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The Rudolf Steiner Archive

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The Spiritual Backgrounds of the Outer World
The Fall of the Spirits of Darkness
GA 201

16 May 1920, Dornach

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Sechzehnter Vortrag

Sixteenth Lecture

[ 1 ] Wenn man versucht zu erkennen, wie der Mensch im ganzen Universum drinnensteht, so handelt es sich darum, nicht nur das Räumliche dabei ins Auge zu fassen, sondern auch das Zeitliche. Wer die Entwickelungsgeschichte der Menschheit etwas verfolgt, wird finden, daß es eine Eigentümlichkeit orientalischer Weltanschauung ist, das Räumliche in den Vordergrund zu stellen, allerdings nicht so, daß das Zeitliche dabei ganz unberücksichtigt bleibt; aber es steht das Räumliche im Vordergrunde. Dahingegen ist es das Eigentümliche abendländischer Weltanschauung, mit dem Zeitlichen in ganz besonderem Maße zu rechnen. Und gerade der Hinblick auf dieses Zeitliche in der Entwickelung der Menschheit und des Universums überhaupt ist dasjenige, was bei einer richtigen Anschauung über die Christus-Kraft vor allen Dingen berücksichtigt werden muß. Dann aber, wenn man die Christus-Kraft in ihrer ganzen Bedeutung innerhalb der Evolution der Menschheit und der Erde richtig erkennen will, dann muß man den Menschen selbst zeitlich richtig in das ganze Universum hineinstellen können. Daran hindert heute, wie ich schon mehrfach erwähnte, der allgemeine Glaube an das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und namentlich auch an das Gesetz von der Erhaltung des Stoffes. Dieses Gesetz von der Erhaltung der Kraft, das ist es ja vor allen Dingen, welches den Menschen so in das Weltenall hineinstellen möchte, daß dieser Mensch dabei eigentlich nur wie ein Naturprodukt in diesem Weltenall drinnensteht. Es sind ja sogar schon Versuche gemacht worden zu ergründen, wie die Umwandelung desjenigen, was der Mensch aufnimmt als Nahrung, durch die Verbrennung geschieht in Kräfte, und wie die dann in dem Menschen auftretende Verbrennungswärme und seine sonstige Kraft sich als die umgewandelte Kraft der Nahrungsmittel ergibt. Solche Versuche sind bereits in der neueren Zeit mit Studenten gemacht worden. Sie gleichen dem Gedanken, der etwa in der folgenden Weise sich geltend machen wollte: Man sieht ein Haus, hört, das ist eine Bank, versucht durch irgendwelche Manipulationen alles Geld, welches hineingetragen wird in diese Bank, zu zählen und zählt dann auch alles dasjenige Geld, das wiederum herausgetragen wird; und man findet, daß das dasselbe ist. Und jetzt zieht man daraus den Schluß: also hat sich das Geld darinnen umgewandelt, oder es ist das gleiche geblieben, und es sind keine Beamten, keine Menschen in diesem Bankhaus drinnen. So ungefähr ist ja die Logizität des Gedankens, daß man alles dasjenige, was der Mensch in sich hineinißt, in den umgewandelten Kräften seiner Erwärmung, seiner Betätigung wiederum finden könne. Man hat auch da nur nicht den Mut, wirklich einmal, ich möchte sagen, die Gedankentiefe zu prüfen, die diesen modernen Prinzipien zugrunde liegt. Man würde gar mancherlei herausbekommen, wenn man das, was in der sogenannten Wissenschaft der Gegenwart figuriert, auf seine Logizität und namentlich auf seinen Wirklichkeitscharakter hin prüfen würde.

[ 1 ] When one attempts to understand humanity’s place within the universe as a whole, it is important to consider not only the spatial aspect but also the temporal one. Anyone who follows the history of human development even a little will find that it is a characteristic of the Eastern worldview to place the spatial aspect in the foreground—though not to the extent that the temporal aspect is entirely disregarded; nevertheless, the spatial aspect takes precedence. In contrast, it is a characteristic of the Western worldview to give the temporal aspect particular consideration. And it is precisely this consideration of the temporal aspect in the evolution of humanity and the universe as a whole that must be taken into account above all else in a correct understanding of the Christ force. But if one wishes to correctly recognize the Christ force in its full significance within the evolution of humanity and the Earth, then one must be able to place humanity itself in the proper temporal context within the entire universe. As I have already mentioned several times, what stands in the way of this today is the general belief in the law of conservation of energy and, in particular, the law of conservation of matter. It is above all this law of conservation of energy that seeks to place human beings within the cosmos in such a way that they are viewed merely as a product of nature within it. Attempts have even been made to investigate how the conversion of what humans consume as food occurs through combustion into energy, and how the heat of combustion and other forms of energy that arise within the human body result from the transformed energy of the food. Such experiments have already been conducted in recent times with students. They resemble the line of thought that sought to assert itself in roughly the following way: One sees a building, hears that it is a bank, attempts through various manipulations to count all the money that is carried into this bank, and then also counts all the money that is carried out again; and one finds that it is the same amount. And now one draws the conclusion: so the money inside has been transformed, or it has remained the same, and there are no bank clerks, no people inside this bank building. That, roughly speaking, is the logic of the idea that everything a person consumes can be found again in the transformed forces of their body heat and activity. Here, too, people simply lack the courage to truly examine—I would say—the depth of thought underlying these modern principles. One would uncover all sorts of things if one were to examine what appears in so-called contemporary science for its logical consistency and, in particular, for its connection to reality.

[ 2 ] Nun handelt es sich darum, daß ja durch alle diese unwirklichkeitsgemäßen und im Grunde genommen auch unlogischen Denkoperationen der neueren Zeit, der Mensch eben in diesen Zwiespalt hineingestellt ist, auf den ich in diesen Tagen aufmerksam machte, wo auf der einen Seite die Ideale stehen, Nebeneffekte, auf der anderen Seite das Naturgeschehen steht und man keine Brücke von dem einen zu dem andern finden kann. Höchstens wird in der neueren Zeit von dekadenten Schwätzern auf dem Gebiete der Philosophie, wie etwa Eucken oder Bergsor, versucht, in das Naturgeschehen in einer Weise hineinzureden, durch die ein wenig geschmeichelt werden kann dem primitiven Denken derjenigen Menschen, die durchaus nicht auf etwas Konkretes eingehen wollen, sondern die sich mit solch einem Gefasel, wie es der Euckenismus oder der Bergsonismus ist, zufrieden geben wollen. Um was es sich handelt, ist zunächst einmal, sich zu fragen: Was trägt der Mensch in sich aus dem ganzen Umfange des Universums heraus? Was trägt der Mensch in sich so, daß er sich in diesem Gliede des Universums mit seinem Selbst betätigen kann, so betätigen kann, daß man sieht, was da entsteht, ist sein Eigenes. — Alle anderen Dinge des Universums, alle anderen Wesenschaften, wenn ich das Wort bilden darf, alle andern Wesenschaften des Universums sind weniger leicht zu übersehen, aber eine Wesenschaft ist ja zunächst wirklich leicht zu studieren, wenn man nur absieht von allen Vorurteilen der sogenannten neueren Wissenschaft, das ist die Wärme.

[ 2 ] The point is that, through all these unrealistic and, fundamentally speaking, illogical thought processes of modern times, human beings have been placed precisely in this dilemma that I have been drawing attention to in recent days—where, on the one hand, there are ideals and side effects, and on the other hand, there are natural phenomena, and no bridge can be found between the two. At most, in recent times, decadent philosophizing chatterboxes—such as Eucken or Bergsor— attempt to interpret natural phenomena in a way that might slightly flatter the primitive thinking of those people who have absolutely no interest in engaging with anything concrete, but who are content to settle for such drivel as Euckenism or Bergsonism. The first question to ask is: What does a human being carry within themselves from the entire expanse of the universe? What does a human being carry within themselves such that they can engage with this part of the universe through their own self—and do so in such a way that one can see what emerges is their own? — All other things in the universe, all other “beings”—if I may coin the term—all other beings in the universe are less easy to grasp at a glance, but one being is, in fact, quite easy to study at first, provided one sets aside all the prejudices of so-called modern science: that is, heat.

