Human Responsibility for Global Development
Through Its Spiritual Connection
to the Earth and the Celestial Realm
GA 203
9 January 1921, Stuttgart
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Die Verantwortung des Menschen für die Weltentwickelung
Dritter Vortrag
Dritter Vortrag
[ 1 ] Ich habe das letzte Mal hier darauf aufmerksam gemacht, wie aus der Verkörperung der Seelen zu verstehen sind die Verhältnisse über die heutige zivilisierte Erde hin. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, wie dasjenige, was anthroposophische Wahrheiten sind, gesehen werden muß in der äußeren Wirklichkeit, wie Ernst gemacht werden muß mit demjenigen, was uns hindert, was uns davon abhält, zum Beispiel die geschichtliche Entwickelung der Menschheit so zu nehmen, wie sie heute vielfach genommen wird: bloß als eine Art von Fortwirken der außen wahrnehmbaren Mächte durch die Generationen hindurch. Man muß sich eben durchaus darüber klar sein, daß dasjenige, was mit dem Blute durch die Generationen fließt, nicht erklärt die Ereignisse der Gegenwart. Diese Ereignisse werden einzig und allein erklärt, wenn man sich bewußt ist, daß ja die Seelen aus ganz anderen Gegenden herkommen als aus denjenigen, in denen die leiblichen Vorfahren der gegenwärtigen Menschheit irgendeines Territoriums gelebt haben. Wir haben versucht, darüber einiges Licht zu verbreiten. Heute will ich diese ganze Situation, die wir gekennzeichnet haben für unser Erdendasein, von einer anderen Seite her noch einmal besprechen.
[ 1 ] Ich habe das letzte Mal hier darauf aufmerksam gemacht, wie aus der Verkörperung der Seelen zu verstehen sind die Verhältnisse über die heutige zivilisierte Erde hin. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, wie dasjenige, was anthroposophische Wahrheiten sind, gesehen werden muß in der äußeren Wirklichkeit, wie Ernst gemacht werden muß mit demjenigen, was uns hindert, was uns davon abhält, zum Beispiel die geschichtliche Entwickelung der Menschheit so zu nehmen, wie sie heute vielfach genommen wird: bloß als eine Art von Fortwirken der außen wahrnehmbaren Mächte durch die Generationen hindurch. Man muß sich eben durchaus darüber klar sein, daß dasjenige, was mit dem Blute durch die Generationen fließt, nicht erklärt die Ereignisse der Gegenwart. Diese Ereignisse werden einzig und allein erklärt, wenn man sich bewußt ist, daß ja die Seelen aus ganz anderen Gegenden herkommen als aus denjenigen, in denen die leiblichen Vorfahren der gegenwärtigen Menschheit irgendeines Territoriums gelebt haben. Wir haben versucht, darüber einiges Licht zu verbreiten. Heute will ich diese ganze Situation, die wir gekennzeichnet haben für unser Erdendasein, von einer anderen Seite her noch einmal besprechen.
[ 2 ] Ich werde dabei allerdings auf manches hinzuweisen haben, was schon in vorangehenden Vorträgen von verschiedenen Gesichtspunkten aus durchgeführt worden ist. Allein es handelt sich ja gegenwärtig durchaus darum, daß wir immer mehr und mehr innerliche Impulse bekommen, um den Aufgaben der Gegenwart gewachsen zu sein. Dieses Gewachsensein, das kann nicht kommen, wenn nur wenige Menschen in allem Ernste ahnen, worin die großen Aufgaben der Gegenwart bestehen. Wir leben einmal in einer Zeit, in der vielen Menschen dasjenige aufgehen muß, was zu geschehen hat. Und daher muß daran gearbeitet werden, daß möglichst viele Menschen dasjenige durchdringen, was eben in der Gegenwart gewußt, gewollt, empfunden werden soll, damit die Menschheit zu einer Art von Aufstieg kommen könne. Denn Nicht-Aufsteigenwollen bedeutet in der heutigen Zeit Niedergehenwollen.
[ 2 ] Ich werde dabei allerdings auf manches hinzuweisen haben, was schon in vorangehenden Vorträgen von verschiedenen Gesichtspunkten aus durchgeführt worden ist. Allein es handelt sich ja gegenwärtig durchaus darum, daß wir immer mehr und mehr innerliche Impulse bekommen, um den Aufgaben der Gegenwart gewachsen zu sein. Dieses Gewachsensein, das kann nicht kommen, wenn nur wenige Menschen in allem Ernste ahnen, worin die großen Aufgaben der Gegenwart bestehen. Wir leben einmal in einer Zeit, in der vielen Menschen dasjenige aufgehen muß, was zu geschehen hat. Und daher muß daran gearbeitet werden, daß möglichst viele Menschen dasjenige durchdringen, was eben in der Gegenwart gewußt, gewollt, empfunden werden soll, damit die Menschheit zu einer Art von Aufstieg kommen könne. Denn Nicht-Aufsteigenwollen bedeutet in der heutigen Zeit Niedergehenwollen.
[ 3 ] Nun ergibt sich aber auch noch eine andere Erkenntnis mit Bezug auf das Einkörpern der Seelen in Gegenwartsleiber, als diejenige ist, von der ich das letzte Mal gesprochen habe.
[ 3 ] Nun ergibt sich aber auch noch eine andere Erkenntnis mit Bezug auf das Einkörpern der Seelen in Gegenwartsleiber, als diejenige ist, von der ich das letzte Mal gesprochen habe.
[ 4 ] Ich habe ja schon in früheren Vorträgen angedeutet, daß deutlich bemerkbar ist für die geisteswissenschaftliche Erforschung, wie viele Seelen, die jetzt gewissermaßen aus geistigen Welten herunter sollen in physische Leiber, dieses Einkörpern in die physischen Leiber mit einer Art von Abneigung, mit einer Art von Antipathie betrachten. Es ist in der Gegenwart — und das liegt ja gerade unseren gegenwärtigen Erdenverhältnissen zugrunde — schon eine gewisse Antipathie vorhanden für die menschlichen Seelen, wieder herunterzukommen in physische Leiber. Es ist ja selbstverständlich, daß man, indem man dieses andeutet, von Seelenerlebnissen spricht, die der Einkörperung in physische Leiber vorangegangen sind und die nicht dem gewöhnlichen heutigen Gedächtnis angehören, so daß, was man in dieser Art charakterisiert, vielen Menschen heute unbewußt ist. Aber es kann bewußt werden, wenn dasjenige, was aus der Geistesforschung heraus geboren wird, gemessen wird an den Erscheinungen des Tages, an den Erscheinungen der Gegenwart. Wir sollten überhaupt dieses Messen von Erkenntnissen, die aus der Geistesforschung kommen, an den Vorgängen der Gegenwart eigentlich recht, recht ernst nehmen.
[ 4 ] Ich habe ja schon in früheren Vorträgen angedeutet, daß deutlich bemerkbar ist für die geisteswissenschaftliche Erforschung, wie viele Seelen, die jetzt gewissermaßen aus geistigen Welten herunter sollen in physische Leiber, dieses Einkörpern in die physischen Leiber mit einer Art von Abneigung, mit einer Art von Antipathie betrachten. Es ist in der Gegenwart — und das liegt ja gerade unseren gegenwärtigen Erdenverhältnissen zugrunde — schon eine gewisse Antipathie vorhanden für die menschlichen Seelen, wieder herunterzukommen in physische Leiber. Es ist ja selbstverständlich, daß man, indem man dieses andeutet, von Seelenerlebnissen spricht, die der Einkörperung in physische Leiber vorangegangen sind und die nicht dem gewöhnlichen heutigen Gedächtnis angehören, so daß, was man in dieser Art charakterisiert, vielen Menschen heute unbewußt ist. Aber es kann bewußt werden, wenn dasjenige, was aus der Geistesforschung heraus geboren wird, gemessen wird an den Erscheinungen des Tages, an den Erscheinungen der Gegenwart. Wir sollten überhaupt dieses Messen von Erkenntnissen, die aus der Geistesforschung kommen, an den Vorgängen der Gegenwart eigentlich recht, recht ernst nehmen.
[ 5 ] Die Gegenwart ist im Grunde genommen eine Zeit, die nicht so an die Menschen herantritt, wie verflossene Zeiten an sie herangetreten sind. Sie wissen ja, ich bin durchaus abgeneigt, die Phrase mitzumachen von einer «Übergangszeit» — man lebt nämlich immer in einer Übergangszeit. Es kommt nur darauf an, was übergeht. Und weniger kommt es darauf an, daß man die Phrase breittritt, daß man in einer Übergangszeit lebt, als darauf, daß man gerade in dieser Gegenwart erkennt, was von der Vergangenheit her als zu überwindend in die Gegenwart hereinkommt, was für die Zukunft vorbereitet werden muß. Und da muß man schon sagen: Dieses 20. Jahrhundert, in dem wir leben, das ist so beschaffen in seinen Verhältnissen zur sich entwickelnden Mensch heit, daß die Menschheit dadurch, daß sie in diesem 20. Jahrhundert zum Teil lebt, daß also diejenigen Seelen, die in physischen Leibern sind, etwas ganz Besonderes durch dieses Leben auf der Erde erfahren sollen. Die Erlebnisse sollen bedeutsam sein, entscheidend sein in einer gewissen Weise. Versuchen Sie nur einmal, dasjenige, was in der Gegenwart erlebt werden kann, zu vergleichen mit den Menschheitserlebnissen voriger Zeiten, und Sie werden darauf kommen, daß es zwar vielleicht von manchem leichtfertig gesprochen ist, wenn er sagt: Was sich im 20. Jahrhundert bisher zugetragen hat, duldet keinen Vergleich mit vorhergehenden Ereignissen derjenigen Geschichte, die man verzeichnet hat in den menschlichen Annalen. — Aber gerade wenn man tiefer hineindringt in die Ereignisse der Gegenwart, so muß man bemerken, daß dieses so ist, daß allerdings in unserer Zeit für die Menschheit Dinge erfahren werden sollen, welche sich nicht vergleichen lassen mit den Dingen früherer Zeiten.
[ 5 ] Die Gegenwart ist im Grunde genommen eine Zeit, die nicht so an die Menschen herantritt, wie verflossene Zeiten an sie herangetreten sind. Sie wissen ja, ich bin durchaus abgeneigt, die Phrase mitzumachen von einer «Übergangszeit» — man lebt nämlich immer in einer Übergangszeit. Es kommt nur darauf an, was übergeht. Und weniger kommt es darauf an, daß man die Phrase breittritt, daß man in einer Übergangszeit lebt, als darauf, daß man gerade in dieser Gegenwart erkennt, was von der Vergangenheit her als zu überwindend in die Gegenwart hereinkommt, was für die Zukunft vorbereitet werden muß. Und da muß man schon sagen: Dieses 20. Jahrhundert, in dem wir leben, das ist so beschaffen in seinen Verhältnissen zur sich entwickelnden Mensch heit, daß die Menschheit dadurch, daß sie in diesem 20. Jahrhundert zum Teil lebt, daß also diejenigen Seelen, die in physischen Leibern sind, etwas ganz Besonderes durch dieses Leben auf der Erde erfahren sollen. Die Erlebnisse sollen bedeutsam sein, entscheidend sein in einer gewissen Weise. Versuchen Sie nur einmal, dasjenige, was in der Gegenwart erlebt werden kann, zu vergleichen mit den Menschheitserlebnissen voriger Zeiten, und Sie werden darauf kommen, daß es zwar vielleicht von manchem leichtfertig gesprochen ist, wenn er sagt: Was sich im 20. Jahrhundert bisher zugetragen hat, duldet keinen Vergleich mit vorhergehenden Ereignissen derjenigen Geschichte, die man verzeichnet hat in den menschlichen Annalen. — Aber gerade wenn man tiefer hineindringt in die Ereignisse der Gegenwart, so muß man bemerken, daß dieses so ist, daß allerdings in unserer Zeit für die Menschheit Dinge erfahren werden sollen, welche sich nicht vergleichen lassen mit den Dingen früherer Zeiten.
