The Science of Human Development
GA 183
18 August 1918, Dornach
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
The Science of Human Development, tr. SOL
Zweiter Vortrag
Second Lecture
[ 1 ] Ich möchte heute davon ausgehen, eine Art Skizze zu geben von der menschlichen Seele, so wie diese menschliche Seele in ihrem Verhalten zur Welt und zu sich selbst ist. Ich möchte diese Skizze so halten, daß man etwa sagen kann: Wir sehen uns den Menschen als Seelenwesen an im Profil. Also, damit wir uns verstehen: Wie wenn wir uns den physischen Menschen — nicht das Seelenwesen — so ansehen würden, daß wir ihn etwa nicht en face, sondern im Profil haben würden, meinetwillen nach rechts hinüberschauend. Betrachten wir ihn einmal so. Natürlich müssen wir, wenn wir versuchen, so etwas skizzenhaft zu entwerfen, uns immer klar darüber sein, daß wir es mit imaginativer Erkenntnis zu tun haben, daß also das Wirkliche, das hinter einer solchen Sache steht, durch ein Bild wiedergegeben ist. Das Bild deutet auf die Sache hin, und man macht ja auch das Bild so, daß es in richtiger Art auf die Sache hindeutet. Aber natürlich darf man sich eine Zeichnung, eine Skizze, welche darstellen soll ein Seelisch-Geistiges, nicht so denken, wie man sich irgend etwas vorstellt, das in naturalistischer Art eine äußere sinnenfällige Wirklichkeit kopiert. Dessen, was ich jetzt sage, muß man sich schon fortwährend bewußt sein. Ich werde also alles, was den physischen und den niederen ätherischen Organismus des Menschen betrifft, fortlassen, werde nur das Seelische, das Seelisch-Geistige zu skizzieren versuchen (siehe Zeichnung).
[ 1 ] Today I would like to attempt to provide a sort of sketch of the human soul, as it relates to the world and to itself. I would like to present this sketch in such a way that one might say: We are viewing the human being as a soul being in profile. So, to be clear: It is as if we were looking at the physical human being—not the soul being—not head-on, but in profile, looking to the right, for example. Let us consider him in this way. Of course, when we attempt to sketch something like this, we must always be clear that we are dealing with imaginative insight—that is, the reality underlying such a thing is represented through an image. The image points to the thing itself, and we create the image in such a way that it points to the thing correctly. But of course, one must not think of a drawing or sketch intended to represent something soul-spiritual in the same way one imagines something that copies an external, sensually perceptible reality in a naturalistic manner. One must be constantly aware of what I am saying now. I will therefore omit everything pertaining to the physical and lower etheric organism of the human being and will attempt only to sketch the soul and the soul-spiritual (see drawing).


[ 2 ] Wie Sie ja aus den verschiedenen Darstellungen, die gegeben worden sind, wissen, steht dieses Seelisch-Geistige mit der seelisch-geistigen Umwelt mehr in einem unmittelbaren Zusammenhang als der physische Mensch mit der physischen Umgebung. Der physische Mensch ist ja gegenüber der physisch-sinnenfälligen Umgebung ein ziemlich abgeschlossenes Wesen. Man möchte sagen: Dieser physisch-sinnliche Mensch ist wirklich auch real in seiner Haut eingeschlossen. — So ist es nicht bei dem, was man als den geistig-seelischen Menschen bezeichnen kann; da muß man sich einen fortdauernden Übergang denken in den Strömungen, die im seelisch-geistigen Inneren des Menschen pulsieren, und in all den Bewegungen und Strömungen, die in der allgemeinen, universellen geistig-seelischen Welt bestehen.
[ 2 ] As you know from the various descriptions that have been given, this soul-spiritual being is in a more direct connection with the soul-spiritual environment than the physical human being is with the physical environment. The physical human being is, after all, a rather self-contained being in relation to the physical, sensory environment. One might say: This physical, sensory human being is truly and literally enclosed within his own skin. — This is not the case with what can be described as the spiritual-psychic human being; here one must conceive of a continuous transition in the currents that pulse within the human being’s spiritual-psychic inner life, and in all the movements and currents that exist in the general, universal spiritual-psychic world.
[ 3 ] Wollte ich nun zunächst von der einen Seite her charakterisieren, wie dieses Verhältnis des menschlich Geistig-Seelischen zu dem Geistig-Seelischen der universellen Umgebung ist, so müßte ich das vielleicht in der folgenden Weise tun. Ich müßte dasjenige, was aus dem Universum, also aus der Unendlichkeit des Raumes in geistig-seelischer Weise hereinkommt, zunächst in dieser Art malen. Eigentlich müßte ich den ganzen Raum so ausmalen, aber das ist ja nicht nötig, ich werde nur dasjenige, was zunächst Umgebung des Menschen ist, ausmalen. Das ist also jetzt dasjenige, was als Umwelt aufzufassen ist (siehe Zeichnung Seite 31, blau). Denken Sie sich also in seelisch-geistiger Bildhaftigkeit das, worin der Mensch hineingestellt ist. Der Mensch ist ja jetzt noch nicht da, sondern es ist nur das, was aus der Umgebung angrenzt, mit diesem Blau gekennzeichnet. Denken Sie sich das wie ein in sich wogendes blaues Meer, das den Raum aber ausfüllt. Wenn ich sage: Blaues Meer —, ist das natürlich so aufzufassen, wie ich das öfter in den Büchern, die Ihnen ja vorliegen, charakterisiert habe, so wie Farben als Bezeichnung des Aurischen, des SeelischGeistigen aufzufassen sind.
[ 3 ] If I were to begin by characterizing, from one perspective, the relationship between the human spiritual-soul aspect and the spiritual-soul aspect of the universal environment, I might do so in the following way. I would first have to depict in this way that which enters from the universe—that is, from the infinity of space—in a spiritual-soul aspect. Actually, I would have to depict the entire space in this way, but that is not necessary; I will only depict that which initially constitutes the human being’s environment. So this is what is to be understood as the environment (see drawing on page 31, blue). Imagine, then, in spiritual-soulful imagery, the setting in which the human being is placed. The human being is not yet there, of course; rather, it is only what borders on the environment that is marked with this blue. Imagine this as a blue sea surging within itself, yet filling the space. When I say “blue sea,” this is of course to be understood as I have often characterized it in the books you have before you—just as colors are to be understood as designations of the auric and the soul-spiritual.


