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The Polarity of Duration and Development in Human Life
GA 184

11 October 1918, Dornach

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Dreizehnter Vortrag

Dreizehnter Vortrag

[ 1 ] Sie wissen jetzt schon von den allerverschiedensten Seiten her, daß die Entwickelung der neuzeitlichen Menschheit einen entscheidenden Punkt durchgemacht hat im 15. Jahrhundert, dem Beginne des fünften nachatlantischen Kulturzeitalters. Es ist ja, wie wir wissen, dadurch charakterisiert, daß mit diesem Zeitpunkt der Eintritt der Menschheit in die Entwickelung durch die Bewußtseinsseele beginnt, während in dem vorhergehenden griechisch-römischen Zeitraume die Entwickelung der Menschheit vorzugsweise verlaufen ist in der Region der Verstandes- oder Gemütsseele. Nun handelt es sich darum, daß man eine solche Wahrheit, wie diese ist, daß wir mit dem 15. Jahrhundert in das Zeitalter der Bewußtseinsseele eingetreten sind, nicht allein theoretisch, nicht abstrakt nimmt, sondern mit dem vollen Lebensernst, daß man gewissermaßen den Willen hat, immerfort zu bedenken: wie muß es mit unserer Seelenverfassung stehen, was müssen wir zu dieser Seelenverfassung tun, damit genügt werde der Tatsache, daß wir eben im Zeitalter der Entwickelung der Bewußtseinsseele stehen?

[ 1 ] Sie wissen jetzt schon von den allerverschiedensten Seiten her, daß die Entwickelung der neuzeitlichen Menschheit einen entscheidenden Punkt durchgemacht hat im 15. Jahrhundert, dem Beginne des fünften nachatlantischen Kulturzeitalters. Es ist ja, wie wir wissen, dadurch charakterisiert, daß mit diesem Zeitpunkt der Eintritt der Menschheit in die Entwickelung durch die Bewußtseinsseele beginnt, während in dem vorhergehenden griechisch-römischen Zeitraume die Entwickelung der Menschheit vorzugsweise verlaufen ist in der Region der Verstandes- oder Gemütsseele. Nun handelt es sich darum, daß man eine solche Wahrheit, wie diese ist, daß wir mit dem 15. Jahrhundert in das Zeitalter der Bewußtseinsseele eingetreten sind, nicht allein theoretisch, nicht abstrakt nimmt, sondern mit dem vollen Lebensernst, daß man gewissermaßen den Willen hat, immerfort zu bedenken: wie muß es mit unserer Seelenverfassung stehen, was müssen wir zu dieser Seelenverfassung tun, damit genügt werde der Tatsache, daß wir eben im Zeitalter der Entwickelung der Bewußtseinsseele stehen?

[ 2 ] Nun, vor allen Dingen handelt es sich darum, daß wegen dieses Zeitalters der Bewußtseinsseele eben die Menschheit veranlaßt ist, sich bewußt zu gewissen Anschauungen hindurchzuringen, die in früheren Zeitaltern nicht bewußt erstrebt worden sind. Wir wissen ja, daß unter den vielen, mehr oder weniger wichtigen Dingen, die von dem eben Angeführten betroffen werden, auch das wichtigste Ereignis, welches im Erdenleben sich abgespielt hat, mit betroffen wird: das Ereignis von Golgatha. Denn wir haben es öfter betont: das Ereignis von Golgatha ist so in die Menschheitsentwickelung eingetreten, daß es zunächst nicht vollbewußt von den Menschenseelen in seiner Bedeutung erfaßt werden konnte, sondern daß dieses vollbewußte Erfassen nach und nach nur eintreten kann. Und wir haben ja auch öfter betont, daß immer durch die uns bekannten Kräfte die Neigung der Menschheit entsteht, auf der einen Seite in ihrer Entwickelung zurückzubleiben, auf der andern Seite über das Ziel hinauszuschießen. So finden wir in der menschlichen Geisteskultur zahlreiche Bestrebungen, die unbewußte Art des Erfassens des Ereignisses von Golgatha beizubehalten und möglichst wenig die bewußte Entwickelung, welche die Menschheit durchmacht, anzuwenden auf dieses Ereignis von Golgatha. Wir haben ja in jüngster Zeit erst sich abspielen sehen auf dem Gebiete einer religiösen Gemeinschaft den Kampf zwischen der Bestrebung, möglichst nur das Althergebrachte, Unbewußte über das Mysterium von Golgatha gelten zu lassen, während sich mit allerdings unzulänglichen Mitteln, aber immerhin doch eben geltend gemacht hat in dem, was man modernistische katholische Bestrebungen nannte, das Streben, bewußter, als es bisher geschehen ist, zu einem Begreifen auch des Mysteriums von Golgatha vorzudringen. Das Sträuben gegen das geisteswissenschaftliche Vordringen zum Mysterium von Golgatha ist ja kein anderes als das Streben derjenigen, die dieses Mysterium von Golgatha möglichst in der unbewußten Sphäre in bezug auf die Menschenseelen erhalten wollen.

[ 2 ] Nun, vor allen Dingen handelt es sich darum, daß wegen dieses Zeitalters der Bewußtseinsseele eben die Menschheit veranlaßt ist, sich bewußt zu gewissen Anschauungen hindurchzuringen, die in früheren Zeitaltern nicht bewußt erstrebt worden sind. Wir wissen ja, daß unter den vielen, mehr oder weniger wichtigen Dingen, die von dem eben Angeführten betroffen werden, auch das wichtigste Ereignis, welches im Erdenleben sich abgespielt hat, mit betroffen wird: das Ereignis von Golgatha. Denn wir haben es öfter betont: das Ereignis von Golgatha ist so in die Menschheitsentwickelung eingetreten, daß es zunächst nicht vollbewußt von den Menschenseelen in seiner Bedeutung erfaßt werden konnte, sondern daß dieses vollbewußte Erfassen nach und nach nur eintreten kann. Und wir haben ja auch öfter betont, daß immer durch die uns bekannten Kräfte die Neigung der Menschheit entsteht, auf der einen Seite in ihrer Entwickelung zurückzubleiben, auf der andern Seite über das Ziel hinauszuschießen. So finden wir in der menschlichen Geisteskultur zahlreiche Bestrebungen, die unbewußte Art des Erfassens des Ereignisses von Golgatha beizubehalten und möglichst wenig die bewußte Entwickelung, welche die Menschheit durchmacht, anzuwenden auf dieses Ereignis von Golgatha. Wir haben ja in jüngster Zeit erst sich abspielen sehen auf dem Gebiete einer religiösen Gemeinschaft den Kampf zwischen der Bestrebung, möglichst nur das Althergebrachte, Unbewußte über das Mysterium von Golgatha gelten zu lassen, während sich mit allerdings unzulänglichen Mitteln, aber immerhin doch eben geltend gemacht hat in dem, was man modernistische katholische Bestrebungen nannte, das Streben, bewußter, als es bisher geschehen ist, zu einem Begreifen auch des Mysteriums von Golgatha vorzudringen. Das Sträuben gegen das geisteswissenschaftliche Vordringen zum Mysterium von Golgatha ist ja kein anderes als das Streben derjenigen, die dieses Mysterium von Golgatha möglichst in der unbewußten Sphäre in bezug auf die Menschenseelen erhalten wollen.

[ 3 ] Will man sich ersprießlich nähern dem Verständnisse, das für die Entwickelung der Bewußtseinsseele ganz besonders notwendig ist, dann muß man vor allen Dingen versuchen, von den verschiedensten Seiten her sich über das eigene Menschenwesen aufzuklären, aufzuklären nicht durch Redereien, sondern durch Orientierung an den Tatsachen. Betrachten wir also unser Zeitalter möglichst tatsachengemäß; machen wir zunächst auf Tatsachen aufmerksam, die ganz besonders bedeutsam sind für die Entwickelung innerhalb des Zeitalters der Bewußtseinsseele.

[ 3 ] Will man sich ersprießlich nähern dem Verständnisse, das für die Entwickelung der Bewußtseinsseele ganz besonders notwendig ist, dann muß man vor allen Dingen versuchen, von den verschiedensten Seiten her sich über das eigene Menschenwesen aufzuklären, aufzuklären nicht durch Redereien, sondern durch Orientierung an den Tatsachen. Betrachten wir also unser Zeitalter möglichst tatsachengemäß; machen wir zunächst auf Tatsachen aufmerksam, die ganz besonders bedeutsam sind für die Entwickelung innerhalb des Zeitalters der Bewußtseinsseele.

[ 4 ] Mit großem Stolze, mit einem wahren Hochmut redet man ja in der neueren Zeit in diesem Zeitalter der Bewußtseinsseele von dem naturwissenschaftlichen Zeitalter. Man hat mit diesem Reden in einem gewissen Sinne recht, denn nicht nur diejenigen, die heute naturwissenschaftlich gebildet sind, leben in diesem naturwissenschaftlichen Zeitalter, sondern es leben unter den gebildeten Menschen weitaus die meisten in der naturwissenschaftlichen Strömung des Zeitalters; denn es kommt nicht darauf an, um im naturwissenschaftlichen Zeitalter zu leben, ob man denkt, wie heute Botaniker über die Pflanzen, Zoologen über die Tiere, Anthropologen über die Menschen denken, es kommt nicht darauf an, daß man mehr oder weniger von der Anthropologie, der Botanik, der Zoologie weiß, sondern es kommt darauf an, daß man seine Gedanken über die Welt so ausbildet, daß sie in der Richtung des naturwissenschaftlichen Denkens liegen. Und diese Richtung des naturwissenschaftlichen Denkens, die schlagen eigentlich die meisten Menschen ein, die heute irgend etwas sogar nur mit Schulbildung zu tun haben, die also nicht Analphabeten oder nahezu Analphabeten sind. Also die Menschen, die heute überhaupt in Betracht kommen, sie schlagen eine naturwissenschaftliche Denkungsart ein; daran hindert sie nicht, daß sie manchmal fleißig in die Kirche gehen, den Predigten zuhören, daß sie, wie man sagt, religiös, fromm sind. Denn fragen Sie sich nur einmal, wieviel diese religiöse Frommheit heute noch wirkt im allgemeinen Menschenleben, selbst wenn man glaubt, noch so fromm zu sein oder sein zu sollen? Auf die Gedanken über die Welt haben die religiösen Empfindungen, die in diesem oder jenem Religionsbekenntnis entwickelt werden, außerordentlich wenig Kraft, einzuwirken. Überall im äußeren Leben, in weitesten Kreisen der heutigen Bevölkerung, denkt man eben naturwissenschaftlich orientiert. Das Religiöse ist mehr oder weniger für die meisten Menschen der Gegenwart nur eine Beigabe. Man kann also schon sagen, das neuere Zeitalter der Bewußtseinsseele ist stolz, ja hochmütig auf seine naturwissenschaftlichen Errungenschaften und die damit zusammenhängende naturwissenschaftliche Richtung seines Denkens, und es sieht dieses Zeitalter mit einem gewissen Hochmut auf frühere Zeitalter hin.

[ 4 ] Mit großem Stolze, mit einem wahren Hochmut redet man ja in der neueren Zeit in diesem Zeitalter der Bewußtseinsseele von dem naturwissenschaftlichen Zeitalter. Man hat mit diesem Reden in einem gewissen Sinne recht, denn nicht nur diejenigen, die heute naturwissenschaftlich gebildet sind, leben in diesem naturwissenschaftlichen Zeitalter, sondern es leben unter den gebildeten Menschen weitaus die meisten in der naturwissenschaftlichen Strömung des Zeitalters; denn es kommt nicht darauf an, um im naturwissenschaftlichen Zeitalter zu leben, ob man denkt, wie heute Botaniker über die Pflanzen, Zoologen über die Tiere, Anthropologen über die Menschen denken, es kommt nicht darauf an, daß man mehr oder weniger von der Anthropologie, der Botanik, der Zoologie weiß, sondern es kommt darauf an, daß man seine Gedanken über die Welt so ausbildet, daß sie in der Richtung des naturwissenschaftlichen Denkens liegen. Und diese Richtung des naturwissenschaftlichen Denkens, die schlagen eigentlich die meisten Menschen ein, die heute irgend etwas sogar nur mit Schulbildung zu tun haben, die also nicht Analphabeten oder nahezu Analphabeten sind. Also die Menschen, die heute überhaupt in Betracht kommen, sie schlagen eine naturwissenschaftliche Denkungsart ein; daran hindert sie nicht, daß sie manchmal fleißig in die Kirche gehen, den Predigten zuhören, daß sie, wie man sagt, religiös, fromm sind. Denn fragen Sie sich nur einmal, wieviel diese religiöse Frommheit heute noch wirkt im allgemeinen Menschenleben, selbst wenn man glaubt, noch so fromm zu sein oder sein zu sollen? Auf die Gedanken über die Welt haben die religiösen Empfindungen, die in diesem oder jenem Religionsbekenntnis entwickelt werden, außerordentlich wenig Kraft, einzuwirken. Überall im äußeren Leben, in weitesten Kreisen der heutigen Bevölkerung, denkt man eben naturwissenschaftlich orientiert. Das Religiöse ist mehr oder weniger für die meisten Menschen der Gegenwart nur eine Beigabe. Man kann also schon sagen, das neuere Zeitalter der Bewußtseinsseele ist stolz, ja hochmütig auf seine naturwissenschaftlichen Errungenschaften und die damit zusammenhängende naturwissenschaftliche Richtung seines Denkens, und es sieht dieses Zeitalter mit einem gewissen Hochmut auf frühere Zeitalter hin.