[ 6 ] Man könnte nun vieles herausgreifen aus den Vorgängen der Gegenwart, um das zu erhärten, was ich eben gesagt habe. Aber ich will nur Weniges anführen. Gerade vom Gesichtspunkte desjenigen Erdengebietes, in dem wir leben, und die Dinge mehr vom geistigen Standpunkte aus jetzt augenblicklich betrachtend, können wir sagen: Es ist doch etwas im Grunde genommen vielleicht erschreckend zu Nennendes, daß in diesem Mitteleuropa mit einer so ungeheuren Raschheit die Verwandlungen vor sich gegangen sind, die sich eben vollzogen haben etwa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in unser 20. Jahrhundert hinein. Man beachtet nur gewöhnlich nicht, was da alles geschehen ist. Derjenige, der für so etwas eine Empfindung hat, der kann vergleichen die ganze Art und Weise, wie die Menschen Mitteleuropas vor siebzig, achtzig Jahren gedacht haben und wie sie heute denken, namentlich aber wie sie damals empfunden haben und wie sie heute empfinden. Es ist ein ganz deutlicher äußerer Unterschied. Die Seelenverfassung gerade der mitteleuropäischen Menschheit hat sich außerordentlich geändert. Und zu dem kommt noch etwas anderes hinzu. Gewiß, die Menschen, wenigstens die meisten Menschen, verschlafen ja die wichtigsten Geschehnisse, sie bemerken sie nicht. Aber diese Geschehnisse sind doch da. Es gibt heute wohlmeinende Schriften, die von Menschen der mehr westlichen Erdengegenden, von Engländern, Amerikanern, ausgehen und die voll äußeren Mitleids sind für die materielle Lage der mitteleuropäischen Menschheit. Das ist richtig. Aber was gerade dieser geistigen Strömung zugrunde liegt, das ist etwas, was in Mitteleuropa mit den aufmerksamsten Blicken verfolgt werden sollte. Denn dieses Mitteleuropa, das ja wirklich heute mehr denn je an den entscheidenden Ort hingestellt ist, zwischen den Orient und den Okzident — wobei ich mit dem Okzident mehr diejenigen Gegenden, in denen das angloamerikanische Element tonangebend ist, verstehe —, das scheint vor allen Dingen, wenn man heute die äußeren Verhältnisse betrachtet, um seine besondere geistige Art gebracht werden zu sollen. Ich bitte Sie durchaus, das nicht mißzuverstehen, was ich jetzt sage. Gewiß, man kann volles Verständnis haben für die materiellen Nöte, und es ist ja nicht so schwierig, das heute zu haben in der Zeit des Elends und der Not; aber die geistige Not, das ist etwas, was vor allen Dingen auch heute ins Auge gefaßt werden muß.
[ 6 ] Man könnte nun vieles herausgreifen aus den Vorgängen der Gegenwart, um das zu erhärten, was ich eben gesagt habe. Aber ich will nur Weniges anführen. Gerade vom Gesichtspunkte desjenigen Erdengebietes, in dem wir leben, und die Dinge mehr vom geistigen Standpunkte aus jetzt augenblicklich betrachtend, können wir sagen: Es ist doch etwas im Grunde genommen vielleicht erschreckend zu Nennendes, daß in diesem Mitteleuropa mit einer so ungeheuren Raschheit die Verwandlungen vor sich gegangen sind, die sich eben vollzogen haben etwa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in unser 20. Jahrhundert hinein. Man beachtet nur gewöhnlich nicht, was da alles geschehen ist. Derjenige, der für so etwas eine Empfindung hat, der kann vergleichen die ganze Art und Weise, wie die Menschen Mitteleuropas vor siebzig, achtzig Jahren gedacht haben und wie sie heute denken, namentlich aber wie sie damals empfunden haben und wie sie heute empfinden. Es ist ein ganz deutlicher äußerer Unterschied. Die Seelenverfassung gerade der mitteleuropäischen Menschheit hat sich außerordentlich geändert. Und zu dem kommt noch etwas anderes hinzu. Gewiß, die Menschen, wenigstens die meisten Menschen, verschlafen ja die wichtigsten Geschehnisse, sie bemerken sie nicht. Aber diese Geschehnisse sind doch da. Es gibt heute wohlmeinende Schriften, die von Menschen der mehr westlichen Erdengegenden, von Engländern, Amerikanern, ausgehen und die voll äußeren Mitleids sind für die materielle Lage der mitteleuropäischen Menschheit. Das ist richtig. Aber was gerade dieser geistigen Strömung zugrunde liegt, das ist etwas, was in Mitteleuropa mit den aufmerksamsten Blicken verfolgt werden sollte. Denn dieses Mitteleuropa, das ja wirklich heute mehr denn je an den entscheidenden Ort hingestellt ist, zwischen den Orient und den Okzident — wobei ich mit dem Okzident mehr diejenigen Gegenden, in denen das angloamerikanische Element tonangebend ist, verstehe —, das scheint vor allen Dingen, wenn man heute die äußeren Verhältnisse betrachtet, um seine besondere geistige Art gebracht werden zu sollen. Ich bitte Sie durchaus, das nicht mißzuverstehen, was ich jetzt sage. Gewiß, man kann volles Verständnis haben für die materiellen Nöte, und es ist ja nicht so schwierig, das heute zu haben in der Zeit des Elends und der Not; aber die geistige Not, das ist etwas, was vor allen Dingen auch heute ins Auge gefaßt werden muß.
[ 7 ] Versuchen Sie doch einmal, ohne hinzuhorchen auf das, was aus Vorurteil heraus gesagt wird, was vielleicht in Ihrem eigenen Gemüt aus Vorurteil heraus gesagt wird, zusammenzufassen dasjenige, was die heutigen Ereignisse in ihrem Schoße tragen für das Schicksal Mitteleuropas in geistiger Beziehung. Tendiert nicht alles, alles darauf hin, diese mitteleuropäische Geistigkeit eigentlich auf der Erde auszurotten? Man müßte schon, wenn man unbefangen diese Tatsache ins Auge faßt, in sich den Impuls erglimmen fühlen, alles, was man tun kann zum Fortgang dieser wirklichen mitteleuropäischen Geistigkeit, zu tun. Wenn nicht ganz bedeutsame Kraftentfaltungen geschehen, so wird sowohl der Osten der Erde wie der Westen der Erde über Mitteleuropa hin sich verbinden, zuerst wahrscheinlich in einer furchtbaren Feindschaft, aber dann doch über die Feindschaft hinweg zu irgendeiner Strömung, die eigentlich von Mitteleuropa aus nicht gewollt sein darf, zu irgendeiner Strömung, die sich dann fortpflanzen will als Weltkultur, als Weltzivilisation. Und das, was ich jetzt sage, hängt zusammen mit der Antipathie, welche heute auf die Erde heruntersteigende Seelen haben gegenüber dem Wohnen in heutigen physischen Leibern. Nicht nur diejenigen Seelen, von denen ich Ihnen neulich gesagt habe, daß sie zum großen Teil aus dem früheren Mitteleuropa stammen, dann nach dem Osten hinübergezogen sind mit ihrer jetzigen Verkörperung, haben eigentlich vor ihrer Einkörperung keine große Lust gehabt, in diesen Leibern zu sein, sondern auch diejenigen Seelen, die in den westlichen Gegenden sind, in Amerika, in großen Teilen Englands, die ja, wie Sie wissen, früher in orientalischen Leibern gelebt haben vor verhältnismäßig langer Zeit, haben nicht in dem Sinne, wie das in früheren Zeiten der Erdenentwickelung der Fall war, mit voller Sympathie ihre Einkörperung betrachtet. Die Seelen weder des Ostens noch des Westens leben, wenn das Wort erlaubt ist, auf ganz normale Weise in diesen Leibern. Das ist deutlich zu bemerken, wenn man mit den Mitteln geisteswissenschaftlicher Forschung an die heutige Zivilisation herantritt.
[ 7 ] Versuchen Sie doch einmal, ohne hinzuhorchen auf das, was aus Vorurteil heraus gesagt wird, was vielleicht in Ihrem eigenen Gemüt aus Vorurteil heraus gesagt wird, zusammenzufassen dasjenige, was die heutigen Ereignisse in ihrem Schoße tragen für das Schicksal Mitteleuropas in geistiger Beziehung. Tendiert nicht alles, alles darauf hin, diese mitteleuropäische Geistigkeit eigentlich auf der Erde auszurotten? Man müßte schon, wenn man unbefangen diese Tatsache ins Auge faßt, in sich den Impuls erglimmen fühlen, alles, was man tun kann zum Fortgang dieser wirklichen mitteleuropäischen Geistigkeit, zu tun. Wenn nicht ganz bedeutsame Kraftentfaltungen geschehen, so wird sowohl der Osten der Erde wie der Westen der Erde über Mitteleuropa hin sich verbinden, zuerst wahrscheinlich in einer furchtbaren Feindschaft, aber dann doch über die Feindschaft hinweg zu irgendeiner Strömung, die eigentlich von Mitteleuropa aus nicht gewollt sein darf, zu irgendeiner Strömung, die sich dann fortpflanzen will als Weltkultur, als Weltzivilisation. Und das, was ich jetzt sage, hängt zusammen mit der Antipathie, welche heute auf die Erde heruntersteigende Seelen haben gegenüber dem Wohnen in heutigen physischen Leibern. Nicht nur diejenigen Seelen, von denen ich Ihnen neulich gesagt habe, daß sie zum großen Teil aus dem früheren Mitteleuropa stammen, dann nach dem Osten hinübergezogen sind mit ihrer jetzigen Verkörperung, haben eigentlich vor ihrer Einkörperung keine große Lust gehabt, in diesen Leibern zu sein, sondern auch diejenigen Seelen, die in den westlichen Gegenden sind, in Amerika, in großen Teilen Englands, die ja, wie Sie wissen, früher in orientalischen Leibern gelebt haben vor verhältnismäßig langer Zeit, haben nicht in dem Sinne, wie das in früheren Zeiten der Erdenentwickelung der Fall war, mit voller Sympathie ihre Einkörperung betrachtet. Die Seelen weder des Ostens noch des Westens leben, wenn das Wort erlaubt ist, auf ganz normale Weise in diesen Leibern. Das ist deutlich zu bemerken, wenn man mit den Mitteln geisteswissenschaftlicher Forschung an die heutige Zivilisation herantritt.
[ 8 ] Da haben wir vor allen Dingen diese Menschen des Ostens. Wir wissen jetzt, welche Seelen es sind. Und aus den verschiedenen Darstellungen der geisteswissenschaftlichen Kulturgeschichte, die gegeben worden sind, wissen wir ja auch, in welchen Leibern diese Seelen wohnen. Diese Seelen des Ostens haben gewiß nicht alle ein gemeinschaftliches Interesse, aber es ist doch ein gewisses Interesse vorwiegend bis herein in die europäischen östlichen Gegenden. Diese Seelen, die tonangebenden Seelen, sie ziehen alle aus der Antipathie gegenüber ihrer Verkörperung unbewußt die Konsequenz, nicht vollständig sich hinzuversetzen auf den Schauplatz der irdischen Ereignisse, nicht voll aufzugehen in den Tatsachen dieser irdischen Ereignisse. Es ist eine eingeborene Abgeneigtheit bei den Seelen des Ostens, gerade bei den bedeutendsten Menschen des Ostens vorhanden gegen das Bekanntwerden und Mittun mit demjenigen, was in Mitteleuropa und im Westen äußerliche Kultur geworden ist, was äußere Naturwissenschaft, äußere Technik geworden ist und so weiter. Und man kann sagen: Ganz im Gegensatz zu demjenigen, was gerade die beste mitteleuropäische Seelenverfassung früherer Zeiten war, sehen wir heute, wie auch zahlreiche Seelen Mitteleuropas aus den Verhältnissen der Verkörperung heraus, die ich das letzte Mal geschildert habe, ergriffen werden von dieser Abneigung, in die Tatsachen, in die Verhältnisse der Gegenwart sich hineinzufügen. — Betrachten wir nur einmal ganz unbefangen unsere Zeit. Wie viele Menschen sind da, die heute in einer ganz falschen Weise sich wiederum zurückversetzen wollen seelenhaft in die Geistesauffassung des Orients, die gerade einen gewissen mystischen Drang fühlen, nicht teilzunehmen an demjenigen, was heute in der äußeren Welt vorgeht, die fliehen möchten in mystischsch-wärmerische Lebensbetrachtung, die also dasjenige, was einmal berechtigt war für das orientalische Leben der früheren Zeiten, was jetzt dekadent zurückgeblieben ist, hereintragen möchten in unser ganz andersartiges Leben.
