Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 201

25 April 1920, Dornach

Translate the original German text into any language:

Neunter Vortrag

Ninth Lecture

[ 1 ] Es liegt den gegenwärtigen Betrachtungen im weitesten Sinne das Thema zugrunde, das Weltenall kennenzulernen aus den Beziehungen des Menschen zu diesem Weltenall. Ich möchte bei denen, die schon einige Ausblicke auf das Weltenall selbst in diesen Abenden erhalten haben, eben durchaus nicht die Meinung hervorrufen, daß durch die leichtgeschürzte Art, wie in unserer gebräuchlichen Astronomie von den Himmelsbewegungen die Rede ist, man schon auf die Wahrheit dieser Sache komme. Aber ich möchte auch, daß diejenigen Freunde, die jetzt hier zur Generalversammlung erschienen sind, nicht bloß etwas hören, was mittendrinnen steht in einer fortgesetzten Folge, sondern ich möchte, daß auch sie ein abgeschlossenes Bild in diesen bei Gelegenheit der Generalversammlung gehaltenen Vorträgen haben. Daher möchte ich heute die gestrigen Betrachtungen in einem gewissen Sinne fortsetzen und nur hinweisen darauf, wie man aus dem Begriff des Menschen heraus zu dem Begriff des Weltenalls kommt, seines Wesens und seiner Bewegung. Natürlich ist das ein so ausführliches Thema, daß ich es für die Freunde, die jetzt gerade hier sind, nicht erschöpfen kann. Das, was ich heute zu sagen habe und schon in den letzten Vorträgen gesagt habe, wird dann am nächsten Sonnabend eine Fortsetzung erfahren. Aber ich möchte heute etwas wenigstens, was zum Teil schon hervorgeht aus dem schon Betrachteten, für unsere auswärtigen Freunde vorbringen.

[ 1 ] The theme underlying these present reflections, in the broadest sense, is getting to know the universe through humanity’s relationship to it. I certainly do not wish to give those who have already gained some insight into the universe itself during these evenings the impression that the superficial manner in which our conventional astronomy discusses celestial movements is sufficient to arrive at the truth of the matter. But I also want those friends who have now gathered here for the General Assembly not merely to hear something that is part of an ongoing series, but I want them, too, to have a complete picture from these lectures held on the occasion of the General Assembly. Therefore, today I would like to continue yesterday’s reflections in a certain sense and merely point out how one arrives at the concept of the universe—its nature and its motion—by starting from the concept of the human being. Of course, this is such a vast topic that I cannot cover it exhaustively for the friends who are here right now. What I have to say today—and what I have already said in the previous lectures—will be continued next Saturday. But today I would like to present at least something—which in part already emerges from what we have already considered—for our friends from out of town.

[ 2 ] Sie kennen ja von den verschiedensten Betrachtungen her, die wit darüber gepflogen haben, die Beziehung, die im menschlichen Leben besteht zwischen dem täglichen Rhythmus von Wachen und Schlafen. Sie wissen ja, daß wir diese Beziehung abstrakt gewöhnlich so schildern, daß wir sagen: Im wachen Zustande sind in einer gewissen inneren Verbindung physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib und Ich-Wesen. Im schlafenden Zustande haben wir auf der einen Seite physischen Leib und Ätherleib miteinander verbunden, und gewissermaßen getrennt, wenigstens in bezug auf den Tageszusammenhang, auf den Wachzustand, getrennt davon das Ich-Wesen und den astralischen Leib. Aber Sie wissen ja auch, daß dies zunächst nur eine abstrakte Feststellung ist, denn ich habe ja oft genug betont, daß mit Bezug auf alles, was zur Gliedmaßennatur des Menschen gehört, was gewissermaßen, indem es sich nach dem Innern des Organismus fortsetzt, auch der eigentliche Träger des Stoffwechsels ist und was zugleich zusammenhängt mit dem Willen, der Mensch im Grunde fortwährend in einem Schlafzustande ist. Wir müssen ja durchaus uns klar darüber sein, daß alles, was mit unserem Willen zusammenhängt, in einem fortwährenden Schlafzustande ist, auch dann, wenn wir wachen. So daß wir sagen können: der Gliedmaßenmensch als Träger des Willensmenschen ist in einem fortwährenden Schlafzustande. Dasjenige, was nun zwischen der eigentlichen Kopforganisation und dieser Gliedmaßenorganisation ist, die sich aber nach dem Innern fortsetzt, was also dazwischenliegt, was dem Zirkulationsmenschen zugehört, dem rhythmischen Menschen, das ist in einem fortwährenden Traumzustand. Das ist ja zu gleicher Zeit dasjenige, was das äußere Werkzeug der Gefühlswelt ist. Die Gefühlswelt wurzelt ganz und gar im rhythmischen Menschen. Und während der Stoffwechselmensch mit seiner Fortsetzung, den Gliedmaßen, zugleich der Träger des Willens ist, ist der rhythmische Mensch der Träger des Gefühlslebens, und das verhält sich zu unserem Bewußtsein wirklich so, wie der Traumzustand sich zu unserem Wachbewußtsein verhält. Wirklich wach sind wir nur in unserem Vorstellungsieben vom Aufwachen bis zum Einschlafen.

[ 2 ] As you know from the various perspectives that have been discussed on this subject, there is a relationship in human life between the daily rhythm of waking and sleeping. You know that we usually describe this relationship in abstract terms by saying: In the waking state, the physical body, the etheric body, the astral body, and the I-being are connected in a certain inner relationship. In the sleeping state, on the one hand, the physical body and the etheric body are connected to one another, and, in a sense, separated—at least in relation to the daily context, to the waking state—from the I-being and the astral body. But you also know that this is, at first, only an abstract observation, for I have often enough emphasized that, with regard to everything that belongs to the human being’s limb nature—which, in a sense, by extending into the interior of the organism, is also the actual carrier of metabolism and is at the same time connected to the will—the human being is, in essence, continually in a state of sleep. We must be absolutely clear that everything connected with our will is in a continuous state of sleep, even when we are awake. So we can say: the limb-human, as the bearer of the will-human, is in a continuous state of sleep. That which lies between the actual head organization and this limb organization—which, however, continues inward—that is, what lies in between, what belongs to the circulatory human, the rhythmic human—is in a continuous state of dreaming. This is, at the same time, the outer instrument of the world of feeling. The world of feeling is rooted entirely in the rhythmic human being. And while the metabolic human being, with its extension—the limbs—is at the same time the bearer of the will, the rhythmic human being is the bearer of the life of feeling, and this relates to our consciousness in exactly the same way that the dream state relates to our waking consciousness. We are truly awake only in our life of imagination, from the moment we wake up until we fall asleep.

