Anthroposophy as Cosmosophy I
GA 207
7 October 1921, Dornach
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Anthroposophy as Cosmosophy I, tr. SOL
Sechster Vortrag
Sixth Lecture
[ 1 ] Wir haben gesehen, wie uns die Betrachtungen der seelischen Verhältnisse des Menschen gewissermaßen in die Zwischenräume zwischen physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib und Ich führten, wie uns aber die Betrachtungen der geistigen Verhältnisse im Menschen gewissermaßen aus der Erscheinung des Menschen hier, wie er sie hat in seinem Leben zwischen Geburt und Tod, hinausführen in das weite geistige Weltenall. Insofern der Mensch — so könnte man sagen — Geist ist, steht er durchaus in Beziehungen zu dem ganzen geistigen Weltenall. Und daher kann man das, was sich im Menschen als geistige Geschehnisse abspielt, auch nur sachgemäß in diesem Zusammenhang mit dem gesamten Weltenall betrachten. Das Seelische ist ja sozusagen des Menschen intimes Innenleben. Es spielt sich in einer dreifachen Gestalt ab, so ab, daß das Gedankliche gelegen ist zwischen physischem Leib und Ätherleib, das Gefühlsmäßige zwischen Ätherleib und Astralleib, und das Willensmäßige zwischen dem Astralleib und dem Ich. Da also bleiben wir in der Betrachtung des Seelischen durchaus innerhalb des Menschen stehen. Sobald wir aber an wirkliche geistige Geschehnisse herantreten, müssen wir aus dem Menschen, wie er zunächst uns als geschlossenes Wesen gegenübersteht in der Welt zwischen Geburt und Tod, heraustreten.
[ 1 ] We have seen how the consideration of the soul’s conditions in the human being has, so to speak, led us into the spaces between the physical body, the etheric body, the astral body, and the I; but how the consideration of the spiritual conditions in the human being leads us, so to speak, out of the human being’s appearance here—as it is experienced in life between birth and death—and into the vast spiritual universe. Insofar as the human being—one might say—is spirit, he is certainly connected to the entire spiritual universe. And therefore, what unfolds within the human being as spiritual events can only be properly considered in this context of the entire universe. The soul, after all, is, so to speak, the human being’s intimate inner life. It unfolds in a threefold form, such that the mental aspect is situated between the physical body and the etheric body, the emotional aspect between the etheric body and the astral body, and the volitional aspect between the astral body and the “I.” Thus, in our consideration of the soul, we remain entirely within the human being. But as soon as we approach actual spiritual events, we must step outside of the human being, as he initially stands before us as a closed entity in the world between birth and death.
[ 2 ] Nun wissen wir ja — und wir haben es gerade vor acht Tagen von einem gewissen Gesichtspunkte aus wiederum besprochen —, daß wir, wenn wir zunächst in das Geistige hinaufsteigen, zu Wesenheiten kommen, die in ähnlicher Weise über dem Menschen sich anordnen, wie das tierische, pflanzliche und mineralische Reich unter dem Menschen sich anordnen. Wir bekommen also dann, aufsteigend — Namen tun nichts zur Sache —, die Wesenheiten Angeloi, Engelwesenheiten; Archangeloi, Erzengelwesenheiten; und Archai, Urwesenheiten, Zeitgeister. Wir haben ja auch schon von verschiedensten Gesichtspunkten aus diese Wesenheiten, welche gewissermaßen die Reiche ausmachen, die wir antreffen, wenn wir nach dem Geistigen hin die Stellung des Menschen ansehen, charakterisiert. Diejenigen Wesenheiten, die als Angeloi oder Engel bezeichnet werden, sie sind diejenigen, die die stärkste Beziehung zu dem individuellen, zu dem einzelnen Menschen haben. Der einzelne Mensch hat ja in der Tat eine solche Beziehung zur ersten über ihm stehenden Hierarchie, so daß er gewissermaßen — es ist das nicht ganz genau ausgedrückt, aber man kann so sagen, wie es oftmals populär ausgedrückt wird — eine gewisse Beziehung zu einem solchen Engelwesen entwickelt.
[ 2 ] Now we know—and we discussed this again just eight days ago from a certain perspective—that when we first ascend into the spiritual realm, we encounter beings that are arranged above humanity in much the same way as the animal, plant, and mineral kingdoms are arranged below humanity. So as we ascend—names are irrelevant—we encounter the beings known as Angeloi, angelic beings; Archangeloi, archangelic beings; and Archai, primordial beings, or spirits of the ages. We have, after all, already characterized these beings—which, in a sense, constitute the realms we encounter when we view humanity’s position in relation to the spiritual world—from a wide variety of perspectives. Those beings designated as Angeloi, or angels, are the ones who have the strongest connection to the individual, to the single human being. The individual human being does indeed have such a relationship to the first hierarchy above him that he, in a sense—though this is not entirely accurate, one might say, as is often expressed in popular terms—develops a certain relationship to such an angelic being.
[ 3] Diejenigen, die dann die zweite Hierarchie über ihm ausmachen, sind die Archangeloi. Wir können von ihnen so sprechen, daß wir ihnen zunächst in ihren Funktionen das zuteilen, was als Volksgeister wirkt, was also Menschengruppen, die volksmäßig zusammengehören, umfaßt, obwohl es da alle möglichen Abstufungen gibt.
[ 3] Those who constitute the second hierarchy above him are the Archangeloi. We can speak of them in such a way that we first assign to them, in terms of their functions, what acts as national spirits—that is, what encompasses groups of people who belong together as a nation, although there are all kinds of gradations within this.
[ 4 ] Wenn wir endlich zu den höheren Archai aufsteigen, so haben wir gewissermaßen die führenden Wesenheiten durch gewisse Zeitepochen hindurch, über die Differenzierungen des Volksmäßigen hinweg. Das ist gewiß nicht die einzige, sagen wir, Funktion dieser Wesenheiten, aber wir bekommen zunächst gewisse Vorstellungen, wenn wir uns an diese ja auch bei ihnen sich findende Funktion halten.
[ 4 ] When we finally ascend to the higher Archai, we encounter, so to speak, the guiding entities that have existed throughout certain epochs, transcending the distinctions of the national. This is certainly not the only—let us say—function of these entities, but we gain some initial insight by focusing on this function, which is indeed present in them as well.


Archai, Urwesenheiten, Zeitgeister
Archangeloi, Erzengelwesenheiten
Angeloi, Engelwesenheiten.
Archaic Beings, Primordial Beings, Spirits of the Age
Archangeloi, Archangels
Angeloi, Angels.
[ 5 ] Wie wir nun des Menschen physisches Leben auf der Erde dadurch uns begreiflich machen können, daß wir uns fragen: Was hat er für Beziehungen zur tierischen Organisation, zur pflanzlichen Organisation, zur mineralischen Organisation? —, so müssen wir uns fragen: Was hat er für Beziehungen zu diesen ins Geistige hineinragenden Wesensstufen? —, um ihn eben als geistiges Wesen kennenzulernen.
[ 5 ] Just as we can gain an understanding of human physical life on Earth by asking ourselves: What are its relationships to the animal, plant, and mineral kingdoms? — so too must we ask ourselves: What are its relationships to these levels of being that extend into the spiritual realm? — in order to come to know the human being as a spiritual being.
[ 6 ] Dazu müssen wir in der folgenden Weise vorgehen. Stellen wir uns einmal vor nach gewissen Gesichtspunkten, wie der Mensch durch die Pforte des Todes geht. Wir wissen, daß so, wie wir nun einmal jetzt in diesem Zeitraume der Erdenentwickelung, der sehr viele Jahre umfaßt, als Menschen leben, dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenwärtig werden solche Gesetzmäßigkeiten, die dem mineralischen Reiche zugrunde liegen. Der Mensch füllt sich sozusagen von seiner Geburt bis zu seinem Tode mit alldem an, was ihm das mineralische Reich in einem gewissen Sinne begreiflich macht, und er hat ein Gefühl davon, daß er mit den ihm zur Verfügung stehenden Begriffen und Ideen das mineralische Reich begreiflich finden kann.
[ 6 ] To do this, we must proceed as follows. Let us imagine, from certain perspectives, how a human being passes through the gate of death. We know that just as we now live as human beings during this period of Earth’s evolution—which spans many years—the laws underlying the mineral kingdom become present to our ordinary consciousness. From birth to death, so to speak, a human being absorbs everything that, in a certain sense, makes the mineral kingdom comprehensible to them, and they have a sense that they can understand the mineral kingdom using the concepts and ideas at their disposal.
