Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Human Responsibility for Global Development
Through Its Spiritual Connection
to the Earth and the Celestial Realm
GA 203

6 January 1921, Stuttgart

Translate the original German text into any language:

Versions Available:

Human Responsibility for Global Development, tr. SOL
  1. Die Verantwortung des Menschen für die Weltentwickelung

Zweiter Vortrag

Second Lecture

[ 1 ] Es kommt heute alles darauf an, dasjenige, was als Erkenntnisse und als Seelenimpulse durch die Geisteswissenschaft fließen will, in wirklich lebendiger Weise in das Dasein einzuführen. Immer wieder muß es betont werden, daß gegenüber den großen Aufgaben der Gegenwart es nicht genügt, irgendwie theoretisch sich zu unterrichten über die Wahrheiten, welche dem Menschenleben, dem Weltendasein zugrunde liegen und die man aus anthroposophischer Geisteswissenschaft gewinnen kann, sondern daß es sich darum handelt, im konkreten Leben zu sehen, wie die Zusammenhänge sind, und aus den geisteswissenschaftlichen Untergründen heraus das Leben selbst zu verstehen. Die Menschheit hat sich durch Jahrhunderte hindurch gewöhnt, von dem Wirklichen nur einen Teil zu sehen. Und gerade dadurch sind nach und nach jene Menschenstimmungen vorbereitet worden, die dann hineingeführt haben in das gegenwärtige katastrophale Leben. Die Menschen stehen ohne Verständnis des Lebens, ohne dasjenige Verständnis des Lebens heute im Dasein drinnen, welches verlangt wird von der gegenwärtigen Entwickelungsstufe der Menschheit.

[ 1 ] What matters most today is to bring into our lives, in a truly living way, what seeks to flow through spiritual science as insights and impulses of the soul. It must be emphasized time and again that, in the face of the great challenges of the present, it is not enough to simply acquire theoretical knowledge of the truths that underlie human life and existence in the world—truths that can be gained from anthroposophical spiritual science—but rather that the task is to see, in concrete life, how these connections work, and to understand life itself from the foundations of spiritual science. Over the centuries, humanity has become accustomed to seeing only a part of reality. And it is precisely this that has gradually prepared the human dispositions which have then led into the current catastrophic state of life. People are living their lives today without an understanding of life—without the very understanding of life that is required by humanity’s present stage of development.

[ 2 ] Wir werden ja ganz gewiß als Bekenner anthroposophischer Geisteswissenschaft leicht vordringen zu der Überzeugung von den wiederholten Erdenleben, von der Verursachung dessen in einem früheren Leben, was — trotz des vollen Bestandes der Freiheit — mit einem Menschen vorgeht, oder was ein Mensch unternimmt in seinem jetzigen Leben. Wenn es sich aber darum handelt, das konkrete Leben zu begreifen, dann fügen wir uns allzuleicht den Vorstellungen, die die letzten Jahrhunderte hervorgebracht haben und die ja eigentlich zum Ergreifen des Menschenlebens durchaus nicht ausreichen, die ganz geeignet sind, gewisse Tatsachen des natürlichen Geschehens zu begreifen, die aber stumpf sind gegenüber der ganzen Kompliziertheit des Menschenlebens. Und man möchte sagen: Am weitesten zurückgeblieben hinter dem, was heute Lebensforderung ist, ist eigentlich das wissenschaftliche Leben. Aber dieses wissenschaftliche Leben übt wiederum einen großen Einfluß aus auf das Denken der breitesten Menschenmassen. Ich habe gar nicht, wenn ich von der Wirkung dieses wissenschaftlichen Lebens rede, diejenigen im Auge, die zur Wissenschaft in irgendeiner Beziehung stehen. Ich habe die ganze breite Masse der Menschheit im Auge, die sich in den wichtigsten Lebensfragen den autoritativen Weisungen derjenigen fügt, die nun einmal durch die äußeren Einrichtungen berufen erscheinen, über diese oder jene Dinge zu urteilen. Dann richtet man sich nach solchen Urteilen. Aber in solchen Urteilen ist nichts enthalten von einem wirklichen Verständnis des Menschenlebens. Es muß hineingetragen werden in dieses Menschenleben dasjenige, was aus anthroposophischer Geisteswissenschaft fließen kann. Vor allen Dingen muß es hineingetragen werden in diejenigen Zweige des öffentlichen Unterrichtes, welche die Grundlage abgeben für das Verständnis des Lebens.

[ 2 ] As adherents of anthroposophical spiritual science, we will certainly find it easy to come to the conviction that there are repeated earthly lives, and that what happens to a person—or what a person undertakes—in their present life is caused by actions in a previous life, even though free will remains fully intact. But when it comes to understanding concrete life, we all too easily succumb to the ideas that the last few centuries have produced—ideas that are actually quite insufficient for grasping human life, ideas that are perfectly suited to understanding certain facts of natural phenomena but are blunt in the face of the full complexity of human life. And one might say: Scientific life is actually the farthest behind in meeting today’s demands of life. Yet this scientific life, in turn, exerts a great influence on the thinking of the broadest masses of people. When I speak of the impact of this scientific life, I am not at all referring to those who are connected to science in any way. I have in mind the entire broad mass of humanity, which, in the most important questions of life, submits to the authoritative directives of those who, by virtue of external institutions, appear to be qualified to judge this or that matter. People then conform to such judgments. But such judgments contain nothing of a true understanding of human life. What can flow from anthroposophical spiritual science must be brought into human life. Above all, it must be brought into those branches of public education that provide the foundation for an understanding of life.

[ 3 ] Wenn heute der eine oder der andere herantritt an Geisteswissenschaft, so fängt er an, das, was den wiederholten Erdenleben zugrunde liegt, zu begreifen. Wenn er aber dann sich unterrichten will über dasjenige, was in der Gegenwart vorgeht, und wenn er außer anderem vielleicht an die Geschichte herantritt — ich meine jetzt unter Geschichte das, was zur Bildung der breitesten Masse gehört —, dann herrscht gerade in dem, was da Geschichte ist, jene Denkweise, die nur geeignet ist, die Naturdinge und Naturtatsachen zu erklären. Immer mehr ist die Menschheit dazu gekommen, gerade aus der Geschichte alles Geistige herauszustreichen. Und wenn heute jemand sich die Tatsachen erklären will, die aus dem geschichtlichen Leben auf irgendeinem Gebiet hervorgehen, dann kann er das kaum anders, als daß er sich über dasjenige unterrichtet, was erlebt hat die frühere Generation, die zweite frühere Generation, die dritte Generation und so weiter, hinauf durch die Jahrhunderte. Wie lernt, um ein konkretes Beispiel herauszugreifen, heute der Deutsche seine Geschichte? Er faßt ins Auge eben die Menschen, die da in Mitteleuropa gelebt haben, zu denen er selber gehört. Er läßt sich erzählen dieHergänge,diesichabgespielthaben mitdiesenMenschen;erverfolgt diese Hergänge hinauf zu den Vätern, Großvätern, Urgroßvätern, zu den früheren Generationen. Er dringt dann vor, rückwärtsgehend, vielleicht bis in die Zeit des Mittelalters. Man hat immer das Bewußtsein, daß man es da zu tun hat mit einer fortströmenden Menschheit, die man bis zur Völkerwanderung und so weiter zurückverfolgt, und man will sich erklären, was den Menschen der Gegenwart geschieht, aus dem, was geschehen ist mit Bezug auf diese vorhergehenden Generationen. Man lernt kennen den fortlaufenden Strom des geschichtlichen Werdens, wie er sich in der Folge dieser Generationen abspielt. Man hat eigentlich nur den Begriff der Vererbung mit Bezug auf die Menschen, man denkt sich, daß die Söhne gewisse Dinge von ihren Vätern ererbt haben, seien es ihre Eigenschaften, sei es, daß ihnen geblieben ist, was die Väter gestiftet haben und so weiter. Also man geht in der Zeit hinauf von der gegenwärtigen Generation zur vorhergehenden und so fort.

