Past and Future Influences on Social Events
GA 190
30 March 1919, Dornach
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Past and Future Influences on Social Events, tr. SOL
Sechster Vortrag
Sixth Lecture
[ 1 ] Dasjenige, was man die soziale Frage nennt, spricht in der allerintensivsten Weise als eine weltgeschichtliche Forderung in unsere Zeit herein. Man kann aber zu gleicher Zeit sagen: Diese Zeit, diese unsere Gegenwart ist möglichst wenig vorbereitet, der wahren Gestalt dieser sozialen Frage ein wirkliches, durchgreifendes Verständnis entgegenzubringen. Man gebe sich nur in bezug auf diese Tatsache keinen Illusionen hin. Wir haben öfter hinweisen müssen auf die tiefe Kluft, welche besteht zwischen den bis in unsere Zeit herein führenden Klassen und Ständen und den proletarischen Massen. Die führenden Klassen und Stände haben sich im weitesten Umkreise im Laufe der neueren geschichtlichen Entwickelung in sich abgeschlossen mit gewissen Interessenkreisen und haben ein allgemein menschliches Verständnis vernachlässigt. Die proletarischen Massen haben sich immer mehr und mehr durch ihre ganzen Lebensverhältnisse als ausgeschlossen betrachten müssen von dem, worinnen sich mehr oder weniger eingesponnen haben die führenden Menschenklassen. Nun könnte man ja allerdings sagen, daß mit Bezug auf die Scheidung in Klassen das Verhältnis zum Beispiel im alten Griechenland noch ungünstiger war. Da hatte man die großen Kreise von Sklaven, die nicht nur teilweise, in bezug auf ihre Arbeitskraft, als Ware betrachtet wurden, sondern die überhaupt in ihrer ganzen Menschheit als Ware betrachtet wurden, gekauft und verkauft wurden auf dem Markte. Aber man würde doch die Sache falsch ansehen, wenn man bloß auf das eben Erwähnte hinschaute. Gewiß, bis weit herein in die neuere Zeit war eine schroffe Klassensonderung und Klassenscheidung da; aber sie war mehr für die äußeren Lebensverhältnisse da, für diejenigen Verhältnisse, die sich in dem äußeren sozialen Rang ausdrücken. Während die neueste Zeit — und das ist gerade das Bedeutsame — eine Art von geistiger Gemeinschaft über die führenden Klassen ausgegossen hat, eine geistige Gemeinschaft, die eng zusammenhängt mit den egoistischen Interessen dieser führenden Klassen, und an der die großen proletarischen Massen nicht teilhaben können. Man bedenke nur, wie wenig das Geistesleben früherer Zeiten gerade in dieser Richtung gewirkt hat. Gewiß, es waren einzelne Individuen in alten Zeiten als Mysterienleiter, als Mysterienschüler mit den höheren Gliedern des geistigen Lebens durchdrungen; aber dieses geistige Leben gliederte sich nicht wie heute so, daß der Mensch gewissermaßen eine bürgerliche Bildung anzieht, wie er das bessere Bürgerkleid anzieht gegenüber dem Arbeiterkittel, und daß er dem Proletarier auch nur eine proletarische Bildung übrig läßt, wie er ihm eben den Arbeiterkittel übrig läßt. Bedenken Sie, wie das Christentum sich durch Jahrhunderte hindurch bemüht hat, gerade ein gemeinsames Geistesleben, das alle Menschen gleich hinstellen sollte vor Gott, über die Menschheit auszugießen. Und auch wenn Sie zurückschauen meinetwillen auf das Geistesleben des alten Hebräertums, gewiß, da waren die Schriftgelehrten und Pharisäer, einzelne Gemeinschaften, die sich heraushoben, die im Besitz eines gewissen geistigen Lebens waren; aber das, was sie aus diesem Geistesleben heraus gegeben haben, das gaben sie allen Klassen in gleicher Weise. Die Klassenscheidung bezog sich viel mehr auf anderes als auf das Geistesleben selbst. Und wir dürfen nicht vergessen, daß zum Beispiel das Mittelalter hindurch der Inhalt des Geisteslebens in etwas ganz anderem lag, als er heute liegt. Der Inhalt des Geisteslebens im Mittelalter lag im Bilde, das in der Kirche war, wo es jeder sehen konnte, wo es der höchste Adelige sehen konnte, wo es der letzte Arme sehen konnte. Dieses Geistesleben verband die Menschen von unten nach oben.
[ 1 ] What is called the social question is making itself felt in our time in the most intense way as a demand of world history. At the same time, however, it can be said that this era—our present—is as ill-prepared as possible to meet the true nature of this social question with a genuine, profound understanding. Let us not harbor any illusions regarding this fact. We have often had to point out the deep chasm that exists between the classes and social strata that have persisted into our own time and the proletarian masses. In the broadest sense, the ruling classes and estates have, in the course of recent historical development, closed themselves off within certain spheres of interest and have neglected a universal human understanding. The proletarian masses have, through their entire living conditions, been forced to regard themselves as increasingly excluded from that in which the ruling classes have, to a greater or lesser extent, entangled themselves. Now, one could certainly argue that, with regard to class division, the situation in ancient Greece, for example, was even more unfavorable. There were large groups of slaves who were not only regarded in part—in terms of their labor—as commodities, but who were regarded as commodities in their entire humanity, bought and sold on the market. But one would be looking at the matter incorrectly if one focused solely on what has just been mentioned. Certainly, well into modern times there was a sharp class division and separation; but it pertained more to external living conditions—to those conditions expressed in external social rank. Whereas in recent times—and this is precisely what is significant—a kind of spiritual community has spread among the ruling classes, a spiritual community that is closely linked to the self-interested concerns of these ruling classes, and in which the great proletarian masses cannot participate. One need only consider how little the spiritual life of earlier times had an effect in this particular direction. Certainly, there were individual figures in ancient times—as leaders of the mysteries or as initiates—who were imbued with the higher aspects of spiritual life; but this spiritual life was not structured as it is today, in such a way that a person, so to speak, dons a bourgeois education just as he dons finer bourgeois attire in contrast to a worker’s smock, and in such a way that he leaves the proletarian with nothing but a proletarian education, just as he leaves him with nothing but a worker’s smock. Consider how Christianity, over the course of centuries, strove to pour out upon humanity precisely a shared spiritual life that was meant to place all people equally before God. And even if, for my sake, you look back at the spiritual life of ancient Hebrew culture—certainly, there were the scribes and Pharisees, individual communities that stood out, who possessed a certain spiritual life; but what they imparted from this spiritual life, they gave to all classes in the same way. The division into classes had much more to do with other factors than with spiritual life itself. And we must not forget that, for example, throughout the Middle Ages, the content of spiritual life lay in something entirely different from what it is today. The content of spiritual life in the Middle Ages lay in the image that was in the church, where everyone could see it—where the highest nobleman could see it, where the poorest person could see it. This spiritual life united people from the lowest to the highest.
