The Bridge Between the Spiritual and
Physical Realms of Human Beings
GA 202
10 December 1920, Dornach
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
The Bridge Between the Spiritual and Physical Realms of Human Beings, tr. SOL
Sechster Vortrag
Sixth Lecture
[ 1 ] Es hat sich bei unseren letzten Auseinandersetzungen hier gehandelt um die Möglichkeit, auf der einen Seite im Reiche des Natürlichen dasjenige zu sehen, was in einer gewissen Weise zusammenhängt mit dem Moralischen, mit dem Seelischen, und auf der anderen Seite im Seelischen wiederum zu sehen, was im Natürlichen vorhanden ist. Gerade auf diesem Gebiete steht ja eigentlich die Menschheit der Gegenwart vor einem, man möchte sagen, beunruhigenden Rätsel. Nicht nur, daß vorliegt, was ich jetzt auch in öffentlichen Vorträgen öfter zur Sprache gebracht habe, daß der Mensch auf der einen Seite, wenn er die Naturgesetze auf das Weltenall anwendet und hinsieht auf die Vergangenheit, sich sagen muß: Hervorgegangen ist alles, was wir in unserer Umgebung haben, aus irgendeinem Urnebelzustande, also etwas rein Materiellem, das sich dann in irgendeiner Weise differenziert, umgestaltet hat, und aus dem die Wesen des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen Reiches hervorgegangen sind, aus dem auch der Mensch hervorgegangen ist. Dieses wird in einer gewissen Weise, wenn auch in anderer Form als im Anfange, als rein Physisches, auch am Ende des Weltenalls wiederum da sein. Dann aber wird das, was in uns als Moral geboren wird, unsere Ideale, im Grunde genommen verklungen und vergessen sein und da sein wird der große Kirchhof des Physischen, und keine Bedeutung wird innerhalb dieses physischen Endzustandes das haben, was als seelische Entwickelung in dem Menschen aufgestiegen ist, weil es ja nur eben eine ArtSchaumblase war. Das einzige Reale wäre dann dasjenige, was physisch aus einem Urnebel zur stärksten Differenzierung der verschiedenen Wesen sich entwickelt, um dann wiederum zurückzukehren in den allgemeinen schlackenartigen Weltzustand.
[ 1 ] Our recent discussions here have centered on the possibility, on the one hand, of seeing within the realm of the natural that which is, in a certain way, connected to the moral and the spiritual, and, on the other hand, of seeing within the spiritual that which is present in the natural. It is precisely in this area that humanity today faces what one might call a troubling mystery. Not only is there the fact—which I have also frequently addressed in public lectures—that, on the one hand, when a person applies the laws of nature to the universe and looks back at the past, they must conclude: Everything we have in our surroundings arose from some kind of primordial nebular state—that is, something purely material—which then, in some way, differentiated and transformed itself, giving rise to the beings of the mineral, plant, and animal kingdoms, from which human beings also emerged. In a certain sense—albeit in a different form than at the beginning—this purely physical reality will also be present again at the end of the universe. But by then, what is born within us as morality—our ideals—will, in essence, have faded away and been forgotten, and there will be the great graveyard of the physical; and within this final physical state, what has risen within humanity as spiritual development will have no significance, for it was, after all, merely a kind of bubble. The only reality would then be that which develops physically from a primordial nebula into the most highly differentiated forms of various beings, only to return once more to the general, slag-like state of the universe.
[ 2 ] Solch eine Anschauung, zu der doch derjenige kommen muß, der in ehrlicher Weise, das heißt, daß er ehrlich gegen sich selbst ist, zur natürlichen Weltanschauung der Gegenwart sich bekennt, solch eine Anschauung kann niemals eine Brücke bauen zwischen dem Physischen und dem Moralisch-Seelischen. Daher braucht solch eine Anschauung immer, wenn sie nicht ganz materialistisch sein und eigentlich in den materiellen Vorgängen das einzige der Welt sehen will, immer eine Art gewissermaßen aus der Abstraktion hervorgeholter zweiter Welt, die, wenn man als für die Wissenschaft gegeben nur die erste Welt anerkennt, dann dem Glauben allein gegeben wäre. Und dieser Glaube, der ergeht sich ja darinnen, daß er seinerseits wiederum denkt: Dasjenige, was in der Menschenseele als Gutes ersteht, das kann doch nicht ohne Ausgleich in der Welt bleiben; es muß gewisse Mächte geben, welche wenn man das auch noch so philosophisch denkt, so kommt es dann auf dasselbe heraus — das Gute belohnen und das Böse bestrafen und so weiter. Es gibt ja durchaus in unserer Zeit Menschen, welche sich zu den beiden Anschauungen bekennen, trotzdem sie ohne Brücke nebeneinander dastehen. Es gibt Menschen, welche auf der einen Seite sich alles dasjenige sagen lassen, was die rein naturwissenschaftliche Weltanschauung darbietet, die mitgehen mit der Kant-Laplaceschen Theorie vom Urnebel, mitgehen mit alledem, was vorgebracht wird für einen schlackenartigen Endzustand unserer Entwickelung, und die dann auch wiederum sich zu irgendeiner religiösen Weltanschauung bekennen: daß gute Werke irgendwie ihre Belohnung finden, böse Sünder bestraft werden und dergleichen. Es rührt die Tatsache, daß es in unserer Zeit zahlreiche Menschen gibt, die sowohl das eine wie das andere ihrer Seele darbieten lassen, davon her, daß in unserer Zeit so wenig wirkliche Aktivität der Seelen da ist, denn wenn diese innere Aktivität der Seelen da wäre, so könnte man nicht einfach aus derselben Seele heraus auf der einen Seite eine Weltordnung annehmen, welche ausschließt die Realität des Moralischen, und doch auf der anderen Seite wiederum irgendwelche Mächte annehmen, welche das Gute belohnen und das Böse bestrafen.
[ 2 ] Such a view—which anyone who honestly, that is, truthfully to himself, professes the natural worldview of the present day must inevitably arrive at—can never build a bridge between the physical and the moral-spiritual. Therefore, such a view—unless it is entirely materialistic and seeks to see the material processes as the sole reality of the world—always requires a kind of “second world,” so to speak, drawn from abstraction; a world that, if one acknowledges only the first world as given to science, would be left to faith alone. And this faith, which delights in the thought that, for its part, it in turn reasons: That which arises in the human soul as good cannot remain in the world without compensation; there must be certain powers which—no matter how philosophically one may think about it, it still amounts to the same thing—reward the good and punish the evil, and so on. There are, after all, people in our time who profess both views, even though they stand side by side without any connection between them. There are people who, on the one hand, accept everything presented by the purely scientific worldview—who go along with the Kant-Laplace theory of the primordial nebula, and with everything put forward regarding a slag-like final state of our evolution—and who, on the other hand, also profess some kind of religious worldview: that good deeds are somehow rewarded, evil sinners are punished, and the like. The fact that there are numerous people in our time who allow both one thing and the other to be presented to their souls stems from the fact that there is so little genuine activity of the soul in our time, for if this inner activity of the soul were present, one could not simply, from the same soul, on the one hand accept a world order that excludes the reality of morality, and yet, on the other hand, accept certain powers that reward good and punish evil.
[ 3 ] Vergleichen Sie mit dem, was aus der Denk- und Empfindungsbequemlichkeit zahlreicher Menschen der Gegenwart dasteht ohne Brücke, die moralische und die physische Weltanschauung, vergleichen Sie mit dem so etwas, wie ich es das letzte Mal hier auseinandersetzte als ein Ergebnis der Geisteswissenschaft. Ich konnte hinweisen darauf, daß wir um uns herum zunächst die Welt der Lichterscheinungen erblicken, daß wir also in der äußeren Natur hinschauen auf alles das, was durch dasjenige uns erscheint, was wir als Licht ansprechen. Ich konnte Sie darauf hinweisen, wie man zu sehen hat in alledem, was als Licht ringsherum um uns existiert, das, was sterbende Weltgedanken sind, also Weltgedanken, die einstmals in urferner Vergangenheit Gedankenwelten bestimmter Wesenheiten waren, Gedankenwelten, aus denen heraus dazumal Weltwesenheiten erkannt haben ihre damaligen Weltengeheimnisse. Was dazumal Gedanken waren, das leuchtet uns heute entgegen, indem es gewissermaßen Gedankenleiche ist, eben Weltgedanke ist, der stirbt: das leuchtet uns entgegen als Licht. — Sie brauchen nur meine «Geheimwissenschaft im Umriß» aufzuschlagen und die entsprechenden Seiten zu lesen, um zu wissen, daß, indem wir in urferne Vergangenheiten zurückblicken, der Mensch so, wie wir ihn heute als Wesen auffassen, nicht vorhanden war. Es war ja nur eine Art Sinnesautomat zum Beispiel während der Saturnzeit vorhanden von dem Menschen. Sie wissen aber auch, daß dazumal das Weltenall bewohnt war, wie es jetzt auch ist. Aber dazumal eben haben andere Wesen, die dieses Weltenall bewohnten, den Rang innerhalb dieses Weltenalles eingenommen, den heute der Mensch einnimmt. Wir wissen ja, daß diejenigen Geister, die wir Archai nennen oder Urbeginne, daß diese Wesenheiten während der alten Saturnzeit auf der Menschheitsstufe gestanden haben. Sie waren Menschen nicht so, wie die Menschen heute sind, aber sie standen auf der Menschheitsstufe. Bei einer ganz anderen Konstitution standen sie eben doch auf der Menschheitsstufe. Erzengel standen auf der Menschheitsstufe während der alten Sonnenzeit und so weiter.
