The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 201
2 May 1920, Dornach
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Correspondences Between the Microcosm and the Macrocosm, tr. SOL
Elfter Vortrag
Eleventh Lecture
[ 1 ] Ich habe gestern aufmerksam darauf gemacht, wie dasjenige, was im Menschen vorhanden ist, auf etwas hinweist, was entsprechend im außermenschlichen Weltall vorhanden ist, insofern ein bestimmtes Verhältnis des Menschen zum außermenschlichen Weltall besteht. Worauf wir nun besonders hinzuweisen haben als im Menschen vorhanden, das ist die Hinordnung des menschlichen Hauptes auf eine außerirdische Welt, auf eine Welt, welche außerhalb derjenigen liegt, von der der übrige Organismus des Menschen abhängig ist. Unser Haupt weist noch deutlich in diejenige Welt hinein, die wir durchgemacht haben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Die ganze Organisation unseres Hauptes ist so gebildet, daß sie den deutlichen Nachklang bildet unseres Aufenthaltes in den geistigen Welten. Nun müssen wir das Entsprechende suchen im Kosmos.
[ 1 ] Yesterday I drew attention to how what exists within the human being points to something that exists correspondingly in the non-human universe, insofar as a certain relationship exists between the human being and the non-human universe. What we must now particularly point out as existing within the human being is the orientation of the human head toward an extraterrestrial world—a world that lies outside the one on which the rest of the human organism depends. Our head still points clearly toward the world we passed through between death and a new birth. The entire structure of our head is formed in such a way that it constitutes a clear echo of our sojourn in the spiritual worlds. Now we must seek the corresponding phenomenon in the cosmos.
[ 2 ] Da brauchen Sie ja nur einmal zu vergleichen das Verhalten, sagen wir, des weit im Weltenall draußen stehenden Saturn mit dem Verhalten der Erde selbst, und Sie werden einen gewissen Unterschied wahrnehmen. Dieser Unterschied ist dadurch für die Astronomie zur Geltung gekommen, daß man sagt, der Saturn kreise um die Sonne in 30 Jahren, die Erde in einem Jahre. Wir wollen uns jetzt einmal nicht kümmern, ob diese Dinge richtig oder falsch sind, ob sie eine Einseitigkeit darstellen oder nicht, wir wollen nur auf das hinweisen, daß eben die Beobachtungen, die man gewinnen kann dadurch, daß man den Saturn im Weltenraume verfolgt und die Geschwindigkeit seiner Bewegung vergleicht mit dem, was man der Erde als eine gewisse Geschwindigkeit zuschreibt, daß man dadurch unter Voraussetzung des kopernikanisch-keplerischen Weltsystems zu der Anschauung kommt, daß der Saturn 30 Jahre braucht, um die Sonne zu umkreisen, die Erde ein Jahr. Und wenn wir dann auf den Jupiter hinschauen, so spricht man ihm eine Umlaufszeit von 12 Jahren zu. Viel kürzer ist die Umlaufszeit des Mars. Aber nun kommen wir, wenn wit die anderen Planeten uns ansehen, die Venus, den Merkur, zu Umlaufszeiten, die kleiner sind als die der Erde, oder sagen wir, von denen gesagt wird, daß sie kleiner sind als die Umlaufszeit der Erde. Alle diese Dinge sind ja selbstverständlich ausgedacht, sind ausgedacht auf Grundlage der Beobachtungen, die in der einen oder in der anderen Weise gemacht werden.
[ 2 ] You need only compare the behavior of, say, Saturn—which lies far out in the vastness of space—with that of the Earth itself, and you will notice a certain difference. This difference has become significant in astronomy in that it is said that Saturn orbits the Sun in 30 years, while the Earth does so in one year. Let’s not concern ourselves for now with whether these statements are right or wrong, or whether they represent a one-sided view or not; we simply want to point out that the observations one can make by tracking Saturn through space and comparing the speed of its motion with the speed attributed to Earth—assuming the Copernican -Keplerian model, leads to the conclusion that Saturn takes 30 years to orbit the Sun, while the Earth takes one year. And when we look at Jupiter, it is said to have an orbital period of 12 years. Mars’s orbital period is much shorter. But now, when we consider the other planets—Venus and Mercury—we find orbital periods that are shorter than Earth’s, or rather, that are said to be shorter than Earth’s orbital period. All these things are, of course, theoretical constructs, derived from observations made in one way or another.
[ 3 ] Nun habe ich ja darauf hingewiesen, daß wir eigentlich eine wahre Einsicht in diese Dinge nur gewinnen, wenn wir gewissermaßen das, was da in den Weiten des Weltenraumes vor sich geht, vergleichen mit dem, was zugeordnet vor sich geht innerhalb der Grenzen unserer Haut, in unserem eigenen Organismus. Bedenken Sie einmal, daß dem, was man Umlaufszeit der Erde um die Sonne nennt, ja irgend etwas entspricht. Wir haben gestern darauf hingewiesen, daß auch für die tägliche Tatsachenreihe hinzuweisen ist auf eine gewisse Kurve, auf eine gewisse Linie, die sich selber schneidet. In einer ähnlichen Weise wird auch vorzustellen sein diejenige Kurve, diejenige krumme Linie, welche der jährlichen Bewegung der Erde entspricht, ganz gleichgültig, ob man nun der Anschauung ist, daß diese Bewegung der Erde zugleich eine Bewegung um die Sonne ist oder nicht. Denn was haben wir da eigentlich vor uns? Bedenken Sie einmal: Wir haben in unserem eigenen Tageskreislauf, den wir jetzt nicht so nehmen wollen, wie er dem Kosmos entspricht, sondern wie er im Menschen auftritt, so daß wir auch diejenigen, deren Schlafens- und Wachenszeit nicht zusammenfällt mit dem Wechsel von Tag und Nacht, daß wir also auch die Bummler und unregelmäßig Lebenden fassen können. Wir wollen diesen Tageskreislauf im Menschen so betrachten, daß wir ihn aus dem Grunde, den wir gestern schon angeführt haben, uns repräsentiert denken durch solch eine Linie (Tafel 20, rechts oben), wobei die Punkte des Einschlafens und Aufwachens übereinanderfallen. Ich habe gestern schon bemerkt, daß man diese Punkte des Einschlafens und Aufwachens übereinanderfallend denken muß. Es gibt viele Gründe, aber es genügt ein Grund, um vor unbefangenem Urteil einzusehen, daß wir den Punkt des Aufwachens über den Punkt des Einschlafens zu legen haben. Denn nehmen Sie einmal die auffälligste Tatsache: Wenn Sie zurückblicken auf Ihr Leben, so erscheint Ihnen dieses Leben wie eine geschlossene Strömung. Sie sind nicht veranlaßt, dieses Leben so vorzustellen (die unterbrochene Gerade in mittlerer Höhe, von rechts nach links): Heute habe ich gelebt und die Umgebung gewußt bis zum Aufwachen; dann kommt Dunkelheit; dann gestern, da bin ich eingeschlafen, da habe ich wiederum gelebt bis zum Aufwachen; folgt wiederum Dunkelheit. So stellen Sie sich die Erinnerungsströmung nicht vor, sondern Sie stellen sich die Erinnerungsströmung so vor, daß in der Tat der Moment des Aufwachens und der Moment des Einschlafens wirklich zusammenfallen in Ihrem erinnernden Bewußtsein. Das ist eine einfache Tatsache. Diese Tatsache läßt sich nur so zeichnen, daß man die den Tageslauf im Menschen repräsentierende Kurve als eine Schleifenlinie zeichnet, wo dann der Punkt des Aufwachens über den Punkt des Einschlafens fällt. Wäre eine Kurve richtig, die eine Ellipse oder ein Kreis wäre, dann müßte das Einschlafen und das Aufwachen deutlich voneinander getrennt sein; es könnte nicht sich anschließen unmittelbar das Aufwachen an das Einschlafen. So also müssen wir den Tageslauf des Menschen uns vorstellen.
