. That is why I went as far as one can go publicly in my Zürich lectures, [Four public lectures given on 5th, 7th, 12th and 14th November, 1917, on the following subjects: Anthroposophy and Psychology; Anthroposophy and History; Anthroposophy and Natural Science; Anthroposophy and Social Science. (Not yet translated.)] when, as you know, I explained to what extent the history of mankind is not known by ordinary consciousness, but is in fact dreamt through; and when I said that only when people become aware of this, will they come to see history in its true colours.
[ 36 ] Das sind Dinge, durch die man allmählich das Bewußtsein aufweckt. Die Erscheinungen, die Tatsachen, die sich vollziehen, die bewahrheiten schon diese Dinge. Man muß sie nur nicht übersehen. Nur gehen die Menschen blind und schlafend durch die Tatsachen, sie gehen auch blind und schlafend durch solche tragischen Katastrophen wie die jetzige. Das sind Dinge, die ich zunächst mehr historisch in Ihr Herz legen möchte. Ich werde morgen genauer über diese Dinge sprechen.
[ 36 ] These are means by which consciousness is gradually awakened. The facts and events confirm what I say; only they must not be overlooked. People sleep their way blindly through events—through tragic catastrophes such as the present one. I would like first to impress on you the historical aspect of these matters: we will speak of them in greater detail tomorrow.
[ 37 ] Ich möchte nur noch eine Vorstellung zu den Dingen hinzufügen. Erstens haben Sie aus der Auseinandersetzung gesehen, welch gewaltiger Unterschied zwischen Westen und Osten in der Menschheitsentwickelung ist. Zweitens bitte ich Sie, noch das Folgende zu berücksichtigen. Sehen Sie, der Psychoanalytiker redet vom Unterbewußten, vom unterbewußten Seelenleben und so weiter. Ja, darauf kommt es nicht an, mit einem solchen unbestimmten Begriff von den Dingen zu reden, sondern darauf kommt es an, zu erfassen: Was ist denn da nun eigentlich jenseits der Schwelle des Bewußtseins? Was gibt es denn da? Es ist gewiß sehr vieles da unten unter der Schwelle des Bewußtseins. Für sich ist es aber sehr bewußt, was da drunten ist. Aber man muß darauf kommen, was da für bewußte Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins ist. Man muß von bewußter Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins reden, nicht von unbewußtem Geistigen. Ja, da muß man sich klar sein darüber, daß der Mensch vieles hat, wovon er nichts weiß im gewöhnlichen Bewußtsein. Es wäre auch schlimm um den Menschen bestellt, wenn er im gewöhnlichen Bewußtsein von allem wissen müßte, was in ihm vorgeht. Denken Sie sich, wie er sich eigentlich sein Essen und Trinken einrichten müßte, wenn er genau die Vorgänge kennenzulernen hätte, physiologisch und biologisch, die sich abspielen vom Aufnehmen einer Speise an und so weiter! Das vollzieht sich alles im Unbewußten; dabei sind überall geistige Kräfte wirksam, auch bei diesem nur rein Physiologischen. Aber der Mensch kann nicht warten mit dem Essen und Trinken, nicht wahr, bis er gelernt hat, was da in ihm eigentlich vorgeht. So geht vieles in dem Menschen vor. Es ist für den Menschen schon ein großer Teil, ja der weitaus größte Teil seines Wesens unbewußt, besser gesagt, unterbewußt.
[ 37 ] I want to add one further point. You will have seen from my explanations how great is the difference between West and East in relation to the evolution of mankind. Now I would ask you to observe the following. The psycho-analysts talk of the subconscious, the subconscious soul-life, etc. To apply such vague concepts to these things is useless. The point is to grasp what there really is beyond the threshold of consciousness. Certainly there is a great deal down below the threshold, and on its own account it is highly conscious. We must learn to understand what kind of spirituality exists down there, beyond the threshold of consciousness. We must speak of a conscious spirituality, not of unconscious mind. Yes, we must be quite clear that we know nothing of a great deal that goes on within us—it would indeed go badly with us if we had normally to be aware of it all. Just imagine how we should cope with eating and drinking if we had to acquaint ourselves with all the physiological and biological processes that go on from the moment when we swallow a piece of food! All that proceeds unconsciously, and spiritual forces are at work there, even in the purely physiological realm. But you will agree that we cannot wait to eat and drink until we have learnt all the details of it. It is the same with much else: by far the greater part of our being is unconscious, or—a better word—subconscious.