[ 3 ] Gewiß, man muß zunächst sich sagen, auch die Tierwelt und vielleicht bis zu einem gewissen Grade die Pflanzenwelt haben Eigenwärme; aber in einer solchen Weise, wie die höhere Tierwelt und die Menschenwelt Eigenwärme haben, kann man sie doch unterscheiden von anderen Arten von Eigenwärme, die entwickelt werden. Jedenfalls ist es notwendig, einmal auf dieses, was wir Eigenwärme im Menschen nennen können, hinzusehen. Ich will heute von der Tierheit ganz absehen, obwohl das, was ich sage, durchaus nicht im Widerspruche steht mit den Tatsachen innerhalb der Tierwelt; aber es würde heute zu weit führen, die Betrachtung auch auf die Tierwelt auszudehnen. In dem, was der Mensch als seine Eigenwärme hat, und in dem zunächst etwas vorliegt, was sich gewissermaßen als eine Art Wärmeorganismus absondert für jeden Menschen von der übrigen universellen Wärme, in dem hat er sein innerstes körperliches, sein innerstes leibliches Betätigungsfeld. Man ist nur darauf nicht aufmerksam, weil dem gewöhnlichen Bewußtsein sich ja entzieht, wie im Grunde genommen dasjenige, was im Menschen als Seelisch-Geistiges lebt, seine unmittelbare Fortsetzung findet in einer Wirkung auf die im Menschen vorhandene Wärme. Man sollte eigentlich zunächst, wenn man von des Menschen Leiblichkeit spricht, von seinem Wärmeleib sprechen. Man sollte sagen: Wenn ein Mensch vor dir steht, so steht vor dir auch ein abgeschlossener Wärmeraum, der in einer gewissen Beziehung höhere Temperatur hat als die Umgebung. In dieser erhöhten Temperatur lebt zunächst das, was geistig-seelisch im Menschen ist, und auf dem Umwege durch die Wärme überträgt sich das, was im Menschen geistig-seelisch ist, auch auf die übrigen Organe. So kommt ja auch der Wille zustande.

[ 3 ] Certainly, one must first acknowledge that the animal kingdom—and perhaps, to a certain extent, the plant kingdom—also possesses intrinsic heat; but the way in which the higher animal kingdom and the human realm possess intrinsic heat allows us to distinguish it from other forms of intrinsic heat that develop. In any case, it is necessary to take a closer look at what we might call intrinsic warmth in human beings. I will set aside the animal realm entirely today, although what I am saying is by no means at odds with the facts within the animal world; but it would take us too far afield today to extend this consideration to the animal world as well. In what a human being possesses as their own warmth—and in which there is, to begin with, something that, in a sense, separates itself as a kind of warmth organism for each individual from the rest of the universal warmth—there lies their innermost physical, their innermost bodily sphere of activity. People simply do not pay attention to this because it eludes ordinary consciousness—just as, fundamentally, what lives in the human being as the soul-spiritual finds its immediate continuation in an effect upon the warmth present within the human being. One should actually, when speaking of the human being’s physicality, first speak of his or her warmth body. One should say: When a person stands before you, a self-contained space of warmth also stands before you, which, in a certain sense, has a higher temperature than the surroundings. It is within this elevated temperature that the spiritual and soul aspects of the human being first come to life, and indirectly, through the warmth, these spiritual and soul aspects are also transmitted to the other organs. This is how the will comes into being.

[ 4 ] Der Wille kommt dadurch zustande, daß zuerst auf die im Menschen befindliche Wärme gewirkt wird und dann, indem auf die Wärme gewirkt wird, auf den Luftorganismus, von da auf den Wasserorganismus und von da erst auf das, was im Menschen mineralisch fester Organismus ist. So daß man also sich die menschliche Organisation so vorzustellen hat: Man wirkt innerlich zuerst auf die Wärme, dann durch die Wärme auf die Luft, von da auf das Wasser, auf den Flüssigkeits-Organismus, und von da auf den festen Organismus. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, daß der Mensch ja zum geringsten Teile seines Organismus aus Festem besteht, daß er zu mehr als 75 Prozent ja Wasserkörper ist. Dies, daß wir eigentlich leben und weben in unserer Wärme, das gehört zu den physiologischen Tatsachen, die streng ins Auge gefaßt werden müssen. Wir dürfen auch dasjenige, was da als ein abgeschlossener Wärmeraum ist (Tafel 30, große Form Mitte oben), nicht einfach etwa so auffassen, daß da eben ein Wärmeraum von einer höheren Temperatur als die Umgebung ist, sondern wir müssen das so auffassen, daß da differenziert wärmere und kältere Partien sind. Ebenso wie in uns Leber, Lunge und so weiter differenziert sind, so ist unser Wärmeorganismus differenziert, und er ist so, daß er seine Differenzierung innerlich fortwährend ändert. Er ist in einer bewegten Differenzierung. Und in diesem innerlichen Organisieren von Wärme besteht dasjenige, was sich zunächst an die seelisch-geistige Tätigkeit anschließt.

[ 4 ] The will comes about in that one first acts upon the warmth within the human being, and then—by acting upon the warmth—upon the air organism, from there upon the water organism, and only then upon what constitutes the mineral, solid organism within the human being. So one must imagine the human organism in this way: One acts internally first on the warmth, then through the warmth on the air, from there on the water, on the fluid organism, and from there on the solid organism. I have pointed out to you that the human being consists of solid matter as the smallest part of his organism, and that he is, in fact, more than 75 percent water. The fact that we actually live and function within our warmth is one of the physiological facts that must be taken very seriously. Nor should we simply regard what is depicted here as a closed thermal space (Plate 30, large shape at the top center) as merely a thermal space with a higher temperature than its surroundings; rather, we must understand it as containing distinct warmer and colder regions. Just as our liver, lungs, and so on are differentiated within us, so too is our thermal organism differentiated, and it is such that it is constantly changing its differentiation internally. It is in a state of dynamic differentiation. And within this internal organization of heat lies that which is initially connected to soul-spiritual activity.

Blackboard DrawingZeichnung auf einer Tafel

[ 5 ] Sehen Sie, heute reden die Philosophen davon, man könne nicht die Wirkung des Geistig-Seelischen auf das Leibliche einsehen, weil sie sich einen Arm etwa so wie irgendeine feste Hebelvorrichtung vorstellen (dieselbe Tafel, Winkel rechts oben). Dann kann man natürlich nicht einsehen, wie auf diese feste Hebelvorrichtung sich die Tätigkeit des Geistig-Seelischen, das man möglichst abstrakt vorstellt, übertragen soll. Man muß nur sein Augenmerk auf die Übergänge richten. Da also finden wir dasjenige, was für den Menschen herausorganisiert ist aus dem ganzen Universum. Und nun handelt es sich darum, daß, wenn wir real den Gedanken des Menschen studieren, wir daraufkommen, daß das Denken, das sich in unserem Haupte geltend macht, sehr viel zu tun hat mit diesem innerlichen Arbeiten in den Wärme-Verhältnissen. Es ist das etwas ungenau gesprochen, aber es kann nur im Laufe der Zeit das Ungenaue vielleicht durch das Genauere ergänzt werden. Wir müssen versuchen, ein abgeschlossenes Bild zu bekommen. Daher will ich mehr kursorisch zunächst charakterisieren. Es ist so, daß, wenn man beobachtet dieses Ineinanderarbeiten von Gedanken im Wärmeraum, im abgeschlossenen Wärmeraum, wenn man das beobachtet, dann zeigt sich, daß so etwas wie ein Zusammenwirken von dem, was die Denktätigkeit ist, mit der Wärmetätigkeit vor sich geht. Und worinnen besteht das? Sehen Sie, da kommen wir auf etwas, was ich Sie bitte, sehr genau zu berücksichtigen.