[ 4 ] Schwimmend, möchte ich sagen, oder schwebend getragen, wie eine Woge getragen, ist nun ein anderes Geistig-Seelisches. Das ist dasjenige, welches ich jetzt etwa in der folgenden Weise darstellen müßte. Wir können also, wenn wir von der universellen Umwelt zum Menschen übergehen, uns und das menschliche Geistig-Seelische etwa wie schwebend auf diesem Rot denken. Da hätten wir zunächst einen Teil des Geistig-Seelischen; davon müßten wir nur, wenn wir etwas der Wirklichkeit gemäß die Skizze machen wollten, den oberen Teil in einem etwas ins Violettliche, ins Lila fallenden Rot geben. Das würde nur richtig gegeben sein, wenn hier oben das Rot sich violett abstumpfte.
[ 4 ] Floating, I would say, or carried as if floating, carried like a wave—this is now a different spiritual-soul aspect. This is what I would now have to describe in roughly the following way. So, when we move from the universal environment to the human being, we can imagine ourselves and the human spiritual-soul aspect as if floating on this red. There we would have, to begin with, a part of the spiritual-soul aspect; if we wanted to sketch this in a way that corresponds to reality, we would have to depict the upper part in a red that tends slightly toward violet or lilac. This would only be accurately represented if the red were to fade into violet up here.
[ 5 ] Damit habe ich Ihnen zunächst, ich möchte sagen, den einen Pol des Geistig-Seelischen des Menschen gegeben. Den andern Pol bekommen wir, wenn wir das, was hier an das universell Geistig-Seelische sich anschließend gegen das physische menschliche Antlitz zu schwimmend-schwebend sich verhält, etwa in der folgenden Weise eingliedern: Gelb, Grün, Orange; Grün geht ins Blaue noch hinein.
[ 5 ] With this, I have, so to speak, presented you with one pole of the human spiritual-soul aspect. We arrive at the other pole when we incorporate what, here, relates to the universal spiritual-soul aspect—floating and hovering in contrast to the physical human face—in the following manner: yellow, green, orange; green still merges into blue.
[ 6 ] Damit haben Sie eine, ich möchte sagen, Normalaura des Menschen im Profil, also von der rechten Seite aus gesehen. Ich sage ausdrücklich: eine Normalaura von der rechten Seite aus gesehen. Dasjenige, was sich dem Schauen so darstellen würde, daß das Schauen eben diese Figur vor sich hätte, das charakterisiert das Hineingestelltsein des Menschen in seine geistig-seelische Umgebung. Es charakterisiert aber auch die Stellung des Menschen, des Seelisch-Geistigen des Menschen zu sich selber. Man kann, gerade wenn man dasjenige studiert, was durch diese Figur dargestellt ist, so recht sehen, wie der Mensch nach zwei Seiten hin ein begrenztes Wesen ist. Diese zwei Seiten, nach denen hin der Mensch ein begrenztes Wesen ist, die werden im Leben immer bemerkt; allein sie werden nicht richtig gedeutet, sie werden nicht richtig ins Auge gefaßt, werden wenigstens nicht verstanden. Sie wissen ja, daß man in der äußeren Naturwissenschaft davon spricht, daß der Mensch, wenn er die Welt betrachtet, wenn er sich Erkenntnisse verschaffen will von der Welt, mit seiner Wissenschaft, mit seiner Erkenntnis an bestimmte Grenzen kommt. Wir haben öfter von diesen Grenzen gesprochen, von diesem berühmten «Ignorabimus» — wir werden niemals wissen —, welches von seiten der Naturforscher, von seiten mancher Philosophen geltend gemacht wird. Man sagt, der Mensch komme eben zu bestimmten Grenzen seines Erkennens, seines Anschauens der Außenwelt. Ich habe Ihnen wohl auch schon den berühmten Ausspruch angeführt, den Du Bois-Reymond auf der Leipziger Naturforscherversammlung in den siebziger Jahren getan hat: In die Regionen hinein, so sagte ungefähr dazumal Du BoisReymond, in denen Materie spukt, wird das menschliche Erkennen niemals dringen.
[ 6 ] This gives you what I would call a normal human aura in profile—that is, as seen from the right side. I say explicitly: a normal aura as seen from the right side. That which would present itself to the beholder in such a way that the beholder would have precisely this figure before them characterizes the human being’s placement within their spiritual-soul environment. But it also characterizes the human being’s position—the spiritual-soul aspect of the human being—in relation to themselves. It is precisely when one studies what is represented by this figure that one can truly see how the human being is a limited being in two respects. These two aspects in which human beings are limited beings are always noticed in life; yet they are not correctly interpreted, they are not properly grasped, or at least not understood. You know, of course, that in the external natural sciences it is said that when human beings observe the world, when they seek to gain knowledge of the world, they reach certain limits with their science and their understanding. We have often spoken of these limits, of this famous “Ignorabimus”—“we shall never know”—which is invoked by natural scientists and by some philosophers. It is said that human beings simply reach certain limits in their cognition, in their perception of the external world. I have probably also already quoted for you the famous statement made by Du Bois-Reymond at the Leipzig Natural Scientists’ Congress in the 1870s: “Into the regions,” as Du Bois-Reymond put it at the time, “where matter haunts, human cognition will never penetrate.”
[ 7 ] Man würde richtiger über diese Erkenntnisgrenzen des Menschen sprechen, wenn man vielleicht sagen würde: Der Mensch ist genötigt, indem er die Welt betrachtet, gewisse Begriffe sich festzusetzen, welche er mit seinem naturwissenschaftlichen Erkennen, auch mit seinem gewöhnlichen Philosophenerkennen nicht durchdringt. Sie brauchen ja nur zu denken an solche Betrachtungen wie den Begriff des Atoms. Vom Atom redet die Naturwissenschaft. Aber das Atom hat natürlich nur dann einen Sinn, wenn man eigentlich nicht davon reden kann, wenn man nicht sagen kann, was ein Atom ist; denn in dem Augenblicke, wo man anfangen würde, das Atom zu beschreiben, wäre es nicht mehr ein Atom. Es ist ein schlechthin Unnahbares. Und so ist es eigentlich schon die Materie, der Stoff selber. Es müssen gewisse Begriffe festgesetzt werden, an die man nicht herankommt. So ist es mit dem Erkennen der Außenwelt. Es müssen Begriffe festgesetzt werden, wie Materie, Kraft und so weiter, an die man nicht herankommt.
