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Human Responsibility for Global Development
Through Its Spiritual Connection
to the Earth and the Celestial Realm
GA 203

9 January 1921, Stuttgart

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Human Responsibility for Global Development, tr. SOL
  1. Die Verantwortung des Menschen für die Weltentwickelung

Dritter Vortrag

Third Lecture

[ 1 ] Ich habe das letzte Mal hier darauf aufmerksam gemacht, wie aus der Verkörperung der Seelen zu verstehen sind die Verhältnisse über die heutige zivilisierte Erde hin. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, wie dasjenige, was anthroposophische Wahrheiten sind, gesehen werden muß in der äußeren Wirklichkeit, wie Ernst gemacht werden muß mit demjenigen, was uns hindert, was uns davon abhält, zum Beispiel die geschichtliche Entwickelung der Menschheit so zu nehmen, wie sie heute vielfach genommen wird: bloß als eine Art von Fortwirken der außen wahrnehmbaren Mächte durch die Generationen hindurch. Man muß sich eben durchaus darüber klar sein, daß dasjenige, was mit dem Blute durch die Generationen fließt, nicht erklärt die Ereignisse der Gegenwart. Diese Ereignisse werden einzig und allein erklärt, wenn man sich bewußt ist, daß ja die Seelen aus ganz anderen Gegenden herkommen als aus denjenigen, in denen die leiblichen Vorfahren der gegenwärtigen Menschheit irgendeines Territoriums gelebt haben. Wir haben versucht, darüber einiges Licht zu verbreiten. Heute will ich diese ganze Situation, die wir gekennzeichnet haben für unser Erdendasein, von einer anderen Seite her noch einmal besprechen.

[ 1 ] Last time, I pointed out here how the conditions prevailing across today’s civilized Earth can be understood in terms of the embodiment of souls. I pointed out how anthroposophical truths must be perceived in external reality, and how seriously we must take what hinders us—what prevents us, for example, from viewing the historical development of humanity as it is often viewed today: merely as a kind of continued effect of externally perceptible forces throughout the generations. One must be absolutely clear that what flows through the generations with the blood does not explain the events of the present. These events are explained solely when one is aware that souls come from regions entirely different from those in which the physical ancestors of present-day humanity in any given territory lived. We have attempted to shed some light on this. Today I would like to discuss this entire situation—which we have described as characteristic of our earthly existence—once again from a different perspective.

[ 2 ] Ich werde dabei allerdings auf manches hinzuweisen haben, was schon in vorangehenden Vorträgen von verschiedenen Gesichtspunkten aus durchgeführt worden ist. Allein es handelt sich ja gegenwärtig durchaus darum, daß wir immer mehr und mehr innerliche Impulse bekommen, um den Aufgaben der Gegenwart gewachsen zu sein. Dieses Gewachsensein, das kann nicht kommen, wenn nur wenige Menschen in allem Ernste ahnen, worin die großen Aufgaben der Gegenwart bestehen. Wir leben einmal in einer Zeit, in der vielen Menschen dasjenige aufgehen muß, was zu geschehen hat. Und daher muß daran gearbeitet werden, daß möglichst viele Menschen dasjenige durchdringen, was eben in der Gegenwart gewußt, gewollt, empfunden werden soll, damit die Menschheit zu einer Art von Aufstieg kommen könne. Denn Nicht-Aufsteigenwollen bedeutet in der heutigen Zeit Niedergehenwollen.

[ 2 ] I will, however, have to point out a number of things that have already been discussed in previous lectures from various perspectives. But the point at the moment is certainly that we are receiving more and more inner impulses to be able to rise to the challenges of the present. This ability to rise to the challenge cannot come about if only a few people have a serious inkling of what the great challenges of the present consist of. We are living in a time when many people must come to realize what needs to happen. And therefore, we must work to ensure that as many people as possible grasp what must be known, willed, and felt in the present, so that humanity can achieve a kind of ascent. For in today’s world, not wanting to ascend means wanting to descend.

[ 3 ] Nun ergibt sich aber auch noch eine andere Erkenntnis mit Bezug auf das Einkörpern der Seelen in Gegenwartsleiber, als diejenige ist, von der ich das letzte Mal gesprochen habe.

[ 3 ] However, there is another insight regarding the incarnation of souls into present-day bodies, in addition to the one I discussed last time.

[ 4 ] Ich habe ja schon in früheren Vorträgen angedeutet, daß deutlich bemerkbar ist für die geisteswissenschaftliche Erforschung, wie viele Seelen, die jetzt gewissermaßen aus geistigen Welten herunter sollen in physische Leiber, dieses Einkörpern in die physischen Leiber mit einer Art von Abneigung, mit einer Art von Antipathie betrachten. Es ist in der Gegenwart — und das liegt ja gerade unseren gegenwärtigen Erdenverhältnissen zugrunde — schon eine gewisse Antipathie vorhanden für die menschlichen Seelen, wieder herunterzukommen in physische Leiber. Es ist ja selbstverständlich, daß man, indem man dieses andeutet, von Seelenerlebnissen spricht, die der Einkörperung in physische Leiber vorangegangen sind und die nicht dem gewöhnlichen heutigen Gedächtnis angehören, so daß, was man in dieser Art charakterisiert, vielen Menschen heute unbewußt ist. Aber es kann bewußt werden, wenn dasjenige, was aus der Geistesforschung heraus geboren wird, gemessen wird an den Erscheinungen des Tages, an den Erscheinungen der Gegenwart. Wir sollten überhaupt dieses Messen von Erkenntnissen, die aus der Geistesforschung kommen, an den Vorgängen der Gegenwart eigentlich recht, recht ernst nehmen.

[ 4 ] I have already indicated in earlier lectures that it is clearly evident in spiritual scientific research how many souls, who are now, so to speak, supposed to descend from spiritual worlds into physical bodies, view this incarnation into physical bodies with a kind of aversion, with a kind of antipathy. At present—and this is precisely what underlies our current earthly conditions—there is already a certain antipathy among human souls toward descending once more into physical bodies. It goes without saying that, in hinting at this, one is speaking of soul experiences that preceded incarnation into physical bodies and that do not belong to ordinary present-day memory, so that what is characterized in this way is unconscious to many people today. But it can become conscious if what arises from spiritual research is measured against the phenomena of the day, against the phenomena of the present. We should, in fact, take this measuring of insights derived from spiritual research against the events of the present very, very seriously.

[ 5 ] Die Gegenwart ist im Grunde genommen eine Zeit, die nicht so an die Menschen herantritt, wie verflossene Zeiten an sie herangetreten sind. Sie wissen ja, ich bin durchaus abgeneigt, die Phrase mitzumachen von einer «Übergangszeit» — man lebt nämlich immer in einer Übergangszeit. Es kommt nur darauf an, was übergeht. Und weniger kommt es darauf an, daß man die Phrase breittritt, daß man in einer Übergangszeit lebt, als darauf, daß man gerade in dieser Gegenwart erkennt, was von der Vergangenheit her als zu überwindend in die Gegenwart hereinkommt, was für die Zukunft vorbereitet werden muß. Und da muß man schon sagen: Dieses 20. Jahrhundert, in dem wir leben, das ist so beschaffen in seinen Verhältnissen zur sich entwickelnden Mensch heit, daß die Menschheit dadurch, daß sie in diesem 20. Jahrhundert zum Teil lebt, daß also diejenigen Seelen, die in physischen Leibern sind, etwas ganz Besonderes durch dieses Leben auf der Erde erfahren sollen. Die Erlebnisse sollen bedeutsam sein, entscheidend sein in einer gewissen Weise. Versuchen Sie nur einmal, dasjenige, was in der Gegenwart erlebt werden kann, zu vergleichen mit den Menschheitserlebnissen voriger Zeiten, und Sie werden darauf kommen, daß es zwar vielleicht von manchem leichtfertig gesprochen ist, wenn er sagt: Was sich im 20. Jahrhundert bisher zugetragen hat, duldet keinen Vergleich mit vorhergehenden Ereignissen derjenigen Geschichte, die man verzeichnet hat in den menschlichen Annalen. — Aber gerade wenn man tiefer hineindringt in die Ereignisse der Gegenwart, so muß man bemerken, daß dieses so ist, daß allerdings in unserer Zeit für die Menschheit Dinge erfahren werden sollen, welche sich nicht vergleichen lassen mit den Dingen früherer Zeiten.

[ 5 ] The present is, in essence, a time that does not approach people in the same way that past times have approached them. As you know, I am quite averse to going along with the cliché of a “time of transition”—for one always lives in a time of transition. What matters is what is changing. And it is less important to bandy about the phrase that we are living in a “time of transition” than it is to recognize, right here in the present, what has come into the present from the past that must be overcome, and what must be prepared for the future. And here one must say: This 20th century in which we live is such in its relationship to evolving humanity that, by living in part within this 20th century—that is, by the fact that those souls who are in physical bodies are to experience something quite special through this life on Earth—these experiences are meant to be significant, decisive in a certain way. Just try for a moment to compare what can be experienced in the present with the experiences of humanity in earlier times, and you will come to realize that, although some may speak of it lightly when they say: “What has transpired so far in the 20th century bears no comparison to previous events in the history recorded in the annals of humanity.” — But precisely when one delves deeper into the events of the present, one must note that it is indeed the case that in our time, humanity is to experience things that cannot be compared to those of earlier times.

