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World New Year's Eve and New Year's Reflections
GA 195

28 December 1919, Stuttgart

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Dritter Vortrag

Third Lecture

[ 1 ] Aus den Betrachtungen, die wir hier schon seit längerer Zeit anstellen, insbesondere aber auch aus den Betrachtungen dieser Tage sollte hervorgehen, wie sehr notwendig für die weitere Kulturentwickelung der Menschheit es ist, daß ein Einlaufen dessen, was man nennen kann die Erkenntnis der Initiation, in diese menschliche Kulturentwickelung stattfindet. Man muß heute schon ganz ohne Vorbehalt sagen: Die Rettung der Menschheit von einer nach abwärts gehenden Entwickelungsbahn liegt lediglich in der Hinwendung dieser Menschheit zu einer Offenbarung, die hervorgeht aus demjenigen, was nur erschaut werden kann durch geistige Erkenntnis. Mögen von dieser oder jener Seite her noch soviel gefühlsmäßige oder logische Einwände gemacht werden, möge gesagt werden, daß es für unsere Zeit schwierig sein wird, daß größere Kreise solche Erkenntnisse annehmen, die zunächst doch nur hervorgehen können von einzelnen wenigen, die sich bis zu einem hohen Grade in die Möglichkeit versetzen, in die geistige Welt hineinzuschauen: das alles, was an solchen Einwendungen sogar scheinbar berechtigterweise kommen kann, will ja gar nichts besagen gegenüber der laut sprechenden Tatsache, daß ohne Annahme dessen, was hier anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft benannt wird, die Kultur der Menschheit in den Abgrund versinken muß, die Erdenarbeit Mächten zufallen muß, die ihre Weiterentwickelung im Weltall nicht mit der Menschheit verknüpfen werden. Es wird nicht anders gehen, als daß, wenn der Menschheit nach dieser Richtung Heil widerfahren soll, eine genügend große Anzahl von Menschen sich durchdringt mit dem, was eben versucht worden ist zu sagen. Denn nur, wer nicht will, wer durchaus nicht will hinschauen auf dasjenige, was jetzt als Ergebnis der letzten katastrophalen Jahre in der ganzen Welt geschieht, nur der kann seine Augen davor verschließen, daß wir im Beginne des Zerstörungsprozesses sind, daß aus diesem Zerstörungsprozesse auch nur herausführen kann ein Neues. Was man auch immer sucht innerhalb des Zerstörungsprozesses selbst, das wird ja niemals etwas anderes werden können als selbst eine Kraft der Zerstörung. Eine Kraft des Neuaufbaues kann nur dasjenige werden, was wirklich jetzt schöpfen wird aus Quellen, die nicht der bisherigen Erdenentwickelung angehören.

[ 1 ] It should be evident from the reflections we have been making here for quite some time—and especially from the reflections of recent days—just how essential it is for the further cultural development of humanity that what might be called the knowledge of initiation be integrated into this human cultural development. One must say today, without any reservation: The salvation of humanity from a downward trajectory of development lies solely in humanity’s turning toward a revelation that arises from that which can only be perceived through spiritual insight. No matter how many emotional or logical objections may be raised from this or that side, no matter how much it may be said that it will be difficult in our time for broader circles to accept such insights—which, after all, can initially arise only from a few individuals who have developed the capacity to a high degree to look into the spiritual world— all such objections—even those that may seem justified—are ultimately meaningless in the face of the plain fact that without the acceptance of what is here called anthroposophically oriented spiritual science, human culture must sink into the abyss, and the work on Earth must fall into the hands of forces that will not link their further development in the cosmos with that of humanity. There is no other way: if humanity is to find salvation in this direction, a sufficiently large number of people must allow themselves to be permeated by what has just been attempted to be said. For only those who do not want to—who absolutely refuse to look at what is now happening throughout the world as a result of the recent catastrophic years—only they can close their eyes to the fact that we are at the beginning of a process of destruction, and that only something new can lead us out of this process of destruction. Whatever one may seek within the process of destruction itself will never be able to become anything other than a force of destruction in its own right. A force of reconstruction can only be that which will now truly draw from sources that do not belong to the Earth’s development to date.

[ 2 ] Nun bestehen aber für das Hereinkommen der Ergebnisse solcher Quellen ganz bedeutsame Schwierigkeiten. Es wird ja oftmals davon gesprochen, daß die Wissenschaft der Initiation nicht ohne weiteres, nicht vorbehaltlos an die Menschheit herangebracht werden könne, weil eine gewisse Art des Entgegennehmens notwendig ist für diese Wissenschaft der Initiation. Sehen Sie, das wird ja immer wieder und wiederum angehört; aber gerade gegen das wird auch immer wieder gesündigt insoferne, als ja — nehmen wir nur ein sehr einfaches Beispiel — zu den allerersten, primitivsten Anforderungen bezüglich der Entgegennahme der Wissenschaft der Initiation die gehört, daß jene Menschen, die sie annehmen, versuchen müssen von sich abzustreifen, was man zum Beispiel Ehrgeiz nennt, namentlich wenn er sich äußert als eine Beurteilung der eigenen Persönlichkeit im Verhältnis zu anderen Persönlichkeiten. Nun ist ja leicht zu sehen, daß gerade in dem, was wir Anthroposophische Gesellschaft nennen was würde es da nützen, wenn solche Dinge nicht gesagt würden? —, immer wieder zugegeben wird: «So etwas ist richtig», daß aber gerade die fatalsten Dinge innerhalb einer solchen Bewegung wie es die anthroposophische ist, bestehen, daß gerade in ihr gegenseitige Rankünen, das gegenseitige Sich-Beneiden wachsen. Auf diese Erscheinung will ich nur hinweisen. Denn ich muß heute von den anderen größeren Schwierigkeiten des Einlaufens der InitiationsWissenschaft in die Erdenkultur sprechen.

[ 2 ] However, there are significant difficulties in incorporating the findings from such sources. It is often said that the science of initiation cannot be presented to humanity simply or unconditionally, because a certain kind of receptivity is necessary for this science of initiation. You see, this is something we hear time and again; yet it is precisely this principle that is repeatedly violated, insofar as — let us take just a very simple example — one of the very first, most basic requirements for receiving the science of initiation is that those who accept it must try to shed what is called, for example, ambition, particularly when it manifests as a judgment of one’s own personality in relation to other personalities. Now it is easy to see that precisely within what we call the Anthroposophical Society—what good would it do if such things were not said?—it is repeatedly acknowledged: “Such a thing is true,” yet it is precisely within such a movement as the Anthroposophical Society that the most disastrous things exist, that mutual resentment and mutual envy grow. I simply wish to point out this phenomenon. For today I must speak of the other major difficulties involved in the introduction of the science of initiation into earthly culture.

