The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 201
18 April 1920, Dornach
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Correspondences Between the Microcosm and the Macrocosm, tr. SOL
Sechster Vortrag
Sixth Lecture
[ 1 ] Wir haben gesehen, wie ein Einklang gesucht werden muß zwischen dem, was im und mit dem Menschen vorgeht, und demjenigen, was im außermenschlichen Weltenall vor sich geht. Wir wollen uns noch einmal kurz vorführen, in was gestern unsere Betrachtung gegipfelt hat. Wir haben gesagt, der Mensch müsse zunächst nach vier Gesichtspunkten betrachtet werden. Erstens nach dem Gesichtspunkt der Gestaltungskräfte, die in ihm wirken, demjenigen also, was ihn zu seiner eigentlichen Menschenform bildet. Dann haben wir als zweites ins Auge gefaßt alles das, was entspricht der inneren Säftebewegung, denjenigen Bewegungen, von denen eine der Blutkreislauf ist, die Lymphbewegung und so weiter; also die inneren Bewegungskräfte. Sie wissen, daß die Gestaltungskräfte etwas sind, was gewissermaßen beim ausgewachsenen Menschen zur Ruhe gekommen ist, was eine feste Form angenommen hat. Die Bewegungskräfte sind in einem fortwährenden Fluß, in einer fortwährenden Strömung. Als drittes haben wit die Organkräfte anzusehen, und als viertes den eigentlichen Stoffwechsel.
[ 1 ] We have seen how a harmony must be sought between what takes place within and with the human being and what takes place in the non-human universe. Let us briefly review once more what our discussion culminated in yesterday. We said that human beings must first be considered from four perspectives. First, from the perspective of the formative forces at work within them—that is, what shapes them into their true human form. Second, we considered everything corresponding to the inner movement of bodily fluids—the movements of which the blood circulation, the lymphatic system, and so on are examples; in other words, the inner forces of movement. You know that the formative forces are something that, so to speak, has come to rest in the fully grown human being, having taken on a fixed form. The forces of movement are in a constant flow, in a constant current. Third, we must consider the organ forces, and fourth, the actual metabolism.
1. Gestaltungskräfte
2. Innere Bewegungskräfte
3. Organkräfte
4. Stoffwechsel
1. Formative Forces
2. Internal Motive Forces
3. Organ Forces
4. Metabolism
[ 2 ] Nun handelt es sich darum, daß wir zunächst einmal alles das ins Auge fassen, was mit den Gestaltungskräften etwas zu tun hat. Es müssen das diejenigen Kräfte sein, welche beim Menschen bis in die äußerste Peripherie, bis in die Grenzen seines Umfanges hinein wirken. So daß wir sagen können: Bilden wir gewissermaßen von allen Seiten die Silhouette des Menschen, so würden wir die äußersten Enden der Wirksamkeit dieser Kräfte erfassen, die aus dem ganzen Innern des Menschen heraus ihn wirksam aufbauen. Nun ist leicht einzusehen, daß diese Kräfte, die den Menschen gestalten, etwas zu tun haben müssen mit anderen Kräften, die auch durchaus an der Peripherie des Menschen sich hinziehen, die an der Peripherie des Menschen zu suchen sind. Und das sind diejenigen Kräfte, die in den Sinnen wirken. Die Sinne des Menschen liegen ja an seiner Peripherie. Sie sind nur gewissermaßen differenziert über seine Peripherie hin. Aber wo Sie auch versuchen, das, was in den Sinnen wirkt, zu fassen, Sie müssen es an der menschlichen Peripherie aufsuchen. So daß wir also sagen können, diese Gestaltungskräfte müssen etwas zu tun haben mit den Sinneswirkungen, insofern die Sinne wahrnehmen. Vielleicht werden wir uns besser verstehen, wenn wir uns erinnern an das Wort, auf das Goethe, wie er sagt, als von einem alten Mystiker herkommend, aufmerksam macht:
[ 2 ] The point is that we must first consider everything that has to do with the formative forces. These must be the forces that act within the human being all the way to its outermost periphery, to the very limits of its extent. So that we can say: If we were to trace the outline of the human being from all sides, so to speak, we would grasp the outermost limits of the activity of these forces, which effectively build up the human being from within. Now it is easy to see that these forces, which shape the human being, must have something to do with other forces that also extend to the periphery of the human being—forces that are to be found at the periphery of the human being. And these are the forces that act in the senses. After all, a person’s senses lie at their periphery. They are, so to speak, merely differentiated across that periphery. But wherever you try to grasp what acts in the senses, you must seek it at the human periphery. So we can say that these formative forces must have something to do with sensory effects, insofar as the senses perceive. Perhaps we will understand each other better if we recall the phrase to which Goethe, as he says, draws our attention as coming from an ancient mystic:
Wär’ nicht das Auge sonnenhaft,
Die Sonne könnt’ es nie erblicken!
If the eye were not like the sun,
It could never see the sun!
[ 3 ] Nicht wahr, diejenige Lichtwirkung, die immer um uns herum liegt, die kann nicht eigentlich gemeint sein, wenn man davon spricht, daß das Auge sonnenhaft, lichthaft sei; denn diese Lichtwirkung wird ja dem Auge erst wahrnehmbar, wenn das Auge fertig ist. Diese Lichtwirkung, die dem Auge erst wahrnehmbar wird, wenn das Auge fertig ist, die kann nicht, so wie es jetzt ist, unmittelbar gemeint sein, wenn man davon spricht, daß das Auge dadurch aufgebaut worden ist. Wir müssen uns die Lichtwirkung wesentlich anders denken, wenn wir an den Aufbau des Auges denken. Allerdings, man bekommt eine gewisse Vorstellung von dem, was da zugrunde liegt, wenn man den Menschen verfolgt in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn in dieser Zeit besteht dasjenige, was der Mensch erlebt, zum Teile — zum Teile natürlich nur — darin, daß er wahrnimmt, wie allmählich die Kräfte in ihren Formungen von den früheren Leben umgeformt werden zu dem neuen Leben, wie der Gliedmaßenleib umgeformt wird in die Kopfesform. Das sind Erlebnisse, die ebenso reich sind wie die Erlebnisse, die wir hier haben, wenn wir zum Beispiel erleben das Hervorsprossen der Pflanzen im Frühling, das Hinsterben der Pflanzen im Herbste und so weiter.
[ 3 ] Isn't it true that the effect of light that is always all around us cannot actually be what is meant when one speaks of the eye being sun-like or light-like? For this effect of light only becomes perceptible to the eye once the eye is fully formed. This effect of light, which becomes perceptible to the eye only once the eye is fully formed, cannot—as things stand now—be directly meant when we speak of the eye having been formed through it. We must conceive of the effect of light in a fundamentally different way when we consider the formation of the eye. Admittedly, one gains a certain sense of what underlies this process by following the human being through the period between death and a new birth. For during this time, what the human being experiences consists in part—only in part, of course—in perceiving how the forces formed in earlier lives are gradually transformed into the new life, how the limb-body is transformed into the form of the head. These are experiences just as rich as the ones we have here when, for example, we witness plants sprouting in the spring, plants withering in the fall, and so on.
[ 4 ] Dasjenige, was im Menschen sich aufbaut zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, das ist eine reiche Summe von Geschehnissen, das ist nicht etwas, was sich so einfach erfaßt wie der abstrakte Gedanke davon. Das ist eine reiche Summe von Tatsachen. Und alles das, was da geschieht in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, um die Formkräfte des Gliedmaßenleibes umzuwandeln in die Formkräfte des Kopfes für die nächste Inkarnation, und was der Mensch da miterlebt, das ist etwas außerordentlich Vielfältiges. Da erlebt der Mensch etwas Ähnliches wie die Bildung des Auges. Aber er erlebt es eigentlich nicht so, wie er es erlebt hat in der langen Entwickelungsperiode, die er selbst durchgemacht hat in denjenigen Entwickelungsstadien, die unserer Erde vorangegangen sind, in der Mond-, der Sonnenperiode und so weiter. Da wirkten die Kräfte des Sternenhimmels anders auf den Menschen. Dieser Sternenhimmel war ja auch anders gestaltet. Sie wirkten anders auf den Menschen, als sie jetzt wirken; und es ist eigentlich wichtig, sich eine Vorstellung von diesen Dingen zu machen.