[ 3 ] Now, I have pointed out that we can only truly gain insight into these matters if we, so to speak, compare what is happening out there in the vastness of space with what is happening, in a corresponding way, within the confines of our own bodies, within our own organisms. Consider for a moment that there is indeed a counterpart to what is called the Earth’s orbital period around the Sun. We pointed out yesterday that, even for the daily sequence of events, there is a certain curve, a certain line that intersects with itself. In a similar way, we can also conceive of the curve—the curved line—that corresponds to the Earth’s annual motion, regardless of whether one holds the view that this motion of the Earth is simultaneously a motion around the Sun or not. For what do we actually have before us here? Consider this: We have our own daily cycle, which we do not wish to consider here as it corresponds to the cosmos, but rather as it occurs within the human being—so that we can also include those whose sleeping and waking hours do not coincide with the alternation of day and night; in other words, we can also take into account the late sleepers and those who live irregular lives. We want to consider this daily cycle in human beings in such a way that, for the reason we already mentioned yesterday, we imagine it represented by a line like this (Plate 20, top right), with the points of falling asleep and waking up coinciding. I already noted yesterday that one must conceive of these points of falling asleep and waking up as coinciding. There are many reasons, but one reason suffices for an unbiased judgment to recognize that we must place the point of waking above the point of falling asleep. For consider the most striking fact: When you look back on your life, it appears to you as a continuous flow. You are not led to imagine this life in this way (the broken line at mid-height, from right to left): Today I lived and was aware of my surroundings until I woke up; then comes darkness; then yesterday, when I fell asleep, and again I lived until I woke up; followed once more by darkness. That is not how you imagine the flow of memory; rather, you imagine the flow of memory in such a way that, in fact, the moment of waking and the moment of falling asleep truly coincide in your remembering consciousness. That is a simple fact. This fact can only be illustrated by drawing the curve representing the course of a human day as a looping line, where the point of waking up falls above the point of falling asleep. If a curve in the form of an ellipse or a circle were correct, then falling asleep and waking up would have to be clearly separated from one another; waking up could not immediately follow falling asleep. This, then, is how we must imagine the course of a person’s day.


[ 4 ] Versuchen Sie einmal, sich im Menschen selbst ordentlich zurechtzulegen, was das eigentlich ist: Sie leben wachend vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Da sind Sie, indem Sie physischer Mensch sind, zugleich der ganze Mensch, da haben Sie in sich Ihren physischen Leib, Ihren Ätherleib, Ihren astralischen Leib, Ihr Ich. Jetzt nehmen Sie den physischen Menschen vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Da haben Sie nur den physischen Leib und den Ätherleib. Als physischer Mensch sind Sie nicht Mensch, sondern Sie haben den physischen Leib und den Ätherleib; das liegt im Bette. Das sollte im Grunde genommen gar nicht sein. Das besteht im Grunde genommen zu Unrecht, denn das sollte eine Pflanze sein. Das ist nur der liegengebliebene Rest des vollständigen Menschen, von dem fort sind das Ich und der astralische Leib, und nur unter dem Einflusse der Tatsache, daß Ich und astralischer Leib wiederum zurückkehren können, bevor der physische Leib und der Ätherleib ihrem Pflanzenziel nachgehen können, nur diese Tatsache macht es, daß wir nicht jede Nacht sterben.
[ 4 ] Try to get a clear understanding of what a human being actually is: You live while awake, from the moment you wake up until you fall asleep. As a physical human being, you are at the same time the whole human being; within you are your physical body, your etheric body, your astral body, and your “I.” Now consider the physical human being from the moment of falling asleep until waking up. There you have only the physical body and the etheric body. As a physical human being, you are not a human being, but rather you possess the physical body and the etheric body; that is what lies in bed. Strictly speaking, that should not be the case at all. It exists, strictly speaking, unjustly, for it should be a plant. This is merely the remnant of the complete human being that has been left behind; the “I” and the astral body have departed, and it is only under the influence of the fact that the “I” and the astral body can return before the physical body and the etheric body can pursue their plant-like destiny—only this fact prevents us from dying every night.
[ 5 ] Nun sehen wir auf das hin, was da eigentlich im Bette liegt. Was ist denn das, was da im Bette liegt? Das wird plötzlich zu der Natur des Pflanzenreiches. Das müssen Sie sehen als ähnlich dem, was auf der Erde vorgeht von dem Moment an, wo im Frühling die Pflanzen hervorsprießen bis zum Herbst, wo die Pflanzen wiederum hinuntergehen. Da schießt im Menschen das Pflanzensein ins Kraut, möchte man sagen, vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Da wird er so, wie die Erde zur Sommertszeit ist. Und wenn wiederum das Ich und der astralische Leib zurückkehren, wenn der Mensch aufwacht, dann wird er so, wie die Erde zur Winterszeit ist. So daß wir sagen können: der Wachzustand des Menschen, die Zeit vom Aufwachen bis zum Einschlafen ist der persönliche Winter, die Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen ist der persönliche Sommer. Für den Kosmos, insofern die Erde ja auch zu diesem Kosmos gehört, ist das Jahr das Entsprechende. Die Erde wacht in der Winterszeit, schläft in der Sommerszeit. Die Sommertszeit ist die Schlafzeit der Erde, die Winterszeit ist die Wachzeit der Erde. Äußerlich verglichen gibt es selbstverständlich eine falsche Analogie; da glaubt man, daß die Sommerszeit die Wachzeit der Erde ist und die Winterszeit die Schlafenszeit der Erde ist. Umgekehrt ist es das Richtige; denn wir werden ja während unserer Schlafenszeit dem blühenden, sprossenden Pflanzenleben ähnlich, werden also da so wie die Erde während der Sommerszeit. Und wenn unser Ich und unser astralischer Leib in unsern physischen Leib und in unsern Ätherleib hineingehen, so ist es so, wie wenn für die pflanzentragende Erde die Sommersonne sich zurückzieht und die Wintersonne wirkt. Doch ist eine Jahreszeit jeweilig für irgendeinen Teil der Erdoberfläche. Bei der Erde ist es also anders wie beim einzelnen Menschen, aber auch nur scheinbar, übrigens; bei der Erde, insofern wir sie auf irgendeinem Teile bewohnen, ist es so, daß ein Jahreslauf dem Tageskreislauf des Menschen entspricht. Ein Jahreskreislauf im Kosmos entspricht dem Tageskreislauf des Menschen.
