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Spiritual Scientific Insight into the
Fundamental Impulses of Social Organization
GA 199

27 August 1920, Dornach

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Neunter Vortrag

Ninth Lecture

[ 1 ] Heute vor hundertfünfzig Jahren wurde in Stuttgart Hegel geboren, und man muß, indem man an diesem Tage sich dieser Tatsache erinnert, eigentlich unwillkürlich von dem Gefühl durchdrungen sein der ungeheuren Veränderung und Umwandlung, welche die Zeiten erfahren haben seit der Geburt dieses für die ganze moderne Zivilisation so außerordentlich charakteristischen Geistes. Hegel schließt ja in sich gewissermaßen den Extrakt des Geisteslebens jenes mitteleuropäischen Gebietes, das sich nach seinem Wirken so wesentlich verändert hat, das jetzt beginnt, von diesem mitteleuropäischen Gebiete, in dem es eine gewisse Rolle gespielt hat, geradezu ideell zu verschwinden.

[ 1 ] One hundred and fifty years ago today, Hegel was born in Stuttgart, and as we commemorate this fact on this day, we cannot help but be overcome by a sense of the immense change and transformation that the times have undergone since the birth of this mind, which is so extraordinarily characteristic of modern civilization as a whole. Hegel, after all, embodies, so to speak, the essence of the intellectual life of that region of Central Europe which has changed so fundamentally as a result of his work—a region from which he is now beginning to vanish, ideologically speaking, having played a certain role there.

[ 2 ] Hegel ist in Stuttgart, im Schwabenlande geboren, hat die Jahre seiner Reifung, die Jahre der Entwickelung der besonderen Art seines Geistes in Mitteldeutschland verlebt und war dann in der letzten Epoche seines Lebens eine in Norddeutschland einflußreiche Persönlichkeit, einflußreich insbesondere für das Unterrichtswesen, aber auch für manche andere geistige Angelegenheiten Norddeutschlands. Am 27. August 1770 in Stuttgart geboren, kam Hegel, der sich langsam aus einer gewissen schwerfälligen Geistigkeit heraus entwickelte, im achtzehnten Lebensjahre an die Tübinger Universität, studierte dort Theologie und machte die Bekanntschaft vor allen Dingen des viel beweglicheren, geistig regsameren, jugendlichen Schelling, machte die Bekanntschaft des, ich möchte sagen, die schwermütigsten Empfindungen des alten Griechenland in die neuere Zeit heraufhebenden Hölderlin, verbrachte mit diesen beiden, mit Hölderlin und Schelling, in inniger Kameradschaft seine Studienjahre in Tübingen, wandte sich dann gleich Schelling Mitteldeutschland, Thüringen, der Jenenser Universität zu, wo er zunächst, ebenso wie Schelling, angezogen durch die Persönlichkeit Johann Gottlieb Fichtes, seine ersten Versuche in Ausarbeitung eigener Weltanschauungsideen machte. Er wirkte an der Universität bis zum Jahre 1806. In diesem Jahre vollendete er sein erstes größeres, selbständiges Werk, «Die Phänomenologie des Geistes», wie man sagt, während die Kanonen Napoleons um Jena herum donnerten. In diesem Werke ist enthalten der Versuch, alles dasjenige in Gedanken wiederzuerleben, was das menschliche Bewußtsein erleben kann von seinen dumpfesten Welteindrücken bis zu jener Klarheit herauf, wo der Mensch in einer solchen Intensität die Ideenwelt durchlebt, daß ihm diese Ideenwelt selbst als die Substanz des Geistes erscheint. Man möchte sagen, etwas wie eine Weltreise des Geistes ist diese «Phänomenologie des Geistes».

[ 2 ] Hegel was born in Stuttgart, in the Swabian region; he spent the formative years of his life—the years in which his unique intellectual character developed—in Central Germany, and in the final phase of his life became an influential figure in Northern Germany, particularly in the field of education, but also in various other intellectual matters in Northern Germany. Born on August 27, 1770, in Stuttgart, Hegel—who gradually emerged from a certain ponderous intellectual disposition—entered the University of Tübingen at the age of eighteen, where he studied theology and became acquainted, above all, with the much more agile, intellectually lively, and youthful Schelling, as well as with I might say, Hölderlin, who brought the most melancholic sentiments of ancient Greece into the modern era; he spent his student years in Tübingen in close camaraderie with these two—Hölderlin and Schelling—and then, following Schelling’s lead, turned his attention to Central Germany, Thuringia, to the University of Jena, where he initially—just like Schelling, drawn by the personality of Johann Gottlieb Fichte—made his first attempts at developing his own philosophical ideas. He taught at the university until 1806. In that year, he completed his first major, independent work, *The Phenomenology of Spirit*, as they say, while Napoleon’s cannons thundered around Jena. This work contains an attempt to relive in thought everything that human consciousness can experience—from its dullest impressions of the world up to that clarity where a person experiences the world of ideas with such intensity that this world of ideas itself appears to him as the substance of the spirit. One might say that this *Phenomenology of Spirit* is something like a journey of the spirit around the world.

[ 3 ] Die damals schwierigen Verhältnisse in Deutschland brachten Hegel um seine Stellung an der Universität in Jena. Er blieb aber weiter im mittleren Deutschland und redigierte zunächst ein Jahr etwa eine politische Zeitung in Bamberg, war dann Gymnasialdirektor in Nürnberg, bis er für wenige Jahre Universitätsprofessor in Heidelberg wurde. Während seiner Nürnberger Zeit arbeitete er sein bedeutsamstes Werk, die «Wissenschaft der Logik» aus. In Heidelberg schrieb er seine «Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften». Dann wurde er berufen an die ja aus dem Geiste Fichtes und Humboldts heraus begründete Berliner Universität, an der er eine einflußreiche Tätigkeit ausübte, welche Tätigkeit sich eben ausdehnte über das gesamte Unterrichtswesen, das von Berlin aus verwaltet werden konnte, und auch über andere geistige Angelegenheiten.

[ 3 ] The difficult conditions in Germany at the time cost Hegel his position at the University of Jena. He remained in central Germany, however, and initially edited a political newspaper in Bamberg for about a year; he then served as a high school principal in Nuremberg until he became a university professor in Heidelberg for a few years. During his time in Nuremberg, he developed his most significant work, the *Science of Logic*. In Heidelberg, he wrote his “Encyclopedia of the Philosophical Sciences.” He was then appointed to the University of Berlin—founded in the spirit of Fichte and Humboldt—where he played an influential role that extended not only to the entire educational system, which could be administered from Berlin, but also to other intellectual matters.

[ 4 ] Hegel war eine merkwürdige Persönlichkeit schon äußerlich, wenn er vortrug.Er hatte seine geschriebenen Manuskriptblätter vor sich, die aber immer, wie es scheint, ungeordnet waren, so daß er fortwährend blätterte, suchte. Er war etwas ungelenk im Darstellen, brachte nur schwer seine Sachen hervor. Der Gedanke in ihm arbeitete, arbeitete aus tiefen Untergründen der Seele heraus, während er vortrug, gestaltete sich außerordentlich schwer zum Worte, das wie stotternd und wie abgerissen hervorkam. Dennoch aber soll sein Vortrag, der in dieser Weise, wie fortwährend sich unterbrechend, an die Zuhörer herantrat, einen außerordentlich großartigen Eindruck gemacht haben auf diejenigen, die einen Sinn dafür hatten, auf eine solche Persönlichkeit einzugehen. Aber auch sonst hatte Hegel merkwürdige persönliche Eigenschaften. Er lebte sich wirklich ein in die ganze Struktur der Umgebung, in der er sich befand, er erlebte mit die Struktur dieser Umgebung. Und so kann man bemerken, wie er tatsächlich aus dem schwäbischen Milieu herauswächst, wie er gewissermaßen den Schwabengeist mit all seinen besonderen charakteristischen Merkmalen in sich hat, bis er — nachdem er die Universität absolviert hatte, war er einige Zeit auch Hauslehrer in der Schweiz und in Frankfurt am Main —, bis er in die Schweiz und nach Frankfurt am Main kam, wo er sich verhältnismäßig schnell wiederum in die andere Umgebung einlebte.

[ 4 ] Hegel was a peculiar figure even outwardly when he lectured. He had his written manuscript pages in front of him, but they always seemed to be in disarray, so that he was constantly flipping through them, searching. He was somewhat awkward in his presentation and had difficulty articulating his ideas. The thought within him was at work, emerging from the deepest recesses of his soul; yet as he lectured, it took an extraordinarily difficult form to find expression, coming out in a stammering, disjointed manner. Nevertheless, his lecture—which reached the audience in this manner, constantly interrupted—is said to have made an extraordinarily powerful impression on those who had an appreciation for engaging with such a personality. But Hegel also possessed other remarkable personal qualities. He truly immersed himself in the entire structure of his surroundings; he experienced the very fabric of that environment. And so one can observe how he actually grew out of the Swabian milieu, how he, in a sense, embodied the Swabian spirit with all its distinctive characteristics, until—after graduating from university, he spent some time as a private tutor in Switzerland and in Frankfurt am Main — until he arrived in Switzerland and Frankfurt am Main, where he adapted relatively quickly to his new surroundings.