[ 3 ] Da haben Sie also eigentlich diese Tatsache gegeben, daß der Mensch in seinem Leben zwischen der Geburt und dem Tode abwechselnd im Wachzustande ist für sein Vorstellungsleben, daß er für sein Gefühlsleben, das zum Träger den rhythmischen Menschen hat, im Traumzustande ist, daß er aber in einem fortwährenden Schlafzustande ist in bezug auf die Gliedmaßennatur und die Stoffwechselnatur. Denn Sie müssen sich nur klar sein darüber, die menschliche Natur wirklich so genommen, daß man sie verstehen kann, setzt voraus, daß man die Fortsetzung der Gliedmaßennatur nach innen ins Auge faßt. Alles, was schließlich mit dem Unterleibe noch zu tun hat, alles, was mit dem Stoffwechsel, also sagen wir zum Beispiel mit der weiblichen Milchabsonderung zu tun hat, ist ja nach innen gerichtete Fortsetzung des Gliedmaßenmenschen, so daß, wenn wir von Willensnatur, Stoffwechselnatur sprechen, wir natürlich nicht bloß schematisch die äußeren Gliedmaßen verstehen. Hauptsächlich sind es die äußeren Gliedmaßen, aber das, was Gliedmaßentätigkeit ist, setzt sich nach dem Innern fort. In bezug auf dieses, was zugleich unmittelbar zusammenhängt mit der menschlichen Willensnatur, ist der Mensch fortwährend schlafend. Das kompliziert die zunächst abstrakte Vorstellung von dem Herausgehen des Ich und des astralischen Leibes. Aber es macht notwendig, daß wir uns auch noch über eine andere Sache einen entsprechenden Aufschluß bilden.

[ 3 ] So you have, in fact, established this fact: that in the course of a person’s life between birth and death, they are alternately in a waking state with regard to their imaginative life; that with regard to their emotional life—which is carried by the rhythmic human being—they are in a dream state; but that they are in a continuous state of sleep with regard to the nature of their limbs and their metabolism. For you must simply be clear about this: human nature, taken in a way that allows it to be understood, presupposes that one considers the continuation of the nature of the limbs inward. Everything that ultimately has to do with the lower abdomen, everything that has to do with metabolism—for example, with the secretion of breast milk—is, after all, an inward-directed continuation of the limb-human, so that when we speak of the nature of the will or the nature of metabolism, we naturally do not mean merely the external limbs in a schematic sense. It is primarily the external limbs, but what constitutes limb activity continues inward. With regard to this—which is at the same time directly connected to the human nature of the will—the human being is constantly asleep. This complicates the initially abstract concept of the “out-stepping” of the “I” and the astral body. But it makes it necessary for us to gain a corresponding understanding of yet another matter.

[ 4 ] Sehen Sie, wenn heute der materialistisch gesinnte Physiologe von dem Willen spricht, der sich zum Beispiel in einer menschlichen Gliedbewegung offenbart, so denkt er, da wird irgendein telegraphisches Zeichen vom Zentralorgan, vom Gehirn abgeschickt, geht durch den sogenannten motorischen Nerv und bewegt dann, sagen wir, das rechte Bein. Aber das ist als solches wirklich eine ganz unbegründete Hypothese, und es ist auch eine unrichtige Hypothese. Denn die geistige Beobachtung zeigt das Folgende. Wenn wir den Menschen schematisch nehmen (Tafel 17), so ist das so: Wenn das rechte Bein gehoben wird durch den Willen, so geschieht von der Ich-Wesenheit des Menschen, von der wirklichen Ich-Wesenheit ein unmittelbarer Einfluß auf das Bein, und das Bein wird unmittelbar durch die Ich-Wesenheit gehoben. Nur verläuft das alles so, wie die Tätigkeit des Schlafens. Das Bewußtsein weiß nichts davon. Daß hier Nerven eingeschaltet sind, die dann zum Zentralorgan gehen, das unterrichtet uns bloß davon, daß wir ein Bein haben, das unterrichtet uns nur fortwährend von der Anwesenheit dieses Beines. Dieser Nerv hat als solcher nichts zu tun mit der Wirkung des Ich auf das Bein. Es ist eine unmittelbare Korrespondenz zwischen dem Bein und dem Willen, der beim Menschen verknüpft ist mit der IchWesenheit, beim Tiere verknüpft ist mit dem astralischen Leib. Alles, was die Physiologie zu sagen hat zum Beispiel auch mit Bezug auf die Fortpflanzungsgeschwindigkeit des sogenannten Willens, das müßte umgedacht werden dahingehend, daß man es zu tun hat mit der Fortpflanzungsgeschwindigkeit, die sich bezieht auf die Wahrnehmung des betreffenden Gliedes. Natürlich können diejenigen, die dressiert sind auf die heutige Physiologie, mit einem Dutzend Einwendungen kommen. Ich kenne diese Einwände sehr gut; aber man muß nur versuchen zurechtzukommen mit einem wirklich logischen Denken und man wird finden, daß dasjenige, was ich hier sage, in Übereinstimmung steht mit den Beobachtungstatsachen, nicht aber das, was Sie heute in den physiologischen Lehrbüchern finden.

[ 4 ] You see, when today’s materialistically minded physiologist speaks of the will as manifested, for example, in a movement of a human limb, he thinks that some kind of telegraphic signal is sent from the central organ—the brain—travels through the so-called motor nerve, and then moves, say, the right leg. But this is, as such, truly a completely unfounded hypothesis, and it is also an incorrect hypothesis. For spiritual observation reveals the following. If we consider the human being schematically (Plate 17), it is as follows: When the right leg is lifted by the will, a direct influence is exerted on the leg by the human being’s “I”-essence—the true “I”-essence—and the leg is lifted directly by the “I”-essence. Only, all of this takes place in the same way as the activity of sleeping. Consciousness is unaware of this. The fact that nerves are involved here, which then lead to the central organ, merely informs us that we have a leg; it merely continually informs us of the presence of this leg. This nerve, as such, has nothing to do with the effect of the “I” on the leg. There is a direct correspondence between the leg and the will, which in humans is linked to the “I”-being, and in animals is linked to the astral body. Everything that physiology has to say—for example, regarding the speed of transmission of the so-called will—would have to be rethought in such a way that one is dealing with the speed of transmission that relates to the perception of the limb in question. Of course, those who are trained in modern physiology may come up with a dozen objections. I am very familiar with these objections; but one need only try to reason logically, and one will find that what I am saying here is in accordance with the facts of observation—not, however, with what you find in today’s physiology textbooks.