[ 5 ] Now let’s look at what is actually lying there in the bed. What is it, this thing lying there in the bed? It suddenly becomes part of the nature of the plant kingdom. You must see this as similar to what happens on Earth from the moment plants sprout in the spring until the fall, when the plants wither away again. In the human being, the plant nature flourishes, one might say, from falling asleep until waking up. Then he becomes like the earth is in summertime. And when the ego and the astral body return, when the person wakes up, they become like the earth in winter. So we can say: a person’s waking state—the time from waking to falling asleep—is their personal winter; the time from falling asleep to waking is their personal summer. For the cosmos—insofar as the Earth is also part of this cosmos—the year is the corresponding phenomenon. The Earth is awake during winter and sleeps during summer. Summer is the Earth’s time of sleep; winter is the Earth’s time of wakefulness. Externally speaking, of course, this is a false analogy; one might believe that summer is the Earth’s waking time and winter is its sleeping time. The opposite is true; for during our sleep we become like the blossoming, sprouting plant life—we thus become like the Earth during the summer. And when our ego and our astral body enter our physical body and our etheric body, it is as if, for the Earth that bears plants, the summer sun were to withdraw and the winter sun were to take effect. Yet each season applies to a specific part of the Earth’s surface. So it is different for the Earth than for the individual human being—though only seemingly, incidentally; for the Earth, insofar as we inhabit any part of it, the annual cycle corresponds to the human daily cycle. An annual cycle in the cosmos corresponds to the human daily cycle.
[ 6 ] Nun haben Sie dadurch ja unmittelbar die Tatsache gegeben, daß wenn Sie auf den Kosmos hinschauen, Sie sich sagen müssen: ein Jahr, das ist für ihn Schlafen und Wachen. Und wenn unsere Erde einfach der Kopf des Kosmos ist, dann drückt sich im Wintersein das Wachen des Kosmos eben aus, im Sommersein das Schlafen des Kosmos. Nehmen wir jetzt diesen Kosmos, der ja hervorbringt Wachen und Schlafen, denn die Pflanzendecke auf der Erde ist ja das Ergebnis des Kosmos, nehmen wir jetzt diesen Kosmos, dann müssen wir ihn auch ansehen als einen großen Organismus. Wir müssen dasjenige, was in seinen Gliedern vorgeht, uns so organisch dem ganzen Kosmos eingefügt denken, wie wir uns organisch eingefügt denken müssen das, was in einem unserer Organe vorgeht, unserem Organismus. Da kommen wir auf Bedeutungen jener Unterschiede, die sich sonst für die Astronomie ausdrücken in den kürzeren Umlaufszeiten von Venus und Merkur gegenüber den längeren Umlaufszeiten — länger als eine sogenannte Umlaufszeit der Erde bei Mars, Jupiter und Saturn namentlich. Wenn wir die sogenannten äußeren Planeten nehmen, Saturn, Jupiter, Mars, so haben diese scheinbar eine lange Umlaufszeit, die über ein Jahr hinauswächst, die also über das bloße Wachen hinauswachsen. Nehmen wir den Saturn, seine 30 Jahre, die ja die scheinbare Umlaufszeit um die Sonne sind (Tafel 20, links oben); seine 30 Jahre, wie können wir sie denn ausdrücken, wenn wit die ordentliche Sprache des Kosmos sprechen, daß ein Jahr sein Tageskreislauf ist? Wenn ein Jahr der Tageskreislauf des Kosmos ist, dann ist die sogenannte Umlaufszeit des Saturn ungefähr 30 Tage, ein kosmischer Monat, kosmische 4 Wochen. So daß Sie sich sagen können: Wenn man den Saturn — die anderen zwei Planeten, Uranus und Neptun, die man heute als gleichberechtigt ansieht, sind ja zugeflogene —, wenn man den Saturn als den äußersten Planeten ansieht, dann muß man sagen: der Saturn begrenzt unseren Kosmos, und in dem scheinbaren Langsamgehen, in dem Nachhinken des Saturn hinter der Erde zeigt sich das Leben des Kosmos in vier Wochen, in einem Monat, gegenüber jenem Leben, das der Kosmos zeigt im Jahreslauf, und das für ihn ein Einschlafen und Aufwachen ist.
[ 6 ] Now, this immediately leads to the fact that when you look at the cosmos, you must say to yourself: a year—for the cosmos, that is sleeping and waking. And if our Earth is simply the head of the cosmos, then winter expresses the cosmos’s waking, and summer its sleeping. Let us now consider this cosmos, which indeed gives rise to waking and sleeping—for the vegetation covering the Earth is, after all, the result of the cosmos—let us now consider this cosmos, and we must also view it as a great organism. We must conceive of what takes place within its parts as organically integrated into the entire cosmos, just as we must conceive of what takes place within one of our organs as organically integrated into our organism. This brings us to the significance of those differences that, in astronomy, are otherwise expressed in the shorter orbital periods of Venus and Mercury compared to the longer orbital periods—namely, those of Mars, Jupiter, and Saturn, which are longer than Earth’s so-called orbital period. If we consider the so-called outer planets—Saturn, Jupiter, and Mars—they appear to have a long orbital period that extends beyond a year, thus transcending mere wakefulness. Take Saturn, for example, with its 30 years, which is, after all, its apparent orbital period around the Sun (Plate 20, top left); its 30 years—how can we express them, if we speak the proper language of the cosmos, in terms of a year being its daily cycle? If a year is the daily cycle of the cosmos, then Saturn’s so-called orbital period is approximately 30 days—a cosmic month, or 4 cosmic weeks. So you can say to yourself: If one considers Saturn—the other two planets, Uranus and Neptune, which are now regarded as equals, are, after all, latecomers—if one considers Saturn to be the outermost planet, then one must say: Saturn marks the boundary of our cosmos, and in Saturn’s apparent slowness—in its lagging behind the Earth—the life of the cosmos unfolds over four weeks, over a month, in contrast to the life the cosmos displays over the course of a year, which for it is a falling asleep and waking up.
[ 7 ] Daraus aber ersehen Sie, daß der Saturn, wenn wit gewissermaßen seine scheinbare Bahn als die äußerste Grenze unsetes Planetensystems ansehen, in einer anderen Weise sich innerhalb dieses Planetensystems verhält als zum Beispiel der Merkur. Der Merkur, der nicht einmal 100 Tage zu einem sogenannten scheinbaren Umlauf braucht, der bewegt sich schnell herum, der ist regsam da im Innern, hat eine gewisse Geschwindigkeit, während sich der Saturn langsam bewegt.