[ 6 ] This gives you what I would call a normal human aura in profile—that is, as seen from the right side. I say explicitly: a normal aura as seen from the right side. That which would present itself to the beholder in such a way that the beholder would have precisely this figure before them characterizes the human being’s placement within their spiritual-soul environment. But it also characterizes the human being’s position—the spiritual-soul aspect of the human being—in relation to themselves. It is precisely when one studies what is represented by this figure that one can truly see how the human being is a limited being in two respects. These two aspects in which human beings are limited beings are always noticed in life; yet they are not correctly interpreted, they are not properly grasped, or at least not understood. You know, of course, that in the external natural sciences it is said that when human beings observe the world, when they seek to gain knowledge of the world, they reach certain limits with their science and their understanding. We have often spoken of these limits, of this famous “Ignorabimus”—“we shall never know”—which is invoked by natural scientists and by some philosophers. It is said that human beings simply reach certain limits in their cognition, in their perception of the external world. I have probably also already quoted for you the famous statement made by Du Bois-Reymond at the Leipzig Natural Scientists’ Congress in the 1870s: “Into the regions,” as Du Bois-Reymond put it at the time, “where matter haunts, human cognition will never penetrate.”


[ 8 ] Daß solche Begriffe festgesetzt werden müssen, das beruht einfach darauf, daß jenes innerlich geistig-seelisch Leuchtende des Menschen hier nach außen in ein Dunkles hinein sich erstreckt. Das, was da konstatiert wird als Erkenntnisgrenze, das kann man, ich möchte sagen, aurisch wirklich richtig sehen. Es liegt hier dem Menschen eine Grenze vor. Das Wesen, das er selbst ist, wird hier dargestellt durch dasjenige, was ich aurisch habe verlaufen lassen als hellgrün ins Blauviolett übergehend (siehe Zeichnung Seite 31). Aber indem es ins Blauviolette übergeht, ist es nicht mehr der Mensch, da ist es das Universelle der Umgebung. Da gelangt der Mensch mit seinem Wesen, das die innere Kraft seines Anschauens der Welt ist, an eine Grenze, da gelangt er gewissermaßen an das Nichts, und da muß er solche Begriffe wie Materie, Atom, Stoff, Kraft festsetzen, die keinen Inhalt haben. Das liegt in der menschlichen Organisation, das liegt im Zusammenhange des Menschen mit dem ganzen Weltenall. Da geht wirklich die Verbindung des Menschen mit dem Weltenall vor sich. Man kann, wenn man im Sinne geisteswissenschaftlicher Vorstellung diese Grenze da bezeichnet, das so machen, daß man sagt: Diese Grenze läßt den Menschen in bezug auf seine Seele in Berührung kommen mit dem Universum. — Man kann, indem man die Richtung nach dem Universum hin mit der einen Schleife einer Lemniskate bezeichnet, das, was dem Menschen angehört, mit der andern Schleife bezeichnen; nur geht das, was aus dem Menschen herausgeht, in das Universum, in das Unendliche hinein. Man muß daher die Schleifenlinie, die Lemniskate, auf der einen Seite offenlassen, und auf der einen zumachen, und man muß dann diese Schleifenlinie so zeichnen: Hier ist die Schleifenlinie geschlossen, hier geht sie ins Unendliche hinaus. Es ist dieselbe Linie, die ich dort gezeichnet habe, nur gehen die Schenkel hier ins Unendliche hinaus.
[ 8 ] The fact that such concepts must be defined stems simply from the fact that the inner spiritual and soul-like radiance of the human being extends outward from within into darkness. What is identified here as the limit of knowledge can, I would say, be seen quite clearly through the aura. Here, a boundary presents itself to the human being. The being that he himself is is represented here by what I have depicted aurically as light green fading into blue-violet (see drawing on page 31). But as it fades into blue-violet, it is no longer the human being; there it is the universal aspect of the surroundings. There the human being, with his essence—which is the inner power of his perception of the world—reaches a boundary; there he arrives, so to speak, at nothingness, and there he must define such concepts as matter, atom, substance, and force, which have no content. This lies in the human constitution; it lies in the human being’s connection with the entire universe. There, the human being’s connection with the universe truly takes place. If one were to define this boundary in the sense of spiritual science, one could do so by saying: This boundary allows human beings, in relation to their souls, to come into contact with the universe. — By depicting the direction toward the universe with one loop of a lemniscate, one can depict what belongs to the human being with the other loop; yet what emanates from the human being flows into the universe, into the infinite. One must therefore leave the looped line—the lemniscate—open on one side and closed on the other, and one must then draw this looped line as follows: Here the looped line is closed; here it extends into infinity. It is the same line that I drew there, only here the legs extend into infinity.


[ 9 ] Was ich hier so zeichne als offene Lemniskate, als offene Schleifenlinie, das ist nicht bloß etwas Ausgedachtes, das ist etwas, was Sie tatsächlich wie ein- und auslaufende Blitze in einer sanften, aber sehr langsamen Bewegung als Ausdruck des Verhältnisses des Menschen zum Universum sehen können. Die Strömungen des Universums nähern sich fortwährend dem Menschen; er zieht sie an, sie verschlingen sich in seiner Nähe und gehen wieder heraus. Also es strömt so etwas dem Menschen zu, verschlingt sich, geht wieder heraus. Der Mensch ist von solchen dem Universum angehörenden Strömungen durchsetzt, die sich hier vor ihm aufhalten. Dadurch ist der Mensch, wie Sie sich vorstellen können, von einer Art welligem Aurischen umgeben; es kommen diese Strömungen vom Universum herein, machen hier einen Wirbel, grüßen gleichsam den Menschen, indem sie einen Wirbel vor ihm machen, so daß er hier von einer Art aurischer Strömung umgeben ist. Das ist wesentlich ein Ausdruck des Verhältnisses des Menschen zum Universum, zur geistig-seelischen Umwelt.
