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Earth-Death and Universal-Life
Anthroposophical Life-Gifts
Essential Aspects of Consciousness for the Present and the Future
GA 181

9 July 1918, Berlin

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Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft III

Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft III

[ 1 ] Das Leben, das Gesamtleben der Menschenseele ist, wie gerade auch wiederum aus den Betrachtungen hervorgeht, die wir jetzt pflegen, ein kompliziertes. Viele Fäden knüpfen die Menschenseele an viele Gebiete, an viele Kräfte, Mittelpunkte des Weltenalls. Wir erinnern uns an das, was hier vor vierzehn Tagen vorgebracht worden ist, um eine Anknüpfung zu gewinnen zu Wahrheiten, die wir heute beginnen wollen, vor unsere Seele treten zu lassen, und die uns vielleicht das Weltgeschehen von einem gewissen Gesichtspunkte aus in einer uns bedeutungsvollen Weise vor die Seele treten lassen können. Ich will nur mit ein paar Worten an das erinnern, was hier vor vierzehn Tagen ausgeführt wurde.

[ 1 ] Das Leben, das Gesamtleben der Menschenseele ist, wie gerade auch wiederum aus den Betrachtungen hervorgeht, die wir jetzt pflegen, ein kompliziertes. Viele Fäden knüpfen die Menschenseele an viele Gebiete, an viele Kräfte, Mittelpunkte des Weltenalls. Wir erinnern uns an das, was hier vor vierzehn Tagen vorgebracht worden ist, um eine Anknüpfung zu gewinnen zu Wahrheiten, die wir heute beginnen wollen, vor unsere Seele treten zu lassen, und die uns vielleicht das Weltgeschehen von einem gewissen Gesichtspunkte aus in einer uns bedeutungsvollen Weise vor die Seele treten lassen können. Ich will nur mit ein paar Worten an das erinnern, was hier vor vierzehn Tagen ausgeführt wurde.

[ 2 ] Ich sagte: Man lernt den Menschen eigentlich erst dadurch in Wirklichkeit kennen, daß man nicht nur sein gewöhnliches Bewußtsein verfolgt, das in ihm waltet vom Aufwachen bis zum Einschlafen, sondern daß man sich voll bewußt wird, daß innerhalb dieses Bewußtseins andere, dumpfe, dämmerhafte Bewußtseinszustände vorhanden sind, daß man aber hinter diese nur kommt, wenn man jene Dreigliederung des Menschen ins Auge faßt, welche ihn als Hauptesmenschen, als Rumpfesmenschen und als Extremitätenmenschen erscheinen läßt. Des Menschen ganzes Wesen bedient sich ja gewiß des Hauptes, um das uns bekannte Bewußtsein zu haben. Aber wir haben außerdem anführen können, daß der Mensch durch dieses menschliche Haupt ein traumhaftes Bewußtsein hat, das nur von dem gewöhnlichen Bewußtsein übertönt wird, und daß er durch dieses traumhafte Bewußtsein in seine früheren Erdenleben zurückblickt. Ebenso haben wir anführen können, daß der Extremitätenmensch, aber in Verbindung mit dem ganzen Menschen, fortwährend ein traumhaftes Bewußtsein entwickelt von dem nächsten Erdenleben. Was wir also innerhalb unserer Geisteswissenschaft als eine Theorie über die wiederholten Erdenleben anführen, das ist schon eine Realität in der Menschenseele. Es ist eine Bewußtseinsrealität, aber eine dumpfe, dämmerhafte Bewußtseinsrealität. Außerdem haben wir noch angeführt, daß der Mensch auch durch seinen Ausatmungsprozeß, welcher der Rumpforganisation angehört, ein solches traumhaftes Bewußtsein entwickelt für das Leben vom letzten Tode bis zur Geburt; und durch den Einatmungsprozeß, der ebenfalls der Rumpforganisation angehört, hat der Mensch ein dumpfes Bewußtsein von dem Leben vom nächsten Tode bis zur neuen Geburt. Kurz, im Menschen weben die verschiedenen Bewußtseine durcheinander. Dies alles wird Sie darauf aufmerksam machen, daß wir es in dem ganzen Menschen. mit einer feingewobenen Organisation zu tun haben, und daß das, was man sich gewöhnlich vom Menschen sagt, was die Leute sich vom Menschen zur Klarheit bringen, eigentlich von der Gesamtwesenheit des Menschen nur ein ganz geringer Teil, nur das Allergröbste dieser Gesamtwesenheit ist.

[ 2 ] Ich sagte: Man lernt den Menschen eigentlich erst dadurch in Wirklichkeit kennen, daß man nicht nur sein gewöhnliches Bewußtsein verfolgt, das in ihm waltet vom Aufwachen bis zum Einschlafen, sondern daß man sich voll bewußt wird, daß innerhalb dieses Bewußtseins andere, dumpfe, dämmerhafte Bewußtseinszustände vorhanden sind, daß man aber hinter diese nur kommt, wenn man jene Dreigliederung des Menschen ins Auge faßt, welche ihn als Hauptesmenschen, als Rumpfesmenschen und als Extremitätenmenschen erscheinen läßt. Des Menschen ganzes Wesen bedient sich ja gewiß des Hauptes, um das uns bekannte Bewußtsein zu haben. Aber wir haben außerdem anführen können, daß der Mensch durch dieses menschliche Haupt ein traumhaftes Bewußtsein hat, das nur von dem gewöhnlichen Bewußtsein übertönt wird, und daß er durch dieses traumhafte Bewußtsein in seine früheren Erdenleben zurückblickt. Ebenso haben wir anführen können, daß der Extremitätenmensch, aber in Verbindung mit dem ganzen Menschen, fortwährend ein traumhaftes Bewußtsein entwickelt von dem nächsten Erdenleben. Was wir also innerhalb unserer Geisteswissenschaft als eine Theorie über die wiederholten Erdenleben anführen, das ist schon eine Realität in der Menschenseele. Es ist eine Bewußtseinsrealität, aber eine dumpfe, dämmerhafte Bewußtseinsrealität. Außerdem haben wir noch angeführt, daß der Mensch auch durch seinen Ausatmungsprozeß, welcher der Rumpforganisation angehört, ein solches traumhaftes Bewußtsein entwickelt für das Leben vom letzten Tode bis zur Geburt; und durch den Einatmungsprozeß, der ebenfalls der Rumpforganisation angehört, hat der Mensch ein dumpfes Bewußtsein von dem Leben vom nächsten Tode bis zur neuen Geburt. Kurz, im Menschen weben die verschiedenen Bewußtseine durcheinander. Dies alles wird Sie darauf aufmerksam machen, daß wir es in dem ganzen Menschen. mit einer feingewobenen Organisation zu tun haben, und daß das, was man sich gewöhnlich vom Menschen sagt, was die Leute sich vom Menschen zur Klarheit bringen, eigentlich von der Gesamtwesenheit des Menschen nur ein ganz geringer Teil, nur das Allergröbste dieser Gesamtwesenheit ist.

[ 3 ] Nun ist aber der Mensch gerade dadurch ein so kompliziertes Wesen, daß er mit den verschiedenen Gliedern seines ganzen Wesens eingebettet ist in Welten, die ja dem gewöhnlichen Bewußtsein zunächst unbekannt sind, die dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber übersinnliche sind. Was im Menschen so eingebettet ist in eine geistige Welt, was sich auch für ein gar nicht sehr verfeinertes Seelenleben eingebettet erweist, auch im gewöhnlichen Menschendasein, das durch die verschiedenen Erdenleben hindurch zu betrachten ist, das ist nun aber gar nicht so einfach. Und doch kommt man erst auf die Gesamtbedeutung des menschlichen Lebens, wenn man dieses ganze komplizierte Menschenwesen in seinem Durchgang durch verschiedene Erdenleben ins Auge faßt. Dieses feine Gewebe ist eigentlich namentlich für das heutige menschliche Anschauen — recht sehr verdeckt, maskiert. Von dieser Maskierung werden wir noch zu sprechen haben. Eigentlich kennt man meistens nur die Maskierung des Menschen; denn das, was aus der geistigen Welt herunterkommt, was gewissermaßen im physischen Menschen sein Haus aufschlägt und durch den Tod wieder in die geistige Welt hinaufsteigt, das kündet sich gar nicht in einer sehr groben Weise im Menschenleben an, sondern es geschieht vieles im Menschenleben, das so grob ist, daß eigentlich die Vorgänge, die dazu führen, daß der Mensch von Erdenleben zu Erdenleben geht, sich verbergen, sich maskieren. Wie kompliziert dieses Menschenleben ist, darauf kommt man, wenn man es über längere Zeiträume hindurch verfolgt. Und da bitte ich Sie, bei solchem Verfolgen durch längere Zeiträume davon ganz abzusehen, daß das, was ich hier zu schildern habe, wenn ich das wahre menschliche Seelenleben durch längere Zeiträume schildere, ja recht sehr abweicht von dem, was die äußere Geschichte erzählt. Warum das ist, haben wir schon öfter angedeutet. Wir wollen es grade bei dieser Gelegenheit später genauer besprechen.

[ 3 ] Nun ist aber der Mensch gerade dadurch ein so kompliziertes Wesen, daß er mit den verschiedenen Gliedern seines ganzen Wesens eingebettet ist in Welten, die ja dem gewöhnlichen Bewußtsein zunächst unbekannt sind, die dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber übersinnliche sind. Was im Menschen so eingebettet ist in eine geistige Welt, was sich auch für ein gar nicht sehr verfeinertes Seelenleben eingebettet erweist, auch im gewöhnlichen Menschendasein, das durch die verschiedenen Erdenleben hindurch zu betrachten ist, das ist nun aber gar nicht so einfach. Und doch kommt man erst auf die Gesamtbedeutung des menschlichen Lebens, wenn man dieses ganze komplizierte Menschenwesen in seinem Durchgang durch verschiedene Erdenleben ins Auge faßt. Dieses feine Gewebe ist eigentlich namentlich für das heutige menschliche Anschauen — recht sehr verdeckt, maskiert. Von dieser Maskierung werden wir noch zu sprechen haben. Eigentlich kennt man meistens nur die Maskierung des Menschen; denn das, was aus der geistigen Welt herunterkommt, was gewissermaßen im physischen Menschen sein Haus aufschlägt und durch den Tod wieder in die geistige Welt hinaufsteigt, das kündet sich gar nicht in einer sehr groben Weise im Menschenleben an, sondern es geschieht vieles im Menschenleben, das so grob ist, daß eigentlich die Vorgänge, die dazu führen, daß der Mensch von Erdenleben zu Erdenleben geht, sich verbergen, sich maskieren. Wie kompliziert dieses Menschenleben ist, darauf kommt man, wenn man es über längere Zeiträume hindurch verfolgt. Und da bitte ich Sie, bei solchem Verfolgen durch längere Zeiträume davon ganz abzusehen, daß das, was ich hier zu schildern habe, wenn ich das wahre menschliche Seelenleben durch längere Zeiträume schildere, ja recht sehr abweicht von dem, was die äußere Geschichte erzählt. Warum das ist, haben wir schon öfter angedeutet. Wir wollen es grade bei dieser Gelegenheit später genauer besprechen.

