The Bridge Between the Spiritual and
Physical Realms of Human Beings
GA 202
24 December 1920, Dornach
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Die Brücke zwischen der Weltgeistigkei und dem Physischen des Menschen
Vierzehnter Vortrag
Vierzehnter Vortrag
[ 1 ] In dem Weihnachtsfest ist der Christenheit etwas gegeben, das für die weitesten Kreise unmittelbar hinaufführt zu den höchsten Fragen der Menschheitsentwickelung auf Erden. Man mag das geschichtliche Werden betrachten an welchem Punkte man will, man mag historische Ereignisse heranziehen zum Verständnisse des Menschwerdens, zum Ergründen des Sinnes dieses Menschwerdens auf Erden: man wird eine so bedeutsame Erhebung zu diesem Mysterium des Menschwerdens in so populärer, weithin zu verstehender Form nicht finden können, als es der Gedanke ist an das Mysterium von Golgatha, als es der Gedanke ist, der im Weihnachtsfeste eingeschlossen ist.
[ 1 ] In dem Weihnachtsfest ist der Christenheit etwas gegeben, das für die weitesten Kreise unmittelbar hinaufführt zu den höchsten Fragen der Menschheitsentwickelung auf Erden. Man mag das geschichtliche Werden betrachten an welchem Punkte man will, man mag historische Ereignisse heranziehen zum Verständnisse des Menschwerdens, zum Ergründen des Sinnes dieses Menschwerdens auf Erden: man wird eine so bedeutsame Erhebung zu diesem Mysterium des Menschwerdens in so populärer, weithin zu verstehender Form nicht finden können, als es der Gedanke ist an das Mysterium von Golgatha, als es der Gedanke ist, der im Weihnachtsfeste eingeschlossen ist.
[ 2 ] Wenn wir hinschauen zum Beginn der Menschwerdung auf Erden und die Jahrtausende bis zum Mysterium von Golgatha verfolgen, so finden wir überall, daß, wenn auch noch so Großes innerhalb der Völkergemeinschaften geleistet wird, dies Geleistete eine Art Vorbereitung, eine Art Vorstufe ist für dasjenige, was für die Menschheit geschehen ist durch das Mysterium von Golgatha. Und wiederum, wenn wir verfolgen dasjenige, was seither geschehen ist, so können wir an Verständnis nur gewinnen, wenn wir ins Auge fassen, wie der durch das Mysterium von Golgatha gegangene Christus wirksam geworden ist für dieses Werden der Menschheit. Es mag noch so vieles zunächst unverständlich scheinen in diesem Menschheitswerden — wenn man ohne Kleinheit forscht, ohne Aberglauben, der sich etwa in der Richtung bewegte, daß dem Menschen ohne sein Zutun von irgendwelchen unbekannten Göttern geholfen werden sollte da, wo er meint, daß diese Hilfe am Platze wäre, wenn man absieht von solchen Anschauungen, so wird man finden, daß auch in den schmerzlichen Ereignissen des weltgeschichtlichen Werdens zu erkennen ist, welche Bedeutung, welchen Sinn dieses Erdenwerden bekommen hat dadurch, daß der Christus durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Für uns geziemt es sich, daß wir gerade dieses Mysterium von Golgatha — und das Weihnachtsmysterium gehört ja dazu — von denjenigen Gesichtspunkten aus betrachten, die gewissermaßen in ihm den Sinn der ganzen Erdenmenschheit enthüllen können.
[ 2 ] Wenn wir hinschauen zum Beginn der Menschwerdung auf Erden und die Jahrtausende bis zum Mysterium von Golgatha verfolgen, so finden wir überall, daß, wenn auch noch so Großes innerhalb der Völkergemeinschaften geleistet wird, dies Geleistete eine Art Vorbereitung, eine Art Vorstufe ist für dasjenige, was für die Menschheit geschehen ist durch das Mysterium von Golgatha. Und wiederum, wenn wir verfolgen dasjenige, was seither geschehen ist, so können wir an Verständnis nur gewinnen, wenn wir ins Auge fassen, wie der durch das Mysterium von Golgatha gegangene Christus wirksam geworden ist für dieses Werden der Menschheit. Es mag noch so vieles zunächst unverständlich scheinen in diesem Menschheitswerden — wenn man ohne Kleinheit forscht, ohne Aberglauben, der sich etwa in der Richtung bewegte, daß dem Menschen ohne sein Zutun von irgendwelchen unbekannten Göttern geholfen werden sollte da, wo er meint, daß diese Hilfe am Platze wäre, wenn man absieht von solchen Anschauungen, so wird man finden, daß auch in den schmerzlichen Ereignissen des weltgeschichtlichen Werdens zu erkennen ist, welche Bedeutung, welchen Sinn dieses Erdenwerden bekommen hat dadurch, daß der Christus durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Für uns geziemt es sich, daß wir gerade dieses Mysterium von Golgatha — und das Weihnachtsmysterium gehört ja dazu — von denjenigen Gesichtspunkten aus betrachten, die gewissermaßen in ihm den Sinn der ganzen Erdenmenschheit enthüllen können.
[ 3 ] Wir wissen, in welch innigem Zusammenhang wir zu sehen haben dasjenige, was moralisch-geistig sich in der Menschheitsentwickelung vollzieht, mit dem, was sich in der Natur vollzieht. Und wir können mit einem gewissen Verständnis für diese Brücke zwischen Naturdasein und moralischer Weltordnung auch herangehen an jene Beziehung, die uns seit vielen Jahren beschäftigt, an die Beziehung des Christus Jesus zu demjenigen Wesen, dessen äußerer Abglanz in der Sonne erscheint. Nicht immer waren Bekenner und Vertreter des christlichen Impulses so feindlich gesinnt dem Erkennen dieses Zusammenhanges zwischen dem Sonnenmysterium und dem ChristusMysterium, wie das die heutigen, in die Dekadenz gekommenen Vertreter des Christentums oftmals sind. Dionysius der Areopagite, von dem wir ja auch schon öfter gesprochen haben, nennt die Sonne das Denkmal des Gottes. Und bei Augustinus finden wir durchaus noch überall Hinweise, selbst in der Scholastik finden wir noch Hinweise darauf, wie in den äußeren Gestirnen und ihren Bewegungen Bildhaftes zu sehen ist für das geistig-göttliche Dasein in der Welt.
[ 3 ] Wir wissen, in welch innigem Zusammenhang wir zu sehen haben dasjenige, was moralisch-geistig sich in der Menschheitsentwickelung vollzieht, mit dem, was sich in der Natur vollzieht. Und wir können mit einem gewissen Verständnis für diese Brücke zwischen Naturdasein und moralischer Weltordnung auch herangehen an jene Beziehung, die uns seit vielen Jahren beschäftigt, an die Beziehung des Christus Jesus zu demjenigen Wesen, dessen äußerer Abglanz in der Sonne erscheint. Nicht immer waren Bekenner und Vertreter des christlichen Impulses so feindlich gesinnt dem Erkennen dieses Zusammenhanges zwischen dem Sonnenmysterium und dem ChristusMysterium, wie das die heutigen, in die Dekadenz gekommenen Vertreter des Christentums oftmals sind. Dionysius der Areopagite, von dem wir ja auch schon öfter gesprochen haben, nennt die Sonne das Denkmal des Gottes. Und bei Augustinus finden wir durchaus noch überall Hinweise, selbst in der Scholastik finden wir noch Hinweise darauf, wie in den äußeren Gestirnen und ihren Bewegungen Bildhaftes zu sehen ist für das geistig-göttliche Dasein in der Welt.
[ 4 ] Aber wir müssen aus einem größeren Zusammenhange heraus dasjenige vom Weihnachtsmysterium begreifen, was uns gerade wegen der großen Aufgaben der Gegenwart naheliegen muß. Ich möchte Sie da erinnern an etwas, das ich im Laufe der Jahre in verschiedener Weise immer wieder vorgebracht habe. Ich habe gesagt: Wir blicken zurück in die erste nachatlantische Zeitepoche, die ausgefüllt war durch die Taten und Erlebnisse des altindischen Volkes; wir blicken zurück in die urpersische Epoche der nachatlantischen Menschheit, in die ägyptisch-chaldäische, in die griechisch-lateinische, und kommen dann zu unserer Lebensepoche, zu der fünften der nachatlantischen Menschheit herauf. Auf die unsrige wird die sechste, dann die siebente folgen. Nun habe ich Sie darauf hingewiesen, daß die vierte, die griechisch-lateinische Lebensepoche der nachatlantischen Menschheit, gewissermaßen in der Mitte steht, und daß gewisse Zusammenhänge bestehen — Sie können das auch nachlesen in meinem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» — zwischen der dritten und fünften, also zwischen der ägyptisch-chaldäischen Epoche und der unsrigen; daß wiederum ein Zusammenhang bestehen wird zwischen der urpersischen und der sechsten, und der urindischen Zeit und der siebenten Lebensepoche der nachatlantischen Menschheit. Bestimmte Dinge wiederholen sich in einer gewissen Weise jeweilig in diesen Lebensepochen.