[ 7 ] From this, however, you can see that Saturn—if we, so to speak, regard its apparent orbit as the outermost boundary of our planetary system—behaves differently within this planetary system than, for example, Mercury. Mercury, which takes less than 100 days to complete a so-called apparent orbit, moves quickly; it is active there in the inner regions and has a certain speed, whereas Saturn moves slowly.
[ 8 ] Wem entspricht denn das eigentlich? Wenn Sie diese Bewegung des Saturn nehmen, so ist also verhältnismäßig etwas Langsames da; die Bewegung des Merkur ist etwas, was gegenüber der Bewegung des Saturn etwas sehr Schnelles ist, eine innere Regsamkeit des Organismus Kosmos, etwas, was innerlich den Kosmos bewegt. Es ist so, wie wenn Sie sich meinetwillen eine Art lebendigen Schleimorganismus denken, (Tafel 21, links), der sich als solcher dreht, und da extra drinnen ein Organ, das wiederum schneller sich um sich dreht. Es sondert sich dieser Merkur da in seiner Bewegung dutch sein schnelleres Drehen aus von dem ganzen Drehen, von der ganzen Bewegung. Es ist wie ein eingeschlossenes Glied, ebenso ist das Bewegen der Venus wie ein eingeschlossenes Glied. Da haben Sie etwas, was im Menschen dem Verhalten des Hauptes zum übrigen Organismus entspricht. Das Haupt schließt sich aus von den Bewegungen des übrigen Organismus. Venus und Merkur emanzipieren sich von der Bewegung, die der Saturn angibt. Sie gehen ihren eigenen Weg. Sie erzittern in dem ganzen System drinnen. Was bedeutet denn das? Sie haben etwas extra da in dem ganzen System. Ihre schnellere Regsamkeit deutet darauf, daß sie etwas extra da drinnen haben. Was ist denn das Entsprechende dieses Extra? Nun, in unserem Haupte ist das, was das Haupt extra hat, die Zuordnung zu der übersinnlichen Welt; nur — unser Haupt wird ruhig an unserem Organismus, so wie wir in einer Kutsche oder im Eisenbahnzug drinnen ruhig sind, trotzdem der Eisenbahnzug weitergeht. Venus und Merkur machen es anders; sie machen das Entgegengesetzte in bezug auf ihr Emanzipieren. Während unser Haupt ruhig ist, wie wenn wir uns ganz ruhig in die Kutsche oder in die Eisenbahn setzen und darinnen ruhig sind, emanzipieren sich in der entgegengesetzten Art von dem ganzen Planetensystem Venus und Merkur. Es ist so, wie wenn wit, indem wir uns in den Eisenbahnwagen setzen, durch etwas angeregt, noch extra da drinnen immerfort schneller uns bewegen würden als der Eisenbahnzug selber.
[ 8 ] Who does this actually correspond to? If you consider Saturn’s movement, it is relatively slow; Mercury’s movement, in contrast to Saturn’s, is very fast—an inner vitality of the cosmic organism, something that moves the cosmos from within. It is as if you were to imagine, for my sake, a kind of living slime organism (Plate 21, left) that rotates as such, and within it an organ that in turn rotates more rapidly around itself. In its movement, this Mercury, through its faster rotation, distinguishes itself from the overall rotation, from the entire movement. It is like an enclosed member; likewise, the movement of Venus is like an enclosed member. Here you have something that, in the human being, corresponds to the relationship of the head to the rest of the organism. The head is separate from the movements of the rest of the organism. Venus and Mercury emancipate themselves from the movement dictated by Saturn. They go their own way. They tremble within the entire system. What does that mean? They have something extra within the entire system. Their faster activity indicates that they have something extra inside. What, then, is the counterpart of this “something extra”? Well, in our head, what the head has in addition is its connection to the supersensible world; only—our head remains still within our organism, just as we remain still inside a carriage or a train, even though the train continues on its way. Venus and Mercury do it differently; they do the opposite with regard to their emancipation. While our head remains still—as if we were sitting quite calmly in the carriage or on the train and were at rest inside it—Venus and Mercury emancipate themselves from the entire planetary system in the opposite manner. It is as if, by sitting in the train car, we were stimulated by something and, as an extra force within it, were moving constantly faster than the train itself.


[ 9 ] Sehen Sie, das rührt davon her, daß eben Venus und Merkur, die die schnellere scheinbare Bewegung zeigen, nicht bloß zum Raume draußen, zum Räumlichen eine Beziehung haben, sondern ihrerseits auch Beziehungen haben zu dem, wozu unser Haupt Beziehungen hat. Nur gehen sie diese Beziehungen in der entgegengesetzten Art ein, unser Haupt durch Beruhigtwerden, Venus und Merkur durch Regsamwerden. Aber Venus und Merkur sind diejenigen Planeten, durch die unser Planetensystem zu der übersinnlichen Welt eine Beziehung hat. Venus und Merkur gliedern unser Planetensystem in anderer Art in den Kosmos ein als Saturn und Jupiter. Vergeistigt wird unser Planetensystem durch Venus und Merkur, vergeistigt, zugeordnet den geistigen Mächten in einer intimeren Weise, als das etwa durch Jupiter und Saturn geschieht.
[ 9 ] You see, this stems from the fact that Venus and Mercury—which exhibit the faster apparent motion—do not merely have a relationship to outer space, to the spatial realm, but also have relationships of their own to that with which our head has relationships. It’s just that they enter into these relationships in opposite ways: our Earth by becoming calm, Venus and Mercury by becoming active. But Venus and Mercury are the planets through which our planetary system has a relationship to the supersensible world. Venus and Mercury integrate our planetary system into the cosmos in a different way than Saturn and Jupiter do. Our planetary system is spiritualized through Venus and Mercury—spiritualized and connected to the spiritual powers in a more intimate way than is the case, for example, with Jupiter and Saturn.
[ 10 ] Die Dinge, die wirklich sind, nehmen sich eben oftmals ganz anders aus, wenn man sie wirklichkeitsgemäß studiert, als wenn man sie nach dem naheliegenden Urteile faßt. Geradeso wie der Mensch, wenn er äußerlich urteilt, die Winterszeit die Schlafenszeit der Erde nennt, und die Sommerszeit die Wachenszeit, während es umgekehrt ist, so könnte man äußerlich urteilend auch versucht sein, Saturn und Jupiter als geistiger zu denken denn Venus und Merkur. Aber so ist es nicht, sondern gerade Venus und Merkur stehen in intimerer Beziehung zu etwas, was hinter dem ganzen Kosmos ist, als Jupiter und Saturn. So daß wir sagen können: In Venus und Merkur haben wir etwas gegeben, was uns äußerlich, insofern wir ein Glied unseres Planetensystems sind, in Beziehung setzt zu einer übersinnlichen Welt. Indem wir hier leben, werden wir durch Merkur und Venus zu einer übersinnlichen Welt in Beziehung gesetzt. Man könnte sagen: Indem wir uns durch die Geburt in der physischen Welt verkörpern, werden wir durch Saturn und Jupiter in diese physische Welt hereingetragen; indem wir von der Geburt bis zum Tode hin leben, wirken Venus und Merkur in uns und bereiten uns vor, durch den Tod wiederum unser Übersinnliches in die übersinnliche Welt hinauszutragen. In der Tat haben Merkur und Venus ebensoviel Anteil an unserer Unsterblichkeit nach dem Tode, wie Jupiter und Saturn Anteil haben an unserer Unsterblichkeit vor dem Tode. Aber es ist so, daß wir wirklich auch im Kosmos so etwas sehen müssen, was da entspricht der verhältnismäßig geistigeren Organisation des Hauptes im Vergleich zu der Organisation des übrigen menschlichen Organismus.