[ 3 ] Compare this with what, due to the intellectual and emotional complacency of many people today, stands as a world view—one that lacks a bridge between the moral and the physical—and compare it with what I discussed here last time as a result of spiritual science. I was able to point out that we first perceive the world of light phenomena around us—that is, in the external natural world, we look upon everything that appears to us through what we refer to as light. I was able to point out to you how one must see, in all that exists around us as light, what are dying world-thoughts—that is, world-thoughts that were once, in the distant past, the thought-worlds of certain beings, thought-worlds from which world-beings of that time recognized the mysteries of their world at that time. What were once thoughts now shines upon us today as, so to speak, a “thought corpse”—that is, a world thought that is dying: this shines upon us as light. — You need only open my Outline of Esoteric Science and read the relevant pages to know that, when we look back into the distant past, the human being as we understand him today did not exist. After all, during the Saturn period, for example, only a kind of sensory automaton existed in place of human beings. But you also know that back then the universe was inhabited, just as it is now. Yet at that time, other beings who inhabited this universe occupied the position within it that human beings occupy today. We know, of course, that those spirits we call Archai, or Primordial Beings, stood on the human level during the ancient Saturn era. They were not human in the same way that humans are today, but they stood on the human level. Despite having a completely different constitution, they nevertheless stood on the human level. Archangels stood on the human level during the ancient Sun era, and so on.
[ 4 ] Wir blicken also zurück in urferne Vergangenheiten und sagen uns: Wie wir jetzt als denkende Wesen durch die Welt gehen, so gingen diese Wesenheiten dazumal als denkende Wesen mit dem Menschheitscharakter durch die Welt. Was in ihnen dazumal gelebt hat, ist aber äußerer Weltengedanke geworden. Und das, was in ihnen dazumal gedanklich gelebt hat, so daß es von außen nur zu sehen gewesen wäre als ihre Lichtaura, das wird dann im Weltenumkreis gesehen, erscheint in den Lichttatsachen, so daß wir in den Lichttatsachen sterbende Gedankenwelten zu sehen haben. In diese Lichttatsachen spielt ja nun hinein die Finsternis, und gegenüber dem Lichte lebt sich allerdings in der Finsternis dasjenige aus, was seelisch-geistig der Wille genannt werden kann, was auch mit einer mehr orientalischen Wendung der Sache die Liebe genannt werden kann. So daß, wenn wir in die Welt hinaussehen, wir auf der einen Seite die Leuchtewelt sehen, wenn ich so sagen darf; aber wir würden diese Leuchtewelt, die ja den Sinnen immer durchsichtig wäre, nicht sehen, wenn sich nicht in ihr die Finsternis wahrnehmbar machte. Und in dem, was als Finsternis nun die Welt durchdringt, haben wir auf der ersten Stufe des Seelischen das zu suchen, was in uns als Wille lebt. So wie die Welt draußen als ein Zusammenklang angesehen werden kann von Finsternis und Licht, so kann auch unser eigenes Inneres, insoweit es im Raume zunächst sich ausbreitet, als Licht und Finsternis angesehen werden. Nur für unser eigenes Bewußtsein ist das Licht Gedanke, Vorstellung, die Finsternis in uns Wille, wird zur Güte, zur Liebe und so weiter.
[ 4 ] We thus look back into the distant past and say to ourselves: Just as we now walk through the world as thinking beings, so did these beings walk through the world back then as thinking beings with the character of humanity. But what lived within them back then has become an outer world thought. And that which lived within them back then as thought—so that from the outside it could only have been seen as their aura of light—is then seen in the world’s sphere, appears in the facts of light, so that in the facts of light we see dying worlds of thought. Now, darkness intervenes in these facts of light, and in contrast to the light, what can be called the will in a soul-spiritual sense—which, in a more Eastern interpretation of the matter, can also be called love—manifests itself in the darkness. So that when we look out into the world, we see, on the one hand, the world of light, if I may put it that way; but we would not see this world of light—which would, after all, always be transparent to the senses—if darkness were not perceptible within it. And in that which now permeates the world as darkness, we must seek, on the first level of the soul, that which lives within us as will. Just as the world outside can be viewed as a harmony of darkness and light, so too can our own inner world—insofar as it initially extends into space—be viewed as light and darkness. Only for our own consciousness is the light thought and imagination, while the darkness within us is will, becoming goodness, love, and so on.
[ 5 ] Sie sehen, da bekommen wir eine Weltanschauung, in der nicht das, was in der Seele ist, nur seelisch ist, und das, was draußen in der Natur ist, nur natürlich ist, da bekommen wir eine Weltanschauung, innerhalb welcher das, was draußen in der Natur ist, das Ergebnis ist früherer moralischer Vorgänge, wo das Licht sterbende Gedankenwelten sind. Daraus aber ergibt sich auch für uns: Wenn wir unsere Gedanken in uns tragen, so sind diese zunächst ja auch, indem sie als Gedanken in uns leben, der Kraft nach ausgelöst von unserer Vorzeit. Aber wir durchdringen fortwährend von unserem übrigen Organismus aus die Gedanken mit dem Willen. Denn gerade das, was wir reinste Gedanken nennen, sind Reste aus alter Vergangenheit, durchdrungen vom Willen. So daß auch das reine Denken — ich habe das in der Neuauflage meiner «Philosophie der Freiheit» sehr energisch ausgesprochen — vom Willen durchzogen ist. Das aber, was wir da in uns tragen, das geht in ferne Zukünfte hinüber, und in fernen Zukünften wird das, was jetzt in uns als erster Keim veranlagt ist, in den äußeren Erscheinungen leuchten. Es werden dann Wesen sein, welche so in die Welt hinausblicken, wie wir jetzt von der Erde in die Welt hinausblicken, und diese Wesen werden sagen: Uns erglänzt um uns herum eine Natur. Warum erglänzt sie uns so, wie sie uns erglänzt? Weil auf der Erde in einer bestimmten Weise von Menschen Taten vollbracht worden sind, denn das, was wir jetzt um uns herum erblicken, das ist das Ergebnis desjenigen, was die Erdenmenschen in sich als Keim getragen haben. — Wir stehen jetzt da, blicken in die äußere Natur hinaus. Wir können dastehen wie trockene, nüchterne Abstraktlinge, können, so wie die Physiker es tun, das Licht und seine Erscheinungen analysieren: wir werden diese Erscheinungen innerlich kalt als Laboratoriumsmenschen analysieren; dadurch wird manches sehr Schöne, Geistreiche herauskommen, aber wir stehen dann nicht als Vollmenschen der äußeren Welt gegenüber. Wir stehen nur als Vollmenschen der äußeren Welt gegenüber, wenn wir empfinden können das, was uns in der Morgenröte, was uns im blauen Himmelsfirmament, was uns in der grünen Pflanze erscheint, wenn wir empfinden können das, was wir in der plätschernden Welle wahrnehmen — denn es bezieht sich ja das Licht nicht nur auf das durch das Auge wahrnehmbare Licht, sondern ich gebrauche den Ausdruck Licht hier für alle Sinneswahrnehmungen. In dem, was wir da um uns herum wahrnehmen, was sehen wir da? Wir sehen eine Welt, die allerdings unsere Seele erheben kann, die in einer gewissen Weise für unsere Seele sich als die offenbart, die wir haben müssen, damit wir überhaupt in eine sinnvolle Welt sinnvoll hinausblicken können. Wir stehen nicht als Vollmensch da, wenn wir dieser Welt bloß gegenüberstehen so, daß wir sie trocken als Physiker analysieren. Wir stehen als Vollmensch dieser Welt erst gegenüber, wenn wir uns sagen: Das, was da leuchtet, was da tönt, das ist im letzten Abnehmen dasjenige, was vor langen Zeiten in urferner Vergangenheit Wesen in ihren Seelen ausgebildet haben; denen müssen wir dankbar sein. — Wir blicken dann nicht hinaus wie trockene Physiker in die Welt, wir blicken hinaus mit Dankesgefühlen gegenüber denjenigen Wesenheiten, die so und so viele Jahrmillionen, sagen wir, während der alten Saturnzeit so gelebt haben als Menschen, wie wir heute als Menschen leben, und die so gedacht und empfunden haben, daß wir heute die herrliche Welt um uns herum haben. Das ist ein bedeutsames Ergebnis einer wirklichkeitsgesättigten Weltanschauung, indem sie uns dazu führt, in die Welt nicht nur hinauszusehen als trockener Nüchterling, sondern voller Dankbarkeit für diejenigen Wesen, die in grauester Vergangenheit durch ihr Denken, durch ihre Taten bewirkt haben, was für uns in unserem Umkreise die uns erhebende Welt ist. Man stelle sich das nur mit der nötigen Intensität vor, man erfülle sich mit dieser Vorstellung des Verpflichtetseins zum Danke für die urfernen Vormenschen, darum, weil sie uns unsere Umgebung gemacht haben. Man erfülle sich mit diesem Gedanken, und man bringe es dann noch über die Seele, sich zu sagen: Wir müssen unsere Gedanken und Empfindungen in der entsprechenden Weise einrichten, in einer Weise, die uns als moralisches Ideal vorschwebt, damit diejenigen Wesen, die nach uns kommen, auf eine Umwelt sehen können, für die sie uns ebenso dankbar sein müssen, wie wir dankbar sein können unseren urfernen Vorfahren, die jetzt im buchstäblichen Sinne in bezug auf ihre Wirkungen als Leuchtegeister uns umgeben. Wir sehen heute eine leuchtende Welt; sie war vor Jahrmillionen eine moralische Welt. Wir tragen in uns eine moralische Welt; sie wird nach Jahrmillionen eine Leuchtewelt sein.