[ 5 ] Und dann kam er nach Jena, wo Fichtes Feuergeist wirkte, wo vor allen Dingen etwas war wie eine Zusammenfassung des ganzen mitteleuropäischen Geisteswesens, eine Zeit, von der sich heute die Menschen kaum noch eine Vorstellung machen können. Es war ja so, daß, wenn Fichte in seiner Art die durchaus voll auf einer hohen geistigen Stufe stehenden Auseinandersetzungen im Hörsaale machte, die aber trotzdem auf einer abstrakten Höhe standen, diese Auseinandersetzungen sich in Debatten bis in die Straßen und öffentlichen Plätze in Jena fortsetzten; so daß in der Tat solch ein Vortrag Fichtes nicht bloß eine Auseinandersetzung mit irgendwelchen Problemen war, sondern ein Ereignis war, ein Ereignis auch in der Hinsicht, daß von allen irgendwie nicht allzuweit von Jena abliegenden Orten dazumal nach Weltanschauung bedürftige Persönlichkeiten in Jena sich einfanden. Und wer Briefschaften liest, die ja reichlich vorhanden sind, in denen Persönlichkeiten sich aussprechen, die in Jena Fichte gehört haben, der stößt immer wieder und wiederum auf Stellen, die von dem ungeheuren geistigen Einfluß Fichtes sprechen. Ja, man muß sagen, nach vielen Jahren, nachdem Fichte längst gestorben war, nach Jahrzehnten noch drücken sich Persönlichkeiten, die ihn in Jena gehört haben, in der Weise aus, daß sie von jenem großen Einflusse auf ihre Seele sprechen, den sie erfahren haben durch Fichte in Jena.

[ 5 ] And then he came to Jena, where Fichte’s fiery spirit was at work, where, above all, there was something like a distillation of the entire Central European intellectual spirit—a time that people today can hardly even imagine. The fact was that when Fichte, in his own way, engaged in discussions in the lecture hall—discussions that were certainly on a high intellectual level but nevertheless remained at an abstract level—these discussions continued in debates spilling out into the streets and public squares of Jena; so that, in fact, such a lecture by Fichte was not merely a discussion of certain problems, but an event—an event also in the sense that individuals from all places not too far from Jena at that time, who were in need of a worldview, gathered in Jena. And anyone who reads the correspondence—which is indeed abundant—in which individuals who heard Fichte in Jena express their views will repeatedly come across passages that speak of Fichte’s immense intellectual influence. Indeed, it must be said that even many years after Fichte’s death—even decades later—individuals who heard him in Jena still express themselves in such a way that they speak of the profound influence on their souls that they experienced through Fichte in Jena.

[ 6 ] Angeregt durch das, was da Gewaltiges an Geist in die Welt floß, war der philosophische Feuergeist Schelling, war auch der schwerfälligere Georg Friedrich Wilhelm Hegel, der sich aber mit Schelling zusammentat, um die Fichtesche Philosophie weiterzubilden. Schelling und Hegel gaben dazumal in Jena im Beginne des vorigen Jahrhunderts das «Kritische Journal der Philosophie» heraus, das sich in seinen Artikeln durchaus auf den höchsten Höhen philosophischen abstrakten Denkens bewegte, aber so, daß man sieht: die in dünne Abstraktionen gesenkten Auslassungen beschäftigen sich, wie unmittelbar aus dem menschlichen Herzen hervorsprudelnd, mit denjenigen Angelegenheiten des Menschen- und Weltlebens, die die Gipfelpunkte alles Weltanschauungsstrebens nun einmal sind. Dann arbeitete sich Hegel zu einer gewissen Selbständigkeit heraus und schrieb eben bis 1806 seine «Phänomenologie des Geistes», die aber eigentlich eine Phänomenologie des Bewußtseins ist.

[ 6 ] Inspired by the tremendous intellectual energy flowing into the world at that time were the fiery philosopher Schelling and the more ponderous Georg Friedrich Wilhelm Hegel, who nevertheless joined forces with Schelling to further develop Fichte’s philosophy. Schelling and Hegel published the *Critical Journal of Philosophy* in Jena at the beginning of the previous century; its articles certainly moved at the highest levels of abstract philosophical thought, but in such a way that one can see: these statements, distilled into subtle abstractions, deal—as if gushing directly from the human heart—with those matters of human and worldly life that are, after all, the pinnacles of all striving for a worldview. Hegel then worked his way toward a certain degree of independence and, by 1806, had written his *Phenomenology of Spirit*, which is, in fact, a phenomenology of consciousness.

[ 7 ] Immer stand Hegel, wie ich sagte, in dem ganzen Milieu darinnen. Tief in seinem Inneren arbeiteten die Rätsel, die in seiner Umgebung waren. Und so, wie es der Schwabengeist war mit seiner — nun, ich will nicht unhöflich sein — bei einzelnen auserlesenen Schwaben sich findenden Tiefe, wie es der Schwabengeist war in seiner Jugend, der in ihm so recht zur Offenbarung kam, so war es dieser ganze, das neuere Geistesstreben in Konzentration zusammenfassende Philosophengeist, der ihn in Jena im Beginne des 19. Jahrhunderts ergriff, und aus dem heraus er schrieb und wirkte, aus diesem philosophischen Geist, der sich aber immer nährte an einem Überblicke, den er sich unaufhörlich über die allgemeine Weltlage machte.

[ 7 ] As I said, Hegel was always part of that whole milieu. Deep within him, the enigmas of his surroundings were at work. And just as the Swabian spirit was—with its depth found, well, I don’t want to be rude, in certain select Swabians—just as the Swabian spirit was in his youth, when it truly came to revelation within him, so it was this entire philosophical spirit—which concentrated and synthesized the newer intellectual aspirations—that seized him in Jena at the beginning of the 19th century, and from which he wrote and worked: from this philosophical spirit, which, however, always drew sustenance from a broad overview that he ceaselessly maintained of the general state of the world.

[ 8 ] Aus diesem heraus entstand auch Hegels «Logik», keine gewöhnliche Logik, sondern etwas ganz anderes. Sie ist im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts geschrieben. Man möchte sagen: Die allereigentümlichste Art des Strebens der Menschheit auf der höchsten Höhe tritt gerade in dieser Hegelschen Logik zutage.

[ 8 ] It was from this that Hegel’s *Logic* also emerged—not an ordinary logic, but something entirely different. It was written in the second decade of the 19th century. One might say: The most peculiar form of humanity’s striving at its highest level is revealed precisely in this Hegelian *Logic*.

[ 9 ] Logik ist für Hegel etwas wie eine Art Zusammenfassung desjenigen, was das Griechentum in einer etwas andern Art, als es Hegel tat, unter Logos verstand — die Weltvernunft. Hegel war dazu gekommen, während jenes inneren, tiefen Erlebens, das er durchmachte bei der Ausarbeitung seiner «Phänomenologie des Geistes», so recht zu fühlen: Wenn der Mensch sich erhebt bis zum intensiven Erleben der Idee, also der Ideen der Welt, dann ist dieses Erleben der Idee nicht mehr ein Gedankenerleben bloß, dann ist dieses Erleben der Idee ein Erleben des göttlichen Weltelementes in seiner Wahrheit, in seiner Reinheit, in seiner lichten Klarheit. Etwas, was in Mitteleuropa in den Geistern, in den Seelen seit Jahrhunderten pulste, es kam auf besondere Art in Hegel dazumal zum innerlich seelischen Dasein. Man braucht sich nur zu erinnern an die tiefe Mystik des Meister Eckhart, des Johannes Tauler wir haben sie in diesen Tagen von einer andern Seite kennengelernt, aber tief bleibt sie doch, und das Erleben bleibt ja dasselbe, auch wenn man die tieferen okkulten Untergründe kennt, von denen ich vor einigen Tagen hier gesprochen habe —, man braucht nur zu denken an dieses mystische Erleben, wie es dann etwa in Valentin Weigel, selbst in Paracelsus, in Jakob Böhme innerliche Offenbarung wurde, und man braucht sich nur dasjenige, was Geister wie der Meister Eckhart oder der Johannes Tauler mehr aus einem intensiven Gefühle heraus als abstrakt erlebten, was Jakob Böhme in Bildern auseinanderlegte durch inneres Erleben, man braucht sich das nur in die helle, lichte Klarheit der Weltideen zu verwandeln und also an die Stelle von Gefühls- und Bildermystik Ideenmystik zu setzen, dann hat man das Erleben, das Hegels Erleben war, als er die «Logik» schrieb: ein Aufgehen der Seele in reinen Ideen, aber mit der Überzeugung, daß diese Ideen die Weltsubstanz sind, ein Leben in dem, was Nietzsche später genannt hat die kalte, eisige Ideenregion, aber bei Hegel ein Erleben der Ideen mit dem Bewußtsein, daß dieses Erleben der Ideen ein Zwiegespräch mit dem Weltengeiste selber ist.

[ 9 ] For Hegel, logic is something like a summary of what the Greeks understood by “logos”—the world reason—albeit in a somewhat different way than Hegel did. Hegel had come to truly grasp this during that inner, profound experience he underwent while working on his *Phenomenology of Spirit*: When a person rises to the intense experience of the Idea—that is, the Ideas of the world—then this experience of the Idea is no longer merely a mental experience; rather, it is an experience of the divine element of the world in its truth, in its purity, in its luminous clarity. Something that had been pulsing in the minds and souls of Central Europe for centuries came to inner, spiritual existence in a special way in Hegel at that time. One need only recall the profound mysticism of Meister Eckhart and Johannes Tauler—we have come to know it from another perspective in recent days, yet it remains profound, and the experience itself remains the same, even when one is aware of the deeper occult underpinnings of which I spoke here a few days ago— one need only think of this mystical experience as it then became an inner revelation in figures such as Valentin Weigel, even in Paracelsus, and in Jakob Böhme; and one need only take what spirits like Meister Eckhart or Johannes Tauler experienced more out of an intense feeling than abstractly—what Jakob Böhme expounded in images through inner experience— one need only transform that into the bright, luminous clarity of world-ideas and thus replace the mysticism of feeling and imagery with the mysticism of ideas—then one has the experience that was Hegel’s when he wrote the *Logic*: a merging of the soul into pure ideas, but with the conviction that these ideas are the substance of the world; a life in what Nietzsche later called the cold, icy realm of ideas—but for Hegel, an experience of ideas with the awareness that this experience of ideas is a dialogue with the World Spirit itself.