[ 2 ] Dann kam aber die neuere Zeit herauf, welche im wesentlichen das Literarische an die Stelle des alten Bildhaften setzte. Immer geringeres und geringeres Verständnis zeigte sich für das Bildhafte, für das Imaginative, und immer mehr und mehr suchten die Leute die Bildung in dem Literarischen, in dem Schrifttum, in den niedergeschriebenen und gedruckten Worten. Und dieses niedergeschriebene und gedruckte ‘Wort nahm immer mehr und mehr die Gestaltung an, welche es möglich machte, daß gewissermaßen neben dem proletarischen allgemeinmenschlichen Fühlen sich eine Oberschicht der Bildung herausgestaltete. Diese Seelenzweiheit im sozialen Leben, die immer mehr und mehr herauskam in der neueren Zeit, die begründete viel mehr als alles andere die tiefe, tiefe soziale Kluft, die jetzt solche furchtbaren Folgen hat.
[ 2 ] But then the modern era dawned, which essentially replaced the old visual art with literature. There was less and less appreciation for the pictorial and the imaginative, and more and more people sought education in literature, in written works, in the written and printed word. And this written and printed “word” increasingly took on a form that made it possible, so to speak, for an educated upper class to emerge alongside the proletarian, universal human sensibility. This duality of the soul in social life, which has become increasingly apparent in recent times, has, more than anything else, been the root cause of the deep, deep social divide that now has such terrible consequences.
[ 3 ] Dazu kam noch, daß ja an sich in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in diesem Zeitraum der herrschenden BewußtseinsseelenEntwickelung, die Menschen immer egoistischer und egoistischer wurden, weil sie sich gewissermaßen auf die Spitze der menschlichen Persönlichkeit stellen mußten, weil sie gerade die menschliche Persönlichkeit ausbilden sollten. Durch diese Ausbildung der menschlichen Persönlichkeit stellte sich das heraus, daß die Menschen immer weniger und weniger fähig waren, wirklich einander zu verstehen, aufeinander einzugehen. Wir sind ja endlich in diesem Zeitalter der Gegenwart dahin gelangt, wo es fast zur Unmöglichkeit geworden ist, daß einer von dem anderen überzeugt werde, wo daher Ausbreitung von Ideen so leicht gesucht wird auf dem Wege der Gewalt. Wie oft habe ich es hier und sonst in unserem Gemeinschaftszusammenhange betont, daß heute eigentlich ein jeder über alles — aus keinerlei Voraussetzungen heraus — immer seinen Standpunkt hat. Es kann heute einer ein noch so junger Dachs sein, er hat gegenüber den gereiftesten Anschauungen eben seinen Standpunkt. Das Gefühl, daß Gesichtspunkte für das Lebensurteil gewonnen werden sollen durch Heranreifen, durch Ausbreitung der Erfahrung, dieses Gefühl ist immer mehr und mehr zum Schwinden gekommen. Das Eingehen auf den anderen, so daß man überzeugt werden kann von dem, was in der Seele des anderen lebt, das ist immer mehr und mehr zurückgetreten; daher verstehen sich die Menschen so ungeheuer wenig.
[ 3 ] Added to this was the fact that, in this fifth post-Atlantean epoch—this epoch of the prevailing development of the consciousness-soul—people became more and more selfish because they had to, so to speak, place themselves at the pinnacle of the human personality, since it was precisely the human personality that they were meant to develop. Through this development of the human personality, it became apparent that people were less and less capable of truly understanding one another or responding to one another. We have, after all, finally reached a point in the present age where it has become almost impossible for one person to be convinced by another, and where, as a result, the spread of ideas is so readily sought through the use of force. How often have I emphasized here and elsewhere in our community context that today, in fact, everyone always has their own point of view on everything—regardless of any underlying assumptions. No matter how young a person may be today, they have their own point of view even in the face of the most mature perspectives. The sense that perspectives on life’s meaning should be gained through maturation and the broadening of experience—this sense has been fading more and more. The willingness to engage with others—so that one might be convinced by what lives in the other’s soul—has receded further and further; that is why people understand one another so very little.
[ 4 ] Dazu kam, daß im Laufe der letzten Jahrhunderte sich die Menschen vom Geistigen überhaupt immer mehr und mehr abgewendet haben. Ich habe neulich erst hier noch einmal besonders betont, wie man durchaus nicht sich täuschen lassen soll dadurch, daß auch heute die Leute noch in die Kirche gehen und behaupten, Religion zu haben. Diese Religion bedeutet gegenüber dem Zusammenhange, den der Mensch braucht und suchen soll zwischen der sinnlichen Welt, in der er lebt zwischen Geburt und Tod, und der übersinnlichen Welt, außerordentlich wenig. Der größte Teil von dem, was die Menschen heute als religiösen Inhalt für sich behaupten, ist ja nichts weiter als ein Leben in Worten, als ein Leben in der Sprache. Und nachdem wir betont haben gestern und vorgestern, wie abstrakt das Leben in der Sprache geworden ist, braucht es uns nicht zu verwundern, daß auch das religiöse Leben, das sich ja zumeist in der Sprache für die Menschen ausdrückt, ein abstraktes und damit ein materialistisches geworden ist. Denn alles Abstrakte führt eigentlich den Menschen immerzu zum Materialistischen. Und die Frage, die eigentlich unser ganzes Leben fortwährend durchdringen und durchklingen sollte: Was ist eigentlich der Mensch? — die Frage ist ja auf etwas hinweisend, das dem heutigen Menschen, dem Durchschnittsmenschen kaum zugänglich ist. Bedenken Sie doch, daß, um die Frage zu beantworten, was der Mensch ist, man nötig hat, in hingebungsvoller Art auf die ganze Welt einzugehen; denn der Mensch ist ein Mikrokosmos, eine kleine Welt, und er wird nur verständlich, wenn man ihn sich vorzustellen vermag so, wie er herausgeboren ist aus der ganzen Welt. Zum Verständnis des Menschen ist das Verständnis der Welt nötig. Wie wenig wird aber heute im Zeitalter der rein auf das Außerliche gehenden Naturwissenschaft ein wirkliches Verständnis der Welt und damit ein Verständnis des Menschen gesucht. Wenn man nun in der Gegenwart auch oftmals denkt, das hinge gar nicht zusammen mit dem Verständnis für die soziale Frage, so ist es doch durchaus wahr, daß alles das, was ich jetzt eben wieder aufgeführt habe, mit dem Verständnis für die soziale Frage innig zusammenhängt. Man wird aber diesen Zusammenhang erst allmählich wiederum merken, wenn man liebevoll wird eingehen wollen auf das Geistige. Heute will man die soziale Frage lediglich aus äußeren Dingen heraus lösen. Wirklich lösen wird man sie nur können, wenn man für alles Streben und Empfinden und Wollen des Menschen das geistige Erleben zugrunde legen kann, wenn man fruchtbar wiederum die Frage stellen wird können: Wie kann eine wahre Verbindung hergestellt werden zwischen der Welt, in welcher der Mensch lebt zwischen der Geburt und dem Tode, und der Welt, in der er lebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt?