[ 4 ] Aber wir müssen aus einem größeren Zusammenhange heraus dasjenige vom Weihnachtsmysterium begreifen, was uns gerade wegen der großen Aufgaben der Gegenwart naheliegen muß. Ich möchte Sie da erinnern an etwas, das ich im Laufe der Jahre in verschiedener Weise immer wieder vorgebracht habe. Ich habe gesagt: Wir blicken zurück in die erste nachatlantische Zeitepoche, die ausgefüllt war durch die Taten und Erlebnisse des altindischen Volkes; wir blicken zurück in die urpersische Epoche der nachatlantischen Menschheit, in die ägyptisch-chaldäische, in die griechisch-lateinische, und kommen dann zu unserer Lebensepoche, zu der fünften der nachatlantischen Menschheit herauf. Auf die unsrige wird die sechste, dann die siebente folgen. Nun habe ich Sie darauf hingewiesen, daß die vierte, die griechisch-lateinische Lebensepoche der nachatlantischen Menschheit, gewissermaßen in der Mitte steht, und daß gewisse Zusammenhänge bestehen — Sie können das auch nachlesen in meinem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» — zwischen der dritten und fünften, also zwischen der ägyptisch-chaldäischen Epoche und der unsrigen; daß wiederum ein Zusammenhang bestehen wird zwischen der urpersischen und der sechsten, und der urindischen Zeit und der siebenten Lebensepoche der nachatlantischen Menschheit. Bestimmte Dinge wiederholen sich in einer gewissen Weise jeweilig in diesen Lebensepochen.
[ 5 ] Ich habe einmal darauf hingewiesen, wie der große Kepler, der Nachfolger des Kopernikus, eine Ahnung gehabt hat davon, daß er mit seinem Sonnen-Planetensystem in einer gewissen Weise wiederholte, allerdings passend für die fünfte nachatlantische Zeit, dasjenige, was gelebt hat als Weltenbild in den ägyptischen Priestermysterien. Kepler drückt sich ja in einer gewissen Beziehung darüber sehr radikal aus, indem er sagt, er habe die Gefäße der alten ägyptischen Weisheitslehrer entlehnt, um sie hereinzutragen in die neuere Zeit. Wir aber wollen heute an etwas denken, was gewissermaßen in der Mitte der Anschauung der Kultushandlungen der ägyptischen Priestermysterien gestanden hat, wir wollen gedenken der Isismysterien, und wir brauchen, um uns den geistigen Zusammenhang der Isismysterien mit dem, was auch im Christentum lebt, zu vergegenwärtigen, nur unseren Seelenblick hinzulenken zu dem berühmten Bilde der Sixtinischen Madonna von Raffael, wo die Madonna das Jesuskindlein auf dem Arme hält, hinter ihr die Wolken, die eigentlich lauter Kinder darstellen, so daß man die Vorstellung haben kann, aus den Wolken herunter habe die Madonna, gewissermaßen durch eine Verdichtung der dünneren Substanz, das Jesuskind empfangen. Aber dieses Bild, das ganz aus christlichem Geiste heraus geschaffen ist, es ist ja nichts anderes als eine Art Wiederholung desjenigen, was die ägyptischen Isismysterien verehrt haben, indem sie die Isis mit dem Horusknaben im Arm gebildet haben. Das Motiv dieses Bildes stimmt ganz mit dem Raffaelischen Bilde überein. Selbstverständlich darf uns das nicht zu dem verführen, wozu — seit dem 18. Jahrhundert und durch das ganze 19. Jahrhundert bis herein in unsere Tage — solche Dinge viele Oberflächlinge verführt haben: daß man etwa in der Geschichte des Christus Jesus und alledem, was dazu gehört, nur eine Art Metamorphose sehe, eine Umdichtung alter heidnischer Mysterien. Sie wissen aus meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache», wie diese Dinge aufzufassen sind. Aber gerade in dem Sinne, wie das dort gemeint ist, darf wieder hingewiesen werden auf eine gewisse geistige Kongruenz desjenigen, was im Christentum auftritt, mit den alten heidnischen Mysterien.
[ 5 ] Ich habe einmal darauf hingewiesen, wie der große Kepler, der Nachfolger des Kopernikus, eine Ahnung gehabt hat davon, daß er mit seinem Sonnen-Planetensystem in einer gewissen Weise wiederholte, allerdings passend für die fünfte nachatlantische Zeit, dasjenige, was gelebt hat als Weltenbild in den ägyptischen Priestermysterien. Kepler drückt sich ja in einer gewissen Beziehung darüber sehr radikal aus, indem er sagt, er habe die Gefäße der alten ägyptischen Weisheitslehrer entlehnt, um sie hereinzutragen in die neuere Zeit. Wir aber wollen heute an etwas denken, was gewissermaßen in der Mitte der Anschauung der Kultushandlungen der ägyptischen Priestermysterien gestanden hat, wir wollen gedenken der Isismysterien, und wir brauchen, um uns den geistigen Zusammenhang der Isismysterien mit dem, was auch im Christentum lebt, zu vergegenwärtigen, nur unseren Seelenblick hinzulenken zu dem berühmten Bilde der Sixtinischen Madonna von Raffael, wo die Madonna das Jesuskindlein auf dem Arme hält, hinter ihr die Wolken, die eigentlich lauter Kinder darstellen, so daß man die Vorstellung haben kann, aus den Wolken herunter habe die Madonna, gewissermaßen durch eine Verdichtung der dünneren Substanz, das Jesuskind empfangen. Aber dieses Bild, das ganz aus christlichem Geiste heraus geschaffen ist, es ist ja nichts anderes als eine Art Wiederholung desjenigen, was die ägyptischen Isismysterien verehrt haben, indem sie die Isis mit dem Horusknaben im Arm gebildet haben. Das Motiv dieses Bildes stimmt ganz mit dem Raffaelischen Bilde überein. Selbstverständlich darf uns das nicht zu dem verführen, wozu — seit dem 18. Jahrhundert und durch das ganze 19. Jahrhundert bis herein in unsere Tage — solche Dinge viele Oberflächlinge verführt haben: daß man etwa in der Geschichte des Christus Jesus und alledem, was dazu gehört, nur eine Art Metamorphose sehe, eine Umdichtung alter heidnischer Mysterien. Sie wissen aus meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache», wie diese Dinge aufzufassen sind. Aber gerade in dem Sinne, wie das dort gemeint ist, darf wieder hingewiesen werden auf eine gewisse geistige Kongruenz desjenigen, was im Christentum auftritt, mit den alten heidnischen Mysterien.
[ 6 ] Dieses Isismysterium hat zum Hauptinhalt den Tod des Osiris, das Suchen des toten Osiris durch Isis. Wir wissen, daß Osiris, der Repräsentant des Sonnenwesens, der Repräsentant der geistigen Sonne, getötet wird durch Typhon, der ja nichts anderes ist als, ägyptisch ausgedrückt, der Ahriman. Wir wissen, daß Osiris von Ahriman getötet wird, in den Nil geworfen wird, daß er hinausgeschwemmt wird, daß Isis, die Gemahlin, sich auf die Suche begibt, daß sie ihn drüben in Asien findet, daß sie ihn zurückbringt nach Ägypten, daß dann Osiris zerstückelt wird von dem Feinde Ahriman, und daß Isis die vierzehn Stücke an verschiedenen Orten begräbt, so daß sie fortan der Erde angehören.
[ 6 ] Dieses Isismysterium hat zum Hauptinhalt den Tod des Osiris, das Suchen des toten Osiris durch Isis. Wir wissen, daß Osiris, der Repräsentant des Sonnenwesens, der Repräsentant der geistigen Sonne, getötet wird durch Typhon, der ja nichts anderes ist als, ägyptisch ausgedrückt, der Ahriman. Wir wissen, daß Osiris von Ahriman getötet wird, in den Nil geworfen wird, daß er hinausgeschwemmt wird, daß Isis, die Gemahlin, sich auf die Suche begibt, daß sie ihn drüben in Asien findet, daß sie ihn zurückbringt nach Ägypten, daß dann Osiris zerstückelt wird von dem Feinde Ahriman, und daß Isis die vierzehn Stücke an verschiedenen Orten begräbt, so daß sie fortan der Erde angehören.
[ 7 ] Man kann aus dieser Anschauung entnehmen, wie sich in einer tief sinnvollen Weise die ägyptische Weisheit vorgestellt hat den Zusammenhang zwischen den Mächten des Himmels und den Mächten der Erde. Osiris ist auf der einen Seite der Repräsentant der Sonnengewalten. Er ist, indem er durch den Tod gegangen ist, an verschiedenen Orten zu gleicher Zeit jene Kraft, welche alles dasjenige, was aus der Erde heraus fruchtet, eben zu diesem Fruchten bringt. In geistvoller Weise denkt sich ja der alte ägyptische Weise, wie die Gewalten, welche hereinscheinen von der Sonne, sich mitteilen der Erde, wie sie dann der Erde angehören, und wie sie als Sonnengewalten, die in der Erde begraben sind, das aus der Erde heraus Fruchtende dem Menschen wiederum übergeben. Was der ägyptischen Anschauung zugrunde liegt, ist das, daß Osiris getötet worden ist, daß sich seine Gemahlin Isis auf die Suche nach Osiris begeben mußte, daß sie ihn erst wieder zurück nach Ägypten bringen mußte, daß er dann in anderer Form, nämlich aus der Erde heraus wirkte.