[ 6 ] Man könnte nun vieles herausgreifen aus den Vorgängen der Gegenwart, um das zu erhärten, was ich eben gesagt habe. Aber ich will nur Weniges anführen. Gerade vom Gesichtspunkte desjenigen Erdengebietes, in dem wir leben, und die Dinge mehr vom geistigen Standpunkte aus jetzt augenblicklich betrachtend, können wir sagen: Es ist doch etwas im Grunde genommen vielleicht erschreckend zu Nennendes, daß in diesem Mitteleuropa mit einer so ungeheuren Raschheit die Verwandlungen vor sich gegangen sind, die sich eben vollzogen haben etwa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in unser 20. Jahrhundert hinein. Man beachtet nur gewöhnlich nicht, was da alles geschehen ist. Derjenige, der für so etwas eine Empfindung hat, der kann vergleichen die ganze Art und Weise, wie die Menschen Mitteleuropas vor siebzig, achtzig Jahren gedacht haben und wie sie heute denken, namentlich aber wie sie damals empfunden haben und wie sie heute empfinden. Es ist ein ganz deutlicher äußerer Unterschied. Die Seelenverfassung gerade der mitteleuropäischen Menschheit hat sich außerordentlich geändert. Und zu dem kommt noch etwas anderes hinzu. Gewiß, die Menschen, wenigstens die meisten Menschen, verschlafen ja die wichtigsten Geschehnisse, sie bemerken sie nicht. Aber diese Geschehnisse sind doch da. Es gibt heute wohlmeinende Schriften, die von Menschen der mehr westlichen Erdengegenden, von Engländern, Amerikanern, ausgehen und die voll äußeren Mitleids sind für die materielle Lage der mitteleuropäischen Menschheit. Das ist richtig. Aber was gerade dieser geistigen Strömung zugrunde liegt, das ist etwas, was in Mitteleuropa mit den aufmerksamsten Blicken verfolgt werden sollte. Denn dieses Mitteleuropa, das ja wirklich heute mehr denn je an den entscheidenden Ort hingestellt ist, zwischen den Orient und den Okzident — wobei ich mit dem Okzident mehr diejenigen Gegenden, in denen das angloamerikanische Element tonangebend ist, verstehe —, das scheint vor allen Dingen, wenn man heute die äußeren Verhältnisse betrachtet, um seine besondere geistige Art gebracht werden zu sollen. Ich bitte Sie durchaus, das nicht mißzuverstehen, was ich jetzt sage. Gewiß, man kann volles Verständnis haben für die materiellen Nöte, und es ist ja nicht so schwierig, das heute zu haben in der Zeit des Elends und der Not; aber die geistige Not, das ist etwas, was vor allen Dingen auch heute ins Auge gefaßt werden muß.

[ 6 ] One could now point to many examples from current events to corroborate what I have just said. But I will mention only a few. Precisely from the perspective of the region of the Earth in which we live, and considering things more from a spiritual standpoint at this very moment, we can say: It is, after all, something that might be described as frightening: that in Central Europe, the transformations that have taken place—roughly from the middle of the 19th century into the 20th—have occurred with such tremendous speed. People simply do not usually take note of everything that has happened there. Anyone who has a sense for such things can compare the entire way in which the people of Central Europe thought seventy or eighty years ago with how they think today—and especially how they felt back then compared to how they feel today. There is a very clear outward difference. The state of mind of the people of Central Europe, in particular, has changed extraordinarily. And there is something else to add to this. Certainly, people—at least most people—sleep through the most important events; they do not notice them. But these events are still there. There are well-meaning writings today, authored by people from the more western regions of the world—by English and Americans—that are full of superficial sympathy for the material circumstances of the people of Central Europe. That is true. But what underlies this very spiritual current is something that should be closely observed in Central Europe. For this Central Europe, which today more than ever finds itself in a decisive position between the Orient and the Occident—whereby by “Occident” I mean primarily those regions where the Anglo-American element sets the tone—seems, above all, when one considers the external circumstances today, to be in danger of being deprived of its distinctive spiritual character. I earnestly ask you not to misunderstand what I am saying now. Certainly, one can have full understanding for material hardships, and it is not so difficult to have that today in this time of misery and need; but spiritual distress—that is something that must be taken into account above all else, even today.

[ 7 ] Versuchen Sie doch einmal, ohne hinzuhorchen auf das, was aus Vorurteil heraus gesagt wird, was vielleicht in Ihrem eigenen Gemüt aus Vorurteil heraus gesagt wird, zusammenzufassen dasjenige, was die heutigen Ereignisse in ihrem Schoße tragen für das Schicksal Mitteleuropas in geistiger Beziehung. Tendiert nicht alles, alles darauf hin, diese mitteleuropäische Geistigkeit eigentlich auf der Erde auszurotten? Man müßte schon, wenn man unbefangen diese Tatsache ins Auge faßt, in sich den Impuls erglimmen fühlen, alles, was man tun kann zum Fortgang dieser wirklichen mitteleuropäischen Geistigkeit, zu tun. Wenn nicht ganz bedeutsame Kraftentfaltungen geschehen, so wird sowohl der Osten der Erde wie der Westen der Erde über Mitteleuropa hin sich verbinden, zuerst wahrscheinlich in einer furchtbaren Feindschaft, aber dann doch über die Feindschaft hinweg zu irgendeiner Strömung, die eigentlich von Mitteleuropa aus nicht gewollt sein darf, zu irgendeiner Strömung, die sich dann fortpflanzen will als Weltkultur, als Weltzivilisation. Und das, was ich jetzt sage, hängt zusammen mit der Antipathie, welche heute auf die Erde heruntersteigende Seelen haben gegenüber dem Wohnen in heutigen physischen Leibern. Nicht nur diejenigen Seelen, von denen ich Ihnen neulich gesagt habe, daß sie zum großen Teil aus dem früheren Mitteleuropa stammen, dann nach dem Osten hinübergezogen sind mit ihrer jetzigen Verkörperung, haben eigentlich vor ihrer Einkörperung keine große Lust gehabt, in diesen Leibern zu sein, sondern auch diejenigen Seelen, die in den westlichen Gegenden sind, in Amerika, in großen Teilen Englands, die ja, wie Sie wissen, früher in orientalischen Leibern gelebt haben vor verhältnismäßig langer Zeit, haben nicht in dem Sinne, wie das in früheren Zeiten der Erdenentwickelung der Fall war, mit voller Sympathie ihre Einkörperung betrachtet. Die Seelen weder des Ostens noch des Westens leben, wenn das Wort erlaubt ist, auf ganz normale Weise in diesen Leibern. Das ist deutlich zu bemerken, wenn man mit den Mitteln geisteswissenschaftlicher Forschung an die heutige Zivilisation herantritt.

[ 7 ] Try, without paying attention to what is said out of prejudice—or what may be said out of prejudice in your own mind—to summarize what today’s events hold in store for the spiritual destiny of Central Europe. Doesn’t everything, absolutely everything, tend toward the actual eradication of this Central European spirituality on Earth? If one were to face this fact impartially, one would surely feel an impulse welling up within to do everything one can to further this true Central European spirituality. Unless very significant forces come into play, both the East and the West of the Earth will unite across Central Europe—at first, probably, in a terrible enmity, but then, transcending that enmity, into some current that Central Europe itself must not will, into some current that will then seek to propagate itself as a world culture, as a world civilization. And what I am saying now is connected to the antipathy that souls descending to Earth today feel toward inhabiting present-day physical bodies. Not only those souls of whom I told you recently—that they largely originate from what was once Central Europe and then migrated eastward in their present incarnations—had, prior to their incarnation, little desire to be in these bodies, but also those souls who are in the western regions, in America and in large parts of England—who, as you know, lived in Oriental bodies a relatively long time ago—did not view their incarnation with full sympathy, as was the case in earlier periods of Earth’s development. The souls of neither the East nor the West live, if I may say so, in a completely normal way within these bodies. This becomes clearly apparent when one approaches today’s civilization through the methods of spiritual scientific research.

[ 8 ] Da haben wir vor allen Dingen diese Menschen des Ostens. Wir wissen jetzt, welche Seelen es sind. Und aus den verschiedenen Darstellungen der geisteswissenschaftlichen Kulturgeschichte, die gegeben worden sind, wissen wir ja auch, in welchen Leibern diese Seelen wohnen. Diese Seelen des Ostens haben gewiß nicht alle ein gemeinschaftliches Interesse, aber es ist doch ein gewisses Interesse vorwiegend bis herein in die europäischen östlichen Gegenden. Diese Seelen, die tonangebenden Seelen, sie ziehen alle aus der Antipathie gegenüber ihrer Verkörperung unbewußt die Konsequenz, nicht vollständig sich hinzuversetzen auf den Schauplatz der irdischen Ereignisse, nicht voll aufzugehen in den Tatsachen dieser irdischen Ereignisse. Es ist eine eingeborene Abgeneigtheit bei den Seelen des Ostens, gerade bei den bedeutendsten Menschen des Ostens vorhanden gegen das Bekanntwerden und Mittun mit demjenigen, was in Mitteleuropa und im Westen äußerliche Kultur geworden ist, was äußere Naturwissenschaft, äußere Technik geworden ist und so weiter. Und man kann sagen: Ganz im Gegensatz zu demjenigen, was gerade die beste mitteleuropäische Seelenverfassung früherer Zeiten war, sehen wir heute, wie auch zahlreiche Seelen Mitteleuropas aus den Verhältnissen der Verkörperung heraus, die ich das letzte Mal geschildert habe, ergriffen werden von dieser Abneigung, in die Tatsachen, in die Verhältnisse der Gegenwart sich hineinzufügen. — Betrachten wir nur einmal ganz unbefangen unsere Zeit. Wie viele Menschen sind da, die heute in einer ganz falschen Weise sich wiederum zurückversetzen wollen seelenhaft in die Geistesauffassung des Orients, die gerade einen gewissen mystischen Drang fühlen, nicht teilzunehmen an demjenigen, was heute in der äußeren Welt vorgeht, die fliehen möchten in mystischsch-wärmerische Lebensbetrachtung, die also dasjenige, was einmal berechtigt war für das orientalische Leben der früheren Zeiten, was jetzt dekadent zurückgeblieben ist, hereintragen möchten in unser ganz andersartiges Leben.

