Healing Factors for the Social Organism
GA 198
3 June 1920, Dornach
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Healing Factors for the Social Organism, tr. SOL
Siebenter Vortrag
Seventh Lecture
[ 1 ] Ich habe heute vor, in den Betrachtungen, die letzten Sonntag hier begonnen worden sind, fortzufahren, und zwar möchte ich zunächst noch einmal zurückkommen auf die paar Worte, die ich gesagt habe am letzten Sonntag über den Antimodernisteneid. Ich habe das Wesen dieses Antimodernisteneides ja dahin charakterisiert, daß seit jener Zeit ein jeder, der im römisch-katholischen Kirchenlehramt tätig ist, sei es als I'heologe, sei es als Kanzelredner, diesen Eid zu schwören hat, diesen Eid, der im wesentlichen besagt, daß nicht abweichen dürfe derjenige, der innerhalb des katholischen Lehramtes steht, von demjenigen, was durch das Lehramt der römisch-katholischen Kirche als die Wahrheit dogmatisch anerkannt ist, das heißt aber im wesentlichen, was anerkannt ist durch die römische Kurie.
[ 1 ] Today I intend to continue the reflections that began here last Sunday, and I would like to start by returning once more to the few words I said last Sunday about the anti-modernist oath. I characterized the essence of this anti-modernist oath as follows: since that time, everyone who serves in the Roman Catholic Magisterium—whether as a theologian, or as a preacher, must take this oath—an oath that essentially states that no one within the Catholic Magisterium may deviate from what is dogmatically recognized as the truth by the Magisterium of the Roman Catholic Church, which essentially means what is recognized by the Roman Curia.
[ 2 ] Nun handelt es sich darum, daß gegenüber einer solchen Tatsache die Frage aufgeworfen werden muß: Was ist denn eigentlich neu an diesem Antimodernisteneid? Neu ist nicht das Bekenntnis des katholischen Kanzelredners oder des Theologen zu dem, was Lehrgut der römisch-katholischen Kirche ist — dies bitte ich Sie zunächst ins Auge zu fassen —, sondern neu ist, daß die Betreffenden zu schwören haben, daß sie einen Eid abzulegen haben auf dasjenige, was eben Lehrgut der katholischen Kirche ist. Dies bitte ich Sie zunächst ins Auge zu fassen und es zusammenzubringen mit dem anderen, daß eine gewaltige Steigerung weltgeschichtlich wirksamer Tatsachen innerhalb der römischkatholischen Kirche in etwas mehr als einem halben Jahrhundert vorliegt. Die Sache hat begonnen mit den Erklärungen des Dogmas der Conceptio immaculata, und sie fand dann außerordentlich subtil und geistvoll eine weitere Steigerung in der Enzyklika und in dem Syllabus der sechziger Jahre, in denen durch Pius IX. alles moderne Denken in achtzig Artikeln als häretisch erklärt worden ist. Eine weitere bedeutsame Steigerung, wiederum außerordentlich geistvoll und historisch konsequent, lag dann in der Erklärung des Infallibilitätsdogmas, in der Erklärung des Unfehlbarkeitsdogmas. Der nächste innerlich außerordentlich konsequente Schritt war die Enzyklika «Aeterni patris», jene Enzyklika, welche die Lehre des Thomas von Aquino als die offizielle Lehre der römisch-katholischen Geistlichkeit erklärte. Und die vorläufige Krönung des ganzen Gebäudes ist der Antimodernisteneid, der ja im wesentlichen nichts anderes ist als eine Übertragung desjenigen, was intellektuell immer da war, in die Emotionssphäre des Menschen, in die Willens- und Gemütssphäre des Menschen. Was immer anerkannt werden mußte, das muß seit dem Jahre 1910 auch noch beschworen werden.
[ 2 ] The point is that, in light of this fact, the question must be raised: What, exactly, is new about this anti-modernist oath? What is new is not the Catholic preacher’s or theologian’s profession of faith in the doctrine of the Roman Catholic Church—I ask you to consider this first of all—but rather that those concerned must swear an oath to the very doctrine of the Catholic Church. I ask you to bear this in mind first and to consider it in conjunction with the fact that there has been a tremendous increase in events of world-historical significance within the Roman Catholic Church over the course of a little more than half a century. It began with the proclamation of the dogma of the Immaculate Conception, and then found a further, extraordinarily subtle and insightful development in the encyclical and the Syllabus of the 1860s, in which Pius IX declared all modern thought to be heretical in eighty articles. Another significant escalation—again, extraordinarily ingenious and historically consistent—was the proclamation of the dogma of infallibility. The next step, which was internally and extraordinarily consistent, was the encyclical “Aeterni patris,” the encyclical that declared the teachings of Thomas Aquinas to be the official doctrine of the Roman Catholic clergy. And the provisional crowning achievement of the entire edifice is the Anti-Modernist Oath, which is essentially nothing other than a transposition of what had always been intellectually present into the emotional sphere of the human being, into the sphere of the human will and mind. Whatever had to be acknowledged has, since 1910, also had to be sworn to.
[ 3 ] Wer diese grandiose dramatische Entwickelung versteht, der wird sie wahrhaftig nicht als irgend etwas Geringes anschlagen, denn sie stellt gewissermaßen von einer gewissen Seite her das einzige Wachsein dar innerhalb unserer schlafenden Kultur. Denn, sehen Sie, ich möchte wahrhaftig abzählen können, wieviel Leute wie von einer Viper gestochen aufgefahren sind, als sie einen gewissen Satz im letzten «Basler Vorwärts» gelesen haben, einen Satz, der wie blitzartig die ganze Situation der Gegenwart beleuchtet. Aber ich möchte wissen, wieviele Leute bei diesem Satze, wie von einer Viper gestochen, aufgefahren sind. Der Satz heißt: «Die Religion, die einen phantastischen Reflex in den Köpfen der Menschen über ihre Beziehungen untereinander und zur Natur darstellt, ist dem natürlichen Untergang geweiht durch das Anwachsen und den Sieg der wissenschaftlichen, klaren, naturalistischen Auffassung von der Wirklichkeit, die sich parallel mit dem planmäßigen Aufbau der neuen Gesellschaft entwickeln wird.» Dieser Satz findet sich in einem Leitartikel, in einer Abhandlung, die noch nicht ganz erschienen ist, über die Maßnahmen von Lenin und Trotzkij gegenüber der russischen katholischen Kirche, den russischen religiösen Gemeinschaften überhaupt. Und zu gleicher Zeit ist dieser Artikel programmatisch für dasjenige, was von dieser Seite als Zukunftsziel angesehen wird.
[ 3 ] Anyone who understands this magnificent dramatic development will certainly not regard it as something trivial, for in a certain sense, from a certain perspective, it represents the only state of wakefulness within our slumbering culture. For, you see, I would truly like to be able to count how many people jumped up as if stung by a viper when they read a certain sentence in the latest issue of the *Basler Vorwärts*—a sentence that illuminates the entire present situation as if by a flash of lightning. But I would like to know how many people jumped up at this sentence, as if stung by a viper. The sentence reads: “Religion, which represents a fantastical reflection in people’s minds of their relationships with one another and with nature, is doomed to natural extinction by the growth and triumph of the scientific, clear, naturalistic conception of reality, which will develop in parallel with the systematic construction of the new society.” This sentence appears in an editorial—in a treatise that has not yet been fully published—on the measures taken by Lenin and Trotsky against the Russian Catholic Church and Russian religious communities in general. At the same time, this article serves as a programmatic statement for what this side regards as its future goal.
