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The Bridge Between the Spiritual and
Physical Realms of Human Beings
GA 202

25 December 1920, Dornach

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Fünfzehnter Vortrag

Fünfzehnter Vortrag

[ 1 ] Nach zwei Richtungen können wir sehen, wenn es sich darum handelt, im Sinne des Weihnachtsmysteriums das Ereignis von Golgatha zu verstehen: nach dem Sternenhimmel auf der einen Seite mit all seinen Geheimnissen und nach dem Menscheninneren auf der anderen Seite mit all seinen Geheimnissen. Ich habe ja im Laufe dieser Tage darauf hingedeutet, wie aus dem Sternenhimmel heraus die sogenannten Magier aus dem Morgenlande erkannt haben die Ankunft des Christus Jesus auf Erden, wie aus den Schauungen, die aus dem Menscheninneren heraus sich entwickeln, die armen Hirten des Feldes die Ankündigung dieses Menschenheilandes empfangen haben. Auf diese beiden Richtungen, aus denen im Grunde genommen dem Menschen alle Erkenntnis kommt, aus denen ihm also auch die höchste Erkenntnis von dem eigentlichen Erdensinn kommen mußte, wollen wir heute noch einmal unser Augenmerk richten.

[ 1 ] Nach zwei Richtungen können wir sehen, wenn es sich darum handelt, im Sinne des Weihnachtsmysteriums das Ereignis von Golgatha zu verstehen: nach dem Sternenhimmel auf der einen Seite mit all seinen Geheimnissen und nach dem Menscheninneren auf der anderen Seite mit all seinen Geheimnissen. Ich habe ja im Laufe dieser Tage darauf hingedeutet, wie aus dem Sternenhimmel heraus die sogenannten Magier aus dem Morgenlande erkannt haben die Ankunft des Christus Jesus auf Erden, wie aus den Schauungen, die aus dem Menscheninneren heraus sich entwickeln, die armen Hirten des Feldes die Ankündigung dieses Menschenheilandes empfangen haben. Auf diese beiden Richtungen, aus denen im Grunde genommen dem Menschen alle Erkenntnis kommt, aus denen ihm also auch die höchste Erkenntnis von dem eigentlichen Erdensinn kommen mußte, wollen wir heute noch einmal unser Augenmerk richten.

[ 2 ] Wenn wir in die Zeiten zurückblicken, die dem Mysterium von Golgatha vorangegangen sind, dann finden wir eine ganz andere Stellung der Menschenseele zu dem Universum und zu sich selber als nach dem Mysterium von Golgatha. Allerdings, für die äußere Geschichtsbetrachtung zeigt sich das nicht in ganz intensivem Sinne, aus dem Grunde, weil in ausgesprochenem Maße die alte Erkenntnis ja Zeiten angehört, die Jahrtausende in der nachatlantischen Zeit dem Mysterium von Golgatha vorangegangen sind. Als das Mysterium von Golgatha herangenaht ist, war diese Art von Erkenntnissen schon schwächer geworden, und wir können sagen, daß es eben nur einzelne, besonders auserlesene Menschen waren wie die drei Magier aus dem Morgenlande, die eine so weitgehende Erkenntnis haben konnten, wie sie bei diesen zutage trat, und daß auf der anderen Seite nur ganz besonders bevorzugte, für Innerliches empfängliche Hirten, also Menschen aus dem Volke, solche Schauungen aus dem Schlafe entwickeln konnten, wie sie diese Hirten entwickelt haben. Aber es waren das eben Erbstücke alter Erkenntnisbeziehung des Menschen zum Weltenall sowohl auf der einen Seite bei den Magiern wie auf der anderen Seite bei den Hirten.

[ 2 ] Wenn wir in die Zeiten zurückblicken, die dem Mysterium von Golgatha vorangegangen sind, dann finden wir eine ganz andere Stellung der Menschenseele zu dem Universum und zu sich selber als nach dem Mysterium von Golgatha. Allerdings, für die äußere Geschichtsbetrachtung zeigt sich das nicht in ganz intensivem Sinne, aus dem Grunde, weil in ausgesprochenem Maße die alte Erkenntnis ja Zeiten angehört, die Jahrtausende in der nachatlantischen Zeit dem Mysterium von Golgatha vorangegangen sind. Als das Mysterium von Golgatha herangenaht ist, war diese Art von Erkenntnissen schon schwächer geworden, und wir können sagen, daß es eben nur einzelne, besonders auserlesene Menschen waren wie die drei Magier aus dem Morgenlande, die eine so weitgehende Erkenntnis haben konnten, wie sie bei diesen zutage trat, und daß auf der anderen Seite nur ganz besonders bevorzugte, für Innerliches empfängliche Hirten, also Menschen aus dem Volke, solche Schauungen aus dem Schlafe entwickeln konnten, wie sie diese Hirten entwickelt haben. Aber es waren das eben Erbstücke alter Erkenntnisbeziehung des Menschen zum Weltenall sowohl auf der einen Seite bei den Magiern wie auf der anderen Seite bei den Hirten.

[ 3 ] Auch wir können noch nicht sagen, insbesondere nicht für unsere gegenwärtige Zeit, daß die Menschheit schon in besonders deutlicher Weise diejenige Erkenntnisart ausdrücken würde, die seit dem Mysterium von Golgatha eben in die Menschheitsentwickelung eingezogen ist, aber im allgemeinen gilt doch das, was wir uns heute abend vor die Seele führen wollen. Die vorchristliche Art, sich zum Sternenhimmel zu verhalten, war so, daß die Menschen nicht etwa die Sterne bloß in dieser prosaischen, abstrakten Art sahen, wie man sie jetzt sieht. Daß diese Menschen in älteren Zeiten von den Sternen sprachen wie von Lebewesen, das kam nicht etwa, wie eine höchst unvollkommene Wissenschaft glaubt, aus einer bloßen Erdichtung, sondern das kam aus einer geistigen, wenn auch instinktiven, atavistischen Anschauung des Sternenhimmels. Man sah den Sternenhimmel eben in älteren Zeiten so, daß man nicht bloß die Lichtpunkte oder Lichtflächen sah, sondern daß man da etwas Geistiges sah, das man in dem Sinne bezeichnen konnte, wie diese alten Menschen die Sternbilder bezeichneten, denn sie empfanden die einzelnen Planeten unseres Planetensystems von lebendigen Wesen beseelt. Man sah eben das Geistige in dem weiten Sternenhimmel. Und in diesem Zusammenhange, in dem diese alten Menschen den Sternenhimmel in seinem geistigen Elemente sahen, sahen sie auch alles das, was sich auf die mineralische und auf die pflanzliche Welt bezieht. Also den Sternenhimmel, die mineralische und die pflanzliche Welt, diese drei Gebiete des Daseins sahen diese alten Menschen mit einem Erkenntnisvermögen. Sie sprachen von den Sternen als beseelten Wesen, sie sprachen aber auch von den Mineralien und von den Pflanzen als beseelten Wesen.

[ 3 ] Auch wir können noch nicht sagen, insbesondere nicht für unsere gegenwärtige Zeit, daß die Menschheit schon in besonders deutlicher Weise diejenige Erkenntnisart ausdrücken würde, die seit dem Mysterium von Golgatha eben in die Menschheitsentwickelung eingezogen ist, aber im allgemeinen gilt doch das, was wir uns heute abend vor die Seele führen wollen. Die vorchristliche Art, sich zum Sternenhimmel zu verhalten, war so, daß die Menschen nicht etwa die Sterne bloß in dieser prosaischen, abstrakten Art sahen, wie man sie jetzt sieht. Daß diese Menschen in älteren Zeiten von den Sternen sprachen wie von Lebewesen, das kam nicht etwa, wie eine höchst unvollkommene Wissenschaft glaubt, aus einer bloßen Erdichtung, sondern das kam aus einer geistigen, wenn auch instinktiven, atavistischen Anschauung des Sternenhimmels. Man sah den Sternenhimmel eben in älteren Zeiten so, daß man nicht bloß die Lichtpunkte oder Lichtflächen sah, sondern daß man da etwas Geistiges sah, das man in dem Sinne bezeichnen konnte, wie diese alten Menschen die Sternbilder bezeichneten, denn sie empfanden die einzelnen Planeten unseres Planetensystems von lebendigen Wesen beseelt. Man sah eben das Geistige in dem weiten Sternenhimmel. Und in diesem Zusammenhange, in dem diese alten Menschen den Sternenhimmel in seinem geistigen Elemente sahen, sahen sie auch alles das, was sich auf die mineralische und auf die pflanzliche Welt bezieht. Also den Sternenhimmel, die mineralische und die pflanzliche Welt, diese drei Gebiete des Daseins sahen diese alten Menschen mit einem Erkenntnisvermögen. Sie sprachen von den Sternen als beseelten Wesen, sie sprachen aber auch von den Mineralien und von den Pflanzen als beseelten Wesen.