[ 5 ] You see, philosophers today argue that one cannot understand the effect of the spiritual-soul aspect on the physical, because they imagine an arm to be something like a fixed lever mechanism (the same diagram, upper right corner). Then, of course, one cannot understand how the activity of the spiritual-soul aspect—which one imagines as abstractly as possible—is supposed to be transmitted to this fixed lever mechanism. One need only direct one’s attention to the transitions. There, then, we find that which has been organized out of the entire universe specifically for the human being. And now the point is that, when we truly study human thought, we come to realize that the thinking that takes place in our heads has a great deal to do with this inner workings within the thermal conditions. This is expressed somewhat imprecisely, but perhaps over time the imprecise aspects can be supplemented by more precise ones. We must try to obtain a complete picture. Therefore, I will initially characterize this more briefly. The fact is that when one observes this interplay of thoughts within a thermal space—a closed thermal space—it becomes apparent that something like an interaction between the activity of thought and the activity of heat is taking place. And what does this consist of? You see, this brings us to something I ask you to consider very carefully.

[ 6 ] Wenn Sie den ganzen übrigen Menschen nehmen und dann sein Haupt (dieselbe Tafel, ganz rechts), so können Sie natürlich einen Stoffwechsel vom ganzen übrigen Menschen zum Haupt hin vetfolgen. Und daß schließlich das Haupt mit dem Denken etwas zu tun hat, das spüren Sie ja als eine unmittelbare Erfahrung. Aber was geschieht da in Wirklichkeit? Sehen Sie, was da in Wirklichkeit geschieht, darauf möchte ich Sie führen, indem wir nach und nach zu dem entsprechenden Bilde kommen wollen. Nehmen Sie einmal an, Sie haben eine Flüssigkeit; Sie bringen sie zum Kochen; da verdunstet sie, da geht sie in eine Substanz von größerer Dünnigkeit über. Noch viel intensiver geschieht dieser Vorgang durch das menschliche Denken. Es bewirkt, daß in dem, was da als Stoffwechsel sich abspielt im menschlichen Haupte, aller Stoff abfällt, gewissermaßen als Bodensatz abfällt und dann ausgeschieden wird (Pünktchen in der Zeichnung), und daß zurückbleibt von dem das bloße Bild.

[ 6 ] If you take the rest of the human body and then the head (the same diagram, far right), you can, of course, trace a metabolic flow from the rest of the body to the head. And you can sense as a direct experience that the head ultimately has something to do with thinking. But what is actually happening there? I would like to guide you to see what is actually happening there by gradually working our way toward the corresponding image. Suppose you have a liquid; you bring it to a boil; there it evaporates, there it transforms into a substance of greater thinness. This process occurs even more intensely through human thinking. It causes all matter to be separated out—as it were, to settle as sediment—from the metabolic processes taking place in the human head, and then to be excreted (the little dots in the drawing), leaving behind only the image.

[ 7 ] Ich will ein anderes Bild noch gebrauchen, damit Sie mich verstehen. Denken Sie sich einmal, Sie haben hier ein Gefäß (ganz links). In diesem Gefäß haben Sie eine Lösung. Sie bringen die Lösung zum Abkühlen, was auch ein Wärmeprozeß ist. Unten sammelt sich ein Bodensatz, oben sammelt sich die feinere Flüssigkeit. So ist es hier (in der Zeichnung ganz rechts) durch das menschliche Haupt. Nur sammelt sich da oben überhaupt nichts Materielles, sondern die bloßen Bilder, und das Materielle wird ausgeschieden. Das ist die menschliche Hauptestätigkeit, daß sich die bloßen Bilder sammeln und das Materielle ausgeschieden wird. Dieser Prozeß vollzieht sich tatsächlich in alledem, was man den Übergang des Menschen zum reinen Denken nennen kann. Da fällt gewissermaßen in den Organismus zurück alles Materielle, das sich an dem menschlichen Innenleben beteiligt hat, und es bleiben allein die Bilder. Tatsächlich ist es so, daß wir, wenn wir uns zum reinen Denken aufschwingen, in Bildern leben. Unsere Seele lebt in Bildern. Und diese Bilder, sie sind dasjenige, was von allem Früheren bleibt. Nicht das Materielle bleibt, sondern die Bilder bleiben.

[ 7 ] I’d like to use another example so that you can understand me. Imagine you have a vessel here (on the far left). Inside this vessel, you have a solution. You allow the solution to cool, which is also a thermal process. A sediment collects at the bottom, and the finer liquid collects at the top. This is how it is here (in the drawing on the far right) within the human head. Only, nothing material accumulates up there at all—only the pure images—and the material is excreted. This is the primary activity of the human head: that the pure images accumulate and the material is excreted. This process actually takes place in everything that can be called the human transition to pure thinking. In a sense, all that is material that has participated in the human inner life falls back into the organism, and only the images remain. In fact, when we rise to pure thinking, we live in images. Our soul lives in images. And these images are what remain of everything that came before. It is not the material that remains, but the images.

[ 8 ] Das, was ich Ihnen jetzt auseinandergesetzt habe, das ist zu verfolgen bis in die Gedanken selbst hinein, denn es geschieht dieser Vorgang nur dann, wenn sich eben die Gedanken umwandeln in bloße Bilder. Gedanken leben ja zunächst, ich möchte sagen, verleiblicht. Sie sind von Substanz durchdrungen. Aber sie sondern sich als Bilder aus dieser Substanz heraus. Aber wir können, wenn wir richtig geisteswissenschaftlich zu Werke gehen, gut unterscheiden, was sich da als reine Gedanken, als sinnlichkeitsfreie Gedanken heraussondert aus dem materiellen Prozeß, wir können das unterscheiden von allen solchen Gedanken, welche eigen waren dem, was ich in diesen Tagen wiederum und sonst auch immer genannt habe «die instinktive Weisheit der Alten». Diese instinktive Weisheit der Alten, sie trägt, wenn wir sie heute kennenlernen, ganz genau den Charakter an sich, daß die Alten es nicht gebracht haben bis zu einer solchen Filtrierung der Gedanken, daß wirklich alles Materielle herausgefallen wäre. Daß wirklich alles Materielle herausfällt, das ist ein Ergebnis der Menschheitsentwickelung. Und wenn es auch durch äußere Physiologie nicht zu konstatieren ist, es ist so, daß im wesentlichen — natürlich im wesentlichen und approximativ — die Menschheit der Erde vor dem Mysterium von Golgatha immer bloß Gedanken hatte in Verbindung mit dem Materiellen und daß in der Zeit, in der das Ereignis von Golgatha in das Erdenleben eingeschlagen hat, die Menschheit in ihrer Entwickelung so weit war, daß sie absondern konnte in dem innerlich seelisch-geistigen Gedankenprozeß das Materielle; daß materienfreies Denken möglich geworden ist.

[ 8 ] What I have just explained to you must be traced all the way into the thoughts themselves, for this process occurs only when thoughts are transformed into mere images. Thoughts, after all, initially exist—I would say—in a corporeal form. They are permeated by substance. But they separate themselves from this substance as images. Yet if we proceed correctly in the spirit of spiritual science, we can clearly distinguish what emerges from the material process as pure thoughts—thoughts free of sensuality—and we can distinguish this from all those thoughts that were characteristic of what I have repeatedly called in recent days, and have always called, “the instinctive wisdom of the ancients.” This instinctive wisdom of the ancients, when we come to know it today, bears precisely the character that the ancients did not achieve such a refinement of thought that truly all material elements would have been filtered out. That truly all material elements are filtered out is a result of human development. And even if this cannot be established through external physiology, it is the case that, essentially—of course, essentially and approximately—humanity on Earth, prior to the Mystery of Golgotha, always had only thoughts connected with the material, and that by the time the event of Golgotha entered earthly life, humanity had progressed in its development to the point where it could separate the material aspect within the inner, soul-spiritual thought process; that thinking free of matter had become possible.