[ 4 ] Ich möchte die Tatsache, daß man ganz gewiß wissen kann, daß diejenigen, die als Nichtleninisten einen solchen Satz lesen, nur zum geringsten Teile über den Satz so hinüberlesen, daß sie heute wie von einer Viper gestochen auffahren, als nicht unbedeutend bezeichnen, weil sie gerade zur Anschauung bringt, wie sehr die heutige Menschheit über die wichtigsten Tatsachen, die entscheidend sind für das Leben der Menschheit auf der Erde, überhaupt schlafend hinweggeht. Natürlich kommt es nicht auf einen solchen einzelnen Satz an, sondern es kommt darauf an, daß ja heute diejenige Seite, die ihn hier einmal wieder ausspricht, den Inhalt dieses Satzes von den Dächern herab die Spatzen pfeifen läßt. Was in diesem Satze liegt, daß eine Anschauung kommen werde über die weitesten Bevölkerungskreise in Europa, die sich so aussprechen wird: Die Religion, die einen phantastischen Reflex in den Köpfen der Menschen über ihre Beziehungen untereinander und zur Natur darstellt, ist dem natürlichen Untergang geweiht —, daß eine solche Anschauung kommen werde, das verschlief die sogenannte aufgeklärte Menschheit der neueren Zeit vollständig, und verschläft es noch heute. Aber die römisch-katholische Kirche wacht. Die römisch-katholische Kirche ist im Grunde genommen die einzige, die nun wirklich wacht, und die systematisch entgegenarbeiter demjenigen, was da heraufzieht. Sie arbeitet entgegen in ihrem Sinne. Dieser Sinn, der liegt allerdings zunächst uns nahe, zu verstehen, denn ich habe Ihnen ja mancherlei zu erklären gehabt über das, was als Angriffe von jener Seite gegen dasjenige geschmiedet wird, was hier an diesem Orte vertreten werden muß. Mittlerweile hat sich das in mancherlei Wolken zusammengezogen. Das letzte ist, daß uns die Plakargesellschaft ankündigen mußte, daß man heute morgen dem Mann, der das Plakat zu meinem Vortrage über den sonnabendlichen Vortrag in Reinach anschlagen wollte, dieses weggerissen und alle Plakate verbrannt hat. Sie sehen, die Dinge gehen auch hier ganz systematisch weiter.
[ 4 ] I would like to point out the fact that one can be absolutely certain that those who, as non-Leninists, read such a sentence, will only, to a very small extent, skim over the sentence in such a way that they react today as if stung by a viper—I would describe this as not insignificant, because it clearly illustrates just how deeply humanity today remains oblivious to the most important facts that are decisive for the life of humanity on Earth. Of course, it is not a matter of a single sentence like this, but rather that today the very side that utters it once again here is shouting the content of this sentence from the rooftops. What lies in this sentence is that a view will emerge among the broadest sections of the population in Europe, which will be expressed as follows: Religion, which represents a fantastical reflection in people’s minds of their relationships with one another and with nature, is doomed to natural decline—that such a view will emerge—this is what so-called enlightened humanity of modern times has completely slept through, and continues to sleep through even today. But the Roman Catholic Church is watching. The Roman Catholic Church is, in essence, the only one that is truly keeping watch and systematically working against what is looming on the horizon. It is working against it in its own way. This way of thinking is, of course, initially easy for us to understand, for I have had to explain many things to you regarding the attacks being launched from that side against what must be defended here in this place. Meanwhile, this has coalesced into various clouds of trouble. The latest development is that the poster society had to inform us that this morning, the man who wanted to put up the poster for my lecture regarding Saturday’s lecture in Reinach had it torn down, and all the posters were burned. As you can see, things are proceeding quite systematically here as well.
[ 5 ] Was Sie als eine Summe von lauter Unwahrheiten — ich habe Ihnen die knüppeldicksten das letzte Mal charakterisiert — lesen konnten von einem Menschen, der sich häufig hinter den Sträuchern hält und sich als «Spektator» charakterisiert, das geht bereits durch die ganze katholische Presse, und das Verbrennen der Plakate erinnert wahrhaftig nicht mehr an neuzeitliche Zustände.
[ 5 ] What you may have read—as a collection of nothing but falsehoods (I pointed out the most blatant ones to you last time)—from a person who often hides behind the bushes and describes himself as a “spectator” is already making the rounds throughout the entire Catholic press, and the burning of posters truly no longer resembles modern-day conditions.
[ 6 ] Diese Frage stellte ich an den Ausgangspunkt: Warum muß heute dasjenige beschworen werden, wozu vordem verpflichtet waren die Kleriker der römisch-katholischen Kirche? Niemand wird leugnen, daß eine solche Tatsache, daß man schwören muß, eine Verstärkung bedeutet in dem äußeren Ergreifen einer Sache. Niemand wird auch leugnen, daß, wenn man sich gezwungen sieht, die Leute schwören zu lassen, man voraussetzt, daß sie ohne den Schwur nicht mehr in einer solchen Stärke vorwärtsschreiten würden. Aber noch ein drittes ist allerdings da, wovon am besten wäre, wenn Sie es sich zunächst selber überlegen würden. Denn wahrhaftig, es spielen da Dinge, die vorläufig noch gar nicht beim rechten Namen genannt werden sollten. Aber die Frage dürfte doch gewissermaßen als eine Unterfrage aufgeworfen werden: Muß denn das Vertrauen in eine Sache nicht schon etwas erschüttert sein, wenn ein Eid für diese Sache gefordert wird? Kann es denn im Grunde genommen eine Möglichkeit geben, daß man jemandem einen Eid für die Wahrheit abnimmt? Kann es eine solche Möglichkeit geben? Ist es denn nicht notwendig, anzunehmen, daß dasjenige, was wahr ist, durch seine eigene Kraft sich in der Seele des Menschen verbürgt? Es ist vielleicht nicht einmal so wichtig, zu fragen, ob jener Eid sittlich oder ob er gut ist, oder ob er nützlich ist, sondern es ist vielleicht das historisch Wichtigere, zu fragen, ob dieser Eid und warum er notwendig geworden ist. Ihm gegenüber ist aber gewiß etwas anderes notwendig. Notwendig ist, daß eine gewisse Anzahl von Menschen fühlt, wie ohne Geisteswissenschaft über Europa unbedingt kommen muß das Ergebnis der Gesinnung, die sich eben ausspricht in den Worten: «Die Religion, die einen phantastischen Reflex in den Köpfen der Menschen über ihre Beziehungen untereinander und zur Natur darstellt, ist dem natürlichen Untergang geweiht durch das Anwachsen und den Sieg der wissenschaftlichen, klaren, naturalistischen Auffassung von der Wirklichkeit, die sich parallel mit dem planmäßigen Aufbau der neuen Gesellschaft entwickeln wird.» Was wird da als dasjenige hingestellt, wodurch die alte Religion, welche immer, dem Untergang geweiht ist? Nun, es ist dasjenige, was seit drei bis vier Jahrhunderten als die neue, aufklärerische Wissenschaft, als die sogenannte objektive Wissenschaft in den Lehranstalten der zivilisierten Menschheit gelehrt wird. Was gelehrt wird, was verwaltet wurde von den bürgerlichen, führenden Menschen, das hat das Proletariat der zivilisierten Menschheit als Überzeugung übernommen. Was die Lehrer der Universitäten, der Gymnasien bis in die Volksschulen herunter in die Seelen der Menschen hineingetragen haben, das geht durch Lenin und Trotzkij auf. Und nichts anderes ist es, was da aufgeht, als dasjenige, was in den Anstalten der zivilisierten Menschheit gelehrt wird.