[ 4 ] Added to this is the fact that, over the course of the last few centuries, people have increasingly turned their backs on spiritual matters altogether. Just the other day, I once again emphasized here in particular that one should by no means be deceived by the fact that even today people still go to church and claim to be religious. This so-called religion means extremely little in relation to the connection that human beings need and should seek between the sensory world in which they live between birth and death, and the supersensory world. The greatest part of what people today claim as religious content for themselves is, after all, nothing more than a life in words, a life in language. And since we emphasized yesterday and the day before yesterday how abstract life in language has become, we need not be surprised that religious life—which, after all, is expressed to people mostly through language—has also become abstract and thus materialistic. For everything abstract actually leads human beings constantly toward the materialistic. And the question that should actually permeate and resonate throughout our entire lives: What, in fact, is a human being? — this question points to something that is scarcely accessible to people today, to the average person. Consider, after all, that to answer the question of what a human being is, one must engage with the entire world in a devoted manner; for the human being is a microcosm, a small world, and becomes comprehensible only when one is able to imagine him as he is born out of the whole world. To understand the human being, one must understand the world. Yet how little, in this age of natural science focused purely on the external, is a true understanding of the world—and thus an understanding of the human being—sought after today. Although people today often think that this has nothing to do with understanding the social question, it is nevertheless entirely true that everything I have just outlined is intimately connected with an understanding of the social question. But people will only gradually begin to recognize this connection again when they are willing to engage lovingly with the spiritual realm. Today, people want to solve social issues solely on the basis of external factors. It can only be truly resolved if one can ground all human striving, feeling, and willing in spiritual experience, if one can once again fruitfully ask the question: How can a true connection be established between the world in which a person lives between birth and death, and the world in which they live between death and a new birth?
[ 5 ] Sie kennen alle schon mehr oder weniger die «Gruppe», welche die Trinität für die Weltanschauung der Zukunft darstellen soll: den Menschheitsrepräsentanten zwischen Luzifer und Ahriman. Sie werden bemerkt haben, daß versucht worden ist, diesen Menschheitsrepräsentanten in solcher Weise darzustellen, daß er als Ganzes eigentlich so wirken soll, wie sonst nur das menschliche Antlitz in seinen Zügen wirkt. Das menschliche Antlitz in seinen Zügen wirkt so, daß diese Züge ein Ausdruck des Seelenlebens sind. Wir sprechen von Physiognomie, wir sprechen mit Bezug auf gewisse äußere Dinge beim Menschen von Gesten, und wir wissen, daß diese Beweglichkeit, die sich in Physiognomie und Geste ausdrückt, zusammenhängt mit dem Seelenleben. Nicht nur wurde versucht, das Antlitz, so weit als es beim Menschen zwischen Geburt und Tod einen physiognomischen Ausdruck hat, in dem Menschheitsrepräsentanten unserer Gruppe physiognomisch darzustellen, sondern gewissermaßen nach dem Prinzip, wie in der Natur nur das menschliche Antlitz gebaut ist, so wurde versucht, den ganzen Menschen zu bilden, jede Formung, jedes Glied gewissermaßen zu einem erweiterten Antlitz zu machen. Warum denn das? Weil in unserer Zeit wiederum das Bestreben Platz greifen muß, ein gemeinsames Verständnis zu schaffen zwischen Wesen, welche nur als geistig-seelische Wesen leben, und Wesen, die hier auf der Erde im physischen Leibe leben, wie zum Beispiel die Menschen. Vergegenwärtigen wir uns — wie wir uns vergegenwärtigt haben, was die Toten von unserer Sprache vernehmen —, was sie überhaupt von unserer Erde im ganzen vernehmen.
[ 5 ] You are all already more or less familiar with the “group” that is to represent the Trinity in the worldview of the future: the representative of humanity between Lucifer and Ahriman. You will have noticed that an attempt has been made to portray this representative of humanity in such a way that, as a whole, he is actually meant to have the same effect as the human face otherwise has through its features. The human face, through its features, has an effect in which these features are an expression of the soul life. We speak of physiognomy; we speak of gestures in reference to certain external aspects of the human being; and we know that this expressiveness, which is expressed in physiognomy and gesture, is connected to the life of the soul. Not only was an attempt made to depict the face—insofar as it possesses a physiognomic expression in human beings between birth and death—physiognomically in our group’s representation of humanity, but, in a sense, following the principle that in nature only the human face is so structured, an attempt was made to form the whole human being, making every contour and every limb, so to speak, an extended face. Why is that? Because in our time, the endeavor must once again take hold to create a common understanding between beings who live solely as spiritual-soul beings and beings who live here on Earth in physical bodies, such as human beings. Let us consider—just as we have considered what the dead perceive of our language—what they perceive of our Earth as a whole.
[ 6 ] Wir haben auf unserer Erde erstens das weite Steinreich, das Mineralreich; bis zu einem gewissen Grade haben wir dieses Mineralreich in Kristallformen, dann aber auch zerschlagen, amorph, wie man sagt. Im Grunde genommen sehen die Toten von der Erde nur die Kristallformen und dasjenige, was sich sonst aus den morphologischen, aus den Gestaltungsverhältnissen der Erde als regelmäßige Gestalt ergibt; und das sehen sie wie einen Hohlkörper. Sie können die Dinge nachlesen in meiner «Theosophie». Von den Pflanzen sehen die Toten zunächst nicht diejenige Gestalt, die wir mit unseren Augen sehen. Es ist sogar sehr schwierig, darauf hinzuweisen, was die Toten von der Pflanzenwelt sehen. Erstens ist ihnen die ganze Pflanzenwelt der Erde wie ein großer Leib; aber sie sehen nicht die grüne Pflanzengestalt, die wir sehen, sondern sie sehen eine gewisse Bewegung, das Wachsen der Pflanzen, sie sehen das Entstehen eines Blattes nach dem anderen bis zur Blüte hin; sie sehen dasjenige, was gerade den Menschen entgeht. Sie sehen also die Erde als einen einheitlichen großen Organismus und gewissermaßen geistig die Haare herauswachsen aus der Erde — denn vergeistigt sind diese Pflanzen. Wiederum von der Tierwelt — ich spreche jetzt immer von den äußeren sinnlichen Formen — sehen die Toten nur das Laufen der Tiere über die Erde; nicht die einzelne Gestalt des Tieres; sondern. die Ortsveränderung.
[ 6 ] First, on our Earth, we have the vast realm of stone, the mineral realm; to a certain extent, this mineral realm exists in crystalline forms, but it also exists in a shattered, amorphous state, as they say. Essentially, the dead see only the crystalline forms of the Earth and whatever else emerges as a regular shape from the Earth’s morphological and structural conditions; and they perceive this as a hollow body. You can read about these things in my *Theosophy*. As for plants, the dead do not initially see the form that we perceive with our eyes. It is, in fact, very difficult to describe what the dead see of the plant world. First of all, the entire plant world of the Earth appears to them as one great body; but they do not see the green form of the plants that we see—rather, they perceive a certain movement, the growth of the plants; they see the emergence of one leaf after another leading up to flowering; they see precisely what escapes human perception. So they see the Earth as a single, great organism and, in a sense, spiritually perceive the “hairs” growing out of the Earth—for these plants are spiritualized. Again, regarding the animal world—I am now speaking only of the outer, sensory forms—the dead see only the movement of the animals across the Earth; not the individual form of the animal, but rather its change of location.
