The Bridge Between the Spiritual and
Physical Realms of Human Beings
GA 202
24 December 1920, Dornach
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The Bridge Between the Spiritual and Physical Realms of Human Beings, tr. SOL
Vierzehnter Vortrag
Fourteenth Lecture
[ 1 ] In dem Weihnachtsfest ist der Christenheit etwas gegeben, das für die weitesten Kreise unmittelbar hinaufführt zu den höchsten Fragen der Menschheitsentwickelung auf Erden. Man mag das geschichtliche Werden betrachten an welchem Punkte man will, man mag historische Ereignisse heranziehen zum Verständnisse des Menschwerdens, zum Ergründen des Sinnes dieses Menschwerdens auf Erden: man wird eine so bedeutsame Erhebung zu diesem Mysterium des Menschwerdens in so populärer, weithin zu verstehender Form nicht finden können, als es der Gedanke ist an das Mysterium von Golgatha, als es der Gedanke ist, der im Weihnachtsfeste eingeschlossen ist.
[ 1 ] In the Christmas celebration, Christianity is given something that, for the broadest circles, leads directly to the highest questions of humanity’s development on Earth. No matter at what point in history one chooses to look, no matter which historical events one draws upon to understand the Incarnation or to fathom the meaning of this Incarnation on Earth: one will not be able to find such a significant elevation to this mystery of the Incarnation in such a popular, widely understandable form as is the thought of the Mystery of Golgotha, as is the thought contained within the Christmas celebration.
[ 2 ] Wenn wir hinschauen zum Beginn der Menschwerdung auf Erden und die Jahrtausende bis zum Mysterium von Golgatha verfolgen, so finden wir überall, daß, wenn auch noch so Großes innerhalb der Völkergemeinschaften geleistet wird, dies Geleistete eine Art Vorbereitung, eine Art Vorstufe ist für dasjenige, was für die Menschheit geschehen ist durch das Mysterium von Golgatha. Und wiederum, wenn wir verfolgen dasjenige, was seither geschehen ist, so können wir an Verständnis nur gewinnen, wenn wir ins Auge fassen, wie der durch das Mysterium von Golgatha gegangene Christus wirksam geworden ist für dieses Werden der Menschheit. Es mag noch so vieles zunächst unverständlich scheinen in diesem Menschheitswerden — wenn man ohne Kleinheit forscht, ohne Aberglauben, der sich etwa in der Richtung bewegte, daß dem Menschen ohne sein Zutun von irgendwelchen unbekannten Göttern geholfen werden sollte da, wo er meint, daß diese Hilfe am Platze wäre, wenn man absieht von solchen Anschauungen, so wird man finden, daß auch in den schmerzlichen Ereignissen des weltgeschichtlichen Werdens zu erkennen ist, welche Bedeutung, welchen Sinn dieses Erdenwerden bekommen hat dadurch, daß der Christus durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Für uns geziemt es sich, daß wir gerade dieses Mysterium von Golgatha — und das Weihnachtsmysterium gehört ja dazu — von denjenigen Gesichtspunkten aus betrachten, die gewissermaßen in ihm den Sinn der ganzen Erdenmenschheit enthüllen können.
[ 2 ] When we look back to the beginning of the Incarnation on Earth and trace the millennia leading up to the Mystery of Golgotha, we find everywhere that, no matter how great the achievements within the communities of peoples may be, these achievements are a kind of preparation, a kind of preliminary stage for what has happened for humanity through the Mystery of Golgotha. And again, when we trace what has happened since then, we can only gain understanding if we consider how Christ, who passed through the Mystery of Golgotha, has become active in this development of humanity. No matter how much of this human evolution may seem incomprehensible at first—if one investigates without narrow-mindedness, without superstition that might suggest, for example, that human beings should be helped by some unknown gods without their own effort wherever they feel such help is needed, and if one sets aside such views, one will find that even in the painful events of world-historical development, one can recognize the significance and meaning that this earthly evolution has acquired through Christ’s passage through the Mystery of Golgotha. It is fitting for us to view precisely this Mystery of Golgotha—and the Christmas Mystery is, of course, part of it—from those perspectives that can, in a sense, reveal within it the meaning of all humanity on Earth.
[ 3 ] Wir wissen, in welch innigem Zusammenhang wir zu sehen haben dasjenige, was moralisch-geistig sich in der Menschheitsentwickelung vollzieht, mit dem, was sich in der Natur vollzieht. Und wir können mit einem gewissen Verständnis für diese Brücke zwischen Naturdasein und moralischer Weltordnung auch herangehen an jene Beziehung, die uns seit vielen Jahren beschäftigt, an die Beziehung des Christus Jesus zu demjenigen Wesen, dessen äußerer Abglanz in der Sonne erscheint. Nicht immer waren Bekenner und Vertreter des christlichen Impulses so feindlich gesinnt dem Erkennen dieses Zusammenhanges zwischen dem Sonnenmysterium und dem ChristusMysterium, wie das die heutigen, in die Dekadenz gekommenen Vertreter des Christentums oftmals sind. Dionysius der Areopagite, von dem wir ja auch schon öfter gesprochen haben, nennt die Sonne das Denkmal des Gottes. Und bei Augustinus finden wir durchaus noch überall Hinweise, selbst in der Scholastik finden wir noch Hinweise darauf, wie in den äußeren Gestirnen und ihren Bewegungen Bildhaftes zu sehen ist für das geistig-göttliche Dasein in der Welt.
[ 3 ] We know that there is a profound connection between what unfolds morally and spiritually in human development and what unfolds in nature. And with a certain understanding of this bridge between natural existence and the moral world order, we can also approach that relationship which has occupied us for many years—the relationship of Jesus Christ to that being whose outer reflection appears in the sun. Adherents and representatives of the Christian impulse were not always as hostile to recognizing this connection between the mystery of the sun and the mystery of Christ as today’s representatives of Christianity—who have fallen into decadence—often are. Dionysius the Areopagite, of whom we have spoken often before, calls the sun the monument of God. And in Augustine we still find references to this everywhere; even in Scholasticism we still find indications of how the outer celestial bodies and their movements can be seen as symbolic representations of the spiritual-divine existence in the world.
[ 4 ] Aber wir müssen aus einem größeren Zusammenhange heraus dasjenige vom Weihnachtsmysterium begreifen, was uns gerade wegen der großen Aufgaben der Gegenwart naheliegen muß. Ich möchte Sie da erinnern an etwas, das ich im Laufe der Jahre in verschiedener Weise immer wieder vorgebracht habe. Ich habe gesagt: Wir blicken zurück in die erste nachatlantische Zeitepoche, die ausgefüllt war durch die Taten und Erlebnisse des altindischen Volkes; wir blicken zurück in die urpersische Epoche der nachatlantischen Menschheit, in die ägyptisch-chaldäische, in die griechisch-lateinische, und kommen dann zu unserer Lebensepoche, zu der fünften der nachatlantischen Menschheit herauf. Auf die unsrige wird die sechste, dann die siebente folgen. Nun habe ich Sie darauf hingewiesen, daß die vierte, die griechisch-lateinische Lebensepoche der nachatlantischen Menschheit, gewissermaßen in der Mitte steht, und daß gewisse Zusammenhänge bestehen — Sie können das auch nachlesen in meinem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» — zwischen der dritten und fünften, also zwischen der ägyptisch-chaldäischen Epoche und der unsrigen; daß wiederum ein Zusammenhang bestehen wird zwischen der urpersischen und der sechsten, und der urindischen Zeit und der siebenten Lebensepoche der nachatlantischen Menschheit. Bestimmte Dinge wiederholen sich in einer gewissen Weise jeweilig in diesen Lebensepochen.
