Michael's Message
The True Mysteries of Human Natur
GA 194
14 December 1919, Dornach
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Michael's Message: The True Mysteries of Human Nature, tr. SOL
Elfter Vortrag
Eleventh Lecture
[ 1 ] Ich möchte heute noch, zum Teil mehr ins Allgemeine gehend, einiges besprechen in Anknüpfung an das gestern und vorgestern Gesagte. Auch aus jenen beiden Betrachtungen werden Sie ja entnehmen können, daß Geisteswissenschaft, wie sie hier gedacht wird, herausgeboren sein soll aus den tiefsten und ernstesten Forderungen der Menschheitsentwickelung in unserer Zeit und für die nächste Zukunft. Ich habe es ja oft erwähnt, daß es sich hier nicht um solche Ideale handelt, die aus der Subjektivität des Menschen entspringen, sondern um dasjenige, was abgelesen wird der geistigen Entwickelungsgeschichte der Menschheit. Und dieser geistigen Entwickelungsgeschichte der Menschheit kann man wahrhaftig ablesen, daß die Wissenschaft der Initiation, also die Wissenschaft, die ihre Erkenntnisse herüberholt von jenseits der Schwelle zur geistigen Welt, für die Weiterentwickelung der Menschheit durchaus nötig ist. Gegen alles, was für eine wirkliche Erkenntnis der geistigen Welt heute geltend gemacht werden kann, lehnen sich aber auch diejenigen Mächte auf, die das Alte vertreten. Und die Auflehnung jener Menschen, in denen gewissermaßen die Mächte des Alten leben, sie muß überwunden werden. Das Wort von der Notwendigkeit des Umlernens und Umdenkens in bezug auf die wichtigsten Angelegenheiten der Menschheitsentwickelung, es muß gründlich und ernst verstanden werden. Deshalb möchte ich Sie bitten, gerade darauf Wert zu legen, daß unsere Tendenz darauf gehen müsse, alles bloß Sektiererische, das auch noch in dem anthroposophischen Gemüt wuchert, zu überwinden und die Welt- und Menschheitsbedeutung der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft wirklich zu sehen.
[ 1 ] Today I would like to discuss a few points—some of which are more general in nature—that build on what was said yesterday and the day before. From those two reflections, you will also be able to see that spiritual science, as it is conceived here, is to arise from the deepest and most serious demands of human development in our time and for the near future. As I have often mentioned, this is not a matter of ideals that spring from human subjectivity, but rather of what can be gleaned from the history of humanity’s spiritual development. And from this history of humanity’s spiritual development, one can truly discern that the science of initiation—that is, the science that draws its insights from beyond the threshold to the spiritual world—is absolutely necessary for the further development of humanity. However, the forces that represent the old order are also resisting everything that can be advanced today in the name of a true understanding of the spiritual world. And the resistance of those people in whom, so to speak, the forces of the old world live—this must be overcome. The call for the necessity of re-learning and rethinking with regard to the most important matters of human development must be understood thoroughly and seriously. Therefore, I would like to ask you to place particular emphasis on the fact that our aim must be to overcome everything merely sectarian that still thrives even within the anthroposophical mind, and to truly see the significance of anthroposophically oriented spiritual science for the world and for humanity.
[ 2 ] Die Menschen sind heute noch lange nicht erwacht aus dem Schlafe, in den sie eingehüllt worden sind durch jeneEntwickelung, die ich Ihnen ja auch in gewissen Grundzügen schon geschildert habe, die begonnen hat um die Mitte des 15. Jahrhunderts. Gewiß, was da der Menschheitsevolution einverleibt worden ist, die äußerliche Naturwissenschaft mit ihren großen Triumphen, die materialistische Auffassung der Weltgesetzmäßigkeit und damit die ja heute so klar zutage tretenden irrtümlichen sozialen Ideen, das alles, was von dieser Seite her die Menschheit in den Schlaf gehüllt hat, das wirkt mächtig fort. Und ein gedeihlicher Fortschritt wird nicht möglich sein, ohne die Menschheit aus diesem Schlafe aufzurütteln. Vergessen wir nur ja nicht, daß die Erkenntnis des Geistigen mächtige Feinde hat an all denjenigen, welche vor allen Dingen das fortgesetzt wissen wollen, was sie gewöhnt worden sind zu denken, fortgesetzt wissen wollen aus der reinen Denkbequemlichkeit heraus. Man kann nicht sagen: Wenn von dieser Seite her Feindlichkeit und Gegnerschaft gegen die Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, um so mehr sich erhebt, je mehr diese Geisteswissenschaft bekannt wird, dann solle man nicht diese Hemmnisse berücksichtigen. Gewiß, es könnte eine mögliche Anschauung sein, ganz unberücksichtigt zu lassen, was sich so erhebt. Allein, das wäre ein ganz falscher Gedanke in unserer heutigen Zeit, denn man läßt ja auch nicht unberücksichtigt dasjenige, was sich etwa als Ungeziefer an uns heranmacht, sondern man versucht es von sich aus zu entfernen und manchmal muß man es entfernen auf unsanfte Weise. Das ist etwas, was von Fall zu Fall selbstverständlich entschieden werden muß.
[ 2 ] People today are still far from having awakened from the slumber into which they have been enveloped by that development—the broad outlines of which I have already described to you—that began around the middle of the 15th century. Certainly, what has been incorporated into human evolution—the external natural sciences with their great triumphs, the materialistic view of the laws of the world, and with it the erroneous social ideas that are so clearly evident today—all that which has lulled humanity to sleep from this side continues to exert a powerful influence. And fruitful progress will not be possible without rousing humanity from this slumber. Let us not forget that the recognition of the spiritual has powerful enemies in all those who, above all else, want to continue believing what they have become accustomed to thinking—out of sheer intellectual laziness. One cannot say: If hostility and opposition to spiritual science—as understood here—arise all the more from this quarter the more this spiritual science becomes known, then one should not take these obstacles into account. Certainly, it might be a possible view to disregard entirely what arises in this way. However, that would be a completely wrong way of thinking in our present day, for we do not ignore, for example, vermin that attacks us; rather, we try to remove it ourselves, and sometimes we must remove it by force. This is something that must, of course, be decided on a case-by-case basis.
[ 3 ] Diese Dinge müssen auch aus den Notwendigkeiten der Zeit heraus begriffen werden. Deshalb muß es mit ganz besonderer Befriedigung aufgenommen werden, wenn in dieser unserer immer schwieriger werdenden Zeit sich doch nun Menschen finden, die ergriffen werden von jener Willenskraft, die notwendig ist, um für unsere Sache einzutreten. Aber es sind leider noch viel zu wenige da von der Art derjenigen, die den ganzen Ernst dessen durchdringen, was heute für die Evolution der Menschheit auf dem Spiele steht. Es stehen auf der einen Seite jene, die, nicht aus irgendwelchen geistigen Gründen, sondern aus einer Denkbequemlichkeit und anderen Rücksichten, nicht heraus wollen aus dem, woran sie sich gewöhnt haben seit langer Zeit. Auf der anderen Seite müssen diejenigen dastehen, die mit ihrem ganzen Wesen sich entgegenstemmen dem, was reif ist zum Untergange. Und wir müssen nicht glauben, daß die Nachsicht mit dem, was reif ist zum Untergange, irgend etwas sein darf, was uns heute zurückhält. In den letzten fünf bis sechs Jahren hätten die Menschen lernen können, wie die alten Dinge sich ad absurdum führen. Und jene, die es noch nicht gelernt haben, werden reichlich Gelegenheit haben, es in der nächsten Zeit zu lernen. Aber es muß in uns das Feuer sein für dasjenige, was als Neues der Menschheitsevolution eingepflanzt werden soll.
[ 3 ] These matters must also be understood in light of the necessities of the times. That is why it is a source of particular satisfaction to see that, even in these increasingly difficult times of ours, there are still people who are moved by the strength of will necessary to stand up for our cause. But unfortunately, there are still far too few of those who fully grasp the gravity of what is at stake today for the evolution of humanity. On the one hand, there are those who—not for any intellectual reasons, but out of intellectual laziness and other considerations—do not want to break away from what they have long been accustomed to. On the other hand, there must be those who, with their whole being, stand in opposition to what is ripe for destruction. And we must not believe that leniency toward what is ripe for destruction can be anything that holds us back today. Over the past five to six years, people could have learned how the old ways lead to absurdity. And those who have not yet learned this will have ample opportunity to do so in the near future. But we must have within us the fire for that which is to be planted as something new in the evolution of humanity.
[ 4 ] Deshalb erfüllte es mich mit einer gewissen Befriedigung, als ich vorgelegt bekam den Brief, dessen Hauptinhalt ich Ihnen heute zur Einleitung mitteilen möchte. Es handelt sich darum, daß in Reutlingen, einer Nachbarstadt von Stuttgart, jener selbe Professor aufgetreten ist, um wiederum mit ebenso törichten Gründen loszuwettern gegen dasjenige, was gewollt wird von seiten der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, wie er es in jener törichten Schrift getan hat, von deren Inhalt ich Ihnen vor kurzem hier gesprochen habe. Jedenfalls wird jener Professor, eine der Zierden — denn so sind die Zierden jetzt auf dieser Seite —, eine der Zierden der Tübinger Universität — an anderen Universitäten der Welt sind sie nicht anders — jetzt ebenso gesprochen haben, wie er gesprochen hat in jener Schrift. Da trat ihm entgegen, aber diesmal — das geht aus einem Brief hervor — mit dem wirklichen Elan, der notwendig ist heute, wenn man den völligen Ernst ermißt von dem, was auf dem Spiele steht, unser Freund Dr. Walter Stein. Und von jener Diskussion, die sich da vor einigen Tagen abgespielt hat, schreibt unser Freund, Dr. Stein, an seine Frau hierher: «Gestern war ich in Reutlingen, wo Professor Traub gegen Steiner sprach. Ich meldete mich zur Diskussion. Es war ein Kampf auf Leben und Tod. Ich stellte Traub als einen gewissenlosen, der Materie, die er behandelt, gänzlich unkundigen Menschen hin. Sein Schlußwort brachte er nur noch stammelnd hervor. Er war gebrochen. Der Stadtpfarrer, der eröffnete, wurde von mir durch Bibeltexte so in die Enge getrieben, daß er sagte in bezug auf die Stelle, wo Christus von der Reinkarnation spricht: Hier irrt Christus, — der Stadtpfarrer von Reutlingen. Da stand ich auf und rief: Hört! das ist heute Religion, ein Gott, der irrt! — Das Publikum tobte. Man wollte mich zuerst unterbrechen, mir das Wort entziehen, rief: zur Sache! scharrte und stampfte. Ich aber sprach völlig ruhig, zeigte mit einer Hand auf Professor Traub und sprach: dies ist die Autorität! Ich bekam Beifall und siegte. Der Mann ist fertig. Ich bin noch heute halb tot.»
[ 4 ] That is why I felt a certain sense of satisfaction when I was presented with the letter, the main content of which I would like to share with you today by way of introduction. The matter is that in Reutlingen, a city neighboring Stuttgart, that very same professor has once again taken the stage to rail—with equally foolish arguments—against what is sought by the anthroposophically oriented spiritual science, just as he did in that foolish treatise whose contents I recently discussed with you here. In any case, that professor—one of the “ornaments” (for that is how the “ornaments” are now on this side)—one of the “ornaments” of the University of Tübingen (and they are no different at other universities around the world)—must have spoken now in the same way he did in that treatise. Then our friend Dr. Walter Stein stepped forward to confront him—but this time, as is evident from a letter, with the genuine vigor that is necessary today when one grasps the full gravity of what is at stake. And regarding that discussion that took place a few days ago, our friend Dr. Stein writes to his wife here: “Yesterday I was in Reutlingen, where Professor Traub spoke against Steiner. I volunteered to participate in the discussion. It was a life-and-death struggle. I portrayed Traub as an unscrupulous man who was completely ignorant of the subject matter he was addressing. He could barely stammer out his closing remarks. He was broken. The town pastor, who had opened the meeting, was so cornered by me with Bible passages that he said, referring to the passage where Christ speaks of reincarnation: ‘Here Christ is mistaken’—the town pastor of Reutlingen. Then I stood up and cried out: ‘Listen! This is religion today—a God who is mistaken!’ — The audience went wild. At first they tried to interrupt me, to cut me off, shouting, “Get to the point!” They shuffled their feet and stamped their feet. But I spoke completely calmly, pointed with one hand at Professor Traub, and said, “This is the authority!” I received applause and prevailed. That man is finished. I’m still half dead today.”