[ 4 ] Wir dürfen uns eben nicht vorstellen, daß das Erkenntnisvermögen dieser alten Zeiten für die Menschen so war wie das unsere. Ich habe vor einiger Zeit Ihnen eine Stufe des Erkennens vorgeführt, die gar nicht so sehr von der unseren verschieden ist, aber die sich vorzustellen im Grunde genommen schon vielen Menschen der Gegenwart Schwierigkeiten macht. Ich habe gesagt, daß die Griechen gerade in ihrer frühesten Kultur die blaue Farbe überhaupt nicht sahen, daß sie also nicht über sich den blauen Himmel hatten. Das war etwas, was die Griechen nicht hatten. Sie empfanden die Farbe mehr nach der aktiven, nach der rotgelben Seite hin. Sie malten auch nicht mit dem, was heute unsere blauen Nuancen sind. Dieses Blau, das trat erst später auf für das menschliche Wahrnehmen.

[ 4 ] Wir dürfen uns eben nicht vorstellen, daß das Erkenntnisvermögen dieser alten Zeiten für die Menschen so war wie das unsere. Ich habe vor einiger Zeit Ihnen eine Stufe des Erkennens vorgeführt, die gar nicht so sehr von der unseren verschieden ist, aber die sich vorzustellen im Grunde genommen schon vielen Menschen der Gegenwart Schwierigkeiten macht. Ich habe gesagt, daß die Griechen gerade in ihrer frühesten Kultur die blaue Farbe überhaupt nicht sahen, daß sie also nicht über sich den blauen Himmel hatten. Das war etwas, was die Griechen nicht hatten. Sie empfanden die Farbe mehr nach der aktiven, nach der rotgelben Seite hin. Sie malten auch nicht mit dem, was heute unsere blauen Nuancen sind. Dieses Blau, das trat erst später auf für das menschliche Wahrnehmen.

[ 5 ] Stellen Sie sich einmal vor, daß alle blauen Nuancen wegbleiben aus der Welt, also auch alles Grün anders aussieht, als es für uns heute aussieht, dann werden Sie sich sagen müssen: Noch für den Griechen sah die Welt um ihn herum anders aus als für die gegenwärtige Menschheit. In einem noch viel größeren Maße verschieden von unserer Welt sah die Umwelt für die Menschen älterer Zeiten aus. Aus der Welt, die die Alten überschaut haben, zog sich allmählich das Geistige zurück. Aus den Sternenwelten, aus den mineralischen Welten, aus den pflanzlichen Welten zog sich das Geistige zurück, und indem sich das Geistige zurückzog, wurden matter die lebendigen, die aktiven Farben. Dagegen hob sich aus dem Untergrund heraus dasjenige, was sich als Blau empfinden ließ. Und indem immer mehr und mehr in der Menschheit heraufkam die Fähigkeit für das Blaue, für die dunkleren Farben, verwandelte sich das, was die Alten empfunden haben in ihrer lebendig ansprechenden, ich möchte sagen aktiv farbenreichen Astrologie, in die graue, farblose Geometrie, Mechanik, mit der wir heute, indem wir diese Geometrie und Mechanik aus unserem Inneren herausholen, nicht mehr in unserer Umgebung dasjenige sehen, was die Geheimnisse der Sternenwelten sind. Es verwandelte sich die alte Astrologie in diese Welt, wie wir sie uns heute vorstellen im kopernikanisch-galileischkeplerschen Sinne, in die Welt der Himmelsmechanik, in die Welt der Mathematik. Das ist die eine Seite.

[ 5 ] Stellen Sie sich einmal vor, daß alle blauen Nuancen wegbleiben aus der Welt, also auch alles Grün anders aussieht, als es für uns heute aussieht, dann werden Sie sich sagen müssen: Noch für den Griechen sah die Welt um ihn herum anders aus als für die gegenwärtige Menschheit. In einem noch viel größeren Maße verschieden von unserer Welt sah die Umwelt für die Menschen älterer Zeiten aus. Aus der Welt, die die Alten überschaut haben, zog sich allmählich das Geistige zurück. Aus den Sternenwelten, aus den mineralischen Welten, aus den pflanzlichen Welten zog sich das Geistige zurück, und indem sich das Geistige zurückzog, wurden matter die lebendigen, die aktiven Farben. Dagegen hob sich aus dem Untergrund heraus dasjenige, was sich als Blau empfinden ließ. Und indem immer mehr und mehr in der Menschheit heraufkam die Fähigkeit für das Blaue, für die dunkleren Farben, verwandelte sich das, was die Alten empfunden haben in ihrer lebendig ansprechenden, ich möchte sagen aktiv farbenreichen Astrologie, in die graue, farblose Geometrie, Mechanik, mit der wir heute, indem wir diese Geometrie und Mechanik aus unserem Inneren herausholen, nicht mehr in unserer Umgebung dasjenige sehen, was die Geheimnisse der Sternenwelten sind. Es verwandelte sich die alte Astrologie in diese Welt, wie wir sie uns heute vorstellen im kopernikanisch-galileischkeplerschen Sinne, in die Welt der Himmelsmechanik, in die Welt der Mathematik. Das ist die eine Seite.

[ 6 ] Die andere Seite ist, daß in jenen alten Zeiten eine intensive innere Fähigkeit des Menschen vorhanden war, wahrzunehmen, was aus der Erde heraus, gewissermaßen als die Fluida der Erde, den Menschen umströmte. Also, ich möchte sagen, wie das Gegenstück des Sternenhimmels kündigten sich an durch ein inneres Wahrnehmungsvermögen, durch gewisse innere Fähigkeiten die Fluiden der Erde, die Qualitäten der Erde. Eine feine Empfänglichkeit hatte der Mensch in alten Zeiten für all das, was die Eigentümlichkeiten des Klimas seines Landes waren, für all das, was die Eigentümlichkeiten des Bodens waren. Ob der Mensch auf einem Kalkboden lebte, ob er auf einem Granitboden lebte, das bedeutete für ihn ein anderes Aufströmen dessen, was in der Erde war. Aber was er so aufströmen fühlte, das stellte sich ihm nicht etwa wie ein bloß dunkles Gefühl dar, wie ein stumpfes, dumpfes Erlebnis, sondern es stieg in ihm auf als Farben, Wolken, die er innerlich durchempfand. Und ebenso wie er die Erdentiefen empfand, so empfand er bei seinem Mitmenschen die Menschenseele, so empfand er auch das tierische Leben. Lebhafter, intensiver war dieses Empfinden. Wie es eine Art äußeren Erkenntnisvermögens war, durch das der Mensch hineinschaute in den Sternenhimmel, durch das er die Mineralien, die Pflanzen überblickte in ihrer Geistigkeit mit atavistischem, instinktivem Hellsehen, so nahm er durch ein instinktives, innerliches Schauen wahr, was in den Erdentiefen geistig lebte. Nicht etwa bloß sprach er vom Kalkboden, sondern bestimmte elementarische Wesenheiten stiegen ihm auf, anderer Art aus dem Kalkboden, anderer Art aus dem Granit- oder Gneisboden.

[ 6 ] Die andere Seite ist, daß in jenen alten Zeiten eine intensive innere Fähigkeit des Menschen vorhanden war, wahrzunehmen, was aus der Erde heraus, gewissermaßen als die Fluida der Erde, den Menschen umströmte. Also, ich möchte sagen, wie das Gegenstück des Sternenhimmels kündigten sich an durch ein inneres Wahrnehmungsvermögen, durch gewisse innere Fähigkeiten die Fluiden der Erde, die Qualitäten der Erde. Eine feine Empfänglichkeit hatte der Mensch in alten Zeiten für all das, was die Eigentümlichkeiten des Klimas seines Landes waren, für all das, was die Eigentümlichkeiten des Bodens waren. Ob der Mensch auf einem Kalkboden lebte, ob er auf einem Granitboden lebte, das bedeutete für ihn ein anderes Aufströmen dessen, was in der Erde war. Aber was er so aufströmen fühlte, das stellte sich ihm nicht etwa wie ein bloß dunkles Gefühl dar, wie ein stumpfes, dumpfes Erlebnis, sondern es stieg in ihm auf als Farben, Wolken, die er innerlich durchempfand. Und ebenso wie er die Erdentiefen empfand, so empfand er bei seinem Mitmenschen die Menschenseele, so empfand er auch das tierische Leben. Lebhafter, intensiver war dieses Empfinden. Wie es eine Art äußeren Erkenntnisvermögens war, durch das der Mensch hineinschaute in den Sternenhimmel, durch das er die Mineralien, die Pflanzen überblickte in ihrer Geistigkeit mit atavistischem, instinktivem Hellsehen, so nahm er durch ein instinktives, innerliches Schauen wahr, was in den Erdentiefen geistig lebte. Nicht etwa bloß sprach er vom Kalkboden, sondern bestimmte elementarische Wesenheiten stiegen ihm auf, anderer Art aus dem Kalkboden, anderer Art aus dem Granit- oder Gneisboden.

[ 7 ] Er empfand auch dasjenige, was in den anderen Menschen lebte als Aurisches, das aber den Menschen gewissermaßen angekleidet war von der Erde her, und insbesondere empfand er die Tiere in ihrer Aura als Erdenwesen. Für ihn setzte sich gewissermaßen das, was in der Erde lebte als der Grund und Boden, als die innere Erdenwärme, in der ganzen Tierwelt fort. Wenn der alte Mensch die Schmetterlinge über die Pflanzen hinfliegen sah, so sah er sie immer so, daß sie hinter sich herzogen dasjenige, was sich aus der Erde heraus schuf. Wie in einer aurischen Wolke nahm er wahr, was über die Erde hin an Tierischem huschte. All das zog sich allmählich zurück, und die prosaische Welt blieb für das menschliche Wahrnehmen übrig, das sich nach außen verlegte, so daß der Mensch jetzt anfing, seine Umwelt so zu erblicken, wie wir heute die farbige Umwelt sehen, ohne das Geistige wahrzunehmen. Und dasjenige, was der Mensch so durch inneres Wahrnehmen gesehen hatte, das verwandelte sich in unsere moderne Naturerkenntnis; das, was er durch äußeres Wahrnehmen geistig gesehen hatte, verwandelte sich in unsere moderne Mathematik und Mechanik.