[ 4 ] But we must understand, within a broader context, that aspect of the Christmas Mystery which must be particularly close to our hearts precisely because of the great challenges of the present. I would like to remind you of something I have repeatedly brought up in various ways over the years. I have said: We look back to the first post-Atlantean epoch, which was filled with the deeds and experiences of the ancient Indian people; we look back to the primordial Persian epoch of post-Atlantean humanity, to the Egyptian-Chaldean epoch, to the Greco-Latin epoch, and then arrive at our own epoch, the fifth of post-Atlantean humanity. Ours will be followed by the sixth, and then the seventh. Now I have pointed out to you that the fourth, the Greco-Latin epoch of post-Atlantean humanity, stands, so to speak, in the middle, and that certain connections exist—you can also read about this in my little book The Spiritual Guidance of the Individual and of Humanity — between the third and fifth epochs, that is, between the Egyptian-Chaldean epoch and our own; and that, in turn, there will be a connection between the Proto-Persian and the sixth epochs, and between the Proto-Indian epoch and the seventh epoch of post-Atlantean humanity. Certain things repeat themselves in a particular way within these respective epochs.
[ 5 ] Ich habe einmal darauf hingewiesen, wie der große Kepler, der Nachfolger des Kopernikus, eine Ahnung gehabt hat davon, daß er mit seinem Sonnen-Planetensystem in einer gewissen Weise wiederholte, allerdings passend für die fünfte nachatlantische Zeit, dasjenige, was gelebt hat als Weltenbild in den ägyptischen Priestermysterien. Kepler drückt sich ja in einer gewissen Beziehung darüber sehr radikal aus, indem er sagt, er habe die Gefäße der alten ägyptischen Weisheitslehrer entlehnt, um sie hereinzutragen in die neuere Zeit. Wir aber wollen heute an etwas denken, was gewissermaßen in der Mitte der Anschauung der Kultushandlungen der ägyptischen Priestermysterien gestanden hat, wir wollen gedenken der Isismysterien, und wir brauchen, um uns den geistigen Zusammenhang der Isismysterien mit dem, was auch im Christentum lebt, zu vergegenwärtigen, nur unseren Seelenblick hinzulenken zu dem berühmten Bilde der Sixtinischen Madonna von Raffael, wo die Madonna das Jesuskindlein auf dem Arme hält, hinter ihr die Wolken, die eigentlich lauter Kinder darstellen, so daß man die Vorstellung haben kann, aus den Wolken herunter habe die Madonna, gewissermaßen durch eine Verdichtung der dünneren Substanz, das Jesuskind empfangen. Aber dieses Bild, das ganz aus christlichem Geiste heraus geschaffen ist, es ist ja nichts anderes als eine Art Wiederholung desjenigen, was die ägyptischen Isismysterien verehrt haben, indem sie die Isis mit dem Horusknaben im Arm gebildet haben. Das Motiv dieses Bildes stimmt ganz mit dem Raffaelischen Bilde überein. Selbstverständlich darf uns das nicht zu dem verführen, wozu — seit dem 18. Jahrhundert und durch das ganze 19. Jahrhundert bis herein in unsere Tage — solche Dinge viele Oberflächlinge verführt haben: daß man etwa in der Geschichte des Christus Jesus und alledem, was dazu gehört, nur eine Art Metamorphose sehe, eine Umdichtung alter heidnischer Mysterien. Sie wissen aus meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache», wie diese Dinge aufzufassen sind. Aber gerade in dem Sinne, wie das dort gemeint ist, darf wieder hingewiesen werden auf eine gewisse geistige Kongruenz desjenigen, was im Christentum auftritt, mit den alten heidnischen Mysterien.
[ 5 ] I once pointed out how the great Kepler, the successor to Copernicus, had a sense that with his heliocentric planetary system he was, in a certain way—albeit suited to the fifth post-Atlantean epoch—repetitioning what had lived as a world picture in the Egyptian priestly mysteries. Kepler, in a certain sense, expresses this very radically when he says that he borrowed the vessels of the ancient Egyptian teachers of wisdom in order to bring them into the modern era. But today we want to reflect on something that, so to speak, stood at the center of the view of the ritual acts of the Egyptian priestly mysteries; we wish to commemorate the Isis Mysteries; and to bring to mind the spiritual connection between the Isis Mysteries and what also lives within Christianity, we need only turn our inner gaze to Raphael’s famous painting, the Sistine Madonna, where the Madonna holds the infant Jesus in her arms, with clouds behind her that actually represent nothing but children, so that one can imagine the Madonna having received the infant Jesus from the clouds, as it were, through a condensation of the thinner substance. But this painting, created entirely out of the Christian spirit, is nothing other than a kind of repetition of what the Egyptian Isis mysteries venerated, in depicting Isis with the boy Horus in her arms. The motif of this image corresponds entirely with Raphael’s painting. Of course, this must not lead us into the trap into which—since the 18th century and throughout the 19th century right up to the present day—such things have led many superficial minds: namely, to view the story of Jesus Christ and all that pertains to it merely as a kind of metamorphosis, a reinterpretation of ancient pagan mysteries. You know from my book Christianity as a Mystical Fact how these things are to be understood. But precisely in the sense intended there, it is worth pointing out once again a certain spiritual congruence between what occurs in Christianity and the ancient pagan mysteries.
[ 6 ] Dieses Isismysterium hat zum Hauptinhalt den Tod des Osiris, das Suchen des toten Osiris durch Isis. Wir wissen, daß Osiris, der Repräsentant des Sonnenwesens, der Repräsentant der geistigen Sonne, getötet wird durch Typhon, der ja nichts anderes ist als, ägyptisch ausgedrückt, der Ahriman. Wir wissen, daß Osiris von Ahriman getötet wird, in den Nil geworfen wird, daß er hinausgeschwemmt wird, daß Isis, die Gemahlin, sich auf die Suche begibt, daß sie ihn drüben in Asien findet, daß sie ihn zurückbringt nach Ägypten, daß dann Osiris zerstückelt wird von dem Feinde Ahriman, und daß Isis die vierzehn Stücke an verschiedenen Orten begräbt, so daß sie fortan der Erde angehören.
[ 6 ] The central theme of this Isis mystery is the death of Osiris and Isis’s search for the dead Osiris. We know that Osiris, the representative of the solar being, the representative of the spiritual sun, is killed by Typhon, who, in Egyptian terms, is none other than Ahriman. We know that Osiris is killed by Ahriman, thrown into the Nile, that he is washed away, that Isis, his wife, sets out in search of him, that she finds him over in Asia, that she brings him back to Egypt, that Osiris is then dismembered by the enemy Ahriman, and that Isis buries the fourteen pieces in various places, so that from then on they belong to the earth.
[ 7 ] Man kann aus dieser Anschauung entnehmen, wie sich in einer tief sinnvollen Weise die ägyptische Weisheit vorgestellt hat den Zusammenhang zwischen den Mächten des Himmels und den Mächten der Erde. Osiris ist auf der einen Seite der Repräsentant der Sonnengewalten. Er ist, indem er durch den Tod gegangen ist, an verschiedenen Orten zu gleicher Zeit jene Kraft, welche alles dasjenige, was aus der Erde heraus fruchtet, eben zu diesem Fruchten bringt. In geistvoller Weise denkt sich ja der alte ägyptische Weise, wie die Gewalten, welche hereinscheinen von der Sonne, sich mitteilen der Erde, wie sie dann der Erde angehören, und wie sie als Sonnengewalten, die in der Erde begraben sind, das aus der Erde heraus Fruchtende dem Menschen wiederum übergeben. Was der ägyptischen Anschauung zugrunde liegt, ist das, daß Osiris getötet worden ist, daß sich seine Gemahlin Isis auf die Suche nach Osiris begeben mußte, daß sie ihn erst wieder zurück nach Ägypten bringen mußte, daß er dann in anderer Form, nämlich aus der Erde heraus wirkte.