[ 5 ] Daß ein starker Haß sich auftun werde gegen jene anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, die nun schon seit zwei Jahrzehnten hier getrieben wird in Europa, das konnte man voraussehen, konnte jeder voraussehen, der eben wußte und weiß, wie innig verbunden mit den Mächten, die zum Fortschritte der Menschheit aufgerufen werden müssen in der Gegenwart und der nächsten Menschheitszukunft, das ist, was hier anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft genannt wird. Aber mit Schlafmützigkeit, mit derjenigen Gesinnung, die sich durch geistige Ideen und Begriffe ein wenig Wollust in der Seele schaffen will, darf diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht verwechselt werden. Und wenn der Dr. Stein empfindet, es handelte sich dabei um einen Kampf auf Leben und Tod, so ist das die Empfindung von etwas durchaus Richtigem. Wir stehen am Anfange. Gegen uns tobt der Kampf des Vernichtungswillens. Wir haben niemals Anstalten gemacht, insoferne wir den richtigen Impuls unserer Geisteswissenschaft verstanden haben, aggressiv vorzugehen. Aber wir dürfen nicht vermeiden dasjenige, was notwendig ist gegenüber dem aggressiven Wesen, das immer mehr und mehr von außen kommen wird. Da darf uns nicht der Mut sinken, da dürfen wir nicht mit Schlafmützigkeit vorgehen wollen. Bequem wird es nicht sein, die Wahrheit der Menschheitsevolution einzufügen, und Nachsicht ist wahrhaftig nicht dasjenige, mit dem wir uns bei gewissen Dingen gürten dürfen. Denn wir sind ja weit gekommen, wenn die Herren, die offiziell das Christentum zu vertreten haben, dann, wenn sie nicht mehr weiter können, sogar bereit sind, zu sagen: Hier irrt Christus! — Selbstverständlich, der Herr Stadtpfarrer irrt nicht! Aber wenn dasjenige, was der Herr Stadtpfarrer zu sagen hat, nicht stimmt mit dem, was offenbarer Bibeltext ist, dann irrt Christus, nicht der Herr Stadtpfarrer! Das ist aber überhaupt die Gesinnung, der man heute begegnet, die man nur nicht sehen will, weil es unbequem ist, sie zu sehen. Man könnte sie sehen auf allen Gebieten, wenn man nur wollte.
[ 5 ] That a strong hatred would arise against that anthroposophically oriented spiritual science, which has now been practiced here in Europe for two decades, was something that could have been foreseen—anyone who knew, and knows, how intimately connected what is here called “anthroposophically oriented spiritual science” is with the forces that must be called upon to advance humanity in the present and in humanity’s immediate future could have foreseen this. But this anthroposophically oriented spiritual science must not be confused with drowsiness, with that mindset that seeks to create a little sensual pleasure in the soul through spiritual ideas and concepts. And if Dr. Stein feels that this is a matter of a life-and-death struggle, then that is a perception of something entirely correct. We are at the beginning. The battle waged by the will to destroy rages against us. We have never made any move to act aggressively, insofar as we have understood the true impulse of our spiritual science. But we must not shy away from what is necessary in the face of the aggressive force that will come from outside with ever-increasing intensity. We must not let our courage falter; we must not proceed with a drowsy attitude. It will not be easy to establish the truth of human evolution, and leniency is certainly not something we can afford in certain matters. For we have indeed come a long way when those who are officially charged with representing Christianity, when they can go no further, are even prepared to say: “Here Christ is mistaken!” — Of course, the parish priest is not mistaken! But if what the parish priest has to say does not agree with the plain text of the Bible, then Christ is in error, not the parish priest! Yet this is precisely the mindset one encounters today—one that people simply refuse to see because it is inconvenient to face. One could see it in every area, if only one were willing to do so.
[ 6 ] Für diejenigen aber, welche die Zusammenhänge im Leben sehen können, ist es auch klar, daß das europäische Unglück der letzten Jahre, wenn es sich auch scheinbar äußerlich abgespielt hat, innig zusammenhängt mit dem, was die Menschen gewohnt worden sind zu denken, und — verzeihen Sie den etwas trivialen, banalen Ausdruck — wovon die Menschen so gern sprechen: Wie wir es so herrlich weit gebracht haben — und sich dabei vor Wollust die Finger ablecken.
[ 6 ] But for those who can see the connections in life, it is also clear that the misfortunes Europe has suffered in recent years—even if they appear to have played out on the surface—are intimately linked to what people have become accustomed to thinking, and—forgive me for using a somewhat trivial, banal expression—what people so love to talk about: “How wonderfully far we’ve come”—all the while licking their fingers with delight.
[ 7 ] Was aber notwendig ist, das ist: innerlich sachlich werden. Unter dem Einfluß der neueren Kultur haben die Menschen die Sachlichkeit verloren. Persönliches spielt überall. Und wenn einmal die Geschichte der letzten fünf bis sechs Jahre geschrieben wird, wird sie nur geschrieben werden können aus geisteswissenschaftlichen Unterlagen heraus. Dann wird in diesen Kapiteln der Weltgeschichte viel stehen davon, wie unendlich das Persönliche hineingespielt hat in die großen weltgeschichtlichen Ereignisse. Ich sagte, unmöglich wird es sein ohne geisteswissenschaftliche Grundlagen, von den Ereignissen der letzten fünf bis sechs Jahre zu sprechen. Ich brauche ja nur dasjenige anzudeuten, was ich hier auch schon öfter angedeutet habe. Von den dreißig bis vierzig Menschen, die 1914 in leitenden hervorragenden Stellungen beteiligt waren an dem, was man den Ausbruch des Weltkrieges nennt — ungenaues Sprechen liebt man ja heute, weil es geeignet ist, die Wahrheit zu verhüllen; es war weder ein Ausbruch, es war etwas ganz anderes, noch war es ein Weltkrieg: es war etwas ganz anderes, was noch lange nicht zu Ende ist —, von den dreißig bis vierzig damals beteiligten Menschen war eine große Anzahl nicht vollsinnig, hatte nicht alle Kräfte der Seele und des Geistes beisammen. Da aber, wo das Bewußtsein getrübt ist, da sind die Tore, wo die ahrimanischen Mächte besonders leicht Zutritt haben zu dem, was Menschenentschlüsse sind, was Menschenwollungen sind.
[ 7 ] But what is necessary is this: to become objectively minded within oneself. Under the influence of modern culture, people have lost their objectivity. Personal factors play a role everywhere. And when the history of the last five to six years is eventually written, it will only be possible to write it based on material from the humanities. Then these chapters of world history will contain much about how infinitely the personal has played a role in the great events of world history. I said that it will be impossible to speak of the events of the last five to six years without a foundation in the humanities. I need only allude to what I have already hinted at here on several occasions. Of the thirty to forty people who, in 1914, held prominent leadership positions and were involved in what is called the outbreak of the World War—people today love to speak imprecisely, because it serves to obscure the truth; it was neither an “outbreak”—it was something entirely different—nor was it a “World War”: it was something entirely different, which is far from over—of the thirty to forty people involved at that time, a large number were not in their right minds; they did not have all the powers of their soul and spirit at their disposal. But where consciousness is clouded, there are gateways through which the Ahrimanic forces have particularly easy access to human decisions and human will.
[ 8 ] Die ahrimanischen Mächte haben wesentlich mitgewirkt im Ausgangspunkte jener Ereignisse, die 1914 gespielt haben. Man würde heute schon, wenn man nur wollte, aus dem rein äußerlichen Verfolgen der Sache ersehen können, wie notwendig es ist, der Menschheitsevolution geistige Erkenntnis einzufügen. Wie weit entfernt ist man aber aus den Denk- und Empfindungs- und Gefühlsgewohnheiten heraus, derlei Dinge mit vollem Ernste zu betrachten. Da ist auf der einen Seite die Tatsache — und noch mehr die bevorstehende Tatsache, daß die Zeit reif ist zum Auftreten von Menschen, die eine geeignete, befähigte Seele dem entgegenbringen können, was seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an geistigen Impulsen hereinbricht in unsere physische Welt. Neben dem, daß wir hineingesegelt sind in eine materialistische Zeit, besteht ja die andere Tatsache, daß die Tore, die von der geistigen Welt zu der unsrigen gehen, seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts offen stehen, und daß Menschen, die diesen geistigen Impulsen ihre geöffnete Seele, ihr geöffnetes Bewußtsein entgegenbringen, Beziehungen zur geistigen Welt haben können. Gewiß, die Zahl derer, in deren Bewußtsein heute schon die geistige Welt hereinspielt, mag klein sein. Aber es ist die Tatsache vorhanden, daß die geistige Welt in manches Menschengemüt hereinspielt. Und wir können sagen: Die nächsten zehn, zwanzig, dreißig Jahre, bis zur Mitte des Jahrhunderts werden solche sein, in denen immer mehr und mehr Menschen gelernt haben werden, leise hinzuhorchen auf ihr Inneres, um dieses Innere entgegenzuhalten den hereinwollenden Impulsen der geistigen Welt.
[ 8 ] The Ahrimanic forces played a significant role in setting in motion the events that unfolded in 1914. Even today, if one were only willing, one could see—simply by observing the matter from a purely external perspective—how necessary it is to incorporate spiritual insight into human evolution. But how far removed are we, due to our habits of thought, perception, and feeling, from considering such things with complete seriousness. On the one hand, there is the fact—and even more so the impending fact—that the time is ripe for the emergence of people who, with a suitable and capable soul, can respond to the spiritual impulses that have been pouring into our physical world since the last third of the 19th century. In addition to the fact that we have sailed into a materialistic age, there is also the fact that the gates leading from the spiritual world to ours have been open since the last third of the 19th century, and that people who meet these spiritual impulses with an open soul and an open consciousness can have a connection to the spiritual world. Certainly, the number of people in whose consciousness the spiritual world is already making its presence felt today may be small. But the fact remains that the spiritual world is making its presence felt in many a human soul. And we can say: The next ten, twenty, thirty years, up to the middle of the century, will be a time in which more and more people will have learned to listen quietly to their inner selves, in order to hold forth this inner self to the impulses of the spiritual world seeking to enter.
[ 9 ] Diejenigen Menschen, welche heute solche Impulse aus der geistigen Welt empfangen, welche heute wissen um die Wahrheiten und Erkenntnisse, die herein müssen in die Menschheitsevolution, sie wissen das Folgende: Wenn nicht durch diese von solchen Menschen zu handhabende Wissenschaft der Initiation befruchtet wird dasjenige, was wir Naturerkenntnis nennen, dasjenige namentlich, was wir Kunst nennen, so geht die Menschheit einem raschen Verfalle, einem furchtbaren Verfalle entgegen. Lassen Sie drei Jahrzehnte noch so gelehrt werden, wie an unseren Hochschulen gelehrt wird, lassen Sie noch durch dreißig Jahre so über soziale Angelegenheiten gedacht werden, wie heute gedacht wird, dann haben Sie nach diesen dreißig Jahren ein verwüstetes Europa. Sie können noch so viele Ideale auf diesem oder jenem Gebiete aufstellen, Sie können sich die Münder wund reden über Einzelforderungen, die aus dieser oder jener Menschengruppe hervorgehen, Sie können in dem Glauben reden, daß mit noch so eindringlichen Forderungen etwas getan werde für die Menschenzukunft — alles wird umsonst sein, wenn die Umwandlung nicht geschieht aus dem Fundamente der Menschenseelen heraus: aus dem Denken der Beziehung dieser Welt zur geistigen Welt. Wenn nicht da umgelernt wird, wenn nicht da umgedacht wird, dann kommt die moralische Sintflut über Europa!