[ 3 ] Sehen Sie, zum ersten, was da der Menschheit in umfassender Weise wird gezeigt werden müssen, gehört, was man nennen könnte das Mysterium des menschlichen Willens. Dieses Mysterium des menschlichen Willens hat sich insbesondere seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, seit dem Heraufkommen des fünften nachatlantischen Zeitraumes, vor der neueren Kulturmenschheit verhüllt. Man kann sagen: Von dem Willen weiß die neue Menschheits-Weltanschauung das allerwenigste. Wir haben es ja oftmals charakterisiert: Der einzelne Mensch erlebt ja nie wachend das eigentliche Wesen seines Willens. Er erlebt wachend das Wesen seines Vorstellens, träumend das Wesen seines Fühlens, aber er schläft, auch wenn er wachend ist, partiell in bezug auf seinen Willen. Wir gehen als sogenannte wachende Menschen durch die Welt, sind aber nur wach für die Vorstellungen, halbwach, träumend für das Fühlen und sind vollständig schlafend für das Wollen. Täuschen wir uns nicht darüber. Wir haben Vorstellungen davon, was wir wollen; aber nur wenn der Wille zum Vorstellen wird, sich abbildet zur Intelligenz, erleben wir ihn wachend. Was da in den Tiefen des menschlichen Wesens vor sich geht, wenn der Mensch auch nur eine Hand erhebt, das heißt seinen Willen in Bewegung setzt, davon weiß der normale Mensch von heute gar nichts. Das heißt, das Mysterium des Willens ist dem neueren Menschen geradezu vollständig unbekannt, und das hängt eigentlich damit zusammen, daß unsere ganze neuere Kultur, insbesondere diejenige, die seit dem 15. Jahrhundert Platz gegriffen hat, eine intellektualistische ist, eine Verstandeskultur, denn auch die naturwissenschaftliche Kultur ist eine Verstandeskultur. In alles das, was wir durch den Intellekt fassen, durch den Verstand betreiben, spielt der Wille am allerwenigsten hinein. Wenn wir denken, wenn wir vorstellen, so spielt natürlich auch in unser Vorstellen der Wille hinein, aber in einem sehr, sehr verfeinerten Zustande. Der Mensch bemerkt nicht, wie der Wille pulsiert in seinem Vorstellen und wie sonst der Wille wirkt in seinem Wesen; das weiß er eben nicht. Es ist gewissermaßen durch die ausschließlich intellektualistische Kultur der neueren Zeit gerade das Mysterium des Willens für die Menschen dieser neueren Zeit völlig verdeckt. Wenn man nun mit jenen Mitteln der Geisteswissenschaft, von denen ich Ihnen hier oft gesprochen habe, herangeht an die Untersuchung des Willens, das heißt wenn man versucht, mit Hilfe von Imagination und Inspiration rege zu machen diejenigen Kräfte, die hineinschauen können in das Getriebe, das entsteht, wenn der Mensch will, dann merkt man, daß in unserem physischen Leben zwischen Geburt und Tod das Wollen wesentlich gebunden ist nicht an Aufbauprozesse, sondern an Zerstörungsprozesse. Wir haben das oft auseinandergesetzt. Würden in unserem Gehirne nur vor sich gehen aufbauende Prozesse, würde da nur das vor sich gehen, was zum Beispiel zunächst die von den Lebenskräften aufgenommene Ernährung bewirkt, so würden wir ein Seelen- und Geistesleben durch das Werkzeug unserer Nerven, unseres Gehirnes nicht entwickeln können; nur dadurch, daß fortwährend in unserem Gehirn abgebaut wird, daß fortwährend Zerstörungsprozesse da sind, greift Platz in dem sich Zerstörenden das Seelische und Geistige. Darinnen aber wirkt gerade der Wille. Der Wille des Menschen ist im wesentlichen etwas, was während unseres physischen Lebens schon teilweise für den Tod des Menschen wirkt. In bezug auf unsere Kopforganisation sterben wir fortwährend; in jedem Augenblick sterben wir. Nur dadurch, daß von unserer übrigen Organisation entgegengearbeitet wird diesem fortwährenden Kopfsterben, dadurch leben wir. Tätig aber ist vor allen Dingen in diesem Kopfsterben der Wille. In unserem Haupte findet fortwährend schon dasselbe statt, was, abgesehen von uns, objektiv in der Welt draußen vorgeht, wenn wir durch den physischen Tod gegangen sind.

[ 3 ] You see, one of the first things that will have to be revealed to humanity in a comprehensive way is what one might call the mystery of the human will. This mystery of the human will has been veiled from modern cultural humanity, particularly since the middle of the 15th century, since the dawn of the fifth post-Atlantean epoch. One could say: The new worldview of humanity knows the very least about the will. We have often characterized it this way: The individual human being never experiences the true nature of his or her will while awake. While awake, they experience the nature of their imagination; while dreaming, the nature of their feeling; but even when awake, they are partially asleep with regard to their will. We go through the world as so-called waking human beings, yet we are awake only to our thoughts, half-awake—dreaming—with regard to our feelings, and completely asleep with regard to our will. Let us not delude ourselves about this. We have ideas about what we want; but only when the will becomes imagination, manifesting itself as intelligence, do we experience it while awake. What goes on in the depths of the human being when a person raises even a single hand—that is, sets their will in motion—is something the average person today knows absolutely nothing about. This means that the mystery of the will is virtually completely unknown to modern people, and this is actually connected to the fact that our entire modern culture—especially the one that has taken hold since the fifteenth century—is an intellectualistic culture, a culture of the intellect, for even the culture of the natural sciences is a culture of the intellect. In everything we grasp through the intellect, in everything we carry out through reason, the will plays the very smallest role. When we think, when we imagine, the will naturally plays a role in our imagination as well, but in a very, very refined state. People do not notice how the will pulsates within their imagination or how the will otherwise operates within their being; they simply do not know this. In a sense, it is precisely the mystery of the will that has been completely obscured for people of modern times by the exclusively intellectual culture of the recent era. If one now approaches the study of the will using those methods of spiritual science of which I have often spoken to you here, that is, if one attempts, with the help of imagination and inspiration, to activate those forces that can look into the mechanism that arises when a person wills, then one realizes that in our physical life between birth and death, willing is essentially bound not to processes of building up, but to processes of destruction. We have discussed this many times. If only constructive processes were taking place in our brain—if only what, for example, the nourishment absorbed by the life forces initially brings about were occurring there—then we would not be able to develop a soul and spiritual life through the instrument of our nerves and our brain; only because there is a constant process of breakdown in our brain—because destructive processes are constantly at work there—does the soul and spirit take hold within what is being destroyed. And it is precisely the will that is at work within this. The human will is, in essence, something that already works in part toward the death of the human being during our physical life. With regard to the organization of our head, we are constantly dying; we die at every moment. It is only because the rest of our organism works against this continuous dying of the head that we live. But it is the will, above all else, that is active in this dying of the head. In our head, the very same process is already taking place continuously that, apart from us, occurs objectively in the outside world once we have passed through physical death.