[ 5 ] Denken Sie nur, mit welchen Empfindungen, mit welchen spießigsaftig selbstzufriedenen Empfindungen der richtige heutige Mensch zurücksieht auf die Vorfahren, von denen er sagt, daß sie an Gespenster geglaubt haben. Man braucht sich nicht so sehr gegen diese Behauptung zu wenden, die Vorfahren hätten an Gespenster geglaubt. Das haben sie getan. Wir wollen heute weniger die Aufmerksamkeit wenden auf den Begriffsinhalt des Satzes: Unsere Vorfahren haben an Gespenster geglaubt, und wir sind so gescheit, daß wir nicht mehr an Gespenster glauben —, sondern wir wollen uns mehr halten an den Gefühlsinhalt, den man dabei empfindet, wenn wir in die Gegenwart hineinschauen, wie sie urteilt über die dummen Vorfahren, die an Gespenster geglaubt haben, und wie wir nun endlich darüber hinaus sind im naturwissenschaftlichen Zeitalter und nicht mehr an Gespenster glauben. Dieses Urteil, daß die Vorfahren an Gespenster geglaubt haben, das ist an sich eine halbe und deshalb eine außerordentlich gefährliche Wahrheit; denn halbe Wahrheiten sind oftmals schlimmer als ganze Irrtümer, weil man die ganzen Irrtümer leicht erkennt, die halben Wahrheiten aber in der Welt selbst gespenstisch spuken.

[ 5 ] Denken Sie nur, mit welchen Empfindungen, mit welchen spießigsaftig selbstzufriedenen Empfindungen der richtige heutige Mensch zurücksieht auf die Vorfahren, von denen er sagt, daß sie an Gespenster geglaubt haben. Man braucht sich nicht so sehr gegen diese Behauptung zu wenden, die Vorfahren hätten an Gespenster geglaubt. Das haben sie getan. Wir wollen heute weniger die Aufmerksamkeit wenden auf den Begriffsinhalt des Satzes: Unsere Vorfahren haben an Gespenster geglaubt, und wir sind so gescheit, daß wir nicht mehr an Gespenster glauben —, sondern wir wollen uns mehr halten an den Gefühlsinhalt, den man dabei empfindet, wenn wir in die Gegenwart hineinschauen, wie sie urteilt über die dummen Vorfahren, die an Gespenster geglaubt haben, und wie wir nun endlich darüber hinaus sind im naturwissenschaftlichen Zeitalter und nicht mehr an Gespenster glauben. Dieses Urteil, daß die Vorfahren an Gespenster geglaubt haben, das ist an sich eine halbe und deshalb eine außerordentlich gefährliche Wahrheit; denn halbe Wahrheiten sind oftmals schlimmer als ganze Irrtümer, weil man die ganzen Irrtümer leicht erkennt, die halben Wahrheiten aber in der Welt selbst gespenstisch spuken.

[ 6 ] Es ist ja richtig: Wenn man zurückgeht ins frühere Zeitalter, zurückgeht in die Zeit vor und nach dem Mysterium von Golgatha und in noch länger zurückliegende Zeiten, ins dritte nachatlantische Kulturzeitalter, da findet man in der Hauptsache, daß die Menschen an Gespenster, an Dämonen glauben, wie ich Ihnen das neulich selbst bei dem großen Tertullianus vorgeführt habe. Das ist richtig. Aber diesem Zeitalter geht ein anderes voran, wo die Menschen auch von Gespenstern geredet haben, aber nicht in dem Sinne, wie sie in den eben charakterisierten Zeitaltern an diese Gespenster geglaubt haben. Sie haben geredet von den Gespenstern im zweiten, im ersten nachatlantischen Kulturzeitalter, indem sie sich bewußt waren: Das, was sie vorstellen, das ist ein Ergebnis ihrer Vorstellungskraft. Sie können sich nach ihrer Vorstellungskraft nur Gespenster vorstellen. Aber indem sie sich Gespenster vorstellen, sind die Gespenster Bilder von der dahinterstehenden geistigen Welt. — Also es gab ein langes Zeitalter, in dem die Menschen zwar die Vorstellungen von Gespenstern sich gebildet haben, aber wußten, daß hinter den Gespenstern, die sie als Bilder angesehen haben, die geistige Welt war. Sie bildeten sich gewissermaßen in ihrer Vorstellungswelt, die sie gespenstisch ausmalten, die geistige Welt ab. Dann aber hatte man die geistige Welt mehr oder weniger vergessen, besser gesagt, aus der Anschauung verloren; es blieben die bloßen Bilder, die man dann als Realitäten ansah, und daraus entstand der Gespensteraberglaube, der also Verfall desjenigen ist, aus dem er hervorgegangen ist.

[ 6 ] Es ist ja richtig: Wenn man zurückgeht ins frühere Zeitalter, zurückgeht in die Zeit vor und nach dem Mysterium von Golgatha und in noch länger zurückliegende Zeiten, ins dritte nachatlantische Kulturzeitalter, da findet man in der Hauptsache, daß die Menschen an Gespenster, an Dämonen glauben, wie ich Ihnen das neulich selbst bei dem großen Tertullianus vorgeführt habe. Das ist richtig. Aber diesem Zeitalter geht ein anderes voran, wo die Menschen auch von Gespenstern geredet haben, aber nicht in dem Sinne, wie sie in den eben charakterisierten Zeitaltern an diese Gespenster geglaubt haben. Sie haben geredet von den Gespenstern im zweiten, im ersten nachatlantischen Kulturzeitalter, indem sie sich bewußt waren: Das, was sie vorstellen, das ist ein Ergebnis ihrer Vorstellungskraft. Sie können sich nach ihrer Vorstellungskraft nur Gespenster vorstellen. Aber indem sie sich Gespenster vorstellen, sind die Gespenster Bilder von der dahinterstehenden geistigen Welt. — Also es gab ein langes Zeitalter, in dem die Menschen zwar die Vorstellungen von Gespenstern sich gebildet haben, aber wußten, daß hinter den Gespenstern, die sie als Bilder angesehen haben, die geistige Welt war. Sie bildeten sich gewissermaßen in ihrer Vorstellungswelt, die sie gespenstisch ausmalten, die geistige Welt ab. Dann aber hatte man die geistige Welt mehr oder weniger vergessen, besser gesagt, aus der Anschauung verloren; es blieben die bloßen Bilder, die man dann als Realitäten ansah, und daraus entstand der Gespensteraberglaube, der also Verfall desjenigen ist, aus dem er hervorgegangen ist.

[ 7 ] So daß man sagen kann: Die Alten haben sich ihr Bewußtsein so ausgebildet, daß sie eben jene Kräfte zur Entwickelung brachten, die dem Bewußtsein gegeben waren, und sie beschränkten sich instinktiv darauf, in ihren Vorstellungen nichts anderes zu haben als Gespenster. In alten Zeiten haben sie durch die Gespenster die Götter vorgestellt, und später haben sie die Gespenster als Realitäten genommen. Nicht daß die Gespenster falsch gewesen wären, sondern die Ansicht der Menschen über die Gespenster ist falsch geworden.

[ 7 ] So daß man sagen kann: Die Alten haben sich ihr Bewußtsein so ausgebildet, daß sie eben jene Kräfte zur Entwickelung brachten, die dem Bewußtsein gegeben waren, und sie beschränkten sich instinktiv darauf, in ihren Vorstellungen nichts anderes zu haben als Gespenster. In alten Zeiten haben sie durch die Gespenster die Götter vorgestellt, und später haben sie die Gespenster als Realitäten genommen. Nicht daß die Gespenster falsch gewesen wären, sondern die Ansicht der Menschen über die Gespenster ist falsch geworden.

[ 8 ] Nun, daß die Vorfahren sich Gespenster vorgestellt haben und daß Gespenstervorstellen ein Aberglaube ist, das gesteht der moderne Mensch in seinem Urteile über die Alten zu, leckt sich die Finger ab in Selbstzufriedenheit und findet sich gescheit. Daß in noch älteren Zeiten die Menschen durch die Gespenster die geistige Welt vorgestellt haben, das zu erkennen, darauf läßt er sich nicht ein, denn die geistige Welt interessiert ihn heute nicht besonders, nur die natürliche Welt. Und so fühlt er sich unendlich erhaben über die Vorfahren, indem er aus seinem Bewußtsein heraus sich Vorstellungen bildet über die Natur. Das Zeitalter der Bewußtseinsseele verlangt aber etwas anderes von uns, als die Vorfahren gekonnt haben. Wir müssen uns aufklären über das, was wir eigentlich haben, wenn wir die Naturanschauung haben.

[ 8 ] Nun, daß die Vorfahren sich Gespenster vorgestellt haben und daß Gespenstervorstellen ein Aberglaube ist, das gesteht der moderne Mensch in seinem Urteile über die Alten zu, leckt sich die Finger ab in Selbstzufriedenheit und findet sich gescheit. Daß in noch älteren Zeiten die Menschen durch die Gespenster die geistige Welt vorgestellt haben, das zu erkennen, darauf läßt er sich nicht ein, denn die geistige Welt interessiert ihn heute nicht besonders, nur die natürliche Welt. Und so fühlt er sich unendlich erhaben über die Vorfahren, indem er aus seinem Bewußtsein heraus sich Vorstellungen bildet über die Natur. Das Zeitalter der Bewußtseinsseele verlangt aber etwas anderes von uns, als die Vorfahren gekonnt haben. Wir müssen uns aufklären über das, was wir eigentlich haben, wenn wir die Naturanschauung haben.

