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Past and Future Influences on Social Events
GA 190

5 April 1919, Dornach

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Vergangenheits- und Zukunftsimpulse im sozialen Geschehen
  1. Past and Future Influences on Social Events, tr. SOL

Siebenter Vortrag

Siebenter Vortrag

[ 1 ] Ich werde heute sehr pedantisch beginnen müssen, weil ich genötigt sein werde, aus einer Einzelheit heraus einiges Licht zu werfen auf unsere Zeit im Sinne einer allgemeinen Charakteristik dieser Zeit. Eine Eigenschaft unserer Zeit, deren Betrachtung aber außerordentlich wichtig ist für denjenigen, der im geisteswissenschaftlichen Sinne, das heißt, mit offenem Seelenauge unsere Zeit betrachten soll, möchte ich Ihnen charakterisieren. Und da möchte ich gewissermaßen empirisch von einem einzelnen Beispiel ausgehen, was sehr pedantisch erscheinen könnte, was aber eben ein Symptom ist für eine ganz, ganz allgemeine Eigenschaft unserer Zeit. Vorerst möchte ich nur andeuten, welche Eigenschaft unserer Zeit ich eigentlich meine. Es ist eine gewisse Seelenverwirrung, die herrührt aus einer sehr bedeutsam wirkenden Oberflächlichkeit unserer Zeit. Dafür also möchte ich von einem ganz konkreten Einzelbeispiel ausgehen.

[ 1 ] Ich werde heute sehr pedantisch beginnen müssen, weil ich genötigt sein werde, aus einer Einzelheit heraus einiges Licht zu werfen auf unsere Zeit im Sinne einer allgemeinen Charakteristik dieser Zeit. Eine Eigenschaft unserer Zeit, deren Betrachtung aber außerordentlich wichtig ist für denjenigen, der im geisteswissenschaftlichen Sinne, das heißt, mit offenem Seelenauge unsere Zeit betrachten soll, möchte ich Ihnen charakterisieren. Und da möchte ich gewissermaßen empirisch von einem einzelnen Beispiel ausgehen, was sehr pedantisch erscheinen könnte, was aber eben ein Symptom ist für eine ganz, ganz allgemeine Eigenschaft unserer Zeit. Vorerst möchte ich nur andeuten, welche Eigenschaft unserer Zeit ich eigentlich meine. Es ist eine gewisse Seelenverwirrung, die herrührt aus einer sehr bedeutsam wirkenden Oberflächlichkeit unserer Zeit. Dafür also möchte ich von einem ganz konkreten Einzelbeispiel ausgehen.

[ 2 ] Sie werden sich vielleicht, wenigstens einzelne von Ihnen, erinnern, daß in den vielen, unübersehbar vielen Besprechungen über die Ereignisse, die dieser Weltkriegskatastrophe vorangegangen sind, ein englisches Telegramm eine große Rolle spielt, welches in einer ganz bestimmten Weise auch nachkonstruiert worden ist. Ich werde heute nicht wieder auf die Kriegsursache eingehen, davon rede ich heute nicht, ich rede von dieser formalen Eigenschaft unserer Zeit. Mit alldem, was wir besprochen haben über die Vorgänge des Jahres 1914, hat das, was ich jetzt besprechen werde, unmittelbar nichts zu tun. Also von einem Telegramm ist viel die Rede gewesen, welches in London verfaßt und nach Petersburg geschickt worden ist, und das dort eine merkwürdige Rolle gespielt hat, trotzdem der Glaube bestanden hat, daß dieses Telegramm eigentlich im Einverständnisse des Außenministers Grey mit dem Botschafter Lichnowsky entstanden ist. So hat man sich die Entstehung des Telegramms gedacht, welches in Petersburg einen besonderen Eindruck gemacht hat und auf welches hin unmittelbar die russische Mobilisation erfolgt ist. Und das war vielfach eine Rätselfrage, wie es denn kommt, daß durch Verabredung zwischen dem deutschen Gesandten in London, Lichnowsky, mit Edward Grey ein Telegramm zustande kommt, das nach Petersburg geschickt wird, und das unmittelbar dort die Mobilisation veranlaßt.

[ 2 ] Sie werden sich vielleicht, wenigstens einzelne von Ihnen, erinnern, daß in den vielen, unübersehbar vielen Besprechungen über die Ereignisse, die dieser Weltkriegskatastrophe vorangegangen sind, ein englisches Telegramm eine große Rolle spielt, welches in einer ganz bestimmten Weise auch nachkonstruiert worden ist. Ich werde heute nicht wieder auf die Kriegsursache eingehen, davon rede ich heute nicht, ich rede von dieser formalen Eigenschaft unserer Zeit. Mit alldem, was wir besprochen haben über die Vorgänge des Jahres 1914, hat das, was ich jetzt besprechen werde, unmittelbar nichts zu tun. Also von einem Telegramm ist viel die Rede gewesen, welches in London verfaßt und nach Petersburg geschickt worden ist, und das dort eine merkwürdige Rolle gespielt hat, trotzdem der Glaube bestanden hat, daß dieses Telegramm eigentlich im Einverständnisse des Außenministers Grey mit dem Botschafter Lichnowsky entstanden ist. So hat man sich die Entstehung des Telegramms gedacht, welches in Petersburg einen besonderen Eindruck gemacht hat und auf welches hin unmittelbar die russische Mobilisation erfolgt ist. Und das war vielfach eine Rätselfrage, wie es denn kommt, daß durch Verabredung zwischen dem deutschen Gesandten in London, Lichnowsky, mit Edward Grey ein Telegramm zustande kommt, das nach Petersburg geschickt wird, und das unmittelbar dort die Mobilisation veranlaßt.

[ 3 ] Einen Beweis für die Existenz dieses Telegrammes, das merkwürdigerweise eben viel besprochen worden ist, nur sich in dem englischen «Blaubuch» nicht findet, einen merkwürdigen Beweis dafür sah man in der Formulierung des Vorschlages, den Sassonow gemacht hat, wie man sagte, unmittelbar auf dieses Telegramm hin — also eigentlich ohne Berücksichtigung eines Vorschlages, an dessen Gestaltung auch der deutsche Botschafter teilgenommen hat —, das von England ausgegangen ist. Ohne Rücksicht auf die Gestaltung dieses Telegrammes ist sofort in Rußland die Mobilisierung in Szene gesetzt worden.

[ 3 ] Einen Beweis für die Existenz dieses Telegrammes, das merkwürdigerweise eben viel besprochen worden ist, nur sich in dem englischen «Blaubuch» nicht findet, einen merkwürdigen Beweis dafür sah man in der Formulierung des Vorschlages, den Sassonow gemacht hat, wie man sagte, unmittelbar auf dieses Telegramm hin — also eigentlich ohne Berücksichtigung eines Vorschlages, an dessen Gestaltung auch der deutsche Botschafter teilgenommen hat —, das von England ausgegangen ist. Ohne Rücksicht auf die Gestaltung dieses Telegrammes ist sofort in Rußland die Mobilisierung in Szene gesetzt worden.

[ 4 ] Wie gesagt, ich spreche nicht über die Kriegsursachen, ich will nur zunächst hervorheben, daß es eine große Rätselfrage war, wie gerade auf dieses Telegramm hin Sassonow die Formulierung seines Vorschlages bezüglich Österreichs und Serbiens habe machen können, wie er mit der Mobilisierung hat einverstanden sein können und so weiter. Unter den Leuten, die viel geredet haben über dieses Telegramm, ist auch der damalige deutsche Reichstagsabgeordnete David, der jetzige deutsche sozialistische Minister David. Er hat nicht nur eine Reichstagsrede gehalten, also vor einer großen Anzahl von Menschen, die in einer so ernsten Zeit doch in eine solche Sache selbstverständlich eingeweiht sind, er hat auch einen sehr aufsehenerregenden Artikel in der «Frankfurter Zeitung» über dieses Telegramm geschrieben. Das wurde also eine sehr rätselhafte Sache. Nun will ich Ihnen die Formulierung auf die Tafel schreiben — Sie sehen, ich fange heute sehr pedantisch an —, welche der Vorschlag des russischen Außenministers Sassonow auf dieses Telegramm hin angenommen hat: «Im Auftrag seiner Regierung» — so ist die Übersetzung — «übermittelte mir der englische Botschafter den Wunsch des Londoner Kabinetts einige Abänderungen in der Formel, die ich gestern dem deutschen Botschafter vorschlug, anzubringen. Ich antwortete, daß ich den englischen Vorschlag annehme. Hiermit übermittele ich Ihnen die entsprechende abgeänderte Formel.»

[ 4 ] Wie gesagt, ich spreche nicht über die Kriegsursachen, ich will nur zunächst hervorheben, daß es eine große Rätselfrage war, wie gerade auf dieses Telegramm hin Sassonow die Formulierung seines Vorschlages bezüglich Österreichs und Serbiens habe machen können, wie er mit der Mobilisierung hat einverstanden sein können und so weiter. Unter den Leuten, die viel geredet haben über dieses Telegramm, ist auch der damalige deutsche Reichstagsabgeordnete David, der jetzige deutsche sozialistische Minister David. Er hat nicht nur eine Reichstagsrede gehalten, also vor einer großen Anzahl von Menschen, die in einer so ernsten Zeit doch in eine solche Sache selbstverständlich eingeweiht sind, er hat auch einen sehr aufsehenerregenden Artikel in der «Frankfurter Zeitung» über dieses Telegramm geschrieben. Das wurde also eine sehr rätselhafte Sache. Nun will ich Ihnen die Formulierung auf die Tafel schreiben — Sie sehen, ich fange heute sehr pedantisch an —, welche der Vorschlag des russischen Außenministers Sassonow auf dieses Telegramm hin angenommen hat: «Im Auftrag seiner Regierung» — so ist die Übersetzung — «übermittelte mir der englische Botschafter den Wunsch des Londoner Kabinetts einige Abänderungen in der Formel, die ich gestern dem deutschen Botschafter vorschlug, anzubringen. Ich antwortete, daß ich den englischen Vorschlag annehme. Hiermit übermittele ich Ihnen die entsprechende abgeänderte Formel.»