[ 3 ] When someone today approaches the spiritual sciences, they begin to grasp what underlies repeated earthly lives. But when they then seek to learn about what is happening in the present, and when they turn, among other things, to history—and by history I mean what is part of the education of the broadest masses—then it is precisely in what is called history that a way of thinking prevails which is suited only to explaining natural phenomena and facts. Humanity has increasingly come to strip everything spiritual out of history. And if someone today wants to explain the facts that emerge from historical life in any given field, they can hardly do so other than by learning about what was experienced by the previous generation, the generation before that, the generation before that, and so on, all the way back through the centuries. To take a concrete example, how does a German learn his history today? He focuses precisely on the people who lived in Central Europe, to whom he himself belongs. He has the events that took place involving these people recounted to him; he traces these events back to his fathers, grandfathers, great-grandfathers, and earlier generations. They then proceed backward, perhaps as far as the Middle Ages. One is always aware that one is dealing with a continuous flow of humanity, which can be traced back to the Migration Period and so on, and one seeks to explain what is happening to people today based on what happened in relation to these preceding generations. One comes to know the continuous flow of historical development as it unfolds through the succession of these generations. In fact, one has only the concept of inheritance as it relates to human beings; one imagines that sons have inherited certain things from their fathers—be it their characteristics, or the fact that they have inherited what their fathers bequeathed, and so on. So one moves back in time from the present generation to the preceding one, and so on.

[ 4 ] Wenn wir nun die Sache geisteswissenschaftlich ansehen, ist sie denn dann eine volle Wirklichkeit? Liegt denn die Sache nicht so, daß die Seelen, die in den gegenwärtigen Menschenleibern eine Generation sind, durchaus nicht in ihrem früheren Erdenleben in diesem Mitteleuropa verkörpert gewesen zu sein brauchen, daß sie vielleicht ganz woanders unter ganz anderen Verhältnissen verkörpert waren? — Die Kräfte, die sie sich mitgebracht haben aus ihren früheren Verkörperungen, die tragen sie in die gegenwärtigen Leiber herein. Die wirken doch wahrhaftig ebenso wie das, was mit dem Blut heruntergeronnen ist durch die Generationen, die wirken zusammen mit diesen äußerlichen, physisch vererbten Merkmalen. Kann man sich denn der Illusion hingeben, daß man die Gegenwart versteht hinsichtlich ihrer Menschen, hinsichtlich der Tatsachen, die geschehen, wenn man nur ein Stück Wirklichkeit, nicht die volle Wirklichkeit ins Auge faßt, wenn man sich nicht sagt: In den Menschen der Gegenwart leben eben Seelen, in denen Kräfte walten, die uns durchaus nicht zurückführen durch die Generationen, sondern die uns vielleicht in ganz andere Regionen führen, wo diese Seelen in einem früheren Leben waren? — Man versteht nicht, was auf der Erde vorgeht, wenn man nicht im konkreten Sinne ernst nimmt dasjenige, was in der Anerkennung der Tatsache der wiederholten Erdenleben liegt. Man kann nicht in ehrlicher Weise auf der einen Seite ein abstrakter Bekenner der wiederholten Erdenleben sein und auf der anderen Seite Geschichte so betrachten, wie sie heute betrieben wird. Da schneidet man eben mitten auseinander auf der einen Seite das äußere Leben, in dem man sich ganz fügt dem Traditionellen, und auf der anderen Seite dasjenige, was man eigentlich für das Wesentliche anerkennt. Es muß immer mehr und mehr das Bedürfnis entstehen, die Dinge, die man aus geistigen Untergründen heraus als Wahrheit erkannt hat, wirklich auch im Leben drinnen zu sehen. Weil das so ist, stehe ich nicht an, über gewisse Forschungen auch zu sprechen, die vielleicht heute von manchen Menschen als sehr paradox empfunden werden, die aber durchaus heute verkündet werden müssen, weil heute die Menschheit nach dem Begreifen der ganzen Wirklichkeit verlangt, und weil alles, was nicht nach dem Begreifen der ganzen Wirklichkeit hingeht, einfach dem niedergehenden Leben angehört. Es ist ja natürlich schon einmal so, daß die meisten Menschen heute noch, wenn sie sich vor den vollen Ernst der geisteswissenschaftlichen Wahrheiten gestellt sehen, zurückschrecken. Die Dinge kommen ihnen zu kühn vor. Es ist ihnen ein zu weiter Weg von dem, was sie gewohnt sind zu denken und zu empfinden, zu dem, was die Geisteswissenschaft sagt. Daher nippen sie vielleicht an dieser Geisteswissenschaft, aber sie kommen nicht bis zum vollen Ernste ihrer Erfassung, denn sie haben nicht den Mut, die Dinge in das Leben wirklich hineinzutragen, nicht einmal in die Betrachtung des konkreten Lebens.

[ 4 ] If we now consider the matter from a spiritual-scientific perspective, is it then a full reality? Is it not the case that the souls who constitute a generation in their present human bodies need not at all have been incarnated in this Central Europe during their previous earthly lives, that they may have been incarnated somewhere else entirely under completely different circumstances? — The forces they have brought with them from their previous incarnations, they carry into their present bodies. These forces truly act just as much as what has flowed down through the generations in the blood; they act together with these external, physically inherited characteristics. Can one really succumb to the illusion that one understands the present—in terms of its people, in terms of the events that occur—if one considers only a fragment of reality, not the full reality, if one does not say to oneself: That in the people of the present there live souls in which forces are at work that do not lead us back through the generations at all, but that perhaps lead us into entirely different regions where these souls were in a previous life? — One does not understand what is happening on Earth unless one takes seriously, in a concrete sense, what lies in the recognition of the fact of repeated earthly lives. One cannot honestly be, on the one hand, an abstract believer in repeated earthly lives and, on the other hand, view history as it is studied today. This simply splits one’s life right down the middle: on the one hand, the outer life in which one conforms entirely to tradition, and on the other, that which one actually recognizes as essential. There must be an ever-increasing need to truly see in life itself the things that one has recognized as truth from spiritual depths. Because this is the case, I do not hesitate to speak about certain lines of research that may be perceived by some people today as highly paradoxical, but which must certainly be proclaimed today, because humanity today demands an understanding of the whole of reality, and because everything that does not lead toward an understanding of the whole of reality simply belongs to a life in decline. Of course, it is still the case that most people today recoil when confronted with the full gravity of the truths of spiritual science. These ideas seem too bold to them. The path from what they are accustomed to thinking and feeling to what spiritual science teaches is too long for them. Therefore, they may dabble in spiritual science, but they do not grasp its full seriousness, for they lack the courage to truly incorporate these ideas into their lives—not even into their contemplation of concrete life.