[ 10 ] Things that truly exist often appear quite different when studied as they really are than when understood according to our initial, obvious judgments. Just as a person, judging by outward appearances, calls winter the Earth’s “sleep” and summer its “waking” season—even though the opposite is true—so too, judging by outward appearances, one might be tempted to regard Saturn and Jupiter as more spiritual than Venus and Mercury. But this is not the case; rather, Venus and Mercury stand in a more intimate relationship to something that lies beyond the entire cosmos than do Jupiter and Saturn. So that we can say: In Venus and Mercury we have something that, outwardly—insofar as we are a part of our planetary system—connects us to a supersensible world. By living here, we are connected to a supersensible world through Mercury and Venus. One could say: As we incarnate in the physical world through birth, we are brought into this physical world by Saturn and Jupiter; as we live from birth to death, Venus and Mercury work within us and prepare us to carry our supersensible being back out into the supersensible world through death. In fact, Mercury and Venus play just as much a part in our immortality after death as Jupiter and Saturn do in our immortality before death. But the fact is that we must also see something in the cosmos that corresponds to the relatively more spiritual organization of the head in comparison to the organization of the rest of the human organism.
[ 11 ] Nun, wenn wir uns vorstellen, daß der Saturn seinerseits auch seine Bewegung in einer solchen Kurve (Lemniskate, Tafel 20) hat, die nur selbstverständlich anders gezogen wird im Weltenraum, wie die durch eine 30mal schnellere Bewegung bewirkte Kurve der Erde, wenn wir uns diese Kurve so vorstellen beim Saturn und auch bei der Erde, dann müssen wir uns ja vorstellen, daß jeder Weltenkörper, der in einer solchen Bahn kreist, dutch Kräfte selbstverständlich in dieser Bahn bewegt wird, aber er wird durch Kräfte verschiedener Art bewegt. Und da kommen wir zu einer Vorstellung, die außerordentlich bedeutsam ist und die, wenn Sie sie einmal in Wirklichkeit aufnehmen, Ihnen wahrscheinlich sofort einleuchten wird als eine gültige. Sie leuchtet den Menschen nur deshalb nicht ein als eine gültige, weil die Menschen unter dem Einflusse des Materialismus der letzten Jahrhunderte eben gar nicht gewöhnt sind, solche Dinge mit den Tatsachen des Weltenalls zu verbinden.
[ 11 ] Now, if we imagine that Saturn, for its part, also moves along such a curve (a lemniscate, Plate 20)—which, of course, is traced differently in outer space than the curve of the Earth, caused by a movement 30 times faster—if we imagine this curve for both Saturn and the Earth, then we must conclude that every celestial body orbiting in such a path is, of course, moved along this path by forces, but it is moved by forces of different kinds. And this brings us to a concept that is extraordinarily significant and which, once you truly grasp it, will likely immediately strike you as valid. The only reason it does not strike people as valid is that, under the influence of the materialism of the past centuries, they are simply not accustomed to connecting such things with the facts of the universe.
[ 12 ] Für die heutige materialistische Weltanschauung ist eben der Saturn, der sich da im Weltenraume findet, nur ein Körper, der da im Weltenraum herumgondelt, und die anderen Planeten auch. Aber so ist es nicht; sondern wenn wir diesen äußersten Planeten unseres Planetensystems, den Saturn nehmen, dann müssen wir ihn uns vorstellen — und ich werde jetzt etwas wiederum gewissermaßen referierend angeben müssen, was wir erst später erläutern —, wir müssen ihn uns vorstellen als den Führer unseres Planetensystems im Weltenraume. Er zieht unser Planetensystem im Weltenraume. Er ist der Körper für die äußerste Kraft, die uns da in der Lemniskate im Weltenraume herumführt. Er kutschiert und zieht zugleich. Er ist also die Kraft in der äußersten Peripherie. Würde er nur wirken, so würden wir uns in der Lemniskate bewegen. Aber nun sind in unserem Planetensystem eben diese anderen Kräfte, die eine intimere Vermittelung darstellen zur geistigen Welt, die wir im Merkur und in der Venus finden. Durch diese Kräfte wird fortwährend die Bahn gehoben. So daß wir, wenn wir diese Bahn von oben anschauen, wir diese Lemniskate bekommen (die vorige Kurve); wenn wir sie aber von der Seite anschauen, bekommen wir Linien, die sich fortwährend heben, fortschreiten (Tafel 20, rechts unten). Dieses Fortschreiten, das entspricht im Menschen der Tatsache, daß wir, während wir schlafen, das verarbeiten, was wir in uns aufgenommen haben; wenn es auch nicht gleich ins Bewußtsein übergeht, wir verarbeiten es. Wir verarbeiten, was wir durch unsere Erziehung, durch unser Leben aufnehmen, eigentlich hauptsächlich während des Schlafens. Und während des Schlafes vermitteln uns das Merkur und Venus. Sie sind unsere wichtigsten Nachtplaneten, während Jupiter und Saturn unsere wichtigsten Tagesplaneten sind. Daher hat mit vollem Rechte eine ältere instinktive atavistische Weisheit Jupiter und Saturn mit der menschlichen Hauptesbildung zusammengebracht, Merkur und Venus mit der menschlichen Rumpfesbildung, also mit dem übrigen Organismus. Aus der intimen Erkenntnis des Verhältnisses zwischen Mensch und Weltenall sind diese Dinge entstanden.