[ 7 ] Er empfand auch dasjenige, was in den anderen Menschen lebte als Aurisches, das aber den Menschen gewissermaßen angekleidet war von der Erde her, und insbesondere empfand er die Tiere in ihrer Aura als Erdenwesen. Für ihn setzte sich gewissermaßen das, was in der Erde lebte als der Grund und Boden, als die innere Erdenwärme, in der ganzen Tierwelt fort. Wenn der alte Mensch die Schmetterlinge über die Pflanzen hinfliegen sah, so sah er sie immer so, daß sie hinter sich herzogen dasjenige, was sich aus der Erde heraus schuf. Wie in einer aurischen Wolke nahm er wahr, was über die Erde hin an Tierischem huschte. All das zog sich allmählich zurück, und die prosaische Welt blieb für das menschliche Wahrnehmen übrig, das sich nach außen verlegte, so daß der Mensch jetzt anfing, seine Umwelt so zu erblicken, wie wir heute die farbige Umwelt sehen, ohne das Geistige wahrzunehmen. Und dasjenige, was der Mensch so durch inneres Wahrnehmen gesehen hatte, das verwandelte sich in unsere moderne Naturerkenntnis; das, was er durch äußeres Wahrnehmen geistig gesehen hatte, verwandelte sich in unsere moderne Mathematik und Mechanik.

[ 8 ] So haben wir auf der einen Seite aus dem, was die armen Hirten auf dem Felde zu ihrem inneren Anschauen brachte, die moderne Naturanschauung entwickelt, und aus dem, was die Magier aus dem Morgenlande zur Wahrnehmung des Sterns brachte, der den Christus ankündigte, aus dem haben wir entwickelt unsere trockene Mathematik und Mechanik. So viel war in jener Zeit eben noch bei einzelnen Menschen für die äußere Wahrnehmung und die innere Wahrnehmung erhalten, daß sich das Geburtsmysterium Jesu in dieser Weise nach beiden Seiten hin ankündigen konnte.

[ 8 ] So haben wir auf der einen Seite aus dem, was die armen Hirten auf dem Felde zu ihrem inneren Anschauen brachte, die moderne Naturanschauung entwickelt, und aus dem, was die Magier aus dem Morgenlande zur Wahrnehmung des Sterns brachte, der den Christus ankündigte, aus dem haben wir entwickelt unsere trockene Mathematik und Mechanik. So viel war in jener Zeit eben noch bei einzelnen Menschen für die äußere Wahrnehmung und die innere Wahrnehmung erhalten, daß sich das Geburtsmysterium Jesu in dieser Weise nach beiden Seiten hin ankündigen konnte.

[ 9 ] Was lag denn nun aber eigentlich diesem Wahrnehmen zugrunde? Nun, in der Zeit, die wir durchmachen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, also die wir durchgemacht haben, bevor wir durch die _ Geburt in das irdische Dasein eingetreten sind, in dieser Zeit durchlebten wir eigentlich Weltenräume. Da war unsere Individualität nicht so gebunden an jenen Raum, den unsere Haut umschließt, sondern es war dieses Dasein ausgedehnt über Weltenräume. Und jene alte Fähigkeit des magischen Schauens, die also die Weisen aus dem Morgen lande, die Magier aus dem Morgenlande noch zeigten, das war im ‘wesentlichen eine Fähigkeit, die besonders stark hereindrang in den Menschen aus der Zeit zwischen dem Tode und der Geburt, also eine vorgeburtliche Fähigkeit. Das, was da innerhalb der Sternenwelt die Seele vor der Geburt erlebte, das wurde auferweckt zu einer besonderen Fähigkeit bei denen, die Schüler der Magier wurden. Indem die Schüler der Magier diese besonderen Fähigkeiten entwickelten, konnten sie gewissermaßen sagen: Ich habe ja ganz Bestimmtes erlebt, bevor ich hier auf diese Erdenwelt herabgestiegen bin, mit Merkur, mit Sonne, mit Mond, mit Saturn, mit Jupiter. — Und daß gewissermaßen diese kosmische Erinnerung auftauchte, das brachte sie dazu, das Geistige nun auch in der ganzen Außenwelt zu sehen, das Schicksal des Menschen auf Erden zu sehen aus dem, was man innerhalb der Sternenwelt sah durch die Erinnerung an das vorgeburtliche Dasein.

[ 9 ] Was lag denn nun aber eigentlich diesem Wahrnehmen zugrunde? Nun, in der Zeit, die wir durchmachen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, also die wir durchgemacht haben, bevor wir durch die _ Geburt in das irdische Dasein eingetreten sind, in dieser Zeit durchlebten wir eigentlich Weltenräume. Da war unsere Individualität nicht so gebunden an jenen Raum, den unsere Haut umschließt, sondern es war dieses Dasein ausgedehnt über Weltenräume. Und jene alte Fähigkeit des magischen Schauens, die also die Weisen aus dem Morgen lande, die Magier aus dem Morgenlande noch zeigten, das war im ‘wesentlichen eine Fähigkeit, die besonders stark hereindrang in den Menschen aus der Zeit zwischen dem Tode und der Geburt, also eine vorgeburtliche Fähigkeit. Das, was da innerhalb der Sternenwelt die Seele vor der Geburt erlebte, das wurde auferweckt zu einer besonderen Fähigkeit bei denen, die Schüler der Magier wurden. Indem die Schüler der Magier diese besonderen Fähigkeiten entwickelten, konnten sie gewissermaßen sagen: Ich habe ja ganz Bestimmtes erlebt, bevor ich hier auf diese Erdenwelt herabgestiegen bin, mit Merkur, mit Sonne, mit Mond, mit Saturn, mit Jupiter. — Und daß gewissermaßen diese kosmische Erinnerung auftauchte, das brachte sie dazu, das Geistige nun auch in der ganzen Außenwelt zu sehen, das Schicksal des Menschen auf Erden zu sehen aus dem, was man innerhalb der Sternenwelt sah durch die Erinnerung an das vorgeburtliche Dasein.

[ 10 ] Diejenigen Fähigkeiten, mit denen man die Erdentiefen, die Menschenseelengeheimnisse, das Wesen des Tierischen wahrnahm, das waren Fähigkeiten, die aber erst keimhaft in dem Menschen entwickelt waren, und die dann erst nach dem Tode auftraten, also nachtodliche Fähigkeiten, die erst schaffend werden sollten nach dem Tode, aber junge, keimkräftige Fähigkeiten. Wenn diese Fähigkeiten auch für den Menschen erst besonders schaffend sind nach dem Tode, so treten sie doch im irdischen Leben als keimkräftige Fähigkeiten ganz besonders in der ersten Zeit des Erdenlebens bei dem Kinde auf. Die Wachstumskräfte, die besonders das heranwachsende Kind hat, die ja aus dem Geistigen heraus sprossen und sprießen, die treten dann in späteren Jahren beim Menschen mehr zurück, die ziehen sich zurück, und gerade diejenigen Kräfte, die vor der Geburt da waren, die füllen uns dann mehr aus. Aber nach dem Tode treten dafür diese kindlichen Fähigkeiten wieder auf. Nur besonders begabte Menschen erhalten sie sich bis ins späteste Alter hinein. Denn — ich habe es hier schon einmal erwähnt — was wir an genialen Fähigkeiten haben in späteren Jahren, verdanken wir dem Umstande, daß wir kindlicher geblieben sind als diejenigen, die nicht oder weniger diese Fähigkeiten haben. Das Forterhalten von kindlichen Fähigkeiten ins spätere Alter hinein stattet uns mit besonderen Erfindungsfähigkeiten und dergleichen aus. Je mehr wir, trotzdem wir reif werden, uns kindliche Fähigkeiten erhalten können, desto schaffendere, schöpferischere Menschen sind wir ja. Diese schöpferischen Kräfte aber treten dann nach dem Tode wiederum besonders auf.

[ 10 ] Diejenigen Fähigkeiten, mit denen man die Erdentiefen, die Menschenseelengeheimnisse, das Wesen des Tierischen wahrnahm, das waren Fähigkeiten, die aber erst keimhaft in dem Menschen entwickelt waren, und die dann erst nach dem Tode auftraten, also nachtodliche Fähigkeiten, die erst schaffend werden sollten nach dem Tode, aber junge, keimkräftige Fähigkeiten. Wenn diese Fähigkeiten auch für den Menschen erst besonders schaffend sind nach dem Tode, so treten sie doch im irdischen Leben als keimkräftige Fähigkeiten ganz besonders in der ersten Zeit des Erdenlebens bei dem Kinde auf. Die Wachstumskräfte, die besonders das heranwachsende Kind hat, die ja aus dem Geistigen heraus sprossen und sprießen, die treten dann in späteren Jahren beim Menschen mehr zurück, die ziehen sich zurück, und gerade diejenigen Kräfte, die vor der Geburt da waren, die füllen uns dann mehr aus. Aber nach dem Tode treten dafür diese kindlichen Fähigkeiten wieder auf. Nur besonders begabte Menschen erhalten sie sich bis ins späteste Alter hinein. Denn — ich habe es hier schon einmal erwähnt — was wir an genialen Fähigkeiten haben in späteren Jahren, verdanken wir dem Umstande, daß wir kindlicher geblieben sind als diejenigen, die nicht oder weniger diese Fähigkeiten haben. Das Forterhalten von kindlichen Fähigkeiten ins spätere Alter hinein stattet uns mit besonderen Erfindungsfähigkeiten und dergleichen aus. Je mehr wir, trotzdem wir reif werden, uns kindliche Fähigkeiten erhalten können, desto schaffendere, schöpferischere Menschen sind wir ja. Diese schöpferischen Kräfte aber treten dann nach dem Tode wiederum besonders auf.