[ 5 ] Auf diese Formel des Sassonow berief sich auch, wie gesagt, der jetzige deutsche Minister David, und in dem Artikel in der «Frankfurter Zeitung», den er geschrieben hat, unterstreicht er besonders noch die Worte: «Ich antwortete, daß ich den englischen Vorschlag annehme.»

[ 5 ] Auf diese Formel des Sassonow berief sich auch, wie gesagt, der jetzige deutsche Minister David, und in dem Artikel in der «Frankfurter Zeitung», den er geschrieben hat, unterstreicht er besonders noch die Worte: «Ich antwortete, daß ich den englischen Vorschlag annehme.»

[ 6 ] Mit diesem Satze soll zum Ausdruck kommen, daß angenommen werde der englische Vorschlag, der in jenem Telegramm formuliert gewesen wäre zwischen Lichnowsky und Grey und von dem sehr viel die Rede ist. Von diesem Telegramm, auf das sich David stützt, handelt ein ganzer langer Artikel der «Frankfurter Zeitung», der sehr viel gelesen worden ist und sehr großes Aufsehen gemacht hat, und der namentlich eben Licht wirft auf dieses Telegramm, ausgehend davon, daß kurioserweise Sassonow antwortet: «Ich antwortete, daß ich den englischen Vorschlag annehme.» Nun folgt aber die Mobilisation darauf. Also mußte das Telegramm, das ist daraus zu schließen, enthalten haben einen englischen Vorschlag zur Mobilisation.

[ 6 ] Mit diesem Satze soll zum Ausdruck kommen, daß angenommen werde der englische Vorschlag, der in jenem Telegramm formuliert gewesen wäre zwischen Lichnowsky und Grey und von dem sehr viel die Rede ist. Von diesem Telegramm, auf das sich David stützt, handelt ein ganzer langer Artikel der «Frankfurter Zeitung», der sehr viel gelesen worden ist und sehr großes Aufsehen gemacht hat, und der namentlich eben Licht wirft auf dieses Telegramm, ausgehend davon, daß kurioserweise Sassonow antwortet: «Ich antwortete, daß ich den englischen Vorschlag annehme.» Nun folgt aber die Mobilisation darauf. Also mußte das Telegramm, das ist daraus zu schließen, enthalten haben einen englischen Vorschlag zur Mobilisation.

[ 7 ] Nun bemerke ich: diese Unterstreichung findet sich in der Formel nicht; aber diese Unterstreichung ist außerordentlich wichtig für das, was ich die Verwirrung unserer Zeit nenne. Denn selbstverständlich, wenn die Leute heute etwas unterstreichen, das heißt, fett gedruckt finden, dann sind sie darauf besonders aus, das aufmerksam zu verfolgen und sehen in einem solchen Unterstrichenen den Hauptinhalt der Sache. Aber es ist eben, wie gesagt, gar nicht unterstrichen in der Originalformel. Aber man lese einmal diese Formel. Man lese sie nun einmal wirklich. So, wie in ausführlichen Artikeln darüber die Rede ist, wird hier verwiesen auf einen Vorschlag, der in einem Telegramm, wie ich es Ihnen ausgeführt habe, enthalten sein soll. Aber man lese einmal diese Formel: «Im Auftrag seiner Regierung übermittelte mir der englische Botschafter den Wunsch des Londoner Kabinetts einige Abänderungen in der Formel, die ich gestern dem deutschen Botschafter vorschlug, anzubringen» Die Formel; von der hier Sassonow spricht; ist die, die Sassonow am vorhergehenden Tage selbst gemacht hat. Über diese Formel wurde von Grey eine Änderung gewünscht. Diese Änderung bringt er an und sagt: «Ich antwortete, daß ich den englischen Vorschlag annehme» —, nämlich die Formel, die er gestern gemacht hat, heute zu ändern. Also dieser Satz bezieht sich darauf, daß er die gestern gemachte Formel, die Formel, die als die gestrige dieser selben Formel zugrunde lag, ändert in diese Gestalt. Und dieser Satz bezieht sich auf diese Änderung. Der Vorschlag bezieht sich darauf, daß er seine Formel ändern soll.

[ 7 ] Nun bemerke ich: diese Unterstreichung findet sich in der Formel nicht; aber diese Unterstreichung ist außerordentlich wichtig für das, was ich die Verwirrung unserer Zeit nenne. Denn selbstverständlich, wenn die Leute heute etwas unterstreichen, das heißt, fett gedruckt finden, dann sind sie darauf besonders aus, das aufmerksam zu verfolgen und sehen in einem solchen Unterstrichenen den Hauptinhalt der Sache. Aber es ist eben, wie gesagt, gar nicht unterstrichen in der Originalformel. Aber man lese einmal diese Formel. Man lese sie nun einmal wirklich. So, wie in ausführlichen Artikeln darüber die Rede ist, wird hier verwiesen auf einen Vorschlag, der in einem Telegramm, wie ich es Ihnen ausgeführt habe, enthalten sein soll. Aber man lese einmal diese Formel: «Im Auftrag seiner Regierung übermittelte mir der englische Botschafter den Wunsch des Londoner Kabinetts einige Abänderungen in der Formel, die ich gestern dem deutschen Botschafter vorschlug, anzubringen» Die Formel; von der hier Sassonow spricht; ist die, die Sassonow am vorhergehenden Tage selbst gemacht hat. Über diese Formel wurde von Grey eine Änderung gewünscht. Diese Änderung bringt er an und sagt: «Ich antwortete, daß ich den englischen Vorschlag annehme» —, nämlich die Formel, die er gestern gemacht hat, heute zu ändern. Also dieser Satz bezieht sich darauf, daß er die gestern gemachte Formel, die Formel, die als die gestrige dieser selben Formel zugrunde lag, ändert in diese Gestalt. Und dieser Satz bezieht sich auf diese Änderung. Der Vorschlag bezieht sich darauf, daß er seine Formel ändern soll.

[ 8 ] Das heißt, jenes Telegramm ist überhaupt nicht vorhanden. Dieses Telegramm ist das reinste Gespenst und beruht nur lediglich darauf, daß diese Formel falsch gelesen worden ist, weil man nicht sich die Zeit genommen hat in der Oberflächlichkeit der Gegenwart, ordentlich zu verfolgen, was in den Sätzen drinnensteht. Denken Sie, das ist in der Gegenwart in ernstesten Angelegenheiten möglich, daß die Leute über etwas reden, das überhaupt nicht existiert, weil sie nicht mehr verstehen in ihrer Oberflächlichkeit, was sie lesen. Das ist nur ein konkretes Beispiel für den Fall, der heute unzählige Male vorkommt, daß diejenigen Menschen, die schreiben und drucken lassen, nicht lesen können, daß die Leser, Tausende und aber Tausende, nichts bemerken davon, daß die Schreibenden und Druckenlassenden nicht lesen können und über Dinge reden, die nicht vorhanden sind.

[ 8 ] Das heißt, jenes Telegramm ist überhaupt nicht vorhanden. Dieses Telegramm ist das reinste Gespenst und beruht nur lediglich darauf, daß diese Formel falsch gelesen worden ist, weil man nicht sich die Zeit genommen hat in der Oberflächlichkeit der Gegenwart, ordentlich zu verfolgen, was in den Sätzen drinnensteht. Denken Sie, das ist in der Gegenwart in ernstesten Angelegenheiten möglich, daß die Leute über etwas reden, das überhaupt nicht existiert, weil sie nicht mehr verstehen in ihrer Oberflächlichkeit, was sie lesen. Das ist nur ein konkretes Beispiel für den Fall, der heute unzählige Male vorkommt, daß diejenigen Menschen, die schreiben und drucken lassen, nicht lesen können, daß die Leser, Tausende und aber Tausende, nichts bemerken davon, daß die Schreibenden und Druckenlassenden nicht lesen können und über Dinge reden, die nicht vorhanden sind.

[ 9 ] Sehen Sie, das ist die Strafe für die Nichtanerkennung einer geistigen Welt, für die Nichtanerkennung desjenigen, was die Leute Gespenster nennen, daß sie selber Gespenster schaffen in ihrer Oberflächlichkeit. Wer heute gesunden Sinnes in die Welt blickt, der findet, wie gesagt, auf Schritt und Tritt die verheerendsten Folgen dieser furchtbaren Oberflächlichkeit, die sich ausgestaltet eben zu Gedankenverwirrung. Und das Traurigste ist eigentlich, daß wenn man diese Dinge hervorhebt, sie bespricht, die Sache auf die gegenwärtigen Menschen gar keinen besonderen Eindruck macht, weil die Oberflächlichkeit, die Gedankenlosigkeit nun schon einmal leider zu einer allgemeinen Menschheitseigenschaft geworden ist. Und es ist einfach furchtbar, wieviel in dem ganzen Leben unserer Gegenwart beruht auf den Folgen dieser Oberflächlichkeit. So muß man das Seelenleben unserer Zeit ansehen. Und man kann gerade solche Erscheinungen nicht ernst genug, nicht wichtig genug nehmen. Eigentlich müßte fast jeder in unserer Zeit, der den Versuch macht, sich durch die heute gangbaren Mittel von etwas zu unterrichten, gleichgültig ob ein anderer ihm etwas sagt — denn im Reden ist die gleiche Oberflächlichkeit heute vorhanden — oder ob er irgend etwas liest, sei es da oder dort, er müßte sich fortwährend von einem inneren kritischen Sinne leiten lassen und sich sagen: Du mußt versuchen, die Dinge zu durchschauen, welche heute herumschwirren in der Welt, und welche dadurch, daß sie durch alle möglichen Kanäle in die Menschenseelen hineinkommen und in den Menschenseelen als Impulse wirken, das Leben ungeheuer verwirren, ungeheuer durcheinanderbringen. Wie gesagt, ich bin von einem konkreten Beispiel ausgegangen, um Ihnen zu zeigen, wie leitende, führende Persönlichkeiten durch ihre Oberflächlichkeit dazu verführt werden, nicht nur von etwas zu reden, was gar nicht vorhanden ist, sondern seitenlange Auseinandersetzungen zu schreiben über etwas, was es gar nicht gibt, und wie solche Persönlichkeiten, die dazu berufen sind, in den Weltgeschicken mitzureden, vor Versammlungen solches Zeug vorbringen können, ohne daß die Hunderte von Abgeordneten, die da sind, um ihr Volk zu vertreten, etwas davon merken.