[ 38 ] Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.
[ 38 ] Now the peculiar thing is that this subconscious within us is invariably taken possession of by another being. Hence we are not only a union of body, soul and spirit, carrying an independent soul in our body through the world, but shortly before birth another being takes possession of our subconscious parts. This subconscious being goes with us all the way from birth to death. We can to some extent describe this being by saying that it is highly intelligent, and endowed with a will which is closely related to the forces of nature. I must emphasise a further peculiarity of this being—it would incur the gravest danger if under present conditions it were to accompany man through death. At present it cannot do so; therefore it disappears shortly before death in order to save itself; yet it retains the impulse to order human life in such a way that it would be able to conquer death for its own purposes. It would be terrible for human evolution if this being which has taken hold of man were able to overcome death and so, by dying with man, to pass over into the worlds which man enters after death. This being must always take leave of man before death, but in many cases this is very difficult for it to do, and all sorts of complications result. For the moment the important thing is that this being, which has its dominion entirely within the subconscious, is extremely dependent upon the earth as a whole organism.
[ 39 ] Die Erde ist keineswegs ein solches Wesen, wie es Geologen oder Mineralogen oder Paläontologen hinstellen; diese Erde ist ein vollbelebtes Wesen. Der Mensch sieht davon eben nur das Knochengerüste, denn der Geologe und Minetaloge und Paläontologe stellt nur das Mineralische hin, das ist das Knochengerüst. Wenn Sie nur das wissen, so wissen Sie ungefähr nur so viel, wie wenn Sie hier hereinkommen würden und von der gesamten erlauchten Gesellschaft durch eine besondere Einrichtung Ihres Sehvermögens nichts anderes als die Knochen sehen würden, das Knochensystem. Nun stellen Sie sich einmal vor, wenn Sie hier hereinkämen zu der Türe und auf diesen Stühlen säßen lauter Knochengerippe, nicht daß Sie etwa nichts als Knochen hätten, das mute ich Ihnen nicht zu, aber wir nehmen an, der Mensch hätte nur die Fähigkeit, die Knochen zu sehen, er wäre wie mit irgendeinem Röntgenapparat ausgebildet. So viel nur sieht die Geologie von der Erde, die sieht nur das Knochengerüst. Diese Erde hat aber nicht nur das Knochengerüst, sondern sie ist ein lebendiger Organismus, und diese Erde sendet an jedem Punkte, auf jedem Territorium aus ihrem Mittelpunkt besondere Kräfte an die Oberfläche. Stellen Sie sich also so die Oberfläche der Erde vor (siehe Zeichnung S. 192), hier östliches Gebiet, hier westliches Gebiet- nur um das Große ins Auge zu fassen. Die Kräfte nun, welche heraufgesendet werden von der Erde, sind etwas, was zum Lebensorganismus der Erde gehört. Und je nachdem der Mensch an diesem oder jenem Orte der Erde lebt, kommt nicht seine Seele, nicht diese unsterbliche Seele mit diesen Erdenkräften in Verbindung — die nur indirekt; die unsterbliche Seele des Menschen ist verhältnismäßig sehr unabhängig von Erdenverhältnissen, sie wird nur künstlich auf solche Weise, wie es heute gezeigt wurde, von den Erdenverhältnissen abhängig gemacht. Aber auf dem Umwege durch diesen andern, der vor der Geburt vom Menschen Besitz ergreift und vor dem Tode ihn wieder verlassen muß, durch diesen andern wirken besonders stark diese verschiedenen Kräfte, welche durch Rassentypen und geographische Verschiedenheiten in den Menschen hereinwirken. Also es ist dieser Doppelgänger, den der Mensch in sich trägt, auf den insbesondere die geographischen und sonstigen Differenzierungen wirken.
[ 39 ] The earth is very different from what geologists or mineralogists or palaeontologists say about it; the earth is a living being through and through. These scientists deal only with its mineral part, its skeleton, and its skeleton is all we normally perceive. This is much the same as if you were to enter this hall and through a special change of sight were to see only the bones of the people assembled here. Just imagine that you came in through the door and only skeletons were sitting on the chairs: not that they were nothing but bones—that would be going too far—but that you could see only the bones, as though with an X-ray apparatus. That is as much as geology sees of the earth—its skeleton only. But the earth is more than a skeleton: it is a living organism, and from its centre it sends out particular forces to every point and region on its surface. These outward-streaming forces belong to the earth as a living organism, and they affect a man differently according to where he lives on the earth. His soul is not directly influenced by these forces, for his immortal soul is very largely independent of earth-conditions, and can be made dependent on them only by such special arts as those I have described to-day. But through the other being, which seizes hold of man before birth and has to leave him before death, these various earth-forces work with particular strength into the racial and geographical varieties of mankind. So it is on this “double” (Doppelgänger), which man carries within himself, that geographical and other diversities exert special influence.