[ 5 ] Ich muß da etwas noch einmal betonen, auf das ich öfters aufmerksam gemacht habe, bevor ich die folgenden Auseinandersetzungen gebe. Ich sagte schon öfters: Derjenige, der etwas finden will in geistiger Erforschung aus den geistigen Welten heraus, der muß sich wohl hüten vor bloßen Begriffskombinationen oder Ideenverbindungen. Denn das, was man sich vorstellt, ist gewöhnlich das Gegenteil der Wahrheit oder wenigstens etwas, was sehr abweicht von der Wahrheit. Gerade die tieferen Wahrheiten erscheinen zunächst paradox. Sie können nur gefunden werden durch wirkliches Erlebnis, durch wirkliche Erfahrung.

[ 5 ] Before I present the following discussions, I must once again emphasize something I have often pointed out. As I have said many times: Anyone who wishes to discover something in spiritual research from the spiritual worlds must be very wary of mere combinations of concepts or associations of ideas. For what one imagines is usually the opposite of the truth—or at least something that deviates greatly from the truth. It is precisely the deeper truths that appear paradoxical at first. They can only be discovered through genuine experience.

[ 6 ] Wir wollen also einmal ernst nehmen die Frage: Wie steht es denn, wenn wir von wahrer Geisteswissenschaft aus die Verhältnisse der Gegenwart, die Menschen der Gegenwart betrachten, mit den Menschen dieser Zivilisation, die in solch eine Katastrophe hineingeführt hat? — Ich bemerke ausdrücklich, daß dasjenige, was ich über Dinge, die ich auch jetzt besprechen will, im einzelnen da oder dort schon angedeutet habe, durchaus so ist, wie ich es angedeutet habe. Aber natürlich kann man das, was das Feld einer weitausgreifenden Wirklichkeit ist, nur charakterisieren, indem man immer Einzelheiten anführt.

[ 6 ] So let us take the following question seriously: What is the situation when, from the perspective of true spiritual science, we consider the conditions of the present and the people of the present—the people of this civilization that has led us into such a catastrophe? — I would like to expressly note that what I have already hinted at here and there in detail regarding the matters I intend to discuss now is indeed exactly as I have indicated. But of course, one can only characterize what constitutes the realm of a far-reaching reality by constantly citing specific details.

[ 7 ] Ich habe ja öfters darauf aufmerksam gemacht, wie in der Gegenwart viele Seelen leben, die in einem früheren Leben in den ersten Jahrhunderten des Christentums mehr im Süden von Europa inkarniert waren, und die jetzt mehr in Mitteleuropa verkörpert sind. Das ist durchaus eine Wahrheit, allein es bezieht sich nur auf eine gewisse Anzahl von Seelen. Ich will heute das vor Sie hinstellen, was sich auf große Teile der gegenwärtigen Erdenbevölkerung bezieht. Da kommen wir zu der Frage, und dasjenige, was ich als Antwort geben werde auf diese Frage, beruht eben auf wirklicher, intensiver geistiger Forschung: Wo waren denn die Seelen eines großen Teiles, geradezu das Gros der europäischen Westbevölkerung und auch eines großen Teiles der mitteleuropäischen Bevölkerung bis weit nach Rußland hinein in einem früheren Erdenleben? — Wenn man diese Frage gewissenhaft untersucht mit den zur Verfügung stehenden geistigen Forschungsmitteln, dann stellt sich heraus, daß man es zu tun hat mit Seelen, die ein verhältnismäßig kürzeres Leben durchgemacht haben zwischen dem letzten Tod und dieser Geburt. Man wird nach Westen hinübergeführt. Man wird dort hingeführt auf seinen Forschungswegen, wo nach der Entdeckung Amerikas ja ein großer Teil der europäischen Bevölkerung dieses Amerika besiedelt und die Urbevölkerung ausgerottet oder wenigstens außerordentlich zurückgedrängt hat. Man wird in die Jahrhunderte der Eroberung Amerikas geführt, zu denjenigen Seelen, die in den Indianerleibern waren, über die sich die Eroberungen ergossen haben. Man wird, was ich zu sagen habe, nur verstehen, wenn man diese von den Europäern ausgerotteten Indianer in der richtigen Weise beurteilt. Gewiß, in dem Sinne waren das nicht gebildete Leute, in dem man jetzt unter uns Bildung auffaßt, aber es war etwas in diesen Seelen, was ich bezeichnen möchte als eine universelle pantheistische religiöse Empfindung. Gerade bei diesen Indianern, nicht gerade bei den entarteten Leuten, aber bei denen, die dort das tonangebende Element bildeten, hat man angetroffen ein religiöses Gefühl, das sich richtete auf eine geistige Wesenheit, monotheistisch sogar, das einen einheitlichen Geist in den Naturerscheinungen und auch in den Taten der Menschen lebendig und intensiv empfand. Diese Seelenstimmung muß man ins Auge fassen und muß durch manches Vorurteil wie durch Gestrüpp hindurch begreifen, daß man in diesen Seelen doch etwas anderes zu sehen hat als das, was man nur dann im Indianer sieht, wenn man ihn nach äußerlicher, naturalistischer Methode gewissermaßen wie ein halbes Tier ansieht. Und die Seelen dieser ausgerotteten, besiegten Indianerbevölkerung leben heute in dem Gros der westeuropäischen und mitteleuropäischen Menschen bis weit nach Rußland hinein. Wir begreifen nicht, wie die Wirklichkeit ist, wenn wir nicht dieses uns scheinbar so paradox Anmutende zu unserem Verständnis bringen.

[ 7 ] I have often pointed out how many souls living today were incarnated in earlier lives—during the first centuries of Christianity—primarily in southern Europe, and are now incarnated primarily in Central Europe. This is certainly true, but it applies only to a certain number of souls. Today I want to present to you what applies to large segments of the current population of Earth. This brings us to the question—and the answer I will give to this question is based precisely on genuine, intensive spiritual research: Where were the souls of a large portion—indeed, the vast majority—of the population of Western Europe, as well as a large portion of the Central European population extending far into Russia, in a previous earthly life? — If one examines this question conscientiously using the spiritual research methods available, it turns out that we are dealing with souls who have lived a relatively shorter life between their last death and this birth. One is led westward. One is led there along one’s path of inquiry, to the time after the discovery of America, when a large portion of the European population settled in the Americas and exterminated the indigenous peoples or at least drove them back to a great extent. One is led into the centuries of the conquest of America, to those souls who were in the bodies of the Native Americans upon whom the conquests were unleashed. What I have to say will only be understood if one judges these Native Americans—who were exterminated by the Europeans—in the proper way. Certainly, in the sense that we now understand education among ourselves, they were not educated people; but there was something in these souls that I would like to describe as a universal pantheistic religious sentiment. It was precisely among these Native Americans—not among the degenerate ones, but among those who formed the dominant element there—that one encountered a religious sentiment directed toward a spiritual entity, even monotheistic in nature, which perceived a unified spirit in the phenomena of nature and also in human actions, alive and intense. One must take this spiritual disposition into account and, pushing through various prejudices as if through thickets, come to understand that one must see something different in these souls than what one sees in Native Americans only when viewing them, so to speak, as half-animals according to an external, naturalistic method. And the souls of this exterminated, defeated Native American population live on today in the majority of Western and Central Europeans, extending far into Russia. We cannot grasp reality unless we bring this—which seems so paradoxical to us—into our understanding.