[ 8 ] Da haben wir vor allen Dingen diese Menschen des Ostens. Wir wissen jetzt, welche Seelen es sind. Und aus den verschiedenen Darstellungen der geisteswissenschaftlichen Kulturgeschichte, die gegeben worden sind, wissen wir ja auch, in welchen Leibern diese Seelen wohnen. Diese Seelen des Ostens haben gewiß nicht alle ein gemeinschaftliches Interesse, aber es ist doch ein gewisses Interesse vorwiegend bis herein in die europäischen östlichen Gegenden. Diese Seelen, die tonangebenden Seelen, sie ziehen alle aus der Antipathie gegenüber ihrer Verkörperung unbewußt die Konsequenz, nicht vollständig sich hinzuversetzen auf den Schauplatz der irdischen Ereignisse, nicht voll aufzugehen in den Tatsachen dieser irdischen Ereignisse. Es ist eine eingeborene Abgeneigtheit bei den Seelen des Ostens, gerade bei den bedeutendsten Menschen des Ostens vorhanden gegen das Bekanntwerden und Mittun mit demjenigen, was in Mitteleuropa und im Westen äußerliche Kultur geworden ist, was äußere Naturwissenschaft, äußere Technik geworden ist und so weiter. Und man kann sagen: Ganz im Gegensatz zu demjenigen, was gerade die beste mitteleuropäische Seelenverfassung früherer Zeiten war, sehen wir heute, wie auch zahlreiche Seelen Mitteleuropas aus den Verhältnissen der Verkörperung heraus, die ich das letzte Mal geschildert habe, ergriffen werden von dieser Abneigung, in die Tatsachen, in die Verhältnisse der Gegenwart sich hineinzufügen. — Betrachten wir nur einmal ganz unbefangen unsere Zeit. Wie viele Menschen sind da, die heute in einer ganz falschen Weise sich wiederum zurückversetzen wollen seelenhaft in die Geistesauffassung des Orients, die gerade einen gewissen mystischen Drang fühlen, nicht teilzunehmen an demjenigen, was heute in der äußeren Welt vorgeht, die fliehen möchten in mystischsch-wärmerische Lebensbetrachtung, die also dasjenige, was einmal berechtigt war für das orientalische Leben der früheren Zeiten, was jetzt dekadent zurückgeblieben ist, hereintragen möchten in unser ganz andersartiges Leben.
[ 9 ] Das ist das eine, was in unserer Gegenwart so schädlich ist: die weltfremde Mystik. Diese weltfremde Mystik ist in verschiedenen Gestalten vorhanden. Sie ist in denjenigen vorhanden, die schwärmen für allerlei nach orientalischem Muster gearbeitete Geistesanschauung. Sie ist aber auch noch vorhanden in einer Weise, die weniger bemerkt wird und die auch bemerkt werden soll. Wir leben nämlich heute über die ganze zivilisierte Erde hin, vom Osten bis zum Westen, in einem ganz merkwürdigen Verhältnis zu etwas, was innig zusammenhängt mit unserer ganzen Zivilisation, ja mit dem Leben überhaupt: wir leben in einem merkwürdigen Verhältnis zur Sprache. Je weiter wir nach dem Orient herübergehen, desto mehr ist das Bestreben vorhanden, die Sprache selber nicht recht herunterkommen zu lassen auf den physischen Plan, die Sprache, das Sprechen von einer gewissen Richtung der Seele durchdrungen sein zu lassen, in die Worte nicht aufzugehen, sondern ein überströmendes, überquellendes Gefühl zu haben, das sich nicht bemüht, in den Worten völlig aufzugehen. Man möchte sagen, es ist das Bestreben vorhanden, die Sprache nicht anpassen zu wollen an die Verhältnisse des physischen Planes, sondern sie gewissermaßen zurückzubehalten im Menschen, um in der Sprache Rauschzustände, Rauscherlebnisse mehr zum Ausdruck zu bringen. Man muß sich einen Blick dafür aneignen, wie es viele Menschen in der Gegenwart gibt, die es geradezu für verachtenswert finden, wenn der Mensch sich bemüht, seine Sprache so plastisch wie möglich zu machen. Sie finden das dann zu intellektualistisch, sie finden es dann zu sehr in die Verhältnisse des physischen Planes sich einlebend. Sie möchten die Sprache in einem Halbdunkel, in einem Dämmerzustand halten. Sie finden nur dasjenige poetisch, was die Sprache in einem Dämmerzustand hält, sie lieben solches Verschwärmen des sprachlichen Elementes. Wenn man danach strebt, in jedem Wort, in jedem Satz etwas zu haben, was sich deckt mit irgendeiner voll erlebten Wirklichkeit, so ist das etwas, was dann für solche Seelen nicht sympathisch erscheint. Solche Seelen möchten sprechen, ohne mit demjenigen zu leben, wofür die Sprache da ist — mit den Realitäten. Dieses Nicht-Lebenwollen mit den Realitäten, das ist etwas, was sehr charakteristisch ist für einen großen Teil unserer gegenwärtigen Menschheit. Und das ist mehr oder weniger das Charakteristikum der Sprache selbst, je mehr man nach dem Osten hinkommt.
[ 9 ] Das ist das eine, was in unserer Gegenwart so schädlich ist: die weltfremde Mystik. Diese weltfremde Mystik ist in verschiedenen Gestalten vorhanden. Sie ist in denjenigen vorhanden, die schwärmen für allerlei nach orientalischem Muster gearbeitete Geistesanschauung. Sie ist aber auch noch vorhanden in einer Weise, die weniger bemerkt wird und die auch bemerkt werden soll. Wir leben nämlich heute über die ganze zivilisierte Erde hin, vom Osten bis zum Westen, in einem ganz merkwürdigen Verhältnis zu etwas, was innig zusammenhängt mit unserer ganzen Zivilisation, ja mit dem Leben überhaupt: wir leben in einem merkwürdigen Verhältnis zur Sprache. Je weiter wir nach dem Orient herübergehen, desto mehr ist das Bestreben vorhanden, die Sprache selber nicht recht herunterkommen zu lassen auf den physischen Plan, die Sprache, das Sprechen von einer gewissen Richtung der Seele durchdrungen sein zu lassen, in die Worte nicht aufzugehen, sondern ein überströmendes, überquellendes Gefühl zu haben, das sich nicht bemüht, in den Worten völlig aufzugehen. Man möchte sagen, es ist das Bestreben vorhanden, die Sprache nicht anpassen zu wollen an die Verhältnisse des physischen Planes, sondern sie gewissermaßen zurückzubehalten im Menschen, um in der Sprache Rauschzustände, Rauscherlebnisse mehr zum Ausdruck zu bringen. Man muß sich einen Blick dafür aneignen, wie es viele Menschen in der Gegenwart gibt, die es geradezu für verachtenswert finden, wenn der Mensch sich bemüht, seine Sprache so plastisch wie möglich zu machen. Sie finden das dann zu intellektualistisch, sie finden es dann zu sehr in die Verhältnisse des physischen Planes sich einlebend. Sie möchten die Sprache in einem Halbdunkel, in einem Dämmerzustand halten. Sie finden nur dasjenige poetisch, was die Sprache in einem Dämmerzustand hält, sie lieben solches Verschwärmen des sprachlichen Elementes. Wenn man danach strebt, in jedem Wort, in jedem Satz etwas zu haben, was sich deckt mit irgendeiner voll erlebten Wirklichkeit, so ist das etwas, was dann für solche Seelen nicht sympathisch erscheint. Solche Seelen möchten sprechen, ohne mit demjenigen zu leben, wofür die Sprache da ist — mit den Realitäten. Dieses Nicht-Lebenwollen mit den Realitäten, das ist etwas, was sehr charakteristisch ist für einen großen Teil unserer gegenwärtigen Menschheit. Und das ist mehr oder weniger das Charakteristikum der Sprache selbst, je mehr man nach dem Osten hinkommt.
[ 10 ] Dagegen haben die westlichen Sprachen ein anderes Charakteristikum. Sie streben schon danach, mit der Sprache die Realität zu treffen, mit der Sprache in die Realitäten unterzutauchen, aber sie bilden die Sprache nicht selber aus, sie lassen die Sprache verschwimmen, so daß sie zwar untertauchen in die Realitäten, aber mit einer nicht genügend plastisch gemachten Sprache, mit einer Sprache, die nicht liebevoll genug die Dinge umfängt. Das hängt zusammen mit anderen Neigungen des Westens. Vom Westen ist ja im wesentlichen hergekommen diejenige Betrachtungsweise, die eigentlich bis zum Menschen gar nicht hinaufdringt. Da haben wir zunächst den Darwinismus, der ganz gewiß bewundernswürdige Dinge enthält, wenn es sich darum handelt, die Tierwelt zu begreifen. Man braucht ja weniger auf die Fanatiker des Darwinismus zu sehen als auf den Darwinismus selbst. Da ist vieles, was ganz bewundernswert in die Tierwelt eindringt, und man kann dann sagen: Der Mensch steht an der Spitze der Tierwelt. — Aber damit wird nichts getan, um den Menschen selber zu begreifen. Das sehen wir in diesem Westen auch auf sozialem Gebiet. Wir sehen im Westen merkwürdige Anschauungen sich geltend machen, die auch eigentlich den Menschen aus dem Felde der Betrachtung ausschließen. Wir sehen, wie innerhalb der Nationalökonomie des Westens eigentlich der Mensch als solcher keine besondere Rolle spielt. Es spielt dasjenige eine Rolle, was an dem Menschen als Äußerlich-Materielles hängt. Das Privateigentum, das ein Mensch hat, das wird eigentlich als die Individualität in der Nationalökonomie betrachtet, nicht der Mensch selber. Und nicht von jener Freiheit spricht man eigentlich im Westen, welche herausquillt aus dem ganzen menschlichen Wesen, sondern man spricht — in sich überzeugt — nur von der wirtschaftlichen Freiheit. Seit Adam Smith und seit Zeiten, die noch früher liegen, spricht man von der wirtschaftlichen Freiheit, von demjenigen, was der Mensch dadurch in die Waagschale der Zivilisation zu werfen hat, daß er etwas besitzt, was er in der Welt genießen kann, und dadurch, daß ihm der Besitz wirtschaftliche Unabhängigkeit gibt und so weiter. Aber man spricht nicht von dem, was der Mensch eigentlich ist, was aus des Menschen eigenem Inneren mit dem Charakter der Freiheit herausquillt.
[ 10 ] Dagegen haben die westlichen Sprachen ein anderes Charakteristikum. Sie streben schon danach, mit der Sprache die Realität zu treffen, mit der Sprache in die Realitäten unterzutauchen, aber sie bilden die Sprache nicht selber aus, sie lassen die Sprache verschwimmen, so daß sie zwar untertauchen in die Realitäten, aber mit einer nicht genügend plastisch gemachten Sprache, mit einer Sprache, die nicht liebevoll genug die Dinge umfängt. Das hängt zusammen mit anderen Neigungen des Westens. Vom Westen ist ja im wesentlichen hergekommen diejenige Betrachtungsweise, die eigentlich bis zum Menschen gar nicht hinaufdringt. Da haben wir zunächst den Darwinismus, der ganz gewiß bewundernswürdige Dinge enthält, wenn es sich darum handelt, die Tierwelt zu begreifen. Man braucht ja weniger auf die Fanatiker des Darwinismus zu sehen als auf den Darwinismus selbst. Da ist vieles, was ganz bewundernswert in die Tierwelt eindringt, und man kann dann sagen: Der Mensch steht an der Spitze der Tierwelt. — Aber damit wird nichts getan, um den Menschen selber zu begreifen. Das sehen wir in diesem Westen auch auf sozialem Gebiet. Wir sehen im Westen merkwürdige Anschauungen sich geltend machen, die auch eigentlich den Menschen aus dem Felde der Betrachtung ausschließen. Wir sehen, wie innerhalb der Nationalökonomie des Westens eigentlich der Mensch als solcher keine besondere Rolle spielt. Es spielt dasjenige eine Rolle, was an dem Menschen als Äußerlich-Materielles hängt. Das Privateigentum, das ein Mensch hat, das wird eigentlich als die Individualität in der Nationalökonomie betrachtet, nicht der Mensch selber. Und nicht von jener Freiheit spricht man eigentlich im Westen, welche herausquillt aus dem ganzen menschlichen Wesen, sondern man spricht — in sich überzeugt — nur von der wirtschaftlichen Freiheit. Seit Adam Smith und seit Zeiten, die noch früher liegen, spricht man von der wirtschaftlichen Freiheit, von demjenigen, was der Mensch dadurch in die Waagschale der Zivilisation zu werfen hat, daß er etwas besitzt, was er in der Welt genießen kann, und dadurch, daß ihm der Besitz wirtschaftliche Unabhängigkeit gibt und so weiter. Aber man spricht nicht von dem, was der Mensch eigentlich ist, was aus des Menschen eigenem Inneren mit dem Charakter der Freiheit herausquillt.