[ 10 ] Was da Hegel erlebte, nicht in vagen Definitionen von einer Einheit der Welt, nicht in solchen vagen Begriffen, wie sie die Pantheisten auseinandersetzen, sondern in konkreten Ideen, die zu verfolgen waren von dem einfachen Sein bis herauf zu der vollerfüllten Idee des Organismus und des Geistes, was da erlebt werden kann in aller Breite der entwickelten Ideenwelt, das faßte Hegel zusammen in seiner «Logik»; so daß in seiner «Logik» gegeben werden will ein Organismus der dem Menschen möglichen Ideen, die aber zu gleicher Zeit, indem sie der Mensch erlebt, die Gewißheit zeigen, daß sie dasselbe sind, wonach der Weltengeist die Wirklichkeit werden läßt. Daher nennt Hegel auch den Inhalt seiner «Logik» die Göttlichkeit vor der Erschaffung der Welt. Aber eisig ist die Region, in die der Mensch versetzt wird, der Hegels «Logik» nachstudiert, eisig ist diese Region, denn Hegel bewegt sich durchaus in demjenigen, was der gewöhnliche Mensch die äußerste Abstraktion nennt. Er beginnt als die einfachste Idee das Sein hinzusetzen, geht dann in das Nichts über, schreitet fort vom Sein durch das Nichts dialektisch zum Werden, zum Dasein und so weiter, zum Für-sich-Sein, zum Wesen, zur Substantialität, zur Kausalität und so weiter; und man bekommt nicht dasjenige, was der gewöhnliche Mensch will, wenn er innerlich in seiner Seele erfüllt werden will von der göttlichen Weltenwärme; man bekommt eine Summe von, wie eben im gewöhnlichen Leben gesagt wird, abstrakten Ideen.

[ 10 ] What Hegel experienced—not in vague definitions of a unity of the world, not in such vague concepts as those expounded by the pantheists, but in concrete ideas that could be traced from simple being all the way up to the fully realized idea of the organism and the spirit—what can be experienced in the full breadth of the developed world of ideas—Hegel summarized this in his *Logic*; so that in his *Logic* there is presented an organism of the ideas possible to man, which, however, at the very moment they are experienced by man, reveal the certainty that they are the very same thing that the World Spirit brings into reality. Hence Hegel also calls the content of his *Logic* “divinity before the creation of the world.” But the realm into which the person who studies Hegel’s “Logic” is transported is icy; this realm is icy, for Hegel moves entirely within what the ordinary person calls the utmost abstraction. He begins by positing Being as the simplest idea, then passes into Nothingness, proceeds dialectically from Being through Nothingness to Becoming, to Existence, and so on—to Being-for-Itself, to Essence, to Substantiality, to Causality, and so on; and one does not receive what the ordinary person wants when he seeks to be filled inwardly, in his soul, with the divine warmth of the world; one receives a sum of, as is commonly said in everyday life, abstract ideas.

[ 11 ] Was ist. diese «Logik»? Diese «Logik», wenn man sich in sie vertieft, sie wird schon zu einem Erlebnis; sie wird sogar zu einem Erlebnis, das einem viel Aufschluß geben kann über manche Geheimnisse des Menschen und der Welt überhaupt. Man möchte sagen: Dasjenige, was man da erlebt an Hegels «Logik», es läßt sich im Grunde genommen erst durch die Geisteswissenschaft richtig charakterisieren. Man findet erst aus der Geisteswissenschaft heraus Worte, durch die man dieses Erlebnis charakterisieren kann. Es geht einem da ganz merkwürdig. Rosenkranz, der Schüler Hegels, der seinem Meister ganz ergeben war, er hat uns eine wirklich nicht nur liebenswürdig, sondern auch geistvoll geschriebene Biographie von Hegel geschenkt. Er spricht in dieser Hegel-Biographie Worte aus, die, ich möchte sagen, für die Zeitentwickelung in gewisser Beziehung signifikant sind. Er sagt, etwa so Mitte der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts: Wir sind eigentlich die Totengräber der großen Philosophen. Und er zählt dann auf, wie die großen Philosophen um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert aus der europäischen Zivilisation aufgestiegen sind, und wie sie eigentlich in jener Zeit gestorben waren. Man bekommt ein wehmütiges Gefühl, wenn man gerade diese Stelle in Rosenkranz’ Hegel-Biographie liest, denn es ist etwas sehr Wahres ausgesprochen. Dieses 19. Jahrhundert, indem es immer mehr und mehr vorrückte, wurde zum Totengräber nicht nur der Philosophen, sondern der Philosophie, ja der großen Weltanschauungsfragen überhaupt. Dasjenige, was uns jetzt entgegentritt mit solchen Riesenschritten, der Verfall der europäischen Zivilisation, er zeigte sich zuerst auf den philosophischen Höhen. Die anmaßenden philosophischen Systeme aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind ja im Grunde genommen Niedergang.

[ 11 ] What is this “logic”? This “logic,” when one delves into it, becomes an experience in itself; it even becomes an experience that can shed much light on many of the mysteries of humanity and the world in general. One might say: What one experiences in Hegel’s “Logic” can, in essence, only be properly characterized through the science of the spirit. It is only through the science of the spirit that one finds the words with which to characterize this experience. It is a very strange feeling. Rosenkranz, Hegel’s student, who was completely devoted to his master, has given us a biography of Hegel that is not only charming but also written with great insight. In this biography of Hegel, he utters words that, I would say, are significant in a certain respect for the course of history. He says, around the mid-1840s: “We are, in fact, the gravediggers of the great philosophers.” And he then goes on to describe how the great philosophers emerged from European civilization at the turn of the 18th to the 19th century, and how they had, in a sense, already died during that era. One feels a sense of melancholy when reading this particular passage in Rosenkranz’s biography of Hegel, for it expresses a profound truth. As the 19th century advanced further and further, it became the gravedigger not only of the philosophers, but of philosophy itself—indeed, of the great questions of worldview in general. That which now confronts us with such giant strides—the decline of European civilization—first manifested itself on the philosophical heights. The presumptuous philosophical systems of the second half of the 19th century are, after all, essentially a decline.

[ 12 ] Aber auf dem Boden der Geisteswissenschaft kann man nicht so sprechen, wie Rosenkranz gesprochen hat; auf dem Boden der Geisteswissenschaft muß, ich möchte sagen, auch lebendig werden dasjenige, was äußerlich physisch tot ist. Denn dasjenige, was im Menschen ewig ist, wirkt ja ewig fort, auf der einen Seite in übersinnlichen Welten, auf der andern Seite aber auch in der irdischen Welt selber; und wenn es den Niedergangsimpulsen zufällt, die Totengräber zu haben, so fällt es der Geisteswissenschaft zu, das seelisch Ewig-Lebendige aus dem Toten herauszusuchen und es in seinem Fortleben vor die Welt hinzustellen. Deshalb möchte ich auch heute nicht von dem toten Hegel sprechen, sondern von dem lebendigen Hegel.

[ 12 ] But from the standpoint of spiritual science, one cannot speak as Rosenkranz did; from the standpoint of spiritual science, I would say, even that which is outwardly and physically dead must come to life. For that which is eternal in the human being continues to work eternally—on the one hand in the supersensible worlds, but on the other hand also in the earthly world itself; and while it is the task of the forces of decay to act as gravediggers, it is the task of spiritual science to extract the eternally living soul from the dead and to present it to the world in its continued existence. That is why I do not wish to speak today of the dead Hegel, but of the living Hegel.

[ 13 ] Aber allerdings, Lebendige solcher Art, wie Hegel es war, sie werden in gewisser Beziehung zu gleicher Zeit zu scharfen Kritikern desjenigen, was in unserer Zeit zum Teil aus der Schläfrigkeit der Seele, zum Teil aus bösem Willen heraus sein Bündnis mit den Niedergangsmächten schließt. Und so muß ich vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte sagen: Ja, wahr ist es, in einer kalten, eisigen Region zunächst abgezogener Begriffe verläuft die logische Dialektik Hegels. Man lebt eigentlich in lauter Begriffen, indem man die Hegelsche «Logik» durchlebt, die der gedankenlose Mensch nicht liebt, bei denen der gedankenlose Mensch sagt: Das interessiert mich nicht. — Aber gerade diese Begriffswelt Hegels, gerade diese Summe von scheinbaren Abstraktionen, gerade diese eisig kalten Begriffe, was sind sie denn? Man kann nachforschen in dem, was einem gerade die Geisteswissenschaft gibt, was diese Begriffe sind. Sie können ja ganz ohne Zweifel die ewige Weltvernunft selbst nicht sein, denn diese ewige Weltvernunft hätte nimmermehr aus dieser Summe von bloßen Abstraktionen heraus die ganze vielgestaltige und vor allen Dingen nicht die ganze wärmehaltige Welt erbilden können. Wie dünne Begriffsschleier — Hegel nennt selbst seine Ideen der Logik. Schattenbilder —, so nehmen sich diese logischen Begriffe, diese logischen. Ideen aus.