[ 7 ] From this perspective, one can see how Egyptian wisdom conceived of the connection between the powers of heaven and the powers of earth in a profoundly meaningful way. On the one hand, Osiris is the representative of the solar forces. Having passed through death, he is, in various places at the same time, the very force that brings to fruition everything that bears fruit from the earth. In a profound way, the ancient Egyptian sage conceives of how the forces that shine down from the sun impart themselves to the earth, how they then belong to the earth, and how, as solar forces buried within the earth, they in turn bestow upon humanity that which bears fruit from the earth. Underlying the Egyptian view is the belief that Osiris was killed, that his wife Isis had to set out in search of Osiris, that she first had to bring him back to Egypt, and that he then worked in a different form, namely from within the earth.
[ 8 ] Eine der ägyptischen Pyramiden stellt ja das besonders sinnvoll dar; denn die Ägypter haben dasjenige, was ihnen geworden war als Lösung der großen Geheimnisse des Weltenalls, nicht allein in ihrer eigentümlichen Schrift niedergeschrieben, sondern sie haben es in ihren Bauwerken zum Ausdruck gebracht. Eine dieser Pyramiden ist nach ihren Maßen genau so gebaut gewesen, daß der Schatten dieser Pyramide wegen des Sonnenstandes verschwunden ist mit der Frühlingssonnenwende, weil er in die Basis hineinfiel, und erst wiederum sichtbar geworden ist nach der Herbstessonnenwende. Dadurch wollten die Ägypter ausdrücken, wie dasjenige, was ihnen sonst von der Sonne herunterscheint, in der Erde begraben ist vom Frühling bis zum Herbste, die Kräfte der Erde entwickelnd, damit das für die Menschen Notwendige aus der Erde heraus fruchten könne. So müssen wir uns zu einer Vorstellung der alten Ägypter wenden, wodurch diese auf der einen Seite zur Sonne hinaufschauten, zu dem hohen Sonnenwesen, und es verehrten, wie sie aber zu gleicher Zeit auch andeuteten, wie dieses Sonnenwesen verlorengegangen war in Osiris und durch Isis gesucht und wiedergefunden wurde, damit es dann in veränderter Weise weiterwirken könne.
[ 8 ] One of the Egyptian pyramids illustrates this particularly well; for the Egyptians not only recorded in their unique script what they had discovered as the solution to the great mysteries of the universe, but they also expressed it in their architectural structures. One of these pyramids was constructed with dimensions such that, due to the position of the sun, its shadow disappeared at the spring solstice—because it fell within the base—and only became visible again after the fall solstice. Through this, the Egyptians sought to express how that which otherwise shines down upon them from the sun is buried in the earth from spring to fall, developing the earth’s forces so that what is necessary for human life might bear fruit from the earth. Thus we must turn to a concept of the ancient Egyptians, whereby they, on the one hand, looked up to the sun—to the exalted solar being—and worshipped it, while at the same time they also indicated how this solar being had been lost in Osiris and was sought and found again through Isis, so that it might then continue to work in a transformed way.
[ 9 ] Nun, wir in unserer fünften nachatlantischen Zeit haben manches zu wiederholen, was in anderer Form innerhalb der ägyptischen Weisheit aufgetreten ist, und es muß aus geisteswissenschaftlichen Untergründen heraus ein Verständnis sich darüber verbreiten unter der Menschheit, wie wir auf die Art, wie es unserer Zeit angemessen ist, die ägyptischen Priestermysterien im verchristeten Sinne wiederum anschauen können. Osiris stellte ja für die Ägypter gewissermaßen dasjenige dar, was ihnen eine Art Repräsentant war des noch nicht gekommenen Christus; aber sie stellten sich auf ihre Art das Sonnenwesen vor in Osiris. Sie stellten sich vor, daß dieses Sonnenwesen in einer gewissen Weise verlorengegangen sei, und daß es wieder gesucht werden muß. Wir können uns nicht vorstellen, daß unser Sonnenwesen, der durch das Mysterium von Golgatha gegangene Christus, für die Menschheit verlorengehen könnte, da er einmal heruntergestiegen ist aus geistigen Höhen, sich mit dem Menschen Jesus von Nazareth verbunden hat und fortan bei der Erde bleibt. Er ist da, und der entsprechende Weihnachtsgesang darf jedes Jahr verkünden: Uns wird der Heiland geboren —, indem er damit ausdrückt das nicht Vorübergehende dieses Ereignisses, sondern das Ewige desselben, indem er damit ausdrückt, daß nicht nur damals in Bethlehem der Jesus geboren worden ist, sondern daß er im Grunde genommen immerfort geboren wird, das heißt, bei dem Erdensein verbleibt. Also dasjenige, was uns der Christus ist, das kann nicht verlorengehen.
[ 9 ] Well, we in our fifth post-Atlantean epoch have much to repeat that appeared in a different form within Egyptian wisdom, and an understanding must spread among humanity, based on spiritual-scientific foundations, of how we can once again view the Egyptian priestly mysteries in a Christianized sense, in a way appropriate to our time. For the Egyptians, Osiris represented, in a sense, a kind of representative of the Christ who had not yet come; but they imagined the solar being in Osiris in their own way. They imagined that this solar being had, in a certain sense, been lost, and that it must be sought again. We cannot imagine that our solar being—Christ, who passed through the Mystery of Golgotha—could be lost to humanity, since he once descended from spiritual heights, united himself with the human being Jesus of Nazareth, and remains with the earth from that time onward. He is here, and the corresponding Christmas carol may proclaim each year: The Savior is born to us—expressing not the transience of this event, but its eternity; expressing that Jesus was not merely born back then in Bethlehem, but that, in essence, he is continually being born—that is, he remains with earthly existence. Thus, what Christ is to us cannot be lost.
[ 10 ] Aber in anderer Art muß sich die Isislegende in unserer Zeit erfüllt zeigen. Nicht dasjenige, was in einem höheren Maße uns den Osiris gibt durch den Christus, kann uns verlorengehen; aber es kann uns verlorengehen und ist uns verlorengegangen dasjenige, was hingebildet für das christliche Verständnis neben dem Osiris steht: es ist uns verlorengegangen die Isis, die Mutter des Heilandes, die göttliche Weisheit Sophia. Und wenn es geben soll eine Erneuerung der Isislegende, so darf diese für uns nicht lauten, daß der Osiris getötet worden ist durch Typhon-Ahriman, daß er hinweggeschwemmt worden ist durch das Nilwasser, wiedergefunden werden soll durch Isis, um in seiner durch Typhon-Ahriman erfolgten Zerstückelung dann in die Erde versenkt zu werden. — Nein, wir müssen in einer gewissen Weise die Isislegende, den Inhalt des Isismysteriums wiederfinden, aber wir müssen ihn bilden aus der Imagination heraus gefaßt für unsere Zeit. Es muß wieder ein Verständnis der ewigen Weltenwahrheiten geben, indem wir also imaginativ dichten können, wie die Ägypter es gekonnt haben. Aber wir müssen die richtige Isislegende finden. Der ägyptische Mensch war — als der Mensch, der vor dem Mysterium von Golgatha lebte — noch durchsetzt von luziferischen Mächten. Wenn sich im Inneren des Menschen luziferische Mächte finden, wenn luziferische Mächte das Innere des Menschen bewegen, durchziehen, durchweben, dann hat das zur Folge, daß sich in seiner äußerlichen Anschauung das Ahrimanische in seiner Wirksamkeit ausdrückt. Daher sieht der Ägypter mit Recht, weil er selber luziferisch durchsetzt war, ein Weltenbild, in welchem Ahriman-Typhon tätig ist.