[ 9 ] Those people who today receive such impulses from the spiritual world—who today are aware of the truths and insights that must enter into human evolution—know the following: Unless what we call knowledge of nature—and specifically what we call art—is enriched by this science of initiation, which must be practiced by such people, humanity is heading toward rapid decline, a terrible decline. Let teaching continue for three more decades in the same way it is taught at our universities; let thinking about social matters continue for another thirty years as it is today—and after those thirty years, you will have a devastated Europe. You can set forth as many ideals as you like in this or that field; you can talk yourselves hoarse over specific demands arising from this or that group of people, you can speak in the belief that, no matter how urgent the demands, something is being done for the future of humanity—it will all be in vain if the transformation does not take place from the very foundation of the human soul: from the way we conceive of the relationship between this world and the spiritual world. If there is no re-learning there, if there is no rethinking there, then a moral deluge will sweep over Europe!
[ 10 ] Es handelt sich gerade darum, einzusehen, was es eigentlich heißen würde, wenn eine Anzahl von Menschen, welche in das Wissen vom Jenseits der Schwelle hineinschauen, erkennen müssen: Die Konfusion, die materialistischen Neigungen, die sozialen Irrtümer gehen weiter und die Menschen wollen nicht umdenken und umlernen — und wenn diese wenigen im Besitze der Initiationswissenschaft befindlichen Personen sehen müßten, wie die Menschheit abwärts geht aus reiner Denk- und Empfindungsbequemlichkeit! Aber man soll sich nicht Täuschungen hingeben darüber, wie viele Antriebe zu einer solchen Sachlage heute in der sogenannten zivilisierten Welt walten. Viele Antriebe walten da, denn ist es nicht eigentlich natürlicher zu erwarten, daß die Menschheit von heute in ihrem Hochmut alles ablehnt, was von seiten der Wissenschaft der Initiation kommt? Die Menschheit ist doch so unendlich gescheit in jedem einzelnen ihrer Individuen! Die Menschheit ist so geneigt, zu verhöhnen alles dasjenige, was nur errungen werden kann dadurch, daß man arbeitet an dem Fortgange der eigenen Seele. Die Menschheit glaubt doch, ohne etwas zu lernen, alles zu wissen. Weder die natürlichen noch die sozialen Probleme der heutigen Zeit sind zu lösen ohne ein Befruchten des menschlichen Denkens, Empfindens und Wollens von der geistigen Welt aus. Es ist ja für viele Menschen heute geradezu ein Phantasiegebilde, wenn man von dieser Wissenschaft der Initiation spricht, wenn man von so etwas redet wie von der Schwelle zur geistigen Welt. Es ist richtig, es kann nicht jeder heute über die Schwelle zur geistigen Welt gehen; aber es wäre eigentlich keinem verwehrt, die Wahrheit dessen einzusehen, was diejenigen sagen, die über die Schwelle zur geistigen Welt gegangen sind. Unrichtig ist es, wenn von dieser oder jener Seite immer wieder und wiederum gesagt wird: Ja, wie soll ich denn einsehen, daß das richtig ist, was der oder jener als Initiationswissenschaft vorbringt, wenn ich nicht selber in die geistige Welt hineinsehen kann. — Unrichtig ist es. Der gesunde Menschenverstand, der nicht irregeleitet ist durch irrtümliche natürliche oder soziale Ideen von heute, der kann von sich aus entscheiden, ob Wahrheitsduktus waltet in dem, was irgend jemand spricht. Irgend jemand spricht von geistigen Welten: man muß nur alles zusammen nehmen, die Art, wie gesprochen wird, der Ernst, in dem die Dinge aufgefaßt werden, die Logik, die entfaltet wird und so weiter, dann wird man sich ein Urteil darüber aneignen können, ob dasjenige, was als Kunde von der geistigen Welt gebracht wird, Scharlatanismus ist, oder ob es einen Fond hat. Dies kann jeder entscheiden, und bei niemandem ist ein Hindernis vorhanden, das fruchtbar zu machen im natürlichen und im sozialen Denken, was aus dem Quell des geistigen Lebens herausgeholt wird von jenen, die berechtigt sind, von dem Prinzip der Initiation zu sprechen.
[ 10 ] The point is precisely to understand what it would actually mean if a number of people who have a glimpse into the knowledge of the world beyond the threshold were to realize: The confusion, the materialistic tendencies, and the social errors continue, and people are unwilling to change their thinking or re-educate themselves—and if these few individuals who possess the science of initiation were to see how humanity is descending out of sheer intellectual and emotional complacency! But one should not delude oneself about how many forces are at work today in the so-called civilized world that contribute to such a situation. Many forces are at work there, for is it not actually more natural to expect that today’s humanity, in its arrogance, would reject everything that comes from the science of initiation? After all, humanity is so infinitely clever in each and every one of its individuals! Humanity is so inclined to mock everything that can only be attained by working on the progress of one’s own soul. After all, humanity believes it knows everything without having to learn anything. Neither the natural nor the social problems of our time can be solved without the spiritual world enriching human thought, feeling, and will. For many people today, it is nothing short of a figment of the imagination when one speaks of this science of initiation, when one speaks of such things as the threshold to the spiritual world. It is true that not everyone today can cross the threshold into the spiritual world; but no one should actually be prevented from recognizing the truth of what those who have crossed the threshold into the spiritual world say. It is incorrect when, time and again, people on this or that side say: “Well, how am I supposed to know that what this or that person presents as the science of initiation is true, if I cannot see into the spiritual world myself?” — That is incorrect. Sound common sense—unmisled by the erroneous natural or social ideas of today—can decide for itself whether there is a spirit of truth in whatever anyone says. When someone speaks of spiritual worlds, one need only take everything into account—the manner of speaking, the seriousness with which things are conceived, the logic that is unfolded, and so on—and then one will be able to form a judgment as to whether what is presented as knowledge from the spiritual world is charlatanism or whether it has substance. Everyone can decide this for themselves, and there is no obstacle preventing anyone from applying what is drawn from the source of spiritual life—by those who are authorized to speak of the principle of initiation—to their natural and social thinking.
[ 11 ] Diejenigen Kräfte der Menschheitsentwickelung, die den Menschen unbewußt geleitet haben, so daß er hat vorwärtskommen können, sie sind erschöpft und erschöpfen sich ganz bis zur Mitte des Jahrhunderts, approximativ gesprochen. Aus den Tiefen der Seelen müssen die neuen Kräfte heraufgeholt werden. Und einsehen muß der Mensch, wie er in den Tiefen seiner Seele zusammenhängt mit den Wurzeln des geistigen Lebens.
[ 11 ] The forces of human development that have unconsciously guided humankind, enabling it to progress, have been exhausted and will continue to be exhausted until approximately the middle of the century. New forces must be drawn up from the depths of the soul. And human beings must come to realize how they are connected, in the depths of their souls, to the roots of spiritual life.
[ 12 ] Das Überschreiten der Schwelle, das kann ja natürlich heute nicht jeder leisten. Denn der Mensch ist gewöhnt worden im Laufe der letzten Jahrhunderte, alles dasjenige, was ihm entgegentritt, so zu betrachten, daß es sich in der Zeit abspielt. Aber das erste, was erfahren wird jenseits der Schwelle, das ist, daß es eine Welt gibt, in der die Zeit, wie wir sie auffassen, keine Bedeutung hat. Heraus muß man aus dem zeitlichen Vorstellen. Deshalb ist es so nützlich, wenn Menschen, die sich vorbereiten wollen zum Verständnisse der geistigen Welt, wenigstens damit beginnen, rückwärtsgehend vorzustellen. Sagen wir, ein Drama, das äußerlich ja beginnt mit dem ersten Akt und zum fünften fortschreitet, von rückwärts angefangen bis zum Anfang hin des ersten Aktes vorzustellen; eine Melodie nicht in der Aufeinanderfolge, wie sie gespielt wird, sondern die Töne rückwärts verlaufend vorzustellen und zu empfinden, das Tageserleben nicht vom Morgen bis zum Abend, sondern rückwärts verlaufend vom Abend bis zum Morgen vorzustellen. Dadurch gewöhnen wir unser Denken ernstlich an das Aufheben der Zeit. Wir sind gewöhnt dem alltäglichen Leben gegenüber, die Dinge so vorzustellen, daß nach dem ersten das zweite, nach dem zweiten das dritte, nach dem dritten das vierte und so weiter geschieht (die Zahlen werden angeschrieben), und wir denken immer so, daß unser Denken das Bild des äußeren Geschehens ist. Fangen wir nun einmal an, so zu denken, daß wir von rückwärts nach vorne denken, von rückwärts nach vorne empfinden, dann müssen wir uns einen innerlichen Zwang antun, und dieser Zwang ist gut, denn dieser Zwang zwängt uns hinaus aus der gewöhnlichen Sinneswelt. Die Zeit verläuft von eins, zwei, drei, vier und so weiter in dieser Richtung (Pfeil nach rechts). Wenn wir umgekehrt denken, statt vom Morgen bis zum Abend vom Abend bis zum Morgen, so denken wir der Zeit entgegen (Pfeil nach links). Wir heben die Zeit auf.
[ 12 ] Of course, not everyone today is capable of crossing the threshold. For over the course of the last few centuries, human beings have become accustomed to viewing everything that comes their way as unfolding within time. But the first thing one experiences beyond the threshold is that there is a world in which time, as we understand it, has no meaning. One must step out of temporal thinking. That is why it is so helpful for people who wish to prepare themselves to understand the spiritual world to at least begin by imagining things in reverse. Let us say, for example, imagining a play—which outwardly begins with the first act and progresses to the fifth—in reverse, starting from the end and working backward to the beginning of the first act; imagining and experiencing a melody not in the sequence in which it is played, but with the notes running backward; and imagining the course of the day not from morning to evening, but running backward from evening to morning. In this way, we seriously accustom our thinking to the suspension of time. We are accustomed, in our everyday life, to conceiving of things such that after the first comes the second, after the second the third, after the third the fourth, and so on (the numbers are written out), and we always think in such a way that our thinking is a reflection of external events. Let us now begin to think in such a way that we think backward to forward, feel backward to forward; then we must impose an inner compulsion upon ourselves, and this compulsion is good, for it forces us out of the ordinary sensory world. Time flows from one, two, three, four, and so on in this direction (arrow to the right). When we think in reverse—from evening to morning instead of from morning to evening—we think against the flow of time (arrow to the left). We suspend time.


[ 13 ] Können wir ein solches Denken auch so fortsetzen, daß wir, soweit wir nur kommen, zurückdenken in unserem Leben, dann haben wir sehr viel gewonnen. Denn wer nicht aus der Zeit herauskommt, kann nicht in die geistige Welt hineinkommen.
[ 13 ] If we can continue this line of thought by looking back as far as we can in our lives, then we will have gained a great deal. For those who cannot step outside of time cannot enter the spiritual world.
[ 14 ] Wir sagen, der Mensch gliedere sich in physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich. Nur der physische Leib und der Ätherleib kommen zunächst für die physische Welt, für die sinnliche Welt in Betracht. Der Ätherleib hat noch ein Erdengeschehen in der Zeit, der astralische Leib kann erst gefunden werden, wenn man aus der Zeit herauskommt. Der physische Leib ist im Raume. Das Ich, das wahre Ich kann erst gefunden werden, wenn man aus dem Raum herauskommt. Denn die Welt, in der das wahre Ich ist, ist raumlos.