[ 7 ] Und von den Menschen, insofern die Menschen physische Gestalten tragen, was sehen davon die Toten? Ja, die menschliche Gestalt als solche ist fast ganz so, nur wenige Teile ausgenommen, daß die Toten überhaupt von den Menschen nichts sehen. Sie nehmen die Seele wahr, das Geistige, aber die äußere Gestalt gar nicht. Würden wir also rein naturalistisch den Menschheitsrepräsentanten gestaltet haben als eine solche menschliche Gestalt, wie der Mensch hier auf der Erde ist, so würde diese Gestalt für die Toten schlechterdings unwahrnehmbar sein; auch für die Angeloi, Archangeloi. Für alle geistigen Wesen, die nicht mehr einen Leib tragen, in dem sinnliche Augen drinnen sind, ist die menschliche Gestalt, rein nachgebildet ihrer Form nach, etwas Unsichtbares, etwas Unwahrnehmbares. Und erst wenn Sie beginnen, Seelisches in der Form auszudrücken, so daß die äußere Form nicht mehr naturalistisch der hiesigen Menschengestalt entspricht, dann beginnen auch die Toten diese Form zu sehen. Wenn Sie ein gewöhnliches symmetrisches Gesicht hinhauen — wie ja im allgemeinen die Gesichter nicht sind, aber wie sie die Menschen sehen —, so sieht der Tote von einem solchen sogenannten Kunstwerke nichts. Unsere Gestalt konnte nur dadurch sichtbar gemacht werden auch für die übersinnlichen Wesenheiten, daß sie asymmetrisch ist, daß die Asymmetrie besonders betont ist, daß etwas drinnen ist, was seelisch ist, und was sich sonst naturalistisch nicht in der äußeren Form ausdrückt.
[ 7 ] And as for human beings—insofar as they have physical forms—what do the dead see of them? Indeed, the human form as such is almost entirely such that, with only a few exceptions, the dead see nothing at all of human beings. They perceive the soul, the spiritual aspect, but not the outer form at all. If, therefore, we had designed the representative of humanity in a purely naturalistic way—as a human form such as that of a person here on Earth—this form would be utterly imperceptible to the dead; and likewise to the angels and archangels. For all spiritual beings who no longer possess a body containing physical eyes, the human form—purely replicated in its shape—is something invisible, something imperceptible. And only when you begin to express the soul in the form—so that the outer form no longer corresponds naturalistically to the human form here on Earth—do the dead also begin to see this form. If you sculpt an ordinary symmetrical face—which, after all, faces generally are not, but as people perceive them—then the dead see nothing in such a so-called work of art. Our figure could only be made visible to the supersensible beings because it is asymmetrical, because the asymmetry is particularly emphasized, and because there is something within it that is spiritual and that is not otherwise expressed naturalistically in the outer form.
[ 8 ] Nun aber bedenken Sie, wie die Kunst in der neueren Zeit immer naturalistischer und naturalistischer geworden ist. Ich habe es vielleicht schon erzählt: Ich habe als junger Dachs einen befreundeten Bildhauer gekannt, der dann sogar sich in seinem Heimatlande einen gewissen Namen erworben hat, der sagte — wir sprachen über künstlerische Denkmäler — zu meinem Entsetzen: Nun, die beste Nachbildung eines Menschen würde doch entstehen, wenn man ganz genau räumlich jedes einzelne, was am Menschen ist, in Stein oder in Bronze oder sonst einem Material nachbildete. — Ich antwortete: Was dadurch entsteht, das ist das Gegenteil von dem, was entstehen soll! Das ist so weit wie möglich von einem Kunstwerk entfernt! Denn in Wirklichkeit sollte ein Kunstwerk nichts haben von einer solchen bloßen Nachbildung, es sollte alles anders sein wie im Original. — Das verstand der gar nicht; der «Abguß» war ihm eigentlich das vollkommenste plastische Kunstwerk. Aber man möchte sagen: Aus dieser Gesinnung heraus ist ja vielfach die neuere Kunst gebildet, und auch das Kunsturteil ist danach gebildet. Woher soll denn schließlich auch ein anderes Kunsturteil kommen? Nicht wahr, die Leute müssen doch irgend etwas empfinden, wenn sie irgend so etwas in Marmor oder in Bronze Geformtes oder dergleichen sehen! Wenn nun die Leute gar keine Beziehung zu einer geistigen Welt haben, so können sie doch schließlich gar nicht anders ein Kunsturteil fällen, als indem sie sich fragen: Ist das naturgemäß, gibt es so etwas in der Natur? — Und wenn irgendeiner findet: So etwas gibt es nicht —, so hält er es eben nicht für gerechtfertigt, was die Kunst darstellt.
[ 8 ] But now consider how art has become more and more naturalistic in recent times. I may have already mentioned this: As a young badger, I knew a sculptor friend of mine—who later even made a name for himself in his home country—who said—we were talking about artistic monuments—to my horror: “Well, the best representation of a human being would be created if one were to reproduce, in exact spatial detail, every single feature of the human form in stone, bronze, or some other material.” — I replied: “What results from that is the exact opposite of what should result! It is as far removed from a work of art as possible! For in reality, a work of art should have nothing in common with such a mere replica; it should be entirely different from the original.” — He didn’t understand that at all; to him, the “cast” was actually the most perfect work of sculptural art. But one might say: Modern art has, after all, been shaped in many ways by this mindset, and artistic judgment is also formed accordingly. Where else, after all, could a different artistic judgment come from? Surely people must feel something when they see something like that sculpted in marble or bronze or the like! If people have no connection whatsoever to a spiritual world, then they ultimately have no choice but to form an artistic judgment by asking themselves: Is this natural? Does something like this exist in nature? — And if someone concludes, “Something like this does not exist,” then they simply do not consider what art depicts to be justified.
[ 9 ] Aber, meine lieben Freunde, sagen wir uns das doch immer wieder und wiederum: Es ist ja eigentlich etwas Lächerliches in diesem reinnaturalistisch das Leben Nachbilden! Hauptmannsche Dramen zu schreiben, ist doch etwas Lächerliches, denn das kann ja selbstverständlich die Natur doch besser. Da kommen wir ja doch der Natur nicht nach. Während dasjenige, was — wenn auch unvollkommen — herausgeholt ist aus der geistigen Welt, eine Bereicherung der Natur ist, etwas Neues in diese Welt hereinstellt. Aber immer mehr und mehr hat sich die neuere Zeit diesem Naturalismus zugewendet, der eben der Materialismus auf geschichtlichem Gebiete ist.
[ 9 ] But, my dear friends, let us say this to ourselves again and again: There is, after all, something ridiculous about this purely naturalistic imitation of life! Writing Hauptmann-style dramas is, after all, something ridiculous, for nature can, of course, do it better. We simply cannot keep up with nature in that regard. Whereas that which is drawn—albeit imperfectly—from the spiritual world enriches nature, introducing something new into this world. But in recent times, society has turned more and more toward this naturalism, which is nothing other than materialism in the historical realm.