[ 9 ] Sehen Sie, das ist die Strafe für die Nichtanerkennung einer geistigen Welt, für die Nichtanerkennung desjenigen, was die Leute Gespenster nennen, daß sie selber Gespenster schaffen in ihrer Oberflächlichkeit. Wer heute gesunden Sinnes in die Welt blickt, der findet, wie gesagt, auf Schritt und Tritt die verheerendsten Folgen dieser furchtbaren Oberflächlichkeit, die sich ausgestaltet eben zu Gedankenverwirrung. Und das Traurigste ist eigentlich, daß wenn man diese Dinge hervorhebt, sie bespricht, die Sache auf die gegenwärtigen Menschen gar keinen besonderen Eindruck macht, weil die Oberflächlichkeit, die Gedankenlosigkeit nun schon einmal leider zu einer allgemeinen Menschheitseigenschaft geworden ist. Und es ist einfach furchtbar, wieviel in dem ganzen Leben unserer Gegenwart beruht auf den Folgen dieser Oberflächlichkeit. So muß man das Seelenleben unserer Zeit ansehen. Und man kann gerade solche Erscheinungen nicht ernst genug, nicht wichtig genug nehmen. Eigentlich müßte fast jeder in unserer Zeit, der den Versuch macht, sich durch die heute gangbaren Mittel von etwas zu unterrichten, gleichgültig ob ein anderer ihm etwas sagt — denn im Reden ist die gleiche Oberflächlichkeit heute vorhanden — oder ob er irgend etwas liest, sei es da oder dort, er müßte sich fortwährend von einem inneren kritischen Sinne leiten lassen und sich sagen: Du mußt versuchen, die Dinge zu durchschauen, welche heute herumschwirren in der Welt, und welche dadurch, daß sie durch alle möglichen Kanäle in die Menschenseelen hineinkommen und in den Menschenseelen als Impulse wirken, das Leben ungeheuer verwirren, ungeheuer durcheinanderbringen. Wie gesagt, ich bin von einem konkreten Beispiel ausgegangen, um Ihnen zu zeigen, wie leitende, führende Persönlichkeiten durch ihre Oberflächlichkeit dazu verführt werden, nicht nur von etwas zu reden, was gar nicht vorhanden ist, sondern seitenlange Auseinandersetzungen zu schreiben über etwas, was es gar nicht gibt, und wie solche Persönlichkeiten, die dazu berufen sind, in den Weltgeschicken mitzureden, vor Versammlungen solches Zeug vorbringen können, ohne daß die Hunderte von Abgeordneten, die da sind, um ihr Volk zu vertreten, etwas davon merken.

[ 10 ] Diese Dinge müssen schon sehr ernst genommen werden. Und zu den bittersten Dingen der Gegenwart gehört dieses, daß gerade in den letzten viereinhalb Jahren die Menschen sich noch mehr abgewöhnt haben, genau und exakt auf dasjenige hinzusehen, was in der Wirklichkeit vorhanden ist. Positivismus ist nicht unkritischer Sinn; Positivismus ist, die Dinge zu sehen, wie sie sind, und nicht Phantastereien nachleben, die reine Gespenster schaffen statt Wirklichkeit. Das, was ich sage, ist sehr aktuell, denn es geht jeden einzelnen Menschen in jeder einzelnen Lebenslage an. Und jedem einzelnen Menschen in jeder einzelnen Lebenslage kann etwas von dieser Sorte in jedem Augenblick passieren.

[ 10 ] Diese Dinge müssen schon sehr ernst genommen werden. Und zu den bittersten Dingen der Gegenwart gehört dieses, daß gerade in den letzten viereinhalb Jahren die Menschen sich noch mehr abgewöhnt haben, genau und exakt auf dasjenige hinzusehen, was in der Wirklichkeit vorhanden ist. Positivismus ist nicht unkritischer Sinn; Positivismus ist, die Dinge zu sehen, wie sie sind, und nicht Phantastereien nachleben, die reine Gespenster schaffen statt Wirklichkeit. Das, was ich sage, ist sehr aktuell, denn es geht jeden einzelnen Menschen in jeder einzelnen Lebenslage an. Und jedem einzelnen Menschen in jeder einzelnen Lebenslage kann etwas von dieser Sorte in jedem Augenblick passieren.

[ 11 ] Nun könnte ich dieses Beispiel nicht nur verhundertfachen, sondern vertausendfachen, und diese Vertausendfachung wäre eben Zeugnis dafür, daß es eine allgemeine Eigenschaft der heutigen Menschheit ist, sich durch Oberflächlichkeit in Verwirrung hineinzubringen, weil eine gewisse Abneigung vorhanden ist, auf die Wirklichkeit loszugehen. Das aber rührt doch aus tieferen Grundlagen unserer menschheitlichen Entwickelung her. Nicht allein kann man in dem gewöhnlichen Sinn, wie vielleicht auch meine Worte wiederum aufgefaßt werden, als ob man die Gegenwart nur kritisieren wollte, von diesen Dingen sprechen, sondern es ist schon wahr, daß durch außerirdische Einflüsse, durch Einflüsse von geistiger, ahrimanischer Seite diese Verwirrung, diese Verwirrungswelle über die Menschheit heraufgezogen ist. Das sieht man auf der einen Seite daran, daß die Verwirrung so vorhanden ist, wie ich sie Ihnen in einem grotesken Fall gezeigt habe, auf der anderen Seite daran, daß viele Menschen, die wissen, wie man heute die Menschen behandeln muß, diese Verwirrung benutzen, im umfassendsten Sinne mit dieser Verwirrung rechnen. Menschen, die nicht gutartiger Natur sind, die aber darauf ausgehen, geistige Kräfte zu benützen, bringen geradezu das wiederum unter die Menschen, was rechnet mit der Verwirrung, mit dem Nicht-eingehen-Wollen auf die Tatsachen.

[ 11 ] Nun könnte ich dieses Beispiel nicht nur verhundertfachen, sondern vertausendfachen, und diese Vertausendfachung wäre eben Zeugnis dafür, daß es eine allgemeine Eigenschaft der heutigen Menschheit ist, sich durch Oberflächlichkeit in Verwirrung hineinzubringen, weil eine gewisse Abneigung vorhanden ist, auf die Wirklichkeit loszugehen. Das aber rührt doch aus tieferen Grundlagen unserer menschheitlichen Entwickelung her. Nicht allein kann man in dem gewöhnlichen Sinn, wie vielleicht auch meine Worte wiederum aufgefaßt werden, als ob man die Gegenwart nur kritisieren wollte, von diesen Dingen sprechen, sondern es ist schon wahr, daß durch außerirdische Einflüsse, durch Einflüsse von geistiger, ahrimanischer Seite diese Verwirrung, diese Verwirrungswelle über die Menschheit heraufgezogen ist. Das sieht man auf der einen Seite daran, daß die Verwirrung so vorhanden ist, wie ich sie Ihnen in einem grotesken Fall gezeigt habe, auf der anderen Seite daran, daß viele Menschen, die wissen, wie man heute die Menschen behandeln muß, diese Verwirrung benutzen, im umfassendsten Sinne mit dieser Verwirrung rechnen. Menschen, die nicht gutartiger Natur sind, die aber darauf ausgehen, geistige Kräfte zu benützen, bringen geradezu das wiederum unter die Menschen, was rechnet mit der Verwirrung, mit dem Nicht-eingehen-Wollen auf die Tatsachen.

[ 12 ] Was erscheint heute nicht alles, meine lieben Freunde! Man braucht nur ein klein wenig mit den Faktoren der Verwirrung zu rechnen, dann ist es heute leicht, die Leute zu verwirren, den Leuten alles, alles mögliche vorzumachen. Ein Beispiel: Vor einiger Zeit erschien ein russisches Buch, das im ersten Teil — ich rede jetzt nicht über den übrigen Inhalt — eine Anzahl von Protokollen enthält, angebliche Protokolle von Sitzungen irgendeiner Geheimgesellschaft, die die unglaublichsten Dinge sich vortragen läßt von ihren Oberen. Diese Geheimgesellschaft ist geradezu wie eine Art Teufel, könnte man sagen, unter der Menschheit. Ungefähr das Gegenteil von alledem, was den Menschen gut und heilsam ist, würde ausgehen von dieser Geheimgesellschaft. Und diese Protokolle sollen ein Beweis dafür sein — gemäß den Reden, die da gehalten werden in jener Geheimgesellschaft —, daß eine solche Gesellschaft existiert. Diese Protokolle sollen sogar in außerordentlicher Nähe von hier gefunden worden sein, sind einverleibt einem Buch, das aber vom russischen Standpunkt geschrieben ist. Wie gesagt, über den übrigen Inhalt des’ Buches will ich nicht sprechen, aber man braucht nur ganz weniges von diesen Protokollen zu lesen und die Welt zu kennen, so weiß man, daß es sich um einen der plumpesten jesuitischen Schwindel handelt. Es sind einfach jesuitische Falsifikate, die aufgeschrieben worden sind, um eine solche Gesellschaft hinzustellen. Diese Dinge werden eben wiederum benützt, um auf die Verwirrung der Menschen zu wirken. Diese Verwirrung der Menschen ist ungeheuer gefährlich in unserer Zeit, weil sie, wie gesagt, nicht beruht bloß auf dem, was man finden kann an Impulsen innerhalb des physischen Erdenlebens, sondern weil da geistige Kräfte ahrimanischer Natur hereinspielen. Mit diesen Dingen muß man sich durchaus bekanntmachen, denn es handelt sich wirklich nicht darum, daß man anthroposophische Geisteswissenschaft treibt in dem Sinne, daß man alles weiß, was inhaltlich in anthroposophischer Geisteswissenschaft mitgeteilt wird, sondern das Wesentliche ist, wie ich es schon oftmals gesagt habe, daß man durch die Aufnahme anthroposophischer Geisteswissenschaft, die eine Art des Urteilens notwendig macht, welche nicht anwendbar ist in der gewöhnlichen physischen Welt, wirklichkeitsfreundlicher, einsichtsvoller, urteilsfähiger wird mit Bezug auf das Leben und die Welt.