[ 7 ] Man kann aus dieser Anschauung entnehmen, wie sich in einer tief sinnvollen Weise die ägyptische Weisheit vorgestellt hat den Zusammenhang zwischen den Mächten des Himmels und den Mächten der Erde. Osiris ist auf der einen Seite der Repräsentant der Sonnengewalten. Er ist, indem er durch den Tod gegangen ist, an verschiedenen Orten zu gleicher Zeit jene Kraft, welche alles dasjenige, was aus der Erde heraus fruchtet, eben zu diesem Fruchten bringt. In geistvoller Weise denkt sich ja der alte ägyptische Weise, wie die Gewalten, welche hereinscheinen von der Sonne, sich mitteilen der Erde, wie sie dann der Erde angehören, und wie sie als Sonnengewalten, die in der Erde begraben sind, das aus der Erde heraus Fruchtende dem Menschen wiederum übergeben. Was der ägyptischen Anschauung zugrunde liegt, ist das, daß Osiris getötet worden ist, daß sich seine Gemahlin Isis auf die Suche nach Osiris begeben mußte, daß sie ihn erst wieder zurück nach Ägypten bringen mußte, daß er dann in anderer Form, nämlich aus der Erde heraus wirkte.
[ 8 ] Eine der ägyptischen Pyramiden stellt ja das besonders sinnvoll dar; denn die Ägypter haben dasjenige, was ihnen geworden war als Lösung der großen Geheimnisse des Weltenalls, nicht allein in ihrer eigentümlichen Schrift niedergeschrieben, sondern sie haben es in ihren Bauwerken zum Ausdruck gebracht. Eine dieser Pyramiden ist nach ihren Maßen genau so gebaut gewesen, daß der Schatten dieser Pyramide wegen des Sonnenstandes verschwunden ist mit der Frühlingssonnenwende, weil er in die Basis hineinfiel, und erst wiederum sichtbar geworden ist nach der Herbstessonnenwende. Dadurch wollten die Ägypter ausdrücken, wie dasjenige, was ihnen sonst von der Sonne herunterscheint, in der Erde begraben ist vom Frühling bis zum Herbste, die Kräfte der Erde entwickelnd, damit das für die Menschen Notwendige aus der Erde heraus fruchten könne. So müssen wir uns zu einer Vorstellung der alten Ägypter wenden, wodurch diese auf der einen Seite zur Sonne hinaufschauten, zu dem hohen Sonnenwesen, und es verehrten, wie sie aber zu gleicher Zeit auch andeuteten, wie dieses Sonnenwesen verlorengegangen war in Osiris und durch Isis gesucht und wiedergefunden wurde, damit es dann in veränderter Weise weiterwirken könne.
[ 8 ] Eine der ägyptischen Pyramiden stellt ja das besonders sinnvoll dar; denn die Ägypter haben dasjenige, was ihnen geworden war als Lösung der großen Geheimnisse des Weltenalls, nicht allein in ihrer eigentümlichen Schrift niedergeschrieben, sondern sie haben es in ihren Bauwerken zum Ausdruck gebracht. Eine dieser Pyramiden ist nach ihren Maßen genau so gebaut gewesen, daß der Schatten dieser Pyramide wegen des Sonnenstandes verschwunden ist mit der Frühlingssonnenwende, weil er in die Basis hineinfiel, und erst wiederum sichtbar geworden ist nach der Herbstessonnenwende. Dadurch wollten die Ägypter ausdrücken, wie dasjenige, was ihnen sonst von der Sonne herunterscheint, in der Erde begraben ist vom Frühling bis zum Herbste, die Kräfte der Erde entwickelnd, damit das für die Menschen Notwendige aus der Erde heraus fruchten könne. So müssen wir uns zu einer Vorstellung der alten Ägypter wenden, wodurch diese auf der einen Seite zur Sonne hinaufschauten, zu dem hohen Sonnenwesen, und es verehrten, wie sie aber zu gleicher Zeit auch andeuteten, wie dieses Sonnenwesen verlorengegangen war in Osiris und durch Isis gesucht und wiedergefunden wurde, damit es dann in veränderter Weise weiterwirken könne.
[ 9 ] Nun, wir in unserer fünften nachatlantischen Zeit haben manches zu wiederholen, was in anderer Form innerhalb der ägyptischen Weisheit aufgetreten ist, und es muß aus geisteswissenschaftlichen Untergründen heraus ein Verständnis sich darüber verbreiten unter der Menschheit, wie wir auf die Art, wie es unserer Zeit angemessen ist, die ägyptischen Priestermysterien im verchristeten Sinne wiederum anschauen können. Osiris stellte ja für die Ägypter gewissermaßen dasjenige dar, was ihnen eine Art Repräsentant war des noch nicht gekommenen Christus; aber sie stellten sich auf ihre Art das Sonnenwesen vor in Osiris. Sie stellten sich vor, daß dieses Sonnenwesen in einer gewissen Weise verlorengegangen sei, und daß es wieder gesucht werden muß. Wir können uns nicht vorstellen, daß unser Sonnenwesen, der durch das Mysterium von Golgatha gegangene Christus, für die Menschheit verlorengehen könnte, da er einmal heruntergestiegen ist aus geistigen Höhen, sich mit dem Menschen Jesus von Nazareth verbunden hat und fortan bei der Erde bleibt. Er ist da, und der entsprechende Weihnachtsgesang darf jedes Jahr verkünden: Uns wird der Heiland geboren —, indem er damit ausdrückt das nicht Vorübergehende dieses Ereignisses, sondern das Ewige desselben, indem er damit ausdrückt, daß nicht nur damals in Bethlehem der Jesus geboren worden ist, sondern daß er im Grunde genommen immerfort geboren wird, das heißt, bei dem Erdensein verbleibt. Also dasjenige, was uns der Christus ist, das kann nicht verlorengehen.
[ 9 ] Nun, wir in unserer fünften nachatlantischen Zeit haben manches zu wiederholen, was in anderer Form innerhalb der ägyptischen Weisheit aufgetreten ist, und es muß aus geisteswissenschaftlichen Untergründen heraus ein Verständnis sich darüber verbreiten unter der Menschheit, wie wir auf die Art, wie es unserer Zeit angemessen ist, die ägyptischen Priestermysterien im verchristeten Sinne wiederum anschauen können. Osiris stellte ja für die Ägypter gewissermaßen dasjenige dar, was ihnen eine Art Repräsentant war des noch nicht gekommenen Christus; aber sie stellten sich auf ihre Art das Sonnenwesen vor in Osiris. Sie stellten sich vor, daß dieses Sonnenwesen in einer gewissen Weise verlorengegangen sei, und daß es wieder gesucht werden muß. Wir können uns nicht vorstellen, daß unser Sonnenwesen, der durch das Mysterium von Golgatha gegangene Christus, für die Menschheit verlorengehen könnte, da er einmal heruntergestiegen ist aus geistigen Höhen, sich mit dem Menschen Jesus von Nazareth verbunden hat und fortan bei der Erde bleibt. Er ist da, und der entsprechende Weihnachtsgesang darf jedes Jahr verkünden: Uns wird der Heiland geboren —, indem er damit ausdrückt das nicht Vorübergehende dieses Ereignisses, sondern das Ewige desselben, indem er damit ausdrückt, daß nicht nur damals in Bethlehem der Jesus geboren worden ist, sondern daß er im Grunde genommen immerfort geboren wird, das heißt, bei dem Erdensein verbleibt. Also dasjenige, was uns der Christus ist, das kann nicht verlorengehen.
[ 10 ] Aber in anderer Art muß sich die Isislegende in unserer Zeit erfüllt zeigen. Nicht dasjenige, was in einem höheren Maße uns den Osiris gibt durch den Christus, kann uns verlorengehen; aber es kann uns verlorengehen und ist uns verlorengegangen dasjenige, was hingebildet für das christliche Verständnis neben dem Osiris steht: es ist uns verlorengegangen die Isis, die Mutter des Heilandes, die göttliche Weisheit Sophia. Und wenn es geben soll eine Erneuerung der Isislegende, so darf diese für uns nicht lauten, daß der Osiris getötet worden ist durch Typhon-Ahriman, daß er hinweggeschwemmt worden ist durch das Nilwasser, wiedergefunden werden soll durch Isis, um in seiner durch Typhon-Ahriman erfolgten Zerstückelung dann in die Erde versenkt zu werden. — Nein, wir müssen in einer gewissen Weise die Isislegende, den Inhalt des Isismysteriums wiederfinden, aber wir müssen ihn bilden aus der Imagination heraus gefaßt für unsere Zeit. Es muß wieder ein Verständnis der ewigen Weltenwahrheiten geben, indem wir also imaginativ dichten können, wie die Ägypter es gekonnt haben. Aber wir müssen die richtige Isislegende finden. Der ägyptische Mensch war — als der Mensch, der vor dem Mysterium von Golgatha lebte — noch durchsetzt von luziferischen Mächten. Wenn sich im Inneren des Menschen luziferische Mächte finden, wenn luziferische Mächte das Innere des Menschen bewegen, durchziehen, durchweben, dann hat das zur Folge, daß sich in seiner äußerlichen Anschauung das Ahrimanische in seiner Wirksamkeit ausdrückt. Daher sieht der Ägypter mit Recht, weil er selber luziferisch durchsetzt war, ein Weltenbild, in welchem Ahriman-Typhon tätig ist.