[ 9 ] What I am drawing here as an open lemniscate, as an open loop, is not merely something I have imagined; it is something you can actually see—like flashes of lightning coming and going in a gentle but very slow motion—as an expression of humanity’s relationship to the universe. The currents of the universe are constantly approaching the human being; he attracts them, they intertwine in his vicinity, and then flow out again. So something like this flows toward the human being, intertwines, and then flows out again. The human being is permeated by such currents belonging to the universe, which linger here before him. As a result, as you can imagine, the human being is surrounded by a kind of undulating auric field; these currents from the universe flow in, create a vortex here, and greet the human being, as it were, by forming a vortex before him, so that he is surrounded here by a kind of auric current. This is essentially an expression of the human being’s relationship to the universe, to the spiritual-soul environment.


[ 10 ] Nun aber können Sie dasjenige, was Sie eigentlich als in Ihrem Bewußtsein liegend empfinden, hier dargestellt finden als bläulich-grünlich-gelblich, nach innen zu orange verlaufend. Aber das stößt hier auf; im Inneren des menschlichen Seelischen stößt dieses GelblichOrange auf das auf, was auf dem blauen Meere als das Geistig-Seelische des unteren Menschen schwingt, des niederen Menschen. Was ich hier rot und im Übergang ins Orange gezeichnet habe, das gehört zu den unterbewußten Teilen des Menschen, entspricht ja auch denjenigen Vorgängen im Physischen, die sich hauptsächlich als Verdauungstätigkeit und Ähnliches abspielen, woran das Bewußtsein keinen Anteil hat. Dasjenige, was mit dem Bewußtsein zusammenhängt, das würde aurisch charakterisiert sein in den hellen Partien, die ich hier dargestellt habe (siehe Zeichnung Seite 31). So wie hier zusammenstoßen des Menschen Geistig-Seelisches mit dem Geistig-Seelischen der Umwelt, so stößt nach innen des Menschen Geistig-Seelisches mit seinem Unterbewußten — also auch eigentlich dem Universum angehörig — zusammen. Dieses Zusammenstoßen muß ich in den Strömungen so zeichnen, daß die einen Strömungen ins Unendliche hinausgehen; anders muß ich dieses Zusammenstoßen im Inneren des Menschen zeichnen. Da muß ich auch eine Schleifenlinie zeichnen, aber diese muß ich so zeichnen, daß sie nach innen verläuft. Geben Sie acht: Ich zeichne durchaus eine Schleifenlinie, aber ich nehme die untere Schleife und schlage sie um, so daß die Schleifenlinie so wird:
[ 10 ] Now, however, you can see here what you actually perceive as lying within your consciousness depicted as bluish-greenish-yellowish, fading inward toward orange. But this encounters something here; within the human soul, this yellowish-orange encounters what vibrates on the blue sea as the spiritual-soul aspect of the lower human being, the lower human. What I have depicted here in red and transitioning to orange belongs to the subconscious aspects of the human being; it also corresponds to those physical processes that take place primarily as digestive activity and the like, in which consciousness plays no part. That which is connected to consciousness would be characterized aurically by the light-colored areas I have depicted here (see drawing on page 31). Just as the human being’s spiritual-soul aspect collides here with the spiritual-soul aspect of the environment, so too does the human being’s spiritual-soul aspect collide inwardly with his subconscious—which, strictly speaking, also belongs to the universe. I must depict this collision in the currents in such a way that some currents extend out into infinity; whereas I must depict this collision within the human being differently. There, too, I must draw a looping line, but I must draw it so that it runs inward. Pay close attention: I am indeed drawing a looping line, but I take the lower loop and turn it around, so that the looping line becomes:


[ 11 ] Also, ich schlage die untere Schleife um (siehe Zeichnung, rechts). Im Gegensatz zu hier (siehe Zeichnung Seite 35), wo ich die eine Schleife ins Unendliche verlaufen lasse, also ins Unendliche vergrößere, schlage ich nun die untere Schleife um. — Dann habe ich dadurch bildlich bezeichnet die Stauungen, die sich ergeben da, wo das Geistig-Seelische hier innen auf das unterbewußte, also auch universelle Geistig-Seelische auftrifft. Ich muß also diese Stauungen, die im Menschen entstehen, wenn ich sie entsprechend denen hier zeichne, in dieser Weise charakterisieren (sieben Lemniskaten mit umgeschlagener Schleife). Das sind die Stauungen, welche entsprechen einer inneren Welle im Menschen.
[ 11 ] So, I loop the lower loop around (see drawing, right). In contrast to here (see drawing on page 35), where I let one loop extend into infinity—that is, enlarge it to infinity—I now flip the lower loop. — In this way, I have symbolically represented the blockages that arise where the spiritual-psychic realm here within encounters the subconscious—and thus also the universal—spiritual-psychic realm. I must therefore characterize these blockages, which arise within the human being—when I draw them corresponding to those shown here—in this way (seven lemniscates with a loop turned over). These are the blockages that correspond to an inner wave within the human being.
[ 12 ] Wenn Sie diese innere Welle tatsächlich verfolgen wollten, so würde die Hauptrichtung dieser Welle — aber eben nur die Hauptrichtung — etwa so verlaufen, daß sie entlangliefe dem Zusammenstoßen von den, wie Sie wissen, unrichtig benannten, aber sogenannten sensitiven und motorischen Nerven im Menschen. Das nur nebenbei gesagt, denn ich will heute hauptsächlich das Geistig-Seelische der Sache erörtern.
[ 12 ] If you were to actually trace this inner wave, its main direction—but only its main direction—would run roughly along the intersection of what are, as you know, incorrectly named but so-called sensory and motor nerves in humans. I mention this only in passing, for today I wish to discuss primarily the spiritual-psychic aspect of the matter.


[ 13 ] Sie sehen daran den starken Gegensatz, der besteht in dem Verhältnis des Menschen zur geistig-seelischen Umwelt und zu sich selber, zu dem Stück, das er aus der geistig-seelischen Umwelt als sein Unterbewußtes hereinnimmt, und das ich hier durch die rötliche Woge, die auf dem allgemeinen blauen Meere des geistig-seelischen Universums schwimmt, zu skizzieren gehabt habe.
[ 13 ] You can see here the stark contrast that exists in the relationship between the human being and the spiritual-soul environment, and between the human being and his or her own self—specifically, the part that he or she takes in from the spiritual-soul environment as his or her subconscious, which I have sought to sketch here through the reddish wave floating on the general blue sea of the spiritual-soul universe.