[ 6 ] I posed this question at the outset: Why must we today be compelled to swear to what the clergy of the Roman Catholic Church were previously obligated to do? No one will deny that the very fact of being required to swear signifies a strengthening of one’s outward commitment to a cause. Nor will anyone deny that, when one feels compelled to make people take an oath, one assumes that without the oath they would no longer press forward with such vigor. But there is, in fact, a third point, which you would do best to consider for yourself first. For truly, there are factors at play here that, for the time being, should not yet be named for what they really are. But the question might, in a sense, be raised as a sub-question: Must not confidence in a cause already be somewhat shaken if an oath is demanded for that cause? Can there, after all, be any possibility of accepting an oath from someone as proof of the truth? Can such a possibility exist? Is it not necessary to assume that what is true establishes itself in the human soul through its own power? It may not even be so important to ask whether that oath is moral, or whether it is good, or whether it is useful; rather, it is perhaps historically more important to ask whether this oath has become necessary and why. In contrast to it, however, something else is certainly necessary. It is necessary that a certain number of people realize that, without spiritual science, Europe will inevitably face the consequence of the mindset expressed in the words: “Religion, which represents a fantastical reflection in people’s minds of their relationships with one another and with nature, is doomed to natural extinction by the growth and triumph of the scientific, clear, naturalistic conception of reality, which will develop in parallel with the systematic construction of the new society.” What is presented here as the very thing that dooms the old religion to extinction? Well, it is that which has been taught for three to four centuries as the new, Enlightenment-era science—the so-called objective science—in the educational institutions of civilized humanity. What has been taught, what has been administered by the bourgeois leaders, has been adopted as a conviction by the proletariat of civilized humanity. What the teachers at universities, high schools, and even down to the elementary schools have instilled in people’s souls can be traced back to Lenin and Trotsky. And what emerges there is nothing other than what is taught in the institutions of civilized humanity.
[ 7 ] Heute gibt es eine Antithese, der man mit unbefangenem Sinn ins Auge schauen sollte. Diese Antithese ist diese: Was ist zunächst zu tun, wenn man will, daß die Früchte von Lenin und Trotzkij nicht über die ganze zivilisierte Menschheit aufgehen? Das ist zu tun, daß man die Kinder nicht mehr lehren läßt, die Jugend nicht mehr lehren läßt, was bis in das 20. Jahrhundert von unseren Hoch-, Mittel- und Volksschulen die Jugend gelehrt worden ist. Diese Antithese gilt. Diese Antithese fordert heraus Mut. Weil man diesen Mut nicht haben will, schläft man. Das ist dasjenige, warum man sagen muß: Wer eine solche Manifestation, wenn sie einem auch nur in ein paar Zeilen eines Leitartikels entgegentritt, liest, sollte, wie von einer Viper gestochen, aufzucken, denn es ist, wie wenn die ganze Kultursituation der Gegenwart vom Blitze beleuchtet würde.
[ 7 ] Today there is an antithesis that we should face with an open mind. This antithesis is as follows: What must be done first if we want to prevent the legacy of Lenin and Trotsky from spreading throughout all of civilized humanity? What must be done is to stop teaching children—to stop teaching the youth—what was taught to the youth in our high schools, middle schools, and elementary schools right up until the 20th century. This antithesis holds true. This antithesis demands courage. Because people do not want to have this courage, they remain asleep. That is why one must say: Anyone who reads such a statement—even if it appears in just a few lines of an editorial—should recoil as if bitten by a viper, for it is as if the entire cultural situation of the present were illuminated by a flash of lightning.
[ 8 ] Was will dieser Situation gegenüber die Geisteswissenschaft mit allen ihren konkretesten Einzelheiten? Nun, wenn ich das charakterisieren soll, was die Geisteswissenschaft will, so muß ich folgendes sagen: Die römisch-katholische Kirche vertritt als eine grandiose Körperschaft dasjenige, was der vertrocknete Ausläufer der Zivilisation der vierten nachatlantischen Zeit war. Streng nachweisbar in allen Einzelheiten ist, daß die römisch-katholische Kirche den lerzten Ausläufer desjenigen vertritt, was schon zum Schatten sogar geworden ist desjenigen, was berechtigte Zivilisation der vierten nachatlantischen Zeit war, berechtigt war bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts herein. Selbstverständlich kündigen sich spätere Früchte der Menschheitsentwickelung früher an, reichen frühere Sprossen noch in eine spätere Zeit hinein; aber im wesentlichen ist es so, daß die römisch-katholische Kirche dasjenige vertritt, was bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts für Europa und seine Kolonien zu vertreten war.
[ 8 ] What does the science of the spirit, with all its most concrete details, have to offer in response to this situation? Well, if I am to characterize what spiritual science seeks, I must say the following: The Roman Catholic Church, as a grandiose institution, represents what was the withered remnant of the civilization of the fourth post-Atlantean epoch. It can be rigorously demonstrated in every detail that the Roman Catholic Church represents the last offshoot of what has already become merely a shadow of what was the legitimate civilization of the fourth post-Atlantean epoch—a civilization that remained legitimate right up to the middle of the 15th century. Of course, later fruits of human development announce themselves earlier, and earlier shoots extend into a later time; but essentially, the Roman Catholic Church represents what was to be represented for Europe and its colonies up until the middle of the 15th century.
[ 9 ] Geisteswissenschaft, wie wir sie auffassen, soll dasjenige erfassen, was nun notwendig ist als fünfte nachatlantische Kultur. Die römisch-katholische Kirche vertritt in einer Summe von Dogmen als ein geschlossenes Gebäude, das zwar erstorben ist, das aber noch ein Leichnam ist, etwas, was innerlich in einer wohlgefügten Logik zusammenhängt, in einer Wirklichkeitslogik zusammenhängt. Und enthalten ist in diesem Gebäude der Geist einer vergangenen Epoche; aber der Geist ist darinnen. Wie der Geist darinnen ist, das hat sich, denke ich, gezeigt durch die Vorträge, die ich hier über den Thomismus gehalten habe. Geist war in jenen Lehren, in den Dogmen der römisch-katholischen Kirche, Geist, der erschaut worden war von jenen Großen, deren letzte Nachzügler in Plotin, in Porphyrios, Jamblichos und so weiter erschienen, und mit denen noch als, ich möchte sagen, in einer interessanten Art Augustinus kämpft, ringt.