[ 10 ] Aber in anderer Art muß sich die Isislegende in unserer Zeit erfüllt zeigen. Nicht dasjenige, was in einem höheren Maße uns den Osiris gibt durch den Christus, kann uns verlorengehen; aber es kann uns verlorengehen und ist uns verlorengegangen dasjenige, was hingebildet für das christliche Verständnis neben dem Osiris steht: es ist uns verlorengegangen die Isis, die Mutter des Heilandes, die göttliche Weisheit Sophia. Und wenn es geben soll eine Erneuerung der Isislegende, so darf diese für uns nicht lauten, daß der Osiris getötet worden ist durch Typhon-Ahriman, daß er hinweggeschwemmt worden ist durch das Nilwasser, wiedergefunden werden soll durch Isis, um in seiner durch Typhon-Ahriman erfolgten Zerstückelung dann in die Erde versenkt zu werden. — Nein, wir müssen in einer gewissen Weise die Isislegende, den Inhalt des Isismysteriums wiederfinden, aber wir müssen ihn bilden aus der Imagination heraus gefaßt für unsere Zeit. Es muß wieder ein Verständnis der ewigen Weltenwahrheiten geben, indem wir also imaginativ dichten können, wie die Ägypter es gekonnt haben. Aber wir müssen die richtige Isislegende finden. Der ägyptische Mensch war — als der Mensch, der vor dem Mysterium von Golgatha lebte — noch durchsetzt von luziferischen Mächten. Wenn sich im Inneren des Menschen luziferische Mächte finden, wenn luziferische Mächte das Innere des Menschen bewegen, durchziehen, durchweben, dann hat das zur Folge, daß sich in seiner äußerlichen Anschauung das Ahrimanische in seiner Wirksamkeit ausdrückt. Daher sieht der Ägypter mit Recht, weil er selber luziferisch durchsetzt war, ein Weltenbild, in welchem Ahriman-Typhon tätig ist.
[ 11 ] Wir müssen uns klar sein, daß die gegenwärtige Menschheit ahrimanisch durchsetzt ist, innerlich so bewegt und durchwellt ist von Ahriman, wie die ägyptische Welt von Luzifer bewegt und durchwellt worden ist. Dann aber, wenn Ahriman im Innern wirkt, dann sieht der Mensch sein Weltenbild in luziferischer Gestalt. Wie sieht der Mensch dann dieses Weltbild? Dieses Weltbild in luziferischer Gestalt ist geschaffen, es ist da, es ist in der neueren Zeit immer populärer und populärer geworden, es hat alle Kreise ergriffen, die aufgeklärt sein wollen. Es muß ins Auge gefaßt werden, wenn das Weihnachtsmysterium begriffen werden soll: Luzifer ist diejenige Macht, welche das Weltenbild in einem früheren Stadium zurückhalten will. Luzifer ist diejenige Macht, welche hereintragen will in das gegenwärtige Weltenbild das, was in früheren Stadien vorhanden war, welche bleibend machen will das, was in früheren Stadien vorhanden. war. Alles das, was in früheren Stadien moralisch war, ist natürlich im Gegenwärtigen da. Luzifer hat nun alles Interesse daran, das Moralische als solches, das immer als ein Gegenwärtiges seine große Bedeutung hat, weil es ja keimhaft für spätere Weltenschöpfung wirkt, alles Moralische herauszulösen aus dem Weltenbild und bloß das naturgemäß Notwendige im äußeren Weltenbilde erscheinen zu lassen. So stellt sich dem arm gewordenen Menschen der neueren Zeit eine Weltenweisheit dar, die zugleich ein Weltenbild gibt, in dem die Sterne kreisen nach amoralischen, rein mechanischen Notwendigkeiten, in dem die Sterne kreisen in einer Weise, daß wir mit ihrem Kreisen nichts vom moralischen Sinn der Weltenordnung verbinden können. Das ist ein rein luziferisches Weltenbild.
[ 11 ] Wir müssen uns klar sein, daß die gegenwärtige Menschheit ahrimanisch durchsetzt ist, innerlich so bewegt und durchwellt ist von Ahriman, wie die ägyptische Welt von Luzifer bewegt und durchwellt worden ist. Dann aber, wenn Ahriman im Innern wirkt, dann sieht der Mensch sein Weltenbild in luziferischer Gestalt. Wie sieht der Mensch dann dieses Weltbild? Dieses Weltbild in luziferischer Gestalt ist geschaffen, es ist da, es ist in der neueren Zeit immer populärer und populärer geworden, es hat alle Kreise ergriffen, die aufgeklärt sein wollen. Es muß ins Auge gefaßt werden, wenn das Weihnachtsmysterium begriffen werden soll: Luzifer ist diejenige Macht, welche das Weltenbild in einem früheren Stadium zurückhalten will. Luzifer ist diejenige Macht, welche hereintragen will in das gegenwärtige Weltenbild das, was in früheren Stadien vorhanden war, welche bleibend machen will das, was in früheren Stadien vorhanden. war. Alles das, was in früheren Stadien moralisch war, ist natürlich im Gegenwärtigen da. Luzifer hat nun alles Interesse daran, das Moralische als solches, das immer als ein Gegenwärtiges seine große Bedeutung hat, weil es ja keimhaft für spätere Weltenschöpfung wirkt, alles Moralische herauszulösen aus dem Weltenbild und bloß das naturgemäß Notwendige im äußeren Weltenbilde erscheinen zu lassen. So stellt sich dem arm gewordenen Menschen der neueren Zeit eine Weltenweisheit dar, die zugleich ein Weltenbild gibt, in dem die Sterne kreisen nach amoralischen, rein mechanischen Notwendigkeiten, in dem die Sterne kreisen in einer Weise, daß wir mit ihrem Kreisen nichts vom moralischen Sinn der Weltenordnung verbinden können. Das ist ein rein luziferisches Weltenbild.
[ 12 ] So wie der Ägypter hinausschaute in die Welt und Ahriman-Typhon sehen mußte als denjenigen, der ihm seinen Osiris nimmt, so müssen wir auf dieses luziferisch gewordene Weltbild, auf das mathematischmechanische Weltbild unserer gegenwärtigen Astronomie und unserer sonstigen Naturwissenschaft sehen und müssen uns klar sein, daß hier ebenso das Luziferische waltet, wie das Typhonisch-Ahrimanische gewaltet hat in dem ägyptischen Weltenbild. Genau so, wie der Ägypter sein äußeres Weltenbild im ahrimanisch-typhonischen Sinne gesehen hat, so sieht der neuere Mensch das, was er wegen seines Ahrimanischseins sieht, mit luziferischen Zügen. Luzifer ist da, er wirkt. Geradeso wie in Wind und Wetter, in den Stürmen des Winters der Ägypter sich vorstellte, daß Ahriman-Typhon wirkt, so muß sich der moderne Mensch vorstellen, wenn er die Sache durchschaut, daß ihm in Sonnenschein und Sternenglanz, in Planeten- und Mondenbewegung Luzifer erscheint. So wie wir das Kopernikanisch-Galileisch-Keplerische Weltenbild haben, so ist es ein luziferisches Gebilde. Gerade weil es unseren ahrimanischen Erkenntniskräften entspricht, ist sein Inhalt — ich bitte Sie, das genau zu unterscheiden — ein luziferischer.
[ 12 ] So wie der Ägypter hinausschaute in die Welt und Ahriman-Typhon sehen mußte als denjenigen, der ihm seinen Osiris nimmt, so müssen wir auf dieses luziferisch gewordene Weltbild, auf das mathematischmechanische Weltbild unserer gegenwärtigen Astronomie und unserer sonstigen Naturwissenschaft sehen und müssen uns klar sein, daß hier ebenso das Luziferische waltet, wie das Typhonisch-Ahrimanische gewaltet hat in dem ägyptischen Weltenbild. Genau so, wie der Ägypter sein äußeres Weltenbild im ahrimanisch-typhonischen Sinne gesehen hat, so sieht der neuere Mensch das, was er wegen seines Ahrimanischseins sieht, mit luziferischen Zügen. Luzifer ist da, er wirkt. Geradeso wie in Wind und Wetter, in den Stürmen des Winters der Ägypter sich vorstellte, daß Ahriman-Typhon wirkt, so muß sich der moderne Mensch vorstellen, wenn er die Sache durchschaut, daß ihm in Sonnenschein und Sternenglanz, in Planeten- und Mondenbewegung Luzifer erscheint. So wie wir das Kopernikanisch-Galileisch-Keplerische Weltenbild haben, so ist es ein luziferisches Gebilde. Gerade weil es unseren ahrimanischen Erkenntniskräften entspricht, ist sein Inhalt — ich bitte Sie, das genau zu unterscheiden — ein luziferischer.