Blackboard DrawingBlackboard Drawing

[ 5 ] Manchmal wird, ich möchte sagen, mit Fingern hingedeutet auf solche Dinge. So hat einmal auf einer italienischen Naturfotscherversammlung, ich glaube in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, eine sehr interessante Diskussion stattgefunden über die Widersprüche, die sich ergeben zwischen der gewöhnlichen Lehre von dem motorischen Nerv und einer Gliedmaßenbewegung. Aber da ja innerhalb der heutigen Physiologie keine Geneigtheit besteht, auf das Geistige des Menschen einzugehen, so konnte natürlich auch bei einer solchen Diskussion nicht viel mehr herauskommen, als daß man eben Widersprüche konstatierte mit dem, was man als hypothetische Erklärung für die Tatsache gefunden hat. Es würde überhaupt interessant sein, wenn sich einmal unsere gelehrten Freunde und solche haben wir ja doch auch unter uns — darauf einließen, die physiologische, biologische Literatur der letzten vierzig Jahre zu prüfen. Sie werden außerordentlich interessante Entdeckungen machen, Sie müssen nur die betreffenden Sachen aufsuchen. Sie werden sehen, daß da überall die Tatsachen bereitliegen, die man nur in der richtigen Weise ergreifen muß, um dazu zu kommen, dasjenige, was Geisteswissenschaft bringt, zu belegen. Es würde zu den interessantesten Aufgaben von Forschungsinstituten gehören, die ja nun errichtet werden sollen, wenn folgendes getan würde: Man müßte zunächst einmal sorgfältig die internationale Literatur durchnehmen — man muß die internationale nehmen, denn es finden sich die merkwürdigsten Hinweise gerade zum Beispiel in der englischen und namentlich in der amerikanischen Literatur. Die Amerikaner haben die interessantesten Tatsachen konstatiert, wissen nur gar nichts damit anzufangen. Wenn Sie eingehen würden auf diese Dinge, wirklich den Blick werfen würden auf das, was da ist, und dann konstatieren würden, daß man nur, eben weil man den richtigen Blick hat, worauf die Sache hinaus will, einen einzigen Schritt nötig hat, die Versuchsanordnung fortzusetzen, würden Sie heute wirklich ganz Großartiges leisten können. Man müßte nur einmal so weit sein, daß man ein Forschungsinstitut hat und die Versuchsanordnung, das heißt den nötigen Apparat und das nötige Material dazu überall liegen die Dinge so, ich möchte sagen, daß sie warten. Man merkt heute gar nicht, wie alles dahin drängt, die Versuchsreihen, die angefangen sind, und die immer nur abgebrochen werden gerade an den entscheidenden Stellen, weil die Menschen nicht die Richtung wissen, wie alles drängt nach solchen Forschungsinstituten, wie wir sie hier im Auge haben. Und diese Forschungsinstitute würden wirklich bedeutungsvolle Grundlagen auch für die Praxis liefern. Was für eine Technik erst daraus entstehen würde, wenn man diese Dinge wirklich machen würde, zuerst als Versuche, um sie dann auszubauen, davon lassen sich die Menschen heute nichts träumen. Es fehlt nur die Möglichkeit, praktisch zu arbeiten. Nun, das nur nebenbei.

[ 5 ] Sometimes, I would say, people point to such things. For example, at an Italian nature researchers’ conference—I believe in the 1880s—a very interesting discussion took place regarding the contradictions that arise between the conventional theory of the motor nerve and limb movement. But since there is no inclination within contemporary physiology to address the spiritual aspect of the human being, such a discussion could naturally not yield much more than a mere acknowledgment of contradictions with what had been found as a hypothetical explanation for the phenomenon. It would be interesting, in fact, if our learned friends—and we do have such people among us—were to undertake an examination of the physiological and biological literature of the last forty years. They would make extraordinarily interesting discoveries; they need only seek out the relevant material. You will see that the facts are readily available everywhere; one need only grasp them in the right way to arrive at a confirmation of what spiritual science offers. It would be one of the most interesting tasks for the research institutes that are now to be established if the following were done: First of all, one would have to carefully review the international literature—one must consult the international literature, because the most remarkable indications are found, for example, in English and, in particular, in American literature. The Americans have documented the most interesting facts, but they simply don’t know what to do with them. If you were to address these matters, truly take a close look at what is there, and then recognize that—precisely because you have the right perspective on where this is heading—all that is needed is a single step to continue the experimental setup, you could truly accomplish something truly magnificent today. One would only need to reach the point where one has a research institute and the experimental setup—that is, the necessary equipment and materials—and everywhere things are, I would say, just waiting. People today don’t even realize how everything is pushing in that direction—the series of experiments that have been started and are always interrupted precisely at the decisive points because people don’t know the direction—how everything is pushing toward research institutes like the ones we have in mind here. And these research institutes would truly provide significant foundations for practical applications as well. People today can’t even begin to imagine what kind of technology would emerge from this if these things were actually carried out—first as experiments, and then expanded upon. The only thing missing is the opportunity to work on them in practice. Well, that’s just an aside.

[ 6 ] Sie sehen also, wir haben es zu tun mit einem Teil des Menschen, der dann auch schläft, wenn wir wachen. Nun mache ich Sie auf eine Tatsache aufmerksam, welche eine große Rolle gespielt hat in der ganzen älteren, sagen wir, Welterkenntnis. Diese ältere Welterkenntnis hat zum Beispiel folgende Zuordnung gemacht. Sie hat gesagt: Zugeordnet ist der Ausgangspunkt für die unteren Gliedmaßen dem Monde. Zugeordnet ist gewissermaßen der Zusammenlaufungspunkt für die oberen Gliedmaßen da in der Kehlkopfgegend, zugeordnet ist diese Partie dem Mars (Mond und Mars werden in die Zeichnung 17 eingezeichnet). Der heutige Mensch, der so recht drinnensteht in der gegenwärtigen Weltanschauung, kann natürlich mit solchen Dingen nichts anfangen; und jenen Firlefanzereien, welche unklare Mystiker und unklare Theosophen heute über diese Dinge sagen, denen sollte man wirklich keinen besonderen Wert beimessen. Denn diese Dinge sind viel tiefer als das, was insbesondere heute auf dem Gebiete der materialistischen Theosophie immer gesagt wird: grobe, physische Materie; Äther etwas feiner; Astralisches wieder feiner und so weiter — Dinge, die als Theosophie geltend gemacht werden, die aber eigentlich nicht eine spirituelle Lehre, sondern nur eine spirituelle Lüge sind, weil sie nichts sind als die Fortsetzung gerade des Materialismus. Die Dinge aber, welche Reste einer uralten Menschenweisheit sind, führen uns tatsächlich dazu, daß wenn wir anfangen sie zu verstehen, sie eine großartige Verehrung, eine tiefe Demut gegenüber dem Urwissen der Menschheit in uns hervorrufen, denn die Andeutungen haben sich erhalten nicht nur bis tief ins Mittelalter herein, sondern sogar bis ins 18. Jahrhundert herein. Man findet es noch in der Literatur des 18., vielleicht auch des 19. Jahrhunderts, aber da schon abgeschrieben, da ist es nicht mehr aus einem ursprünglichen Bewußtsein hervorgegangen. Und wenn heute mystische Gigerl es wiederum in die Literatur hineinfügen, so ist es eben erst recht abgeschrieben. Aber bis ins 18. Jahrhundert herein findet man noch ein gewisses Bewußtsein von diesen Dingen, und dann wiederum gerade die Mondennatur mit dieser Stelle des Organismus in Verknüpfung gedacht.