[ 12 ] Was erscheint heute nicht alles, meine lieben Freunde! Man braucht nur ein klein wenig mit den Faktoren der Verwirrung zu rechnen, dann ist es heute leicht, die Leute zu verwirren, den Leuten alles, alles mögliche vorzumachen. Ein Beispiel: Vor einiger Zeit erschien ein russisches Buch, das im ersten Teil — ich rede jetzt nicht über den übrigen Inhalt — eine Anzahl von Protokollen enthält, angebliche Protokolle von Sitzungen irgendeiner Geheimgesellschaft, die die unglaublichsten Dinge sich vortragen läßt von ihren Oberen. Diese Geheimgesellschaft ist geradezu wie eine Art Teufel, könnte man sagen, unter der Menschheit. Ungefähr das Gegenteil von alledem, was den Menschen gut und heilsam ist, würde ausgehen von dieser Geheimgesellschaft. Und diese Protokolle sollen ein Beweis dafür sein — gemäß den Reden, die da gehalten werden in jener Geheimgesellschaft —, daß eine solche Gesellschaft existiert. Diese Protokolle sollen sogar in außerordentlicher Nähe von hier gefunden worden sein, sind einverleibt einem Buch, das aber vom russischen Standpunkt geschrieben ist. Wie gesagt, über den übrigen Inhalt des’ Buches will ich nicht sprechen, aber man braucht nur ganz weniges von diesen Protokollen zu lesen und die Welt zu kennen, so weiß man, daß es sich um einen der plumpesten jesuitischen Schwindel handelt. Es sind einfach jesuitische Falsifikate, die aufgeschrieben worden sind, um eine solche Gesellschaft hinzustellen. Diese Dinge werden eben wiederum benützt, um auf die Verwirrung der Menschen zu wirken. Diese Verwirrung der Menschen ist ungeheuer gefährlich in unserer Zeit, weil sie, wie gesagt, nicht beruht bloß auf dem, was man finden kann an Impulsen innerhalb des physischen Erdenlebens, sondern weil da geistige Kräfte ahrimanischer Natur hereinspielen. Mit diesen Dingen muß man sich durchaus bekanntmachen, denn es handelt sich wirklich nicht darum, daß man anthroposophische Geisteswissenschaft treibt in dem Sinne, daß man alles weiß, was inhaltlich in anthroposophischer Geisteswissenschaft mitgeteilt wird, sondern das Wesentliche ist, wie ich es schon oftmals gesagt habe, daß man durch die Aufnahme anthroposophischer Geisteswissenschaft, die eine Art des Urteilens notwendig macht, welche nicht anwendbar ist in der gewöhnlichen physischen Welt, wirklichkeitsfreundlicher, einsichtsvoller, urteilsfähiger wird mit Bezug auf das Leben und die Welt.

[ 13 ] Nun, ich sagte, eine Welle von Verwirrung geht über die Welt. Warum ist das? Erinnern Sie sich daran, daß 1413 begonnen hat unser gegenwärtiger fünfter nachatlantischer Zeitraum, der Zeitraum der Entwickelung der Bewußtseinsseele. Seit jener Zeit strebt die Menschheit dahin, die Bewußtseinsseele besonders zu entwickeln. Wenn man so spricht über diesen unseren Zeitraum, so spricht man wie drinnenstehend in der Erdenentwickelung. Denn in der physischen Erdenentwickelung prägt sich aus dasjenige, was, in Worten gefaßt, eben lautet: Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts ist die Menschheit im Zeitalter der Bewußtseinsentwickelung.

[ 13 ] Nun, ich sagte, eine Welle von Verwirrung geht über die Welt. Warum ist das? Erinnern Sie sich daran, daß 1413 begonnen hat unser gegenwärtiger fünfter nachatlantischer Zeitraum, der Zeitraum der Entwickelung der Bewußtseinsseele. Seit jener Zeit strebt die Menschheit dahin, die Bewußtseinsseele besonders zu entwickeln. Wenn man so spricht über diesen unseren Zeitraum, so spricht man wie drinnenstehend in der Erdenentwickelung. Denn in der physischen Erdenentwickelung prägt sich aus dasjenige, was, in Worten gefaßt, eben lautet: Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts ist die Menschheit im Zeitalter der Bewußtseinsentwickelung.

[ 14 ] Nun könnte man aber die Frage auch von einem anderen Gesichtspunkte aus stellen, von einem Gesichtspunkte aus, den man geisteswissenschaftlich immer wieder anschlagen muß. Man könnte die Frage auch stellen von dem Gesichtspunkte der entkörperten Seelen, der Seelen, die leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Für viele Dinge, die in anthroposophischer Geisteswissenschaft besprochen werden müssen, ist es von einer großen Bedeutung, immer auch den Gesichtspunkt klar ins Auge zu fassen, wie sich die Dinge ausnehmen vor den entkörperten Menschenseelen oder sogar vor anderen Geistern der verschiedenen geistigen Hierarchien. Dadurch kann man erst in der richtigen Weise kontrollieren, ob man dasjenige, was man irdisch entscheidet, was ja immer einseitig sein muß, in der richtigen Weise geisteswissenschaftlich zum Ausdrucke bringt. Nun, wer durch geisteswissenschaftliche Forschung diesen Zeitraum der fünften nachatlantischen Epoche überblickt, der findet, daß von einem ganz bestimmten Zeitpunkte an, ebenso wie sich ändert das Leben der Lebenden, die immer mehr auf den Boden des Bewußtseins, die Spitze der Persönlichkeit sich stellen, sich auch ändert das Leben der Toten. Und da können wir zunächst nur darauf Rücksicht nehmen, inwiefern sich dieses Leben der Toten ändert im Verkehr mit den auf der Erde lebenden Menschen. Es ist ja das Verhältnis der Lebenden zu den Toten so außerordentlich schwer ins menschliche Bewußtsein hereinzubringen, weil — wie ich Ihnen ja oftmals von den verschiedensten Gesichtspunkten her angedeutet habe — dasjenige, was man da erlebt, doch außerordentlich verschieden ist von demjenigen, was hier innerhalb des physischen Erdenumkreises erlebbar ist. Innerhalb des physischen Erdenumkreises aber bildet sich der Mensch gewöhnlich seine Vorstellungen; aber wir leben eben einmal in einer Zeit, in der diese Vorstellungen, die innerhalb des physischen Erdenumkreises gebildet werden, korrigiert werden müssen an den Erlebnissen mit den entkörperten Seelen. Anfangs ist es einem nur außerordentlich schwer verständlich, was da eigentlich vorgeht. Man erlebt da außerordentlich lebendig, wie das wirkt, was ich in den letzten Vorträgen hier angedeutet habe: das Verhältnis der Toten zur menschlichen Sprache. Ich habe Ihnen gesagt: Hauptwörter werden von den Toten kaum verstanden. Ich habe Ihnen charakterisiert, wie die anderen Wörter der Sprache von den Toten verstanden werden. Aber auch darinnen gibt es wiederum Unterschiede, und man möchte sagen: Deutlich vernehmbar ist das, daß eigentlich die menschliche Sprache, wie sie hier auf der Erde gesprochen wird — trotzdem das ganz richtig ist, was ich neulich ausgeführt habe —, daß die menschliche Sprache, wie sie auf Erden hier gesprochen wird, immer unverständlicher und unverständlicher dem Toten wird. Gewiß, sie verstehen noch Zeitwörter, Verben, sie verstehen auch Beziehungswörter, sie verstehen alles dasjenige, wobei wir selbst genötigt sind, bildliche Vorstellungen zu entwickeln. Aber eben für das, was in die Sprache eigentlich gefaßt werden kann, für das geht dem Toten immer mehr das Verständnis, das Auffassungsvermögen mit der fortlaufenden Zeit verloren, und das wird in der Zukunft immer anders, immer mehr und mehr anders werden.

