The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 201
1 May 1920, Dornach
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Correspondences Between the Microcosm and the Macrocosm, tr. SOL
Zehnter Vortrag
Tenth Lecture
[ 1 ] Die Welt zu verstehen, ohne den Menschen zu verstehen, ist nicht möglich. Das ist dasjenige, was Ihnen als Fazit aus den Betrachtungen, die wir hier gepflogen haben, wohl hervorgehen wird. Aus diesem Grunde möchte ich heute noch einiges beitragen gerade zum Verständnis de s Menschen als solchem. Ausgehen wollen wir dabei von der uns ja vielfach und genügend schon vor die Seele getretenen Verschiedenheit der menschlichen Hauptesorganisation und der Organisation des übrigen, namentlich des Gliedmaßenmenschen. Da möchte ich vor allen Dingen Sie noch einmal daran erinnern, daß ja die Hauptesorganisation, so wie sie uns entgegentritt in dem Leben zwischen der Geburt und dem Tode, die Folge ist all jener Bildungsvorgänge, welche sich zugetragen haben von dem letzten Tode an bis zu der irdischen Verkörperung in diesem Leben. Daraus müssen Sie aber schon schließen, daß alles dasjenige, was an die menschliche Hauptesorganisation gebunden ist, gewissermaßen in seiner Gesetzmäßigkeit nicht denjenigen Regeln und Kräften folgt, an die wir angepaßt sind als irdische Menschen. Wir sind mit derjenigen Körperorganisation, die wir erst in dieser Inkarnation erhalten, an das Erdenleben angepaßt. Wir haben ja auch schon davon gesprochen, wie wir mit dieser Organisation an das Erdenleben angepaßt sind. Wir vollenden einen Kreislauf des Nahrungsaufnehmens und Nahrungsverarbeitens in 24 Stunden. Damit sind wir mit Bezug auf diesen Kreislauf an die Bewegung der Erde in 24 Stunden angepaßt. Gewissermaßen vollzieht sich in uns ein Ähnliches, wie es sich vollzieht in den Vorgängen der Erde im Weltenall. Das Haupt aber bringen wir in seiner Organisation im wesentlichen mit durch unsere Geburt. Daher ist das Haupt zunächst nicht an die irdischen Verhältnisse angepaßt, sondern an die Verhältnisse, die eigentlich außerirdisch sind. Das Haupt ist dadurch in einer ganz besonderen Lage. Ich möchte Ihnen durch einen Vergleich klar machen, in welcher Lage das Haupt des Menschen namentlich während der ersten Lebensepoche ist.
[ 1 ] It is impossible to understand the world without understanding human beings. This is the conclusion that will likely emerge for you from the reflections we have engaged in here. For this reason, I would like to contribute a few more thoughts today specifically toward understanding human beings as such. Let us begin with the diversity of the human head organization and the organization of the rest of the body—namely, the limbs—which has already been brought to our attention many times and sufficiently. Above all, I would like to remind you once again that the organization of the head, as it appears to us in the life between birth and death, is the result of all those formative processes that have taken place from the last death up to the earthly incarnation in this life. From this, however, you must conclude that everything connected to the human head organization does not, so to speak, follow in its regularity the same rules and forces to which we, as earthly human beings, are adapted. We are adapted to earthly life through the physical organization that we have received only in this incarnation. We have, after all, already spoken of how we are adapted to earthly life through this physical constitution. We complete a cycle of food intake and digestion within 24 hours. In this respect, we are adapted to the Earth’s rotation over a 24-hour period. In a sense, a process takes place within us that is similar to the processes occurring on Earth within the universe. However, the organization of the head is essentially brought with us at birth. Therefore, the head is initially not adapted to earthly conditions, but to conditions that are, in fact, extraterrestrial. This places the head in a very special situation. I would like to use a comparison to clarify for you the situation in which the human head finds itself, particularly during the first epoch of life.
[ 2 ] Denken Sie sich einmal, Sie seien auf einem Schiff. Das Schiff macht die mannigfaltigsten Bewegungen. Diese Bewegungen gehen nach den verschiedensten Himmelsrichtungen. Wenn Sie auf dem Schiffe einen Kompaß haben, eine Magnetnadel, so folgt die Stellung der Magnetnadel nicht den Bewegungen des Schiffes, sondern weist immer nach dem magnetischen Nordpol hin. Sie schließt sich aus von einer Teilnahme an den Bewegungen des Schiffes. Man kann ja geradezu die Bewegungen des Schiffes regeln nach der konstanten Stellung der Magnetnadel. Nun aber ist es in einer gewissen Beziehung ähnlich mit dem menschlichen Haupte. Der Mensch verrichtet das Verschiedenste mit seinem übrigen Organismus hier in der physischen Welt. Das Haupt nimmt in einer gewissen Weise nicht teil an dem, was der Mensch verrichtet im irdischen Leben. Es ist immer hinorganisiert zunächst mit seinen ihm eingeborenen Kräften nach dem Außerirdischen. Das ist sehr wichtig, daß wir in der menschlichen Hauptesorganisation eigentlich etwas vorliegend haben, was nach dem Außerirdischen hin organisiert ist. Aber es ist immer trotzdem eine Wechselwirkung vorhanden zwischen der Hauptesorganisation und der Organisation des übrigen Menschen. Nur vollzieht sich diese Wechselwirkung im Laufe der Zeit, die da verfließt zwischen der Geburt und dem Tode. Unser Haupt ist zunächst so, wie wir es erhalten aus den überirdischen Welten heraus durch die Geburt in diese Welt herein, für das Vorstellungsleben organisiert. Es ist gewissermaßen ganz so gebildet, daß das Vorstellungsleben sich dieses Hauptes als seines Werkzeuges bedienen kann. Würde das Haupt sich nur auf Grundlage der Kräfte, die es mitbekommt aus den überirdischen Welten, entwickeln, so würde es sich nur als Vorstellungsorgan bilden. Dann würden wir den Zusammenhang mit der Welt durch unsere Hauptesorganisation allmählich ganz verlieren. Wir würden gewissermaßen durch das irdische Dasein mit dem Bewußtsein dahingehen, daß wir durch unser Haupt nur Vorstellungen, das heißt nur Bilder von dem irdischen Leben entwickeln. Wir würden immer mehr und mehr das Bewußtsein davon erhalten, daß wir herausragen gewissermaßen aus unserer Organisation, die mit dem Erdenwesen zusammenhängt, daß wir herausragen mit unserem Haupte aus dieser Erdenorganisation, wie wenn wir durch dieses Haupt fremde, erdenfremde Wesen wären, die nur in Bildern dasjenige entwickeln, was mit dem Erdenleben zusammenhängt.
[ 2 ] Imagine for a moment that you are on a ship. The ship moves in all sorts of ways, in every direction. If you have a compass on the ship—a magnetic needle—the position of the magnetic needle does not follow the ship’s movements, but always points toward the magnetic North Pole. It remains entirely unaffected by the ship’s movements. In fact, one can even regulate the ship’s movements based on the constant position of the magnetic needle. Now, however, the human head is similar in a certain respect. Human beings perform a wide variety of activities with the rest of their organism here in the physical world. In a certain sense, the head does not participate in what human beings do in earthly life. It is always organized, first and foremost, with its innate powers toward the non-earthly. It is very important that we actually have something in the organization of the human head that is organized toward the non-earthly. Nevertheless, there is always an interaction between the organization of the head and the organization of the rest of the human being. This interaction, however, takes place over the course of time that elapses between birth and death. Our head is initially organized for the life of imagination, just as we receive it from the supersensible worlds through birth into this world. It is, so to speak, formed entirely so that the life of imagination can make use of this head as its instrument. If the head were to develop solely on the basis of the forces it receives from the supersensible worlds, it would form itself solely as an organ of imagination. Then we would gradually lose all connection with the world through the organization of our head. We would, so to speak, go through earthly existence with the awareness that through our head we develop only ideas—that is, only images—of earthly life. We would become increasingly aware that we, in a sense, stand apart from our physical organization—which is connected to our earthly being—that we stand apart with our head from this earthly organization, as if, through this head, we were beings foreign to the earth, who develop only in images that which is connected to earthly life.