[ 4 ] Ein wichtiger Zeitraum — ich habe darauf schon vor einiger Zeit hingedeutet — in der Entwickelung der Gesamtmenschheit, namentlich unserer Kulturmenschheit des Abendlandes, ist der des 7. bis 8. Jahrhunderts vor dem Mysterium von Golgatha. Da ging mit den Menschenseelen, namentlich der abendländischen Kulturmenschheit, ein bedeutsamer Umschwung vor sich. Wir wissen, daß sich damals der dritte nachatlantische Kulturzeitraum in den vierten hineinverwandelte. Die Menschenseelen hatten früher, vor dem 7., 8. Jahrhundert, vorzugsweise den Charakter der Empfindungsseele. Sie bekamen damals den Charakter der Verstandesseele. Dann wieder war ein wichtiger Zeitumschwung im 15. christlichen Jahrhundert, also noch gar nicht so weit hinter uns; da bekam die menschliche Seele den Charakter der Bewußtseinsseele. Nun ändert der Charakter des Seelenhaften, den man bekommt, auch den Charakter des traumhaften Rückblickes in eine frühere Inkarnation. Fassen Sie nur einen Menschen zum Beispiel im Beginne des griechisch-lateinischen Kulturzeitraumes ins Auge, also im 3., 4. vorchristlichen Jahrhundert. Er lebte, wenn er eine normale Entwickelungsstufe erlangt hatte im Abendlande oder in einem angrenzenden Gebiete, mit dem Charakter der Verstandes- oder Gemütsseele. Aber das, was in ihm von früheren Erdenleben träumte, richtete sich ja auf diese früheren Erdenleben zurück, wo die Seele den Charakter der Empfindungsseele hatte. Allerdings verschwand im Laufe des vierten nachatlantischen Kulturzeitraumes allmählich die Fähigkeit, die wiederholten Erdenleben unmittelbar wahrzunehmen. Aber zahlreiche Menschen hatten sie; und die, die sie hatten, blickten so zurück, daß sie — wenn ich mich so ausdrücken daß — sich erblickten als Besitzer der Empfindungsseele. Verhältnismäßig groß war der Unterschied zwischen dem, wie die Menschen sich jetzt, also im damaligen Jetzt, vorkamen, und dem, was ihnen vor die Seele trat, wenn der Traum ihnen gegenständlich wurde: So warst du im früheren Erdenleben. — Dadurch unterschieden sich viele. Menschen in ihrer damaligen gegenwärtigen Inkarnation sehr stark von dem, was sie als ihre frühere Inkarnation erblickten. Weil sie sich in der damaligen gegenwärtigen Inkarnation. fühlten als Verstandes- oder Gemütsseele, hatten sie das Gefühl: Du warst Empfindungsseele in der früheren Inkarnation. — Was heißt das, das Gefühl haben, man ist Empfindungsseele in der früheren Inkarnation? Das haben die gegenwärtigen Menschen fast gar nicht mehr, können es nicht mehr haben, das rechte Gefühl: man ist Empfindungsseele, an das sich die Menschen in den ersten Jahrhunderten der vierten nachatlantischen Zeit noch recht lebhaft erinnerten. Die ägyptischen, chaldäischen Menschen in der dritten nachatlantischen Kulturperiode fühlten sich als Empfindungsseele. Sich als Empfindungsseele fühlen, bedeutet: Man weiß fast gar nichts davon, daß man ein denkender Mensch ist; man gibt gar nichts darauf, Gedanken zu haben, sondern man ist in dem fortwährenden lebendigen Gefühl, mit der Außenwelt, aber mit der geistdurchtränkten Außenwelt in einem Zusammenhang zu stehen. — Es ist außerordentlich schwierig, dieses Bewußtsein zu schildern, man sei eine Empfindungsseele, weil dieses Bewußtsein sinnenhaft ein so lebendiges ist, daß man eigentlich fortwährend fühlt: Man ist an den Stellen des Raumes, wo man durchgegangen ist, wie ein Schatten zurückgeblieben. Wenn man zum Beispiel auf einem Stuhl gesessen hat, im heutigen Sinne gesprochen, und man ist eine Weile gegangen, hat man das Gefühl: Da sitzest du noch lange. — Das Gefühl der Verbindung mit den äußeren Dingen war ganz lebendig. Vor allem hatte man eine vollständig klare, konkrete Anschauung von seinem Raumesbild fortwährend vor sich; auch ein Gefühl von seinem Raumesbild hatte man fortwährend vor sich. Weil dieses Raumesgefühl ein so starkes war, deshalb war auch die Lehre von der Wiederverkörperung, welche damals in bewußter Weise vorgetragen wurde, eine so intensive; denn die Menschen hatten, indem sie zurückschauten, indem ihnen dieses Träumen von den früheren Erdenleben bewußt wurde, ein lebendiges Bild von ihrem Raumesmenschen. Sie sahen sich förmlich, wie sie da waren in verschiedenen Situationen.

[ 4 ] Ein wichtiger Zeitraum — ich habe darauf schon vor einiger Zeit hingedeutet — in der Entwickelung der Gesamtmenschheit, namentlich unserer Kulturmenschheit des Abendlandes, ist der des 7. bis 8. Jahrhunderts vor dem Mysterium von Golgatha. Da ging mit den Menschenseelen, namentlich der abendländischen Kulturmenschheit, ein bedeutsamer Umschwung vor sich. Wir wissen, daß sich damals der dritte nachatlantische Kulturzeitraum in den vierten hineinverwandelte. Die Menschenseelen hatten früher, vor dem 7., 8. Jahrhundert, vorzugsweise den Charakter der Empfindungsseele. Sie bekamen damals den Charakter der Verstandesseele. Dann wieder war ein wichtiger Zeitumschwung im 15. christlichen Jahrhundert, also noch gar nicht so weit hinter uns; da bekam die menschliche Seele den Charakter der Bewußtseinsseele. Nun ändert der Charakter des Seelenhaften, den man bekommt, auch den Charakter des traumhaften Rückblickes in eine frühere Inkarnation. Fassen Sie nur einen Menschen zum Beispiel im Beginne des griechisch-lateinischen Kulturzeitraumes ins Auge, also im 3., 4. vorchristlichen Jahrhundert. Er lebte, wenn er eine normale Entwickelungsstufe erlangt hatte im Abendlande oder in einem angrenzenden Gebiete, mit dem Charakter der Verstandes- oder Gemütsseele. Aber das, was in ihm von früheren Erdenleben träumte, richtete sich ja auf diese früheren Erdenleben zurück, wo die Seele den Charakter der Empfindungsseele hatte. Allerdings verschwand im Laufe des vierten nachatlantischen Kulturzeitraumes allmählich die Fähigkeit, die wiederholten Erdenleben unmittelbar wahrzunehmen. Aber zahlreiche Menschen hatten sie; und die, die sie hatten, blickten so zurück, daß sie — wenn ich mich so ausdrücken daß — sich erblickten als Besitzer der Empfindungsseele. Verhältnismäßig groß war der Unterschied zwischen dem, wie die Menschen sich jetzt, also im damaligen Jetzt, vorkamen, und dem, was ihnen vor die Seele trat, wenn der Traum ihnen gegenständlich wurde: So warst du im früheren Erdenleben. — Dadurch unterschieden sich viele. Menschen in ihrer damaligen gegenwärtigen Inkarnation sehr stark von dem, was sie als ihre frühere Inkarnation erblickten. Weil sie sich in der damaligen gegenwärtigen Inkarnation. fühlten als Verstandes- oder Gemütsseele, hatten sie das Gefühl: Du warst Empfindungsseele in der früheren Inkarnation. — Was heißt das, das Gefühl haben, man ist Empfindungsseele in der früheren Inkarnation? Das haben die gegenwärtigen Menschen fast gar nicht mehr, können es nicht mehr haben, das rechte Gefühl: man ist Empfindungsseele, an das sich die Menschen in den ersten Jahrhunderten der vierten nachatlantischen Zeit noch recht lebhaft erinnerten. Die ägyptischen, chaldäischen Menschen in der dritten nachatlantischen Kulturperiode fühlten sich als Empfindungsseele. Sich als Empfindungsseele fühlen, bedeutet: Man weiß fast gar nichts davon, daß man ein denkender Mensch ist; man gibt gar nichts darauf, Gedanken zu haben, sondern man ist in dem fortwährenden lebendigen Gefühl, mit der Außenwelt, aber mit der geistdurchtränkten Außenwelt in einem Zusammenhang zu stehen. — Es ist außerordentlich schwierig, dieses Bewußtsein zu schildern, man sei eine Empfindungsseele, weil dieses Bewußtsein sinnenhaft ein so lebendiges ist, daß man eigentlich fortwährend fühlt: Man ist an den Stellen des Raumes, wo man durchgegangen ist, wie ein Schatten zurückgeblieben. Wenn man zum Beispiel auf einem Stuhl gesessen hat, im heutigen Sinne gesprochen, und man ist eine Weile gegangen, hat man das Gefühl: Da sitzest du noch lange. — Das Gefühl der Verbindung mit den äußeren Dingen war ganz lebendig. Vor allem hatte man eine vollständig klare, konkrete Anschauung von seinem Raumesbild fortwährend vor sich; auch ein Gefühl von seinem Raumesbild hatte man fortwährend vor sich. Weil dieses Raumesgefühl ein so starkes war, deshalb war auch die Lehre von der Wiederverkörperung, welche damals in bewußter Weise vorgetragen wurde, eine so intensive; denn die Menschen hatten, indem sie zurückschauten, indem ihnen dieses Träumen von den früheren Erdenleben bewußt wurde, ein lebendiges Bild von ihrem Raumesmenschen. Sie sahen sich förmlich, wie sie da waren in verschiedenen Situationen.

[ 5 ] Dieses lebendige Schauen seiner selbst ist im Laufe der vierten nachatlantischen. Kulturperiode verlorengegangen. Dadurch ist der Mensch auch nicht mehr fähig gewesen, eine starke Kraft aufzubringen, um nun überhaupt das zu erfassen, was als traumhafte Erinnerung an früheres Erdenleben in ihm vorhanden ist, namentlich deshalb, weil später die Menschen, die wiedergeboren wurden, in diesem Traum, durch den sie sich an frühere Erdenleben erinnerten, sich ja nicht an eine so lebendig anschauende Empfindungsseele erinnerten, sondern an eine Verstandes- oder Gemütsseele, die ohnedies nicht sehr gegenständlich ist, die etwas Verschwommenes, etwas Innerliches ist. Das kann der Mensch nicht so erfassen. Daher hörte das Bewußtsein von früheren Erdenleben allmählich ganz und gar auf. Aber im Laufe des fünften nachatlantischen Kulturzeitraumes wird dieses Bewußtsein der wiederholten Erdenleben in einer ganz bestimmten Weise wieder auftreten. Und niemand versteht eigentlich die Entwickelung der Menschheit, der solche Wahrheiten nicht durchschaut, wie wir sie jetzt vor unsere Seele treten lassen.

[ 5 ] Dieses lebendige Schauen seiner selbst ist im Laufe der vierten nachatlantischen. Kulturperiode verlorengegangen. Dadurch ist der Mensch auch nicht mehr fähig gewesen, eine starke Kraft aufzubringen, um nun überhaupt das zu erfassen, was als traumhafte Erinnerung an früheres Erdenleben in ihm vorhanden ist, namentlich deshalb, weil später die Menschen, die wiedergeboren wurden, in diesem Traum, durch den sie sich an frühere Erdenleben erinnerten, sich ja nicht an eine so lebendig anschauende Empfindungsseele erinnerten, sondern an eine Verstandes- oder Gemütsseele, die ohnedies nicht sehr gegenständlich ist, die etwas Verschwommenes, etwas Innerliches ist. Das kann der Mensch nicht so erfassen. Daher hörte das Bewußtsein von früheren Erdenleben allmählich ganz und gar auf. Aber im Laufe des fünften nachatlantischen Kulturzeitraumes wird dieses Bewußtsein der wiederholten Erdenleben in einer ganz bestimmten Weise wieder auftreten. Und niemand versteht eigentlich die Entwickelung der Menschheit, der solche Wahrheiten nicht durchschaut, wie wir sie jetzt vor unsere Seele treten lassen.