[ 9 ] Ich bitte, fassen Sie das nicht als etwas Unbedeutendes auf. Es ist sozusagen eine der allerwichtigsten Tatsachen, die wir im Erdenleben beobachten können, daß in diesem Erdenleben einmal das eintritt, daß die Menschen in ihrer Fortentwickelung frei werden von der Verleiblichung der Gedanken, daß die Gedanken sich umwandeln in bloße Bilder. So daß wir sagen können: Entwickelung bis zum Mysterium von Golgatha — verleiblichte Bilder leben im Menschen; Entwickelung nach dem Mysterium von Golgatha — materienfreie Bilder leben im Menschen (Tafel 31, oben). Das Universum wirkt vor dem Mysterium von Golgatha so auf den Menschen, daß er zu leibfreien, materienfreien Bildern nicht kommt. Das Universum zieht sich gewissermaßen zurück seit dem Mysterium von Golgatha. Der Mensch wird in ein Sein versetzt, das nur in Bildern geschieht.

[ 9 ] Please do not take this as something insignificant. It is, so to speak, one of the most important facts we can observe in earthly life: that at some point in this earthly existence, human beings, in the course of their further development, become free from the embodiment of thoughts, and that thoughts are transformed into mere images. So that we can say: Development up to the Mystery of Golgotha—embodied images live within the human being; Development after the Mystery of Golgotha—images free of matter live within the human being (Plate 31, above). Before the Mystery of Golgotha, the universe acts upon the human being in such a way that he does not attain images free of the body and free of matter. The universe has, so to speak, withdrawn since the Mystery of Golgotha. The human being is transported into a state of being that takes place solely in images.

Blackboard DrawingZeichnung auf einer Tafel

[ 10 ] Sehen Sie, was da der Mensch vor dem Mysterium von Golgatha als seinen Zusammenhang mit der Erde erfühlt hat, das bezog er auch auf das Universum. Er bezog gewissermaßen das irdische Menschenleben auf den Himmel. Wir können das ganz genau beobachten. Es war ein deutliches Bewußtsein vorhanden im hebräischen Altertum, daß die 12 Stämme Israels irdische Projektionen sind der 12 Sternbilder des Tierkreises. Die Zwölfteiligkeit der Welt drückt sich im Menschenleben aus. (Tafel 31, rechts.) Und wir können sagen: Dazumal wurde dieses Menschenleben so vorgestellt, daß es als ein Ergebnis vorgestellt wurde der Zwölfheit des Himmels, des Tierkreises. Die Menschen fühlten sich, auch jeder einzelne, so, daß der Sternenhimmel in sie hereinstrahlte. Sie fühlten sich vor allen Dingen als Gruppe so, daß der Sternenhimmel in sie hereinstrahlte. In der Entwickelung des althebräischen Altertums müssen wir zurückgehen bis zu der Zeit, wo uns gesprochen wird von den 12 Jakobssöhnen als den Projektionen der 12 Gebiete des Himmels auf der Erde. Wie da im grauen Altertum sich innerhalb der hebräischen Entwickelung dieses Hereinstrahlen der Kräfte des Himmels auf den Erdenmenschen ergab, so ergab sich, weil auf den verschiedenen Punkten der Erdoberfläche die Entwickelung in verschiedenen Zeiten auftritt, für Europa ein späterer Zeitpunkt. Da müssen Sie ins Frühmittelalter zurückgehen und die Artussage, die Sage vom König Artus und seiner Tafelrunde, die bedeutsame Keltensage, studieren. Denn Mitteleuropa, das in späterer Zeit jene Etappe der Kultur entwickelte, die die alten Hebräer schon vor Jahrtausenden entwickelt haben, Mitteleuropa war erst zu der Zeit, für die angesetzt wird die Artussage, die Sage von Artus’ Tafelrunde, so weit. Aber es ist ein Unterschied jetzt. Das hebräische Altertum entwickelte sich bis zu dem Punkte hin, wo diese Einstrahlungen aus dem Universum in dem Menschen noch das ergaben, was die verleiblichten Bilder waten. Dann kam der Zeitpunkt, wo der Leib sich von den Bildern zurückzog. Jetzt mußte den Bildern eine neue Substantialität gegeben werden. Es war ja die Gefahr vorhanden, daß der Mensch in bezug auf sein Seelenleben völlig überging in ein Bilddasein. Diese Gefahr wurde von den Menschen nicht gleich erkannt. Und noch der Cartesius zappelte; und statt den Satz auszusprechen: Ich denke, also bin ich nicht —, sprach er den Satz aus, der das Gegenteil der Wahrheit ist: Ich denke, also bin ich. — Denn wenn wir in den Bildern leben, sad wir eben nicht. Es ist das beste Zeichen, daß wir nicht sind, wenn wir in bloßen Gedanken leben, daß der Gedanke substantiell erfüllt werden muß. Damit die Menschheit nicht in bloßen Bildern fortlebe, schlägt diejenige Wesenheit in die Menschheitsentwickelung herein, die durch das Mysterium von Golgatha hereingeschlagen ist, damit wiederum innerliche Substantialität im Menschenwesen ist. Dieses Hereinschlagen der Zentralkraft, die nun der zum Bild gewordenen menschlichen Seele wieder Realität geben soll, wird aber nicht gleich verstanden. Sie trifft zunächst allerdings das althebräische Altertum. Im Mittelalter haben wir von diesem den letzten Ausläufer in der Tafelrunde der 12 um den König Artus; aber es stellt sich gleich etwas anderes entgegen: die Parzival-Sage, die den einen Menschen den Zwölften gegenüberstellt, den einen Menschen, der nun aus seinem eigenen inneren Zentrum die Zwölfheit herausentwickelt. So daß diesem Bilde (Tafel 31, rechts), das im wesentlichen das Gralsbild wäre, entgegenzustellen ist das ParzivalBild (links), wo aus dem Zentrum ausstrahlt, was der Mensch jetzt in sich hat. Und das Bestreben derjenigen, die im Mittelalter den Parzival begreifen wollten, die rege machen wollten in der menschlichen Seele das Parzival-Streben, das Bestreben dieser war, hineinzubtringen in das menschliche Bilddasein, das sich herauskristallisieren kann nach der Filtration von allem Materiellen, Substantialität, Innerlichkeit, Wesenhaftigkeit. Während die Gralssage noch die Einstrahlung von außen zeigt, wird entgegengestellt die Parzival-Gestalt, die vom Zentrum aus in die Bilder das hineinstrahlen soll, was ihnen wieder Realität gibt.