[ 8 ] First and foremost, there are these people from the East. We now know which souls these are. And from the various descriptions of cultural history in spiritual science that have been presented, we also know in which bodies these souls dwell. Certainly not all of these souls from the East share a common interest, but there is nevertheless a certain interest that extends predominantly into the eastern regions of Europe. These souls—the leading souls—all unconsciously draw the conclusion from their antipathy toward their physical embodiment that they should not fully place themselves within the arena of earthly events, nor fully immerse themselves in the facts of these earthly events. There is an innate aversion among the souls of the East—particularly among the most prominent people of the East—toward becoming acquainted with and participating in what has become external culture in Central Europe and the West: external natural science, external technology, and so on. And one can say: In stark contrast to what was precisely the finest Central European state of mind in earlier times, we see today how numerous souls in Central Europe, arising from the conditions of embodiment that I described last time, are seized by this aversion to integrating themselves into the realities and circumstances of the present. — Let us just take an unbiased look at our own time. How many people are there today who, in a completely misguided way, want to transport themselves back, in a spiritual sense, to the Eastern conception of the spirit—who feel a certain mystical urge not to participate in what is happening in the outer world today, who would like to flee into a mystical -warm perspective on life—in other words, who wish to bring into our entirely different way of life what was once justified for the Oriental way of life of earlier times but has now become decadently outdated.

[ 9 ] Das ist das eine, was in unserer Gegenwart so schädlich ist: die weltfremde Mystik. Diese weltfremde Mystik ist in verschiedenen Gestalten vorhanden. Sie ist in denjenigen vorhanden, die schwärmen für allerlei nach orientalischem Muster gearbeitete Geistesanschauung. Sie ist aber auch noch vorhanden in einer Weise, die weniger bemerkt wird und die auch bemerkt werden soll. Wir leben nämlich heute über die ganze zivilisierte Erde hin, vom Osten bis zum Westen, in einem ganz merkwürdigen Verhältnis zu etwas, was innig zusammenhängt mit unserer ganzen Zivilisation, ja mit dem Leben überhaupt: wir leben in einem merkwürdigen Verhältnis zur Sprache. Je weiter wir nach dem Orient herübergehen, desto mehr ist das Bestreben vorhanden, die Sprache selber nicht recht herunterkommen zu lassen auf den physischen Plan, die Sprache, das Sprechen von einer gewissen Richtung der Seele durchdrungen sein zu lassen, in die Worte nicht aufzugehen, sondern ein überströmendes, überquellendes Gefühl zu haben, das sich nicht bemüht, in den Worten völlig aufzugehen. Man möchte sagen, es ist das Bestreben vorhanden, die Sprache nicht anpassen zu wollen an die Verhältnisse des physischen Planes, sondern sie gewissermaßen zurückzubehalten im Menschen, um in der Sprache Rauschzustände, Rauscherlebnisse mehr zum Ausdruck zu bringen. Man muß sich einen Blick dafür aneignen, wie es viele Menschen in der Gegenwart gibt, die es geradezu für verachtenswert finden, wenn der Mensch sich bemüht, seine Sprache so plastisch wie möglich zu machen. Sie finden das dann zu intellektualistisch, sie finden es dann zu sehr in die Verhältnisse des physischen Planes sich einlebend. Sie möchten die Sprache in einem Halbdunkel, in einem Dämmerzustand halten. Sie finden nur dasjenige poetisch, was die Sprache in einem Dämmerzustand hält, sie lieben solches Verschwärmen des sprachlichen Elementes. Wenn man danach strebt, in jedem Wort, in jedem Satz etwas zu haben, was sich deckt mit irgendeiner voll erlebten Wirklichkeit, so ist das etwas, was dann für solche Seelen nicht sympathisch erscheint. Solche Seelen möchten sprechen, ohne mit demjenigen zu leben, wofür die Sprache da ist — mit den Realitäten. Dieses Nicht-Lebenwollen mit den Realitäten, das ist etwas, was sehr charakteristisch ist für einen großen Teil unserer gegenwärtigen Menschheit. Und das ist mehr oder weniger das Charakteristikum der Sprache selbst, je mehr man nach dem Osten hinkommt.

[ 9 ] That is the one thing that is so harmful in our time: otherworldly mysticism. This otherworldly mysticism takes various forms. It is found in those who are enamored with all sorts of spiritual views modeled on Eastern traditions. But it is also present in a way that goes more unnoticed—and that deserves our attention. For today, throughout the entire civilized world, from East to West, we live in a very peculiar relationship to something that is intimately connected with our entire civilization—indeed, with life itself: we live in a peculiar relationship to language. The further we move toward the East, the stronger the tendency becomes not to allow language itself to descend entirely onto the physical plane, but rather to let language—speech—be permeated by a certain direction of the soul; not to be absorbed into the words, but to have an overflowing, surging feeling that does not strive to be completely absorbed into the words. One might say there is a desire not to adapt language to the conditions of the physical plane, but rather to retain it, as it were, within the human being, in order to express states of ecstasy and ecstatic experiences more fully through language. One must develop an eye for the fact that there are many people today who find it downright contemptible when a person strives to make their language as vivid as possible. They find this too intellectualistic; they find it too deeply immersed in the conditions of the physical plane. They wish to keep language in a half-light, in a twilight state. They consider poetic only that which keeps language in a twilight state; they love such a romanticization of the linguistic element. If one strives to have something in every word, in every sentence, that corresponds to some fully experienced reality, this is something that does not appeal to such souls. Such souls wish to speak without living with that for which language exists—with realities. This unwillingness to live with realities is something that is very characteristic of a large part of our present-day humanity. And this is, to a greater or lesser extent, the defining characteristic of language itself, the further one goes toward the East.

[ 10 ] Dagegen haben die westlichen Sprachen ein anderes Charakteristikum. Sie streben schon danach, mit der Sprache die Realität zu treffen, mit der Sprache in die Realitäten unterzutauchen, aber sie bilden die Sprache nicht selber aus, sie lassen die Sprache verschwimmen, so daß sie zwar untertauchen in die Realitäten, aber mit einer nicht genügend plastisch gemachten Sprache, mit einer Sprache, die nicht liebevoll genug die Dinge umfängt. Das hängt zusammen mit anderen Neigungen des Westens. Vom Westen ist ja im wesentlichen hergekommen diejenige Betrachtungsweise, die eigentlich bis zum Menschen gar nicht hinaufdringt. Da haben wir zunächst den Darwinismus, der ganz gewiß bewundernswürdige Dinge enthält, wenn es sich darum handelt, die Tierwelt zu begreifen. Man braucht ja weniger auf die Fanatiker des Darwinismus zu sehen als auf den Darwinismus selbst. Da ist vieles, was ganz bewundernswert in die Tierwelt eindringt, und man kann dann sagen: Der Mensch steht an der Spitze der Tierwelt. — Aber damit wird nichts getan, um den Menschen selber zu begreifen. Das sehen wir in diesem Westen auch auf sozialem Gebiet. Wir sehen im Westen merkwürdige Anschauungen sich geltend machen, die auch eigentlich den Menschen aus dem Felde der Betrachtung ausschließen. Wir sehen, wie innerhalb der Nationalökonomie des Westens eigentlich der Mensch als solcher keine besondere Rolle spielt. Es spielt dasjenige eine Rolle, was an dem Menschen als Äußerlich-Materielles hängt. Das Privateigentum, das ein Mensch hat, das wird eigentlich als die Individualität in der Nationalökonomie betrachtet, nicht der Mensch selber. Und nicht von jener Freiheit spricht man eigentlich im Westen, welche herausquillt aus dem ganzen menschlichen Wesen, sondern man spricht — in sich überzeugt — nur von der wirtschaftlichen Freiheit. Seit Adam Smith und seit Zeiten, die noch früher liegen, spricht man von der wirtschaftlichen Freiheit, von demjenigen, was der Mensch dadurch in die Waagschale der Zivilisation zu werfen hat, daß er etwas besitzt, was er in der Welt genießen kann, und dadurch, daß ihm der Besitz wirtschaftliche Unabhängigkeit gibt und so weiter. Aber man spricht nicht von dem, was der Mensch eigentlich ist, was aus des Menschen eigenem Inneren mit dem Charakter der Freiheit herausquillt.

[ 10 ] Western languages, on the other hand, have a different characteristic. They do strive to capture reality through language, to immerse themselves in realities through language, but they do not shape the language itself; they allow the language to become blurred, so that while they do immerse themselves in realities, they do so with a language that lacks sufficient vividness—a language that does not embrace things with enough love. This is connected to other tendencies in the West. After all, it is essentially from the West that the perspective has come which, in fact, does not extend all the way up to human beings. First, there is Darwinism, which certainly contains admirable insights when it comes to understanding the animal world. One need not focus so much on the fanatics of Darwinism as on Darwinism itself. There is much in it that penetrates the animal world in a truly admirable way, and one can then say: Human beings stand at the pinnacle of the animal world. — But this does nothing to help us understand human beings themselves. We see this in the West as well in the social sphere. We see strange views gaining ground in the West that actually exclude human beings from the field of consideration. We see how, within the Western national economy, human beings as such do not actually play a special role. What plays a role is that which is attached to human beings as external and material. The private property that a person possesses is actually regarded as the embodiment of individuality in national economics, not the human being himself. And in the West, people do not actually speak of the freedom that springs from the whole human being, but rather—with complete conviction—they speak only of economic freedom. Ever since Adam Smith—and even earlier—people have spoken of economic freedom: of what a person has to contribute to the balance of civilization by possessing something they can enjoy in the world, and by the fact that this possession grants them economic independence, and so on. But people do not speak of what a human being actually is, of what springs forth from within the human being itself with the character of freedom.