[ 6 ] Was in der Menschheit auftritt, das tritt auf den verschiedensten Gebieten unserer Erde in verschiedener Weise auf. Ich habe öfter darauf hingedeutet, daß in der Zukunft wieder ein Zeitpunkt zu erwarten ist, und ganz besonders bedeutsam wird er sich im 3. Jahrtausend zeigen, wo niemand wird ohne einen gewissen Rückblick an frühere Erdenleben sein können, und namentlich nicht ohne ein deutliches Bewußtsein, daß er künftige Erdenleben haben kann. Aber gerade dieses Bewußtsein wird in verschiedener Weise auf verschiedenen Gebieten der Erde auftreten, und das zu verstehen, ist außerordentlich wichtig.

[ 6 ] Was in der Menschheit auftritt, das tritt auf den verschiedensten Gebieten unserer Erde in verschiedener Weise auf. Ich habe öfter darauf hingedeutet, daß in der Zukunft wieder ein Zeitpunkt zu erwarten ist, und ganz besonders bedeutsam wird er sich im 3. Jahrtausend zeigen, wo niemand wird ohne einen gewissen Rückblick an frühere Erdenleben sein können, und namentlich nicht ohne ein deutliches Bewußtsein, daß er künftige Erdenleben haben kann. Aber gerade dieses Bewußtsein wird in verschiedener Weise auf verschiedenen Gebieten der Erde auftreten, und das zu verstehen, ist außerordentlich wichtig.

[ 7 ] Wir wollen einmal die großen Gebiete, auf denen das verschieden auftreten wird, ins Auge fassen: Die Gebiete des Ostens, im Osten von Europa schon deutlich beginnend und dann nach Asien sich forterstreckend, also das Gebiet des Orients; und dann wollen wir das Gebiet des europäischen Westens und das Amerikas besonders dabei ins Auge fassen. Auf beiden Gebieten bereitet sich in verschiedener Weise diese künftige Fähigkeit vor, wiederholte Erdenleben ins Auge zu fassen, Im Westen weiß man in eingeweihten Kreisen dies schon ganz genau, und das Bedeutsame des Westens besteht gerade darin, daß man mit okkulten Fähigkeiten rechnet und diese auch im äußeren Leben zu betätigen gedenkt. Wer dies nicht in Betracht zieht, versteht die Entwickelung des Westens und den ganzen Einfluß des Westens auf die Geschichte der Menschheit sehr schlecht. Gerade die wichtigsten Dinge, die im Westen geschehen, die namentlich von der angloamerikanischen Menschenrasse ausgehen, geschehen unter dem Einfuß von geheimeren, intimeren Kenntnissen des Menschheitsgeschehens als solchen. Wenn man schildert, um was es sich bei diesen Dingen handelt, kommt man natürlich bald eigentlich in die Gefahr, paradox sprechen zu müssen, weil man Dinge schildern muß, von denen sich der gescheite Mensch — er ist ja immer gescheit und klug! sagt: Ja, warum wissen das die Eingeweihten nicht? — Aber Sie bräuchten nur zu bedenken, daß ich Ihnen von Luzifer und Ahriman. allerlei erzählen muß, was die tun, fühlen, namentlich was sie getan haben, und da kommt dann der Mensch und meint, er wäre gescheiter gewesen als Luzifer und Ahriman und hätte nicht das gemacht wie das Zurückbleiben und so weiter. Dergleichen muß man nur richtig ins Auge fassen. Man kann gewisse Dinge tun, gerade weil man in einer gewissen Weise gescheiter ist als der Mensch.

[ 7 ] Wir wollen einmal die großen Gebiete, auf denen das verschieden auftreten wird, ins Auge fassen: Die Gebiete des Ostens, im Osten von Europa schon deutlich beginnend und dann nach Asien sich forterstreckend, also das Gebiet des Orients; und dann wollen wir das Gebiet des europäischen Westens und das Amerikas besonders dabei ins Auge fassen. Auf beiden Gebieten bereitet sich in verschiedener Weise diese künftige Fähigkeit vor, wiederholte Erdenleben ins Auge zu fassen, Im Westen weiß man in eingeweihten Kreisen dies schon ganz genau, und das Bedeutsame des Westens besteht gerade darin, daß man mit okkulten Fähigkeiten rechnet und diese auch im äußeren Leben zu betätigen gedenkt. Wer dies nicht in Betracht zieht, versteht die Entwickelung des Westens und den ganzen Einfluß des Westens auf die Geschichte der Menschheit sehr schlecht. Gerade die wichtigsten Dinge, die im Westen geschehen, die namentlich von der angloamerikanischen Menschenrasse ausgehen, geschehen unter dem Einfuß von geheimeren, intimeren Kenntnissen des Menschheitsgeschehens als solchen. Wenn man schildert, um was es sich bei diesen Dingen handelt, kommt man natürlich bald eigentlich in die Gefahr, paradox sprechen zu müssen, weil man Dinge schildern muß, von denen sich der gescheite Mensch — er ist ja immer gescheit und klug! sagt: Ja, warum wissen das die Eingeweihten nicht? — Aber Sie bräuchten nur zu bedenken, daß ich Ihnen von Luzifer und Ahriman. allerlei erzählen muß, was die tun, fühlen, namentlich was sie getan haben, und da kommt dann der Mensch und meint, er wäre gescheiter gewesen als Luzifer und Ahriman und hätte nicht das gemacht wie das Zurückbleiben und so weiter. Dergleichen muß man nur richtig ins Auge fassen. Man kann gewisse Dinge tun, gerade weil man in einer gewissen Weise gescheiter ist als der Mensch.

[ 8 ] Im Westen namentlich macht sich aus gewissen geheimnisvollen Untergründen heraus die Tendenz geltend, die wiederholten Erdenleben zu bekämpfen. Ein Kampf gegen die wiederholten Erdenleben | der Zukunft macht sich in gewissen sehr eingeweihten Kreisen der anglo-amerikanischen Rasse geltend. Das ist das Paradoxe, .das man dabei zu sagen hat. Man will es in einer gewissen Weise von gewissen geistigen Zentren aus im Westen dahin bringen, daß solche wiederholten Erdenleben — also solches regelmäßiges Leben zwischen Geburt und Tod, dann wieder zwischen dem Tode bis zur nächsten Geburt und dann wieder zwischen Geburt und Tod — allmählich aufhören. Man will letzten Endes eine ganz andere Einrichtung des Menschenlebens bewirken, und es gibt Mittel, durch welche eine solche andere Einrichtung bewirkt werden kann. Was man will, ist nämlich das Folgende: Man will die Menschenseele durch eine gewisse Schulung, durch eine gewisse Verleihung von diesen oder jenen Kräften in einen solchen Zustand versetzen, daß sie sich nach dem Tode immer verwandter und verwandter fühlt mit den irdischen Verhältnissen, mit den irdischen Kräften, daß sie einen gewissen starken Hang zu den irdischen Kräften — natürlich zu den geistig-irdischen Kräften — bekommt, und daß sie dann nach dem Tode von den irdischen Regionen möglichst wenig weggeht, sehr nahe den irdischen Regionen bleibt, dadurch nach dem Tode einen gewissen Einfluß auf die irdischen Regionen behält und dadurch aber, daß sie den irdischen Regionen nahe bleibt, daß sie gewissermaßen als gestorbene Seele mit den irdischen Regionen fortlebt, auch der Notwendigkeit enthoben ist, wiederum wirklich in einen physischen Körper hineinzukommen. Nach einem merkwürdigen Ideal strebt die anglo-amerikanische Rasse: nicht mehr in irdische Körper zurückzukehren, aber mit den Seelen einen immer größeren und größeren Einfluß auf die Erde zu haben, mit den Seelen immer irdischer zu werden. — Auf diese Weise also strebt sie nach einem Ideal, daß sie das Leben hier auf der Erde und das Leben post mortem, das Leben nach dem Tode, ähnlich macht. Dies wird erreicht — jetzt nur bei denjenigen, die nach dieser Richtung geschult werden, aber es wird immer mehr und mehr allgemein üblich werden, solche Schulung anzugeben —, es wird dadurch erreicht, daß man ein viel größeres, stärkeres Erdegefühl im Menschen erweckt, als das sogenannte normale ist. Würde nun während der lemurischen und der atlantischen Zeit nicht ein gewisser luziferischer und ahrimanischer Einfluß auf den Menschen sich geltend gemacht haben, so würde des Menschen Seele heute sich weniger verwandt fühlen mit dem physischen Leibe, als sie sich schon mit ihm verwandt fühlt. Das würde so zum Ausdruck kommen, daß es zahlreiche Menschen gäbe die meisten Menschen würden so sein —, die ihren Leib schon wie zur Erde dazugehörig betrachteten, die empfinden würden: Du lebst in deinem Leibe drinnen. —, ähnlich so, wie man heute empfindet: Du gehst auf dem festen Erdboden herum. — Wir rechnen heute vermöge des luziferischen Einflusses unseren Körper ganz nahe zu uns, die Erde nicht. Von der Erde sagen wir, sie sei außer uns. Aber unseren Körper rechnen wir nahe zu uns. Von einem gewissen höheren spirituellen Gesichtspunkte aus sind wir gerade so außerhalb unseres Leibes, auch im Wachen, wie wir außerhalb der Erde sind. Wir treten gewissermaßen nur mit unserer Seele auf unserem Gehirn auf; dadurch ist es die Widerlage unseres Denkens. Das weiß man heute nicht _ wegen des luziferischen und ahrimanischen Einflusses. Wäre dieser nicht gewesen, dann würden wir uns als Seelen viel fremder unserem Leibe fühlen; wir würden ihn wie einen Hügel auf der Erde betrachten, allerdings als einen beweglichen, auf den wir uns stützen, so wie wir uns sonst auf Sandhügel stützen.

[ 8 ] Im Westen namentlich macht sich aus gewissen geheimnisvollen Untergründen heraus die Tendenz geltend, die wiederholten Erdenleben zu bekämpfen. Ein Kampf gegen die wiederholten Erdenleben | der Zukunft macht sich in gewissen sehr eingeweihten Kreisen der anglo-amerikanischen Rasse geltend. Das ist das Paradoxe, .das man dabei zu sagen hat. Man will es in einer gewissen Weise von gewissen geistigen Zentren aus im Westen dahin bringen, daß solche wiederholten Erdenleben — also solches regelmäßiges Leben zwischen Geburt und Tod, dann wieder zwischen dem Tode bis zur nächsten Geburt und dann wieder zwischen Geburt und Tod — allmählich aufhören. Man will letzten Endes eine ganz andere Einrichtung des Menschenlebens bewirken, und es gibt Mittel, durch welche eine solche andere Einrichtung bewirkt werden kann. Was man will, ist nämlich das Folgende: Man will die Menschenseele durch eine gewisse Schulung, durch eine gewisse Verleihung von diesen oder jenen Kräften in einen solchen Zustand versetzen, daß sie sich nach dem Tode immer verwandter und verwandter fühlt mit den irdischen Verhältnissen, mit den irdischen Kräften, daß sie einen gewissen starken Hang zu den irdischen Kräften — natürlich zu den geistig-irdischen Kräften — bekommt, und daß sie dann nach dem Tode von den irdischen Regionen möglichst wenig weggeht, sehr nahe den irdischen Regionen bleibt, dadurch nach dem Tode einen gewissen Einfluß auf die irdischen Regionen behält und dadurch aber, daß sie den irdischen Regionen nahe bleibt, daß sie gewissermaßen als gestorbene Seele mit den irdischen Regionen fortlebt, auch der Notwendigkeit enthoben ist, wiederum wirklich in einen physischen Körper hineinzukommen. Nach einem merkwürdigen Ideal strebt die anglo-amerikanische Rasse: nicht mehr in irdische Körper zurückzukehren, aber mit den Seelen einen immer größeren und größeren Einfluß auf die Erde zu haben, mit den Seelen immer irdischer zu werden. — Auf diese Weise also strebt sie nach einem Ideal, daß sie das Leben hier auf der Erde und das Leben post mortem, das Leben nach dem Tode, ähnlich macht. Dies wird erreicht — jetzt nur bei denjenigen, die nach dieser Richtung geschult werden, aber es wird immer mehr und mehr allgemein üblich werden, solche Schulung anzugeben —, es wird dadurch erreicht, daß man ein viel größeres, stärkeres Erdegefühl im Menschen erweckt, als das sogenannte normale ist. Würde nun während der lemurischen und der atlantischen Zeit nicht ein gewisser luziferischer und ahrimanischer Einfluß auf den Menschen sich geltend gemacht haben, so würde des Menschen Seele heute sich weniger verwandt fühlen mit dem physischen Leibe, als sie sich schon mit ihm verwandt fühlt. Das würde so zum Ausdruck kommen, daß es zahlreiche Menschen gäbe die meisten Menschen würden so sein —, die ihren Leib schon wie zur Erde dazugehörig betrachteten, die empfinden würden: Du lebst in deinem Leibe drinnen. —, ähnlich so, wie man heute empfindet: Du gehst auf dem festen Erdboden herum. — Wir rechnen heute vermöge des luziferischen Einflusses unseren Körper ganz nahe zu uns, die Erde nicht. Von der Erde sagen wir, sie sei außer uns. Aber unseren Körper rechnen wir nahe zu uns. Von einem gewissen höheren spirituellen Gesichtspunkte aus sind wir gerade so außerhalb unseres Leibes, auch im Wachen, wie wir außerhalb der Erde sind. Wir treten gewissermaßen nur mit unserer Seele auf unserem Gehirn auf; dadurch ist es die Widerlage unseres Denkens. Das weiß man heute nicht _ wegen des luziferischen und ahrimanischen Einflusses. Wäre dieser nicht gewesen, dann würden wir uns als Seelen viel fremder unserem Leibe fühlen; wir würden ihn wie einen Hügel auf der Erde betrachten, allerdings als einen beweglichen, auf den wir uns stützen, so wie wir uns sonst auf Sandhügel stützen.