[ 10 ] You see, what human beings sensed as their connection to the Earth in the face of the Mystery of Golgotha, they also applied to the universe. In a sense, they related earthly human life to the heavens. We can observe this very clearly. There was a distinct awareness in ancient Hebrew times that the 12 tribes of Israel are earthly projections of the 12 constellations of the zodiac. The twelvefold structure of the world is expressed in human life. (Plate 31, right.) And we can say: At that time, human life was conceived as a result of the twelvefold nature of the heavens, of the zodiac. People felt—even each individual—as though the starry sky were shining into them. Above all, as a group, they felt as though the starry sky were shining into them. In the development of ancient Hebrew times, we must go back to the period when we are told of the twelve sons of Jacob as the projections of the twelve regions of the heavens onto the earth. Just as this streaming in of the forces of the heavens onto earthly human beings arose within Hebrew development in ancient times, so too—because development occurs at different times at various points on the Earth’s surface—a later point in time arose for Europe. You must go back to the early Middle Ages and study the Arthurian legend—the legend of King Arthur and his Round Table, that significant Celtic legend. For Central Europe—which in later times developed that stage of culture that the ancient Hebrews had already developed millennia ago—had only reached that level by the time the Arthurian legend, the legend of Arthur’s Round Table, is said to have taken place. But there is a difference now. Ancient Hebrew civilization developed to the point where these cosmic influences within the human being still produced what the embodied images represent. Then came the moment when the body withdrew from the images. Now the images had to be given a new substantiality. After all, there was a danger that human beings, in terms of their soul life, would completely slip into an existence as mere images. This danger was not immediately recognized by people. And even Descartes was still struggling; and instead of uttering the sentence, “I think, therefore I am not,” he uttered the sentence that is the opposite of the truth: “I think, therefore I am.” — For when we live in images, we do not truly exist. The fact that we live in mere thoughts—that the thought must be substantively fulfilled—is the clearest sign that we do not exist. So that humanity might not continue to live in mere images, the very entity that entered human evolution through the Mystery of Golgotha now intervenes, so that inner substantiality may once again be present in the human being. This intervention of the central force—which is now intended to restore reality to the human soul that has become an image—is not immediately understood, however. It first strikes the ancient Hebrew world. In the Middle Ages, we see the last vestige of this in the Round Table of the Twelve around King Arthur; but something else immediately emerges in contrast: the Parzival legend, which sets the single human being against the Twelve—the single human being who now develops the quality of the Twelve from his own inner center. Thus, this image (Plate 31, right)—which would essentially be the image of the Grail—must be contrasted with the Parzival image (left), where what the human being now possesses within himself radiates from the center. And the aspiration of those who, in the Middle Ages, sought to understand Parzival—who sought to stir within the human soul the Parzivalian striving—was to instill into human existence that which can crystallize after the filtration of all that is material: substantiality, inner life, and essentiality. While the Grail legend still depicts an influence radiating from the outside, the figure of Parzival is set in contrast—he is meant to radiate from the center into the images, restoring their reality.

[ 11 ] Und indem die Parzival-Sage auftritt, ist diese Parzival-Sage das Bestreben der mittelalterlichen Menschheit, den Weg zu finden zum innerlichen Christus. Es ist ein instinktives Streben, dasjenige zu verstehen, was als der Christus in der Menschheitsentwickelung lebt. Wenn man innerlich studiert, was bei der Ausgestaltung dieser Parzival-Gestalt empfunden wurde, und dann es mit dem vergleicht, was heute in den Bekenntnissen lebt, dann bekommt man so recht einen Antrieb für das, was heute geschehen muß. Denn heute begnügen sich die Leute mit der Worthülse «Christus» und glauben, den Christus zu haben, während ihn nicht einmal die Theologen haben, die ja auch an der äußerlichen Wort-Interpretation hängen. Im Mittelalter ist noch so viel unmittelbares Bewußtsein vorhanden, daß man sich durch das Erfassen des MenschheitsRepräsentanten, des Parzival, zu der Christus-Gestalt hinaufringen will. Wenn man dies überdenkt, bekommt man aber auch einen Eindruck von der Stellung des Menschen zum ganzen Universum. Überall draußen in der natürlichen Welt herrscht Umwandelung der Kräfte; im Menschen allein wird durch das reine Denken der Stoff herausgewortfen. Der Stoff, der nun wirklich durch das reine Denken aus dem Menschlichen herausgeworfen wird, der ist auch vernichtet als Stoff, der geht in die Vernichtung hinein. Das Menschenleben steht so im Universum drinnen, daß im Menschen der Ort vorhanden ist, wo Stoffliches aufhört, so daß es nicht mehr vorhanden ist.

[ 11 ] And as the Parzival legend emerges, this legend represents the striving of medieval humanity to find the path to the inner Christ. It is an instinctive striving to understand that which lives as the Christ in the evolution of humanity. If one studies inwardly what was felt in the creation of this figure of Parzival, and then compares it with what lives today in the creeds, one truly gains an impetus for what must happen today. For today people are content with the empty phrase “Christ” and believe they possess Christ, whereas not even the theologians—who are, after all, bound to the external interpretation of words—possess him. In the Middle Ages, there was still so much direct consciousness that people sought to strive upward toward the figure of Christ by grasping the representative of humanity, Parzival. When one reflects on this, however, one also gains an impression of humanity’s place within the entire universe. Everywhere out in the natural world, a transformation of forces is at work; in human beings alone is the substance cast out through pure thought. The matter that is truly expelled from the human being through pure thought is also destroyed as matter; it enters into annihilation. Human life is situated within the universe in such a way that within the human being there is a place where the material ceases to exist, so that it is no longer present.

[ 12 ] Wenn Sie dies bedenken, dann müssen Sie ja sich das ganze Erdendasein so vorstellen (Tafel 30, oben rechts der Mitte): Hier die Erde, auf der Erde die Menschen, in die Menschen hinein geht der Stoff. Überall sonst wandelt er sich um; im Menschen wird er vernichtet. Die stoffliche Erde wird in dem Maße verschwinden, als dutch die Menschen der Stoff der Erde vernichtet wird (unten, rechts der Mitte, Erde mit abwärts strahlenden Linien). Wenn einmal aller Stoff der Erde durch die menschliche Organisation durchgegangen sein wird, so daß er in den menschlichen Organisationen gebraucht sein wird zum Denken, dann hört die Erde als Weltenkörper auf zu sein. Und was die Menschen herausgewonnen haben aus dieser Weltenerde, das sind die Bilder (dreieckige Formen). Aber diese Bilder, die haben eine neue Realität, eine ursprüngliche Realität erhalten. Und diese Realität ist diejenige, die von der Kraft ausgeht, die sich als die Zentralkraft geltend machte durch das Mysterium von Golgatha (Kreis MG mit horizontal in die Bilder einstrahlender Linie). Das heißt, wenn wir hinblicken auf das Ende der Erde, wie stellt sich die Sache dar? Das Ende der Erde wird dann vorhanden sein, wenn auf die eben geschilderte Art der ganze Stoff der Erde vernichtet sein wird. Von dem, was innerhalb der Erdenentwickelung dann geschehen sein wird, werden die Menschen Bilder haben. Es würde am Ende der Erdenzeit die Erde im Weltenall versunken sein, und es würden bloß die Bilder da sein ohne Realität. Was ihnen aber Realität gibt, das ist, daß in der Menschheit das Mysterium von Golgatha da war, welches diesen Bildern weiterhin für das folgende Leben die innerliche Realität gibt. Damit aber ist ein neuer Anfang gesetzt für das Zukunftsdasein der Erde durch das Mysterium von Golgatha.

[ 12 ] If you consider this, then you must imagine the entire existence of the Earth in this way (Plate 30, top right of center): Here is the Earth; on the Earth are human beings; matter enters into human beings. Everywhere else it is transformed; within human beings, it is destroyed. The material Earth will disappear to the extent that human beings destroy the Earth’s matter (bottom, to the right of center, Earth with lines radiating downward). Once all the Earth’s matter has passed through the human organism—so that it is used in human organisms for thinking—the Earth will cease to exist as a world body. And what human beings have extracted from this world-earth are the images (triangular forms). But these images have acquired a new reality, an original reality. And this reality is the one that emanates from the force that asserted itself as the central force through the Mystery of Golgotha (circle MG with a line radiating horizontally into the images). That is to say, when we look toward the end of the Earth, how does the situation present itself? The end of the Earth will have come about when, in the manner just described, the entire substance of the Earth has been destroyed. People will have images of what will have taken place within the course of the Earth’s development. At the end of the Earth’s age, the Earth would have sunk into the cosmos, and only the images would remain, devoid of reality. But what gives them reality is that the Mystery of Golgotha existed within humanity, which continues to endow these images with inner reality for the life to come. Thus, through the Mystery of Golgotha, a new beginning is established for the Earth’s future existence.