[ 14 ] Wir haben gesagt, daß diese Welle hier (siehe Zeichnung Seite 31, rechts) gewissermaßen der Schranke entspricht, auf die der Mensch aufstößt, wenn er die Außenwelt erkennen will. Aber auch hier (links) ist eine Schranke; im Inneren des Menschen selbst ist eine Schranke. Wäre diese Schranke nicht vorhanden, dann würden Sie immer in Ihr Inneres hinuntersehen. Jeder Mensch würde in sein Inneres hinunterschauen. So wie, wenn diese Schranke (rechts) nicht vorhanden wäre, der Mensch in die Außenwelt hineinschauen würde, so würde er, wenn diese Schranke (links) nicht vorhanden wäre, in sein Inneres hinunterschauen. Er würde allerdings, so wie der Mensch im gegenwärtigen Entwickelungszyklus einmal ist, wenn er so in sein Inneres hinunterschauen würde, wenig Freude haben über dieses sein Inneres, weil das, was er da sehen würde, ein höchst unvollkommenes, chaotisches, brodelndes Gewoge der inneren Menschennatur ist, etwas, worüber der Mensch keine große Freude haben könnte; aber es ist dasjenige, in welches die phantastischen Mystiker glauben hinunterschauen zu können, wenn sie von Mystik sprechen. Dasjenige, was sehr häufig von phantastischen Mystikern als das Erstrebenswerte angesehen wird, was namentlich bei sehr vielen solchen Mystikern ich habe sie im Vorjahre charakterisiert —, die wirklich glauben, indem sie in ihr Inneres schauen, das Universum erkennen zu können, als Mystik figuriert, das ist beim Menschen gerade durch diese Stauwelle zugedeckt, richtig zugedeckt. Der Mensch kann nicht in sein Inneres hinunterschauen.Dasjenige, was sich hier innerhalb dieser Region bildet (links), das staut sich und spiegelt sich, kann sich wenigstens in sich selbst zurückspiegeln, und die Erscheinung dieses Zurückspiegelns, das ist die Erinnerung, das Gedächtnis. Jedesmal, wenn ein Gedanke oder ein Eindruck, den Sie gefaßt haben, wiederum zurückkommt in der Erinnerung, so kommt er dadurch zurück, daß diese Stauung hier zu funktionieren beginnt. Wenn Sie diese Stauwelle nicht hätten, so würde jeder Eindruck, den Sie von außen bekommen, jeder Gedanke, den Sie fassen, durch Sie hindurchgehen, nicht in Ihnen bleiben können und in das übrige geistig-seelische Universum hineingehen. Nur dadurch halten Sie die Eindrücke auf, die Sie empfangen, daß Sie diese Stauwelle haben. Dadurch sind Sie aber imstande, durch gewisse Vorgänge, die wir noch charakterisieren werden, die Eindrücke wiederum zurückzubekommen. Und das drückt sich aus im Funktionieren des Gedächtnisses, im Funktionieren der Erinnerung. Sie können sich also vorstellen, daß Sie in sich etwas haben wie eine "Tafel, was hier im Profil gezeichnet ist — denn es ist ja im Profil gezeichnet, nicht wahr, es ist solch eine Ebene, die in Ihnen ist —, da wird zurückgeschlagen dasjenige, was nicht durchgehen soll. Sie bleiben, wenn Sie wachend sind, mit der Außenwelt vereint, sonst würde alles in wachem Zustande durch Sie durchgehen. Sie würden eigentlich von den Eindrücken nichts wissen, Sie würden die Eindrücke bekommen, aber könnten sie gar nicht festhalten.
[ 14 ] We have said that this wave here (see drawing on page 31, right) corresponds, so to speak, to the barrier that a person encounters when trying to perceive the external world. But there is also a barrier here (left); there is a barrier within the person himself. If this barrier did not exist, you would always look down into your inner self. Every human being would look down into their inner self. Just as, if this barrier (on the right) did not exist, a person would look into the external world, so too, if this barrier (on the left) did not exist, they would look down into their inner self. However, given the state of human beings in the current cycle of development, if they were to look down into their inner selves in this way, they would find little joy in what they saw there, because what they would see is a highly imperfect, chaotic, seething mass of inner human nature—something from which a person could derive little joy; but it is precisely what the fanciful mystics believe they can look into when they speak of mysticism. That which is very often regarded by fanciful mystics as the object of aspiration—and which, as I characterized many such mystics last year, is presented as mysticism—namely, the belief that by looking into their inner selves they can come to know the universe—is, in human beings, precisely concealed by this wave of congestion, truly concealed. Human beings cannot look down into their inner selves. What forms here within this region (on the left) accumulates and reflects; it can at least reflect back upon itself, and the phenomenon of this reflection is what we call memory. Every time a thought or an impression you have grasped returns to your memory, it returns because this accumulation begins to function here. If you did not have this wave of accumulation, every impression you receive from the outside, every thought you grasp, would pass right through you, unable to remain within you, and would enter the rest of the spiritual-psychic universe. It is only through this accumulation that you retain the impressions you receive. But this also enables you, through certain processes that we will describe later, to retrieve those impressions again. And this is expressed in the functioning of memory. So you can imagine that you have within you something like a “board,” as depicted here in profile—for it is drawn in profile, isn’t it? It is a kind of plane that exists within you—and whatever is not meant to pass through is reflected back from it. When you are awake, you remain united with the external world; otherwise, everything would pass right through you while you are awake. You wouldn’t actually be aware of the impressions; you would receive them, but you wouldn’t be able to retain them at all.
[ 15 ] Das ist also dasjenige, was auf die Erinnerung deutet. Und das, was gewissermaßen als die Fläche dieser Stauwelle unsere Erinnerung bewirkt, deckt dasjenige zu, was der phantastische Mystiker gern in sich sehen möchte. Was da drunten ist, davon könnte man schon sagen: Für den, der die Dinge wirklich kennt, gilt das Wort: Der Mensch «begehre nimmer und nimmer zu schauen, was sie [die Götter] gnädig bedecken mit Nacht und Grauen». — Doch die Mystiker sind phantastisch und wollen da hinunterschauen. Aber sie können es ja ohnedies nicht, weil sie das normale Bewußtsein so durchlöchern, so korrumpieren würden, daß sich die Gedächtniswelle nicht zurückschlüge. Dasselbe, was unsere Erinnerung ausmacht, was wir so notwendig brauchen zum äußeren Leben, das bedeckt uns dasjenige, was die phantastischen Mystiker wohl schauen möchten, was aber der Mensch nicht schauen soll. Unter Ihrem Gedächtnis, unter Ihrer Gedächtnisursache, unter Ihrer Gedächtnisfläche liegt etwas Wesenhaftes vom Menschen. Aber geradeso wie die Hinterwand eines Spiegels, wie der Belag eines Spiegels das, was vorn ist, zurück wirft, so geht, was also in Ihrem Bewußtsein ist, nicht da hinten hin; das wird wieder zurückgeworfen und kann deshalb fortwährend als Erinnerung da sein. So kann überhaupt unser ganzes Leben sich als Erinnerung spiegeln. Und im wesentlichen ist ja dasjenige, was wir das Leben unseres Ich nennen, das Spiegeln dieser Erinnerung.