[ 9 ] Dies machen gewisse Kreise des Anglo-Amerikanismus zu einer praktischen Weisheit. Sie bilden gerade diejenigen Empfindungsfähigkeiten des menschlichen Leibes besonders aus, welche das, was ich jetzt ausgesprochen habe, dieses Gebundensein des Menschen an den Leib, noch verstärken, indem dazu Kräfte kommen sollen, die nun nicht bloß im Leibe sind, sondern den Leib mit der Erde verbinden. Durch besondere Übungen sollen die Menschen dieser angloamerikanischen Rasse allmählich ein starkes Gefühl davon bekommen, daß ihr Leib zur Erde dazugehört. Sie sollen nicht nur fühlen: Ich bin mein Arm, ich bin mein Bein —, sondern sie sollen auch fühlen: Ich bin auch die Schwerkraft, die durch meine Beine geht; ich bin auch das Gewicht, das meine Hand, meinen Arm belastet. — Es soll ein starkes physisches Verwandtschaftsgefühl zwischen dem menschlichen Leib und den irdischen Elementen anerzogen werden. Dieses starke Verwandtschaftsgefühl zum physischen Leibe und den irdischen Verhältnissen ist heute in der Tierreihe besonders stark bei gewissen Gattungen der Affen vorhanden. Die haben es, das ist eigentlich ihr Seelenleben. Da kann es auch physiologisch-zoologisch studiert werden. Was da vorhanden ist, das kann man nach und nach in ein System der Menschheitserziehung bringen; man muß nur immer mehr und mehr die grobe Verwandtschaft des Menschen mit der Natur in ein System der Körpererziehung bringen. Man kann dadurch — und ich will damit weder schimpfen noch etwas besonders Kritisches zum Ausdruck bringen, sondern nur Tatsachen hinstellen —, man kann dadurch eine Art praktischen Darwinismus treiben, daß man den Menschen verwandter macht mit dem, was ihn mit der Erde verbindet. Man kann den Menschen in einer gewissen Beziehung «veraffen». Das ist die praktische Gegenseite. Sie wird scheinbar instinktiv, aber doch wohlgeleitet in der besonderen Form des Sportwesens und ähnlicher Dinge, im hohen Grade kultiviert. Diese Kultivierung aber bindet gerade die Seele dadurch, daß sie eingegossen wird in die physischen Verwandtschaftsgefühle mit dem Irdischen, an die Erde, und dadurch wird das bewirkt, was ich vorhin als ein spirituelles Ideal hingestellt habe. Dadurch werden gewissermaßen diese fortwährenden Wechselzustände zwischen geistigem Leben und physischem Leben überwunden, und nach und nach wird das Ideal verwirklicht werden: in den zukünftigen Perioden der Erdenentwickelung als eine Art Gespenster zu leben, die Erde als eine Art Gespenster zu bewohnen. In dieser Beziehung ist es außerordentlich interessant, daß dieses Ideal vorzugsweise nur in der männlichen Bevölkerung kultiviert werden kann, und daher wird trotz aller äußerer politischer . Bestrebungen — die ja scheinbar das Gegenteil wollen, aber in Wirklichkeit will man ja in tieferer Beziehung oftmals mit dem, was man äußerlich politisch will, innerlich etwas ganz anderes —, es wird in der anglo-amerikanischen Kultur ein immer größerer Gegensatz eintreten zwischen dem Mannestum und dem Frauentum. Was anglo-amerikanisches Geistesleben ist, das wird im wesentlichen durch das Frauentum auf die Nachwelt kommen; während das, was in männlichen Körpern leben wird, solchen Idealen zustreben wird, wie ich es geschildert habe. Das wird auch der Zukunft der anglo-amerikanischen Rasse die Konfiguration geben. Sie wird eine solche Konfiguration bekommen, die dem entspricht, was ich geschildert habe.

[ 9 ] Dies machen gewisse Kreise des Anglo-Amerikanismus zu einer praktischen Weisheit. Sie bilden gerade diejenigen Empfindungsfähigkeiten des menschlichen Leibes besonders aus, welche das, was ich jetzt ausgesprochen habe, dieses Gebundensein des Menschen an den Leib, noch verstärken, indem dazu Kräfte kommen sollen, die nun nicht bloß im Leibe sind, sondern den Leib mit der Erde verbinden. Durch besondere Übungen sollen die Menschen dieser angloamerikanischen Rasse allmählich ein starkes Gefühl davon bekommen, daß ihr Leib zur Erde dazugehört. Sie sollen nicht nur fühlen: Ich bin mein Arm, ich bin mein Bein —, sondern sie sollen auch fühlen: Ich bin auch die Schwerkraft, die durch meine Beine geht; ich bin auch das Gewicht, das meine Hand, meinen Arm belastet. — Es soll ein starkes physisches Verwandtschaftsgefühl zwischen dem menschlichen Leib und den irdischen Elementen anerzogen werden. Dieses starke Verwandtschaftsgefühl zum physischen Leibe und den irdischen Verhältnissen ist heute in der Tierreihe besonders stark bei gewissen Gattungen der Affen vorhanden. Die haben es, das ist eigentlich ihr Seelenleben. Da kann es auch physiologisch-zoologisch studiert werden. Was da vorhanden ist, das kann man nach und nach in ein System der Menschheitserziehung bringen; man muß nur immer mehr und mehr die grobe Verwandtschaft des Menschen mit der Natur in ein System der Körpererziehung bringen. Man kann dadurch — und ich will damit weder schimpfen noch etwas besonders Kritisches zum Ausdruck bringen, sondern nur Tatsachen hinstellen —, man kann dadurch eine Art praktischen Darwinismus treiben, daß man den Menschen verwandter macht mit dem, was ihn mit der Erde verbindet. Man kann den Menschen in einer gewissen Beziehung «veraffen». Das ist die praktische Gegenseite. Sie wird scheinbar instinktiv, aber doch wohlgeleitet in der besonderen Form des Sportwesens und ähnlicher Dinge, im hohen Grade kultiviert. Diese Kultivierung aber bindet gerade die Seele dadurch, daß sie eingegossen wird in die physischen Verwandtschaftsgefühle mit dem Irdischen, an die Erde, und dadurch wird das bewirkt, was ich vorhin als ein spirituelles Ideal hingestellt habe. Dadurch werden gewissermaßen diese fortwährenden Wechselzustände zwischen geistigem Leben und physischem Leben überwunden, und nach und nach wird das Ideal verwirklicht werden: in den zukünftigen Perioden der Erdenentwickelung als eine Art Gespenster zu leben, die Erde als eine Art Gespenster zu bewohnen. In dieser Beziehung ist es außerordentlich interessant, daß dieses Ideal vorzugsweise nur in der männlichen Bevölkerung kultiviert werden kann, und daher wird trotz aller äußerer politischer . Bestrebungen — die ja scheinbar das Gegenteil wollen, aber in Wirklichkeit will man ja in tieferer Beziehung oftmals mit dem, was man äußerlich politisch will, innerlich etwas ganz anderes —, es wird in der anglo-amerikanischen Kultur ein immer größerer Gegensatz eintreten zwischen dem Mannestum und dem Frauentum. Was anglo-amerikanisches Geistesleben ist, das wird im wesentlichen durch das Frauentum auf die Nachwelt kommen; während das, was in männlichen Körpern leben wird, solchen Idealen zustreben wird, wie ich es geschildert habe. Das wird auch der Zukunft der anglo-amerikanischen Rasse die Konfiguration geben. Sie wird eine solche Konfiguration bekommen, die dem entspricht, was ich geschildert habe.