[ 3 ] Das ist nicht der Fall. Es ist aus dem Grunde nicht der Fall, weil der übrige Organismus seine Kräfte ins Haupt hineinsendet. Und wenn wir fragen nach der Qualität der Kräfte, die von Kindheit an immer mehr und mehr von dem übrigen Organismus in das Haupt hineingeleitet werden, so müssen wir, indem wir diese Kräfte seelisch charakterisieren, sie namentlich in den Willenskräften suchen. Der übrige Organismus durchtränkt fortwährend das Vorstellungsmäßige unseres Hauptes mit den Willenskräften. So daß wir schematisch etwa sagen können: Das Haupt bekommen wir als Ergebnis der vorigen Inkarnation, als Vorstellungsträger (Tafel 18, links); aber die Willenskräfte werden von der übrigen Organisation hineingesendet. Das, was ich Ihnen hier gesagt habe, spielt sich ja nicht nur im Seelenleben ab, sondern es zeigt seine Wirkungen auch im Körperleben. Wir werden, indem wir Hauptesmenschen sind, in diese irdische Welt hereingeboren als Vorstellungswesen. Die Vorstellungskräfte sind, indem wir hereingeboren werden in das irdische Leben, noch sehr mächtig. Sie strahlen vom Haupte aus auf unsern ganzen übrigen Organismus. Und diese Vorstellungskräfte sind es, welche in den ersten sieben Lebensjahren allmählich machen, daß aus unserem übrigen Organismus heraus die Kräfte wirken, die im zweiten Zahnen sich geltend machen; ganz dieselben Kräfte, die eigentlich das Vorstellungsleben bei uns konsolidieren, das ja noch nicht konsolidiert ist, bevor wir uns anschicken, die zweiten Zähne zu bekommen, ganz dieselben Kräfte sind es, die uns auch zu den Zähnen bringen. So daß, wenn wir die Zähne haben, diese Kräfte frei werden. Dann können sie sich für das Vorstellungsleben geltend machen, dann können sie die Vorstellungen formen, sie können das Gedächtnis in der entsprechenden Weise ausbilden, es können in uns die scharf konturierten Vorstellungen Platz greifen. Solange wir dieselben Kräfte brauchen, um unsere Zähne auszubilden, so lange können sie sich nicht als richtige, das Vorstellungsleben konsolidierende Kräfte geltend machen.
[ 3 ] That is not the case. It is not the case because the rest of the organism directs its forces into the head. And if we ask about the nature of the forces that, from childhood onward, are channeled more and more from the rest of the organism into the head, then—in characterizing these forces from a psychological perspective—we must look for them specifically in the forces of the will. The rest of the organism continually imbues the imaginative faculties of our head with the forces of the will. So that we can say, schematically: We receive the head as the result of our previous incarnation, as the bearer of imagination (Plate 18, left); but the forces of the will are sent into it from the rest of the organism. What I have told you here does not take place solely in the life of the soul, but also manifests its effects in physical life. As beings of the head, we are born into this earthly world as beings of imagination. When we are born into earthly life, our powers of imagination are still very powerful. They radiate from the head out to the rest of our organism. And it is these powers of imagination that, during the first seven years of life, gradually cause the forces to act from the rest of our organism—forces that manifest themselves during the second set of teeth; the very same forces that actually consolidate our imaginative life—which is not yet consolidated before we begin to grow our second set of teeth—are the very same forces that also bring about the growth of our teeth. So that once we have our teeth, these forces are set free. Then they can assert themselves in our imaginative life; then they can shape our ideas, they can develop our memory in the appropriate way, and sharply defined ideas can take root within us. As long as we need these same forces to develop our teeth, they cannot assert themselves as true forces that consolidate our imaginative life.


[ 4 ] Nun würde beginnen oder würde sich besonders zeigen müssen, wenn wir über das siebente, achte Lebensjahr hinauswachsen, wie der Wille, der wesentlich an den anderen Menschen, nicht an den Hauptesmenschen gebunden ist, ins Haupt hineinschießen würde. Das würde aber nicht ohne weiteres gehen. Denn unser Haupt, das eigentlich organisiert ist auf das Außerirdische, würde jene starken Kräfte, die von unserem Stoffwechsel aus als Willensträger in das Haupt hineinschießen wollen, nicht ohne weiteres aufnehmen können. Diese Kräfte müssen sich zuerst stauen (der untere Bogen wird gezeichnet). Diese Kräfte müssen zuerst haltmachen, bevor sie genügend filtriert, genügend verdünnt, verseelt sind, um im Haupte sich geltend machen zu können. Und diese Etappe machen diese Kräfte durch am Ende des zweiten Lebensjahrsiebents, wenn sich die Kräfte des Willens in der Kehlkopforganisation stauen, wenn sie so in dem Menschen aufschießen, daß sie sich sogar in der männlichen Organisation — in der weiblichen zeigt sich das etwas anders — in der Umwandelung der Stimme geltend machen. Das sind die Willenskräfte, die, bevor sie zum Haupte schießen, Halt machen, so daß wir sagen: am Ende unseres zweiten Lebensjahrsiebents stauen sich die Willenskräfte in unserer Sprachorganisation. Dann sind sie genügend filtriert, genügend verseelt, um nun sich in unserer Hauptesorganisation geltend machen zu können. Dann sind wir so weit, wenn wir geschlechtsreif geworden sind und auch dasjenige haben, was der Geschlechtsreife parallel geht, die Umwandelung des Sprechens, dann sind wir so weit, daß durch unser Haupt zusammenwirken können in unserem irdischen Menschen Vorstellung und Wille.
[ 4 ] Now, as we grow beyond the seventh or eighth year of life, we would begin to see—or it would become particularly evident—how the will, which is essentially bound to other human beings and not to the head, would surge into the head. But this would not happen automatically. For our head, which is actually organized for the extraterrestrial, would not be able to readily absorb those strong forces that, originating from our metabolism, seek to surge into the head as bearers of the will. These forces must first accumulate (the lower arc is drawn). These forces must first come to a halt before they are sufficiently filtered, sufficiently diluted, and imbued with soul to be able to assert themselves in the head. And these forces go through this stage at the end of the second seven-year period of life, when the forces of the will accumulate in the laryngeal organization, when they surge up within the human being in such a way that they even make themselves felt in the male organism—in the female organism this manifests somewhat differently—in the change of voice. These are the forces of will that, before they surge upward toward the head, come to a halt, so that we say: at the end of our second seven-year life cycle, the forces of will accumulate in our speech apparatus. Then they are sufficiently filtered and sufficiently imbued with soul to be able to assert themselves in our head organization. Then we are ready—once we have reached sexual maturity and also possess what goes hand in hand with sexual maturity, namely the transformation of speech—then we are ready for imagination and will to interact through our head within our earthly human being.
[ 5 ] Sehen Sie, hier haben Sie ein Beispiel, wie wir mit unserer Geisteswissenschaft konkret auf die Ereignisse hindeuten. Nehmen Sie die abstrakten Philosophien, die sich in der Neuzeit geltend gemacht haben, zum Beispiel Schopenhauers «Die Welt als Wille und Vorstellung» — im Abstrakten sind sie steckengeblieben. Schopenhauer bemüht sich, auf der einen Seite die Welt in ihrem Vorstellungscharakter, auf der anderen Seite im Willenscharakter zu charakterisieren; allein er bleibt im Abstrakten stecken, ebenso Eduard von Hartmann. Die Leute bleiben alle im Abstrakten stecken. Das Konkrete ist, daß wir einsehen, wie sich in diesem Weltensystem des menschlichen Hauptes durch diese zwei Etappen, das erste Lebensjahrsiebent und das zweite Lebensjahrsiebent, auf ganz bestimmte, differenzierte Art, Vorstellung und Wille zusammenfinden. Das Wesentliche ist, daß man hindeuten kann auf das Geistig-Seelische, wie es sich in der äußeren physischen Welt kundgibt, offenbart. Und so sehen Sie auch, wie ineinanderwirken die Kräfte des Hauptes, die nach dem Leibe hinschießen, im Leibe sich in der Zahnbildung offenbaren, und die Kräfte des Leibes, die nach dem Haupte hinschießen und sich vorbereiten, richtiger Seelenwille zu werden, indem sie zunächst bei der Sprachbildung haltmachen und dann erst nach dem Haupte hinschießen.