[ 14 ] Nun könnte man aber die Frage auch von einem anderen Gesichtspunkte aus stellen, von einem Gesichtspunkte aus, den man geisteswissenschaftlich immer wieder anschlagen muß. Man könnte die Frage auch stellen von dem Gesichtspunkte der entkörperten Seelen, der Seelen, die leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Für viele Dinge, die in anthroposophischer Geisteswissenschaft besprochen werden müssen, ist es von einer großen Bedeutung, immer auch den Gesichtspunkt klar ins Auge zu fassen, wie sich die Dinge ausnehmen vor den entkörperten Menschenseelen oder sogar vor anderen Geistern der verschiedenen geistigen Hierarchien. Dadurch kann man erst in der richtigen Weise kontrollieren, ob man dasjenige, was man irdisch entscheidet, was ja immer einseitig sein muß, in der richtigen Weise geisteswissenschaftlich zum Ausdrucke bringt. Nun, wer durch geisteswissenschaftliche Forschung diesen Zeitraum der fünften nachatlantischen Epoche überblickt, der findet, daß von einem ganz bestimmten Zeitpunkte an, ebenso wie sich ändert das Leben der Lebenden, die immer mehr auf den Boden des Bewußtseins, die Spitze der Persönlichkeit sich stellen, sich auch ändert das Leben der Toten. Und da können wir zunächst nur darauf Rücksicht nehmen, inwiefern sich dieses Leben der Toten ändert im Verkehr mit den auf der Erde lebenden Menschen. Es ist ja das Verhältnis der Lebenden zu den Toten so außerordentlich schwer ins menschliche Bewußtsein hereinzubringen, weil — wie ich Ihnen ja oftmals von den verschiedensten Gesichtspunkten her angedeutet habe — dasjenige, was man da erlebt, doch außerordentlich verschieden ist von demjenigen, was hier innerhalb des physischen Erdenumkreises erlebbar ist. Innerhalb des physischen Erdenumkreises aber bildet sich der Mensch gewöhnlich seine Vorstellungen; aber wir leben eben einmal in einer Zeit, in der diese Vorstellungen, die innerhalb des physischen Erdenumkreises gebildet werden, korrigiert werden müssen an den Erlebnissen mit den entkörperten Seelen. Anfangs ist es einem nur außerordentlich schwer verständlich, was da eigentlich vorgeht. Man erlebt da außerordentlich lebendig, wie das wirkt, was ich in den letzten Vorträgen hier angedeutet habe: das Verhältnis der Toten zur menschlichen Sprache. Ich habe Ihnen gesagt: Hauptwörter werden von den Toten kaum verstanden. Ich habe Ihnen charakterisiert, wie die anderen Wörter der Sprache von den Toten verstanden werden. Aber auch darinnen gibt es wiederum Unterschiede, und man möchte sagen: Deutlich vernehmbar ist das, daß eigentlich die menschliche Sprache, wie sie hier auf der Erde gesprochen wird — trotzdem das ganz richtig ist, was ich neulich ausgeführt habe —, daß die menschliche Sprache, wie sie auf Erden hier gesprochen wird, immer unverständlicher und unverständlicher dem Toten wird. Gewiß, sie verstehen noch Zeitwörter, Verben, sie verstehen auch Beziehungswörter, sie verstehen alles dasjenige, wobei wir selbst genötigt sind, bildliche Vorstellungen zu entwickeln. Aber eben für das, was in die Sprache eigentlich gefaßt werden kann, für das geht dem Toten immer mehr das Verständnis, das Auffassungsvermögen mit der fortlaufenden Zeit verloren, und das wird in der Zukunft immer anders, immer mehr und mehr anders werden.

[ 15 ] Vor allen Dingen tritt eine Sache, allerdings nur für gewisse Menschen, mit ganz besonderer Deutlichkeit hervor, das ist, daß die Toten dasjenige, was auf der Erde hier als Naturwissenschaft getrieben wird, gar nicht verstehen. Wenn man dem Toten von allem möglichen anderen redet, dann findet man Verständnis. Wenn man aber einkleidet dasjenige, was zur Verständigung mit dem Toten dienen soll, in naturwissenschaftliche Vorstellungsart, dann empfindet das der Tote geradezu als einen Schmerz. Das ist außerordentlich wichtig, und das bezeugt, was auch aus anderen geistigen Untergründen herausgeholt werden kann, daß alles, was hier aufgebracht werden kann mit Bezug auf das Naturwissen, daß alles das eigentlich nur hervorgebracht wird durch den menschlichen physischen Organismus. Und sobald der Mensch diesen menschlichen physischen Organismus verläßt, so gilt für ihn dasjenige, was er im physischen Organismus über die Natur als Naturwissenschaft entwickelt, nicht mehr. Das hat keine Bedeutung für ihn. Er nimmt es nicht mehr auf, es ist nicht mehr da.

[ 15 ] Vor allen Dingen tritt eine Sache, allerdings nur für gewisse Menschen, mit ganz besonderer Deutlichkeit hervor, das ist, daß die Toten dasjenige, was auf der Erde hier als Naturwissenschaft getrieben wird, gar nicht verstehen. Wenn man dem Toten von allem möglichen anderen redet, dann findet man Verständnis. Wenn man aber einkleidet dasjenige, was zur Verständigung mit dem Toten dienen soll, in naturwissenschaftliche Vorstellungsart, dann empfindet das der Tote geradezu als einen Schmerz. Das ist außerordentlich wichtig, und das bezeugt, was auch aus anderen geistigen Untergründen herausgeholt werden kann, daß alles, was hier aufgebracht werden kann mit Bezug auf das Naturwissen, daß alles das eigentlich nur hervorgebracht wird durch den menschlichen physischen Organismus. Und sobald der Mensch diesen menschlichen physischen Organismus verläßt, so gilt für ihn dasjenige, was er im physischen Organismus über die Natur als Naturwissenschaft entwickelt, nicht mehr. Das hat keine Bedeutung für ihn. Er nimmt es nicht mehr auf, es ist nicht mehr da.

[ 16 ] Über diese Dinge kann man sich sehr deutliche Vorstellungen aneignen. Nehmen Sie ein rein naturwissenschaftlich geschriebenes Buch von einem richtigen Naturwissenschafter, sagen wir über Botanik. Nehmen Sie ein Kapitel und versuchen Sie, dasjenige, was rein im Sinne der heutigen Naturwissenschaft geschrieben ist, an den Toten heranzubringen; es macht ihm Schmerz. Er weiß gar nicht, woher der Schmerz kommt. Es ist ihm absolut nicht konform, er kann es nicht aufnehmen. In dem Augenblick, wo Sie sich erinnern, wie Sie einmal einen Löwenzahn, von dem vielleicht der Naturforscher redet, gesehen haben, und sie stellen sich lebhaft die gelbe Farbe des Löwenzahns vor und die eigentümlich zackig getriebenen Blätter, in dem ‚Augenblicke, wo Sie dasjenige, was Ihr Auge sieht, wirklich innerlich empfinden — Sie müssen es allerdings empfinden, das Augenbild ist für den Toten gar nicht da —, aber dann, wenn Sie es empfinden, da fängt der Tote an, Verständnis zu fassen.

[ 16 ] Über diese Dinge kann man sich sehr deutliche Vorstellungen aneignen. Nehmen Sie ein rein naturwissenschaftlich geschriebenes Buch von einem richtigen Naturwissenschafter, sagen wir über Botanik. Nehmen Sie ein Kapitel und versuchen Sie, dasjenige, was rein im Sinne der heutigen Naturwissenschaft geschrieben ist, an den Toten heranzubringen; es macht ihm Schmerz. Er weiß gar nicht, woher der Schmerz kommt. Es ist ihm absolut nicht konform, er kann es nicht aufnehmen. In dem Augenblick, wo Sie sich erinnern, wie Sie einmal einen Löwenzahn, von dem vielleicht der Naturforscher redet, gesehen haben, und sie stellen sich lebhaft die gelbe Farbe des Löwenzahns vor und die eigentümlich zackig getriebenen Blätter, in dem ‚Augenblicke, wo Sie dasjenige, was Ihr Auge sieht, wirklich innerlich empfinden — Sie müssen es allerdings empfinden, das Augenbild ist für den Toten gar nicht da —, aber dann, wenn Sie es empfinden, da fängt der Tote an, Verständnis zu fassen.

[ 17 ] Das, sehen Sie, ist sehr merkwürdig. Die Freude über eine grüne Wiese, die kann der Tote miterleben mit dem irdischen Menschen. Die naturwissenschaftlichen Vorstellungen über die grüne Wiese, die kann er nicht miterleben. Die Naturwissenschafter der Gegenwart sprechen davon, daß man eigentlich über das Lebendige keine Vorstellung bilden könne. Da müsse erst in der Zukunft einmal durch irgendeine besonders vollendete Naturwissenschaft aus allen möglichen Atomkombinationen heraus gefunden werden, wie das Lebendige sich zusammensetzt. Aber man dürfe aus den heutigen Untergründen heraus keine Vorstellung über das Lebendige fassen. Wenn Sie aber die Vorstellung über das Lebendige so fassen, wie zum Beispiel Goethe das tut in der Metamorphosenlehre, und diese Vorstellung in sich lebendig machen, dann wiederum versteht sie auch der Tote. Das sind wiederum Vorstellungen, die der Tote versteht.

[ 17 ] Das, sehen Sie, ist sehr merkwürdig. Die Freude über eine grüne Wiese, die kann der Tote miterleben mit dem irdischen Menschen. Die naturwissenschaftlichen Vorstellungen über die grüne Wiese, die kann er nicht miterleben. Die Naturwissenschafter der Gegenwart sprechen davon, daß man eigentlich über das Lebendige keine Vorstellung bilden könne. Da müsse erst in der Zukunft einmal durch irgendeine besonders vollendete Naturwissenschaft aus allen möglichen Atomkombinationen heraus gefunden werden, wie das Lebendige sich zusammensetzt. Aber man dürfe aus den heutigen Untergründen heraus keine Vorstellung über das Lebendige fassen. Wenn Sie aber die Vorstellung über das Lebendige so fassen, wie zum Beispiel Goethe das tut in der Metamorphosenlehre, und diese Vorstellung in sich lebendig machen, dann wiederum versteht sie auch der Tote. Das sind wiederum Vorstellungen, die der Tote versteht.

[ 18 ] Nun liegt alldem, was ich jetzt hier auseinandersetze, eine ganz bestimmte spirituell historische Tatsache zugrunde. Sehen Sie, ungefähr von dem Jahre 1721 an beginnt das eigentlich erst so recht hervorzutreten, was ich jetzt gesagt habe. Wenn Sie zurückgehen in die Zeit vor dem Jahre 1720 und vertiefen sich verständig in Schriften über die Natur, die damals geschrieben worden sind — die meisten Menschen bemerken solche Dinge nicht, aber es ist doch so —, so werden Sie sehen, da wird viel lebendiger über die Natur gesprochen. Diese Art, wie man heute — jetzt darf ich sagen — dem Toten unverständlich von der Natur spricht, die beginnt eigentlich erst in diesem Beginne des 18. Jahrhunderts. Da kommt erst diese Welle über die Menschheit hereingebrochen. Vorher haben die Menschen immer das Bedürfnis, in viel lebendigerer Weise über die Natur zu schreiben, so daß es die Toten noch verstehen können, daß ein gewisses Miterleben der Toten mit den Lebenden stattfindet. Die wissenschaftlichen Vorstellungen werden seit dieser Zeit, seit dem Übergange zum 18. Jahrhundert, so, daß sie nur Vorstellungen für die Erdenmenschen sind, solange diese Erdenmenschen im physischen Leib sind, daß sie kein Band mehr bilden hinauf in die geistige Welt.