[ 9 ] The humanities, as we understand them, are meant to grasp what is now necessary as the fifth post-Atlantean culture. The Roman Catholic Church, in its body of dogmas—a cohesive edifice that has indeed died but is still a corpse—represents something that is internally connected by a well-structured logic, a logic grounded in reality. And contained within this edifice is the spirit of a bygone era; but the spirit is within it. How the spirit is within it has, I believe, been demonstrated by the lectures I have given here on Thomism. There was spirit in those teachings, in the dogmas of the Roman Catholic Church—a spirit that had been perceived by those great figures, whose last followers appeared in Plotinus, Porphyry, Iamblichus, and so on, and with whom Augustine still struggles and wrestles, I might say, in an interesting way.
[ 10 ] Was als Philosophie, als Wissenschaft, als öffentliche Meinung, als Weltanschauung zum großen Teile sich der modernen Zivilisation geoffenbart hat seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, abgesehen von der römisch-katholischen Kirche, ist geistlos. Denn es beginnt der Geist der fünften nachatlantischen Zeit erst mit solchen Prinzipien, wie sie bei Lessing und Goethe aufkommen. Denn es will dasjenige, was die naturwissenschaftliche Richtung — von Kopernikus, Galilei und Kepler angefangen — geistlos liefern konnte, woraus Darwin, Huxley und so weiter den Geist völlig ausgeblasen haben, es will das mit Geist erfüllt sein. Und Geisteswissenschaft will den Geist zur Offenbarung bringen, welcher der Geist sein muß der fünften nachatlantischen Periode.
[ 10 ] What has largely manifested itself in modern civilization since the mid-15th century—whether as philosophy, science, public opinion, or worldview—is, apart from the Roman Catholic Church, spiritless. For the spirit of the fifth post-Atlantean epoch begins only with principles such as those that emerged in the works of Lessing and Goethe. For it seeks to imbue with spirit that which the natural-scientific movement—beginning with Copernicus, Galileo, and Kepler—was able to deliver in a spiritless form, and from which Darwin, Huxley, and others have completely drained the spirit; it seeks to be filled with spirit. And spiritual science seeks to reveal the spirit that must be the spirit of the fifth post-Atlantean period.
[ 11 ] Eine Institution, die von einem gewissen Geist als ihrer Seele durchtränkt war, kann als Institution, wenn sie sich erhält, nur für das Vergangene kämpfen. Von der katholischen Kirche zu verlangen, daß sie für das Zukünftige kämpft, wäre eine Torheit. Denn nicht kann dieselbe Institution den Geist der fünften nachatlantischen Periode tragen, welche den der vierten getragen hat. Dasjenige, was die Konfiguration der katholischen Kirche geworden ist, was sich ausgebreitet hat über die zivilisierte Welt als die Konfiguration der katholischen Kirche — und viel mehr als die Menschen glauben, war von dieser Konfiguration der katholischen Kirche durch die ganze Zivilisation hindurch vorhanden; die Monarchien waren durchaus im Grunde genommen, auch wenn sie protestantisch waren, ihrem Gefüge nach lateinisch-katholische Einrichtungen —, alles dasjenige, was da sich verbreitet hat über die Welt, was, ich möchte sagen, seine andere Art der Erscheinung in dem römischen Recht und in der ganzen lateinischen Abstraktion hat, das gehört der vierten nachatlantischen Periode an. Das fordert, daß die Menschen nach abstrakten Grundsätzen organisiert sind, und daß gewisse hierarchische Anordnungen dieser Organisation zugrunde liegen. Dasjenige, was als der Geist, wie wir ihn durch die Geisteswissenschaft pflegen, der fünften nachatlantischen Zeit kommen soll, das fordert nicht eine solche festgefügte, nach abstrakten Grundsätzen organisierte Struktur, sondern das fordert ein solches Verhalten der Menschen zueinander, wie es als ethischer Individualismus in meiner «Philosophie der Freiheit» charakterisiert ist. Was da als die ethische Seite auftritt, steht in demselben Gegensatz zu der sozialen Struktur, der von der römisch-katholischen Kirche geforderten sozialen Ordnung, wie schließlich Geisteswissenschaft steht zu demjenigen, was römischkatholische Theologie ist.
[ 11 ] An institution imbued with a certain spirit as its soul can, if it survives, only fight for the past. To demand that the Catholic Church fight for the future would be folly. For the same institution cannot embody the spirit of the fifth post-Atlantean epoch that it embodied in the fourth. What has become the structure of the Catholic Church—what has spread throughout the civilized world as the structure of the Catholic Church—and to a far greater extent than people realize, this structure of the Catholic Church has existed throughout the entire course of civilization; the monarchies were, at their very core—even if they were Protestant—Latin Catholic institutions in their structure—all that which has spread throughout the world, which, I might say, finds its other form of manifestation in Roman law and in the entire Latin tradition of abstraction, belongs to the fourth post-Atlantean period. This requires that people be organized according to abstract principles, and that certain hierarchical arrangements underlie this organization. That which, as the spirit—as we cultivate it through spiritual science—is to come in the fifth post-Atlantean epoch does not require such a rigidly structured organization based on abstract principles; rather, it requires a way for people to relate to one another as characterized by ethical individualism in my *Philosophy of Freedom*. What appears here as the ethical aspect stands in the same contrast to the social structure—the social order demanded by the Roman Catholic Church—as spiritual science ultimately stands in contrast to what Roman Catholic theology is.
[ 12 ] Geisteswissenschaft war wahrhaftig nicht dazu veranlagt, als irgendeine Streitmacht aufzutreten. Sie war ja nur dazu veranlagt, dasjenige zu sagen, was sich ihr als die Wahrheit kundgab. Und derjenige, der verfolgen will alles das, was wir getrieben haben, der wird sich sagen müssen: Niemals, aber auch gar niemals ist, wenigstens von mir aus, irgend etwas Aggressives erfolgt. — Stets mußte nur die Defensive aufgenommen werden gegen Angriffe, die von außen kamen, und das ist das Wesentliche, worauf es heute ankommt. Daß aber dasjenige, was Geisteswissenschaft kundgeben soll, daß das tatsächlich gesagt werden muß, das ist einfach selbstverständlich eine Forderung der Zeit. Aber man muß nur bedenken, daß allerdings die moderne Zivilisation schläft, und Rom wacht. Und daß Rom wacht, das zeigt die großartige Dramatik, welche in den Tatsachen liegt: Festlegung des Dogmas der Conceptio immaculata, Erscheinen der Enzyklika 1864 mit dem Syllabus, mit der Verdammung der achtzig modernen Wahrheiten, Erklärung der Infallibilität, Erklärung des Thomas von Aquino zum offiziellen Philosophen des katholischen Klerus und für das katholische Lehramt, Antimodernisteneid.
[ 12 ] The humanities were truly not meant to act as any kind of fighting force. They were, after all, meant only to speak what revealed itself to them as the truth. And anyone who wishes to examine everything we have done will have to admit: Never—absolutely never—has anything aggressive been done, at least on my part. — We have always had to take a defensive stance against attacks coming from outside, and that is the essential point at stake today. But the fact that what spiritual science is meant to reveal—that this must indeed be said—is simply, of course, a demand of the times. Yet one must bear in mind that modern civilization is asleep, while Rome is awake. And that Rome is awake is demonstrated by the magnificent drama inherent in the facts: the establishment of the dogma of the Immaculate Conception, the publication of the 1864 encyclical containing the Syllabus—with its condemnation of the eighty modern truths—the declaration of infallibility, the declaration of Thomas Aquinas as the official philosopher of the Catholic clergy and for the Catholic magisterium, and the anti-modernist oath.