[ 5 ] You see, this gives us a worldview in which what is within the soul is not merely spiritual, and what is out there in nature is not merely natural; it gives us a worldview in which what is out there in nature is the result of earlier moral processes, where the light is the dying worlds of thought. But this also implies for us: When we carry our thoughts within us, these are—insofar as they live within us as thoughts—initially triggered, in terms of their power, by our past. But we continually permeate these thoughts with the will from the rest of our organism. For precisely what we call the purest thoughts are remnants of the distant past, permeated by the will. So that even pure thinking—I have expressed this very forcefully in the new edition of my Philosophy of Spiritual Activity—is permeated by the will. But what we carry within us extends into distant futures, and in those distant futures, what is now planted within us as a first seed will shine forth in external phenomena. There will then be beings who look out into the world just as we now look out from the Earth into the world, and these beings will say: Nature shines around us. Why does it shine upon us as it does? Because on Earth, human beings have accomplished deeds in a certain way; for what we now behold around us is the result of what Earth’s human beings have carried within themselves as a seed. — We stand here now, gazing out into the external natural world. We can stand there like dry, sober, abstract thinkers; we can, just as physicists do, analyze light and its phenomena: we will analyze these phenomena coldly and dispassionately, like laboratory scientists; through this, many beautiful and spiritual insights will emerge, but we will not then be facing the outer world as whole human beings. We face the outer world as fully human beings only when we can feel what appears to us in the dawn, what appears to us in the blue firmament of the sky, what appears to us in the green plant—when we can feel what we perceive in the lapping wave — for “light” does not refer only to the light perceptible to the eye; rather, I am using the term “light” here to encompass all sensory perceptions. In what we perceive around us, what do we see? We see a world that can indeed uplift our soul, a world that, in a certain way, reveals itself to our soul as the one we must have in order to be able to look out into a meaningful world in a meaningful way at all. We do not stand as fully human beings when we merely face this world by analyzing it dryly like physicists. We face this world as fully human beings only when we say to ourselves: What shines there, what resounds there—in the final analysis, this is what beings formed in their souls long ago in the distant past; to them we must be grateful. — We then do not look out into the world like dry physicists; we look out with feelings of gratitude toward those beings who, for so many millions of years—let us say, during the ancient Saturn era—lived as human beings, just as we live today as human beings, and who thought and felt in such a way that we now have this magnificent world around us. This is a significant outcome of a worldview steeped in reality, in that it leads us not merely to look out into the world as cold, dispassionate observers, but to do so full of gratitude toward those beings who, in the most distant past, through their thinking and their deeds, brought about what is for us, in our immediate surroundings, this world that uplifts us. Just imagine this with the necessary intensity; let yourself be filled with this sense of obligation to give thanks to those ancient, pre-human beings, precisely because they have shaped our environment for us. Let yourself be filled with this thought, and then bring yourself to say to your soul: We must order our thoughts and feelings accordingly, in a way that we envision as a moral ideal, so that those beings who come after us may look upon an environment for which they must be just as grateful to us as we can be to our ancient ancestors, who now, in the literal sense with regard to their effects, surround us as luminous spirits. Today we see a world of light; millions of years ago, it was a moral world. We carry a moral world within us; millions of years from now, it will be a world of light.
[ 6 ] Sehen Sie, zu dieser Weltempfindung führt eine vollwertige Weltanschauung. Eine nicht vollwertige Weltanschauung, sie führt zwar zu allerlei Ideen und Begriffen, zu allerlei Theorien über die Welt, aber sie füllt den vollen Menschen nicht aus, denn sie läßt seine Empfindung leer. Dies hat allerdings seine recht praktische Seite, obwohl der heutige Mensch die Praxis davon noch kaum einsieht. Aber derjenige, der es mit der heutigen Welt ehrlich meint, der weiß, daß er sie nicht in den Niedergang hineinfahren lassen darf; der möchte hinblicken auf eine Schule und Hochschule der Zukunft, wo die Menschen nicht um acht Uhr morgens hineingehen mit einem gewissen lässig gleichgültigen Gefühl, und um elf oder zwölf oder ein Uhr herauskommen mit demselben lässig gleichgültigen Gefühl, höchstens mit einem kleinen Stolz darüber, daß sie wieder einmal so und so viel gescheiter geworden sind — nehmen wir an, sie seien es geworden. Nein, man kann den Blick lenken in eine Zukunftsperspektive, in welcher diejenigen, die da herausgehen um elf oder zwölf oder ein Uhr, zu gleicher Zeit mit ins Universelle hinausgehenden Gefühlen gegenüber der Welt die Lehrstätten verlassen, indem in ihre Seelen gepflanzt wird neben der Gescheitheit das Gefühl gegenüber der werdenden Welt, das Dankbarkeitsgefühl gegenüber der urfernen Vergangenheit, in der Wesen gewirkt haben, die unsere uns umgebende Natur so gestaltet haben, wie sie ist, und das Gefühl der großen Verantwortlichkeit, die wir haben, weil unsere moralischen Impulse in uns später scheinende Welten werden. Es bleibt selbstverständlich ein Glaube, wenn man den Leuten sagen will: Real ist der Urnebel, real ist die Zukunftsschlacke, dazwischen machen sich Wesen moralische Illusionen, die als Schaum in ihnen aufsteigen. Das letztere sagt dann der Glaube nicht; er müßte es sagen, wenn er ehrlich wäre. Ist es nicht etwas wesentlich anderes, wenn der Mensch sich sagt: Ja, dasjenige, was Vergeltung ist, das gibt es, denn die Natur ist selber so angelegt, daß diese Vergeltung eintritt: deine Gedanken werden scheinendes Licht. Es offenbart sich die moralische Weltordnung. Das, was zu der einen Zeit moralische Weltordnung ist, ist zu der anderen Zeit physische Weltordnung, und was in irgendeiner Zeit physische Weltordnung ist, war in einer anderen Zeit moralische Weltordnung. Alles Moralische ist dafür bestimmt, ins Physische herauszutreten. Braucht der Mensch, der die Natur geistig ansieht, noch extra einen Beweis für eine moralische Weltordnung? Nein, in der geistig durchschauten Natur liegt selber die Rechtfertigung der moralischen Weltordnung. Zu diesem Bilde steigt man auf, wenn man eben den Menschen, ich möchte sagen, in seinem Vollmenschentum betrachtet.
[ 6 ] You see, a fully developed worldview leads to this sense of the world. An incomplete worldview, on the other hand, may indeed lead to all sorts of ideas and concepts, to all sorts of theories about the world, but it does not fulfill the whole person, for it leaves their sense of the world empty. This does, however, have a very practical side to it, although people today can hardly see the practical value of it yet. But anyone who is sincere about the world today knows that they must not let it slide into decline; such a person would look toward a school and university of the future, where people do not enter at eight in the morning with a certain casual indifference, and come out at eleven or twelve or one o’clock with the same casual indifference—at most with a little pride that they have once again become so-and-so much smarter—assuming they actually have. No, one can direct one’s gaze toward a future in which those who leave at eleven or twelve or one o’clock depart from these places of learning with feelings that extend out into the universal realm—for alongside their knowledge, a sense of gratitude toward the distant past, in which beings shaped the nature that surrounds us as it is, and a sense of the great responsibility we bear, a sense of gratitude toward the distant past, in which beings worked to shape the nature that surrounds us as it is, and a sense of the great responsibility we bear, because our moral impulses will later become worlds within us. Of course, it remains a matter of faith if one wants to tell people: The primordial nebula is real, the future dross is real, and in between, beings create moral illusions that rise up within them like foam. Faith does not say the latter; it would have to say it if it were honest. Is it not something fundamentally different when a person says to themselves: “Yes, that which is retribution does exist, for nature itself is so constituted that this retribution occurs: your thoughts become radiant light.” The moral world order reveals itself. What is the moral world order at one time is the physical world order at another, and what is the physical world order at any given time was the moral world order at another time. Everything moral is destined to emerge into the physical realm. Does a person who views nature spiritually still need additional proof of a moral world order? No, for in nature, when viewed spiritually, lies the very justification for the moral world order. One rises to this understanding when one contemplates human beings—I would say—in their full humanity.
[ 7 ] Gehen wir aus von einer Erscheinung, durch die wir alle jeden Tag hindurchgehen. Wir wissen, Einschlafen und Aufwachen beruhen darauf, daß der Mensch in seinem Ich und seinem astralischen Leibe sich loslöst von dem physischen Leib und dem Ätherleib. Was bedeutet denn das eigentlich mit Bezug auf den Kosmos? Stellen wir uns vor, physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib und Ich miteinander für das Wachen verbunden. Nun stellen wir sie uns für das Schlafen getrennt vor: Was ist nun der, ich möchte sagen, kosmische Unterschied zwischen beiden? Sehen Sie, wenn Sie auf den Schlafzustand sehen, dann erleben Sie in diesem Schlafzustande das Licht. Dadurch, daß Sie das Licht erleben, erleben Sie die sterbende Gedankenwelt der Vorzeit. Und indem Sie gewissermaßen erleben die sterbende Gedankenwelt der Vorzeit, werden Sie geneigt, eine Empfänglichkeit zu haben, das Geistige, wie es in die Zukunft hinein sich erstreckt, wahrzunehmen. Daß der Mensch heute nur eine dumpfe Wahrnehmung davon hat, das ändert ja nichts an der Sache. Das, was uns jetzt wesentlich ist, das ist, daß wir in diesem Zustande empfänglich sind für das Licht.