[ 18 ] Nun liegt alldem, was ich jetzt hier auseinandersetze, eine ganz bestimmte spirituell historische Tatsache zugrunde. Sehen Sie, ungefähr von dem Jahre 1721 an beginnt das eigentlich erst so recht hervorzutreten, was ich jetzt gesagt habe. Wenn Sie zurückgehen in die Zeit vor dem Jahre 1720 und vertiefen sich verständig in Schriften über die Natur, die damals geschrieben worden sind — die meisten Menschen bemerken solche Dinge nicht, aber es ist doch so —, so werden Sie sehen, da wird viel lebendiger über die Natur gesprochen. Diese Art, wie man heute — jetzt darf ich sagen — dem Toten unverständlich von der Natur spricht, die beginnt eigentlich erst in diesem Beginne des 18. Jahrhunderts. Da kommt erst diese Welle über die Menschheit hereingebrochen. Vorher haben die Menschen immer das Bedürfnis, in viel lebendigerer Weise über die Natur zu schreiben, so daß es die Toten noch verstehen können, daß ein gewisses Miterleben der Toten mit den Lebenden stattfindet. Die wissenschaftlichen Vorstellungen werden seit dieser Zeit, seit dem Übergange zum 18. Jahrhundert, so, daß sie nur Vorstellungen für die Erdenmenschen sind, solange diese Erdenmenschen im physischen Leib sind, daß sie kein Band mehr bilden hinauf in die geistige Welt.

[ 19 ] Das ist eine außerordentlich wichtige, spirituell-entwickelungsgeschichtliche Tatsache. Denn Sie können sich ja leicht vorstellen jetzt, wie wir hineingehen in einen Prozeß, wo gewissermaßen die Entkörperten durch die Wissenschaft, die der Mensch einzig und allein noch gelten lassen will, gerade von dem, was der Mensch als das wissenschaftlich Wertvollste findet, von der Erde abgeschnürt werden. Stellen Sie sich einmal mit großer Lebendigkeit vor, was ich eben gesagt habe. Es nützt ja nichts, wenn man sich über diese Dinge die Augen verschließt, ich meine, die geistigen Augen. Stellen Sie sich vor, daß an den Universitäten über die ganze Erde hin alles ausgemerzt wird nach und nach, was nicht gelten kann vor der sogenannten exakten Naturwissenschaft. Also die Universitäten, das sind solche Inseln auf der Erde (es wird gezeichnet), wo am ausgiebigsten ausgemerzt wird alles, was nicht exakte Wissenschaft ist. Damit aber sind diese Universitäten diejenigen Stätten, vor denen der Geist, das heißt alles dasjenige, was an Wesenheit im Geistigen existiert, flieht. Und sie sind jene Inseln in der Menschheitskultur, wo am meisten den Anfang nimmt die Ungeistigkeit, das unspirituelle Leben.

[ 19 ] Das ist eine außerordentlich wichtige, spirituell-entwickelungsgeschichtliche Tatsache. Denn Sie können sich ja leicht vorstellen jetzt, wie wir hineingehen in einen Prozeß, wo gewissermaßen die Entkörperten durch die Wissenschaft, die der Mensch einzig und allein noch gelten lassen will, gerade von dem, was der Mensch als das wissenschaftlich Wertvollste findet, von der Erde abgeschnürt werden. Stellen Sie sich einmal mit großer Lebendigkeit vor, was ich eben gesagt habe. Es nützt ja nichts, wenn man sich über diese Dinge die Augen verschließt, ich meine, die geistigen Augen. Stellen Sie sich vor, daß an den Universitäten über die ganze Erde hin alles ausgemerzt wird nach und nach, was nicht gelten kann vor der sogenannten exakten Naturwissenschaft. Also die Universitäten, das sind solche Inseln auf der Erde (es wird gezeichnet), wo am ausgiebigsten ausgemerzt wird alles, was nicht exakte Wissenschaft ist. Damit aber sind diese Universitäten diejenigen Stätten, vor denen der Geist, das heißt alles dasjenige, was an Wesenheit im Geistigen existiert, flieht. Und sie sind jene Inseln in der Menschheitskultur, wo am meisten den Anfang nimmt die Ungeistigkeit, das unspirituelle Leben.

[ 20 ] Die Universitäten sind ja, von den anderen Gesichtspunkten aus angesehen, unsere geistigen Zentren. Aber denken Sie, wie wir Erdenmenschen eigentlich reden. Wir nennen seit dem 18. Jahrhundert dasjenige unsere geistigen Zentren, wo der Geist Abschied nimmt, wo der Geist am allerwenigsten ist! Heute ist nicht mehr die Zeit, sich vor diesen Dingen zu verschließen, diese Dinge nicht, ich möchte sagen, kaltsinnig der wahren Wirklichkeit gemäß anzuschauen. Denn man verschließt sich vor dem, dessen Verständnis notwendig ist, wenn man in die wahre Wirklichkeit der Zeit hineinsehen will, wenn man über solche Dinge hinwegsieht.

[ 20 ] Die Universitäten sind ja, von den anderen Gesichtspunkten aus angesehen, unsere geistigen Zentren. Aber denken Sie, wie wir Erdenmenschen eigentlich reden. Wir nennen seit dem 18. Jahrhundert dasjenige unsere geistigen Zentren, wo der Geist Abschied nimmt, wo der Geist am allerwenigsten ist! Heute ist nicht mehr die Zeit, sich vor diesen Dingen zu verschließen, diese Dinge nicht, ich möchte sagen, kaltsinnig der wahren Wirklichkeit gemäß anzuschauen. Denn man verschließt sich vor dem, dessen Verständnis notwendig ist, wenn man in die wahre Wirklichkeit der Zeit hineinsehen will, wenn man über solche Dinge hinwegsieht.

[ 21 ] Diese Entwickelung, die im 18. Jahrhundert eingesetzt hat, ist auf ihren Höhepunkt gelangt in unserer Zeit. Und in unserer Zeit ist die Rückkehr notwendig. In unserer Zeit ist notwendig die Rückkehr zu der anderen, geistigen Welle, die ich Ihnen vor einiger Zeit hier charakterisiert habe, durch die sich ein spirituelles Leben wirklich der Menschheit auch mitteilt.

[ 21 ] Diese Entwickelung, die im 18. Jahrhundert eingesetzt hat, ist auf ihren Höhepunkt gelangt in unserer Zeit. Und in unserer Zeit ist die Rückkehr notwendig. In unserer Zeit ist notwendig die Rückkehr zu der anderen, geistigen Welle, die ich Ihnen vor einiger Zeit hier charakterisiert habe, durch die sich ein spirituelles Leben wirklich der Menschheit auch mitteilt.

[ 22 ] Nun gibt es eine Sorte von Geistern, die einen besonderen Hang haben, sich gewissermaßen zu ersättigen an dem, was ungeistig wird auf diese Art auf unserer Erde. Das sind die ahrimanischen Geister. Die gewöhnlichen entkörperten Menschenseelen in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt fühlen wenigstens, ich möchte

[ 22 ] Nun gibt es eine Sorte von Geistern, die einen besonderen Hang haben, sich gewissermaßen zu ersättigen an dem, was ungeistig wird auf diese Art auf unserer Erde. Das sind die ahrimanischen Geister. Die gewöhnlichen entkörperten Menschenseelen in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt fühlen wenigstens, ich möchte

[ 23 ] sagen, negativ, indem: sie wie einen Schmerz empfinden dieser Naturwissen, sie fühlen etwas von diesem Naturwissen, haben also eine Art negativer Erfahrung davon. Die luziferischen Geister haben eine furchtbare Wut auf dieses Naturwissen, sie hassen es, und nur die ahrimanischen Geister haben eine gewisse Neigung dafür, suchen gerade dadurch zu ihrem Ziele zu kommen, daß sie sich einlassen auf dieses Naturwissen, so daß dieses Naturwissen ein Anziehungsband bildet für die ahrimanischen Geister.

[ 23 ] sagen, negativ, indem: sie wie einen Schmerz empfinden dieser Naturwissen, sie fühlen etwas von diesem Naturwissen, haben also eine Art negativer Erfahrung davon. Die luziferischen Geister haben eine furchtbare Wut auf dieses Naturwissen, sie hassen es, und nur die ahrimanischen Geister haben eine gewisse Neigung dafür, suchen gerade dadurch zu ihrem Ziele zu kommen, daß sie sich einlassen auf dieses Naturwissen, so daß dieses Naturwissen ein Anziehungsband bildet für die ahrimanischen Geister.

[ 24 ] Nun ist Ahriman eben gerade der Geist der Täuschung, des Truges, und ich habe Ihnen, indem ich Ihnen dies auseinandersetze, zu gleicher Zeit damit gezeigt, daß seit jenem Beginne des 18. Jahrhunderts die ahrimanischen Einflüsse immer größer und größer geworden sind. Damit aber ist die Welle der Verwirrung heraufgezogen über die Menschheit. Davon kommt sie. Diese Welle der Verwirrung, die ist dasjenige, was die Menschen wie ein Strudel erfaßt hat, und was sich äußert in der grandiosen Oberflächlichkeit, von der ich Ihnen im Eingange der heutigen Besprechungen gesprochen habe.

[ 24 ] Nun ist Ahriman eben gerade der Geist der Täuschung, des Truges, und ich habe Ihnen, indem ich Ihnen dies auseinandersetze, zu gleicher Zeit damit gezeigt, daß seit jenem Beginne des 18. Jahrhunderts die ahrimanischen Einflüsse immer größer und größer geworden sind. Damit aber ist die Welle der Verwirrung heraufgezogen über die Menschheit. Davon kommt sie. Diese Welle der Verwirrung, die ist dasjenige, was die Menschen wie ein Strudel erfaßt hat, und was sich äußert in der grandiosen Oberflächlichkeit, von der ich Ihnen im Eingange der heutigen Besprechungen gesprochen habe.