[ 13 ] But indeed, living beings of Hegel’s kind become, in a certain sense, at the same time sharp critics of that which in our time—partly out of the slumber of the soul, partly out of malice—forms an alliance with the forces of decline. And so, from the standpoint of the science of the spirit, I must say: Yes, it is true that Hegel’s logical dialectic unfolds in a cold, icy realm of initially abstract concepts. One actually lives entirely in concepts by living through Hegel’s “logic,” which the thoughtless person does not love, and of which the thoughtless person says: “That doesn’t interest me.” — But precisely this world of Hegel’s concepts, precisely this sum of apparent abstractions, precisely these icy-cold concepts—what are they, after all? One can investigate, through what the philosophy of mind currently offers, what these concepts are. They certainly cannot, without a doubt, be the eternal world reason itself, for this eternal world reason could never have brought into being the entire multifaceted—and above all, not the entire warm—world out of this sum of mere abstractions. Like thin veils of concepts—Hegel himself calls his ideas “logic”—shadows—that is how these logical concepts, these logical ideas, appear.

[ 14 ] Also dasjenige, was Hegel zunächst in seinem Glauben erlebte von dieser Logik, das kann sie natürlich nicht sein; sie ist eine Summe von Ideen, die beginnt bei dem Sein, geht durch das Nichts zum Werden und so weiter, durch lauter solche Begriffe, und endet bei der ihren Zweck in sich selber tragenden Idee, also bei dem, was das gewöhnliche Bewußtsein auch noch eine Abstraktion nennt. Also gewiß, die Welt erschaffen aus solchen Ideen hätte man nicht können, und dasjenige, was lebendiger Geist ist, was ja erfaßt werden muß im übersinnlichen Erkennen als lebendiger Geist, das ist auch diese Logik nicht. Es ist schon, ich möchte sagen, aus einem subjektiven Empfinden heraus, wenn Hegel sagt, der Inhalt dieser Logik, das seien die Gedanken Gottes vor der Erschaffung der Welt. Man könnte nimmermehr die reiche Fülle der Welt irgendwie erfassen aus diesen Gedanken heraus. Und dennoch, das Erlebnis, wenn man sich nur überhaupt darauf einläßt, ist ein starkes, ein gewaltiges. Was ist es denn eigentlich, was in dieser Logik enthalten ist?

[ 14 ] So what Hegel initially experienced in his belief regarding this logic—that, of course, cannot be it; it is a sum of ideas that begins with Being, passes through Nothingness to Becoming and so on, through a series of such concepts, and ends with the idea that carries its purpose within itself—that is, with what ordinary consciousness still calls an abstraction. So certainly, one could not have created the world out of such ideas, and that which is living spirit—which must indeed be grasped in supersensory cognition as living spirit—is not this logic either. It is, I would say, born of a subjective feeling when Hegel says that the content of this logic consists of God’s thoughts prior to the creation of the world. One could never in any way grasp the rich fullness of the world from these thoughts. And yet, the experience—if one is only willing to engage with it at all—is a powerful, a tremendous one. What, then, is actually contained in this logic?

[ 15 ] Wenn Sie hier unseren Bau betrachten — er soll als die Mittelpunktsgruppe haben am Ostende in der Mitte eine Art Christus-Gestalt, überragt von Luzifer, und darunter, gewissermaßen in die Erde gestoßen von dem Menschheitsrepräsentanten, der in sich das seelische Gleichgewicht vollständig hält, Ahriman. Es soll da dargestellt sein die volle Menschlichkeit in dieser Gruppe. Der Mensch ist ja in Wirklichkeit dasjenige, was das Gleichgewicht suchen muß zwischen dem, was über den Menschen hinaus will, und zwischen dem, was den Menschen zum Boden hinunterzieht, zwischen dem Luziferischen und dem Ahrimanischen. Physiologisch, physisch gesprochen ist ja das Luziferische in uns diejenige Kraft, die den Menschen zum Fieber, zum Pleuritischen bringt, dasjenige, was den Menschen in Wärmeverhältnisse bringt, die ihn auflösen, die ihn in der Welt zerstieben lassen, und dem Ahrimanischen, das ihn verknöchert, verkalkt. Seelisch gesprochen ist der Mensch dasjenige, was das Gleichgewicht suchen muß zwischen schwärmerischer Mystik, zwischen Theorie, zwischen alldem, was zu dem Wesenlosen, aber vom Lichte Durchhellten hinauf will, und demjenigen, was zum Pedantischen, zum Philiströsen, zum Materialistischen, zum Intellektualistischen den Menschen hinunterzieht. Geistig gesprochen muß der Mensch das Gleichgewicht halten zwischen dem, was ihn immer einschläfert, was ihn immer dazu bringt, wie sich hinzugeben an das Weltenall: das Luziferische, und demjenigen, was ihn immerfort aufweckt, was ihn durchzuckt mit jener Gewalt, die ihn nicht schlafen läßt: dem Ahrimanischen. Man begreift das menschliche Wesen nicht, wenn man es nicht hineinstellen kann in die Mitte zwischen dem Luziferischen und dem Ahrimanischen. Aber dasjenige, was da die Menschenseele in dieser Mitte erlebt, ist ein Kompliziertes, und die Menschenseele erlebt eigentlich dieses Komplizierte nur im Laufe der Zeit, im Laufe der Entwickelung, und man muß die einzelnen Etappen dieser Entwickelung verstehen. Man kann sagen: Wer Hegel versteht, wie er seine «Logik» ausarbeitet, der sieht, wie die Menschheit in dieser Zeit, da Hegel seine «Logik» ausarbeitet — im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts —, beginnt zu verkalken, beginnt materialistisch zu werden, dicht zu werden, in die Materie verstrickt zu werden. Wie ein Versinken in die Materie im Wissen, im Erkennen ist es in dieser Zeit. Und es erscheint einem wie im Bilde diese Menschheit, im Materiellen versinkend, Hegel wie in der Mitte stehend, mit aller Gewalt sich herausarbeitend und entreißend Ahriman dasjenige, was Ahriman Gutes hat: die abstrakte Logik, die wir brauchen zu unserer innerlichen Befreiung, ohne die wir nicht zum reinen Denken kommen, diese entreißend den Mächten der Schwere, diese entreißend den irdischen Mächten und sie hinstellend in ihrer ganzen kalten Abstraktheit, damit sie nicht in demjenigen Elemente lebe, das das Ahrimanische im Menschen ist, sondern damit sie heraufkomme in das menschliche Denken. Ja, diese Hegelsche Logik ist den ahrimanischen Mächten entrissen, entrungen und der Menschheit gegeben; sie ist dasjenige, was die Menschheit braucht, ohne das sie nicht vorwärtskommen kann, was aber erst Ahriman entrissen werden mußte.

[ 15 ] If you look at our structure here—it is intended to have, as its central group at the eastern end, a kind of Christ figure in the middle, towered over by Lucifer, and below that, thrust into the earth, as it were, by the representative of humanity who maintains complete spiritual balance within himself: Ahriman. This group is intended to represent the fullness of humanity. For in reality, the human being is that which must seek a balance between what strives to rise above the human being and what pulls the human being down toward the earth—between the Luciferic and the Ahrimanic. Physiologically and physically speaking, the Luciferic within us is the force that leads the human being to fever and pleurisy—that which brings the human being into conditions of heat that dissolve him, that cause him to disintegrate in the world—and the Ahrimanic, which ossifies and calcifies him. From a soul perspective, human beings must seek a balance between rapturous mysticism, between theory, between all that aspires upward toward the immaterial yet light-permeated, and that which pulls them downward toward pedantry, philistinism, materialism, and intellectualism. Spiritually speaking, human beings must maintain a balance between that which constantly lulls them to sleep—that which always leads them to surrender to the universe: the Luciferic—and that which constantly awakens them, that which pierces them with a force that does not let them sleep: the Ahrimanic. One cannot understand the human being unless one can place it at the midpoint between the Luciferic and the Ahrimanic. But what the human soul experiences at this midpoint is complex, and the human soul actually experiences this complexity only over the course of time, in the course of its development; and one must understand the individual stages of this development. One might say: Anyone who understands Hegel as he elaborates his *Logic* can see how humanity, during the time Hegel was working on his *Logic*—in the second decade of the 19th century—began to harden, began to become materialistic, to grow dense, to become entangled in matter. It is as if knowledge and cognition were sinking into matter during this period. And one is struck by the image of humanity sinking into the material world, with Hegel standing as if in the center, striving with all his might to wrest from Ahriman that which is good in him: abstract logic, which we need for our inner liberation, without which we cannot attain pure thought—wresting it from the forces of heaviness, wresting it from the earthly forces, and setting it before us in all its cold abstractness, so that it may not dwell within that element which is the Ahrimanic in human beings, but rather so that it may rise up into human thought. Yes, this Hegelian logic has been wrested from the Ahrimanic forces and given to humanity; it is what humanity needs, without which it cannot move forward, but which first had to be wrested from Ahriman.

[ 16 ] So bleibt die Hegelsche Logik tatsächlich etwas Ewiges, so muß sie fortwirken. Sie muß immer wieder gesucht werden. Man kann ohne sie nicht auskommen. Will man ohne sie auskommen, so verfällt man entweder in die Weichlichkeit der Schleiermacherei, oder man versinkt in dasjenige, in das man sogleich versunken ist, als man an Hegel sich heranmachte und ihn nicht fassen konnte. Denn da steht, ich möchte sagen, während auf der einen Seite das Bild des Hegel auftritt, der sich herauserhebt aus dem Ahrimanischen, der dasjenige, was von Ahriman als reine Logik für die Menschheit zu retten ist, für das menschliche Denken wirklich rettet, da steht auch auf der andern Seite das Bild von Karl Marx auf, der auch sich an Hegel orientierte, das Hegelsche Denken aufnimmt, aber von Ahrimans Klauen ergriffen wird und in die tiefsten Tiefen des materiellen Sumpfes hineingerissen wird, der mit Hegels Methode zum historischen Materialismus kommt. Da sieht man unwillkürlich nebeneinander den nach aufwärts strebenden Geist, der dem Ahriman die Logik entreißt, und neben ihm denjenigen, der mit dieser Logik, weil man mit ihr sich eben aufrechterhalten muß durch alle inneren menschlichen Seelenkräfte, der versinkt in das Ahrimanische.