[ 7 ] Let us start with a phenomenon that we all experience every day. We know that falling asleep and waking up are based on the fact that the human being, in his “I” and his astral body, detaches himself from the physical body and the etheric body. What does this actually mean in relation to the cosmos? Let us imagine the physical body, the etheric body, the astral body, and the “I” connected to one another during wakefulness. Now let us imagine them separated during sleep: What, then, is the—I would say—cosmic difference between the two? You see, when you look at the state of sleep, you experience light within that state. By experiencing this light, you experience the dying world of thought from times past. And by experiencing, so to speak, the dying world of thought from the past, you become inclined to have a receptivity to perceive the spiritual realm as it extends into the future. The fact that people today have only a dim perception of this does not change the essence of the matter. What is essential for us now is that we are receptive to the light in this state.
[ 8 ] Wenn wir nun untertauchen in den Leib, da werden wir jetzt innerlich seelisch — wenn ich sage innerlich seelisch, so bedeutet das, daß wir eben Seelen sind und keine Waagen —, seelisch werden wir empfänglich, indem wir in den Leib untertauchen, im Gegensatz zum Lichte, für die Finsternis. Aber dies ist nicht ein bloß Negatives, sondern wir werden noch für etwas anderes empfänglich. So wie wir imSchlafen empfänglich waren für das Licht, so werden wir im Aufwachen empfänglich für die Schwere. Ich sagte, wir sind keine Waage; wir werden nicht empfänglich für die Schwere, indem wir unsere Körper abwiegen, aber indem wir in unsere Körper untertauchen, werden wir innerlich seelisch empfänglich für die Schwere. Wundern Sie sich nicht, daß das zunächst etwas Unbestimmtes hat, wenn es ausgesprochen wird. Für das eigentliche seelische Erleben ist das gewöhnliche Bewußtsein ebenso schlafend im Wachen, wie es schlafend ist im Schlafe. Im Schlafe nimmt der Mensch im heutigen normalen Bewußtsein nicht wahr, wie er im Lichte lebt. Im Wachen nimmt er nicht wahr, wie er in der Schwere lebt. Aber so ist es: das Grunderlebnis des schlafenden Menschen ist das Leben im Lichte. Er ist im Schlafe seelisch nicht empfänglich für das Schwere, für die Tatsache der Schwere. Die Schwere ist gewissermaßen von ihm genommen. Er lebt in dem leichten Lichte. Er weiß nichts von der Schwere. Er lernt die Schwere erkennen erst innerlich, zunächst unterbewußt. Aber der Imagination ergibt sich das sogleich: er lernt die Schwere erkennen, indem er in seinen Leib untertaucht.
[ 8 ] When we now immerse ourselves in the body, we become inwardly spiritual—and when I say “inwardly spiritual,” I mean that we are souls, not scales—and by immersing ourselves in the body, we become receptive, in contrast to the light, to darkness. But this is not merely a negative state; rather, we become receptive to something else as well. Just as we were receptive to light while sleeping, so do we become receptive to heaviness upon waking. I said that we are not scales; we do not become receptive to heaviness by weighing our bodies, but by immersing ourselves in our bodies, we become inwardly, soulfully receptive to heaviness. Do not be surprised that this sounds somewhat vague at first when it is put into words. For the actual soul experience, ordinary consciousness is just as asleep while awake as it is asleep while asleep. In sleep, a person with today’s normal consciousness does not perceive how they live in the light. In wakefulness, they do not perceive how they live in heaviness. But this is how it is: the fundamental experience of the sleeping person is life in the light. In sleep, they are not spiritually receptive to heaviness, to the fact of heaviness. Heaviness is, so to speak, lifted from them. They live in the light. They know nothing of heaviness. They learn to recognize heaviness only inwardly, at first subconsciously. But this becomes immediately apparent to the imagination: they learn to recognize heaviness by immersing themselves in their body.
[ 9 ] Das zeigt sich für das geisteswissenschaftliche Forschen in der folgenden Weise. Wenn Sie zur Erkenntnisstufe der Imagination sich hinauferhoben haben, dann können Sie den Ätherleib einer Pflanze beobachten. Sie werden, wenn Sie den Ätherleib einer Pflanze beobachten, das innere Erlebnis haben: Dieser Ätherleib der Pflanze, der zieht sie fortwährend hinauf, der ist schwerelos. Wenn Sie dagegen den Atherleib eines Menschen betrachten, so hat der Schwere, auch für die imaginative Vorstellung. Sie haben einfach das Gefühl: er ist schwer. Und von da aus kommt man dann dazu, zu erkennen, daß zum Beispiel der Artherleib des Menschen etwas ist, was, wenn die Seele darinnen ist, dieser Seele die Schwere überträgt. Aber es ist ein übersinnliches Urphänomen. Schlafend lebt die Seele im Lichte, lebt daher in Leichtigkeit. Wachend lebt die Seele in der Schwere. Der Leib ist schwer. Diese Kraft überträgt sich auf die Seele. Die Seele lebt in der Schwere. Das bedeutet etwas, was nun sich ins Bewußtsein überträgt. Denken Sie an den Moment des Aufwachens, worin besteht er? Wenn Sie schlafend sind — Sie liegen im Bette, Sie rühren sich nicht, der Wille ist abgelähmt. Allerdings, es sind auch die Vorstellungen abgelähmt, aber die Vorstellungen sind auch nur deshalb abgelähmt, weil der Wille abgelähmt ist, weil der Wille nicht in Ihren eigenen Leib schießt, nicht sich der Sinne bedient, deshalb sind die Vorstellungen abgelähmt. Die Grundtatsache ist die Ablähmung des Willens. Wodurch wird der Wille regsam? Dadurch, daß die Seele Schwere fühlt durch den Leib. Dieses Zusammenleben mit der Seele, das gibt im irdischen Menschen die Tatsache des Willens. Und das Aufhören des Willens vom Menschen selber, es tritt ein, wenn der Mensch im Lichte ist.
[ 9 ] This manifests itself in the following way for research in the humanities. Once you have risen to the level of imagination, you can observe the etheric body of a plant. When you observe the etheric body of a plant, you will have the inner experience that this etheric body—which continually draws the plant upward—is weightless. If, on the other hand, you observe the etheric body of a human being, it has weight, even in the imaginative mind’s eye. You simply have the feeling: it is heavy. And from there you then come to realize that, for example, the etheric body of a human being is something that, when the soul is within it, imparts heaviness to that soul. But it is a supersensible primordial phenomenon. While asleep, the soul lives in light and therefore in lightness. While awake, the soul lives in heaviness. The body is heavy. This force is transferred to the soul. The soul lives in heaviness. This signifies something that now enters consciousness. Think of the moment of waking—what does it consist of? When you are asleep—you lie in bed, you do not move, the will is numbed. Admittedly, your thoughts are also numbed, but they are numbed only because your will is numbed—because your will does not surge into your own body, does not make use of the senses; that is why your thoughts are numbed. The fundamental fact is the paralysis of the will. What makes the will active? It is the soul’s sense of heaviness through the body. This coexistence with the soul is what gives rise to the reality of the will in earthly human beings. And the cessation of the will on the part of the human being occurs when the human being is in the light.


[ 10 ] Damit haben Sie die zwei kosmischen Kräfte, Licht und Schwere, als die großen Gegensätze im Kosmos hingestellt. In der Tat, Licht und Schwere sind kosmische Gegensätze. Wenn Sie sich den Planeten vorstellen: die Schwere zieht zum Mittelpunkte, das Licht weist vom Mittelpunkte hinweg in das Weltenall hinaus [Pfeile]. Man denkt sich das Licht nur ruhend. In Wahrheit ist es vom Planeten hinausweisend. Wer die Schwere eben als eine Kraft denkt der Anziehung, also newtonisch, der denkt ja eigentlich ziemlich stark materialistisch, denn er denkt sich, daß eigentlich so irgend etwas von einem Dämon oder dergleichen da drinnen in der Erde sitzt, mit einem Strick, den man allerdings nicht sieht, und der zieht den Stein an. Man spricht ja von einer Anziehungskraft, die wohl niemand jemals woanders nachweisen kann als in der Vorstellung. Aber man spricht von dieser Anziehungskraft. Nun, versinnlichen mögen sich ja die Leute diese Sache nicht, aber sie mögen also newtonisch von der Anziehungskraft sprechen. In der westlichen Kultur wird das einmal so sein, daß dasjenige, was da überhaupt da ist, in irgendeiner Weise sinnlich vorgestellt sein muß. Also einer könnte den Leuten sagen: Nun, ihr mögt die Anziehungskraft vorstellen so, wie einen unsichtbaren Strick; dann aber müßt ihr wenigstens das Licht vorstellen wie solch ein Abschwingen, wie ein Abschleudern. Man müßte das Licht dann als eine Abschleuderkraft vorstellen. Für denjenigen, der mehr in der Realität stehenbleiben will, für den genügt es, wenn er einfach den Gegensatz, den kosmischen Gegensatz von Licht und Schwere einsehen kann.
[ 10 ] You have thus presented the two cosmic forces, light and gravity, as the great opposites in the cosmos. Indeed, light and gravity are cosmic opposites. If you imagine the planet: gravity pulls toward the center, while light points away from the center out into the universe [arrows]. People tend to think of light as merely at rest. In reality, it points outward from the planet. Anyone who conceives of gravity simply as a force of attraction—that is, in the Newtonian sense—is actually thinking in a rather materialistic way, because they imagine that there is actually something like a demon or the like sitting inside the Earth, holding an invisible rope that pulls the stone toward it. People speak of a force of attraction that no one can ever prove to exist anywhere other than in the imagination. But they do speak of this force of attraction. Well, people may not visualize this phenomenon, but they do speak of the force of attraction in Newtonian terms. In Western culture, it’s generally the case that whatever exists at all must be conceived of in some sensory way. So one could say to people: Well, you may imagine the force of attraction as an invisible rope; but then you must at least imagine light as a kind of swinging away, as a centrifugal force. One would then have to imagine light as a centrifugal force. For those who wish to remain more grounded in reality, it is sufficient if they can simply grasp the contrast—the cosmic contrast—between light and gravity.