[ 12 ] From the perspective of today’s materialistic worldview, Saturn—which is found out there in space—is merely a body drifting around in space, and so are the other planets. But that is not the case; rather, if we take this outermost planet of our solar system, Saturn, then we must imagine it—and I will now have to state something, in a sense, by way of a preview of what we will explain later—we must imagine it as the guide of our solar system through outer space. It pulls our planetary system through outer space. It is the body embodying the outermost force that guides us along the lemniscate through outer space. It both steers and pulls. It is thus the force at the outermost periphery. If it were the only force at work, we would move along the lemniscate. But now, within our planetary system, there are precisely these other forces that represent a more intimate connection to the spiritual world, which we find in Mercury and Venus. These forces are constantly raising the orbit. So that when we look at this orbit from above, we see this lemniscate (the previous curve); but when we look at it from the side, we see lines that are constantly rising and progressing (Plate 20, bottom right). This progression corresponds, in human beings, to the fact that while we sleep, we process what we have taken in; even if it does not immediately enter our consciousness, we process it. We process what we take in through our upbringing and our life—in fact, mainly while we sleep. And during sleep, Mercury and Venus act as our mediators. They are our most important night planets, while Jupiter and Saturn are our most important day planets. Therefore, an ancient, instinctive, atavistic wisdom quite rightly associated Jupiter and Saturn with the formation of the human head, and Mercury and Venus with the formation of the human torso—that is, with the rest of the organism. These insights arose from an intimate understanding of the relationship between the human being and the universe.
[ 13 ] Nun bitte ich Sie aber folgendes zu beachten. Wir haben nötig, zunächst einmal aus inneren Gründen die Bewegung der Erde lemniskatisch aufzufassen, außerdem als wirkend auf die Bewegung der Erde die Venus- und Merkurkräfte, die die Lemniskate selber wiederum weitertragen, so daß eigentlich die Lemniskate fortschreitet und ihre Achse selber dann wiederum eine Lemniskate wird. Wir haben eine außerordentlich komplizierte Bewegung für die Erde selber. Und nun kommt das, worauf ich Sie eigentlich hinweisen will. Es strebt die Astronomie danach, diese Bewegungen zu zeichnen. Man will ein Planetensystem haben. Man will das Sonnensystem zeichnen und rechnerisch erklären. Aber solche Planeten wie Venus und Merkur, die haben auch Beziehungen zu dem Außerräumlichen, zu dem Übersinnlichen, zu dem Geistigen, zu dem, was gar nicht in den Raum hineingehört. Wollen Sie also die Bahn des Saturn, die Bahn des Jupiter, die Bahn des Mars erfassen und in denselben Raum hineinzeichnen auch die Bahn von Venus und Merkur, so kriegen Sie da hinein höchstens eine Projektion der Venus- und Merkurbahn, aber keineswegs die Venus- und Merkurbahn selbst. Wenn Sie den dreidimensionalen Raum verwenden, um hineinzuzeichnen die Bahn von Jupiter, Saturn und Mars, so kommen Sie höchstens noch an eine Grenze; da kriegen Sie so etwas wie eine Bahn der Sonne. Wollen Sie aber jetzt das andere zeichnen, was da noch kommt, dann können Sie das nicht mehr in den dreidimensionalen Raum hineinzeichnen, sondern Sie können nur Schattenbilder für diese anderen Bewegungen in den dreidimensionalen Raum hineinkriegen. Sie können nicht in denselben Raum hineinzeichnen die Bahn der Venus und die Bahn des Saturn. Daraus ersehen Sie, daß alles Zeichnen des Sonnensystems, indem man sich dabei desselben Raumes bedient für den Saturn wie für die Venus, daß das alles nur Annäherungen sind, daß es gar nicht geht, ein Sonnensystem zu zeichnen. Das geht ebensowenig, wie Sie einen Menschen seiner Gesamtwesenheit nach aus den bloß natürlichen Kräften erklären können. Und jetzt werden Sie einsehen, warum kein Sonnensystem genügt. Leicht konnte ein Gar-nicht-Astronom wie Johannes Schlaf den Leuten, die ganz feste Astronomen sind, die Unmöglichkeit ihres Sonnensystems zeigen an sehr einfachen Tatsachen, indem er einfach zum Beispiel darauf hinwies, daß wenn die Sonne und die Erde sich so verhielten, daß die Erde herumginge um die Sonne, müßten sich Sonnenflecken nicht so zeigen, wie sie sich eben zeigen, denn einmal ist man hinten und dann ist man vorn und dann geht man herum. Das ist aber alles nicht der Fall. Es stimmt nichts von dem, was in einen Raum von den gewöhnlichen drei abstrakten Dimensionen von unserem Sonnensystem hineingezeichnet wird. Man muß sich durchaus klar sein, daß man, ebenso wie beim Menschen, sich sagen muß: Will man den Menschen als ganzen Menschen begreifen, so muß man von den physischen Kräften zu den übersinnlichen Kräften gehen. Ebenso muß man, will man ein Sonnensystem begreifen, über die drei Dimensionen hinausgehen in andere Dimensionalität hinein. Das heißt, man kann nicht ein gewöhnliches Sonnensystem zeichnen im dreidimensionalen Raum (Tafel 21, Mitte). Alle diese Planiglobien und so weiter, die haben wir so aufzufassen, daß wir sagen: Da, wo in einem solchen Planiglobium der Saturn ist, da ist, wenn wir nach unserm gewöhnlichen schematischen Sonnensystem irgendwo Merkur haben, nicht der wirkliche Merkur, sondern sein Schatten, seine bloße Projektion.
[ 13 ] Now, however, I ask you to consider the following. First of all, for internal reasons, we must conceive of the Earth’s motion as lemniscatic; furthermore, the forces of Venus and Mercury act upon the Earth’s motion, and these forces in turn carry the lemniscate forward, so that the lemniscate actually progresses and its axis itself then becomes a lemniscate. We have an extraordinarily complex motion for the Earth itself. And now comes the point I actually want to draw your attention to. Astronomy strives to map out these movements. People want to have a planetary system. They want to map out the solar system and explain it mathematically. But planets such as Venus and Mercury also have connections to the extra-spatial, to the supersensible, to the spiritual—to that which does not belong in space at all. So if you want to map the orbits of Saturn, Jupiter, and Mars, and also plot the orbits of Venus and Mercury within the same space, you will at most obtain a projection of the Venus and Mercury orbits, but by no means the Venus and Mercury orbits themselves. If you use three-dimensional space to plot the orbits of Jupiter, Saturn, and Mars, you will at most reach a limit; there you will get something like the orbit of the Sun. But if you now want to draw the other things that come into play, you can no longer draw them within that three-dimensional space; instead, you can only capture silhouettes of these other movements within that three-dimensional space. You cannot draw both the orbit of Venus and the orbit of Saturn within the same space. From this you can see that any depiction of the solar system—in which the same space is used for Saturn as for Venus—is merely an approximation; it is simply impossible to draw a solar system. This is just as impossible as explaining a human being in their entirety through purely natural forces alone. And now you will understand why no solar system is sufficient. It was easy for a non-astronomer like Johannes Schlaf to show people who are staunch astronomers the impossibility of their model of the solar system using very simple facts—for example, by simply pointing out that if the Sun and Earth were arranged such that the Earth orbited the Sun, sunspots would not appear the way they actually do, because one moment you’re behind, then you’re in front, and then you’re going around. But none of that is the case. Nothing that is drawn into a space defined by the usual three abstract dimensions of our solar system is true. One must be absolutely clear that, just as with human beings, one must say to oneself: If one wants to understand the human being as a whole, one must move from the physical forces to the supersensible forces. Likewise, if one wants to understand a solar system, one must go beyond the three dimensions into other dimensionality. That is to say, one cannot draw an ordinary solar system in three-dimensional space (Plate 21, center). All these planiglobes and so on—we must understand them in such a way that we say: Where Saturn is located in such a planiglobe, there—if, according to our ordinary schematic solar system, we have Mercury somewhere—is not the real Mercury, but its shadow, its mere projection.