[ 5 ] You see, here is an example of how we use our science of the spirit to point specifically to events. Take the abstract philosophies that have gained prominence in modern times, for example Schopenhauer’s *The World as Will and Representation*—they have remained stuck in the abstract. Schopenhauer endeavors, on the one hand, to characterize the world in terms of its representational nature, and on the other hand, in terms of its volitional nature; yet he remains stuck in the abstract, as does Eduard von Hartmann. People all remain stuck in the abstract. What is concrete is that we come to understand how, within this world system of the human head, through these two stages—the first seven years of life and the second seven years of life—representation and will come together in a very specific, differentiated way. The essential point is that one can point to the spiritual-soul aspect as it manifests and reveals itself in the outer physical world. And so you can also see how the forces of the head, which extend toward the body and manifest in the body through tooth formation, interact with the forces of the body, which extend toward the head and prepare to become true soul-will by first pausing at the stage of speech development and only then extending toward the head.
[ 6 ] So muß man den Menschen verstehen in seinem Bildungsprozeß. So muß man hinschauen können auf das, was sich eigentlich mit dem Menschen vollzieht. Ich sagte, das Haupt des Menschen, es ist gar nicht auf dasjenige hinorganisiert, was im Menschen angepaßt ist an. die irdischen Verhältnisse. So wenig wie die Magnetnadel des Kompasses hinorganisiert ist auf die Bewegungen des Schiffes, sondern sich von ihnen ausschließt, so schließt sich das menschliche Haupt aus von der Anpassung an die irdischen Verhältnisse. Hier haben Sie dasjenige, was allmählich führt zum physiologischen Begreifen der Freiheit. Da haben Sie die Physiologie für das, was ich in meiner «Philosophie der Freiheit» ausgeführt habe, daß man die Freiheit nur begreifen kann, wenn man sie erfaßt in dem sinnlichkeitsfreien Denken, das heißt in den Prozessen, die sich abspielen im Menschen, wenn er dutch seinen Willen das reine Denken dirigiert und nach bestimmten Richtungen hin orientiert.
[ 6 ] This is how one must understand human beings in their process of development. This is how one must be able to observe what is actually taking place within a human being. I said that the human head is not at all organized toward that which in human beings is adapted to earthly conditions. Just as the compass needle is not organized to respond to the movements of the ship—but rather excludes itself from them—so too does the human head exclude itself from adaptation to earthly conditions. Here you have what gradually leads to a physiological understanding of freedom. Here you have the physiological basis for what I expounded in my *Philosophy of Freedom*: that freedom can only be understood when it is grasped through thinking free from the senses—that is, in the processes that take place within a human being when he directs pure thinking through his will and orients it in specific directions.
[ 7 ] Sie sehen, wie man allmählich dazu kommen kann, die Wechselbeziehung des Geistig-Seelischen und des Physisch-Leiblichen wirklich zu studieren, und wie so etwas wie der sprachbildende Prozeß eigentlich nur verstanden werden kann, wenn man ihn auffaßt als das Ergebnis dieser zwei Quellen, von denen aus das Menschenwesen gespeist wird, jener Quellen, welche liegen im Hauptesmenschen auf der einen Seite und im Gliedmaßenmenschen auf der anderen Seite.
[ 7 ] You can see how one can gradually come to truly study the interrelationship between the spiritual-soul and the physical-bodily, and how something like the process of language formation can actually only be understood if one conceives of it as the result of these two sources from which the human being is nourished—those sources that lie in the “head-human” on the one hand and in the “limb-human” on the other.
[ 8 ] Und jetzt werden Sie auch noch tiefer einsehen, wie unmöglich es ist davon zu sprechen, daß vom Gehirn aus irgendwelche Willensvermittelungen durch motorische Nerven gehen. Das Gehirn bekommt ja erst seine vollen Willensmächte von der übrigen Organisation aus. Natürlich dürfen Sie sich die Sache nicht schematisch vorstellen, denn der Prozeß, der sich dann insbesondere in dem Sprachbildungsprozesse als in seiner Stauung zeigt, der bereitet sich natürlich früher vor; es ist etwas, was durch das ganze Leben geht, was sich nur an seinen allercharakteristischsten Merkmalen in den besonderen Übergangszeiten zeigt. So müssen wir uns klar werden darüber, wie der Mensch in der Tat angepaßt ist sowohl dem irdischen Leben wie einem außerirdischen Leben.
[ 8 ] And now you will gain an even deeper understanding of how impossible it is to speak of any volitional impulses being transmitted from the brain via motor nerves. After all, the brain only derives its full powers of will from the rest of the organism. Of course, you must not imagine this in schematic terms, for the process—which manifests itself particularly in the formation of speech as a kind of accumulation—naturally begins much earlier; it is something that runs through one’s entire life, revealing itself only in its most characteristic features during specific transitional periods. Thus, we must gain a clear understanding of how human beings are in fact adapted to both earthly life and extraterrestrial life.
[ 9 ] Dem irdischen Leben ist er so angepaßt, daß er gewisse Prozesse, die das Tier zu Ende führt, daß er diese nicht zu Ende führt in seiner rein natürlichen Organisation. Das Tier wird gewissermaßen für alle seine Funktionen fertig geboren. Der Mensch muß diese Funktionen selber erst durch seine Erziehung und so weiter geleitet erhalten. Das, was da im Menschen vorgeht, ist im Grunde genommen nur ein äußerer Ausdruck für etwas, was auch organisch im Menschen vor sich geht. Wenn man den Stoffwechsel des Tieres richtig geisteswissenschaftlich studiert, so sieht man, daß dieser Stoffwechsel des Tieres weiter getrieben ist als der Stoffwechsel des Menschen. Der Stoffwechsel des Menschen muß ja auf einer früheren Etappe aufgehalten werden als der Stoffwechsel des Tieres. Dasjenige, was im Tiere, wenn ich es schematisch aufzeichnen soll (Tafel 19, links oben, der starke horizontale Strich mit dem kugeligen Ende), bis zu einer gewissen Stufe getrieben wird, das muß beim Menschen auf einer früheren Stufe stehenbleiben. Der Mensch darf, wenn ich mich trivial ausdrücken soll, nicht soweit verdauen wie das Tier. Der Mensch muß früher stehenbleiben im Verdauungsprozesse als das Tier. Dadurch erhält er, durch die stehengebliebene Verdauung, diejenigen Kräfte, die nun die physischen Träger werden für dasjenige, was er durch den Willen hinaufschickt in das Haupt.
[ 9 ] He is so adapted to earthly life that certain processes which the animal carries through to completion, he does not carry through to completion in his purely natural constitution. The animal is, so to speak, born ready for all its functions. Human beings must first acquire these functions through their upbringing and so on. What takes place in human beings is, in essence, merely an outward expression of something that also occurs organically within them. If one studies the animal’s metabolism correctly from a spiritual-scientific perspective, one sees that this metabolism is more advanced than that of human beings. Human metabolism must, after all, be halted at an earlier stage than that of the animal. What in the animal—if I were to depict it schematically (Plate 19, top left, the thick horizontal line with the rounded end)—is carried forward to a certain level must come to a halt at an earlier stage in humans. To put it simply, humans must not digest as far as animals do. Humans must stop the digestive process earlier than animals do. Through this halted digestion, they receive the forces that then become the physical vehicles for what they send up into the head through the will.


[ 10 ] Sie sehen, kompliziert ist diese Menschennatur. Und wenn wir uns der Unbequemlichkeit nicht hingeben wollen, die Komplikationen dieser Menschennatur wirklich zu studieren, so bekommen wir eine Naturwissenschaft des Menschen heraus, wie wir sie eben heute in der äußeren Wissenschaft haben. Wir bekommen nicht dasjenige heraus, was das Wesen des Menschen wirklich findet. Dieses Wesen des Menschen wird nur enthüllt werden können, wenn Geisteswissenschaft die Naturwissenschaft wird durchleuchten dürfen. Wenn das aber so im Menschen ist, wie ich Ihnen jetzt gesagt habe, wenn jenes Verhältnis besteht zwischen dem Menschen und der außermenschlichen Welt, auf das wir in diesen Betrachtungen hingedeutet haben, dann werden Sie auch einsehen, daß diese außermenschliche Welt für den Menschen nur da sein kann, wenn sie mit ihm, mit seiner Organisation gewisse Ähnlichkeit hat. Mit anderen Worten: Wir sind als Gliedmaßenmensch angepaßt an die irdischen Verhältnisse; wir heben uns, wie der Schiffskompaß auf dem Schiff, durch unsere Hauptesorganisation aus den irdischen Verhältnissen heraus. So etwas muß auch stattfinden in der außermenschlichen Welt. Da muß auch zum Beispiel in den Planetenbewegungen etwas da sein, was der Anpassung der menschlichen Gliedmaßennatur an das Irdische entspricht. Und etwas muß sich herausheben, etwas muß nicht dazugehören.