[ 11 ] Und nun, sehen Sie, auf dem, was ich jetzt sagte, beruht vielerlei gerade mit Bezug auf den Menschen. Wenn wir auf das alltägliche Ereignis des Einschlafens und Aufwachens gesehen haben, so sagen wir: Beim Einschlafen begibt sich der Mensch aus dem Felde der Schwere heraus in das Feld des Lichtes. Indem er in dem Felde des Lichtes lebt, bekommt er, wenn er lange genug ohne Schwere gelebt hat, wiederum eine lebhafte Sehnsucht, von der Schwere sich umfangen zu lassen, und er kehrt zu der Schwere wiederum zurück, er wacht auf. Es ist ein fortwährendes Oszillieren zwischen Leben im Lichte und Leben in der Schwere, Aufwachen und Einschlafen. Wenn jemand seine Empfindungsfähigkeiten feiner entwickelt, so wird er unmittelbar als ein persönliches Erlebnis dieses empfinden können, das gewissermaßen Aufsteigen aus der Schwere in das Licht, und das wiederum InAnspruchgenommen-Werden von der Schwere beim Aufwachen.
[ 11 ] And now, you see, what I have just said forms the basis for many things, especially as they relate to human beings. When we consider the everyday experience of falling asleep and waking up, we say: When falling asleep, a person moves from the field of heaviness into the field of light. While living in the field of light, if they have lived long enough without heaviness, they once again feel a vivid longing to be enveloped by heaviness, and they return to heaviness once more—they wake up. It is a continuous oscillation between life in the light and life in heaviness, between waking and falling asleep. If someone refines their sensory abilities, they will be able to experience this directly as a personal experience—the ascent, as it were, from heaviness into the light, and the subsequent reclaiming by heaviness upon waking.


[ 12 ] Aber jetzt stellen Sie sich doch etwas anderes vor, jetzt stellen Sie sich vor, der Mensch ist als Wesen zwischen Geburt und Tod an die Erde gebunden. Er ist dadurch an die Erde gebunden, daß in diesem Zustande zwischen Geburt und Tod seine Seele, wenn sie eine Zeitlang im Lichte gelebt hat, immer wiederum den Hunger nach der Schwere bekommt, zurückkehrt in den Zustand der Schwere. Wenn — wir werden davon noch weiter sprechen — ein Zustand eingetreten ist, durch den dieser Hunger nach Schwere nicht mehr da ist, dann wird der Mensch immer mehr und mehr dem Lichte folgen. Das tut er bis zu einer gewissen Grenze [siehe Zeichnung, rot]. Er folgt bis zu einer gewissen Grenze dem Lichte, und wenn er an der äußersten Peripherie des Weltenalls angekommen ist, dann hat er verbraucht, was ihm die Schwere gegeben hat zwischen Geburt und Tod, dann beginnt eine neue Sehnsucht nach der Schwere, und er tritt seinen Weg wiederum zurück an [siehe Zeichnung, weiß] zu einer neuen Verkörperung. So daß also auch in jener Zwischenzeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, um die Mitternachtsstunde des Daseins, eine Art Hunger nach der Schwere auftaucht. Das ist zunächst der allgemeinste Begriff für das, was der Mensch erlebt als Sehnsucht, zu einem neuen Erdenleben zurückzukehren. Nun aber, während der Mensch zu einem neuen Erdenleben zurückkehrt, wird er durchzugehen haben durch die Sphäre der benachbarten, der anderen Himmelskörper. Die wirken auf ihn in der verschiedensten Weise, und das Resultat dieser Wirkungen bringt er sich dann, indem er durch die Empfängnis in dieses physische Leben eintritt, in dieses physische Leben mit. Daraus ersehen Sie, daß es schon eine Bedeutung hat, danach zu fragen: Wie stehen die Sterne in den Sphären, durch die der Mensch zurückschreitet? — Denn je nachdem der Mensch seine Sternensphäre durchschreitet, formt sich in verschiedener Weise seine Sehnsucht nach der Erdenschwere. Nicht nur die Erde strahlt gewissermaßen eine bestimmte Schwere aus, nach der sich der Mensch wieder zurücksehnt, sondern auch die anderen Himmelskörper, deren Sphäre er durchschreitet, indem er gegen ein neues Leben sich hinbewegt, sie wirken auf ihn mit ihrer Schwere. So daß der Mensch, indem er zurückkehrt, allerdings in verschiedene Lagen kommen kann, die es rechtfertigen, daß man zum Beispiel folgendes ausspricht: Der auf die Erde zurückkehrende Mensch sehnt sich wiederum danach, zu leben in der Erdenschwere. Aber er passiert zunächst die Sphäre des Jupiter. Jupiter strahlt auch eine Schwere aus, aber eine solche, welche geeignet ist, der Sehnsucht nach der Erdenschwere ein gewisses Freudiges hinzuzustimmen. Es wird also nicht nur die Sehnsucht nach der Erdenschwere in der Seele leben, sondern diese Sehnsucht wird eine freudige Stimmungsnuance empfangen, Der Mensch passiert die Sphäre des Mars. Er sehnt sich nach der Erdenschwere. Eine freudige Stimmung ist bereits in ihm. Mars wirkt auch mit seiner Schwere auf ihn, pflanzt ein, impft ein gewissermaßen der nach der Erdenschwere sich freudig sehnenden Seele die Aktivität, in diese Erdenschwere sich hineinzubegeben, um das nächste physische Leben zwischen Geburt und Tod kraftvoll zu benutzen. Jetzt ist die Seele schon so weit, daß sie in ihren unterbewußten Tiefen den Impuls hat, deutlich sich zu sehnen nach der Erdenschwere und die irdische Inkarnation kraftvoll zu benützen, so daß die sich sehnende Freude, die freudige Sehnsucht mit Intensität zum Ausdrucke kommt. Der Mensch passiert noch die Sphäre der Venus. Es mischt sich diesem nach Kraft tendierenden freudigen Sehnen ein liebevolles Erfassen der Lebensaufgaben bei.
[ 12 ] But now imagine something else—imagine that human beings, as beings existing between birth and death, are bound to the earth. They are bound to the earth in that, in this state between birth and death, their soul—once it has lived for a time in the light—always begins to yearn for heaviness again and returns to the state of heaviness. When—we will speak more about this later—a state has arisen in which this longing for heaviness is no longer present, then the human being will follow the light more and more. He does this up to a certain limit [see drawing, red]. They follow the light up to a certain limit, and when they have reached the outermost periphery of the universe, they have exhausted what heaviness has given them between birth and death; then a new longing for heaviness begins, and they retrace their steps [see diagram, white] toward a new incarnation. Thus, even in that interim between death and a new birth—at the midnight hour of existence—a kind of hunger for gravity arises. This is, first of all, the most general term for what a human being experiences as a longing to return to a new earthly life. Now, however, as the human being returns to a new earthly life, he must pass through the sphere of the neighboring, other celestial bodies. These influence him in the most varied ways, and he then brings the result of these influences with him into this physical life as he enters it through conception. From this you can see that it is indeed meaningful to ask: How are the stars arranged in the spheres through which the human being passes on their way back? — For depending on how the human being passes through their stellar sphere, their longing for earthly gravity takes on different forms. Not only does the Earth, so to speak, radiate a certain heaviness to which the human being longs to return, but the other celestial bodies, whose spheres he traverses as he moves toward a new life, also affect him with their heaviness. Thus, as a person returns, they can indeed find themselves in various situations that justify, for example, the following statement: The person returning to Earth longs once again to live in earthly gravity. But they first pass through the sphere of Jupiter. Jupiter also radiates a heaviness, but one that is suited to adding a certain joy to the longing for earthly heaviness. Thus, not only will the longing for earthly heaviness live in the soul, but this longing will take on a joyful nuance of mood. The human being passes through the sphere of Mars. He longs for earthly heaviness. A joyful mood is already within them. Mars, too, influences them with its gravity, instilling—or, so to speak, inoculating—the soul that joyfully longs for earthly gravity with the impulse to immerse itself in this earthly gravity in order to make powerful use of the next physical life between birth and death. Now the soul has progressed to the point where, in the depths of its subconscious, it has the impulse to clearly yearn for earthly gravity and to make powerful use of earthly incarnation, so that the yearning joy—the joyful longing—is expressed with intensity. The human being is still passing through the sphere of Venus. A loving grasp of life’s tasks blends with this joyful yearning, which tends toward strength.