[ 11 ] Es hat insbesondere bei einzelnen Völkern der vorchristlichen Zeit die Möglichkeit gegeben, mit den Fähigkeiten, die einem aus dem Vorgeburtlichen geblieben sind, die nachtodlichen Fähigkeiten zu befruchten. Dadurch, daß diese Völker weniger jene Erkenntnisse ausbildeten, die gerade bei den Magiern aus dem Morgenlande aufgetreten sind — indem sie diese Erkenntnisse mehr zurücktreten und die nachtodlichen Fähigkeiten mehr hervortreten ließen und beide sich so durchdrangen, daß die vorgeburtlichen Fähigkeiten die nachtodlichen befruchteten, belebten —, dadurch bildete sich bei solchen Menschen dann die Gabe der Prophetie aus, die Gabe, aus den nachtodlichen Fähigkeiten prophetisch die Zukunft vorauszusagen. Was wir die jüdischen Propheten nennen, das sind Menschen, bei denen sich die Fähigkeiten besonders ausbildeten, welche die nachtodlichen waren, die aber da nicht bloß beim Instinktiven blieben wie bei den armen Hirten bei der Verkündigung auf dem Felde, sondern die durchdrungen wurden von jenen anderen Fähigkeiten, die intensiver ausgebildet wurden bei solchen Leuten wie bei den Magiern aus dem Morgenlande, und die ja zu ganz besonderen Erkenntnissen führten, Erkenntnissen, die sich auf die Geheimnisse des Sternenhimmels und seiner Vorgänge beziehen.

[ 11 ] Es hat insbesondere bei einzelnen Völkern der vorchristlichen Zeit die Möglichkeit gegeben, mit den Fähigkeiten, die einem aus dem Vorgeburtlichen geblieben sind, die nachtodlichen Fähigkeiten zu befruchten. Dadurch, daß diese Völker weniger jene Erkenntnisse ausbildeten, die gerade bei den Magiern aus dem Morgenlande aufgetreten sind — indem sie diese Erkenntnisse mehr zurücktreten und die nachtodlichen Fähigkeiten mehr hervortreten ließen und beide sich so durchdrangen, daß die vorgeburtlichen Fähigkeiten die nachtodlichen befruchteten, belebten —, dadurch bildete sich bei solchen Menschen dann die Gabe der Prophetie aus, die Gabe, aus den nachtodlichen Fähigkeiten prophetisch die Zukunft vorauszusagen. Was wir die jüdischen Propheten nennen, das sind Menschen, bei denen sich die Fähigkeiten besonders ausbildeten, welche die nachtodlichen waren, die aber da nicht bloß beim Instinktiven blieben wie bei den armen Hirten bei der Verkündigung auf dem Felde, sondern die durchdrungen wurden von jenen anderen Fähigkeiten, die intensiver ausgebildet wurden bei solchen Leuten wie bei den Magiern aus dem Morgenlande, und die ja zu ganz besonderen Erkenntnissen führten, Erkenntnissen, die sich auf die Geheimnisse des Sternenhimmels und seiner Vorgänge beziehen.

[ 12 ] Nun wird es Ihnen begreiflich erscheinen, wie zusammenstimmen mußte die Verkündigung der Hirten auf dem Felde und die Erkenntnis der Magier aus dem Morgenlande. Die Erkenntnis der Magier aus dem Morgenlande ist ja auf ihrem Gebiete so gewesen, daß sie besonders tiefe Geheimnisse des Sternenhimmels schauen konnten. Da konnten sie dahin kommen, daß aus jenen Welten, in denen der Mensch ist zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aus denen ihnen die Fähigkeiten wurden, durch welche sie den Sternenhimmel durchdrangen, daß aus einer Erhöhung dieser Erkenntnis ihnen die Anschauung wurde: Da, aus dieser Welt, der unser Leben zwischen der Geburt und dem Tod zunächst nicht angehört, der aber angehört unser Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aus der begibt sich ein Wesen, der Christus, zur Erde herunter. — Aus den Sternenerkenntnissen ergab sich für die Magier das Herannahen des Christus.

[ 12 ] Nun wird es Ihnen begreiflich erscheinen, wie zusammenstimmen mußte die Verkündigung der Hirten auf dem Felde und die Erkenntnis der Magier aus dem Morgenlande. Die Erkenntnis der Magier aus dem Morgenlande ist ja auf ihrem Gebiete so gewesen, daß sie besonders tiefe Geheimnisse des Sternenhimmels schauen konnten. Da konnten sie dahin kommen, daß aus jenen Welten, in denen der Mensch ist zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aus denen ihnen die Fähigkeiten wurden, durch welche sie den Sternenhimmel durchdrangen, daß aus einer Erhöhung dieser Erkenntnis ihnen die Anschauung wurde: Da, aus dieser Welt, der unser Leben zwischen der Geburt und dem Tod zunächst nicht angehört, der aber angehört unser Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aus der begibt sich ein Wesen, der Christus, zur Erde herunter. — Aus den Sternenerkenntnissen ergab sich für die Magier das Herannahen des Christus.

[ 13 ] Und was ergab sich für die Hirten auf dem Felde, welche die besondere Fähigkeit entwickelten, in die Erdentiefen hinein zu empfinden? Nun, die Erde wurde eben etwas anderes, als der Christus herannahte. Die Erde verspürte dieses Herannahen des Christus. Die Erde trug in sich neue Kräfte, die eben dadurch kamen, daß der Christus herannahte. Dasjenige, was die Erde reflektierte, die Art, wie die Erde reagierte auf das Herannahen des Christus, das empfanden aus den Erdentiefen heraus die Hirten auf dem Felde in ihrem frommen Sinn. So kündigten für die Magier aus dem Morgenlande die Raumesweiten dasselbe an, was für die Hirten die Erdentiefen ankündigten.

[ 13 ] Und was ergab sich für die Hirten auf dem Felde, welche die besondere Fähigkeit entwickelten, in die Erdentiefen hinein zu empfinden? Nun, die Erde wurde eben etwas anderes, als der Christus herannahte. Die Erde verspürte dieses Herannahen des Christus. Die Erde trug in sich neue Kräfte, die eben dadurch kamen, daß der Christus herannahte. Dasjenige, was die Erde reflektierte, die Art, wie die Erde reagierte auf das Herannahen des Christus, das empfanden aus den Erdentiefen heraus die Hirten auf dem Felde in ihrem frommen Sinn. So kündigten für die Magier aus dem Morgenlande die Raumesweiten dasselbe an, was für die Hirten die Erdentiefen ankündigten.

[ 14 ] Es war das die Zeit, in der eben noch Reste vorhanden waren von jenen alten Erkenntnissen. Daher müssen wir hinschauen auf solche auch für die damalige Zeit Ausnahmemenschen, wie es die drei Magier aus dem Morgenlande waren, und wie es auch diese besonderen Hirten auf dem Felde waren. Beide in ihrer Art hatten bewahrt dasjenige, was für die allgemeine Menschheit schon mehr oder weniger dahingeschwunden war. Deshalb konnte sich ihnen das Mysterium von Golgatha, indem es herannahte, in der Weise ankündigen, wie es sich ihnen angekündigt hat.

[ 14 ] Es war das die Zeit, in der eben noch Reste vorhanden waren von jenen alten Erkenntnissen. Daher müssen wir hinschauen auf solche auch für die damalige Zeit Ausnahmemenschen, wie es die drei Magier aus dem Morgenlande waren, und wie es auch diese besonderen Hirten auf dem Felde waren. Beide in ihrer Art hatten bewahrt dasjenige, was für die allgemeine Menschheit schon mehr oder weniger dahingeschwunden war. Deshalb konnte sich ihnen das Mysterium von Golgatha, indem es herannahte, in der Weise ankündigen, wie es sich ihnen angekündigt hat.