[ 14 ] We say that the human being is composed of a physical body, an etheric body, an astral body, and the I. Only the physical body and the etheric body are initially relevant to the physical world, to the sensory world. The etheric body still exists within earthly events in time; the astral body can only be found once one steps outside of time. The physical body exists in space. The I—the true I—can only be found once one steps outside of space. For the world in which the true I exists is spaceless.
[ 15 ] Zweierlei also ist es, was zu den ersten Erlebnissen gehört: daß wir herauskommen aus der Zeit und herauskommen aus dem Raum, wenn wir die Schwelle überschreiten zur geistigen Welt. Ich habe früher öfter mal hingewiesen auf mancherlei, was zu den raumlosen Vorstellungen führen kann, indem ich Sie auf die Dimensionen aufmerksam gemacht habe, nicht in so kindlicher Weise, wie oftmals von den Spiritisten über den vierdimensionalen Raum gesprochen wird und dergleichen, sondern in ernsterer Weise. Aber bedenken Sie, was Ihnen von all dem, was Sie Inhalt Ihres Bewußtseins nennen, verlorengeht, wenn Sie nicht mehr im Raume und nicht mehr in der Zeit sind. Ihr Leben ist ganz angepaßt an Raum und Zeit. Auch das seelische Leben des Menschen ist ganz angepaßt an Raum und Zeit. Sie kommen in eine Welt, an die Sie nicht angepaßt sind: das Nichtangepaßtsein an die Welt bedeutet Schmerzempfindung, Leidempfindung. So daß ohne die Überwindung von Schmerz und Leid nicht hineinzukommen ist zunächst in die geistige Welt. Die Menschen bringen es sich nicht zum Bewußtsein, aber sie scheuen vor der geistigen Welt aus Furcht zurück, weil sie das Abgrundartige einer Welt, in der nicht Raum und Zeit ist, nicht betreten möchten.
[ 15 ] There are, then, two aspects to these initial experiences: that we step out of time and out of space when we cross the threshold into the spiritual world. I have often pointed out in the past various things that can lead to concepts of a non-spatial nature, by drawing your attention to dimensions—not in the childish way that spiritualists often speak of four-dimensional space and the like, but in a more serious manner. But consider what you lose of all that you call the content of your consciousness when you are no longer in space and no longer in time. Your life is entirely adapted to space and time. Human spiritual life, too, is entirely adapted to space and time. You enter a world to which you are not adapted: this lack of adaptation to the world means a sense of pain and suffering. Thus, without overcoming pain and suffering, it is initially impossible to enter the spiritual world. People do not bring this to their consciousness, but they shy away from the spiritual world out of fear, because they do not wish to enter the abysmal nature of a world in which there is no space and no time.
[ 16 ] Wenn ich Ihnen nur diese erste Erfahrung des Erlebens jenseits der Schwelle wiederum vor das Geistesauge rufe, so wird Ihnen lebendig bewußt sein, daß ja in wenigen Menschen heute der innerlich starke Mut vorhanden ist, um gewissermaßen in das Bodenlose und Zeitlose sich auch erfahrungsgemäß zu begeben. Aber durch ihr Schicksal sind gewisse Menschen dazu verbunden, die Schwelle zu überschreiten. Und ohne die Weisheit, die herübergeholt werden kann von jenseits der Schwelle, ist nicht weiterzukommen. Sie fühlen daraus, was notwendig ist. Notwendig ist, daß in der Zukunft vergrößert werde dasjenige, was man Vertrauen des einen Menschen zum anderen nennen kann. Es wäre eine soziale Tugend, eine soziale Grundtugend. In unserer Zeit der sozialen Forderungen ist diese Tugend am wenigsten vorhanden, denn die Menschen fordern, daß für die Gemeinschaft gelebt werde, aber keiner hat das Vertrauen zum anderen. In unserer Zeit der sozialen Forderungen walten die allerunsozialsten Instinkte. Notwendig wird es sein, damit die allgemeine Menschheitserziehung so vorwärtskomme, daß die Menschen in die geistige Welt hineinwachsen, notwendig wird es sein, daß denjenigen, die von der Wissenschaft der Initiation mit Recht reden dürfen, Vertrauen entgegengebracht werde, nicht Vertrauen aus blindem Autoritätsglauben heraus, sondern aus gesundem Menschenverstand. Denn man kann immer einsehen, was als Kunde gebracht wird von jenseits der Schwelle, wenn man nur den gesunden Menschenverstand wirklich anwenden will.
[ 16 ] If I merely recall before your mind’s eye this first experience of what lies beyond the threshold, you will become vividly aware that very few people today possess the inner strength and courage to venture, so to speak, into the bottomless and timeless realm—and to do so through direct experience. But by their very fate, certain people are bound to cross that threshold. And without the wisdom that can be brought back from beyond the threshold, one cannot move forward. From this, you sense what is necessary. What is necessary is that, in the future, what might be called one person’s trust in another be strengthened. It would be a social virtue, a fundamental social virtue. In our age of social demands, this virtue is least present, for people demand that one live for the community, yet no one has trust in another. In our age of social demands, the most antisocial instincts prevail. It will be necessary for the general education of humanity to progress in such a way that people grow into the spiritual world; it will be necessary for trust to be placed in those who are rightly permitted to speak of the science of initiation—not trust born of blind faith in authority, but of common sense. For one can always discern what is brought as a message from beyond the threshold, provided one is truly willing to apply common sense.
[ 17 ] Und da muß man immer wiederum von dem gesunden Menschenverstand, hinsehend auf der einen Seite zu ihm, den Blick wenden zu dem, was einem heute entgegentritt. Wenn auch nicht alle Leute so offenbar sagen: «Da irrt Christus» — aber in der Art sprechen die Leute, so ist die Logik des heutigen Lebens. Und wenn dann die Menschen kommen und sagen, sie können nicht unterscheiden zwischen dem, was aus geistigen Welten heraus mit innerer Logik verkündigt wird, und dem was die Universitätsprofessoren sagen, dann liegt eben nicht der gesunde Menschenverstand vor oder wenigstens nicht der Wille zum gesunden Menschenverstand. Man kann doch ohne weiteres aus seinem gesunden Menschenverstand heraus sagen, wenn einer spricht «da irrt Christus», so ist weiter mit ihm nicht zu rechnen von diesem Gesichtspunkte aus.
[ 17 ] And here one must always turn from common sense—which looks, on the one hand, to Him—and turn one’s gaze to what confronts us today. Even if not everyone says so explicitly: “Christ is mistaken here”—people speak in this vein; such is the logic of life today. And when people come and say they cannot distinguish between what is proclaimed from the spiritual worlds with inner logic and what university professors say, then they simply lack common sense—or at least the will to exercise it. After all, one can easily say, based on common sense, that if someone says, “Christ is mistaken here,” then from this point of view, one cannot take that person seriously any further.
[ 18 ] Wir haben verloren eine wirkliche Wissenschaft der Seele. Wir haben sie nicht mehr. Und ich habe ja auch in öffentlichen Vorträgen, neulich erst wieder in Basel und an anderen Orten, hingewiesen darauf, warum wir die Wissenschaft von der Seele verloren haben. Die Wissenschaft vom Geiste ist ja zum Beispiel der katholischen Kirche schon im 9. Jahrhundert unbehaglich geworden; ich habe das öfter erwähnt. Deshalb ist der Geist, wie ich ja auch schon oft auseinandergesetzt habe, auf dem achten allgemeinen ökumenischen Konzil zu Konstantinopel, 869, abgeschafft worden. Damals wurde das Dogma gegeben, der Mensch dürfe nicht denken, wenn er rechter Christ ist, daß er bestünde aus Leib, Seele und Geist, sondern nur aus Leib und Seele, und daß die Seele geistige Eigenschaften habe. Heute lehrt das noch die Psychologie, glaubt es aus unbefangener Wissenschaft heraus zu lehren, spricht aber nur das Dogma von 869 nach. Aber auch in bezug auf alles dasjenige, was auf die Seele hinweisen soll, wurde monopolisiert in Form des Glaubens, in Form des Bekenntnisses, in Form des Dogmas durch die Bekenntniskirchen. Alles das, was vom Menschen heraus Erkenntnis des Seelischen sein soll, es wurde von den Bekenntnisgemeinschaften monopolisiert. Und der eigentlichen Erkenntnis, der freien Erkenntnis wurde nur die äußere Natur überlassen. Kein Wunder, daß wir heute keine Seelenwissenschaft haben. Denn die weltliche Gelehrsamkeit hat sich eben nur der Wissenschaft der Natur hingegeben, da die Wissenschaft von der Seele monopolisiert und die Wissenschaft vom Geiste abgeschafft war. Wir haben keine Wissenschaft der Seele. Wir können, wenn wir auf dem fußen, was heute tonangebende Wissenschaft ist, nicht weiterkommen. Denn wenn wir auf dem fußen, was heute die Wortpsychologie ist — viel mehr ist sie ja nicht —, da können wir nicht zu einem wirklichen Verständnisse desjenigen kommen, was in der Seele waltet. Sie wissen ja aus meiner Darstellung, die ich gegeben habe in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», daß beim Überschreiten der Schwelle zur geistigen Welt im Bewußtsein auseinandertreten Denken, Fühlen und Wollen. Im gewöhnlichen heutigen gangbaren Bewußtsein bilden Denken, Fühlen und Wollen eine Art von Chaos; sie sind ineinandergeschichtet. In dem Augenblicke, wo die Schwelle zur geistigen Welt überschritten wird, in dem Augenblicke, wo man sich nur anschicken will, erfahrungsgemäß die Initiationswissenschaft zu gewinnen, werden im Bewußtsein Denken, Fühlen, Wollen selbständige Mächte. Sie werden selbständig. Da lernt man sie kennen, da lernt man in Wirklichkeit erst unterscheiden Denken vom Fühlen und vom Wollen.
[ 18 ] We have lost a true science of the soul. We no longer have it. And I have, in fact, pointed out in public lectures—most recently in Basel and in other places—why we have lost the science of the soul. The science of the spirit, for example, had already become a source of discomfort for the Catholic Church as early as the 9th century; I have mentioned this often. That is why, as I have also explained many times, the spirit was abolished at the Eighth Ecumenical Council in Constantinople in 869. At that time, the dogma was established that a true Christian must not believe that he consists of body, soul, and spirit, but only of body and soul, and that the soul possesses spiritual qualities. Today, psychology still teaches this, believing it to be based on unbiased science, but it is merely parroting the dogma of 869. But even with regard to everything that is supposed to point to the soul, it has been monopolized in the form of faith, in the form of creed, in the form of dogma by the confessional churches. Everything that is supposed to be human insight into the soul has been monopolized by the confessional communities. And actual insight—free insight—was confined solely to the external natural world. No wonder we have no science of the soul today. For secular scholarship has devoted itself exclusively to the science of nature, since the science of the soul was monopolized and the science of the spirit was abolished. We have no science of the soul. We cannot make any progress if we rely on what is today’s dominant science. For if we rely on what is today called “psychology”—which is, after all, not much more than that—we cannot arrive at a true understanding of what reigns within the soul. You know from my exposition in How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds? that when one crosses the threshold into the spiritual world, thinking, feeling, and willing separate within consciousness. In the ordinary, prevailing consciousness of today, thinking, feeling, and willing form a kind of chaos; they are interlayered. The moment the threshold to the spiritual world is crossed—the moment one merely sets out to gain knowledge of the science of initiation through experience—thinking, feeling, and willing become independent forces within consciousness. They become independent. It is then that one comes to know them; it is then that one truly learns to distinguish thinking from feeling and from willing.