[ 8 ] Das waren Seelen, die in ihrer früheren Inkarnation nichts vom Christentum gehabt haben. Dem Gros der europäischen Bevölkerung ist daher das Christentum auch nicht etwas, was schon in ihren Seelen lag vor der gegenwärtigen Geburt oder Empfängnis. Es ist ihnen anerzogen, allerdings anerzogen zum großen Teil mit den Lauten der Sprache. Es ist etwas, was äußerlich erworben ist. Die Art, wie das Christentum eigentlich in den heutigen europäischen Seelen lebt, wird derjenige verstehen, der weiß, daß in dem Gros dieser Seelen in einem früheren Erdenleben gar nicht christliche Impulse vorhanden waren, sondern die Impulse, die nach dem großen, universellen Geiste mit einer Art pantheistischer religiöser Empfindung hingingen. Allerdings hat sich ja in diese Bevölkerung vieles hineingemischt von Seelen, die mehr vom Süden heraufkamen, die eben in den ersten Jahrhunderten des Christentums in mehr südlichen Gegenden Europas verkörpert waren, die in nordafrikanischen Gegenden gelebt haben und die dann wiederverkörpert sind in diesem Gros, das ich eben bezeichnet habe. Aus diesen zwei Seelenarten setzt sich in der Hauptsache das zusammen, was west- und mitteleuropäische Bevölkerung ist, wie gesagt, bis weit nach Rußland hinein. Wir müssen uns klar sein darüber, daß wir zu studieren haben die Art und Weise, wie sich eine Seele äußert in der Gegenwart, wie ihre Aspirationen sind, wie ihre Art des Denkens ist. Um das alles zu wissen, müssen wir uns davon unterrichten, daß ein großer Teil der gegenwärtigen Bevölkerung nur begriffen werden kann, wenn wir nicht bloß wie gang und gäbe Geschichte in der Generationenströmung hinnehmen, sondern wenn wir wissen, daß in denjenigen Leibern, die allerdings in bezug auf die bloße Blutsverwandtschaft zurückgehen auf ihre Väter, Großväter, Urgroßväter und so weiter bis hinauf in die Zeiten Karls des Großen und weiter zurück, Seelen tätig sind, ihnen die ganze seelische Konfiguration gebend, welche im fernen Amerika gelebt haben und von Europäern überwunden worden sind.

[ 8 ] These were souls who had no connection to Christianity in their previous incarnation. For the vast majority of the European population, therefore, Christianity is not something that was already present in their souls before their current birth or conception. It has been instilled in them—though largely through the sounds of language. It is something acquired from the outside. The way in which Christianity actually lives in the souls of Europeans today will be understood by those who know that in the vast majority of these souls, there were no Christian impulses at all in a previous earthly life, but rather impulses that, in accordance with the great, universal Spirit, were oriented toward a kind of pantheistic religious sentiment. However, much has indeed been mixed into this population from souls who came up more from the south—souls who were incarnated in the more southern regions of Europe during the first centuries of Christianity, who lived in North African regions, and who have since reincarnated into this majority I have just described. The population of Western and Central Europe—as I said, extending far into Russia—is composed primarily of these two types of souls. We must be clear that we need to study the way a soul expresses itself in the present, what its aspirations are, and what its mode of thinking is. To understand all this, we must realize that a large part of the present-day population can only be understood if we do not merely accept history as it is commonly understood in the flow of generations, but if we know that within those bodies—which, in terms of mere blood kinship, do indeed trace back to their fathers, grandfathers, great-grandfathers, and so on all the way back to the time of Charlemagne and beyond, there are souls at work, giving them their entire spiritual configuration—souls that once lived in distant America and were conquered by Europeans.

[ 9 ] Wir haben noch eine andere Wahrheit, die sich ergeben kann durch eine solche geistige Forschung. Wir können zurückblicken auf diejenige Bevölkerung, welche in Europa zur Zeit der Völkerwanderung, etwas früher und etwas später, vorhanden war, also gerade auf die europäische Bevölkerung, die vom Süden her das Christentum entgegengenommen hat, es entgegengenommen hat in der Form, die noch eine andere war als heute, da es noch durchaus durchsetzt war mit elementaren, ursprünglichen inneren Seelenkräften, da es eine imponderable Macht war, die innerhalb des ganzen Lebens wirkte. Es war noch nicht von abstrakter, verstandesmäßiger Theologie durchsetzt, es war etwas, was vor allen Dingen auf die Grundempfindungen der Seele wirkte. Diese Seelen, die in dem damaligen Europa vorhanden waren und die in dieser Weise das Christentum entgegengenommen haben, sind nun nach einem Leben zwischen Tod und neuer Geburt, das etwas länger dauerte als bei anderen, weil eben gerade durch diese besondere Art der Seelenbildung, die da in die Menschen hineingekommen ist, dieses Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt verlängert wird, diese Seelen sind heute zum großen Teil in Asien drüben verkörpert. Insbesondere sind viele von diesen Seelen, die gerade durchchristet worden sind in der bezeichneten Zeit, in japanischen Leibern heute verkörpert. Wer dieses eigentümliche Leben in Asien, das ja heute wirklich viele Rätsel bietet, verstehen will, muß sich darüber klar sein, daß in Asien heute gerade viele Seelen leben, die im vorigen Erdenleben in einer gewissen Gestalt die christlichen Empfindungen aufgenommen haben, die diese christlichen Empfindungen hineingetragen haben in gegenwärtige orientalische Leiber, die umgeben waren von Kindheit auf schon durch die Sprache von dem, was in Dekadenz aus älterer orientalischer Kultur geblieben ist. Ich möchte sagen, es lebt etwas von wahrem Christlichen in dem Durchdringen des Christlichen, dem solche Seelen früher unterworfen waren, gegenüber dem, was an ihr Ohr heranklingt, was an ihr Gemüt herantönt von der dekadenten orientalischen religiösen und sonstigen Kulturwelt. Selbst bis zu den Gebildeten, bis zu den Allergebildetsten hinauf, läßt sich das verfolgen, und man gewinnt eigentlich nur ein Verständnis, wenn man es so verfolgt. Es wird einem erst klar, was eine solche Persönlichkeit wie Rabindranath Tagore eigentlich bedeutet, wenn man sich klar ist darüber: Auch das ist wohl eine Seele, die in einem früheren Erdenleben europäisch christlich war, die aus dieser europäischen Christlichkeit eine gewisse Wärme der Empfindung durch alles ergießt, was sie von sich gibt. — Dagegen fließt dann aus dem dekadenten Orientalismus alles dasjenige, was gerade bei Tagore einem entgegentritt in seinem koketten Wesen, in dieser Kulturkoketterie. Es ist ja eine merkwürdige Zwitterbildung in dieser Persönlichkeit gerade des Tagore. Auf der einen Seite wird man immer, wenn man ein natürliches, gesundes Empfinden hat, aufmerksam darauf, daß da alle heutige orientalische Koketterie vorhanden ist, dann aber wiederum zieht einen die ungeheure Seelenwärme an.