[ 11 ] Diese Dinge alle weisen aber noch auf viel tiefere Erscheinungen hin. Diejenigen Seelen, die mit einer gewissen Antipathie sich heute in orientalische Leiber hinein verkörpern, weil andere Verhältnisse sie dazu zwingen, die haben eigentlich vielfach das Bestreben, die Erkenntnisfähigkeiten dieser Leiber nicht zum Erfassen der Erdengegenwart kommen zu lassen. Sie haben das Bestreben, den Menschen gewissermaßen in seinem Bewußtsein zu erhalten außerhalb der Erdengegenwart. Es ist etwas im eminentesten Sinne Luziferisches in dieser Seelenverfassung, und dieses Luziferische weht aus dem Osten herüber.

[ 11 ] All these things, however, point to much deeper phenomena. Those souls who, with a certain antipathy, incarnate today into Eastern bodies—because other circumstances compel them to do so—often actually strive to prevent the cognitive faculties of these bodies from grasping earthly reality. They strive, so to speak, to keep human beings in their consciousness outside of earthly reality. There is something Luciferic in the truest sense of the word in this state of mind, and this Luciferic element blows over from the East.

[ 12 ] Im Westen hingegen ist etwas im eminentesten Sinne Ahrimanisches in den Seelen. Sie wollen nicht in der Weise von den Leibern Besitz ergreifen, daß sie durch diese Leiber mit offenen Sinnen hinausblicken in die Welt, sondern sie versenken sich so in diese Leiber, daß sie diese Leiber selber nicht in vollem Sinne umfassen, durchgeistigen. Sie leben in den Leibern, aber sie durchdringen sie nicht vollständig. Dadurch kommt das zustande, was die notwendige Folge sein kann, wenn man im Menschenleibe lebt und keinen offenen Sinn hat für dasjenige, was ringsherum in der Welt ist. Hat man einen offenen Sinn, so entdeckt man in dieser Welt nicht nur die äußere physisch-sinnliche Wirklichkeit, sondern man entdeckt die dieser physisch-sinnlichen Wirklichkeit zugrunde liegende Geistigkeit. Diese zugrunde liegende Geistigkeit entdeckt man nicht, wenn man zwar im Leibe steckt, aber diesen Leib nicht bis zur Peripherie voll durchdringt. Das ist die Seelenstimmung des Westens. Durch diese Verhältnisse, so kann man sagen, ist es so, daß tatsächlich manche Leiber westlicher Menschen so beschaffen sind, daß die Seelen in ihnen, wenn die Leiber heranwachsen, gar nicht voll zur Geltung kommen. Dadurch aber, daß die Menschenseelen in diesen Leibern nicht voll zur Geltung kommen, können die Leiber die Hüllen, die Gehäuse werden für ganz andere Wesenheiten, die dann in sie einziehen, Wesenheiten, welche dasjenige geradezu verschlafen, was in den Eigentümlichkeiten der Menschenseele selber liegt.

[ 12 ] In the West, on the other hand, there is something eminently Ahrimanic in the souls. They do not wish to take possession of their bodies in such a way that they look out into the world through these bodies with open senses; rather, they immerse themselves so deeply in these bodies that they do not fully encompass or spiritualize them. They live in their bodies, but they do not fully permeate them. This gives rise to what is the inevitable consequence of living in a human body without an open sense for what surrounds one in the world. If one has an open sense, one discovers in this world not only the outer physical-sensory reality, but also the spirituality underlying this physical-sensory reality. One does not discover this underlying spirituality if, although one is housed in a body, one does not fully permeate that body right to its very periphery. This is the soul-disposition of the West. Due to these circumstances, one might say, it is indeed the case that some bodies of Western people are constituted in such a way that the souls within them do not come fully into their own as the bodies grow. But because the human souls in these bodies do not come into their own, the bodies can become shells or vessels for entirely different beings who then move into them—beings who virtually sleep through what lies in the very nature of the human soul itself.

[ 13 ] Und durch all diese Dinge breitet sich von Osten her die eine, von Westen her eine andere Stimmung aus. Die Stimmung, die sich von Osten her verbreitet, ist diese, den Menschen zu erhalten in Gefühlsweisen, Empfindungsweisen älterer Zeiten, die noch mehr instinktiv nach einer Geistigkeit hinaufgehen, den Menschen nicht so weit hinunterkommen zu lassen auf die Erde, daß er sich voll verbinden kann mit der Situation hier auf der Erde. Im Westen dagegen macht sich die Strömung geltend, dasjenige, was jetzt da ist, nicht so zu betrachten, daß man in ihm die in allem Dasein immer fortschreitende Geistigkeit wahrnimmt, sondern daß man bei dem, was der Mensch einmal geworden ist, stehenbleibt, weil man ihn zwar bewohnt, aber nicht durchdringt, weil man ihn eigentlich nicht selber so liebt, daß man ihn völlig durchdringen will. Konservieren den gegenwärtigen Zustand der Menschheit mit seiner materialistischen Gesinnung, seinem materialistischen Handeln, möchte man vom Westen aus. Nicht kommen zu lassen bis zu dem, was uns zusammenbringt mit den materiellen Verhältnissen der Erde, sondern den Menschen abzuhalten, die Gegenwart in sich voll aufzunehmen, das möchte man vom Osten aus. Von beiden Seiten ist eigentlich das Bestreben vorhanden, den Menschen nicht kommen zu lassen zum vollen Erfassen der Gegenwart. Und eine ungeheure Furcht, die sich unbewußt der Menschheit bemächtigt, unterstützt das noch. Wer unbefangen diese Gegenwart betrachtet mit den großen Entscheidungen, die sie in ihrem Schoße hat, der muß sich in einer gewissen Weise mutvoll diesen Entscheidungen gegenüberstellen.

[ 13 ] And through all these things, one mood spreads from the East and another from the West. The mood spreading from the East is this: to preserve people in the emotional and sensory modes of earlier times, which rise even more instinctively toward spirituality; not to let people descend so far onto the Earth that they can fully connect with the situation here on Earth. In the West, on the other hand, the prevailing current is not to view what is present now in such a way as to perceive in it the spirituality that is ever progressing in all existence, but rather to remain stuck at the stage of what humanity has once become—because one inhabits it, but does not permeate it; because one does not actually love it enough to want to permeate it completely. From the West, there is a desire to preserve the current state of humanity with its materialistic mindset and materialistic actions. From the East, there is a desire not to allow humanity to reach the point where it is fully united with the material conditions of the Earth, but rather to prevent people from fully embracing the present within themselves. On both sides, there is actually an effort to prevent people from fully grasping the present. And an immense fear, which unconsciously takes hold of humanity, further supports this. Anyone who views this present impartially, with the great decisions it holds within its bosom, must, in a certain sense, face these decisions courageously.

[ 14 ] Nun kann man es sich auf zweierlei Weise ersparen, sich den Entscheidungen der Gegenwart gegenüberzustellen. Die eine Art ist diese, daß man schwärmerischer Mystiker oder 'Theosoph wird und in einer oberflächlichen Weise das «ex oriente lux» wiederholt. Dann kann man sich ein innerliches Wohlgefühl begründen in einem gewissen Fliehen vor den Ereignissen der Gegenwart. Man kann sich über sie hinwegheben, kann sich sogar als ausgezeichneter Mensch in dieser Mystik oder Theosophie fühlen und kann alles verachten, was um einen herum vorgeht, als «die schlechte Welt», als die Welt der Materie, die minderwertig ist. Das ist aber eben das Schädliche dieses einen Extrems, wie auch das andere Extrem schädlich ist, das zutage tritt in der mehr westlichen Strömung, die dann in ihrer letzten Konsequenz den matenialistischen Menschen hervorbringt, bei dem die Furcht vor dem Sich-Gegenüberstellen den Entscheidungen der Gegenwart den anderen Charakter annimmt, so daß er sagt: Der Mensch ist das Produkt desjenigen, was in ihm physisch-physiologisch vorgeht, und von irgend etwas zu sprechen, was in des Menschen eigene Entscheidung gelegt ist, ist ein Unsinn, darauf braucht man keine Rücksicht zu nehmen. Es ist notwendig, daß das gepflegt werde, was sich einmal in der Menschheit leiblich-physisch herausgebildet hat. Man ist abergläubisch, wenn man von einer besonderen Geistigkeit spricht. — Auf dieser Seite flieht man die Geistigkeit, während man auf der anderen Seite die Materialität flieht.