[ 10 ] You see, human nature is complicated. And if we are unwilling to endure the inconvenience of truly studying the complexities of human nature, we end up with a natural science of the human being such as we have today in conventional science. We do not arrive at what truly constitutes the essence of the human being. This essence of the human being can only be revealed if spiritual science is allowed to shed light on natural science. But if this is how it is within the human being, as I have just told you—if that relationship exists between the human being and the non-human world to which we have alluded in these reflections—then you will also realize that this non-human world can only exist for the human being if it bears a certain resemblance to him and to his organization. In other words: As beings with limbs, we are adapted to earthly conditions; just as a ship’s compass rises above the ship, we rise above earthly conditions through the organization of our heads. Something similar must also take place in the non-human world. For example, there must also be something in the movements of the planets that corresponds to the adaptation of human limb-based nature to earthly conditions. And something must stand out; something must not belong to it.
[ 11 ] Die heutige Naturwissenschaft, wie betrachtet sie denn den Menschen? Sie betrachtet ihn so, wie wenn er keinen Kopf hätte. Selbstverständlich studiert sie auch den Kopf; aber wie studiert sie den Kopf? Als ob er eben nur eine Art Anhängsel an die übrige Organisation wäre. Alles, was die Naturwissenschaft aufbringt, um den Menschen zu begreifen, ist nämlich nur dazu geeignet, das Außerkopfliche des Menschen zu verstehen, nicht aber das menschliche Haupt. Das muß aus der geistigen Welt heraus verstanden werden.
[ 11 ] How does modern science view human beings? It views them as if they had no head. Of course, it also studies the head; but how does it study the head? As if it were merely a kind of appendage to the rest of the body. Everything that modern science brings to bear in order to understand human beings is, in fact, only suited to understanding the non-mental aspects of human beings, but not the human head itself. That must be understood from within the spiritual world.
[ 12 ] Ich hätte ja auch folgenden Vergleich gebrauchen können. Ich hätte auch sagen können — und ich habe schon in diesen Tagen darauf hingewiesen —, das menschliche Haupt sitzt auf dem übrigen Organismus, wie Sie in einem Eisenbahnzug drinnen. Für sich nehmen Sie nicht teil an den Bewegungen des Eisenbahnzuges. Sie halten sich in Ruhe, lassen sich von dem Eisenbahnzug bewegen. So ist der menschliche Kopf der Bequemling. Er betrachtet den übrigen Organismus, der sich an die Außenwelt anpaßt, wie seine Kutsche. Er läßt sich von ihm tragen. Er selbst ist hinorganisiert auf eine ganz andere Welt. So aber muß es auch in der Außenwelt sein. Wenn wir also eine Naturgeschichte des Menschen bilden, wie wir sie heute haben, so redet diese Naturgeschichte des Menschen eigentlich nur von dem außerkopflichen Menschen. Daher begreift sie die wirkliche Wesenheit des Menschen nicht. Aber wenn wir eine Astronomie bilden auf Grund derselben Prinzipien, dann entspricht diese Astronomie auch nicht der ganzen außermenschlichen Welt, sondern nur einem gewissen Teile; den anderen Teil, der sich entzieht diesem Prinzip, den betrachtet man dabei nicht. Das war ja insbesondere die Force der Naturwissenschaft seit den letzten drei bis vier Jahrhunderten, daß sie Bewegungen des Weltenalls ausgebildet hat, die von einem gewissen Inhalte dieses Weltenalls absehen, so wie die übrige Naturwissenschaft absieht von dem menschlichen Kopfe. Daher bekommt diese Astronomie Bewegungsformen heraus wie diese: Die Erde dreht sich in einer Ellipse um die Sonne und dergleichen —, die gerade so richtig sind für die Welt, wie die Naturwissenschaft heute richtig ist für die ganze Wesenheit des Menschen. Sie entsprechen nicht dem, was nun Wirklichkeit der Welt ist. Deshalb mußten wir so vielfach darauf hinweisen, daß auch die kopernikanische Anschauung geisteswissenschaftlich befruchtet werden müsse. Viele von den heutigen Mystikern, Anthroposophen und so weiter predigen heute ja hinlänglich: Die Welt der Sinne, die wir um uns herum haben, ist Maja. Aber sie ziehen durchaus nicht die letzten Konsequenzen, sonst müßten sie sagen: Auch die Welt des kopernikanischen Systems, diese Bewegung der Erde um die Sonne und so weiter, ist in Wahrheit eine Maja, eine Illusion, und sie muß korrigiert werden. Sie muß so angesehen werden, daß wir uns bewußt werden: Hinein stellt sich etwas, was ebensowenig auf Grundlage derjenigen Voraussetzungen erkannt werden kann, die Kopernikus, Galilei oder auch Kepler anwendeten, wie die Gesamtwesenheit des Menschen aus den heutigen naturwissenschaftlichen Prinzipien heraus verstanden werden kann.
[ 12 ] I could also have used the following analogy. I could also have said—and I have already pointed this out in recent days—that the human head sits atop the rest of the organism, just as you sit inside a train. On its own, it does not participate in the train’s movements. It remains at rest, allowing the train to move it. Thus, the human head is the lazy one. It regards the rest of the organism, which adapts to the outside world, as its carriage. It lets itself be carried by it. The head itself is organized for an entirely different world. But it must be the same in the external world as well. So when we construct a natural history of humankind, as we have today, this natural history of humankind actually speaks only of the human being outside the head. Therefore, it does not grasp the true essence of humankind. But if we construct an astronomy based on the same principles, then this astronomy also does not correspond to the entire non-human world, but only to a certain part; the other part, which eludes this principle, is not considered in the process. This has indeed been the particular strength of natural science over the last three to four centuries: that it has developed models of the movements of the universe that disregard a certain aspect of that universe, just as the rest of natural science disregards the human mind. Consequently, this astronomy arrives at forms of motion such as these: The Earth revolves in an ellipse around the Sun and the like—which are just as accurate for the world as natural science is today for the entire being of the human being. They do not correspond to what is now the reality of the world. That is why we have had to point out so often that even the Copernican view must be enriched by spiritual science. Many of today’s mystics, anthroposophists, and so on preach ad nauseam: The sensory world around us is Maya. But they by no means draw the ultimate conclusions; otherwise, they would have to say: Even the world of the Copernican system—this movement of the Earth around the Sun and so on—is in truth a Maya, an illusion, and it must be corrected. It must be viewed in such a way that we become aware: there is something at work here that can no more be understood on the basis of the premises applied by Copernicus, Galileo, or even Kepler than the total being of the human being can be understood through today’s scientific principles.