[ 9 ] Nun, wir bilden uns ja auch Vorstellungen aus unserem Bewußtsein heraus, wenn wir so recht moderne, selbstzufriedene, aufgeklärte, gescheite Menschen sind; wir bilden uns Vorstellungen über die Natur. Aber wenn man diese ganze Vorstellungswelt über die Natur nimmt und sie prüft, vorurteilslos prüft, dann findet man, daß wir zwar die Vorstellungen haben, aber daß wir die Natur in diesem Vorstellen nicht einfangen können. Es bleiben, wie die Leute dann sagen, Grenzen des Naturerkennens. Ich habe öfter einen Philosophen der Gegenwart angeführt, der ja als philosophischer Schriftsteller wenig bekanntgeworden ist, aber der manches ausgeschwatzt hat von dem, was die andern nicht ausschwatzten, weil sie es nicht so tief untersucht haben: Richard Wahle, der zwei große Bücher und allerlei kleine geschrieben hat, ein großes Buch schon in den neunziger Jahren, welches heißt: «Das Ganze der Philosophie und ihr Ende»; und vor einigen Jahren hat er das Buch geschrieben «Über den Mechanismus des geistigen Lebens». Dieser Richard Wahle ist ein Mensch, den man einen Exponenten der Menschen der Gegenwart nennen könnte, man könnte sagen, wie Richard Wahle denkt, so denken eigentlich alle Menschen, die in naturwissenschaftlicher Weise orientiert sind. Sie denken so wie er; nur zieht er die letzten Konsequenzen, und so tritt denn bei ihm der sonderbare, krasse Fall ein, daß er Professor der Philosophie wurde, und über das Ende der Philosophie gleich ein dickes Buch schrieb, ein Buch, in dem er den Beweis zu führen suchte aus der naturwissenschaftlichen Denkweise heraus, daß es keine Philosophie geben soll. In diesem seinem Bande: «Über den Mechanismus des geistigen Lebens» drückt sich dieser Professor der Philosophie und philosophische Schriftsteller ganz sonderbar über seine Kollegen, die Philosophen aus. Er sagt nämlich über seine Kollegen so ungefähr: Die Philosophen glichen und die Philosophie gleiche einem Restautant; früher seien Köche und Kellner herumgestanden und hätten ungenießbare Speisen bereitet und an die Gäste abgegeben; jetzt stünden sie herum und hätten überhaupt nichts zu tun. Also dieser eine Koch oder Kellner oder Philosoph, der sagt, daß die Philosophie mit einem Restaurant zu vergleichen sei, in dem früher lauter ungesunde Speisen fabriziert wurden von Köchen und Kellnern — von Kollegen dieses Philosophen — und jetzt ist die Sache gar so weit gekommen, daß nicht einmal mehr ungesunde Speisen durch die Philosophenköche der Gegenwart gekocht werden, sondern daß die Köche und Kellner herumstehen. Er muß sich natürlich, da er ein solcher Koch oder Kellner oder Philosoph ist, selbst so vorkommen, daß er eigentlich höchst unnötig herumsteht. Da hat er sich denn in seinen beiden Büchern eine letzte Aufgabe, wie er glaubt, gestellt; nachher soll es keine Philosophen mehr geben, er soll der letzte sein. So ungefähr ist der tiefere Gehalt seiner Bücher. Er soll der letzte sein, denn er hat sich nun die Aufgabe gestellt — ja, wie soll ich diese nun charakterisieren? Richard Wahle also als einer der Kellner oder Köche unter den andern Köchen oder Kellnern, die früher ungesunde Speisen der Philosophie fabriziert und jetzt überhaupt nichts mehr zu tun haben, ist unter diesen Köchen und Kellnern damit beschäftigt, ein Gift zu fabrizieren, woran sie alle verenden! Das ist ein außerordentlich interessantes Schauspiel! Und wenn man gewöhnt ist, die Geschichte in ihrer Entwickelung symptomatisch zu betrachten, so ist es ein ernstes und sehr bemerkenswertes Symptom der Gegenwart. Denn scharfsinnig und tief eingedrungen in die Probleme des naturwissenschaftlichen Denkens ist dieser Philosoph.

[ 9 ] Nun, wir bilden uns ja auch Vorstellungen aus unserem Bewußtsein heraus, wenn wir so recht moderne, selbstzufriedene, aufgeklärte, gescheite Menschen sind; wir bilden uns Vorstellungen über die Natur. Aber wenn man diese ganze Vorstellungswelt über die Natur nimmt und sie prüft, vorurteilslos prüft, dann findet man, daß wir zwar die Vorstellungen haben, aber daß wir die Natur in diesem Vorstellen nicht einfangen können. Es bleiben, wie die Leute dann sagen, Grenzen des Naturerkennens. Ich habe öfter einen Philosophen der Gegenwart angeführt, der ja als philosophischer Schriftsteller wenig bekanntgeworden ist, aber der manches ausgeschwatzt hat von dem, was die andern nicht ausschwatzten, weil sie es nicht so tief untersucht haben: Richard Wahle, der zwei große Bücher und allerlei kleine geschrieben hat, ein großes Buch schon in den neunziger Jahren, welches heißt: «Das Ganze der Philosophie und ihr Ende»; und vor einigen Jahren hat er das Buch geschrieben «Über den Mechanismus des geistigen Lebens». Dieser Richard Wahle ist ein Mensch, den man einen Exponenten der Menschen der Gegenwart nennen könnte, man könnte sagen, wie Richard Wahle denkt, so denken eigentlich alle Menschen, die in naturwissenschaftlicher Weise orientiert sind. Sie denken so wie er; nur zieht er die letzten Konsequenzen, und so tritt denn bei ihm der sonderbare, krasse Fall ein, daß er Professor der Philosophie wurde, und über das Ende der Philosophie gleich ein dickes Buch schrieb, ein Buch, in dem er den Beweis zu führen suchte aus der naturwissenschaftlichen Denkweise heraus, daß es keine Philosophie geben soll. In diesem seinem Bande: «Über den Mechanismus des geistigen Lebens» drückt sich dieser Professor der Philosophie und philosophische Schriftsteller ganz sonderbar über seine Kollegen, die Philosophen aus. Er sagt nämlich über seine Kollegen so ungefähr: Die Philosophen glichen und die Philosophie gleiche einem Restautant; früher seien Köche und Kellner herumgestanden und hätten ungenießbare Speisen bereitet und an die Gäste abgegeben; jetzt stünden sie herum und hätten überhaupt nichts zu tun. Also dieser eine Koch oder Kellner oder Philosoph, der sagt, daß die Philosophie mit einem Restaurant zu vergleichen sei, in dem früher lauter ungesunde Speisen fabriziert wurden von Köchen und Kellnern — von Kollegen dieses Philosophen — und jetzt ist die Sache gar so weit gekommen, daß nicht einmal mehr ungesunde Speisen durch die Philosophenköche der Gegenwart gekocht werden, sondern daß die Köche und Kellner herumstehen. Er muß sich natürlich, da er ein solcher Koch oder Kellner oder Philosoph ist, selbst so vorkommen, daß er eigentlich höchst unnötig herumsteht. Da hat er sich denn in seinen beiden Büchern eine letzte Aufgabe, wie er glaubt, gestellt; nachher soll es keine Philosophen mehr geben, er soll der letzte sein. So ungefähr ist der tiefere Gehalt seiner Bücher. Er soll der letzte sein, denn er hat sich nun die Aufgabe gestellt — ja, wie soll ich diese nun charakterisieren? Richard Wahle also als einer der Kellner oder Köche unter den andern Köchen oder Kellnern, die früher ungesunde Speisen der Philosophie fabriziert und jetzt überhaupt nichts mehr zu tun haben, ist unter diesen Köchen und Kellnern damit beschäftigt, ein Gift zu fabrizieren, woran sie alle verenden! Das ist ein außerordentlich interessantes Schauspiel! Und wenn man gewöhnt ist, die Geschichte in ihrer Entwickelung symptomatisch zu betrachten, so ist es ein ernstes und sehr bemerkenswertes Symptom der Gegenwart. Denn scharfsinnig und tief eingedrungen in die Probleme des naturwissenschaftlichen Denkens ist dieser Philosoph.

[ 10 ] Nun bin ich zwar überzeugt, daß die allermeisten von Ihnen, wenn Sie eines dieser Bücher in die Hand nehmen, es sehr bald wiederum aus der Hand legen, weil diese Bücher außerdem in der modernen Philosophengelehrtensprache gehalten sind, und diese ja, nicht wahr, mit einer Terminologie ausgerüstet ist, die derjenige, der nicht eingefuchst darinnen ist, nicht versteht, die er erst lernen muß. Aber dennoch, wer diese Sprache handhaben kann, der kann wissen, daß in diesen Büchern eine Unsumme von Scharfsinn steckt, wie er in der Gegenwart fabriziert werden kann, und daß in den jammervollen Umschreibungen, die gerade in diesen Büchern stecken, eine ahnende Erkenntnis liegt, die allerdings ganz anders präzisiert werden muß, als sie Richard Wahle präzisiert. Aber man möchte sagen: Diese eigentümliche Leidenschaft, dieses eigentümliche Leidenschaftliche, das er hat, loszugehen auf die Fabrikation dieses Giftes, von dem ich gesprochen habe, für die andern Köche und Kellner, die bezeugt, daß diese Erkenntnis in ihm pulst, sonst würde er nicht als wohlbestallter Professor der Philosophie gesagt haben, der Mensch habe nicht mehr Weisheit als ein Tier, und unterscheide sich vom Tier nur dadurch, daß das Tier wenigstens nicht so vernünftig sei, nach Weisheit zu streben, der Mensch aber sogar nach Weisheit strebt, also vernünftig ist, weil er dasjenige ahnt, was es für ihn gar nicht geben kann.

[ 10 ] Nun bin ich zwar überzeugt, daß die allermeisten von Ihnen, wenn Sie eines dieser Bücher in die Hand nehmen, es sehr bald wiederum aus der Hand legen, weil diese Bücher außerdem in der modernen Philosophengelehrtensprache gehalten sind, und diese ja, nicht wahr, mit einer Terminologie ausgerüstet ist, die derjenige, der nicht eingefuchst darinnen ist, nicht versteht, die er erst lernen muß. Aber dennoch, wer diese Sprache handhaben kann, der kann wissen, daß in diesen Büchern eine Unsumme von Scharfsinn steckt, wie er in der Gegenwart fabriziert werden kann, und daß in den jammervollen Umschreibungen, die gerade in diesen Büchern stecken, eine ahnende Erkenntnis liegt, die allerdings ganz anders präzisiert werden muß, als sie Richard Wahle präzisiert. Aber man möchte sagen: Diese eigentümliche Leidenschaft, dieses eigentümliche Leidenschaftliche, das er hat, loszugehen auf die Fabrikation dieses Giftes, von dem ich gesprochen habe, für die andern Köche und Kellner, die bezeugt, daß diese Erkenntnis in ihm pulst, sonst würde er nicht als wohlbestallter Professor der Philosophie gesagt haben, der Mensch habe nicht mehr Weisheit als ein Tier, und unterscheide sich vom Tier nur dadurch, daß das Tier wenigstens nicht so vernünftig sei, nach Weisheit zu streben, der Mensch aber sogar nach Weisheit strebt, also vernünftig ist, weil er dasjenige ahnt, was es für ihn gar nicht geben kann.

[ 11 ] Da pulst eben eine wichtige Erkenntnis, wenn diese Erkenntnis auch mehr oder weniger negativer Natur ist: darinnen pulst die Erkenntnis über das Naturwissen der Gegenwart. Dieses Naturwissen soll nämlich über die Natur handeln, es soll gewissermaßen vorstellungsgemäß die Natur vergegenwärtigen für das moderne Bewußtsein. Aber wenn man nun wirklich Umschau hält in den Vorstellungen, die man sich heute bildet über die Natur gerade in den allergelehrtesten Zusammenhängen, dann findet man, daß das menschliche Bewußtsein heute eigentlich kurioserweise auch nichts anderes tut, als Gespenster ausdenken, nur daß die Alten Gespenster über die Götter ausgedacht haben, und die modernen Menschen Gespenster über die Naturtatsachen ausdenken. Denn dasjenige, was sich die modernen Menschen als Naturwissenschaft vorstellen, ist nicht die Natur, sondern verhält sich zur Natur wie ein Gespenst zu der Wirklichkeit. Das ahnt nämlich solch ein Mensch wie Richard Wahle, daß das Zeitalter der Bewußtseinsseele darauf kommen muß: Wir sind gar nicht so sehr erhaben über unsere Vorfahren; die verwendeten die Bewußtseinskräfte und bildeten sich Vorstellungen von Gespenstern, und wir bilden uns auch Vorstellungen von Gespenstern. Der Unterschied ist nur der, daß die Vorfahren schönere Gespenster hatten als die Gespenster sind, welche die heutigen naturwissenschaftlichen Denker fabrizieren, und die im Grunde genommen schreckliche Gespinste von abstrakten Begriffen sind. Aber Gespenster sind es, wie die Gespenster unserer Vorfahren Gespenster waren, Und nicht anders verhalten sich diese Gespenster der Naturwissenschaft, verhält sich diese gespenstische Naturwissenschaft selber zur Wirklichkeit, als die alten Gespenster sich zu der göttlichen Wirklichkeit verhielten.