[ 7 ] Nicht so ist es gegenüber dem Pflanzenreiche. Sie wissen ja, daß die Wissenschaft vor dem Pflanzenreiche halt macht, höchstens das Ideal aufstellt, daß die komplizierte Zusammensetzung der Pflanzenzellen, der lebenden Zellen überhaupt, einmal erklärlich werden in ihrer Struktur, was, wie ich Ihnen auseinandergesetzt habe, ein völlig verkehrtes Beginnen ist, weil ja die Struktur der Pflanze oder der lebenden Zellen überhaupt sich nicht durch eine besonders komplizierte Struktur auszeichnet, sondern durch ein Hineingehen der chemischen Struktur ins Chaotische. Der Mensch kommt aber eben über diese Begriffe des Mineralischen nicht hinaus. Noch weniger kommt er mit seinen, wenn ich so sagen darf, mineralischen Begriffen in das Tierische hinein, oder gar zur Selbsterkenntnis. Das alles muß ja durch geisteswissenschaftliche Forschungen gegeben werden. Der Mensch eignet sich also an ein — nennen wir es so — mineralisches, das heißt für das Mineralische geeignetes Bewußtsein.
[ 7 ] This is not the case with the plant kingdom. As you know, science stops short of the plant kingdom; at most, it posits the ideal that the complex composition of plant cells—of living cells in general—will one day be explained in terms of their structure, which, as I have explained to you, is a completely mistaken starting point, because the structure of the plant—or of living cells in general—is not characterized by a particularly complex structure, but rather by the chemical structure’s descent into chaos. Yet human beings simply cannot move beyond these concepts of the mineral realm. Even less can he, with his—if I may say so—mineral concepts, enter into the animal realm, let alone attain self-knowledge. All of this must, of course, be provided through spiritual scientific research. Human beings thus acquire a—let us call it—mineral consciousness, that is, a consciousness suited to the mineral realm.
[ 8 ] Dieses Bewußtsein, das ja gewoben wird zwischen der Geburt und dem Tode, trägt er in seinen Folgen durch den Tod hindurch. Mit dem also, was aus diesem Bewußtsein werden kann, wenn er die Pforte des Todes durchschreitet und im geistigen Reiche selber lebt, mit dem hat er dann sein weiteres Dasein zu durchwandern.
[ 8 ] This consciousness, which is woven between birth and death, he carries with him through death. And so, with whatever may become of this consciousness when he passes through the gate of death and lives in the spiritual realm itself, he must then journey through his future existence.
[ 9 ] Aber es schlägt in dieses Bewußtsein noch wesentlich ein anderes herauf. Was sich in dieses mineralische Bewußtsein hereinerstreckt, trotzdem es durchaus nicht zu ihm gehört, was es tingiert, das ist das moralische Bewußtsein; das ist dasjenige, was da kommt aus all den Bewußtseinsvorgängen, die sich an unsere Willensimpulse, an unsere Handlungsweise anschließen. Was wir da empfinden als unsere Befriedigung über dieses oder jenes, was wir als unsere Gewissensbisse, als unsere Vorwürfe und dergleichen empfinden, das alles färbt gewissermaßen unser mineralisches Bewußtsein, und das ist etwas, was der Mensch ebenso mitnimmt durch die Pforte des Todes. Man kann also sagen: Mit einem mineralischen Bewußtsein, tingiert durch das moralische Erleben, tritt der Mensch durch die Pforte des Todes; und mit dem, was sich als Folge davon ergeben kann, lebt er dann im geistigen Reiche weiter.
[ 9 ] But something quite different also makes its way into this consciousness. What extends into this mineral consciousness—even though it does not belong to it at all—and what colors it is moral consciousness; this is what arises from all the processes of consciousness that are connected to our impulses of will and our actions. What we experience there as our satisfaction with this or that, what we experience as our pangs of conscience, as our self-reproach and the like—all of this, in a sense, colors our mineral consciousness, and this is something that a person also takes with them through the gate of death. One can therefore say: With a mineral consciousness tinged by moral experience, the human being passes through the gate of death; and with whatever may result from this, he then lives on in the spiritual realm.
[ 10 ] Nun ist es so, daß der Mensch durch dieses mineralische Bewußtsein nicht nur hier die mineralische Welt versteht, sondern daß er durch dieses mineralische Bewußtsein eben gerade seine Beziehung entwickelt zu dem Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, also zu demjenigen Wesen, an das er sich wenden will als das seiner individuellen Entwickelung am nächsten stehende. Und wenn der Mensch nun durch die Pforte des Todes gegangen ist, so handelt es sich darum, inwiefern er durch die Folgen seines mineralischen Bewußtseins gewissermaßen die Beziehung zu diesem Engelwesen aufrechterhalten kann. Er kann es nur nach Maßgabe dessen, was von der moralischen Seite her dieses mineralische Bewußtsein tingiert hat. Denn dieses mineralische Bewußtsein strebt nach dem Tode gewissermaßen zur Ausbreitung in die Welt. Es strebt dazu, kosmisch zu werden, dem Weltenall sich anzupassen; es strebt über das Individuelle hinaus.
[ 10 ] The fact is that through this mineral consciousness, a person not only comes to understand the mineral world here, but also develops, through this very mineral consciousness, a relationship with the being from the hierarchy of the Angeloi—that is, with the being to whom he wishes to turn as the one closest to his individual development. And once a person has passed through the gate of death, the question is to what extent they can, so to speak, maintain this relationship with this angelic being through the effects of their mineral consciousness. They can do so only to the extent that this mineral consciousness has been colored by moral factors. For after death, this mineral consciousness strives, as it were, to expand into the world. It strives to become cosmic, to adapt to the universe; it strives beyond the individual.
[ 11 ] Wir können ja auch sagen, daß im Leben zwischen Geburt und Tod der Mensch dem Engelwesen am nächsten steht, wenn er in dem Zustande lebt, aus dem dann die Träume hervorgehen, die ja durchaus auch etwas mit seinem individuellen Wesen zu tun haben, und die eigentlich verleugnen auf der einen Seite und doch wiederum festhalten auf der anderen Seite das mineralisch—gedankliche Wesen. Der Mensch würde auch jenes unterbewußte Verhältnis zu der Hierarchie der Angeloi nicht finden können, wenn nicht sein mineralisches Bewußtsein tingiert wäre von den Zuständen, die er in einem gewissen Sinne verschläft, aber die doch diejenigen sind, die herausragen aus dem Schlafzustande, die sich dann in den Traumwelten ausleben. Der Traum selber ist ja mit Ausnahme davon, daß er sich mit seinen Konturen nicht an die äußere sinnliche Wirklichkeit hält, daß er auch den Kontakt mit der äußeren sinnlichen Wirklichkeit vielfach verleugnet, dennoch aus demselben Stoff gewoben, aus dem die Gedankenwelt gewoben ist zwischen der Geburt und dem Tode. Der Mensch nimmt also, indem er durch die Pforte des Todes schreitet, dasjenige mit, was er in sich entwickelt hat innerhalb seines mineralischen Bewußtseins, um die Beziehung zu seinem Engelwesen aufrechtzuerhalten.
[ 11 ] We can also say that in the life between birth and death, the human being is closest to the angelic realm when he lives in the state from which dreams arise—dreams that certainly have something to do with his individual being, and which, on the one hand, deny the mineral-mental nature, yet on the other hand, hold fast to it. Human beings would also be unable to find that subconscious relationship to the hierarchy of the Angeloi if their mineral consciousness were not tinged by the states that they, in a certain sense, sleep through—yet which are precisely those that protrude from the state of sleep and then play out in the dream worlds. The dream itself—with the exception that its contours do not conform to external sensory reality, and that it often denies contact with external sensory reality—is nevertheless woven from the same substance from which the world of thought is woven between birth and death. Thus, as a human being passes through the gate of death, they take with them what they have developed within their mineral consciousness in order to maintain the connection with their angelic being.
[ 12 ] Nun, so wie wir heute in unserer gegenwärtigen Menschheitsepoche leben, so durchdringt der Mensch — namentlich dann, wenn er sich zu den ganz aufgeklärten Menschen rechnet — wenig dasjenige, was er als mineralisches Bewußtsein hat, mit seinem moralischen Erleben. Im Gegenteil, er ist so viel als möglich bemüht, dieses mineralische Bewußtsein fernzuhalten von dem Moralischen. Er möchte in sich mindestens diese zwei Welten aufrichten: er möchte auf der einen Seite alles das betrachten, was sich schließlich im Reiche der mineralischen Natur, und soweit die mineralische Natur in das Pflanzliche und Tierische und Menschliche hineinreicht, eben begreifen läßt, und möchte dann als etwas, was eben nur aus seinem Inneren herausquillt, das Moralische betrachten. Es widerstrebt dem heutigen Zeitgeiste, das, was in der Natur lebt, zu gleicher Zeit mit moralischen Impulsen durchtränkt zu denken. Es klafft ein Abgrund zwischen dem Moralischen und dem Mineralischen. Der Mensch findet nichtleicht dieBrücke, um das Moralische einzugliedern in das Mineralische. Ich habe ja öfter darauf aufmerksam gemacht, wie der Mensch sich die Erdenentwickelung rein mineralisch vorstellt, von dem Inhalte der Kant—Laplaceschen Theorie aus bis wiederum zu dem eben, was in der Neuzeit mineralisch gedacht ist, und wie der Mensch da ausschaltet alles das, was moralisches Empfinden ist. So kommt es, daß der Mensch eine außerordentlich geringe Beziehung entwickeln kann zu dem Wesen der Angeloi, daß er in unserem heutigen Zeitenlaufe gewissermaßen — populär gesprochen — sich wenig intim verbinden kann mit seinem Engelwesen.