[ 13 ] Nun sehen Sie, indem wir solch ein Thema anschlagen, müssen wir zu gleicher Zeit hinweisen auf etwas, was eben mit der Menschheitsentwickelung vor sich gegangen ist. Wenn wir uns daran erinnern, was wir oftmals gesagt haben, daß es in alten Zeiten eine Art Urweisheit gegeben hat, etwas, was die Menschen gewußt haben, zwar traumhaft atavistisch, was aber eben doch in seinem Inhalte weit hinausging über das, was wir uns heute wieder erobert haben wenn wir an all das uns erinnern, so wird es uns nicht schwer werden, auch dessen wirklich zu gedenken, daß das Bild der Welt, das in alten Zeiten vorhanden war, doch ein ganz anderes war als das Weltbild, das uns heute vorliegen kann. Was war denn eigentlich als Weltbild bei unseren Vorfahren — das heißt bei uns selbst in unseren früheren Erdenleben — vorhanden? Viel mehr als heute war als Weltbild vorhanden dasjenige, was man hereinbrachte durch die Geburt ins physische Dasein. Heute ist höchstens noch bei Kindern, wenn wir verstehen, sie in der richtigen Weise zu examinieren, etwas wie ein Bild der Welt vorhanden, in der der Mensch gelebt hat, bevor er ins physische Dasein herunterstieg. Aber im späteren Leben, und zwar sehr früh, verschwindet dieses Weltenbild. Bei der früheren Menschheit war dieses Weltenbild vorhanden. Und was in früheren Geistesentwickelungsepochen bei der Menschheit vorhanden war als astronomisches Bild, als Beschreibung von Sonnensystem oder Planetensystem und seines Zusammenhanges mit dem Menschen, das war etwas, was der Mensch unmittelbar in sich, wenn auch traumhaft, erlebte. Gewiß, wir sehen heute mit einem gewissen Hochmut auf diese Vorfahrenzeiten der Menschheit herunter. Aber diese Vorfahrenzeiten der Menschheit waren so, daß man wirklich gewußt hat, irgend etwas hängt in uns zusammen mit Mars, mit Merkur und so weiter. Das war etwas, was innerlicher Bewußtseinsbestandteil der menschlichen Wesenheit war. Das war dasjenige, was dem Menschen aufging, indem er sich heranentwickelte. Der Mensch der Urzeit sah nicht bloß das äußerliche Sternbild. Er spürte in sich ein innerliches Sternbild, ein innerliches Weltensystem. Er spürte nicht nur das Weltensystem draußen, sondern auch in seinem Haupte, das wir heute als den Träger des, ich möchte sagen, undifferenzierten Vorstellungslebens haben. Da drinnen schien die Sonne, da drinnen kreisten die Planeten. Der Mensch trug in seinem Haupte dieses Weltenbild. (Tafel 18, rechts). Und was er da in seinem Haupte trug, das hatte Kräfte in sich, die auf die übrige Organisation wirkten, die wiederum dasjenige, was man nur nach der Geburt oder respektive nach der Konzeption aus den Erdenkräften erhält, beeinflußten; so daß auch das eben beeinflußt wurde von der Hauptesorganisation, so daß auch gewissermaßen der übrige Mensch mitgenommen wurde in der Anpassung an die planetarischen Kräfte. Und da zeigt sich Ihnen: der Mensch wird in diese Welt hereingeboren. Als Erbschaft, wollen wir zunächst einmal sagen, bekommt er die Tendenz mit, seine ersten Zähne, die Milchzähne zu bekommen. Sie vollenden ihr Entstehen im Jahreskreislaufe ungefähr. Siebenmal länger brauchen die zweiten Zähne, diejenigen, die schon von der menschlichen Organisation selbst hervorgebracht werden. Das ist etwas, was uns im tiefsten Sinne hinweist darauf, wie ein gewisser Rhythmus, den wir mitbringen durch die Geburt, und der sich auf den Jahreskreislauf bezieht, wie der siebenmal verlangsamt wird in unserem irdischen Leben. Siebenmal wird der Jahreskreislauf verlangsamt. Das ist etwas, was eben auch ausgedrückt worden ist dadurch, daß man in die Zeiteinteilung hineingebracht hat das Verhältnis der 1 zur 7, Tag und Woche. Die Woche ist siebenmal länger als der Tag. Diese gegenüber dem Tag siebenmal längere Woche, die drückt aus, daß etwas im Menschen verläuft, was siebenmal weniger schnell geht als das, was wir durch die Geburt ins physische Dasein hereintragen. Man wird nicht eher begreifen den eigentlichen Menschenwesensprozeß, bis man ordentlich einsieht, wie etwas im Menschen, das gewissermaßen von außerirdischen Verhältnissen hereingebracht wird, sich während der Erdenzeit siebenmal verlangsamen muß.
[ 13 ] Now, you see, when we broach such a topic, we must at the same time point out something that has just taken place in the course of human development. If we recall what we have often said—that in ancient times there existed a kind of primordial wisdom, something that people knew, albeit in a dreamlike, atavistic form, yet whose content went far beyond what we have regained today—if we remember all of this, it will not be difficult for us to truly recall that the worldview that existed in ancient times was, after all, quite different from the worldview we have today. What, then, was actually the worldview of our ancestors—that is, of ourselves in our earlier earthly lives? Much more than is the case today, the worldview they possessed was what they brought with them through birth into physical existence. Today, at most, something like a picture of the world in which a person lived before descending into physical existence is still present in children—if we know how to examine them properly. But in later life—and indeed very early on—this worldview disappears. In earlier human history, this worldview was present. And what existed in earlier epochs of spiritual development as an astronomical image—a description of the solar system or planetary system and its connection to human beings—was something that people experienced directly within themselves, even if only in a dreamlike state. Certainly, we look down today with a certain arrogance upon these ancestral times of humanity. But those ancient times of humanity were such that people truly knew that something within us was connected to Mars, to Mercury, and so on. This was something that was an inner component of human consciousness. It was what dawned on human beings as they developed. Primitive man did not merely see the external constellation. He sensed within himself an inner constellation, an inner world system. He sensed the world system not only outside, but also within his head—which we today regard as the seat of what I might call an undifferentiated life of imagination. There, within, the sun shone; there, within, the planets orbited. Human beings carried this world picture within their heads. (Plate 18, right). And what he carried there in his head possessed forces that acted upon the rest of his organism, which in turn influenced that which one receives from the earthly forces only after birth or, respectively, after conception; so that this, too, was influenced by the organization of the head, so that, in a sense, the rest of the human being was also drawn into the adaptation to the planetary forces. And here it becomes clear to you: the human being is born into this world. As an inheritance, let us say for now, he receives the tendency to develop his first teeth, the baby teeth. They complete their development roughly within the course of a year. The permanent teeth—those produced by the human organism itself—take seven times as long to develop. This is something that points to us, in the deepest sense, how a certain rhythm—which we bring with us at birth and which relates to the annual cycle—is slowed down sevenfold in our earthly life. The annual cycle is slowed down sevenfold. This is something that has also been expressed by incorporating the ratio of 1 to 7—the day and the week—into the division of time. The week is seven times longer than the day. This week, which is seven times longer than the day, expresses that something proceeds within the human being that moves seven times more slowly than what we bring into physical existence at birth. One will not truly understand the actual process of human existence until one properly realizes how something within the human being—which is, so to speak, brought in from extraterrestrial conditions—must slow down sevenfold during the earthly life.
[ 14 ] Sehen Sie, die althebräische Geheimlehre hat viel gerade von diesen Tatsachen gesprochen. Und wenn ich in unserer Sprache ausdrücken soll, was die alte hebräische Geheimlehre, aus einem atavistischen Wissen heraus, über diese Sache gesagt hat, so müßte ich sagen: Diese althebräischen Geheimlehrer machten ihren Schülern klar, Jahve, der der eigentliche Erdengott ist, der hinzufügte zu der Saturn-, Sonnen- und Mondenorganisation die Erdenorganisation, Jahve hat die Tendenz, dasjenige, was von der Mondenorganisation herüberkommt, siebenmal zu verlangsamen. Beschleunigt gegenüber dem irdischen Erdenlaufe will sich etwas benehmen im Menschen. Ich könnte auch sagen, der alte hebräische Geheimlehrer sagte zu seinen Schülern: Luzifer läuft 7 Mal schneller als Jahve. Das weist uns hin auf zwei Bewegungen, zwei Strömungen in der Menschennatur. Diese zwei Strömungen sind auch in der außermenschlichen Natur vorhanden. Nur sind sie in der außermenschlichen Natur in etwas anderer Art vorhanden als in der menschlichen Natur.
[ 14 ] You see, the ancient Hebrew esoteric teachings spoke at length precisely about these facts. And if I were to express in our language what the ancient Hebrew esoteric teachings—drawing on atavistic knowledge—said about this matter, I would have to say: These ancient Hebrew esoteric teachers made it clear to their students that Yahweh—who is the true god of the Earth, the one who added the Earth organization to the Saturn, Sun, and Moon organizations—has a tendency to slow down sevenfold whatever comes from the Moon organization. Accelerated in relation to the Earth’s orbit, something seeks to manifest itself within the human being. I could also say that the ancient Hebrew secret teacher told his students: “Lucifer moves seven times faster than Yahweh.” This points to two movements, two currents within human nature. These two currents are also present in non-human nature. However, they exist in a somewhat different form in non-human nature than in human nature.