[ 19 ] Namentlich lernt man unterscheiden das Denken vom Wollen. Das Denken, das in uns waltet als Menschen, wenn wir es nicht seinem Inhalte nach nehmen, sondern wenn wir es nehmen hinsichtlich seiner Kraftnatur, wenn wir also die Denkkraft in uns nehmen, dann ist gerade dasjenige, was Denkkraft ist, etwas wie ein Hereinleuchten desjenigen, was wir vor der Geburt beziehungsweise vor der Empfängnis in geistigen Welten erlebt haben. Und die Willenswesenheit im Menschen ist etwas Embryonales, etwas Keimhaftes, das erst vollständig zur Entwickelung kommt post mortem, nach dem 'Tode. So daß wir sagen können: Wenn dieses hier (siehe folgendes Schema) der menschliche Lebenslauf ist zwischen Geburt und Tod, so ist innerhalb des menschlichen Lebenslaufes das Denken, so wie es im Menschen lebt, nur ein Schein, denn seine wahre Natur, die liegt vor der Geburt beziehungsweise vor der Empfängnis, und dasjenige, was Wollen ist, ist nur ein Keim, denn dasjenige, was sich aus diesem Keim entwickelt, entwickelt sich erst nach dem Tode. Grundverschieden sind in der menschlichen Natur Denken und Wollen.
[ 19 ] In particular, one learns to distinguish thinking from willing. Thinking, which reigns within us as human beings—if we do not consider it in terms of its content, but rather in terms of its nature as a force; that is, if we consider the power of thought within us—then precisely what constitutes the power of thought is something like a shining through of what we experienced in spiritual worlds before birth or, more precisely, before conception. And the will-being in the human being is something embryonic, something in its nascent stage, which only comes to full development post mortem, after ‘death.’ So that we can say: If this here (see the following diagram) is the course of human life between birth and death, then within the course of human life, thinking, as it exists in human beings, is only an illusion, for its true nature lies before birth or, more precisely, before conception; and what constitutes volition is only a seed, for what develops from this seed only develops after death. Thinking and willing are fundamentally different in human nature.


[ 20 ] Wenn jetzt jemand mit der Logik der Gegenwart kommt, die alles hübsch einschachtelt, die gern Systeme macht, so sagt er: Uns ist heute gesagt worden, das Denken, das ist die Kraft, die aus dem vorgeburtlichen Leben hereinspielt, das Wollen, das ist die Kraft, die in das nachtodlicheLeben hineinweist. Nun hat man definiert, hübsch auseinandergeschält durch Definition Denken und Wollen. Aber mit Definitionen ist nichts gegeben. Man sieht gewöhnlich nicht das Ungenügende einer jeden Definition. Es sind ja manche Definitionen, besonders solche, die als wissenschaftlich gelten, sehr gescheit sich ausnehmend, aber alle haben sie irgendwo einen Haken, der einen erinnert an jene Definition, welche im alten Griechenland einmal gegeben worden ist auf die Frage: Was ist der Mensch? — Der Mensch ist ein zweibeiniges Wesen, das keine Federn hat — worauf am nächsten Tag ein Schüler einen gerupften Hahn gebracht hat und sagte, das ist ein Mensch, denn es ist ein zweibeiniges Wesen, das keine Federn hat. — Er hat ihn vorher sorgfältig gerupft. So einfach liegen die Dinge nämlich nicht, daß man sie mit dem gewöhnlichen Intellektwerkzeuge so handhaben kann. Denn, sehen Sie, man kann ganz schön sagen: Von dem, was wir erfahren als Denken, müssen wir behaupten, es habe seine wahre Wesenheit vor der Geburt und in uns herein spielt nur etwas wie ein Spiegelbild vom Denken. — Hier liegt eine gewisse Schwierigkeit vor. Sie werden sie aber bei einer geringen Denkanstrengung überwinden.
[ 20 ] If someone now comes along with the logic of the present—which neatly categorizes everything and loves to create systems—they will say: We have been told today that thinking is the force that flows in from prenatal life, and that willing is the force that points toward life after death. Now, through definition, we have neatly separated thought and will. But definitions alone are not enough. People usually fail to see the inadequacy of every definition. There are, of course, some definitions—especially those considered scientific—that appear very clever, but they all have a catch somewhere that reminds one of that definition once given in ancient Greece in response to the question: “What is a human being?” — “Man is a two-legged creature without feathers”—whereupon, the next day, a student brought in a plucked rooster and said, “This is a man, for it is a two-legged creature without feathers.” — He had carefully plucked it beforehand. Things are not so simple, you see, that they can be handled with the usual tools of the intellect. For, you see, one could very well say: Of what we experience as thinking, we must assert that its true essence exists prior to birth, and that what plays out within us is merely something like a reflection of that thinking. — Herein lies a certain difficulty. But with a little mental effort, you will overcome it.
[ 21 ] Nicht wahr, wenn Sie hier einen Spiegel haben und Sie haben hier einen Gegenstand, zum Beispiel eine Kerze, so haben Sie also hier ein Spiegelbild: Sie können das Bild von dem Gegenstande unterscheiden, Sie werden es nicht verwechseln. Wenn Sie irgendwie, durch einen Schirm meinetwillen, die Kerze selbst zugedeckt haben, so werden Sie im Spiegel nur das Bild sehen. Das Bild wird alles machen, was die Kerze macht. Sie können aus dem Bilde alles ablesen, was die Kerze macht. Sie sind gewöhnt, räumlich zu denken, deshalb können Sie sich leicht vorstellen, wie das Bild sich zur Wirklichkeit der Kerze verhält. Aber das, was in uns die Denkkraft ist, ist als Kraft ein Spiegelbild, und die Wirklichkeit liegt vor der Geburt. Die reale Kraft, deren Bild wir anwenden in diesem Leben, liegt vor der Geburt. Daher ist der Grundsatz des menschlichen Bewußtseins, der sich ergibt, wenn man auf sein eigenes Bewußtsein sieht: Ich denke, also bin ich nicht. Cogito ergo non sum! — Das ist das Grundsätzliche, das man begreifen muß, daß im Denken Bildnatur waltet, und daß die Kraft des Denkens vor der Geburt liegt. Die neuere Entwickelung hat damit eingesetzt, das Gegenteil als Grundaxiom der Philosophie hinzustellen: cogito ergo sum, was ein Unsinn ist. Sie sehen, wie die neuere Menschheit durch ihre Prüfung durchgehen muß. Aber wir sind am Scheidepunkte. Wir müssen umdenken lernen über die Fundamente des Seelenlebens.
[ 21 ] Isn't it true that if you have a mirror here and an object here—for example, a candle—then you have a reflection here: you can distinguish the reflection from the object; you won't confuse the two. If, for some reason—say, by covering the candle itself with a screen—you were to do so, you would see only the image in the mirror. The image will do everything the candle does. You can tell from the image everything the candle does. You are accustomed to thinking in spatial terms, which is why you can easily imagine how the image relates to the reality of the candle. But what constitutes our power of thought is, as a force, a reflection, and reality lies before birth. The real power, whose image we use in this life, lies before birth. Therefore, the fundamental principle of human consciousness—which arises when one looks at one’s own consciousness—is: I think, therefore I am not. Cogito ergo non sum! — This is the fundamental truth one must grasp: that the nature of images reigns in thinking, and that the power of thought lies before birth. Recent developments have begun to present the opposite as a fundamental axiom of philosophy: cogito ergo sum, which is nonsense. You can see what trials modern humanity must undergo. But we are at a turning point. We must learn to rethink the foundations of soul life.


[ 22 ] Damit hätten wir das Denken in einer gewissen Weise auf sein Wesen zurückgeführt, und wir könnten jetzt etwas ähnliches behaupten für das Wollen. Das Wollen ist nicht wie Bild und Spiegelbild, aber wie Keim und Vollendung aufzufassen mit Bezug auf die Willenskraft zwischen Geburt und Tod und das, was daraus wird nach dem Tode. Diese Einrichtung, daß wir vom Denken das Bild, vom Wollen den Embryo haben, das allein ermöglicht uns die Freiheit zwischen Geburt und Tod. Sie können darüber nachlesen sowohl in meinen Büchern «Vom Menschenrätsel», «Von Seelenrätseln», wie auch in der zweiten Auflage meiner «Philosophie der Freiheit», wo diese Dinge auch philosophisch behandelt sind.
[ 22 ] In this way, we have, in a certain sense, traced thought back to its essence, and we could now make a similar claim regarding volition. Volition is not to be understood as image and reflection, but rather as seed and fulfillment—in relation to the power of will between birth and death and what becomes of it after death. This arrangement—that we have the image from thinking and the embryo from volition—is what alone enables our freedom between birth and death. You can read more about this in my books The Riddle of Man and The Riddles of the Soul, as well as in the second edition of my Philosophy of Freedom, where these matters are also discussed philosophically.
[ 23 ] Nun aber kommt das Eigentümliche, woraus Sie ersehen müssen, wie wenig das bequeme alltägliche Denken genügt, um in die Wirklichkeit hineinzukommen. Man hat das Wesen des Denkens erfaßt. Aber wenn wir dieses Wesen des Denkens in uns erfassen, so müssen wir uns zugleich sagen: Dieses Denken ist nicht bloß Denken, sondern in diesem Denken ist auch eine Kraft des Wollens. Mit demselben inneren Wesen, mit dem wir denken, wollen wir zugleich. Es ist nur in der Hauptsache Denken, es hat einen Unterton des Wollens, ebenso hat aber unser Wollen einen Unterton des Denkens. Wir haben in der Tat zweierlei in uns: Etwas, was hauptsächlich Denken ist, was aber einen Unterton des Wollens hat (in das auf Seite 204 begonnene Schema wird neben das Wort Denken in Klammern Wollen geschrieben); etwas, was hauptsächlich Wollen ist, was aber einen Unterton des Denkens hat (neben das Wort Wollen wird in Klammern Denken geschrieben). Wenn Sie die Wirklichkeit betrachten, so kommen Sie nicht zu reinlichen Begriffen, die Sie einschachteln können in Systeme, sondern das eine ist immer zu gleicher Zeit in einem gewissen Sinne das andere. Erst wenn man diese Dinge durchdringt, dann bekommt man eine Anschauung von gewissen Zusammenhängen des Menschen mit Welten, die außerhalb derjenigen sind, die wir mit unseren Augen sehen und mit unseren Ohren hören, in denen wir aber nicht minder drinnen sind, als in dieser Welt der Sinne. Wir können nicht sagen, daß uns andere Welten als die Sinnenwelt nichts angehen, wir sind mitten in ihnen drinnen. Wir müssen uns klar sein, daß, indem wir hier auf diesem Erdboden herumgehen, wir durchaus ebenso, wie wir durch die sinnliche Luft gehen, durch die geistigen Welten gehen.
[ 23 ] But now comes the peculiar thing, from which you must see how little our comfortable, everyday way of thinking suffices to penetrate reality. We have grasped the essence of thinking. But when we grasp this essence of thinking within ourselves, we must at the same time tell ourselves: This thinking is not merely thinking; rather, within this thinking there is also a power of willing. With the very same inner essence with which we think, we also will. It is primarily thinking, but it has an undertone of willing; just as our willing has an undertone of thinking. We do indeed have two things within us: something that is primarily thinking, but which has an undertone of volition (in the diagram begun on page 204, the word “volition” is written in parentheses next to the word “thinking”); and something that is primarily volition, but which has an undertone of thinking (the word “thinking” is written in parentheses next to the word “volition”). When you observe reality, you do not arrive at pure concepts that you can categorize into systems; rather, one is always, in a certain sense, the other at the same time. Only when one penetrates these things does one gain an insight into certain connections between human beings and worlds that lie beyond those we see with our eyes and hear with our ears—worlds in which we are no less immersed than in this world of the senses. We cannot say that worlds other than the sensory world have nothing to do with us; we are right in the midst of them. We must be clear that, as we walk here on this earth, we are walking through the spiritual worlds just as we walk through the sensory air.