[ 6 ] So you see, we are dealing with a part of the human being that sleeps even when we are awake. Now I would like to draw your attention to a fact that has played a major role in the entire older, shall we say, understanding of the world. This older understanding of the world, for example, made the following association. It stated: The starting point for the lower limbs is associated with the Moon. The convergence point for the upper limbs—located in the larynx region, so to speak—is associated with Mars (the Moon and Mars are shown in Figure 17). People today, who are so deeply immersed in the current worldview, naturally cannot make sense of such things; and one really should not attach any particular value to the nonsense that obscure mystics and obscure theosophists say about these matters today. For these things are far deeper than what is always being said today, especially in the realm of materialistic theosophy: coarse, physical matter; ether, somewhat finer; the astral, even finer, and so on—things that are presented as theosophy but are in fact not a spiritual teaching, but merely a spiritual lie, because they are nothing but a continuation of materialism itself. But the things that are remnants of an ancient human wisdom actually lead us to the point where, when we begin to understand them, they evoke in us a profound reverence and deep humility toward humanity’s primordial knowledge; for these hints have been preserved not only well into the Middle Ages but even into the 18th century. One can still find it in the literature of the 18th, and perhaps even the 19th century, but there it is already a copy; it no longer springs from an original consciousness. And when today’s mystical writers reintroduce it into literature, it is all the more a mere copy. But right up into the 18th century, one still finds a certain awareness of these things, and in particular, the nature of the Moon is conceived in connection with this part of the organism.

[ 7 ] Sehen Sie, was ich jetzt eben gesagt habe, daß der Mensch mit Bezug auf seine Willens-Stoffwechselnatur ein schlafendes, ein fortwährend schlafendes Wesen ist, das drückt sich am intensivsten aus in den unteren Gliedmaßen. Man könnte eigentlich sagen: Durch jene metamorphosische Umformung, welche Arme und Hände beim Menschen erlangt haben, trotzt der Mensch der Unbewußtheit ab, was eigentlich Schlafesnatur des Gliedmaßenmenschen ist. Sie werden auch wahrnehmen können, wenn Sie sich ein wenig das innere Erleben für solche Dinge schärfen, daß doch ein beträchtlicher Unterschied besteht zwischen den Bewegungen der Beine und den Bewegungen der Arme. Die Bewegungen der Arme sind frei, sie folgen in einer gewissen Weise Empfindungen. Die Bewegungen der Beine sind nicht so frei — ich meine jetzt die Gesetzmäßigkeit, durch die wir die Beine in Bewegung bringen. Allerdings, dies ist etwas, was nicht immer beachtet und nicht immer in der richtigen Weise gewürdigt wird, denn sehen Sie, ein größerer Teil des Eurythmiebesuchenden Publikums ist natürlich daraufhin dressiert, mehr passiv sich den Vorstellungen hinzugeben; der empfindet dann bei unserer Eurythmie die geringer artikulierte Beinbewegung gegenüber der mehr artikulierten Armbewegung und Händebewegung. Aber das kommt nur davon her, daß eben, um die Armbewegungen zu verstehen, schon ein Mitarbeiten der Seele notwendig ist von seiten des Zuschauers. Das will man ja heute in der Zeit des Kinos durchaus nicht haben, das Mitarbeiten. Wenn Sie sich eine Tanzbewegung ansehen, wo bloß die Beine tanzen und die Arme höchstens einige Willkürgebärden machen, da brauchen Sie nicht viel mitzudenken oder mitzuempfinden. Nun, das auch nur nebenbei.

[ 7 ] You see, what I just said—that, in terms of the nature of their will-metabolism, human beings are sleeping, constantly sleeping beings—is most intensely expressed in the lower limbs. One could actually say: Through that metamorphic transformation that the arms and hands have undergone in human beings, human beings defy the unconsciousness that is, in fact, the sleeping nature of the limb-being. You will also be able to perceive—if you sharpen your inner experience of such things a little—that there is, after all, a considerable difference between the movements of the legs and the movements of the arms. The movements of the arms are free; in a certain sense, they follow sensations. The movements of the legs are not as free—I am referring here to the laws by which we set the legs in motion. Admittedly, this is something that is not always noticed or properly appreciated, for you see, a large portion of the audience attending eurythmy performances is, of course, accustomed to engaging with the performances more passively; they then perceive, in our eurythmy, the less articulated leg movements in contrast to the more articulated arm and hand movements. But this is simply because, in order to understand the arm movements, a certain degree of active participation on the part of the soul is already required from the viewer. And that—that active participation—is precisely what people don’t want today, in the age of cinema. When you watch a dance movement where only the legs are dancing and the arms make at most a few arbitrary gestures, you don’t need to think or feel much along with it. Well, that’s just an aside.

[ 8 ] Also am intensivsten unbewußt ist dasjenige, was sich auf die Bewegung der unteren Gliedmaßen bezieht. Da schläft der Mensch in gewisser Weise ganz. Wie der Wille in die Beine hineinwirkt, wie der Wille schon im Unterleibe wirkt, das ist etwas, was total verschlaschlafen wird. Da ist gewissermaßen der Mensch immer seiner bewußten Natur abgekehrt. Da sendet ihm die eigene Natur nur das zurück, was Reflexion ist. Sie verfolgen ja natürlich auch die Bewegung Ihrer Beine, aber eben durch Ihren Nervenapparat, durch die Wahrnehmung; wie der Wille hineinschießt, das verfolgen Sie nicht, sondern bekommen es nur in der Reflexion in die Wahrnehmung herein. Die untere Natur kehrt Ihnen gewissermaßen die eine Seite immer ab und nur die eine Seite immer zu, je nachdem Sie sie beleuchten von Ihrem oberen Menschen aus. Das ist aber genau ebenso, wie es der Mond macht (Tafel 17, rechts). Der Mond geht, wie Sie ja wissen, um die Erde herum. Er ist ein höflicher Herr; er wendet immer nur die eine Seite der Erde zu. Während er um die Erde kreist, dreht er sich nicht so, daß er einmal seine Vorderseite zeigt, das andere Mal seine Rückseite, sondern er wendet der Erde nie seine Rückseite zu. Man hat aber auch zugleich niemals irgend etwas Eigenes von dem Monde, sondern immer das zurückgesendete, das reflektierte Licht. Da ist durchaus ein innerer Parallelismus zwischen der Mondennatur und der ganzen inneren menschlichen Wesenheit. Sie schauen hinauf nach dem Monde, und verstehen Sie ihn auch nur dieser äußeren formalen Seite nach, so müssen Sie darin die innere Verwandtschaft mit der unteren Organisation des Menschen empfinden. Und je mehr man auf diese Dinge eingeht, desto mehr ist dieses der Fall. Es ist durchaus die naive, instinktiv-naive Wahrnehmung der Alten gewesen, die diese innerliche Beziehung der menschlichen Natur zu dem Weltenkörper ins Auge faßte, während der heutige materialistische Philister sagt: Nun ja, Mond — silberiges Licht. Von der Ähnlichkeit mit dem Silber im Licht hat man für beide dasselbe Zeichen genommen. — Das alles ist nichts anderes als ein Ergebnis der Ignoranz gegenüber jenem großartigen Wissen, das nicht auf die Weise von den Alten errungen worden ist, wie wir uns das geistige Wissen wieder erringen müssen, das auf andere Art aber von ihnen errungen worden ist.