[ 15 ] Man muß diese Dinge durchaus so betrachten, daß man zu der gewöhnlichen geschichtlichen Art der Anschauung dasjenige hinzunimmt, was geisteswissenschaftlich an Erkenntnis dem Menschen sich ergeben kann. Man muß gewissermaßen versuchen zu durchmessen die Raumesweiten und die Seelentiefen. Und durchmißt man in der richtigen Weise von einem bestimmten Gesichtspunkte aus die Raumesweiten, dann lernt man die Art und Weise verstehen, wie die Magier aus dem Morgenlande das Herannahen des Mysteriums von Golgatha erlebt haben. Versucht man zu ergründen die Seelentiefen, dann wird einem ein Verständnis davon, wie sich den Hirten angekündigt hat dasjenige, was da der Erde so nahe kam, daß die Erde selber schon in sich die Kräfte dieses Nahekommenden vernahm. Was an vorgeburtlichen Fähigkeiten bei den Magiern sich ausdrückte, das entspricht mehr einem Intellektuellen, einem Erkennen. Allerdings war das Intellektuelle dazumal noch ein anderes als heute. Was dagegen bei den Hirten wirkte, das entspricht mehr einem Wollen, und das Wollen ist es zu gleicher Zeit, welches die Wachstumskräfte im Universum darstellt. So daß, ich möchte sagen, die Hirten verbunden wurden mit ihrem Wollen dem, was da der Erde sich nahte als das Christus-Wesen. Man fühlt auch, wie die Erzählungen von den Magiern aus dem Morgenlande — wenn sie auch in den heutigen Bibeln höchst unvollkommen stehen —, wie sie wiedergeben die Erkenntnisart, in der sich die Magier dem Mysterium von Golgatha nahen: es ist das, was im äußeren Bewußtsein für sie lebt. Und wir fühlen bei der Erzählung, bei dieser innigen Erzählung, wie die Hirtenverkündigung im Evangelium steht, daß da auf den Willen der Menschen, auf das Gemüt, auf das innere Emotionelle hingewiesen wird. «Offenbarung des Gottes aus den Himmeln und Friede den Menschen auf der Erde, die eines guten Willens sind.» Man fühlt das Strömen des Willens in der Hirtenverkündigung. Und wenn Sie das Lichtvolle der Magiererkenntnis fühlen, so fühlen Sie die ganz andere Art.

[ 15 ] Man muß diese Dinge durchaus so betrachten, daß man zu der gewöhnlichen geschichtlichen Art der Anschauung dasjenige hinzunimmt, was geisteswissenschaftlich an Erkenntnis dem Menschen sich ergeben kann. Man muß gewissermaßen versuchen zu durchmessen die Raumesweiten und die Seelentiefen. Und durchmißt man in der richtigen Weise von einem bestimmten Gesichtspunkte aus die Raumesweiten, dann lernt man die Art und Weise verstehen, wie die Magier aus dem Morgenlande das Herannahen des Mysteriums von Golgatha erlebt haben. Versucht man zu ergründen die Seelentiefen, dann wird einem ein Verständnis davon, wie sich den Hirten angekündigt hat dasjenige, was da der Erde so nahe kam, daß die Erde selber schon in sich die Kräfte dieses Nahekommenden vernahm. Was an vorgeburtlichen Fähigkeiten bei den Magiern sich ausdrückte, das entspricht mehr einem Intellektuellen, einem Erkennen. Allerdings war das Intellektuelle dazumal noch ein anderes als heute. Was dagegen bei den Hirten wirkte, das entspricht mehr einem Wollen, und das Wollen ist es zu gleicher Zeit, welches die Wachstumskräfte im Universum darstellt. So daß, ich möchte sagen, die Hirten verbunden wurden mit ihrem Wollen dem, was da der Erde sich nahte als das Christus-Wesen. Man fühlt auch, wie die Erzählungen von den Magiern aus dem Morgenlande — wenn sie auch in den heutigen Bibeln höchst unvollkommen stehen —, wie sie wiedergeben die Erkenntnisart, in der sich die Magier dem Mysterium von Golgatha nahen: es ist das, was im äußeren Bewußtsein für sie lebt. Und wir fühlen bei der Erzählung, bei dieser innigen Erzählung, wie die Hirtenverkündigung im Evangelium steht, daß da auf den Willen der Menschen, auf das Gemüt, auf das innere Emotionelle hingewiesen wird. «Offenbarung des Gottes aus den Himmeln und Friede den Menschen auf der Erde, die eines guten Willens sind.» Man fühlt das Strömen des Willens in der Hirtenverkündigung. Und wenn Sie das Lichtvolle der Magiererkenntnis fühlen, so fühlen Sie die ganz andere Art.

[ 16 ] So kommen wir der ganzen tiefen Bedeutung dessen, was da im Neuen Testamente erzählt wird als Magiererkenntnis und Hirtenverkündigung, nahe, wenn wir versuchen, ganz tief hineinzublicken in Menschenerkenntnis und Menschenwollen, in Vorgeburtliches und Nachtodliches.

[ 16 ] So kommen wir der ganzen tiefen Bedeutung dessen, was da im Neuen Testamente erzählt wird als Magiererkenntnis und Hirtenverkündigung, nahe, wenn wir versuchen, ganz tief hineinzublicken in Menschenerkenntnis und Menschenwollen, in Vorgeburtliches und Nachtodliches.

[ 17 ] Für uns, sagte ich, ist das, was für die Alten als Sternenwelt, als mineralische Welt, als pflanzliche Welt eine lebendige Geistwelt war, für uns ist es Mathematik, Mechanik geworden. Das, was früher Innenerkenntnis war, das ist an die Oberfläche gezogen. Wenn wir uns den Menschen vergegenwärtigen und uns seine Innenerkenntnis, wie sie besonders bei den Hirten aufgetreten ist, als Inneres vorstellen, und das, was bei den Magiern aufgetreten ist, als das Äußere vorstellen, so ist diese äußere Erkenntnis bei den Magiern das, was in Raumesweiten hinausreicht, um den Geist wahrzunehmen; das, was als Inneres lebt, führt zu den Schauungen, welche die Erdentiefen wahrnehmen, aber auch geistig.

[ 17 ] Für uns, sagte ich, ist das, was für die Alten als Sternenwelt, als mineralische Welt, als pflanzliche Welt eine lebendige Geistwelt war, für uns ist es Mathematik, Mechanik geworden. Das, was früher Innenerkenntnis war, das ist an die Oberfläche gezogen. Wenn wir uns den Menschen vergegenwärtigen und uns seine Innenerkenntnis, wie sie besonders bei den Hirten aufgetreten ist, als Inneres vorstellen, und das, was bei den Magiern aufgetreten ist, als das Äußere vorstellen, so ist diese äußere Erkenntnis bei den Magiern das, was in Raumesweiten hinausreicht, um den Geist wahrzunehmen; das, was als Inneres lebt, führt zu den Schauungen, welche die Erdentiefen wahrnehmen, aber auch geistig.

[ 18 ] Und was da Innenerkenntnis ist, was bei den Hirten hervorgetreten ist (siehe Zeichnung, rot), das wächst sich in der weiteren Entwickelung der Menschheit immer mehr und mehr’nach außen und wird zu der heutigen Außenwahrnehmung. Das wird das, was wir heute die Erfahrungswahrnehmung nennen. Was dagegen bei den Magiern die Erkenntnis der belebten Sternenwelt vermittelt hat, das zieht sich nach dem Inneren, ich möchte sagen, mehr nach dem Gehirn zurück, und das wird unsere mathematische, unsere mechanische Welt (grün). Es hat also eine Kreuzung stattgefunden. Was früher, in der vorchristlichen Zeit, Innenerkenntnis war, bildhafte, naive, instinktive Imagination, das wird unsere Außenerkenntnis, wird sinnliche Wahrnehmung; was Außenerkenntnis war, womit man die Sternenwelt umfaßte, das zieht sich nach dem Inneren und wird die trockene geometrisch-mathematisch-mechanische Welt, die wir nunmehr aus dem Inneren heraus haben.

[ 18 ] Und was da Innenerkenntnis ist, was bei den Hirten hervorgetreten ist (siehe Zeichnung, rot), das wächst sich in der weiteren Entwickelung der Menschheit immer mehr und mehr’nach außen und wird zu der heutigen Außenwahrnehmung. Das wird das, was wir heute die Erfahrungswahrnehmung nennen. Was dagegen bei den Magiern die Erkenntnis der belebten Sternenwelt vermittelt hat, das zieht sich nach dem Inneren, ich möchte sagen, mehr nach dem Gehirn zurück, und das wird unsere mathematische, unsere mechanische Welt (grün). Es hat also eine Kreuzung stattgefunden. Was früher, in der vorchristlichen Zeit, Innenerkenntnis war, bildhafte, naive, instinktive Imagination, das wird unsere Außenerkenntnis, wird sinnliche Wahrnehmung; was Außenerkenntnis war, womit man die Sternenwelt umfaßte, das zieht sich nach dem Inneren und wird die trockene geometrisch-mathematisch-mechanische Welt, die wir nunmehr aus dem Inneren heraus haben.

[ 19 ] Der gegenwärtige Mensch nimmt durch innere Erleuchtung ja nichts anderes wahr als Mathematisch-Mechanisches. Und nur auserlesene Geister, wie etwa Novalis, schwingen sich dazu auf, das Gedichthafte, das tief Phantasievolle von so etwas zu empfinden und auch dichterisch darzustellen, wie es eben das mathematisch-mechanische Innere ist, das Novalis in so schöner Weise, harmonisch geradezu, besungen hat. Was da Novalis besingt, ist für den gewöhnlichen Menschen heute die trokkene Welt der Dreiecke, der Vierecke, die trockene Welt der Quadrate und Summen und Differenzen, das ist für den gewöhnlichen Menschen jene Welt, wo wir etwa aussprechen, wie die Resultante aus zwei Kräften sich im Parallelogramm ausspricht. Der gewöhnliche Mensch ist prosaisch genug, um diese Welt als nüchtern, als trocken zu empfinden; er mag sie nicht. Der auserlesene Novalis besingt sie, weil in ihm noch etwas lebt von dem Nachklang dessen, was diese Welt war, als sie sich noch nicht in das Innere zurückgezogen hatte. Da war sie jene Welt, aus welcher der Jupiter-, der Saturngeist, aus der heraus der Geist des Widders, des Stiers, der Zwillinge wahrgenommen wurde. Das war die alte, lichterfüllte Sternenwelt, die sich nur zurückgezogen hat und zunächst im ersten Stadium ihres Zurückziehens die scheinbar trockene, mechanisch-mathematische Welt ist.