[ 11 ] Diese Dinge alle weisen aber noch auf viel tiefere Erscheinungen hin. Diejenigen Seelen, die mit einer gewissen Antipathie sich heute in orientalische Leiber hinein verkörpern, weil andere Verhältnisse sie dazu zwingen, die haben eigentlich vielfach das Bestreben, die Erkenntnisfähigkeiten dieser Leiber nicht zum Erfassen der Erdengegenwart kommen zu lassen. Sie haben das Bestreben, den Menschen gewissermaßen in seinem Bewußtsein zu erhalten außerhalb der Erdengegenwart. Es ist etwas im eminentesten Sinne Luziferisches in dieser Seelenverfassung, und dieses Luziferische weht aus dem Osten herüber.
[ 11 ] Diese Dinge alle weisen aber noch auf viel tiefere Erscheinungen hin. Diejenigen Seelen, die mit einer gewissen Antipathie sich heute in orientalische Leiber hinein verkörpern, weil andere Verhältnisse sie dazu zwingen, die haben eigentlich vielfach das Bestreben, die Erkenntnisfähigkeiten dieser Leiber nicht zum Erfassen der Erdengegenwart kommen zu lassen. Sie haben das Bestreben, den Menschen gewissermaßen in seinem Bewußtsein zu erhalten außerhalb der Erdengegenwart. Es ist etwas im eminentesten Sinne Luziferisches in dieser Seelenverfassung, und dieses Luziferische weht aus dem Osten herüber.
[ 12 ] Im Westen hingegen ist etwas im eminentesten Sinne Ahrimanisches in den Seelen. Sie wollen nicht in der Weise von den Leibern Besitz ergreifen, daß sie durch diese Leiber mit offenen Sinnen hinausblicken in die Welt, sondern sie versenken sich so in diese Leiber, daß sie diese Leiber selber nicht in vollem Sinne umfassen, durchgeistigen. Sie leben in den Leibern, aber sie durchdringen sie nicht vollständig. Dadurch kommt das zustande, was die notwendige Folge sein kann, wenn man im Menschenleibe lebt und keinen offenen Sinn hat für dasjenige, was ringsherum in der Welt ist. Hat man einen offenen Sinn, so entdeckt man in dieser Welt nicht nur die äußere physisch-sinnliche Wirklichkeit, sondern man entdeckt die dieser physisch-sinnlichen Wirklichkeit zugrunde liegende Geistigkeit. Diese zugrunde liegende Geistigkeit entdeckt man nicht, wenn man zwar im Leibe steckt, aber diesen Leib nicht bis zur Peripherie voll durchdringt. Das ist die Seelenstimmung des Westens. Durch diese Verhältnisse, so kann man sagen, ist es so, daß tatsächlich manche Leiber westlicher Menschen so beschaffen sind, daß die Seelen in ihnen, wenn die Leiber heranwachsen, gar nicht voll zur Geltung kommen. Dadurch aber, daß die Menschenseelen in diesen Leibern nicht voll zur Geltung kommen, können die Leiber die Hüllen, die Gehäuse werden für ganz andere Wesenheiten, die dann in sie einziehen, Wesenheiten, welche dasjenige geradezu verschlafen, was in den Eigentümlichkeiten der Menschenseele selber liegt.
[ 12 ] Im Westen hingegen ist etwas im eminentesten Sinne Ahrimanisches in den Seelen. Sie wollen nicht in der Weise von den Leibern Besitz ergreifen, daß sie durch diese Leiber mit offenen Sinnen hinausblicken in die Welt, sondern sie versenken sich so in diese Leiber, daß sie diese Leiber selber nicht in vollem Sinne umfassen, durchgeistigen. Sie leben in den Leibern, aber sie durchdringen sie nicht vollständig. Dadurch kommt das zustande, was die notwendige Folge sein kann, wenn man im Menschenleibe lebt und keinen offenen Sinn hat für dasjenige, was ringsherum in der Welt ist. Hat man einen offenen Sinn, so entdeckt man in dieser Welt nicht nur die äußere physisch-sinnliche Wirklichkeit, sondern man entdeckt die dieser physisch-sinnlichen Wirklichkeit zugrunde liegende Geistigkeit. Diese zugrunde liegende Geistigkeit entdeckt man nicht, wenn man zwar im Leibe steckt, aber diesen Leib nicht bis zur Peripherie voll durchdringt. Das ist die Seelenstimmung des Westens. Durch diese Verhältnisse, so kann man sagen, ist es so, daß tatsächlich manche Leiber westlicher Menschen so beschaffen sind, daß die Seelen in ihnen, wenn die Leiber heranwachsen, gar nicht voll zur Geltung kommen. Dadurch aber, daß die Menschenseelen in diesen Leibern nicht voll zur Geltung kommen, können die Leiber die Hüllen, die Gehäuse werden für ganz andere Wesenheiten, die dann in sie einziehen, Wesenheiten, welche dasjenige geradezu verschlafen, was in den Eigentümlichkeiten der Menschenseele selber liegt.
[ 13 ] Und durch all diese Dinge breitet sich von Osten her die eine, von Westen her eine andere Stimmung aus. Die Stimmung, die sich von Osten her verbreitet, ist diese, den Menschen zu erhalten in Gefühlsweisen, Empfindungsweisen älterer Zeiten, die noch mehr instinktiv nach einer Geistigkeit hinaufgehen, den Menschen nicht so weit hinunterkommen zu lassen auf die Erde, daß er sich voll verbinden kann mit der Situation hier auf der Erde. Im Westen dagegen macht sich die Strömung geltend, dasjenige, was jetzt da ist, nicht so zu betrachten, daß man in ihm die in allem Dasein immer fortschreitende Geistigkeit wahrnimmt, sondern daß man bei dem, was der Mensch einmal geworden ist, stehenbleibt, weil man ihn zwar bewohnt, aber nicht durchdringt, weil man ihn eigentlich nicht selber so liebt, daß man ihn völlig durchdringen will. Konservieren den gegenwärtigen Zustand der Menschheit mit seiner materialistischen Gesinnung, seinem materialistischen Handeln, möchte man vom Westen aus. Nicht kommen zu lassen bis zu dem, was uns zusammenbringt mit den materiellen Verhältnissen der Erde, sondern den Menschen abzuhalten, die Gegenwart in sich voll aufzunehmen, das möchte man vom Osten aus. Von beiden Seiten ist eigentlich das Bestreben vorhanden, den Menschen nicht kommen zu lassen zum vollen Erfassen der Gegenwart. Und eine ungeheure Furcht, die sich unbewußt der Menschheit bemächtigt, unterstützt das noch. Wer unbefangen diese Gegenwart betrachtet mit den großen Entscheidungen, die sie in ihrem Schoße hat, der muß sich in einer gewissen Weise mutvoll diesen Entscheidungen gegenüberstellen.
[ 13 ] Und durch all diese Dinge breitet sich von Osten her die eine, von Westen her eine andere Stimmung aus. Die Stimmung, die sich von Osten her verbreitet, ist diese, den Menschen zu erhalten in Gefühlsweisen, Empfindungsweisen älterer Zeiten, die noch mehr instinktiv nach einer Geistigkeit hinaufgehen, den Menschen nicht so weit hinunterkommen zu lassen auf die Erde, daß er sich voll verbinden kann mit der Situation hier auf der Erde. Im Westen dagegen macht sich die Strömung geltend, dasjenige, was jetzt da ist, nicht so zu betrachten, daß man in ihm die in allem Dasein immer fortschreitende Geistigkeit wahrnimmt, sondern daß man bei dem, was der Mensch einmal geworden ist, stehenbleibt, weil man ihn zwar bewohnt, aber nicht durchdringt, weil man ihn eigentlich nicht selber so liebt, daß man ihn völlig durchdringen will. Konservieren den gegenwärtigen Zustand der Menschheit mit seiner materialistischen Gesinnung, seinem materialistischen Handeln, möchte man vom Westen aus. Nicht kommen zu lassen bis zu dem, was uns zusammenbringt mit den materiellen Verhältnissen der Erde, sondern den Menschen abzuhalten, die Gegenwart in sich voll aufzunehmen, das möchte man vom Osten aus. Von beiden Seiten ist eigentlich das Bestreben vorhanden, den Menschen nicht kommen zu lassen zum vollen Erfassen der Gegenwart. Und eine ungeheure Furcht, die sich unbewußt der Menschheit bemächtigt, unterstützt das noch. Wer unbefangen diese Gegenwart betrachtet mit den großen Entscheidungen, die sie in ihrem Schoße hat, der muß sich in einer gewissen Weise mutvoll diesen Entscheidungen gegenüberstellen.
[ 14 ] Nun kann man es sich auf zweierlei Weise ersparen, sich den Entscheidungen der Gegenwart gegenüberzustellen. Die eine Art ist diese, daß man schwärmerischer Mystiker oder 'Theosoph wird und in einer oberflächlichen Weise das «ex oriente lux» wiederholt. Dann kann man sich ein innerliches Wohlgefühl begründen in einem gewissen Fliehen vor den Ereignissen der Gegenwart. Man kann sich über sie hinwegheben, kann sich sogar als ausgezeichneter Mensch in dieser Mystik oder Theosophie fühlen und kann alles verachten, was um einen herum vorgeht, als «die schlechte Welt», als die Welt der Materie, die minderwertig ist. Das ist aber eben das Schädliche dieses einen Extrems, wie auch das andere Extrem schädlich ist, das zutage tritt in der mehr westlichen Strömung, die dann in ihrer letzten Konsequenz den matenialistischen Menschen hervorbringt, bei dem die Furcht vor dem Sich-Gegenüberstellen den Entscheidungen der Gegenwart den anderen Charakter annimmt, so daß er sagt: Der Mensch ist das Produkt desjenigen, was in ihm physisch-physiologisch vorgeht, und von irgend etwas zu sprechen, was in des Menschen eigene Entscheidung gelegt ist, ist ein Unsinn, darauf braucht man keine Rücksicht zu nehmen. Es ist notwendig, daß das gepflegt werde, was sich einmal in der Menschheit leiblich-physisch herausgebildet hat. Man ist abergläubisch, wenn man von einer besonderen Geistigkeit spricht. — Auf dieser Seite flieht man die Geistigkeit, während man auf der anderen Seite die Materialität flieht.
