The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 201
8 May 1920, Dornach
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Correspondences Between the Microcosm and the Macrocosm, tr. SOL
Zwölfter Vortrag
Twelfth Lecture
[ 1 ] Sie erinnern sich, daß von sehr vielen Seiten gerade am meisten herumkritisiert wird — ich habe die Einzelheiten darüber schon angeführt —, daß in Zusammenhang gebracht wird das Christus-Ereignis, die Erscheinung des Christus für die Erde, mit kosmischen Ereignissen, mit den Verhältnissen des Sonnenganges, mit dem Verhältnis der Sonne zur Erde und so weiter. Diese Angelegenheit ist nur zu begreifen, wenn man alle die Betrachtungen, die wir bisher versucht haben über die Bewegungen im Sternensystem anzustellen, noch etwas vertieft. Und dazu wollen wir heute einen Anlauf nehmen, denn Sie werden sehen, daß letztlich Astronomie überhaupt nicht ordentlich betrachtet werden kann, ohne einzugehen auf das ganze Wesen des Menschen. Ich habe das schon erwähnt, aber wir werden sehen, wie tief fundiert diese Behauptung ist im ganzen Wesen der Welt, und man versteht eigentlich weder von dem Wesen der Welt etwas noch von dem Wesen des Menschen etwas, wenn man die beiden voneinander so abgesondert betrachtet, wie das in der Gegenwart geschieht.
[ 1 ] You will recall that one of the most common criticisms—I have already cited the details—is that the Christ event, the appearance of Christ on Earth, is linked to cosmic events, to the course of the sun, to the relationship between the sun and the Earth, and so on. This matter can only be understood if we delve a little deeper into all the observations we have attempted so far regarding the movements within the solar system. And we will make a start on that today, for you will see that, ultimately, astronomy cannot be properly considered at all without addressing the entire nature of the human being. I have already mentioned this, but we will see how deeply rooted this assertion is in the very nature of the world, and one actually understands neither the nature of the world nor the nature of the human being if one considers the two so separately from one another, as is the case today.
[ 2 ] Sie werden eine auffällige Tatsache bemerken, die zusammenhängt mit dem eben Erwähnten. Diese auffällige Tatsache ist die, daß der eigentliche Materialismus, wenn er nur nicht gerade eingestanden ist, den Bekenntnissen, wie sie sich bis in die Gegenwart herausgebildet haben, lieber ist als eine Geisteswissenschaft. Das heißt, evangelische wie katholische Bekenntnisse sehen es lieber, wenn die äußere Welt in ihren verschiedenen Reichen im materialistischen Sinne betrachtet wird, als wenn darauf eingegangen wird, wie das Geistige in der Welt wirkt und wie sich das Geistige in den materiellen Erscheinungen darlebt. Sie brauchen ja nur, um das erhärtet zu sehen, einmal die naturwissenschaftlichen Abhandlungen der Jesuiten zu nehmen — Sie werden sehen, daß diese naturwissenschaftlichen Abhandlungen der Jesuiten im allerstrengsten Sinne materialistisch gehalten sind, daß von jener Seite man durchaus einverstanden ist mit einer materialistischen Auslegung der äußeren Welt, des Kosmos. Denn man will gerade dadurch eine gewisse Form des religiösen Bekenntnisses, die man herausgebildet hat seit dem Konstantinopeler Konzil 869, man will diese Form des Bekenntnisses dadurch schützen, daß man die äußere Wissenschaft auf dem Niveau des Materialismus erhält. Allerdings, es wird in einem gewissen Sinne in weitesten Kreisen über diese Sache eine Illusion verbreitet, indem man scheinbar den Materialismus auch auf dem wissenschaftlichen Gebiete bekämpft. Das ist aber nur scheinbar, denn es kommt gar nicht darauf an, ob man sagt, irgendwie sei Geist vorhanden, sondern darauf, ob man nicht diesen Geist geradezu leugnet, wenn man die materielle Welt selbst nicht geistig erklärt.
[ 2 ] You will notice a striking fact related to what has just been mentioned. This striking fact is that actual materialism—provided it is not explicitly acknowledged—is preferred to spiritual science by the creeds as they have developed up to the present day. That is to say, both Protestant and Catholic creeds prefer that the external world, in its various realms, be viewed in a materialistic sense rather than that attention be given to how the spiritual works in the world and how the spiritual manifests itself in material phenomena. To see this confirmed, you need only take a look at the Jesuits’ scientific treatises—you will see that these Jesuit scientific treatises are materialistic in the strictest sense, and that from that perspective, there is complete agreement with a materialistic interpretation of the external world, of the cosmos. For it is precisely through this that they seek to protect a certain form of religious creed—one they have developed since the Council of Constantinople in 869—by maintaining external science at the level of materialism. Admittedly, in a certain sense, an illusion is being spread about this matter in the widest circles by seemingly combating materialism even in the scientific realm. But this is only apparent, for what matters is not whether one says that spirit exists in some way, but whether one outright denies this spirit by failing to explain the material world itself in spiritual terms.
[ 3 ] Sie wissen vielleicht, daß einer der Glanzpunkte der neueren äußeren Naturerklärung die Astrophysik ist, jene Lehre, welche darauf ausgeht, das Stoffliche der Sternenwelt ins Auge zu fassen, welche darauf ausgeht, die stoffliche Einheit der uns zugänglichen, sinnlich zugänglichen Welt der Betrachtung zu unterziehen. Nun ist einer der größten Astrophysiker der Pater Secchi, ein römischer Jesuit. Es ist eben durchaus kein Hindernis, auf dem Standpunkt der heutigen materialistischen Naturwissenschaft zu stehen und zu gleicher Zeit auf seiten dieser Nuance des religiösen Bekenntnisses. Es steht heute tatsächlich eine materialistische Betrachtung des Himmels näher den religiösen Bekenntnissen, namentlich nach deren Meinung, als der Geisteswissenschafter. Denn vor allen Dingen ist es diesen Religionsbekenntnissen darum zu tun, die Welt nicht aufzuklären über das Verhältnis des Geistigen zum Materiellen. Das Geistige soll Inhalt eines selbständigen Glaubensbekenntnisses sein, in das nicht hineingeredet wird von der wissenschaftlichen Betrachtung der Welt, und die wissenschaftliche Betrachtung der Welt soll materialistisch bleiben; denn in dem Augenblicke, wo sie aufhört materialistisch zu sein, muß sie hineinreden in dasjenige, was das Geistige betrifft, denn sie muß vom Geiste reden.
[ 3 ] You may know that one of the highlights of the more recent scientific explanation of the external world is astrophysics, the discipline that seeks to examine the material nature of the stellar world and to subject the material unity of the world accessible to our senses to scrutiny. Now, one of the greatest astrophysicists is Father Secchi, a Roman Jesuit. It is by no means an obstacle to hold the standpoint of today’s materialistic natural science and, at the same time, to embrace this nuance of religious belief. In fact, a materialistic view of the heavens is today closer to religious beliefs—particularly according to their own view—than to that of the spiritual scientists. For, above all, these religious beliefs are concerned not with enlightening the world about the relationship between the spiritual and the material. The spiritual is to be the content of an independent creed, into which the scientific view of the world does not intrude, and the scientific view of the world is to remain materialistic; for the moment it ceases to be materialistic, it must intrude upon that which concerns the spiritual, for it must speak of the spirit.