[ 10 ] But the legend of Isis must be fulfilled in a different way in our time. What Christ gives us in a higher sense through Osiris cannot be lost to us; but what stands alongside Osiris, shaped for Christian understanding, can be lost to us and has been lost to us: we have lost Isis, the Mother of the Savior, the divine wisdom Sophia. And if there is to be a renewal of the Isis legend, it must not mean for us that Osiris was killed by Typhon-Ahriman, that he was swept away by the waters of the Nile, to be found again by Isis, only to be buried in the earth in the state of dismemberment brought about by Typhon-Ahriman. — No, we must, in a certain sense, rediscover the legend of Isis, the essence of the Isis mystery, but we must shape it out of imagination, adapted to our time. There must once again be an understanding of the eternal truths of the world, so that we can create imaginative poetry, just as the Egyptians were able to do. But we must find the true Isis legend. The Egyptian—as a human being who lived before the Mystery of Golgotha—was still permeated by Luciferic forces. When Luciferic forces are found within the human being, when Luciferic forces move, permeate, and interweave the inner being, this results in the Ahrimanic expressing its activity in the person’s external perception. Therefore, the Egyptian—because he himself was permeated by Luciferic forces—rightly perceives a worldview in which Ahriman-Typhon is at work.
[ 11 ] Wir müssen uns klar sein, daß die gegenwärtige Menschheit ahrimanisch durchsetzt ist, innerlich so bewegt und durchwellt ist von Ahriman, wie die ägyptische Welt von Luzifer bewegt und durchwellt worden ist. Dann aber, wenn Ahriman im Innern wirkt, dann sieht der Mensch sein Weltenbild in luziferischer Gestalt. Wie sieht der Mensch dann dieses Weltbild? Dieses Weltbild in luziferischer Gestalt ist geschaffen, es ist da, es ist in der neueren Zeit immer populärer und populärer geworden, es hat alle Kreise ergriffen, die aufgeklärt sein wollen. Es muß ins Auge gefaßt werden, wenn das Weihnachtsmysterium begriffen werden soll: Luzifer ist diejenige Macht, welche das Weltenbild in einem früheren Stadium zurückhalten will. Luzifer ist diejenige Macht, welche hereintragen will in das gegenwärtige Weltenbild das, was in früheren Stadien vorhanden war, welche bleibend machen will das, was in früheren Stadien vorhanden. war. Alles das, was in früheren Stadien moralisch war, ist natürlich im Gegenwärtigen da. Luzifer hat nun alles Interesse daran, das Moralische als solches, das immer als ein Gegenwärtiges seine große Bedeutung hat, weil es ja keimhaft für spätere Weltenschöpfung wirkt, alles Moralische herauszulösen aus dem Weltenbild und bloß das naturgemäß Notwendige im äußeren Weltenbilde erscheinen zu lassen. So stellt sich dem arm gewordenen Menschen der neueren Zeit eine Weltenweisheit dar, die zugleich ein Weltenbild gibt, in dem die Sterne kreisen nach amoralischen, rein mechanischen Notwendigkeiten, in dem die Sterne kreisen in einer Weise, daß wir mit ihrem Kreisen nichts vom moralischen Sinn der Weltenordnung verbinden können. Das ist ein rein luziferisches Weltenbild.
[ 11 ] We must be clear that present-day humanity is permeated by Ahriman; it is inwardly moved and permeated by Ahriman just as the Egyptian world was moved and permeated by Lucifer. But when Ahriman is at work within, then human beings see their worldview in a Luciferic form. How, then, do human beings perceive this worldview? This worldview in its Luciferic form has been created; it exists; it has become increasingly popular in recent times; it has taken hold in all circles that seek enlightenment. It must be borne in mind if the Christmas Mystery is to be understood: Lucifer is the power that seeks to hold back the worldview at an earlier stage. Lucifer is the power that seeks to carry into the present worldview what existed in earlier stages, and to make permanent what existed in earlier stages. Everything that was moral in earlier stages naturally exists in the present. Lucifer now has every interest in extracting the moral as such—which always has great significance as a present reality, since it acts as a seed for later world-creation—from the worldview, and in allowing only what is naturally necessary to appear in the outer worldview. Thus, the impoverished human being of modern times is confronted with a cosmic wisdom that simultaneously presents a worldview in which the stars revolve according to amoral, purely mechanical necessities—a worldview in which the stars revolve in such a way that we cannot associate their movement with any moral meaning of the cosmic order. This is a purely Luciferic worldview.
[ 12 ] So wie der Ägypter hinausschaute in die Welt und Ahriman-Typhon sehen mußte als denjenigen, der ihm seinen Osiris nimmt, so müssen wir auf dieses luziferisch gewordene Weltbild, auf das mathematischmechanische Weltbild unserer gegenwärtigen Astronomie und unserer sonstigen Naturwissenschaft sehen und müssen uns klar sein, daß hier ebenso das Luziferische waltet, wie das Typhonisch-Ahrimanische gewaltet hat in dem ägyptischen Weltenbild. Genau so, wie der Ägypter sein äußeres Weltenbild im ahrimanisch-typhonischen Sinne gesehen hat, so sieht der neuere Mensch das, was er wegen seines Ahrimanischseins sieht, mit luziferischen Zügen. Luzifer ist da, er wirkt. Geradeso wie in Wind und Wetter, in den Stürmen des Winters der Ägypter sich vorstellte, daß Ahriman-Typhon wirkt, so muß sich der moderne Mensch vorstellen, wenn er die Sache durchschaut, daß ihm in Sonnenschein und Sternenglanz, in Planeten- und Mondenbewegung Luzifer erscheint. So wie wir das Kopernikanisch-Galileisch-Keplerische Weltenbild haben, so ist es ein luziferisches Gebilde. Gerade weil es unseren ahrimanischen Erkenntniskräften entspricht, ist sein Inhalt — ich bitte Sie, das genau zu unterscheiden — ein luziferischer.
[ 12 ] Just as the Egyptian looked out into the world and had to see Ahriman-Typhon as the one who takes his Osiris away, so must we look upon this worldview that has become Luciferic—the mathematically-mechanical worldview of our contemporary astronomy and other natural sciences—and realize that the Luciferic principle reigns here just as the Typhonic-Ahrimanic principle reigned in the Egyptian worldview. Just as the ancient Egyptians viewed their external worldview in the Ahrimanic-Typhonian sense, so do modern people perceive what they see—by virtue of their own Ahrimanic nature—as bearing Luciferic traits. Lucifer is there; he is at work. Just as the Egyptians imagined Ahriman-Typhon at work in the wind and weather, in the winter storms, so must modern man, when he sees through the matter, imagine that Lucifer appears to him in the sunshine and the glow of the stars, in the movements of the planets and the moon. Just as we have the Copernican-Galilean-Keplerian worldview, so too is it a Luciferic construct. Precisely because it corresponds to our Ahrimanic powers of cognition, its content—I ask you to distinguish this carefully—is Luciferic.