[ 14 ] Das sind solche Dinge, die erst wieder von der Geisteswissenschaft ans Tageslicht gebracht werden müssen. Nicht wahr, sie sind verschwunden. Ungefähr sechs, sieben Jahrhunderte vor der christlichen Zeitrechnung hat die Urweisheit begonnen zu verschwinden. Dann ist sie allmählich hinuntergegangen, bis sie durch die Philosophie ersetzt worden ist von der Mitte des 15. Jahrhunderts ab. Aber Menschen wie zum Beispiel Pythagoras haben aus der alten Urweisheit noch so viel gewußt, daß sie zum Beispiel sagen konnten, oder wenigstens Zeitgenossen des Pythagoras sagen konnten: Ja, wir wohnen auf der Erde, wir gehören dutch diese Erde einem Weltsystem an, dem Saturn und Jupiter angehören; aber wenn wir in dieser Dimensionalität drinnenbleiben, dann finden wir da drinnen nicht ein ebensolches Zugehören zu Venus und Merkur. Und wenn wir zu Venus und Merkur gehören wollen, dann können wir nicht so unmittelbar dazugehören, wie wir zu Saturn und Jupiter gehören, sondern wenn unsere Erde in einem gemeinschaftlichen Raum ist mit Saturn und Jupiter (Tafel 20, Mitte unten), so gibt es eine Gegenerde, die ist dann in dem anderen gemeinschaftlichen Raum mit Merkur und Venus. — Daher sprechen diese alten Astronomen von der Erde und der Gegenerde. Selbstverständlich kommt nun der moderne Materialist und sagt: Gegenerde? Ich sehe nichts davon. Er gleicht dem, der einen Menschen abwiegt, dem er erst befohlen hat, nichts zu denken, und ihn dann abwiegt, wenn er ihm befohlen hat, einen besonders gescheiten Gedanken zu denken, und dann sagt: Ich habe gewogen, aber ich habe die Schwere der Gedanken nicht gefunden. — Nicht wahr, der Materialismus lehnt alles ab, was nicht schwer ist oder was nicht gesehen werden kann. Aber es leuchten merkwürdige Dinge aus der Urweisheit, aus der atavistischen Urweisheit der Menschen herauf, auf die wir wiederum aus ganz innerem Schauen, aus innerem Anschauen aus der Geisteswissenschaft kommen. Und dieses Sich-wieder-Durcharbeiten zu einem absolut Neuen, das aber eigentlich auf der Erde schon einmal da war, jetzt nur errungen werden soll aus dem vollen Bewußtsein der Menschen heraus, das ist eben etwas, was dieser Menschheit jetzt dringend notwendig ist aus dem Grunde, weil die Menschen sonst ja die ganze Möglichkeit ihres Denkens verlieren.
[ 14 ] These are the kinds of things that must first be brought to light again by spiritual science. After all, they have disappeared. About six or seven centuries before the Christian era, ancient wisdom began to disappear. Then it gradually declined until it was replaced by philosophy starting in the mid-15th century. But people like Pythagoras, for example, still knew so much of the ancient primordial wisdom that they—or at least Pythagoras’s contemporaries—could say: Yes, we live on Earth; through this Earth, we belong to a world system that includes Saturn and Jupiter; but if we remain within this dimensionality, we do not find within it an equivalent connection to Venus and Mercury. And if we want to belong to Venus and Mercury, we cannot belong to them as directly as we belong to Saturn and Jupiter; rather, if our Earth is in a shared space with Saturn and Jupiter (Plate 20, bottom center), then there is a counter-Earth, which is in the other shared space with Mercury and Venus. — That is why these ancient astronomers speak of the Earth and the counter-Earth. Of course, the modern materialist now comes along and says: Counter-Earth? I see no sign of it. He is like someone who weighs a person whom he has first commanded not to think anything, and then weighs him after commanding him to think a particularly clever thought, and then says: I have weighed him, but I have not found the weight of his thoughts. — Isn’t it true that materialism rejects everything that isn’t heavy or that cannot be seen? But strange things shine forth from primordial wisdom, from the atavistic primordial wisdom of humankind, to which we in turn arrive through inner vision, through inner contemplation derived from spiritual science. And this working one’s way back toward something absolutely new—which, however, was actually already present on Earth once before and is now to be attained out of the fullness of human consciousness—is precisely what humanity urgently needs at this time, for if not, people will lose the very capacity to think.
[ 15 ] Ich habe Sie doch gestern darauf aufmerksam gemacht, daß für das soziale Denken die Menschen Mono-Metallismus anstreben wegen des Freihandels, und — der Schutzzoll kommt. Aus dem, was angestrebt wird auf Grundlage des Denkens, das die Menschheit heute hat, wird auf der Erde niemals eine wirkliche soziale Ordnung entstehen — einzig und allein aus jenem Denken heraus, das geschult ist an solcher Wissenschaft, die nicht Planiglobien zeichnet, in denen Saturn und Venus in demselben Raume sind. Denn dieses anthroposophische Anschauen der Welt bedeutet nicht nur, daß wir uns etwas vorhalten, sondern es bedeutet auch, daß wir in einer gewissen Weise denken lernen. Was ist es denn nun eigentlich, wenn wir so denken lernen, wie wir heute denken lernen? Nun, erinnern Sie sich, was ich gesagt habe. Indem unsere Leibesorganisation zur nächsten Inkarnation metamorphosisch sich umbildet, da macht sie nicht nur eine Umwandelung durch, sondern eine Umstülpung. So, wie wenn ich den Handschuh der linken Hand zur rechten Hand richtig umstülpe, daß das Innere nach außen kommt, so geht dasjenige, was jetzt nach innen geht, Leber, Herz, Niere und so weiter, in der nächsten Inkarnation nach außen, wird die Sinnesorganisation, wird Auge, wird Ohr und so weiter. Es stülpt sich um. Dieses Umstülpen im Menschen entspricht diesem anderen Umstülpen: Saturn auf der einen Seite, dann ganz draußen aus diesem Raume Venus und Merkur. Ein Umstülpen in sich selber. Beachten wir es nicht, was tun wir denn dann? Wir tun ganz dasselbe, als wenn wir das Umstülpen beim menschlichen Haupt nicht beachten. Wenn wir die Welt gar nicht betrachten unter diesem Umstülpegesetz, tun wir etwas sehr Eigentümliches. Wir denken nämlich dann gar nicht mit unserem Kopfe. Und das ist dasjenige, wohin der fünfte nachatlantische Zeitraum, insofern er sich abwärts bewegt, und nicht durch Geisteswissenschaft wiederum einen Aufstieg sucht, wohin dieser fünfte nachatlantische Zeitraum tendiert. Die Menschen möchten ihren Kopf loskriegen und bloß mit dem übrigen Organismus denken. Abstraktion ist das Denken mit dem übrigen Organismus. Den Kopf möchten sie loskriegen. Sie möchten keinen Anspruch machen auf dasjenige, was ihnen aus der vorigen Inkarnation sich ergeben hat. Sie möchten nur mit der gegenwärtigen Inkarnation rechnen. Nicht nur theoretisch möchten die Menschen die aufeinanderfolgenden Erdenleben leugnen, sondern sie tragen ihren Kopf, wenn ich so sagen darf, mit äußerer Würde, weil sich der Herr auf ihren übrigen Organismus setzt, wie sich der Mensch in eine Kutsche setzt. Und sie ‚nehmen den Kurschenbewohner nicht ernst. Sie tragen ihn mit sich herum, machen aber auf seine eigenen Fähigkeiten keine rechten Ansprüche. Sie machen auch praktisch keinen Gebrauch von den wiederholten Erdenleben.