[ 8 ] So what is most intensely unconscious is that which relates to the movement of the lower limbs. In a certain sense, a person is completely asleep there. How the will acts upon the legs, how the will is already at work in the lower abdomen—these are things that are completely overshadowed by sleep. In a sense, the person is always turned away from their conscious nature in this regard. Here, their own nature sends back to them only what is a reflection. Of course, you also follow the movement of your legs, but you do so through your nervous system, through perception; you do not follow how the will intervenes—you only receive it into your perception as a reflection. The lower nature, so to speak, always turns one side away from you and always turns only one side toward you, depending on how you illuminate it from your higher self. But this is exactly the same as what the moon does (Plate 17, right). As you know, the moon orbits the Earth. It is a courteous gentleman; it always turns only one side toward the Earth. As it orbits the Earth, it does not rotate in such a way that it shows its front side one moment and its back side the next; rather, it never turns its back side toward the Earth. At the same time, however, we never receive anything of the Moon’s own, but always the light it reflects back to us. There is indeed an inner parallelism between the nature of the Moon and the entire inner human being. When you look up at the Moon—even if you understand it only in terms of this outer, formal aspect—you must sense in it the inner kinship with the lower organization of the human being. And the more one delves into these matters, the more this is the case. It was indeed the naive, instinctively naive perception of the ancients that grasped this inner relationship between human nature and the celestial body, whereas today’s materialistic philistine says: Well, the Moon—silvery light. Because of the similarity to silver in the light, the same symbol has been used for both. — All of this is nothing other than a result of ignorance toward that magnificent knowledge, which was not attained by the ancients in the way that we must regain spiritual knowledge, but which was attained by them in a different way.

[ 9 ] Und nehmen wir jetzt die andere Tatsache, nehmen wir die Tatsache, daß die Arme, in ihrer Verbindung mit dem Oberen des mittleren Menschen, in einer gewissen Weise, ich möchte sagen, im Menschen selber aufwachen, daß die Armbewegung wenigstens traumhaft wird, dann fühlen wir, daß alles, was die Arme betrifft, mehr Verwandtschaft hat mit der menschlichen Bewußtheit, als dasjenige, was die Beinbewegung betrifft. Der elementarisch empfindende Mensch wird daher sehr häufig schon ganz naturgemäß die Arme ein wenig zu Hilfe nehmen, wenn es sich um die Sprache handelt, die ja mit dem mittleren Menschen sehr viel zu tun hat. Eine Unterstützung des Redens mit den Armen wird uns naheliegen. Ich glaube aber nicht, daß es sehr viele Redner gibt, die zu gleicher Zeit durch Beingesten ihre Rede unterstützen, oder viele Zuhörer, welche an diesen Beingesten Gefallen finden würden. Also Sie brauchen nur in der richtigen Weise solch ein Bedürfnis des Menschen zu fühlen, dann fühlen Sie die Verwandtschaft heraus, die nun wirklich besteht zwischen den Armen und Händen — die ja zum Gliedmaßenmenschen gehören —, diesem höheren Teil des Gliedmaßenmenschen und dem mittleren Menschen, dem rhythmischen Menschen, der zu seinem seelischen Gegenbilde das Gefühlsmäßige des Menschen hat. Vorzugsweise versuchen wir ja die Rede, die sehr leicht abstrakt wird, durch Gebärden der Arme und Gebärden der Hände zu unterstützen. Das Gefühlsmäßige suchen wir in die Rede hineinzubringen durch diese Unterstützung. Es gilt heute in manchen Kreisen — ich will nicht sagen in welchen — als Zeichen einer abgeklärten Natur, wenn man die Rede möglichst wenig mit Gebärden unterstützt. Man könnte auch, wenn man von einem anderen Standpunkte aus die Sache ins Auge faßt, sagen: Nun ja, wenn jemand, um ja nicht die Rede durch Gebärden zu unterstützen, die Gewohnheit sich beilegt, während er redet, die Hände immer in die Hosentaschen zu stecken, so ist er vielleicht nicht bloß abgeklärt, sondern vielleicht auch etwas blasiert. Und das ist der andere Gesichtspunkt der Sache. Ich will weder für das eine noch das andere jetzt eintreten, aber Sie sehen zugleich, daß die ganze Natur der Arme, neben dem, daß sie dem Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen angehören, zugleich auf den mittleren Menschen, auf den Zirkulationsmenschen hinweist. Das wiederum wurde gefühlt, indem man Sprache und Armbewegung zusammenfassend mit dem Mars in eine gewisse Beziehung gebracht hat. Der Mars steht ja nicht in so inniger Verbindung mit der Erde, wie der Mond, und dasjenige, was dem Sprachorganismus und dem Armorganismus zugrunde liegt, steht auch nicht mit dem irdischen Menschen in einer so innigen Verbindung wie das, was dem Beinorganismus und dem Unterleibsorganismus zugrunde liegt. Wir können sagen: In einer gewissen Beziehung wirkt das, was den unteren Gliedmaßen als Tätigkeiten entspricht, sehr stark auf den unbewußten Menschen; auf den halbbewußten Menschen wirkt aber ungeheuer stark das, was den Armen und Händen entspricht. Und es ist schon so: Jemand, der ganz ungeschickte Hände hat, der also zum Beispiel gar nicht mit den Fingern geschickte Bewegungen ausführen kann, der wird auch kein sehr feinsinniger Denker sein. Er wird in einer gewissen Weise mehr nach groben Gedankenmaschen suchen als nach feinen Gedankengliedern. Er wird, wenn er grobklotzige Hände hat, viel eher sich für den Materialismus eignen, als wenn er geschickte Handbewegungen hat. Das hat nichts zu tun mit der abstrakten Weltanschauung, sondern es hat zu tun mit dem wirklichen Hinneigen zu einer spirituellen Weltanschauung, die immer den Anspruch erhebt, daß man sie in feinmaschigen Gedanken erfaßt.

[ 9 ] And let us now consider the other fact—the fact that the arms, in their connection with the upper part of the middle human being, awaken in a certain way, I would say, within the human being itself, so that arm movement becomes, at least in a dreamlike sense, something that we feel has more of a connection to human consciousness than leg movement does. The person with elemental perception will therefore very often, quite naturally, make use of their arms to some extent when it comes to speech, which, after all, has a great deal to do with the middle human being. Supporting speech with the arms will come naturally to us. But I do not believe there are very many speakers who simultaneously support their speech with leg gestures, nor many listeners who would take pleasure in these leg gestures. So you need only to sense this human need in the right way, and then you will perceive the connection that truly exists between the arms and hands—which, after all, belong to the limb-human—this higher part of the limb-human and the middle human, the rhythmic human, whose soul counterpart is the emotional aspect of the human being. Preferably, we try to support speech—which very easily becomes abstract—through arm and hand gestures. We seek to bring the emotional aspect into speech through this support. In some circles today—I won’t say which ones—it is considered a sign of a serene nature to support one’s speech with as few gestures as possible. One could also, if one considers the matter from a different perspective, say: Well, if someone, in order to avoid supporting speech with gestures, gets into the habit of always keeping their hands in their pants pockets while speaking, then they are perhaps not merely serene, but perhaps also somewhat blasé. And that is the other side of the matter. I do not wish to advocate for either view at this moment, but you can see at the same time that the entire nature of the arms—in addition to belonging to the metabolic-limb human—also points to the middle human, the circulatory human. This, in turn, was sensed by establishing a certain connection between speech and arm movement, collectively, and Mars. Mars, after all, is not as intimately connected to the Earth as the Moon is, and that which underlies the speech organism and the arm organism is also not as intimately connected to the earthly human being as that which underlies the leg organism and the abdominal organism. We can say: In a certain sense, what corresponds to the activities of the lower limbs has a very strong effect on the unconscious human being; but what corresponds to the arms and hands has an immensely strong effect on the semi-conscious human being. And it is indeed the case that someone who has very clumsy hands—who, for example, cannot perform dexterous movements with their fingers at all—will not be a very subtle thinker either. In a certain sense, they will seek out coarse patterns of thought rather than fine threads of thought. If they have clumsy, rough hands, they will be much more suited to materialism than if they have dexterous hand movements. This has nothing to do with an abstract worldview, but rather with a genuine inclination toward a spiritual worldview, which always demands that it be grasped through finely woven thoughts.