[ 13 ] In der Zeit, in der das Mysterium von Golgatha sich vollzogen hat, da wirkte dasjenige, was den Menschen befähigt, in die Welt erkennend hineinzuschauen, in einer zweifachen Weise als die göttliche Sophia, als die die Welt durchschauende Weisheit. Durch die Offenbarung an die armen Hirten auf dem Felde, durch die Offenbarung an die Magier aus dem Morgenlande wirkte die göttliche Sophia, die himmlische Weisheit. Diese Weisheit, die in ihrer letzten Gestalt bei den Gnostikern vorhanden war, von denen sie genommen haben die ersten christlichen Kirchenväter und Kirchenlehrer, um damit das Mysterium von Golgatha zu begreifen, diese Weisheit hat sich nicht hereinverpflanzen können in die neuere Zeit; sie ist überwältigt, sie ist getötet worden durch Luzifer, wie einstmals Osiris durch Ahriman-Typhon. Uns ist nicht Osiris beziehungsweise Christus verlorengegangen, uns ist verlorengegangen dasjenige, was wir an der Stelle der Isis haben. Luzifer hat sie uns getötet. Und nicht wie Typhon den Osiris in den Nil gesenkt und dann zunächst in die Erde hinein versenkt hat dasjenige, was getötet worden ist, sondern in die Weltenräume hinausversetzt ist das von Luzifer getötete Isiswesen, die göttliche Weisheit; sie ist in den Weltenozean hinaus versenkt worden. Indem wir in diesen Ozean hinausblicken und nur nach mathematischen Linien die Sternenzusammenhänge sehen, ist in ihnen dasjenige begraben, was geistig diese Welt durchsetzt, getötet die göttliche Sophia, getötet diese Nachfolgerin der Isis.
[ 13 ] In der Zeit, in der das Mysterium von Golgatha sich vollzogen hat, da wirkte dasjenige, was den Menschen befähigt, in die Welt erkennend hineinzuschauen, in einer zweifachen Weise als die göttliche Sophia, als die die Welt durchschauende Weisheit. Durch die Offenbarung an die armen Hirten auf dem Felde, durch die Offenbarung an die Magier aus dem Morgenlande wirkte die göttliche Sophia, die himmlische Weisheit. Diese Weisheit, die in ihrer letzten Gestalt bei den Gnostikern vorhanden war, von denen sie genommen haben die ersten christlichen Kirchenväter und Kirchenlehrer, um damit das Mysterium von Golgatha zu begreifen, diese Weisheit hat sich nicht hereinverpflanzen können in die neuere Zeit; sie ist überwältigt, sie ist getötet worden durch Luzifer, wie einstmals Osiris durch Ahriman-Typhon. Uns ist nicht Osiris beziehungsweise Christus verlorengegangen, uns ist verlorengegangen dasjenige, was wir an der Stelle der Isis haben. Luzifer hat sie uns getötet. Und nicht wie Typhon den Osiris in den Nil gesenkt und dann zunächst in die Erde hinein versenkt hat dasjenige, was getötet worden ist, sondern in die Weltenräume hinausversetzt ist das von Luzifer getötete Isiswesen, die göttliche Weisheit; sie ist in den Weltenozean hinaus versenkt worden. Indem wir in diesen Ozean hinausblicken und nur nach mathematischen Linien die Sternenzusammenhänge sehen, ist in ihnen dasjenige begraben, was geistig diese Welt durchsetzt, getötet die göttliche Sophia, getötet diese Nachfolgerin der Isis.
[ 14 ] Wir müssen diese Legende bilden, denn sie stellt die Wahrheit unserer Zeit dar. Wir müssen sprechen in demselben Sinne von der getöteten und uns verlorengegangenen Isis beziehungsweise der göttlichen Sophia, wie der alte Ägypter gesprochen hat von dem verlorengegangenen und getöteten Osiris. Und wir müssen mit demjenigen, was wir nicht begreifen, was aber in uns ist, mit der Kraft des Christus, mit der neuen Osiriskraft ausziehen und den Leichnam der modernen Isis suchen, den Leichnam der göttlichen Sophia. Wir müssen herangehen an die luziferische Naturwissenschaft und müssen suchen den Sarg der Isis, das heißt, wir müssen finden aus dem, was uns die Naturwissenschaft gibt, dasjenige, was innerlich anregt zu Imagination, zu Inspiration, zu Intuition. Denn dadurch erwerben wir die Hilfe des Christus in uns, der uns dennoch dunkel, der uns finster bleibt, wenn wir ihn nicht durch die göttliche Weisheit uns erleuchten. Wir müssen, ausgerüstet mit dieser Christus-Kraft, mit dem neuen Osiris, auf die Suche nach der Isis, nach der neuen Isis gehen. Nicht zerstückeln wird Luzifer diese Isis, wie Typhon-Ahriman den Osiris zerstückelt hat. Nein, im Gegenteile: diese Isis ist in ihrer wahren Gestalt ausgebreitet in der Schönheit des ganzen Kosmos. Diese Isis ist dasjenige, was uns in vielen leuchtenden Farben aurisch aus dem Kosmos entgegenleuchtet. Sie müssen wir verstehen, indem wir hineinblicken in den Kosmos und den Kosmos aurisch sehen in seinen leuchtenden Farben.
[ 14 ] Wir müssen diese Legende bilden, denn sie stellt die Wahrheit unserer Zeit dar. Wir müssen sprechen in demselben Sinne von der getöteten und uns verlorengegangenen Isis beziehungsweise der göttlichen Sophia, wie der alte Ägypter gesprochen hat von dem verlorengegangenen und getöteten Osiris. Und wir müssen mit demjenigen, was wir nicht begreifen, was aber in uns ist, mit der Kraft des Christus, mit der neuen Osiriskraft ausziehen und den Leichnam der modernen Isis suchen, den Leichnam der göttlichen Sophia. Wir müssen herangehen an die luziferische Naturwissenschaft und müssen suchen den Sarg der Isis, das heißt, wir müssen finden aus dem, was uns die Naturwissenschaft gibt, dasjenige, was innerlich anregt zu Imagination, zu Inspiration, zu Intuition. Denn dadurch erwerben wir die Hilfe des Christus in uns, der uns dennoch dunkel, der uns finster bleibt, wenn wir ihn nicht durch die göttliche Weisheit uns erleuchten. Wir müssen, ausgerüstet mit dieser Christus-Kraft, mit dem neuen Osiris, auf die Suche nach der Isis, nach der neuen Isis gehen. Nicht zerstückeln wird Luzifer diese Isis, wie Typhon-Ahriman den Osiris zerstückelt hat. Nein, im Gegenteile: diese Isis ist in ihrer wahren Gestalt ausgebreitet in der Schönheit des ganzen Kosmos. Diese Isis ist dasjenige, was uns in vielen leuchtenden Farben aurisch aus dem Kosmos entgegenleuchtet. Sie müssen wir verstehen, indem wir hineinblicken in den Kosmos und den Kosmos aurisch sehen in seinen leuchtenden Farben.
[ 15 ] Aber wie einstmals Ahriman-Typhon gekommen ist, um den Osiris zu zerstückeln, so kommt Luzifer, der diese Farben in ihrer Differenzierung auslöscht, der die Teile, die schön ausgebreitet sind, die Glieder der neueren Isis, jene Glieder, die das ganze Himmelszelt bilden, ineinander verschwimmen macht, der sie vereinigt, der sie zusammenballt. So wie der Typhon den Osiris zerstückelt hat, so setzt Luzifer aus dem, was in vielfältigen aurischen Farben aus dem Weltenall zu uns hereinglänzt, das eine, einheitliche weiße Licht zusammen, das die Welt durchstrahlt, dieses luziferische einheitliche Licht, gegen das sich Goethe in seiner Farbenlehre gewendet hat, indem er dagegen opponiert, daß in ihm enthalten sein sollen die Farben — die aber ausgebreitet sind über die geheimnisvollen Taten des ganzen Weltenalls, in ihrer Vielfältigkeit geheimnisvollen Taten.
[ 15 ] Aber wie einstmals Ahriman-Typhon gekommen ist, um den Osiris zu zerstückeln, so kommt Luzifer, der diese Farben in ihrer Differenzierung auslöscht, der die Teile, die schön ausgebreitet sind, die Glieder der neueren Isis, jene Glieder, die das ganze Himmelszelt bilden, ineinander verschwimmen macht, der sie vereinigt, der sie zusammenballt. So wie der Typhon den Osiris zerstückelt hat, so setzt Luzifer aus dem, was in vielfältigen aurischen Farben aus dem Weltenall zu uns hereinglänzt, das eine, einheitliche weiße Licht zusammen, das die Welt durchstrahlt, dieses luziferische einheitliche Licht, gegen das sich Goethe in seiner Farbenlehre gewendet hat, indem er dagegen opponiert, daß in ihm enthalten sein sollen die Farben — die aber ausgebreitet sind über die geheimnisvollen Taten des ganzen Weltenalls, in ihrer Vielfältigkeit geheimnisvollen Taten.