[ 16 ] Thus, Hegel’s logic truly remains something eternal; it must continue to exert its influence. It must be sought out again and again. One cannot do without it. If one tries to do without it, one either falls into the softness of veiling, or one sinks into that very state into which one immediately sank when one first approached Hegel and could not grasp him. For there, I might say, while on the one hand the image of Hegel appears—rising above the Ahrimanic, truly saving for human thought that which Ahriman seeks to preserve as pure logic for humanity— there also appears, on the other side, the figure of Karl Marx, who likewise took his cue from Hegel, who takes up Hegelian thought, but is seized by Ahriman’s claws and dragged into the deepest depths of the material swamp, arriving at historical materialism through Hegel’s method. There, one involuntarily sees side by side the spirit striving upward, which snatches logic from Ahriman, and next to it the one who, because one must sustain oneself through all the inner human soul forces using this logic, sinks into the Ahrimanic.

[ 17 ] So steht schon Hegel da als ein Geist, den man nur fassen kann, wenn man ihn zu fassen sucht mit den Begriffen, die eigentlich nur wiederum die Geisteswissenschaft geben kann. Das ist dasjenige, was Hegel geworden ist aus jenen Wirkungen, die auf ihn ausgeübt worden sind durch die flammenden Fichte-Worte in Jena, deren Extrakt er dann in seiner Art ausgebildet hat während seiner Bamberger, während seiner Nürnberger, während seiner Heidelberger Zeit.

[ 17 ] Thus Hegel already stands there as a spirit that can only be grasped if one seeks to grasp him using the concepts that, in turn, can only be provided by the philosophy of mind. This is what Hegel became as a result of the influences exerted upon him by Fichte’s fiery words in Jena, the essence of which he then developed in his own way during his time in Bamberg, Nuremberg, and Heidelberg.

[ 18 ] Und dann wurde er nach Norddeutschland versetzt. Immer stand er darinnen in demjenigen, was seine Umgebung war. Sein Inneres weckte in menschlich-persönlicher Art auf das, was seine Umgebung war. So wurde er eben der einflußreiche Geist der Berliner Universität. Und jetzt erlebte die Welt von ihm dasjenige Werk, das er ja aus der Mitte der modernen Zivilisationswelt heraus schaffen mußte, wenn er wirklich ein solcher Geist war, der dieser Mitte voll angehörte. Wir haben ja charakterisiert in den letzten Wochen den Osten, die Mitte und den Westen, haben gefunden, wie im Westen besonders das wirtschaftliche Denken blüht, im Osten das geistige Denken blühte, wie in der Mitte das Rechtliche, Staatliche zur besonderen Blüte sich erhoben hat. Fichte hat ein Werk über Naturrecht geschrieben. Mit Rechtsideen beschäftigten sich die erleuchtetsten Geister. Hegel stellte vor die Welt hin gerade in der Zeit, als er seinen Übergang nach Norddeutschland fand, seine «Grundlinien der Philosophie des Rechts, oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundrisse». All das, was man nennen könnte Verleumdung Hegels, ist ja vielfach gerade von diesem Buch ausgegangen, das den merkwürdigen Satz enthält: Alles Vernünflige ist wirklich und alles Wirkliche ist vernünftig. — Wer aber ermessen kann, daß ja Hegeles war, der den ahrimanischen Mächten die Menschenvernunft abgerungen hat, der wird auch ermessen, daß er ein Recht dazu hatte, überall in der Welt nun diese Vernunft zu suchen, diese Vernunft geltend zu machen. Und so wurde er — weil er sich lediglich in dem Ahrimanischen bewegte, das nicht hinaufführen kann in dasjenige, was vor der Geburt liegt, in dasjenige,”was nach dem Tode wirkt —, er wurde zum Interpreten der Geistigkeit, aber nur der Geistigkeit des Irdisch-Physischen: er wurde zum Natur- und Geschichtsphilosophen. Aber er stellte dasjenige hin, was lebt in der Außenwelt im Verhältnis von Mensch zu Mensch, was sich dann systematisch ausbildet als organisiertes Menschenleben; er faßte das in seinem Begriff vom objektiven Geiste zusammen. Er sah in dem Ausleben des Rechtes, der Sitte, in dem Ausleben von Verträgen und so weiter, den in der sozialen Organisation selber wirksamen Geist. Er stand mit diesen Dingen nicht nur im räumlichen, sondern auch im zeitlichen Milieu durchaus drinnen. Es war ja noch der Geist der Zeit, wo insbesondere in dem Gebiete, in dem Hegel lebte, der Staat nicht so angebetet worden ist wie später. Deshalb ist es auch nicht richtig, wenn man dasjenige, was bei Hegel als Begriff des Staates auftritt, in demselben Lichte sieht, in dem man später den Staat sehen mußte. Hegel anerkannte zum Beispiel innerhalb seines Staatsgebildes noch freie Korporationen, ein korporatives Leben. Alles dasjenige, was im Preußischen später als antihuman zutage getreten ist, das war ja dazumal noch nicht vorhanden, als Hegel in einer gewissen Weise, ich möchte sagen, die Staatsidee gerade in Preußen theifizierte; aber es ging das hervor aus seinem Streben, in der Welt die Vernunft zu sehen, die Vernunft, die er in seiner Logik dem Ahriman abgerungen hatte.

[ 18 ] And then he was transferred to northern Germany. He always remained rooted in his surroundings. His inner being responded to his surroundings in a deeply human and personal way. Thus he became the influential spirit of the University of Berlin. And now the world witnessed the work he produced—a work he had to create from the very heart of modern civilization if he was truly a spirit who fully belonged to that center. In recent weeks, we have characterized the East, the Center, and the West; we have seen how economic thought flourished particularly in the West, how spiritual thought flourished in the East, and how legal and political thought rose to particular prominence in the Center. Fichte wrote a work on natural law. The most enlightened minds were engaged with legal ideas. Hegel presented to the world, precisely at the time he was moving to northern Germany, his *Outline of the Philosophy of Right, or Natural Law and Political Science in Outline*. Much of what one might call slander against Hegel has, in fact, stemmed precisely from this book, which contains the remarkable sentence: “Everything rational is real, and everything real is rational.” — But whoever can appreciate that it was indeed Hegel who wrested human reason from the Ahrimanic forces will also appreciate that he had every right to seek this reason everywhere in the world and to assert it. And so he became—because he moved solely within the Ahrimanic realm, which cannot lead upward to that which lies before birth, to that “which works after death”—an interpreter of spirituality, but only of the spirituality of the earthly-physical realm: he became a philosopher of nature and history. But he set forth that which lives in the external world in the relationship between human beings, which then systematically develops into organized human life; he summarized this in his concept of the objective spirit. He saw in the practice of law, of custom, in the fulfillment of contracts and so on, the spirit at work within social organization itself. He was thoroughly immersed in these matters, not only in a spatial sense but also in a temporal one. It was, after all, still the spirit of the times when, particularly in the region where Hegel lived, the state was not yet worshipped as it would be later. That is why it is also incorrect to view what appears in Hegel as the concept of the state in the same light in which the state had to be viewed later. Hegel, for example, still recognized free corporations and a corporate way of life within his conception of the state. All that which later emerged in Prussia as anti-human did not yet exist at that time, when Hegel, in a certain sense—I would say—deified the idea of the state, particularly in Prussia; but this arose from his striving to see reason in the world—the reason he had wrested from Ahriman in his Logic.

[ 19 ] Und nun muß man schon sagen: Das ist ja im Grunde die Tragik, die sich in so erschütternder Weise geschichtlich dann vollzogen hat. Dasjenige, was in Mitteleuropa lebt, es ist ja etwas, was nicht in derselben Weise angeschaut werden darf, wie der Westen es, insbesondere seit den Verlogenheiten der letzten Jahre, ansieht, es ist etwas, was gerade dadurch besonders zu charakterisieren ist, daß es selbst einem solchen Geist, wie Oswald Spengler einer ist, jetzt noch den Eindruck macht, es müsse aus ihm heraus die einzige Rettung, die einzige soziale Rettung geboren werden für die Niedergangszeiten; nicht um den Niedergang aufzuheben — an eine solche Aufhebung glaubt Spengler nicht —, aber um den Niedergang nur erträglich zu machen, der sich vollziehen wird, bis im Beginne des nächsten Jahrtausends die vollständige Barbarei da sein werde.

[ 19 ] And now one really must say: This is, after all, the tragedy that then unfolded in such a shattering way throughout history. What lives on in Central Europe is something that must not be viewed in the same way that the West views it—especially since the hypocrisy of recent years— it is something that is characterized precisely by the fact that it still gives even a mind like Oswald Spengler’s the impression that it must be the source of the only salvation—the only social salvation—for times of decline; not to reverse the decline—Spengler does not believe in such a reversal—but merely to make the decline bearable, a decline that will continue until complete barbarism sets in at the beginning of the next millennium.