[ 25 ] Solche Dinge müssen wir wissen, weil wir gerade durch diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft in die Lage kommen müssen, uns vor diesen Dingen zu behüten, uns vor ihnen zu bewahren. Eine Art der Bewahrung ist eben jenes Kritische, von dem ich Ihnen gesprochen habe, dieses Achtgeben auf dasjenige, was aus jeder Ecke an uns herankommen kann heute, um uns zu verwirren, wie bei dem Beispiel, das ich eben hier angeführt habe, das kaum bemerkt worden ist, von wenigen nur bemerkt worden ist. Aber auf der anderen Seite begründet das, was ich gesagt habe, noch etwas anderes. Nicht wahr, etwas, was eine allgemeine Welterscheinung ist, dem kann man sich ja nicht entziehen, das ist doch einmal da. Es ist eben heute diese Welle der Wirrnis da. Das Seelenauge davor zu verschließen, das hilft uns gar nichts. Es hilft uns nur, aufmerksam darauf zu machen, daß diese Welle der Wirrnis da ist. Und wir werden aufmerksam, wenn wir vor allen Dingen bei dem, was sich bezieht auf die geistige Welt, immer uns sagen: Die Wirrnis ist da, sie will uns abhalten von der richtigen Erkenntnis der geistigen Welt. Wenn wir immer, ich möchte sagen, eine Art Argwohn haben, wo irgend etwas aus der geistigen Welt uns gesagt wird, daß es auch ein Irrtum sein könnte, wenn wir uns angewöhnen, vorsichtig genug zu sein, dann verfallen wir schon ganz gewiß der in der Gegenwart herrschenden Welle der Wirrnis nicht. Wir müssen den Mut aufbringen, durch diese Wirrnis durchzugehen und uns über sie zu erheben, indem wir uns recht, recht viel befassen mit wirklichem, gesundem Menschenverstand. Dieser gesunde Menschenverstand, der wird uns dann allein zu eigen werden, wenn wir uns vor allen Dingen nicht verwirren lassen durch etwas, was in der Gegenwart eben so gar häufig ist. In der Gegenwart wollen die Menschen eigentlich nur das gelten lassen, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, was ihnen schon geläufig ist.

[ 25 ] Solche Dinge müssen wir wissen, weil wir gerade durch diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft in die Lage kommen müssen, uns vor diesen Dingen zu behüten, uns vor ihnen zu bewahren. Eine Art der Bewahrung ist eben jenes Kritische, von dem ich Ihnen gesprochen habe, dieses Achtgeben auf dasjenige, was aus jeder Ecke an uns herankommen kann heute, um uns zu verwirren, wie bei dem Beispiel, das ich eben hier angeführt habe, das kaum bemerkt worden ist, von wenigen nur bemerkt worden ist. Aber auf der anderen Seite begründet das, was ich gesagt habe, noch etwas anderes. Nicht wahr, etwas, was eine allgemeine Welterscheinung ist, dem kann man sich ja nicht entziehen, das ist doch einmal da. Es ist eben heute diese Welle der Wirrnis da. Das Seelenauge davor zu verschließen, das hilft uns gar nichts. Es hilft uns nur, aufmerksam darauf zu machen, daß diese Welle der Wirrnis da ist. Und wir werden aufmerksam, wenn wir vor allen Dingen bei dem, was sich bezieht auf die geistige Welt, immer uns sagen: Die Wirrnis ist da, sie will uns abhalten von der richtigen Erkenntnis der geistigen Welt. Wenn wir immer, ich möchte sagen, eine Art Argwohn haben, wo irgend etwas aus der geistigen Welt uns gesagt wird, daß es auch ein Irrtum sein könnte, wenn wir uns angewöhnen, vorsichtig genug zu sein, dann verfallen wir schon ganz gewiß der in der Gegenwart herrschenden Welle der Wirrnis nicht. Wir müssen den Mut aufbringen, durch diese Wirrnis durchzugehen und uns über sie zu erheben, indem wir uns recht, recht viel befassen mit wirklichem, gesundem Menschenverstand. Dieser gesunde Menschenverstand, der wird uns dann allein zu eigen werden, wenn wir uns vor allen Dingen nicht verwirren lassen durch etwas, was in der Gegenwart eben so gar häufig ist. In der Gegenwart wollen die Menschen eigentlich nur das gelten lassen, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, was ihnen schon geläufig ist.

[ 26 ] Es ist eine ganz allgemeine Erscheinung, daß die Menschen kaum von irgend etwas neu überzeugt werden können, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben. Tritt ihnen irgend etwas entgegen, dann fragen sie sich nur: Haben sie das schon gedacht? — dann sind sie damit einverstanden; oder aber sie haben es eben noch nicht gedacht, dann ist es für sie falsch oder abstrakt oder irgend etwas. Kurz, es gibt irgendeinen Grund, weswegen sie sich mit der Sache nicht einlassen. Demgegenüber hat eigentlich der Mensch der Gegenwart die ernste Aufgabe, immerzu sich von neuen Dingen, ich will nicht sagen, überzeugen zu lassen, aber sich wenigstens von neuen Dingen vorurteilslos, unbefangen berühren zu lassen, neue Dinge, die in die Welt hereintreten, mitzumachen. Es könnte scheinen, als ob es eine triviale Bemerkung wäre, die ich damit mache. Sie ist keine triviale Bemerkung, weil in der Gegenwart gegen das, was ich meine, so außerordentlich viel gesündigt wird. Und schnell würde manches besser werden, wenn im Verkehre der Menschen heute mehr überzeugende Kraft sich entwickeln könnte, wenn nicht die Menschen gegeneinander im Verkehre so abweisend wären, nicht so starrköpfig auf ihren eigenen, in einem bestimmten Lebensalter in sich aufgenommenen Meinungen bestünden. Wovon rührt denn das eigentlich her, meine lieben Freunde? In demselben Zeitpunkt, in dem das, was ich Ihnen angedeutet habe mit Bezug auf die naturwissenschaftlich orientierte Vorstellung, auftritt, in demselben Zeitpunkt beginnt ein ganz gewisser Entwickelungsprozeß mit der Menschheit, der in folgendem besteht: Im großen und ganzen ist der Mensch ein physischer Leib, der in einen Ätherleib eingebettet ist; das andere brauchen wir heute nicht zu berücksichtigen. Aber die Innigkeit der Verbindung — ich meine jetzt nicht das räumliche Sich-Decken, aber das Dynamische in der Verbindung —, das ändert sich im Laufe der Erdenentwickelung, und die innigen Beziehungen zwischen dem Ätherkopfe und dem menschlichen physischen Kopf, die bestanden haben zum Beispiel in den Jahrhunderten, von denen man hauptsächlich spricht, wenn man von griechischer Kultur spricht, diese Beziehungen bestehen schon seit dem 3. vorchristlichen Jahrhundert nicht mehr. Seit dem 3. vorchristlichen Jahrhundert ist schon der alte Innigkeitszusammenhang zwischen dem Ätherkopf des Menschen und dem physischen Kopf verlorengegangen. Aber es ist doch immer aufrechterhalten geblieben ein recht inniger Zusammenhang zwischen dem menschlichen physischen Herzen und dem menschlichen Ätherherzen. Aber seit dem Jahre 1721 lockert sich merkwürdigerweise immer mehr und mehr der Zusammenhang zwischen dem menschlichen physischen Herzen und dem Ätherherzen. Wenn ich so sagen darf: Wenn das physische Herz da ist und das Ätherherz da (siehe Zeichnung) so war das früher mehr ein Ganzes, jetzt kann das Ätherherz geschüttelt werden ätherisch, es ist nicht mehr innerlich so dynamisch verbunden wie früher. Später werden noch andere Organe des Menschen sich vom Ätherischen lösen. Das aber, daß das Herz nach und nach sich löst von seinem Ätherteil, und bis in das 3. Jahrtausend hinein, bis man 2100 ungefähr schreiben wird, sich ganz gelöst haben wird, das macht auch in bezug auf die menschliche Entwickelung etwas sehr Bedeutsames aus. Was es ausmacht, das kann man in der folgenden Weise charakterisieren. Man muß sagen: Das macht das aus, daß die Menschen nötig haben, etwas, was ihnen früher von selbst kam durch den natürlichen Zusammenhang zwischen physischem Herzen und Ätherherzen, auf einem anderen Wege zu suchen, auf dem Wege des spirituellen Lebens. Dieses vom physischen Herzen losgetrennte Ätherherz, das wird seine richtige Beziehung zur geistigen Welt nur gewinnen, wenn der Mensch sucht spirituelles Wissen, wenn der Mensch sucht anthroposophisch orientierte geistige Gedanken. Das muß immer mehr und mehr gesucht werden.