[ 13 ] In der Zeit, in der das Mysterium von Golgatha sich vollzogen hat, da wirkte dasjenige, was den Menschen befähigt, in die Welt erkennend hineinzuschauen, in einer zweifachen Weise als die göttliche Sophia, als die die Welt durchschauende Weisheit. Durch die Offenbarung an die armen Hirten auf dem Felde, durch die Offenbarung an die Magier aus dem Morgenlande wirkte die göttliche Sophia, die himmlische Weisheit. Diese Weisheit, die in ihrer letzten Gestalt bei den Gnostikern vorhanden war, von denen sie genommen haben die ersten christlichen Kirchenväter und Kirchenlehrer, um damit das Mysterium von Golgatha zu begreifen, diese Weisheit hat sich nicht hereinverpflanzen können in die neuere Zeit; sie ist überwältigt, sie ist getötet worden durch Luzifer, wie einstmals Osiris durch Ahriman-Typhon. Uns ist nicht Osiris beziehungsweise Christus verlorengegangen, uns ist verlorengegangen dasjenige, was wir an der Stelle der Isis haben. Luzifer hat sie uns getötet. Und nicht wie Typhon den Osiris in den Nil gesenkt und dann zunächst in die Erde hinein versenkt hat dasjenige, was getötet worden ist, sondern in die Weltenräume hinausversetzt ist das von Luzifer getötete Isiswesen, die göttliche Weisheit; sie ist in den Weltenozean hinaus versenkt worden. Indem wir in diesen Ozean hinausblicken und nur nach mathematischen Linien die Sternenzusammenhänge sehen, ist in ihnen dasjenige begraben, was geistig diese Welt durchsetzt, getötet die göttliche Sophia, getötet diese Nachfolgerin der Isis.
[ 13 ] At the time when the Mystery of Golgotha was taking place, that which enables human beings to look into the world with insight was at work in a twofold way as the divine Sophia, as the wisdom that penetrates the world. Through the revelation to the poor shepherds in the fields, through the revelation to the Magi from the East, the divine Sophia, the heavenly wisdom, was at work. This wisdom, which existed in its final form among the Gnostics—from whom the early Christian Church Fathers and Doctors of the Church drew upon to comprehend the Mystery of Golgotha—has not been able to take root in modern times; it has been overwhelmed, it has been slain by Lucifer, just as Osiris was once slain by Ahriman-Typhon. It is not Osiris or Christ that we have lost; what we have lost is that which we have in place of Isis. Lucifer has killed her. And unlike Typhon, who cast Osiris into the Nile and then initially sank what had been killed into the earth, the Isis-being killed by Lucifer—divine wisdom—has been cast out into the vastness of the cosmos; it has been cast out into the ocean of the worlds. As we gaze out into this ocean and see the connections between the stars only through mathematical lines, buried within them is that which spiritually permeates this world—the divine Sophia has been slain, this successor to Isis has been slain.
[ 14 ] Wir müssen diese Legende bilden, denn sie stellt die Wahrheit unserer Zeit dar. Wir müssen sprechen in demselben Sinne von der getöteten und uns verlorengegangenen Isis beziehungsweise der göttlichen Sophia, wie der alte Ägypter gesprochen hat von dem verlorengegangenen und getöteten Osiris. Und wir müssen mit demjenigen, was wir nicht begreifen, was aber in uns ist, mit der Kraft des Christus, mit der neuen Osiriskraft ausziehen und den Leichnam der modernen Isis suchen, den Leichnam der göttlichen Sophia. Wir müssen herangehen an die luziferische Naturwissenschaft und müssen suchen den Sarg der Isis, das heißt, wir müssen finden aus dem, was uns die Naturwissenschaft gibt, dasjenige, was innerlich anregt zu Imagination, zu Inspiration, zu Intuition. Denn dadurch erwerben wir die Hilfe des Christus in uns, der uns dennoch dunkel, der uns finster bleibt, wenn wir ihn nicht durch die göttliche Weisheit uns erleuchten. Wir müssen, ausgerüstet mit dieser Christus-Kraft, mit dem neuen Osiris, auf die Suche nach der Isis, nach der neuen Isis gehen. Nicht zerstückeln wird Luzifer diese Isis, wie Typhon-Ahriman den Osiris zerstückelt hat. Nein, im Gegenteile: diese Isis ist in ihrer wahren Gestalt ausgebreitet in der Schönheit des ganzen Kosmos. Diese Isis ist dasjenige, was uns in vielen leuchtenden Farben aurisch aus dem Kosmos entgegenleuchtet. Sie müssen wir verstehen, indem wir hineinblicken in den Kosmos und den Kosmos aurisch sehen in seinen leuchtenden Farben.
[ 14 ] We must create this legend, for it represents the truth of our time. We must speak in the same sense of Isis—who was killed and lost to us—or of the divine Sophia, just as the ancient Egyptians spoke of Osiris, who was lost and killed. And we must set out with that which we do not comprehend but which is within us—with the power of Christ, with the new Osiris power—and seek the body of the modern Isis, the body of the divine Sophia. We must approach Luciferian natural science and seek the coffin of Isis; that is to say, we must find, within what natural science gives us, that which inwardly stimulates imagination, inspiration, and intuition. For through this we acquire the help of Christ within us, who nevertheless remains obscure and dark to us unless we enlighten ourselves through divine wisdom. Equipped with this Christ-force, with the new Osiris, we must set out in search of Isis, of the new Isis. Lucifer will not dismember this Isis, as Typhon-Ahriman dismembered Osiris. No, on the contrary: this Isis, in her true form, is spread out in the beauty of the entire cosmos. This Isis is that which shines toward us aurically from the cosmos in many radiant colors. We must understand her by looking into the cosmos and seeing the cosmos aurically in its radiant colors.
[ 15 ] Aber wie einstmals Ahriman-Typhon gekommen ist, um den Osiris zu zerstückeln, so kommt Luzifer, der diese Farben in ihrer Differenzierung auslöscht, der die Teile, die schön ausgebreitet sind, die Glieder der neueren Isis, jene Glieder, die das ganze Himmelszelt bilden, ineinander verschwimmen macht, der sie vereinigt, der sie zusammenballt. So wie der Typhon den Osiris zerstückelt hat, so setzt Luzifer aus dem, was in vielfältigen aurischen Farben aus dem Weltenall zu uns hereinglänzt, das eine, einheitliche weiße Licht zusammen, das die Welt durchstrahlt, dieses luziferische einheitliche Licht, gegen das sich Goethe in seiner Farbenlehre gewendet hat, indem er dagegen opponiert, daß in ihm enthalten sein sollen die Farben — die aber ausgebreitet sind über die geheimnisvollen Taten des ganzen Weltenalls, in ihrer Vielfältigkeit geheimnisvollen Taten.
[ 15 ] But just as Ahriman-Typhon once came to dismember Osiris, so does Lucifer come—he who obliterates these colors in their differentiation, who causes the parts that are beautifully spread out—the limbs of the newer Isis, those limbs that form the entire celestial vault—to blur into one another, who unites them, who clumps them together. Just as Typhon dismembered Osiris, so does Lucifer assemble, from what shines upon us in manifold auric colors from the universe, that single, uniform white light that radiates through the world—this Luciferic, uniform light against which Goethe turned in his Theory of Colors, opposing the notion that it should contain the colors — which, however, are spread out across the mysterious deeds of the entire cosmos, in their manifold mysterious deeds.