[ 9 ] There is yet another truth that can emerge from such spiritual research. We can look back at the population that existed in Europe during the Migration Period—somewhat earlier and somewhat later—that is, specifically at the European population that embraced Christianity from the south, received it in a form that was still different from today’s, since it was still thoroughly imbued with elemental, primordial inner soul forces; it was an imponderable power that worked within the whole of life. It was not yet permeated by abstract, intellectual theology; it was something that acted above all on the soul’s fundamental feelings. These souls, who were present in Europe at that time and who embraced Christianity in this way, have now, after a life between death and a new birth—which lasted somewhat longer than for others, precisely because of this particular kind of soul formation that entered into these people— this life between death and a new birth is prolonged; these souls are today, for the most part, incarnated over in Asia. In particular, many of these souls, who were specifically Christianized during the period described, are today incarnated in Japanese bodies. Anyone who wishes to understand this peculiar life in Asia—which, after all, presents many mysteries today— must realize that there are many souls living in Asia today who, in a certain form during their previous earthly life, absorbed Christian sentiments—sentiments they have carried into their present Eastern bodies, bodies that have been surrounded since childhood by the language of what remains, in a state of decadence, of the older Eastern culture. I would like to say that something of true Christianity lives on in the permeation of Christianity to which such souls were once subjected, in contrast to what reaches their ears and resonates in their hearts from the decadent Eastern religious and other cultural spheres. This can be traced even among the educated, right up to the most highly educated, and one can truly gain an understanding only by tracing it in this way. It only becomes clear what a personality such as Rabindranath Tagore actually signifies when one realizes: This, too, is likely a soul that was European and Christian in a previous earthly life, a soul that pours a certain warmth of feeling—derived from this European Christianity—into everything it produces. — In contrast, everything that confronts us in Tagore’s coquettish nature, in this cultural coquetry, flows from decadent Orientalism. It is indeed a curious hybrid formation in this very personality of Tagore’s. On the one hand, if one has a natural, healthy sensibility, one always becomes aware that all of today’s Oriental coquetry is present there; yet, on the other hand, one is drawn to the immense warmth of his soul.

[ 10 ] Es geht eben heute nicht, bloß obenhin naschend zu nehmen, was sich einem theoretisch darbietet als die Anschauung von den wiederholten Erdenleben. Das ganz konkrete Leben will heute so betrachtet werden, wenn dies auch eigentlich den Menschen heute noch unbequem ist. Denn im Grunde zittern die Menschen heute davor zurück, sich selber kennenzulernen. Sie versuchen gar nicht, das, was sie sich abstrakt vorhalten, auch im wirklichen Leben zu sehen. Gewissermaßen fühlt sich der Mensch geniert, so in sein Wesen hineinzuschauen. Er möchte nicht so vor der Welt dastehen, wie er wirklich ist. Daher verpönt er es, die Realitäten auf diesem Gebiete wirklich zu untersuchen. Was das gegenwärtige Leben an Verworrenheit, an Rätseln hat, es wird verständlich, wenn man solche Dinge in Erwägung zieht, wie ich sie Ihnen jetzt vorlegte.

[ 10 ] Today, it is simply not enough to merely skim the surface of what is theoretically presented as the concept of repeated earthly lives. Life in its very concrete form must be viewed in this way today, even if this is still uncomfortable for people. For deep down, people today shy away from getting to know themselves. They make no attempt to see in real life what they hold up to themselves in the abstract. In a sense, people feel embarrassed to look so deeply into their own nature. They do not want to present themselves to the world as they truly are. That is why they frown upon truly examining the realities in this area. The confusion and mysteries of present-day life become understandable when one considers the things I have just presented to you.

[ 11 ] Aber nehmen wir eine andere Bevölkerung. Gerade wenn der Geistesforscher solche Untersuchungen gemacht hat, deren Ergebnisse ich ‚Ihnen jetzt eben gesagt habe, wird er zu der Frage getrieben: Was ist denn eigentlich geschehen mit derjenigen Bevölkerung, die zeitlich etwas weiter zurückliegt, in Asien drüben? — Es ist ja beim geistigen Forschen so, daß man irgendwo, gedrängt durch das Leben, durch irgendeine Rätselfrage, die sich einem aufgibt, das angreift, was man erforschen kann. Erst ist es das Leben, das einen hinführt, an irgendeiner Stelle mit der Forschung einzusetzen, dann entzündet sich das Schauen daran. Eine Frage bringt einen auf ein anderes Gebiet, und man kann dann nur sagen: Es stellt sich zuletzt schon als sinnvoll heraus, warum man so getrieben wird von einer Frage, von einem Ergebnis zu dem anderen. Man wird gewissermaßen aufmerksam: Wenn du erforschen willst, was aus den Indianerseelen geworden ist, was aus anderen Seelen der früheren europäischen Bevölkerung geworden ist, dann mußt du die Frage stellen, und sie wird sich dir beantworten: Was ist aus denjenigen Seelen geworden, die mit der besonderen Bildung der damaligen Zeit in Vorderasien, in Asien überhaupt, in Afrika waren, als das Christentum entstanden ist, also in der Zeit, da sich das Mysterium von Golgatha abgespielt hat? — Ich meine nicht diejenigen Seelen, welche die Lehren von dem Mysterium von Golgatha aufgenommen haben, sondern die Seelen, die sie nicht aufgenommen haben, die die alte orientalische asiatische Kultur fortgepflanzt haben. Von dem Bestand dieser alten orientalischen asiatischen Kultur — heute ist sie in der Dekadenz —, in der Zeit, als sich das Mysterium von Golgatha abgespielt hat, hat man ja nicht immer einen genauen Begriff. Es war bei sehr vielen Menschen eine durchgeistigte, eine sehr durchgeistigte Kultur. Die schloß bei sehr vielen Menschen die Fähigkeit in sich, sich sehr klare Vorstellungen zu machen über gewisse Zusammenhänge der geistigen Welten. Was aus dem Menschen wird, wenn er sich vom Christentum durchziehen läßt, das war natürlich bei denen, von denen ich jetzt rede, nicht vorhanden. Aber es war ein sehr stark von Bilderbegriffen durchsetztes Verstehen geistiger Zusammenhänge da. Es war eine in hohem Grade spirituelle Weltanschauung, der diese Menschen angehörten, eine Weltanschauung, die sie dazu brachte, in vieler Beziehung nur die geistige, die spirituelle Welt für die wahre, für die erstrebenswerte zu halten und in einer gewissen Weise zu fliehen die Welt der äußeren sinnlichen Wirklichkeit. Es waren Menschen, die viele Spekulationen anstellten, aber Spekulationen, die zum Teil noch genährt waren aus alten, instinktiven hellsichtigen Kräften, Spekulationen über den Hervorgang der Welt aus den verschiedenen geistigen Entwickelungsstufen früherer, urferner vergangener Zeiten. Es waren Menschen, die da sprachen von Äonen, die einander folgten und die immer gröber und gröber, materieller und materieller wurden, bis zuletzt das zustande kam, was das gegenwärtige Gebilde der äußeren physischen, realen Welt ist. Kurz, es waren Menschen, die ernst und tief hinaufschauten in das Geistige. Diese Seelen bereiteten eben gerade durch diese besondere Seelenstruktur, diese Seelenverfassung sich ein längeres Leben vor zwischen Tod und neuer Geburt, sie brauchten lange, bis in ihnen wiederum der Trieb erwachte in eine neue Körperlichkeit herunterzusteigen. Und eine Anzahl dieser Seelen, sehr viele derselben sind verkörpert in der heutigen amerikanischen Bevölkerung. Diese amerikanische Bevölkerung, die in vieler Beziehung gerade neigt zu der Auffassung des praktischen, materiellen Lebens, ist in ihrer gesamten Konstitution dadurch hervorgerufen, daß die Seelen früher gelebt haben in einer solchen geistigen Erfassung der Welt, wie ich sie geschildert habe, dann aber untergetaucht sind in eine sehr, sehr dichte Leiblichkeit und die im Grunde genommen jetzt in einer raffinierten Behandlung dieser materiellen Welt dasjenige auszuleben suchen, was sie früher in einer feinen Geistigkeit gehabt haben. Man begreift die besondere Art des amerikanischen Geistes, sich wirklich praktisch und wissenschaftlich herzumachen über die Dinge der Welt, wenn man weiß, wie das zurückgeht auf ein früheres Hingelenktsein auf die geistige Welt, das heute gerade ins materielle Leben hereingetragen wird, ohne daß man sich dessen bewußt wird, daß man das Geistige im Materiellen erfassen will. Es ist das materielle Gegenbild des Spirituellen, das diese Seelen in ihrem früheren Erdenleben durchgemacht haben.