[ 14 ] Nun kann man es sich auf zweierlei Weise ersparen, sich den Entscheidungen der Gegenwart gegenüberzustellen. Die eine Art ist diese, daß man schwärmerischer Mystiker oder 'Theosoph wird und in einer oberflächlichen Weise das «ex oriente lux» wiederholt. Dann kann man sich ein innerliches Wohlgefühl begründen in einem gewissen Fliehen vor den Ereignissen der Gegenwart. Man kann sich über sie hinwegheben, kann sich sogar als ausgezeichneter Mensch in dieser Mystik oder Theosophie fühlen und kann alles verachten, was um einen herum vorgeht, als «die schlechte Welt», als die Welt der Materie, die minderwertig ist. Das ist aber eben das Schädliche dieses einen Extrems, wie auch das andere Extrem schädlich ist, das zutage tritt in der mehr westlichen Strömung, die dann in ihrer letzten Konsequenz den matenialistischen Menschen hervorbringt, bei dem die Furcht vor dem Sich-Gegenüberstellen den Entscheidungen der Gegenwart den anderen Charakter annimmt, so daß er sagt: Der Mensch ist das Produkt desjenigen, was in ihm physisch-physiologisch vorgeht, und von irgend etwas zu sprechen, was in des Menschen eigene Entscheidung gelegt ist, ist ein Unsinn, darauf braucht man keine Rücksicht zu nehmen. Es ist notwendig, daß das gepflegt werde, was sich einmal in der Menschheit leiblich-physisch herausgebildet hat. Man ist abergläubisch, wenn man von einer besonderen Geistigkeit spricht. — Auf dieser Seite flieht man die Geistigkeit, während man auf der anderen Seite die Materialität flieht.
[ 15 ] So haben wir heute zwei Extreme der menschlichen Seelenverfassung: auf der einen Seite den Materialismus, der ahrimanisch ist, auf der anderen Seite den Mystizismus, der luziferisch ist. Wir haben auf der einen Seite den großen Weltanschauungszug vom Westen nach dem Osten, der nur aus der Materie heraus eine mechanistische Naturwissenschaft erarbeitet, der sozusagen unsere äußere Bildung durchzieht. Wir haben auf der anderen Seite den Zug vom Osten nach dem Westen, der wahrhaftig heute nicht wenig Geister ergreift, der immer mehr Geister ergreifen wird. Und man möchte wünschen, daß dasjenige, was Anthroposophie ist, von diesen Geistern nicht dadurch zerstört wird, daß es gerade von ihnen im Geiste einer schwärmerischen Mystik ausgelegt wird. Wir haben ja diese andere Strömung, die nur schöpfen will aus einer weltfremden Sphäre, wir haben insbesondere diesen Zug in derjenigen theosophischen Weltanschauung vorhanden, welche herübertragen will aus dem Orient längst verklungene Dinge, die heute für die Menschheit durchaus nicht taugen.
[ 15 ] So haben wir heute zwei Extreme der menschlichen Seelenverfassung: auf der einen Seite den Materialismus, der ahrimanisch ist, auf der anderen Seite den Mystizismus, der luziferisch ist. Wir haben auf der einen Seite den großen Weltanschauungszug vom Westen nach dem Osten, der nur aus der Materie heraus eine mechanistische Naturwissenschaft erarbeitet, der sozusagen unsere äußere Bildung durchzieht. Wir haben auf der anderen Seite den Zug vom Osten nach dem Westen, der wahrhaftig heute nicht wenig Geister ergreift, der immer mehr Geister ergreifen wird. Und man möchte wünschen, daß dasjenige, was Anthroposophie ist, von diesen Geistern nicht dadurch zerstört wird, daß es gerade von ihnen im Geiste einer schwärmerischen Mystik ausgelegt wird. Wir haben ja diese andere Strömung, die nur schöpfen will aus einer weltfremden Sphäre, wir haben insbesondere diesen Zug in derjenigen theosophischen Weltanschauung vorhanden, welche herübertragen will aus dem Orient längst verklungene Dinge, die heute für die Menschheit durchaus nicht taugen.
[ 16 ] Das sind die beiden Extreme, die sich eigentlich, vielleicht über eine furchtbare Feindschaft hinweg, die durch die äußeren Verhältnisse und den inneren Gegensatz bewirkt ist, die Hand reichen möchten von beiden Seiten her. Und weil diese Strömungen vorhanden sind, und weil das der Fall ist, geht es, wollte man es trivial ausdrücken — es ist aber wahrhaftig nicht trivial, sondern tragisch gemeint —, den Menschen der mitteleuropäischen Gegenden gerade geistig so schlecht.
[ 16 ] Das sind die beiden Extreme, die sich eigentlich, vielleicht über eine furchtbare Feindschaft hinweg, die durch die äußeren Verhältnisse und den inneren Gegensatz bewirkt ist, die Hand reichen möchten von beiden Seiten her. Und weil diese Strömungen vorhanden sind, und weil das der Fall ist, geht es, wollte man es trivial ausdrücken — es ist aber wahrhaftig nicht trivial, sondern tragisch gemeint —, den Menschen der mitteleuropäischen Gegenden gerade geistig so schlecht.
[ 17 ] Das ist dasjenige, was man mit wachem Seelenauge verfolgen sollte. Denn wenn man die Sache etwas radikal ausdrücken wollte, möchte man sagen: In diesem Mitteleuropa hat sich vorbereitet die höhere Synthese, der Zusammenklang, die höhere Harmonie dieser zwei Extreme, aus welcher Harmonie, aus welchem Zusammenklang allein ein Fortschritt für die Menschheit ersprießen kann. Denn hier in Mitteleuropa haben gegipfelt geistige Strömungen, die aus wirklich bedeutsamen Untergründen hervorgegangen sind — zuletzt aus dem, was, wie abglimmend dazumal und überwuchert von dem anderen, zunächst als eine intellektualistische Spiritualität im deutschen Idealismus erschienen ist, in solchen Weltanschauungen wie sie Fichte, Schelling, Hegel hatten, wovon diejenige Schellings sogar an ihrem Ende nahe daran war, herauszugebären nach und nach dasjenige, was hätte einlaufen können in eine wirkliche anthroposophische Geisteswissenschaft, für die nur die Zeit dazumal noch nicht reif war.
[ 17 ] Das ist dasjenige, was man mit wachem Seelenauge verfolgen sollte. Denn wenn man die Sache etwas radikal ausdrücken wollte, möchte man sagen: In diesem Mitteleuropa hat sich vorbereitet die höhere Synthese, der Zusammenklang, die höhere Harmonie dieser zwei Extreme, aus welcher Harmonie, aus welchem Zusammenklang allein ein Fortschritt für die Menschheit ersprießen kann. Denn hier in Mitteleuropa haben gegipfelt geistige Strömungen, die aus wirklich bedeutsamen Untergründen hervorgegangen sind — zuletzt aus dem, was, wie abglimmend dazumal und überwuchert von dem anderen, zunächst als eine intellektualistische Spiritualität im deutschen Idealismus erschienen ist, in solchen Weltanschauungen wie sie Fichte, Schelling, Hegel hatten, wovon diejenige Schellings sogar an ihrem Ende nahe daran war, herauszugebären nach und nach dasjenige, was hätte einlaufen können in eine wirkliche anthroposophische Geisteswissenschaft, für die nur die Zeit dazumal noch nicht reif war.
[ 18 ] Aber es erscheint einem ja so, als ob sich alle Welt verschworen hätte, dasjenige, was da im Anzuge war, nur ja nicht irgendwie zu einer Entfaltung kommen zu lassen. Ich möchte sagen: Vom Orient und Okzident aus sind Luzifer und Ahriman verschworen, daß diese Synthese nicht gedeihen kann. Denn hier in dieser mittleren Gegend der Erde sind eigentlich diejenigen Menschen gewesen, die, wenn sie auch wegen der Verhältnisse der Zeiten manchmal auf halbem Wege haben stehenbleiben müssen, nach der Geistigkeit gestrebt haben, aber zu gleicher Zeit gestrebt haben nach einer hingebungsvollen Naturerkenntnis. Welcher wunderbare Pendelschlag ist zum Beispiel bei Goethe zwischen dem fortwährenden Angezogensein davon, die Welt geistig zu betrachten, und wiederum davon, die Welt in der Breite ihrer äußeren Naturerscheinungen zu betrachten. Wie sehr suchte Goethe den Einklang zwischen demjenigen, was ihm der Geist sagte, und dem, was ihm die Natur offenbarte. Und wie sehen wir gerade diesen Goetheschen Sinn, der ja schon Wurzeln hat in ganz Mitteleuropa, wie sehen wir ihn überwuchert! Wir sehen auf der einen Seite fortwährend den Einfluß des Westens. Wir haben ihn gesehen in unserer äußeren Wissenschaft, die ja ganz, wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf, «verwestet» ist, die ganz und gar ablehnend ist in ihren Methoden gegenüber dem Geistigen. Wenn sie auch manchmal dem Glauben nach etwas Geistiges aufnimmt, ist sie doch abgeneigt, in ihren Methoden das Geistige zu verarbeiten, namentlich bei den wissenschaftlichen Forschungen. Und was haben wir andererseits an denjenigen Menschen, welche sich herausarbeiten wollen aus dieser Gegenstimmung, welche die Schwingen lähmt, in den letzten Jahrzehnten erfahren müssen? — Innerhalb derjenigen Zivilisation in Europa, die in ihrem Schoße hat entstehen sehen so etwas wie Schillers «Ästhetische Briefe», an denen hätte erwachsen können eine wunderbare Entfaltung des Seelischen und des Geistigen, haben sich zahlreiche Menschen an das Gequassel von allerlei gerade amerikanischen Mystikern gehalten, an Ralph Waldo Trine und dergleichen, an jenes mystische Gequassel, das im Vergleich mit demjenigen, was da ist in der mitteleuropäischen Geistessubstanz, etwas außerordentlich Inferiores ist, ein seelisch-egoistisches Streben nach einem inneren Wohlsein, nicht nach einem wirklichen geistigen Aufschwung. Da sehen wir die ganze Tragweite desjenigen, was ich nennen möchte: die Tendenz zur Überflutung des ureigenen Mitteleuropäischen von dem Westlichen. Selbstverständlich — auf anthroposophischem Felde ist das eben durchaus selbstverständlich — soll nicht irgend etwas gegen Menschen dabei gesagt sein. Menschen müssen über die ganze Erde hin gleich geachtet werden. Aber ist denn dasjenige, was in den Menschen lebt, einerlei mit dem, was als eine Kultur, eine Zivilisationsatmosphäre durch die menschlichen Seelen durchzieht? Ist es denn überhaupt irgendwie das Rechte, wenn jemand sagt, da wende sich einer gegen westliche Geistesströmungen und treffe dadurch die westlichen Menschen? — Nein, er trifft nicht die Menschen, sondern er will hindeuten auf dasjenige, was als eine geistige Atmosphäre in diesem Westen lebt.
[ 18 ] Aber es erscheint einem ja so, als ob sich alle Welt verschworen hätte, dasjenige, was da im Anzuge war, nur ja nicht irgendwie zu einer Entfaltung kommen zu lassen. Ich möchte sagen: Vom Orient und Okzident aus sind Luzifer und Ahriman verschworen, daß diese Synthese nicht gedeihen kann. Denn hier in dieser mittleren Gegend der Erde sind eigentlich diejenigen Menschen gewesen, die, wenn sie auch wegen der Verhältnisse der Zeiten manchmal auf halbem Wege haben stehenbleiben müssen, nach der Geistigkeit gestrebt haben, aber zu gleicher Zeit gestrebt haben nach einer hingebungsvollen Naturerkenntnis. Welcher wunderbare Pendelschlag ist zum Beispiel bei Goethe zwischen dem fortwährenden Angezogensein davon, die Welt geistig zu betrachten, und wiederum davon, die Welt in der Breite ihrer äußeren Naturerscheinungen zu betrachten. Wie sehr suchte Goethe den Einklang zwischen demjenigen, was ihm der Geist sagte, und dem, was ihm die Natur offenbarte. Und wie sehen wir gerade diesen Goetheschen Sinn, der ja schon Wurzeln hat in ganz Mitteleuropa, wie sehen wir ihn überwuchert! Wir sehen auf der einen Seite fortwährend den Einfluß des Westens. Wir haben ihn gesehen in unserer äußeren Wissenschaft, die ja ganz, wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf, «verwestet» ist, die ganz und gar ablehnend ist in ihren Methoden gegenüber dem Geistigen. Wenn sie auch manchmal dem Glauben nach etwas Geistiges aufnimmt, ist sie doch abgeneigt, in ihren Methoden das Geistige zu verarbeiten, namentlich bei den wissenschaftlichen Forschungen. Und was haben wir andererseits an denjenigen Menschen, welche sich herausarbeiten wollen aus dieser Gegenstimmung, welche die Schwingen lähmt, in den letzten Jahrzehnten erfahren müssen? — Innerhalb derjenigen Zivilisation in Europa, die in ihrem Schoße hat entstehen sehen so etwas wie Schillers «Ästhetische Briefe», an denen hätte erwachsen können eine wunderbare Entfaltung des Seelischen und des Geistigen, haben sich zahlreiche Menschen an das Gequassel von allerlei gerade amerikanischen Mystikern gehalten, an Ralph Waldo Trine und dergleichen, an jenes mystische Gequassel, das im Vergleich mit demjenigen, was da ist in der mitteleuropäischen Geistessubstanz, etwas außerordentlich Inferiores ist, ein seelisch-egoistisches Streben nach einem inneren Wohlsein, nicht nach einem wirklichen geistigen Aufschwung. Da sehen wir die ganze Tragweite desjenigen, was ich nennen möchte: die Tendenz zur Überflutung des ureigenen Mitteleuropäischen von dem Westlichen. Selbstverständlich — auf anthroposophischem Felde ist das eben durchaus selbstverständlich — soll nicht irgend etwas gegen Menschen dabei gesagt sein. Menschen müssen über die ganze Erde hin gleich geachtet werden. Aber ist denn dasjenige, was in den Menschen lebt, einerlei mit dem, was als eine Kultur, eine Zivilisationsatmosphäre durch die menschlichen Seelen durchzieht? Ist es denn überhaupt irgendwie das Rechte, wenn jemand sagt, da wende sich einer gegen westliche Geistesströmungen und treffe dadurch die westlichen Menschen? — Nein, er trifft nicht die Menschen, sondern er will hindeuten auf dasjenige, was als eine geistige Atmosphäre in diesem Westen lebt.