[ 16 ] Wir aber müssen hindurchdringen auf unserer Suche und die Isis wieder finden! Und wir müssen die Möglichkeit gewinnen, dasjenige, was wir ergründen, indem wir die Isis wiederum zurückgefunden haben, hinauszuversetzen in das Weltenall. Wir müssen das, was wir durch die wiedergefundene Isis gewinnen, vor uns lebendig hinstellen können, so daß es geistig für uns das Himmelsall, der Kosmos wird. Wir müssen aus dem Inneren erfassen Saturn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus, Vulkan. Wir müssen in die Himmel hinaus versetzen das, was Luzifer aus der Isis gemacht hat, wie die Isis in die Erde versenkt hat dasjenige, was Typhon-Ahriman aus den Stücken des Osiris gemacht hat. Wir müssen begreifen, daß wir durch die Christus-Kraft eine innere Astronomie zu finden haben, welche uns wiederum das Weltenall hervorgehend und wirkend in der Kraft des Geistes zeigt. Dann, dann wird in diesem Durchschauen des Weltenalls die wiedergefundene Isiskraft, die aber jetzt die Kraft der göttlichen Sophia ist, durch diese wiedergefundene Isiskraft der Christus, der seit dem Mysterium von Golgatha mit dem Erdendasein vereinigt ist, in dem Menschen auch zur rechten Wirksamkeit, weil zur rechten Erkenntnis, kommen. Nicht der Christus fehlt uns, die Erkenntnis des Christus, die Isis von Christus, die Sophia von Christus fehlt uns.
[ 16 ] But we must press on in our search and find Isis once more! And we must gain the ability to project into the universe that which we discover by having found Isis again. We must be able to bring to life before us what we gain through the rediscovered Isis, so that it becomes for us, spiritually, the heavenly realm, the cosmos. We must grasp from within Saturn, the Sun, the Moon, the Earth, Jupiter, Venus, and Vulcan. We must project into the heavens what Lucifer made of Isis, just as Isis sank into the earth what Typhon-Ahriman made of the fragments of Osiris. We must understand that through the Christ-force we must find an inner astronomy that in turn reveals to us the universe emerging and acting in the power of the spirit. Then, through this insight into the universe, the rediscovered power of Isis—which is now the power of the divine Sophia—will enable Christ, who has been united with earthly existence since the Mystery of Golgotha, to achieve true effectiveness in human beings through this rediscovered power of Isis, because it leads to true knowledge. It is not Christ who is lacking to us; what is lacking to us is the knowledge of Christ—the Isis of Christ, the Sophia of Christ.
[ 17 ] Das ist dasjenige, was wir uns als einen Inhalt des Weihnachtsmysteriums in die Seele schreiben sollen. Wir müssen dahin kommen, uns zu sagen: Im 19. Jahrhundert ist selbst die Theologie dahin gekommen, in dem Christus bloß den Menschen aus Nazareth zu sehen. Das heißt, es ist diese Theologie durchaus verluziferisiert. Sie sieht nicht mehr hinein in die geistigen Untergründe des Daseins. Äußere Naturerkenntnis luziferisiert, Theologie luziferisiert. Man könnte natürlich, wenn man von dem inneren Aspekt des Menschen spricht, ebensogut sagen ahrimanisiert, wie Sie aus meinen Auseinandersetzungen gesehen haben. Dann müßte man aber für die Ägypter sagen luziferisiert, beziehungsweise ahrimanisiert, wenn es das Äußere angeht. Der neuere Mensch muß auch das Weihnachtsmysterium in einer neuen Weise begreifen. Er muß verstehen, daß er zunächst zu suchen hat die Isis, damit der Christus ihm erscheinen könne. Dasjenige, was unser Unglück in der neueren Zeit für die zivilisierte Menschheit herbeigeführt hat, ist ja nicht, daß wir etwa den Christus — der in einer höheren Glorie vor uns steht als für den Ägypter der Osiris — verloren hätten, daß wir uns mit der Isiskraft nach ihm auf die Suche begeben müssen. Nein, was wir verloren haben, ist die Erkenntnis, ist die Anschauung des Christus Jesus. Sie müssen wir wiederum finden mit der Kraft des Jesus Christus, die in uns ist.
[ 17 ] This is what we should take to heart as the essence of the mystery of Christmas. We must come to say to ourselves: In the 19th century, even theology had come to view Christ merely as the man from Nazareth. That is to say, this theology is thoroughly Luciferized. It no longer looks into the spiritual depths of existence. External knowledge of nature Luciferizes; theology Luciferizes. Of course, when speaking of the inner aspect of the human being, one could just as well say “Ahrimanized,” as you have seen from my discussions. But then one would have to say “Luciferized” or “Ahrimanized” with regard to the Egyptians, as far as the outer aspect is concerned. Modern humanity must also grasp the Christmas Mystery in a new way. They must understand that they must first seek Isis so that Christ may appear to them. What has brought about our misfortune in modern times for civilized humanity is not, after all, that we have lost Christ—who stands before us in a higher glory than Osiris did for the Egyptians—or that we must set out in search of him with the power of Isis. No, what we have lost is the knowledge, the vision of Christ Jesus. We must find this again through the power of Jesus Christ that is within us.
[ 18 ] So müssen wir auf das hinschauen, was Inhalt des Weihnachtsfestes ist. Es ist ja für viele Menschen der Gegenwart dieses Weihnachtsfest nichts anderes mehr als eine Art Geschenkfest, als etwas, was man gewohnheitsmäßig von Jahr zu Jahr feiert. Es ist auch dieses Weihnachtsfest zu dem geworden, wozu so vieles geworden ist in unserem Leben: es ist zur Phrase geworden. Und weil diese Dinge zur Phrase geworden sind, ist das moderne Leben in seine Kalamitäten, in sein Chaos hineingekommen. Das ist doch der tiefere Grund, warum das moderne Leben in dieses Chaos hineingekommen ist.
[ 18 ] So we must look at what Christmas is really about. For many people today, Christmas is nothing more than a kind of gift-giving festival—something celebrated out of habit, year after year. Christmas, too, has become what so many things in our lives have become: it has become a cliché. And because these things have become clichés, modern life has descended into its calamities, into its chaos. That is, after all, the deeper reason why modern life has descended into this chaos.
[ 19 ] Wenn wir aus dieser unserer Gemeinschaft heraus die richtigen Empfindungen entwickeln könnten für dasjenige, was in der Gegenwart zur Phrase geworden ist, und wenn wir aus diesem richtigen Empfinden heraus die Impulse finden könnten für die Erneuerungen, die notwendig sind, dann wäre diese Gemeinschaft, die sich die anthroposophische nennt, ihres Daseins wert. Es sollte Verständnis innerhalb dieser Gemeinschaft dafür sein, was es eigentlich Schlimmes bedeutet für die moderne Zeit, daß solche Dinge wie das Weihnachtsfest sich wie eine Phrase fortpflanzen. Es sollte Verständnis dafür sein, daß das in der Zukunft nicht sein darf und daß diese Dinge einen neuen Inhalt bekommen müssen, daß die alten Gewohnheiten verlassen werden müssen, daß neue Ansichten an die Stelle der alten Gewohnheiten treten müssen. Können wir dazu nicht den inneren Mut aufbringen, dann lügen wir mit in der Beibehaltung der alten Phrase vom jährlichen Weihnachtsfeste, das begangen wird, ohne daß die Seele Entsprechendes fühlt und empfindet. Denn werden wir noch als Menschheit hinaufgehoben zu den höchsten Angelegenheiten dieser unserer Menschheit, indem wir aus alter Gewohnheit an diesem Christus-Fest jährlich uns Geschenke machen? Und indem wir höchstens die auch zur Phrase gewordenen Worte der heutigen Bekenner der einzelnen Religionsgemeinschaften anhören oder mitmachen? Wir sollten es uns verbieten, bei dieser inneren Hohlheit der Weihnachtsfeier zu bleiben. Wir sollten den inneren Entschluß fassen können, solch einem Feste, das die Menschheit hinaufheben soll zum Begreifen ihres Sinnes, solch einem Feste einen Inhalt zu geben, der uns wirklich höchste, einzigartige Empfindungen durch die Seelen ziehen lassen kann.