[ 11 ] But let’s consider another population. Precisely when the spiritual researcher has conducted the kinds of investigations whose results I have just described to you, he is driven to ask: What actually happened to that population, which lived somewhat further back in time, over in Asia? — The thing about spiritual research is that, driven by life itself—by some mysterious question that presents itself and challenges you—you end up tackling whatever you can investigate. First, it is life that leads you to begin your research at a certain point; then, your insight is sparked by it. One question leads you into another field, and then you can only say: In the end, it turns out to make sense why you are driven in this way by a question, from one result to the next. You become, so to speak, attentive: If you want to investigate what has become of the souls of the Native Americans, what has become of other souls from the earlier European population, then you must ask the question, and it will answer itself: What has become of those souls who were in the Near East, in Asia in general, and in Africa—with the particular cultural background of that time—when Christianity arose, that is, during the period when the Mystery of Golgotha took place? — I do not mean those souls who took in the teachings of the Mystery of Golgotha, but rather the souls who did not take them in, who carried on the ancient Oriental-Asian culture. One does not always have a precise understanding of the nature of this ancient Oriental-Asian culture—which is now in decline—at the time when the Mystery of Golgotha took place. For very many people, it was a spiritualized—a deeply spiritualized—culture. For very many people, this culture encompassed the ability to form very clear mental images of certain connections within the spiritual worlds. What becomes of a person when they allow themselves to be permeated by Christianity was, of course, absent in those of whom I am now speaking. But there was an understanding of spiritual connections that was very strongly interwoven with imagery. These people belonged to a highly spiritual worldview—a worldview that led them, in many respects, to regard only the spiritual world as the true one, the one worth striving for, and in a certain sense to flee from the world of outer sensory reality. These were people who engaged in much speculation—speculation that was, in part, still nourished by ancient, instinctive clairvoyant powers—speculation about the emergence of the world from the various spiritual stages of development in earlier, primeval times long past. These were people who spoke of eons that followed one another and became coarser and coarser, more material and more material, until finally what emerged was the present structure of the outer, physical, real world. In short, these were people who looked up earnestly and deeply into the spiritual realm. Precisely because of this particular soul structure, this disposition of the soul, these souls prepared themselves for a longer life between death and rebirth; it took them a long time before the impulse to descend into a new physical body awoke within them once more. And a number of these souls—very many of them—are incarnated in today’s American population. This American population, which in many respects tends toward a view of practical, material life, owes its entire constitution to the fact that these souls once lived with such a spiritual perception of the world as I have described, but then plunged into a very, very dense physical existence and are now, in essence, seeking to live out through a refined engagement with this material world what they once possessed in a subtle spiritual realm. One can understand the distinctive nature of the American spirit—its truly practical and scientific approach to the things of the world—when one realizes how this stems from a former orientation toward the spiritual world, which is now being carried over into material life without people being aware that they are seeking to grasp the spiritual within the material. It is the material counterpart of the spiritual that these souls experienced in their previous earthly lives.

[ 12 ] Sie werden sehen, wie fruchtbar es ist, wenn Sie dasjenige, was Ihnen in dieser oder jener Tatsache, in diesem oder jenem Benehmen von Menschen der gegenwärtigen Generation entgegentritt, sich dadurch verständlich zu machen versuchen, daß Sie solche Dinge ins Auge fassen, und wenn Sie dabei das Bewußtsein entwickeln: Jetzt erst ergreife ich die volle Wirklichkeit, während ich im Grunde genommen — wenn es auch eine äußerlich wahrnehmbare Abstraktion ist — doch nur vor einer Abstraktion stehe, wenn ich mir erzählen lasse die Geschichte der Generationen.

[ 12 ] You will see how fruitful it is when you try to make sense of what confronts you in this or that fact, in this or that behavior of people of the present generation, by taking such things into account, and when you develop the awareness in the process: Only now do I grasp the full reality, whereas, when I listen to the history of the generations, I am essentially—even if it is an externally perceptible abstraction—facing nothing more than an abstraction.

[ 13 ] Es ist schon notwendig, daß Sie sich klarmachen, wie wenig die große Mehrheit der heutigen Menschheit geneigt ist, in einer solchen Weise wirklich zur Selbsterkenntnis hinzustreben, wie wenig man den Mut findet, hinauszugehen aus demjenigen, was auch in der Geschichte nur die äußerliche, physisch-sinnliche Beobachtung ist. Es ist ja gerade auf dem Gebiete desjenigen, was dann auf dem Wege des Unterrichts in unsere jungen Seelen fließt, so klar zu bemerken, wie die Menschen heute herausgerissen werden aus der ganzen vollen Wirklichkeit des Lebens dadurch, daß ihnen eigentlich überall nur ein Stück der Wirklichkeit beigebracht wird. Natürlich ist es für die heutigen Menschen etwas, vor dem sie zurückschrecken, wie wenn sie sich daran verbrennen würden, wenn man ihnen zumutet, ernst zu nehmen das geistige Leben, das sich in wiederholten Erdenleben für die Seele äußert, und daß sie wirklich absehen sollen von dem bloß Außerlichen. In dieser Beziehung erlebt man ja heute geradezu die unglaublichsten Dinge in dem, was einem von den wissenschaftlichen Führern der heutigen Menschheit entgegentritt. Natürlich ist noch nicht die Zeit gekommen, um solche Dinge, wie ich sie eben jetzt auseinandergesetzt habe, geradezu in öffentlichen Vorträgen zu sagen. Aber man muß heute schon ziemlich weit gehen in öffentlichen Vorträgen. Ich habe zum Beispiel neulich in Zürich ungefähr das auseinandergesetzt, was ich auch hier am Dienstag im öffentlichen Vortrag dargelegt habe, und habe, um mich verständlich zu machen, in welcher Sphäre das spielt, was der Geistesforscher zur Ausbildung seiner Methoden an besonderen inneren Seelenübungen durchmacht, gesagt: Das fließt in eineSphäre, die durchzogen sein muß vom inneren Willen des Menschen, von innerer Klarheit, wie es sonst nur beim Verfolgen der mathematischen Ableitungen, beim Verfolgen der Wahrheiten des Mathematischen der Fall ist. — Diesen Vortrag hat sich ein Zürcher Wissenschafter angehört, wahrhaftig nicht der schlechteste, sondern einer, der sogar zu den Begabteren gehört. Aber unter manchem anderen, wirklich recht Stumpfen, was er dann in einem ausführlichen Feuilleton der «Neuen Zürcher Zeitung» gegen diesen Vortrag vorgebracht hat, steht, ich hätte mich darauf berufen, daß die inneren Untersuchungsmethoden der anthroposophischen Erkenntnis in einem solchen klaren Seelenverfahren herangebildet werden müssen, wie es nachgebildet ist dem klaren Seelenverfahren in der Ausbildung mathematischen Urteils. — Dazu sagt dieser Gelehrte, es ist sogar ein junger Gelehrter, also eine «hoffnungsvolle Leuchte» für die Zukunft, und man kann wirklich gar nicht seines Erstaunens Ende finden, wenn man so etwas von einem Menschen liest, der ernst genommen werden will: Die Gewißheit der Mathematik bezieht sich ja eigentlich nur darauf, daß man die mathematischen Gebilde miteinander verbindet. Wenn man den Punkt hat und die Linie hat und den Winkel, kann man Punkt und Linie und Winkel verbinden, dann bekommt man Wahrheiten, Gewißheiten heraus. Aber der Punkt und die Linie sind doch selber ungewiß, geradeso wie das Atom und das Molekül ungewiß sind.