[ 4 ] Unser Leichnam geht uns ja, insofern wir Menschenindividualitäten sind und in die seelisch-geistigen Welten durch die Pforte des Todes eintreten, eigentlich nichts an; aber das Weltall geht er sehr viel an, dieser Leichnam; denn dieser Leichnam wird auf irgendeine Weise — es kommt auf diese jetzt nicht an, durch Verbrennung oder Beerdigung — den Elementen der Erde überliefert; da setzt er in seiner Art dasselbe fort, was unser menschlicher Wille partiell in unserem Nervensystem, in unserem Sinnensystem tut während des Lebens zwischen Geburt und Tod. Wir stellen vor, wir denken dadurch, daß unser Wille in uns etwas zerstört. Wir übergeben unseren Leichnam der Erde und mit Hilfe des sich auflösenden Leichnams, der nur denselben Prozeß fortsetzt, den wir partiell im Leben ausführen, «denkt und stellt vor» die ganze Erde. Dasjenige — ich habe es von anderen Gesichtspunkten aus Ihnen einmal in früheren Monaten charakterisiert —, was in der Erde sich fortwährend abspielt durch die Wechselwirkung zwischen dem ursprünglich Irdischen und dem, was in der Erde stattfindet durch die Vereinigung mit den abgestorbenen menschlichen Leibern, das ist eine Tätigkeit, die ganz gleich ist der Art nach derjenigen Willenstätigkeit, die in uns fortwährend unbewußt ausgeübt wird, indem abgebaut, zerstört wird, leichenhaft gearbeitet wird zwischen Geburt und Tod in unserem Nerven- und Sinnessystem. Zwischen Geburt und Tod arbeitet durch die Zerstörung, indem er sich mit unserem Ich verbindet, derselbe Wille innerhalb der Grenzen unserer Haut, der da arbeitet kosmisch durch unseren Leichnam nach unserem Tode im Denken und Vorstellen der ganzen Erde, wenn wir eben diesen Leichnam der Erde übergeben haben. So sind wir kosmisch verbunden mit dem, was man den seelisch-geistigen Prozeß des ganzen Erdenseins nennen könnte. Diese Vorstellung ist eine schwerwiegende; denn diese Vorstellung ordnet den Menschen konkret ein in das Kosmische unseres Erdendaseins. Das zeigt, wie verwandt der menschliche Wille ist mit demjenigen, was Todeskräfte in unserem Erdendasein bewirken; es zeigt die Verwandtschaft des menschlichen Willens mit der Art und Weise, wie der allgemeine Weltenwille wirkt innerhalb des Erdendaseins in der Zerstörung, im Herbeiführen der Todesverhältnisse.

[ 4 ] Our physical body is, in a sense, of no real concern to us—insofar as we are human individualities entering the soul-spiritual worlds through the gate of death; but this physical body is of great concern to the universe; for this physical body is, in one way or another—the specifics are not important here, whether through cremation or burial—surrendered to the elements of the earth; there it continues, in its own way, what our human will does in part within our nervous system and our sensory system during the life between birth and death. We imagine and think through the fact that our will destroys something within us. We entrust our corpse to the earth, and with the help of the decomposing corpse—which merely continues the same process that we carry out in part during life—the entire earth “thinks and imagines.” That which—I have described it to you from other perspectives in previous months—is constantly taking place within the Earth through the interaction between what is originally earthly and what occurs in the Earth through the union with the deceased human bodies, is an activity that is entirely similar in nature to the volitional activity that is continually and unconsciously exercised within us—as we break down, destroy, and work in a corpse-like manner between birth and death within our nervous and sensory systems. Between birth and death, the same will works through destruction by uniting with our “I” within the confines of our skin—the same will that works cosmically through our corpse after our death in the thinking and imagining of the entire Earth, once we have surrendered this very corpse to the Earth. Thus we are cosmically connected to what might be called the soul-spiritual process of the entire earthly existence. This concept is a weighty one; for it concretely places the human being within the cosmic context of our earthly existence. This shows how closely related the human will is to the forces of death at work in our earthly existence; it reveals the kinship of the human will with the way in which the general world will acts within earthly existence through destruction and the bringing about of conditions of death.

[ 5 ] Aber ebenso wie unsere Fortentwickelung in der geistigen Welt, nachdem wir durch die Todespforte geschritten sind, davon abhängt, daß wir unseren Leichnam nicht mehr haben, daß wir nicht mehr mit diesen Kräften arbeiten, sondern mit anderen, ebenso hängt die gedeihliche Weiterentwickelung der ganzen Erde davon ab, ob sich die Menschheit dieser Erde mit etwas verbindet, was nun nicht diese Todeskräfte sind, sich mit etwas verbindet, was Lebekräfte sind, die nach anderer Richtung hin sich entwickeln als diese Todeskräfte. Dies innerhalb der heutigen, von persönlichen Intentionen und Empfindungen erfüllten Menschheit auszusprechen, ist schon etwas, was eigentlich bitter ist; denn es wird der Ernst einer solchen Wahrheit heute nur in sehr eingeschränktem Maße empfunden. Die Menschheit hat ja verlernt, die großen Wahrheiten mit dem schweren Ernst zu nehmen, mit dem sie genommen werden müssen. Aber es muß trotzdem noch weiter gefragt werden: Wie hängt denn nun dasjenige, was im menschlichen Willen liegt, so wie ich es geschildert habe, mit den Zerstörungsvorgängen der äußeren Natur eigentlich zusammen? Wie hängt das, was ich im menschlichen Willen als seinen eigentlichen Charakter geschildert habe, mit den Zerstörungsvorgängen der äußeren Natur zusammen? Sehen Sie, hier ist es, wo vor dem neueren Menschen, man möchte sagen, die größte Illusion steht. Was tut denn eigentlich der neuere Mensch, wenn er auf die Natur hinschaut? Ja, er sagt: Da ist ein Naturvorgang, der spielt sich ab. Vor ihm hat sich ein anderer abgespielt, der ist seine Ursache; vor diesem wieder ein anderer, der ist wieder seine Ursache. Und so findet der moderne Mensch eine Kette von Ursachen und Wirkungen in der Natur und ist sehr stolz darauf, wenn er in diesem Sinne, wie er sagt, am Leitfaden der Kausalität die äußere Welt begreift. Was kommt dabei zustande? Ja, fragen Sie aufs Gewissen hin einen heutigen Geologen, Physiker, Chemiker oder irgendeinen anderen rechtgläubigen Naturforscher — er wird ja oftmals davor Scheu tragen, die letzte Konsequenz seiner Weltanschauung zu ziehen —, aber fragen Sie ihn, ob er sich nicht vorstellen müsse, daß die Erde, wie sie ist als Erde — oder Steine, Pflanzen und viele Tiere auch — sich gerade so entwickelt hätten, wie sie sich entwickelt haben, wenn der Mensch gar nicht dabei wäre, wären keine Häuser, keine Maschinen, keine Luftschiffe gebaut worden sein von den Büffeln, Stieren und so weiter; aber alles übrige, was man heute nicht als Menschenwerk empfindet, das wäre da gewesen von Anfang bis zum Ende, wenn der Mensch auch nicht da gewesen wäre, denn innerhalb der äußeren Natur besteht eine Kette von Ursachen und Wirkungen. Das Spätere ist die Folge des Vorhergehenden und eigentlich ist der Mensch beim Sich-Bilden der Kette gar nicht dabei gewesen, nach der Anschauung der heutigen Zeit! Diese Anschauung, die hat ganz genau denselben Fehler in sich wie das Folgende: Denken Sie, ich schreibe auf die Tafel irgendeinen Satz, etwa: «Stuttgart ist eine Stadt». Jetzt kommt jemand über diesen Satz und sagt: Ich untersuche wissenschaftlich dasjenige, was ich hier auf die Tafel geschrieben finde. Da habe ich, indem ich von hinten anfange, zuerst das t. Das geht hervor aus dem d. Dann nehme ich das d, das geht hervor aus dem vorhergehenden a, das a aus dem vorhergehenden t, das t aus dem vorhergehenden s. Jedesmal habe ich die Wirkung der vorhergehenden Ursache. Das t ist die Wirkung des d, das d ist die Wirkung des a, und so weiter. Sie sehen, es ist ein Unsinn. Jeder Buchstabe entsteht nur dadurch, daß ich ihn hingeschrieben habe, und nicht etwa hat der vorhergehende Buchstabe den nachfolgenden erzeugt. Es ist ein völliger Unsinn, zu sagen: der vorhergehende Buchstabe ist die Ursache des nachfolgenden, der vorhergehende erzeugt den nachfolgenden. Eine eingehende, vorurteilslose Untersuchung des Wesens der Naturvorgänge überzeugt uns von dem gleichen. Wir sagen, indem wir uns der großen Illusion der neueren Wissenschaft hingeben: Die Wirkungen sind die Folgen ihrer Ursachen. So ist es nicht. Die wirklichen Ursachen müssen wir da wo anders suchen, geradeso wie wir die Ursache für die Aufeinanderfolge der Buchstaben in unserm Verstande suchen müssen. Und wo liegen die Ursachen für das äußere Naturgeschehen im Großen? Das läßt sich ja nur durch die geistige Anschauung entscheiden. Diese Ursachen liegen in der Menschheit. Wissen Sie, wo Sie hinblicken müssen, wenn Sie die wirklichen Ursachen für den Naturlauf der Erde einsehen wollen? Sie müssen untersuchen, wie der menschliche Wille, dem heutigen Bewußtsein nach tief unterbewußt, im Schwerpunkt des Menschen, das ist im menschlichen Unterleibe, zentriert ist. Im menschlichen Kopfe ist ja nur ein Teil des Willens tätig; in dem anderen Organismus des Menschen ist der Hauptteil des Willens zentriert. Und von dem, wie der Mensch in bezug auf diesen seinen unterbewußten Willen ist, hängt das ab, was als äußerer Naturlauf ins Dasein tritt. Wir konnten biisher nur einen signifikanten Fall für diesen Naturverlauf anführen; aber es ist der ganze Naturverlauf so.