[ 10 ] Das alles rührt von der Abkehr der Menschen vom Geistesleben her. Eine Rückkehr, eine gesunde Rückkehr zum Geistesleben ist nur möglich dadurch, daß wir uns in solcher Konkretheit die Beziehungen des Sinnlichen zu dem Übersinnlichen vorstellen, wie wir es jetzt wiederum versucht haben auf den verschiedensten Gebieten, indem wir uns
[ 10 ] All of this stems from humanity’s turning away from spiritual life. A return—a healthy return—to spiritual life is possible only if we conceive of the relationship between the sensible and the supersensible in such concrete terms as we have now once again attempted to do in a wide variety of fields, by
[ 11 ] klarmachen, was der Tote hört von der Sprache, sieht von den Formen, die hier auf der Erde für den sinnlichen Menschen vorhanden sind. Wenn wir, ebenso wie für irgend etwas auf der physischen Erde, uns im einzelnen konkret klarmachen, wie die Beziehungen vom Sinnlichen und Übersinnlichen sind, dann haben wir erst eine reale Vorstellung über den Zusammenhang des Sinnlichen und des Übersinnlichen! In der neueren Zeit hat erst der heraufkommende materialistische Naturalismus, der seit dem 15., 16. Jahrhundert immer energischer die Menschen ergriffen hat, den Sinn für diesen Zusammenhang von Sinnlichem und Übersinnlichem getötet. Die Wissenschaft läßt zuletzt nichts mehr gelten als dasjenige, was sinnlich-tatsächlich ist. Dadurch haben die Menschen sich losgerissen von einem wirklichen, lebendigen Zusammenfühlen mit der geistigen Welt.
[ 11 ] to make clear what the dead hear of language and see of the forms that exist here on Earth for the sensory human being. If we, just as we do for anything on the physical earth, make it clear to ourselves in concrete detail what the relationships between the sensible and the supersensible are, only then will we have a real understanding of the connection between the sensible and the supersensible! In more recent times, it was the rising materialistic naturalism—which has gripped people with ever-greater intensity since the 15th and 16th centuries—that killed the sense of this connection between the sensory and the supersensory. Science ultimately accepts nothing other than what is sensually perceptible and factual. As a result, people have torn themselves away from a genuine, living connection with the spiritual world.
[ 12 ] Im 18. Jahrhunderte war das in einzelnen Kulturgebieten noch anders. Da hat innerhalb der französischen Kultur unter den Enzyklopädisten der Materialismus seine geistreichsten Früchte getrieben, dann hat er sich immer mehr und mehr ausgebreitet, und dann ist zuletzt dasjenige gekommen, was am meisten abführt von der geistigen Welt: das Leben in den theosophischen Abstraktionen! Dieses Leben in den theosophischen Abstraktionen, das sich darauf beschränkt, daß man sagt: der Mensch besteht aus physischem Leib, Atherleib und Astralleib und so weiter, der Mensch hat ein Karma, der Mensch lebt in wiederholten Erdenleben —, daß man diese Abstraktionen wie etwas Großes lehren will und dabei in Worten steckenbleibt, das führt zuletzt sogar zu dem äußersten Hochmut, der in vielen theosophischen Gesellschaften so verbreitet ist; denn da bleibt man ganz in äußeren Worten stecken. Erst wenn man übergeht zu einer solchen Charakteristik wie: Was hören die Toten von dem, was wir sprechen? Was sehen die Toten von dem, was wir in unserer Umgebung hier haben? — erst wenn man zu solchen konkreten Vorstellungen vorschreitet, erschließen sich wirkliche Gedanken über die geistige Welt. Die äußersten Extreme grenzen aneinander: das Schwefeln und Schwafeln in Worten, wie astralischer Leib, Ätherleib und so weiter, hinter denen oftmals gar nichts anderes steckt als das Wort, und der rein naturalistische Materialismus.
[ 12 ] In the 18th century, the situation was still different in certain cultural regions. Within French culture, materialism bore its most brilliant fruits among the Encyclopedists; then it spread more and more, and finally came about what leads people furthest away from the spiritual world: a life immersed in theosophical abstractions! This life immersed in theosophical abstractions—which is limited to saying that human beings consist of a physical body, an etheric body, an astral body, and so on; that human beings have karma; that human beings live through repeated earthly lives”—the desire to teach these abstractions as something grand while getting stuck in words ultimately leads even to the extreme arrogance so widespread in many theosophical societies; for there one remains entirely stuck in external words. Only when one moves on to a line of inquiry such as: “What do the dead hear of what we speak? What do the dead see of what we have here in our surroundings?”—only when one advances to such concrete concepts do real thoughts about the spiritual world open up. The two extremes are closely related: the endless rambling and drivel about terms like “astral body,” “etheric body,” and so on—behind which there is often nothing but the word itself—and purely naturalistic materialism.
[ 13 ] Für diese Dinge muß man durchaus ein Gefühl sich erwerben, ein solches Gefühl, daß man verlangt, im Konkreten zu hören über die Beziehungen der physischen und der überphysischen Welt. Und nur wenn wir uns erfüllen mit solchen konkreten Vorstellungen des Zusammenhanges zwischen der physischen und der überphysischen Welt, können wir wiederum zurückkehren zu dem, was in anderer Weise Menschen älterer Erdepochen gehabt haben, können zurückkehren zu weit ausgreifenden Weltinteressen. Wir können fragen: Warum ist denn all das Unglück über die Erde hereingebrochen, das über die Erde hereingebrochen ist? Ja, der letzte Grund ist doch der, daß die Interessen der Menschen so enge geworden sind, daß sie kaum über das Alleralltäglichste hinausgehen. Selbstverständlich, wenn der Mensch aufhört, sich für die Sterne zu interessieren, dann beginnt er sich für den Kaffeeklatsch zu interessieren; wenn der Mensch aufhört, die Beziehungen der höheren Hierarchien in einigen Gedanken zu überblikken, so beginnt in ihm die Sehnsucht, seine Zeit im alltäglichen Spiel zu vertändeln. Man sehe sich nur die Interessen an, welche seit ein paar Jahrhunderten die führend gewordenen Kreise der Menschheit erfüllen, man sehe an, was diese Leute vom Morgen bis zum Abend tun! Und wenn man das mit Verständnis ansieht, so wird man sich nicht wundern, daß ein solches Debakel der Menschheit eingetreten ist, wie es eingetreten ist. Die Menschen sind ja heute froh, wenn sie über irgend etwas nur eine mit ein paar Worten umrissene Vorstellung gewinnen können! Sie sind froh, wenn sie in bequemer Weise das eine oder das andere umfassen können.
[ 13 ] One must certainly develop a sense for these things—a sense that leads one to seek concrete insights into the relationships between the physical and the supersensible worlds. And only when we fill ourselves with such concrete ideas of the connection between the physical and the supersensible worlds can we return to what people of earlier epochs on Earth possessed in a different way—we can return to far-reaching interests in the world. We may ask: Why has all this misfortune befallen the Earth? Yes, the ultimate reason is that people’s interests have become so narrow that they scarcely extend beyond the most mundane matters. Of course, when people cease to take an interest in the stars, they begin to take an interest in idle chatter; when people cease to contemplate the relationships of the higher hierarchies, a longing arises within them to squander their time on everyday trifles. One need only look at the interests that have occupied the leading circles of humanity for the past few centuries; one need only observe what these people do from morning till night! And if one views this with understanding, one will not be surprised that such a debacle has befallen humanity as it has. After all, people today are happy if they can form even a vague idea of something, outlined in just a few words! They are happy if they can comfortably grasp one thing or another.