[ 4 ] What develops within a human being between death and a new birth is a rich tapestry of events; it is not something that can be grasped as easily as the abstract idea of it. It is a rich tapestry of facts. And everything that happens during the time between death and a new birth—the process of transforming the formative forces of the limb body into the formative forces of the head for the next incarnation—and what the human being experiences during this time is something extraordinarily diverse. There, the human being experiences something similar to the formation of the eye. But they do not actually experience it in the same way as they did during the long period of evolution they themselves underwent in those stages of development that preceded our Earth—in the Lunar period, the Solar period, and so on. Back then, the forces of the starry sky acted differently upon human beings. That starry sky was, after all, structured differently. They acted upon human beings differently than they do now; and it is actually important to form a conception of these things.
[ 5 ] Wenn wir unsere heutigen Wahrnehmungen betrachten, was sind sie denn eigentlich? Unsere heutigen Wahrnehmungen sind eigentlich Bilder, die uns umgeben. Hinter diesen Bildern liegt ja natürlich die eigentliche Welt. Die Welt aber, die heute hinter den Bildern liegt, das war die Welt, die uns eigentlich aufgebaut hat, bevor wir zu der Anschauung der Bilder gekommen sind. Wir können heute mit unseren Augen die Bilder der uns umgebenden Welt wahrnehmen. Hinter diesen Weltbildern liegt dasjenige, was uns unsere Augen aufgebaut hat. Und insofern kann man sagen: Wäre nicht durch die Kräfte, die hinter dem Sonnenbilde liegen, das Auge aufgebaut, so könnte das Auge nicht eine Wahrnehmung dieses Sonnenbildes haben.
[ 5 ] When we consider our perceptions today, what are they, really? Our perceptions today are, in fact, images that surround us. Behind these images, of course, lies the actual world. But the world that lies behind the images today is the very world that actually shaped us before we came to perceive these images. Today, we can perceive with our eyes the images of the world surrounding us. Behind these images of the world lies that which our eyes have built up. And in this respect, one can say: If the eye had not been built up by the forces lying behind the image of the sun, the eye could not have a perception of this image of the sun.
[ 6 ] Also insofern muß doch dieser Ausspruch etwas modifiziert werden, denn das heutige Lichtwahrnehmen gibt Bilder, und das, was die Organe zuerst aufgebaut hat bis an die Peripherie des Menschen hin, das sind nicht die Bilder, sondern das sind die Wirklichkeiten, so daß also, indem wir uns in der Welt umschauen, wir dasjenige erblicken, was uns aufgebaut hat, also unsere Gestaltungskräfte. Aber die sind in uns hineingezogen; was gewirkt hat außer uns bis zu dem Erdenlauf, das wirkt nunmehr in uns. Das wollen wir festhalten für die kommenden Betrachtungen.
[ 6 ] In this respect, then, this statement must be modified somewhat, for today’s perception of light yields images, and what the organs first built up all the way to the periphery of the human being are not the images, but rather the realities; so that when we look around in the world, we behold that which has built us up—that is, our formative powers. But these have been drawn into us; what once acted outside of us, extending all the way to the Earth’s orbit, now acts within us. Let us bear this in mind for our upcoming reflections.
[ 7 ] Und jetzt wollen wir einmal das erste und das vierte hier (Schema S. 86) verbinden. Wir wollen einen Blick werfen auf den Stoffwechsel. Dieser Stoffwechsel, er ist ja auch für den Menschen schon in einer gewissen Weise unregelmäßig geworden; aber es gibt auch natürliche Ursachen, aus denen heraus der Mensch noch an einem regelmäßigen Gang dieses Stoffwechsels festhält. Sie wissen ja, daß der Mensch in einer gewissen Weise gestört wird, wenn er in bezug auf den Stoffwechsel nicht zu seinem rhythmischen Rechte kommt. Der Mensch kann davon abweichen; aber er versucht immer wiederum zu einem gewissen Rhythmus im Stoffwechsel zurückzukommen, und Sie wissen ja auch, daß das im Wesentlichen zur Gesundheit des Menschen gehört. Dieser Rhythmus im Stoffwechsel, der ist ein Rhythmus, welcher tatsächlich den Tag und die Nacht umfaßt. Innerhalb von 24 Stunden vollzieht sich der Rhythmus im Stoffwechsel. Sie brauchen nur daran zu denken, daß Sie eben, wenn Sie gefrühstückt haben, nach 24 Stunden wiederum Appetit haben zum Frühstücken und so weiter. Alles das, was da mit dem Stoffwechsel zusammenhängt, das hängt auch mit dem Tageslauf zusammen. Nun vergleichen Sie, wie fest Ihre Körperperipherie liegt, und wie Ihr Stoffwechselleben ein Bewegtes ist. Sie können sagen: Es gehen keine Veränderungen vor sich in Ihrer Körperperipherie, während sich Ihr Stoffwechsel in 24 Stunden immer wiederholt. Da geht viel innerhalb Ihres Organismus vor, aber Ihre Peripherie bleibt unverändert. Suchen Sie sich nun das äußere Gegenbild für diese innere Beweglichkeit des Stoffwechsels im Verhältnis zu dem festbleibenden Äußeren der Gestalt: sehen Sie, da finden wir das Entsprechende in dem äußeren Sternenhimmel, dessen einzelne Sternbilder sich zunächst so wenig verschieben, wie sich die Einzelheiten Ihrer Körperoberfläche verschieben. Sie finden, daß der Widder, das Sternbild des Widders, immer ebenso eine bestimmte Entfernung hat von dem Sternbild des Stieres, wie Ihre beiden Augen voneinander eine bestimmte Entfernung haben und sich nicht verschieben. Aber scheinbar verschiebt sich dieser Sternenhimmel, scheinbar kreist er um die Erde herum. Nun, über diesen Schein ist ja heute die Menschheit sich klar: es ist wirklich ein Schein. Die Menschheit schreibt der Erde eine Drehung um ihre Achse zu.
[ 7 ] And now let’s connect the first and fourth ones here (diagram, p. 86). Let’s take a look at metabolism. This metabolism has, in a certain sense, already become irregular for human beings; but there are also natural causes that keep human beings anchored to a regular metabolic rhythm. As you know, human beings are, in a certain sense, disrupted when their metabolism does not follow its natural rhythm. Humans can deviate from this; but they always try to return to a certain rhythm in their metabolism, and you know, of course, that this is an essential part of human health. This rhythm in metabolism is one that actually spans the day and the night. This metabolic rhythm completes a cycle within 24 hours. Just think about how, after you’ve had breakfast, you’ll feel hungry for breakfast again 24 hours later, and so on. Everything related to metabolism is also connected to the course of the day. Now compare how static your body’s periphery is, and how dynamic your metabolic life is. You can say: No changes are taking place in your body’s periphery, while your metabolism repeats itself every 24 hours. A great deal is happening within your organism, but your periphery remains unchanged. Now look for the external counterpart to this inner dynamism of the metabolism in relation to the unchanging exterior of the form: you’ll see that we find the equivalent in the starry sky, whose individual constellations shift just as little as the details of your body’s surface do. You will find that Aries, the constellation of Aries, is always a certain distance from the constellation of Taurus, just as your two eyes are a certain distance apart and do not shift. But apparently this starry sky shifts; apparently it orbits around the Earth. Well, humanity today is well aware of this illusion: it really is an illusion. Humanity attributes a rotation of the Earth around its axis.
[ 8 ] Nun hat man verschiedene Beweise gesucht für diese Drehung der Erde um ihre Achse. Eigentlich erst seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hat man ein Recht, wirklich von dieser Drehung zu sprechen, seitdem der sogenannte Foucaultsche Pendelversuch ja wirklich die Drehung der Erde um ihre Achse ergeben hat. Aber darauf will ich heute nicht eingehen. Diese Drehung ist gut begründet. Sie ist etwas, was sich in 24 Stunden wiederholt. Sie ist im Verhältnis zu dem festgestalteten, bleibenden Sternenhimmel dasjenige, was abbildet den täglichen Kreislauf des menschlichen Stoffwechsels im Verhältnis zu der festen äußeren Peripheriegestalt des Menschen. So daß Sie also, wenn Sie die Verhältnisse gut durchschauen, den striktesten Beweis für die Bewegung der Erde in den Vorgängen des menschlichen Stoffwechsels finden.