[ 4 ] Nun bitte ich Sie, das, was ich eben gesagt habe, in dem vollsten Ernste zu nehmen, denn Sie werden sonst hinwegsehen über die bedeutsame Tatsache, daß gerade zum Beispiel die jesuitischen Naturforscher die extremsten Materialisten auf dem Gebiete der Naturforschung sind. Sie beweisen nicht nur fortwährend, daß man mit der Naturforschung nicht heran kann an das Geistige; sondern sie bemühen sich, das Geistige womöglich fernzuhalten von der Naturforschung. Das können Sie hineinverfolgen bis in die Ameisenforschungen des Pater Wasmann.
[ 4 ] Now I ask you to take what I have just said with the utmost seriousness, for otherwise you will overlook the significant fact that, for example, the Jesuit natural scientists are the most extreme materialists in the field of natural science. Not only do they continually demonstrate that natural science cannot approach the spiritual, but they also strive to keep the spiritual as far away from natural science as possible. You can trace this all the way back to Father Wasmann’s research on ants.
[ 5 ] Nun bitte ich Sie, nachdem ich diese Vorbemerkung gemacht habe, an eine bedeutsame Tatsache sich zu erinnern, die scheinbar ganz abläuft in der Strömung der geistigen Welt, die uns aber doch, indem wir sie jetzt näher betrachten an dieser Stelle unserer Ausführungen, eine Parallelerscheinung des geistigen Lebens mit dem Leben der äußeren Sternenwelt klarmachen wird. Sie wissen, wir gliedern ja die sogenannte nachatlantische Zeit in Kulturepochen. Wir sprechen davon, daß eine erste Kulturepoche da war, die altindische Kulturepoche, eine zweite, die urpersische, eine dritte, die chaldäisch-babylonisch-ägyptische, eine vierte, die griechisch-lateinische, eine fünfte, die mit der Mitte des 15. Jahrhunderts begonnen hat und in der wir jetzt drinnenleben. Auf sie wird eine sechste folgen und so fort. Sie wissen auch, daß wir ja oftmals ins Auge gefaßt haben, wie in dieser fortlaufenden Strömung der nachatlantischen Zeit die vierte Kulturepoche ungefähr um das Jahr 747 vor Christi beginnt und schließt — ich sage approximativ immer um die Mitte des 15. Jahrhunderts —, aber genau schließt etwa im Jahre 1413 nach Christus (Tafel 22); das ist die vierte, und wir stehen jetzt in der fünften drinnen.
[ 5 ] Now that I have made this preliminary remark, I ask you to recall a significant fact that appears to unfold entirely within the currents of the spiritual world, but which—as we now examine it more closely at this point in our discussion—will reveal to us a parallel phenomenon between spiritual life and the life of the outer stellar world. As you know, we divide the so-called post-Atlantean era into cultural epochs. We speak of a first cultural epoch—the ancient Indian cultural epoch—a second, the primordial Persian; a third, the Chaldean-Babylonian-Egyptian; a fourth, the Greek-Latin; and a fifth, which began in the mid-15th century and in which we now live. A sixth will follow, and so on. You also know that we have often considered how, within this continuous flow of the post-Atlantean era, the fourth cultural epoch begins and ends—I always say approximately around the middle of the 15th century—but ends precisely around the year 1413 A.D. (Plate 22); that is the fourth, and we are now in the fifth.


[ 6 ] Wenn wit so die Aufeinanderfolge der Kulturen betrachten — wir können den Inhalt dieser Kulturepochen schildern, wir brauchen uns ja nur an dasjenige zu erinnern, was in meiner «Geheimwissenschaft» als Schilderung dieser Kulturepochen steht —, können wir sagen: Die altindische Kulturepoche, sie war so und so geartet und so weiter. Wir schildern dann die griechisch-lateinische Kulturepoche, in die das Ereignis von Golgatha hineinfällt, aber wir schildern sie, indem wir sie angliedern an die vorhergehenden und brauchen gewissermaßen, wenn wir sie so angliedern an die vorhergehenden, das Ereignis von Golgatha zunächst gar nicht zu Hilfe zu ziehen. Wir können die aufeinanderfolgenden Kulturepochen schildern in ihrem Grundcharakter und haben, wie Sie sehen, einen Zeitraum von 747 vor bis 1413 nach Christus, der verläuft so, daß nichts darauf hinweist, daß irgendwo hier ein bedeutsames Ereignis eintritt. Wir können ja das in der Geschichte sogar sehen. Bedenken Sie doch nur einmal, wie es war, als das Ereignis von Golgatha eintrat. Erinnern Sie sich, was Sie wissen aus der Zeit dieses Eintritts des Ereignisses von Golgatha über die Kulturen der am meisten vorgeschrittenen Völker der damaligen Zeit, über die Kultur der Griechen, über die Kultur der Römer, der Lateiner. Bedenken Sie, daß für diese Menschen zunächst das Ereignis von Golgatha eine unbekannte Sache war. In irgendeinem kleinen Winkel der Welt vollzog sich das Ereignis von Golgatha, und Spuren von der Wirksamkeit dieses Ereignisses von Golgatha erzählt der römische Schriftsteller Tacitus fast erst ein Jahrhundert danach. Es wurde also dieses Ereignis von Golgatha sozusagen von den Zeitgenossen, gerade den gebildetsten Zeitgenossen, nicht eigentlich bemerkt.
[ 6 ] If we look at the succession of cultures in this way—we can describe the content of these cultural epochs; we need only recall what is written in my *Secret Science* as a description of these cultural epochs—we can say: The ancient Indian cultural epoch was of such and such a nature, and so on. We then describe the Greco-Latin cultural epoch, into which the event of Golgotha falls, but we describe it by linking it to the preceding ones, and in a sense, when we link it to the preceding ones in this way, we do not need to invoke the event of Golgotha at all at first. We can describe the successive cultural epochs in terms of their fundamental character and, as you can see, we have a period from 747 B.C. to 1413 A.D. that unfolds in such a way that nothing indicates that a significant event occurs anywhere within it. We can even see this in history. Just consider for a moment what it was like when the event at Golgotha took place. Recall what you know from the time of that event about the cultures of the most advanced peoples of that era—the culture of the Greeks, the culture of the Romans, and the culture of the Latins. Consider that, for these people, the event at Golgotha was initially an unknown occurrence. The event at Golgotha took place in some small corner of the world, and the Roman writer Tacitus did not record traces of its impact until nearly a century later. Thus, this event at Golgotha was, so to speak, not really noticed by contemporaries—especially the most educated among them.