[ 14 ] Die Entwickelungsgeschichte der Menschheit spricht ja laut und deutlich über die verschiedenen Möglichkeiten, die Dinge anzusehen. Unzählig sind in dieser Richtung die Beispiele. In den letzten Jahren hat man zum Beispiel der deutschen Kultur immer wieder und wiederum vorgeworfen, daß sie einen Hegel hat mit seiner Staatstheorie, daß von Hegel gesagt worden ist: der Staat ist zuletzt etwas wie eine Art Gott auf Erden. Ja, aber man bedenke, daß innerhalb des deutschen Geisteslebens nicht nur Hegel vorhanden war, sondern Stirner, und zwar gar nicht viele Jahre getrennt von Hegel. Während für Hegel der Staat etwas war wie der wandelnde Erdengott, war für Stirner der Staat überhaupt ein Dreck, etwas, was man nur zu negieren hat. Die beiden lebten sehr nahe nebeneinander. Man kann sich keine gröReren Extreme denken, beide aus demselben Geistesleben heraus. Will man dann solch ein Geistesleben darstellen, dann muß man es schon so machen, wie ich es zum Beispiel in meinen «Rätseln der Philosophie» gemacht habe, wo der eine mit demselben Anteil dargestellt wird wie der entgegengesetzt Denkende. Sie können bei mir zuerst so über Hegel lesen, daß Sie glauben könnten, ich stünde auf Hegelschem Standpunkt; dann können Sie bei mir lesen über Stirner so, daß Sie glauben könnten, ich stünde auf Stirnerschem Standpunkte. Damit soll aber nichts anderes angedeutet sein, als daß wir uns erziehen sollen zu einem Verständnis für die Vielseitigkeit der Menschen, zu einer inneren Toleranz! Uns soll interessieren dasjenige, was in der Seele des anderen ganz anders gedacht ist als unser eigenes Gedachtes; denn wir sollen das Gefühl haben, daß dieses andere das Unsere ergänzt. Sagen wir, da seien einzelne Menschen, zehn einzelne Menschen (es wird gezeichnet), ich sei einer davon, die anderen neun sind da herum. Nun sage ich mir: Ich denke über gewisse Sachen so, der zweite denkt so, der dritte so, der vierte und fünfte so, alles untereinander mehr oder weniger variiert und verschieden; alle haben wir recht, keiner hat recht. Wenn wir ungefähr das arithmetische Mittel aus alledem erfühlen, wenn wir uns im Zusammenhang so fühlen, daß wir alles mit gleicher Liebe auffassen, gleichgültig ob wir es sagen, oder es die anderen sagen, daß wir lernen, uns in der Gesamtheit drinnen zu fühlen, dann eilen wir gemeinsam der Bestimmung entgegen, die für die Menschen der Zukunft da ist. Dieses Entgegeneilen müssen wir anstreben. Wir müssen es einfach aus dem Grunde anstreben, damit wir einen Sinn bekommen für wirkliches soziales Leben. Wir müssen lernen fühlen, drinnenzustehen in dem, was von dem Sprachgenius umfaßt wird, drinnenzustehen in dem, was von dem gemeinsamen Rechtsleben, von dem Rechtsgenius umfaßt wird; wir müssen lernen, drinnenzustehen in dem, was von dem gemeinsamen Wirtschaftsgenius umfaßt wird: erst dieses lebendige Sich-Drinnenfühlen in einem Ganzen, das sich bewußt der Mensch aneignen muß im Bewußtseinszeitalter, erst das treibt ihn der Zukunftsbestimmung der Menschheit entgegen. Dieses Entgegengehen der Zukunftsbestimmung können wir uns aber nicht anders aneignen, als wenn wir unsere Interessen immer weiter und weiter machen; das heißt aber mit anderen Worten: Wenn wir immer mehr von uns loskommen lernen. Ja, meine lieben Freunde, geht man ganz ehrlich mit sich zu Rate, so wird man zuletzt doch finden, daß eigentlich das Alleruninteressanteste von der ganzen Welt dasjenige ist, was man selber über sich im Kreise des engsten Ich denken und empfinden kann. Über dieses engste Ich empfinden und denken allerdings viele Menschen in der Gegenwart sehr viel. Daher ist ihr Leben so langweilig, daher sind sie so unbefriedigt vom Leben. Wir werden niemals interessant, wenn wir uns in diesem Punkt nur immer so herumdrehen. Dagegen wenn wir nach außen schauen und immer auf das blicken, wie die Außenwelt zu uns hinstrahlt, wenn wir die Interessen immer mehr erweitern, dann wird unser Ich interessant dadurch, daß es uns einen Standpunkt abgibt für die Beobachtung der Außenwelt, dann wird unser Ich erst dadurch bedeutend, daß gerade in diesem Punkte des Ich nur wir ja die Welt sehen können, kein anderer. Ein anderer sieht sie wieder von einem anderen Standpunkte aus.
[ 14 ] The history of human development speaks loud and clear about the various ways of looking at things. There are countless examples in this regard. In recent years, for example, German culture has been repeatedly and persistently accused of having Hegel with his theory of the state—that Hegel is said to have claimed: the state is, in the final analysis, something like a god on earth. Yes, but one must bear in mind that within German intellectual life, there was not only Hegel, but also Stirner—and the two were separated by only a few years. While for Hegel the state was something like a walking god on earth, for Stirner the state was utter rubbish, something that must simply be negated. The two lived very close to one another. One cannot imagine greater extremes, both emerging from the same intellectual life. If one wishes to portray such an intellectual life, one must do so as I have done, for example, in my *Riddles of Philosophy*, where one way of thinking is presented with the same weight as the opposing viewpoint. You may first read about Hegel in my work in such a way that you might believe I hold Hegel’s position; then you might read my writings on Stirner in such a way that you could believe I take Stirner’s standpoint. But this is meant to imply nothing other than that we should train ourselves to understand the diversity of human beings, to cultivate inner tolerance! We should be interested in what is conceived in another’s soul in a way entirely different from our own thoughts; for we should feel that this other perspective complements our own. Let’s say there are ten individuals (it’s drawn here); I am one of them, and the other nine are gathered around me. Now I tell myself: I think this way about certain things, the second person thinks that way, the third this way, the fourth and fifth that way—all varying and differing from one another to a greater or lesser extent; we are all right, yet none of us is right. If we intuitively grasp the arithmetic mean of all this, if we feel, within this context, that we perceive everything with equal love—regardless of whether we say it or the others say it—and if we learn to feel ourselves within the whole, then we rush together toward the destiny that awaits the people of the future. We must strive for this rushing toward it. We must strive for it simply so that we may gain a sense of true social life. We must learn to feel at home within what is encompassed by the genius of language, to feel at home within what is encompassed by our shared legal life, by the genius of law; we must learn to feel at home within what is encompassed by the collective economic genius: only this living sense of belonging to a whole—which human beings must consciously make their own in the age of consciousness—is what drives them toward humanity’s future destiny. But we cannot make this move toward humanity’s future destiny our own except by expanding our interests further and further; in other words: by learning to detach ourselves more and more from ourselves. Yes, my dear friends, if you consult your innermost selves with complete honesty, you will ultimately find that the very least interesting thing in the whole world is what you yourselves can think and feel about yourselves within the confines of your narrowest “I.” Yet many people today think and feel a great deal about this narrowest “I.” That is why their lives are so boring, and why they are so dissatisfied with life. We will never become interesting if we just keep going around in circles on this point. On the other hand, if we look outward and always observe how the outside world shines upon us, if we continually broaden our interests, then our “I” becomes interesting in that it provides us with a vantage point from which to observe the outside world; only then does our “I” become significant, precisely because it is only from this particular vantage point of the “I” that we—and no one else—can see the world. Another person sees it from yet another vantage point.