[ 8 ] Various pieces of evidence have been sought to support this rotation of the Earth around its axis. It is only since the 1950s that we have had good reason to speak of this rotation—ever since the so-called Foucault pendulum experiment actually demonstrated the Earth’s rotation around its axis. But I do not wish to go into that today. This rotation is well-founded. It is something that repeats itself every 24 hours. In relation to the fixed, unchanging starry sky, it is the counterpart to the daily cycle of human metabolism in relation to the fixed outer form of the human body. So, if you understand these relationships clearly, you will find the most compelling evidence for the Earth’s motion in the processes of human metabolism.
[ 9] Sehen Sie, es gibt in der neueren Zeit verschiedene sogenannte relativistische Theorien, die da sagen, man könne ja im Grunde genommen von einer absoluten Bewegung nicht sprechen; denn schaue ich bei einem Eisenbahnzug zum Fenster hinaus, so könnte ich zunächst glauben, daß sich draußen die Gegenstände bewegen, während sich der Zug mit mir weiterbewegt — aber man könne überhaupt nicht strikte beweisen, daß nicht eigentlich die Außenwelt sich in entgegengesetzter Richtung bewege. Nun, all dieses Reden ist im Grunde genommen nicht viel wert, denn wenn ein Mensch läuft, und dann ein anderer in der Entfernung steht, und er ihm näher kommt, so kann er sagen: Ja, gewiß, es ist schließlich relativ, ob ich sage, ich nähere mich dem Menschen, oder er nähert sich mir. — Für den Augenschein nimmt sich das gleich aus. Solche Erwägungen liegen ja im Grunde genommen auch den Einsteinschen Relativitätstheorien zugrunde.
[ 9] You see, in recent times there have been various so-called relativistic theories that claim one cannot, strictly speaking, speak of absolute motion; for if I look out the window of a train, I might at first believe that the objects outside are moving while the train continues to move with me—but it cannot be strictly proven at all that the outside world is not actually moving in the opposite direction. Well, all this talk isn’t really worth much, because if one person is running and another is standing in the distance, and the runner approaches the other person, the runner can say: Yes, certainly, it’s ultimately relative whether I say I’m approaching the person or the person is approaching me. — To the naked eye, it looks the same. Such considerations are, after all, also at the root of Einstein’s theories of relativity.
[ 10 ] Aber man kann ja doch die Bewegung in einer gewissen Weise streng nachweisen. Nämlich derjenige Mensch, der in Ruhe bleibt, der wird nicht ermüdet; derjenige aber, der läuft, der wird ermüdet. Durch innere Vorgänge kann man die absolute Realität der Bewegung nämlich beweisen. Andere Beweise für die Absolutheit der Bewegung gibt es nicht als die inneren Vorgänge. Demnach muß man auch auf innere Vorgänge hinweisen können, wenn man von der Absolutheit einer Bewegung spricht. Und bei der Erde kann man von der Absolutheit der Bewegung sprechen, weil man nach und nach eigentlich durch Geisteswissenschaft einsieht, sie entspricht der inneren Bewegung des Stoffwechsels im Verhältnisse zur äußeren festen Gestaltung des Menschen. Daher sollten wir allerdings auch nicht so sehr davon sprechen, daß die Erde um ihre Achse kreist und dadurch die scheinbare Sonnenbewegung zustande kommt, sondern wir sollten diese Bewegung der Erde auf den ganzen Sternenhimmel beziehen, sollten eigentlich nicht so sehr von Sonnentagen, als von Sternentagen sprechen, die ja nicht zusammenfallen; der Sonnentag ist länger als der Sternentag. Es muß immer eine Korrektur angebracht werden in den Formeln, wenn man nach Sonnentagen zählt. Also davon kann man als von etwas aus der Natur des Menschen selbst Ableitbarem sprechen, daß die Erde um ihre Achse sich bewegt. Denn mit dieser Bewegung im Verhältnisse zu dem festgestalteten Sternenhimmel hängt die innere Bewegung des menschlichen Stoffwechsels zusammen. So daß wir also sagen können: das Verhältnis des Stoffwechsels im Menschen zu seiner Gestaltungskraft ist das Verhältnis der Erde zum Fixsternhimmel, den wir uns in der Regel durch den Tierkreis darstellen, der für uns der Repräsentant des Fixsternhimmels ist.
[ 10 ] But it is indeed possible to rigorously demonstrate motion in a certain way. Namely, the person who remains at rest does not grow tired; but the one who runs does grow tired. Through internal processes, one can prove the absolute reality of motion. There are no other proofs of the absoluteness of movement besides these inner processes. Accordingly, one must also be able to point to these inner processes when speaking of the absoluteness of a movement. And in the case of the Earth, one can speak of the absoluteness of movement because, little by little, through spiritual science, one comes to realize that it corresponds to the inner movement of metabolism in relation to the human being’s outer, solid form. Therefore, however, we should not speak so much of the Earth revolving around its axis, which gives rise to the apparent motion of the Sun; rather, we should relate this movement of the Earth to the entire starry sky. We should actually speak not so much of “solar days” as of “sidereal days,” which do not coincide—the solar day is longer than the sidereal day. A correction must always be made in the formulas when counting in solar days. Thus, we can speak of the Earth’s rotation around its axis as something derivable from the very nature of the human being. For the inner movement of the human metabolism is connected to this movement in relation to the fixed starry sky. So we can say: the relationship of the human metabolism to the human formative power is the same as the relationship of the Earth to the fixed starry sky, which we usually represent through the zodiac, which serves as the symbol of the fixed starry sky for us.
[ 11 ] Wenn wir also hinschauen auf den Tierkreis, so bildet er für uns den äußeren kosmischen Repräsentanten unserer äußeren Gestalt (siehe Schema S.86). Wenn wir hinschauen auf die Erde, so bildet sie den Repräsentanten unseres Stoffwechsels im Innern. Und das Bewegungsverhältnis zwischen beiden ist ein solches, daß eins dem andern entspricht.
[ 11 ] So when we look at the zodiac, it represents for us the outer cosmic counterpart of our outer form (see diagram on p. 86). When we look at the Earth, it represents the inner counterpart of our metabolism. And the relationship of movement between the two is such that one corresponds to the other.
[ 12 ] Nun, etwas schwieriger ist es, zwischen dem zweiten und dritten (siehe Schema) das entsprechende Verhältnis zu suchen. Aber wir können uns die Sache begreiflich machen. Wenn Sie dasjenige, was die Bewegungen, die inneren Bewegungen des menschlichen Organismus sind, ins Auge fassen, so werden Sie sich sagen: Da ist etwas im Menschen, was keineswegs so fest ist, wie seine äußere gestaltete Peripherie. Da ist etwas in Bewegung. Aber mit dieser Bewegung hängt etwas anderes zusammen. Mit dieser Bewegung, die das Blut, die auch das Nervenfluidum, die Lymphe und so weiter vollziehen wir brauchen diese Bewegungen im einzelnen nicht aufzuzählen, sie sind siebenerlei im Menschen —, mit dem, was da an Bewegung vollzogen wird, stehen ja die einzelnen Organe im Zusammenhang. Die Bewegungen haben in ihre Gefäßläufe eingeschaltet die einzelnen Organe, und wir müssen sehen in dem, was die einzelnen Organe tun, Ergebnisse der Bewegungen. Ich habe in der letzten Zeit oftmals aufmerksam gemacht, wie es sich eigentlich mit dem menschlichen Herzen verhält. Die materialistische Weltanschauung, sagte ich Ihnen, nimmt ja an, daß das menschliche Herz eine Art Pumpe sei, die das Blut pumpt in den ganzen Leib. Das ist nicht so, sondern das Blut ist etwas innerlich in sich selbst Bewegliches, hat seine Vitalität, und der Herzschlag ist nicht die Ursache des Blutlaufes, sondern im Gegenteil die Folge, die Wirkung des Blutlaufes. Und so ist es bei den andern Organen. Was die Organe als ihre Funktion ausüben, das ist eingeschaltet in die lebendigen Bewegungen.