[ 15 ] So this is what points to memory. And what, in a sense, brings about our memory—as the surface of this standing wave—conceals that which the fantastical mystic would so dearly like to see within himself. As for what lies down there, one could certainly say: For those who truly know these things, the saying applies: “Let man never, ever desire to behold what they [the gods] graciously veil with night and dread.” — Yet the mystics are fanciful and want to look down there. But they cannot do so anyway, because they would pierce and corrupt normal consciousness to such an extent that the wave of memory would not bounce back. The very thing that constitutes our memory—what we so desperately need for our external life—is what conceals from us that which the fanciful mystics would so much like to see, but which man is not meant to see. Beneath your memory, beneath the source of your memory, beneath the surface of your memory lies something essential to human nature. But just as the back of a mirror, just as the coating of a mirror, reflects back what is in front, so what is in your consciousness does not go back there; it is reflected back and can therefore remain there continuously as memory. In this way, our entire life can be reflected as memory. And essentially, what we call the life of our “I” is the reflection of this memory.
[ 16 ] Sie sehen also, unser bewußtes Leben leben wir eigentlich zwischen dieser Welle hier (rechts) und zwischen dieser Welle (links). Wir wären also Schläuche, die alles durch sich hindurchlassen, wenn wir nicht diese Stauwelle hätten, die der Erinnerung zugrunde liegt, und wir sähen in die Geheimnisse jenseits der Erkenntnisgrenze hinein, wenn wit nicht genötigt wären, außerhalb des Gebietes des Sinnenfälligen Begriffe zu setzen, für die wir keinen Inhalt mehr haben. Wären wir so organisiert, daß wir diese Stauung hier nicht erzeugen könnten, so würden wir Schläuche sein. Wären wir so organisiert, daß wir nicht genötigt wären, diese gewissermaßen unausgefüllten Begriffe, diese dunklen Begriffe vor uns hinzusetzen, so wären wir liebeleere und liebelose Wesen; steinerne Naturen wären wir, trockene Naturen. Wir könnten nichts in der Welt gern haben, wir wären alle Mephistophelesnaturen.
[ 16 ] So you see, we actually live our conscious lives between this wave here (on the right) and this wave (on the left). We would therefore be like tubes that let everything pass through them if we did not have this wave of accumulation, which underlies memory, and we would see into the mysteries beyond the limits of knowledge if we were not compelled to formulate concepts outside the realm of the sensible, for which we no longer have any content. If we were organized in such a way that we could not produce this accumulation here, we would be mere conduits. If we were organized in such a way that we were not compelled to posit these, so to speak, unfilled concepts—these dark concepts—before us, we would be beings devoid of love and affection; we would be stony, dry natures. We could not love anything in the world; we would all be Mephistopheles-like beings.
[ 17 ] Daß wir so organisiert sind, daß wir an gewisses Geistig-Seelisches unserer Umgebung nicht herankommen können mit unseren abstrakten Begriffen, mit unserem Fassungsvermögen, das bewirkt, daß wir lieben können. Denn was wir lieben sollen, an das sollen wir nicht so herankommen, daß wir es analysieren im gewöhnlichen Sinne des Wortes, daß wir es zergliedern, daß wir es behandeln wie der Chemiker im Laboratorium die chemischen Stoffe. Man liebt ja nicht, wenn man chemisch analysiert oder chemisch synthetisiert. Erinnerungsfähigkeit, Liebefähigkeit, das sind die zwei Fähigkeiten, die zugleich entsprechen zwei Grenzen der menschlichen Natur. Der einen Grenze nach innen entspricht die Erinnerungsfähigkeit; was jenseits der Erinnerungszone liegt, ist unterbewußtes menschliches Inneres. Die andere Zone entspricht der Kraft der Liebefähigkeit; was jenseits dieser Zone liegt, entspricht dem Geistig-Seelischen des Universums. Das Unbewußte der menschlichen Natur liegt also jenseits dieser Zone, soweit das menschliche Innere reicht; das Geistig-Seelische des Universums geht unbegrenzt in die Weiten hinaus von der andern Zone an.
[ 17 ] The fact that we are organized in such a way that we cannot grasp certain spiritual and emotional aspects of our surroundings with our abstract concepts or with our capacity for understanding—which is what enables us to love. For what we are meant to love, we should not approach by analyzing it in the ordinary sense of the word, by dissecting it, or by treating it as a chemist treats chemical substances in a laboratory. After all, one does not love when one is chemically analyzing or chemically synthesizing. The capacity for memory and the capacity for love—these are the two faculties that correspond to two boundaries of human nature. The capacity for memory corresponds to one boundary, inward; what lies beyond the zone of memory is the subconscious inner self. The other zone corresponds to the power of love; what lies beyond this zone corresponds to the spiritual-soul aspect of the universe. The unconscious aspect of human nature thus lies beyond this zone, as far as the human inner self extends; the spiritual-soul aspect of the universe extends boundlessly into the vastness beyond the other zone.
[ 18 ] Wir können also sprechen von Liebezone, von Erinnerungszone und können dasjenige, was das menschlich Geistig-Seelische ist, innerhalb dieser Zonen einschließen; müssen aber jenseits der einen Zone da drüben (siehe Zeichnung Seite 31, links) dasjenige suchen, was unbewußt bleibt, und was deshalb, weil es unbewußt bleibt, gerade sehr stark zusammenhängt mit der menschlichen Körperlichkeit, mit den körperlichen Verrichtungen. Natürlich sind die Dinge in der Wirklichkeit nicht so einfach, wie man sie darstellen muß, weil alles ineinandergreift. Das, was hier rot ist (siehe Zeichnung Seite 31), das greift in Dinge hinein, das verändert sich; und wiederum dasjenige, was grün und blau ist, das verändert sich auch. In der Wirklichkeit greifen die Dinge alle ineinander ein. Aber trotzdem ist in der Hauptsache die skizzenhafte Zeichnung richtig und entspricht den Tatsachen.