[ 19 ] Und sehen wir nicht auf der anderen Seite wiederum dieses Mitteleuropäische geradezu erfüllt bei vielen Menschen von einer Sehnsucht, irgendwelche Fragmente alter Weisheit aus dem Oriente in das Geistesleben hineinzubekommen? Dem Kenner tut bei solchem Hereinnehmen orientalischer Geistesweisheit wirklich die Seele weh. Selbst wenn man verhältnismäßig leicht Assimilierbares nimmt wie die Bhagavad Gita, muß man sich doch darüber klar sein, daß dasjenige, was der mitteleuropäische Mensch heute von der Bhagavad Gita erhalten kann, höchstens etwas von ihm selbst Zurechtgeschmiedetes sein kann, daß das aber durchaus nicht orientalische Geistesweisheit ist. Denn das hat man selbst im Orient nicht mehr. Die Leute schwärmen, wenn sie irgendeine Stelle aus der Bhagavad Gita meditieren können, haben aber im Grunde genommen nichts Ernsthaftes davon, sondern haben nur etwas, wodurch sie sich eine gewisse innere Wollust bereiten. Sie haben nicht den Mut, dasjenige zu ergreifen, was nun ausgleichend gerade in mittleren Gegenden der Erde als eine geistige Atmosphäre atembar wäre. Man muß schon sagen: Gerade in dem Eindringen der sogenannten östlichen Theosophie liegt etwas, was seit langem eine schädliche Gegenströmung innerhalb Mitteleuropas ist. — Dieses Urteil erstreckt sich nicht darauf, daß man nicht für gewisse Dinge sich der Nomenklatur des Orients, der Begriffe auch des Orients bedienen kann, daß man nicht versuchen soll, den Orient zu verstehen. Das ist selbstverständlich. Es handelt sich um ganz andere Dinge, um die Dinge eben, die ich versuchte, in diesen Andeutungen zu charakterisieren.
[ 19 ] Und sehen wir nicht auf der anderen Seite wiederum dieses Mitteleuropäische geradezu erfüllt bei vielen Menschen von einer Sehnsucht, irgendwelche Fragmente alter Weisheit aus dem Oriente in das Geistesleben hineinzubekommen? Dem Kenner tut bei solchem Hereinnehmen orientalischer Geistesweisheit wirklich die Seele weh. Selbst wenn man verhältnismäßig leicht Assimilierbares nimmt wie die Bhagavad Gita, muß man sich doch darüber klar sein, daß dasjenige, was der mitteleuropäische Mensch heute von der Bhagavad Gita erhalten kann, höchstens etwas von ihm selbst Zurechtgeschmiedetes sein kann, daß das aber durchaus nicht orientalische Geistesweisheit ist. Denn das hat man selbst im Orient nicht mehr. Die Leute schwärmen, wenn sie irgendeine Stelle aus der Bhagavad Gita meditieren können, haben aber im Grunde genommen nichts Ernsthaftes davon, sondern haben nur etwas, wodurch sie sich eine gewisse innere Wollust bereiten. Sie haben nicht den Mut, dasjenige zu ergreifen, was nun ausgleichend gerade in mittleren Gegenden der Erde als eine geistige Atmosphäre atembar wäre. Man muß schon sagen: Gerade in dem Eindringen der sogenannten östlichen Theosophie liegt etwas, was seit langem eine schädliche Gegenströmung innerhalb Mitteleuropas ist. — Dieses Urteil erstreckt sich nicht darauf, daß man nicht für gewisse Dinge sich der Nomenklatur des Orients, der Begriffe auch des Orients bedienen kann, daß man nicht versuchen soll, den Orient zu verstehen. Das ist selbstverständlich. Es handelt sich um ganz andere Dinge, um die Dinge eben, die ich versuchte, in diesen Andeutungen zu charakterisieren.
[ 20 ] Demgegenüber muß eben darauf hingewiesen werden, wie eine solche Hingabe — sei es an den offenen Materialismus des Westens, wie er in dieser Strömung zutage tritt, oder an den verbrämten Materialismus des Westens, wie er durch Trine oder durch Christian Science hereintritt, die auch nichts anderes ist als Materialismus, nur von der umgekehrten Seite — geistigen Rückschritt bedeutet. Sowohl die Hingabe daran, wie die Hingabe an alle möglichen Mystizismen, das ist es, was auf geistigem Gebiet ganz entschieden den Rückschritt bringt. Was den Fortschritt bringen kann, ist dasjenige, was im Grunde genommen gut vorbereitet ist, was aber heute schon sozusagen wie die unter dem Boden liegende Schicht mitteleuropäischer Zivilisation da ist, über die sich schon darübergeschichtet hat dasjenige, was Zusammenfluß ist aus Orient und Okzident. Denn es ist eine Wahrheit, was hier oftmals angedeutet worden ist, was Sie auch aus meinen Schriften und Vortragszyklen entnehmen können: Was man als äußere Bibel hat, was man äußerlich als Neues Testament hat, das hat im Grunde genommen dasselbe Schicksal erfahren wie andere orientalische Schriften. Die hat man heute nicht in ihrer wahren Gestalt. Und wenn man versucht, zur wahren Gestalt zu kommen, so kann es nur durch Geisteswissenschaft geschehen, die erst wiederum die Lebendigkeit bringt, welche notwendig ist, um in diese Dinge einzudringen. Wenn man aber diese Lebendigkeit in die Bibel hineinbringt, in das Neue Testament, dann sind diejenigen, die heute die offiziellen Vertreter sind, die Traubs und so weiter, die allerersten, welche das als eine Phantasterei, als etwas ganz Ungeheuerliches, als etwas Verdammungswürdiges vor die Welt hinstellen.
[ 20 ] Demgegenüber muß eben darauf hingewiesen werden, wie eine solche Hingabe — sei es an den offenen Materialismus des Westens, wie er in dieser Strömung zutage tritt, oder an den verbrämten Materialismus des Westens, wie er durch Trine oder durch Christian Science hereintritt, die auch nichts anderes ist als Materialismus, nur von der umgekehrten Seite — geistigen Rückschritt bedeutet. Sowohl die Hingabe daran, wie die Hingabe an alle möglichen Mystizismen, das ist es, was auf geistigem Gebiet ganz entschieden den Rückschritt bringt. Was den Fortschritt bringen kann, ist dasjenige, was im Grunde genommen gut vorbereitet ist, was aber heute schon sozusagen wie die unter dem Boden liegende Schicht mitteleuropäischer Zivilisation da ist, über die sich schon darübergeschichtet hat dasjenige, was Zusammenfluß ist aus Orient und Okzident. Denn es ist eine Wahrheit, was hier oftmals angedeutet worden ist, was Sie auch aus meinen Schriften und Vortragszyklen entnehmen können: Was man als äußere Bibel hat, was man äußerlich als Neues Testament hat, das hat im Grunde genommen dasselbe Schicksal erfahren wie andere orientalische Schriften. Die hat man heute nicht in ihrer wahren Gestalt. Und wenn man versucht, zur wahren Gestalt zu kommen, so kann es nur durch Geisteswissenschaft geschehen, die erst wiederum die Lebendigkeit bringt, welche notwendig ist, um in diese Dinge einzudringen. Wenn man aber diese Lebendigkeit in die Bibel hineinbringt, in das Neue Testament, dann sind diejenigen, die heute die offiziellen Vertreter sind, die Traubs und so weiter, die allerersten, welche das als eine Phantasterei, als etwas ganz Ungeheuerliches, als etwas Verdammungswürdiges vor die Welt hinstellen.
[ 21 ] Hier in Mitteleuropa wären im Grunde genommen diejenigen Menschen vorhanden, die wirklich auf der einen Seite sich erheben wollten zur Geistigkeit und die auf der anderen Seite auch einen Sinn hätten für das Erfassen der ganzen Breite der äußeren natürlichen Erscheinungswelt. Das ist dasjenige, was heute notwendig ist. Nur aus diesem Geiste heraus kann die Menschheit vorwärtskommen. Daher ist es auf dem Erkenntnisgebiet ebenso notwendig, daß die Menschen heute sich vertiefen in dasjenige, was Naturanschauung bieten kann, wie es auf der anderen Seite notwendig ist, daß sie sich vertiefen in dasjenige, was Geisteswissenschaft bringen kann. Weder das eine noch das andere enthält die volle Wahrheit, allein der Zusammenklang von beiden in der menschlichen Seele gibt die volle Wahrheit. Und ebenso ist es auf praktischem Gebiet. Nicht die einseitige Religionsausübung, welche die Welt fliehen möchte oder wenigstens die Welt so mitmachen möchte, wie sie eben gerade ist, dafür in allen möglichen religiösen Erhebungen leben möchte, die weltfremd sind, weder diese religiöse Praxis noch auf der anderen Seite die äußere Routine, die in unserem öffentlichen Leben herrscht, können irgendwie vorwärtsbringen. Nur derjenige kann auch im äußerlichen praktischen Leben vorwärtskommen, der liebevoll beides umfaßt, auf der einen Seite dasjenige, was die Außenwelt von uns an praktischen Maßnahmen fordert, und der auf der anderen Seite geneigt ist, das was die Außenwelt von uns fordert, zu verbinden mit dem, was man sich aneignen kann durch eine geisteswissenschaftliche Erziehung, durch die man geschickt gemacht wird so, daß diese Geschicklichkeit nicht bloß eine äußerliche Trainierung ist, sondern eine von innerlicher Geistigkeit durchleuchtete Handlungsart ist, die zu gleicher Zeit in der Seelenverfassung wurzelt. Nur dadurch kann man zu dem kommen, was die gegenwärtige Zeit als Aufgabe stellt. Das ist es, was wir vor allen Dingen einsehen müssen.