[ 12 ] Well, it is somewhat more difficult to find the appropriate relationship between the second and third (see diagram). But we can make sense of it. If you consider what the movements—the inner movements of the human organism—are, you will say to yourself: There is something within the human being that is by no means as solid as its outer, formed periphery. There is something in motion. But something else is connected to this movement. With this movement—which is carried out by the blood, the nervous fluid, the lymph, and so on; we need not list these movements in detail, for there are seven kinds in the human being—the individual organs are, after all, connected to the movement that takes place there. The movements have integrated the individual organs into their vascular systems, and we must see in what the individual organs do the results of these movements. I have often drawn attention recently to how the human heart actually functions. The materialistic worldview, as I told you, assumes that the human heart is a kind of pump that pumps blood throughout the entire body. This is not the case; rather, the blood is something that moves from within itself, possesses its own vitality, and the heartbeat is not the cause of blood circulation, but rather, on the contrary, the consequence, the effect of blood circulation. And so it is with the other organs. The functions performed by the organs are integrated into these living movements.
[ 13 ] Suchen wir im Kosmos draußen ein Äquivalent dafür, dann werden wir ein solches Äquivalent finden, wenn wir hinschauen auf der einen Seite auf die Planetenbewegungen, namentlich wenn wir die Planetenbewegungen studieren einschließlich der Bewegungen des Mondes. Sie wissen ja, wie zusammenhängen mit dem Mondenlaufe — ich habe oftmals davon gesprochen — die Erscheinungen von Ebbe und Flut. Vieles andere hängt noch mit dem Mondenlauf zusammen. Würde man die Dinge, die überhaupt in unserer Erdenumgebung vor sich gehen, genauer studieren, dann würde man finden, daß nicht nur dadurch, daß die Sonne aufgeht, das Licht erscheint, sondern man würde auch finden, daß andere, sogar materiellere Wirkungen in unserer Erdenumgebung zusammenhängen mit dem Planetenlauf. Und wenn es einmal auf diesem Boden ein echtes wirkliches Studium gibt, dann wird man die Witterungserscheinungen mit den Bewegungen der Planeten in einem Einklange sehen. Man wird geradeso studieren die Wirkungen der Planeten auf die Luft, auf das Wasser, auf die Erde, wie man zu studieren hat im Inneren des Menschen die Wirkungen der Bewegungskräfte, die in der Blutzirkulation, in den anderen Zirkulationen sind, auf die Organe. Man wird eine gewisse Wechselwirkung zwischen den Elementen und zwischen den Bewegungen der Planeten konstatieren und ein entsprechendes Verhältnis zwischen den Organwirkungen und den inneren Bewegungskräften. So daß man in der Tat eine ähnliche Entsprechung wie zwischen Erde und Fixsternen haben wird zwischen den Elementen der Erde, des Wassers, der Luft, der Wärme und den Planeten, wobei wir allerdings zu den Planeten die Sonne eben dazurechnen.
[ 13 ] If we look for an equivalent to this in the cosmos, we will find such an equivalent when we consider, on the one hand, the movements of the planets—namely, when we study the movements of the planets, including those of the Moon. As you know—and I have often spoken of this—the phenomena of ebb and flow are connected to the Moon’s orbit. Many other phenomena are also connected to the Moon’s orbit. If one were to study more closely the processes taking place in our earthly environment, one would find that light appears not only because the Sun rises, but one would also discover that other, even more material effects in our earthly environment are connected to the movements of the planets. And once there is a genuine, thorough study in this field, one will see that weather phenomena are in harmony with the movements of the planets. One will study the effects of the planets on the air, on water, and on the earth just as one must study, within the human being, the effects of the forces of movement—which are present in the blood circulation and in other circulatory systems—on the organs. One will observe a certain interaction between the elements and the movements of the planets, and a corresponding relationship between the functions of the organs and the internal forces of movement. Thus, one will indeed find a correspondence similar to that between the Earth and the fixed stars—between the elements of earth, water, air, and heat, and the planets—though we must, of course, include the Sun among the planets.


[ 14 ] Sie sehen, wir kommen da auf gewisse Beziehungen zwischen dem, was im Innern des menschlichen Organismus vorgeht und demjenigen, was äußerlich im Makrokosmos vorhanden ist. Nun brauchen Sie aber nur zu studieren, wie es sich verhält mit diesen Organkräften. Diese Organkräfte, wie werden sie denn aufgebaut im Menschen? Diese Organkräfte werden im Menschen so aufgebaut, daß wir ja ziemlich genau sehen können, wenn wir das menschliche Leben verfolgen, solange die Organe aufgebaut werden, daß der Aufbau der Organkräfte so mit dem Jahreswechsel zusammenhängt, wie der Stoffwechsel mit dem Tageslauf. Der Stoffwechsel hängt mit dem Tageslauf zusammen. Beachten Sie das Kind, von der Konzeption angefangen, bis es, wie man so schön sagt, das Licht der Welt erblickt; aber dann werden ja die Organe weiter ausgebaut, besonders in den ersten Monaten, so daß wir es in der Tat — wie wir schon gesagt haben — mit einem Jahreslauf zu tun haben. Dann haben wir wiederum einen Jahreslauf, bis die Zähne erscheinen. Kurz, wir haben im Organaufbau einen Jahreslauf. Aber dieser Jahreslauf steht in einem ähnlichen Einklange mit den Bewegungskräften im Menschen, wie die jährlichen Witterungsverhältnisse, die Witterungsverhältnisse von Frühling, Sommer, Herbst, Winter zu den Bewegungen der Planeten stehen. Wir haben es da durchaus mit etwas zu tun, was im Menschen wiederum gewissen Verhältnissen im Makrokosmos entspricht. Diese Dinge kann man nicht anders studieren als dadurch, daß man die Einzelheiten miteinander vergleicht. Ich kann Sie heute nur hinweisen auf gewisse Beziehungen, sonst würden wir, wenn wir jede einzelne Beziehung studieren würden, sehr lange dazu brauchen. Sie werden aber diesen Einklang finden, je genauer Sie eingehen auf gewisse Beziehungen im Menschen, die da bestehen im Aufbau der Organe, solange die Organe sich aufbauen; wenn sie fertig sind, entreißt sich eben der Mensch den Kräften. Wenn Sie auf dieses hinschauen und es im Zusammenhange erblicken mit den Bewegungskräften, so werden Sie überall ein analoges Verhältnis finden zu dem, was in den jährlichen Witterungsmetamorphosen, in ihren Verhältnissen zu den Bewegungskräften der Planeten vor sich geht. Nur hat man da nötig, daß man tatsächlich nicht davon ausgeht, daß eben das Herz eine Pumpe sei, sondern man muß dieses Herz gewissermaßen als ein Geschöpf der Blutbewegung ansehen. Man muß das Herz hineinstellen in die lebendige Blutbewegung. Geradeso muß man aber auch die Sonnenbewegung in die Planetenbewegung hineinstellen. Einfach die vorurteilsfreie Beobachtung der innermenschlichen Verhältnisse zeigt uns, daß wir wohl von einer Umdrehung der Erde um ihre Achse sprechen müssen (Tafel 11, links), wodurch die scheinbare Bewegung des Sternenhimmels herbeigeführt wird — das entspricht der Bewegung des Stoffwechsels in bezug auf die menschliche Außengestaltung —, daß wir aber, wenn wir das menschliche Innere verstehen, das im Zusammenhange steht mit dem Makrokosmos, nicht von einer Umdrehung der Erde um die Sonne im Jahreslauf sprechen können, weil wir dasjenige, was nach dem Herzen hin sich bewegt, durchaus nicht in einer anderen Weise auffassen dürfen als die andern Bewegungsströmungen im Menschen. Deshalb muß anerkannt werden, daß wir es nicht zu tun haben mit einer Bewegung der Erde um die Sonne in einer Ellipse (rechts), sondern daß wir es zu tun haben mit einer Bewegung der Erde im Jahreslauf, die aber entspricht einer Bewegung der Sonne. Das heißt, daß sich Erde und Sonne miteinander bewegen, nicht daß sich eine um die andere dreht im Jahreslauf. Nur dadurch, daß auf den äußeren Augenschein gesehen worden ist, kam man auf diese Drehung der Erde um die Sonne im Jahreslauf. In Wirklichkeit hat man es zu tun mit einer Bewegung der beiden Weltenkörper, die im Raume in einem gewissen Zusammenhange der beiden verläuft (Tafel 12, links).