[ 5 ] But just as our further development in the spiritual world, after we have passed through the gate of death, depends on the fact that we no longer have our physical body, that we no longer work with these forces but with others—so, too, does the flourishing further development of the entire Earth depend on whether the humanity of this Earth connects itself with something that is not these forces of death, but with something that are life forces, which develop in a different direction than these forces of death. To speak of this within today’s humanity, which is filled with personal intentions and feelings, is in itself a bitter reality; for the gravity of such a truth is felt today only to a very limited extent. Humanity has, after all, forgotten how to take the great truths with the grave seriousness with which they must be taken. But we must nevertheless ask further: How, then, is that which lies in the human will—as I have described it—actually connected to the destructive processes of external nature? How is that which I have described as the true character of the human will connected to the destructive processes of external nature? You see, this is where, one might say, the greatest illusion stands before modern man. What does modern man actually do when he looks at nature? Well, he says: There is a natural process taking place. Before it, another one took place; that is its cause; before that one, yet another; that, in turn, is its cause. And so modern man finds a chain of causes and effects in nature and takes great pride in understanding the external world, as he puts it, by following the thread of causality. What is the result of this? Well, ask any contemporary geologist, physicist, chemist, or any other orthodox natural scientist in all sincerity—though they will often shy away from drawing the ultimate conclusion of their worldview— but ask him whether he does not have to imagine that the Earth, as it is—or rocks, plants, and many animals as well—would have developed exactly as they have, even if humans had not been there; no houses, no machines, no airships would have been built by buffalo, bulls, and so on; but everything else that we do not perceive today as the work of human hands would have been there from beginning to end, even if humans had not been there, for within the external natural world there is a chain of causes and effects. What comes later is the consequence of what came before, and in fact, according to the view of our time, humans were not even present during the formation of this chain! This view contains exactly the same flaw as the following: Imagine I write any sentence on the blackboard, such as: “Stuttgart is a city.” Now someone comes across this sentence and says: I am scientifically investigating what I find written here on the blackboard. Since I’m starting from the back, I have the “t” first. It follows from the “d.” Then I take the “d,” which follows from the preceding “a”; the “a” from the preceding “t”; the “t” from the preceding “s.” Each time, I have the effect of the preceding cause. The “t” is the effect of the “d,” the “d” is the effect of the “a,” and so on. You see, it’s nonsense. Each letter comes into being solely because I have written it down; it is not as though the preceding letter produced the following one. It is utter nonsense to say: the preceding letter is the cause of the following one; the preceding one produces the following one. A thorough, unbiased examination of the nature of natural processes convinces us of the same thing. We say—succumbing to the great illusion of modern science—that effects are the consequences of their causes. That is not the case. We must seek the real causes elsewhere, just as we must seek the cause for the sequence of letters within our own minds. And where do the causes for the external natural phenomena on a grand scale lie? That can only be determined through spiritual insight. These causes lie within humanity. Do you know where you must look if you wish to understand the true causes of the Earth’s natural course? You must examine how the human will—which, according to present-day consciousness, lies deep in the subconscious—is centered in the human being’s center of gravity, that is, in the human abdomen. Only a part of the will is active in the human head; the main part of the will is centered in the rest of the human organism. And what manifests as the external course of nature depends on the state of the human being in relation to this subconscious will. So far, we have been able to cite only one significant example of this natural process; but the entire course of nature is like this.

[ 6 ] Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß während der atlantischen Zeit sich der Mensch einer Art schwarzen Magie hingegeben hat. Die Folge davon war dann die Vereisung der zivilisierten Welt. So aber ist im umfassendsten Sinne in Wirklichkeit alles das, was der Naturverlauf ist, die Folge der Willenstätigkeit nicht des einzelnen Menschen, sondern dessen, was in der Menschheit zusammenwirkt bei verschiedenen Willenskräften, die aus den menschlichen Schwerpunkten kommen. Wenn ein entsprechend entwickeltes Wesen, sagen wir, vom Mars oder Merkur aus die Erde studieren würde, ihren Verlauf studieren würde, also verstehen wollte, wie da der Naturverlauf vor sich geht, so würde dieses Wesen die Natur nicht so beschreiben, wie sie der Mensch beschreibt, wenn er gelehrt sein will, sondern solch ein Wesen würde die Erde überschauen und würde sagen: Da ist die Erde unten, da sind viele Punkte, in diesen Punkten sind die Kräfte zentriert, die den Naturverlauf bewirken. Aber diese Punkte würden für ihn nicht draußen in der Natur liegen, sondern immer in den Menschen drinnen. Derjenige, der von außen schauen würde, würde spüren, daß er auf das Innere der Menschheit schauen muß, wenn er die Ursachen suchen wollte für das, was im Naturverlauf geschieht. Diese Einsicht des Zusammenhangs des menschlichen Willens mit dem Naturverlauf im Großen natürlich, die Täuschung kann entstehen, wenn wir den Naturverlauf nur soweit betrachten, wie unsere Nase reicht, da allerdings zeigt sich nicht der Zusammenhang —, diese Einsicht von dem Zusammenhang der Willenswirkungen, der Willensrichtung der Menschheit mit dem Naturverlauf, die wird ein Bestandteil werden müssen künftiger Naturwissenschaft für die Menschheit. Mit einer solchen Naturwissenschaft wird sich der Mensch in einer ganz anderen Weise verantwortlich fühlen für das, was er ist, als er sich heute gemeiniglich verantwortlich fühlt. Der Mensch wird aus einem Erdenbürger ein kosmischer Bürger. Der Mensch wird das Weltenall als zu sich gehörig betrachten lernen.