[ 7 ] So auch drückt sich schon einfach im geschichtlichen Strom des Werdens aus, wie im regelmäßig fortlaufenden Gang des Menschenwerdens, von der ersten, zweiten, dritten Kulturepoche in die vierte hinein, keine unmittelbare Notwendigkeit liegt, daß dieses Ereignis von Golgatha eintritt. Das ist etwas, auf das man mit aller Aufmerksamkeit hinschauen sollte. Und wirklich, 747 Jahre nach dem Beginn der vierten nachatlantischen Kulturperiode tritt dieses Ereignis von Golgatha ein. Und wir sprechen davon, indem wir versuchen, dieses Ereignis von Golgatha zu verstehen, wir sprechen davon, daß dieses Ereignis von Golgatha dem Erdenleben den eigentlichen Sinn gibt, wir sprechen davon, daß das Erdenleben diesen Sinn nicht hätte, wenn die Entwickelung einfach so fortginge, aufbauend sich auf all dasjenige, was aus der ersten, zweiten, dritten nachatlantischen Kulturepoche kommt. Es ist wie ein Einschlag, der hereinfällt aus fremden Welten, was mit diesem Ereignis von Golgatha kommt. Das ist etwas, was nicht genügend berücksichtigt wird. In der neueren Zeit haben einzelne Historiker versucht, auf diese Tatsache hinzuweisen — ich habe auch davon schon Erwähnung getan. Aber sie haben nicht vermocht, mit dieser Tatsache etwas anzufangen. Im Grunde erzählen doch die Geschichtsschreiber alle so, daß sie aus der eigentlichen Geschichte das Ereignis von Golgatha weglassen. Sie schildern höchstens in den aufeinanderfolgenden nachchristlichen Jahrhunderten die Wirkungen des Christentums. Aber den eigentlichen Einschlag des Mysteriums von Golgatha schildern sie nicht innerhalb des gewöhnlichen Verlaufes der Geschichte. Es würde auch tatsächlich schwer werden, ihn zu schildern, wenn man die gewöhnliche Geschichtsmethode beibehält.
[ 7 ] This is also clearly expressed in the historical flow of becoming—just as in the regular, continuous progression of human development from the first, second, and third cultural epochs into the fourth—there is no immediate necessity for the event of Golgotha to occur. This is something we should examine with the utmost attention. And indeed, 747 years after the beginning of the fourth post-Atlantean cultural epoch, this event at Golgotha takes place. And when we speak of this—as we seek to understand the event at Golgotha—we speak of the fact that this event at Golgotha gives earthly life its true meaning; we speak of the fact that earthly life would lack this meaning if development were to continue simply as it had been, building upon everything that came from the first, second, and third post-Atlantean cultural epochs. What comes with this event at Golgotha is like an impact falling in from foreign worlds. This is something that is not given sufficient consideration. In more recent times, individual historians have attempted to point out this fact—I have also mentioned it before. But they have not been able to make sense of this fact. Essentially, all historians tell the story in such a way that they omit the event of Golgotha from actual history. At most, they describe the effects of Christianity in the successive post-Christian centuries. But they do not describe the actual impact of the Mystery of Golgotha within the ordinary course of history. It would indeed be difficult to describe it while adhering to the conventional historical method.
[ 8 ] Es hat zwar merkwürdige Leute gegeben, die kurioserweise eben sogar Pastoren waren, die versucht haben, kausal das Ereignis von Golgatha zu erklären. Ein solcher sonderbarer Mensch ist zum Beispiel der Pastor Kalthoff, aber es gibt auch viele andere. Dieser Pastor Kalthoff hat den Versuch gemacht, aus dem Bewußtsein und aus den Wirtschaftszuständen heraus, die in der Welt waren in den letzten Jahrhunderten vor der Entstehung des Christentums, dieses Christentum zu erklären. Aber was ist aus dieser Erklärung eigentlich geworden? Eigentlich ist aus dieser Erklärung das geworden, daß er sagte: Ja, Menschen haben da gelebt in gewissen wirtschaftlichen Verhältnissen, und da ging ihnen die Idee auf von dem Christus, der Traum gleichsam von dem Christus, die Ideologie von dem Christus, und dadurch ist die Christologie entstanden. Es ist also eigentlich nur entstanden als Idee in den Menschen. Und solche Leute wie Paulus und einige andere, die haben dasjenige, was als Idee unter den Menschen entstanden ist, so geschildert, als wenn es einer Tatsache in einem entlegenen Winkel der Welt entspräche. — Eine solche Erklärung des Christentums heißt ein Hinwegdekretieren des Christentums. Und es ist immerhin eine bemerkenswerte Erscheinung des 19. Jahrhunderts, Beginn des 20. Jahrhunderts, daß sich christliche Pastoren bereits die Aufgabe gestellt haben, das Christentum dadurch zu retten, daß sie den Christus wegdekretiert haben. Man schämte sich da förmlich, die Tatsachen der Entstehung des Christentums zuzugeben. Man fand es daher gedeihlicher, das Aufkommen der Idee der Christologie eben als das einer bloßen Idee zu erklären. Wir sind ja immerhin heute gerade auf diesem Gebiete in alle möglichen Strömungen hineingeraten, und dasjenige, was wissenschaftliches Spezialistentum ist, hat sich ja reichlich auch auf diesem Gebiete bemerkbar gemacht. Denn sehen Sie, es ist zum Beispiel heraufgekommen die materialistische Kulturströmung, die dann ihren Höhepunkt im Marxismus erlangt hat. Kalthoff ist so eine Art marxistischer Pastor, der so nach Art eines frömmeren Marxismus die Christologie zu erklären versuchte. Andere haben ihr anderes spezielles Steckenpferd dazu benützt, um die Erscheinung des Christentums zu erklärten. Warum sollte denn nicht jeder seinen Spezialfall benützen, um die Erscheinung des Christentums beziehungsweise des Christus Jesus zu erklären? Ein Mann, der Psychiater war oder ist, hat nun die Psychiatrie dazu genommen und hat einfach erklärt, aus welcher Art psychiatrischem Zustande heraus der Christus Jesus hat in seiner Zeit in dieser mächtigen Weise auftreten können; wie man es erklären kann aus abnormem Bewußtsein vom gegenwärtigen psychiatrischen Standpunkte. Die Sache ist sogar nicht einmal vereinzelt geblieben, sondern es ist von anderen auch versucht worden, einfach jene besondere Art des Irrsinns, der in die Welt gekommen ist durch das Christentum, vom Standpunkte der gegenwärtigen Psychiatrie zu erklären.
[ 8 ] There have indeed been some strange people—curiously enough, even pastors—who have tried to explain the events at Golgotha in causal terms. One such peculiar person, for example, is Pastor Kalthoff, but there are many others as well. This Pastor Kalthoff attempted to explain Christianity based on the consciousness and economic conditions that existed in the world during the centuries leading up to the emergence of Christianity. But what actually came of this explanation? Essentially, it boiled down to him saying: Yes, people lived under certain economic conditions, and that’s when the idea of Christ—the dream, as it were, of Christ, the ideology of Christ—came to them, and that is how Christology arose. So it actually arose only as an idea within people. And people like Paul and a few others described what had arisen as an idea among the people as if it corresponded to a fact in some remote corner of the world. — Such an explanation of Christianity amounts to decreeing Christianity away. And it is, after all, a remarkable phenomenon of the nineteenth century and the early twentieth century that Christian pastors had already set themselves the task of saving Christianity by decreeing Christ away. People were positively ashamed to admit the facts surrounding the origins of Christianity. They therefore found it more expedient to explain the emergence of the idea of Christology precisely as that of a mere idea. After all, today we have become embroiled in all sorts of trends in this very field, and what is known as scientific specialization has certainly made itself felt abundantly in this area as well. For you see, for example, the materialist cultural movement has emerged, which then reached its peak in Marxism. Kalthoff is a sort of Marxist pastor who attempted to explain Christology in the vein of a more devout form of Marxism. Others have used their own specific areas of expertise to explain the phenomenon of Christianity. Why shouldn’t everyone use their own area of expertise to explain the phenomenon of Christianity or of Christ Jesus? A man who was or is a psychiatrist has now turned to psychiatry and has simply explained the kind of psychiatric condition that enabled Christ Jesus to appear in such a powerful way during his time; how this can be explained from the perspective of abnormal consciousness according to current psychiatric understanding. In fact, this is not an isolated case; others have also attempted to explain that particular form of madness—which entered the world through Christianity—from the standpoint of contemporary psychiatry.