[ 11 ] Da pulst eben eine wichtige Erkenntnis, wenn diese Erkenntnis auch mehr oder weniger negativer Natur ist: darinnen pulst die Erkenntnis über das Naturwissen der Gegenwart. Dieses Naturwissen soll nämlich über die Natur handeln, es soll gewissermaßen vorstellungsgemäß die Natur vergegenwärtigen für das moderne Bewußtsein. Aber wenn man nun wirklich Umschau hält in den Vorstellungen, die man sich heute bildet über die Natur gerade in den allergelehrtesten Zusammenhängen, dann findet man, daß das menschliche Bewußtsein heute eigentlich kurioserweise auch nichts anderes tut, als Gespenster ausdenken, nur daß die Alten Gespenster über die Götter ausgedacht haben, und die modernen Menschen Gespenster über die Naturtatsachen ausdenken. Denn dasjenige, was sich die modernen Menschen als Naturwissenschaft vorstellen, ist nicht die Natur, sondern verhält sich zur Natur wie ein Gespenst zu der Wirklichkeit. Das ahnt nämlich solch ein Mensch wie Richard Wahle, daß das Zeitalter der Bewußtseinsseele darauf kommen muß: Wir sind gar nicht so sehr erhaben über unsere Vorfahren; die verwendeten die Bewußtseinskräfte und bildeten sich Vorstellungen von Gespenstern, und wir bilden uns auch Vorstellungen von Gespenstern. Der Unterschied ist nur der, daß die Vorfahren schönere Gespenster hatten als die Gespenster sind, welche die heutigen naturwissenschaftlichen Denker fabrizieren, und die im Grunde genommen schreckliche Gespinste von abstrakten Begriffen sind. Aber Gespenster sind es, wie die Gespenster unserer Vorfahren Gespenster waren, Und nicht anders verhalten sich diese Gespenster der Naturwissenschaft, verhält sich diese gespenstische Naturwissenschaft selber zur Wirklichkeit, als die alten Gespenster sich zu der göttlichen Wirklichkeit verhielten.

[ 12 ] Dem Zeitalter der Bewußtseinsseele geziemt es nun, darauf zu kommen, daß dies so ist, daß man nun wirklich in Gespenstern lebt, wenn man in Vorstellungen lebt. Es ist außerordentlich wichtig, daß man im Zeitalter der Bewußtseinsseele auf dieses bedeutungsvolle Faktum kommt. Die Alten haben nicht im Zeitalter der Bewußtseinsseele gelebt, daher durften sie unbewußt bleiben über die Tatsache, daß sie Gespenster vorstellten. Unsere Naturforscher stellen auch Gespenster vor; aber wir haben im Zeitalter der Bewußtseinsseele die Aufgabe, zu wissen, daß wir auch Gespenster vorstellen, daß wir nicht die Natur vorstellen, sondern nur Naturgespenster. Und wie unsere Vorfahren sich herausentwickelt haben von ihren weiter zurückliegenden Vorfahren, welche die Gespenster nicht für Wirklichkeit genommen haben, sondern für Abbilder göttlicher Wirksamkeiten, für Abbilder übersinnlicher Intelligenzen, so müssen wir gerade durch das Zeitalter der Bewußtseinsseele aufsteigen zu dem wirklichen Geständnis: Unsere naturwissenschaftlichen Gespenster sind nicht Wirklichkeiten, wie die heutigen Naturwissenschafter glauben, sondern sind Hinweise auf die Wirklichkeiten, die man eigentlich durch sie suchen soll. Täuscht man sich über das Gespenstige der Naturwissenschaft, so kann man auch nicht zu einer Aufklärung über den Menschen kommen. Denn die Natur können wir mit unseren gespenstischen Vorstellungen anschauen, sie tritt doch in ihrer wahren Gestalt vor unsere Augen; den Menschen selbst müssen wir vom Zeitalter der Bewußtseinsseele an bewußt erleben. Da geht es nicht, daß wir bloß gespenstische Vorstellungen anwenden, sonst machen wir uns selber zum Gespenst. Das ist auch schon reichlich geschehen.

[ 12 ] Dem Zeitalter der Bewußtseinsseele geziemt es nun, darauf zu kommen, daß dies so ist, daß man nun wirklich in Gespenstern lebt, wenn man in Vorstellungen lebt. Es ist außerordentlich wichtig, daß man im Zeitalter der Bewußtseinsseele auf dieses bedeutungsvolle Faktum kommt. Die Alten haben nicht im Zeitalter der Bewußtseinsseele gelebt, daher durften sie unbewußt bleiben über die Tatsache, daß sie Gespenster vorstellten. Unsere Naturforscher stellen auch Gespenster vor; aber wir haben im Zeitalter der Bewußtseinsseele die Aufgabe, zu wissen, daß wir auch Gespenster vorstellen, daß wir nicht die Natur vorstellen, sondern nur Naturgespenster. Und wie unsere Vorfahren sich herausentwickelt haben von ihren weiter zurückliegenden Vorfahren, welche die Gespenster nicht für Wirklichkeit genommen haben, sondern für Abbilder göttlicher Wirksamkeiten, für Abbilder übersinnlicher Intelligenzen, so müssen wir gerade durch das Zeitalter der Bewußtseinsseele aufsteigen zu dem wirklichen Geständnis: Unsere naturwissenschaftlichen Gespenster sind nicht Wirklichkeiten, wie die heutigen Naturwissenschafter glauben, sondern sind Hinweise auf die Wirklichkeiten, die man eigentlich durch sie suchen soll. Täuscht man sich über das Gespenstige der Naturwissenschaft, so kann man auch nicht zu einer Aufklärung über den Menschen kommen. Denn die Natur können wir mit unseren gespenstischen Vorstellungen anschauen, sie tritt doch in ihrer wahren Gestalt vor unsere Augen; den Menschen selbst müssen wir vom Zeitalter der Bewußtseinsseele an bewußt erleben. Da geht es nicht, daß wir bloß gespenstische Vorstellungen anwenden, sonst machen wir uns selber zum Gespenst. Das ist auch schon reichlich geschehen.

[ 13 ] Die Evolutionslehre, die Goethesche Entwickelungslehre, ist nicht falsch, sondern sie tendiert nach dem Richtigen, weil sie die Menschen als Wirklichkeit erfassen will. Die materialistische, darwinistisch gefärbte Evolutionslehre, die redet von der Abstammung des Menschen von den Tieren. Aber die Sache ist diese, daß etwas in uns schon abstammt von den Tieren, oder wenigstens eine gemeinschaftliche Abstammung von den Tieren hat, doch das sind wir nicht als Menschen, sondern das ist das Gespenst, das die Naturwissenschaft von uns kennt. Erst macht die Naturwissenschaft auch den Menschen zum Gespenst, indem sie nur von seiner Gespensterscheinung weiß, und dann frägt sie: Woher stammt dieses Gespenst? Erst wenn man darauf kommen wird, daß nicht der Mensch, sondern sein Gespenst so behandelt werden kann, wie die moderne Naturwissenschaft das tut, dann wird man auf diesem Felde das Richtige treffen. Aber man muß leben, und Sie werden mir ohne weiteres zugeben: So wie Sie hierher gegangen, hierher gekommen sind, wären Sie nicht hierher gekommen, wenn Sie bloß den Homunkulus, das Gespenst hergeschickt hätten, als welches Sie sich nach naturwissenschaftlichen Vorstellungen vorstellen müssen. Und säßen nur die Homunkuli da, die in Ihrem Bewußtsein von Ihnen selber leben, dann würde ich auch nicht zu diesen Homunkuli sprechen können! Sie tragen schon Ihren wirklichen Menschen hierher, aber nicht im Bewußtsein. Wohl aber muß das Zeitalter der Bewußtseinsseele den wirklichen Menschen ins Bewußtsein hereinkriegen. Es muß aufrücken vom Homunkulus zum Homo. Wenn das nämlich nicht geschähe, so würde der Mensch dahin kommen, auch den polarischen Gegensatz von seinem Gespenstischsein zu erleben. Wenn man sich nicht als Gespenst nimmt, sondern in seiner Wirklichkeit, wie es die Alten getan haben — die sich zwar als Gespenster vorgestellt haben, aber weil sie atavistische Kräfte in sich hatten, konnte die Wirklichkeit in sie noch hinein, während in den heutigen Menschen nur das herein kommt, was durch seine Bewußtseinsseele kommen kann —, wenn man aber in der Bewußtseinsseele nur das Gespenst vom Menschen hat, dann kommen durch diese Bewußtseinsseele moralisch-spirituelle Impulse nicht herein. Und wenn Sie sich die Begleiterscheinungen der gespenstischen Naturwissenschaft anschauen, ja, dann finden Sie schon, daß dieses neuere Zeitalter, das eine gespenstische Naturwissenschaft hat, niemals eigentlich gelten lassen will, daß aus der geistigen Welt selber Impulse herankommen für das sittliche Handeln. Diejenigen sittlichen Impulse, mit denen die heutige Menschheit arbeitet, sind uralt, stammen noch aus atavistischen Zeitaltern; denn die heutige Menschheit will nicht den Geist fragen, wenn Impulse für das Handeln herauskommen, sondern sie will die Natur fragen. Sie will fragen: Was ist die menschliche Natur? Was sind da für Triebe in der menschlichen Natur?

[ 13 ] Die Evolutionslehre, die Goethesche Entwickelungslehre, ist nicht falsch, sondern sie tendiert nach dem Richtigen, weil sie die Menschen als Wirklichkeit erfassen will. Die materialistische, darwinistisch gefärbte Evolutionslehre, die redet von der Abstammung des Menschen von den Tieren. Aber die Sache ist diese, daß etwas in uns schon abstammt von den Tieren, oder wenigstens eine gemeinschaftliche Abstammung von den Tieren hat, doch das sind wir nicht als Menschen, sondern das ist das Gespenst, das die Naturwissenschaft von uns kennt. Erst macht die Naturwissenschaft auch den Menschen zum Gespenst, indem sie nur von seiner Gespensterscheinung weiß, und dann frägt sie: Woher stammt dieses Gespenst? Erst wenn man darauf kommen wird, daß nicht der Mensch, sondern sein Gespenst so behandelt werden kann, wie die moderne Naturwissenschaft das tut, dann wird man auf diesem Felde das Richtige treffen. Aber man muß leben, und Sie werden mir ohne weiteres zugeben: So wie Sie hierher gegangen, hierher gekommen sind, wären Sie nicht hierher gekommen, wenn Sie bloß den Homunkulus, das Gespenst hergeschickt hätten, als welches Sie sich nach naturwissenschaftlichen Vorstellungen vorstellen müssen. Und säßen nur die Homunkuli da, die in Ihrem Bewußtsein von Ihnen selber leben, dann würde ich auch nicht zu diesen Homunkuli sprechen können! Sie tragen schon Ihren wirklichen Menschen hierher, aber nicht im Bewußtsein. Wohl aber muß das Zeitalter der Bewußtseinsseele den wirklichen Menschen ins Bewußtsein hereinkriegen. Es muß aufrücken vom Homunkulus zum Homo. Wenn das nämlich nicht geschähe, so würde der Mensch dahin kommen, auch den polarischen Gegensatz von seinem Gespenstischsein zu erleben. Wenn man sich nicht als Gespenst nimmt, sondern in seiner Wirklichkeit, wie es die Alten getan haben — die sich zwar als Gespenster vorgestellt haben, aber weil sie atavistische Kräfte in sich hatten, konnte die Wirklichkeit in sie noch hinein, während in den heutigen Menschen nur das herein kommt, was durch seine Bewußtseinsseele kommen kann —, wenn man aber in der Bewußtseinsseele nur das Gespenst vom Menschen hat, dann kommen durch diese Bewußtseinsseele moralisch-spirituelle Impulse nicht herein. Und wenn Sie sich die Begleiterscheinungen der gespenstischen Naturwissenschaft anschauen, ja, dann finden Sie schon, daß dieses neuere Zeitalter, das eine gespenstische Naturwissenschaft hat, niemals eigentlich gelten lassen will, daß aus der geistigen Welt selber Impulse herankommen für das sittliche Handeln. Diejenigen sittlichen Impulse, mit denen die heutige Menschheit arbeitet, sind uralt, stammen noch aus atavistischen Zeitaltern; denn die heutige Menschheit will nicht den Geist fragen, wenn Impulse für das Handeln herauskommen, sondern sie will die Natur fragen. Sie will fragen: Was ist die menschliche Natur? Was sind da für Triebe in der menschlichen Natur?

[ 14 ] Es ist furchtbar, wie die neuere Menschheit eigentlich nur die Natur befragen will, aber von der Natur kennt sie nur ein Gespenst. Daher lastet und kraftet in dem modernen Menschen unbewußt die Wirklichkeit und fordert Einlaß durch das Bewußtsein, weil wir im Zeitalter der Bewußtseinsseele leben.

[ 14 ] Es ist furchtbar, wie die neuere Menschheit eigentlich nur die Natur befragen will, aber von der Natur kennt sie nur ein Gespenst. Daher lastet und kraftet in dem modernen Menschen unbewußt die Wirklichkeit und fordert Einlaß durch das Bewußtsein, weil wir im Zeitalter der Bewußtseinsseele leben.