[ 10 ] All diese Dinge werden von einer umfassenden Pädagogik durchaus ins Auge gefaßt. Sie würden wahrscheinlich Ihre Freude haben, wenn Sie, in unsere Waldorfschule eintretend, gerade in das Zimmer kommen, wo so nach 10 Uhr vormittags der Handarbeitsunterricht gegeben wird von unserer Freundin, Frau Mo/r, mit einigen andern Damen zusammen, und Sie sehen würden, wie da unmittelbar nebeneinander die strickenden Knaben, die häkelnden Knaben sitzen, wie sie fleißig und hingebungsvoll stricken und häkeln, geradeso wie die Mädchen. Das alles sind Dinge, die durchaus aus dem Ganzen dieses Waldorfschulgeistes herauskommen, denn da handelt es sich wirklich nicht darum, daß man in einigen abstrakten programmatischen Sätzen dies oder jenes schreibt, sondern daß man das ernst nimmt, daß der ganze Unterricht von Menschenerkenntnis ausgehen soll; daß man wissen soll als Lehrer, was es für eine Bedeutung hat, wenn ich geschickt die Finger zu bewegen verstehe — wenn ich unter Umständen sogar ordentlich den Mittelfinger über den Zeigefinger zu geben vermag, so wie einen Merkurstab, oder wenn ich das durchaus nicht zu machen vermag —, was das für einen großen Unterschied macht für das Denken. Unsere Fingerbewegungen sind in hohem Maße Lehrer der Elastizität unseres Denkens. Diese Dinge können aber nun auch erkennend weiter verfolgt werden. Sie werden verhältnismäßig leicht sich die Fertigkeit aneignen, den mittleten Finger über den Zeigefinger elastisch drüberzulegen, so daß Sie eine Schlange um den Merkurstab zuwege bringen, aber Sie werden das mit der mittleren Zehe gegenüber der zweiten Zehe weniger leicht zustande bringen. Daraus sehen Sie den Unterschied der ganzen Organisation. Es ist sehr wichtig, das ins Auge zu fassen, denn die Fußkonstruktion hängt innig zusammen mit unserer ganzen menschlichen Erdennatur. Durch unsere Handorganiisation erheben wir uns über die Erdennatur. Wir erheben uns zum Außerirdischen. Dieses Sich-Erheben zum Außerirdischen im Menschen, das fühlte die alte Weisheit, indem sie sagte: Der untere Mensch ist dem Mond zugeteilt; der sich über die Erdennatur erhebende Mensch ist dem Mars zugeteilt. — So fühlte diese uralte Weisheit in dem ganzen Weltenall drinnen die Organisation, wie wir im Menschen die Organisation fühlen. Aber der Materialismus hat es ja eben gerade dazu gebracht, nichts mehr vom Menschen zu verstehen. Das ist — ich muß es immer wieder betonen — die Tragik des Materialismus, daß er seine Blicke auf die Materie hinrichtet, aber von der Materie nichts mehr versteht, sondern gerade den Zusammenhang mit dem materiellen Dasein verliert. Daher kann dieser Materialismus auch sozial nur Unheil anrichten. Denn gerade die sozialistischen Materialisten, die Marxisten, sind gegenüber der Wirklichkeit eben Schwätzer. Das haben sie gelernt von den Bürgerlichen, die das materialistische Geschwätz seit Jahrhunderten treiben, es aber nicht auf die soziale Institution angewendet haben und in Halbheiten steckengeblieben sind. Eine spirituelle Weltanschauung wird uns gerade wiederum die Natur des Menschen enthüllen, dann aber so, daß sie uns nun nicht etwa ein abstraktes SeelischGeistiges enthüllt, sondern ein konkretes Seelisch-Geistiges, das in alle einzelnen Glieder der menschlichen Organisation hineinzuarbeiten vermag.

[ 10 ] All of these things are certainly taken into account by a comprehensive educational approach. You would probably be delighted if, upon entering our Waldorf school, you happened to walk into the room where, shortly after 10 a.m., our friend, Mrs. Mo/r, along with several other ladies, is teaching the handicrafts class, and you were to see the boys knitting and the boys crocheting sitting right next to one another, working diligently and devotedly, just like the girls. All of these things stem directly from the very essence of the Waldorf school spirit, for it is truly not a matter of writing this or that in a few abstract programmatic sentences, but rather of taking seriously the fact that all teaching should be based on an understanding of the human being; that as a teacher, one should know what significance it holds if I know how to move my fingers skillfully—if, under certain circumstances, I am even able to neatly place my middle finger over my index finger, like a caduceus, or if I am absolutely unable to do so—and what a huge difference that makes for thinking. Our finger movements are, to a great extent, teachers of the flexibility of our thinking. But these things can also be explored further through insight. You will acquire the skill relatively easily of flexibly placing the middle finger over the index finger, so that you can form a snake around the Mercury staff, but you will find it less easy to do this with the middle toe in relation to the second toe. From this you can see the difference in the entire organization. It is very important to bear this in mind, for the structure of the foot is intimately connected with our entire human, earthly nature. Through the organization of our hands, we rise above our earthly nature. We rise to become extraterrestrial beings. This rising to become extraterrestrial within the human being was sensed by ancient wisdom, which said: The lower human is assigned to the Moon; the human who rises above earthly nature is assigned to Mars. — Thus, this ancient wisdom sensed the organization within the entire universe just as we sense the organization within the human being. But materialism has, in fact, led precisely to a situation where it no longer understands anything about the human being. This is—I must emphasize it again and again—the tragedy of materialism: that it directs its gaze toward matter but no longer understands anything about matter, and instead loses precisely its connection to material existence. Consequently, this materialism can only wreak havoc socially as well. For it is precisely the socialist materialists, the Marxists, who are mere windbags when it comes to reality. They have learned this from the bourgeoisie, who have been spouting materialistic drivel for centuries but have failed to apply it to social institutions and have remained stuck in half-measures. A spiritual worldview, on the other hand, will reveal to us the nature of the human being—not by revealing some abstract spiritual-psychic realm, but rather a concrete spiritual-psychic realm capable of working its way into every single part of the human organism.