[ 21 ] Hier in Mitteleuropa wären im Grunde genommen diejenigen Menschen vorhanden, die wirklich auf der einen Seite sich erheben wollten zur Geistigkeit und die auf der anderen Seite auch einen Sinn hätten für das Erfassen der ganzen Breite der äußeren natürlichen Erscheinungswelt. Das ist dasjenige, was heute notwendig ist. Nur aus diesem Geiste heraus kann die Menschheit vorwärtskommen. Daher ist es auf dem Erkenntnisgebiet ebenso notwendig, daß die Menschen heute sich vertiefen in dasjenige, was Naturanschauung bieten kann, wie es auf der anderen Seite notwendig ist, daß sie sich vertiefen in dasjenige, was Geisteswissenschaft bringen kann. Weder das eine noch das andere enthält die volle Wahrheit, allein der Zusammenklang von beiden in der menschlichen Seele gibt die volle Wahrheit. Und ebenso ist es auf praktischem Gebiet. Nicht die einseitige Religionsausübung, welche die Welt fliehen möchte oder wenigstens die Welt so mitmachen möchte, wie sie eben gerade ist, dafür in allen möglichen religiösen Erhebungen leben möchte, die weltfremd sind, weder diese religiöse Praxis noch auf der anderen Seite die äußere Routine, die in unserem öffentlichen Leben herrscht, können irgendwie vorwärtsbringen. Nur derjenige kann auch im äußerlichen praktischen Leben vorwärtskommen, der liebevoll beides umfaßt, auf der einen Seite dasjenige, was die Außenwelt von uns an praktischen Maßnahmen fordert, und der auf der anderen Seite geneigt ist, das was die Außenwelt von uns fordert, zu verbinden mit dem, was man sich aneignen kann durch eine geisteswissenschaftliche Erziehung, durch die man geschickt gemacht wird so, daß diese Geschicklichkeit nicht bloß eine äußerliche Trainierung ist, sondern eine von innerlicher Geistigkeit durchleuchtete Handlungsart ist, die zu gleicher Zeit in der Seelenverfassung wurzelt. Nur dadurch kann man zu dem kommen, was die gegenwärtige Zeit als Aufgabe stellt. Das ist es, was wir vor allen Dingen einsehen müssen.
[ 22 ] Es gibt heute so viele Menschen, welche diese hier gemeinte Geisteswissenschaft bekämpfen, weil diese Geisteswissenschaft ganz unverhohlen von den geistigen Tatsachen spricht, weil diese Geisteswissenschaft geradeso wie man in der Physik von der Anode und Kathode spricht, davon spricht, daß sich Seelen unter diesen oder jenen Stimmungen — mit Sympathie oder Antipathie — aus den geistigen Welten in irdische Leiber hineinfinden. Weil diese Geisteswissenschaft hinschaut auf das, was Naturerscheinungen sind, ebenso wie auf das, was geistige Tatsachen sind, deshalb lehnt man sie von vielen Seiten ab. Diese Geisteswissenschaft wird von denjenigen, die nur auf die äußere Natur sehen wollen, abgelehnt, weil sie sich eigentlich darunter gar nichts vorstellen können, weil sie in ihr vielleicht nur Worte finden. Diese Geisteswissenschaft wird aber auch abgelehnt von all denjenigen Menschen, die in unklarer Mystik, in alten, herkömmlichen Religionsbekenntnissen leben wollen, die nicht den Anschluß gefunden haben an die neuere Lebenspraxis. Diese Geisteswissenschaft wird auch von denjenigen abgelehnt, die überhaupt keinen Inhalt in ihren Begriffen haben, sondern die nur fortrollen und fortrutschen in dem, was in dem Wortklang, in dem Wortinhalte liegt, wie so viele Philosophen der Gegenwart, sogar solche, die gegenwärtig «Weisheitsschulen» gründen. Das ist aber dasjenige, was wir eben gerade nicht brauchen. Wir brauchen nicht eine Worteweisheit, die es ablehnt, in die Tatsachen der Natur einzudringen. Wir brauchen auch nicht eine unklare, schwärmerische Mystik. Und wir können nicht brauchen das, was geistlos in die Naturerscheinungen eindringen will. Was wir brauchen, ist eine Synthese, eine Verbindung von beiden, denn das ist erst die Realität. Und von diesem Gesichtspunkte aus muß durchaus ins Auge gefaßt werden, daß unsere Sprache, die Menschensprache, einfach indem man vordringt von dem Osten nach Westen, im Grunde genommen auch in Mitteleuropa, gerade diejenigen Formen angenommen hat, welche dieser Sprache Plastik geben, welche diese Sprache etwas sein lassen, was man verbunden fühlt im Innersten des Menschen mit der ganzen Seelenstimmung und Seelenverfassung. Auf der anderen Seite will aber gerade die Sprache Mitteleuropas etwas sein, was nun auch ausfließt in die äußeren Ereignisse, was nicht egoistisch im Menschen zurückbehalten wird. Das ist etwas, was zum Beispiel gesehen werden könnte in einer solchen Sprache, wie die Goethes und Hegels ist. Da ist es deutlich in der Anlage vorhanden. Und die Anlagen, die da vorhanden sind, die sind sehr, sehr weiterentwickelbar, die wollen gerade hin zu demjenigen, was wir erstreben wollen durch die geisteswissenschaftlichen Absichten.
[ 22 ] Es gibt heute so viele Menschen, welche diese hier gemeinte Geisteswissenschaft bekämpfen, weil diese Geisteswissenschaft ganz unverhohlen von den geistigen Tatsachen spricht, weil diese Geisteswissenschaft geradeso wie man in der Physik von der Anode und Kathode spricht, davon spricht, daß sich Seelen unter diesen oder jenen Stimmungen — mit Sympathie oder Antipathie — aus den geistigen Welten in irdische Leiber hineinfinden. Weil diese Geisteswissenschaft hinschaut auf das, was Naturerscheinungen sind, ebenso wie auf das, was geistige Tatsachen sind, deshalb lehnt man sie von vielen Seiten ab. Diese Geisteswissenschaft wird von denjenigen, die nur auf die äußere Natur sehen wollen, abgelehnt, weil sie sich eigentlich darunter gar nichts vorstellen können, weil sie in ihr vielleicht nur Worte finden. Diese Geisteswissenschaft wird aber auch abgelehnt von all denjenigen Menschen, die in unklarer Mystik, in alten, herkömmlichen Religionsbekenntnissen leben wollen, die nicht den Anschluß gefunden haben an die neuere Lebenspraxis. Diese Geisteswissenschaft wird auch von denjenigen abgelehnt, die überhaupt keinen Inhalt in ihren Begriffen haben, sondern die nur fortrollen und fortrutschen in dem, was in dem Wortklang, in dem Wortinhalte liegt, wie so viele Philosophen der Gegenwart, sogar solche, die gegenwärtig «Weisheitsschulen» gründen. Das ist aber dasjenige, was wir eben gerade nicht brauchen. Wir brauchen nicht eine Worteweisheit, die es ablehnt, in die Tatsachen der Natur einzudringen. Wir brauchen auch nicht eine unklare, schwärmerische Mystik. Und wir können nicht brauchen das, was geistlos in die Naturerscheinungen eindringen will. Was wir brauchen, ist eine Synthese, eine Verbindung von beiden, denn das ist erst die Realität. Und von diesem Gesichtspunkte aus muß durchaus ins Auge gefaßt werden, daß unsere Sprache, die Menschensprache, einfach indem man vordringt von dem Osten nach Westen, im Grunde genommen auch in Mitteleuropa, gerade diejenigen Formen angenommen hat, welche dieser Sprache Plastik geben, welche diese Sprache etwas sein lassen, was man verbunden fühlt im Innersten des Menschen mit der ganzen Seelenstimmung und Seelenverfassung. Auf der anderen Seite will aber gerade die Sprache Mitteleuropas etwas sein, was nun auch ausfließt in die äußeren Ereignisse, was nicht egoistisch im Menschen zurückbehalten wird. Das ist etwas, was zum Beispiel gesehen werden könnte in einer solchen Sprache, wie die Goethes und Hegels ist. Da ist es deutlich in der Anlage vorhanden. Und die Anlagen, die da vorhanden sind, die sind sehr, sehr weiterentwickelbar, die wollen gerade hin zu demjenigen, was wir erstreben wollen durch die geisteswissenschaftlichen Absichten.
[ 23 ] Zu verwundern braucht man sich ja allerdings nicht, daß Geisteswissenschaft sowohl von denjenigen, die orientalisch, wie auch von denjenigen, die okzidentalisch angesteckt sind, verleumdet wird, unbewußt verleumdet wird, objektiv verleumdet wird, meinetwillen. Aber auf der anderen Seite muß die Geisteswissenschaft auch immer wieder und wieder klarstellen, was eigentlich ihr Wesen ist. Und deshalb war es heute schon meine Verpflichtung, von diesen Dingen vor Ihnen zu sprechen, und denjenigen, die innerhalb der anthroposophischen Bewegung stehen, würde es eigentlich obliegen, zu versuchen, ganz klar dasjenige herauszuarbeiten, was diese anthroposophische Geisteswissenschaft will, klar herauszuarbeiten, wie man sich nicht scheut innerhalb dieser anthroposophischen Geisteswissenschaft, von den geistigen Tatsachen, von der übersinnlichen Welt als von einer vollständigen Realität zu reden in derselben Weise, wie man von der physischen Welt redet, herauszuarbeiten auch, daß es dieser Geisteswissenschaft gerade darauf ankommt, aus der geisteswissenschaftlichen Erziehung der Seele heraus diese Seele so stark zu machen, daß der Mensch ein offenes, freies Urteil erhält über dasjenige, was heute praktische Notwendigkeiten sind. Daß unsere praktischen Unternehmungen mit einer gewissen inneren Konsequenz herausfließen gerade aus unserer geistigsten Anschauung, das ist dasjenige, was eigentlich jeder sich ganz klarmachen sollte, der innerhalb dieser geisteswissenschaftlichen Bewegung steht. Denn ihm obliegt es dann, gegenüber den Irrtümern der Welt diese Geisteswissenschaft in das rechte Licht zu stellen, zu zeigen, was sie eigentlich will. Man kann heute der Gelegenheiten nicht zu viele finden, denn man läßt immer noch unzählige ungenützt vorübergehen, bei denen man in der Lage wäre, das richtige Antlitz dieser Geisteswissenschaft in das rechte Licht zu stellen.
[ 23 ] Zu verwundern braucht man sich ja allerdings nicht, daß Geisteswissenschaft sowohl von denjenigen, die orientalisch, wie auch von denjenigen, die okzidentalisch angesteckt sind, verleumdet wird, unbewußt verleumdet wird, objektiv verleumdet wird, meinetwillen. Aber auf der anderen Seite muß die Geisteswissenschaft auch immer wieder und wieder klarstellen, was eigentlich ihr Wesen ist. Und deshalb war es heute schon meine Verpflichtung, von diesen Dingen vor Ihnen zu sprechen, und denjenigen, die innerhalb der anthroposophischen Bewegung stehen, würde es eigentlich obliegen, zu versuchen, ganz klar dasjenige herauszuarbeiten, was diese anthroposophische Geisteswissenschaft will, klar herauszuarbeiten, wie man sich nicht scheut innerhalb dieser anthroposophischen Geisteswissenschaft, von den geistigen Tatsachen, von der übersinnlichen Welt als von einer vollständigen Realität zu reden in derselben Weise, wie man von der physischen Welt redet, herauszuarbeiten auch, daß es dieser Geisteswissenschaft gerade darauf ankommt, aus der geisteswissenschaftlichen Erziehung der Seele heraus diese Seele so stark zu machen, daß der Mensch ein offenes, freies Urteil erhält über dasjenige, was heute praktische Notwendigkeiten sind. Daß unsere praktischen Unternehmungen mit einer gewissen inneren Konsequenz herausfließen gerade aus unserer geistigsten Anschauung, das ist dasjenige, was eigentlich jeder sich ganz klarmachen sollte, der innerhalb dieser geisteswissenschaftlichen Bewegung steht. Denn ihm obliegt es dann, gegenüber den Irrtümern der Welt diese Geisteswissenschaft in das rechte Licht zu stellen, zu zeigen, was sie eigentlich will. Man kann heute der Gelegenheiten nicht zu viele finden, denn man läßt immer noch unzählige ungenützt vorübergehen, bei denen man in der Lage wäre, das richtige Antlitz dieser Geisteswissenschaft in das rechte Licht zu stellen.
[ 24 ] Es mag Ihnen erscheinen, als ob ich manches von gar zu vielen Seiten her beleuchten würde. Aber es kommt nicht darauf an heute, daß wir immer mehr und mehr interessante Tatsachen aus geistigen Welten heraus erfahren sollen, sondern darauf, daß wir die Impulse, die uns aus diesen Tatsachen der übersinnlichen Welten kommen können, in der richtigen Weise in die sinnlichen Welten hineinprägen.