[ 6 ] I have often pointed out to you that during the Atlantean era, humankind indulged in a form of black magic. The consequence of this was the glaciation of the civilized world. But in the broadest sense, everything that constitutes the course of nature is in reality the result not of the will of the individual human being, but of what acts together within humanity through various forces of will that arise from human centers of gravity. If a sufficiently developed being—say, from Mars or Mercury—were to study the Earth, to study its course, that is, to seek to understand how the course of nature unfolds there, such a being would not describe nature as humans do when they seek to be learned; rather, such a being would survey the Earth and say: There is the Earth below; there are many points, and within these points are centered the forces that bring about the course of nature. But for this being, these points would not lie out in nature, but always within human beings. Anyone observing from the outside would sense that they must look into the innermost being of humanity if they wished to seek the causes of what occurs in the course of nature. This insight into the connection between human will and the course of nature on a grand scale—of course, a misconception can arise if we consider the course of nature only as far as our noses can reach, for there the connection does not become apparent—this insight into the connection between the effects of will, the direction of humanity’s will, and the course of nature must become an integral part of future natural science for humanity. With such a natural science, human beings will feel responsible for what they are in a completely different way than they generally do today. Human beings will transform from citizens of the Earth into citizens of the cosmos. Human beings will learn to regard the universe as belonging to them.

[ 7 ] Aber bedenken Sie, daß ja sofort, wenn man auf solche Dinge aufmerksam macht, das Wissen von diesen Dingen in uns Platz greift. Dieses Wissen wirkt nicht so schattenhaft wie unser intellektualistisches Wissen, sondern es ist viel mehr den Realitäten entnommen, daher wirkt es auch viel realer. Und da es viel realer wirkt als das schattenhafte Wissen der neueren Menschheit, so ist eben notwendig, daß der Mensch ernst nehme, was ihm durch dieses Wissen eröffnet wird. Man kann nicht auf der einen Seite ein Weltenbürger in dem eben geschilderten Sinne werden und auf der anderen Seite der alte Philister bleiben, den die letzten Jahrhunderte seit der Mitte des 15. Jahrhunderts in der neueren Menschheit herangebildet haben. Man kann nicht auf der einen Seite sich bewußt eingliedern wollen in die Vorgänge des Kosmos und auf der anderen Seite seinen Nebenmenschen ebenso verklatschen, wie im Bourgeoiszeitalter seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bei jedem Kaffeeklatsch. Es ist notwendig, daß zu gleicher Zeit ein anderes Ethos, andere sittliche Impulse durch die Menschheit wallen, wenn ernsthaft einziehen soll die Wissenschaft der Initiation. Für heute wirkt insbesondere hemmend auf das Einziehen dieser Wissenschaft der Initiation alles das, was in unrichtiger Weise vorbereitet das, was ich nennen möchte: das Erscheinen des Ahriman auf unserer Erde. Ich habe letzthin, um Ihnen ein wenig die richtige Feststimmung der diesjährigen Weihnacht zu charakterisieren, auf diese Tatsache schon hingewiesen; ich will nur kurz wiederholen.

[ 7 ] But keep in mind that as soon as attention is drawn to such things, knowledge of them takes root within us. This knowledge does not seem as elusive as our intellectual knowledge; rather, it is drawn directly from reality, which is why it also seems much more real. And since it seems much more real than the shadowy knowledge of modern humanity, it is precisely necessary for people to take seriously what is revealed to them through this knowledge. One cannot, on the one hand, become a citizen of the world in the sense just described and, on the other hand, remain the old philistine that the last few centuries—since the mid-15th century—have shaped in modern humanity. One cannot, on the one hand, consciously seek to integrate oneself into the processes of the cosmos and, on the other hand, gossip about one’s fellow human beings just as was done in the bourgeois era since the mid-15th century at every coffee party. It is necessary that, at the same time, a different ethos and different moral impulses flow through humanity if the science of initiation is to take root in earnest. Today, in particular, everything that is improperly preparing what I would like to call “the appearance of Ahriman on our Earth” acts as a hindrance to the establishment of this science of initiation. I recently referred to this fact in order to characterize a little of the proper festive spirit of this year’s Christmas; I will only briefly repeat it.

[ 8 ] Wenn wir zurückgehen in der Erdenentwickelung, so finden wir vor unserer neueren materialistischen Kultur die griechisch-lateinische Kultur bis zurück ins 8. vorchristliche Jahrhundert. Wir sehen dann auftauchen ein paar Jahrhunderte nach dem Beginne dieser griechisch-lateinischen Zeit, was man nennen möchte: das in Griechenland schon filtrierte, alte Weisheitsleben der Vorzeit. Nietzsche hat in dieser Beziehung merkwürdig, wenn auch krankhaft, empfunden. Er fühlte sich von Anfang seines geistigen Wirkens an als ein Gegner des Sokrates, und er wurde nicht müde, immer wieder und wiederum von der größeren Wertigkeit der vorsokratischen griechischen Kultur gegenüber der sokratischen und nach sokratischen zu sprechen. Ich will auf diese Sache nicht anders eingehen, als indem ich Ihnen sage: Allerdings ist es wahr, daß mit Sokrates auf der einen Seite ein großes Zeitalter der Menschheit angebrochen ist, das seine Kulmination gefunden hat im Übergang des 14. und 15. Jahrhunderts, daß aber dieses Zeitalter des Sokrates heute abgelaufen ist, richtig abgelaufen ist: denn das sokratische Zeitalter ist dasjenige, welches aus der früheren impulsiven Weisheit herausgenommen hat die bloße Logik, die bloße Dialektik. Dieses Herausnehmen der bloßen Logik, der bloßen Dialektik aus der alten hellseherischen Weisheit, das ist das Charakteristikum unserer abendländischen Kultur. Das hat auch dem Christentum sein Gepräge aufgedrückt; denn auch die Theologie des Abendlandes ist eine dialektische. Aber was als Dialektik, als bis zur Abstraktion filtrierte Geistigkeit in Griechenland aufgeht, geht eben zurück bis zu den Mysterien des Orients, und bei diesen Mysterien waren auch diejenigen, die eine Kultur begründet haben, welche dann zur chinesischen Kultur geworden ist, innerhalb derer sich inkarniert hat die Gestalt des Luzifer. Das darf man sich nicht verhehlen, daß Luzifer selber einmal in einem Leibe war, wie der Christus während der Zeit des Mysteriums von Golgatha in einem Leibe auf der Erde herumgewandelt ist. Aber man verkennt in philiströser Weise diese luziferische Inkarnation, wenn man wie eine Art Rührmichnichtan alles betrachten will, was von Luzifer ausgegangen ist. Von Luzifer ist ausgegangen zum Beispiel auch die Höhe der griechischen Kultur selber, die eigentliche alte Kunst, der Kunstimpuls der Menschheit, so wie wir selber ihn noch immer eigentlich betrachten. Nur ist das alles in Europa bis zur Phrase, bis zur Inhaltslosigkeit erstarrt. Und luziferische Weisheit war es, durch die zuerst das Christentum in Europa begriffen worden ist. Das ist das Bedeutsame, daß in der griechischen Weisheit, die sich herausgebildet hat als Gnosis, um das Mysterium von Golgatha zu begreifen, die alte luziferische Weisheit mitgewirkt hat, der alten Gnosis die Gestaltung gegeben hat. Es ist für die damalige Zeit der größte Sieg des Christentums gewesen, daß die Tatsache des Mysteriums von Golgatha sich gekleidet hat in das, was Luzifer der Erdenentwickelung gegeben hat. Aber während die Luzifer-Kultur, die also durch die reale Inkarnation des Luzifer der Menschheit übergeben worden ist, abflutet, flutet auf nach und nach, was die künftige Inkarnation des Ahriman auf der westlichen Erde vorbereitet. Es wird sich einfach, wenn die Zeit dazu reif ist — und sie bereitet sich dazu vor — in der westlichen Welt Ahriman in einem menschlichen Leibe inkarnieren. Diese Tatsache muß ebenso kommen, wie die anderen da waren, daß sich Luzifer inkarniert hat und daß sich Christus inkarniert hat. Diese Tatsache ist der Erdenentwickelung vorgeschrieben. Worauf es ankommt, ist nur: diese Tatsache so ins Auge zu fassen, daß man sich richtig auf sie vorbereitet; denn Ahriman wirkt nicht etwa dann erst, wenn er in einem Menschen auf der Erde erscheinen wird, sondern er bereitet jetzt von den übersinnlichen Welten aus sein Erscheinen vor. Er arbeitet schon hinein in die Menschheitsentwickelung; er sucht sich von jenseits her seine Werkzeuge, durch die er sich vorbereitet, was da kommen soll.