[ 11 ] Nun kann man ja allerdings in diesen Dingen nicht fortschreiten, ohne daß man auch immer zu der anderen Seite des Lebens seine Zuflucht nimmt. Denn diese Entwickelung, welche — ich habe das schon gestern gesagt — unser Organismus zeigt, ist ja insofern eine zwiespältige, als alles, was zum oberen Menschen gehört, eine Metamorphose ist des unteren Menschen aus dem vorhergehenden Erdenleben. Da ist einmal ein Zeitpunkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, wo eine vollständige Umstülpung stattfindet, wo das Innere nach außen gekehrt wird, wo aus dem, was sich in unserem unteren Menschen als der Zusammenhang darstellt zwischen der Leber- und Milzorganisation, wo sich das umgestaltet in seiner ganzen Kraftstruktur zu demjenigen, was in uns ist als Gehörorganisation, wenn wir wiedergeboren werden. Der ganze untere Mensch erscheint umgestaltet. Wir tragen heute im unteren Menschen einen gewissen Zusammenhang von Milz und Leber. Die schlüpfen gewissermaßen ineinander. Was heute Milz ist, schlüpft durch die Leber hindurch, gelangt in gewisser Beziehung auf die andere Seite und erscheint wiederum in der Gehörorganisation. Und so die anderen Organe. Sehen Sie, die Leute reden heute davon, daß Beweise gefunden werden sollten für die wiederholten Erdenleben. Ja, man muß sich doch erst die Methode verschaffen, durch welche diese Beweise gefunden werden können. Wer in der richtigen Weise das menschliche Haupt zu betrachten vermag, wer einen Sinn hat für die Beobachtung des menschlichen Hauptes, der kommt schon dazu, diese Umwandelung des unteren Menschen in das menschliche Haupt zu verstehen; aber er kann es nicht verstehen, ohne daß er das Zwischenstadium des Erlebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt einbezieht.

[ 11 ] Of course, one cannot make progress in these matters without also constantly turning to the other side of life for refuge. For this development—as I already said yesterday—that our organism exhibits is, in a sense, ambivalent, in that everything belonging to the higher human being is a metamorphosis of the lower human being from the previous earthly life. There is a moment between death and a new birth when a complete reversal takes place, when the inner is turned outward, when what appears in our lower human being as the connection between the liver and spleen systems is transformed in its entire structural power into what exists within us as the auditory system when we are reborn. The entire lower self appears transformed. Today, we carry within our lower self a certain connection between the spleen and the liver. They slip, so to speak, into one another. What is today the spleen slips through the liver, reaches, in a certain sense, the other side, and reappears in the auditory system. And so it is with the other organs. You see, people today talk about the need to find evidence for repeated earthly lives. Yes, but one must first acquire the method by which this evidence can be found. Anyone who is able to observe the human head in the right way, anyone who has a sense for observing the human head, will come to understand this transformation of the lower human being into the human head; but they cannot understand it without taking into account the intermediate stage of experience between death and a new birth.

[ 12 ] Sehen Sie, in dieser Beziehung erlebt man sehr merkwürdige Dinge. Vielleicht wird es Sie ein wenig in Erstaunen setzen, wenn ich folgendes sage. Ein Künstler, der bekannt geworden ist mit unserer Anschauung, der sagte: Ja, das ist alles sehr schön, was die Anthroposophie sagt, aber sie gibt doch keine Beweise. Da hat zum Beispiel de Rochas Beweise gegeben, denn der hat gezeigt, wie in gewissen Hypnosezuständen und dergleichen Reminiszenzen an frühere Erdenleben auftreten können beim Menschen. — Ich muß sagen, gerade bei einem Künstler war es mir höchst merkwürdig, daß er so etwas sagt, denn ich möchte ihm sagen: Sich einmal, das ist geradeso, als wenn ich zu dir sagen wollte: Ja, lieber Freund, deine Bilder sagen mir gar nichts, zeige mir doch erst die Originale dieser Bilder, dann werde ich glauben, daß diese Bilder gut sind — oder so etwas. Es wäre Unsinn, nicht wahr? Aber sobald er über sein eigenes Gebiet hinausgeht, hat er keinen Sinn dafür, daß man aus dem, was vorliegt, aus der wirklichen Gestalt des menschlichen Hauptes, auf das kommt, was in diesem menschlichen Haupte ausgedrückt ist. Das Bild muß durch sich selbst sprechen, nicht durch den bloßen Vergleich mit dem Original. Das menschliche Haupt spricht für sich selbst. Es spricht die Wahrheit aus, es ist umgestalteter unterer Mensch und weist uns zurück auf das frühere Erdenleben. Aber man muß sich erst die Möglichkeit verschaffen, dasjenige, was da ist, in der richtigen Weise zu verstehen.

[ 12 ] You see, in this regard, one experiences some very strange things. Perhaps you will be a little surprised when I say the following. An artist who has become well-known for his views on our philosophy said: “Yes, everything that anthroposophy says is very nice, but it doesn’t provide any proof.” But de Rochas, for example, has provided evidence, for he has shown how, in certain states of hypnosis and the like, recollections of past earthly lives can arise in human beings. — I must say, coming from an artist in particular, I found it highly peculiar that he would say such a thing, for I’d like to tell him: Just imagine, it’s exactly as if I were to say to you: ‘Yes, my dear friend, your paintings mean nothing to me; show me the originals of these paintings first, and then I’ll believe that these paintings are good’—or something like that. That would be nonsense, wouldn’t it? But as soon as he steps outside his own field, he fails to grasp that one can deduce, from what is before us—from the actual form of the human head—what is expressed within that human head. The picture must speak for itself, not through mere comparison with the original. The human head speaks for itself. It speaks the truth; it is the transformed lower human being and points us back to our former earthly life. But one must first create the possibility of understanding what is there in the right way.

[ 13 ] So wird man hingewiesen darauf, daß dasjenige, was physisch vorhanden ist, unmittelbar ein Ausdruck für das Geistige ist. Man kann den physischen Menschen, der vor uns steht, so verstehen, daß er ein Ausdruck des Geistigen ist, das durchlebt wird zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Die physische Welt ist aus sich selbst zu erklären, und sie bringt die geistige Welt mit in dieser Erklärung. Aber das muß man erst haben, daß man sich sagt: Die Naturerscheinungen sind nur eine Halbheit, wenn wir sie als bloße Sinneserscheinungen haben. Das muß man erst haben, dann kann man den Übergang finden dazu, daß das Ereignis, das der Erde eigentlich erst den rechten Sinn gibt, das Ereignis von Golgatha, auf der einen Seite ein rein geistiges Ereignis ist, aber zu gleicher Zeit in das physische Leben eingreift. Wenn man nicht vorbereitet ist, die Beziehungen vom Geistigen zum Physischen in der richtigen Weise zu sehen, so wird man niemals imstande sein zu begreifen, daß das Ereignis von Golgatha ein geistiges Ereignis ist und zu gleicher Zeit ein Ereignis des physischen Planes. Indem 869 auf dem achten allgemeinen Konzil der Geist abgeschafft worden ist, ist zu gleicher Zeit die Unmöglichkeit inauguriert worden, das Ereignis von Golgatha zu begreifen. Das ist das Interessante, daß die abendländischen Bekenntnisse zwar vom Christentum ausgegangen sind, daß sie aber merkwürdigerweise Sorge getragen haben, daß das Wesen des Christentums nicht innerhalb dieser Bekenntnisse begriffen werden kann. Das Wesen dieses Christentums muß vom Geiste aus erfaßt werden. Und die abendländischen Bekenntnisse haben sich gegen den Geist gewehrt, und einer der Hauptgründe, warum Anthroposophie auch von katholischer Seite verpönt wird, ist der, daß hier wiederum von dem Irrtümlichen, der Mensch bestehe aus Leib und Seele, zurückgegangen wird auf das Wahre: der Mensch besteht aus Leib, Seele und Geist. Das weist eben hin auf das Interesse, welches auf jener Seite ist, die Menschen nur ja nicht zur Erkenntnis des Geistes kommen zu lassen und nur ja nicht darauf kommen zu lassen, was das Ereignis von Golgatha eigentlich ist. Und so ist denn auch zunächst diese ganze Erkenntnis, von der Sie sehen, daß sie so aufklärend wirkt für das Menschenbegreifen, so ist diese ganze Erkenntnis verlorengegangen. Wie soll man daher für die heutige Menschheit eine Pädagogik aufbauen, da die heutige Menschheit den Blick für das Wesen des Menschen verloren hat?