[ 12 ] Now, as we live today in our present epoch of human history, human beings—especially those who consider themselves fully enlightened—hardly integrate what they possess as mineral consciousness into their moral experience. On the contrary, they strive as much as possible to keep this mineral consciousness separate from the moral realm. They wish to establish at least these two worlds within themselves: on the one hand, they wish to contemplate everything that can ultimately be grasped in the realm of mineral nature—and to the extent that mineral nature extends into the plant, animal, and human realms—and then to regard the moral as something that simply wells up from within. It goes against the spirit of our times to conceive of what lives in nature as simultaneously imbued with moral impulses. There is a gulf between the moral and the mineral. It is not easy for human beings to find the bridge to integrate the moral into the mineral. I have, after all, often pointed out how human beings conceive of the Earth’s development in purely mineral terms—from the content of the Kant–Laplace theory right up to what is currently conceived of as mineral in modern times—and how, in doing so, they exclude everything that constitutes moral feeling. This is why human beings are able to develop only an extremely limited relationship to the nature of the angels; why, in the course of our present age—to put it in layman’s terms—they are unable to form a close connection with their angelic being.
[ 13 ] Wenn das mineralische Bewußtsein ganz und gar getrennt wäre von den moralischen Tingierungen, dann würde der Mensch sogar in die Gefahr kommen, vor dem, was ich nenne die Mitternachtsstunde des Daseins, die nötige Verbindung mit dem Engelwesen ganz zu verlieren. Ich sage: in die Gefahr kommen. Es kommen heute noch die wenigsten Menschen in diese Gefahr; aber wenn nicht eine geistige Vertiefung der ganzen Menschheitsentwickelung auf der Erde, des Menschendenkens, Menschenfühlens und Menschenwollens über die Erde hin eintritt, dann wird sich, was da als Gefahr lebt, allerdings verwirklichen können, und es würde zahlreiche Menschen geben, welche zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, schon wenn sie in die Nähe der Mitternachtsstunde des Daseins kommen, die Beziehungen zu ihren Engelwesen abbrechen müßten. Das Engelwesen würde zwar noch immer Beziehungen unterhalten; die würden aber einseitig von ihm zum Menschen bleiben. Der Mensch würde sie nicht in einer genügenden Weise zwischen dem Tode und einer neuen Geburt erwidern können. Wir müssen uns durchaus klar sein, daß die dem Materialismus zueilende neuere Kultur für das Geistige des Menschen die Bedeutung hat, daß der Mensch die Beziehung zu seinem Engelwesen beeinträchtigt, daß diese Beziehung immer loser und loser wird. Nun muß aber der Mensch gerade dann, wenn er gegen die Mitternachtsstunde des Daseins zu kommt, die Beziehung zu dem Erzengelwesen durch das Engelwesen anknüpfen. Soll diese Beziehung, wie sie durchaus sein kann, wenn der Mensch in der geistigen Welt drinnen lebt, eine solche sein, daß sie nicht nur einseitig von dem Engelwesen nach der Menschheit hin geht, sondern daß sie auch von dem Menschen erwidert werden kann, dann muß eben der Mensch einen geistigen Inhalt aufnehmen, das heißt, er muß seine moralischen Impulse religiös tingieren.
[ 13 ] If mineral consciousness were completely separated from moral influences, then human beings would even run the risk of completely losing the necessary connection with the angelic beings at what I call the “midnight hour of existence.” I say: be in danger. Very few people today are in this danger; but unless there is a spiritual deepening of the entire development of humanity on Earth—of human thought, feeling, and will—across the entire Earth, then what currently exists as a danger will indeed be able to materialize, and there would be numerous people who, between death and a new birth—even as they approach the midnight hour of existence—would have to sever their connections with their angelic beings. The angelic being would, to be sure, still maintain connections; but these would remain one-sided, flowing from the angelic being to the human being. The human being would not be able to reciprocate them sufficiently between death and a new birth. We must be perfectly clear that modern culture, which is drifting toward materialism, has the effect on the human spirit of impairing the relationship to one’s angelic being, causing this relationship to become increasingly tenuous. Yet it is precisely as a person approaches the midnight hour of existence that they must reestablish the connection to the archangelic being through the angelic being. If this relationship—as it certainly can be when a person lives within the spiritual world—is to be such that it does not merely flow one-sidedly from the angelic being toward humanity, but can also be reciprocated by the human being, then the human being must take on a spiritual content; that is, he must imbue his moral impulses with a religious character.
[ 14 ] Der Mensch der heutigen Zeit steht also vor der Gefahr, daß, wenn dieselbe Entwickelung weitergeht, er eine lose Beziehung zu seinem Engelwesen erhält und dadurch auch keine innere Beziehung anknüpfen kann zu dem Erzengelwesen. Aber das Erzengelwesen ist schon daran beteiligt, ihn wiederum zurückzubringen in das physische Leben. Das Erzengelwesen ist namentlich daran beteiligt, die Kräfte auszubilden, die ihn zurückbringen in eine gewisse Volksgemeinschaft.
[ 14 ] Human beings today therefore face the danger that, if this same development continues, they will develop a tenuous connection to their angelic being and, as a result, will be unable to establish an inner connection to the archangelic being. But the archangelic being is already involved in bringing them back into physical life. In particular, the Archangelic Being is involved in developing the forces that bring them back into a certain national community.
[ 15 ] Wenn die Menschen, wie das ja schon seit Jahrhunderten der Fall ist, innerlich ungeistig leben, dann entwickelt sich eben die Beziehung der Erzengel zum Menschen einseitig, und dann wächst der Mensch nicht mit seinem inneren seelischen Wesen in das Volkstum hinein, sondern er wird gewissermaßen von außen, sagen wir, durch die Weltenordnung, in das Volkstum hineingestellt, das dem Erzengel zu leiten zugeteilt ist. Man kommt nicht früher zu einem Verständnis unserer heutigen Zeit, die ja gerade dadurch charakterisiert ist, daß in einer so einseitigen Weise die Volkstümer kultiviert werden, bis man weiß, daß das davon herrührt, daß eigentlich die Seelen, die in der letzten Zeit heruntergekommen sind in das irdische Dasein, eben eine lose Beziehung zu ihrem Engelwesen und dadurch keine innere Beziehung zu dem Erzengelwesen haben, daß sie dadurch gewissermaßen nur von außen hineinwachsen in ihr Volkstum; daß das Volkstum dann durchaus als ein seelenloser Impuls in ihnen ist und die Menschen eben nur durch äußerliche Impulse, durch Zusammengehörigkeiten der Sprache, durch allerlei nach dem Chauvinismus hinneigende Impulse drinnenstehen in dem Volkstum. Wer seelisch in seinem Volkstume drinnensteht — und das ist ja heute bei den wenigsten Menschen der Fall —, der wird durchaus nicht zum Chauvinismus, zum einseitigen Nationalismus sich entwickeln können, sondern er wird das, was an fruchtbaren Kräften im Volkstum drinnen ist, entwickeln, das wird er individuell machen. Aber er wird nicht in einer gewissen einseitigen Weise auf sein Volkstum pochen. Er wird es gewissermaßen überall als die Farbe seines Wesens hineinfließen lassen in seine menschlichen Offenbarungen, aber er wird es nicht in einer äußerlichen Weise, namentlich in einer gegen andere gegnerischen äußeren Weise, hervorkehren.