[ 24 ] Beziehungen, sage ich, zu den geistigen Welten, sie ergeben sich, wenn man in diese Feinheiten des menschlichen Seelenlebens hineinsieht. Durch das, was mehr Denken ist und nur einen Unterton des Wollens hat, durch das hängen wir mit einer gewissen Art des geistigen Seins der geistigen Welten zusammen. Und wiederum mit einer anderen Art der geistigen Welten hängen wir zusammen durch dasjenige, was mehr Wollen und weniger Denken ist. Das hat schon seine tiefere Bedeutung. Denn dasjenige, was wir so finden, das prägt sich im Menschenleben aus, und die Differenzierungen, die in der Welt vorhanden sind, die kommen davon her, daß immer die eine oder die andere Kraft der menschlichen Natur sich nach der einen oder nach der anderen Seite mehr ausbildete. Diejenigen Kräfte, die in dem Wollen liegen, das den Unterton des Denkens hat, die wurden zum Beispiel im eminentesten Sinne in der althebräischen Kultur ausgebildet. Und diejenigen Kräfte des menschlichen Seelenwesens, welche hauptsächlich im Denken fußen, das einen Unterton des Wollens hat, die wurden in dem, was man die alte heidnische Kultur nennt, ausgebildet. (Zu dem auf Seite 204 begonnenen Schema werden noch die Worte «althebräisch» und «heidnisch» dazugeschrieben.) Und gegenwärtig haben wir die zwei Strömungen nebeneinander laufend. Gegenwärtig haben wir in der zivilisierten Welt durcheinanderlaufend die eine Strömung, die eine Fortsetzung des alten Heidentums ist, in der Naturanschauung, und die andere Anschauung, die eine Fortsetzung des alten Hebräertums ist, sie haben wir in der sozialen Anschauung der Gegenwart, in unseren ethischen, in unseren religiösen Begriffen.
[ 24 ] Relationships, I say, to the spiritual worlds arise when one looks into these subtleties of human soul life. Through that which is more thinking and has only a hint of willing, we are connected to a certain kind of spiritual being in the spiritual worlds. And again, we are connected to another aspect of the spiritual worlds through that which is more volition and less thinking. This has a deeper significance. For what we find in this way is imprinted in human life, and the distinctions that exist in the world arise from the fact that one or the other force of human nature has always developed more strongly in one direction or the other. Those forces that lie in the will, which has an undertone of thinking, were developed, for example, in the most eminent sense in ancient Hebrew culture. And those forces of the human soul that are based primarily in thinking, which has an undertone of will, were developed in what is called ancient pagan culture. (The terms “ancient Hebrew” and “pagan” are added to the diagram begun on page 204.) And at present, we have these two currents running side by side. At present, in the civilized world, we have these two currents intertwined: one, which is a continuation of ancient paganism, in our view of nature; and the other, which is a continuation of ancient Hebrew culture, found in our contemporary social outlook, in our ethical and religious concepts.


[ 25 ] Und im einzelnen Menschen selbst lebt heute dieser Dualismus. Auf der einen Seite betet der Mensch heidnisch die Natur an, auf der anderen Seite ist er, ohne daß er eine richtige Naturbasis findet, außer daß er die Denkgewohnheiten herüberzieht in die sogenannte Sozialwissenschaft oder Soziologie, nachdenkend über das soziale, sogar das ethische Leben. Und wenn er dann philosophiert, dann sagt er: Auf dem einen Gebiete findet er die Freiheit, auf dem anderen Gebiete findet er die Naturnotwendigkeit, und dann findet er sich hinein in ein Gespenstisches zwischen Freiheit und Naturnotwendigkeit, zwischen denen es keine Brücke geben soll, und dergleichen mehr, und die Verwirrung ist eine ungeheure.
[ 25 ] And this dualism lives within the individual human being today. On the one hand, people worship nature in a pagan way; on the other hand, without finding a proper basis in nature—except by carrying over their habits of thought into so-called social science or sociology—they reflect on social, and even ethical, life. And when they then engage in philosophical reflection, they say: In one realm they find freedom, in the other they find natural necessity, and then they find themselves caught in a ghostly realm between freedom and natural necessity—between which there is said to be no bridge—and so on, and the confusion is immense.
[ 26 ] Aber diese Verwirrung ist in vieler Beziehung der Inhalt des heutigen Lebens, der Inhalt des heutigen untergehenden Lebens. Denn was fehlt in diesem unserem heutigen Leben? Wir haben eine Naturanschauung: sie ist bloß die Fortsetzung des alten Heidentums. Wir haben eine moralische, soziale Anschauung: sie ist bloß die Fortsetzung des Alten Testaments. Das Christentum ist eine Episode gewesen, die man zunächst historisch begriffen hat, aber heute ist es sozusagen wie durch das Sieb der menschlichen Kultur durchgefallen. Es ist im Grunde genommen das Christentum nicht da. Denn bei den Menschen, die oftmals vom Christus reden, können Sie es so machen, wie ich es Ihnen empfohlen habe bei Harnacks «Wesen des Christentums». Adolf Harnacks «Wesen des Christentums» können Sie so behandeln, daß Sie überall dort, wo er «Christus» schreibt, das Wort «Christus» ausstreichen und «Gottvater» hinschreiben, oder Sie können auch einen bloßen pantheistischen «Gott» und dergleichen hinsetzen, es wird im Grunde genommen im wesentlichen alles stimmen. Und wo es nicht stimmt, da redet er einen Unsinn, Prädikate, die nicht zu den Subjekten gehören.
[ 26 ] But this confusion is, in many respects, the essence of life today—the essence of today’s fading way of life. For what is missing from our life today? We have a view of nature: it is merely a continuation of ancient paganism. We have a moral and social outlook: it is merely a continuation of the Old Testament. Christianity was an episode that was initially understood historically, but today it has, so to speak, fallen through the sieve of human culture. Essentially, Christianity is not there. For with people who often speak of Christ, you can do as I recommended to you regarding Harnack’s The Essence of Christianity. You can approach Adolf Harnack’s The Essence of Christianity in such a way that wherever he writes “Christ,” you cross out the word “Christ” and write “God the Father” in its place, or you can also substitute a mere pantheistic “God” or something similar—essentially, everything will still be essentially correct. And where it doesn’t add up, he’s talking nonsense—attributes that don’t belong to the subjects.
[ 27 ] Alle diese Dinge müssen heute gesagt werden, denn hier muß aus dem Fundamente heraus erkannt werden, was Inhalt des Zukunftsbewußtseins sein muß. Ebenso, sehen Sie, redet die heutige Entwickelungslehre davon: Der Mensch hat sich heraus entwickelt aus niederen Wesen und so weiter, diese niederen Wesen haben sich bis zu ihm herauf entwickelt. Gewiß, Sie brauchen nur meine «Geheimwissenschaft im Umriß» nachzulesen, so werden Sie sehen, daß das von einer Seite her auch von uns gesagt werden muß. Aber die Sache liegt so, daß wenn wir das menschliche Haupt in Betracht ziehen, so ist dieses menschliche Haupt, wie wir es heute auf unseren Schultern tragen, bereits wiederum in absteigender Entwickelung. Würde unser ganzer Organismus — bitte, mich jetzt wohl zu verstehen — dieselbe Organisation haben wie unser Haupt, so würden wir fortwährend sterben müssen. Wir leben nur durch dasjenige, was in unserem übrigen Organismus Vitalkraft ist und immer heraufgeschickt wird in das Haupt. Die Kräfte, durch die wir zuletzt sterben, sind in unserem Haupt waltend, sind in unserem Haupte. Das Haupt ist ein fortwährend absterbendes Wesen, es ist in rückläufiger Entwickelung. Deshalb kann im Haupte auch das Seelisch-Geistige seine Entwickelung gewinnen. Denn wenn Sie sich schematisch das Haupt vorstellen, so müssen Sie sich vorstellen: seine aufsteigende Entwickelung ist bereits in eine rückwärtige Entwickelung übergegangen; hier ist eine Leere. (Es wird gezeichnet, siehe Schema unten.) Und in das Leere, in das fortwährend Zerstörtwerdende geht Seele und Geist hinein. Das ist buchstäblich wahr. Wir tragen durch unser Haupt Seele und Geist aus dem Grunde, weil unser Haupt bereits in absterbender Entwickelung ist. Das heißt, in unserem Haupte sterben wir fortwährend. Und der Unterton von Wollen, der unserem Denken eignet, der liegt in unserem Haupte. Aber dieser Unterton von Wollen, der ist ein fortwährender Antrieb, ein fortwährender Impuls zum Sterben, zum Überwinden der Materie.
[ 27 ] All these things must be said today, for it is here that we must recognize, from the very foundation, what the content of our awareness of the future must be. Likewise, you see, today’s theory of evolution speaks of this: Human beings have evolved from lower beings and so on; these lower beings have evolved up to the level of human beings. Certainly, you need only read my Outline of Esoteric Science to see that this must also be stated by us from one perspective. But the fact is that when we consider the human head—as we carry it on our shoulders today—it is already in a state of descending evolution. If our entire organism—please understand me correctly here—had the same structure as our head, we would have to die continuously. We live only through that which is vital force in the rest of our organism and is constantly sent up into the head. The forces through which we ultimately die are at work in our head; they are within our head. The head is a being that is constantly dying; it is in a state of regression. That is why the soul-spiritual can also develop within the head. For if you imagine the head schematically, you must picture it this way: its ascending development has already given way to a backward development; here there is a void. (A diagram is drawn; see the diagram below.) And into this void—into that which is constantly being destroyed—the soul and spirit enter. This is literally true. We carry the soul and spirit out through our head precisely because our head is already in a state of dying development. That is to say, we are continually dying within our head. And the undertone of will that is inherent in our thinking lies within our head. But this undertone of will is a constant driving force, a constant impulse toward dying, toward overcoming matter.


[ 28 ] Wenn wir nun wirklich sterben, dann tritt dieses Wollen ein. Und indem unser Leib der Erde übergeben wird, wird durch unseren ganzen Leib, schon physisch, im Erdenleib das fortgesetzt, was bis zu unserem Tode von unserer Geburt an in unserem Haupte sich abspielt. Sie tragen Ihr Haupt auf Ihren Schultern. Darinnen spielt sich durch sich selbst der Prozeß ab — er wird nur fortwährend aufgefrischt und verhindert durch das, was vom übrigen Organismus heraufspielt —, der sich dann abspielt, wenn Sie durch Feuer oder Verwesung der Erde übergeben werden. Da setzt sich fort dasselbe, was Sie zwischen Geburt und Tod innerhalb Ihrer Haut tun. Das setzt sich in der Erde fort: Die Erde denkt nach demselben Prinzip, wie Sie mit Ihrem Menschenkopfe denken, dadurch daß Sie in ihr sich auflösen, daß in die Erde Leichname versenkt werden. Indem wir durch die Pforte des Todes gehen, tragen wir durch unseren sich auflösenden Leichnam in die physische Erde hinein den Prozeß, den wir sonst für uns konfiszieren während unseres Lebens zwischen Geburt und Tod. Das ist eine Wahrheit der Naturwissenschaft. Solche Wahrheiten müssen die Menschen in der Zukunft kennen. Die heutige Naturwissenschaft ist in bezug auf solche Dinge eine Kinderei, denn sie kommt nicht dazu, über diese Dinge zu denken, über diese Dinge zu forschen.