[ 15 ] Aber gerade dieser Gedanke, dem wir uns da nähern, der ist nicht so ganz leicht zu fassen. Wollen wir ihn durchschauen, so können wit ihn vielleicht am besten durchschauen, wenn wir ausgehen von mehr sozialen Verhältnissen, um uns dann wiederum zurückzuwenden zu den kosmisch-tellurischen Verhältnissen.
[ 15 ] But this very idea we are approaching is not all that easy to grasp. If we want to understand it, perhaps the best way to do so is to start with more social conditions and then turn our attention back to the cosmic-terrestrial conditions.
[ 16 ] Ich habe jetzt öfter in öffentlichen Vorträgen etwas erwähnt, was ich auch hier aussprechen möchte. Wenn wir das Elend der gegenwärtigen Zeit überschauen, so finden wir die eigentümliche Tatsache, daß sich die ganze Intelligenz der neueren Menschheit wirklichkeitsfremd entwickelt hat. Es ist ja schon einmal eine Eigentümlichkeit, daß man gerade im praktischen Leben heute immer mehr und mehr die untüchtigen Menschen findet, nicht die tüchtigen Menschen. Und im Großen zeigt sich das in so einer Sache, wie ich sie in einigen öffentlichen Vorträgen jetzt erwähnt habe, daß zum Beispiel im 19. Jahrhundert viel über die Wirkung der Goldwährung auf die internationalen Wirtschaftsverhältnisse diskutiert worden ist. Sie können die Parlamentsberichte des 19. Jahrhunderts durchgehen. Versuchen Sie sich daraus ein Bild zu machen, was die Leute gedacht haben als die Folge des Mono-Metallismus der Goldwährung. Sie haben die Goldwährung als dasjenige angesehen, was den Freihandel, den durch keine Zollschranken gehinderten freien Handel, über das einheitliche Weltwirtschaftsgebiet hinaus möglich machen wird. Das hat man überall vorausgesagt, wo man der Goldwährung Loblieder gesungen hat. Und was ist in Wirklichkeit gekommen? Die Zollschranken. Nach und nach haben sich die wirklichen Verhältnisse so entwickelt, daß überall Zollschranken aufgerichtet worden sind. Das hat die Wirklichkeit ergeben.
[ 16 ] I have mentioned something on several occasions in public lectures that I would also like to address here. When we survey the misery of the present age, we find the peculiar fact that the entire intellectual class of modern humanity has developed in a way that is out of touch with reality. It is, after all, a peculiarity that, especially in practical life today, one finds more and more incompetent people rather than competent ones. And on a larger scale, this is evident in a matter such as the one I have now mentioned in several public lectures—for example, that in the 19th century there was much discussion about the effect of the gold standard on international economic relations. You can go through the parliamentary reports of the 19th century. Try to get a sense from them of what people thought would be the consequence of the gold standard’s monometallism. They viewed the gold standard as the very thing that would make free trade—free trade unhindered by any tariff barriers—possible beyond the unified global economic area. This was predicted everywhere where the gold standard was extolled. And what actually happened? Tariff barriers. Gradually, the actual circumstances developed in such a way that tariff barriers were erected everywhere. That is what reality has shown.
[ 17 ] Nun könnten Sie, wenn Sie oberflächlich urteilen, sagen: Ja, die Leute müssen aber eigentlich zu dumm gewesen sein. Aber sie waren nicht einmal dumm, es waren unter denen, die sich von der Goldwährung die Förderung des Freihandels versprochen haben, sehr scharfsinnige, sehr gescheite Leute. Aber sie haben keinen Wirklichkeitssinn gehabt, sie haben bloß mit Logizität gerechnet, nicht mit Wirklichkeitsgemäßheit. Sie konnten nicht untertauchen in die wirklichen Verhältnisse, geradeso wie unsere heutigen Naturforscher nicht untertauchen können in die Organisation des Herzens, der Leber, der Milz und so weiter. Sie abstrahieren und bleiben mit ihren Theorien, trotzdem sie Materialisten werden, im Abstrakten stecken. Daher kann schon so etwas passieren, wie in einer eigentlich auf Wahrheit beruhenden Anekdote erzählt wird, die vieles beleuchtet: In einer Akademie der Wissenschaft hatte ein gelehrtes Mitglied, ein Physiologe, eine Theorie darüber entwickelt, wie lange namentlich Vögel hungern können. Es war eine schöne Tabelle herausgekommen. Der betreffende Physiologe hatte auf seinem Korridor überall große Vogelbauer aufgestellt und hat diese Vögel hungern lassen, um herauszubekommen, wie lange sie hungern können. Das hat er dann registriert. Es sind sehr schön große Zahlen dabei herausgekommen. Dann hat er diese Zahlen in einer Abhandlung verarbeitet und seine Abhandlung bei einer Sitzung der Akademie vorgelesen. Nun wohnte aber in demselben Hause ein anderer Physiologe, der nicht von solchen Methoden ausging. Er wohnte eine Treppe höher. Der stand auf, nachdem diese gelehrte Abhandlung vorgelesen war, und sagte: Ich muß leider einwenden, daß die Zahlen nicht ganz stimmen können, denn die armen Viecher haben mich sehr gedauert, und ich habe sie im Vorbeigehen gefüttert.
[ 17 ] Now, if you were to judge superficially, you might say: Yes, but those people must have actually been too stupid. But they weren’t even stupid; among those who expected the gold standard to promote free trade were some very astute, very intelligent people. But they lacked a sense of reality; they relied solely on logic, not on conformity to reality. They were unable to immerse themselves in actual conditions, just as our natural scientists today are unable to immerse themselves in the organization of the heart, the liver, the spleen, and so on. They abstract and, despite becoming materialists, remain stuck in the abstract with their theories. That is why something like this can happen, as recounted in an anecdote based on actual events that sheds light on many things: At an academy of sciences, a learned member—a physiologist—had developed a theory about how long birds, in particular, could go without food. He had produced a fine table. The physiologist in question had set up large birdcages all along his hallway and had starved these birds to determine how long they could go without food. He then recorded the results. The figures he obtained were impressively large. He then incorporated these figures into a paper and read his paper aloud at a meeting of the academy. However, another physiologist lived in the same building who did not use such methods. He lived one flight of stairs higher. He stood up after this scholarly paper had been read and said: “I’m afraid I must object that the figures cannot be entirely correct, for I felt very sorry for the poor creatures, and I fed them as I passed by.”