[ 15 ] When people, as has been the case for centuries, live an inner life devoid of spirituality, then the relationship between the archangels and human beings becomes one-sided, and then the human being does not grow into the national character through his or her inner soul nature, but is, so to speak, placed from the outside—let us say, by the world order—into the national character that the archangel is assigned to guide. One cannot come to an understanding of our present age—which is characterized precisely by the fact that national cultures are cultivated in such a one-sided manner—until one realizes that this stems from the fact that the souls who have descended into earthly existence in recent times have only a loose connection to their angelic being and, consequently, no inner connection to the archangelic being; that they thereby, so to speak, grow into their national identity only from the outside; that the national identity is then, in a sense, a soulless impulse within them, and people are immersed in their national identity solely through external impulses—through linguistic ties and all manner of impulses tending toward chauvinism. Whoever is spiritually rooted in their national identity—and that is certainly the case for very few people today—will by no means be able to develop into chauvinism or one-sided nationalism; rather, they will develop the fruitful forces inherent in their national identity, and they will do so individually. But they will not insist on their national character in a certain one-sided way. They will, so to speak, allow it to flow everywhere as the color of their being into their human expressions, but they will not emphasize it in an outward way—namely, in an outward way that is hostile toward others.
[ 16 ] Daß das heute so der Fall ist, daß das heute geradezu den Grundton abgibt für die Weltpolitik, daß alle Verhältnisse, die sich auf dem Volkstum aufbauen, heute der menschlichen Entwickelung solche Schwierigkeiten machen, das beruht durchaus auf dem, was ich eben angedeutet habe. Wenn nämlich die Verbindung, die in der Mitternachtsstunde des Daseins — vor und nachher, durch lange Zeiten hindurch — eintritt, wenn diese Verbindung nicht durchseelt werden kann dadurch, daß man durch die Pforte des Todes das Entsprechende mitnimmt an religiöser Innigkeit, die aber spirituell ist, die nicht ein Wortreligiöses ist, dann kann nämlich der Erzengel nur wirken auf dasjenige, was pflanzenhaft im Kosmos ist und als das Pflanzenhafte in den Menschen hereingeschickt wird. Der Mensch wird dann durch sehr unterbewußte Kräfte, die mit seinem Pflanzentum, das heißt mit demjenigen, was ihn da hineinstellt in die Atmungsverhältnisse, die ja modifiziert werden durch die Sprachverhältnisse, durch all das also, was in der Sprache auf pflanzenhafte Weise in den menschlichen Organismus sich hineindrängt, durch das wird er, kann er nur von seinem Erzengel aus dirigiert werden. Es ist dann so, daß der Mensch mehr oder weniger, wenn er dann geboren ist, wenn er aufwächst als Kind, auf eine äußerliche Weise in die Sprache hineinwächst. Würde er die Beziehung, die innere, die seelische Beziehung zu seinem Erzengel haben finden können durch den Engel hindurch, dann würde das so geworden sein, daß er auch seelisch in das Sprachliche hineinwächst, daß er gewissermaßen den Genius der Sprache vernimmt, nicht bloß das, was das Außerliche, Mechanische der Sprache ist.
[ 16 ] The fact that this is the case today—that it sets the very tone for world politics, that all conditions based on ethnicity pose such difficulties for human development—is entirely due to what I have just indicated. For the connection that arises at the midnight hour of existence—before and after, throughout long ages — cannot be imbued with spirit by taking with one through the gate of death the corresponding religious intimacy—which is, however, spiritual and not merely a matter of religious words—then the Archangel can only act upon that which is plant-like in the cosmos and is sent into human beings as the plant-like element. The human being is then guided—or rather, can only be guided—by his Archangel through very subconscious forces associated with his plant nature—that is, with that which places him within the conditions of breathing, which are, of course, modified by the conditions of language—through all that which, in a plant-like manner, penetrates the human organism via language. It is then the case that, more or less, once a person is born and grows up as a child, they grow into language in an external way. If he were able to find the relationship—the inner, soul-level relationship—to his archangel through the angel, then it would be the case that he would also grow into the realm of language on a soul level, that he would, so to speak, perceive the genius of language, not merely the external, mechanical aspects of language.
[ 17 ] Aber wir sehen ja heute, wie stark das der Fall ist, wie stark die Menschen heute in vieler Beziehung ein Abdruck des Mechanischen in ihrer Sprache sind, so daß sie eigentlich in ihrem ganzen Wesen nicht nur das Sprachliche wie einen Grundton tragen, sondern daß sie geradezu wie ein Abdruck des Sprachlichen sich ausnehmen; daß man genau sehen kann, wie der Gesichtsausdruck selber ein Ausdruck des Sprachlichen wird. Was uns als Volkstümer entgegentritt, die eigentümlichen volksmäßigen Physiognomien, wie sie uns heute entgegentreten, sie sind durchaus eben auf eine äußerliche Weise von seiten der Archangeloi an den Menschen herangekommen.
[ 17 ] But we can see today just how true this is, how strongly people today, in many respects, are a reflection of the mechanical in their language, so that in their entire being they not only carry the linguistic as a fundamental tone, but actually appear to be a reflection of the linguistic; that one can clearly see how facial expression itself becomes an expression of the linguistic. What we encounter as folk customs—the distinctive folk-like physiognomies as they appear to us today—have indeed come to humanity in an external way from the Archangels.
[ 18 ] Was äußerlich in der Menschheit sich abspielt, das kann, insoferne es in dem Geistigen des Menschen wirkt, eigentlich nur durch eine solche Betrachtung erklärbar werden, wie wir sie jetzt aus der anthroposophischen Geisteswissenschaft heraus anstellen, und alle heutige Anthropologie oder Ähnliches ist eigentlich bloß ein Spielen, möchte ich sagen, mit der Terminologie. Man hat eigentlich in vieler Beziehung in dem, was heute die Anthropologen oder ähnlicheLeute schreiben über die Konfiguration der Menschheit auf der Erde, über die Differenzierung der Menschheit, nirgends orientierende, leitende Gesichtspunkte, weil man das, was man als Begriffe auffaßt, nach äußerlichen Merkmalen gruppiert. Man kann ja das Ganze auch umgruppieren. Ein wirklicher Inhalt strömt doch erst in die Sache, wenn man sie geistig betrachtet. Dann darf man aber nicht zurückschrecken vor dem Aufsteigen zu der Betrachtung wirklicher konkreter Geistwesenheiten.
[ 18 ] What takes place externally within humanity—insofar as it affects the human spirit—can really only be explained through the kind of analysis we now undertake from the perspective of anthroposophical spiritual science, and all of today’s anthropology or similar disciplines is, I would say, merely a playing around with terminology. In many respects, what anthropologists and similar scholars write today about the configuration of humanity on Earth and the differentiation of humanity lacks any guiding principles, because the concepts they use are grouped according to external characteristics. Of course, one could regroup the whole thing. True substance only flows into the matter when one considers it spiritually. But then one must not shy away from rising to the contemplation of real, concrete spiritual beings.
[ 19 ] Man sieht ja daraus auch, daß nur die geistige Vertiefung die Schäden der heutigen Zeit heilen kann. Diese Schäden der heutigen Zeit, insofern sie uns im öffentlichen Leben entgegentreten, gründen sich ja vielfach darauf, daß das Verhältnis des Menschen zu seinem Angelos und dadurch die Verbindung mit dem Erzengeltum ein loses geworden ist, und so, daß es nur von außen hereinwirken kann.
[ 19 ] It is clear from this that only spiritual deepening can heal the ills of our time. These ills of our time, insofar as they confront us in public life, are often rooted in the fact that the relationship between human beings and their angel—and thus their connection to the archangels—has become tenuous, to the point that it can only exert an influence from the outside.
[ 20 ] Wenn der Mensch nun zwischen dem Tod und einer neuen Geburt die weitere Entwickelung durchmacht, die von der Mitternachtsstunde des Daseins aus dann wiederum hereinführt in das physische Erdenleben, so kommt er ja namentlich in den Bereich der Archai, der Urgründe. Diese Archai, diese Urgründe, sie haben es in der gegenwärtigen kosmischen Entwickelung damit zu tun, daß sie den Menschen gewissermaßen wiederum in die irdischen Grenzen seines Wesens zurückführen.
[ 20 ] When a human being undergoes further development between death and a new birth—a process that, starting from the midnight hour of existence, leads back into physical life on Earth—he enters, so to speak, the realm of the Archai, the primordial principles. These Archai, these primordial principles, play a role in the current cosmic evolution by, so to speak, leading the human being back into the earthly limits of his being.
[ 21 ] Die Sache ist so: Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes tritt, so lebt er so weiter, daß er zunächst die Folgen seines mineralischen Bewußtseins mit der moralischen Tingierung erlebt, dadurch sich gewissermaßen erweitert über die Welt. Dann zieht er sich von der Mitternachtsstunde des Daseins ab wiederum in sich zusammen. Zunächst wird er übergeführt in das Pflanzliche, das ihm eingegliedert wird. Und je mehr er sich dem irdischen Leben nähert, desto mehr zieht er sich gewissermaßen zusammen, so daß er als ein von seiner Haut umschlossenes Wesen wiederum geboren werden kann.