[ 9 ] Ja, alles das sind eben Zeiterscheinungen, die nicht verschlafen werden dürfen. Denn wenn man auf solche Erscheinungen eben nicht hinschauen will, so sieht man nicht, was eigentlich in der Gegenwart vorgeht, denn sie sind Symptome für das ganze Leben der Gegenwart. Man muß sich also darüber klar sein, daß tatsächlich dasjenige, was der Erde Sinn gibt, wie ein Einschlag einer anderen Welt in diese Erde hineinfällt. Und wir müßten eigentlich sagen, wir müßten unterscheiden zwei Strömungen im Menschenwerden, die zwar heute miteinander gehen, die aber sich erst gefunden haben im Beginne unserer Zeitrechnung. Es ist erst dasjenige, was man zu nennen hat die christliche Strömung, hinzugekommen zu dem, was eine fortlaufende Strömung aus alten Zeiten war. Die Naturwissenschaft zum Beispiel, die hat noch nicht das Ereignis von Golgatha in sich aufgenommen, die arbeitet noch fort mit der fortlaufenden Strömung, als wenn das Ereignis von Golgatha nicht dagewesen wäre. Und die Geisteswissenschaft muß eben gerade bemüht sein, diese beiden Dinge im Einklange miteinander darzustellen: naturwissenschaftliche Betrachtung und Christologie. Denn wo hätte die Christologie einen Platz, wenn man Kant-Laplacesche Theorie treibt, wenn man also zurückgeht auf einen Urnebel und aus diesem Urnebel sich einfach alles herausbilden läßt. Wo hätte schließlich die Christologie eine wirkliche Weltbedeutung für die Menschen auf der Erde, wenn man den Sternenhimmel so betrachten würde, wie der Pater Secchi? Da kann man sagen: Wir betrachten den Sternenhimmel materialistisch, wir betrachten ihn so, wie wenn ein Ereignis von Golgatha überhaupt nicht herausgeboren worden wäre aus diesem Sternenhimmel. Und dann ist das der beste Grund und Boden, um alles dasjenige, was über das Ereignis von Golgatha gesagt werden soll, anderen Mächten zu überlassen. Wenn man nämlich aus der Welterkenntnis nichts herausentwickeln darf über das Ereignis von Golgatha, dann muß eine andere Instanz aufgestellt werden, die den Menschen sagt, was sie über das Ereignis von Golgatha zu denken haben. Und da liegt dann nahe, daß man diese Instanz selbst ist, das heißt, daß Rom die betreffende Instanz ist. Alle diese Dinge sind so konsequent und in einem gewissen Stil sogar groß gedacht, daß es eigentlich nicht erlaubt ist, sich über diese Dinge irgendwelchen Illusionen hinzugeben in der heutigen, so schicksalsschweren Zeit.
[ 9 ] Yes, all of these are simply signs of the times that must not be overlooked. For if one chooses not to look at such phenomena, one fails to see what is actually happening in the present, since they are symptoms of the whole of present-day life. We must therefore be clear that what actually gives meaning to the Earth is like an impact from another world striking this Earth. And we should actually say that we must distinguish between two currents in human development, which, although they run parallel today, only came together at the beginning of our calendar. It is only what we must call the Christian current that has been added to what was a continuous current from ancient times. Natural science, for example, has not yet incorporated the event of Golgotha; it continues to work within the continuous current as if the event of Golgotha had never taken place. And spiritual science must strive precisely to present these two things in harmony with one another: scientific observation and Christology. For where would Christology have a place if one were to follow the Kant-Laplace theory—that is, if one were to go back to a primordial nebula and simply allow everything to emerge from that primordial nebula? After all, where would Christology have any real significance for people on Earth if one were to view the starry sky the way Father Secchi did? One might say: We view the starry sky materialistically; we view it as if the event of Golgotha had never at all emerged from this starry sky. And that is the best foundation for leaving everything that is to be said about the event of Golgotha to other powers. For if one is not allowed to derive anything about the event of Golgotha from our understanding of the world, then another authority must be established to tell people what they are to think about the event of Golgotha. And it then stands to reason that one is that authority oneself—that is, that Rome is the authority in question. All these things are so consistent and, in a certain sense, even so grandly conceived that one really cannot afford to harbor any illusions about them in today’s fateful times.
[ 10 ] Und diese 747 Jahre fallen da hinein in die Weltentwickelung wie ein Zeitraum, der tief bedeutsam spricht (Tafel 22; rot; ebenso die beiden gleichen Zeitspannen links und rechts und Kreis und Vertikale zu Christi Geburt). Sie sagen uns alles dasjenige, was zusammenhängt mit der alten Weltentwickelung, haben das so vor sich, daß es die alten Zeiträume berücksichtigt. Der neue Anfang, der beginnt nach diesem Zeitabschnitte, 747 Jahre nach der Gründung Roms, die ja in Wahrheit 747 war, nicht nach dem Zeitpunkt, der in den gewöhnlichen Geschichtsbüchern angegeben wird.
[ 10 ] And these 747 years fit into the course of world history as a period that speaks with profound significance (Plate 22; red; likewise the two identical time spans to the left and right, and the circle and vertical line relative to the birth of Christ). They tell us everything related to the ancient course of world history, presenting it in a way that takes these ancient time periods into account. The new beginning, which starts after this period—747 years after the founding of Rome, which in truth was in the year 747, not the date given in ordinary history books.
[ 11 ] Da haben wir also einen neuen Anfang. Und wir müßten, wenn wir nun zurückgehen und die Zeiträume nehmen, überall zu den richtig angegebenen Zeitpunkten solche entsprechenden hinzufügen. Eine ganz neue Einteilung der fortlaufenden Zeit wird bewirkt dadurch, daß das Ereignis von Golgatha in diesen Zeitpunkt hineinfällt, wie von außen hineingesetzt in die Menschheitsentwickelung. Wir müssen uns klar sein, diese zwei Strömungen sind vorhanden in der Weltentwickelung, insofern in diese Weltentwickelung der Mensch eingespannt ist. Halten wir das fest, und sehen wir uns jetzt etwas anderes an.
[ 11 ] So here we have a new beginning. And if we were to go back now and examine the time periods, we would have to add corresponding dates to all the correctly specified points in time. A completely new division of the flow of time is brought about by the fact that the event of Golgotha falls within this point in time, as if inserted from the outside into the development of humanity. We must be clear that these two currents exist in the development of the world, insofar as humanity is involved in this development. Let us keep this in mind, and now let us look at something else.