[ 13 ] It is indeed necessary for you to realize how little the vast majority of humanity today is inclined to truly strive toward self-knowledge in this way, and how little courage people find to step beyond what, even in history, is merely external, physical-sensory observation. It is precisely in the realm of what flows into our young souls through education that it is so clearly evident how people today are torn away from the full reality of life by the fact that, virtually everywhere, they are taught only a fragment of reality. Of course, for people today, it is something they recoil from—as if they would burn themselves—when they are expected to take seriously the spiritual life that manifests itself for the soul through repeated earthly lives, and to truly look beyond the merely external. In this regard, one experiences the most incredible things today in what is presented by the scientific leaders of modern humanity. Of course, the time has not yet come to speak openly about such matters—as I have just explained—in public lectures. But one must already go quite far in public lectures today. For example, I recently expounded in Zurich on roughly the same points I presented here on Tuesday in the public lecture, and in order to make it clear in what sphere the spiritual researcher undergoes special inner soul exercises to develop his methods, I said: This flows into a sphere that must be permeated by the human being’s inner will and inner clarity, as is otherwise only the case when following mathematical derivations or the truths of mathematics. — A Zurich scientist listened to this lecture—truly not the least capable, but one who even ranks among the more gifted. But among many other, truly rather dull points he subsequently raised against this lecture in a detailed feature article in the *Neue Zürcher Zeitung*, it is stated that I had claimed that the inner methods of investigation in anthroposophical knowledge must be developed through a clear mental process, modeled on the clear mental process involved in the training of mathematical judgment. — In response to this, the scholar—who is, in fact, a young scholar, and thus a “promising beacon” for the future—says something that leaves one truly at a loss for words when reading such a statement from someone who wishes to be taken seriously: The certainty of mathematics actually relates only to the fact that one connects mathematical constructs with one another. If one has a point, a line, and an angle, one can connect the point, the line, and the angle, and then one arrives at truths and certainties. But the point and the line are themselves uncertain, just as the atom and the molecule are uncertain.

[ 14 ] Der Mann glaubt, etwas furchtbar Gescheites zu sagen, aber es ist nur charakteristisch dafür, wie verrenkt eigentlich das Denken des gegenwärtigen Wissenschafters ist. Denn wenn sich jemand mit geraden, gesunden Sinnen darauf beruft, daß in dem Verfahren der Seelenübungen bei anthroposophischer Forschung mathematische Klarheit ist, geht ihn ja alles das nichts an, was man nun diskutieren kann über die Gewißheit der Linienzusammenhänge und die Ungewißheit eines einzelnen Punktes. Das ist ja ganz gleichgültig, was solch ein philosophischer Privatgelehrter denkt über die Gewißheit von Punkten und Linien und so weiter. Lasse man das gewiß oder ungewiß sein, was sich solch ein Mensch vorstellen will. Aber man lebt in einer gewissen Seelenstimmung, wenn man sich den pythagoräischen Lehrsatz klarmacht. Was man da durchmacht, dem wird nachgebildet die anthroposophische Methode, gleichgültig, was man darüber streiten kann, ob das Dreieck des pythagoräischen Lehrsatzes gewiß ist für sich oder ob sein eines Quadrat gewiß ist für sich.

[ 14 ] The man believes he is saying something terribly clever, but it merely illustrates just how twisted the thinking of today’s scientists actually is. For if someone with sound, clear judgment claims that there is mathematical clarity in the process of spiritual exercises in anthroposophical research, then all the discussions about the certainty of line relationships and the uncertainty of a single point are of no concern to him. It is, after all, entirely irrelevant what such a private scholar of philosophy thinks about the certainty of points and lines and so on. Let whatever such a person wishes to imagine be certain or uncertain. But one lives in a certain state of mind when one grasps the Pythagorean theorem. What one experiences there is reflected in the anthroposophical method, regardless of what one might argue about—whether the triangle in the Pythagorean theorem is certain in and of itself or whether one of its squares is certain in and of itself.

[ 15 ] Also man muß sich schon klar sein darüber, daß man da tatsächlich zumeist keine Brücke schlagen kann zu einem solchen Gelehrten, denn diese «Verstande» sind ganz und gar verbildet durch dasjenige, was eben von der Gegenwart herangezüchtet worden ist. Aber auf der anderen Seite ist es schon dringend notwendig, daß Wirklichkeitssinn in unser ganzes Leben hereinkommt. Ohne diesen Wirklichkeitssinn kommen wir nicht weiter. Daher muß derjenige, der es nun ehrlich meint mit den Wahrheiten und Erkenntnissen der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, nicht zurückschrecken davor, diejenigen Dinge, die er vielleicht im Abstrakten ganz gut begreift wie die Lehre von den wiederholten Erdenleben, auch in das konkrete Leben hereinzutragen. Dabei bleibt es durchaus richtig, daß man gerade die Dogmen, das heißt, die abstrakte Dogmenform der Wahrheit eigentlich so spät wie möglich ausbilden soll. Es bleibt zum Beispiel durchaus richtig, daß so etwas wie unsere Waldorfschule keine Weltanschauungsschule sein soll. Es handelt sich daher dort viel weniger darum, daß irgendwie der abstrakte Gedanke der wiederholten Erdenleben schon begriffen werde von den jungen Seelen. Aber es läßt sich, ohne daß man diesen abstrakten Gedanken berührt, einfach indem man selber im Hintergrund hat solche Erkenntnisse, wie ich sie heute dargelegt habe, das geschichtliche Leben im Unterricht beleuchten und zum Verständnis bringen. Dann wird etwas ganz anderes in den Gemütern dieser Seelen leben, die vielleicht ganz ohne die Theorie und Dogmatik von den wiederholten Erdenleben eine solche geschichtliche Darstellung übermittelt bekommen, leben einfach dadurch, daß man die Methoden findet, das Leben der Gegenwart so zu beschreiben, wie man es selber versteht, indem man den Zusammenfluß von ganz fremdem Seelenleben mit dem findet, was in der Generationenfolge durch das Blut leiblich in gerader Strömung aus der Vorzeit heruntergeflossen ist.