[ 13 ] Bedenken Sie, gegenüber dem heraufziehenden Darwinismus, gegenüber dem heraufziehenden Naturalismus in den fünfziger Jahren wird etwas festgelegt, was allerdings nur verstanden werden kann aus den geistigen Anforderungen des vierten nachatlantischen Zeitraums, aber etwas, was der Fehdehandschuh ist für diesen ganzen heraufziehenden Materialismus. Die ganze übrige Welt läßt den Materialismus kommen und schwätzt höchstens mit Euckenschen Worten dagegen. Rom stellt ein Dogma auf von der Conceptio immaculata, welches genau sagt: Selbstverständlich kann niemand die Conceptio immaculata annehmen, der sich zum Darwinismus schlägt. Also, wir richten eine reinliche Scheidewand auf. — Es vergeht nicht mehr als ein Jahrzehnt: dasjenige, was heraufkommt, allerdings zunächst als geistlose Gestalt der neuen Weltanschauung, es wird durch den Syllabus verdammt. Schon die Aufstellung des Dogmas von der Conceptio immaculata brach mit allen Traditionen der früheren katholischen Kirchenentwickelung. Worin bestand denn die Aufstellung eines Dogmas von einem Konzil in früheren Zeiten innerhalb der römisch-katholischen Kirche? Eine primäre Grundbedingung für die Aufstellung eines Dogmas war diese — ich erzähle, ich kritisiere gar nicht —, daß die betreffenden Väter, die im Konzil versammelt sind, in dem das Dogma zur Aufstellung kommt, vom Heiligen Geiste erleuchtet sind, so daß also eigentlich der Urheber des Dogmas der Heilige Geist ist. Es handelte sich aber darum, zu erkennen für den Menschen, daß der Heilige Geist wirklich der Inspirator des aufzustellenden Dogmas ist. Worinnen erkennt man das, erkannte man das? Das erkannte man dadurch, daß dasjenige, was durch ein Konzil als Dogma aufgestellt werden sollte, schon Meinung der gesamten katholischen Kirche war. Das war die Conceptio immaculata nicht, und es ist prinzipiell mit jenem Grundsatz der katholischen Kirche gebrochen worden, der da verlangte, daß nur das zum Dogma gemacht wurde, wofür sich vorher schon die Gläubigen geneigt gezeigt haben. Allerdings lebte man ja mit den neueren Dogmenaufstellungen schon innerhalb desjenigen, was sich abspielte im fünften nachatlantischen Zeitraume, und es war nicht mehr so leicht wie im alten Mittelalter, die Gläubigen vorzubereiten, so daß sich unter ihnen eine gemeinschaftliche Regelung als Dogma festsetzte, das man dann festlegen konnte.
[ 13 ] Consider this: in the face of the rising tide of Darwinism and naturalism in the 1950s, something was established—something that can only be understood in light of the spiritual demands of the fourth post-Atlantean epoch—but which serves as a gauntlet thrown down to this entire rising tide of materialism. The rest of the world lets materialism run its course and, at most, chatters against it in Eucken’s words. Rome establishes a dogma of the Immaculate Conception, which states precisely: Of course, no one who embraces Darwinism can accept the Immaculate Conception. So, we erect a clear dividing wall. — No more than a decade passes: what is emerging—albeit initially as a soulless form of the new worldview—is condemned by the Syllabus. The very establishment of the dogma of the Immaculate Conception broke with all traditions of earlier Catholic ecclesiastical development. What, then, did the establishment of a dogma by a council in earlier times within the Roman Catholic Church entail? A primary prerequisite for the establishment of a dogma was this—I am merely recounting, not criticizing—that the Fathers in question, gathered at the council where the dogma was to be established, were enlightened by the Holy Spirit, so that the Holy Spirit was, in fact, the originator of the dogma. However, the issue was for human beings to recognize that the Holy Spirit was truly the inspirer of the dogma to be established. How does one recognize this—or how was it recognized? It was recognized by the fact that what was to be established as a dogma by a council was already the consensus of the entire Catholic Church. This was not the case with the Immaculate Conception, and in principle, this constituted a breach of that fundamental tenet of the Catholic Church which required that only those teachings for which the faithful had already shown a predisposition be elevated to the status of dogma. Admittedly, with the more recent establishment of dogmas, people were already living within the context of what was unfolding in the fifth post-Atlantean epoch, and it was no longer as easy as it had been in the Middle Ages to prepare the faithful so that a common understanding among them would take root as a dogma that could then be formally established.
[ 14 ] Aber nun wurde gut vorbereitet, und die Vorbereitungen, welche gepflogen wurden, damit man die letzten Offenbarungen, die vorläufig letzten Offenbarungen, das, was zunächst losgelassen werden konnte, die liegen wirklich eigentlich schon in dem Verlauf der letzten drei bis vier Jahrhunderte. Auch da hat die römisch-katholische Kirche schon gewacht. Und wenn Sie sich erinnern, wann der Jesuitenorden begründet worden ist, so werden Sie da leicht den Schluß ziehen können, daß die Begründung des Jesuitenordens im wesentlichen zusammenhängt damit, daß man suchte, etwas zu schaffen, was die Schwierigkeiten einer Bearbeitung der Gläubigen in der neueren Zeit leichter überwand und was überhaupt in entsprechender Weise mit diesen Schwierigkeiten rechnen konnte.
[ 14 ] But now the groundwork has been laid, and the preparations that were made so that the latest revelations—the revelations that are, for the time being, the latest, that which could be revealed for now—have actually been taking place over the course of the last three to four centuries. The Roman Catholic Church has been keeping watch there as well. And if you recall when the Society of Jesus was founded, you will easily be able to conclude that the founding of the Society of Jesus is essentially connected to the desire to create something that would more easily overcome the difficulties of guiding the faithful in modern times and that could, in general, adequately anticipate these difficulties.