[ 20 ] Man darf sagen: Hegel steht in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts wie der über das gesamte Unterrichtswesen Preußens gebietende Geist da, steht da mit jener Art von Vernünftigkeit, die ich Ihnen eben jetzt charakterisiert habe, die, ich möchte sagen, aus dem Eis des Ahriman geboren ist, aber die auch etwas hat von einer inneren Straffheit der Geistorganisation, die nichts Mathematisches hat, die aber etwas von einer ungeheuren Kraft hat, etwas von Feingeistigkeit hat.

[ 20 ] One might say: In the 1820s, Hegel stands as the spirit presiding over the entire Prussian educational system, embodying that kind of rationality I have just described to you—which, I might say, is born of the ice of Ahriman, but which also possesses an inner rigidity of mental organization that has nothing mathematical about it, yet possesses an immense power and a certain subtlety of mind.

[ 21 ] Und nun muß man eigentlich gestehen: Dasjenige, was da in diesem Mitteleuropa vorhanden war, was ja immerhin auch durch die Seite zu charakterisieren ist, daß es im 9. Jahrhundert noch Blutopfer in seiner Unkultur hatte, das hat Eigenschaften gezeitigt, die einen gewissen Wert haben dann, wenn sie von einer solchen Geistigkeit befehligt werden, wie sie die Hegelsche war. Aber die ist selten, die wiederholte sich nicht. Die Schüler Hegels waren alle im Grunde genommen kleine Geister, und derjenige, der in gewisser Beziehung ein großer Geist war, Karl Marx, verfiel sogleich den ahrimanischen Mächten, und was sich dann ausbreitete, das war eben dasjenige, was den Sturz in die ahrimanischen Tiefen vollzog. Aus dem, was da stürzte, hat Hegel etwas gerettet, was aber ewig sein muß, und was er daraus nur dadurch retten konnte, daß er es gerade aus diesem Element heraus rettete. Das mußte schon solch ein Extrakt, seelischer Extrakt des mitteleuropäischen Wesens vollbringen, wie Hegel es war: Schwabe von Geburt, Schwabe in bezug auf sein Jugendland, Mitteldeutscher, Franke und Thüringer in bezug auf seine Reifejahre, und in bezug auf die letzte Epoche seines Lebens so stark Preuße, daß er Preußen wie den Mittelpunkt der Welt empfand und Berlin die Mitte des Mittelpunktes nannte. Aber es liegt eine gewisse Kraft, wahrhaftig nicht eine physische Kraft, sondern eine andere Kraft, eine geistige Kraft in diesem Hegeltum, und es liegt in ihm etwas, das aufgenommen werden muß von jeder geistigen Weltanschauung. Denn rachitisch müßte werden jede Geisteswissenschaft, die nicht durchdrungen werden könnte von dem knöchernen Ideensystem, das dem Ahriman, dem verknöchernden Ahriman abgerungen worden ist durch Hegel. Man braucht dieses System. Man muß in einer gewissen Weise daran innerlich stark werden. Man braucht diese kühle Besonnenheit, wenn man nicht in nebuloser, warmer Mystik verkommen will beim geistigen Streben. Man braucht auch die Kraft, die in Hegel lebte, man braucht seine Kraft zum Vernunftbekenntnis, wenn man nicht untersinken will in dasjenige, in das Karl Marx sogleich untergesunken ist, als er selbständig die Hegelsche Geistigkeit in sich verarbeiten wollte.

[ 21 ] And now one really must admit: That which existed in Central Europe—which, after all, can also be characterized by the fact that, as late as the 9th century, blood sacrifices were still part of its uncivilized culture—gave rise to qualities that have a certain value when guided by a spirituality such as Hegel’s. But such spirituality is rare; it did not repeat itself. Hegel’s students were all, fundamentally speaking, small minds, and the one who was, in a certain sense, a great mind—Karl Marx—immediately fell prey to the Ahrimanic forces; and what then spread was precisely that which brought about the plunge into the Ahrimanic depths. From what fell there, Hegel rescued something that must be eternal, and he could rescue it only by extracting it precisely from that very element. This could only be accomplished by such an extract—a spiritual extract of the Central European essence—as Hegel was: a Swabian by birth, a Swabian in terms of the land of his youth, a Central German, a Franconian, and a Thuringian in terms of his mature years, and—in the final epoch of his life—so deeply Prussian that he perceived Prussia as the center of the world and called Berlin the center of the center. But there is a certain power—truly not a physical power, but another kind of power, a spiritual power—in this Hegelianism, and there is something in it that must be absorbed by every spiritual worldview. For any spiritual science that could not be permeated by the bony system of ideas—which Hegel wrested from Ahriman, the ossifying Ahriman—would become stunted. We need this system. In a certain sense, we must grow inwardly strong through it. We need this cool, level-headedness if we do not wish to degenerate into nebulous, warm mysticism in our spiritual striving. One also needs the strength that lived in Hegel; one needs his strength to profess reason if one does not wish to sink into that very abyss into which Karl Marx immediately sank when he sought to assimilate Hegel’s spirituality on his own terms.

[ 22 ] Es ist notwendig, es wäre notwendig, daß in diesem Zeitpunkte, der vielleicht einer der wichtigsten ist, noch wichtiger als 1914, möglichst viele Menschen sich gerade an das Bedeutsame in Hegel erinnern. Denn die Seelen könnten in einer gewissen Weise aufwachen gerade an Hegel. Und Aufwachen ist nötig. Man glaubt es nicht, man will es nicht glauben, welche Gefahren eigentlich in der Zivilisation Europas und seines amerikanischen Anhanges walten; man will nicht glauben, welche Niedergangskräfte vorhanden sind. Man rechnet ja eigentlich nur mit den Niedergangskräften heute im Öffentlichen Leben. Die Aufgangskräfte will man nicht spüren. Lassen Sie uns einzelne charakteristische Dinge hervorheben, die gerade in den letzten Tagen einem aufstoßen können: Woran denkt denn zum Beispiel dasjenige, was jetzt Gesinnung wird in der zivilisierten Welt gegenüber dem geistigen Leben, jenem geistigen Leben, das eben überkommen ist — es ist nicht unser Geistesleben, wir wollen einen neuen Geist hineinbringen in die Zivilisation der Menschheit —, aber woran denkt denn dasjenige, was jetzt immer mehr und mehr als Gesinnung in bezug auf das geistige Leben sich ausbreitet? — Sie können das entnehmen einem Artikel, den der Rektor der Universität Halle vor ganz kurzer Zeit in den «Hallischen Nachrichten» unter der Überschrift «Abbau der Universitäten?» geschrieben hat! Er schreibt: «Es scheint nun so viel festzustehen, daß tatsächlich von einer Regierungsstelle der Vorschlag gemacht worden ist, einen Teil der deutschen Universitäten abzubauen. Man hält andere erzieherische Aufgaben für wichtiger und glaubt, daß für sie größere Mittel flüssig gemacht werden müßten. Und da diese fehlen, so will man einige Universitäten eingehen lassen, um eine Art Beamtenschule zu gründen, auf der Personen, die nicht durch die Universitäten gegangen sind, so weit gebildet werden sollen, daß sie die ihnen übertragenen Ämter verwalten können.»

[ 22 ] It is necessary—it would be necessary—that at this moment, which is perhaps one of the most important, even more so than 1914, as many people as possible recall precisely what is significant in Hegel. For souls could, in a certain way, awaken precisely through Hegel. And awakening is necessary. People do not believe—or do not want to believe—what dangers actually prevail in the civilization of Europe and its American offshoot; they do not want to believe what forces of decline are at work. In fact, people today only reckon with the forces of decline in public life. They do not want to sense the forces of ascent. Let us highlight a few characteristic examples that may have struck us particularly in recent days: What, for example, is the underlying mindset that is now taking hold in the civilized world regarding spiritual life—that very spiritual life that has just been handed down? (It is not our spiritual life; we want to bring a new spirit into the civilization of humanity.) But what is the underlying mindset that is now spreading more and more as a prevailing attitude toward spiritual life? — You can glean this from an article that the rector of the University of Halle wrote very recently in the *Hallische Nachrichten* under the headline “The Dismantling of Universities?” He writes: “It now seems so certain that a proposal has in fact been made by a government agency to dismantle some of the German universities. Other educational tasks are considered more important, and it is believed that greater funds must be made available for them. And since these funds are lacking, the plan is to allow some universities to close in order to establish a kind of civil service school where individuals who have not attended university can be educated to the extent that they can administer the offices entrusted to them.”

[ 23 ] Beamtendressur, da beginnt es! In. Rußland ist es im vollen Gange. Und die westlichen Menschen glauben nicht daran. Sie werden es bitter erleben müssen, daß auch sie werden daran glauben müssen, wenn nicht ein Aufwachen der Seelen stattfindet, wenn selbst die besten Geister fortwährend taube Ohren haben gegen alles dasjenige, was vom Geiste spricht, und in den alten Phrasen von Liberalismus, von Konservatismus, von Pazifismus, von allem möglichen die Welt unterhalten zu ihrem eigenen Amüsement, jedenfalls aber nicht zum Heile dieser Welt.

[ 23 ] The indoctrination of civil servants—that’s where it begins! In Russia, it’s in full swing. And people in the West don’t believe it. They will have to learn the hard way that they, too, will be forced to believe it—unless there is an awakening of the soul—if even the finest minds continue to turn a deaf ear to everything that speaks of the spirit, and entertain the world with the old clichés of liberalism, conservatism, pacifism, and all manner of things—for their own amusement, but certainly not for the good of this world.

[ 24 ] Und die Moralität, sie geht gerade unter unseren Intellektuellen in einer rasenden Art bergab. Dafür auch ein kleines Zeichen.