[ 8 ] If we look back at the development of the Earth, we find that our more recent materialistic culture was preceded by the Greco-Roman culture, which dates back to the 8th century B.C. A few centuries after the beginning of this Greco-Latin era, we then see the emergence of what one might call the ancient wisdom life of prehistory, which had already been filtered through Greece. Nietzsche had a peculiar, if not pathological, perception in this regard. From the very beginning of his intellectual career, he saw himself as an opponent of Socrates, and he never tired of speaking, time and again, of the greater value of pre-Socratic Greek culture compared to the Socratic and post-Socratic eras. I do not wish to address this matter in any other way than by telling you: It is certainly true that, with Socrates, a great age of humanity dawned—one that reached its culmination at the turn of the 14th and 15th centuries—but that this age of Socrates has now come to an end, truly come to an end: for the Socratic era is the one that extracted from the earlier, intuitive wisdom mere logic and mere dialectic. This extraction of mere logic and mere dialectic from the ancient clairvoyant wisdom is the defining characteristic of our Western culture. It has also left its mark on Christianity; for Western theology, too, is dialectical. But what emerges in Greece as dialectic—as spirituality filtered down to the level of abstraction—traces its origins back to the mysteries of the East; and among these mysteries were also those who founded a culture that later became Chinese culture, within which the figure of Lucifer incarnated. We must not deny that Lucifer himself was once in a physical body, just as Christ walked the earth in a physical body during the time of the Mystery of Golgotha. But one misjudges this Luciferic incarnation in a philistine way if one seeks to regard everything that has emanated from Lucifer with a kind of “leave me alone” attitude. For example, the height of Greek culture itself, the true ancient art, and the artistic impulse of humanity—as we ourselves still essentially regard it—also emanated from Lucifer. Only has all of this in Europe become frozen into mere rhetoric, into emptiness. And it was Luciferic wisdom that first enabled Christianity to be understood in Europe. This is the significant point: that in Greek wisdom—which developed as Gnosis in order to comprehend the Mystery of Golgotha—the ancient Luciferic wisdom played a part, giving form to the ancient Gnosis. For that era, it was Christianity’s greatest victory that the reality of the Mystery of Golgotha was clothed in what Lucifer had given to the development of the Earth. But as the Luciferic culture—which was thus bestowed upon humanity through the actual incarnation of Lucifer—fades away, what is preparing the way for the future incarnation of Ahriman in the Western world is gradually rising. When the time is ripe—and it is preparing for this—Ahriman will simply incarnate in a human body in the Western world. This event must come just as the others did: that Lucifer incarnated and that Christ incarnated. This event is predestined for Earth’s evolution. What matters is simply this: to view this event in such a way that one prepares for it properly; for Ahriman does not begin to act only when he appears in a human being on Earth, but is already preparing his appearance from the supersensible worlds. He is already working into the development of humanity; from beyond, he seeks out his instruments through which he prepares for what is to come.

[ 9 ] Nun ist ein wesentliches Mittel für die günstige Wirkung dessen, was Ahriman der Menschheit bringen sollte — er wird ebenso Günstiges bringen wie Luzifer —, daß die Menschheit sich in der richtigen Weise dazu stellt. Das, worauf es ankommt, ist, daß die Menschheit nicht das Erscheinen des Ahriman verschläft. Wenn einstmals in der westlichen Welt der inkarnierte Ahriman auftritt, so wird man in den Gemeindebüchern verzeichnen: John William Smith ist geboren — es wird dies natürlich nicht der Name sein — und man wird ihn als einen behäbigen Bürger wie andere Bürger ansehen und wird verschlafen, was da eigentlich geschieht. Unsere Universitätsprofessoren werden ganz gewiß nicht dafür sorgen, daß man das nicht verschläft. Für sie wird das, was da erscheinen wird, der John William Smith sein. Aber darauf kommt es an, daß in dem ahrimanischen Zeitalter die Menschen wissen, daß es sich hier nur äußerlich um den John William Smith handeln wird, daß innerlich aber Ahriman vorhanden ist, daß man sich über das, was geschieht, keiner Täuschung hingibt in schläfriger Illusion. Ja man darf sich schon jetzt keiner Täuschung hingeben, daß sich diese Dinge vorbereiten. Unter den wichtigsten Mitteln, die Ahriman hat, um von dem Jenseits hereinzuwirken, ist das, das abstrakte Denken der Menschheit zu fördern. Und weil dieses abstrakte Denken heute so beliebt ist, arbeitet man in ahrimanisch günstigem Sinne der Erscheinung des Ahriman gut vor. Nichts würde die Tatsache besser vorbereiten, daß Ahriman die ganze Erde fischt für seine Entwickelung, als wenn man das abstrakte und abstrahierende Leben, das heute schon sogar in das soziale Leben eingezogen ist, fortsetzt. Das ist eine der Finten, einer der Witze, durch die Ahriman in seinem Sinne seine Herrschaft auf der Erde vorbereitet. Statt daß man den Menschen heute aus der vollen Erfahrung heraus zeigt, was zu geschehen hat, redet man dieser Menschheit von allgemeinen Theorien, auch von sozialen Theorien. Diejenigen, die von Theorien reden, finden gerade das Erfahrungsgemäße abstrakt, weil sie keine Ahnung vom Leben haben. Das alles ist Vorbereitung in ahrimanischem Sinne.

[ 9 ] Now, an essential factor for the beneficial effect of what Ahriman is to bring to humanity—he will bring just as much good as Lucifer—is that humanity approaches this in the right way. What matters is that humanity does not miss the appearance of Ahriman. When the incarnated Ahriman once appears in the Western world, the parish registers will record: John William Smith is born—this will not, of course, be his real name—and he will be regarded as an unassuming citizen like any other, and people will fail to recognize what is actually happening. Our university professors will certainly not ensure that people do not miss this. To them, what will appear will be John William Smith. But what matters is that in the Ahrimanic age, people know that outwardly this will only be John William Smith, but inwardly Ahriman is present—that they do not succumb to delusion in a drowsy illusion about what is happening. Indeed, even now we must not succumb to the delusion that these things are merely in preparation. Among the most important means Ahriman has for working from the beyond is the promotion of abstract thinking among humanity. And because this abstract thinking is so popular today, the groundwork is being laid in a way that favors the appearance of Ahriman. Nothing would better pave the way for Ahriman to ensnare the entire Earth for his own development than to continue the abstract and abstracting way of life that has already permeated even social life today. This is one of the ruses, one of the tricks, through which Ahriman prepares his dominion on Earth in accordance with his own purposes. Instead of showing people today, based on full experience, what must happen, one speaks to humanity of general theories, including social theories. Those who speak of theories find precisely what is based on experience to be abstract, because they have no idea of life. All of this is preparation in the Ahrimanic sense.