[ 15 ] Das sollte mit einiger Aufmerksamkeit gesehen werden, wie die Dinge denn eigentlich verlaufen sind. Ich erzähle, ich kritisiere nicht; aber ich möchte doch erzählen, daß 1574 dasjenige Jahr ist, in dem die Bürgerschaft von Luzern den Jesuitismus selber verlangt hat. Ich möchte doch einmal darauf hinweisen, daß in Freiburg Canisins es war, der unmittelbare Schüler des /gnatius von Loyola, welcher das Jesuitenkollegium in Freiburg 1580 selber eingerichtet hat, das dann seine Kolonie in Solothurn begründet hat. Ich möchte doch auch erzählen, daß nach der Aufhebung des Jesuitenordens durch Clemens XIV. selbstverständlich die Jesuiten auch aus der Schweiz verschwinden mußten, denn sie pflanzten sich nur fort in den Ländern Friedrichs II. von Preußen und der Kaiserin Katharina von Rußland. Denen verdankt der Jesuitenorden seine Kontinuität. Ich habe das neulich schon ererwähnt. Aber in diesem merkwürdigen Interregnum, das da bestand zwischen der Aufhebung des Jesuitenordens durch den Papst Clemens XIV., 1773, und der Wiederherstellung durch Pius VII., 1814, da spielt sich doch mit dem Jesuitenorden etwas sehr Merkwürdiges ab, denn in dieser Zeit war zum Beispiel in Sitten die Anstalt selbstverständlich verblieben, die bis dahin von Jesuiten geleitet war, und es waren auch zum großen Teile dieselben Lehrer geblieben; nur waren diese Lehrer bis 1773 Jesuiten und von 1773 an waren sie keine Jesuiten mehr, sondern man redete dann davon, daß in den betreffenden Lehranstalten die sogenannten «Väter des Glaubens» lehren. Deshalb war es nicht besonders wunderbar, daß 1814 in Brig, 1818 in Freiburg, 1836 in Schwyz, 1844 in Luzern die Jesuitenkolonien wiederum errichtet wurden, nachdem Pius VII. das Dekret Clemens XIV. 1814 aufgehoben hat.
[ 15 ] This should be considered with some care to understand how things actually unfolded. I am recounting, not criticizing; but I would like to point out that 1574 was the year in which the citizens of Lucerne themselves requested the establishment of the Jesuits. I would like to point out that in Fribourg, it was Canisins—a direct disciple of Ignatius of Loyola—who personally established the Jesuit college in Fribourg in 1580, which then founded its colony in Solothurn. I would also like to mention that after the suppression of the Jesuit Order by Clement XIV, the Jesuits naturally had to leave Switzerland as well, for they reestablished themselves only in the territories of Frederick II of Prussia and Empress Catherine of Russia. The Jesuit Order owes its survival to them. I mentioned this recently. But during this peculiar interregnum that existed between the suppression of the Jesuit Order by Pope Clement XIV in 1773 and its restoration by Pius VII in 1814, something very peculiar took place within the Jesuit Order, for during this time, for example, the institution in Sion naturally remained in operation—it had been run by Jesuits until then—and for the most part the same teachers remained as well; only these teachers had been Jesuits until 1773, and from 1773 onward they were no longer Jesuits; instead, it was said that the so-called “Fathers of the Faith” were teaching at the schools in question. Therefore, it was not particularly surprising that Jesuit colonies were reestablished in Brig in 1814, in Fribourg in 1818, in Schwyz in 1836, and in Lucerne in 1844, after Pius VII repealed Clement XIV’s decree in 1814.
[ 16 ] Diese Dinge obliegt mir nicht zu kritisieren, aber ich möchte sie erzählen. Ich möchte aber noch etwas erzählen. Aus meinen Auseinandersetzungen sehen Sie, daß von dem 21. Juli 1773, wo von Clemens XIV. die Bulle «Dominus ac redemptor noster» erschien, der Jesuitenorden offiziell aufgehoben wurde, bis Pius VII. 1814 durch die Bulle «Sollicitudo omnium» erließ. Nun gibt es etwas sehr Merkwürdiges. Es gibt Denkwürdigkeiten von einem Mann, der Cordara heißt und der Jesuit war, der alles mitgemacht hat, was innerhalb des Jesuitenordens mitgemacht werden kann. Aus seinen «Denkwürdigkeiten» geht hervor, daß er kein bornierter Mann war wie etwa der Hoensbroech, denn das, was der Hoensbroech schreibt, hat keine Bedeutung, ebensowenig wie wenn er darüber redet. Denn natürlich, die Jesuiten sind gescheit, und Hoensbroech außerordentlich töricht. Also es handelt sich nicht darum, daß man heute schläfrig jene Sachen einfach hinnimmt, sondern daß man in der Lage ist, vor allen Dingen heute das Bedeutende von dem Unbedeutenden zu unterscheiden. Ich möchte nur das hervorheben von den «Denkwürdigkeiten» des Cordara, daß er sagt, es sei doch sehr merkwürdig, daß der Jesuitenorden durch den Papst Clemens aufgehoben werden konnte, denn der Papst Clemens hätte die Jesuiten eigentlich sehr gern gehabt, und er wäre eigentlich ein außerordentlich toleranter Mann gewesen, wäre auch kein dummer Mann gewesen. Also dieser Cordara stellt dem Papst Clemens das allerbeste Zeugnis aus. Geradezu Lobeshymnen sind es, die der Jesuit Cordara trotz dem Aufheben des Jesuitenordens Clemens XIV. ausstellt. Daher frägt der Jesuit selbstverständlich, wie es denn möglich war, daß durch diesen gütigen Papst der Jesuitenorden hat aufgehoben werden müssen. Da muß man fragen, sagt Cordara, welche Absichten die göttliche Weisheit mit der Aufhebung des Jesuitenordens gehabt hat, daß er sie zuließ. Nun ist Cordara allerdings ein Jesuit, aber eigentlich ein Mensch, der allerdings vom Jesuitenorden auch das gelernt hat, logisch ordentlich zu denken, und deshalb frägt er nicht bloß abstrakt, sondern sehr konkret. Da sagt er: Wir müssen allerdings suchen, was innerhalb des Jesuitenordens selber da sein könnte, was wir verschuldet haben. — Da sagt er: Ich finde, daß wir allerdings in bezug auf die Moral in einer merkwürdigen Weise zu Werke gegangen sind. Mit Bezug auf alles dasjenige, was zum Beispiel Unkeuschheit oder dergleichen betrifft, ist man bei uns sehr strenge, anderes kann man nicht sagen — sagt Cordara —, aber man ist so lässig gegen alles dasjenige, was betrifft Anschwärzerei, Verleumdungen und Beschimpfungen.—Cordara sagt eben, daß Gott die Aufhebung des Jesuitenordens durch den Papst Clemens XIV. wohl deshalb wird zugelassen haben, weil sich im Jesuitenorden allmählich eingeschlichen hat eine gewisse Sucht, Anschwärzereien, Verleumdungen und Beschimpfungen zu vollziehen. — Ich möchte auch diese Sache nicht kritisieren, sondern sie nur erzählen. Ich möchte nur noch hinzufügen, daß der Jesuit Cordara sagt: Einer unserer Hauptfehler ist auch die Hochfahrigkeit, durch die wir alle anderen Orden für unbedeutend ansehen, für nichtswürdig ansehen, und alle Weltpriester für nichtswürdig ansehen.