[ 18 ] We can thus speak of a zone of love and a zone of memory, and we can include what constitutes the human spiritual-soul aspect within these zones; but beyond that zone over there (see drawing on page 31, left), we must seek what remains unconscious—and which, precisely because it remains unconscious, is very strongly connected to human physicality and to physical activities. Of course, in reality, things are not as simple as they must be depicted here, because everything is intertwined. What is shown here in red (see diagram on page 31) interacts with other things and changes; and likewise, what is shown in green and blue also changes. In reality, everything is interconnected. Nevertheless, the schematic diagram is essentially correct and corresponds to the facts.
[ 19 ] Daraus aber ersehen Sie, daß für das physische Leben auf der Erde hier ein starkes, bewußtes Geistiges ist. Hier (links) ist ein unbewußtes Geistiges, das eigentlich mit dem Universum zusammen verschwimmt. Diese zwei Stücke des Menschen unterscheiden sich sehr deutlich voneinander. Dieses Geistige (in der Mitte), das ist daher zunächst für das irdische Leben ein solches, das sehr fein gewoben ist. Wie fein gewobenes Licht, möchte ich sagen, ist alles hier (gelb). Würde ich am Menschen zu zeigen haben, wo dieses fein gewobene Licht ist, so würde in das hinein, was ich jetzt umfassend so umschreibe, das menschliche Haupt fallen. Also was ich so umschrieben habe, was ich dorthin als das Gelbe, Gelb-Grünliche, Gelb-Orange nach der andern Seite gezeichnet habe, das ist fein gewobenes, wenn ich so sagen darf, Geistlicht. Das hat keine starke Verwandtschaft mit der irdischen Materie; das hat eine möglichst geringe Verwandtschaft mit der irdischen Materie. Deshalb, weil es wenig Verwandtschaft hat, kann es auch nicht mit der Materie sich gut verbinden, und so bleibt es zum großen Teile unverbunden mit der Materie; es wird diesem Teil gegeben eine solche Materie, die eigentlich immer jeweils aus der vorigen Inkarnation des Menschen stammt. Das Haupt, das, was das menschliche Haupt formt, die Formungskräfte des menschlichen Hauptes, das wird im wesentlichen hereingetragen aus der vorigen Inkarnation, und da ist nur eine lose Verbindung zwischen diesem feingewobenen Geistig-Seelischen und dem Körperhaften, das eigentlich von der vorigen Inkarnation zusammengehalten wird. Ihre Physiognomie tragen Sie ja eigentlich nach Ihren Verrichtungen und Eigenschaften in der vorigen Inkarnation. Und derjenige, der sich gut versteht auf Deutungen von Menschen, der sieht gerade durch das Physiognomische des Hauptes hindurch; nicht durch dasjenige, was von dem luziferischen Inneren stammt, sondern mehr durch die Anpassung an das Universum. Man muß ja die Physiognomie so sehen, als wenn sie in den Menschen hineingedrückt wäre. Nicht so sehr, als ob sie herausginge, sondern man muß gewissermaßen das Negativ des Seelischen sehen; das sieht man in diesem Negativ des Gesichts. Wenn Sie einen Abdruck machen würden von jedem Gesicht, da würden Sie eigentlich die Physiognomie sehen, die ein furchtbar starker Verräter ist desjenigen, was Sie in der vorigen Inkarnation angestellt haben. Dagegen ist alles, was ich da unten wie nur zusammenhängend mit dem wogenden Meere des Geistig-Seelischen der Welt skizziert habe, was so aufzufassen ist, daß es des Menschen Unterbewußtem oder Unbewußtem entspricht, stark verwandt mit der Körperlichkeit; das durchsetzt die Körperlichkeit. Diese Körperlichkeit, die verbindet sich so mit dem Geistigen, daß das Geistige als Geistiges gar nicht erscheinen kann. Daher würde man, wenn man hinunterschaute, dieses Ineinanderbrodeln von Geistigem und Leiblichem schauen, was hinter der Schwelle der Erinnerung liegt. Das ist das, was vorbereitet das Haupt der nächsten Inkarnation, das ist das, was sich metamorphosieren will zu dem, was in der Zukunft erst feste materielle Form bekommt, erst Haupt sein wird in der nächsten Inkarnation. Denn das Haupt des Menschen ist ein über das Maß seiner Entwickelung Hinausgeschrittenes. Daher ist das Haupt — wie Sie sich erinnern aus den früheren Vorträgen, die ich hier gehalten habe — eigentlich mit dem siebenundzwanzigsten, achtundzwanzigsten Jahre des Menschen in seiner Entwickelung schon abgeschlossen. Da ist schon Überbildung des Menschen, in der Hauptesform.
[ 19 ] From this, however, you can see that there is a strong, conscious spiritual aspect to physical life here on Earth. Here (on the left) is an unconscious spiritual aspect that actually merges with the universe. These two aspects of the human being differ very clearly from one another. This spiritual aspect (in the middle) is therefore, for earthly life, one that is very finely woven. Like finely woven light, I would say—that is what everything here (yellow) is. If I were to point out where this finely woven light is within the human being, the human head would fall within what I am now broadly describing. So what I have described in this way—what I have depicted there as yellow, yellow-green, and yellow-orange on the other side—is, if I may say so, finely woven spiritual light. It has no strong affinity with earthly matter; it has the least possible affinity with earthly matter. Precisely because it has little affinity, it cannot bind well with matter, and so it remains largely unbound from matter; this part is given a kind of matter that actually always originates from the human being’s previous incarnation. The head—that which forms the human head, the formative forces of the human head—is essentially carried over from the previous incarnation, and there is only a loose connection between this finely woven spiritual-soul aspect and the physical body, which is actually held together by elements from the previous incarnation. You actually bear your physiognomy according to your deeds and characteristics in the previous incarnation. And the person who is well versed in interpreting people sees right through the physiognomy of the head—not through that which originates from the Luciferic inner being, but rather through the adaptation to the universe. One must, after all, view physiognomy as if it were imprinted within the person. Not so much as if it were protruding outward, but one must, so to speak, see the negative of the soul; this is what one sees in this negative of the face. If you were to make an impression of every face, you would actually see the physiognomy, which is a terribly strong betrayer of what you did in your previous incarnation. In contrast, everything I have sketched down there as connected only to the surging sea of the world’s spiritual-soul life—which is to be understood as corresponding to the human subconscious or unconscious—is closely related to physicality; it permeates physicality. This physicality is so intertwined with the spiritual that the spiritual cannot appear as spiritual at all. Therefore, if one were to look down, one would see this intermingling of the spiritual and the physical, which lies beyond the threshold of memory. This is what prepares the head for the next incarnation; this is what seeks to metamorphose into that which will only take on a fixed material form in the future, and will only become the head in the next incarnation. For the human head is something that has advanced beyond the measure of the person’s development. Therefore, as you will recall from the earlier lectures I have given here, the head is actually already complete by the time a person reaches the twenty-seventh or twenty-eighth year of their development. There is already a superformation of the human being in the form of the head.