[ 10 ] Aber es gibt noch eine andere Art der Vorbereitung für Ahriman, und diese kann geschehen — und auch das ist etwas, was heute nun schon bekannt werden muß — durch eine irrtümliche Auffassung der Evangelien. Sie wissen ja, daß es heute zahlreiche Menschen, insbesondere unter den offiziellen Vertretern dieser oder jener Bekenntnisse gibt, die alles das in Grund und Boden bekämpfen, was gerade aus der Wissenschaft der Initiation heraus für eine neue ChristusErkenntnis unter uns auftritt. Solche Menschen, wenn sie nicht bloß einem Rationalismus huldigen, nehmen noch die Evangelien an; aber was wissen im Grunde genommen diese Menschen von der eigentlichen Natur der Evangelien? Menschen dieser Art sind es ja gerade gewesen, welche die äußerliche weltliche, historisch-wissenschaftliche Methode auf die Evangelien im 19. Jahrhundert angewendet haben. Und was ist denn geworden aus diesen Evangelien unter der wissenschaftlichen Methode des 19. Jahrhunderts? Es ist aus den Evangelien ja nichts anderes geworden, als daß diese Evangelienauffassung allmählich vermaterialisiert worden ist. Das erste, worauf man aufmerksam wurde, waren die Widersprüche der vier Evangelien untereinander. Und von der Wahrnehmung dieser Widersprüche ist dann eigentlich der Rutsch nach abwärts gegangen bis zur Schmiedelei; denn schließlich, was ist denn in der Evangelienforschung alles das, was von dem Basler Schmiedel — ich meine nicht unseren Dr. Schmiedel, sondern den Theologen, den Prof. Schmiedel —, was von dem kommt? Was ist dies anderes als, ich möchte sagen, das Aus-den-Angeln-Heben der Evangelien. Was sucht denn der gute Schmiedel in den Evangelien? Er sucht zu beweisen, daß sie nicht bloß Phantasieprodukte sind, hervorgegangen, um den Christus Jesus nur zu verherrlichen, und kommt da zu einer beschränkten Anzahl von Punkten, den berühmten Schmiedelschen Hauptpunkten, in denen auch Ungünstiges über den Christus gesagt worden ist. Die, meint er, wären weggeblieben, wenn die Evangelien nur zur Glorifizierung des Jesus geschrieben wären. Also man hat schließlich schon das Gefühl, er läßt sich auf alles das ein, wo dem Christus Jesus etwas aufgemutzt wird, um schließlich noch ein Zipfelchen von der weltlichen Wissenschaft zu retten für die Evangelien. Auch dieses Zipfelchen wird weichen; man wird aus der weltlichen Wissenschaft nichts gewinnen, was in dem Sinne, wie es die Herren wollen, die Echtheit der Evangelien wird beweisen können. Um sich zu diesen Evangelien richtig zu verhalten, wird man wissen müssen, warum die Evangelien entstanden sind, das heißt, man wird wissen müssen, was die Evangelien eigentlich wollen. Das wird man nur erkennen, wenn man sich wirklich mit dem befruchtet, was aus der Geisteswissenschaft kommen kann.

[ 10 ] But there is another way of preparing the way for Ahriman, and this can happen—and this, too, is something that must now become known—through a mistaken interpretation of the Gospels. You know, of course, that there are numerous people today—especially among the official representatives of this or that denomination—who vehemently oppose everything that is emerging among us as a new understanding of Christ, precisely out of the science of initiation. Such people, if they do not merely worship rationalism, still accept the Gospels; but what do these people really know about the true nature of the Gospels? It was precisely people of this sort who applied the external, worldly, historical-scientific method to the Gospels in the 19th century. And what, then, became of these Gospels under the scientific method of the 19th century? The result was nothing other than the gradual materialization of the understanding of the Gospels. The first thing that caught people’s attention were the contradictions among the four Gospels. And the recognition of these contradictions actually marked the beginning of a downward slide into Schmiedelism; for after all, what in Gospel research stems from the Basel Schmiedel—I do not mean our Dr. Schmiedel, but the theologian, Prof. Schmiedel—what comes from him? What is this other than, I might say, the uprooting of the Gospels? What is good old Schmiedel looking for in the Gospels? He seeks to prove that they are not merely products of the imagination, created solely to glorify Jesus Christ, and in doing so arrives at a limited number of points—the famous Schmiedelian main points—in which unfavorable things have also been said about Christ. These, he argues, would have been omitted if the Gospels had been written solely for the glorification of Jesus. So, in the end, one gets the feeling that he goes along with everything in which Christ Jesus is criticized, just to salvage a tiny shred of secular scholarship for the Gospels. Even this shred will vanish; one will gain nothing from secular scholarship that can prove the authenticity of the Gospels in the sense that these gentlemen desire. To adopt the right attitude toward these Gospels, one will have to know why the Gospels came into being—that is, one will have to know what the Gospels are actually intended to achieve. This can only be recognized by truly drawing upon what spiritual science has to offer.

[ 11 ] Vertieft man sich aber in die Evangelien, nimmt man ihren Inhalt und ihre Kräfte auf, dann kommt man dazu, aus ihnen heraus einen Seeleninhalt zu gewinnen. Keine äußere historische Wissenschaft wird einem die Evangelien enträtseln; aber man kann sich in die Evangelien vertiefen, dann bekommt man einen Seeleninhalt. Dieser Seeleninhalt ist eine große Halluzination, allerdings eine verfeinerte Halluzination, die Halluzination des Mysteriums von Golgatha. Das Höchste, was zu gewinnen ist aus den Evangelien, ist die Halluzination des Mysteriums von Golgatha, nicht mehr und nicht weniger. Sehen Sie, dieses Geheimnis kennt gerade die neuere katholische Kirche. Daher will sie nicht, daß letzten Endes die Evangelien erkannt werden von den Laien, denn sie fürchtet, daß man darauf kommen würde, daß man durch die Evangelien nicht eine historische Kunde von dem Christus-Mysterium haben kann, sondern nur eine Halluzination dieses Mysteriums von Golgatha, ich könnte auch sagen: eine Imagination; denn die Halluzination ist so verfeinert, daß sie eine wirkliche Imagination ist. Aber mehr als eine Imagination ist durch den Evangelieninhalt selber nicht zu gewinnen.

[ 11 ] But if one delves deeply into the Gospels, absorbing their content and their power, one comes to gain a spiritual substance from them. No external historical science will unravel the mysteries of the Gospels for one; but one can immerse oneself in the Gospels, and then one gains a spiritual substance. This inner experience is a great hallucination—albeit a refined one—the hallucination of the Mystery of Golgotha. The highest thing to be gained from the Gospels is the hallucination of the Mystery of Golgotha, no more and no less. You see, it is precisely this mystery that the modern Catholic Church knows. That is why it does not want the Gospels to be fully understood by the laity, for it fears that people would come to realize that the Gospels do not provide a historical account of the Christ Mystery, but only a hallucination of this Mystery of Golgotha—I might also say: an imagination; for the hallucination is so refined that it is a true imagination. But nothing more than an imagination can be gained from the content of the Gospels themselves.