[ 14 ] There are two ways to avoid confronting the decisions of the present. One is to become an enthusiastic mystic or “theosophist” and to repeat the phrase “ex oriente lux” in a superficial manner. Then one can derive an inner sense of well-being from a certain flight from the events of the present. One can rise above them, can even feel like a superior being within this mysticism or theosophy, and can despise everything happening around one as “the evil world,” as the world of matter, which is inferior. But that is precisely the harm of this one extreme, just as the other extreme is harmful—one that manifests in the more Western current, which, taken to its ultimate conclusion, produces the materialistic person, for whom the fear of confronting the decisions of the present takes on a different character, so that he says: Human beings are the product of what takes place within them physically and physiologically, and to speak of anything that lies within a person’s own decision-making is nonsense; one need not take it into account. It is necessary to nurture what has once taken physical form in humanity. One is superstitious when one speaks of a special spirituality. — On the one hand, one flees from spirituality, while on the other hand, one flees from materiality.

[ 15 ] So haben wir heute zwei Extreme der menschlichen Seelenverfassung: auf der einen Seite den Materialismus, der ahrimanisch ist, auf der anderen Seite den Mystizismus, der luziferisch ist. Wir haben auf der einen Seite den großen Weltanschauungszug vom Westen nach dem Osten, der nur aus der Materie heraus eine mechanistische Naturwissenschaft erarbeitet, der sozusagen unsere äußere Bildung durchzieht. Wir haben auf der anderen Seite den Zug vom Osten nach dem Westen, der wahrhaftig heute nicht wenig Geister ergreift, der immer mehr Geister ergreifen wird. Und man möchte wünschen, daß dasjenige, was Anthroposophie ist, von diesen Geistern nicht dadurch zerstört wird, daß es gerade von ihnen im Geiste einer schwärmerischen Mystik ausgelegt wird. Wir haben ja diese andere Strömung, die nur schöpfen will aus einer weltfremden Sphäre, wir haben insbesondere diesen Zug in derjenigen theosophischen Weltanschauung vorhanden, welche herübertragen will aus dem Orient längst verklungene Dinge, die heute für die Menschheit durchaus nicht taugen.

[ 15 ] Thus, today we have two extremes in the human soul: on the one hand, materialism, which is Ahrimanic; on the other hand, mysticism, which is Luciferic. On the one hand, we have the great ideological movement from the West to the East, which develops a mechanistic natural science based solely on matter and which, so to speak, permeates our external education. On the other hand, we have the movement from the East to the West, which is truly captivating many minds today and will continue to captivate more and more. And one would hope that what anthroposophy is will not be destroyed by these minds through their interpreting it in the spirit of an impassioned mysticism. We do, after all, have this other current that seeks only to draw from a sphere detached from the real world; we find this tendency particularly present in the theosophical worldview, which seeks to import from the East things that have long since faded away and are entirely unsuitable for humanity today.

[ 16 ] Das sind die beiden Extreme, die sich eigentlich, vielleicht über eine furchtbare Feindschaft hinweg, die durch die äußeren Verhältnisse und den inneren Gegensatz bewirkt ist, die Hand reichen möchten von beiden Seiten her. Und weil diese Strömungen vorhanden sind, und weil das der Fall ist, geht es, wollte man es trivial ausdrücken — es ist aber wahrhaftig nicht trivial, sondern tragisch gemeint —, den Menschen der mitteleuropäischen Gegenden gerade geistig so schlecht.

[ 16 ] These are the two extremes that, in fact—perhaps despite a terrible enmity brought about by external circumstances and internal contradictions—would like to reach out to one another from both sides. And because these currents exist, and because that is the case, it is—to put it trivially, though it is truly not meant to be trivial but rather tragic—that people in Central European regions are in such a poor state, especially spiritually.

[ 17 ] Das ist dasjenige, was man mit wachem Seelenauge verfolgen sollte. Denn wenn man die Sache etwas radikal ausdrücken wollte, möchte man sagen: In diesem Mitteleuropa hat sich vorbereitet die höhere Synthese, der Zusammenklang, die höhere Harmonie dieser zwei Extreme, aus welcher Harmonie, aus welchem Zusammenklang allein ein Fortschritt für die Menschheit ersprießen kann. Denn hier in Mitteleuropa haben gegipfelt geistige Strömungen, die aus wirklich bedeutsamen Untergründen hervorgegangen sind — zuletzt aus dem, was, wie abglimmend dazumal und überwuchert von dem anderen, zunächst als eine intellektualistische Spiritualität im deutschen Idealismus erschienen ist, in solchen Weltanschauungen wie sie Fichte, Schelling, Hegel hatten, wovon diejenige Schellings sogar an ihrem Ende nahe daran war, herauszugebären nach und nach dasjenige, was hätte einlaufen können in eine wirkliche anthroposophische Geisteswissenschaft, für die nur die Zeit dazumal noch nicht reif war.

[ 17 ] This is what one should observe with the watchful eye of the soul. For if one were to express the matter somewhat radically, one might say: In this Central Europe, the higher synthesis, the harmony, the higher harmony of these two extremes has been prepared—and it is from this harmony, from this unity alone, that progress for humanity can spring forth. For here in Central Europe, spiritual currents have culminated that emerged from truly significant underlying sources—most recently from what, though fading at the time and overshadowed by the other, initially appeared as an intellectualist spirituality in German idealism, in such worldviews as those held by Fichte, Schelling, Hegel held—of which Schelling’s, even at its end, was close to gradually bringing forth what could have developed into a true anthroposophical spiritual science, for which the time was simply not yet ripe.

[ 18 ] Aber es erscheint einem ja so, als ob sich alle Welt verschworen hätte, dasjenige, was da im Anzuge war, nur ja nicht irgendwie zu einer Entfaltung kommen zu lassen. Ich möchte sagen: Vom Orient und Okzident aus sind Luzifer und Ahriman verschworen, daß diese Synthese nicht gedeihen kann. Denn hier in dieser mittleren Gegend der Erde sind eigentlich diejenigen Menschen gewesen, die, wenn sie auch wegen der Verhältnisse der Zeiten manchmal auf halbem Wege haben stehenbleiben müssen, nach der Geistigkeit gestrebt haben, aber zu gleicher Zeit gestrebt haben nach einer hingebungsvollen Naturerkenntnis. Welcher wunderbare Pendelschlag ist zum Beispiel bei Goethe zwischen dem fortwährenden Angezogensein davon, die Welt geistig zu betrachten, und wiederum davon, die Welt in der Breite ihrer äußeren Naturerscheinungen zu betrachten. Wie sehr suchte Goethe den Einklang zwischen demjenigen, was ihm der Geist sagte, und dem, was ihm die Natur offenbarte. Und wie sehen wir gerade diesen Goetheschen Sinn, der ja schon Wurzeln hat in ganz Mitteleuropa, wie sehen wir ihn überwuchert! Wir sehen auf der einen Seite fortwährend den Einfluß des Westens. Wir haben ihn gesehen in unserer äußeren Wissenschaft, die ja ganz, wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf, «verwestet» ist, die ganz und gar ablehnend ist in ihren Methoden gegenüber dem Geistigen. Wenn sie auch manchmal dem Glauben nach etwas Geistiges aufnimmt, ist sie doch abgeneigt, in ihren Methoden das Geistige zu verarbeiten, namentlich bei den wissenschaftlichen Forschungen. Und was haben wir andererseits an denjenigen Menschen, welche sich herausarbeiten wollen aus dieser Gegenstimmung, welche die Schwingen lähmt, in den letzten Jahrzehnten erfahren müssen? — Innerhalb derjenigen Zivilisation in Europa, die in ihrem Schoße hat entstehen sehen so etwas wie Schillers «Ästhetische Briefe», an denen hätte erwachsen können eine wunderbare Entfaltung des Seelischen und des Geistigen, haben sich zahlreiche Menschen an das Gequassel von allerlei gerade amerikanischen Mystikern gehalten, an Ralph Waldo Trine und dergleichen, an jenes mystische Gequassel, das im Vergleich mit demjenigen, was da ist in der mitteleuropäischen Geistessubstanz, etwas außerordentlich Inferiores ist, ein seelisch-egoistisches Streben nach einem inneren Wohlsein, nicht nach einem wirklichen geistigen Aufschwung. Da sehen wir die ganze Tragweite desjenigen, was ich nennen möchte: die Tendenz zur Überflutung des ureigenen Mitteleuropäischen von dem Westlichen. Selbstverständlich — auf anthroposophischem Felde ist das eben durchaus selbstverständlich — soll nicht irgend etwas gegen Menschen dabei gesagt sein. Menschen müssen über die ganze Erde hin gleich geachtet werden. Aber ist denn dasjenige, was in den Menschen lebt, einerlei mit dem, was als eine Kultur, eine Zivilisationsatmosphäre durch die menschlichen Seelen durchzieht? Ist es denn überhaupt irgendwie das Rechte, wenn jemand sagt, da wende sich einer gegen westliche Geistesströmungen und treffe dadurch die westlichen Menschen? — Nein, er trifft nicht die Menschen, sondern er will hindeuten auf dasjenige, was als eine geistige Atmosphäre in diesem Westen lebt.