[ 13 ] Sie sehen, wir sprechen von verschiedenen Schweren, die von Weltenkörpern ausgehen, und bringen sie in Zusammenhang mit dem, was in der Seele leben kann. Wir suchen wiederum, indem wir in den Weltenraum hinausblicken, das räumlich-physisch Ausgebreitete zu gleicher Zeit moralisch anzusprechen. Wenn wir wissen, daß in der Schwere Willenhaftes lebt und wenn wir auf der anderen Seite wissen, daß dem Willen das Licht entgegengesetzt ist, dürfen wir sagen: Vom Mars strahlt Licht zurück, vom Jupiter strahlt Licht zurück, von der Venus strahlt Licht zurück; in den Schwerekräften lebt zu gleicher Zeit die Modifikation durch das Licht. Wir wissen, im Lichte leben sterbende Weltgedanken, in den Schwerekräften leben werdende Welten durch Willenskeime. Das alles durchstrahlt die Seelen, indem sie durch den Raum sich bewegen. Wir betrachten die Welt physisch, wir betrachten sie zu gleicher Zeit moralisch. Es ist ein Physisches und ein Moralisches nicht nebeneinander vorhanden, sondern nur in seiner Beschränktheit ist der Mensch geneigt, zu sagen: Auf der einen Seite ist das Physische, auf der anderen Seite das Moralische. — Nein, das sind nur verschiedene Anblicke, das ist in sich einheitlich. Die Welt, die sich zum Lichte hin entwickelt, entwickelt sich zu gleicher Zeit zur Vergeltung, zur sich offenbarenden Vergeltung hin. Sinnvolle Weltenordnung offenbart sich aus der natürlichen Weltenordnung heraus.
[ 13 ] As you can see, we are speaking of various forms of gravity emanating from celestial bodies, and relating them to what can live within the soul. In turn, as we look out into the cosmos, we seek to address the spatially and physically expansive realm in a moral sense as well. If we know that volitional forces live within gravity, and if we know, on the other hand, that light is the opposite of the will, we may say: Light radiates back from Mars, light radiates back from Jupiter, light radiates back from Venus; at the same time, the forces of gravity are modified by light. We know that dying world-ideas live in the light, and that worlds-in-the-making live in the forces of gravity through seeds of will. All of this permeates the souls as they move through space. We view the world physically; at the same time, we view it morally. The physical and the moral do not exist side by side; rather, it is only in their limited perspective that human beings are inclined to say: On the one hand is the physical, on the other hand the moral. — No, these are merely different perspectives; in itself, it is a unified whole. The world that develops toward the light develops at the same time toward retribution, toward the retribution that is revealed. A meaningful world order reveals itself out of the natural world order.
[ 14 ] Man muß sich klar sein darüber, daß man zu einer solchen Weltanschauung nicht durch eine philosophische Interpretation kommt, sondern daß man hineinwächst, indem man allmählich lernt, durch Geisteswissenschaft die physischen Begriffe zu vergeistigen; dadurch moralisiert sie sich von selber. Und wenn man lernt, hindurchzusehen durch die Welt des Physischen in die Welt, in welcher das Physische aufgehört hat und das Geistige vorhanden ist, so erkennt man: da ist das Moralische darinnen.
[ 14 ] One must be clear that such a worldview is not arrived at through philosophical interpretation, but rather that one grows into it by gradually learning, through spiritual science, to spiritualize physical concepts; in this way, it becomes moralized of its own accord. And when one learns to look through the physical world into the world where the physical has ceased to exist and the spiritual is present, one recognizes: the moral is contained within it.


[ 15 ] Sehen Sie, es könnten wirklich aus gewissen Vorstellungen Menschen heute schon darauf kommen — ich will das jetzt nur zum Schlusse Ihnen vorführen, obwohl es außerhalb der Denkweise der meisten von Ihnen liegt —, ich möchte sagen, ganz gelehrt sich das vor die Seele zu führen, was ich eben gesagt habe. Sie haben also diese Linie, die keine Ellipse ist, sondern die sich von der Ellipse dadurch unterscheidet, daß sie hier mehr ausgebogen ist [Zeichnung links] — am Bau sehen Sie häufig diese Linie —, die Ellipse wäre ja etwa so [punktiert]. Das ist aber nur eine spezielle Gestalt dieser Linie; diese Linie kann nämlich auch, wenn man die mathematische Gleichung verändert, diese Form annehmen [Lemniskate]. Das ist dieselbe Linie wie die andere. Das eine Mal fahre ich so herum und schließe hier; nun, unter gewissen Voraussetzungen fahre ich aber nicht so hinauf bis zum obersten, sondern so herum und kehre dann wiederum zurück und schließe unten. Aber dieselbe Linie hat noch eine andere Form. Da muß ich, wenn ich hier anfange, auch hier nur scheinbar schließen; jetzt muß ich aus der Ebene heraus, aus dem Raum heraus, muß hier herüber, komme hier wiederum zurück. Jetzt muß ich wiederum aus dem Raum heraus, muß sie hier fortsetzen, die Linie, und schließe sie unten. Es ist nur die Linie etwas modifiziert. Das sind nicht zwei Linien, das ist nur eine Linie, es hat auch nur eine mathematische Gleichung; das ist eine einzige Linie, nur daß ich aus dem Raume herausgehe. Wenn man diese Vorstellung fortsetzt, so ist nämlich noch das andere möglich: ich kann einfach diese Linienehmen [Lemniskate], aber diese Linie kann ich mir auch so vorstellen, daß ihre Hälfte im Raume herinnen liegt; indem ich hier herumkomme, muß ich aus dem Raume heraus. Ich muß aus dem Raume heraus, dann mache ich es so fertig: hier ist die andere Hälfte, aber nur ist sie außerhalb des gewöhnlichen Raumes, sie liegt nicht im gewöhnlichen Raum herinnen. Sie ist auch da. Und wenn man diese Vorstellungsweise, die durchaus heute zum Beispiel Mathematiker haben könnten, wenn sie wollten, wenn man diese Vorstellungsweise ausbilden würde, so würde man zu der anderen Vorstellung kommen vom Hinausgehen aus dem Raum und vom Wiederhineinkommen in den Raum. Das ist durchaus etwas, was der Realität entspricht. Denn jedesmal, wenn Sie sich etwas vornehmen, so denken Sie das Vorgenommene; bevor Sie wollen, gehen Sie aus dem Raum heraus, und wenn Sie die Hand bewegen, gehen Sie wiederum in den Raum herein. Zwischendurch sind Sie aus dem Raum heraußen, da sind Sie auf der anderen Seite des Raumes.
[ 15 ] You see, based on certain ideas, people today might actually come to this conclusion—I just want to demonstrate this to you at the end, even though it lies outside the way most of you think—I would say, to fully grasp in your mind what I have just said. So you have this line, which is not an ellipse, but differs from the ellipse in that it is more curved here [drawing on the left]—you often see this line in architecture—the ellipse would look something like this [dotted]. But that is only one specific form of this line; in fact, if you change the mathematical equation, this line can also take on this shape [lemniscate]. It is the same line as the other one. In one case, I trace it like this and close here; now, under certain conditions, however, I do not go all the way up to the top like that, but trace it like this and then return again, closing at the bottom. But the same line has yet another form. Here, if I start here, I must—only seemingly—end here; now I must go out of the plane, out of space, go over here, and come back here again. Now I must once again leave the space, continue the line here, and close it at the bottom. It is simply the line modified slightly. These are not two lines; it is just one line, and it corresponds to a single mathematical equation; it is a single line, except that I am leaving the space. If one continues this line of thought, another possibility arises: I can simply take this line [lemniscate], but I can also imagine this line such that half of it lies within space; as I come around here, I must go out of space. I must go out of space, then I complete it like this: here is the other half, but it is simply outside ordinary space—it does not lie within ordinary space. It is there as well. And if one were to develop this way of conceiving things—which mathematicians, for example, could certainly adopt today if they wanted to—one would arrive at the other conception of going out of space and coming back into space. This is certainly something that corresponds to reality. For every time you set out to do something, you think about what you’ve set out to do; before you act, you step out of space, and when you move your hand, you step back into space. In between, you’re outside of space—you’re on the other side of space.
[ 16 ] Diese Vorstellung muß man durchaus entwickeln — von der anderen Seite des Raumes. Dann kommt man zu der Vorstellung des wirklich Übersinnlichen, dann kommt man vor allen Dingen aber zur Vorstellung des Moralischen in seiner Realität. Das Moralische in seiner Realität kann von der heutigen Weltanschauung so schwer vorgestellt werden, weil die Leute durchaus alles, was sie vorstellen wollen, im Raume vorstellen wollen, nach Maß, Gewicht und Zahl bestimmen wollen, während in der Tat die Wirklichkeit an jedem Punkte, möchte ich sagen, des Raumes über den Raum hinausgeht und wiederum zum Raum zurückkehrt. Es gibt Leute, die stellen sich ein Sonnensystem vor, im Sonnensystem Kometen, da sagen sie: Der Komet erscheint, dann macht er eine riesige lange Ellipse durch und dann kommt er nach langer Zeit wieder. — Das ist für viele Kometen nicht wahr. Das ist so, daß Kometen erscheinen, sie gehen hinaus, zerstieben hier, hören auf, bilden sich aber von der anderen Seite wiederum, bilden sich von hier wiederum und kommen von daher zurück, beschreiben überhaupt Linien, die gar nicht zurückkehren. Warum? Weil die Kometen aus dem Raume hinausgehen und an einer ganz anderen Stelle wiederkommen. Das ist durchaus im Kosmos möglich, daß irgendwie aus dem Raume hinaus die Kometen zerstieben und an einer anderen Stelle im Raum wiederkommen.
[ 16 ] This concept must certainly be developed—from the other side of the room. Then one arrives at the concept of the truly supersensible; but above all, one arrives at the concept of the moral in its reality. The moral in its reality is so difficult for today’s worldview to conceive because people want to conceive of absolutely everything they wish to imagine in terms of space, wanting to determine it by measure, weight, and number, whereas in fact reality, at every point—I would say—of space, extends beyond space and then returns to space. There are people who imagine a solar system, with comets in the solar system, and they say: “The comet appears, then it traces a huge, long ellipse, and then it returns after a long time.” — That is not true for many comets. The fact is that comets appear, they go out, disintegrate here, cease to exist, but then reform on the other side, reform from here again, and return from there, tracing paths that do not return at all. Why? Because the comets travel out into space and return at a completely different location. It is entirely possible in the cosmos that comets somehow disperse out into space and return at another location in space.