[ 14 ] As you can see, we are encountering certain relationships between what takes place within the human organism and what exists externally in the macrocosm. Now, however, you need only study how these organ forces function. How, then, are these organ forces developed in the human being? These organ forces are developed in the human being in such a way that, as we follow human life while the organs are being formed, we can see quite clearly that the development of the organ forces is related to the changing of the seasons just as metabolism is related to the course of the day. Metabolism is related to the course of the day. Observe the child, from conception onward, until it, as the saying goes, “sees the light of day”; but then the organs continue to develop, especially in the first few months, so that we are in fact—as we have already said—dealing with an annual cycle. Then we have another annual cycle until the teeth appear. In short, we have an annual cycle in organ development. But this annual cycle is in a similar harmony with the forces of movement within the human being as the annual weather conditions—the weather conditions of spring, summer, fall, and winter—are with the movements of the planets. We are certainly dealing here with something that, in the human being, corresponds to certain relationships in the macrocosm. These things cannot be studied in any other way than by comparing the details with one another. Today I can only point out certain relationships to you; otherwise, if we were to study every single one, it would take us a very long time. But you will find this harmony the more closely you examine certain relationships within the human being that exist in the development of the organs, as long as the organs are still developing; once they are complete, the human being simply breaks free from these forces. If you look at this and view it in connection with the forces of motion, you will find everywhere an analogous relationship to what takes place in the annual metamorphoses of the weather, in their relationship to the forces of motion of the planets. However, it is essential here not to assume that the heart is merely a pump, but rather to regard the heart, so to speak, as a product of the circulation of blood. One must place the heart within the living circulation of blood. In exactly the same way, one must also place the movement of the Sun within the movement of the planets. Simply observing the inner human conditions without prejudice shows us that we must indeed speak of the Earth’s rotation around its axis (Plate 11, left), which brings about the apparent movement of the starry sky—this corresponds to the movement of metabolism in relation to the human external form — but that, when we understand the human inner being, which is connected to the macrocosm, we cannot speak of the Earth’s revolution around the Sun over the course of the year, because we must not conceive of that which moves toward the heart in any way other than the other currents of movement within the human being. Therefore, it must be acknowledged that we are not dealing with a movement of the Earth around the Sun in an ellipse (right), but rather with a movement of the Earth over the course of the year that corresponds to a movement of the Sun. This means that the Earth and the Sun move together, not that one revolves around the other over the course of the year. It was only by looking at outward appearances that people arrived at this idea of the Earth revolving around the Sun over the course of the year. In reality, we are dealing with a movement of the two celestial bodies that proceeds in space in a certain relationship between them (Plate 12, left).


[ 15 ] Das ist etwas, was für die Zukunft im wesentlichen korrigiert werden muß an der sogenannten kopernikanischen Weltanschauung. Aber man muß auch noch in einer andern Weise verstehen den Zusammenhang des Menschen mit der makrokosmischen Natur.
[ 15 ] This is something that must be fundamentally corrected in the so-called Copernican worldview for the future. But one must also understand the relationship between human beings and macrocosmic nature in a different way.
[ 16 ] Das, was wir an der täglichen Bewegung des Stoffwechsels haben, wie vollzieht es sich denn eigentlich? Es vollzieht sich ja nur ein Teil davon so, daß er begleitet ist von dem Erscheinen unseres Bewußtseins. Ein anderer Teil vollzieht sich so, daß unser Bewußtsein ausgeschaltet ist, daß wir mit unserem Ich und unserem astralischen Leib außer dem physischen und Ätherleib sind. Auf das muß durchaus gesehen werden. Wir müssen uns klar sein darüber, daß da der Mensch nicht in gleichwertiger Weise beides durchläuft, dasjenige, was vom Aufwachen bis zum Einschlafen und das, was vom Einschlafen bis zum Aufwachen durchlaufen wird. Beachten Sie nur einmal, wie sich die beiden Punkte des Einschlafens und des Aufwachens zueinander verhalten. Sie werden zu einer ganz eindeutigen Anschauung kommen, wenn Sie vorurteilsfrei Aufwachen und Einschlafen miteinander vergleichen. Indem Sie einschlafen, da sind Sie eigentlich, ich möchte sagen, im Nullpunkte Ihres Wesens. Wenn Sie schlafen, ist eigentlich der entgegengesetzte Zustand des Wachens da; nicht ein bloßer Ruhezustand, der entgegengesetzte Zustand des Wachens ist da. Und wenn Sie aufwachen, sind Sie eigentlich wiederum in bezug auf Ihr Leben in demselben Verhältnisse zu sich und zur Außenwelt, wie beim Einschlafen; die Momente des Einschlafens und des Aufwachens, sie sind einander ganz entsprechend; sie “unterscheiden sich eigentlich nur durch die Richtungen voneinander. Beim Aufwachen geht es von dem Schlafen ins Wachen, beim Einschlafen von dem Wachen ins Schlafen. Aber außer diesen beiden Richtungen sind die beiden vollständig gleich. Wollen Sie also durch eine Linie die Bewegung des Stoffwechsels darstellen, so können Sie sie nicht durch eine gerade Linie oder dutch eine Kreislinie darstellen, denn da würden Sie darinnen nicht das Aufwachen und Einschlafen haben. Sie müssen sich eine Linie suchen, welche die Bewegung des Stoffwechsels wirklich abbildet und da gibt es keine andere Linie — Sie mögen nachdenken, wie Sie wollen —, wenn Sie den Stoffwechsel ins Auge fassen, gibt es keine andere Linie als diese Lemniskate (Tafel 12, Mitte). Da haben Sie das eine Mal in dieser Richtung, das andere Mal in dieser Richtung den Punkt des Aufwachens und Einschlafens, das eine Mal in der Richtung des einen Pfeils, das andere Mal in der Richtung des anderen Pfeils, nur einander entgegengesetzt gerichtet, aber im übrigen in bezug auf die Lebensverhältnisse gleich. Und Sie können dann wirklich den Kreislauf des Tages und den Kreislauf der Nacht voneinander unterscheiden.
[ 16 ] How exactly does the daily process of metabolism actually take place? Only part of it occurs in a way that is accompanied by the emergence of our consciousness. Another part takes place while our consciousness is suspended, when we, with our “I” and our astral body, are outside the physical and etheric bodies. This must be clearly recognized. We must be aware that the human being does not experience both processes—that which occurs from waking to falling asleep and that which occurs from falling asleep to waking—in the same way. Just consider for a moment how the two moments of falling asleep and waking up relate to one another. You will arrive at a very clear understanding if you compare waking up and falling asleep without prejudice. As you fall asleep, you are actually—I would say—at the zero point of your being. When you sleep, the opposite state of wakefulness is actually present; it is not merely a state of rest—the opposite state of wakefulness is present. And when you wake up, you are actually, in relation to your life, in the same relationship to yourself and to the outside world as when you fall asleep; the moments of falling asleep and waking up are entirely analogous to one another; they “actually differ from one another only in their directions.” Upon waking, the movement is from sleep to wakefulness; upon falling asleep, from wakefulness to sleep. But apart from these two directions, the two states are completely identical. So if you want to represent the movement of metabolism with a line, you cannot represent it with a straight line or a circular line, because then you would not include waking and falling asleep within it. You must find a line that truly represents the movement of metabolism, and there is no other line—no matter how you think about it—when you consider metabolism, there is no other line than this lemniscate (Plate 12, center). Here you have the point of waking and falling asleep—sometimes in this direction, sometimes in that direction; sometimes in the direction of one arrow, sometimes in the direction of the other arrow—merely pointing in opposite directions, but otherwise identical in terms of the conditions of life. And you can then truly distinguish the cycle of the day from the cycle of the night.