[ 18 ] But it really does seem as if the whole world had conspired to prevent whatever was in the making from ever coming to fruition. I would say: From the East and the West, Lucifer and Ahriman have conspired to ensure that this synthesis cannot flourish. For here, in this central region of the Earth, there have actually been those people who—even if they sometimes had to stop halfway due to the circumstances of the times—strived for spirituality, but at the same time strove for a devoted understanding of nature. What a wonderful pendulum swing we see, for example, in Goethe—between his constant attraction to viewing the world spiritually and, in turn, to viewing the world in the breadth of its outward natural phenomena. How earnestly Goethe sought harmony between what the spirit told him and what nature revealed to him. And how do we see this very Goethean spirit—which, after all, already has roots throughout Central Europe—how do we see it being overgrown! On the one hand, we constantly see the influence of the West. We have seen it in our external science, which is, if I may use the expression, entirely “Westernized,” and which is completely hostile to the spiritual in its methods. Even if it sometimes embraces something spiritual in name, it is nevertheless averse to incorporating the spiritual into its methods, particularly in scientific research. And what, on the other hand, have we experienced in recent decades from those people who seek to break free from this antagonistic atmosphere that paralyzes the spirit? — Within that civilization in Europe, which has seen the emergence in its bosom of something like Schiller’s *Aesthetic Letters*—from which a wonderful unfolding of the soul and the spiritual could have grown—numerous people have clung to the drivel of all sorts of American mystics, such as Ralph Waldo Trine and the like, to that mystical drivel, which, compared to what exists in the spiritual substance of Central Europe, is something extraordinarily inferior—a soul-centered, egoistic striving for inner well-being, not for a genuine spiritual uplift. Here we see the full scope of what I would like to call the tendency for the Western to overwhelm what is uniquely Central European. Of course—and in the field of anthroposophy this goes without saying—this is not meant to be a criticism of people. People must be held in equal esteem throughout the world. But is what lives within people the same as what permeates human souls as a culture, as the atmosphere of civilization? Is it at all right for someone to say that by opposing Western spiritual currents, they are thereby attacking Western people? — No, they are not attacking the people, but rather pointing to what exists as a spiritual atmosphere in the West.

[ 19 ] Und sehen wir nicht auf der anderen Seite wiederum dieses Mitteleuropäische geradezu erfüllt bei vielen Menschen von einer Sehnsucht, irgendwelche Fragmente alter Weisheit aus dem Oriente in das Geistesleben hineinzubekommen? Dem Kenner tut bei solchem Hereinnehmen orientalischer Geistesweisheit wirklich die Seele weh. Selbst wenn man verhältnismäßig leicht Assimilierbares nimmt wie die Bhagavad Gita, muß man sich doch darüber klar sein, daß dasjenige, was der mitteleuropäische Mensch heute von der Bhagavad Gita erhalten kann, höchstens etwas von ihm selbst Zurechtgeschmiedetes sein kann, daß das aber durchaus nicht orientalische Geistesweisheit ist. Denn das hat man selbst im Orient nicht mehr. Die Leute schwärmen, wenn sie irgendeine Stelle aus der Bhagavad Gita meditieren können, haben aber im Grunde genommen nichts Ernsthaftes davon, sondern haben nur etwas, wodurch sie sich eine gewisse innere Wollust bereiten. Sie haben nicht den Mut, dasjenige zu ergreifen, was nun ausgleichend gerade in mittleren Gegenden der Erde als eine geistige Atmosphäre atembar wäre. Man muß schon sagen: Gerade in dem Eindringen der sogenannten östlichen Theosophie liegt etwas, was seit langem eine schädliche Gegenströmung innerhalb Mitteleuropas ist. — Dieses Urteil erstreckt sich nicht darauf, daß man nicht für gewisse Dinge sich der Nomenklatur des Orients, der Begriffe auch des Orients bedienen kann, daß man nicht versuchen soll, den Orient zu verstehen. Das ist selbstverständlich. Es handelt sich um ganz andere Dinge, um die Dinge eben, die ich versuchte, in diesen Andeutungen zu charakterisieren.

[ 19 ] And do we not see, on the other hand, that this Central European mindset is, in many people, positively filled with a longing to incorporate fragments of ancient wisdom from the East into their spiritual life? To the connoisseur, such an incorporation of Eastern spiritual wisdom truly pains the soul. Even if one takes something relatively easy to assimilate, such as the Bhagavad Gita, one must still be clear that what the Central European person can gain from the Bhagavad Gita today can, at best, be something they have fashioned for themselves—and that this is by no means Eastern spiritual wisdom. For even in the East itself, this is no longer present. People rave when they can meditate on some passage from the Bhagavad Gita, but fundamentally they gain nothing of substance from it; rather, they merely have something through which they indulge in a certain inner pleasure. They lack the courage to embrace that which, as a balancing force, would now be breathable as a spiritual atmosphere precisely in the central regions of the Earth. It must be said: Precisely in the penetration of so-called Eastern theosophy lies something that has long been a harmful countercurrent within Central Europe. — This judgment does not extend to the idea that one cannot use the terminology of the East—including its concepts—for certain things, or that one should not attempt to understand the East. That goes without saying. It concerns entirely different matters—precisely the things I have attempted to characterize in these remarks.

[ 20 ] Demgegenüber muß eben darauf hingewiesen werden, wie eine solche Hingabe — sei es an den offenen Materialismus des Westens, wie er in dieser Strömung zutage tritt, oder an den verbrämten Materialismus des Westens, wie er durch Trine oder durch Christian Science hereintritt, die auch nichts anderes ist als Materialismus, nur von der umgekehrten Seite — geistigen Rückschritt bedeutet. Sowohl die Hingabe daran, wie die Hingabe an alle möglichen Mystizismen, das ist es, was auf geistigem Gebiet ganz entschieden den Rückschritt bringt. Was den Fortschritt bringen kann, ist dasjenige, was im Grunde genommen gut vorbereitet ist, was aber heute schon sozusagen wie die unter dem Boden liegende Schicht mitteleuropäischer Zivilisation da ist, über die sich schon darübergeschichtet hat dasjenige, was Zusammenfluß ist aus Orient und Okzident. Denn es ist eine Wahrheit, was hier oftmals angedeutet worden ist, was Sie auch aus meinen Schriften und Vortragszyklen entnehmen können: Was man als äußere Bibel hat, was man äußerlich als Neues Testament hat, das hat im Grunde genommen dasselbe Schicksal erfahren wie andere orientalische Schriften. Die hat man heute nicht in ihrer wahren Gestalt. Und wenn man versucht, zur wahren Gestalt zu kommen, so kann es nur durch Geisteswissenschaft geschehen, die erst wiederum die Lebendigkeit bringt, welche notwendig ist, um in diese Dinge einzudringen. Wenn man aber diese Lebendigkeit in die Bibel hineinbringt, in das Neue Testament, dann sind diejenigen, die heute die offiziellen Vertreter sind, die Traubs und so weiter, die allerersten, welche das als eine Phantasterei, als etwas ganz Ungeheuerliches, als etwas Verdammungswürdiges vor die Welt hinstellen.

[ 20 ] In contrast, it must be pointed out how such devotion—whether to the overt materialism of the West, as it manifests in this movement, or to the veiled materialism of the West, as it enters through Trine or Christian Science, which is also nothing other than materialism, only from the opposite side—constitutes spiritual regression. Both devotion to this and devotion to all manner of mysticism—that is what most decisively brings about regression in the spiritual realm. What can bring progress is that which is, in essence, well-prepared—but which already exists today, so to speak, as the underlying layer of Central European civilization, over which has already been superimposed the convergence of East and West. For it is a truth—as has often been hinted at here, and as you can also glean from my writings and lecture series— What we have as the external Bible, what we have externally as the New Testament, has essentially suffered the same fate as other Oriental writings. We do not have them today in their true form. And if one attempts to arrive at their true form, it can only be done through spiritual science, which in turn brings the vitality necessary to penetrate these matters. But when one brings this vitality into the Bible, into the New Testament, then those who are the official representatives today—the Traubs and so on—are the very first to present it to the world as a fantasy, as something utterly monstrous, as something worthy of condemnation.

[ 21 ] Hier in Mitteleuropa wären im Grunde genommen diejenigen Menschen vorhanden, die wirklich auf der einen Seite sich erheben wollten zur Geistigkeit und die auf der anderen Seite auch einen Sinn hätten für das Erfassen der ganzen Breite der äußeren natürlichen Erscheinungswelt. Das ist dasjenige, was heute notwendig ist. Nur aus diesem Geiste heraus kann die Menschheit vorwärtskommen. Daher ist es auf dem Erkenntnisgebiet ebenso notwendig, daß die Menschen heute sich vertiefen in dasjenige, was Naturanschauung bieten kann, wie es auf der anderen Seite notwendig ist, daß sie sich vertiefen in dasjenige, was Geisteswissenschaft bringen kann. Weder das eine noch das andere enthält die volle Wahrheit, allein der Zusammenklang von beiden in der menschlichen Seele gibt die volle Wahrheit. Und ebenso ist es auf praktischem Gebiet. Nicht die einseitige Religionsausübung, welche die Welt fliehen möchte oder wenigstens die Welt so mitmachen möchte, wie sie eben gerade ist, dafür in allen möglichen religiösen Erhebungen leben möchte, die weltfremd sind, weder diese religiöse Praxis noch auf der anderen Seite die äußere Routine, die in unserem öffentlichen Leben herrscht, können irgendwie vorwärtsbringen. Nur derjenige kann auch im äußerlichen praktischen Leben vorwärtskommen, der liebevoll beides umfaßt, auf der einen Seite dasjenige, was die Außenwelt von uns an praktischen Maßnahmen fordert, und der auf der anderen Seite geneigt ist, das was die Außenwelt von uns fordert, zu verbinden mit dem, was man sich aneignen kann durch eine geisteswissenschaftliche Erziehung, durch die man geschickt gemacht wird so, daß diese Geschicklichkeit nicht bloß eine äußerliche Trainierung ist, sondern eine von innerlicher Geistigkeit durchleuchtete Handlungsart ist, die zu gleicher Zeit in der Seelenverfassung wurzelt. Nur dadurch kann man zu dem kommen, was die gegenwärtige Zeit als Aufgabe stellt. Das ist es, was wir vor allen Dingen einsehen müssen.