[ 19 ] Der gegenwärtige Mensch nimmt durch innere Erleuchtung ja nichts anderes wahr als Mathematisch-Mechanisches. Und nur auserlesene Geister, wie etwa Novalis, schwingen sich dazu auf, das Gedichthafte, das tief Phantasievolle von so etwas zu empfinden und auch dichterisch darzustellen, wie es eben das mathematisch-mechanische Innere ist, das Novalis in so schöner Weise, harmonisch geradezu, besungen hat. Was da Novalis besingt, ist für den gewöhnlichen Menschen heute die trokkene Welt der Dreiecke, der Vierecke, die trockene Welt der Quadrate und Summen und Differenzen, das ist für den gewöhnlichen Menschen jene Welt, wo wir etwa aussprechen, wie die Resultante aus zwei Kräften sich im Parallelogramm ausspricht. Der gewöhnliche Mensch ist prosaisch genug, um diese Welt als nüchtern, als trocken zu empfinden; er mag sie nicht. Der auserlesene Novalis besingt sie, weil in ihm noch etwas lebt von dem Nachklang dessen, was diese Welt war, als sie sich noch nicht in das Innere zurückgezogen hatte. Da war sie jene Welt, aus welcher der Jupiter-, der Saturngeist, aus der heraus der Geist des Widders, des Stiers, der Zwillinge wahrgenommen wurde. Das war die alte, lichterfüllte Sternenwelt, die sich nur zurückgezogen hat und zunächst im ersten Stadium ihres Zurückziehens die scheinbar trockene, mechanisch-mathematische Welt ist.

[ 20 ] Und dasjenige, was sich auf andere Weise verintensivierte bei den Hirten des Feldes zum Vernehmen der Stimme des Engels der Höhe, das ist in uns — trocken, nüchtern, abgeschwächt — zu der Wahrnehmung der äußeren Sinneswelt geworden. Damit nehmen wir heute Mineralien und Pflanzen und Sterne wahr, während wir mit dem anderen, kaum ausgesprochen, wahrnehmen die Erdentiefen oder die Menschen- und Tierwelt. Aber was heute abgeschwächt ist zu der mathematisch-mechanisch-phoronomischen Welt, das, was einst die Astrologie war, das hatte für die alte Erkenntnis eine solche Kraft in sich, daß sich als Himmelswesen für die Magier durch diese Erkenntnis enthüllte der Christus. Und der tiefe Einfluß auf die Erde, die ganze Gewalt, mit welcher der Christus in der Erde wirken sollte, sie verkündete — nicht für das, was heute unsere gewöhnliche Sinneserkenntnis ist, mit der wir nichts sehen als die grüne Fläche des Grases, die braunen Felle der Tiere —, für diese Erkenntnis, als sie noch im Inneren war, als sie noch nicht herausgezogen war in die bloßen Augen, in die bloße Haut, sie kündigte bei den Hirten des Feldes dasjenige an, was der Christus der Erde werden sollte.

[ 20 ] Und dasjenige, was sich auf andere Weise verintensivierte bei den Hirten des Feldes zum Vernehmen der Stimme des Engels der Höhe, das ist in uns — trocken, nüchtern, abgeschwächt — zu der Wahrnehmung der äußeren Sinneswelt geworden. Damit nehmen wir heute Mineralien und Pflanzen und Sterne wahr, während wir mit dem anderen, kaum ausgesprochen, wahrnehmen die Erdentiefen oder die Menschen- und Tierwelt. Aber was heute abgeschwächt ist zu der mathematisch-mechanisch-phoronomischen Welt, das, was einst die Astrologie war, das hatte für die alte Erkenntnis eine solche Kraft in sich, daß sich als Himmelswesen für die Magier durch diese Erkenntnis enthüllte der Christus. Und der tiefe Einfluß auf die Erde, die ganze Gewalt, mit welcher der Christus in der Erde wirken sollte, sie verkündete — nicht für das, was heute unsere gewöhnliche Sinneserkenntnis ist, mit der wir nichts sehen als die grüne Fläche des Grases, die braunen Felle der Tiere —, für diese Erkenntnis, als sie noch im Inneren war, als sie noch nicht herausgezogen war in die bloßen Augen, in die bloße Haut, sie kündigte bei den Hirten des Feldes dasjenige an, was der Christus der Erde werden sollte.

[ 21 ] Wir müssen den Weg wiederum zurückfinden, wir müssen wiederum die Möglichkeit finden können, daß das Innere, das heute nur trockene Mathematik ist, sich bildhaft intensiviert zur Imagination. Wir müssen die Imagination, die uns die Initiationswissenschaft liefert, begreifen lernen. Was ist denn in diesen Imaginationen enthalten? Sie sind ja eine Fortsetzung dessen, durch das die Magier aus dem Morgenlande das Herannahen des Christus erkannt haben. Die Imaginationen sind die Sprossen, die Nachkommen dessen, was die Alten gesehen haben in den Sternbildern, in den Sternenimaginationen, in den mineralischen Imaginationen, dem Gold, Silber, Kupfer. So haben in entsprechenden Imaginationen die Alten gesehen, und die Nachkommen von alledem sind heute die mathematischen Fähigkeiten. Die mathematischen Fähigkeiten werden heute jene Fähigkeiten, die die Imaginationen verstehen. Und so wird man aus der Ausbildung des Inneren zu suchen haben das Verständnis der Christus-Wesenheit.

[ 21 ] Wir müssen den Weg wiederum zurückfinden, wir müssen wiederum die Möglichkeit finden können, daß das Innere, das heute nur trockene Mathematik ist, sich bildhaft intensiviert zur Imagination. Wir müssen die Imagination, die uns die Initiationswissenschaft liefert, begreifen lernen. Was ist denn in diesen Imaginationen enthalten? Sie sind ja eine Fortsetzung dessen, durch das die Magier aus dem Morgenlande das Herannahen des Christus erkannt haben. Die Imaginationen sind die Sprossen, die Nachkommen dessen, was die Alten gesehen haben in den Sternbildern, in den Sternenimaginationen, in den mineralischen Imaginationen, dem Gold, Silber, Kupfer. So haben in entsprechenden Imaginationen die Alten gesehen, und die Nachkommen von alledem sind heute die mathematischen Fähigkeiten. Die mathematischen Fähigkeiten werden heute jene Fähigkeiten, die die Imaginationen verstehen. Und so wird man aus der Ausbildung des Inneren zu suchen haben das Verständnis der Christus-Wesenheit.

[ 22 ] Aber auch die äußere Wahrnehmung muß vertieft werden. Die äußere Wahrnehmung, sie ist selbst ein Abkömmling von dem, was einstmals die inneren Erlebnisse waren, die instinktiver Natur waren. Die Kraft, die bei den Hirten der Verkündigung noch im Inneren, in den Herzen war, sie ist heute nur in den Augen, in den Ohren. Sie hat sich ganz in die Außenseite des Menschen hineingeschoben und nimmt daher nur das Äußere wahr, den Sinnesteppich. Aber sie muß noch weiter nach außen gehen. Dazu muß aber der Mensch seinen Leib verlassen und der Inspiration fähig werden. Dann wird diese Inspiration, also die heute nach außen zu erringende Wahrnehmung, aus der Initiationswissenschaft heraus dasselbe geben können, was dem naiven Innenerkennen der Hirten auf dem Felde gegeben wurde durch die Verkündigung.

[ 22 ] Aber auch die äußere Wahrnehmung muß vertieft werden. Die äußere Wahrnehmung, sie ist selbst ein Abkömmling von dem, was einstmals die inneren Erlebnisse waren, die instinktiver Natur waren. Die Kraft, die bei den Hirten der Verkündigung noch im Inneren, in den Herzen war, sie ist heute nur in den Augen, in den Ohren. Sie hat sich ganz in die Außenseite des Menschen hineingeschoben und nimmt daher nur das Äußere wahr, den Sinnesteppich. Aber sie muß noch weiter nach außen gehen. Dazu muß aber der Mensch seinen Leib verlassen und der Inspiration fähig werden. Dann wird diese Inspiration, also die heute nach außen zu erringende Wahrnehmung, aus der Initiationswissenschaft heraus dasselbe geben können, was dem naiven Innenerkennen der Hirten auf dem Felde gegeben wurde durch die Verkündigung.