[ 15 ] Aber wenn wir in uns selber bleiben und uns immer um uns selber drehen, so betrachten wir eigentlich nur dasjenige, was wir mit allen anderen Menschen gemeinschaftlich haben; dann verliert zuletzt jeder andere Mensch und dann verliert die ganze Welt für uns eigentlich das Interesse. Erweiterung des Interesses, das ist ja auch vor allen Dingen dasjenige, was angestrebt wird durch Geisteswissenschaft. Um aber diese Erweiterung des Interesses zu erfahren, ist es notwendig, daß wir unsere Seele so erziehen, daß sie in die Lage kommt, empfänglich zu sein für dasjenige, was von außen an sie herantritt, daß sie wirklich Neues aufnehmen kann. Geisteswissenschaft weisen die Leute nicht aus dem Grunde zurück, weil sie schwierig ist — sie ist nämlich nicht schwierig —, sondern sie weisen sie aus dem Grunde zurück, weil sie nicht in den eingefahrenen Gedankenbahnen fortrollt, weil sie von den Leuten neue Gedankenbahnen fordert. Alles das, was neue Gedankenbahnen fordert, weisen die Leute zurück. Man kann ja sehr merkwürdige Erfahrungen machen. Den Inhalt des «Aufrufes», den Sie kennen, auch verschiedenes aus der Schrift, die nunmehr in wenigen Tagen erscheinen wird über die soziale Frage, habe ich während der letzten Schreckensjahre diesen und jenen Persönlichkeiten mitgeteilt, weil es sich eigentlich darum gehandelt hätte, daß die Leute hätten lernen sollen aus den bitteren Erfahrungen der letzten Jahre heraus, von sich aus so zu handeln, wie es nötig gewesen wäre zu handeln. Wenn ich zum Beispiel dem einen oder dem anderen gegenüber die Notwendigkeit besprochen habe, daß das geistige Leben auf sich gestellt werde, daß es nicht weiter verquickt werde mit dem Staats- und Wirtschaftsleben, so haben sich die Leute das ja angehört; aber bei sehr vielen solchen Anlässen, da hat es zunächst ausgesehen, als ob sich die Leute anstrengten, einen Gedanken dabei zu entwickeln. Ist man dabei, indem man redet, dann sind die Leute höflich und machen es nicht so, wie sie es machen, wenn sie die Sache nur lesen sollten. Sie haben also einen Gedanken entwickelt, aber dann, nachdem die Höflichkeitsgeste vorbei ist, die doch keine Gedankenwahrheit hat, da schnurrt wieder der Gedankenautomat ab, und da hörte man bei solchen Gelegenheiten immer wiederum: Ach ja, verständlich ist die Trennung der Kirche von der Schule! — Das war das einzige, was die Leute gehört haben, das einzige, was als ein gewohnter Gedanke seit alten Zeiten immer wieder von dem einen so, von dem anderen anders gesagt wird — eingefahrenes Gedankengeleise! Das andere geht vorüber wie Schall und Rauch.
[ 15 ] But if we remain within ourselves and always revolve around ourselves, we are actually only considering what we have in common with all other people; eventually, every other person loses their significance for us, and ultimately the whole world loses its appeal. Expanding one’s interests—that, after all, is the primary goal of spiritual science. But in order to experience this expansion of interest, it is necessary that we train our soul so that it becomes capable of being receptive to what approaches it from the outside, so that it can truly take in something new. People reject spiritual science not because it is difficult—for it is not difficult—but because it does not follow well-worn patterns of thought; because it demands that people adopt new ways of thinking. People reject anything that demands new ways of thinking. One can indeed have very strange experiences. I have shared the content of the “Appeal”—which you are familiar with—as well as various passages from the book on the social question that is now due to be published in a few days, with various individuals during these past years of terror, because the point was actually that people should have learned from the bitter experiences of recent years to act of their own accord as they ought to have acted. For example, when I discussed with one person or another the necessity of making intellectual life self-sufficient—that it should no longer be entangled with political and economic life—people did listen; but on many such occasions, it initially seemed as though they were making an effort to develop a thought on the matter. When you’re speaking to them, people are polite and don’t act the way they would if they were merely reading about the matter. So they’ve developed a thought, but then, once the gesture of politeness is over—which, after all, has no truth to it—the “thought-automatic” kicks back in, and on such occasions you’d always hear the same thing again: “Oh yes, the separation of church and school makes sense!”—That was the only thing people had heard, the only thing that, as a familiar idea since ancient times, is repeated over and over again, expressed one way by one person and another way by another—a well-worn track of thought! Everything else passes like sound and smoke.