[ 28 ] When we truly die, this will comes into being. And as our body is returned to the earth, what has been taking place in our head from birth until our death continues—already physically—throughout our entire body, within the earthly body. You carry your head on your shoulders. Within it, the process unfolds of its own accord—it is merely continually refreshed and hindered by what arises from the rest of the organism—and this process then takes place when you are returned to the earth through fire or decay. There, the very same thing continues that you do within your skin between birth and death. This continues in the earth: The earth thinks according to the same principle as you do with your human head, through your dissolution within it, through the burial of corpses in the earth. As we pass through the gate of death, we carry into the physical earth, through our dissolving corpse, the process that we otherwise reserve for ourselves during our life between birth and death. This is a truth of natural science. People in the future must come to know such truths. Today’s natural science is child’s play when it comes to such matters, for it does not get around to thinking about them or researching them.
[ 29 ] Und umgekehrt: Dasjenige, was wir in unserem Kopf als Zerstörungsentwickelung haben, das ist ja die Fortsetzung desjenigen, was vor der Geburt beziehungsweise vor der Empfängnis vorhanden war. Das Zerstören beginnt erst mit unserer Geburt, denn da bekommen wir ja erst den Kopf, vorher war es kein Zerstören. Jetzt berühren wir wirklich den Rand eines außerordentlich bedeutsamen Geheimnisses des Weltendaseins. Das, was in unserem Haupte lebt, wodurch wir mit den anderen Menschen, wodurch wir mit der äußeren Natur in Beziehung treten, das ist die Fortsetzung dessen, was sich in den geistigen Welten abspielt, bevor wir in den physischen Leib hereintreten. Wenn man das gründlich durchschaut, dann kommt man dahin, einzusehen, wie die Kräfte aus den geistigen Welten hereinspielen in diese physische Welt. Am anschaulichsten ist das, wenn man diese Dinge nicht in abstracto betrachtet, sondern in concreto.
[ 29 ] And conversely: What we have in our minds as a process of destruction is, after all, the continuation of what existed before birth—or rather, before conception. Destruction only begins with our birth, for that is when we first acquire a mind; before that, there was no destruction. Now we are truly touching upon the edge of an extraordinarily significant mystery of worldly existence. What lives within our head—through which we enter into relationship with other people and with the external natural world—is the continuation of what takes place in the spiritual worlds before we enter the physical body. If one thoroughly comprehends this, one comes to understand how the forces from the spiritual worlds interact with this physical world. This is most vividly apparent when one considers these things not in the abstract, but in the concrete.


[ 30 ] Ein Beispiel (die Zahlen werden an die Tafel geschrieben): 1832 ist Goethe gestorben. Das Zeitalter, das der ersten Generation nach seinem Tode angehört, bis 1865, das war nicht so, daß in es viele Kräfte von seinem Geist aus hereinspielten. Ich wähle ein Beispiel; selbstverständlich spielen auch von anderen Menschen die Kräfte ebenso herein, es ist nur ein repräsentatives Beispiel. Also bis zum Jahre 1865 würde derjenige, der auf Goethes Seele die Aufmerksamkeit gerichtet hätte, wenig bemerkt haben von einem Hereinspielen seiner Kräfte. Dann, nach den ersten 33 Jahren, beginnt schon das, was in unsere Erdenentwickelung von ihm her hereinspielt aus der geistigen Welt. Und immer stärker und stärker wurde das bis zum Jahre 1898. Wenn man es dann weiter verfolgt, über dieses Zeitalter hinaus, so kann man sagen: Die erste Periode des Hereinspielens der übersinnlichen Kräfte Goethes in unsere Erdenkultur ist also 1865 bis 1898. Wie gesagt, bis 1865 war es nicht bedeutsam, dann beginnt es. Nach 33 Jahren haben wir dann 1931 den Ablauf einer weiteren Periode, und das würde die zweite sein. Und 1964 hätten wir dann den Ablauf der dritten Periode.
[ 30 ] An example (the numbers are written on the board): Goethe died in 1832. The era belonging to the first generation after his death, up to 1865, was not one in which many forces stemming from his spirit came into play. I am choosing an example; of course, forces from other people also influence us in the same way—this is merely a representative example. So up until the year 1865, anyone who had focused their attention on Goethe’s soul would have noticed little of his forces at work. Then, after the first 33 years, what flows into our earthly evolution from him out of the spiritual world begins. And this became stronger and stronger until the year 1898. If we then trace it further, beyond this era, we can say: The first period of the inflow of Goethe’s supersensible forces into our earthly culture thus spans 1865 to 1898. As I said, it was not significant until 1865; then it begins. Thirty-three years later, in 1931, we see the end of another period, which would be the second. And in 1964, we would then have the end of the third period.
[ 31 ] Wir können sagen, daß an einem solchen Beispiele wirklich gelernt werden kann, wie schon verhältnismäßig bald nachdem der Mensch die Pforte des Todes durchschritten hat, die Kräfte, die er dann entwickelt, mitspielen bei dem, was hier auf der Erde vor sich geht. Man muß nur wissen, wie diese Kräfte hereinspielen. Derjenige, der geistig, das heißt wirklich spirituell arbeitet, der weiß wie in den Kräften, mit denen er arbeitet, die Kräfte der geistigen Welten mitwirken. Und wenn ich vorgestern gesagt habe, daß in der Mitte dieses Jahrhunderts ein wichtiger Zeitpunkt ist, so ist das wie an diesem Beispiel hier, auf Grund solcher Beobachtungen geschehen, aus denen gesehen werden kann, wie die Kräfte aus den geistigen Welten hereinspielen in die physische Welt.
[ 31 ] We can say that such an example truly teaches us how, relatively soon after a person has passed through the gate of death, the forces they then develop play a role in what is happening here on Earth. One simply needs to know how these forces come into play. Those who work spiritually—that is, in a truly spiritual sense—know how the forces of the spiritual worlds are at work within the forces with which they work. And when I said the day before yesterday that the middle of this century marks an important juncture, this was based—as in this example here—on such observations from which one can see how the forces from the spiritual worlds influence the physical world.
[ 32 ] Diese Mitte des Jahrhunderts fällt aber zu gleicher Zeit zusammen mit dem Ablauf derjenigen Zeit, in der gewissermaßen die noch atavistisch zurückgebliebenen Kräfte von vor der Mitte des 15. Jahrhunderts in die ärgste Dekadenz kommen. Und die Menschheit muß vor der Mitte dieses Jahrhunderts den Entschluß fassen, sich dem Spirituellen zuzuwenden. Man trifft ja heute noch immer viele Menschen, die sagen: Ja warum kommt denn das Unglück? Warum helfen die Götter nicht? — Wir sind einmal in der Zeitepoche der Menschheitsentwickelung, wo die Götter gleich helfen, wenn die Menschen ihnen entgegenkommen, aber wo die Götter darauf angewiesen sind nach ihren Gesetzen, mit freien Menschen, nicht mit Puppen zu arbeiten.
[ 32 ] This midpoint of the century, however, coincides with the end of the period during which the forces—which, in a sense, were still atavistically stuck in the past—from before the mid-15th century have fallen into the worst kind of decadence. And humanity must resolve, before the middle of this century, to turn toward the spiritual. Even today, one still encounters many people who say: “Why does misfortune come? Why don’t the gods help?” — We are now in an epoch of human development where the gods help immediately when people reach out to them, but where the gods, according to their laws, are dependent on working with free human beings, not with puppets.
[ 33 ] Und hier bin ich an dem Punkt, auf den ich gestern hinwies. Wenn, sagen wir, ein erkennender Mensch selbst noch der Griechenzeit, ja der Zeit bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts, hinwies auf die Phänomene, auf die Erscheinungen von Geburt und Tod des Menschen, so konnte er hinweisen auf die Götterwelt, hinweisen, wie gewoben wird aus den göttlichen Welten heraus das Schicksal des Menschen durch Geburt und Tod. Heute müssen wir anders reden, heute müssen wir so reden, daß dem Menschen das Schicksal bestimmt ist durch seine vorhergehenden Erdenleben und durch die Art und Weise, wie er dadurch bestimmt ist, die Kräfte schafft, nach denen die göttlichen Welten an ihn herankommen können. Wir müssen lernen, umgekehrt zu denken in bezug auf das Verhältnis des Menschen zu den göttlich-geistigen Welten, wir müssen lernen, im Menschen die Quelle zu suchen, aus der heraus sich die Kräfte entwickeln, durch welche die einen oder die anderen göttlichen Wesen an einen herankommen können. An diesem wichtigen Zeitpunkt der Erdenentwickelung sind wir einmal angelangt. Und was äußerlich geschieht, das muß heute verstanden werden als ein Ausdruck für innerliches Geschehen, das nur verstanden werden kann vom Gesichtspunkte geisteswissenschaftlicher Einsicht. Jeder Mensch hat die Möglichkeit heute, ich möchte sagen, die äußersten Mündungen der Geschehnisse zu beobachten. Es sind ja genug Menschen gemordet worden in den letzten vier bis fünf Jahren. Zehn bis zwölf Millionen sind es in der zivilisierten Welt mindestens, wahrscheinlich mehr, dreimal so viel sind zu Krüppeln geschlagen worden in den verschiedenen Ländern, unsere Zivilisation hat es wirklich herrlich weit gebracht! Aber das wird man nach und nach erkennen müssen als die Mündungen, und die Quelle wird man zu suchen haben bei dem, was in den menschlichen Seelen vorgeht bei jenem Sich-Entgegenstemmen gegen die hereinbrechen-wollende geistige Welt, die das Menschenwesen in die Zukunft tragen will. Und alle Dinge müssen heute von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, das heißt vertieft werden, richtig vertieft werden.
[ 33 ] And here I am at the point I referred to yesterday. If, let us say, a person of insight—even as far back as the Greek era, indeed up to the middle of the 15th century—pointed to the phenomena, to the manifestations of human birth and death, he could point to the world of the gods, pointing out how human destiny is woven from the divine worlds through birth and death. Today we must speak differently; today we must speak in such a way that human destiny is determined by one’s previous earthly lives and by the way in which, through them, one creates the forces through which the divine worlds can approach him. We must learn to think in reverse regarding the relationship between human beings and the divine-spiritual worlds; we must learn to seek within the human being the source from which the forces develop through which certain divine beings can approach us. We have now reached this important juncture in Earth’s evolution. And what is happening externally must be understood today as an expression of inner processes that can only be grasped from the perspective of spiritual scientific insight. Every person today has the opportunity—I would say—to observe the outermost manifestations of these events. After all, enough people have been murdered in the last four to five years. There are at least ten to twelve million in the civilized world, probably more; three times as many have been maimed in various countries—our civilization has truly come a long way! But we will gradually have to recognize these as the outflow, and we will have to seek the source in what is taking place within human souls—in that resistance to the spiritual world seeking to break through, which aims to carry the human being into the future. And all things today must be viewed from this perspective—that is, they must be explored in depth, truly explored in depth.
[ 34 ] Man könnte heute sagen, daß vielleicht manches, was geschehen ist, richtiger ausgesprochen wäre, wenn man die Gesichtspunkte ändern würde. Grob gesprochen sage ich jetzt etwas, was diesen Vortrag ganz aktuell abschließen soll, wie ja die Nuance diesen drei Vorträgen gerade gegeben worden ist durch die uns befriedigende Anwesenheit einer Anzahl unserer englischen Freunde: Man kann heute sprechen von Siegern und Besiegten. Es ist auffällig, ein auffälliger Gesichtspunkt, aber vielleicht ist es nicht der wichtigste. Vielleicht ist ein anderer Gesichtspunkt viel wichtiger, und dieser andere Gesichtspunkt, der könnte vielleicht von Folgendem genommen werden.