[ 10 ] Wenn wir nun nach dem Osten schauen, so haben wir da ein völlig anderes Bild. Und nach dem Osten zu schauen, geziemt den heutigen Menschen Mitteleuropas sehr wohl; denn das, was sich im Osten Europas entwickeln wird, ist heute vollständig maskiert, vollständig unterdrückt eigentlich. Was sich augenblicklich im Osten Europas festgesetzt hat, ist natürlich das Gegenteil von dem, was sich aus dem Osten Europas herausentwickeln muß. Denn was sich zum Beispiel im sogenannten Großrußland festgesetzt hat, ist der Kampf gegen jegliches Geistesleben, ist der Kampf gegen alle geistigen Grundlagen der Menschheit, während gewisse geistige Grundlagen der Menschheit gerade im Osten zur Entwickelung kommen sollen. Und unsere Zeit ist ja wenig geneigt, die Augen wirklich aufzumachen und den Verstand wachen zu lassen in bezug auf das, was geschieht. Man läßt alles schlafend an sich vorübergehen, obwohl es durchaus notwendig wäre gerade in unserer Zeit, sich Urteilsfähigkeit anzueignen über das, was in unserer Zeitgenossenschaft geschieht. Menschen wie Lenin und Trotzki müßten schon von unseren Zeitgenossen beurteilt werden können, müßten so beurteilt werden können, daß man in ihnen größte, intensivste Feinde der wahren geistigen Entwickelung der Menschheit sehen könnte, wie sie selbst nicht zur Zeit des immer als so abscheulich geschilderten römischen Cäsarentums da waren und auch nicht zur Zeit der vielberüchtigten Renaissancehelden. Die Borgias zum Beispiel sind vor dem historischen Geschehen in bezug auf die Bekämpfung des Geistigen wahre Waisenknaben gegenüber dem, was in solchen Menschen wie Lenin und Trotzki steckt. Das sind Dinge, die durchaus dem heutigen Menschen entgehen, aber es ist schon notwendig, daß man manchmal auf solche Sachen aufmerksam macht. Denn auf eines müßte man ja eigentlich die Seelen heute hinlenken. Diese vier Jahre sollten die Menschen gelehrt haben, daß die alte Geschichtslegende, die sich in so vielen Redensarten ausgeprägt hat, nicht weiter bestehen sollte. Es sollte sich einmal das Urteil festsetzen, daß gegenüber den Ereignissen der Gegenwart jene Prägung, die das römische Cäsarentum oder die Renaissancegeschichte bekommen haben, fortan «Pensionsmädelgeschichten» genannt werden sollte; und wer bei den Pensionsmädelgeschichten stehenbleiben will, der braucht sich nicht korrigieren zu lassen von dem, was man heute wachend zur Beurteilung der neuen Vergangenheit lernen kann. Will man also auf das sehen, was sich im Osten vorbereitet, dann muß man natürlich darauf achten, daß sich das recht sehr dem schlafenden Menschengeschlecht eigentlich verbirgt, sich viel mehr verbirgt, als es sich vor einiger Zeit verborgen hat, da man den Osten mehr nach seinen geistigen Schöpfern beurteilt hat, in denen man immerhin manches sehr Richtiges von dem findet, was man nennen kann: Ansätze zu einem wirklichen Verständnis des europäischen Ostens. Dieser europäische Osten wird allmählich — allerdings in einer noch nicht sehr nahen Zukunft — Menschen erzeugen, die auch einen Überblick über die wiederholten Erdenleben ausbilden werden, aber in einer andern Weise, als ich es beim Westen geschildert habe. Im Westen ist es eine Art Kampf gegen die wiederholten Erdenleben, was sich geltend machen wird; im Osten wird es sein ein Akzeptieren, ein Aufnehmen der Wahrheit von den wiederholten Erdenleben. Es wird in diesem Osten eine Sehnsucht sein, die Menschenseelen so zu erziehen, daß sie auf das aufmerksam werden, was in ihnen lebt nicht nur zwischen Geburt und Tod, sondern was da lebt von Erdenleben zu Erdenleben. Man wird in der Erziehung auf gewisse Dinge hinweisen, die gerade diese östlichen Menschen hervorragend stark erleben werden. Man wird schon die Kinder darauf hinweisen, daß im Menschen etwas steckt, was gefühlt, empfunden werden kann, und was sich nicht in dem Leben des Leibes erschöpft. Man wird dem jungen Menschen von seiten des älteren erzieherisch folgendes klarmachen. Man wird ihm sagen: Fühle dich einmal, was fühlst du in deiner Seele? — Indem man ihm diese Frage in der verschiedensten Weise da formulieren wird, wird er darauf kommen: Ich fühle, als ob etwas da wäre; es ist etwas hineingekommen in meinen Leib, es ist schon früher auf der Erde dagewesen, ist durch den Tod durchgegangen und wird später wieder kommen; aber es ist mir ein ganz dumpfes Gefühl. — Versuche weiter dahinterzukommen: Wie stellt sich dieses dumpfe Gefühl zu deinem andern Seelenleben? — so wird man diesem jungen Menschen weiter erzieherisch beizukommen versuchen. Und unter den verschiedenen Formulierungen der Frage — man wird dann die rechte schon finden — wird er dahinterkommen und sagen: Was ich da fühle, was immer wieder leben wird, das ist etwas, was mein Denken zerstört; das will mich nicht denken lassen, das will mir die Gedanken töten. — Und das wird ein sehr wichtiges Gefühl sein, das aufgehen wird und heranerzogen wird, aber als etwas Natürliches heranerzogen wird bei den Menschen des Ostens. Ein Gefühl werden sie bekommen, daß in ihnen etwas steckt, was von Leben zu Leben geht, was aber so, wie sie als Erdenmenschen sind, ihnen das Denken benimmt, es betäubt, es ihnen leer macht, abtötet: Ich kann nicht recht denken, es verdumpft sich mein Denken, wenn ich gerade das Tiefere in meinem Menschen fühle; dieses Tiefere in meinem Menschen begräbt mir mein Denken; ich fühle etwas in mir, was mein Ewiges ist, aber ich fühle es fast wie einen innerlichen Mörder meiner Gedanken.

[ 10 ] Wenn wir nun nach dem Osten schauen, so haben wir da ein völlig anderes Bild. Und nach dem Osten zu schauen, geziemt den heutigen Menschen Mitteleuropas sehr wohl; denn das, was sich im Osten Europas entwickeln wird, ist heute vollständig maskiert, vollständig unterdrückt eigentlich. Was sich augenblicklich im Osten Europas festgesetzt hat, ist natürlich das Gegenteil von dem, was sich aus dem Osten Europas herausentwickeln muß. Denn was sich zum Beispiel im sogenannten Großrußland festgesetzt hat, ist der Kampf gegen jegliches Geistesleben, ist der Kampf gegen alle geistigen Grundlagen der Menschheit, während gewisse geistige Grundlagen der Menschheit gerade im Osten zur Entwickelung kommen sollen. Und unsere Zeit ist ja wenig geneigt, die Augen wirklich aufzumachen und den Verstand wachen zu lassen in bezug auf das, was geschieht. Man läßt alles schlafend an sich vorübergehen, obwohl es durchaus notwendig wäre gerade in unserer Zeit, sich Urteilsfähigkeit anzueignen über das, was in unserer Zeitgenossenschaft geschieht. Menschen wie Lenin und Trotzki müßten schon von unseren Zeitgenossen beurteilt werden können, müßten so beurteilt werden können, daß man in ihnen größte, intensivste Feinde der wahren geistigen Entwickelung der Menschheit sehen könnte, wie sie selbst nicht zur Zeit des immer als so abscheulich geschilderten römischen Cäsarentums da waren und auch nicht zur Zeit der vielberüchtigten Renaissancehelden. Die Borgias zum Beispiel sind vor dem historischen Geschehen in bezug auf die Bekämpfung des Geistigen wahre Waisenknaben gegenüber dem, was in solchen Menschen wie Lenin und Trotzki steckt. Das sind Dinge, die durchaus dem heutigen Menschen entgehen, aber es ist schon notwendig, daß man manchmal auf solche Sachen aufmerksam macht. Denn auf eines müßte man ja eigentlich die Seelen heute hinlenken. Diese vier Jahre sollten die Menschen gelehrt haben, daß die alte Geschichtslegende, die sich in so vielen Redensarten ausgeprägt hat, nicht weiter bestehen sollte. Es sollte sich einmal das Urteil festsetzen, daß gegenüber den Ereignissen der Gegenwart jene Prägung, die das römische Cäsarentum oder die Renaissancegeschichte bekommen haben, fortan «Pensionsmädelgeschichten» genannt werden sollte; und wer bei den Pensionsmädelgeschichten stehenbleiben will, der braucht sich nicht korrigieren zu lassen von dem, was man heute wachend zur Beurteilung der neuen Vergangenheit lernen kann. Will man also auf das sehen, was sich im Osten vorbereitet, dann muß man natürlich darauf achten, daß sich das recht sehr dem schlafenden Menschengeschlecht eigentlich verbirgt, sich viel mehr verbirgt, als es sich vor einiger Zeit verborgen hat, da man den Osten mehr nach seinen geistigen Schöpfern beurteilt hat, in denen man immerhin manches sehr Richtiges von dem findet, was man nennen kann: Ansätze zu einem wirklichen Verständnis des europäischen Ostens. Dieser europäische Osten wird allmählich — allerdings in einer noch nicht sehr nahen Zukunft — Menschen erzeugen, die auch einen Überblick über die wiederholten Erdenleben ausbilden werden, aber in einer andern Weise, als ich es beim Westen geschildert habe. Im Westen ist es eine Art Kampf gegen die wiederholten Erdenleben, was sich geltend machen wird; im Osten wird es sein ein Akzeptieren, ein Aufnehmen der Wahrheit von den wiederholten Erdenleben. Es wird in diesem Osten eine Sehnsucht sein, die Menschenseelen so zu erziehen, daß sie auf das aufmerksam werden, was in ihnen lebt nicht nur zwischen Geburt und Tod, sondern was da lebt von Erdenleben zu Erdenleben. Man wird in der Erziehung auf gewisse Dinge hinweisen, die gerade diese östlichen Menschen hervorragend stark erleben werden. Man wird schon die Kinder darauf hinweisen, daß im Menschen etwas steckt, was gefühlt, empfunden werden kann, und was sich nicht in dem Leben des Leibes erschöpft. Man wird dem jungen Menschen von seiten des älteren erzieherisch folgendes klarmachen. Man wird ihm sagen: Fühle dich einmal, was fühlst du in deiner Seele? — Indem man ihm diese Frage in der verschiedensten Weise da formulieren wird, wird er darauf kommen: Ich fühle, als ob etwas da wäre; es ist etwas hineingekommen in meinen Leib, es ist schon früher auf der Erde dagewesen, ist durch den Tod durchgegangen und wird später wieder kommen; aber es ist mir ein ganz dumpfes Gefühl. — Versuche weiter dahinterzukommen: Wie stellt sich dieses dumpfe Gefühl zu deinem andern Seelenleben? — so wird man diesem jungen Menschen weiter erzieherisch beizukommen versuchen. Und unter den verschiedenen Formulierungen der Frage — man wird dann die rechte schon finden — wird er dahinterkommen und sagen: Was ich da fühle, was immer wieder leben wird, das ist etwas, was mein Denken zerstört; das will mich nicht denken lassen, das will mir die Gedanken töten. — Und das wird ein sehr wichtiges Gefühl sein, das aufgehen wird und heranerzogen wird, aber als etwas Natürliches heranerzogen wird bei den Menschen des Ostens. Ein Gefühl werden sie bekommen, daß in ihnen etwas steckt, was von Leben zu Leben geht, was aber so, wie sie als Erdenmenschen sind, ihnen das Denken benimmt, es betäubt, es ihnen leer macht, abtötet: Ich kann nicht recht denken, es verdumpft sich mein Denken, wenn ich gerade das Tiefere in meinem Menschen fühle; dieses Tiefere in meinem Menschen begräbt mir mein Denken; ich fühle etwas in mir, was mein Ewiges ist, aber ich fühle es fast wie einen innerlichen Mörder meiner Gedanken.

[ 11 ] Das wird so ein Gefühl sein. Unter den mancherlei psychisch außerordentlich interessanten Dingen, welche die Welt aus dem Osten noch erfahren wird, wird auch dieses sein. Und mir kommt vor: Die, welche den Osten nur hinsichtlich seiner Kunst und Literatur betrachtet haben, die werden finden, daß sich solche Dinge eigentlich schon angekündigt haben. In Dostojewskis Schriften ist man nicht ferne solcher Ankündigung, wo die Menschen nach ihrem Besten, ihrem Vorzüglichsten streben; aber wenn sie dahinterkommen, fühlen sie etwas wie einen innerlichen Mörder, einen innerlichen Totengräber ihrer Gedanken. Das ist deshalb, weil sich dort in einer ganz besonderen Form die Bewußtseinsseele ausleben muß, und sie ist von allen Gliedern des menschlichen Seelenlebens, wie ich sonst schon ausgeführt habe, am meisten an die Erde gebunden. Und indem es der Zukunft zugeht und die Seele die Fähigkeit fühlt, die wiederholten Erdenleben zu empfinden, wird sie nicht so fühlen, wie man in der vorchristlichen ‚Zeit, etwa im alten Griechenland gefühlt hat, wo man die Empfindungsseele in aller Lebendigkeit gesehen hat; nein, man fühlt dann auch allmählich die Verstandes- oder Gemütsseele als etwas weiter Zurückliegendes und als das unmittelbar Abtötende der Gedanken.

[ 11 ] Das wird so ein Gefühl sein. Unter den mancherlei psychisch außerordentlich interessanten Dingen, welche die Welt aus dem Osten noch erfahren wird, wird auch dieses sein. Und mir kommt vor: Die, welche den Osten nur hinsichtlich seiner Kunst und Literatur betrachtet haben, die werden finden, daß sich solche Dinge eigentlich schon angekündigt haben. In Dostojewskis Schriften ist man nicht ferne solcher Ankündigung, wo die Menschen nach ihrem Besten, ihrem Vorzüglichsten streben; aber wenn sie dahinterkommen, fühlen sie etwas wie einen innerlichen Mörder, einen innerlichen Totengräber ihrer Gedanken. Das ist deshalb, weil sich dort in einer ganz besonderen Form die Bewußtseinsseele ausleben muß, und sie ist von allen Gliedern des menschlichen Seelenlebens, wie ich sonst schon ausgeführt habe, am meisten an die Erde gebunden. Und indem es der Zukunft zugeht und die Seele die Fähigkeit fühlt, die wiederholten Erdenleben zu empfinden, wird sie nicht so fühlen, wie man in der vorchristlichen ‚Zeit, etwa im alten Griechenland gefühlt hat, wo man die Empfindungsseele in aller Lebendigkeit gesehen hat; nein, man fühlt dann auch allmählich die Verstandes- oder Gemütsseele als etwas weiter Zurückliegendes und als das unmittelbar Abtötende der Gedanken.