[ 18 ] Nun, es muß ja nicht immer in derselben Weise vor sich gehen; es ist eine Anekdote, die aber auf Wahrheit beruht, weil in der Tat sehr vieles von dem Material, das unserer exakten Wissenschaft zugrunde liegt, auch auf diese Weise zustande gekommen ist, daß irgendeiner im Hintergrunde «die Vögel gefüttert» hat, statt daß sie so lange gehungert haben, als es die Tabelle ausweist. Man kann, wenn man eben Wirklichkeitssinn hat, mit solchen statistischen Methoden überhaupt nicht sehr viel anfangen. Man kann sich von solchen Methoden nicht sehr viel versprechen. Und dieser Wirklichkeitssinn hat eben durchaus der neueren Menschheit gefehlt. Warum hat er der neueren Menschheit gefehlt? Daran ist schuld eine gewisse Notwendigkeit der Menschheitsentwickelung. Wir können die Sache so auffassen:
[ 18 ] Well, it doesn’t always have to happen the same way; it’s an anecdote, but one based on truth, because in fact a great deal of the material underlying our exact sciences has also come about in this way—with someone in the background “feeding the birds” instead of letting them go hungry for as long as the table indicates. If one has a sense of reality, one cannot make much of such statistical methods at all. One cannot expect much from such methods. And this sense of reality has indeed been lacking in modern humanity. Why has it been lacking in modern humanity? The blame lies with a certain necessity of human development. We can understand the matter this way:
[ 19 ] Nehmen Sie einmal an, in alten Zeiten hat der Mensch — wenn das die Grenze seiner Sinne ist gegen die Außenwelt (Tafel 19, rechts oben) — in die äußere Welt geschaut. Er hat durch alles das, was er in sich getragen hat, die Verhältnisse der äußeren Welt überschaut. Er hat auch seine Sternentheorien aus seinem inneren Sternensystem heraus mitgebildet. Er hatte Wirklichkeitssinn. Dieser Wirklichkeitssinn saß ihm in den Sinnen (die beiden Kreischen rechts werden gezeichnet); der ist im Laufe der Menschheitsentwickelung verschwunden. Er muß im Innern, gerade so weit im Innern wiederum entwickelt werden, wie er früher im Äußeren entwickelt war. Wir müssen wirklich dahin kommen, in unserem Innern durch die Erziehung, die wir erhalten durch Geisteswissenschaft, Wirklichkeitssinn uns anzuzüchten, dann können wir auch erst wiederum Wirklichkeitssinn in der äußeren Welt entwickeln. Es ist schon so, wenn die Menschen in gerader Linie in der Bahn fortfahren würden, in der sie sich mit der neueren Intellektualität entwickelt haben, würden sie nicht mehr übersehen können das, was draußen ist, und es würde überall so gehen, wie mit der Goldwährung: Während sie voraussagten, es entstehe der Freihandel, wurden Zollschranken aufgerichtet. Das geschieht ja auf den verschiedensten Gebieten des sogenannten praktischen Lebens fortwährend. Was da im Großen geschehen ist, geschieht heute überall im Kleinen. Die Praktiker sagen das oder jenes voraus — das Gegenteil tritt ein. Es wäre vielleicht interessant zu registrieren, was die Praktiker als das, was ganz gewiß geschieht, während der letzten Kriegsjahre vorausgesagt haben. Immer ist das Gegenteil eigentlich davon eingetroffen, gerade in den letzten Jahren, weil eben gar kein Wirklichkeitssinn mehr bei den Leuten war. Dieser Wirklichkeitssinn kommt aber auf keine andere Art, als indem der Mensch sich durch Geisteswissenschaft so heranerzieht, daß dieser Wirklichkeitssinn im Innern erst entwickelt wird. Niemand wird in der Zukunft ein Praktiker oder ein wirklichkeitsgemäßer Geist sein, der es verschmäht, im Innern sich dutch Geisteswissenschaft so heranzuerziehen, wie man durch die äußere Welt heute nicht heranerzogen werden kann. Wir müssen in die äußere Welt auch dasjenige hineintragen, was wir im Innern entwickeln. Deshalb ist Geisteswissenschaft so notwendig, weil die Menschen nicht darauf kommen werden, wie sich das Herz zur Leber verhält, wenn sie sich nicht erst die Methode dazu durch geisteswissenschaftliche Schulung aneignen. Was früher vorhanden war, wo man sich sagen konnte: Das Herz verhält sich zur Leber in der inneren Welt, wie sich etwa in der äußeren Welt die Sonne zum Merkur verhält und wo man etwas wußte, weil man das Verhältnis von Sonne und Merkur hereintrug aus der übersinnlichen Welt in die sinnliche Welt, das wird nicht mehr verstanden, kann auch nicht mehr ursprünglich verstanden werden, wenn die Menschen sich nicht die Grundlage, den Grundimpuls zu diesem Verständnis von innen heraus aneignen. Man eignet sich ihn nicht etwa bloß durch Hellsehen an — durch Hellsehen werden die Tatsachen der Geisteswissenschaft erforscht —, man eignet sich diesen Sinn an, indem man das durch hellseherische Methode Festgestellte wirklich durchdenkt und durchempfindet und das Leben danach einrichtet. Darauf kommt es an. Es kommt gerade darauf an, zu studieren die Ergebnisse der Geisteswissenschaft, nicht darauf, die Neugierde des Hellsehens zu befriedigen. Das muß immer wieder und wieder betont werden, denn im allgemeinen Kulturprozeß der Menschheit ist von ganz besonderer Wichtigkeit diese Anwendung der geisteswissenschaftlichen Methode auf das äußere Leben und auch auf die Erkenntnis der großen Welt, der außermenschlichen Welt.
[ 19 ] Suppose that in ancient times, human beings—when that was the limit of their senses in relation to the outside world (Plate 19, top right)—looked out into the external world. Through everything they carried within themselves, they surveyed the conditions of the external world. They also helped shape their theories of the stars based on their inner star system. They possessed a sense of reality. This sense of reality was rooted in their senses (the two circles on the right are depicted); it has disappeared in the course of human evolution. It must be developed again within, to the very same extent that it was previously developed in the external world. We must truly come to cultivate a sense of reality within ourselves through the education we receive from spiritual science; only then can we once again develop a sense of reality in the external world. It is indeed the case that if people were to continue in a straight line along the path on which they have developed with modern intellectualism, they would no longer be able to see what lies outside, and things would turn out everywhere just as they did with the gold standard: while they predicted that free trade would emerge, tariff barriers were erected. This, after all, happens constantly in the most diverse areas of so-called practical life. What happened on a large scale back then is happening everywhere today on a small scale. Practitioners predict this or that—the opposite occurs. It might be interesting to note what the practitioners predicted during the last years of the war as things that would most certainly happen. In fact, the opposite has always come to pass, especially in recent years, precisely because people no longer possessed any sense of reality. But this sense of reality can only be attained by a person cultivating themselves through spiritual science in such a way that this sense of reality is first developed within. No one in the future will be a practical person or a realistic thinker who disdains to cultivate this sense of reality within themselves through spiritual science—a sense that cannot be cultivated through the external world today. We must also bring into the outer world what we develop within ourselves. That is why spiritual science is so necessary: people will not come to understand how the heart relates to the liver unless they first acquire the method for doing so through training in spiritual science. What used to exist, when one could say: ‘The heart relates to the liver in the inner world just as the Sun relates to Mercury in the outer world’—and where one knew something because one brought the relationship between the Sun and Mercury from the supersensible world into the sensory world—this is no longer understood, nor can it be understood in its original sense, unless people acquire the foundation, the fundamental impulse for this understanding from within. One does not acquire it merely through clairvoyance—clairvoyance is used to investigate the facts of spiritual science—but rather one acquires this insight by truly thinking through and feeling deeply what has been established through the clairvoyant method, and by organizing one’s life accordingly. That is what matters. What matters above all is to study the findings of spiritual science, not to satisfy the curiosity of clairvoyance. This must be emphasized again and again, for in the general cultural process of humanity, this application of the spiritual scientific method to external life—and also to the understanding of the greater world, the non-human world—is of particular importance.
[ 20 ] Dasjenige also, was wir als die ursprüngliche Hauptesorganisation anzusehen haben, das wird im Laufe unseres Lebens nach und nach durchdrungen von alledem, was in unserer Organisation in Anpassung an die äußere Welt ist. Also müssen wir aus der Organisation des Menschen heraus, aus der Gliedmaßenorganisation heraus verstehen lernen die außermenschliche Welt. Und da können uns nur solche Dinge helfen wie das, worauf ich schon hingewiesen habe. Ich habe Sie darauf hingewiesen, welcher Gegensatz besteht zwischen jenem Zustand des Menschen, in dem er wachend ist, und jenem Zustand, in dem er schlafend ist. Wir betrachten auf der einen Seite das Wachen, auf der anderen Seite das Schlafen. Das sind Zustände, die einander entgegengesetzt sind. Und indem der eine in den anderen übergeht im Aufwachen und im Einschlafen, gehen wir gewissermaßen durch eine Art Nullpunkt unseres Daseins hindurch. Der Moment des Aufwachens und der Moment des Einschlafens müssen miteinander etwas zu tun haben.
[ 20 ] That which we must regard as the original primary organization is, in the course of our lives, gradually permeated by everything in our organization that serves to adapt us to the external world. So we must learn to understand the world outside of humanity by starting from the human organism, from the organization of the limbs. And in this, we can only be helped by things such as those I have already pointed out. I have pointed out to you the contrast between the state in which a person is awake and the state in which a person is asleep. On the one hand, we consider waking; on the other, sleeping. These are states that are opposed to one another. And as one transitions into the other—in waking up and falling asleep—we pass, so to speak, through a kind of zero point of our existence. The moment of waking up and the moment of falling asleep must be related to one another.