[ 17 ] Ich werde Sie in der Fortsetzung dieser Betrachtungen morgen nicht etwa weiter quälen mit den Vorstellungen, die ich Ihnen in den letzten zehn Minuten vorgeführt habe, weil ich weiß, daß sie dem Vorstellungskreis einer großen Anzahl von Ihnen ferne liegen würden. Aber ich muß doch manchmal darauf hinweisen, daß diese Geisteswissenschaft, wie sie hier gepflegt wird, rechnen könnte mit den allerausgebildetsten wissenschaftlichen Vorstellungen, wenn dazu die Gelegenheit vorhanden wäre, wenn mit anderen Worten die Möglichkeit vorhanden wäre, dasjenige, was heute geistlos betrieben wird, namentlich in den sogenannten exakten Wissenschaften, mit Geist wirklich zu durchdringen. Diese Möglichkeit ist leider nicht vorhanden; insbesondere die Dinge wie die Mathematik und so weiter werden heute zumeist in der geistlosesten Weise betrieben. Und daher ist schon einmal Geisteswissenschaft, wie ich neulich beim öffentlichen Vortrag in Basel auch betonte, vorläufig darauf angewiesen — was ihr viele zum Vorwurf machen, die nun gelehrt sein wollen —, vor gebildeten Laien sich geltend zu machen. Würden die Gelehrten nicht so faul sein gegenüber geistigen Betrachtungen, so hätte Geisteswissenschaft nicht nötig, sich bloß vor gebildeten Laien geltend zu machen, denn sie kann mit den höchsten wissenschaftlichen Vorstellungen rechnen und rechnet bis zu diesen höchsten wissenschaftlichen Vorstellungen auch mit voller Exaktheit, weil sie sich ihrer Verantwortlichkeit bewußt ist.
[ 17 ] In the continuation of these reflections tomorrow, I will not torment you further with the ideas I have presented to you over the last ten minutes, because I know that they would be beyond the comprehension of many of you. But I must nevertheless point out from time to time that this spiritual science, as it is practiced here, could draw upon the most highly developed scientific concepts if the opportunity were available—in other words, if it were possible to truly infuse with spirit that which is currently pursued in a spiritless manner, particularly in the so-called exact sciences. Unfortunately, this possibility does not exist; in particular, subjects such as mathematics and so on are today for the most part pursued in the most spiritless manner. And that is why, as I also emphasized recently at the public lecture in Basel, spiritual science is for the time being dependent—a fact for which many who now claim to be learned reproach it—on asserting itself before educated laypeople. If scholars were not so averse to spiritual considerations, spiritual science would not need to assert itself merely before educated laypeople, for it can reckon with the highest scientific concepts and does so with complete precision, precisely because it is conscious of its responsibility.
[ 18 ] Allerdings, die Wissenschafter, die benehmen sich ja diesen Dingen gegenüber in einer höchst eigentümlichen Weise. Sehen Sie, da ist ein gelehrter Herr — ich habe neulich schon im öffentlichen Vortrag auf ihn aufmerksam gemacht —, der hat offenbar gehört, daß hier in Dornach Hochschulkurse gehalten worden sind. Vorher hat er nämlich etwas von der Waldorfschule gehört und hat, wie es scheint, in den «WaldorfNachrichten» meine Eröffnungsrede für die Waldorfschule und noch einen anderen Aufsatz gelesen. In der Eröffnungsrede habe ich aus dem Zusammenhange heraus einen Pädagogen genannt, der für vieles ein Gesinnungsgenosse jenes Gelehrten ist. Bei solch einer Gelegenheit werden die Herren, die so oftmals der Anthroposophie vorwerfen, sie könnte zu Suggestion oder Autosuggestion führen, gleich hypnotisiert, weil sie hören: Da wurde einer erwähnt, der ist ein wissenschaftlicher Gesinnungsgenosse von mir. — Da wurde denn der Herr ganz aufmerksam. Nun wurde es ihm offenbar schwül von alledem, was an den Dornacher Hochschulkursen geleistet wurde. Deshalb konnte er sich doch nicht entwehren, folgendes zu schreiben: «Auf den Hochschulkursen der Anthroposophen in Dornach bei Basel, die im Herbst d. J. stattgefunden haben, ist die Hoffnung ausgesprochen worden, daß von hier aus große, starke Ideen eine neue Entwickelung unseres Volkes einleiten und ihm neues Leben einhauchen würden. Wer die ethischen Grundlagen dieser Bewegung auf ihren wahren Wert prüft, kann diese Hoffnung nicht teilen, falls nicht diese Grundlagen einer kritischen Prüfung unterworfen werden, wozu die vorstehenden Zeilen Veranlassung geben wollen.»
[ 18 ] However, scientists do behave in a most peculiar way when it comes to these matters. You see, there is a learned gentleman—I recently drew attention to him in a public lecture—who has apparently heard that university courses have been held here in Dornach. He had previously heard something about the Waldorf School and, it seems, read my opening address for the Waldorf School and another essay in the Waldorf-Nachrichten. In that opening address, I mentioned, in the context of the discussion, an educator who shares many of the same views as that scholar. On such an occasion, the gentlemen who so often accuse anthroposophy of leading to suggestion or autosuggestion are immediately hypnotized, because they hear: “Someone was mentioned there who is a scientific kindred spirit of mine.” — So the gentleman became quite attentive. Now, he apparently felt uneasy about everything that had been accomplished at the Dornach university courses. That is why he could not help but write the following: “At the anthroposophical university courses in Dornach near Basel, which took place this fall, the hope was expressed that great, powerful ideas arising from here would usher in a new development for our people and breathe new life into them. Anyone who examines the ethical foundations of this movement for their true value cannot share this hope unless these foundations are subjected to critical scrutiny, which is the purpose of the preceding lines.”
[ 19 ] Nun, warum sind diese «vorstehenden Zeilen» eigentlich geschrieben? Also die Hochschulkurse, ihre ethische Grundlage muß geprüft, einer Kritik unterzogen werden, denn die müssen irgend etwas zu tun haben mit dem, was nun solch ein Herr zu deklamieren hat, was er nennt den moralischen Tiefstand, denn er beginnt seinen Aufsatz, den er überschrieben hat «Ethische Irrlehre»: «In Zeiten eines moralischen Tiefstandes, wie ihn das deutsche Volk wohl noch nicht erlebt hat, ist es doppelt not, die großen Landmarken der Moral, wie sie von Kant und Herbart aufgerichtet worden sind, zu verteidigen und sie nicht zugunsten relativistischer Neigungen verrücken zu lassen. Das Wort des Freiherrn von Stein, daß ein Volk nur stark bleiben kann durch die Tugenden, durch welche es groß geworden ist, lebendig zu halten, muß heute zu den ersten Aufgaben inmitten der Auflösung aller moralischer Begriffe gerechnet werden.»
[ 19 ] Well, why were these “preceding lines” actually written? Well, the university courses—their ethical foundation must be examined and subjected to criticism, for they must have something to do with what this gentleman has to declare, what he calls the moral low point, since he begins his essay, which he has titled “Ethical Heresy”: “In times of moral decline, the likes of which the German people have likely never before experienced, it is doubly urgent to defend the great moral landmarks, as established by Kant and Herbart, and not to allow them to be shifted in favor of relativist tendencies. Baron von Stein’s statement—that a people can remain strong only by keeping alive the virtues through which it became great—must today be counted among the foremost tasks amid the dissolution of all moral concepts.”
[ 20 ] Nun datiert der Mann die Auflösung der moralischen Begriffe seit dem Kriege und findet eines sehr bemerkenswert: «Daß an dieser Auflösung eine Schrift des Führers der Anthroposophen in Deutschland, des Dr. Rudolf Steiner, beteiligt ist, muß besonders beklagt werden, da man den idealistischen Grundzug dieser Bewegung, die auf eine starke Verinnerlichung des Einzelmenschen hinzielt» — das hat er nämlich aus ein paar Aufsätzen der «Waldorf-Nachrichten» entnommen —, «nicht leugnen, und in seinem Plan der Dreigliederung des sozialen Körpers, der in Nr. 222 des «Tags besprochen wurde, gesunde, das Volkswohl fördernde Gedanken finden kann. Aber in der Schrift «Die Philosophie der Freiheit» (Berlin 1918) überspannt er seine individualistische Einstellung in einer Weise, die zur Auflösung der sozialen Gemeinschaft führen und deshalb bekämpft werden muß.»
[ 20 ] Now, this man traces the dissolution of moral concepts back to the war and finds one thing particularly noteworthy: “The fact that a text by the leader of the anthroposophists in Germany, Dr. Rudolf Steiner, has played a part in this dissolution is particularly regrettable, since one cannot deny the idealistic character of this movement, which aims at a strong internalization of the individual” — as he has gathered from a few essays in the Waldorf-Nachrichten — “cannot be denied, and in his plan for the threefold social order, which was discussed in issue No. 222 of the Tag, one can find sound ideas that promote the welfare of the people. But in the work The Philosophy of Freedom (Berlin, 1918), he takes his individualistic stance to extremes in a way that leads to the dissolution of the social community and must therefore be opposed.”