[ 34 ] One might say today that perhaps some of what has happened would be more accurately described if we were to change our perspective. Roughly speaking, I will now say something intended to bring this lecture to a very timely conclusion, just as these three lectures have just been given a special nuance by the gratifying presence of a number of our English friends: Today we can speak of victors and vanquished. It is a striking perspective—a striking point of view—but perhaps it is not the most important one. Perhaps another perspective is much more important, and this other perspective might perhaps be derived from the following.
[ 35 ] Ich habe hier von dieser selben Stelle aus einmal eine Ausführung vorgelesen von Fercher von Steinwand, jenem deutsch-österreichischen Dichter, der in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts sich über die Zukunft des deutschen Volkes ausgesprochen hat. Der Vortrag ist schon deshalb bemerkenswert, weil er vor dem damaligen König von Sachsen und dessen Ministern gehalten worden ist. In diesen fünfziger Jahren — Sie haben es gehört, die damals da waren — hat Fercher von Steinwand davon gesprochen, wie sein deutsches Volk dazu prädestiniert ist, in Zukunft einmal so etwas ähnliches darzustellen, wie die Zigeuner damals dargestellt haben. Es war ein tiefer Blick, den Fercher von Steinwand in die Entwickelung der Menschheit getan hat. Diesen Dingen kann mit voller Objektivität ins Auge geschaut werden. Wenn man mit voller Objektivität diesen Dingen ins Auge schaut, dann wird man vielleicht einen anderen Gesichtspunkt als den heute häufig eingenommenen wählen. Man wird fragen: Wie steht es denn eigentlich mit dem, was sich gewandelt hat, gewandelt hat bei den sogenannten Besiegten, gewandelt hat bei den sogenannten Siegern?
[ 35 ] I once read aloud from this very spot a lecture by Fercher von Steinwand, that German-Austrian poet who, in the 1850s, spoke about the future of the German people. The lecture is remarkable, if only because it was delivered before the then King of Saxony and his ministers. In those 1850s—as those of you who were there at the time have heard—Fercher von Steinwand spoke of how his German people were predestined to one day represent something similar to what the Gypsies had represented back then. Fercher von Steinwand cast a profound gaze into the development of humanity. These matters can be viewed with complete objectivity. If one looks at these matters with complete objectivity, then one might adopt a different perspective than the one frequently taken today. One will ask: What has actually changed—what has changed among the so-called vanquished, and what has changed among the so-called victors?
[ 36 ] Nun, die eigentlichen Sieger, das ist ja das anglo-amerikanische Wesen. Und dieses anglo-amerikanische Wesen ist durch die Kräfte, die ich ja auch hier öfter charakterisiert habe, zur künftigen Weltherrschaft bestimmt.
[ 36 ] Well, the real victors—that is, after all, the Anglo-American essence. And this Anglo-American essence is destined for future world domination through the forces that I have often described here as well.
[ 37 ] Nun kann man fragen: Da das deutsche Volk ausgeschaltet sein wird von dem Miterleben der Dinge, durch welche die äußere Welt in der Zukunft beherrscht sein wird, was geht da eigentlich vor? Es fällt die Verantwortlichkeit — nicht die des Individuums natürlich —, aber die Volksverantwortlichkeit fällt ja weg, die Verantwortung für die Menschheitsereignisse. Nicht die des Individuums, aber die Volksverantwortwortlichkeit fällt weg bei denjenigen, die niedergetreten sind, denn das sind sie. Sie können sich auch nicht wieder erheben. Alles das, was gesagt wird nach dieser Richtung, ist Kurzsichtigkeit. Die Verantwortung fällt weg. Um so größer wird die Verantwortung auf der anderen Seite. Dort wird die eigentliche Verantwortung liegen. Die äußere Herrschaft wird leicht zu erringen sein. Die wird errungen durch Kräfte, die nicht das eigene Verdienst sind. Wie die letzte Naturnotwendigkeit vollzieht sich dieser äußere Übergang der äußeren Herrschaft. Aber die Verantwortlichkeit wird etwas tief Bedeutsames für die Seelen sein. Denn die Frage steht schon im Schicksalsbuche der Menschheit niedergeschrieben: Wird sich bei denjenigen, denen die äußere Herrschaft wie durch eine äußere Notwendigkeit zufällt, eine genügend große Anzahl von Menschen finden, welche die Verantwortlichkeit fühlt, daß hineingestellt werden in diese rein äußerliche, materialistische Herrschaft — denn eine rein äußerliche, materialistische Herrschaft wird es sein, täuschen Sie sich darüber nicht —, daß in diese rein äußerliche, materialistische Herrschaft, in diese Kulmination der materialistischen Herrschaft hinein versetzt werden die Antriebe des spirituellen Lebens? Und das darf nicht allzu langsam geschehen! Die Mitte dieses Jahrhunderts ist ein sehr bedeutungsvoller Zeitpunkt. Fühlen sollte man gerade die ganze Schwere der Verantwortlichkeit, wenn man gewissermaßen vom äußeren Naturschicksal dazu ausersehen ist, die Herrschaft des Materialismus — denn die Herrschaft des Materialismus wird es sein — in der äußeren Erdenwelt anzutreten. Denn diese Herrschaft des Materialismus trägt zu gleicher Zeit den Keim des Zerstörens in sich. Das Zerstören, das begonnen hat, wird nicht aufhören. Und die äußere Herrschaft heute antreten bedeutet: die Kräfte der Zerstörung, die Kräfte der Menschenkrankheit zu übernehmen, in ihnen zu leben. Denn dasjenige, was die Menschheit in die Zukunft hineintragen wird, das wird aus dem neuen Keim des Geistes hervorgehen. Der wird gepflegt werden müssen. Und dafür gibt es die Verantwortlichkeit gerade auf jener Seite, der die Weltherrschaft zufällt.
[ 37 ] Now one might ask: Since the German people will be cut off from witnessing the events that will dominate the outside world in the future, what is actually going on there? Responsibility—not that of the individual, of course—but the responsibility of the people, the responsibility for the events of humanity, will cease to exist. Not that of the individual, but the responsibility of the people will cease to exist for those who have been crushed, for that is what they are. Nor can they rise again. Everything that is said along these lines is short-sighted. Responsibility disappears. All the greater, then, becomes the responsibility on the other side. That is where the true responsibility will lie. External dominion will be easy to attain. It will be attained through forces that are not one’s own doing. Like the ultimate necessity of nature, this external transition to external dominion will take place. But accountability will be something of profound significance for the souls. For the question is already written in the book of humanity’s destiny: Will there be, among those to whom external dominion falls as if by an external necessity, a sufficiently large number of people who feel the responsibility—since they are being placed within this purely external, materialistic dominion —for it will be a purely external, materialistic dominion; make no mistake about that—that the impulses of spiritual life will be placed within this purely external, materialistic dominion, within this culmination of materialistic dominion? And this must not happen too slowly! The middle of this century is a very significant juncture. One should feel the full weight of this responsibility, especially when one is, as it were, chosen by external natural destiny to usher in the reign of materialism—for it will indeed be the reign of materialism—in the outer world of the Earth. For this reign of materialism simultaneously carries within it the seed of destruction. The destruction that has begun will not cease. And to assume this outer dominion today means: to take on the forces of destruction, the forces of human illness, and to live within them. For what humanity will carry into the future will spring from the new seed of the spirit. That seed will have to be nurtured. And the responsibility for this lies precisely with the side to which world dominion falls.
[ 38 ] Auch in diesen Dingen darf heute nicht unernst gedacht werden. In diesen Dingen muß gründlich gedacht werden, in diesen Dingen dürfen wir auch nicht bloß scheinbar spirituell und in Wahrheit materialistisch sein. Zwei Dinge hört man heute sehr häufig. Das eine ist, daß die Menschen sagen: Ach, was redet ihr von sozialen Gedanken, aus Gedanken wird doch nie Brot! — Es ist der billige Einwand, der heute sehr häufig gemacht wird. Und das andere ist, daß man sagt: Wenn die Leute wieder arbeiten, dann ist alles wieder gut, dann nimmt die soziale Frage ein anderes Gesicht an. — Beide Sätze sind verkappter Materialismus, denn beide Sätze gehen darauf hinaus, das geistige Leben zu verleugnen.
[ 38 ] Even in these matters, we must not take a frivolous approach today. We must think deeply about these matters; in these matters, we must not be merely seemingly spiritual while in reality being materialistic. There are two things one hears very often today. One is that people say: “Oh, what are you talking about—social ideas? Ideas never put bread on the table!” — This is the facile objection that is raised very frequently today. And the other is that people say: Once people are working again, everything will be fine, and the social question will take on a different character. — Both statements are disguised materialism, for both amount to a denial of spiritual life.
[ 39 ] Erstens, wodurch unterscheiden wir uns von der Tierwelt? Die Tiere gehen hin, holen sich ihre Nahrung, soweit sie da ist, nach ihren eingepflanzten Instinkten. Wenn nicht genug da ist, müssen sie verhungern. Was hat der Mensch voraus? Er arbeitet an dem Zustandekommen der Nahrung. In dem Augenblicke, wo er beginnt zu arbeiten, beginnt der Gedanke. Und in dem Augenblicke erst, wo der Gedanke beginnt, beginnt auch die soziale Frage. Und wenn der Mensch arbeiten soll, so muß er einen Antrieb des Arbeitens haben. Die Antriebe, die bisher da waren, werden in der Zukunft nicht mehr da sein. Neuer Antriebe bedarf es zur Arbeit. Und es kann gar nicht die Frage sein: wenn die Leute wiederum arbeiten, so wird alles gut gehen — nein, wenn die Menschen aus einem Weltverantwortlichkeitsgefühle Gedanken geben werden, die ihre Seelen tragen, dann werden die Kräfte, die aus diesen Gedanken hervorgehen, sich überleiten auf Hand und Wille, und Arbeit wird entstehen. Aber alles hängt am Gedanken. Und der Gedanke selbst hängt daran, daß wir unsere Herzen öffnen den Impulsen der geistigen Welt.
[ 39 ] First, how do we differ from the animal kingdom? Animals go out and obtain their food, as long as it is available, according to their innate instincts. If there is not enough, they must starve. What advantage does man have? He works to produce his food. The moment he begins to work, thought begins. And only at that moment, when thought begins, does the social question also begin. And if humans are to work, they must have a motivation to work. The motivations that have existed until now will no longer be there in the future. New motivations are needed for work. And it cannot be a matter of simply saying: if people start working again, everything will be fine—no, when people, out of a sense of global responsibility, give rise to thoughts that sustain their souls, then the forces arising from these thoughts will flow into their hands and will, and work will emerge. But everything depends on thought. And thought itself depends on our opening our hearts to the impulses of the spiritual world.
[ 40 ] Von Verantwortung und von der Bedeutung des Gedankens muß heute viel gesprochen werden. Deshalb wollte ich in diesem Vortrage gerade diese Nuance geltend machen.
[ 40 ] Today, there is much talk about responsibility and the importance of thought. That is why I wanted to emphasize precisely this nuance in this lecture.
[ 41 ] Da es nun schon einmal so Schicksal ist, daß man ja heute eigentlich gar nicht fortkommt, wenn man reisen will, so werden wir auch morgen noch da sein. Ich will deshalb morgen um acht Uhr speziell sprechen über die anthroposophische Grundlage, die geisteswissenschaftliche, okkulte Grundlage der sozialen Frage. So daß ich, bevor wir abreisen, zu unseren Freunden auch noch von der sozialen Frage sprechen kann, aber ich werde die tieferen Grundlagen der sozialen Frage geisteswissenschaftlich auseinandersetzen.
[ 41 ] Since it is now simply fate that one cannot actually leave today if one wants to travel, we will still be here tomorrow as well. I therefore intend to speak specifically tomorrow at eight o’clock about the anthroposophical foundation—the spiritual-scientific, occult foundation—of the social question. This way, before we leave, I can also speak to our friends about the social question, but I will explore the deeper foundations of the social question from a spiritual-scientific perspective.