[ 12 ] Sie wissen, der Mond bewegt sich — wir können ja die Perspektive, möchte ich sagen, der gewöhnlichen Astronomie beibehalten um die Erde herum. In Wirklichkeit tut er das nicht so, wie man das gewöhnlich beschreibt. Auch er beschreibt ja eine Lemniskate. Aber wir wollen jetzt davon absehen. Der Mond bewegt sich um die Erde herum. Zu gleicher Zeit, während er sich um die Erde herumbewegt, dreht er sich um sich selbst. Ich habe das schon angeführt. Er ist ein höflicher Herr, er wendet uns immer dieselbe Seite zu. Seine Rückseite ist immer von der Erde abgewendet — nicht ganz genau, man kann eigentlich nur sagen, daß im wesentlichen die eine Seite des Mondes immer der Erde zugewendet ist. Ein 7tel nämlich des Mondes, das geht allerdings an den Rändern herum (Tafel 23, oben; die Sichel rot); so daß man sagen kann: Es ist eigentlich so, daß nicht ganz immer diese vordere Seite der Erde zugewendet ist, sondern nach einiger Zeit ist von dem Rückwärtigen ein Siebtel heraufgekommen und dafür ein Siebtel hinübergegangen. Das gleicht sich dann wiederum aus durch die weiteren Bewegungen. Nicht geht das Siebtel etwa ganz da hinüber, sondern es geht wieder zurück, und der Mond wackelt so im Grunde genommen, indem er sich so um die Erde herumbewegt. Nun ist das aber etwas, was wir hier nur erwähnen wollen, denn in jeder elementaren Astronomie können Sie das Genauere darüber nachsehen.
[ 12 ] You know, the Moon moves—we can, I would say, maintain the perspective of conventional astronomy and say it moves around the Earth. In reality, it does not do so in the way it is usually described. It, too, traces a lemniscate. But let’s set that aside for now. The Moon moves around the Earth. At the same time, while it moves around the Earth, it rotates on its own axis. I have already mentioned this. It is a polite gentleman; it always faces us with the same side. Its far side is always turned away from the Earth—not quite exactly; one can really only say that, for the most part, one side of the Moon is always facing the Earth. Namely, one-seventh of the Moon does, however, move around the edges (Plate 23, top; the crescent in red); so that one can say: It is actually the case that this front side is not always facing the Earth, but after some time, one-seventh of the far side has come into view and, in turn, one-seventh has moved away. This then balances itself out again through the further movements. That one-seventh doesn’t go all the way over there, but rather returns, and the Moon essentially wobbles as it moves around the Earth. However, this is something we merely wish to mention here, for you can look up the details in any introductory astronomy textbook.


[ 13 ] Wenn man sich an einen Ort des Weltenraumes versetzen würde, der nach denjenigen Berechnungen, die die Astronomie anstellt, ein weit abliegender Stern wäre, so würde diese einmalige Herumdrehung des Mondes um seine Achse etwas mehr als 27 Tage beanspruchen. Wenn Sie sich aber versetzen auf die Sonne, so sehen Sie dadurch, daß Sonne und Mond in einer nicht gleich vor sich gehenden Bewegung sind, sondern mit verschiedener Geschwindigkeit zueinander sich bewegen, sehen Sie die Umdrehung von der Sonne aus nicht so, wie von einem weiten Sterne aus, sondern von der Sonne aus sehen Sie es ungefähr in etwas mehr als 29 Tagen. So daß man sagen kann: der Sternentag des Mondes ist 27 Tage, der Sonnentag des Mondes ist 29 Tage.
[ 13 ] If one were to transport oneself to a point in outer space that, according to astronomical calculations, would be a distant star, this single rotation of the Moon around its axis would take a little more than 27 days. However, if you were to place yourself at the Sun, you would see—since the Sun and the Moon are not moving in a uniform manner but are moving toward each other at different speeds—that the rotation, as viewed from the Sun, is not the same as when viewed from a distant star; rather, from the Sun’s perspective, it takes approximately a little more than 29 days. Thus, one can say: the lunar sidereal day is 27 days, and the lunar solar day is 29 days.
[ 14 ] Das hängt natürlich zusammen mit all den Übereinanderschiebungen, die überhaupt im Weltenall stattfinden. Sie wissen ja, die Sonne geht jeden Frühling in einem anderen Frühlingspunkte auf, und der Frühlingspunkt bewegt sich in 25 920 Jahren um die ganze Ekliptik, um den ganzen Tierkreis herum. Diese gegenseitigen Bewegungen bewirken, daß der Sternentag des Mondes wesentlich kürzer ist als der Sonnentag des Mondes.
[ 14 ] This is, of course, related to all the shifts that take place throughout the universe. As you know, the sun rises at a different vernal point every spring, and the vernal point completes a full circuit around the entire ecliptic—around the entire zodiac—in 25,920 years. These relative movements cause the lunar sidereal day to be significantly shorter than the lunar solar day.
[ 15 ] Nun, sehen Sie, wenn Sie das ins Auge fassen, so werden Sie sich sagen können, auch da ist ein merkwürdiger Unterschied. Jedesmal, wenn wir die Beobachtung machen von einem Vollmond zum anderen, bemerken wir einen Unterschied in bezug auf die Art und Weise, wie sich Mond und Sonne repräsentieren, von fast zwei Tagen. Das weist aber in Wirklichkeit darauf hin, daß wir es auch da mit zwei Bewegungen im Weltenall zu tun haben, die zwar miteinander gehen, die aber nicht auf den gleichen Ursprung zurückweisen. Und es kann verglichen werden dasjenige, was ich jetzt kosmisch auseinandergesetzt habe, mit dem, was ich vorher moralisch-geistig auseinandergesetzt habe. Es gibt eine Zwischenzeit zwischen denjenigen Anfängen, die die einzelnen Kulturepochen haben, der einen Strömung gemäß, und denjenigen Anfängen, die gewissermaßen auf das Christus-Ereignis hin orientiert sind. Es gibt immer die Notwendigkeit, wenn Vollmond eingetreten ist in bezug auf die Sternenzeit, dann zu warten, wenn man die Sonnenzeit abwarten will. Das dauert länger. Da ist wiederum eine Zwischenzeit vorhanden. Da haben Sie im Kosmos draußen zwei Strömungen, eine Bewegungsströmung, an der die Sonne teilnimmt, eine Bewegungsströmung, an der der Mond teilnimmt, die gerade so sind, daß man sagen kann: Wenn wit ausgehen von der Mondenströmung, so ist die Sonnenströmung etwas, was in diese Mondenströmung wie ein äußerer Einschlag hineinfällt, geradeso, wie das Christus-Ereignis in die fortlaufende Kulturströmung hineinfällt wie aus einer fremden Welt. Für die Mondenwelt ist die Sonnenwelt eine fremde Welt. Für die heidnische Welt ist die Christus-Welt eine fremde Welt, von einem gewissen Gesichtspunkte aus.
[ 15 ] Well, you see, if you consider this, you’ll realize that there’s a curious difference there, too. Every time we observe the transition from one full moon to the next, we notice a difference of nearly two days in the way the moon and sun appear. But this actually indicates that we are dealing here as well with two movements in the universe that, while they occur together, do not trace back to the same origin. And what I have now explained in cosmic terms can be compared to what I previously explained in moral-spiritual terms. There is an interim period between the beginnings of the individual cultural epochs—which follow a particular current—and those beginnings that are, so to speak, oriented toward the Christ event. There is always a necessity, once the full moon has occurred in relation to the stellar time, to wait if one wishes to observe the solar time. This takes longer. Here, too, there is an interim period. Out there in the cosmos, you have two currents: a current of movement in which the sun participates, and a current of movement in which the moon participates, which are precisely such that one can say: If we start from the lunar current, then the solar current is something that falls into this lunar current like an external impact, just as the Christ event falls into the ongoing cultural current as if from a foreign world. For the lunar world, the solar world is a foreign world. From a certain point of view, for the pagan world, the Christ world is a foreign world.