[ 24 ] And morality is rapidly declining, especially among our intellectuals. Here is a small example of that.

[ 25 ] Ich sende voraus, daß Ernst Haeckel, als er von seiner Jenenser Professur zurücktrat, seinen nach Berlin gekommenen Schüler Plate selbst zu seinem Nachfolger bestimmte. Er setzte ihn ein sozusagen, denn Haeckels Stimme bedeutete an der Universität Jena etwas, als sich Haeckel pensionieren ließ; er setzte Plate ein in alle die Ämter, die er hatte, in die Professur, in die Verwaltung des Zoologischen Instituts, aber auch des Phyletischen Museums, das für Haeckel selber gestiftet worden war durch die Haeckel-Stiftung, die zustande gekommen war; an Haeckels sechzigstem Geburtstag wurde dieses Phyletische Museum gegründet. Das alles war es, wovon Haeckel sich zurückzog und für das er seinen Schüler Plate einsetzte. Nun möchte ich Ihnen eine Nachricht der letzten Tage vorlesen:

[ 25 ] I should note that when Ernst Haeckel stepped down from his professorship at Jena, he personally appointed his student Plate—who had come to Berlin—as his successor. He installed him, so to speak, because Haeckel’s influence at the University of Jena was significant when he retired; he appointed Plate to all the offices he had held—the professorship, the administration of the Zoological Institute, and also that of the Phyletic Museum, which had been established for Haeckel himself by the Haeckel Foundation that had been created; this Phyletic Museum was founded on Haeckel’s sixtieth birthday. All of this was what Haeckel was stepping back from and for which he appointed his student Plate. Now I would like to read you a news item from the last few days:

[ 26 ] «Vor einem Jahre, acht Tage nach Ernst Haeckels Tode, machte ein Nachruf Dr. Adolf Heilborns im «Berliner Tageblatt» zum erstenmal Mitteilung von dem Martyrium, welches Haeckel durch das Verhalten Professor Ludwig Plates in seinen letzten zehn Lebensjahren auferlegt wurde. Am i. April 1909 hatte Haeckel den zoologischen Lehrstuhl in Jena, den er achtundvierzig Jahre hindurch eingenommen hatte, und das Direktorat des Zoologischen Instituts und des Phyletischen Museums an seinen Berliner Schüler Ludwig Plate abgetreten, wofür dieser der herzlichsten Dank aussprach. Eine der ersten Amtshandlungen Plates nach seiner Übersiedlung war die Forderung, Haeckel solle unverzüglich sein Arbeitszimmer im Zoologischen Institut räumen, und als Haeckel protestierte, kam die Erklärung: «Seit dem 1. April bin ich alleiniger Direktor des Phyletischen Museums, und Sie haben sich allen meinen Anordnungen unbedingt zu fügen. Diesen Auftakt und die weitere Entwicklung des Konflikts hat Heilborn als Haeckels Schüler und Freund in einfachen Worten an dieser Stelle erzählt, mit dem Erfolg, daß Professor Ludwig Plate eine Beleidigungsklage beim Amtsgericht Jena gegen ihn eingeleitet hat. Nunmehr übergibt Dr. Heilborn in einer kleinen Schrift «Die Lear-Tragödie Ernst Haeckel» (Hoffmann u. Campe, Hamburg/Berlin 1920) auf Grund unveröffentlichter Briefe und Aufzeichnungen Haeckels und offizieller Akten den ganzen Sachverhalt der Öffentlichkeit. Heilborn konnte sich der Wendung bedienen, die ein witziger Anwalt einmal vor Gericht gebraucht hat: «Ich beantrage die Verurteilung meines Herrn Gegners aus den Gründen, die mein Herr Gegner selbst vorgetragen hat.» Nichts belastet Plate schärfer als seine eigenen Äußerungen. Von Haeckel, der der Universität an Stiftungen über eine Million Mark, seine große Bibliothek und seine in 55 Jahren erworbenen Sammlungen unentgeltlich zugeführt hatte, verlangt er eine Anzahl angeblich fehlender Bücher, ein anderes Mal eine größere Anzahl Pappkartons zurück. Und urteilt dann so: «Dieses mir zugefügte schwere Unrecht läßt sich nicht mehr aus der Welt schaffen, ich will ihm aber in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Wissenschaft und weil er mein früherer Lehrer ist, verzeihen» und: «Daß ich nach all diesen Erfahrungen jeden persönlichen Verkehr mit Haeckel abgebrochen habe, wird mir niemand verdenken.» Soweit Plate — Haeckel. Ich muß an einen Vortrag denken, den Ottokar Lorenz, einer der besseren Historiker der früheren Zeiten, einmal hielt. Ich bin mit seinem Inhalte nicht einverstanden gewesen, aber eine Wendung gleich im Anfange gefiel mir doch. Ottokar Lorenz hatte zu sprechen bei einem Schiller- Jubiläum über «Schiller als Historiker». Wie gesagt, ich bin mit dem Inhalt dessen, was er gesagt hat, nicht einverstanden gewesen, aber er sagte: Ja, eigentlich ist vom Standpunkte der heutigen Wissenschaft über Schiller als Historiker nichts weiter mehr zu sagen. Wenn ich aber doch noch etwas sage, geschieht es im Auftrage des Hohen Senates und meiner Herren Kollegen — da saß alles herum, der Hohe Senat und die Herren Kollegen. Und so möchte ich sagen — jetzt kommt dasjenige, was als eine ganz besondere, nun, sagen wir, Enunziation des Hohen Senates und der Herren Kollegen erscheint. Da steht nämlich: «In der akademischen Welt Jenas stand Plate ganz allein» — ich möchte wissen, ob er allein gestanden hat, wenn er ins Kolleg gekommen ist. — «Der Anatom Schwalbe schreibt einmal: ‹Es ist unglaublich, wie... sich Plate benommen hat. Mich wundert, daß die Studenten in Jena nicht reagiert haben, Das wäre eine wirklich gute Tat, wenn sie Plate herausgraulen könnten ...› »

[ 26 ] “A year ago, eight days after Ernst Haeckel’s death, an obituary by Dr. Adolf Heilborn in the *Berliner Tageblatt* first reported on the ordeal Haeckel had endured due to Professor Ludwig Plate’s conduct during the last ten years of his life. On April 1, 1909, Haeckel had relinquished the chair of zoology in Jena—which he had held for forty-eight years—as well as the directorship of the Zoological Institute and the Phyletic Museum to his Berlin student Ludwig Plate, for which Plate expressed his heartfelt thanks to the . One of Plate’s first official acts after his move was to demand that Haeckel vacate his office at the Zoological Institute immediately; when Haeckel protested, Plate explained: “Since April 1, I have been the sole director of the Phyletic Museum, and you must unconditionally comply with all my orders.” Heilborn, as Haeckel’s student and friend, recounted this opening exchange and the subsequent development of the conflict here in simple terms—with the result that Professor Ludwig Plate filed a defamation suit against him in the Jena District Court. Now, in a short work titled *“The Lear Tragedy of Ernst Haeckel”* (Hoffmann & Campe, Hamburg/Berlin 1920), based on Haeckel’s unpublished letters and notes as well as official records. Heilborn was able to employ the turn of phrase that a witty lawyer once used in court: “I move that my opponent be convicted on the grounds that my opponent himself has presented.” Nothing incriminates Plate more sharply than his own statements. From Haeckel—who had donated over one million marks in endowments to the university, along with his vast library and the collections he had acquired over 55 years, all free of charge—he demanded the return of a number of allegedly missing books, and on another occasion, a larger number of cardboard boxes. And then he passes this judgment: “This grave injustice inflicted upon me can no longer be undone, but I will forgive him in recognition of his great services to science and because he is my former teacher,” and: “No one will blame me for having severed all personal contact with Haeckel after all these experiences.” So much for Plate—Haeckel. I am reminded of a lecture once given by Ottokar Lorenz, one of the better historians of earlier times. I did not agree with its content, but I did like a turn of phrase right at the beginning. Ottokar Lorenz was speaking at a Schiller anniversary event on “Schiller as a Historian.” As I said, I did not agree with the content of what he said, but he remarked: “Yes, actually, from the standpoint of modern scholarship, there is nothing more to be said about Schiller as a historian. But if I do say something after all, it is on behalf of the High Senate and my colleagues”—and there they all were, the High Senate and my colleagues. And so I would like to say—here comes what appears to be a very special, well, let’s say, statement by the High Senate and my colleagues. It reads: “In the academic world of Jena, Plate stood entirely alone”—I would like to know whether he stood alone when he entered the lecture hall. — “The anatomist Schwalbe once wrote: ‘It is unbelievable how… Plate behaved. I am surprised that the students in Jena did not react. It would be a truly good deed if they could drive Plate out…’”

[ 27 ] So schreiben die Professoren, die «Herren Kollegen», die furchtbar bedauern, daß die Studenten den Plate nicht hinausgegrault haben. Die Herren Kollegen aber, die so schreiben — selbstverständlich in Privatbriefen —, haben es wohl vermieden, unfreundlich zu sein mit Herrn Plate, wenn er ins Kolleg gekommen ist.

[ 27 ] This is what the professors—the “fellow professors”—write, expressing their deep regret that the students did not drive Plate out. The fellow professors who write this—in private letters, of course—have presumably avoided being unfriendly toward Mr. Plate whenever he came to the lecture hall.