[ 13 ] Sie sehen daraus, daß wir dasjenige, was in unserer Entwickelungsströmung enthalten ist, nicht bloß so anzusehen haben, daß das eine fortlaufende Entwickelungsströmung ist, wo sich eins ans andere immer wie Wirkung zur Ursache anschließt, sondern wir haben die Erdenentwickelung so anzusehen, daß es eine vorchristliche Erdenentwickelung gegeben hat, aus der alles dasjenige herauskam, was dazumal auch Menschen denken konnten. Denn das war im Vatergott enthalten, das war der Erde mitgeteilt durch ihren Vatergott. Aber der Vatergott hatte es so eingerichtet, daß dasjenige, was er als Erdenentwickelung schuf, dem absterbenden Teile der Erdenentwickelung gewidmet war. Ein neuer Anfang setzte ein mit dem Mysterium von Golgatha. Von allem Früheren sollten nur zurückbleiben die Bilder, gewissermaßen das Gemälde der Welt. Aber diese Bilder sollten eine neue Realität erhalten durch dasjenige, was als Wesenheit in die Erdenentwickelung hereingedrungen ist durch das Mysterium von Golgatha. Das ist die kosmische Bedeutung des Mysteriums von Golgatha. Das ist es, was ich schon vor Jahren meinte, als ich sagte: Nicht eher ist das Christentum begriffen, als bis es bis zur Physik herunter all unser Erkennen durchdringt. Nicht eher ist das Christentum begriffen, bis wir herunter bis zum Physikalischen verstehen, wie die christliche Substantialität im Weltendasein wirkt. Nicht eher ist das Christentum begriffen, bis wir uns sagen: Gerade im Gebiet der Wärme vollzieht sich im Menschen eine solche Umwandelung, daß durch sie Materie vernichtet wird, daß sich bloßes Bilddasein aus der Materie herauszieht, daß dieses Bilddasein aber durch die Verbindung der Menschenseele mit der Christus-Substanz zu neuer Realität gemacht wird.

[ 13 ] You can see from this that we must not view what is contained in our stream of evolution merely as a continuous stream of development, in which one thing always follows another as effect follows cause; rather, we must view Earth’s evolution in such a way that there was a pre-Christian Earth evolution from which everything emerged that people were capable of conceiving at that time. For that was contained within the Father God; it was communicated to the Earth by its Father God. But the Father God had arranged it so that what He created as Earth’s evolution was dedicated to the dying part of that evolution. A new beginning took place with the Mystery of Golgotha. Of all that had gone before, only the images—the “painting of the world,” so to speak—were to remain. But these images were to be imbued with a new reality through that which, as a being, entered into the Earth’s evolution through the Mystery of Golgotha. That is the cosmic significance of the Mystery of Golgotha. That is what I meant years ago when I said: Christianity will not be understood until it permeates all our knowledge, right down to physics. Christianity will not be understood until we comprehend, right down to the physical level, how Christian substance operates in the existence of the world. Christianity will not be understood until we say to ourselves: Precisely in the realm of heat, a transformation takes place within the human being such that matter is annihilated through it, that mere image-existence withdraws from matter, but that this image-existence is made into a new reality through the union of the human soul with the Christ-substance.

[ 14 ] Und vergleichen Sie mit diesem Zusammenschlingen desjenigen, was geistig-seelisch durch den Menschen ist, mit dem, was physisches Dasein ist, vergleichen Sie diesen ganzen Gedanken mit dem trostlosen naturwissenschaftlichen Gedanken der neuen Zeit, der Sie nur in eine Sackgasse führen kann, so werden Sie sehen, welche Bedeutung dieser Gedanke hat; denn dieser Gedanke zeigt uns, wie wir uns alles das vorzustellen haben, was in die bloßen Julius Robert Mayerschen Gesetze eingeschlossen ist, wie wir uns das vorzustellen haben als dasjenige, was abfällt vom Weltendasein, wie Eis vor der Sonne schmilzt, Schnee in der Sonne schmilzt. Aber der Mensch behält zurück die Bilder. Diese Bilder bekommen aber eine Realität für die Zukunft dadurch, daß eine neue Substanz in diese Bilder fährt, die Substanz, die durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist.

[ 14 ] And if you compare this intertwining of what is spiritual and soul-related in human beings with what constitutes physical existence—if you compare this entire idea with the bleak scientific view of the modern age, which can only lead you into a dead end—then you will see the significance of this idea; for this idea shows us how we are to conceive of everything that is encompassed by Julius Robert Mayer’s laws alone—how we are to conceive of it as that which falls away from world existence, just as ice melts before the sun, just as snow melts in the sun. But human beings hold on to these images. These images, however, acquire a reality for the future through the infusion of a new substance into them—the substance that has passed through the Mystery of Golgotha.

[ 15 ] Damit aber wird auch der Menschengedanke der Freiheit begründet, und er wird zusammengeschlossen mit dem naturwissenschaftlichen Denken. Er wird dadurch zusammengeschlossen mit dem naturwissenschaftlichen Denken, daß man nicht sagt: Erhaltung des Stoffes und der Kraft, sondern: Es ist dem Stoff und der Kraft eine bloße zeitliche Lebensdauer bestimmt. Wir nehmen nicht bloß teil an dem sich fortentwickelnden stofflichen Weltenall, sondern an dem Absterben dieses Weltenalls, und wir sind jetzt schon dabei, uns herauszuringen bis zum bloßen Bilddasein und uns mit dem zu durchdringen, dem wir uns freiwillig allein hingeben können, dem Christus-Wesen. Denn das Christus-Wesen steht so in der Menschheitsentwickelung drinnen, daß das Verhältnis des Menschen zum Christus nur ein freies sein kann. Derjenige, der sucht, gezwungen zu werden, den Christus anzuerkennen, der kann sein Reich nicht finden. Der kann nur zu dem allgemeinen Vatergott gehen, der aber in unserer Welt sich nur noch mit einer untergehenden Welt beteiligt, der eben wegen dieses Unterganges seiner Welt den Sohn gesandt hat. Es muß sich geistige Weltanschauung mit natürlicher Weltanschauung zusammenschließen; aber sie schließen sich im Menschen zusammen. Und sie schließen sich im Menschen zusammen dutch eine freie Tat. Daher kann man nicht anders sagen, als wer die Freiheit beweisen will, der steht auf einem alten heidnischen Standpunkt. Deshalb mißglücken auch alle Beweise für die Freiheit, denn die Freiheit muß man nicht beweisen wollen, sondern ergreifen wollen. Und man ergreift sie in dem Momente, wo man den Charakter des sinnlichkeitsfreien Denkens erfaßt. Aber dieses sinnlichkeitsfreie Denken, das braucht wiederum den Zusammenhang mit der Welt. Es findet ihn nicht, wenn es sich nicht verbindet mit dem, was als neue Substanz geradezu in die Weltenevolution eingezogen ist dutch das Mysterium von Golgatha.