[ 20 ] Aber der übrige Mensch, der ist auch ein Haupt, so sonderbar das aussieht; nur ist er noch nicht so weit als das Haupt. Wenn Sie sich den Menschen geköpft denken, so ist das, was übrigbleibt, auch ein Haupt des Menschen, aber auf einer noch sehr zurückgebliebenen Stufe. Wenn es sich weiter entwickelt, dann wird es auch Haupt, während das, was Sie als Haupt des Menschen haben, der übrige Organismus gewesen ist in früherer Inkarnation. Wenn Sie dann dasjenige entleiblicht sich denken, vom Leibe befreit, was in Ihrem gegenwärtigen Organismus noch nicht Haupt ist, wenn Sie sich also das Haupt wegdenken vom gegenwärtigen Organismus, der erst in der nächsten Inkarnation Haupt wird — aber dieser Ihr Organismus ist ja ein Abbild, alles Physische ist ein Abbild eines Geistigen —, wenn Sie sich dafür das Geistige denken, was also in seiner äußeren Form nicht bis zum Menschen vorgeschritten ist: da sehen Sie es sich nun an unserer luziferischen Figur bei der Gruppe drüben an, da haben Sie es!
[ 20 ] But the rest of the human being is also a head, as strange as that may seem; it is just not yet as far along as the head. If you imagine a human being without a head, what remains is also a human head, but at a stage that is still very underdeveloped. As it develops further, it, too, becomes a head, whereas what you consider to be the human head was the rest of the organism in a previous incarnation. If you then imagine that part—freed from the body, disembodied—which is not yet a head in your present organism; that is, if you imagine the head removed from your present organism, which will only become a head in the next incarnation—but this organism of yours is, after all, a reflection, everything physical is a reflection of the spiritual—if you instead imagine the spiritual aspect that has not yet advanced to the form of a human being in its outer form: there you can see it in our Luciferic figure in the group over there—there it is!
[ 21 ] Und jetzt denken Sie sich all das Geistig-Seelische, das bei Ihnen zurückgehalten ist von Ihrem Haupte, in den Menschen hineingefügt, also all das, was beim Menschen eine Grenze ist, was er nicht durchdringen kann (rechts, siehe Zeichnung Seite 31), in den menschlichen Kopf hineingepreßt: dann wird der Mensch nicht nur ein so altes, ehrwürdiges Haupt haben, wie er es ohnedies schon hat, sondern er wird ein ganz verknöchertes Haupt haben, wird überhaupt ganz verknöchern, wie die Ahrimanfigur bei unserer Gruppe drüben.
[ 21 ] And now imagine all that is spiritual and soul-related—which is held back from your head—inserted into the human being; that is, everything that constitutes a boundary for the human being, which he cannot penetrate (on the right, see drawing on page 31), pressed into the human head: then the human being will not only have a head as old and venerable as he already does, but he will have a completely ossified head; indeed, he will become completely ossified, just like the Ahriman figure in our group over there.
[ 22 ] Wenn Sie sich also dasjenige, was hier unter der Erinnerungsgrenze ist, ausgegossen denken über das Innere des Menschen, bekommen Sie alles Luziferische. Wenn Sie sich alles dasjenige, was jenseits dieser Stauwelle ist (rechts), hereinergossen denken in die menschliche Figur, bekommen Sie die ahrimanische Form. Und der Mensch ist zwischen beiden.
[ 22 ] So if you imagine what lies below the threshold of memory here pouring into the inner being of the human being, you get everything Luciferic. If you imagine all that which lies beyond this barrier (on the right) pouring into the human figure, you get the Ahrimanic form. And the human being is situated between the two.
[ 23 ] Was ich Ihnen da auseinandergesetzt habe, das hat nicht nur eine große Bedeutung für das Verständnis des Menschen, sondern das hat auch eine große Bedeutung für das Verständnis der geistigen Vorgänge in der Menschheitsentwickelung. Man versteht nicht, wie das Christentum und der Christus-Impuls in die Menschheitsentwickelung hereingekommen ist, wenn man nicht gründlich diese Dinge versteht. Man versteht auch nicht, welche Funktionen die katholische Kirche hatte, welche Funktionen Jesuitismus und ähnliche Strömungen haben, welche Osttum und Westtum haben, wenn man sie nicht im Zusammenhange betrachten kann mit diesen Dingen.
[ 23 ] What I have explained to you here is not only of great significance for understanding human beings, but it is also of great significance for understanding the spiritual processes in human evolution. One cannot understand how Christianity and the Christ impulse entered into human development without a thorough understanding of these matters. Nor can one understand the roles played by the Catholic Church, by Jesuitism and similar movements, or by Eastern and Western traditions, unless one can view them in connection with these matters.
[ 24 ] Über diese Strömungen, die eigentlich richtig erst verstanden werden können, wenn man diese Grundlagen des geistig-seelischen Menschen sich einmal anschaulich vor das Auge führt, Ost-, Westtum, Jesuitismus, Amerikanismus und so weiter, werde ich mir morgen erlauben, ein weniges zu sprechen.
[ 24 ] Tomorrow I will take the liberty of speaking a little about these movements—Eastern and Western thought, Jesuitism, Americanism, and so on—which can only truly be understood once one has clearly visualized these foundations of the spiritual-soul human being.