[ 21 ] Das weist uns darauf hin, daß, wenn wir den Tageskreislauf des Menschen in einer geometrischen Form ausdrücken wollen, wir nicht den Kreis und auch nicht die Ellipse brauchen können. Denn wenn wir den Schlafzustand dem einen Teil der Ellipse zuschreiben würden, so würden der Zustand des Aufwachens und des Einschlafens auseinanderfallen (Tafel 19, ganz oben). Aber sie können nicht auseinanderfallen — wir werden noch sehen, wie sie auch in ihren äußeren Erscheinungen ein Gleiches darstellen. Wir können also durchaus nicht die geometrische Figur, die dem Tageskreislauf des Menschen entsprechen soll, in Kreisform oder in Ellipsenform zeichnen. Wir können sie nur so zeichnen, daß sie eine Schleifenlinie, eine Lemniskate ist (dieselbe Tafel, Mitte unten). Dadurch allein haben wir die Möglichkeit, wenn wir sagen, der Mensch kommt aus dem Wachzustand in den Schlafzustand hinein, daß er durch denselben Zustand beim Aufwachen wiederum herauskommt. Und damit haben wir eine Kurve, eine Linie, die dem täglichen Gang des menschlichen Lebens entspricht. Sie finden keine andere Linie des Tageskreislaufes als diese Lemniskate, denn bei jeder anderen Linie würden Sie nicht das Aufwachen durch dasselbe führen, was das Einschlafen war.
[ 21 ] This suggests that if we want to express the human daily cycle in a geometric form, we cannot use either a circle or an ellipse. For if we were to assign the state of sleep to one part of the ellipse, the states of waking up and falling asleep would diverge (Plate 19, at the very top). But they cannot diverge—we will yet see how they also represent a unity in their outward manifestations. We therefore cannot draw the geometric figure intended to correspond to the human daily cycle in the form of a circle or an ellipse. We can only draw it as a looped line, a lemniscate (the same plate, bottom center). Only in this way do we have the possibility, when we say that a person moves from the waking state into the sleeping state, to state that they emerge from it again through the same state upon waking. And with that, we have a curve, a line that corresponds to the daily course of human life. You will find no other line representing the daily cycle than this lemniscate, for with any other line, waking would not follow the same path as falling asleep.
[ 22 ] Aber es ist noch etwas anderes da. Wenn wir achtgeben auf den Prozeß der menschlichen Entwickelung namentlich in der Kindheit, so müssen wir sagen, im wesentlichen wachen wir wohl so auf, wie wir eingeschlafen sind. Aber wenn man das Leben richtig beobachten kann, dann kann man den Schlafzustand nicht vom ganzen Menschenleben ausschließen. Wir unterrichten die Kinder während des Tages. Wir sollten immer einen Sinn dafür haben, was aus dem, was wir an die Kinder heranbringen, nicht unmittelbar wird, sondern erst am nächsten Tag geworden ist, wenn das Ich und der astralische Leib durch den Nachtzustand gegangen sind. Da macht eigentlich das Kind erst das Richtige aus dem, was wir ihm bei Tage beibringen. Wir müssen unsere Pädagogik und Didaktik auf das hin einrichten. So daß wir sagen können in bezug auf die Wechselzustände von Tag und Nacht: Wir schlafen, kommen durch das Erwachen an derselben Stelle wieder heraus, wo wir hineingeschlafen sind, aber wir schreiten in bezug auf die Menschenentwickelung ein wenig vor. In einer anderen Richtung schreiten wir vor.
[ 22 ] But there is something else as well. If we pay attention to the process of human development, particularly in childhood, we must say that, essentially, we wake up much as we fell asleep. But if one can observe life correctly, one cannot exclude the state of sleep from the whole of human life. We teach children during the day. We should always be mindful of what, out of what we present to the children, does not take effect immediately, but only becomes effective the next day, once the ego and the astral body have passed through the night state. It is only then that the child truly makes sense of what we teach them during the day. We must structure our pedagogy and didactics accordingly. So that we can say, with regard to the alternating states of day and night: We sleep, and upon waking we return to the same place where we fell asleep, but in terms of human development, we advance a little. We advance in a different direction.
[ 23 ] Daher dürfen wir auch die Linie nicht ganz so zeichnen wie in der Lemniskate, sondern wir müßten sie so zeichnen, daß wir zwar hier wieder herauskommen, aber ein Stück weiter, so daß wir fortschreitende Lemniskaten bekommen (rechts unten). Wenn wir also prüfen auf der einen Seite den Wechselzustand zwischen Wachen und Schlafen und andererseits das Fortentwickeln, so bekommen wir als geometrische Form für das, was mit dem Menschen vor sich geht, eine Schraubenlinie. Diese Schraubenlinie hängt innig zusammen mit unserer Entwickelung, und unsere Entwickelung hängt wiederum zusammen mit dem ganzen Weltsystem. Daher müssen wir als Grundlage zu den Weltenbewegungen diese selbe Linie suchen. Und hätte man, statt daß man nur abstrakte Geometrie auf den Himmelsraum angewendet hat, die konkrete Geometrie angewendet, die aus dem ganzen Menschen folgt, man würde zu anderem gekommen sein. Denn sehen Sie, in der Urweisheit, da hatte man diese Linie. Da sprach man nicht davon, daß etwa, sagen wit, der Mars sich anders bewegte, als in einer solchen Linie fortschreitend (links, Mitte). Nur vergaß man das allmählich. Man konstruierte, statt daß man wußte. Was wurde daraus? Diese Linie, die so fortschreitet (es wird auf die eben gezeichnete Linie gezeigt), in der konnte man nicht weitergehen. Und so nahm man diese Linie (links unten, der große Bogen) und setzte Kreise auf und bekam die Epizyklentheorie. Auch die ptolemäische Theorie ist das letzte Überbleibsel der alten Urweisheit, und auf Grund dieser hat wiederum Kopernikus eine Vereinfachung vorgenommen. Und daran theoretisiert die heutige Astronomie noch immer herum. Noch immer theoretisiert sie so, daß sie Ellipsen und Kreise und alles mögliche lieber betrachtet, als jene innerlich lebendige Linie, die eine fortschreitende Schraubenlinie darstellt. Und dann wundert man sich, daß die Beobachtungen nicht übereinstimmen mit dem, was man ausrechnet, daß man immer zu neuen Korrekturen genötigt ist.
[ 23 ] Therefore, we must not draw the line exactly as in the lemniscate, but rather in such a way that, while we emerge here again, we do so a little further along, so that we obtain progressive lemniscates (bottom right). So if we examine, on the one hand, the alternating state between waking and sleeping and, on the other hand, ongoing development, we arrive at a helical line as the geometric form for what is taking place within the human being. This helical line is intimately connected with our development, and our development, in turn, is connected with the entire world system. Therefore, we must seek this very same line as the foundation for the movements of the worlds. And if, instead of merely applying abstract geometry to the celestial sphere, one had applied the concrete geometry that follows from the whole human being, one would have arrived at a different conclusion. For you see, in ancient wisdom, this line was already recognized. There, one did not speak of, say, Mars moving in any way other than by progressing along such a line (left, center). But this was gradually forgotten. People began to construct models instead of relying on knowledge. What came of it? This line, which proceeds in this way (pointing to the line just drawn), could not be taken any further. And so they took this line (bottom left, the large arc), superimposed circles upon it, and arrived at the epicyclic theory. Even the Ptolemaic theory is the last remnant of ancient primordial wisdom, and on the basis of this, Copernicus in turn made a simplification. And modern astronomy is still theorizing about it. It still theorizes in such a way that it prefers to consider ellipses and circles and all manner of things rather than that intrinsically dynamic line, which represents a progressive helical curve. And then people are surprised that the observations do not match what is calculated, that they are constantly forced to make new corrections.
[ 24 ] Sehen Sie sich an, wie die Relativitätstheorie auf einem Fehler in den Merkurumlaufszeiten aufbaut. Man sucht nur dann die Korrektur in einer anderen Weise zu vollziehen, als man sie vollziehen sollte, nämlich indem man zurückginge auf das Verhältnis des Menschen zur ganzen Umwelt. — Doch davon dann morgen weiter.
[ 24 ] Take a look at how the theory of relativity is based on an error in Mercury’s orbital periods. People only seek to make the correction in a way other than how it should be done—namely, by returning to the relationship between human beings and the entire environment. — But more on that tomorrow.