[ 16 ] Nun betrachten wir dieselbe Sache noch von einem dritten Gesichtspunkte aus. Das können wir nämlich. Wenn Sie den Versuch machen, einmal genau sich zu erinnern, wie das Gedächtnis des Menschen eigentlich wirkt, namentlich wenn Sie einschließen in diese Rückerinnerung Ihre Träume, dann werden Sie finden, daß zum Beispiel in die Träume im wesentlichen dasjenige hineinspielt, was eigentlich kurz vorher verlaufen ist, nicht in den inneren Gang des Träumens, aber in die Bilderwelt des Traumes spielt hinein, was in der letzten Zeit verlaufen ist. Mißverstehen Sie mich nicht. Es kann natürlich Ihnen etwas träumen, was vor vielen Jahren an Sie herangetreten ist; aber es wird Ihnen nicht träumen dasjenige, was vor vielen Jahren an Sie herangetreten ist, wenn nicht in den allerletzten Tagen etwas eingetreten ist, was in irgendeiner Gedanken- oder Empfindungsbeziehung zu dem ist, was vor Jahren da war. Die ganze Natur des Träumens hat etwas zu tun mit demjenigen, was unmittelbar in den letzten Tagen verlaufen ist. Beobachtung darüber setzt natürlich voraus, daß man sich eben einläßt auf solche Feinheiten des menschlichen Lebens. Wenn man sich einläßt, so liefert die Beobachtung so exakte Ergebnisse, wie nur irgendeine exakte Naturwissenschaft liefern kann.
[ 16 ] Now let’s look at the same thing from a third perspective. We can do that, after all. If you try to recall exactly how human memory actually works—especially if you include your dreams in this recollection—you will find that, for example, dreams essentially incorporate what has actually happened shortly before; not in the inner process of dreaming, but in the imagery of the dream, what has happened recently plays a role. Do not misunderstand me. Of course, you may dream of something that happened to you many years ago; but you will not dream of what happened to you many years ago unless something has occurred in the very last few days that is connected, in some way of thought or feeling, to what was there years ago. The very nature of dreaming has something to do with what has happened in the immediate past. Observing this, of course, presupposes that one is open to such subtleties of human life. If one is open to them, observation yields results as precise as any exact natural science can provide.
[ 17 ] Woher rührt denn das? Das rührt davon her, daß eine gewisse Zeit gebraucht wird, damit dasjenige, was wir seelisch erleben, damit das sich eindrückt aus dem astralischen Leib heraus in unsern Ätherleib hinein. Ungefähr nach zweieinhalb bis drei Tagen, manchmal eben auch schon nach eineinhalb Tagen, nach zwei Tagen, aber nicht, ohne daß wir darüber geschlafen haben, drückt sich dasjenige, was wir erleben im Umgange mit der Welt, von unserem astralischen Leibe aus in unseren Ätherleib ein. Damit es dadrinnen befestigt sei, braucht es immer eine Zeit. Und wenn wir mit dieser Tatsache die andere vergleichen, daß wir im gewöhnlichen Leben wechselweise trennen physischen Leib und Ätherleib — astralischen Leib und Ich im Schlafen und im Wachen wieder zusammenfügen, so müssen wir uns sagen, es ist ein gewisser loserer Zusammenhang zwischen physischem Leib und Ätherleib auf der einen Seite und Ich und astralischem Leib auf der anderen Seite. Ätherleib und physischer Leib bleiben zwischen Geburt und Tod immer beisammen, Ich und astralischer Leib bleiben auch beisammen. Aber astralischer Leib und Ätherleib bleiben nicht beisammen. Die gehen jede Nacht auseinander. Da ist ein loserer Zusammenhang zwischen Astralleib und Ätherleib als zwischen Ätherleib und physischem Leib. Dieser losere Zusammenhang, der drückt sich dadurch aus, daß erst gewissermaßen ein Auseinandersein da gewesen sein muß zwischen dem astralischen Leib und dem Ätherleib, bis das, was wir erleben dutch unseren astralischen Leib, sich eindrückt in den Ätherleib. Und wir können sagen, wenn irgendein Ereignis auf uns wirkt, wirkt es ja im wachen Zustand auf uns. Bedenken Sie doch nur, wenn Sie einem Ereignisse bei tagwachendem Zustand gegenüberstehen, so wirkt das Ereignis auf Ihren physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib und auf Ihr Ich. Nun ist aber dennoch ein Unterschied in bezug auf die Aufnahme. Der astralische Leib, der nimmt die Sache sofort auf. Der Ätherleib braucht eine gewisse Zeit, um die Sache so in sich befestigen zu lassen, daß nun ein voller Einklang ist zwischen dem Ätherleib und dem astralischen Leib. Weist Sie denn das nicht klar und deutlich darauf hin, daß, trotzdem Sie mit allen Ihren vier Gliedern der menschlichen Wesenheit dem Ereignis gegenüberstehen, daß da zwei Strömungen sind, die in ihrem Verhältnis zur Außenwelt nicht gleich laufen, von denen die eine Strömung länger braucht als die andere? Da haben Sie dasselbe, was Sie haben in der Geschichte, was Sie haben im Kosmos, Mond und Sonne, Heidentum und Christentum, da haben Sie dasselbe: Ätherizität, Astralizität — den Unterschied um einen Zeitraum. Es geht also bis in unser gewöhnliches Leben hinein dieses Durcheinanderwirken von zwei Strömungen, die zusammenkommen, die gemeinsame Resultate liefern für das Leben, die aber nicht einfach so gefaßt werden dürfen, daß man die Ursachen und Wirkungen der einen Strömung übereinanderfallen läßt mit den Ursachen und Wirkungen der anderen Strömung.
[ 17 ] Where does this come from? It comes from the fact that a certain amount of time is needed for what we experience psychologically to be imprinted from the astral body into our etheric body. After about two and a half to three days—sometimes even after just one and a half days, or two days—but not without having slept on it—what we experience in our interaction with the world is imprinted from our astral body into our etheric body. It always takes some time for it to become firmly established there. And when we compare this fact with the other—that in ordinary life we alternately separate the physical body and the etheric body, and reunite the astral body and the I during sleep and wakefulness—we must conclude that there is a somewhat looser connection between the physical body and the etheric body on the one hand, and the I and the astral body on the other. The etheric body and the physical body always remain together between birth and death, and the “I” and the astral body also remain together. But the astral body and the etheric body do not remain together. They separate every night. There is a looser connection between the astral body and the etheric body than between the etheric body and the physical body. This looser connection is expressed by the fact that there must first, so to speak, be a separation between the astral body and the etheric body before what we experience through our astral body is imprinted upon the etheric body. And we can say that when any event affects us, it does so while we are awake. Just consider this: when you encounter an event while fully awake, that event affects your physical body, etheric body, astral body, and your “I.” Yet there is still a difference in terms of how these are received. The astral body takes in the event immediately. The etheric body needs a certain amount of time to allow the event to become firmly established within it, so that there is now complete harmony between the etheric body and the astral body. Doesn’t this clearly and unambiguously indicate to you that, even though you face the event with all four members of your human being, there are two currents that do not proceed at the same pace in their relationship to the external world, one of which takes longer than the other? Here you have the same thing you find in history, the same thing you find in the cosmos—the moon and the sun, paganism and Christianity—here you have the same thing: etheric nature, astral nature—the difference being a period of time. This interplay of two currents—which converge and produce shared results for life, but which must not simply be understood as the causes and effects of one current overlapping with those of the other—thus extends into our everyday life.