[ 15 ] Damit habe ich Ihnen etwas vom Wichtigen in der Situation der Gegenwart klargestellt. Ich habe Sie darauf hingeführt, daß in dieser Situation der Gegenwart die Sache so liegt, daß auf der einen Seite die Menschen sich gespenstische Vorstellungen über die Natur bilden und experimentierende Naturforscher werden auf allen Gebieten; dann tritt der Mensch selber in seiner Wirklichkeit an sie heran, und dann betrachten diese Leute diesen Menschen in seiner Wirklichkeit. Aber die gespenstischen Begriffe der Naturwissenschaft sind unzulängliche Mittel. Daher werden jene Leute keine Menschenbeobachter, sondern nur Beobachter des Menschengespenstes: Psychoanalytiker. Psychoanalyse ist so recht das Kind der gespenstischen Naturwissenschaft; deshalb nenne ich immer die Psychoanalyse etwas, was mit unzulänglichen Mitteln arbeitet.

[ 15 ] Damit habe ich Ihnen etwas vom Wichtigen in der Situation der Gegenwart klargestellt. Ich habe Sie darauf hingeführt, daß in dieser Situation der Gegenwart die Sache so liegt, daß auf der einen Seite die Menschen sich gespenstische Vorstellungen über die Natur bilden und experimentierende Naturforscher werden auf allen Gebieten; dann tritt der Mensch selber in seiner Wirklichkeit an sie heran, und dann betrachten diese Leute diesen Menschen in seiner Wirklichkeit. Aber die gespenstischen Begriffe der Naturwissenschaft sind unzulängliche Mittel. Daher werden jene Leute keine Menschenbeobachter, sondern nur Beobachter des Menschengespenstes: Psychoanalytiker. Psychoanalyse ist so recht das Kind der gespenstischen Naturwissenschaft; deshalb nenne ich immer die Psychoanalyse etwas, was mit unzulänglichen Mitteln arbeitet.

[ 16 ] Nun können wir fragen: Wodurch ist denn diese Situation herbeigeführt worden? Diese Situation ist herbeigeführt worden dadurch, daß durch die Konstellation, die hervorgerufen worden ist in der Erdenentwickelung, ein ganz bestimmtes Verhältnis vorliegt zwischen der ureigenen menschlichen Entwickelung und den beiden Seitenströmungen, der ahrimanischen und der luziferischen. Ich habe in der verschiedensten Weise auf die normale Entwickelung gewissermaßen hingewiesen, dann auch auf die beiden Seitenströmungen: die luziferische, die ins Erdenleben in der lemurischen Zeit, die ahrimanische, die in der atlantischen Zeit eingeflossen ist. So sind sie drinnen in der Menschheitsentwickelung, diese drei Strömungen, und dasjenige, was in der Menschheitsentwickelung geschieht, steht unter dem Einflusse dieser drei Strömungen.

[ 16 ] Nun können wir fragen: Wodurch ist denn diese Situation herbeigeführt worden? Diese Situation ist herbeigeführt worden dadurch, daß durch die Konstellation, die hervorgerufen worden ist in der Erdenentwickelung, ein ganz bestimmtes Verhältnis vorliegt zwischen der ureigenen menschlichen Entwickelung und den beiden Seitenströmungen, der ahrimanischen und der luziferischen. Ich habe in der verschiedensten Weise auf die normale Entwickelung gewissermaßen hingewiesen, dann auch auf die beiden Seitenströmungen: die luziferische, die ins Erdenleben in der lemurischen Zeit, die ahrimanische, die in der atlantischen Zeit eingeflossen ist. So sind sie drinnen in der Menschheitsentwickelung, diese drei Strömungen, und dasjenige, was in der Menschheitsentwickelung geschieht, steht unter dem Einflusse dieser drei Strömungen.

[ 17 ] Alles das, was in diesen Strömungen drinnenliegt, bewirkte, daß ein wichtiger Knotenpunkt in der ganzen menschlichen Entwickelung um ein bestimmtes Jahr herum auftrat. Es lag in diesem Jahr, da, wo die drei Strömungen zusammenfließen, ein Knotenpunkt menschlicher Entwickelung, der nur durch die verworrenen äußeren Verhältnisse verdeckt ist, so daß man nicht genau sieht, was geschieht, sondern nur das Verworrene sieht. Dieser wichtige Knotenpunkt lag um das Jahr 666 nach dem Mysterium von Golgatha herum. Dazumal, 666 nach Christi Geburt, hätte etwas geschehen sollen und auch geschehen können, was nicht geschehen ist. Sie werden gleich hören, aus welchem Grunde es nicht geschehen ist.

[ 17 ] Alles das, was in diesen Strömungen drinnenliegt, bewirkte, daß ein wichtiger Knotenpunkt in der ganzen menschlichen Entwickelung um ein bestimmtes Jahr herum auftrat. Es lag in diesem Jahr, da, wo die drei Strömungen zusammenfließen, ein Knotenpunkt menschlicher Entwickelung, der nur durch die verworrenen äußeren Verhältnisse verdeckt ist, so daß man nicht genau sieht, was geschieht, sondern nur das Verworrene sieht. Dieser wichtige Knotenpunkt lag um das Jahr 666 nach dem Mysterium von Golgatha herum. Dazumal, 666 nach Christi Geburt, hätte etwas geschehen sollen und auch geschehen können, was nicht geschehen ist. Sie werden gleich hören, aus welchem Grunde es nicht geschehen ist.

[ 18 ] Im Jahre 666 hätte kommen können — sichtbarlich für die äußere Menschheit, namentlich für die abendländische Menschheit — ein bedeutsames Wesen, das nicht auf dem physischen Plane aufgetreten wäre, aber sich der Menschheit sehr deutlich vernehmbar gemacht hätte auch äußerlich, so daß die Menschen ihm verfallen wären. Wenn dieses Wesen in der Gestalt, wie es selbst die Sache projektiert hat, aufgetreten wäre, dann würden wir heute nicht 1918 schreiben, sondern — minus 666 — erst 1252; denn dieses Wesen würde die Menschen so inspiriert haben, daß sie auch die Zeitrechnung danach gerichtet hätten. Dieses Wesen würde, wenn es hätte so erscheinen können, wie es selbst dies projektiert hat, etwas sehr Eigentümliches bewirkt haben. Die Sache liegt nämlich so: 333 Jahre vorher, also gerade im Jahre 333 nach Christo, da war die Mitte des vierten nachatlantischen Zeitraumes, gerade die Mitte des griechisch-lateinischen Zeitraumes. Nun können Sie sich ja ausrechnen: 747 beginnt es, 1413 schließt es, das sind 2160 Jahre, wie es sein soll. Nehmen Sie die Hälfte von 2160 Jahren, so bekommen Sie 1080 Jahre, so daß 1080 Jahre seit 747 verflossen waren in der Mitte des nachatlantischen Zeitalters. Also wenn wir 747 wegrechnen, haben wir 333: so daß also im Jahre 333 nach unserer Zeitrechnung die Mitte des griechisch-römischen Zeitalters war. Sie war nicht vor dem Mysterium von Golgatha, sondern eigentlich erst nach dem Mysterium von Golgatha, diese Mitte; sie bedeutet die höchste mögliche, aber eigentlich nicht äußerliche Wirklichkeit, weil ja in der äußeren Wirklichkeit die andern Strömungen mit einlaufen. Aber wenn die Entwickelung geradlinig fortgegangen wäre und nicht die seitlichen Strömungen gekommen wären, dann wäre das die richtige Mitte, und es wäre der Höhepunkt gewesen des Zeitalters der Verstandes- oder Gemütsseele. Da hätte die Verstandesoder Gemütsseele zu ihrer äußersten, höchsten Entfaltung kommen müssen. So ist es nicht gekommen, weil gewissermaßen schon der Wurm nagte, der da projektierte, 333 Jahre danach, 666, eine ganz bestimmte Prozedur mit der Menschenentwickelung vorzunehmen. Die Prozedur, die da mit der Menschenentwickelung vorgenommen werden sollte durch dieses Wesen, den Sorat, das Tier, sollte darin bestehen, daß dieses Wesen, das schon voll ausgebildet hatte die Bewußtseinsseele, während der Mensch erst bei der Verstandes- oder Gemütsseele angekommen war, dem Menschen geben wollte alle die seelisch-geistigen Errungenschaften, die der Mensch damals nicht hatte vermöge seiner Verstandes- oder Gemütsseele, sondern die er erst bekommen kann mit der Bewußtseinsseele, die also dem Menschen erst eignen können im späteren Zeitalter. Verfrüht sollte sie dem Menschen zukommen, die Kultur der Bewußtseinsseele. Und nach den Weltenverhältnissen war 666 der günstigste Zeitpunkt; da konnte dieses Wesen solchen Einfluß auf die Erde nehmen, daß es hätte sagen können: Ich lehre jetzt den Menschen alles, was sie jemals durch ihre Bewußtseinsseele finden können. Ich träufle das, was die andern Götter, die ich bekämpfe, erst im nächsten Kulturzeitalter den Menschen geben wollen, den Menschen jetzt schon ein in dem Zeitalter der Verstandes- oder Gemütsseele. — Die Vermischung der Verstandesoder Gemütsseele mit der Bewußtseinsseele auf ungerechtfertigte Art, das war dasjenige, was beabsichtigt war.

[ 18 ] Im Jahre 666 hätte kommen können — sichtbarlich für die äußere Menschheit, namentlich für die abendländische Menschheit — ein bedeutsames Wesen, das nicht auf dem physischen Plane aufgetreten wäre, aber sich der Menschheit sehr deutlich vernehmbar gemacht hätte auch äußerlich, so daß die Menschen ihm verfallen wären. Wenn dieses Wesen in der Gestalt, wie es selbst die Sache projektiert hat, aufgetreten wäre, dann würden wir heute nicht 1918 schreiben, sondern — minus 666 — erst 1252; denn dieses Wesen würde die Menschen so inspiriert haben, daß sie auch die Zeitrechnung danach gerichtet hätten. Dieses Wesen würde, wenn es hätte so erscheinen können, wie es selbst dies projektiert hat, etwas sehr Eigentümliches bewirkt haben. Die Sache liegt nämlich so: 333 Jahre vorher, also gerade im Jahre 333 nach Christo, da war die Mitte des vierten nachatlantischen Zeitraumes, gerade die Mitte des griechisch-lateinischen Zeitraumes. Nun können Sie sich ja ausrechnen: 747 beginnt es, 1413 schließt es, das sind 2160 Jahre, wie es sein soll. Nehmen Sie die Hälfte von 2160 Jahren, so bekommen Sie 1080 Jahre, so daß 1080 Jahre seit 747 verflossen waren in der Mitte des nachatlantischen Zeitalters. Also wenn wir 747 wegrechnen, haben wir 333: so daß also im Jahre 333 nach unserer Zeitrechnung die Mitte des griechisch-römischen Zeitalters war. Sie war nicht vor dem Mysterium von Golgatha, sondern eigentlich erst nach dem Mysterium von Golgatha, diese Mitte; sie bedeutet die höchste mögliche, aber eigentlich nicht äußerliche Wirklichkeit, weil ja in der äußeren Wirklichkeit die andern Strömungen mit einlaufen. Aber wenn die Entwickelung geradlinig fortgegangen wäre und nicht die seitlichen Strömungen gekommen wären, dann wäre das die richtige Mitte, und es wäre der Höhepunkt gewesen des Zeitalters der Verstandes- oder Gemütsseele. Da hätte die Verstandesoder Gemütsseele zu ihrer äußersten, höchsten Entfaltung kommen müssen. So ist es nicht gekommen, weil gewissermaßen schon der Wurm nagte, der da projektierte, 333 Jahre danach, 666, eine ganz bestimmte Prozedur mit der Menschenentwickelung vorzunehmen. Die Prozedur, die da mit der Menschenentwickelung vorgenommen werden sollte durch dieses Wesen, den Sorat, das Tier, sollte darin bestehen, daß dieses Wesen, das schon voll ausgebildet hatte die Bewußtseinsseele, während der Mensch erst bei der Verstandes- oder Gemütsseele angekommen war, dem Menschen geben wollte alle die seelisch-geistigen Errungenschaften, die der Mensch damals nicht hatte vermöge seiner Verstandes- oder Gemütsseele, sondern die er erst bekommen kann mit der Bewußtseinsseele, die also dem Menschen erst eignen können im späteren Zeitalter. Verfrüht sollte sie dem Menschen zukommen, die Kultur der Bewußtseinsseele. Und nach den Weltenverhältnissen war 666 der günstigste Zeitpunkt; da konnte dieses Wesen solchen Einfluß auf die Erde nehmen, daß es hätte sagen können: Ich lehre jetzt den Menschen alles, was sie jemals durch ihre Bewußtseinsseele finden können. Ich träufle das, was die andern Götter, die ich bekämpfe, erst im nächsten Kulturzeitalter den Menschen geben wollen, den Menschen jetzt schon ein in dem Zeitalter der Verstandes- oder Gemütsseele. — Die Vermischung der Verstandesoder Gemütsseele mit der Bewußtseinsseele auf ungerechtfertigte Art, das war dasjenige, was beabsichtigt war.