[ 15 ] So one must be clear about the fact that, in most cases, it is indeed impossible to build a bridge to such a scholar, because these “minds” are completely distorted by what has been cultivated by the present. But on the other hand, it is urgently necessary for a sense of reality to enter into our entire lives. Without this sense of reality, we cannot move forward. Therefore, anyone who is sincere about the truths and insights of anthroposophically oriented spiritual science must not shy away from bringing into concrete life those things that they may understand quite well in the abstract, such as the doctrine of repeated earthly lives. At the same time, it remains entirely true that one should actually develop dogmas—that is, the abstract, dogmatic form of truth—as late as possible. It remains entirely true, for example, that an institution such as our Waldorf school should not be a school based on a particular worldview. The focus there is therefore much less on ensuring that the young souls somehow already grasp the abstract concept of repeated earthly lives. But without even touching upon this abstract idea—simply by having insights like those I have outlined today in the background—it is possible to shed light on historical life in the classroom and help students understand it. Then something quite different will take root in the minds of these young souls, who—perhaps entirely without the theory and dogma of repeated earthly lives—will be presented with such a historical account, simply by finding the methods to describe present-day life as one understands it oneself, by discovering the convergence of a completely foreign soul life with what has flowed down in a direct stream from ancient times through the blood across generations.

[ 16 ] Es kommt heute darauf an, vom Geiste nicht nur zu reden, sondern das Verständnis des Geistes wirklich so weit zu treiben, daß man das Wirken dieses Geistes im konkreten, im materiellen Dasein findet. Unsere Wissenschaften haben überall eine abstrakte Form angenommen, selbst da, wo sie bloß nur so herumplätschern im äußerlichen Hantieren. Da ist das, was man im äußerlichen Hantieren entwickelt, wenn es auch eine anschauliche Abstraktion ist, doch ebenso eine Abstraktion, wenn man es ohne das zugrundeliegende Geistige hat. Und wer einwendet: Da muß man ja glauben denjenigen, die da schauen das geistige Leben; man kann ja die Initiationswissenschaft nicht so einfach erlangen wie etwas anderes! — der steht im Grunde genommen mit einem solchen Einwand auf dem Standpunkt des Pfarrers und Professors Traub, der da sagt, daß ich Dinge, die mich im Grunde genommen wenig berühren, wie zum Beispiel die Geburt Alexanders des Großen, nicht selbst erlebt zu haben brauche, daß ich aber das, was ich als mich unmittelbar angehend anerkennen soll, selbst erlebt haben oder selbst erleben können muß, denn das will ich nicht bloß annehmen als das Erlebnis eines anderen. — Ich möchte Leuten, die solche Logik haben, nur empfehlen, einmal nachzusehen, wann sie das ihnen persönlich doch wohl naheliegende Datum ihrer eigenen Geburt in ihr Tagebuch eingeschrieben haben, ob da nicht doch ein Faktum vorliegt, das ihnen dem persönlichen Leben nach sehr naheliegt und das sie auf keine andere Weise zu ihrem Bewußtsein bringen können als auf Treu und Glauben anderer hin! — Dies zunächst über das Ablehnen des sogenannten Autoritätsprinzips. Aber man soll es nur einmal versuchen, den Weg aufzufinden, der schon durch den gesunden Menschenverstand zum Verstehen desjenigen führt, was Geisteswissenschaft bietet. Man soll nur die Dinge einmal gründlich und intensiv ernst nehmen, dann wird man sehen, daß selbst zu solch anscheinend paradoxen und abgelegenen Wahrheiten, wie ich sie heute vorgebracht habe, dem unbehinderten, ungehemmten gesunden Menschenverstand der Zugang schon möglich ist. Allerdings, wenn man sich den gesunden Menschenverstand durch jene Mauern verbaut, welche aufgerichtet werden, indem man Geschichte nur betrachtet als ein System, sei es physisch, dem Blute nach vererbter Menscheneigenschaften, oder sei es im fortlaufenden Strom auf einem Gebiete sich abspielender Ereignisse, solange man sich verbaut das Verständnis für die Wirklichkeit durch solche Vorurteile, wird man eben an diese Wirklichkeit nicht herankommen können. In dem Augenblick aber, in welchem man sich dem gesunden Menschenverstande übergibt in der richtigen Weise, wenn man nur anfängt, begreifen zu wollen, wird man sehen, was da lebt in den Seelen der Gegenwart. Man begreift es nicht als bloß herkommend aus dem Blut durch Vererbung oder aus dem innerhalb der Generationenreihen fortfließenden Strom, wenn man es nur begreifen will. Allerdings handelt es sich darum, daß man den Mut findet, heranzugehen an die Dinge. Findet man aber diesen Mut, dann wird man über die bloßen Abstraktionen hinaus zum konkreten Ergreifen der Wahrheiten schon kommen.

[ 16 ] What matters today is not merely to speak of the spirit, but to truly advance our understanding of the spirit to the point where we can discern the workings of this spirit in concrete, material existence. Our sciences have taken on an abstract form everywhere, even where they merely splash about in external manipulation. What is developed in this external tinkering, even if it is a vivid abstraction, is still an abstraction if it lacks the underlying spiritual element. And anyone who objects, saying, “Well, one must believe those who perceive spiritual life; after all, one cannot attain the science of initiation as easily as one might something else!” — is, in essence, taking the same position as Pastor and Professor Traub, who says that I do not need to have personally experienced things that, in the end, affect me little—such as the birth of Alexander the Great—but that I must have personally experienced, or be able to experience myself, whatever I am to recognize as directly concerning me, for I do not wish to merely accept it as someone else’s experience. — I would simply recommend to people who think this way that they take a moment to check when they wrote down the date of their own birth—a date that is surely very close to their hearts—in their diary, to see if there isn’t, after all, a fact that is very close to their personal lives and that they cannot bring to their consciousness in any other way than through the good faith of others! — That, for now, on the rejection of the so-called principle of authority. But one should simply try to find the path that, through common sense alone, leads to an understanding of what spiritual science offers. One need only take these matters thoroughly and earnestly to heart, and then one will see that even such seemingly paradoxical and remote truths as I have presented today are already accessible to unimpeded, uninhibited common sense. However, if one blocks one’s common sense with those walls that are erected by viewing history solely as a system—be it a physical one, based on human characteristics inherited through blood, or a continuous stream of events unfolding in a given field— as long as one blocks one’s understanding of reality with such prejudices, one will simply be unable to approach that reality. But the moment one surrenders to common sense in the right way—the moment one merely begins to want to understand—one will see what lives in the souls of the present. One does not perceive it as merely originating from the blood through heredity or from the stream flowing through the generations—if one is only willing to understand it. Of course, it is a matter of finding the courage to approach these things. But if one finds this courage, then one will move beyond mere abstractions to a concrete grasp of the truths.