[ 12 ] Und dann wird die Erziehung weitergehen. Diese Seelen werden sich vorkommen wie ein innerliches Grab ihrer eigenen Wesen, aber ein Grab, wodurch Platz gemacht wird für die Offenbarung der geistigen Welt, und das wird das nächste Gefühl sein, welches ich jetzt folgendermaßen charakterisieren will. Die Seelen werden sich sagen: Wahr ist es, wenn ich mein Ewiges, das von Leben zu Leben geht, so recht empfinde, so ist es, wie wenn es meine Denkanstrengung tötet; mein Denken wird beiseite geschafft, aber Götterdenken strömt ein und breitet sich über dem Grabe meiner eigenen Gedanken aus. Das Geistselbst kommt; die Bewußtseinsseele tritt in das Grab, und das Geistselbst tritt auf diese Weise auf. — Ich schildere jetzt nicht mehr bloß schematisch: Da ist einmal die Bewußtseinsseele, dann kommt das Geistselbst —, sondern ich möchte Sie hineinführen in die menschliche Seele, wie es sein wird, wenn das Ich den Übergang von der Bewußtseinsseele zum Geistselbst allmählich empfinden wird. Ich möchte zeigen, wie es im Osten aufgeht und wie dort empfunden werden wird: Das Ewige ist auf der Erde einmal so geworden — was hier ja seit der griechisch-lateinischen Zeit im Abstieg ist —, daß das gewöhnliche Denken, das nur aus dem Menschen hervorquillt, gestört wird durch das Ewige im Menschen; man wird leer, aber man wird nicht umsonst leer: in die Leere hinein kommt allmählich die neue geistige Offenbarung, und zuerst in der Form, daß sie sich in der Menschenseele ausbreitet als das Geistselbst.

[ 12 ] Und dann wird die Erziehung weitergehen. Diese Seelen werden sich vorkommen wie ein innerliches Grab ihrer eigenen Wesen, aber ein Grab, wodurch Platz gemacht wird für die Offenbarung der geistigen Welt, und das wird das nächste Gefühl sein, welches ich jetzt folgendermaßen charakterisieren will. Die Seelen werden sich sagen: Wahr ist es, wenn ich mein Ewiges, das von Leben zu Leben geht, so recht empfinde, so ist es, wie wenn es meine Denkanstrengung tötet; mein Denken wird beiseite geschafft, aber Götterdenken strömt ein und breitet sich über dem Grabe meiner eigenen Gedanken aus. Das Geistselbst kommt; die Bewußtseinsseele tritt in das Grab, und das Geistselbst tritt auf diese Weise auf. — Ich schildere jetzt nicht mehr bloß schematisch: Da ist einmal die Bewußtseinsseele, dann kommt das Geistselbst —, sondern ich möchte Sie hineinführen in die menschliche Seele, wie es sein wird, wenn das Ich den Übergang von der Bewußtseinsseele zum Geistselbst allmählich empfinden wird. Ich möchte zeigen, wie es im Osten aufgeht und wie dort empfunden werden wird: Das Ewige ist auf der Erde einmal so geworden — was hier ja seit der griechisch-lateinischen Zeit im Abstieg ist —, daß das gewöhnliche Denken, das nur aus dem Menschen hervorquillt, gestört wird durch das Ewige im Menschen; man wird leer, aber man wird nicht umsonst leer: in die Leere hinein kommt allmählich die neue geistige Offenbarung, und zuerst in der Form, daß sie sich in der Menschenseele ausbreitet als das Geistselbst.

[ 13 ] Solche Dinge vollziehen sich nicht ohne bedeutsame innere Seelendramatik, Seelentragik. Unzählige Menschen werden gerade im Osten tiefe innere Seelentragik, tiefes inneres Seelenleiden dadurch erfahren, daß sie spüren werden: Mein innerer Mensch tötet mir meine Gedanken. — Und eine gewisse Müdigkeit, eine gewisse Dumpfheit wird die Menschen überkommen, weil gerade das, was sie als das Ideal empfinden, den Menschen zu suchen, ihnen nicht irgendeine Befreiung bringt auf den ersten Schritt hin, sondern eher etwas wie eine Erdumpfung, eine Abtötung, eine innerliche Ermüdung.

[ 13 ] Solche Dinge vollziehen sich nicht ohne bedeutsame innere Seelendramatik, Seelentragik. Unzählige Menschen werden gerade im Osten tiefe innere Seelentragik, tiefes inneres Seelenleiden dadurch erfahren, daß sie spüren werden: Mein innerer Mensch tötet mir meine Gedanken. — Und eine gewisse Müdigkeit, eine gewisse Dumpfheit wird die Menschen überkommen, weil gerade das, was sie als das Ideal empfinden, den Menschen zu suchen, ihnen nicht irgendeine Befreiung bringt auf den ersten Schritt hin, sondern eher etwas wie eine Erdumpfung, eine Abtötung, eine innerliche Ermüdung.

[ 14 ] Daß auf diese Verhältnisse objektiv gesehen werden könne, so gesehen werden könne, daß man sie versteht, daß man Orientierung in ihnen hat, dazu eigentlich ist die mitteleuropäische Menschheit da. Die erfüllt nur dann ihre Aufgabe, wenn sie wirklich auf solche Verhältnisse hinsieht. Zu diesem Ziele aber muß sich die mitteleuropäische Menschheit wieder an das erinnern, was ich in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» eine vergessene Strömung des Gedankenlebens, des Geisteslebens genannt habe. Es ist schon sehr, sehr wichtig, daß das, was heute zum großen Teile vergessen ist, was als geistige Verständniskraft in bezug auf die ganze Welt einmal da war, gerade in Mitteleuropa wieder begriffen werde. Wer weiß heute, welches grandiose Verständnis für alle Menschheitskultur solche Persönlichkeiten aufgebracht haben, wie zum Beispiel Friedrich Schlegel eine ist? Wer weiß heute, welche tief bedeutsamen Einblicke in die Menschheitsentwickelung Geister aufgebracht haben wie Schelling, Flegel, Fichte? Man redet besonders heute viel von Fichte. Es ist unnötig zu erwähnen, daß die, welche am meisten von solchen Geistern reden, am wenigsten von ihnen verstehen. Und gar jene Belebung des Verständnisses, welche möglich wäre, wenn man im echten, wahren Sinne des Wortes von Goethes Geistesart durchdrungen wird! Dazu ist aber vieles notwendig. Es ist heute noch nicht einmal so bedeutsam zu erwähnen, daß schon heute zu Goethes Geistesart zurückgekehrt werden müßte, aber wichtig ist es, zu erwähnen, daß man uns in der Welt falsch beurteilt, wenn man den Anschein erweckt, daß wir von Goethes Geistesart nichts mehr haben. Die Verwandtschaft zum Beispiel unseres Dornacher Baues mit Goethes Geistesart — ich glaube nicht, daß viele Leute von dieser Sache etwas verstehen. Und dennoch wäre es nicht unwichtig.

[ 14 ] Daß auf diese Verhältnisse objektiv gesehen werden könne, so gesehen werden könne, daß man sie versteht, daß man Orientierung in ihnen hat, dazu eigentlich ist die mitteleuropäische Menschheit da. Die erfüllt nur dann ihre Aufgabe, wenn sie wirklich auf solche Verhältnisse hinsieht. Zu diesem Ziele aber muß sich die mitteleuropäische Menschheit wieder an das erinnern, was ich in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» eine vergessene Strömung des Gedankenlebens, des Geisteslebens genannt habe. Es ist schon sehr, sehr wichtig, daß das, was heute zum großen Teile vergessen ist, was als geistige Verständniskraft in bezug auf die ganze Welt einmal da war, gerade in Mitteleuropa wieder begriffen werde. Wer weiß heute, welches grandiose Verständnis für alle Menschheitskultur solche Persönlichkeiten aufgebracht haben, wie zum Beispiel Friedrich Schlegel eine ist? Wer weiß heute, welche tief bedeutsamen Einblicke in die Menschheitsentwickelung Geister aufgebracht haben wie Schelling, Flegel, Fichte? Man redet besonders heute viel von Fichte. Es ist unnötig zu erwähnen, daß die, welche am meisten von solchen Geistern reden, am wenigsten von ihnen verstehen. Und gar jene Belebung des Verständnisses, welche möglich wäre, wenn man im echten, wahren Sinne des Wortes von Goethes Geistesart durchdrungen wird! Dazu ist aber vieles notwendig. Es ist heute noch nicht einmal so bedeutsam zu erwähnen, daß schon heute zu Goethes Geistesart zurückgekehrt werden müßte, aber wichtig ist es, zu erwähnen, daß man uns in der Welt falsch beurteilt, wenn man den Anschein erweckt, daß wir von Goethes Geistesart nichts mehr haben. Die Verwandtschaft zum Beispiel unseres Dornacher Baues mit Goethes Geistesart — ich glaube nicht, daß viele Leute von dieser Sache etwas verstehen. Und dennoch wäre es nicht unwichtig.

[ 15 ] Was ich Ihnen heute aus einer geisteswissenschaftlichen Betrachtung wie eine Charakteristik des Westens und des Ostens zu geben versuchte, davon sprechen sowohl die Geister des Westens wie die des Ostens eigentlich doch. Man muß sie nur richtig verstehen. Man muß nur heute das, was selbst aus den politischen Reden des Westens zutage tritt, in der richtigen Weise deuten, und man muß gewisse Instinkte, welche auftreten, im richtigen Zusammenhang mit der menschlichen Seelenentwickelung wahrnehmen können. Der Instinkt für die Erdeneroberung, wie er im Anglo-Amerikanismus herrscht, hängt innig zusammen mit dem Ideal, in der Zukunft irdisches Gespenst werden zu wollen. Und das wieder, was sich im Osten ankündigt, durchdringt ganz und gar den merkwürdigen Vortrag, den Rabindranath Tagore gehalten hat über den «Geist Japans», der jetzt ja auch hier in jeder Buchhandlung zu haben ist. Natürlich steht das nicht darin, was ich jetzt sage, aber es durchpulst alle Empfindungen desjenigen, was ein solcher Geist des Ostens, allerdings des entfernteren Ostens — signifikanter ist das, was sich im entfernteren Osten ankündigt —, über das ausspricht, was im europäischen Osten gerade zur Entwickelung kommt. Aber notwendig wäre es, daß man kennenlernen würde sowohl im Westen wie im Osten, über die ganze Erde hin, was in der mitteleuropäischen Geistessubstanz enthalten ist. Natürlich sehen die Leute zuerst auf das, was sich äußerlich, physisch darlebt. Wie sollte gerade im Osten — und gerade dort, in Asien, sind jetzt bedeutungsvolle Schriften erschienen, ich erinnere nur noch einmal an Ku Hung Ming —, wie sollte ein solcher Mensch des Ostens noch auf etwas anderes hinschauen, wenn der Name Goethe in Betracht kommt, als auf die «Goethe-Gesellschaft», die ihren Mittelpunkt in der Stadt hat, aus der Goethes Geisteswirken einmal ausgestrahlt ist?