[ 21 ] Here in Central Europe, there are essentially people who, on the one hand, truly wish to rise to a spiritual level and, on the other hand, also have an aptitude for grasping the full breadth of the external natural world. That is what is necessary today. Only from this spirit can humanity move forward. Therefore, in the realm of knowledge, it is just as necessary today for people to delve deeply into what the study of nature has to offer as it is, on the other hand, for them to delve deeply into what spiritual science has to offer. Neither one nor the other contains the full truth; only the harmony of both within the human soul reveals the full truth. And the same is true in the practical realm. Neither the one-sided practice of religion—which seeks to flee the world, or at least to accept the world just as it is while living in all manner of religious exaltations that are detached from reality—nor, on the other hand, the outward routine that prevails in our public life can bring about any real progress. Only those who lovingly embrace both—on the one hand, what the external world demands of us in terms of practical measures, and, on the other hand, is inclined to combine what the external world demands of us with what can be acquired through an education in spiritual science—an education that equips us with skill in such a way that this skill is not merely external training, but a way of acting illuminated by inner spirituality, which is at the same time rooted in the state of the soul. Only in this way can we achieve what the present age sets as our task. This is what we must recognize above all else.

[ 22 ] Es gibt heute so viele Menschen, welche diese hier gemeinte Geisteswissenschaft bekämpfen, weil diese Geisteswissenschaft ganz unverhohlen von den geistigen Tatsachen spricht, weil diese Geisteswissenschaft geradeso wie man in der Physik von der Anode und Kathode spricht, davon spricht, daß sich Seelen unter diesen oder jenen Stimmungen — mit Sympathie oder Antipathie — aus den geistigen Welten in irdische Leiber hineinfinden. Weil diese Geisteswissenschaft hinschaut auf das, was Naturerscheinungen sind, ebenso wie auf das, was geistige Tatsachen sind, deshalb lehnt man sie von vielen Seiten ab. Diese Geisteswissenschaft wird von denjenigen, die nur auf die äußere Natur sehen wollen, abgelehnt, weil sie sich eigentlich darunter gar nichts vorstellen können, weil sie in ihr vielleicht nur Worte finden. Diese Geisteswissenschaft wird aber auch abgelehnt von all denjenigen Menschen, die in unklarer Mystik, in alten, herkömmlichen Religionsbekenntnissen leben wollen, die nicht den Anschluß gefunden haben an die neuere Lebenspraxis. Diese Geisteswissenschaft wird auch von denjenigen abgelehnt, die überhaupt keinen Inhalt in ihren Begriffen haben, sondern die nur fortrollen und fortrutschen in dem, was in dem Wortklang, in dem Wortinhalte liegt, wie so viele Philosophen der Gegenwart, sogar solche, die gegenwärtig «Weisheitsschulen» gründen. Das ist aber dasjenige, was wir eben gerade nicht brauchen. Wir brauchen nicht eine Worteweisheit, die es ablehnt, in die Tatsachen der Natur einzudringen. Wir brauchen auch nicht eine unklare, schwärmerische Mystik. Und wir können nicht brauchen das, was geistlos in die Naturerscheinungen eindringen will. Was wir brauchen, ist eine Synthese, eine Verbindung von beiden, denn das ist erst die Realität. Und von diesem Gesichtspunkte aus muß durchaus ins Auge gefaßt werden, daß unsere Sprache, die Menschensprache, einfach indem man vordringt von dem Osten nach Westen, im Grunde genommen auch in Mitteleuropa, gerade diejenigen Formen angenommen hat, welche dieser Sprache Plastik geben, welche diese Sprache etwas sein lassen, was man verbunden fühlt im Innersten des Menschen mit der ganzen Seelenstimmung und Seelenverfassung. Auf der anderen Seite will aber gerade die Sprache Mitteleuropas etwas sein, was nun auch ausfließt in die äußeren Ereignisse, was nicht egoistisch im Menschen zurückbehalten wird. Das ist etwas, was zum Beispiel gesehen werden könnte in einer solchen Sprache, wie die Goethes und Hegels ist. Da ist es deutlich in der Anlage vorhanden. Und die Anlagen, die da vorhanden sind, die sind sehr, sehr weiterentwickelbar, die wollen gerade hin zu demjenigen, was wir erstreben wollen durch die geisteswissenschaftlichen Absichten.

[ 22 ] There are so many people today who oppose this spiritual science—the one referred to here—because it speaks quite openly about spiritual realities; because, just as physics speaks of the anode and cathode, this spiritual science speaks of how souls, under certain moods — with sympathy or antipathy — find their way from the spiritual worlds into earthly bodies. Because this spiritual science looks at natural phenomena just as it does at spiritual facts, it is rejected from many quarters. This spiritual science is rejected by those who wish to look only at external nature, because they cannot really imagine what it entails—perhaps they find only words in it. But this spiritual science is also rejected by all those people who wish to live in vague mysticism, in old, traditional religious creeds that have not found a connection to modern ways of life. This spiritual science is also rejected by those whose concepts have no substance whatsoever, but who merely drift and slide along with the sound and meaning of words—like so many contemporary philosophers, even those who are currently founding “schools of wisdom.” But that is precisely what we do not need. We do not need a wisdom of words that refuses to penetrate the facts of nature. Nor do we need an obscure, fanciful mysticism. And we certainly do not need that which seeks to penetrate natural phenomena in a spiritless manner. What we need is a synthesis, a union of both, for that alone is reality. And from this point of view, we must certainly consider that our language—the language of humanity—simply by advancing from the East to the West, and fundamentally also in Central Europe, has taken on precisely those forms that give this language its plasticity, that allow this language to be something that feels connected, in the innermost being of the human being, to the entire mood and disposition of the soul. On the other hand, however, the language of Central Europe in particular seeks to be something that now also flows out into external events, something that is not selfishly held back within the human being. This is something that could be seen, for example, in a language such as that of Goethe and Hegel. There, it is clearly present in its potential. And the potentials that exist there are very, very capable of further development; they are precisely directed toward what we seek to achieve through the aims of spiritual science.

[ 23 ] Zu verwundern braucht man sich ja allerdings nicht, daß Geisteswissenschaft sowohl von denjenigen, die orientalisch, wie auch von denjenigen, die okzidentalisch angesteckt sind, verleumdet wird, unbewußt verleumdet wird, objektiv verleumdet wird, meinetwillen. Aber auf der anderen Seite muß die Geisteswissenschaft auch immer wieder und wieder klarstellen, was eigentlich ihr Wesen ist. Und deshalb war es heute schon meine Verpflichtung, von diesen Dingen vor Ihnen zu sprechen, und denjenigen, die innerhalb der anthroposophischen Bewegung stehen, würde es eigentlich obliegen, zu versuchen, ganz klar dasjenige herauszuarbeiten, was diese anthroposophische Geisteswissenschaft will, klar herauszuarbeiten, wie man sich nicht scheut innerhalb dieser anthroposophischen Geisteswissenschaft, von den geistigen Tatsachen, von der übersinnlichen Welt als von einer vollständigen Realität zu reden in derselben Weise, wie man von der physischen Welt redet, herauszuarbeiten auch, daß es dieser Geisteswissenschaft gerade darauf ankommt, aus der geisteswissenschaftlichen Erziehung der Seele heraus diese Seele so stark zu machen, daß der Mensch ein offenes, freies Urteil erhält über dasjenige, was heute praktische Notwendigkeiten sind. Daß unsere praktischen Unternehmungen mit einer gewissen inneren Konsequenz herausfließen gerade aus unserer geistigsten Anschauung, das ist dasjenige, was eigentlich jeder sich ganz klarmachen sollte, der innerhalb dieser geisteswissenschaftlichen Bewegung steht. Denn ihm obliegt es dann, gegenüber den Irrtümern der Welt diese Geisteswissenschaft in das rechte Licht zu stellen, zu zeigen, was sie eigentlich will. Man kann heute der Gelegenheiten nicht zu viele finden, denn man läßt immer noch unzählige ungenützt vorübergehen, bei denen man in der Lage wäre, das richtige Antlitz dieser Geisteswissenschaft in das rechte Licht zu stellen.

[ 23 ] It is no surprise, however, that spiritual science is slandered—unconsciously, objectively, and for my sake—by both those influenced by the East and those influenced by the West. But on the other hand, spiritual science must also make clear, time and again, what its true nature actually is. And that is why it was my duty today to speak to you about these matters, and it is actually incumbent upon those within the anthroposophical movement to try to clearly articulate what this anthroposophical spiritual science aims to achieve—to clearly articulate how, within this anthroposophical spiritual science, one does not shy away from to speak of spiritual facts and the supersensible world as a complete reality in the same way that one speaks of the physical world; and to make it clear, too, that what matters most to this spiritual science is to strengthen the soul through spiritual scientific education to such an extent that the human being gains an open, free judgment regarding what are today’s practical necessities. The fact that our practical undertakings flow with a certain inner consistency precisely from our most spiritual perspective—this is what everyone within this spiritual science movement should make quite clear to themselves. For it then falls to them to present this spiritual science in the right light in the face of the world’s errors, to show what it actually aims to achieve. One cannot find too many opportunities today, for countless opportunities are still being allowed to pass unused, opportunities in which one would be in a position to present the true face of this spiritual science in its proper light.

[ 24 ] Es mag Ihnen erscheinen, als ob ich manches von gar zu vielen Seiten her beleuchten würde. Aber es kommt nicht darauf an heute, daß wir immer mehr und mehr interessante Tatsachen aus geistigen Welten heraus erfahren sollen, sondern darauf, daß wir die Impulse, die uns aus diesen Tatsachen der übersinnlichen Welten kommen können, in der richtigen Weise in die sinnlichen Welten hineinprägen.