[ 16 ] Wir aber müssen hindurchdringen auf unserer Suche und die Isis wieder finden! Und wir müssen die Möglichkeit gewinnen, dasjenige, was wir ergründen, indem wir die Isis wiederum zurückgefunden haben, hinauszuversetzen in das Weltenall. Wir müssen das, was wir durch die wiedergefundene Isis gewinnen, vor uns lebendig hinstellen können, so daß es geistig für uns das Himmelsall, der Kosmos wird. Wir müssen aus dem Inneren erfassen Saturn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus, Vulkan. Wir müssen in die Himmel hinaus versetzen das, was Luzifer aus der Isis gemacht hat, wie die Isis in die Erde versenkt hat dasjenige, was Typhon-Ahriman aus den Stücken des Osiris gemacht hat. Wir müssen begreifen, daß wir durch die Christus-Kraft eine innere Astronomie zu finden haben, welche uns wiederum das Weltenall hervorgehend und wirkend in der Kraft des Geistes zeigt. Dann, dann wird in diesem Durchschauen des Weltenalls die wiedergefundene Isiskraft, die aber jetzt die Kraft der göttlichen Sophia ist, durch diese wiedergefundene Isiskraft der Christus, der seit dem Mysterium von Golgatha mit dem Erdendasein vereinigt ist, in dem Menschen auch zur rechten Wirksamkeit, weil zur rechten Erkenntnis, kommen. Nicht der Christus fehlt uns, die Erkenntnis des Christus, die Isis von Christus, die Sophia von Christus fehlt uns.
[ 16 ] Wir aber müssen hindurchdringen auf unserer Suche und die Isis wieder finden! Und wir müssen die Möglichkeit gewinnen, dasjenige, was wir ergründen, indem wir die Isis wiederum zurückgefunden haben, hinauszuversetzen in das Weltenall. Wir müssen das, was wir durch die wiedergefundene Isis gewinnen, vor uns lebendig hinstellen können, so daß es geistig für uns das Himmelsall, der Kosmos wird. Wir müssen aus dem Inneren erfassen Saturn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus, Vulkan. Wir müssen in die Himmel hinaus versetzen das, was Luzifer aus der Isis gemacht hat, wie die Isis in die Erde versenkt hat dasjenige, was Typhon-Ahriman aus den Stücken des Osiris gemacht hat. Wir müssen begreifen, daß wir durch die Christus-Kraft eine innere Astronomie zu finden haben, welche uns wiederum das Weltenall hervorgehend und wirkend in der Kraft des Geistes zeigt. Dann, dann wird in diesem Durchschauen des Weltenalls die wiedergefundene Isiskraft, die aber jetzt die Kraft der göttlichen Sophia ist, durch diese wiedergefundene Isiskraft der Christus, der seit dem Mysterium von Golgatha mit dem Erdendasein vereinigt ist, in dem Menschen auch zur rechten Wirksamkeit, weil zur rechten Erkenntnis, kommen. Nicht der Christus fehlt uns, die Erkenntnis des Christus, die Isis von Christus, die Sophia von Christus fehlt uns.
[ 17 ] Das ist dasjenige, was wir uns als einen Inhalt des Weihnachtsmysteriums in die Seele schreiben sollen. Wir müssen dahin kommen, uns zu sagen: Im 19. Jahrhundert ist selbst die Theologie dahin gekommen, in dem Christus bloß den Menschen aus Nazareth zu sehen. Das heißt, es ist diese Theologie durchaus verluziferisiert. Sie sieht nicht mehr hinein in die geistigen Untergründe des Daseins. Äußere Naturerkenntnis luziferisiert, Theologie luziferisiert. Man könnte natürlich, wenn man von dem inneren Aspekt des Menschen spricht, ebensogut sagen ahrimanisiert, wie Sie aus meinen Auseinandersetzungen gesehen haben. Dann müßte man aber für die Ägypter sagen luziferisiert, beziehungsweise ahrimanisiert, wenn es das Äußere angeht. Der neuere Mensch muß auch das Weihnachtsmysterium in einer neuen Weise begreifen. Er muß verstehen, daß er zunächst zu suchen hat die Isis, damit der Christus ihm erscheinen könne. Dasjenige, was unser Unglück in der neueren Zeit für die zivilisierte Menschheit herbeigeführt hat, ist ja nicht, daß wir etwa den Christus — der in einer höheren Glorie vor uns steht als für den Ägypter der Osiris — verloren hätten, daß wir uns mit der Isiskraft nach ihm auf die Suche begeben müssen. Nein, was wir verloren haben, ist die Erkenntnis, ist die Anschauung des Christus Jesus. Sie müssen wir wiederum finden mit der Kraft des Jesus Christus, die in uns ist.
[ 17 ] Das ist dasjenige, was wir uns als einen Inhalt des Weihnachtsmysteriums in die Seele schreiben sollen. Wir müssen dahin kommen, uns zu sagen: Im 19. Jahrhundert ist selbst die Theologie dahin gekommen, in dem Christus bloß den Menschen aus Nazareth zu sehen. Das heißt, es ist diese Theologie durchaus verluziferisiert. Sie sieht nicht mehr hinein in die geistigen Untergründe des Daseins. Äußere Naturerkenntnis luziferisiert, Theologie luziferisiert. Man könnte natürlich, wenn man von dem inneren Aspekt des Menschen spricht, ebensogut sagen ahrimanisiert, wie Sie aus meinen Auseinandersetzungen gesehen haben. Dann müßte man aber für die Ägypter sagen luziferisiert, beziehungsweise ahrimanisiert, wenn es das Äußere angeht. Der neuere Mensch muß auch das Weihnachtsmysterium in einer neuen Weise begreifen. Er muß verstehen, daß er zunächst zu suchen hat die Isis, damit der Christus ihm erscheinen könne. Dasjenige, was unser Unglück in der neueren Zeit für die zivilisierte Menschheit herbeigeführt hat, ist ja nicht, daß wir etwa den Christus — der in einer höheren Glorie vor uns steht als für den Ägypter der Osiris — verloren hätten, daß wir uns mit der Isiskraft nach ihm auf die Suche begeben müssen. Nein, was wir verloren haben, ist die Erkenntnis, ist die Anschauung des Christus Jesus. Sie müssen wir wiederum finden mit der Kraft des Jesus Christus, die in uns ist.
[ 18 ] So müssen wir auf das hinschauen, was Inhalt des Weihnachtsfestes ist. Es ist ja für viele Menschen der Gegenwart dieses Weihnachtsfest nichts anderes mehr als eine Art Geschenkfest, als etwas, was man gewohnheitsmäßig von Jahr zu Jahr feiert. Es ist auch dieses Weihnachtsfest zu dem geworden, wozu so vieles geworden ist in unserem Leben: es ist zur Phrase geworden. Und weil diese Dinge zur Phrase geworden sind, ist das moderne Leben in seine Kalamitäten, in sein Chaos hineingekommen. Das ist doch der tiefere Grund, warum das moderne Leben in dieses Chaos hineingekommen ist.
[ 18 ] So müssen wir auf das hinschauen, was Inhalt des Weihnachtsfestes ist. Es ist ja für viele Menschen der Gegenwart dieses Weihnachtsfest nichts anderes mehr als eine Art Geschenkfest, als etwas, was man gewohnheitsmäßig von Jahr zu Jahr feiert. Es ist auch dieses Weihnachtsfest zu dem geworden, wozu so vieles geworden ist in unserem Leben: es ist zur Phrase geworden. Und weil diese Dinge zur Phrase geworden sind, ist das moderne Leben in seine Kalamitäten, in sein Chaos hineingekommen. Das ist doch der tiefere Grund, warum das moderne Leben in dieses Chaos hineingekommen ist.
[ 19 ] Wenn wir aus dieser unserer Gemeinschaft heraus die richtigen Empfindungen entwickeln könnten für dasjenige, was in der Gegenwart zur Phrase geworden ist, und wenn wir aus diesem richtigen Empfinden heraus die Impulse finden könnten für die Erneuerungen, die notwendig sind, dann wäre diese Gemeinschaft, die sich die anthroposophische nennt, ihres Daseins wert. Es sollte Verständnis innerhalb dieser Gemeinschaft dafür sein, was es eigentlich Schlimmes bedeutet für die moderne Zeit, daß solche Dinge wie das Weihnachtsfest sich wie eine Phrase fortpflanzen. Es sollte Verständnis dafür sein, daß das in der Zukunft nicht sein darf und daß diese Dinge einen neuen Inhalt bekommen müssen, daß die alten Gewohnheiten verlassen werden müssen, daß neue Ansichten an die Stelle der alten Gewohnheiten treten müssen. Können wir dazu nicht den inneren Mut aufbringen, dann lügen wir mit in der Beibehaltung der alten Phrase vom jährlichen Weihnachtsfeste, das begangen wird, ohne daß die Seele Entsprechendes fühlt und empfindet. Denn werden wir noch als Menschheit hinaufgehoben zu den höchsten Angelegenheiten dieser unserer Menschheit, indem wir aus alter Gewohnheit an diesem Christus-Fest jährlich uns Geschenke machen? Und indem wir höchstens die auch zur Phrase gewordenen Worte der heutigen Bekenner der einzelnen Religionsgemeinschaften anhören oder mitmachen? Wir sollten es uns verbieten, bei dieser inneren Hohlheit der Weihnachtsfeier zu bleiben. Wir sollten den inneren Entschluß fassen können, solch einem Feste, das die Menschheit hinaufheben soll zum Begreifen ihres Sinnes, solch einem Feste einen Inhalt zu geben, der uns wirklich höchste, einzigartige Empfindungen durch die Seelen ziehen lassen kann.