[ 17 ] Was folgt daraus? Wenn wir verstanden haben, daß die Bewegung des täglichen Stoffwechsels entspricht der Bewegung der Erde, dürfen wir nicht einem einzelnen Punkte eine solche Bewegung zuschreiben, daß er sich in einem Kreise bewegt. Das dürfen wir nicht, sondern wir müssen uns vorstellen, daß diese Bewegung eine andere ist, daß in der Tat die Erde sich in einer gewissen Weise fortschiebt, so daß wir, wenn wir die wirkliche Bewegung dieses Punktes ins Auge fassen, eine solche Linie bekommen (die Lemniskate wird auf die Erdkugel gezeichnet, Tafel 12, rechts). Nicht eine bloße Drehung findet statt, sondern eine komplizierte Bewegung der Erde findet statt, so daß jeder Punkt ihrer Oberfläche eine solche Lemniskate beschreibt, die dann entspricht der Lemniskate, die wir als die repräsentierende Linie für den Stoffwechsel aufzuzeichnen haben.
[ 17 ] What follows from this? Once we have understood that the motion of daily metabolism corresponds to the motion of the Earth, we must not attribute to a single point a motion such that it moves in a circle. We must not do that; rather, we must imagine that this motion is of a different kind—that, in fact, the Earth moves forward in a certain way—so that when we consider the actual motion of this point, we obtain such a line (the lemniscate is drawn on the globe, Plate 12, right). It is not merely a rotation that takes place, but a complex motion of the Earth, such that every point on its surface describes a lemniscate, which then corresponds to the lemniscate that we must draw as the line representing metabolism.
[ 18 ] Sie sehen daraus, daß wir uns die Erde gar nicht so bewegt denken können, daß wir einfach eine Achse annehmen und dann die Erde herumdrehen lassen, sondern wir müssen uns die Erde in einer komplizierteren Bewegung denken, so daß jeder Punkt, auf dem Sie stehen, tatsächlich, damit er die Unterlage für die Bewegung Ihres Stoffwechsels sein kann, eine solche Lemniskate beschreibt. Ganz und gar ist es notwendig, daß man das Entsprechende sucht in den Bewegungen der Außenwelt für das, was im Innern des Menschen vorgeht. Denn nur an den Veränderungen des Innern des Menschen kann studiert werden, was außen als Bewegung vor sich geht; so wie man nicht mehr darüber dozieren kann, ob der Mensch bloß in einer relativen Bewegung oder in einer wirklichen Bewegung ist, wenn er seine Beine in Bewegung setzen muß und ermüdet wird. In einer wirklichen Bewegung kann man nicht sagen, vielleicht ist die Bewegung nur relativ, und vielleicht nähert sich mir der andere Mensch, dem ich immer näherkomme. Da kann nicht mehr von Relativitätstheorie geredet werden, wenn die innere Bewegung zeigt, daß der Mensch in Bewegung ist. Deshalb können Sie auch durch nichts nachweisen die Bewegungen, die im Innern der Erde geschehen, als durch die inneren Veränderungen, die im Menschen selbst vor sich gehen. Die inneren Bewegungen des Stoffwechsels zum Beispiel sind das getreue Abbild dessen, was die Erde als Bewegung im Raume vollzieht. Und wiederum, was als organbildende Kräfte im Lauf eines Jahres auftritt, das ist dasjenige, was abbildet die Jahresbewegung, welche die Erde mit der Sonne zusammen ausführt. Wir werden auf solche Dinge noch weiter zu sprechen kommen, sie auch spezialisieren können.
[ 18 ] You can see from this that we cannot conceive of the Earth moving in such a way that we simply assume an axis and then let the Earth rotate around it; rather, we must conceive of the Earth in a more complex motion, such that every point on which you stand—in order for it to serve as the basis for the movement of your metabolism—actually describes such a lemniscate. It is absolutely necessary to seek the corresponding movements in the external world for what is taking place within the human being. For it is only through the changes within the human being that one can study what is taking place externally as movement; just as one can no longer speculate about whether a person is merely in a relative movement or in a real movement when he must set his legs in motion and becomes tired. In a real movement, one cannot say, “Perhaps the movement is only relative,” or “Perhaps the other person is approaching me, while I am constantly drawing closer to them.” One can no longer speak of the theory of relativity when the inner movement shows that a person is in motion. Therefore, you cannot prove the movements taking place within the Earth by anything other than the inner changes occurring within the human being himself. The inner movements of metabolism, for example, are the faithful reflection of what the Earth accomplishes as movement in space. And again, what occurs as organ-forming forces over the course of a year is precisely what reflects the annual movement that the Earth performs together with the Sun. We will discuss such matters further and will also be able to examine them in greater detail.
[ 19 ] Sie sehen daraus, daß wir wohl sprechen können von einer täglichen Umdrehung der Erde um ihre Achse, daß wir aber nicht sprechen können von dem, was man gewöhnlich nennt die jährliche Umdrehung der Erde um die Sonne. Denn die Erde läuft der Sonne hintennach, und beide führen dieselben Umschwünge aus.
[ 19 ] You can see from this that we can indeed speak of the Earth’s daily rotation around its axis, but that we cannot speak of what is commonly called the Earth’s annual revolution around the Sun. For the Earth follows the Sun, and both perform the same revolutions.
[ 20 ] Daß man von einem Herumdrehen der Erde um die Sonne nicht sprechen sollte, das geht ja noch aus mannigfaltigem anderen hervor. Das geht schon aus dem hervor, daß man — wie ich übrigens schon einmal erwähnte — nötig hatte, einen der Sätze des Kopernikus einfach zu unterdrücken. Die Sache ist ja so, daß, wenn Sie nur Rücksicht darauf nehmen, daß die Drehungsachse durch ihre Trägheit sich immer parallel bleibt, eigentlich die Erde, indem sie um die Sonne herum geht, zeigen müßte, wie beim Herumgehen diese Erdenachse immer nach anderen Sternen zeigt. Das tut sie nicht. Wenn die Erde sich wirklich um die Sonne herumdrehen würde, so müßte die Erdachse nicht immer nach dem Polarstern zeigen, sondern es müßte der Punkt, nach dem sie zeigt, um den Polarstern sich herumdrehen. Das tut sie nicht, sondern die Achse zeigt immer nach dem Polarstern. Gerade diejenige Linie, die man sehen müßte, und welche entsprechen würde dem Fortschreiten der Erde im Verhältnis zur Sonne, die sieht man nicht. In einer Art von Schraubenlinie bewegt sich eben die Erde hinter der Sonne nach, bohrt sich gewissermaßen in den Weltenraum ein.
[ 20 ] The fact that one should not speak of the Earth revolving around the Sun is evident from many other sources as well. It is already evident from the fact that—as I have, incidentally, mentioned before—it was necessary to simply suppress one of Copernicus’s propositions. The fact is that, if you simply take into account that the axis of rotation, due to its inertia, always remains parallel, the Earth—as it orbits the Sun—should actually show that, as it moves, this axis is constantly pointing toward different stars. It does not. If the Earth were truly revolving around the Sun, the Earth’s axis would not always point toward the North Star; rather, the point toward which it points would have to revolve around the North Star. It does not do this; instead, the axis always points toward the North Star. Precisely the line that one would expect to see—and which would correspond to the Earth’s progress relative to the Sun—is not visible. The Earth simply follows behind the Sun in a sort of helical path, burrowing, as it were, into outer space.
[ 21 ] Nun habe ich Ihnen aber auch schon angedeutet, daß da eine gewisse Bewegung vorliegt, die zunächst zum Ausdruck kommt dadurch, daß sich der Frühlingspunkt, der Aufgangspunkt der Sonne im Frühling, verschiebt, daß er in 25920 Jahren einmal im Tierkreise ganz herumgeht. Das entspricht auch einer bestimmten Bewegung. Was ist denn das für eine Bewegung? Können wir dafür auch etwas finden im Menschen? Ja, sehen Sie, aus dem, was ich Ihnen jetzt schon sagte, können Sie auf diese Bewegung einen Schluß ziehen, meine lieben Freunde. Es muß eine Bewegung sein, welche sich bezieht auf das Verhältnis der Sonne zu dem Fixsternhimmel, denn die Sonne macht ja diese Bewegung mit Bezug auf den Fixsternhimmel. Sie durchläuft mit Bezug auf ihren Aufgangspunkt in 25920 Jahren den Tierkreis. Es ist eine Bewegung, der im Innern des Menschen entsprechen muß etwas, was als Verhältnis besteht zwischen den inneren Bewegungskräften und den Gestaltungskräften; aber es muß das eine lange Dauer haben. Die Sonne bewegt sich in irgendeiner Weise im Verhältnis zu dem übrigen Fixsternhimmel. Die menschlichen inneren Bewegungskräfte müssen sich in irgendeiner Weise verändern, so, daß sie anders liegen zu dem, was an der Peripherie des Menschen ist.