[ 16 ] Da berühren wir die Dinge, die in unserer Zeit anders werden müssen. Jenes Hingebungsvolle, das wir entwickeln sollen, wird auch empfänglich werden für die Offenbarungen, die sich, wie ich kürzlich hier ausführte, aus der geistigen Welt gerade in unserem Zeitalter den Menschen offenbaren wollen. Wie oft hörte man in der letzten Zeit die Worte: Einfach, einfach muß alles sein! — Und immer wiederum konnte man ja, zum Beispiel mit Bezug auf Goethe, die gescheitesten Leute zitieren hören: «Der Allumfasser, Allerhalter, umfaßt er nicht dich, mich, sich selbst?» «Name ist Schall und Rauch, Gefühl ist alles» und so weiter. Es sollte sehr tiefsinnig sein. Aber Goethe hat es geschrieben als einen Unterricht des Faust an ein sechzehnjähriges Mädchen; das hat man übersehen! Das wurde tiefe philosophische Weisheit, was, für das naive Gretchen-Gemüt gerade geeignet, hingeschrieben worden ist! Das bemerkten die Leute nicht. Aber selbstverständlich ist leichter zu begreifen, was für ein sechzehnjähriges Gretchen ist, als dasjenige, was eben nicht für ein sechzehnjähriges Gretchen, sondern für gereifte Menschen ist. Die Verirrungen in dieser Richtung sollte der Mensch der Gegenwart wohl ins Auge fassen und abkommen von vielen, vielen hergebrachten Begriffen. Immer wieder und wieder ist ja durch die Kultur der neueren Zeit auch dasjenige durchgetönt, was gewisse Keime für die Zukunft enthält. Ich habe ein Fichte-Wort vor einiger Zeit hier zitiert: «Der Mensch kann, was er soll; und wenn er sagt, ich kann nicht, so will er nicht.» Das ist ein sehr wichtiges Wort, vor allen Dingen ein Wort, das der moderne Mensch unbedingt als eine Richtlinie für sich braucht. Denn der moderne Mensch darf sich nicht aufs Faulbett legen und gewissen Bedingungen gegenüber sagen: Das kann ich nicht. — Es liegt einmal in der Natur des modernen Menschen, daß er viel mehr kann, als er sich oft einredet, und daß «Genie» für ihn immer mehr und mehr ein Ergebnis des Fleißes sein muß. Aber man muß den Glauben zu diesem Fleiß sich erringen können. Man muß gewissermaßen jeden Gedanken möglichst beseitigen, daß man das oder jenes, was man soll, nicht könne. Man soll sich immer vor Augen halten, wie unendlich nahe es liegt, zu erklären, man könne etwas nicht, weil es einem zu unbequem ist, den Versuch zu machen, es zu tun. Und je mehr der moderne Mensch sich in der Alltäglichkeit dies zur Regel macht, desto mehr wird er sich zu dieser Stimmung hinaufarbeiten für das Seelisch-Geistige, für die Empfänglichkeit des SeelischGeistigen. Diese Stimmung wird bei viel mehr Menschen, als Sie heute glauben, die innere Erfahrung hervorrufen von dem, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sagen will. Es ist zu haben, meine lieben Freunde, dasjenige, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft wenigstens für gewisse elementarische Dinge sagen will, es ist zu haben für das menschliche Gemüt. Man fasse nur den Mut, es zu haben. Dann aber, wenn man diese Stimmung entwickelt, dann wird auch das soziale Verständnis und das soziale Interesse sich entwickeln. Denn wann haben wir kein soziales Verständnis? Wir haben nur dann kein soziales Verständnis, wenn wir keine Interessen haben, die über unseren eigenen Lebenskreis hinausgehen. Das soziale Verständnis erwacht sogleich, wenn wir uns auch für dasjenige interessieren, was über unseren Lebenskreis hinausliegt, aber wahrhaftig und wirklich interessieren! Diese Dinge zu berücksichtigen, ist ganz besonders nötig im Zeitalter der Bewußtseinsseelen-Entwickelung. Es ist aus dem Grunde nötig, weil die Weltenkräfte den Menschen im Zeitalter der Bewußtseinsseelen-Entwickelung auf das Ich hinweisen, auf die Bewußtseinsseele hinweisen. Also muß er um so mehr auf der Hut sein, um über dieses Ich hinauszukommen! Weil so viel Antisoziales aus den Tiefen der Seele des Menschen heute aufsteigt, deshalb muß das Bewußtsein um so mehr Soziales entwickeln, das wir wiederum hinunterschicken in die unterbewußten Tiefen. Es liegt heute für die meisten Menschen so nahe, mit sich nichts Rechtes anfangen zu können. Das rührt aber nur davon her, weil sie nur mit sich etwas anfangen wollen. In dem Augenblick, wo man nicht bloß mit sich, sondern mit der ganzen Welt empfindend und fühlend etwas anfangen will, dann fängt man auch das Richtige mit sich an.
[ 16 ] Here we touch upon the things that must change in our time. That spirit of devotion we are to develop will also become receptive to the revelations that, as I recently explained here, the spiritual world wishes to reveal to humanity precisely in our age. How often have we heard the words lately: “Everything must be simple, simple!” — And yet, time and again, one could hear even the wisest people quoting, for example in reference to Goethe: “Does not the All-Encompassing, the All-Sustaining, encompass you, me, and Himself?” “A name is mere sound and smoke; feeling is everything,” and so on. It was meant to be very profound. But Goethe wrote it as a lesson from Faust to a sixteen-year-old girl; that was overlooked! What had been written down—something perfectly suited to Gretchen’s naive mind—became profound philosophical wisdom! People didn’t notice that. But of course it is easier to understand what is meant for a sixteen-year-old Gretchen than what is meant not for a sixteen-year-old Gretchen, but for mature adults. People today should take these misconceptions into account and move away from many, many traditional concepts. Time and again, modern culture has also resonated with ideas that contain certain seeds for the future. Some time ago, I quoted a saying by Fichte here: “A person can do what they ought to do; and when they say, ‘I cannot,’ it is because they do not want to.” This is a very important statement—above all, one that modern people absolutely need as a guiding principle. For modern people must not lie back idly and say, in the face of certain challenges, “I can’t do that.”—It is, after all, in the nature of modern people that they are capable of much more than they often convince themselves of, and that “genius” must, for them, increasingly be the result of diligence. But one must be able to cultivate the faith in this diligence. One must, so to speak, eliminate as much as possible any thought that one cannot do this or that which one ought to do. One should always keep in mind how all too easy it is to claim that one cannot do something simply because it is too inconvenient to make the effort to try. And the more modern people make this a rule in their everyday lives, the more they will work themselves up to this state of mind for the soul-spiritual, for receptivity to the soul-spiritual. This state of mind will evoke, in far more people than you realize today, the inner experience of what anthroposophically oriented spiritual science seeks to convey. What anthroposophically oriented spiritual science seeks to convey—at least regarding certain fundamental matters—is accessible, my dear friends; it is accessible to the human soul. One need only find the courage to embrace it. But once this state of mind is developed, social understanding and social interest will also develop. For when do we lack social understanding? We lack social understanding only when we have no interests that extend beyond our own sphere of life. Social understanding awakens immediately when we take an interest in what lies beyond our sphere of life—but a genuine and sincere interest! Taking these things into account is especially necessary in the age of the development of the consciousness soul. It is necessary for this reason because, in the age of the development of the soul of consciousness, the world forces direct human beings toward the “I,” toward the soul of consciousness. So human beings must be all the more vigilant in order to transcend this “I”! Because so much antisocial behavior is rising today from the depths of the human soul, consciousness must all the more develop social qualities, which we in turn send back down into the depths of the unconscious. For most people today, it is all too easy to feel that they cannot do anything right with themselves. But this stems solely from the fact that they want to do something only with themselves. The moment one wants to engage not merely with oneself, but with the whole world—empathizing and feeling—then one also begins to do the right thing with oneself.
[ 17 ] Diese Dinge liegen ja neben demjenigen, was man heute Verständnis nennen kann für die soziale Frage. Die soziale Frage ist in vieler Beziehung eine Seelenfrage. Aber nur derjenige, der in anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft drinnensteht, wird sie in richtiger Art als eine Seelenfrage zu erfühlen wissen. Das wollte ich Ihnen heute noch sagen.
[ 17 ] These things, after all, go hand in hand with what we might call today an understanding of the social question. In many respects, the social question is a question of the soul. But only those who are deeply immersed in anthroposophically oriented spiritual science will be able to truly feel it as a question of the soul. That is what I wanted to tell you today.