[ 23 ] Wenn so, wie einstmals Astrologie bei den Magiern und menschliche Herzensanschauung bei den Hirten des Feldes, das in dem neueren Menschen zusammenwirkt, was aus der Initiationswissenschaft durch Imagination und Inspiration kommt, dann wird der Mensch durch die Erkenntnisse der Imagination und Inspiration sich wiederum erheben zum geistigen Ergreifen des lebendigen Christus. Man muß es verstehen, wie die Isis, die lebendige, die göttliche Sophia, verlorengehen mußte gegenüber jener Entwickelung, welche die Astrologie in die Mathematik, in die Geometrie, in die Mechanik hineingetrieben hat. Man wird es aber auch verstehen, daß, wenn aus diesem Leichenfelde, aus Mathematik, Phoronomie und Geometrie, auferweckt wird die lebendige Imagination, daß dieses dann das Finden der Isis bedeutet, das Finden der neuen Isis, der göttlichen Sophia, die der Mensch finden muß, wenn die Christus-Kraft, die er seit dem Mysterium von Golgatha hat, in ihm lebendig, voll lebendig, das heißt, lichtvoll durchdrungen werden soll.

[ 23 ] Wenn so, wie einstmals Astrologie bei den Magiern und menschliche Herzensanschauung bei den Hirten des Feldes, das in dem neueren Menschen zusammenwirkt, was aus der Initiationswissenschaft durch Imagination und Inspiration kommt, dann wird der Mensch durch die Erkenntnisse der Imagination und Inspiration sich wiederum erheben zum geistigen Ergreifen des lebendigen Christus. Man muß es verstehen, wie die Isis, die lebendige, die göttliche Sophia, verlorengehen mußte gegenüber jener Entwickelung, welche die Astrologie in die Mathematik, in die Geometrie, in die Mechanik hineingetrieben hat. Man wird es aber auch verstehen, daß, wenn aus diesem Leichenfelde, aus Mathematik, Phoronomie und Geometrie, auferweckt wird die lebendige Imagination, daß dieses dann das Finden der Isis bedeutet, das Finden der neuen Isis, der göttlichen Sophia, die der Mensch finden muß, wenn die Christus-Kraft, die er seit dem Mysterium von Golgatha hat, in ihm lebendig, voll lebendig, das heißt, lichtvoll durchdrungen werden soll.

[ 24 ] Wir stehen eben vor dieser Zeitenwende. Die äußere Erde wird dem Menschen nicht diejenigen Güter geben, nach welchen er in der neueren Zeit gewohnt worden ist zu verlangen. Die großen Konflikte, welche die furchtbaren Katastrophen der letzten Jahre hervorgerufen haben, sie haben einen großen Teil der Erde schon in ein Kulturtrümmerfeld verwandelt. Weitere Konflikte werden folgen. Die Menschen bereiten sich vor zu dem nächsten großen Weltkriege. In weiterer Weise wird die Kultur zertrümmert werden. Aus dem, was gerade der neueren Menschheit sich als das Wertvollste für Erkenntnis und Wollen ergeben hat, aus dem wird unmittelbar nichts zu gewinnen sein. Das äußere Erdendasein, insoferne es ein Ergebnis früherer Zeiten ist, es wird vergehen, und ganz vergeblich hoffen diejenigen, welche glauben, die alten Denk- und Willensgewohnheiten fortsetzen zu können. Was heraufkommen muß, das ist ein neues Erkennen und ein neues Wollen auf allen Gebieten. Wir müssen uns bekanntmachen mit dem Gedanken des Hingehens einer Kultur, einer Zivilisation; aber wir müssen hineinschauen in das menschliche Herz, in den Geist, der in dem Menschen wohnt. Wir müssen Vertrauen haben zu diesem Menschenherzen und zu diesem Menschengeiste, die in uns wohnen, damit durch alles das, was wir tun können innerhalb der Zertrümmerung der alten Zivilisation, neue Gebilde entstehen, wirkliche Neugebilde entstehen.

[ 24 ] Wir stehen eben vor dieser Zeitenwende. Die äußere Erde wird dem Menschen nicht diejenigen Güter geben, nach welchen er in der neueren Zeit gewohnt worden ist zu verlangen. Die großen Konflikte, welche die furchtbaren Katastrophen der letzten Jahre hervorgerufen haben, sie haben einen großen Teil der Erde schon in ein Kulturtrümmerfeld verwandelt. Weitere Konflikte werden folgen. Die Menschen bereiten sich vor zu dem nächsten großen Weltkriege. In weiterer Weise wird die Kultur zertrümmert werden. Aus dem, was gerade der neueren Menschheit sich als das Wertvollste für Erkenntnis und Wollen ergeben hat, aus dem wird unmittelbar nichts zu gewinnen sein. Das äußere Erdendasein, insoferne es ein Ergebnis früherer Zeiten ist, es wird vergehen, und ganz vergeblich hoffen diejenigen, welche glauben, die alten Denk- und Willensgewohnheiten fortsetzen zu können. Was heraufkommen muß, das ist ein neues Erkennen und ein neues Wollen auf allen Gebieten. Wir müssen uns bekanntmachen mit dem Gedanken des Hingehens einer Kultur, einer Zivilisation; aber wir müssen hineinschauen in das menschliche Herz, in den Geist, der in dem Menschen wohnt. Wir müssen Vertrauen haben zu diesem Menschenherzen und zu diesem Menschengeiste, die in uns wohnen, damit durch alles das, was wir tun können innerhalb der Zertrümmerung der alten Zivilisation, neue Gebilde entstehen, wirkliche Neugebilde entstehen.

[ 25 ] Diese Neugebilde werden nicht entstehen, wenn wir uns nicht dazu bequemen, wirklich ernsthaftig ins Auge zu fassen, was für die Menschheit notwendigerweise geschehen muß. Lesen Sie nach in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Dort ist Ihnen geschildert, wie der Mensch, wenn er zu den höheren Erkenntnissen gelangen will, zuerst sich ein Verständnis entwickeln muß für das, was man die Begegnung mit dem Hüter der Schwelle nennt. Da ist darauf hingewiesen, wie diese Begegnung mit dem Hüter der Schwelle bedeutet, daß Wollen, Fühlen, Denken sich trennen in einer gewissen Weise, daß eine Dreiheit aus der menschlichen chaotischen Einheit entstehen muß. Dieses Verständnis, das für den Schüler der geistigen Wissenschaft sich eröffnen muß, indem ihm klar wird, was der Hüter der Schwelle ist, dieses Verständnis muß sich der ganzen neueren Menschheit in bezug auf den Zivilisationsgang eröffnen. Wenn auch nicht für das äußere Bewußtsein, für die inneren Erlebnisse geht die Menschheit durch das Gebiet durch, das man auch als ein Gebiet des Hüters der Schwelle bezeichnen kann.

[ 25 ] Diese Neugebilde werden nicht entstehen, wenn wir uns nicht dazu bequemen, wirklich ernsthaftig ins Auge zu fassen, was für die Menschheit notwendigerweise geschehen muß. Lesen Sie nach in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Dort ist Ihnen geschildert, wie der Mensch, wenn er zu den höheren Erkenntnissen gelangen will, zuerst sich ein Verständnis entwickeln muß für das, was man die Begegnung mit dem Hüter der Schwelle nennt. Da ist darauf hingewiesen, wie diese Begegnung mit dem Hüter der Schwelle bedeutet, daß Wollen, Fühlen, Denken sich trennen in einer gewissen Weise, daß eine Dreiheit aus der menschlichen chaotischen Einheit entstehen muß. Dieses Verständnis, das für den Schüler der geistigen Wissenschaft sich eröffnen muß, indem ihm klar wird, was der Hüter der Schwelle ist, dieses Verständnis muß sich der ganzen neueren Menschheit in bezug auf den Zivilisationsgang eröffnen. Wenn auch nicht für das äußere Bewußtsein, für die inneren Erlebnisse geht die Menschheit durch das Gebiet durch, das man auch als ein Gebiet des Hüters der Schwelle bezeichnen kann.

[ 26 ] Die neuere Menschheit überschreitet eine Schwelle, an der ein bedeutsamer Hüter steht, ein ernster Hüter. Und dieser ernste Hüter spricht vor allen Dingen das aus: Bleibet nicht hängen an dem, was sich heraufverpflanzt hat aus den alten Zeiten. Sehet in eure Herzen, sehet in eure Seelen, daß ihr Neugebilde schaffen könnet! Diese Neugebilde könnet ihr nur schaffen, wenn ihr den Glauben habt, daß aus der geistigen Welt heraus die Erkenntniskräfte und die Willenskräfte zu diesem geistigen Neuschaffen kommen können. — Was dem einzelnen Menschen beim Betreten der höheren Erkenntniswelten ein besonders intensives Ereignis sein muß, gewissermaßen unbewußt geht es für die ganze Menschheit in der Gegenwart vor sich. Und diejenigen, die sich zusammengeschlossen haben als anthroposophische Gemeinschaft, sie sollten einsehen, daß es zum Notwendigsten in der Gegenwart gehört, die Menschen zum Verständnis dieses Durchgehens durch das Schwellengebiet zu bringen.

[ 26 ] Die neuere Menschheit überschreitet eine Schwelle, an der ein bedeutsamer Hüter steht, ein ernster Hüter. Und dieser ernste Hüter spricht vor allen Dingen das aus: Bleibet nicht hängen an dem, was sich heraufverpflanzt hat aus den alten Zeiten. Sehet in eure Herzen, sehet in eure Seelen, daß ihr Neugebilde schaffen könnet! Diese Neugebilde könnet ihr nur schaffen, wenn ihr den Glauben habt, daß aus der geistigen Welt heraus die Erkenntniskräfte und die Willenskräfte zu diesem geistigen Neuschaffen kommen können. — Was dem einzelnen Menschen beim Betreten der höheren Erkenntniswelten ein besonders intensives Ereignis sein muß, gewissermaßen unbewußt geht es für die ganze Menschheit in der Gegenwart vor sich. Und diejenigen, die sich zusammengeschlossen haben als anthroposophische Gemeinschaft, sie sollten einsehen, daß es zum Notwendigsten in der Gegenwart gehört, die Menschen zum Verständnis dieses Durchgehens durch das Schwellengebiet zu bringen.