[ 21 ] The situation is as follows: When a person passes through the gate of death, he continues to live in such a way that he first experiences the consequences of his mineral consciousness tinged with morality, thereby expanding, as it were, beyond the world. Then, from the midnight hour of existence, he withdraws back into himself. First, they are transferred into the plant realm, which becomes part of them. And the closer they come to earthly life, the more they contract, so to speak, so that they can be reborn as a being enclosed within their skin.
[ 22 ] Dieses, was da an dem Menschen zu geschehen hat, wenn er in den Bereich der Archai eintritt, das gliedert, verdichtet das Pflanzenhafte zum Tierischen. Der Mensch hat, indem er die Mitternachtsstunde des Daseins überschreitet, erst die Kräfte — natürlich nicht die Organe, sondern erst die Kräfte — in sich, die also sein Atmen, auch das differenzierte Atmen bedingen. Aber daß sich diese Kräfte dann zu den Organkräften konzentrieren, das geschieht erst nach der Mitternachtsstunde des Daseins, das geschieht erst in dem Bereich der Archai. Der Mensch wird sozusagen immer mehr und mehr Mensch. Aber es ist doch so, daß diese kosmische Wirkung, die da auf den Menschen ausgeübt wird im Sinne der Kräfte, die von den Archai ausgehen, den Menschen eigentlich so organisiert, daß die Organe nach der tierischen Bildung hinstreben. Wenn wir den Menschen in seiner Beziehung zum Kosmos auffassen, dann ist das so, daß der Mensch, indem er da herausstrebt von der Mitternachtsstunde des Daseins aus zu einem neuen Erdenleben, da ja geradeso unter kosmischen Gesetzen steht, wie er hier auf der Erde unter irdischen Gesetzen steht. Und wir können das Folgende sagen: Aus den unermeßlichen Weiten des Weltenalls heraus wird der Mensch bestimmt, indem er sich immer mehr und mehr zusammenzieht. Es ist gewissermaßen ein Ausdehnen des Menschen durch das mineralische Bewußtsein in die Weiten des Weltenalls hinaus bis zur Mitternachtsstunde des Daseins (siehe Zeichnung, Pfeile), in die unermeßlichen Weiten des Weltenalls hinaus. Wenn dann die Mitternachtsstunde des Daseins eintritt (blau), so gliedern sich dem Menschen die Kräfte ein, die dann in ihm als pflanzenähnliche Kräfte wirken. Von dieser Mitternachtsstunde des Daseins aus kehrt der Mensch wiederum zurück, um sich dann gewissermaßen für das irdische Leben zu begrenzen (Pfeile nach innen). Diese Mitternachtsstunde des Daseins ist überhaupt ein ungeheuer bedeutsamer Einschnitt in der Menschenentwickelung.
[ 22 ] What is to happen to the human being when he enters the realm of the Archai is what structures and condenses the plant-like into the animal-like. As human beings pass the midnight hour of existence, they first possess within themselves the forces—not the organs, of course, but the forces—that thus determine their breathing, including differentiated breathing. But the fact that these forces then concentrate into organ forces occurs only after the midnight hour of existence; it occurs only within the realm of the Archai. Human beings, so to speak, become more and more human. Yet it is true that this cosmic influence exerted upon human beings—in the sense of the forces emanating from the Archai—actually organizes them in such a way that their organs strive toward animal formation. When we consider human beings in their relationship to the cosmos, it is the case that, as they strive outward from the midnight hour of existence toward a new earthly life—since they are subject to cosmic laws just as they are subject to earthly laws here on Earth— And we can say the following: From the immeasurable expanses of the universe, human beings are shaped as they contract more and more. It is, so to speak, an expansion of the human being through mineral consciousness out into the expanses of the universe up to the midnight hour of existence (see diagram, arrows), out into the immeasurable expanses of the universe. When the midnight hour of existence then arrives (blue), the forces that subsequently act within the human being as plant-like forces become integrated into him. From this midnight hour of existence, the human being returns once more, only to limit himself, as it were, to earthly life (arrows pointing inward). This midnight hour of existence is, in fact, an immensely significant turning point in human development.


[ 23 ] Während der Mensch sich vom Tode aus hinauslebt in das Kosmische, wird er immer mehr und mehr mit der Welt eins. Er unterscheidet sich da wenig von der Welt. Ich möchte sagen, um das bildhaft auszudrücken — man kann natürlich von physischen Organen da draußen nicht sprechen, aber Sie werden mich verstehen, wenn ich in Bildern, die aus dem physischen Dasein hergenommen sind, dieses ausführe —: Er lernt gewissermaßen, wie das Auge mit dem Licht zusammenwächst, und er unterscheidet dann nicht mehr Licht und Auge, nicht mehr Ton und Ohr. Er wächst, indem er sich hinausdehnt in die Weite, mit dem Weltenall zusammen.
[ 23 ] As a human being lives his way out of death and into the cosmic realm, he becomes more and more one with the world. There, he differs little from the world. To put it figuratively—of course, one cannot speak of physical organs out there, but you will understand me if I explain this using images drawn from physical existence—he learns, as it were, how the eye grows together with the light, and he no longer distinguishes between light and eye, nor between sound and ear. He grows by expanding outward into the vastness, becoming one with the universe.
[ 24 ] Indem er dann passiert, was die Mitternachtsstunde des Daseins ist, wo er anfängt sich wiederum zusammenzuziehen, um wieder einmal ein begrenztes Wesen zu werden, da dämmert in ihm auf eine Art objektiver Vorstellung: Das ist jetzt nicht die Welt, sondern das ist der Mensch. Und immer stärker und stärker wird jetzt in dem Menschen ein Bewußtsein, das eigentlich am stärksten ist dann, wenn der Mensch wiederum ins irdische Leben zurücktritt. Aber wie hier auf der Erde der Inhalt unseres Bewußtseins die Mineralien, die Pflanzen, die Tiere, die Berge, die Flüsse, die Wolken, die Sterne, die Sonne, der Mond sind, so werden dann, bei diesem Rückgehen zur Erde, die Hauptvorstellungen die von dem Wesen des Menschen.
[ 24 ] As he then passes through what is the midnight hour of existence, when he begins to contract once more in order to become a finite being again, a kind of objective conception dawns within him: This is not the world now, but rather it is the human being. And a consciousness grows ever stronger within the human being, a consciousness that is actually at its strongest when the human being returns to earthly life. But just as here on Earth the content of our consciousness consists of minerals, plants, animals, mountains, rivers, clouds, stars, the sun, and the moon, so too, during this return to Earth, the primary concepts become those of the human being.
[ 25 ] Es ist wirklich so: Wenn wir auf der einen Seite die scheinbar recht komplizierte Welt nehmen, die da außerhalb unserer Haut liegt, mit allem, was darinnen ist, wenn wir die Welt nehmen mit ihrem Seelischen und Geistigen, sie ist gewiß sehr kompliziert, aber was innerhalb unserer Haut liegt, es ist ebenso kompliziert, es unterscheidet sich nur der Größe nach, aber auf die Größe kommt es nicht an. Unsere Welt ist dasjenige, was außerhalb unserer Haut liegt, wenn wir zwischen der Geburt und dem Tod leben; das, was innerhalb ist, schließen wir ja nur aus dem, was der Mensch während des Lebens eigentlich nicht in Wirklichkeit ist, aus dem Leichnam. Aber in der Zeit von der Mitternachtsstunde des Daseins bis zum nächsten Leben auf der Erde, da ist die Menschenwelt das Innere des Menschen nach Leib, Seele und Geist (siehe Zeichnung Seite 110, blau). Da ist gewissermaßen der Mensch die Welt. Wir verlieren nach und nach bis zur Mitternachtsstunde des Daseins an den Folgen des mineralischen Bewußtseins die Welt, indem wir uns allerdings in sie einleben, als ob sie unser Selbst, unser ganzes umfassendes Selbst wäre, so daß wir nicht mehr unterscheiden zwischen unserem Selbst und der Welt. Und indem wir wieder zurückkehren, wird unsere Welt der Mensch. Wir schauen nicht die Sterne, wir schauen die Gliederung der menschlichen Gliedmaßen, wir schauen nicht dasjenige, was sonst im Weltenall, sagen wir, zwischen Sternen und Erde enthalten ist, wir schauen das Innere der menschlichen Organisation, insofern es sich aus Geist und Seele herausgestaltet. Wir schauen den Menschen. Was wir da anschauen, das ist dasjenige, was uns hinführt zum erneuerten Erdendasein. Diesen sich gestaltenden Menschen schauen wir.