[ 15 ] Was ich Ihnen heute aus einer geisteswissenschaftlichen Betrachtung wie eine Charakteristik des Westens und des Ostens zu geben versuchte, davon sprechen sowohl die Geister des Westens wie die des Ostens eigentlich doch. Man muß sie nur richtig verstehen. Man muß nur heute das, was selbst aus den politischen Reden des Westens zutage tritt, in der richtigen Weise deuten, und man muß gewisse Instinkte, welche auftreten, im richtigen Zusammenhang mit der menschlichen Seelenentwickelung wahrnehmen können. Der Instinkt für die Erdeneroberung, wie er im Anglo-Amerikanismus herrscht, hängt innig zusammen mit dem Ideal, in der Zukunft irdisches Gespenst werden zu wollen. Und das wieder, was sich im Osten ankündigt, durchdringt ganz und gar den merkwürdigen Vortrag, den Rabindranath Tagore gehalten hat über den «Geist Japans», der jetzt ja auch hier in jeder Buchhandlung zu haben ist. Natürlich steht das nicht darin, was ich jetzt sage, aber es durchpulst alle Empfindungen desjenigen, was ein solcher Geist des Ostens, allerdings des entfernteren Ostens — signifikanter ist das, was sich im entfernteren Osten ankündigt —, über das ausspricht, was im europäischen Osten gerade zur Entwickelung kommt. Aber notwendig wäre es, daß man kennenlernen würde sowohl im Westen wie im Osten, über die ganze Erde hin, was in der mitteleuropäischen Geistessubstanz enthalten ist. Natürlich sehen die Leute zuerst auf das, was sich äußerlich, physisch darlebt. Wie sollte gerade im Osten — und gerade dort, in Asien, sind jetzt bedeutungsvolle Schriften erschienen, ich erinnere nur noch einmal an Ku Hung Ming —, wie sollte ein solcher Mensch des Ostens noch auf etwas anderes hinschauen, wenn der Name Goethe in Betracht kommt, als auf die «Goethe-Gesellschaft», die ihren Mittelpunkt in der Stadt hat, aus der Goethes Geisteswirken einmal ausgestrahlt ist?

[ 16 ] Aber da findet man doch auf die merkwürdigste Art dieses Goethesche Geistesleben gepflegt, in einer Weise, wie sie eigentlich noch niemals da war. Es wäre die Möglichkeit geboten gewesen, nun einmal wirklich fürstliche Munifizenz fruchtbar zu machen für ein weittragendes Geistesleben; denn was die Großherzogin Sophie für den Goetheanismus getan hat, ist unermeßlich großartig. Da war man schon von jener Seite her den Dingen gewachsen. Nur die andern waren durchaus nicht der Sache gewachsen. Eine Goethe-Gesellschaft wurde begründet. Nun, wenn man von außen auf diese Goethe-Gesellschaft schaut: Wer vertritt sie? Wer repräsentiert sie? Jemand, in dem der Geist Goethes lebt? Es ist ganz charakteristisch für unsere Zeit, daß sie ein ehemaliger Finanzminister vertritt! Alle die Empfindungen, alle die Seelenimpulse, die zu so etwas führen, müssen ins Auge gefaßt werden. Das einzig Hoffnungsreiche in dieser Sache ist der Vorname dieses Finanzministers: Kreuzwendedich, ein Vorname, der bei diesem Geschlechte üblich ist. Aber solche Dinge werden gewöhnlich auch verschlafen, und diese Dinge dürfen nicht verschlafen werden. Denn was sich entwickeln muß, ist gerade hier das Verständnis für die Dinge, die in der Welt vorgehen.

[ 16 ] Aber da findet man doch auf die merkwürdigste Art dieses Goethesche Geistesleben gepflegt, in einer Weise, wie sie eigentlich noch niemals da war. Es wäre die Möglichkeit geboten gewesen, nun einmal wirklich fürstliche Munifizenz fruchtbar zu machen für ein weittragendes Geistesleben; denn was die Großherzogin Sophie für den Goetheanismus getan hat, ist unermeßlich großartig. Da war man schon von jener Seite her den Dingen gewachsen. Nur die andern waren durchaus nicht der Sache gewachsen. Eine Goethe-Gesellschaft wurde begründet. Nun, wenn man von außen auf diese Goethe-Gesellschaft schaut: Wer vertritt sie? Wer repräsentiert sie? Jemand, in dem der Geist Goethes lebt? Es ist ganz charakteristisch für unsere Zeit, daß sie ein ehemaliger Finanzminister vertritt! Alle die Empfindungen, alle die Seelenimpulse, die zu so etwas führen, müssen ins Auge gefaßt werden. Das einzig Hoffnungsreiche in dieser Sache ist der Vorname dieses Finanzministers: Kreuzwendedich, ein Vorname, der bei diesem Geschlechte üblich ist. Aber solche Dinge werden gewöhnlich auch verschlafen, und diese Dinge dürfen nicht verschlafen werden. Denn was sich entwickeln muß, ist gerade hier das Verständnis für die Dinge, die in der Welt vorgehen.

[ 17 ] Ich habe letzthin darauf aufmerksam gemacht, wie eigentlich zu den fünfzehnhundert Millionen Menschen, die auf der Erde leben, fünfhundertvierzig Millionen anderer Menschen, Maschinenwesen, durch die Entwickelung der letzten Jahrhunderte dazukommen. Dadurch ist ein wesentlich Ahrimanisches in die Menschheitsentwickelung hineingekommen. Dieses Ahrimanische beruht auf etwas, was ganz notwendig geworden ist: auf der naturwissenschaftlichen Ergründung der menschlichen Umwelt. Das haben wir das letzte Mal betrachtet. Aber diese naturwissenschaftliche Ergründung hat im Laufe der letzten vier Jahrhunderte es notwendig gemacht, daß der Mensch wirklich darauf ausgegangen ist, die Natur in ihren Einzelheiten zu studieren, Gesetze und Wesenheiten der Natur in ihren Einzelheiten kennenzulernen. Der Mensch trägt ja sogar diese Art, naturwissenschaftlich zu betrachten, in alles mögliche hinein, zum Beispiel auch in das Geschichtliche, wo es nicht hineingehört. Es wird sich niemand darauf einlassen, auf dem Gebiete der Naturwissenschaft nur immer: Natur! Natur! Natur! zu sagen, gewissermaßen eine Art Pan-Naturalismus zu begründen, eine Allnatur. Mit der Allnatur würde man die moderne Kultur wenig gefördert haben, aber es gibt immerhin Menschengesinnungen, welche bei diesem Pan-Naturalismus stehenbleiben wollen. Ich will Ihnen ein Beispiel dafür anführen.

[ 17 ] Ich habe letzthin darauf aufmerksam gemacht, wie eigentlich zu den fünfzehnhundert Millionen Menschen, die auf der Erde leben, fünfhundertvierzig Millionen anderer Menschen, Maschinenwesen, durch die Entwickelung der letzten Jahrhunderte dazukommen. Dadurch ist ein wesentlich Ahrimanisches in die Menschheitsentwickelung hineingekommen. Dieses Ahrimanische beruht auf etwas, was ganz notwendig geworden ist: auf der naturwissenschaftlichen Ergründung der menschlichen Umwelt. Das haben wir das letzte Mal betrachtet. Aber diese naturwissenschaftliche Ergründung hat im Laufe der letzten vier Jahrhunderte es notwendig gemacht, daß der Mensch wirklich darauf ausgegangen ist, die Natur in ihren Einzelheiten zu studieren, Gesetze und Wesenheiten der Natur in ihren Einzelheiten kennenzulernen. Der Mensch trägt ja sogar diese Art, naturwissenschaftlich zu betrachten, in alles mögliche hinein, zum Beispiel auch in das Geschichtliche, wo es nicht hineingehört. Es wird sich niemand darauf einlassen, auf dem Gebiete der Naturwissenschaft nur immer: Natur! Natur! Natur! zu sagen, gewissermaßen eine Art Pan-Naturalismus zu begründen, eine Allnatur. Mit der Allnatur würde man die moderne Kultur wenig gefördert haben, aber es gibt immerhin Menschengesinnungen, welche bei diesem Pan-Naturalismus stehenbleiben wollen. Ich will Ihnen ein Beispiel dafür anführen.

[ 18 ] Als ein Ninive-Forscher, Layard, bei dem Kadi von Mosul einmal angefragt hat über die Charaktere der einzelnen Menschen seiner Untertanenschaft, über die Vorgeschichte einzelner Staaten, da war das dem Kadi von Mosul schon viel zu viel konkretes naturwissenschaftliches Denken. Er konnte nicht begreifen, daß man sich darauf einlassen soll, die Charaktere der einzelnen Untertanen zu studieren wie die Landschaft, oder gar die Geschichte der Staaten zu studieren. Das käme, meinte er, von dem europäischen Unfug her, die Natur so studieren zu wollen. Und er sagte zu dem Forscher: Höre, mein Sohn, die einzige wirkliche Wahrheit, die es gibt, ist, an Gott zu glauben. Und diese Wahrheit, an Gott zu glauben, sollte einen abhalten, seine Taten erforschen zu wollen. Siehe hinauf: Da oben siehst du einen Stern, um den ein anderer Stern wandelt. Und einen Stern siehst du, der geschwänzt ist; viele Jahre hat er gebraucht, um hierher zu kommen; viele Jahre wird er brauchen, um aus unserem Kreise zu treten. Wer wollte so töricht sein, erforschen zu wollen, welches die Bahnen dieses Sternes sind! Diejenige Hand, die ihn geschaffen hat, wird ihn auch lenken und leiten. Höre, mein Sohn, du sagst, daß das nicht Neugier sei, sondern daß du nur wißbegieriger seiest, als ich. Nun, wenn dir dein Wissen das gebracht hat, daß du ein besserer Mensch bist, als du früher warest, so sei mir doppelt willkommen; aber verlange nur nicht, daß ich mich darum kümmere. Ich kümmere mich um kein Wissen als um dasjenige, das in dem Glauben an Gott besteht. Ich verachte alles andere Wissen. Oder ich frage dich: Hat dich denn dieses Wissen, das überall herumstöbert, dazu geführt, daß du einen zweiten Magen bekommen hast? Oder haben dir deine Augen den Blick in ein Paradies eröffnet? — Das sagte der Kadi von Mosul, indem er das naturalistische Wissen damit treffen wollte.

[ 18 ] Als ein Ninive-Forscher, Layard, bei dem Kadi von Mosul einmal angefragt hat über die Charaktere der einzelnen Menschen seiner Untertanenschaft, über die Vorgeschichte einzelner Staaten, da war das dem Kadi von Mosul schon viel zu viel konkretes naturwissenschaftliches Denken. Er konnte nicht begreifen, daß man sich darauf einlassen soll, die Charaktere der einzelnen Untertanen zu studieren wie die Landschaft, oder gar die Geschichte der Staaten zu studieren. Das käme, meinte er, von dem europäischen Unfug her, die Natur so studieren zu wollen. Und er sagte zu dem Forscher: Höre, mein Sohn, die einzige wirkliche Wahrheit, die es gibt, ist, an Gott zu glauben. Und diese Wahrheit, an Gott zu glauben, sollte einen abhalten, seine Taten erforschen zu wollen. Siehe hinauf: Da oben siehst du einen Stern, um den ein anderer Stern wandelt. Und einen Stern siehst du, der geschwänzt ist; viele Jahre hat er gebraucht, um hierher zu kommen; viele Jahre wird er brauchen, um aus unserem Kreise zu treten. Wer wollte so töricht sein, erforschen zu wollen, welches die Bahnen dieses Sternes sind! Diejenige Hand, die ihn geschaffen hat, wird ihn auch lenken und leiten. Höre, mein Sohn, du sagst, daß das nicht Neugier sei, sondern daß du nur wißbegieriger seiest, als ich. Nun, wenn dir dein Wissen das gebracht hat, daß du ein besserer Mensch bist, als du früher warest, so sei mir doppelt willkommen; aber verlange nur nicht, daß ich mich darum kümmere. Ich kümmere mich um kein Wissen als um dasjenige, das in dem Glauben an Gott besteht. Ich verachte alles andere Wissen. Oder ich frage dich: Hat dich denn dieses Wissen, das überall herumstöbert, dazu geführt, daß du einen zweiten Magen bekommen hast? Oder haben dir deine Augen den Blick in ein Paradies eröffnet? — Das sagte der Kadi von Mosul, indem er das naturalistische Wissen damit treffen wollte.