[ 19 ] If, from within our community, we could develop the right feelings toward what has become a mere cliché in the present day, and if, from these right feelings, we could find the impetus for the necessary renewal, then this community, which calls itself anthroposophical, would be worthy of its existence. There should be an understanding within this community of what a serious problem it is for the modern age that things like the Christmas celebration have become mere empty phrases. There should be an understanding that this must not continue in the future, that these things must be given new meaning, that old habits must be abandoned, and that new perspectives must take the place of the old habits. If we cannot muster the inner courage to do this, then we are complicit in the lie of perpetuating the old cliché of the annual Christmas celebration, which is observed without the soul feeling or experiencing anything corresponding to it. For are we, as humanity, still being lifted up to the highest concerns of our humanity by exchanging gifts annually on this Christ festival out of old habit? And by, at most, listening to or participating in the words—which have also become mere phrases—of today’s adherents of the various religious communities? We should refuse to remain content with this inner hollowness of the Christmas celebration. We should be able to make the inner resolution to give such a festival—which is meant to elevate humanity to an understanding of its purpose—a substance that can truly allow the highest, most unique feelings to flow through our souls.
[ 20 ] Fragen Sie sich, ob die Empfindungen, die heute in den Gemütern, in den Herzen leben bei dem Weihnachtsbaume, bei den Geschenken, die sich die Menschen gegenseitig geben aus alter Gewohnheit, bei den Weihnachtskarten, auf die gewohnheitsmäßig Phrasen geschrieben werden, fragen Sie sich, ob da die Empfindungen leben, welche die Menschheit hinaufheben zum Verständnis des Sinnes ihres Erdenwerdens! Daß wir nicht den Mut finden können, uns über das Phrasenhafte unserer Zeit zu einem neuen Inhalte zu erheben, das ist es, was das Unglück unserer Zeit ausmacht. Daß es aber geschehen müßte, daß ein neuer Inhalt kommt, daß ein Inhalt kommt, der uns wiederum mit Empfindungen durchsetzen kann, die einzigartig sind, die uns ganz und gar durchrütteln, so wie durchrüttelt worden sind diejenigen, die in den ersten Jahrhunderten echte Christen waren und das Mysterium von Golgatha, das Erscheinen des Christus auf Erden als das Höchste empfunden haben, was auf der Erde durch die Menschheit erlebt werden kann — daran müssen wir uns erinnern, und etwas von dieser Art müssen wir wiederum in unsere Seelen hineinschaffen.
[ 20 ] Ask yourself whether the feelings that live today in people’s minds and hearts—in the Christmas tree, in the gifts people give one another out of old habit, in the Christmas cards on which clichéd phrases are habitually written—ask yourself whether these feelings are the ones that lift humanity up to an understanding of the meaning of its existence on Earth! The fact that we cannot find the courage to rise above the clichés of our time to a new substance—that is what constitutes the misfortune of our time. But we must remember that a new substance must come—a substance that can once again fill us with feelings that are unique, that shake us to our very core, just as those who were true Christians in the first centuries were shaken by the mystery of Golgotha, the appearance of Christ on earth as the highest thing that can be experienced by humanity on earth—we must remember this, and we must once again create something of this kind within our souls.
[ 21 ] Oh, diese Seele wird zu einzigartigen Empfindungen kommen können, wenn sie die Verpflichtung fühlt, die neue Isis-Legende innerhalb der modernen Menschheit zu erleben; diese Isislegende von der Tötung der Isis durch Luzifer, von dem Hinausbegeben in den Weltenraum, der zum mathematischen Abstraktum, das heißt, zum Grab der Isis geworden ist, von dem Suchen nach dieser Isis, von dem Finden dieser Isis durch die Anregung der inneren Geistes-Erkenntniskräfte, die dann an die Stelle der totgewordenen Himmel dasjenige setzen, was aus innerem Leben heraus uns wiederum Sterne und Planeten als Denkmäler erscheinen läßt für die geistigen Gewalten, die den Raum durchwallen. Wir blicken nur dann im rechten Sinne heute hin zu der Krippe, wenn wir dasjenige, was da den Raum durchwallt, in einer einzigartigen Empfindung durchleben, und dann hinschauen auf jenes Wesen, das durch das Kind in die Welt gezogen ist. Wir wissen, wir tragen es in uns, aber wir müssen ihm Verständnis entgegenbringen. Deshalb müssen wir, so wie der Ägypter von seinem Osiris zur Isis hingeschaut hat, wiederum hinschauen lernen zu der neuen Isis, zu der heiligen Sophia. Nicht dadurch, daß von außen allein etwas eintritt, wird der Christus im Laufe des 20. Jahrhunderts wieder erscheinen in seiner Geistgestalt, sondern dadurch, daß die Menschen jene Kraft finden, die durch die heilige Sophia repräsentiert wird. Es lag die Tendenz im Laufe der neueren Zeit darin, gerade diese Isiskraft, gerade diese Marienkraft zu verlieren. Sie ist getötet worden durch all dasjenige, was im modernen Bewußtsein der Menschheit heraufgezogen ist. Und die neueren Bekenntnisse haben zum Teil gerade die Anschauung über die Maria ausgerottet.
[ 21 ] Oh, this soul will be able to experience unique sensations when it feels the calling to live out the new Isis legend within modern humanity; this Isis legend of Isis’s killing by Lucifer, of her being cast out into outer space—which has become a mathematical abstraction, that is, the tomb of Isis; of the search for this Isis; of the finding of this Isis through the stimulation of the inner spiritual powers of insight, which then replace the heavens that have died with that which, springing from inner life, causes stars and planets to appear to us once more as monuments to the spiritual forces that surge through space. We look toward the manger in the true sense today only when we experience, in a unique way of feeling, that which surges through space, and then gaze upon that Being who has entered the world through the Child. We know we carry it within us, but we must meet it with understanding. Therefore, just as the Egyptians looked from Osiris to Isis, we must in turn learn to look toward the new Isis, toward the Holy Sophia. It is not through something entering from the outside alone that Christ will reappear in his spiritual form in the course of the 20th century, but through people finding that power represented by the Holy Sophia. The tendency in recent times has been to lose precisely this Isis force, precisely this Marian force. It has been killed by everything that has arisen in the modern consciousness of humanity. And the newer creeds have, in part, eradicated the very concept of Mary.
[ 22 ] Das ist dasjenige, was gewissermaßen das Mysterium der modernen Menschheit ist, daß im Grunde genommen Maria-Isis getötet worden ist, daß sie gesucht werden muß, so wie Osiris gesucht worden ist drüben in Asien, gesucht werden muß in den weiten Himmelsräumen mit der Gewalt, die der Christus in uns auslösen kann, wenn wir uns ihm im rechten Sinne hingeben.
[ 22 ] This is, in a sense, the mystery of modern humanity: that, fundamentally, Mary-Isis has been killed, that she must be sought—just as Osiris was sought over in Asia—in the vast expanses of the heavens with the power that Christ can unleash within us when we surrender ourselves to him in the true sense.