[ 15 ] This, however, also establishes the human concept of freedom, and it is integrated with scientific thought. It is integrated with scientific thought in that one does not say: “conservation of matter and energy,” but rather: “Matter and energy are assigned a mere temporal duration.” We participate not only in the ever-evolving material universe, but also in the passing away of this universe, and we are already in the process of striving toward a mere existence as an image and of permeating ourselves with that to which we can voluntarily devote ourselves alone: the Christ-being. For the Christ-Being is so deeply embedded in human evolution that the relationship between humanity and Christ can only be a free one. Whoever seeks to be compelled to acknowledge Christ cannot find his kingdom. He can only turn to the universal Father-God, who, however, in our world is now involved only with a world in decline—a world for which, precisely because of its decline, he sent the Son. A spiritual worldview must unite with a natural worldview; but they unite within the human being. And they unite within the human being through a free act. Therefore, one cannot help but say that whoever seeks to prove freedom stands on an old pagan standpoint. That is why all attempts to prove freedom fail, for one must not seek to prove freedom, but to seize it. And one seizes it at the very moment one grasps the nature of thinking free from the senses. But this thinking free from the senses, in turn, requires a connection to the world. It does not find this connection unless it unites with that which, as a new substance, has been drawn directly into the evolution of the world through the Mystery of Golgotha.

[ 16 ] So liegt schon im richtigen Erfassen des Christentums die Brücke zwischen der natürlichen Weltanschauung und der moralischen Weltanschauung. Und es könnte zunächst sehr eigentümlich erscheinen, daß gerade Träger moderner oder alter, ins moderne Leben hereinragender Bekenntnisse nicht eine Wissenschaft wollen, welche sich gegen das Christentum hinbewegt, daß sie womöglich eine bloß materialistische Wissenschaft wollen, damit daneben ein wissenschaftsloser Glaube zu seinem Rechte kommen könne. In dieser Beziehung kann man sagen: Sehr verwandt sind sich der moderne Materialismus und das reaktionäre Christentum. Denn das reaktionäre Christentum hat geradezu die Menschheit hineingetrieben in die Auffassung, es dürfe nichts Geistiges mit dem wirklichen Wissen durchdrungen werden. Das wirkliche Wissen müsse sich freihalten von dem Geistigen, müsse wegbleiben von dem Geistigen, dürfe sich nur auf das Materielle erstrecken. Und so steht auf der einen Seite der Verteidiger dieses oder jenes Bekenntnisses, der sagt: Wissenschaft erstreckt sich nur auf das Sinnlich-Wahrnehmbare, das andere soll nur vom Glauben erfaßt werden; und auf der anderen Seite steht der Materialist, der sagt: Wissenschaft erstreckt sich nur auf das Sinnlich-Wahrnehmbare, den Glauben habe ich mir aber abgewöhnt.

[ 16 ] Thus, the very act of correctly understanding Christianity serves as the bridge between the natural worldview and the moral worldview. And it might at first seem very peculiar that precisely those who hold modern or ancient beliefs that extend into modern life do not want a science that moves away from Christianity, but rather—if anything—a purely materialistic science, so that a faith devoid of science might come into its own alongside it. In this regard, one can say: Modern materialism and reactionary Christianity are very closely related. For reactionary Christianity has virtually driven humanity into the view that nothing spiritual may be infused into true knowledge. True knowledge must remain free from the spiritual, must stay away from the spiritual, and may extend only to the material. And so, on the one hand, there stands the defender of this or that creed, who says: Science extends only to what is perceptible through the senses; the rest must be grasped solely through faith; and on the other hand, there stands the materialist, who says: Science extends only to what is perceptible through the senses, but I have weaned myself of faith.

[ 17 ] Geisteswissenschaft ist nicht verwandt mit dem Materialismus. Die modernen Bekenntnisse, also die alten Bekenntnisse, die in das moderne Leben hereinragen, sind gar sehr verwandt mit dem Materialismus.

[ 17 ] The humanities are not related to materialism. Modern creeds—that is, the old creeds that have carried over into modern life—are, in fact, very closely related to materialism.

[ 18 ] Damit glaube ich, Sie darauf hingewiesen zu haben, wie verankert ist in der Geisteswissenschaft die Möglichkeit, die moralische Weltordnung wirklich zu durchdringen mit dem, was wir auch über die Natur wissen können, und umgekehrt das Naturwissen wirklich zu durchdringen mit der moralischen Weltordnung. Denn, sehen Sie, jenes Phantom, welches heute in der äußeren Wissenschaft noch als Mensch figuriert, jenes trügerische Bild, das mit dem Menschen wie mit einer Konfiguration von Mineralischem rechnet, das ist ja in Wahrheit beim herumgehenden Menschen nicht vorhanden. Der Mensch ist ebenso organisiert im Flüssigen wie im Festen, organisiert im Luftförmigen und vor allen Dingen organisiert in der Wärme. Und kommen Sie herauf bis zur Wärme, so finden Sie den Übergang in das Geistig-Seelische, denn Sie haben in der Wärme bereits den Übergang von dem Räumlichen in das Zeitliche. Und das Seelische verfließt ja in dem Zeitlichen dort. Sie kommen immer mehr und mehr über die Wärme herauf aus dem Räumlichen in das Zeitliche, und Sie erhalten die Möglichkeit, auf dem Umwege, den ich hier angedeutet habe, das Moralische zu suchen im Physischen. Wer, ich möchte sagen, kurzsinnig denkt, der wird ja kaum herausbekommen, wie der Zusammenhang des Moralischen mit dem Physischen in der Menschennatur ist. Denn man vermag ja allerdings seinem Tode entgegenzuleben als ein Bösewicht, und man verrenkt sich dadurch die Arme nicht, sondern bleibt dabei ein wohlgestalteter Mensch. Aber der Wärmezustand wird dann nicht untersucht, der Wärmezustand, der sich allerdings in viel minuziöserer Weise ändert, als man glaubt, der aber wiederum zurückwirkt auf dasjenige, was der Mensch durch den Tod trägt. Heute ist die Betrachtungsweise so, daß wir gewissermaßen auf dieses Niveau hinsehen (Tafel 30, links oben wird angeschrieben und gezeichnet), hinaufsehen in die Abstraktion, da oben das Gedankliche und so weiter haben, hinuntersehen in das Physisch-Materielle. Wir bekommen aber den Übergang nicht, wenn wir nicht zu der in sich beweglichen Wärme, die dazwischen liegt, übergehen; zu jener Wärme, die wenigstens für den menschlichen Instinkt noch einen ebenso seelischen wie physischen Aspekt hat. Aus dem Instinkt ist es wenigstens noch nicht herausgebracht worden, daß der Mensch auch moralisch für seinen Mitmenschen Wärme entwickeln kann, seelische Wärme entwickeln kann, die das wirkliche Gegenbild der physischen Wärme ist. Aber diese seelische Wärme entsteht allerdings nicht dutch eine physische Umwandelung im Sinne der Julius Robert Mayerschen Theorie. Wie entsteht sie denn? Ich möchte sagen: Hier zeigt es sich handgreiflich. Warum reden Sie denn überhaupt von warmem Fühlen? Weil Sie fühlen, weil Sie empfinden, daß die Gefühlswärme das Bild ist der äußeren physischen Wärme. Da filtriert sich die Wärme in das Bild. Und das, was heute nur seelische Wärme ist, es wird im späteren, zukünftigen Weltendasein eine physische Rolle dadurch spielen, daß der Christus-Impuls darinnen leben wird. Und in dem, was heute nur Bild-Wärme ist in unserer Gefühlswelt, wird leben, damit es physisch sein kann dann, wenn die Erdenwärme verschwunden sein wird, dasjenige, was die Christus-Substanz, die Christus-Wesenschaft ist. Versuchen Sie nur einmal, jenes zarte Verhältnis zwischen der äußeren physischen Wärme und dem, was man instinktiv als die Gefühlswärme bezeichnet, zu finden. Gehen Sie dann zu dem, was Goethe in seiner Farbenlehre in der sechsten Abteilung: «Sinnlichsittliche Wirkung der Farben» nennt. Sehen Sie, wie er in den Farbenwahrnehmungen selber auf der einen Seite die erkältenden Farben hat, auf der andern Seite die erwärmenden Farben; sehen Sie, wie da das Sinnlich-Sittliche sich zusammenschließt mit dem physischen Zustande, den wir gewissermaßen mit dem Thermoskop abmessen können; sehen Sie, wie da ineinanderspielt das Seelische und das äußerlich Physische. Dann werden Sie einen Aspekt von dem bekommen, wie durch echten Goetheanismus der Zusammenschluß zwischen der moralischen Weltanschauung und der physischen Weltanschauung gefunden werden kann.