[ 28 ] «Heinrich Heine sagt einmal, Lessings Gegner wurden dadurch, daß sie mit ihm in Verbindung gebracht waren, vor dem spurlosen Verschwinden bewahrt, wie das Insekt im Bernstein. Es wäre unhöflich, diesen Vergleich auf Lebende anzuwenden, so gut er auch in eine naturwissenschaftliche Atmosphäre paßt. Wir begnügen uns deshalb mit der Bemerkung Heilborns, daß von Plates Namen und Werk nichts übrig bleiben wird, als die dunkle Erinnerung an das Martyrium, das er Haeckel bereitet hat.»

[ 28 ] “Heinrich Heine once said that Lessing’s opponents were spared from vanishing without a trace—like an insect trapped in amber—simply because they were associated with him. It would be rude to apply this comparison to living people, however well it may fit into a scientific context. We shall therefore content ourselves with Heilborn’s remark that nothing will remain of Plate’s name and work except the vague memory of the ordeal he inflicted on Haeckel.”

[ 29 ] Man könnte sehr viel ähnliche Beispiele anführen für die GelehrtenMoral, für die Moral unserer Intelligenz der Gegenwart; denn was dadurch zutage tritt, das ist, daß wir es heute nicht zu tun haben etwa bloß mit dem Kampf dieser oder jener Weltanschauung gegen die andere Weltanschauung; wir haben es zu tun heute mit dem Kampf der Wahrheit gegen die Lüge, und die Lüge ist es, die ihre Waffen gegen die Wahrheit richtet. Und wichtiger als alles Streiten um sonstige Begriffe ist heute der Kampf der Wahrheit gegen die Verlogenheit, die immer weiter und weiter die Menschen ergreift.

[ 29 ] One could cite many similar examples of scholarly morality, of the morality of our contemporary intelligentsia; for what this reveals is that today we are not dealing merely with the struggle of one worldview or another against another worldview; we are dealing today with the struggle of truth against falsehood, and it is falsehood that directs its weapons against the truth. And more important than any dispute over other concepts today is the struggle of truth against the hypocrisy that is taking hold of people more and more.

[ 30 ] Man hat es vielleicht übertrieben gehalten, als ich gelegentlich eines Vortrages neulich sagte: Die Menschen in Europa schlafen. Sie werden bitter erfahren — ich sagte es aus einem andern Zusammenhange heraus —, sie werden bitter erfahren müssen, wie dasjenige, was sich als äußerster Ausläufer der westeuropäischen Weltanschauung im Bolschewismus über ganz Asien verbreitet, etwas ist, was von Asien, von diesen Menschen Asiens aufgenommen wird mit derselben Inbrunst, mit der sie einstmals ihr heiliges Brahman aufgenommen haben. — Das wird es nämlich, und die moderne Zivilisation wird sich bekanntmachen müssen damit. Und man empfindet den tiefsten Schmerz, wenn man in Europa die schlafenden Seelen sieht, die so gar nicht dazu kommen, sich diesen Ernst, um den es sich heute handelt, wirklich vor die Seele zu rufen. Ein paar Tage, nachdem ich dieses hier ausgesprochen hatte, fand ich die folgende Nachricht: «Vor einigen Tagen hatte ich Gelegenheit, bei einem Vertreter der Sowjet-Republik eine 10 000-Rubelnote zu sehen. Was mich in Erstaunen setzte, war nicht die Höhe der Rubelnote; — was mir an jenem 10 000-Rubelschein auffiel, war vielmehr ein in der Mitte des Papiers fein und deutlich herausgearbeitetes Hakenkreuz, Svastika.» Jenes Zeichen, zu dem einstmals der Inder oder der alte Ägypter hingeblickt hat, wenn er von seinem heiligen Brahman sprach, er erblickt es heute auf der Zehntausend-Rubelnote! Man weiß da, wo große Politik gemacht wird, wie man auf Menschenseelen wirkt. Man weiß, was der Siegeszug des Hakenkreuzes, Svastika, das eine große Anzahl von Menschen in Mitteleuropa bereits trägt — wiederum aus anderen Untergründen heraus —, man weiß was dieses bedeutet, aber man will nicht hinhorchen auf dasjenige, was aus den wichtigsten Symptomen heraus die Geheimnisse des heutigen geschichtlichen Werdens deuten will.

[ 30 ] Perhaps I went a bit too far when I said recently during a lecture: “The people of Europe are asleep.” They will learn the hard way—I said this in a different context—they will have to learn the hard way what Bolshevism, as the outermost extension of the Western European worldview, is as it spreads across all of Asia; it is something that Asia, these people of Asia, are embracing with the same fervor with which they once embraced their sacred Brahman. — For that is precisely what will happen, and modern civilization will have to come to terms with it. And one feels the deepest sorrow when one sees the sleeping souls in Europe who are so utterly unable to truly bring this gravity—which is at stake today—to the forefront of their minds. A few days after I had said this, I came across the following news item: “A few days ago, I had the opportunity to see a 10,000-ruble note in the possession of a representative of the Soviet Republic. What astonished me was not the denomination of the note; rather, what struck me about that 10,000-ruble bill was a swastika, finely and clearly embossed in the center of the paper.” That symbol, which the ancient Indians and Egyptians once gazed upon when speaking of their sacred Brahman—they see it today on the 10,000-ruble note! Those who shape high politics know how to influence the human soul. One knows what the triumphant march of the swastika—which a large number of people in Central Europe already bear, albeit for different underlying reasons—means; one knows what this signifies, but one refuses to heed those who seek to interpret the mysteries of today’s historical developments through its most significant symptoms.

[ 31 ] Diese Deutung kann aber nur erfolgen aus dem, was geisteswissenschaftlich zutage treten kann. Man muß den Blick hinwerfen auf dasjenige, was gegenwärtig ist. Man muß den Blick hinwerfen auf die Verwüstungstendenz gegenüber dem alten Geistesleben, das verwandeln will selbst den Rest dieses alten Geisteslebens in Beamtenschulen und -maschinerien, das zu einer solchen moralischen Tiefe heruntergesunken ist, wie ich es Ihnen in bezug auf Herrn Plate mitgeteilt habe, der der unmittelbare Schüler Haeckels ist, der Lieblingsschüler des seelisch so guten Haeckels. Das hat nicht Haeckel gemacht, das macht die ahrimanisch-materialistische Kultur. In dieser Zeit — in der man aber weiß, da, wo man bewußt zu Werke geht, wie man wirken muß —, in dieser Zeit sollte man zurückdenken an solche Geister, wie es der hundertfünfzig Jahre vorher in Stuttgart geborene Hegel ist, der in innerem seelisch-geistigem Kampfe den ahrimanischen Mächten diejenigen Begriffe und Ideen abgerungen hat, die man braucht, um innerliche geistige Festigkeit genug zu haben, die Leiter hinauf in die geistige Welt zu gehen, der aber auch noch manches andere bietet an innerer Geistesdisziplin. Wahrhaftig, durch das, wie er jetzt leben kann, soll Hegel geschätzt werden von seiten der Geisteswissenschaft, und wegen dessen, was heute von ihm leben kann, sei heute an seinem hundertfünfzigsten Geburtstage an ihn erinnert.

[ 31 ] However, this interpretation can only be derived from what can be brought to light through the humanities. One must turn one’s gaze to what is present. One must turn one’s gaze to the tendency toward devastation directed against the old spiritual life—a tendency that seeks to transform even the remnants of this old spiritual life into schools and bureaucracies for civil servants, a tendency that has sunk to such moral depths as I have described to you in connection with Mr. Plate, who is a direct student of Haeckel, the favorite student of Haeckel, who was so good at heart. Haeckel did not do this; it is the work of the Ahrimanic-materialistic culture. In this age—in which, however, one knows, when one sets to work consciously, how one must act—in this age, one should reflect on spirits such as Hegel, who was born in Stuttgart one hundred and fifty years ago, and who, in an inner, spiritual struggle wrested from the Ahrimanic forces those concepts and ideas that are needed to possess sufficient inner spiritual steadfastness to climb the ladder into the spiritual world—but who also offers much more in the way of inner spiritual discipline. Truly, Hegel should be valued by spiritual science for the way his work lives on today, and because of what endures from him today, let us remember him on his 150th birthday.

[ 32 ] Er starb am i4. November 183 1 in Berlin an der Cholera, am Todestage Leibnizens, des großen europäischen Philosophen. Was er hinterlassen hat, ist zunächst in der äußerlichen Welt entweder verkannt worden, von Schülern verdummt worden, oder es ist direkt ins Ahrimanische hinuntergezogen worden, wie im Marxismus. Durch Geisteswissenschaft muß sich der Boden finden, wo dasjenige nicht begraben werden darf, was in Georg Friedrich Wilhelm Hegel als ein Ewiges vor hundertfünfzig Jahren in Stuttgart geboren worden ist, was die besten Geistesextrakte Europas in sich schließt, was gewirkt hat durch sechzig Jahre in Mitteleuropa. Es darf nicht begraben werden, es muß in der Geisteswissenschaft zu einem Leben erweckt werden, wie wir es wahrhaftig jetzt in diesem intellektuellen, moralischen und ökonomischen Niedergange brauchen.

[ 32 ] He died of cholera on November 14, 1831, in Berlin—the same day Leibniz, the great European philosopher, died. What he left behind was, at first, either misunderstood in the outer world, dumbed down by his students, or dragged directly into the Ahrimanic realm, as in Marxism. Through spiritual science, we must find the ground where that which was born in Georg Friedrich Wilhelm Hegel as an eternal truth one hundred and fifty years ago in Stuttgart—that which embodies the finest spiritual essences of Europe and has been at work in Central Europe for sixty years—must not be buried. It must not be buried; it must be brought to life through spiritual science, just as we truly need it now in the midst of this intellectual, moral, and economic decline.