[ 19 ] Es wäre ja wohl kaum gelungen, etwa die ganze Menschheit, die ja wiederum natürlich auf verschiedenen Stufen der Entwickelung steht, dazu zu bringen, in die Verstandes- oder Gemütsseele herein schon den Inhalt der Bewußtseinsseele zu bringen, aber bei einer großen Anzahl von Menschen hätte es gelingen können. Es hätte so gelingen können, daß, wenn dieses Wesen wirklich seinen Zweck erreicht hätte, dann unter den Menschen, namentlich der gebildeten Welt des Abendlandes, eine Anzahl Genies aufgestanden wären. Denn Genies wären sie ja gewesen. Das, was Menschen, die nicht ganz hätten mitgehen können, die noch mit der Entwickelung zurückbleiben, normalerweise erst im Jahre 2493 wissen werden — denken Sie, in der Mitte des Zeitalters, das 1413 begonnen hat; denn wenn Sie zu 1413 die Hälfte eines Kulturzeitalters dazurechnen, also 1080, so bekommen Sie 2493 —, das hätte dazumal — zwar nicht so, wie diesen Menschen dann, aber durch geniale Kräfte der ahnungsvollen Phantasie — hinübersprudeln und der ahnungslosen abendländischen Menschheit sich offenbaren können.

[ 19 ] Es wäre ja wohl kaum gelungen, etwa die ganze Menschheit, die ja wiederum natürlich auf verschiedenen Stufen der Entwickelung steht, dazu zu bringen, in die Verstandes- oder Gemütsseele herein schon den Inhalt der Bewußtseinsseele zu bringen, aber bei einer großen Anzahl von Menschen hätte es gelingen können. Es hätte so gelingen können, daß, wenn dieses Wesen wirklich seinen Zweck erreicht hätte, dann unter den Menschen, namentlich der gebildeten Welt des Abendlandes, eine Anzahl Genies aufgestanden wären. Denn Genies wären sie ja gewesen. Das, was Menschen, die nicht ganz hätten mitgehen können, die noch mit der Entwickelung zurückbleiben, normalerweise erst im Jahre 2493 wissen werden — denken Sie, in der Mitte des Zeitalters, das 1413 begonnen hat; denn wenn Sie zu 1413 die Hälfte eines Kulturzeitalters dazurechnen, also 1080, so bekommen Sie 2493 —, das hätte dazumal — zwar nicht so, wie diesen Menschen dann, aber durch geniale Kräfte der ahnungsvollen Phantasie — hinübersprudeln und der ahnungslosen abendländischen Menschheit sich offenbaren können.

[ 20 ] Es waren merkwürdige Erscheinungen projektiert. Wenn Sie sich die naturwissenschaftlichen Ideale der Gegenwart denken, die Leute schildern hören, wie wir es in den letzten Jahrzehnten so herrlich weit gebracht haben — denken Sie sich nun, was dieselben Menschen sich für Vorstellungen machen könnten von dem, wie die Erdenmenschheit im Jahre 2493 sein werde, wenn sie nun schon im Jahre 1918 so gescheit sind! Also Maschinen und so weiter würden die Menschen nicht gemacht haben, würden nicht experimentiert haben, nicht den Schleppgang gegangen sein, aber mit genialen Kräften würden sie alles vorher geahnt haben und vieles auch gemacht haben. Dieses Jahr 666 war bestimmt, die Menschheit geradezu zu überschwemmen mit einem Erkennen und mit einer Kultur, die von den der Menschheit ureigenen Göttern eben erst im dritten Jahrtausend der Menschheit zugedacht ist. Es ist nicht auszudenken, braucht auch nicht ausgedacht zu werden, in welche Situation die sogenannte gebildete Welt gekommen wäre, wenn sie in solcher Weise mit diesem sechshundertsechsundsechziger Wissen überschwemmt worden wäre. Die Menschen würden in ihrer mangelnden Selbstzucht verkommen sein. Denn schlagen Sie die Geschichten auf, die ja immer nur die einseitigen Dinge erzählen über die Seelenverfassung, welche die Menschen 666 hatten, so werden Sie schon darauf kommen, wie die Menschen sich verhalten haben würden, wenn sie nun in dieser Weise Genialitäten unter sich gehabt hätten. Sie haben es schon so herrlich weit gebracht mit dem, was sie nun entwickelt haben bis zum Jahre 1914; wohin würden die Menschen erst gekommen sein, wenn sie nun mit all dieser Weisheit des Tieres überschwemmt worden wären! Aber projektiert war es von gewissen höheren Geistern, namentlich von einem Wesen ahrimanischer Natur, das der Führer dieser Geister sein sollte, das dann erschienen wäre, wenn auch nicht auf dem physischen Plane, aber das eben wirklich erschienen wäre.

[ 20 ] Es waren merkwürdige Erscheinungen projektiert. Wenn Sie sich die naturwissenschaftlichen Ideale der Gegenwart denken, die Leute schildern hören, wie wir es in den letzten Jahrzehnten so herrlich weit gebracht haben — denken Sie sich nun, was dieselben Menschen sich für Vorstellungen machen könnten von dem, wie die Erdenmenschheit im Jahre 2493 sein werde, wenn sie nun schon im Jahre 1918 so gescheit sind! Also Maschinen und so weiter würden die Menschen nicht gemacht haben, würden nicht experimentiert haben, nicht den Schleppgang gegangen sein, aber mit genialen Kräften würden sie alles vorher geahnt haben und vieles auch gemacht haben. Dieses Jahr 666 war bestimmt, die Menschheit geradezu zu überschwemmen mit einem Erkennen und mit einer Kultur, die von den der Menschheit ureigenen Göttern eben erst im dritten Jahrtausend der Menschheit zugedacht ist. Es ist nicht auszudenken, braucht auch nicht ausgedacht zu werden, in welche Situation die sogenannte gebildete Welt gekommen wäre, wenn sie in solcher Weise mit diesem sechshundertsechsundsechziger Wissen überschwemmt worden wäre. Die Menschen würden in ihrer mangelnden Selbstzucht verkommen sein. Denn schlagen Sie die Geschichten auf, die ja immer nur die einseitigen Dinge erzählen über die Seelenverfassung, welche die Menschen 666 hatten, so werden Sie schon darauf kommen, wie die Menschen sich verhalten haben würden, wenn sie nun in dieser Weise Genialitäten unter sich gehabt hätten. Sie haben es schon so herrlich weit gebracht mit dem, was sie nun entwickelt haben bis zum Jahre 1914; wohin würden die Menschen erst gekommen sein, wenn sie nun mit all dieser Weisheit des Tieres überschwemmt worden wären! Aber projektiert war es von gewissen höheren Geistern, namentlich von einem Wesen ahrimanischer Natur, das der Führer dieser Geister sein sollte, das dann erschienen wäre, wenn auch nicht auf dem physischen Plane, aber das eben wirklich erschienen wäre.

[ 21 ] Das mußte verhindert werden. Und wenn auch noch so viele glauben, man soll doch der Menschheit nichts vorenthalten, wenn ihr so etwas gegeben werden kann: da es nicht im geistigen Sinne der menschlichen Entwickelung lag, mußte es verhindert werden. Und es konnte verhindert werden dadurch, daß die Waage gehalten wurde. Denken Sie, 333 war der Zeitpunkt der Mitte des vierten nachatlantischen Zeitalters; 333 Jahre später war 666; da hätten die ahrimanischen Mächte mächtig allen Hochmut materialistischer Art, aber mit genialen Kräften, in die Höhe gebracht. Da konnte nur das Gleichgewicht gehalten werden dadurch, daß 333 Jahre früher, also im Beginne der Zeitrechnung, das Wesen aufgetreten war, das seine eigene Substanz in die Menschheitsentwickelung zum Gleichgewicht hineinsetzte und verhinderte, daß 333 Jahre nach 333 dieses Wesen auftrat, von dem ich gesprochen habe.

[ 21 ] Das mußte verhindert werden. Und wenn auch noch so viele glauben, man soll doch der Menschheit nichts vorenthalten, wenn ihr so etwas gegeben werden kann: da es nicht im geistigen Sinne der menschlichen Entwickelung lag, mußte es verhindert werden. Und es konnte verhindert werden dadurch, daß die Waage gehalten wurde. Denken Sie, 333 war der Zeitpunkt der Mitte des vierten nachatlantischen Zeitalters; 333 Jahre später war 666; da hätten die ahrimanischen Mächte mächtig allen Hochmut materialistischer Art, aber mit genialen Kräften, in die Höhe gebracht. Da konnte nur das Gleichgewicht gehalten werden dadurch, daß 333 Jahre früher, also im Beginne der Zeitrechnung, das Wesen aufgetreten war, das seine eigene Substanz in die Menschheitsentwickelung zum Gleichgewicht hineinsetzte und verhinderte, daß 333 Jahre nach 333 dieses Wesen auftrat, von dem ich gesprochen habe.

[ 22 ] Da haben Sie den einen Waagebalken: von 333 bis 666 sind 333 Jahre. Da haben Sie den andern Waagebalken, der das Gleichgewicht bewirkt: von 333 zurück bis zum Mysterium von Golgatha. Dadurch ist ein Gleichgewichtszustand hervorgerufen. Dadurch ist etwas geschehen, das gewissermaßen hinter den Kulissen der äußeren profanen enden Geschichte sich abgespielt hat. Etwas, was hätte geschehen können, ist verhindert worden durch etwas anderes, was wirklich geschehen ist, aber eben auch nur, wie ich neulich auseinandergesetzt habe, mit übersinnlichen Kräften erfaßt werden kann, weil der ganze Vorgang mit übersinnlicher Bedeutung sich für die Erdenentwickelung abspielte.

[ 22 ] Da haben Sie den einen Waagebalken: von 333 bis 666 sind 333 Jahre. Da haben Sie den andern Waagebalken, der das Gleichgewicht bewirkt: von 333 zurück bis zum Mysterium von Golgatha. Dadurch ist ein Gleichgewichtszustand hervorgerufen. Dadurch ist etwas geschehen, das gewissermaßen hinter den Kulissen der äußeren profanen enden Geschichte sich abgespielt hat. Etwas, was hätte geschehen können, ist verhindert worden durch etwas anderes, was wirklich geschehen ist, aber eben auch nur, wie ich neulich auseinandergesetzt habe, mit übersinnlichen Kräften erfaßt werden kann, weil der ganze Vorgang mit übersinnlicher Bedeutung sich für die Erdenentwickelung abspielte.

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[ 23 ] Was hätte denn also eigentlich geschehen sollen von 666 an, wenn das Tier dazumal in die Menschheitsentwickelung hätte eingreifen können, ohne daß vorher das Mysterium von Golgatha dagewesen wäre? Was hätte denn geschehen können? Sie werden sich eine Vorstellung von dem machen können, was hätte geschehen können, wenn Sie das bedenken, was ich vorhin gerade charakterisiert habe. Die Menschen eilten zu dem 15. Jahrhundert; hätte das Tier von 666 an seinen Unfug mit den Menschen getrieben bis ins 15. Jahrhundert hinein, dann hätte es sich ganz und gar bemächtigt dessen, was heranzog. Es zog heran das gespenstische naturwissenschaftliche Erfassen der Welt, und damit die Emanzipation der menschlichen Triebe. Weil die Bewußtseinsseele nur erfassen sollte das Gespenst vom Menschen, blieb der wirkliche Mensch zurück; er erfaßte sich nicht. Nun kann im Zeitalter der Bewußtseinsseele der Mensch nur dadurch Mensch werden, daß er es bewußt wird, sonst bleibt er Tier, bleibt er zurück hinter seiner Menschheitsentwickelung.