[ 18 ] Sehen Sie, das sind Dinge, die von fundamentaler Bedeutung für Weltbetrachtung und Lebensbetrachtung sind, ohne die man überhaupt nicht auskommt, wenn man die Welt verstehen will. Und es sind zu gleicher Zeit Tatsachen, auf die heute überhaupt nirgends hingewiesen wird, die ganz übersehen werden. Und was zeigen denn diese Tatsachen? Sie zeigen, daß eine gewisse Harmonie besteht zwischen dem kosmischen Leben, dem geschichtlichen Leben und dem Leben des einzelnen Menschen, aber keine so konstruierte, wie es gewöhnlich angegeben wird heute, wo man alles nach dem materialistischen biogenetischen Grundgesetz frisieren möchte. Daraus folgt, daß wir nicht eine einzige Astronomie haben dürfen, sondern daß wir brauchen verschiedene Astronomien: eine Mondenastronomie und eine Sonnenastronomie. Sehen Sie, wenn Sie zwei Uhren haben (Tafel 23, unten), wovon die eine immer etwas zurückgeht gegenüber der anderen, wird die andere immer vor sein, die eine immer zurück; aber Sie werden nie annehmen können, daß, was auf der einen Uhr geschieht, seine Ursache hat auf der anderen Uhr. Das können Sie nicht, wenn auch eine gewisse Gesetzmäßigkeit besteht, selbstverständlich, indem die eine Uhr immer um dasselbe Stück zurück ist. Aber die beiden haben gar nichts miteinander zu tun, sie wirken nur dann zusammen, wenn ich sie zusammen anschaue. Ebensowenig hat die Sonnenastronomie mit der Mondenastronomie zu tun. Nur wirken die beiden gemeinsam in unserem Weltenall.
[ 18 ] You see, these are matters of fundamental importance for our view of the world and our view of life—matters we simply cannot do without if we wish to understand the world. And at the same time, they are facts that are not mentioned anywhere today, that are completely overlooked. And what do these facts reveal? They show that a certain harmony exists between cosmic life, historical life, and the life of the individual human being—but not a harmony constructed in the way it is usually presented today, when people try to force everything to conform to the materialistic biogenetic law. It follows from this that we cannot have just one kind of astronomy, but rather that we need different kinds of astronomy: lunar astronomy and solar astronomy. You see, if you have two clocks (Plate 23, bottom), one of which always runs a little slow compared to the other, the other will always be ahead, and the one will always be behind; but you can never assume that what happens on one clock is caused by the other clock. You cannot do that, even though a certain regularity exists, of course, in that one clock is always behind by the same amount. But the two have absolutely nothing to do with each other; they interact only when I look at them together. Nor does solar astronomy have anything to do with lunar astronomy. It is only in our universe that the two act together.
[ 19 ] Das ist das Wichtige, sehen Sie, daß man das ins Auge faßt. Und wie man unterscheiden muß zwischen der Sonnenastronomie und der Mondenastronomie, beziehungsweise der Regelung der Bewegung der Sonne und der Bewegung des Mondes, so muß man in der Geschichte unterscheiden zwischen dem, was in uns sich vollzieht dadurch, daß die Bewegung so vor sich geht, wie wir es in den Kulturperioden angeben, und was in uns geschieht dadurch, daß wir angeben jene Zeitepochen, die ihren Mittelpunkt haben in dem Ereignis von Golgatha. Diese zwei Dinge wirken zunächst in der Welt zusammen. Aber wir müssen sie, wenn wir ihnen beikommen wollen, voneinander unterscheiden. Wir sehen das Vorbild für das Geschichtliche im Kosmischen, und wir sehen den letzten Ausdruck — ich sage nicht die Wirkung — derselben universellen Tatsache in unserem eigenen Leben in den zwei bis drei Tagen, die verfließen müssen, bis sich die Gedanken so weit befestigt haben, daß sie nicht mehr so weit heroben sind in unserem astralischen Leibe, um ohne weiteres als Traum erscheinen zu können, sondern daß sie in unserem Ätherleib unten sind und heraufgeholt werden müssen durch die aktive Erinnerung oder durch irgend etwas, was anklingt an sie. In uns also geht die eine Strömung in die andere Strömung hinein. So wie wit uns vorzustellen haben, daß eine Mondenströmung da ist, welche gewissermaßen selbständige Bewegungsstrukturen erzeugt und daneben die Sonnenströmung, die wiederum selbständige Bewegungsstrukturen hat, so müssen wir uns vorstellen, daß wir mit unserer eigenen menschlichen Wesenheit näher zusammenhängen durch unseren physischen Leib und Ätherleib mit irgend etwas Außermenschlichem, und auf der anderen Seite näher zusammenhängen mit etwas anderem Außermenschlichen durch unsern astralischen Leib und unser Ich.
[ 19 ] That is the important thing—you see, to keep that in mind. And just as one must distinguish between solar astronomy and lunar astronomy—that is, between the regulation of the Sun’s motion and that of the Moon’s—so too must one distinguish in history between what takes place within us as a result of the course of events as we describe them in the cultural periods, and what happens within us as a result of our designation of those historical epochs that have their focal point in the event at Golgotha. These two things initially interact in the world. But if we are to come to grips with them, we must distinguish them from one another. We see the archetype of the historical in the cosmic, and we see the ultimate expression—I do not say the effect — of the same universal fact in our own lives in the two or three days that must pass before our thoughts have become sufficiently consolidated that they are no longer so high up in our astral body as to appear effortlessly as a dream, but are instead down in our etheric body and must be brought up through active recollection or through something that resonates with them. Within us, then, one current flows into another. Just as we must imagine that there is a lunar current that generates, so to speak, independent structures of movement, and alongside it the solar current, which in turn has its own independent structures of movement, so must we imagine that, through our physical body and etheric body, our own human being is more closely connected to something extra-human, and, on the other hand, are more closely connected to something else beyond the human realm through our astral body and our “I.”
[ 20 ] Über diese Dinge breitet einen Schleier von Verfinsterung die gegenwärtige Betrachtung, die alles durcheinanderwirft; welche einen Weltennebel annimmt und diesen Weltennebel sich ballen läßt. Da gehen hervor Sonnen, Planeten, Monde. Aber so ist es nicht. Sonnen und Monde gehen nicht aus denselben Ursprüngen hervor, sondern das sind zwei nebeneinander laufende Strömungen. Und ebensowenig kann man denselben Ursprung finden bei dem, was im Menschen Ich und astralischer Leib ist, und physischer und Ätherleib ist. Das sind zwei verschiedene Strömungen. Und wenn Sie meine «Geheimwissenschaft» lesen, so werden Sie sehen, wie Sie diese zwei verschiedenen Strömungen verfolgen müssen zurück bis zur Sonnenzeit. Dann allerdings, wenn es von der Sonne zurück auf den Saturn geht, dann ist eine gewisse Art von Einheit vorhanden. Aber die ist ja nun wirklich sehr weit zurückliegend. Aber von da ab — Sie wissen — mußte ich so schildern, daß eigentlich fortwährend die Tendenz vorhanden ist, daß zwei Strömungen nebeneinander laufen.