[ 19 ] Wenn wir aus dieser unserer Gemeinschaft heraus die richtigen Empfindungen entwickeln könnten für dasjenige, was in der Gegenwart zur Phrase geworden ist, und wenn wir aus diesem richtigen Empfinden heraus die Impulse finden könnten für die Erneuerungen, die notwendig sind, dann wäre diese Gemeinschaft, die sich die anthroposophische nennt, ihres Daseins wert. Es sollte Verständnis innerhalb dieser Gemeinschaft dafür sein, was es eigentlich Schlimmes bedeutet für die moderne Zeit, daß solche Dinge wie das Weihnachtsfest sich wie eine Phrase fortpflanzen. Es sollte Verständnis dafür sein, daß das in der Zukunft nicht sein darf und daß diese Dinge einen neuen Inhalt bekommen müssen, daß die alten Gewohnheiten verlassen werden müssen, daß neue Ansichten an die Stelle der alten Gewohnheiten treten müssen. Können wir dazu nicht den inneren Mut aufbringen, dann lügen wir mit in der Beibehaltung der alten Phrase vom jährlichen Weihnachtsfeste, das begangen wird, ohne daß die Seele Entsprechendes fühlt und empfindet. Denn werden wir noch als Menschheit hinaufgehoben zu den höchsten Angelegenheiten dieser unserer Menschheit, indem wir aus alter Gewohnheit an diesem Christus-Fest jährlich uns Geschenke machen? Und indem wir höchstens die auch zur Phrase gewordenen Worte der heutigen Bekenner der einzelnen Religionsgemeinschaften anhören oder mitmachen? Wir sollten es uns verbieten, bei dieser inneren Hohlheit der Weihnachtsfeier zu bleiben. Wir sollten den inneren Entschluß fassen können, solch einem Feste, das die Menschheit hinaufheben soll zum Begreifen ihres Sinnes, solch einem Feste einen Inhalt zu geben, der uns wirklich höchste, einzigartige Empfindungen durch die Seelen ziehen lassen kann.
[ 20 ] Fragen Sie sich, ob die Empfindungen, die heute in den Gemütern, in den Herzen leben bei dem Weihnachtsbaume, bei den Geschenken, die sich die Menschen gegenseitig geben aus alter Gewohnheit, bei den Weihnachtskarten, auf die gewohnheitsmäßig Phrasen geschrieben werden, fragen Sie sich, ob da die Empfindungen leben, welche die Menschheit hinaufheben zum Verständnis des Sinnes ihres Erdenwerdens! Daß wir nicht den Mut finden können, uns über das Phrasenhafte unserer Zeit zu einem neuen Inhalte zu erheben, das ist es, was das Unglück unserer Zeit ausmacht. Daß es aber geschehen müßte, daß ein neuer Inhalt kommt, daß ein Inhalt kommt, der uns wiederum mit Empfindungen durchsetzen kann, die einzigartig sind, die uns ganz und gar durchrütteln, so wie durchrüttelt worden sind diejenigen, die in den ersten Jahrhunderten echte Christen waren und das Mysterium von Golgatha, das Erscheinen des Christus auf Erden als das Höchste empfunden haben, was auf der Erde durch die Menschheit erlebt werden kann — daran müssen wir uns erinnern, und etwas von dieser Art müssen wir wiederum in unsere Seelen hineinschaffen.
[ 20 ] Fragen Sie sich, ob die Empfindungen, die heute in den Gemütern, in den Herzen leben bei dem Weihnachtsbaume, bei den Geschenken, die sich die Menschen gegenseitig geben aus alter Gewohnheit, bei den Weihnachtskarten, auf die gewohnheitsmäßig Phrasen geschrieben werden, fragen Sie sich, ob da die Empfindungen leben, welche die Menschheit hinaufheben zum Verständnis des Sinnes ihres Erdenwerdens! Daß wir nicht den Mut finden können, uns über das Phrasenhafte unserer Zeit zu einem neuen Inhalte zu erheben, das ist es, was das Unglück unserer Zeit ausmacht. Daß es aber geschehen müßte, daß ein neuer Inhalt kommt, daß ein Inhalt kommt, der uns wiederum mit Empfindungen durchsetzen kann, die einzigartig sind, die uns ganz und gar durchrütteln, so wie durchrüttelt worden sind diejenigen, die in den ersten Jahrhunderten echte Christen waren und das Mysterium von Golgatha, das Erscheinen des Christus auf Erden als das Höchste empfunden haben, was auf der Erde durch die Menschheit erlebt werden kann — daran müssen wir uns erinnern, und etwas von dieser Art müssen wir wiederum in unsere Seelen hineinschaffen.
[ 21 ] Oh, diese Seele wird zu einzigartigen Empfindungen kommen können, wenn sie die Verpflichtung fühlt, die neue Isis-Legende innerhalb der modernen Menschheit zu erleben; diese Isislegende von der Tötung der Isis durch Luzifer, von dem Hinausbegeben in den Weltenraum, der zum mathematischen Abstraktum, das heißt, zum Grab der Isis geworden ist, von dem Suchen nach dieser Isis, von dem Finden dieser Isis durch die Anregung der inneren Geistes-Erkenntniskräfte, die dann an die Stelle der totgewordenen Himmel dasjenige setzen, was aus innerem Leben heraus uns wiederum Sterne und Planeten als Denkmäler erscheinen läßt für die geistigen Gewalten, die den Raum durchwallen. Wir blicken nur dann im rechten Sinne heute hin zu der Krippe, wenn wir dasjenige, was da den Raum durchwallt, in einer einzigartigen Empfindung durchleben, und dann hinschauen auf jenes Wesen, das durch das Kind in die Welt gezogen ist. Wir wissen, wir tragen es in uns, aber wir müssen ihm Verständnis entgegenbringen. Deshalb müssen wir, so wie der Ägypter von seinem Osiris zur Isis hingeschaut hat, wiederum hinschauen lernen zu der neuen Isis, zu der heiligen Sophia. Nicht dadurch, daß von außen allein etwas eintritt, wird der Christus im Laufe des 20. Jahrhunderts wieder erscheinen in seiner Geistgestalt, sondern dadurch, daß die Menschen jene Kraft finden, die durch die heilige Sophia repräsentiert wird. Es lag die Tendenz im Laufe der neueren Zeit darin, gerade diese Isiskraft, gerade diese Marienkraft zu verlieren. Sie ist getötet worden durch all dasjenige, was im modernen Bewußtsein der Menschheit heraufgezogen ist. Und die neueren Bekenntnisse haben zum Teil gerade die Anschauung über die Maria ausgerottet.
[ 21 ] Oh, diese Seele wird zu einzigartigen Empfindungen kommen können, wenn sie die Verpflichtung fühlt, die neue Isis-Legende innerhalb der modernen Menschheit zu erleben; diese Isislegende von der Tötung der Isis durch Luzifer, von dem Hinausbegeben in den Weltenraum, der zum mathematischen Abstraktum, das heißt, zum Grab der Isis geworden ist, von dem Suchen nach dieser Isis, von dem Finden dieser Isis durch die Anregung der inneren Geistes-Erkenntniskräfte, die dann an die Stelle der totgewordenen Himmel dasjenige setzen, was aus innerem Leben heraus uns wiederum Sterne und Planeten als Denkmäler erscheinen läßt für die geistigen Gewalten, die den Raum durchwallen. Wir blicken nur dann im rechten Sinne heute hin zu der Krippe, wenn wir dasjenige, was da den Raum durchwallt, in einer einzigartigen Empfindung durchleben, und dann hinschauen auf jenes Wesen, das durch das Kind in die Welt gezogen ist. Wir wissen, wir tragen es in uns, aber wir müssen ihm Verständnis entgegenbringen. Deshalb müssen wir, so wie der Ägypter von seinem Osiris zur Isis hingeschaut hat, wiederum hinschauen lernen zu der neuen Isis, zu der heiligen Sophia. Nicht dadurch, daß von außen allein etwas eintritt, wird der Christus im Laufe des 20. Jahrhunderts wieder erscheinen in seiner Geistgestalt, sondern dadurch, daß die Menschen jene Kraft finden, die durch die heilige Sophia repräsentiert wird. Es lag die Tendenz im Laufe der neueren Zeit darin, gerade diese Isiskraft, gerade diese Marienkraft zu verlieren. Sie ist getötet worden durch all dasjenige, was im modernen Bewußtsein der Menschheit heraufgezogen ist. Und die neueren Bekenntnisse haben zum Teil gerade die Anschauung über die Maria ausgerottet.
[ 22 ] Das ist dasjenige, was gewissermaßen das Mysterium der modernen Menschheit ist, daß im Grunde genommen Maria-Isis getötet worden ist, daß sie gesucht werden muß, so wie Osiris gesucht worden ist drüben in Asien, gesucht werden muß in den weiten Himmelsräumen mit der Gewalt, die der Christus in uns auslösen kann, wenn wir uns ihm im rechten Sinne hingeben.
[ 22 ] Das ist dasjenige, was gewissermaßen das Mysterium der modernen Menschheit ist, daß im Grunde genommen Maria-Isis getötet worden ist, daß sie gesucht werden muß, so wie Osiris gesucht worden ist drüben in Asien, gesucht werden muß in den weiten Himmelsräumen mit der Gewalt, die der Christus in uns auslösen kann, wenn wir uns ihm im rechten Sinne hingeben.