[ 25 ] It really is true: If we take, on the one hand, the seemingly quite complicated world that lies outside our skin, with everything that is in it—if we take the world with its psychological and spiritual aspects—it is certainly very complicated; but what lies within our skin is just as complicated; it differs only in size, but size is not what matters. Our world is what lies outside our skin while we live between birth and death; what lies within, we infer only from what a human being is not in reality during life—namely, the physical body. But in the time from the midnight hour of existence until the next life on Earth, the human world is the inner being of the human being—comprising body, soul, and spirit (see illustration on page 110, blue). In a sense, the human being is the world. Gradually, up to the midnight hour of existence, we lose the world as a result of mineral consciousness—though we do become attuned to it as if it were our self, our entire, all-encompassing self—so that we no longer distinguish between our self and the world. And as we return, our world becomes the human being. We do not look at the stars; we look at the structure of the human limbs; we do not look at what is otherwise contained in the universe—let us say, between the stars and the Earth—but we look at the inner workings of the human organism, insofar as it takes shape out of spirit and soul. We look at the human being. What we are looking at there is that which leads us to a renewed existence on Earth. We look at this human being as it takes shape.
[ 26 ] Wir leben in der Zeit um die Mitternachtsstunde des Daseins herum in dem sich nach dem Pflanzlichen gestaltenden Menschen. Und wenn wir in die Region der Archai kommen, leben wir in dem, wie sich die Organe des Menschen im Sinne der tierischen Kräfte gestalten. Ich sagte: Geradeso wie wir zwischen der Geburt und dem Tode abhängig sind von dem, was von der Erde aus auf uns wirkt, so sind wir, indem wir da draußen im Weltenall sind — es ist jetzt nicht nur das Räumliche, aber man kann es ja natürlich nur räumlich darstellen —, abhängig von demjenigen, was außerirdisch ist. Und in dem Momente, wo wir durch die Archai durchgehen, können wir die Gesetze, die in uns wirken im Sinne des Weltenalls — so wie wir die Erdengesetze hier während unseres irdischen Gemeinschaftslebens durch die Gesetze der heutigen Physik prüfen —, wir können diese Gesetze ausdrücken, indem wir uns beziehen auf Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage und so weiter.
[ 26 ] We live in the period around the midnight hour of existence within the human being as he is taking shape from the plant realm. And when we enter the realm of the Archai, we live within the process by which the human organs take shape in accordance with animal forces. I said: Just as we are dependent, between birth and death, on what acts upon us from the Earth, so too, when we are out there in the universe—it is not merely a matter of space, though of course one can only describe it in spatial terms—are we dependent on that which is extraterrestrial. And at the moment when we pass through the Archai, we can express the laws that operate within us in terms of the universe—just as we examine the laws of the Earth here during our earthly communal life through the laws of modern physics— we can express these laws by referring to Aries, Taurus, Gemini, Cancer, Leo, Virgo, Libra, and so on.
[ 27 ] Und indem wir die Stellungen desjenigen, was Sonne ist, auf diese Sterne beziehen, überhaupt auf den Fixsternhimmel beziehen, da haben wir in den Konstellationen der Sonne zu diesem Fixsternhimmel dasjenige, was an Gesetzen waltet im Bereiche des Willens der Archai. Der Wille, der da waltet, der durchsetzt diese Gesetze, das ist der Wille der Archai.
[ 27 ] And by relating the positions of what is the Sun to these stars—indeed, to the fixed-star sky as a whole—we find in the Sun’s constellations, in relation to this fixed-star sky, the laws that govern the realm of the Archai’s will. The will that reigns there, that permeates these laws—that is the will of the Archai.
[ 28 ] Wenn wir aber da draußen Naturgesetze suchen würden in der Weise, die unseren Naturgesetzen so entsprechen, wie die Naturgesetze auf der Erde während unseres irdischen Daseins uns entsprechen, dann müßten wir auf diese Sternenkonstellationen sehen. Und wir sind ja lange Zeit in dem Bereich, wo wir also von den Sternenkonstellationen abhängig sind — aber nicht mehr, als wir hier auf der Erde abhängig sind von den Naturgesetzen, wo auch unser Wille dann wirkt, der etwas Höheres als die Naturgesetze ist. Wir dürfen auch da nicht vom Kosmos im Sinne einer mit mechanischer Notwendigkeit wirkenden kosmischen Gesetzmäßigkeit sprechen. Aber das, was wir in den Sternenkonstellationen finden, ist gewissermaßen der Ausdruck, das Bild für diese Gesetze, die da auf uns wirken. Und wie früher, wo wir allein im Bereich der Archangeloi waren, die Gesetze des Pflanzlichen auf uns gewirkt haben, so wirken jetzt die Gesetze des Tierähnlichen auf uns.
[ 28 ] But if we were to look for natural laws out there that correspond to our natural laws in the same way that the natural laws on Earth correspond to us during our earthly existence, then we would have to look to these constellations. And we do, after all, spend a long time in the realm where we are thus dependent on the constellations—but no more so than we are here on Earth dependent on the laws of nature, where our will, which is something higher than the laws of nature, also comes into play. We must not speak of the cosmos there in the sense of a cosmic regularity operating with mechanical necessity. But what we find in the constellations is, in a sense, the expression, the image of these laws that act upon us there. And just as in the past, when we were solely in the realm of the Archangels and the laws of the plant kingdom acted upon us, so now the laws of the animal kingdom act upon us.
[ 29 ] Man kommt, wenn man diese Dinge wiederum durch Geisteswissenschaft findet, auf die ungeheuer bedeutsame Tatsache, daß die Alten, die aus gewissen traumhaften Schauungen des Weltenalls heraus auch Kenntnisse gehabt haben, die dann verlorengegangen sind, daß diese Alten wirklich, man möchte sagen, mit einer atavistischen Genialität diesen Bilderkreis, der ihnen den Fixsternhimmel repräsentierte, den Tierkreis nannten. Ich kann nicht anders als finden, daß uns neuere Geisteswissenschaft, die uns diese Dinge wieder zeigt, aus ganz anderen Untergründen heraus zum Verständnis dessen führt, was aus ahnungsvollem Erkennen einstmals durchschaut worden ist. Man wird, möchte ich sagen, ungeheuer ergriffen, wenn einem da von alten Zeiten her bewahrt ist die Lehre von dem Tierkreise und seiner Wirkung auf den Menschen, und wenn man dann, ganz abgesehen von dem, was da bewahrt ist, durch die Mittel der heutigen Geisteswissenschaft wiederum dazu kommt, Erkenntnisse mit den Konstellationen der Sonne zu den Tierkreisbildern, das heißt zum Fixsternhimmel, zu verbinden. Das ist es, was die neuere Geisteswissenschaft so eng zusammenschließt mit der Weisheit der Alten. Und zwischen uns, die wir suchen wollen die Geisteswissenschaft, und dieser Periode, wo die Weisheit der Alten waltete, haben wir etwas, was zwar notwendig war zur Erringung der menschlichen Freiheit, was aber doch im Grunde genommen darstellt ein Zeitalter der Finsternis.
[ 29 ] When one rediscovers these things through spiritual science, one arrives at the immensely significant fact that the ancients—who, through certain dreamlike visions of the universe, possessed knowledge that was later lost—actually named this constellation, which represented the fixed-star sky to them, the zodiac, with what one might call an atavistic genius. I cannot help but feel that modern spiritual science, which reveals these things to us anew, leads us—from entirely different foundations—to an understanding of what was once perceived through an intuitive insight. One is, I would say, profoundly moved when the teaching of the zodiac and its effect on human beings has been preserved from ancient times, and when—quite apart from what has been preserved—one then, through the methods of modern spiritual science, once again comes to connect insights with the constellations of the Sun and the zodiacal images, that is, with the fixed-star sky. This is what so closely unites modern spiritual science with the wisdom of the ancients. And between us, who seek spiritual science, and that period when the wisdom of the ancients reigned, there lies something that, while necessary for the attainment of human freedom, nevertheless represents, in essence, an age of darkness.
[ 30 ] Wir kommen also in den Bereich der Archai und bekommen da eingegliedert, was unser tierisches Wesen ist. Was ist unser tierisches Wesen?
[ 30 ] So we enter the realm of the Archai and are integrated there into what constitutes our animal nature. What is our animal nature?