[ 21 ] But I have already hinted to you that there is a certain movement at work here, which is first manifested by the fact that the vernal equinox—the point where the sun rises in the spring—shifts, completing a full cycle through the zodiac once every 25,920 years. This also corresponds to a specific movement. What kind of movement is this? Can we find something corresponding to it in human beings? Yes, you see, from what I have already told you, you can draw a conclusion about this movement, my dear friends. It must be a movement that relates to the Sun’s position in relation to the fixed-star sky, for the Sun does indeed make this movement in relation to the fixed-star sky. Relative to its point of rising, it traverses the zodiac in 25,920 years. It is a movement that must correspond to something within the human being—a relationship between the inner forces of movement and the formative forces; but this must be of a long duration. The Sun moves in some way in relation to the rest of the fixed-star sky. The human inner forces of movement must change in some way, so that they are situated differently in relation to what lies at the periphery of the human being.
[ 22 ] Nun erinnern Sie sich, wovon ich Ihnen gesprochen habe als etwas Bemerkbarem seit der alten Griechenzeit. Da habe ich Ihnen davon gesprochen, daß die Griechen für Gelb und Grün dasselbe Wort hatten, daß sie eigentlich das Blaue nicht in der Weise sahen, wie wir es sehen, daß sie eigentlich, wie selbst die römischen Schriftsteller uns berichten, mit vier Farben, zu denen Blau nicht gehörte, rechneten, auch damit malten: Gelb, Rot, Schwarz, Weiß. Nach den lebhaften Farben hin sahen sie. Die Griechen sahen den Himmel nicht so blau wie wir. Sie sahen ihn bloß in einer Art Dunkel. Das ist etwas, was mit Sicherheit gesagt werden kann; insbesondere geisteswissenschaftlich läßt sich das mit Sicherheit feststellen. Ja, meine lieben Freunde, das ist eine Veränderung, die mit dem Menschen vorgegangen ist seit der alten griechischen Zeit. Wenn Sie daran denken, daß seit der alten griechischen Zeit so weit die Konstitution des menschlichen Auges sich verändert hat, so können Sie an andere Veränderungen im menschlichen Organismus, die sich äußerlich an der Peripherie abspielen, für längere Zeiträume durchaus denken. Diese Veränderungen, die spielen sich an der Peripherie ab, müssen aber natürlich zusammenhängen mit den inneren Bewegungskräften, denn selbstverständlich kann die Verdauung oder können die Organe das nicht bewirken. So daß wir daraus ersehen, daß die Veränderungen, die an der menschlichen Peripherie vorgehen, diesem Lauf des Frühlingspunktes der Sonne im Tierkreis entsprechen, also einem Zeitraume von 25920 Jahren. Da verändert sich das Menschengeschlecht. Wir dürfen durchaus nicht denken, daß hinter 25 920 Jahren das Menschengeschlecht so war, wie es jetzt ist. Schon aus diesen physischen Verhältnissen heraus ist es ein völliges Unding, von jenen Zahlen zu sprechen für die Entwickelung der Menschheit, wie es die heutige Geologie tut, weil wir nur einschließen können in den Zeitraum von 25920 Jahren das Menschengeschlecht, und dazu gehört noch die Zukunft. Denn wenn die Sonne im Frühlingspunkte wiederum zurückgekommen sein wird, so werden solche Veränderungen vor sich gegangen sein mit dem ganzen Menschengeschlecht, daß es nicht mehr irgendwie ähnlich sein wird der gegenwärtigen Gestalt. Ich habe Ihnen aus anderen Erkenntnisquellen heraus etwas gesagt über die Zukunft des Menschengeschlechts und über sein Alter. Hier sehen Sie, wie auch die wirkliche Betrachtung der physischen Verhältnisse uns zu solchen Erkenntnissen zwingt.
[ 22 ] Now, do you remember what I told you about—something that has been noticeable since the time of the ancient Greeks? I told you that the Greeks had the same word for yellow and green, that they did not actually see blue the way we do, and that—as even Roman writers tell us—they counted and painted with four colors, none of which included blue: yellow, red, black, and white. They perceived the world in terms of vivid colors. The Greeks did not see the sky as blue as we do. They saw it merely as a kind of darkness. This is something that can be stated with certainty; it can be established with certainty, particularly from the perspective of the humanities. Yes, my dear friends, this is a change that has taken place within human beings since ancient Greek times. If you consider that the constitution of the human eye has changed so significantly since ancient Greek times, you can certainly conceive of other changes in the human organism—changes that occur externally on the periphery—over longer periods of time. These changes, which take place at the periphery, must of course be connected to inner forces of movement, for it goes without saying that digestion or the organs alone cannot bring this about. Thus we see that the changes occurring at the human periphery correspond to the course of the vernal equinox of the Sun in the zodiac—that is, a period of 25,920 years. That is when the human race changes. We must by no means think that 25,920 years ago the human race was the same as it is now. Based on these physical conditions alone, it is completely absurd to speak of those figures in relation to the development of humanity, as modern geology does, because we can only include the human race within the period of 25,920 years—and that period still encompasses the future. For when the Sun has returned once more to the vernal equinox, such changes will have taken place within the entire human race that it will no longer bear any resemblance to its present form. I have spoken to you from other sources of knowledge about the future of the human race and its age. Here you can see how even a realistic consideration of physical conditions compels us to such insights.
[ 23 ] Aus alledem aber sehen Sie, daß diejenigen Dinge, die wir bezeichnen als die Bewegungen der Himmelskörper, so einfach nicht liegen, wie es die heutige Astronomie sich machen möchte, sondern daß wir da in außerordentlich komplizierte Verhältnisse hineinkommen, in Verhältnisse, die nur aus dem Zusammenhange des Menschen mit dem Makrokosmos wirklich studiert werden können. Auf Einzelnes in diesen Bewegungen konnte ich Sie schon hinweisen; wir werden sie im Laufe der Zeit wiederum aus anderen Untergründen heraus immer weiter und weiter kennenlernen. Aber eines sehen Sie: daß der Mensch nicht völlig aufgeht in dieser Abhängigkeit von dem Makrokosmos! Sie sehen, mit dem, was sehr stark im Unterbewußten liegt, mit seinem Stoffwechsel, ist der Mensch in einer gewissen Weise, aber nur in einer gewissen Weise, gebunden an den täglichen Umlauf der Erde um ihre Achse; aber er kann sich herausheben. Wovon rührt denn das her? Das rührt davon her, daß der Mensch, so wie er jetzt ist, wie er aufgebaut ist nach Peripheriekräften, inneren Bewegungskräften, Organkräften und Stoffwechsel, fertig ist in seiner Abhängigkeit von den äußeren Kräften und jetzt gewissermaßen mit seiner fertigen Organisation sich herausreißen kann aus diesem Zusammenhange. Geradeso, wie wir in unserem Schlafen und Wachen ein Abbild haben von Tag und Nacht, aber uns nicht zu halten brauchen an Tag und Nacht wir haben den inneren Rhythmus von Tag und Nacht, halten uns aber nicht immer daran, daß dieser innere Rhythmus auch übereinstimme mit dem äußeren Rhythmus von Tag und Nacht —, geradeso reißt sich der Mensch auch heraus in bezug auf sein übriges Leben aus dem Rhythmus des Makrokosmos. Darauf aber beruht die Möglichkeit der menschlichen Freiheit. Nicht die gegenwärtige Menschenbildung hängt mit dem Makrokosmos zusammen, sondern seine vergangene Bildung hängt mit dem Makrokosmos zusammen, und was der Mensch jetzt erlebt, ist im Grunde genommen ein Bild seiner vergangenen Anpassung an den Makrokosmos. So daß wir jetzt in den Bildern unserer Vergangenheit leben. Innerhalb von Bildern aber können wir die Freiheit entwickeln und ist die von der Naturnotwendigkeit getrennte moralische Weltordnung gegeben. Gerade wenn man deutlicher einsieht, wie der Mensch zusammenhängt mit dem Makrokosmos, dann begreift man, wie die Freiheit des Menschen möglich ist.