[ 23 ] Stellen wir uns das recht vor, vertiefen wir uns in diese notwendig zu erlebende neuere Isislegende, durchdringen wir unsere Seelen damit, und wir werden im rechten Sinne durchleben dasjenige, wovon die Menschheit in vielen ihrer Vertreter glaubt, daß es diese Heilige Nacht ausfüllt, um in den Christtag hineinzugehen! Es könnte doch so sein, daß diese anthroposophische Gemeinschaft eine Gemeinschaft von Menschen wäre, welche in Liebe verbunden sind, weil sie sich so fühlen, daß ihnen obliegt ein gemeinsames Suchen. Werden wir gewahr dieser unserer intimsten, innigsten Aufgabe! Versetzen wir uns im Geiste vor die Krippe, bringen wir dem Weihnachtskinde diese Opfer und Geschenke dar, die da liegen in der Erkenntnis, daß Einzigartiges durch unsere Seele ziehen soll, damit die moderne Menschheit zur Erfüllung ihrer Aufgaben komme, die aus der Barbarei in eine wirkliche neue Zivilisation hineinführen können!
[ 23 ] Stellen wir uns das recht vor, vertiefen wir uns in diese notwendig zu erlebende neuere Isislegende, durchdringen wir unsere Seelen damit, und wir werden im rechten Sinne durchleben dasjenige, wovon die Menschheit in vielen ihrer Vertreter glaubt, daß es diese Heilige Nacht ausfüllt, um in den Christtag hineinzugehen! Es könnte doch so sein, daß diese anthroposophische Gemeinschaft eine Gemeinschaft von Menschen wäre, welche in Liebe verbunden sind, weil sie sich so fühlen, daß ihnen obliegt ein gemeinsames Suchen. Werden wir gewahr dieser unserer intimsten, innigsten Aufgabe! Versetzen wir uns im Geiste vor die Krippe, bringen wir dem Weihnachtskinde diese Opfer und Geschenke dar, die da liegen in der Erkenntnis, daß Einzigartiges durch unsere Seele ziehen soll, damit die moderne Menschheit zur Erfüllung ihrer Aufgaben komme, die aus der Barbarei in eine wirkliche neue Zivilisation hineinführen können!
[ 24 ] Allerdings ist dazu notwendig, daß in unseren Kreisen der eine dem anderen wirklich in Liebe hilft, daß wirklich eine Gemeinschaft der Seelen werde, daß alles dasjenige, was Eifersüchteleien und dergleichen sind, aus unseren Reihen verschwindet, daß wir nicht nur hinblicken der eine auf den anderen, sondern alle zusammen nach dem gemeinsamen großen Ziele. Das liegt mit in dem Geheimnis, welches das Weihnachtskind auf die Welt gebracht hat, daß nach einem gemeinsamen Ziele hingeschaut werden kann, ohne das die Menschen untereinander in Disharmonien kommen, denn das gemeinsame Ziel bedeutet die Vereinigung in Harmonie. Und das Weihnachtslicht soll eigentlich leuchten als ein Friedenslicht, als ein Licht, das den äußeren Frieden nur dadurch wird bringen können, daß es zunächst inneren Frieden über die Menschenherzen ausgießt. Wir sollten es verstehen, uns zu sagen: Kommen wir dazu, also in Liebe zusammen zu wirken an den großen Aufgaben, dann erst verstehen wir Weihnacht! Kommen wir nicht dazu, dann verstehen wir Weihnachten nicht.
[ 24 ] Allerdings ist dazu notwendig, daß in unseren Kreisen der eine dem anderen wirklich in Liebe hilft, daß wirklich eine Gemeinschaft der Seelen werde, daß alles dasjenige, was Eifersüchteleien und dergleichen sind, aus unseren Reihen verschwindet, daß wir nicht nur hinblicken der eine auf den anderen, sondern alle zusammen nach dem gemeinsamen großen Ziele. Das liegt mit in dem Geheimnis, welches das Weihnachtskind auf die Welt gebracht hat, daß nach einem gemeinsamen Ziele hingeschaut werden kann, ohne das die Menschen untereinander in Disharmonien kommen, denn das gemeinsame Ziel bedeutet die Vereinigung in Harmonie. Und das Weihnachtslicht soll eigentlich leuchten als ein Friedenslicht, als ein Licht, das den äußeren Frieden nur dadurch wird bringen können, daß es zunächst inneren Frieden über die Menschenherzen ausgießt. Wir sollten es verstehen, uns zu sagen: Kommen wir dazu, also in Liebe zusammen zu wirken an den großen Aufgaben, dann erst verstehen wir Weihnacht! Kommen wir nicht dazu, dann verstehen wir Weihnachten nicht.
[ 25 ] Könnten wir uns nicht einmal vornehmen, nachzudenken, wenn wir selber Disharmonien gestiftet haben, daß uns solche Disharmonien abtrennen von dem Verständnisse Desjenigen, der zur Weltenweihenacht unter den Menschen erschienen ist? Könnten wir nicht dieses Weihnachtsmysterium in unsere Seele hineinträufeln lassen als dasjenige, was unsere Gemüter zusammenbringt in Liebe und Eintracht? Verstehen wir nicht im rechten Sinne, was Geisteswissenschaft ist, dann können wir es nicht. Tragen wir aber dasjenige, was wir zusammengeklaubt haben aus allen Winkeln der Welt, wo heute nur Phrase und Routine herrschen, tragen wir das herein in diese Gemeinschaft, dann wird aus dieser Gemeinschaft nichts. Gedenken wir dessen, daß wohl ein schweres Jahr dieser Gemeinschaft bevorsteht, daß alle Kräfte zusammenzunehmen sind, und begehen wir in diesem Sinne das Weihnachtsfest. Oh, ich möchte Worte haben, die tief einem jeden ins Herz hinein sprechen an diesem heutigen Abend! Dann würde ein jeder von Ihnen empfinden, wie in diesen Worten, die ich heute spreche, jener Gruß liegen soll, der eine Aufforderung ist, Geisteswissenschaft im Herzen recht warm zu machen, damit sie so werde eine Kraft, welche der unter einem furchtbaren Druck lebenden Menschheit aufhelfen könne.
[ 25 ] Könnten wir uns nicht einmal vornehmen, nachzudenken, wenn wir selber Disharmonien gestiftet haben, daß uns solche Disharmonien abtrennen von dem Verständnisse Desjenigen, der zur Weltenweihenacht unter den Menschen erschienen ist? Könnten wir nicht dieses Weihnachtsmysterium in unsere Seele hineinträufeln lassen als dasjenige, was unsere Gemüter zusammenbringt in Liebe und Eintracht? Verstehen wir nicht im rechten Sinne, was Geisteswissenschaft ist, dann können wir es nicht. Tragen wir aber dasjenige, was wir zusammengeklaubt haben aus allen Winkeln der Welt, wo heute nur Phrase und Routine herrschen, tragen wir das herein in diese Gemeinschaft, dann wird aus dieser Gemeinschaft nichts. Gedenken wir dessen, daß wohl ein schweres Jahr dieser Gemeinschaft bevorsteht, daß alle Kräfte zusammenzunehmen sind, und begehen wir in diesem Sinne das Weihnachtsfest. Oh, ich möchte Worte haben, die tief einem jeden ins Herz hinein sprechen an diesem heutigen Abend! Dann würde ein jeder von Ihnen empfinden, wie in diesen Worten, die ich heute spreche, jener Gruß liegen soll, der eine Aufforderung ist, Geisteswissenschaft im Herzen recht warm zu machen, damit sie so werde eine Kraft, welche der unter einem furchtbaren Druck lebenden Menschheit aufhelfen könne.
[ 26 ] Von solchen Gesichtspunkten ausgehend sind die Gedanken gefaßt, die ich zu Ihnen sprechen wollte. Seien Sie überzeugt, sie sind für jeden einzelnen als ein warmer Weihnachtsgruß gemeint, als etwas gemeint, das ihn im besten Sinne in das neue Jahr hinüberleiten soll. Empfangen Sie in dieser Art dasjenige, was ich Ihnen heute sagen wollte, als einen liebevoll gemeinten Weihnachtsgruß.
[ 26 ] Von solchen Gesichtspunkten ausgehend sind die Gedanken gefaßt, die ich zu Ihnen sprechen wollte. Seien Sie überzeugt, sie sind für jeden einzelnen als ein warmer Weihnachtsgruß gemeint, als etwas gemeint, das ihn im besten Sinne in das neue Jahr hinüberleiten soll. Empfangen Sie in dieser Art dasjenige, was ich Ihnen heute sagen wollte, als einen liebevoll gemeinten Weihnachtsgruß.
Isis-Sophia
Des Gottes Weisheit
Sie hat Luzifer getötet
Und auf der Weltenkräfte Schwingen
In Raumesweiten fortgetragen.Christus-Wollen
In Menschen werkend,—
Es wird Luzifer entreißen
Und auf des Geisteswissens Boten
In Menschenseeten auferwecken
Isis-Sophia
Des Gottes Weisheit.
Isis-Sophia
Des Gottes Weisheit
Sie hat Luzifer getötet
Und auf der Weltenkräfte Schwingen
In Raumesweiten fortgetragen.Christus-Wollen
In Menschen werkend,—
Es wird Luzifer entreißen
Und auf des Geisteswissens Boten
In Menschenseeten auferwecken
Isis-Sophia
Des Gottes Weisheit.