[ 12 ] Welches ist der Weg von der Imagination zu der Wirklichkeit? Der Weg wird eben durch die Geisteswissenschaft erschlossen, nicht durch das, was außerhalb der Geisteswissenschaft steht, sondern durch die Geisteswissenschaft allein. Das heißt, es muß die Imagination der Evangelien durch die Geisteswissenschaft zur Realität erhoben werden. Es liegt im äußersten Interesse Ahrimans, sich seine Inkarnation so vorzubereiten, daß die Menschen diesen Weg von der Imagination in den Evangelien durch die Geisteswissenschaft zur Wirklichkeit des Mysteriums von Golgatha nicht machen. Geradeso wie Ahriman das größte Interesse daran hat, den Sinn für die Abstraktion zu erhalten, so hat er auch das größte Interesse daran, daß die Menschheit immer mehr und mehr jene Frömmigkeit ausbilde, die bloß auf die Evangelien bauen will. Wenn Sie das bedenken, so werden Sie einsehen, daß ein großer Teil der heute bestehenden Bekenntnisse die Vorarbeit Ahrimans für seine Zwecke in diesem Erdendasein ist. Wodurch könnte man dem Ahriman zum Beispiel mehr dienen, als wenn man sich entschlösse, eine äußere Macht, die man hat, dazu auszunützen, daß man denen, die an diese Macht glauben, die sich dieser Macht unterwerfen, befiehlt, sie sollen die anthroposophische Literatur nicht lesen! Man könnte ja Ahriman keinen größeren Dienst leisten, als herbeizuführen, daß eine Anzahl von Menschen die anthroposophische Literatur nicht liest. Die Menschen, die sich dazu entschlossen haben, diesen anthroposophischen Weg zu gehen, müssen sich mit diesen Dingen bekanntmachen. Es können eben gewisse Tatsachen heute nicht anders als rückhaltlos im Lichte der Wahrheit dargestellt werden.

[ 12 ] What is the path from imagination to reality? This path is opened up precisely through spiritual science—not through anything outside of spiritual science, but through spiritual science alone. This means that the imagination of the Gospels must be elevated to reality through spiritual science. It is in Ahriman’s utmost interest to prepare his incarnation in such a way that human beings do not take this path from the imagination in the Gospels, through spiritual science, to the reality of the Mystery of Golgotha. Just as Ahriman has the greatest interest in preserving the sense of abstraction, so too does he have the greatest interest in humanity developing more and more that kind of piety which seeks to rely solely on the Gospels. If you consider this, you will realize that a large part of the creeds existing today constitutes Ahriman’s preparatory work for his purposes in this earthly existence. How, for example, could one serve Ahriman more than by deciding to exploit an external power one possesses to command those who believe in this power—and who submit to it—not to read anthroposophical literature! One could hardly render a greater service to Ahriman than to ensure that a number of people do not read anthroposophical literature. Those who have resolved to follow this anthroposophical path must familiarize themselves with these matters. Certain facts simply cannot be presented today in any other way than unreservedly in the light of truth.

[ 13 ] Es muß eingesehen werden, daß der Gang der Weltentwickelung von Luzifers Inkarnation vor Jahrtausenden vorüber an dem Mysterium von Golgatha, das immer noch weiter wirken soll, gegen die in gar nicht ferner Zeit stattfindende Inkarnation Ahrimans zugeht. Diese muß sich der Entwickelung in den Weg stellen, damit sich die Kräfte, die durch den Christus-Impuls aufgenommen wurden, am Widerstand erhärten. Durch einen verschleierten Evangelienkult und durch Abstraktion wird man Ahriman auf den Weg helfen. Es haben heute viele Menschen ein inneres Bequemlichkeitsinteresse daran, sich zu verschließen vor diesen ernsten Tatsachen. Die Anthroposophen sollten dieses Interesse nicht haben; sie sollten vielmehr einen gewissen Impetus entwickeln, soviel wie möglich zu tun, damit die Geisteswissenschaft unter die Menschheit verbreitet werde. Es ist etwas ganz Falsches, wenn immer wiederum geglaubt wird, man müsse sich mit solchen Leuten wie Traub verständigen. Es ist unsinnig, zu glauben, man könne sich mit solchen Leuten verständigen; denn die wollen es nicht. Worauf es ankommt, ist, die übrige Menschheit aufzuklären über diese Menschen. Man hat zu der übrigen Menschheit über diese Menschen zu sprechen. Damit sie sich mit uns verständigen können, dazu ist ja wahrhaftig alles geschehen. Sie brauchten nur vorurteilslos zu lesen, was da ist, sich in das zu vertiefen, was da ist. Man muß strenge unterscheiden zwischen der Charakteristik solcher Schädlinge der Fortentwickelung der Menschheit und den anderen Menschen, vor die man hintreten und sagen muß, wie es um jene Schädlinge bestellt ist. Das Versuchen einer Verständigung mit diesen Menschen hat gar keinen Sinn und gar keine Bedeutung; denn diese Menschen werden außerdem sofort zur Verständigung neigen, wenn sie keine Anhänger mehr haben, die ihnen den Boden unter die Füße legen. Dann sind sie schon von selber bereit, sich zu verständigen. Die Notwendigkeit, die vorliegt, besteht gerade darin, die Menschen über sie aufzuklären. Wenn nur nicht leider gerade innerhalb unserer Kreise oftmals das Bestreben bestünde, in dieser Beziehung Kompromisse zu schließen, in dieser Beziehung sich nicht unbedingt zum Mute der Wahrheit zu bekennen! Es ist gar nicht nötig, daß wir uns jemals der Illusion hingeben, eine Verständigung mit dem oder jenem herbeizuführen, der sich ja gar nicht mit uns verständigen will. Hülfe es uns etwas? Was für uns notwendig ist, das ist: mutvoll eintreten für die Wahrheit, soviel wir können. Und das scheint mir insbesondere aus der Auffassung dessen hervorzugehen, was mit der Entwickelung der Menschheit verbunden ist.

[ 13 ] It must be understood that the course of world development—from Lucifer’s incarnation millennia ago, through the Mystery of Golgotha, which is to continue to work even now, and onward—is moving toward the incarnation of Ahriman, which will take place in the not-too-distant future. This incarnation must stand in the way of evolution so that the forces absorbed through the Christ impulse may be strengthened through resistance. Through a veiled worship of the Gospels and through abstraction, people will help Ahriman on his way. Today, many people have an inner, self-serving interest in closing themselves off from these serious facts. Anthroposophists should not share this interest; rather, they should develop a certain impetus to do as much as possible to ensure that spiritual science is spread among humanity. It is entirely wrong to believe, time and again, that one must come to an understanding with people like Traub. It is nonsensical to believe that one can come to an understanding with such people; for they do not want to. What matters is to enlighten the rest of humanity about these people. We must speak to the rest of humanity about these people. Everything has indeed been done to enable them to understand us. They need only read what is there without prejudice and immerse themselves in it. One must make a strict distinction between the characteristics of such pests to the further development of humanity and other people, before whom one must stand and explain the true nature of those pests. Attempting to reach an understanding with these people is completely pointless and meaningless; for these people will, moreover, immediately be inclined toward understanding once they no longer have followers who pull the rug out from under their feet. Then they will already be willing of their own accord to come to an understanding. The necessity at hand lies precisely in enlightening people about them. If only, unfortunately, there were not often a tendency within our own circles to make compromises in this regard, to not necessarily commit to the courage of the truth! There is absolutely no need for us ever to succumb to the illusion of bringing about an understanding with this or that person who, after all, does not want to understand us at all. Would that help us in any way? What is necessary for us is to courageously stand up for the truth, as much as we can. And this seems to me to emerge in particular from an understanding of what is connected with the development of humanity.