[ 23 ] From all of this, however, you can see that the phenomena we refer to as the movements of the celestial bodies are not as simple as modern astronomy would like to make them out to be, but that we are dealing with extraordinarily complex relationships—relationships that can only be truly studied within the context of humanity’s connection to the macrocosm. I have already been able to point out specific aspects of these movements to you; over time, we will come to understand them more and more deeply from other perspectives. But one thing you can see is that human beings are not completely absorbed in this dependence on the macrocosm! You see, through what lies very deeply in the subconscious—through their metabolism—human beings are, in a certain way, but only in a certain way, bound to the Earth’s daily rotation on its axis; yet they can rise above it. Where does this come from? It stems from the fact that human beings, as they are now—as they are structured according to peripheral forces, inner forces of movement, organ functions, and metabolism—are complete in their dependence on external forces and can now, so to speak, with their fully developed organization, break free from this connection. Just as we have a reflection of day and night in our sleeping and waking, but we do not need to adhere to day and night—we have the inner rhythm of day and night, yet we do not always follow it so that this inner rhythm corresponds to the outer rhythm of day and night—in exactly the same way, human beings also break free from the rhythm of the macrocosm in the rest of their lives. Yet it is upon this that the possibility of human freedom rests. It is not humanity’s present development that is connected to the macrocosm, but rather its past development; and what human beings experience now is, in essence, a reflection of their past adaptation to the macrocosm. Thus, we now live within the images of our past. Yet it is within these images that we can develop freedom, and it is here that the moral world order—separate from natural necessity—is established. It is precisely when one gains a clearer understanding of how human beings are connected to the macrocosm that one comprehends how human freedom is possible.
[ 24 ] Sie können auch das Folgende noch zugrunde legen. Sehen Sie, beim Menschen ist es klar, daß sein Stoffwechsel noch in einer gewissen Beziehung steht zu dem Rhythmus des Tageslebens. Die Gestaltungskräfte sind fest geworden. Nehmen Sie statt des Menschen die Tierheit an, so werden Sie in der Tierheit viel größere Abhängigkeit finden von dem Makrokosmos als beim Menschen. Der Mensch ist aus dieser Abhängigkeit schon herausgewachsen. Eine alte Weisheit sprach deshalb von dem, was der Gestaltungskraft entspricht, nicht als von dem «Menschenkreis», sondern von dem «Tierkreis». Die tierischen Gestaltungskräfte, die bei den Tieren in vielerlei Gestalten erscheinen, sie erscheinen beim Menschen im wesentlichen in einer Gestalt für das ganze Menschengeschlecht. Aber es sind die Kräfte der Tierheit. Und indem wir über sie hinauswachsen zum Menschen, müssen wir über den Tierkreis hinausgehen. Jenseits des Tierkreises liegt dasjenige, wovon wir abhängig sind als Mensch in einem höheren Maße als von alledem, was innerhalb des Tierkreises, das heißt innerhalb des Fixsternhimmels, liegt. Das ist das Wesentliche, was unserem Ich entspricht.
[ 24 ] You can also take the following into account. You see, in the case of human beings, it is clear that their metabolism is still related in a certain way to the rhythm of daily life. The formative forces have become fixed. If you consider the animal kingdom instead of human beings, you will find a much greater dependence on the macrocosm in the animal kingdom than in human beings. Human beings have already outgrown this dependence. An ancient wisdom therefore spoke of what corresponds to the formative force not as the “circle of man,” but as the “zodiac.” The animal formative forces, which appear in many forms among animals, appear in human beings essentially in a single form for the entire human race. But these are the forces of animality. And as we grow beyond them to become human, we must go beyond the zodiac. Beyond the zodiac lies that upon which we, as human beings, depend to a greater degree than on anything within the zodiac—that is, within the sky of fixed stars. This is the essence that corresponds to our “I.”
[ 25 ] Mit unserem astralischen Leib — ihn hat auch das Tier — stehen wir drinnen in einer Abhängigkeit vom Makrokosmos. Da wird alles so gebildet noch im astralischen Leib, wie es die Sterne wollen. Mit unserem Ich stehen wir jenseits der Sternenwelt, außerhalb des Tierkreises.
[ 25 ] Through our astral body—which animals also possess—we are intrinsically connected to the macrocosm. Everything is shaped within the astral body according to the will of the stars. Through our “I,” we stand beyond the world of the stars, outside the zodiac.
[ 26 ] Da haben wir das Stück, durch das wir uns frei gemacht haben. Innerhalb des Tierkreises können wir nicht sündigen, so wenig wie das Tier sündigen kann. Aber wir beginnen zu sündigen, wenn wir außerhalb des Tierkreises unser Gebaren tragen. Und das können wit. Wenn wir dasjenige vollziehen, was uns frei macht von der Weltengestaltung, so setzen wit uns in eine Beziehung zu dem, was außerhalb des Tierkreises, außerhalb des Fixsternhimmels liegt. Das ist der wesentliche Inhalt unseres menschlichen Ich.
[ 26 ] There we have the element through which we have set ourselves free. Within the zodiac, we cannot sin, any more than an animal can sin. But we begin to sin when we carry our behavior outside the zodiac. And we can do that. When we accomplish that which frees us from the structure of the world, we place ourselves in a relationship with that which lies outside the zodiac, outside the fixed-star sky. That is the essential content of our human “I.”
[ 27 ] Sie sehen, wenn wir die Welt durchmessen, insofern sie uns als eine sichtbare und zeitliche vor Augen liegt, wenn wir alles dasjenige durchmessen, was im Raume ausgedehnt ist bis in die äußersten Fixsterne und was an Bewegungen in der Zeit in diesem Fixsternen- und Planetenhimmel vor sich geht, und das alles in seiner Beziehung zum Menschen erfassen: im Menschen vollzieht sich noch etwas, was außerhalb dieses Raumes und dieser Zeit vor sich geht, was da draußen liegt, außerhalb dessen noch, was im Astralischen vor sich geht. Da, außerhalb diesem liegt keine Naturnotwendigkeit, da liegt allein dasjenige, was zusammenhängt mit unserer moralischen Natur, mit unseren moralischen Taten. Innerhalb des Fixsternhimmels können wir nicht unsere moralische Welt entfalten, aber in dem wir sie entfalten, zeichnen wir sie ein in den Makrokosmos außerhalb des Tierkreises. Alles, was wir wirken, bleibt als Wirkung in der Welt bestehen. Dasjenige, was in uns vorgeht, von unserer Gestaltungskraft bis hinein in den Stoffwechsel, das ist das Ergebnis der Vergangenheit. Aber die Vergangenheit präjudiziert im Weltenall nicht alle Zukunft, nicht diejenige Zukunft, die vom Menschen in seinen moralischen Handlungen ausgeht.
[ 27 ] You see, when we survey the world—insofar as it appears to us as a visible and temporal reality—when we survey everything that extends in space as far as the outermost fixed stars and all the movements that take place in time within this sky of fixed stars and planets, and when we grasp all of this in relation to the human being: something else takes place within the human being that occurs outside this space and this time, something that lies out there, even beyond what takes place in the astral realm. There, outside of this, there is no natural necessity; there lies only that which is connected with our moral nature, with our moral deeds. Within the fixed-star sky we cannot unfold our moral world, but by unfolding it, we inscribe it into the macrocosm beyond the zodiac. Everything we do remains in the world as an effect. What takes place within us—from our creative power right down to our metabolism—is the result of the past. But in the universe, the past does not predetermine the entire future, not the future that arises from human beings through their moral actions.
[ 28 ] Halten wir diesen Punkt fest. Ich kann Sie in diesen Auseinandersetzungen, ich möchte sagen, nur von Stufe zu Stufe führen. Halten wir das fest, was wir heute besprochen haben; wir wollen dann die Sache noch von anderen Seiten beleuchten.
[ 28 ] Let's keep this point in mind. In these discussions, I can—I would say—only guide you step by step. Let's keep in mind what we discussed today; we'll then examine the matter from other angles.