[ 20 ] The current way of looking at these things casts a veil of obscurity over them, throwing everything into confusion; it assumes a cosmic nebula and allows this nebula to condense. From it emerge suns, planets, and moons. But that is not how it is. Suns and moons do not arise from the same origins; rather, these are two parallel currents. Nor can one find the same origin in what constitutes the “I” and the astral body in the human being, and what constitutes the physical and etheric bodies. These are two different currents. And if you read my *Secret Science*, you will see how you must trace these two distinct currents back to the Solar Age. Then, however, when we go back from the Sun to Saturn, a certain kind of unity is present. But that, of course, lies very far back in time. But from that point on—as you know—I had to describe it in such a way that there is, in fact, a continuous tendency for these two currents to run parallel to one another.
[ 21 ] Ich habe Ihnen heute nur schildern wollen, wie es notwendig ist, ein Licht zu werfen auf die Parallelismen zwischen dem Weltendasein, dem geschichtlichen Dasein und dem menschlichen Dasein, um überhaupt ein Urteil darüber zu bekommen, wie man sich zu stellen hat zu den Weltenbewegungen. Sie haben gesehen, daß, wenn man sich richtig stellt, nicht eine Astronomie folgt, sondern zwei Astronomien folgen, eine Sonnen- und eine Mondenastronomie. Und ebenso folgt ein Menschenwerden heidnischer Natur die Naturwissenschaft ist noch heidnisch — und ein Menschenwerden christlicher Natur. Und in unserer Zeit haben viele Menschen die Tendenz, diese beiden Strömungen, die nun wahrhaftig auf der Erde sich zusammen getroffen haben, um zusammen zu wirken, nicht zusammenkommen zu lassen.
[ 21 ] Today I simply wanted to explain to you how necessary it is to shed light on the parallels between cosmic existence, historical existence, and human existence in order to form any judgment at all about how one should relate to the movements of the world. You have seen that, when one takes the right stance, not one astronomy follows, but two: solar astronomy and lunar astronomy. And in the same way, there is a becoming-human of a pagan nature—natural science is still pagan—and a becoming-human of a Christian nature. And in our time, many people have a tendency not to allow these two currents, which have now truly met on Earth to work together, to come together.
[ 22 ] Sehen Sie einmal, wie der ganze Sinn — das andere ist ja ohnedies Unsinn —, wie der ganze Sinn einer solchen Broschüre wie der Traubschen darinnen besteht, daß eigentlich gesagt wird: Ja, der Steiner möchte, daß die beiden Strömungen, die heidnische und die christliche, zusammenkommen. Wir wollen das nicht zulassen, wit wollen, daß die Naturwissenschaft immer heidnisch bleibt, damit wir nicht nötig haben, am Christentum irgend etwas geschehen zu lassen, was dieses Christentum zusammenbringt mit der Naturwissenschaft. — Selbstverständlich, wenn man die Naturwissenschaft heidnisch läßt, kann das Christentum nicht zusammenkommen mit der Naturwissenschaft. Dann kann man sagen: Naturwissenschaft wird betrieben äußerlich materialistisch, Christentum gründet sich auf den Glauben. Die beiden dürfen nicht zusammengebracht werden. — Aber der Christus ist wahrhaftig nicht in der Welt erschienen dazu, daß neben seinen Impulsen die heidnischen Impulse immer mächtiger und mächtiger werden, sondern er ist erschienen, um die heidnischen Impulse zu durchdringen. Und die Aufgabe der gegenwärtigen Zeit ist, dasjenige, was man auseinanderhalten möchte als Wissen und Glaube, miteinander zu vereinigen. Und das muß geschehen. Daher muß auch auf solche Dinge aufmerksam gemacht werden, wie ich es ja in einem der öffentlichen Vorträge in diesen Tagen getan habe. Auf der einen Seite ist das Bekenntnis angekommen dabei, nicht zuzulassen, daß man in die Christologie Kosmologie hineinbringt; auf der anderen Seite ist die Kosmologie angelangt bei dem Prinzip der Unzerstörbarkeit des Stoffes und der Kraft. Wenn man den Stoff und die Kraft als unzerstörbar und ewig ansieht, dann ist damit verknüpft das Zu-Boden-Treten aller Ideale. Dann ist aber auch das Christentum ohne Sinn. Einzig und allein, wenn dasjenige, was jetzt Stoff und Stoffesgesetze sind, eine vorübergehende Erscheinung ist, und in dem, was wir jetzt erleben im Zusammenhange mit der Christologie, mit dem Christus-Impuls, ein Keim ist für das, was bestehen wird, wenn der Stoff und die Kraft, wie sie jetzt gesetzmäßig walten, nicht mehr bestehen, sondern gestorben sein werden, einzig und allein dann haben Christentum und sittliches Ideal, hat Menschenwert einen wahren Sinn. Es gibt zwei große Gegensätze. Der eine stammt aus der letzten Konsequenz des Heidentums und heißt: Der Stoff und die Kraft sind unvergänglich; der andere stammt aus dem Christentum und heißt: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
[ 22 ] Just look at how the whole point—the rest is nonsense anyway—how the whole point of a pamphlet like Traub’s lies in the fact that it actually says: Yes, Steiner would like the two currents, the pagan and the Christian, to come together. We do not want to allow that; we want natural science to remain pagan forever, so that we do not have to allow anything to happen to Christianity that would bring it together with natural science. — Of course, if one leaves natural science pagan, Christianity cannot come together with natural science. Then one might say: Natural science is pursued in an outwardly materialistic way, while Christianity is founded on faith. The two must not be brought together. — But Christ truly did not appear in the world so that, alongside his impulses, pagan impulses might become ever more powerful; rather, he appeared to permeate those pagan impulses. And the task of the present age is to unite what people would like to keep separate—knowledge and faith. And this must happen. That is why attention must also be drawn to such matters, as I have indeed done in one of my recent public lectures. On the one hand, the creed has come to the point of refusing to allow cosmology to be introduced into Christology; on the other hand, cosmology has arrived at the principle of the indestructibility of matter and force. If one regards matter and force as indestructible and eternal, this entails the trampling underfoot of all ideals. But then Christianity, too, is meaningless. Only and exclusively if what we now call matter and the laws of matter is a temporary phenomenon, and if what we are now experiencing in connection with Christology—with the Christ impulse—is a seed for what will endure when matter and force, as they now operate according to the laws, no longer exist but will have perished, only then—and only then—do Christianity, moral ideals, and human dignity have true meaning. There are two great opposites. One stems from the ultimate consequence of paganism and states: Matter and force are imperishable; the other stems from Christianity and states: Heaven and earth will pass away, but my words will not pass away.
[ 23 ] Das sind die beiden größten Gegensätze, die in der Weltanschauung ausgesprochen werden können. Und unsere Zeit hätte alle Veranlassung, nicht sich konfus hinwegzusetzen über solche Dinge, sondern ernsthaftig mit wacher Seele hinzuschauen, was als Weltanschauung errungen werden muß, damit nicht über der Illusion des unzerstörbaren Stoffes und der unzerstörbaren Kraft verloren gehen sittlicher Menschenwert und christlicher Impuls in der Weltentwickelung. Davon morgen weiter.
[ 23 ] These are the two greatest opposites that can be articulated in a worldview. And our time has every reason not to brush aside such matters in a confused manner, but to look at them seriously and with an alert spirit to determine what must be achieved as a worldview, so that moral human dignity and the Christian impulse are not lost in the course of world development amid the illusion of indestructible matter and indestructible force. More on this tomorrow.