[ 23 ] Was hätte denn also eigentlich geschehen sollen von 666 an, wenn das Tier dazumal in die Menschheitsentwickelung hätte eingreifen können, ohne daß vorher das Mysterium von Golgatha dagewesen wäre? Was hätte denn geschehen können? Sie werden sich eine Vorstellung von dem machen können, was hätte geschehen können, wenn Sie das bedenken, was ich vorhin gerade charakterisiert habe. Die Menschen eilten zu dem 15. Jahrhundert; hätte das Tier von 666 an seinen Unfug mit den Menschen getrieben bis ins 15. Jahrhundert hinein, dann hätte es sich ganz und gar bemächtigt dessen, was heranzog. Es zog heran das gespenstische naturwissenschaftliche Erfassen der Welt, und damit die Emanzipation der menschlichen Triebe. Weil die Bewußtseinsseele nur erfassen sollte das Gespenst vom Menschen, blieb der wirkliche Mensch zurück; er erfaßte sich nicht. Nun kann im Zeitalter der Bewußtseinsseele der Mensch nur dadurch Mensch werden, daß er es bewußt wird, sonst bleibt er Tier, bleibt er zurück hinter seiner Menschheitsentwickelung.

[ 24 ] Das aber wollte das Wesen, das da 666 eingreifen wollte: sich zum Gotte machen. Es sagte: Da werden Menschen kommen; auf den Geist werden sie ihre Blicke nicht mehr hinrichten, der Geist wird sie nicht interessieren. Ich werde dafür sorgen — das hat ja dieses Wesen noch erreicht —, daß im Jahre 869 in Konstantinopel ein Konzil abgehalten wird, wo der Geist abgeschafft werden wird. Die Menschen werden sich weiter nicht für den Geist interessieren, sie werden ihr Interesse der Natur zuwenden, gespenstische Vorstellungen über die Natur ausbilden. Und dann werde ich, was die Menschen dann nicht bemerken, weil sie sich nicht als wirkliche Menschen erkennen werden, sondern als Gespenst, dann werde ich alle Regierung über die Bewußtseinsseele in die Hand bekommen. Ich werde den Menschen über sich selber irreführen; ich werde ihn dabei lassen, daß er nur sich als Gespenst faßt, und ich werde dann in seine Verstandes- oder Gemütsseele schon alle Weisheit der Bewußtseinsseele hineingießen. Dann habe ich ihn, dann habe ich ihn erfaßt.

[ 24 ] Das aber wollte das Wesen, das da 666 eingreifen wollte: sich zum Gotte machen. Es sagte: Da werden Menschen kommen; auf den Geist werden sie ihre Blicke nicht mehr hinrichten, der Geist wird sie nicht interessieren. Ich werde dafür sorgen — das hat ja dieses Wesen noch erreicht —, daß im Jahre 869 in Konstantinopel ein Konzil abgehalten wird, wo der Geist abgeschafft werden wird. Die Menschen werden sich weiter nicht für den Geist interessieren, sie werden ihr Interesse der Natur zuwenden, gespenstische Vorstellungen über die Natur ausbilden. Und dann werde ich, was die Menschen dann nicht bemerken, weil sie sich nicht als wirkliche Menschen erkennen werden, sondern als Gespenst, dann werde ich alle Regierung über die Bewußtseinsseele in die Hand bekommen. Ich werde den Menschen über sich selber irreführen; ich werde ihn dabei lassen, daß er nur sich als Gespenst faßt, und ich werde dann in seine Verstandes- oder Gemütsseele schon alle Weisheit der Bewußtseinsseele hineingießen. Dann habe ich ihn, dann habe ich ihn erfaßt.

[ 25 ] Denn, was wäre dann erreicht? Der Mensch muß, wenn er einigermaßen normal sich entwickelt, wenn er so sich entwickeln würde, daß jenes Wesen nichts weiter dabei zu tun hätte, vorschreiten zum Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmensch; das wäre ihm gründlich weggenommen. Er sollte bei der Bewußtseinsseele bleiben, er sollte das erhalten, was die Erde ihm geben kann, aber nicht mehr, nicht hinausgehen zu Jupiter-, Venus- und Vulkanentwickelung. Käme es dazu, daß er im richtigen Zeitalter durch die ihm ureigenen Kräfte den Inhalt der Bewußtseinsseele bekommt, dann wäre schon in ihm durch die Entwickelung, die er mittlerweile im normalen Sinne durchgemacht hat, die Anlage vorhanden, auch zum Geistselbst und so weiter aufzusteigen. Aber das sollte verhindert werden. Deshalb sollten die Menschen die Bewußtseinsseele mit ihrem Inhalte schon früher in die Verstandes- oder Gemütsseele eingeflößt, eingeimpft erhalten. Dann wäre der Mensch in seiner Entwickelung bei der Bewußtseinsseele stehen geblieben; dann wäre er ein Unding von Wissen, welches ihm vom sechsten Zeitraum an überlassen sein würde! Dann aber wäre es mit ihm aus; er würde sich nicht weiterentwickeln, sondern das seiner Bewußtseinsseele einverleiben, alles in seinen äußersten Egoismus stellen, in den Dienst der Bewußtseinsseele.

[ 25 ] Denn, was wäre dann erreicht? Der Mensch muß, wenn er einigermaßen normal sich entwickelt, wenn er so sich entwickeln würde, daß jenes Wesen nichts weiter dabei zu tun hätte, vorschreiten zum Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmensch; das wäre ihm gründlich weggenommen. Er sollte bei der Bewußtseinsseele bleiben, er sollte das erhalten, was die Erde ihm geben kann, aber nicht mehr, nicht hinausgehen zu Jupiter-, Venus- und Vulkanentwickelung. Käme es dazu, daß er im richtigen Zeitalter durch die ihm ureigenen Kräfte den Inhalt der Bewußtseinsseele bekommt, dann wäre schon in ihm durch die Entwickelung, die er mittlerweile im normalen Sinne durchgemacht hat, die Anlage vorhanden, auch zum Geistselbst und so weiter aufzusteigen. Aber das sollte verhindert werden. Deshalb sollten die Menschen die Bewußtseinsseele mit ihrem Inhalte schon früher in die Verstandes- oder Gemütsseele eingeflößt, eingeimpft erhalten. Dann wäre der Mensch in seiner Entwickelung bei der Bewußtseinsseele stehen geblieben; dann wäre er ein Unding von Wissen, welches ihm vom sechsten Zeitraum an überlassen sein würde! Dann aber wäre es mit ihm aus; er würde sich nicht weiterentwickeln, sondern das seiner Bewußtseinsseele einverleiben, alles in seinen äußersten Egoismus stellen, in den Dienst der Bewußtseinsseele.

[ 26 ] Das war dieses Wesens Absicht, das da 666 erscheinen wollte: abzuschneiden, dafür zu sorgen, daß abgeschnitten werde die zukünftige Erdenentwickelung; daß die Entwickelung, nachdem die Saturn-, Sonnen-, Monden- und Erdenentwickelung verlaufen ist, abgeschlossen wird, der Mensch dann nicht weiter den Gang einschlägt, den diejenigen Wesen der höheren Hierarchien mit ihm gehen wollen, die vom Anfange an seine normale Entwickelung in die Hand genommen haben.

[ 26 ] Das war dieses Wesens Absicht, das da 666 erscheinen wollte: abzuschneiden, dafür zu sorgen, daß abgeschnitten werde die zukünftige Erdenentwickelung; daß die Entwickelung, nachdem die Saturn-, Sonnen-, Monden- und Erdenentwickelung verlaufen ist, abgeschlossen wird, der Mensch dann nicht weiter den Gang einschlägt, den diejenigen Wesen der höheren Hierarchien mit ihm gehen wollen, die vom Anfange an seine normale Entwickelung in die Hand genommen haben.

[ 27 ] Das konnte nur dadurch verhindert werden, daß diese Waage, dieser Gleichgewichtszustand, in die Weltenentwickelung des Menschen eingeflossen ist, daß ebensoweit zurück von der Mitte der vierten nachatlantischen Zeit, wie der Zeitpunkt vorwärts gelegen wäre, in den das Tier hat eingreifen wollen, ebensoweit zurück das Eingreifen Christi, das Mysterium von Golgatha, gelegt worden ist.

[ 27 ] Das konnte nur dadurch verhindert werden, daß diese Waage, dieser Gleichgewichtszustand, in die Weltenentwickelung des Menschen eingeflossen ist, daß ebensoweit zurück von der Mitte der vierten nachatlantischen Zeit, wie der Zeitpunkt vorwärts gelegen wäre, in den das Tier hat eingreifen wollen, ebensoweit zurück das Eingreifen Christi, das Mysterium von Golgatha, gelegt worden ist.

[ 28 ] Sie sehen, welche Zusammenhänge sich unter den Tatsachen verbergen, welche die äußere Maja eigentlich enthält. Im Zeitalter der Bewußtseinsseele kann es gar nicht anders gehen, als daß die Menschen sich aufklären über solche Dinge. Denn das heißt ja, bewußt werden, daß man nicht mehr unbewußt hinlebe. Denken Sie, wir stehen doch alle drinnen in dem, was nur dadurch herbeigeführt worden ist, daß — wie sich ein gewisser «Katholischer Brief» in den Evangelien ausdrückt — das Tier in Fesseln geschlagen worden ist durch den Christus Jesus. Das ist eine höchst merkwürdige Tatsache, daß in diesem Brief des Jakobus, der in manchen Originalevangelien als echt angesehen wird, als apokryph von der abendländischen Kirche ausgegeben wird, gerade die wichtigste Tatsache von dem «die Waage halten» des Tieres durch den Christus Jesus ausgesprochen wird. Man wußte in gewissen Kreisen, was man nicht unter die Menschen des Abendlandes kommen lassen soll, wenn man verhindern will, daß die Erkenntnis über die Geheimnisse Christi immer mehr und mehr in die Bewußtseinsseele übergehen.

[ 28 ] Sie sehen, welche Zusammenhänge sich unter den Tatsachen verbergen, welche die äußere Maja eigentlich enthält. Im Zeitalter der Bewußtseinsseele kann es gar nicht anders gehen, als daß die Menschen sich aufklären über solche Dinge. Denn das heißt ja, bewußt werden, daß man nicht mehr unbewußt hinlebe. Denken Sie, wir stehen doch alle drinnen in dem, was nur dadurch herbeigeführt worden ist, daß — wie sich ein gewisser «Katholischer Brief» in den Evangelien ausdrückt — das Tier in Fesseln geschlagen worden ist durch den Christus Jesus. Das ist eine höchst merkwürdige Tatsache, daß in diesem Brief des Jakobus, der in manchen Originalevangelien als echt angesehen wird, als apokryph von der abendländischen Kirche ausgegeben wird, gerade die wichtigste Tatsache von dem «die Waage halten» des Tieres durch den Christus Jesus ausgesprochen wird. Man wußte in gewissen Kreisen, was man nicht unter die Menschen des Abendlandes kommen lassen soll, wenn man verhindern will, daß die Erkenntnis über die Geheimnisse Christi immer mehr und mehr in die Bewußtseinsseele übergehen.

[ 29 ] Wenn Sie das, was ich heute gesagt habe, nehmen, dann werden Sie auch nicht verwundert sein, daß der Schreiber der Apokalypse mit einem gewissen Temperament darüber spricht. Sie werden leicht dasjenige, was ich heute über das Zeitliche sage, vereinigen können mit dem, was ich von andern Gesichtspunkten aus über das Tier von 666 gesagt habe. Die Dinge sind ja immer von verschiedenen Aspekten her beleuchtet, Sie wissen, das müssen wir tun. Der Schreiber der Apokalypse drückt sich mit einem gewissen Temperament aus an der Stelle, wo er von dem Auftreten des Tieres spricht und ungefähr sagt: «Die Zahl dieses Tieres ist 666, und es ist eines Menschen Zahl.» — Besser gesagt, es ist des Menschen Zahl, des Menschen, der sich sträuben will dagegen, zu sagen «Nicht ich, sondern der Christus in mir». Immer bewußter und bewußter müssen doch diese Dinge für die Menschen werden, da die Menschen schon einmal in das Zeitalter der Bewußtseinsseele eingetreten sind.