[ 26 ] Es ist eine ganz allgemeine Erscheinung, daß die Menschen kaum von irgend etwas neu überzeugt werden können, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben. Tritt ihnen irgend etwas entgegen, dann fragen sie sich nur: Haben sie das schon gedacht? — dann sind sie damit einverstanden; oder aber sie haben es eben noch nicht gedacht, dann ist es für sie falsch oder abstrakt oder irgend etwas. Kurz, es gibt irgendeinen Grund, weswegen sie sich mit der Sache nicht einlassen. Demgegenüber hat eigentlich der Mensch der Gegenwart die ernste Aufgabe, immerzu sich von neuen Dingen, ich will nicht sagen, überzeugen zu lassen, aber sich wenigstens von neuen Dingen vorurteilslos, unbefangen berühren zu lassen, neue Dinge, die in die Welt hereintreten, mitzumachen. Es könnte scheinen, als ob es eine triviale Bemerkung wäre, die ich damit mache. Sie ist keine triviale Bemerkung, weil in der Gegenwart gegen das, was ich meine, so außerordentlich viel gesündigt wird. Und schnell würde manches besser werden, wenn im Verkehre der Menschen heute mehr überzeugende Kraft sich entwickeln könnte, wenn nicht die Menschen gegeneinander im Verkehre so abweisend wären, nicht so starrköpfig auf ihren eigenen, in einem bestimmten Lebensalter in sich aufgenommenen Meinungen bestünden. Wovon rührt denn das eigentlich her, meine lieben Freunde? In demselben Zeitpunkt, in dem das, was ich Ihnen angedeutet habe mit Bezug auf die naturwissenschaftlich orientierte Vorstellung, auftritt, in demselben Zeitpunkt beginnt ein ganz gewisser Entwickelungsprozeß mit der Menschheit, der in folgendem besteht: Im großen und ganzen ist der Mensch ein physischer Leib, der in einen Ätherleib eingebettet ist; das andere brauchen wir heute nicht zu berücksichtigen. Aber die Innigkeit der Verbindung — ich meine jetzt nicht das räumliche Sich-Decken, aber das Dynamische in der Verbindung —, das ändert sich im Laufe der Erdenentwickelung, und die innigen Beziehungen zwischen dem Ätherkopfe und dem menschlichen physischen Kopf, die bestanden haben zum Beispiel in den Jahrhunderten, von denen man hauptsächlich spricht, wenn man von griechischer Kultur spricht, diese Beziehungen bestehen schon seit dem 3. vorchristlichen Jahrhundert nicht mehr. Seit dem 3. vorchristlichen Jahrhundert ist schon der alte Innigkeitszusammenhang zwischen dem Ätherkopf des Menschen und dem physischen Kopf verlorengegangen. Aber es ist doch immer aufrechterhalten geblieben ein recht inniger Zusammenhang zwischen dem menschlichen physischen Herzen und dem menschlichen Ätherherzen. Aber seit dem Jahre 1721 lockert sich merkwürdigerweise immer mehr und mehr der Zusammenhang zwischen dem menschlichen physischen Herzen und dem Ätherherzen. Wenn ich so sagen darf: Wenn das physische Herz da ist und das Ätherherz da (siehe Zeichnung) so war das früher mehr ein Ganzes, jetzt kann das Ätherherz geschüttelt werden ätherisch, es ist nicht mehr innerlich so dynamisch verbunden wie früher. Später werden noch andere Organe des Menschen sich vom Ätherischen lösen. Das aber, daß das Herz nach und nach sich löst von seinem Ätherteil, und bis in das 3. Jahrtausend hinein, bis man 2100 ungefähr schreiben wird, sich ganz gelöst haben wird, das macht auch in bezug auf die menschliche Entwickelung etwas sehr Bedeutsames aus. Was es ausmacht, das kann man in der folgenden Weise charakterisieren. Man muß sagen: Das macht das aus, daß die Menschen nötig haben, etwas, was ihnen früher von selbst kam durch den natürlichen Zusammenhang zwischen physischem Herzen und Ätherherzen, auf einem anderen Wege zu suchen, auf dem Wege des spirituellen Lebens. Dieses vom physischen Herzen losgetrennte Ätherherz, das wird seine richtige Beziehung zur geistigen Welt nur gewinnen, wenn der Mensch sucht spirituelles Wissen, wenn der Mensch sucht anthroposophisch orientierte geistige Gedanken. Das muß immer mehr und mehr gesucht werden.

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[ 27 ] Nun finden Sie etwas höchst Merkwürdiges in unserer Zeit. Wenn von anthroposophischer Geisteswissenschaft bei den — mit Respekt zu vermelden — Zeitungsleuten die Rede ist, dann wird oftmals gesagt: Ja, aber das, das hat einen systematischen Zusammenhang, das ist kompliziert, da muß man viele Gedanken haben; das Christentum macht das alles einfach, es hat den Glauben! — Aber dieser Glaube, der sich nicht aufschwingen will zum spirituellen Leben, der sich nicht einlassen will auf die wirklichen Gedanken über die geistige Welt, dieser Glaube ist gerade seit jener Lostrennung des Ätherherzens vom physischen Herzen außerordentlich gefährlich, denn dieser Glaube, der nicht begreifen will die geistige Welt, der eben nur ein naives Gefühlsverhältnis zur geistigen Welt entwickeln will, dieser Glaube materialisiert das Herz der Menschheit, der ist ein Mittel zur materialistischen Kultur auf einem Gebiete, woran man gewöhnlich nicht denkt. Deshalb werden gerade die religiösen Leute, wenn man die Sache ernst nimmt, so furchtbar materialistisch in unserer Zeit, weil sie sich auf den bloßen Glauben stützen. Dieser Glaube muß durchtränkt und durchgeistigt werden von wirklichen Ideen über die geistige Welt, und es ist ein ahrimanischer Trick, den Leuten im Zeitalter der Verwirrung einzuprägen: sie sollen nur ja nicht zur Anschauung der geistigen Welt kommen, sondern beim bloßen Glauben stehenbleiben. Sie sehen da wiederum hingedeutet auf etwas in unserer Zeit, das von einer ungeheuer großen Bedeutung ist. Und das, was ich heute im Anfange gesagt habe, und was ich jetzt am Ende sage der heutigen ‚Auseinandersetzung, es schließt sich zusammen. Schauen Sie nur unbefangen hin auf die furchtbare Gedankenlosigkeit, auf die grenzenlose Oberflächlichkeit, aus der sich herausentwickelt haben unsere traurigen Verhältnisse, schauen Sie tief hin auf dasjenige, was geisteswissenschaftlich allein konstatiert werden kann, die Lostrennung des Ätherherzens vom physischen Herzen, und nehmen Sie aus solchen Auseinandersetzungen den Impuls des Ernstes, der in unserer Zeit so nötig ist zur Entwickelung. Immer zahlreicher und zahlreicher werden auf der einen Seite in unserer Zeit die Menschen werden, die aus der oberflächlichen Verwirrung heraus schon gar nicht mehr wissen, wovon sie reden. Natürlich, bei einem solchen Menschen ist es ganz klar, er weiß doch nicht, wovon er redet, denn er redet von etwas, was überhaupt nicht mehr vorhanden ist, weil er nicht mehr lesen kann. Und auf der anderen Seite werden die Menschen immer zahlreicher, die im trüben fischen wollen, welche die Verwirrung der Gemüter benützen, um einzuträufeln allerlei, was sie wollen, denn in verworrene Geister kann man alle möglichen Impulse hineinverpflanzen. Denn unter den Geistern, die noch eine Beziehung zu der irdischen Verwirrung haben, sind die Truggeister, sind die ahrimanischen Geister. Und man kann das Gegenteil des Vernünftigen, des Gesunden den Menschen dann einpflanzen, wenn man auf ihre Verwirrung rechnet.

[ 27 ] Nun finden Sie etwas höchst Merkwürdiges in unserer Zeit. Wenn von anthroposophischer Geisteswissenschaft bei den — mit Respekt zu vermelden — Zeitungsleuten die Rede ist, dann wird oftmals gesagt: Ja, aber das, das hat einen systematischen Zusammenhang, das ist kompliziert, da muß man viele Gedanken haben; das Christentum macht das alles einfach, es hat den Glauben! — Aber dieser Glaube, der sich nicht aufschwingen will zum spirituellen Leben, der sich nicht einlassen will auf die wirklichen Gedanken über die geistige Welt, dieser Glaube ist gerade seit jener Lostrennung des Ätherherzens vom physischen Herzen außerordentlich gefährlich, denn dieser Glaube, der nicht begreifen will die geistige Welt, der eben nur ein naives Gefühlsverhältnis zur geistigen Welt entwickeln will, dieser Glaube materialisiert das Herz der Menschheit, der ist ein Mittel zur materialistischen Kultur auf einem Gebiete, woran man gewöhnlich nicht denkt. Deshalb werden gerade die religiösen Leute, wenn man die Sache ernst nimmt, so furchtbar materialistisch in unserer Zeit, weil sie sich auf den bloßen Glauben stützen. Dieser Glaube muß durchtränkt und durchgeistigt werden von wirklichen Ideen über die geistige Welt, und es ist ein ahrimanischer Trick, den Leuten im Zeitalter der Verwirrung einzuprägen: sie sollen nur ja nicht zur Anschauung der geistigen Welt kommen, sondern beim bloßen Glauben stehenbleiben. Sie sehen da wiederum hingedeutet auf etwas in unserer Zeit, das von einer ungeheuer großen Bedeutung ist. Und das, was ich heute im Anfange gesagt habe, und was ich jetzt am Ende sage der heutigen ‚Auseinandersetzung, es schließt sich zusammen. Schauen Sie nur unbefangen hin auf die furchtbare Gedankenlosigkeit, auf die grenzenlose Oberflächlichkeit, aus der sich herausentwickelt haben unsere traurigen Verhältnisse, schauen Sie tief hin auf dasjenige, was geisteswissenschaftlich allein konstatiert werden kann, die Lostrennung des Ätherherzens vom physischen Herzen, und nehmen Sie aus solchen Auseinandersetzungen den Impuls des Ernstes, der in unserer Zeit so nötig ist zur Entwickelung. Immer zahlreicher und zahlreicher werden auf der einen Seite in unserer Zeit die Menschen werden, die aus der oberflächlichen Verwirrung heraus schon gar nicht mehr wissen, wovon sie reden. Natürlich, bei einem solchen Menschen ist es ganz klar, er weiß doch nicht, wovon er redet, denn er redet von etwas, was überhaupt nicht mehr vorhanden ist, weil er nicht mehr lesen kann. Und auf der anderen Seite werden die Menschen immer zahlreicher, die im trüben fischen wollen, welche die Verwirrung der Gemüter benützen, um einzuträufeln allerlei, was sie wollen, denn in verworrene Geister kann man alle möglichen Impulse hineinverpflanzen. Denn unter den Geistern, die noch eine Beziehung zu der irdischen Verwirrung haben, sind die Truggeister, sind die ahrimanischen Geister. Und man kann das Gegenteil des Vernünftigen, des Gesunden den Menschen dann einpflanzen, wenn man auf ihre Verwirrung rechnet.

[ 28 ] Das sind ernste Angelegenheiten, meine lieben Freunde. Wir wollen morgen von ihnen weiter sprechen. Morgen werden wir um halb acht Uhr mit dem Vortrage beginnen.

[ 28 ] Das sind ernste Angelegenheiten, meine lieben Freunde. Wir wollen morgen von ihnen weiter sprechen. Morgen werden wir um halb acht Uhr mit dem Vortrage beginnen.