[ 40 ] Das ist außerordentlich bedeutsam. Denn wir werden morgen sehen, wie auf diesen Doppelgänger von verschiedenen Punkten der Erde aus gewirkt wird, und was das für Konsequenzen hat. Ich habe eben hingewiesen: es ist notwendig, daß Sie das, was ich heute sage, mit dem morgigen recht direkt zusammenhalten, weil das eine ohne das andere kaum verstanden werden kann. Und wir müssen jetzt versuchen, solche Begriffe in uns aufzunehmen, welche noch mehr ernst ‘machen mit dem, was sich bezieht auf die gesamte Wirklichkeit, auf jene Wirklichkeit, in welcher die menschliche Seele ihrem ganzen Wesen nach lebt. Und diese Wirklichkeit, sie metamorphosiert sich ja in verschiedener Weise; aber es hängt viel von dem Menschen ab, wie sie sich metamorphosiert. Und eine bedeutungsvolle Metamorphose ist schon diese: wenn man gewahr wird, wie Menschenseelen, je nachdem, ob sie materialistische oder spirituelle Begriffe zwischen Geburt und Tod aufnehmen, dementsprechend sich an die Erde bannen oder in richtige Sphären kommen. Für diese Dinge müssen immer mehr klare Begriffe unter uns herrschen. Dann werden wir auch das richtige Verhältnis zur Gesamtwelt finden, müssen es immer mehr und mehr finden. Liegt das doch nicht nur im Sinne einer abstrakten Geistesbewegung, sondern muß bei uns liegen im Sinne einer ganz konkret aufgefaßten spirituellen Bewegung, die mit dem geistigen Leben einer Summe von Individualitäten rechnet.
[ 40 ] This is extraordinarily important. To-morrow we shall see how the “double” is influenced from various points on the earth and what the consequences are. I have already indicated that you will need to bring what I have said to-day into direct connection with what I shall be saying tomorrow, for one lecture can scarcely be understood without the other. We have to try to assimilate ideas which are most seriously related to the total reality in which the human soul lives, in accordance with its own nature. This reality goes through various metamorphoses, but how these changes occur depends to a great extent on human beings. And one significant change comes about if people realise how human souls, according to whether they absorb materialistic or spiritual concepts between birth and death, are exiled to the earth or pass on to their rightful spheres. The ideas on these matters that prevail among us must become continually clearer, for only then shall we relate ourselves truly to the world as a whole, which is what we must do more and more, for we are concerned not merely with an abstract spiritual movement, but with a very concrete one which has to take account of the spiritual life of a certain number of individuals.
[ 41 ] Mir selbst ist es recht befriedigend, daß solche Besprechungen, die ganz besonders auch bedeutsam sind für diejenigen unter uns, die nicht mehr zum physischen Plane gehören, sondern durch die Pforte des Todes gegangen, aber unsere treuen Mitglieder sind, daß solche Besprechungen wie die jetzigen, gepflegt werden als eine Wirklichkeit, die uns auch mit unseren hinweggegangenen Freunden immer tiefer und tiefer zusammenbringt. Ich mache diese Bemerkungen heute aus dem Grunde, weil es ja an uns ist, heute uns besonders liebevoll zu erinnern an den Hingang von Fräulein Stinde, die so innig mit dem Bau verknüpft ist, deren Impulse mit den Impulsen unseres Baues so innig zusammenhängen, und deren Todestag sich gestern jährte.
[ 41 ] It is a great satisfaction to me that these discussions, which are quite specially important for those of our friends who have passed through the gate of death but are still faithful members of our movement, can be carried on as a reality which unites us more and more deeply with them. I say this to-day because it behoves us to think with loving remembrance of Fräulein Stinde. Yesterday was the anniversary of her death, and with specially loving remembrance we think of one who was so inwardly linked to our Building, and whose impulses were so inwardly connected with its impulses.