[ 24 ] It may seem to you as though I am examining certain matters from far too many angles. But what matters today is not that we should learn more and more interesting facts from the spiritual worlds, but rather that we imprint the impulses that can come to us from these facts of the supersensible worlds onto the sensory worlds in the right way.

[ 25 ] Es ist heute notwendig, daß sich die wache Seele wirklich bewußt ist der Gefahr, welche sowohl von derjenigen Seite her der Menschheitsentwickelung droht, die die Menschen in einer luziferischen Schwärmerei erhalten will, wie auch von derjenigen Seite her, die sie ganz herunterstoßen will in das Ahrimanisch-Materielle. Denn falsche Mystik, falsche Intellektualität, Weltfremdheit, die nach einem Rausch streben, nicht nach äußerer voller Klarheit und innerem Lichte, diese falsche orientalische Stimmung strebt eben zur inneren Unwahrheit hin. Sie wird zur inneren Unwahrheit, wie die okzidentalische Stimmung, die den Menschen herunterdrücken will in materialistische Anschauungen und materialistisches Gebaren, zur äußeren Lüge hinführt.

[ 25 ] Today it is necessary for the alert soul to be truly aware of the danger that threatens humanity’s development—both from the side that seeks to keep people in a Luciferic frenzy, and from the side that seeks to plunge them entirely into the Ahrimanic-material realm. For false mysticism, false intellectualism, and a detachment from the world—which strive for a state of intoxication rather than for outer clarity and inner light—this false Eastern mood leads precisely toward inner untruth. It becomes inner untruth, just as the Western mindset—which seeks to drag people down into materialistic views and behavior—leads to outward falsehood.

[ 26 ] Das ist ja dasjenige, was der Menschheit heute droht: der Verfall auf der einen Seite in innere Unwahrheit durch falsche Mystik und durch das Fortkonservieren alter religiöser Bekenntnisse, auf der anderen Seite in äußere Lügenhaftigkeit — die Phrasenhaftigkeit unserer Zeit ist schon der Anfang der äußeren Lügenhaftigkeit — durch das Uhntertauchen in die bloße Materialität. Diese zwei Gefahren müßten eigentlich gerade von denjenigen, die Verständnis für anthroposophische Geisteswissenschaft suchen, mit wacher Seele durchschaut werden. Das wollte ich Ihnen heute in die Seele hineinschreiben als einen Gedanken, der nicht bloß ein Gedanke sein soll, der angehört wird, der theoretisch genommen wird, sondern der ein Gedanke sein will, der in den Seelen wirklich warm wird und dessen Wärme Lebensimpulse im Gefolge hat. Denn Geisteswissenschaft ist nicht das, was sie sein will, wenn sie nicht die Seele durchwärmt und dadurch auf dem Umwege durch diese Durchwärmung der Seelen wirklich in ihr Lebensimpulse schafft. Tun wir das, so gut wie wir es können, jeder einzelne, so wird aus der Vereinigung so gestimmter Seelen etwas werden, was die Gegenwart gar sehr, sehr notwendig hat.

[ 26 ] This is precisely what threatens humanity today: on the one hand, a descent into inner untruth through false mysticism and the continued preservation of old religious creeds; on the other hand, a descent into outward deceitfulness—the empty rhetoric of our time is already the beginning of this outward deceitfulness—through a complete immersion in mere materiality. These two dangers should actually be discerned with an alert soul precisely by those who seek an understanding of anthroposophical spiritual science. That is what I wanted to inscribe into your souls today as a thought that is not merely meant to be a thought that is heard or taken theoretically, but one that seeks to become a thought that truly warms the soul and whose warmth brings with it impulses of life. For spiritual science is not what it aims to be unless it warms the soul and, through this warming of the souls, indirectly creates life impulses within them. If we do this as best we can—each and every one of us—then the union of souls attuned in this way will become something that the present age very, very much needs.

[ 27 ] Und nun, meine lieben Freunde, möchte ich noch eine Zwischenbemerkung machen, die mir sehr schmerzlich ist, die ich aber machen muß. Ich habe es schon einmal ausgesprochen, muß es heute aber noch einmal sagen, daß ich vielen Wünschen nach Privatgesprächen und dergleichen jetzt nicht entsprechen kann, daß ich jetzt nicht das Privatleben so pflegen kann wie früher, denn wenn diese Aufgaben jetzt den Tag und manchmal auch ein Stück Nacht in Anspruch nehmen, so sollten die Freunde schon einsehen, daß dazwischen keine Zeit liegt für Privatgespräche. Es scheint, als ob das sehr, sehr schlecht eingesehen würde. Aber auf der anderen Seite gibt es ein gutes Mittel, um diesen, ich gebe es zu, schädlichen Zustand abzuschaffen: das würde darin bestehen, daß wir wirklich alle, so viel es in unserer Kraft ist, mitarbeiten würden an den Aufgaben der anthroposophischen Bewegung. Denn, daß Einzelne so überlastet sind jetzt, ist lediglich die Folge davon, daß wir so wenig Menschen haben, die wirklich tatkräftig mitarbeiten. Auch dieses wird natürlich leicht mißverstanden, denn gewöhnlich wird es so verstanden, daß jeder möglichst so mitzuarbeiten versucht, wie es ihm gerade gefällt. Aber man muß sich eben doch diesem Mißverständnis aussetzen, wenn man die Wahrheit betonen muß, daß wir zu viele Mitarbeiter haben. In den Stellen, die wir schaffen konnten, haben wir nicht zu wenige, sondern zu viele, nach mancherlei Rücksichten zu viele. Aber es kommt nicht darauf an, daß alle sich nach demjenigen drängen, was geschaffen ist, sondern daß eine Möglichkeit herbeigeführt werde, wirklich tatkräftig zu arbeiten dadurch, daß immer weiteres und weiteres geschaffen wird. Nur wenn wir so die Sache auffassen, können wir in der richtigen Weise fortkommen.

[ 27 ] And now, my dear friends, I would like to make one more aside—one that is very painful for me, but which I must make. I have said this before, but I must say it again today: I am currently unable to accommodate many requests for private conversations and the like; I cannot now maintain my private life as I did in the past. For if these duties now take up the entire day—and sometimes even part of the night—then my friends should understand that there is no time left for private conversations. It seems that this is very, very poorly understood. But on the other hand, there is a good way to remedy this—I admit—harmful situation: it would consist in all of us truly working together, as much as is in our power, on the tasks of the anthroposophical movement. For the fact that individuals are so overburdened now is merely the result of having so few people who are truly active participants. Of course, this, too, is easily misunderstood, for it is usually interpreted to mean that everyone should try to contribute as much as possible in whatever way suits them best. But one must simply risk this misunderstanding when one has to emphasize the truth that we have too many contributors. In the positions we have been able to create, we do not have too few, but too many—too many, in many respects. But what matters is not that everyone jostles for what has already been created, but that an opportunity be created to work truly and energetically by continually creating more and more. Only if we view the matter in this way can we move forward in the right way.

[ 28 ] Wie gesagt, es ist mir außerordentlich schmerzlich, aber es ist eben eine absolute Notwendigkeit, daß ich vieles von dem zurückweisen muß, was Privatwünsche sind. Und, meine lieben Freunde, viele Dinge, die persönliche Angelegenheiten sind, können ja wirklich anders erledigt werden, bis wiederum einmal günstigere Zeiten kommen. Es ist dieser Konservativismus unter uns sehr verbreitet, geradezu mit Gewalt diejenigen Zustände herbeizuführen, die einmal ja ganz gut waren, die aber jetzt nicht mehr da sein können, so lange, bis wir eben in einer tatkräftigeren Weise an den Aufgaben, die jetzt unbedingt notwendig sind, vom Morgen bis zum Abend, soweit uns die Zeit gegeben ist, noch über den Abend hinaus arbeiten müssen. In diesen Dingen müssen wir uns schon einmal verstehen, sonst kommen wir durchaus nicht innerhalb unserer Bewegung auf einen grünen Zweig. Es ist viel zu wenig das Bewußtsein vorhanden, daß auch gegenseitiges Sich-Helfen, SichBeraten notwendig ist bei der heutigen Ausbreitung der Bewegung. Stellen Sie sich vor, wenn ich jedesmal bei dem Aufenthalt, den ich hier in Stuttgart haben kann, nun wirklich mit jedem Einzelnen von denen, die dasitzen, Privatgespräche führen wollte, wie dann die Aufgaben gelöst werden könnten, welche uns jetzt gerade obliegen. Es werden vielleicht manche sagen, sie verstehen die Dinge nicht recht, aber es wird auch solche hier geben, die schon wissen, warum ich diese Dinge sagen muß.

[ 28 ] As I said, it pains me immensely, but it is simply an absolute necessity that I must reject many of my personal wishes. And, my dear friends, many matters that are personal can indeed be handled differently until more favorable times return. There is a widespread tendency among us to cling to the past—to try, almost forcefully, to restore conditions that were once quite good but can no longer exist—until we begin to work more energetically on the tasks that are now absolutely necessary, from morning till night, as long as time allows, and even beyond. We must first come to an understanding on these matters; otherwise, we will certainly not make any headway within our movement. There is far too little awareness that mutual assistance and consultation are also necessary given the current expansion of the movement. Imagine if, every time I’m here in Stuttgart, I were to have private conversations with each and every one of you sitting here—how could we then possibly solve the tasks that are currently before us? Some may say they don’t quite understand these things, but there will also be those here who already know why I must say these things.