[ 16 ] It is not my place to criticize these matters, but I would like to recount them. But I would like to share one more thing. From my discussions, you can see that from July 21, 1773—when Pope Clement XIV issued the bull “Dominus ac redemptor noster,” officially suppressing the Society of Jesus—until Pius VII issued the bull “Sollicitudo omnium” in 1814. Now, there is something very curious. There are memoirs by a man named Cordara, who was a Jesuit and who experienced everything that could be experienced within the Jesuit Order. His “memoirs” show that he was not a narrow-minded man like Hoensbroech, for what Hoensbroech writes has no significance, any more than when he speaks about it. For, of course, the Jesuits are intelligent, and Hoensbroech is extraordinarily foolish. So it is not a matter of simply accepting these things passively today, but rather of being able—above all today—to distinguish the significant from the insignificant. I would just like to highlight this point from Cordara’s *Memoirs*: he says it is indeed very strange that the Jesuit Order could have been suppressed by Pope Clement, for Pope Clement had actually been very fond of the Jesuits, and he was, in fact, an extraordinarily tolerant man—and certainly not a foolish one. So this Cordara speaks in the highest terms of Pope Clement. The Jesuit Cordara offers nothing short of hymns of praise to Clement XIV, despite the suppression of the Jesuit Order. Therefore, the Jesuit naturally asks how it was possible that the Jesuit Order had to be suppressed by this benevolent Pope. One must ask, says Cordara, what intentions divine wisdom had in allowing the suppression of the Jesuit Order. Now, Cordara is, of course, a Jesuit, but he is also a person who has learned from the Jesuit Order to think logically and systematically, and that is why he asks not merely in the abstract, but very concretely. He says: We must certainly examine what might have been within the Jesuit Order itself that we were responsible for. — He says: I find that, with regard to morality, we have indeed gone about things in a peculiar way. “With regard to everything concerning, for example, sexual immorality or the like, we are very strict—one cannot say otherwise,” says Cordara, “but we are so lax toward everything concerning slander, defamation, and insults.” —Cordara is saying, in fact, that God must have permitted Pope Clement XIV to suppress the Jesuit Order because a certain tendency to engage in slander, defamation, and insults had gradually crept into the Jesuit Order. — I do not wish to criticize this matter either, but merely to recount it. I would just like to add that the Jesuit Cordara says: “One of our main faults is also our arrogance, through which we regard all other orders as insignificant, as worthless, and regard all secular priests as worthless.”
[ 17 ] Stellt man also zusammen dasjenige, was in diesen «Denkwürdigkeiten» dem Jesuitenorden nicht als Vorwürfe gemacht wird, sondern als mea culpa, als eine Art Gewissenserforschung von einem Jesuiten, so findet man: Erstens Streben nach politischer Macht; zweitens Stolz, Hochfahrigkeit; drittens Verachtung der anderen Orden und der Weltgeistlichen; viertens Reichtümer anhäufen. Aber wenn man allmählich weiß, was es heißt, durch Macht verdorrte Wahrheiten aufrechtzuerhalten, dann kann man nichts Besseres tun, als das Aufrechterhalten dieser Wahrheiten präparieren zu lassen durch einen solchen Orden. Die römisch-katholische Kirche wußte in Pius VII. sehr gut, was sie tat, als sie die Dankesschuld der Welthistorie abtrug, die eigentlich nur abzutragen war gegenüber dem König von Preußen, Friedrich II. — der war tot — und der Kaiserin Katharina von Rußland — die war auch tot —, daß diese Dankesschuld abgetragen wurde, den Jesuitenorden wiederum aufzurichten. Und unter denjenigen, die hier in der Schweiz als erste, als ausländische, sogenannte ausländische Jesuiten wiederum gelehrt haben, waren viele von den von Katharina aufgepäppelten, die aus Rußland zurückgekommen sind nach der Schweiz. Bitte, lesen Sie alle diese Sachen in den entsprechenden Dokumenten nach.
[ 17 ] If one compiles, then, what is presented in these “Memoirs” not as accusations against the Jesuit Order but as a mea culpa—a sort of examination of conscience by a Jesuit—one finds: First, the pursuit of political power; second, pride and arrogance; third, contempt for other religious orders and secular clergy; fourth, the accumulation of wealth. But once one gradually comes to understand what it means to uphold truths that have withered away due to the exercise of power, there is nothing better one can do than to have such an order undertake the task of upholding these truths. The Roman Catholic Church, in the person of Pius VII, knew very well what it was doing when it repaid the debt of gratitude owed by world history—a debt that was actually owed only to the King of Prussia, Frederick II—who was dead—and Empress Catherine of Russia—who was also dead—by using the repayment of that debt of gratitude to reestablish the Jesuit Order. And among those who were the first to teach here in Switzerland as foreign—so-called foreign—Jesuits were many of those who had been nurtured by Catherine and had returned to Switzerland from Russia. Please look up all these details in the relevant documents.
[ 18 ] Nun handelt es sich darum, daß man also sehen kann, daß gut wachend vorbereitet war das, wovon man voraussah, daß man es brauchen werde; und daß man weiter ging, daß man also alles dasjenige, was da heraufzog, zur rechten Zeit noch bezeichnete, solange es geistlos blieb, nachdem man sich schon vier Jahrhunderte angestrengt hatte, den Geist herauszutreiben, solange die Menschheit außerdem sonst schlafend blieb. Es handelte sich darum, daß man das vollzog, was dann 1864 mit der damaligen Enzyklika und dem Syllabus vollzogen worden ist.
[ 18 ] The point here is that one can see that what was foreseen as necessary had been carefully prepared in advance; and that one went further, identifying everything that was emerging at the right time, as long as it remained spiritless—after four centuries of striving to drive out the spirit, while humanity otherwise remained asleep. The point was to carry out what was then accomplished in 1864 with the encyclical and the Syllabus of that time.
[ 19 ] War schon das Aufstellen des Dogmas von der Conceptio immaculata ein Bruch mit allen Gepflogenheiten der früheren römisch-katholischen Kirche, so war es selbstverständlich noch mehr dasjenige, was aufgestellt wurde mit dem Infallibilitätsdogma. Denn nun hatte man allerdings schon allen Scharfsinn der von der katholischen Kirche wohlgepflegten Logik nötig, um rechtfertigen zu können, daß der Papst unfehlbar ist, nachdem 1773 Clemens XIV. den Jesuitenorden aufgehoben, sein Nachfolger, Pius VII. 1814 ihn wieder eingesetzt hat, Solche Dinge ließen sich eine stattliche Anzahl nachweisen. Aber es handelte sich ja darum, daß man die Logik, die man wohl gepflegt hat, nunmehr verwendete, um Begriffskonturen heraufzubringen. Da handelt es sich darum, daß man eine Begriffskontur heraufbrachte für das, was nun die Unfehlbarkeit rechtfertigen könnte. Das allein gilt als unfehlbar, was der Papst nicht sagt als private Meinung, sondern was er sagt «ex cathedra». Nun hatte man, nicht wahr, nicht die Frage zu entscheiden, ob Clemens XIV., Pius VII, unfehlbar wären, sondern ob Clemens XIV. oder Pius VII. ex cathedra redeten oder privat. Clemens XIV. muß privat gesprochen haben, als er den Jesuitenorden aufhob, und Pius VII. muß ex cathedra gesprochen haben, als er ihn wieder eingesetzt hat, nicht wahr! Aber das Fatale ist, daß der Papst es nie sagt, ob er ex cathedra spricht oder ob er privat spricht. Das hat er noch nie gesagt. Man muß sagen, daß es seine Schwierigkeiten hat, nunmehr die Frage im einzelnen zu unterscheiden, ob nun irgend etwas dem Infallibilitätsdogma unterliegt oder nicht. Aber immerhin, das Infallibilitätsdogma ist da. Damit hatte man einen guten Strich gemacht gegenüber alledem, was heraufkommen kann als die elementare Kultur des fünften nachatlantischen Zeitraums. Jetzt war es aber notwendig, auch die Konsequenzen zu ziehen. Das hat der sehr einsichtige, mit Bezug auf seine Intelligenz grandiose Papst Leo XIII. wohl getan, indem er den Thomismus herübergenommen wissen wollte in der Art, wie der Thomismus eben noch im vierten nachatlantischen Zeitraum war. Man brauchte diejenige Philosophie, die grandios ist, aber grandios ist für den vorigen Zeitraum. Denn selbstverständlich ist es objektiv so, daß alles das, was hinterher als Philosophie aufgetreten ist, kleiner ist gegenüber demjenigen, was in der Hochscholastik als Philosophie da war; aber dasjenige, was klein ist, ist eben ein Anfang, und dasjenige, was in der Hochscholastik da war, war eine Vollendung.