[ 23 ] Stellen wir uns das recht vor, vertiefen wir uns in diese notwendig zu erlebende neuere Isislegende, durchdringen wir unsere Seelen damit, und wir werden im rechten Sinne durchleben dasjenige, wovon die Menschheit in vielen ihrer Vertreter glaubt, daß es diese Heilige Nacht ausfüllt, um in den Christtag hineinzugehen! Es könnte doch so sein, daß diese anthroposophische Gemeinschaft eine Gemeinschaft von Menschen wäre, welche in Liebe verbunden sind, weil sie sich so fühlen, daß ihnen obliegt ein gemeinsames Suchen. Werden wir gewahr dieser unserer intimsten, innigsten Aufgabe! Versetzen wir uns im Geiste vor die Krippe, bringen wir dem Weihnachtskinde diese Opfer und Geschenke dar, die da liegen in der Erkenntnis, daß Einzigartiges durch unsere Seele ziehen soll, damit die moderne Menschheit zur Erfüllung ihrer Aufgaben komme, die aus der Barbarei in eine wirkliche neue Zivilisation hineinführen können!
[ 23 ] Let us truly imagine this, let us immerse ourselves in this newer legend of Isis—which we must experience—let us allow it to permeate our souls, and we will truly experience, in the truest sense, that which many of humanity’s representatives believe fills this Holy Night as we enter Christmas Day! It could well be that this anthroposophical community is a community of people united in love because they feel that a shared quest is their responsibility. Let us become aware of this, our most intimate and heartfelt task! Let us place ourselves in spirit before the manger; let us offer the Christ Child these sacrifices and gifts that lie there, in the knowledge that something unique is to pass through our souls, so that modern humanity may fulfill its tasks—tasks that can lead us out of barbarism and into a truly new civilization!
[ 24 ] Allerdings ist dazu notwendig, daß in unseren Kreisen der eine dem anderen wirklich in Liebe hilft, daß wirklich eine Gemeinschaft der Seelen werde, daß alles dasjenige, was Eifersüchteleien und dergleichen sind, aus unseren Reihen verschwindet, daß wir nicht nur hinblicken der eine auf den anderen, sondern alle zusammen nach dem gemeinsamen großen Ziele. Das liegt mit in dem Geheimnis, welches das Weihnachtskind auf die Welt gebracht hat, daß nach einem gemeinsamen Ziele hingeschaut werden kann, ohne das die Menschen untereinander in Disharmonien kommen, denn das gemeinsame Ziel bedeutet die Vereinigung in Harmonie. Und das Weihnachtslicht soll eigentlich leuchten als ein Friedenslicht, als ein Licht, das den äußeren Frieden nur dadurch wird bringen können, daß es zunächst inneren Frieden über die Menschenherzen ausgießt. Wir sollten es verstehen, uns zu sagen: Kommen wir dazu, also in Liebe zusammen zu wirken an den großen Aufgaben, dann erst verstehen wir Weihnacht! Kommen wir nicht dazu, dann verstehen wir Weihnachten nicht.
[ 24 ] However, for this to happen, it is necessary that within our circles we truly help one another in love, that we truly become a community of souls, that all jealousy and the like disappear from our ranks, and that we look not only at one another but all together toward our shared great goal. This is part of the mystery that the Christ Child brought into the world—that we can look toward a common goal without people falling into disharmony with one another, for the common goal signifies union in harmony. And the light of Christmas is meant to shine as a light of peace, a light that can bring outward peace only by first pouring inner peace into human hearts. We should understand that we must say to ourselves: If we are able to work together in love on these great tasks, only then do we truly understand Christmas! If we are not able to do so, then we do not understand Christmas.
[ 25 ] Könnten wir uns nicht einmal vornehmen, nachzudenken, wenn wir selber Disharmonien gestiftet haben, daß uns solche Disharmonien abtrennen von dem Verständnisse Desjenigen, der zur Weltenweihenacht unter den Menschen erschienen ist? Könnten wir nicht dieses Weihnachtsmysterium in unsere Seele hineinträufeln lassen als dasjenige, was unsere Gemüter zusammenbringt in Liebe und Eintracht? Verstehen wir nicht im rechten Sinne, was Geisteswissenschaft ist, dann können wir es nicht. Tragen wir aber dasjenige, was wir zusammengeklaubt haben aus allen Winkeln der Welt, wo heute nur Phrase und Routine herrschen, tragen wir das herein in diese Gemeinschaft, dann wird aus dieser Gemeinschaft nichts. Gedenken wir dessen, daß wohl ein schweres Jahr dieser Gemeinschaft bevorsteht, daß alle Kräfte zusammenzunehmen sind, und begehen wir in diesem Sinne das Weihnachtsfest. Oh, ich möchte Worte haben, die tief einem jeden ins Herz hinein sprechen an diesem heutigen Abend! Dann würde ein jeder von Ihnen empfinden, wie in diesen Worten, die ich heute spreche, jener Gruß liegen soll, der eine Aufforderung ist, Geisteswissenschaft im Herzen recht warm zu machen, damit sie so werde eine Kraft, welche der unter einem furchtbaren Druck lebenden Menschheit aufhelfen könne.
[ 25 ] Could we not, at least once, resolve to reflect—when we ourselves have caused disharmony—that such disharmony separates us from the understanding of the One who appeared among humanity on the Night of the World’s Consecration? Could we not allow this Christmas mystery to seep into our souls as that which unites our hearts in love and harmony? If we do not understand in the true sense what spiritual science is, then we cannot do so. But if we bring into this community what we have gathered from all corners of the world—where today only empty phrases and routine prevail—then nothing will come of this community. Let us remember that a difficult year lies ahead for this community, that all our strength must be mustered, and let us celebrate Christmas in this spirit. Oh, how I wish I had words that would speak deeply into each of your hearts this evening! Then each of you would feel how these words I speak today are meant to convey a greeting that is an invitation to warm spiritual science in your hearts, so that it may become a force capable of helping humanity, which is living under terrible pressure.
[ 26 ] Von solchen Gesichtspunkten ausgehend sind die Gedanken gefaßt, die ich zu Ihnen sprechen wollte. Seien Sie überzeugt, sie sind für jeden einzelnen als ein warmer Weihnachtsgruß gemeint, als etwas gemeint, das ihn im besten Sinne in das neue Jahr hinüberleiten soll. Empfangen Sie in dieser Art dasjenige, was ich Ihnen heute sagen wollte, als einen liebevoll gemeinten Weihnachtsgruß.
[ 26 ] The thoughts I wanted to share with you are based on these perspectives. Please be assured that they are meant as a warm Christmas greeting for each and every one of you—something intended to carry you into the new year in the best possible way. Please accept what I wanted to say to you today in this spirit, as a Christmas greeting offered with love.
Isis-Sophia
Des Gottes Weisheit
Sie hat Luzifer getötet
Und auf der Weltenkräfte Schwingen
In Raumesweiten fortgetragen.Christus-Wollen
In Menschen werkend,—
Es wird Luzifer entreißen
Und auf des Geisteswissens Boten
In Menschenseeten auferwecken
Isis-Sophia
Des Gottes Weisheit.
Isis-Sophia
The Wisdom of God
She killed Lucifer
And on the wings of the world’s forces
Was carried away into the vastness of space.The Will of Christ
Working within humanity,—
It will snatch away Lucifer
And, through the messengers of spiritual knowledge
Awaken within the seas of humanity
Isis-Sophia
The wisdom of God.