[ 18 ] With this, I believe I have pointed out to you how deeply rooted in spiritual science is the possibility of truly penetrating the moral world order with what we can also know about nature, and, conversely, of truly penetrating our knowledge of nature with the moral world order. For, you see, that phantom which still figures as a human being in external science today—that deceptive image that treats the human being as if it were a configuration of mineral matter—is, in truth, not present in the human being walking about. Human beings are organized in the liquid just as in the solid, organized in the gaseous, and above all organized in warmth. And if you ascend to the realm of warmth, you will find the transition into the spiritual-soul realm, for in warmth you already have the transition from the spatial to the temporal. And the soul flows into the temporal realm there. You ascend more and more through warmth from the spatial into the temporal, and you gain the opportunity, through the detour I have indicated here, to seek the moral within the physical. I would say that anyone who thinks short-sightedly will hardly be able to grasp the connection between the moral and the physical in human nature. For one can, of course, live toward one’s death as a villain, and in doing so one does not contort one’s arms, but remains a well-formed human being. But the state of warmth is then not examined—the state of warmth that, admittedly, changes in a far more minute way than one believes, but which in turn has a reciprocal effect on what the human being carries through death. Today’s approach is such that we look, so to speak, down at this level (Plate 30, with notes and drawings in the upper left), look up into abstraction—where we find the intellectual and so on—and look down into the physical-material realm. But we cannot grasp the transition unless we turn to the warmth that moves within itself and lies in between—that warmth which, at least for human instinct, still has both a spiritual and a physical aspect. Instinct has not yet been deprived of the capacity for a human being to develop warmth—spiritual warmth—toward their fellow human beings, a warmth that is the true counterpart of physical warmth. But this spiritual warmth certainly does not arise through a physical transformation in the sense of Julius Robert Mayer’s theory. How, then, does it arise? I would say: Here it becomes tangibly evident. Why do you speak of warm feelings at all? Because you feel, because you sense that emotional warmth is the image of external physical warmth. There, the warmth filters into the image. And what is today merely emotional warmth will play a physical role in the later, future world existence because the Christ impulse will live within it. And within what is today merely image-warmth in our emotional world, there will live—so that it may become physical when the Earth’s warmth has vanished—that which is the Christ substance, the Christ essence. Just try for a moment to discern that delicate relationship between external physical warmth and what we instinctively call emotional warmth. Then turn to what Goethe calls the “Sensual-Moral Effect of Colors” in the sixth section of his Theory of Colors. See how, in color perceptions themselves, he distinguishes on the one hand the cooling colors and on the other the warming colors; see how the sensually-moral aspect is intertwined with the physical state, which we can, so to speak, measure with a thermometer; see how the soul and the external physical realm interact with one another. Then you will gain an insight into how, through genuine Goetheanism, the union between the moral worldview and the physical worldview can be achieved.

[ 19 ] Allerdings, der Jesuitismus haßt diesen Zusammenschluß. Deshalb ist auch das beste Buch über Goethe, das aus jesuitischem Geiste geschrieben worden ist, ein giftiges Buch, ein furchtbares Buch, aber viel scharfsinniger, viel wirkungsvoller als alles, was sonst über Goethe geschrieben worden ist, weil mit innerlicher jesuitischer Rhetorik geschrieben. Ich meine das dreibändige Goethewerk von Pater Baumgartner. Es ist haßerfüllt, voller Giftigkeit, aber es ist eben eindrucksvoll und wirksam. Und Sie können ganz sicher sein, in der Welt, von der sich viele Menschen heute keine Vorstellung machen, in der Welt, die aber auch uns bekämpft, da ist Goethe verbreiteter als unter den Gebildeten. Diejenigen, die zu Goethe halten und die Goethe verstehen vom positiven Standpunkte aus, sind eine kleine Gemeinde. Diejenigen, die Goethe hassen, das ist eine große Gemeinde; man stellt sie sich nur nicht groß genug vor. Ich habe Sie einmal, vor jetzt schon längerer Zeit, darauf hingewiesen, wie wenig man eigentlich gegenüber dem, was unter uns Menschen immerhin lebt, wach ist. Ich habe dazumal gesagt, ich möchte an der Türe Zettel abnehmen lassen, um zu wissen, wie viele von den Anwesenden das deutsche Machwerk «Dreizehnlinden» von Weber kennen. Ich hätte gern gewußt, wie viele Zettel abgegeben worden wären. Es wäre damals sicher ein trauriges Resultat herausgekommen. Und dennoch, dieses Werk «Dreizehnlinden», ein Werk im Sinne des positiven Katholizismus, hat bald nach seinem Erscheinen schon eine außergewöhnlich große Anzahl von Auflagen erlebt. Wissen denn diejenigen, die die Menschheit gern vorwärts bringen möchten, in ihrem Wachbewußtsein etwas davon, wie breite Wirkung solche Dinge haben? Und breite Wirkung haben alle diese Dinge, aus denen auch der Kampf gegen uns hervorgeht, davon können Sie überzeugt sein. Diese Dinge sind wirksam. Sie sind es in viel breiterem Umfange, als sich die schläfrige Menschheit vorstellen möchte. Und während wir wirklich eine kleine Goethe-Gemeinde haben, die zu Goethe hält, die gar nicht einmal hinweisen kann auf irgendwie Beträchtliches aus dieser Goethe-Weisheit heraus, ist das Jesuitenbuch über Goethe mit großem Scharfsinn geschrieben, geschickt gemacht und ein sehr wirksames Buch.

[ 19 ] However, Jesuitism hates this union. That is why even the best book on Goethe—one written in the Jesuit spirit—is a venomous book, a terrible book, yet far more incisive and far more effective than anything else ever written about Goethe, precisely because it is written with an inner Jesuit rhetoric. I am referring to Father Baumgartner’s three-volume work on Goethe. It is filled with hatred, full of venom, but it is nonetheless impressive and effective. And you can be quite certain that in the world—a world of which many people today have no conception, yet a world that also opposes us—Goethe is more widespread than among the educated. Those who stand by Goethe and understand him from a positive standpoint are a small community. Those who hate Goethe—that is a large community; people simply do not imagine it to be large enough. I once pointed out to you, quite some time ago now, how little we are actually aware of what is, after all, alive among us humans. I said at the time that I would like to have slips of paper collected at the door to find out how many of those present were familiar with Weber’s German drivel *Dreizehnlinden*. I would have liked to know how many slips would have been turned in. The result back then would certainly have been a sad one. And yet, this work, *Dreizehnlinden*—a work in the spirit of positive Catholicism—went through an extraordinarily large number of printings soon after its publication. Do those who would like to advance humanity have any inkling, in their waking consciousness, of the far-reaching impact such things have? And all these things—from which the struggle against us also arises—do indeed have a far-reaching impact; of that you can be certain. These things are effective. They are effective on a much broader scale than sleepy humanity would like to imagine. And while we truly have a small Goethe community that stands by Goethe—one that cannot even point to anything of any significance derived from this Goethean wisdom—the Jesuit book on Goethe is written with great acumen, skillfully crafted, and is a very effective book.

[ 20 ] Das ist es aber, was wir nötig haben: uns zu durchdringen mit wachem Geistesleben. Dann wird Geisteswissenschaft schon gedeihen, wenn waches Geistesleben wirklich unter uns Platz greift.

[ 20 ] But that is precisely what we need: to imbue ourselves with an alert spiritual life. Then spiritual science will flourish once an alert spiritual life truly takes root among us.