[ 31 ] Nun, unser tierisches Wesen ist das, was uns zunächst unsere Organe gibt, die ja bis auf die Zahl vielfach ähnlich sind mit den Organen der höheren Tiere. Aber ehe wir noch an die Geburt herankommen, werden wir aus dem bloßen, wenn ich mich jetzt so ausdrücken darf, Tierkreisbereich entlassen und rücken ein in den Bereich der Planeten, Saturn, Jupiter und so weiter. Indem wir in den Bereich der Planeten einrücken, indem wir also der Erde gewissermaßen näherkommen, näher dem Zeitpunkte, wo wir wiederum die menschliche Begrenzung annehmen, wird das, was in uns als das Tierische sich aus kosmischen Gesetzen heraus eingegliedert hat, wenn ich mich so ausdrücken darf, gerichtet. Ehe wir in das Planetensystem, also in die Kräfte des Planetensystems hereingetaucht sind, haben wir zum Beispiel nicht die Richtung mit dem Rückgrat von der Erde weg, mit dem Kopf nach oben gerichtet. Wir haben mehr das, was das Tier in bezug auf seine Richtkräfte beherrscht. Alles, was uns zum Beispiel die Hände als die Organe unseres Seelischen konstruiert, was sie nicht zum Greif-, nicht zum Gehorgan macht, was sie zu Organen macht, die aus den Impulsen des Seelischen heraus sich frei betätigen können, das verdanken wir dann diesem Einflusse des Planetarischen. Und alles das, was uns hilft als Menschen, bis in die niederste Stufe der tierischen Organisation ein Mensch zu sein, das verdanken wir dann der Konstellation des Mondes zu den übrigen Planeten.
[ 31 ] Well, our animal nature is what our organs initially provide us with; in terms of number, these organs are in many ways similar to those of higher animals. But even before we reach the moment of birth, we are released from the realm of the zodiac—if I may put it that way—and enter the realm of the planets: Saturn, Jupiter, and so on. As we enter the realm of the planets—that is, as we draw closer to the Earth, so to speak, and closer to the point in time when we once again assume our human form—what has become integrated within us as the animal nature through cosmic laws is, if I may put it that way, directed. Before we have been immersed in the planetary system—that is, in the forces of the planetary system—we do not, for example, have our spine pointing away from the Earth with our head directed upward. Rather, we possess what characterizes the animal in terms of its orienting forces. Everything that shapes our hands, for example, as organs of our soul—that which does not make them mere grasping or hearing organs, but rather organs that can act freely out of the impulses of the soul—we owe to this influence of the planetary system. And everything that helps us, as human beings, to remain human even down to the lowest level of animal organization—we owe that to the Moon’s constellation in relation to the other planets.
[ 32 ] Wir werden also geradezu durch das Planetensystem vermenschlicht, indem wir zurückkehren. Ich sagte Ihnen: Der Mensch selber, der sich gestaltende Mensch ist die Welt, die in unserem Bewußtsein bei dieser Rückkehr von der Mitternachtsstunde des Daseins lebt. Wir sehen auch, wie zunächst vorhanden ist alles das, was zuletzt hinpulst nach den tierischen Kräften. Wir durchleben das so, daß wir es eigentlich durchleben wie eine Art von Untergang, wie eine Art von eisigem Vorgang. Aber das ganze wird, ich möchte sagen, gelockert, indem wir in den Planetenbereich treten, und das erst gestaltet die kosmische Welt, die wir so sehen als die Menschenwelt, zu der Welt, die der irdische Mensch darstellt, der sich dem Tierischen entreißt, der herauswächst aus dem Tierischen. Dies erfüllt uns nun. Dies wird der Inhalt unseres Bewußtseins. Wir tragen das, was der Kosmos uns gegeben hat, als ein System von Kräften in uns.
[ 32 ] We are thus literally humanized by the planetary system as we return. I told you: Human beings themselves—human beings in the process of becoming—are the world that lives in our consciousness during this return from the midnight hour of existence. We also see how, at first, everything that ultimately pulsates toward the animal forces is present. We experience this in such a way that we actually live through it as a kind of downfall, as a kind of icy process. But the whole thing is, I would say, loosened as we enter the planetary realm, and only then does the cosmic world—which we thus see as the human world—become the world represented by the earthly human being who tears himself away from the animal realm, who grows out of it. This now fills us. This becomes the content of our consciousness. We carry within us what the cosmos has given us as a system of forces.
[ 33 ] So kommen wir geistig-seelisch aus den geistigen Welten herab. Wir haben durchlebt die Welten, in denen wir in unmittelbarer Berührung im Zusammenhang standen mit Angeloi, Archangeloi, Archai. Wir kommen so als Menschen herab. Aber allerdings, wenn wir in dem eben vorhin charakterisierten Sinne nicht intime Beziehungen zu unserem Engelwesen angeknüpft haben, dann haben wir Schwierigkeiten, wenn wir da in die Planetenregion eindringen, weil wir schon zu der Welt der Archai selbst keine göttlich-geistigen Beziehungen anknüpfen konnten. Äußerlich sind wir eingegliedert worden dem Volkstum. Die Archai haben dann wiederum die Notwendigkeit, gewissermaßen nur von außen in uns hereinzuwirken. Wir werden dadurch auf die Erde hingestellt, daß alle Kräfte von den Archai aus auf einen bestimmten Platz der Erde hintendieren. Der Erzengel oder die Erzengel schieben uns in ein Volkstum hinein. Unseren besonderen Platz innerhalb des Volkstums bestimmen dann die Archai. Wir wachsen unseelisch und ungeistig, auf eine äußerlich mechanische Weise hinein in diese Umgebung.
[ 33 ] This is how we descend from the spiritual worlds in spirit and soul. We have lived through the worlds in which we were in direct contact with the Angeloi, Archangeloi, and Archai. We descend in this way as human beings. However, if we have not established intimate relationships with our angelic beings in the sense just described, then we encounter difficulties when we enter the planetary region, because we were already unable to establish divine-spiritual relationships even with the world of the Archai. Outwardly, we have been integrated into a national community. The Archai, in turn, are then compelled, so to speak, to work upon us only from the outside. We are placed upon the Earth in such a way that all the forces emanating from the Archai tend toward a specific place on Earth. The Archangel or Archangels guide us into a national community. Our specific place within the national community is then determined by the Archai. We grow into this environment in a soulless and unspiritual way, in an outwardly mechanical manner.
[ 34 ] Das ist ja ein Charakteristikon der heutigen Zeit, daß der Mensch nicht mehr etwa die innere Beziehung hat, die intime innere Beziehung hat, die er in älteren Zeiten zu seiner unmittelbaren Umgebung hatte, wo er auch seelisch hineinwuchs in diese unmittelbare Umgebung. In einer karikaturenhaften Weise ist dieses Hineinwachsen höchstens noch erhalten — nicht wahr, wie gesagt, karikaturhaft —, wenn heute, was aber auch schon aufhört, etwa die Kinder hineinwachsen in irgendein besonderes Schloß, nachdem sie zuvor zu ihren Ahnen hingetrieben worden sind. Da ist noch eine solche Beziehung, die in früheren Zeitläufen seelisch war. Heute wird der Mensch hineingedrängt in seine Umgebung, so daß er im Grunde genommen wenig innerliche Beziehung hat, daß er sich in einer ganz äußerlichen Weise an den Ort gestellt findet, an den ihn das Karma trägt, daß er überhaupt dieses ganze Hereingestelltsein in das physische Dasein als etwas Außerliches empfindet.
[ 34 ] It is, after all, a defining characteristic of our times that people no longer have the inner connection—the intimate inner connection—that they once had in earlier times with their immediate surroundings, into which they also grew emotionally. In a caricatured way, this growing into one’s surroundings is preserved at most—as I said, in a caricatured way—when, for example, children today grow into a particular castle after having been drawn to their ancestors, though even this is already coming to an end. There is still such a relationship, which in earlier times was a spiritual one. Today, people are thrust into their surroundings, so that, fundamentally speaking, they have little inner connection; they find themselves placed in a purely external way at the place to which karma carries them; indeed, they perceive this entire process of being placed into physical existence as something external.
[ 35 ] Wenn des Menschen Wesen durch Erziehung und Leben so gestaltet wird, daß er durchseelt, durchgeistigt wird, daß er zu einer geistigen Weltauffassung kommt, dann wird er auch durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt das hindurchtragen, daß er das innige Verhältnis zu seinem Engel nicht löst, daß er in sein Volkstum durch den Erzengel seelenartig hineingetragen wird, daß er auch durch die Welt der Archai nicht bloß so äußerlich hineingestellt wird in das unmittelbare Dasein, sondern daß er wiederum schon in seine tierische Organisation etwas aufnehmen kann, was er dann so empfindet, daß er sich sagt: Es hat eine tiefe Bedeutung, daß ich gerade von diesem Orte, wo zunächst mein Bewußtsein allmählich erwacht, wo meine Erziehung geleitet wird, daß ich von diesem Orte in die Welt hinaus meine Wirksamkeit entfalte. Das ist allerdings etwas, was wir dadurch herbeiführen müssen, daß wir die Erziehung in dem Sinne reformieren, daß der Mensch wiederum empfindet: Von dem Orte seiner Erziehung nimmt er etwas mit, was ihm dann seine Mission in der Welt gibt. Dann, wenn das so ist, wird der Mensch aber auch gewissermaßen herauswachsen aus dem bloß äußerlichen Bereiche der Archai. Er wird die menschlichen Richtkräfte in durchseelter und durchgeistigter Weise erleben, und er wird in anderer Weise in das neue Leben hereinwachsen, als das heute vielfach der Fall ist.