[ 13 ] Thus, we are reminded that what exists physically is a direct expression of the spiritual. We can understand the physical human being standing before us as an expression of the spiritual realm that is lived through between death and a new birth. The physical world can be explained in and of itself, and it incorporates the spiritual world into this explanation. But one must first come to realize that natural phenomena are only half the story if we regard them as mere sensory phenomena. One must first come to this realization; only then can one find the transition to the understanding that the event which actually gives the Earth its true meaning—the event of Golgotha—is, on the one hand, a purely spiritual event, yet at the same time intervenes in physical life. If one is not prepared to see the relationships between the spiritual and the physical in the right way, one will never be able to comprehend that the event of Golgotha is a spiritual event and, at the same time, an event of the physical plane. When the Spirit was abolished at the Eighth Ecumenical Council in 869, the impossibility of comprehending the event of Golgotha was simultaneously inaugurated. What is interesting is that, although the Western creeds originated from Christianity, they have, strangely enough, ensured that the essence of Christianity cannot be grasped within these creeds. The essence of this Christianity must be grasped through the Spirit. And the Western creeds have resisted the Spirit; one of the main reasons why anthroposophy is frowned upon even by the Catholic side is that it moves away from the erroneous view that human beings consist of body and soul, and returns to the truth: human beings consist of body, soul, and Spirit. This points precisely to the interest on that side in ensuring that people under no circumstances come to a knowledge of the spirit and under no circumstances come to understand what the event of Golgotha actually is. And so, for the time being, this entire body of knowledge—which, as you can see, has such an enlightening effect on our understanding of the human being—has been lost. How, then, are we to develop a pedagogy for humanity today, given that humanity today has lost sight of the essence of the human being?

[ 14 ] Pädagoge sein, heißt, jenes großartige Rätsel lösen, welches uns das Kind aufgibt, das nach und nach herausbringt, was veranlagt worden ist zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Aber die Bekenntnisse haben ja zunächst nur gerechnet mit dem post-mortemLeben, mit dem nachtodlichen Leben, um dem menschlichen Egoismus zu frönen, während sie nicht damit gerechnet haben, das menschliche Leben hier auf der Erde als eine Fortsetzung des Himmelslebens zu betrachten. An den Menschen die Anforderung zu stellen, sich würdig desjenigen zu erweisen, was an ihn als Anfordetung ergangen ist, bevor er durch die Geburt in dieses Erdenleben eingetreten ist, das erfordert eine gewisse Selbstlosigkeit der Anschauung, während die Bekenntnisse bisher zumeist mit dem Egoismus der Anschauung gerechnet haben. Hier gewinnt dasjenige, was den Bekenntnissen eigen ist, ich möchte sagen, in gewissem Sinne eine moralische Färbung. Hier mündet die rein theoretische Erkenntnis in die höhere Gesinnungsmoral und Weltanschauungsmoral ein. Und das sollte auch von den Freunden der Anthroposophie eingesehen werden, daß in gewissem Sinne eine moralische Hinneigung zur Geistigkeit die Vorbedingung ist für ein Erkennen des geistigen Wesens. In unserer heutigen schweren Zeit ist es ganz besonders notwendig, daß man auch dieser moralischen Seite des Weltanschauungswesens seine Aufmerksamkeit zuwendet. Wenn Sie hinblicken auf das, was in der äußeren Welt geschieht, so werden Sie sich schon sagen müssen: Phrase, die die Schwester der Lüge ist, und die sich bis zur Lüge gerade in unserer Zeit in so furchtbarer Weise aufbauscht, das ist dasjenige, was aus dem Materialismus doch auch für das moralische Erleben der Menschheit sich ergeben hat. Es würde immer stärker und stärker werden, wenn nicht der Menschheit aufgeholfen würde durch die Erkenntnis, die nach dem Geiste hin geht, und die verbunden sein muß mit einer Hebung des inneren moralischen Sinnes des Menschen. Wir sollten uns aneignen auch zu fühlen, wie geisteswissenschaftliche Weltanschauung zu den Aufgaben, zu der ganzen Würde des Menschen steht und sollten von diesem Erfühlen den Ausgangspunkt nehmen zu unserem Erkennen. Das ist der Menschheit in der Gegenwart nur allzusehr notwendig, und man möchte immer wieder neue Wendungen und neue Formen des Aussprechens finden, um gerade diese Seite der geisteswissenschaftlichen Aufgaben zu charakterisieren.

[ 14 ] To be an educator is to solve that magnificent riddle posed to us by the child, who gradually reveals what was instilled within them between death and a new birth. But the confessions initially reckoned only with the post-mortem life—the life after death—in order to indulge human egoism, while they did not consider human life here on earth as a continuation of heavenly life. To demand of a human being that they prove themselves worthy of what was required of them before they entered this earthly life through birth requires a certain selflessness of perspective, whereas the Confessions have, for the most part, relied on a self-centered perspective. Here, what is characteristic of the confessions takes on—I would say—in a certain sense, a moral hue. Here, purely theoretical knowledge flows into a higher moral attitude and a moral worldview. And this should also be recognized by friends of anthroposophy: that, in a certain sense, a moral inclination toward the spiritual is the prerequisite for recognizing the spiritual essence. In these difficult times of ours, it is especially necessary to turn one’s attention to this moral aspect of the worldview as well. When you look at what is happening in the outer world, you will have to admit to yourselves: empty rhetoric—which is the sister of lies—and which, especially in our time, is swelling into lies in such a terrible way—this is what materialism has brought about, even for humanity’s moral experience. It would grow ever stronger and stronger were it not for humanity being aided by knowledge that reaches toward the spirit and that must be connected with an elevation of the human being’s inner moral sense. We should also learn to feel how a spiritual-scientific worldview relates to the tasks and to the very dignity of the human being, and we should take this feeling as the starting point for our understanding. This is all too necessary for humanity at the present time, and one would like to find ever new ways and new forms of expression to characterize precisely this aspect of the tasks of spiritual science.