[ 15 ] I pointed out to you yesterday that, from a social perspective, people strive for mono-metallism because of free trade—and yet protective tariffs are being introduced. Based on what is being strived for—based on the way humanity thinks today—a true social order will never emerge on Earth—solely from that way of thinking which is trained in a science that does not draw planispheres in which Saturn and Venus occupy the same space. For this anthroposophical view of the world does not merely mean that we hold certain ideas in mind, but it also means that we learn to think in a certain way. What, then, actually happens when we learn to think the way we do today? Well, remember what I said. As our physical organism undergoes a metamorphic transformation toward the next incarnation, it does not merely undergo a transformation but a complete reversal. Just as when I turn a glove from my left hand to my right hand so that the inside faces out, so too does that which is now on the inside—the liver, heart, kidneys, and so on—turn outward in the next incarnation, becoming the sensory organs: the eye, the ear, and so on. It turns inside out. This inversion within the human being corresponds to this other inversion: Saturn on one side, then, completely outside this space, Venus and Mercury. An inversion within itself. If we do not take this into account, what are we doing then? We are doing exactly the same thing as if we were to ignore the inversion in the human head. If we do not view the world at all in light of this law of inversion, we are doing something very peculiar. For then we are not thinking with our heads at all. And this is precisely where the fifth post-Atlantean epoch—insofar as it moves downward and does not seek an ascent through spiritual science—is tending. People want to get rid of their heads and think solely with the rest of their organism. Abstraction is thinking with the rest of the organism. They want to get rid of their head. They do not want to lay claim to what has come to them from their previous incarnation. They want to reckon only with their present incarnation. People do not merely wish to deny successive earthly lives in theory; rather, they carry their head—if I may put it that way—with outward dignity, because the Lord sits upon the rest of their organism, just as a person sits in a carriage. And they do not take the “in-body dweller” seriously. They carry him around with them, but make no real claim to his own abilities. Nor do they make any practical use of their repeated earthly lives.
[ 16 ] Das ist die Tendenz, die sich im wesentlichen seit dem Beginn der fünften nachatlantischen Zeit entwickelt und der nur begegnet werden kann dadurch, daß in der Tat zur Geisteswissenschaft gegriffen wird. Geisteswissenschaft könnte man auch so definieren, daß man sagt, sie bringt den Menschen dazu, seinen Kopf wiederum ernst zu nehmen. Das ist eigentlich das Wesentliche der Geisteswissenschaft von einer gewissen Seite aus, daß der menschliche Kopf wiederum ernst genommen wird, daß er nicht wie eine bloße Beigabe zu dem übrigen Organismus genommen wird. Europa insbesondere möchte, indem es rasch der Barbarei entgegengeht, die Menschenköpfe loskriegen. Geisteswissenschaft muß schon diesen Schlaf stören. Sie muß appellieren an die Menschheit: Gebraucht eure Köpfe! Das kann man nicht anders, als indem man die wiederholten Erdenleben ernst nimmt.
[ 16 ] This is the trend that has essentially been developing since the beginning of the fifth post-Atlantean epoch, and it can only be countered by actually turning to spiritual science. One could also define spiritual science by saying that it leads people to take their minds seriously again. From a certain perspective, this is actually the essence of spiritual science: that the human mind is taken seriously again, rather than being regarded as a mere appendage to the rest of the organism. Europe, in particular, as it rapidly descends into barbarism, would like to rid itself of human minds. Spiritual science must disrupt this slumber. It must appeal to humanity: Use your minds! This can only be achieved by taking repeated earthly lives seriously.
[ 17 ] Sie sehen, man kann nicht in der gewöhnlichen Weise über Geisteswissenschaft reden, wenn man diese Geisteswissenschaft ernst nimmt. Man muß sagen was ist. Und zu dem, was ist, gehört etwas, was den Leuten wie ein Wahnsinn erscheint; zu dem, was ist, gehört, daß die Menschen ihre Köpfe verleugnen. Sie entschließen sich nicht gern, die Menschen, das zu glauben. Sie sehen selbstverständlich lieber solch eine Wahrheit als einen Wahnsinn an. Aber schließlich war es ja immer so. Es mußten die Dinge in die Menschheitsentwickelung so hereintreten, daß die Menschen von dem Neuen gewissermaßen überrascht werden. So müssen die Menschen natürlich auch überrascht werden von jener Notwendigkeit, daß ihnen betont wird, ihre Köpfe zu gebrauchen. Lenin und Trotzki sagen: Macht ja keinen Gebrauch von euren Köpfen, geht nur aus von dem übrigen Organismus. Der ist Träger der Instinkte. — Da soll man bloß auf Instinkte rechnen. Sehen Sie, das ist die Praxis. Die Praxis ist ja: Nichts von dem, was aus dem menschlichen Haupte entspringt, soll eingehen in die moderne marxistische Theorie. Das sind sehr ernste Dinge, und immer wieder muß betont werden, wie ernst diese Dinge sind.
[ 17 ] You see, one cannot speak of spiritual science in the usual way if one takes this spiritual science seriously. One must speak of what is. And part of what is includes something that seems like madness to people; part of what is includes the fact that people deny their own minds. People are reluctant to believe this. Naturally, they prefer to regard such a truth as madness. But after all, it has always been this way. Things had to enter human development in such a way that people are, so to speak, taken by surprise by the new. So, naturally, people must also be taken by surprise by the necessity of being urged to use their heads. Lenin and Trotsky say: Don’t make any use of your heads; just proceed from the rest of the organism. That is the bearer of instincts. — One is supposed to rely solely on instincts. You see, that is the practice. The practice is, after all, that nothing arising from the human mind is to be incorporated into modern Marxist theory. These are very serious matters, and it must be emphasized again and again just how serious they are.