[ 21 ] Also Sie werden sehen: 1918 ist aus dem moralischen Tiefstand, der sich aus dem Krieg ergeben hat, die «Philosophie der Freiheit» geschrieben worden! Der gute Mann hat selbstverständlich jahrzehntelang, als die «Philosophie der Freiheit» da war, sich nicht darum gekümmert, nur die letzte Auflage, nämlich 1918, gelesen, so genau, daß er nicht entnahm, wie alt dieses Buch ist, daß es ganz gewiß aus der Zeit stammt, in der er davon geredet hat, wie herrlich weit wir es gebracht haben, zu welcher Klärung, wo er noch lange nicht von moralischem Tiefstand gesprochen hat: Nun also! So weit ist die Gewissenhaftigkeit dieser Jugendbildner. Der Mann ist nicht nur Professor für Philosophie, sondern vor allen Dingen Pädagoge. Er hat also nicht bloß an Universitäten zu unterrichten, sondern Kinder pädagogisch zu erziehen. Und er ist selber so gut erzogen, daß er die Schrift als 1918 geschrieben empfindet, die «Philosophie der Freiheit». Daher ist es ihm auch ein Leichtes, über den Zweck dieser Schrift zu berichten. Bedenken Sie doch die Situation: 1893 erscheint die «Philosophie der Freiheit». Die Ideen entstehen also damals. Wenn man also annimmt, daß damals die «Philosophie der Freiheit» erschienen ist, welchen Sinn haben dann die folgenden Worte, die geradezu die Kulmination des ganzen Aufsatzes bilden: «Diese freien Menschen des Dr. Steiner sind aber bereits keine Menschen mehr. Sie sind in die Welt der Engel schon auf Erden eingetreten. Die Anthroposophie hat ihnen dazu verholfen.»
[ 21 ] So you’ll see: In 1918, the Philosophy of Freedom was written out of the moral low point that resulted from the war! Of course, for decades after the Philosophy of Freedom was published, the good man paid it no mind; he only read the latest edition, namely the 1918 edition—so closely that he failed to realize how old this book is, that it most certainly dates from the time when he was talking about how wonderfully far we’ve come, to what clarity, when he was still far from speaking of a moral low point: Well, there you have it! That’s the extent of the conscientiousness of these educators of youth. This man is not only a professor of philosophy but, above all, an educator. He is therefore not merely to teach at universities but to educate children pedagogically. And he himself is so well-educated that he perceives the work The Philosophy of Freedom as having been written in 1918. That is why it is also easy for him to discuss the purpose of this work. Just consider the situation: The Philosophy of Freedom was published in 1893. So the ideas originated at that time. If we assume, then, that The Philosophy of Freedom was published back then, what meaning do the following words have—words that constitute the very culmination of the entire essay: “But these free human beings of Dr. Steiner’s are no longer human beings. They have already entered the world of the angels while still on earth. Anthroposophy has helped them to do so.”
[ 22 ] Nun bitte ich Sie: 1893 erscheint die «Philosophie der Freiheit», veröffentlicht mit der Absicht, für die Menschen eine Ethik zu liefern, zu der ihnen die Anthroposophie verhilft: «Müßte es nicht eine unsagbare Wohltat mitten in den mannigfachen Wirrnissen des Erdenlebens sein, sich in solche Umgebung versetzen zu lassen? Angenommen, daß es einer kleinen Schar gelingt, alles Menschliche von sich abzustreifen und in ein reineres Dasein einzugehen, in dem volles Ausleben den wahrhaft Freien jenseits von Gut und Böse erlaubt ist — was bleibt für die breite Masse des Volkes, die mit den materiellen Nöten und Sorgen des Lebens aufs engste verflochten ist, übrig?» Sie sehen also, die Sache wird so dargestellt, als ob die «Philosophie der Freiheit» erschienen wäre in Berlin 1918, und die Anthroposophie dazu da wäre, um jene Menschen, die in der «Philosophie der Freiheit» dargestellt sind, auszubilden!
[ 22 ] Now I ask you: In 1893, The Philosophy of Freedom was published with the intention of providing people with an ethics that anthroposophy helps them to attain: “Would it not be an indescribable blessing, amid the manifold turmoil of earthly life, to be able to place oneself in such an environment? Suppose a small group succeeds in shedding everything human and entering into a purer existence, in which the truly free are allowed to live life to the fullest beyond good and evil—what remains for the broad masses of the people, who are so closely entangled with the material hardships and worries of life?” So you see, the matter is presented as if The Philosophy of Freedom had been published in Berlin in 1918, and as if anthroposophy were there to educate those people depicted in The Philosophy of Freedom!
[ 23 ] Mit dieser Gewissenhaftigkeit schreiben unsere Gelehrten heute über die Dinge. Es ist dieselbe Gewissenhaftigkeit, mit der ein Doktor der Theologie schreibt, daß hier eine neun Meter hohe Christus-Statue fabriziert würde, oben mit luziferischen Zügen und unten mit tierischen Merkmalen, wogegen die Tatsache steht, daß jene Christus-Statue oben ein rein menschliches ideales Gesicht hat und unten noch ein Holzklotz ist, nämlich überhaupt noch nicht da ist. Das wird nicht nur so beschrieben, als ob es ihm von irgend jemand mitgeteilt worden wäre, diesem Doktor der Theologie, sondern so schreibt er, als ob er diese Tatsache konstatiert hätte, wie wenn er selber dagewesen wäre. Da wird man eben erinnert an jene Anekdote, die ich in Basel im Vortrage öffentlich erwähnt habe, wie jemand konstatiert, abends, wenn er nach Hause kommt, ob er nüchtern oder betrunken ist: Man legt sich ins Bett und einen Zylinder vor sich auf die Bettdecke; sieht man ihn einfach, ist man nüchtern, sieht man ihn doppelt, so ist man betrunken. Man muß mindestens in jenem Zustande sein, wenn man dasjenige, was hier als Christus-Statue gemacht wird, so sieht, wie es jener Doktor der Theologie gesehen hat.
[ 23 ] This is the kind of meticulousness with which our scholars write about such matters today. It is the same conscientiousness with which a Doctor of Theology writes that a nine-meter-tall statue of Christ is being constructed here, with Luciferic features at the top and animalistic characteristics at the bottom—whereas the fact is that this statue of Christ has a purely human, ideal face at the top and is still just a block of wood at the bottom—in other words, it does not even exist yet. This is not merely described as if it had been reported to him by someone else—this Doctor of Theology—but rather he writes as if he had personally observed this fact, as if he had been there himself. This brings to mind that anecdote I mentioned publicly in a lecture in Basel, about how someone determines, in the evening when he comes home, whether he is sober or drunk: You lie down in bed with a top hat placed in front of you on the bedspread; if you see it as a single image, you are sober; if you see it as a double image, you are drunk. One must be in at least that state of mind to see what is being created here as a statue of Christ the way that doctor of theology saw it.
[ 24 ] Aber man kann, abgesehen von diesen Angriffen, in diesem Falle doch die Frage aufwerfen: Was sind das für Theologen? Was sind das für Christen? Was sind das für Jugendbildner, die solch eine Beziehung zur Wahrheit und Wahrhaftigkeit haben, und wie muß eine Wissenschaft aussehen, die mit einem solchen Gefühl für Wahrheit und Wahrhaftigkeit versehen ist? Solche Wissenschaft wird aber heute eigentlich von den meisten Menschen auf Lehrkanzeln und in Büchern vertreten, von solcher Wissenschaft lebt die Menschheit.
[ 24 ] But setting aside these attacks, one can still raise the question in this case: What kind of theologians are these? What kind of Christians are they? What kind of youth educators are they, who have such a relationship to truth and truthfulness, and what must a science look like that is imbued with such a sense of truth and truthfulness? Yet such science is actually represented today by most people from pulpits and in books; humanity lives by such science.
[ 25 ] Unter allen anderen Aufgaben, die sie hat, hat Geisteswissenschaft auch die Aufgabe, unsere geistige Atmosphäre zu reinigen von jenen Dünsten der Unwahrhaftigkeit, der Verlogenheit, die nicht etwa bloß im äußeren Leben herrscht, die heute bewiesen werden kann bis in die Tiefe der einzelnen Wissenschaften hinein. Und wiederum von diesen Tiefen geht dann dasjenige aus, was im sozialen Leben so verheerend wirkt. Der Mut muß aufgebracht werden, um in diese Dinge mit dem richtigen Lichte hineinzuleuchten. Dazu ist aber allerdings notwendig, daß man sich erst erwärmen kann für eine Weltanschauung, die nun wirklich die Brücke schlägt zwischen der moralischen Weltordnung und der physischen Weltordnung, indem die leuchtende Sonne zugleich angesehen werden kann wie die Konzentration untergehender Gedankenwelten, und dasjenige, was aus den Tiefen der Erde heraufsprudelt, zugleich angesehen werden kann als die Vorbereitung dessen, was in die Zukunft hinüberlebt, keimhaft, willensmäßig, die Welt willensmäßig durchdringend.
[ 25 ] Among all its other tasks, the science of the spirit also has the task of purifying our spiritual atmosphere of those mists of untruth and hypocrisy that do not merely prevail in external life, but which today can be demonstrated to extend into the very depths of the individual sciences. And it is from these very depths that what has such a devastating effect on social life emanates. We must summon the courage to shed the proper light on these matters. For this, however, it is indeed necessary to first develop a passion for a worldview that truly bridges the moral order of the world and the physical order of the world—a worldview in which the shining sun can be seen both as the concentration of fading worlds of thought, and that which bubbles up from the depths of the earth can at the same time be seen as the preparation for what lives on into the future—in embryonic form, through the power of the will, permeating the world through the power of the will.