[ 19 ] If the establishment of the dogma of the Immaculate Conception was already a break with all the customs of the early Roman Catholic Church, then it goes without saying that the establishment of the dogma of infallibility was an even greater one. For now, indeed, all the acumen of the logic so carefully cultivated by the Catholic Church was needed to justify the claim that the Pope is infallible—especially after Clement XIV suppressed the Jesuit Order in 1773 and his successor, Pius VII, reinstated it in 1814. A considerable number of such instances could be demonstrated. But the point was that the logic that had been so carefully cultivated was now being used to define conceptual boundaries. The aim was to establish a conceptual framework for what might now justify infallibility. Only that which the Pope does not say as a private opinion, but rather what he says “ex cathedra,” is considered infallible. Now, the question was not, was it not, whether Clement XIV or Pius VII were infallible, but whether Clement XIV or Pius VII spoke ex cathedra or privately. Clement XIV must have spoken privately when he suppressed the Jesuit Order, and Pius VII must have spoken ex cathedra when he reinstated it, isn’t that right! But the problem is that the Pope never states whether he is speaking ex cathedra or privately. He has never said so. It must be said that it is difficult to distinguish in detail whether a particular matter is subject to the dogma of infallibility or not. But in any case, the dogma of infallibility exists. This provided a clear line of defense against everything that might emerge as the elementary culture of the fifth post-Atlantic era. Now, however, it was necessary to draw the consequences as well. Pope Leo XIII—who was very perceptive and, in terms of his intellect, magnificent—did just that by insisting that Thomism be adopted in the form it had taken in the fourth post-Atlantean epoch. What was needed was a philosophy that was magnificent—but magnificent for the previous epoch. For it is, of course, objectively true that everything that has emerged as philosophy since then is lesser than what existed as philosophy in High Scholasticism; but what is lesser is precisely a beginning, and what existed in High Scholasticism was a culmination.
[ 20 ] Nun muß man bedenken, daß die Menschheit doch vorwärtsschreiten will, und daher kam es, daß nun wirklich, sei es durch Natur-, sei es durch Geschichtsforschung, unter den katholischen Klerikern ganz merkwürdige Dinge auftauchten. Da war es schon notwendig, um dasjenige, was vom Augustinismus im katholischen Klerus ist, aufrechtzuerhalten, starke Maßregeln zu ergreifen. Daher der Antimodernisteneid.
[ 20 ] Now one must bear in mind that humanity does indeed want to move forward, and that is why—whether through natural science or historical research—quite remarkable things began to emerge among the Catholic clergy. It had already become necessary to take strong measures to preserve what remained of Augustinianism within the Catholic clergy. Hence the Anti-Modernist Oath.
[ 21 ] Gegen alles das läßt sich ja nichts sagen, wenn es als freie Impulse irgendeiner Gemeinschaft getrieben wird. Aber wenn nun 1867, als die Jesuiten in München wieder zugelassen worden sind, ein Jesuitenprediger in seiner ersten Predigt gesagt hat, daß die Ordensregeln den Jesuiten verbieten würden, sich in die Politik hineinzumischen, also daß niemals ein Jesuit sich in Politik hineinzumischen habe, so scheint mir doch die moderne Menschheit in ihren breiten Massen nicht recht veranlagt zu sein, das zu glauben, und es wird schon anders sein!
[ 21 ] There is, of course, nothing to be said against any of this, as long as it is driven by the free initiative of a particular community. But when, in 1867, after the Jesuits had been readmitted to Munich, a Jesuit preacher stated in his first sermon that the rules of the order forbade Jesuits from interfering in politics—that is, that no Jesuit should ever interfere in politics—it seems to me that the vast majority of modern humanity is not really inclined to believe that, and things will surely be different!
[ 22 ] Dasjenige, um was es sich handelt, ist im Grunde doch dieses: in Wirklichkeit müßten alle diejenigen, die es wirklich mit der Erkenntnis und mit dem Fortschritt, mit der Güte der Menschheit ernst meinen, sich zur Dreigliederung des sozialen Organismus bekennen. Denn wie wenig politische Maßregeln gegen die römisch-katholische Kirche vermögen, das beweist der Verlauf des deutschen sogenannten Kulturkampfes. Aber worum es sich hauptsächlich handelt, das ist, daß es ja so langsam geht mit dem Einsehen desjenigen, was als notwendige Konsequenz geisteswissenschaftlicher Bestrebungen doch in die Welt gehen muß als der Impuls für die Dreigliederung des sozialen Organismus. Das ist es, was wir brauchen, daß ein waches Verständnis für die Erscheinungen der Gegenwart wirklich vorhanden wäre.
[ 22 ] What this is really all about is this: in reality, all those who are truly serious about knowledge, progress, and the well-being of humanity should commit themselves to the threefold social order. For the course of the so-called German Kulturkampf proves just how little political measures against the Roman Catholic Church can achieve. But the main issue is that progress is so slow in gaining recognition for what, as a necessary consequence of spiritual scientific endeavors, must inevitably emerge into the world as the impulse for the threefold social order. That is what we need: for there to truly be an alert understanding of the phenomena of the present.
[ 23 ] Damit habe ich eben ein Thema angeschnitten, das ich wahrhaftig nicht angeschnitten hätte, wenn nicht all das um uns herum geschähe, was eben geschieht und weiter geschehen wird. Sie wissen, ich werde hier am Sonnabend über das 'Thema öffentlich sprechen: «Die Wahrheit über die Anthroposophie und deren Verteidigung wider die Unwahrheit»; aber ich kann nicht umhin, am Sonntag Ihnen noch einiges als Fortsetzung desjenigen zu sagen, was ich heute nicht mehr zu sagen in der Lage bin, so daß wir uns am Sonntag um halb acht Uhr doch noch einmal hier treffen müssen, trotzdem wir am Montag ja reisen müssen. Es geht aber in dieser bewegten Zeit nicht anders. Sonnabend ist also hier der öffentliche Vortrag — trotz dem Verbrennen der Plakate!
[ 23 ] With that, I have just broached a topic that I truly would not have broached if all that is happening around us—and will continue to happen—were not taking place. As you know, I will be speaking publicly here on Saturday on the topic: “The Truth About Anthroposophy and Its Defense Against Falsehood”; but I cannot help but say a few more things to you on Sunday as a continuation of what I am no longer able to say today, so that we will have to meet here again on Sunday at half past seven, even though we have to travel on Monday. But in these turbulent times, there is no other way. So the public lecture will take place here on Saturday—despite the burning of the posters!