[ 24 ] Es mag Ihnen erscheinen, als ob ich manches von gar zu vielen Seiten her beleuchten würde. Aber es kommt nicht darauf an heute, daß wir immer mehr und mehr interessante Tatsachen aus geistigen Welten heraus erfahren sollen, sondern darauf, daß wir die Impulse, die uns aus diesen Tatsachen der übersinnlichen Welten kommen können, in der richtigen Weise in die sinnlichen Welten hineinprägen.
[ 25 ] Es ist heute notwendig, daß sich die wache Seele wirklich bewußt ist der Gefahr, welche sowohl von derjenigen Seite her der Menschheitsentwickelung droht, die die Menschen in einer luziferischen Schwärmerei erhalten will, wie auch von derjenigen Seite her, die sie ganz herunterstoßen will in das Ahrimanisch-Materielle. Denn falsche Mystik, falsche Intellektualität, Weltfremdheit, die nach einem Rausch streben, nicht nach äußerer voller Klarheit und innerem Lichte, diese falsche orientalische Stimmung strebt eben zur inneren Unwahrheit hin. Sie wird zur inneren Unwahrheit, wie die okzidentalische Stimmung, die den Menschen herunterdrücken will in materialistische Anschauungen und materialistisches Gebaren, zur äußeren Lüge hinführt.
[ 25 ] Es ist heute notwendig, daß sich die wache Seele wirklich bewußt ist der Gefahr, welche sowohl von derjenigen Seite her der Menschheitsentwickelung droht, die die Menschen in einer luziferischen Schwärmerei erhalten will, wie auch von derjenigen Seite her, die sie ganz herunterstoßen will in das Ahrimanisch-Materielle. Denn falsche Mystik, falsche Intellektualität, Weltfremdheit, die nach einem Rausch streben, nicht nach äußerer voller Klarheit und innerem Lichte, diese falsche orientalische Stimmung strebt eben zur inneren Unwahrheit hin. Sie wird zur inneren Unwahrheit, wie die okzidentalische Stimmung, die den Menschen herunterdrücken will in materialistische Anschauungen und materialistisches Gebaren, zur äußeren Lüge hinführt.
[ 26 ] Das ist ja dasjenige, was der Menschheit heute droht: der Verfall auf der einen Seite in innere Unwahrheit durch falsche Mystik und durch das Fortkonservieren alter religiöser Bekenntnisse, auf der anderen Seite in äußere Lügenhaftigkeit — die Phrasenhaftigkeit unserer Zeit ist schon der Anfang der äußeren Lügenhaftigkeit — durch das Uhntertauchen in die bloße Materialität. Diese zwei Gefahren müßten eigentlich gerade von denjenigen, die Verständnis für anthroposophische Geisteswissenschaft suchen, mit wacher Seele durchschaut werden. Das wollte ich Ihnen heute in die Seele hineinschreiben als einen Gedanken, der nicht bloß ein Gedanke sein soll, der angehört wird, der theoretisch genommen wird, sondern der ein Gedanke sein will, der in den Seelen wirklich warm wird und dessen Wärme Lebensimpulse im Gefolge hat. Denn Geisteswissenschaft ist nicht das, was sie sein will, wenn sie nicht die Seele durchwärmt und dadurch auf dem Umwege durch diese Durchwärmung der Seelen wirklich in ihr Lebensimpulse schafft. Tun wir das, so gut wie wir es können, jeder einzelne, so wird aus der Vereinigung so gestimmter Seelen etwas werden, was die Gegenwart gar sehr, sehr notwendig hat.
[ 26 ] Das ist ja dasjenige, was der Menschheit heute droht: der Verfall auf der einen Seite in innere Unwahrheit durch falsche Mystik und durch das Fortkonservieren alter religiöser Bekenntnisse, auf der anderen Seite in äußere Lügenhaftigkeit — die Phrasenhaftigkeit unserer Zeit ist schon der Anfang der äußeren Lügenhaftigkeit — durch das Uhntertauchen in die bloße Materialität. Diese zwei Gefahren müßten eigentlich gerade von denjenigen, die Verständnis für anthroposophische Geisteswissenschaft suchen, mit wacher Seele durchschaut werden. Das wollte ich Ihnen heute in die Seele hineinschreiben als einen Gedanken, der nicht bloß ein Gedanke sein soll, der angehört wird, der theoretisch genommen wird, sondern der ein Gedanke sein will, der in den Seelen wirklich warm wird und dessen Wärme Lebensimpulse im Gefolge hat. Denn Geisteswissenschaft ist nicht das, was sie sein will, wenn sie nicht die Seele durchwärmt und dadurch auf dem Umwege durch diese Durchwärmung der Seelen wirklich in ihr Lebensimpulse schafft. Tun wir das, so gut wie wir es können, jeder einzelne, so wird aus der Vereinigung so gestimmter Seelen etwas werden, was die Gegenwart gar sehr, sehr notwendig hat.
[ 27 ] Und nun, meine lieben Freunde, möchte ich noch eine Zwischenbemerkung machen, die mir sehr schmerzlich ist, die ich aber machen muß. Ich habe es schon einmal ausgesprochen, muß es heute aber noch einmal sagen, daß ich vielen Wünschen nach Privatgesprächen und dergleichen jetzt nicht entsprechen kann, daß ich jetzt nicht das Privatleben so pflegen kann wie früher, denn wenn diese Aufgaben jetzt den Tag und manchmal auch ein Stück Nacht in Anspruch nehmen, so sollten die Freunde schon einsehen, daß dazwischen keine Zeit liegt für Privatgespräche. Es scheint, als ob das sehr, sehr schlecht eingesehen würde. Aber auf der anderen Seite gibt es ein gutes Mittel, um diesen, ich gebe es zu, schädlichen Zustand abzuschaffen: das würde darin bestehen, daß wir wirklich alle, so viel es in unserer Kraft ist, mitarbeiten würden an den Aufgaben der anthroposophischen Bewegung. Denn, daß Einzelne so überlastet sind jetzt, ist lediglich die Folge davon, daß wir so wenig Menschen haben, die wirklich tatkräftig mitarbeiten. Auch dieses wird natürlich leicht mißverstanden, denn gewöhnlich wird es so verstanden, daß jeder möglichst so mitzuarbeiten versucht, wie es ihm gerade gefällt. Aber man muß sich eben doch diesem Mißverständnis aussetzen, wenn man die Wahrheit betonen muß, daß wir zu viele Mitarbeiter haben. In den Stellen, die wir schaffen konnten, haben wir nicht zu wenige, sondern zu viele, nach mancherlei Rücksichten zu viele. Aber es kommt nicht darauf an, daß alle sich nach demjenigen drängen, was geschaffen ist, sondern daß eine Möglichkeit herbeigeführt werde, wirklich tatkräftig zu arbeiten dadurch, daß immer weiteres und weiteres geschaffen wird. Nur wenn wir so die Sache auffassen, können wir in der richtigen Weise fortkommen.
[ 27 ] Und nun, meine lieben Freunde, möchte ich noch eine Zwischenbemerkung machen, die mir sehr schmerzlich ist, die ich aber machen muß. Ich habe es schon einmal ausgesprochen, muß es heute aber noch einmal sagen, daß ich vielen Wünschen nach Privatgesprächen und dergleichen jetzt nicht entsprechen kann, daß ich jetzt nicht das Privatleben so pflegen kann wie früher, denn wenn diese Aufgaben jetzt den Tag und manchmal auch ein Stück Nacht in Anspruch nehmen, so sollten die Freunde schon einsehen, daß dazwischen keine Zeit liegt für Privatgespräche. Es scheint, als ob das sehr, sehr schlecht eingesehen würde. Aber auf der anderen Seite gibt es ein gutes Mittel, um diesen, ich gebe es zu, schädlichen Zustand abzuschaffen: das würde darin bestehen, daß wir wirklich alle, so viel es in unserer Kraft ist, mitarbeiten würden an den Aufgaben der anthroposophischen Bewegung. Denn, daß Einzelne so überlastet sind jetzt, ist lediglich die Folge davon, daß wir so wenig Menschen haben, die wirklich tatkräftig mitarbeiten. Auch dieses wird natürlich leicht mißverstanden, denn gewöhnlich wird es so verstanden, daß jeder möglichst so mitzuarbeiten versucht, wie es ihm gerade gefällt. Aber man muß sich eben doch diesem Mißverständnis aussetzen, wenn man die Wahrheit betonen muß, daß wir zu viele Mitarbeiter haben. In den Stellen, die wir schaffen konnten, haben wir nicht zu wenige, sondern zu viele, nach mancherlei Rücksichten zu viele. Aber es kommt nicht darauf an, daß alle sich nach demjenigen drängen, was geschaffen ist, sondern daß eine Möglichkeit herbeigeführt werde, wirklich tatkräftig zu arbeiten dadurch, daß immer weiteres und weiteres geschaffen wird. Nur wenn wir so die Sache auffassen, können wir in der richtigen Weise fortkommen.
[ 28 ] Wie gesagt, es ist mir außerordentlich schmerzlich, aber es ist eben eine absolute Notwendigkeit, daß ich vieles von dem zurückweisen muß, was Privatwünsche sind. Und, meine lieben Freunde, viele Dinge, die persönliche Angelegenheiten sind, können ja wirklich anders erledigt werden, bis wiederum einmal günstigere Zeiten kommen. Es ist dieser Konservativismus unter uns sehr verbreitet, geradezu mit Gewalt diejenigen Zustände herbeizuführen, die einmal ja ganz gut waren, die aber jetzt nicht mehr da sein können, so lange, bis wir eben in einer tatkräftigeren Weise an den Aufgaben, die jetzt unbedingt notwendig sind, vom Morgen bis zum Abend, soweit uns die Zeit gegeben ist, noch über den Abend hinaus arbeiten müssen. In diesen Dingen müssen wir uns schon einmal verstehen, sonst kommen wir durchaus nicht innerhalb unserer Bewegung auf einen grünen Zweig. Es ist viel zu wenig das Bewußtsein vorhanden, daß auch gegenseitiges Sich-Helfen, SichBeraten notwendig ist bei der heutigen Ausbreitung der Bewegung. Stellen Sie sich vor, wenn ich jedesmal bei dem Aufenthalt, den ich hier in Stuttgart haben kann, nun wirklich mit jedem Einzelnen von denen, die dasitzen, Privatgespräche führen wollte, wie dann die Aufgaben gelöst werden könnten, welche uns jetzt gerade obliegen. Es werden vielleicht manche sagen, sie verstehen die Dinge nicht recht, aber es wird auch solche hier geben, die schon wissen, warum ich diese Dinge sagen muß.
[ 28 ] Wie gesagt, es ist mir außerordentlich schmerzlich, aber es ist eben eine absolute Notwendigkeit, daß ich vieles von dem zurückweisen muß, was Privatwünsche sind. Und, meine lieben Freunde, viele Dinge, die persönliche Angelegenheiten sind, können ja wirklich anders erledigt werden, bis wiederum einmal günstigere Zeiten kommen. Es ist dieser Konservativismus unter uns sehr verbreitet, geradezu mit Gewalt diejenigen Zustände herbeizuführen, die einmal ja ganz gut waren, die aber jetzt nicht mehr da sein können, so lange, bis wir eben in einer tatkräftigeren Weise an den Aufgaben, die jetzt unbedingt notwendig sind, vom Morgen bis zum Abend, soweit uns die Zeit gegeben ist, noch über den Abend hinaus arbeiten müssen. In diesen Dingen müssen wir uns schon einmal verstehen, sonst kommen wir durchaus nicht innerhalb unserer Bewegung auf einen grünen Zweig. Es ist viel zu wenig das Bewußtsein vorhanden, daß auch gegenseitiges Sich-Helfen, SichBeraten notwendig ist bei der heutigen Ausbreitung der Bewegung. Stellen Sie sich vor, wenn ich jedesmal bei dem Aufenthalt, den ich hier in Stuttgart haben kann, nun wirklich mit jedem Einzelnen von denen, die dasitzen, Privatgespräche führen wollte, wie dann die Aufgaben gelöst werden könnten, welche uns jetzt gerade obliegen. Es werden vielleicht manche sagen, sie verstehen die Dinge nicht recht, aber es wird auch solche hier geben, die schon wissen, warum ich diese Dinge sagen muß.