[ 19 ] Sie werden vielleicht ein innerliches Lächeln darüber haben, daß der Kadi von Mosul, ein typischer Vertreter dieser Anschauung, diese Gesinnung äußern konnte. Aber der Geisteswissenschaft gegenüber wird, allerdings übertragen auf ein anderes Gebiet, diese Gesinnung auch gar sehr geltend gemacht. Diese «Kadis von Mosul» sind sehr verbreitet. Sie sagen immer wieder und wieder: Ach, es ist durchaus nicht notwendig, daß sich der Mensch in der geistigen Welt um etwas anderes kümmere als um das, was ihm das Vertrauen zu Gott gibt. Wie der Kadi von Mosul die äußere Naturwissenschaft abwies, so weisen innerhalb unserer Gegenden sehr viele Leute — gerade offizielle Vertreter des Geisteslebens — die Geisteswissenschaft ab. Erst jetzt ist wieder ein Büchlein erschienen, worin man, obwohl es sonst sehr wohlwollend geschrieben ist, den schönen Satz lesen kann: Das sei das Schlimme an der Geisteswissenschaft, daß sie etwas wissen wolle über die geistige Welt, während die wahre Bedeutung des religiösen Lebens gerade darin beruht, daß man nichts wisse von der geistigen Welt, und doch eben das Vertrauen, das große Vertrauen habe, an das zu glauben, von dem man nichts wisse. — Das soll gerade das den Menschen so Auszeichnende sein, daß er sich gestehen kann: Ich weiß nichts, aber ich nehme dieses Göttliche an. — Man sieht heute noch nicht klar ein, was man aber sollte, daß dies mit Bezug auf die geistige Welt ganz genau dieselbe Anschauung ist, wie diejenige in bezug auf die physisch-sinnliche Welt und ihre Erkenntnis, welche den Kadi von Mosul auszeichnete, und über die Sie eben leise gelächelt haben. Aber das ist es ja gerade, worauf es ankommt, daß die Menschheit den Übergang zur Erkenntnis des Geistigen ebenso findet, wie sie den Übergang zur Erkenntnis des Natürlichen gefunden hat. Das muß stark und klar gesehen werden. Denn davon hängt es ab, ob wir gegen die Zukunft zu überhaupt eine Weltanschauung haben werden, die imstande ist, die menschliche soziale Struktur zu begründen. Diese menschliche soziale Struktur wird ganz gewiß nicht mit dem begründet werden, was man heute Volkswirtschaftslehre oder ähnliches nennt. Alles was bisher als Volkswirtschaftslehre oder Volkswirtschaftsansicht besteht, ist entweder Erbgut aus alten Zeiten, das nicht mehr brauchbar ist, oder es ist strohernes, törichtes Gestrüpp, verdorrtes Zeug. Eine Volkswirtschaft wird es erst geben können, wenn Ideenkraft das Denken durchzieht, das von der geistigen Welt hergenommen ist. Was an offiziellen Schulen als Volkswirtschaftslehre oder als Menschenbeglückungslehre gelehrt wird, das landet schon in den Köpfen solcher Menschenfeinde wie Lenin und Trotzki; das sind die letzten Konsequenzen. Das aber, was die Menschen mit zukunftbewirkenden Kräften durchdringen soll, das muß aus der Erkenntnis der geistigen Welt herkommen. Es mag heute Paradoxie notwendig sein, wenn man von dem Westen und dem Osten so spricht, wie ich es getan habe. Aber diese Paradoxie enthält die geistigen Wirklichkeiten! Und ohne die Kenntnis dieser geistigen Wirklichkeiten wird man keine gesunde Gestaltung der immer mehr und mehr in das Chaos hineingehenden irdischen Verhältnisse für die Zukunft finden können. Begriffe, die noch vor wenigen Jahren Bedeutung und Geltung hatten, haben heute keine Bedeutung und keine Geltung mehr. Auf allen Gebieten muß umgelernt werden. Die Religionen werden den Menschen nur dann noch etwas sein können, wenn sie sich mit wirklichem Wissen von den geistigen Welten durchdringen werden. Dazu werden sie lernen müssen — das bezieht sich nicht auf ihren Inhalt, sondern auf die Art und Weise, wie sie allmählich Formen angenommen haben —, sie werden lernen müssen, daß diese Formen nicht geeignet sind, zu dem menschlichen Inneren wirklich zu sprechen, sondern daß sie zu dem menschlichen Inneren nur dann sprechen werden, wenn man an die realen Kräfte appellieren wird, die aus der geistigen Welt kommen. «Die Kadis von Mosul», nun ja, eben die, welche nicht von Mosul sind, sondern von, ich will nicht sagen woher, die müssen auch aufhören auf dem Gebiete des öffentlichen Lebens. Ich sage das schlicht und anspruchslos heute, aber ich glaube, Sie werden fühlen, daß damit eigentlich recht viel, sehr viel gesagt worden ist.

[ 19 ] Sie werden vielleicht ein innerliches Lächeln darüber haben, daß der Kadi von Mosul, ein typischer Vertreter dieser Anschauung, diese Gesinnung äußern konnte. Aber der Geisteswissenschaft gegenüber wird, allerdings übertragen auf ein anderes Gebiet, diese Gesinnung auch gar sehr geltend gemacht. Diese «Kadis von Mosul» sind sehr verbreitet. Sie sagen immer wieder und wieder: Ach, es ist durchaus nicht notwendig, daß sich der Mensch in der geistigen Welt um etwas anderes kümmere als um das, was ihm das Vertrauen zu Gott gibt. Wie der Kadi von Mosul die äußere Naturwissenschaft abwies, so weisen innerhalb unserer Gegenden sehr viele Leute — gerade offizielle Vertreter des Geisteslebens — die Geisteswissenschaft ab. Erst jetzt ist wieder ein Büchlein erschienen, worin man, obwohl es sonst sehr wohlwollend geschrieben ist, den schönen Satz lesen kann: Das sei das Schlimme an der Geisteswissenschaft, daß sie etwas wissen wolle über die geistige Welt, während die wahre Bedeutung des religiösen Lebens gerade darin beruht, daß man nichts wisse von der geistigen Welt, und doch eben das Vertrauen, das große Vertrauen habe, an das zu glauben, von dem man nichts wisse. — Das soll gerade das den Menschen so Auszeichnende sein, daß er sich gestehen kann: Ich weiß nichts, aber ich nehme dieses Göttliche an. — Man sieht heute noch nicht klar ein, was man aber sollte, daß dies mit Bezug auf die geistige Welt ganz genau dieselbe Anschauung ist, wie diejenige in bezug auf die physisch-sinnliche Welt und ihre Erkenntnis, welche den Kadi von Mosul auszeichnete, und über die Sie eben leise gelächelt haben. Aber das ist es ja gerade, worauf es ankommt, daß die Menschheit den Übergang zur Erkenntnis des Geistigen ebenso findet, wie sie den Übergang zur Erkenntnis des Natürlichen gefunden hat. Das muß stark und klar gesehen werden. Denn davon hängt es ab, ob wir gegen die Zukunft zu überhaupt eine Weltanschauung haben werden, die imstande ist, die menschliche soziale Struktur zu begründen. Diese menschliche soziale Struktur wird ganz gewiß nicht mit dem begründet werden, was man heute Volkswirtschaftslehre oder ähnliches nennt. Alles was bisher als Volkswirtschaftslehre oder Volkswirtschaftsansicht besteht, ist entweder Erbgut aus alten Zeiten, das nicht mehr brauchbar ist, oder es ist strohernes, törichtes Gestrüpp, verdorrtes Zeug. Eine Volkswirtschaft wird es erst geben können, wenn Ideenkraft das Denken durchzieht, das von der geistigen Welt hergenommen ist. Was an offiziellen Schulen als Volkswirtschaftslehre oder als Menschenbeglückungslehre gelehrt wird, das landet schon in den Köpfen solcher Menschenfeinde wie Lenin und Trotzki; das sind die letzten Konsequenzen. Das aber, was die Menschen mit zukunftbewirkenden Kräften durchdringen soll, das muß aus der Erkenntnis der geistigen Welt herkommen. Es mag heute Paradoxie notwendig sein, wenn man von dem Westen und dem Osten so spricht, wie ich es getan habe. Aber diese Paradoxie enthält die geistigen Wirklichkeiten! Und ohne die Kenntnis dieser geistigen Wirklichkeiten wird man keine gesunde Gestaltung der immer mehr und mehr in das Chaos hineingehenden irdischen Verhältnisse für die Zukunft finden können. Begriffe, die noch vor wenigen Jahren Bedeutung und Geltung hatten, haben heute keine Bedeutung und keine Geltung mehr. Auf allen Gebieten muß umgelernt werden. Die Religionen werden den Menschen nur dann noch etwas sein können, wenn sie sich mit wirklichem Wissen von den geistigen Welten durchdringen werden. Dazu werden sie lernen müssen — das bezieht sich nicht auf ihren Inhalt, sondern auf die Art und Weise, wie sie allmählich Formen angenommen haben —, sie werden lernen müssen, daß diese Formen nicht geeignet sind, zu dem menschlichen Inneren wirklich zu sprechen, sondern daß sie zu dem menschlichen Inneren nur dann sprechen werden, wenn man an die realen Kräfte appellieren wird, die aus der geistigen Welt kommen. «Die Kadis von Mosul», nun ja, eben die, welche nicht von Mosul sind, sondern von, ich will nicht sagen woher, die müssen auch aufhören auf dem Gebiete des öffentlichen Lebens. Ich sage das schlicht und anspruchslos heute, aber ich glaube, Sie werden fühlen, daß damit eigentlich recht viel, sehr viel gesagt worden ist.

[ 20 ] Nun bleibt uns dann die Betrachtung einer bestimmten Frage: Wie kommt es denn aber, daß den Menschen gar so sehr verborgen bleibt, daß die Menschenseele solche Wandlungen durchmacht, wie sie, ich will sagen, vom 12. Jahrhundert bis heute, dann noch im weiteren Sinne vom 7., 8. vorchristlichen Jahrhundert bis heute durchgemacht hat? Das rührt davon her, daß in der menschlichen Natur noch etwas von einer andern Welt steckt, und dieses. Stecken von einer andern Welt gehört wieder zu den tiefsten Mysterien der Menschheit. Man lernt den Menschen nur kennen, wenn man diese andere Welt, die fortwährend ein Interesse daran hat, nicht zur Darstellung zu kommen, ein wenig kennenlernt. Davon wollen wir das nächste Mal sprechen.

[ 20 ] Nun bleibt uns dann die Betrachtung einer bestimmten Frage: Wie kommt es denn aber, daß den Menschen gar so sehr verborgen bleibt, daß die Menschenseele solche Wandlungen durchmacht, wie sie, ich will sagen, vom 12. Jahrhundert bis heute, dann noch im weiteren Sinne vom 7., 8. vorchristlichen Jahrhundert bis heute durchgemacht hat? Das rührt davon her, daß in der menschlichen Natur noch etwas von einer andern Welt steckt, und dieses. Stecken von einer andern Welt gehört wieder zu den tiefsten Mysterien der Menschheit. Man lernt den Menschen nur kennen, wenn man diese andere Welt, die fortwährend ein Interesse daran hat, nicht zur Darstellung zu kommen, ein wenig kennenlernt. Davon wollen wir das nächste Mal sprechen.