[ 29 ] Wenn Sie das, was ich heute gesagt habe, nehmen, dann werden Sie auch nicht verwundert sein, daß der Schreiber der Apokalypse mit einem gewissen Temperament darüber spricht. Sie werden leicht dasjenige, was ich heute über das Zeitliche sage, vereinigen können mit dem, was ich von andern Gesichtspunkten aus über das Tier von 666 gesagt habe. Die Dinge sind ja immer von verschiedenen Aspekten her beleuchtet, Sie wissen, das müssen wir tun. Der Schreiber der Apokalypse drückt sich mit einem gewissen Temperament aus an der Stelle, wo er von dem Auftreten des Tieres spricht und ungefähr sagt: «Die Zahl dieses Tieres ist 666, und es ist eines Menschen Zahl.» — Besser gesagt, es ist des Menschen Zahl, des Menschen, der sich sträuben will dagegen, zu sagen «Nicht ich, sondern der Christus in mir». Immer bewußter und bewußter müssen doch diese Dinge für die Menschen werden, da die Menschen schon einmal in das Zeitalter der Bewußtseinsseele eingetreten sind.

[ 30 ] Aber nehmen Sie nur die Tatsachen, wie sie heute noch liegen! Bilden Sie daraus nicht eine tantenhafte Kritik, sondern eine Aufforderung zu wirklichem Tun, aber nehmen Sie doch die Sache, wie sie liegt. Würde man heute zu den ganz gescheiten Menschen der Gegenwart sprechen von solchen Dingen, wie wir eben gesprochen haben, denken Sie sich, man setzte sich mit jemandem von den auf irgendeinem Gebiete ganz gescheiten führenden Menschen der Gegenwart zusammen und erzählte eine solche Sache: Malen Sie sich nur aus, was der sich für ein Urteil heute bildet! Aber nehmen Sie das, was Sie sich da ausmalen müssen, ja im rechten Ernste, dann werden Sie sich sagen müssen: Wir sind allerdings in das Zeitalter der Menschheitsentwickelung eingetreten, in dem man am wenigsten verstanden wird, wenn man von der geistigen Wissenschaft spricht, welche gerade diesem Zeitalter am allerangemessensten ist.

[ 30 ] Aber nehmen Sie nur die Tatsachen, wie sie heute noch liegen! Bilden Sie daraus nicht eine tantenhafte Kritik, sondern eine Aufforderung zu wirklichem Tun, aber nehmen Sie doch die Sache, wie sie liegt. Würde man heute zu den ganz gescheiten Menschen der Gegenwart sprechen von solchen Dingen, wie wir eben gesprochen haben, denken Sie sich, man setzte sich mit jemandem von den auf irgendeinem Gebiete ganz gescheiten führenden Menschen der Gegenwart zusammen und erzählte eine solche Sache: Malen Sie sich nur aus, was der sich für ein Urteil heute bildet! Aber nehmen Sie das, was Sie sich da ausmalen müssen, ja im rechten Ernste, dann werden Sie sich sagen müssen: Wir sind allerdings in das Zeitalter der Menschheitsentwickelung eingetreten, in dem man am wenigsten verstanden wird, wenn man von der geistigen Wissenschaft spricht, welche gerade diesem Zeitalter am allerangemessensten ist.

[ 31 ] Ich möchte sagen, niemals haben zwei Parteien in der Welt sich so wenig verstanden, wie heute die geistige und die ungeistige sich verstehen. Das heißt, die geistigen können schon die ungeistigen verstehen, es ist ja auch nicht besonders schwer; aber die ungeistigen wehren sich mit Händen und Füßen und besonders mit dem Mund gegen irgendwie geartetes Verständnis des Geistigen.

[ 31 ] Ich möchte sagen, niemals haben zwei Parteien in der Welt sich so wenig verstanden, wie heute die geistige und die ungeistige sich verstehen. Das heißt, die geistigen können schon die ungeistigen verstehen, es ist ja auch nicht besonders schwer; aber die ungeistigen wehren sich mit Händen und Füßen und besonders mit dem Mund gegen irgendwie geartetes Verständnis des Geistigen.

[ 32 ] Nun, wundern sollte man sich über diese Tatsache doch nicht, denn auch andere Dinge der Gegenwart passen ja wenig zusammen, und unser Zeitalter ist ja das Zeitalter der großen Diskrepanzen und der großen Disharmonien, wo Entgegengesetztes unmittelbar zusammenstößt. Wenn heute ein Mensch, der zu den «Gescheiten» gehört, einen Aufsatz über solche Dinge in die Hand bekommt, wie sie heute vorgetragen sind, so wird er sagen: Es ist merkwürdig, wie das in unser Zeitalter hereinkommt, es paßt doch gar nicht herein! — Denn er findet, daß dasjenige, was er denkt, allein in dieses Zeitalter herein paßt, er findet das andere gar nicht zusammenstimmend. Daß es, wenn auch nicht sinnlich, so doch übersinnlich zusammenstimmt, das wollen wir morgen und übermorgen besprechen.

[ 32 ] Nun, wundern sollte man sich über diese Tatsache doch nicht, denn auch andere Dinge der Gegenwart passen ja wenig zusammen, und unser Zeitalter ist ja das Zeitalter der großen Diskrepanzen und der großen Disharmonien, wo Entgegengesetztes unmittelbar zusammenstößt. Wenn heute ein Mensch, der zu den «Gescheiten» gehört, einen Aufsatz über solche Dinge in die Hand bekommt, wie sie heute vorgetragen sind, so wird er sagen: Es ist merkwürdig, wie das in unser Zeitalter hereinkommt, es paßt doch gar nicht herein! — Denn er findet, daß dasjenige, was er denkt, allein in dieses Zeitalter herein paßt, er findet das andere gar nicht zusammenstimmend. Daß es, wenn auch nicht sinnlich, so doch übersinnlich zusammenstimmt, das wollen wir morgen und übermorgen besprechen.

[ 33 ] Aber andere Dinge stimmen auch nicht in unserer Gegenwart zusammen. Man nehme nur einmal so recht mit dem Ernste einer Lebensbetrachtung solche Schilderungen in die Hand, reflektierende Schilderungen, wie es die Menschheit bis ins 20. Jahrhundert herein so herrlich weit gebracht habe in Humanität, in gegenseitigem Verständnis der Völker! Sie können aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts nach dieser Richtung großartig geschriebene Aufsätze, ganze Bücher finden, butterig geschrieben, süß geschrieben! Ein so richtig fortgeschrittener Mensch der Gegenwart empfand die Schilderung seines eigenen Zeitalters wie etwas, was er wie Honig ablecken konnte. Es gibt schon solche Schilderungen: zahlreich sind diese Schilderungen, wie es so herrlich weit gebracht hat diese Menschheit! Nun, und dann vergleichen Sie damit die Gegenwart seit vier Jahren, ob das so wirklich richtig zusammenstimmt.

[ 33 ] Aber andere Dinge stimmen auch nicht in unserer Gegenwart zusammen. Man nehme nur einmal so recht mit dem Ernste einer Lebensbetrachtung solche Schilderungen in die Hand, reflektierende Schilderungen, wie es die Menschheit bis ins 20. Jahrhundert herein so herrlich weit gebracht habe in Humanität, in gegenseitigem Verständnis der Völker! Sie können aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts nach dieser Richtung großartig geschriebene Aufsätze, ganze Bücher finden, butterig geschrieben, süß geschrieben! Ein so richtig fortgeschrittener Mensch der Gegenwart empfand die Schilderung seines eigenen Zeitalters wie etwas, was er wie Honig ablecken konnte. Es gibt schon solche Schilderungen: zahlreich sind diese Schilderungen, wie es so herrlich weit gebracht hat diese Menschheit! Nun, und dann vergleichen Sie damit die Gegenwart seit vier Jahren, ob das so wirklich richtig zusammenstimmt.

[ 34 ] Aber, es beruht das doch alles auf der Furcht, die man hat vor dem Eintreten in die Bewußtseinsseele. Denn indem man wirklich in das Zeitalter der Bewußtseinsseele eintritt, muß manches an Wahrheiten über die Menschenentwickelung herauskommen. Und deshalb kommt heute in den wichtigsten Sachen so viel Unsinn zustande, weil die Menschen Furcht haben, weil alle bewußt reden sollten und doch nicht bewußt reden wollen. Darüber wollen wir morgen weitersprechen.

[ 34 ] Aber, es beruht das doch alles auf der Furcht, die man hat vor dem Eintreten in die Bewußtseinsseele. Denn indem man wirklich in das Zeitalter der Bewußtseinsseele eintritt, muß manches an Wahrheiten über die Menschenentwickelung herauskommen. Und deshalb kommt heute in den wichtigsten Sachen so viel Unsinn zustande, weil die Menschen Furcht haben, weil alle bewußt reden sollten und doch nicht bewußt reden wollen. Darüber wollen wir morgen weitersprechen.



[ 35 ] [Diesen Worten folgte noch die kurze Schilderung eines Beispieles für die Gescheitheit der damaligen Behörden, die von den Herausgebern ursprünglich nicht aufgenommen worden war, da offensichtlich die Stenographin Mühe gehabt hat, der Darstellung zu folgen und sie exakt mitzuschreiben. Nachfolgend der überlieferte Wortlaut:

[ 35 ] [Diesen Worten folgte noch die kurze Schilderung eines Beispieles für die Gescheitheit der damaligen Behörden, die von den Herausgebern ursprünglich nicht aufgenommen worden war, da offensichtlich die Stenographin Mühe gehabt hat, der Darstellung zu folgen und sie exakt mitzuschreiben. Nachfolgend der überlieferte Wortlaut:

[ 36 ] «Denn bei manchem, was heute für recht gescheit angesehen wird, meine lieben Freunde, wird man erinnert an eine Notiz, die ich neulich gelesen habe, wo eine Behörde kund und zu wissen tut, daß sie demnächst, ich weiß nicht für welche Eßware, Karten ausgeben wird von 500 Gramm. Also eine Behörde tut kund und zu wissen, daß sie nächstens — was weiß ich — Butterkarten oder so irgend etwas von 500 Gramm ausgegeben wird. Es steht wirklich auf dem Erlaß der betreffenden Behörde. Na, diese Karten werden Sie sich sonderbar einstecken, die ein halbes Kilo schwer sind, jede einzelne Karte! Na, wenn die Sache so grobklotzig ist, bemerkt man's ja gleich. Aber die müssen’s doch nicht bemerken, die’s hingeschrieben haben. Aber siehe da, solche Urteile werden viele gefällt, solche Reden viele geführt. Und würde man, wo man’s nicht so naheliegend hat, manches, was in der Gegenwart gesagt und geschrieben wird, näher prüfen, so würde es sich gerade so ausnehmen, wie diese Brot- oder Fett- oder Käsekarte von 500 Gramm.

[ 36 ] «Denn bei manchem, was heute für recht gescheit angesehen wird, meine lieben Freunde, wird man erinnert an eine Notiz, die ich neulich gelesen habe, wo eine Behörde kund und zu wissen tut, daß sie demnächst, ich weiß nicht für welche Eßware, Karten ausgeben wird von 500 Gramm. Also eine Behörde tut kund und zu wissen, daß sie nächstens — was weiß ich — Butterkarten oder so irgend etwas von 500 Gramm ausgegeben wird. Es steht wirklich auf dem Erlaß der betreffenden Behörde. Na, diese Karten werden Sie sich sonderbar einstecken, die ein halbes Kilo schwer sind, jede einzelne Karte! Na, wenn die Sache so grobklotzig ist, bemerkt man's ja gleich. Aber die müssen’s doch nicht bemerken, die’s hingeschrieben haben. Aber siehe da, solche Urteile werden viele gefällt, solche Reden viele geführt. Und würde man, wo man’s nicht so naheliegend hat, manches, was in der Gegenwart gesagt und geschrieben wird, näher prüfen, so würde es sich gerade so ausnehmen, wie diese Brot- oder Fett- oder Käsekarte von 500 Gramm.

[ 37 ] Darüber wollen wir morgen weiter sprechen. Wir werden uns morgen Abend um sieben Uhr hier treffen, Sonntag dann wiederum um halb vier Uhr»]

[ 37 ] Darüber wollen wir morgen weiter sprechen. Wir werden uns morgen Abend um sieben Uhr hier treffen, Sonntag dann wiederum um halb vier Uhr»]