[ 27 ] So wie der Mensch als Erkennender begreifen muß, daß sein Denken, Fühlen und Wollen sich in einer gewissen Weise trennt, und er es im höheren Sinne zusammenhalten muß, so muß der neueren Menschheit begreiflich gemacht werden, daß sich Geistesleben, Rechts- oder Staatsleben und Wirtschaftsleben voneinander trennen müssen und ein höheres Band des Zusammenhalts geschaffen werden muß, als es der bisherige Staat war. Nicht sind es irgendwelche Programme, Ideen, nicht sind es irgendwelche Ideologien, welche einzelne dazu bringen können, anzuerkennen diese Notwendigkeit einer Dreigliederung des sozialen Organismus; sondern die tiefe Erkenntnis von der Fortentwickelung der Menschheit ist es, die uns zeigt, daß diese Entwickelung an ein Schwellengebiet gelangt, daß der ernste Hüter dasteht, daß er verlangt — so wie er für den einzelnen Menschen verlangt, der zur höheren Erkenntnis fortschreitet: Erdulde die Trennung in Vorstellen, Fühlen, Wollen —, daß er so für die ganze Menschheit verlangt: Gliedere auseinander dasjenige, was in chaotischer Einheit in dem Götzen Staat verflochten war bis heute, gliedere das auseinander in ein geistiges Gebilde, in ein Rechts-Staatsgebilde, in ein Wirtschaftsgebiet. — Sonst kommt die Menschheit nicht weiter, sonst birst auseinander, fällt auseinander das alte Chaos. Dann aber, wenn es auseinanderfällt, wird es nicht die für die Menschheit notwendige Gestalt haben, sondern eine ahrimanische oder luziferische Gestalt, während ihm die Christus gemäße Gestalt allein die aus der Geisteswissenschaft heraus erfolgende Erkenntnis von dem Schwellengang in der Gegenwart geben kann.

[ 27 ] So wie der Mensch als Erkennender begreifen muß, daß sein Denken, Fühlen und Wollen sich in einer gewissen Weise trennt, und er es im höheren Sinne zusammenhalten muß, so muß der neueren Menschheit begreiflich gemacht werden, daß sich Geistesleben, Rechts- oder Staatsleben und Wirtschaftsleben voneinander trennen müssen und ein höheres Band des Zusammenhalts geschaffen werden muß, als es der bisherige Staat war. Nicht sind es irgendwelche Programme, Ideen, nicht sind es irgendwelche Ideologien, welche einzelne dazu bringen können, anzuerkennen diese Notwendigkeit einer Dreigliederung des sozialen Organismus; sondern die tiefe Erkenntnis von der Fortentwickelung der Menschheit ist es, die uns zeigt, daß diese Entwickelung an ein Schwellengebiet gelangt, daß der ernste Hüter dasteht, daß er verlangt — so wie er für den einzelnen Menschen verlangt, der zur höheren Erkenntnis fortschreitet: Erdulde die Trennung in Vorstellen, Fühlen, Wollen —, daß er so für die ganze Menschheit verlangt: Gliedere auseinander dasjenige, was in chaotischer Einheit in dem Götzen Staat verflochten war bis heute, gliedere das auseinander in ein geistiges Gebilde, in ein Rechts-Staatsgebilde, in ein Wirtschaftsgebiet. — Sonst kommt die Menschheit nicht weiter, sonst birst auseinander, fällt auseinander das alte Chaos. Dann aber, wenn es auseinanderfällt, wird es nicht die für die Menschheit notwendige Gestalt haben, sondern eine ahrimanische oder luziferische Gestalt, während ihm die Christus gemäße Gestalt allein die aus der Geisteswissenschaft heraus erfolgende Erkenntnis von dem Schwellengang in der Gegenwart geben kann.

[ 28 ] Das ist etwas, was wir, wenn wir richtig Anthroposophie verstehen, uns auch jetzt in der Weihnachtszeit sagen müssen. Uns muß das Kindlein, das in der Krippe liegt, das Kindlein sein der geistigen Entwickelung in eine Menschenzukunft hinein. Wie die Hirten auf dem Felde ihren Gang angetreten haben nach der Verkündigung, wie die Magier des Morgenlandes ihren Gang angetreten haben nach der Verkündigung, um zu schauen, wie als kleines Kind erschien dasjenige, was die Menschenwelt vorwärtsbringen sollte, so muß die neue Menschenwelt den Gang machen zur Initiationswissenschaft, um aus der Initiationswissenschaft, ich möchte sagen in der Gestalt des kleinen Kindes, wahrzunehmen, was da werden soll für die Zukunft der von der Geisteswissenschaft getragene dreigliedrige soziale Organismus. Bersten müßte die alte Staatsform, wenn der Mensch sie nicht zur Gliederung brächte, bersten müßte sie so, daß sie von selbst, von sich aus, entwickeln würde auf der einen Seite ein Geistesgebiet — das aber dann erst recht chaotisch wäre, das vollständig ahrimanisch-luziferische Züge annähme und auf der anderen Seite ein wirtschaftliches Gebiet, wiederum mit luziferisch-ahrimanischen Zügen, und das eine wie das andere würde Fetzen des Staatsgebildes nach sich ziehen. Im Orient würden sich mehr ahrimanisch-luziferische Geiststaaten entwickeln, im Westen mehr ahrimanisch-luziferische Wirtschaftsstaaten, wenn der Mensch nicht durch die Durchchristung seines Wesens begreift, wie er das vermeiden kann, wie er aus seiner Erkenntnis, aus seinem Willen heraus die Dreigliederung dessen, was auseinander will, vornehmen kann.

[ 28 ] Das ist etwas, was wir, wenn wir richtig Anthroposophie verstehen, uns auch jetzt in der Weihnachtszeit sagen müssen. Uns muß das Kindlein, das in der Krippe liegt, das Kindlein sein der geistigen Entwickelung in eine Menschenzukunft hinein. Wie die Hirten auf dem Felde ihren Gang angetreten haben nach der Verkündigung, wie die Magier des Morgenlandes ihren Gang angetreten haben nach der Verkündigung, um zu schauen, wie als kleines Kind erschien dasjenige, was die Menschenwelt vorwärtsbringen sollte, so muß die neue Menschenwelt den Gang machen zur Initiationswissenschaft, um aus der Initiationswissenschaft, ich möchte sagen in der Gestalt des kleinen Kindes, wahrzunehmen, was da werden soll für die Zukunft der von der Geisteswissenschaft getragene dreigliedrige soziale Organismus. Bersten müßte die alte Staatsform, wenn der Mensch sie nicht zur Gliederung brächte, bersten müßte sie so, daß sie von selbst, von sich aus, entwickeln würde auf der einen Seite ein Geistesgebiet — das aber dann erst recht chaotisch wäre, das vollständig ahrimanisch-luziferische Züge annähme und auf der anderen Seite ein wirtschaftliches Gebiet, wiederum mit luziferisch-ahrimanischen Zügen, und das eine wie das andere würde Fetzen des Staatsgebildes nach sich ziehen. Im Orient würden sich mehr ahrimanisch-luziferische Geiststaaten entwickeln, im Westen mehr ahrimanisch-luziferische Wirtschaftsstaaten, wenn der Mensch nicht durch die Durchchristung seines Wesens begreift, wie er das vermeiden kann, wie er aus seiner Erkenntnis, aus seinem Willen heraus die Dreigliederung dessen, was auseinander will, vornehmen kann.

[ 29 ] Das wird dann sein die durchchristete menschliche Erkenntnis, das wird sein das durchchristete menschliche Wollen, und das wird sich in keiner anderen Art ausleben, als daß es das alte Idol des Einheitsstaates in seine entsprechenden drei Glieder auseinanderzieht. Diejenigen, die dann recht im Geistesleben drinnenstehen, die werden gleich den Hirten auf dem Felde erkennen, was die Erde erfährt durch das Christus-Wesen. Und diejenigen, die recht im Wirtschaftsleben, in den wirtschaftlichen Assoziationen drinnenstehen, die werden im rechten Sinne einen Willen entwickeln, der eine durchchristete soziale Ordnung bringt.

[ 29 ] Das wird dann sein die durchchristete menschliche Erkenntnis, das wird sein das durchchristete menschliche Wollen, und das wird sich in keiner anderen Art ausleben, als daß es das alte Idol des Einheitsstaates in seine entsprechenden drei Glieder auseinanderzieht. Diejenigen, die dann recht im Geistesleben drinnenstehen, die werden gleich den Hirten auf dem Felde erkennen, was die Erde erfährt durch das Christus-Wesen. Und diejenigen, die recht im Wirtschaftsleben, in den wirtschaftlichen Assoziationen drinnenstehen, die werden im rechten Sinne einen Willen entwickeln, der eine durchchristete soziale Ordnung bringt.