[ 35 ] If a person’s nature is shaped through education and life in such a way that they become imbued with soul and spirit, and arrive at a spiritual worldview, then they will carry this through the period between death and a new birth, that they do not sever their intimate relationship with their angel, that they are carried into their national life in a soul-like manner through the archangel, that they are not merely placed externally into immediate existence through the world of the Archai, but that they can already take something into their animal organization—which they then perceive in such a way that they say to themselves: It has a deep significance that it is precisely from this place—where my consciousness first gradually awakens, where my education is guided—that I unfold my activity out into the world. This is indeed something we must bring about by reforming education in such a way that the human being once again feels: From the place of his education, he takes something with him that then gives him his mission in the world. Then, when this is the case, the individual will also, in a sense, grow out of the merely external realm of the Archai. He will experience the human guiding forces in a way that is imbued with soul and spirit, and he will grow into the new life in a different way than is often the case today.
[ 36 ] Also, wie ist es denn eigentlich, wenn der Mensch da ankommt bei einem neuen Erdenleben? Sein Bewußtsein ist erfüllt von dem, wie er von innen heraus seinen Menschen konfiguriert. Er ist erfüllt von einer Welt, die er schaut, die eine Wirkenswelt ist, nicht etwa eine bloße Gedankenwelt. Diese Welt hat allmählich seit der Mitternachtsstunde des Daseins, wie ich ausgeführt habe, die Tendenz des Willens zum Menschentum hin angenommen, und der Mensch taucht unter in das, was ihm entgegengebracht wird durch die Vererbung der Generationen, durch die Substanz, die er von seinen Ahnen erhält. Er taucht darinnen unter. Er umhüllt sich mit der physischen Hülle. Er tritt in die physische Welt herein. Wir können in der Tat, wenn wir den Menschen geistig betrachten, finden, wie der Inhalt des Seelischen ist, wenn er untertaucht in das physische Dasein zu einem neuen Leben.
[ 36 ] So, what is it actually like when a person arrives at a new earthly life? Their consciousness is filled with the way they shape their humanity from within. It is filled with a world they perceive—a world of action, not merely a world of thought. As I have explained, since the midnight hour of existence, this world has gradually taken on the tendency of the will toward humanity, and the human being immerses himself in what is offered to him through the inheritance of the generations, through the substance he receives from his ancestors. He immerses himself in it. He envelops himself in the physical body. He enters the physical world. Indeed, when we consider the human being spiritually, we can discern the nature of the soul’s content as it immerses itself in physical existence to begin a new life.
[ 37 ] Natürlich ist es in dem ganzen Gebiete, das der Mensch durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so, daß der Mensch da in die nächsten Beziehungen kommt zu Angeloi, Archangeloi, Archai; diese aber wieder stehen weiter hinauf mit den höheren Hierarchien in Beziehung. Und so durchläuft, durchwandert der Mensch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ein Gebiet, in dem aber für seine Beziehungen zu diesem Gebiete durchaus maßgebend ist dasjenige, was er durch die Todespforte trägt. Denn so, wie es ihm gelungen ist, das, was aus den Tiefen seines Wesens als Geistiges herauf will, mit dem mineralischen Bewußtsein zu durchdringen, so intim kann er werden mit seinem Engelwesen. Dadurch aber, daß er so intim mit seinem Engelwesen werden kann, wächst er in die Welt der Archangeloi hinein, so daß er gewissermaßen ihre Kraft von sich aus erkennend, empfindend, bewußt erwidern kann, so daß er dann weitergehen kann und das individualisierte Wesen wird, das er allmählich werden muß, wenn die Welt einem Aufgange, nicht einem Niedergange entgegengehen soll.
[ 37 ] Of course, throughout the entire realm that a human being passes through between death and a new birth, the human being enters into close relationships with angels, archangels, and archai; these, in turn, are connected to the higher hierarchies. And so, between death and a new birth, a human being passes through a realm in which what he carries through the gate of death is absolutely decisive for his relationship to this realm. For just as he has succeeded in permeating with mineral consciousness that which seeks to rise from the depths of his being as the spiritual, so intimately can he become with his angelic being. But because they can become so intimate with their angelic being, they grow into the world of the Archangels, so that they can, as it were, recognize, feel, and consciously respond to its power of their own accord, enabling them to move forward and become the individualized being they must gradually become if the world is to move toward an ascent rather than a decline.
[ 38 ] Es ist durchaus möglich, von den verschiedensten Gesichtspunkten aus dieses Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ganz prägnant zu beschreiben. Einen Gesichtspunkt finden Sie ja in meinem Vortragszyklus, den ich im Jahre 1914 in Wien gehalten habe; einen anderen Gesichtspunkt habe ich Ihnen heute entwickelt. Alle diese Gesichtspunkte sind geeignet, immer mehr und mehr den Menschen auch nach der geistigen Seite hin kennenzulernen. Wer aber nicht in dieser Weise zu einer ganzen geistigen Welt herausgehen will, der wird niemals das Geistige im Menschen selber begreifen können. Wie wir in die Zwischenräume zwischen physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib und Ich gehen müssen, um das Seelische in seiner Objektivität zu durchschauen, so müssen wir aus dem Menschen heraus in die geistige Welt gehen, um seine Beziehungen zu dieser geistigen Welt zu studieren. Dann finden wir das, was im Menschen eigentlich als Geistiges webt und lebt. Es ist nur die Bequemlichkeit unserer Zeit, daß man vom Geist nur im Allgemeinen spricht. Wir müssen in die Möglichkeit kommen, von dem Geiste zu sprechen in allen Einzelheiten, wie wir von der Natur sprechen in allen Einzelheiten. Dann wird wirkliche Menschenerkenntnis erstehen, dann wird in dem Sinne, wie es der Mensch braucht, das uralte Wahrwort erfüllt, das schon von Griechenland heraufleuchtet, dessen Erfüllung aber noch immer angestrebt werden muß für den Menschen, das Wahrwort: «Erkenne dich selbst!»
[ 38 ] It is entirely possible to describe this life between death and a new birth quite succinctly from a wide variety of perspectives. You will find one such perspective in the series of lectures I gave in Vienna in 1914; today I have presented another perspective to you. All of these perspectives are suitable for getting to know the human being more and more from the spiritual side as well. But anyone who is not willing to venture out in this way into a whole spiritual world will never be able to comprehend the spiritual aspect within the human being itself. Just as we must enter the spaces between the physical body, the etheric body, the astral body, and the I in order to perceive the soul in its objectivity, so too must we step out of the human being into the spiritual world to study their relationships to that spiritual world. Then we will find what actually weaves and lives within the human being as the spiritual. It is merely a convenience of our time that we speak of the spirit only in general terms. We must come to be able to speak of the spirit in all its details, just as we speak of nature in all its details. Then true knowledge of the human being will arise; then, in the sense that humanity needs it, the ancient truth—which has shone forth since the time of Greece but whose fulfillment must still be strived for by humanity—will be fulfilled: “Know thyself!”
[ 39 ] Selbsterkenntnis ist Weltenerkenntnis und Weltenerkenntnis ist Selbsterkenntnis. Denn leben wir zwischen der Geburt und dem Tode, dann sind die Sterne und die Sonne und der Mond und die Berge und die Täler und die Flüsse und die Pflanzen und die Tiere und die Mineralien unsere Welt, und dasjenige, was innerhalb unserer Menschengrenze lebt, das sind wir. Leben wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, dann ist das, was sich als Geistiges verbirgt hinter Sonne, Mond, hinter den Sternen, hinter Bergen und Flüssen — das sind wir, und unsere Welt ist dann des Menschen Inneres. Welt und Mensch wechseln rhythmisch, indem der Mensch physisch und geistig lebt. Für den Menschen hier auf Erden ist die Welt die da draußen. Für den Menschen zwischen Tod und neuer Geburt ist die Welt das da drinnen. Daher handelt es sich nur um das Abwechseln der Zeiten, daß der Mensch sagen kann: Menschenerkenntnis ist Welterkenntnis und Welterkenntnis ist Menschenerkenntnis im wirklichsten Sinne.
[ 39 ] Self-knowledge is knowledge of the world, and knowledge of the world is self-knowledge. For as we live between birth and death, the stars and the sun and the moon and the mountains and the valleys and the rivers and the plants and the animals and the minerals are our world, and that which lives within our human boundaries—that is us. If we live between death and a new birth, then what lies hidden as the spiritual behind the sun, the moon, the stars, the mountains, and the rivers—that is us, and our world is then the inner being of the human being. The world and the human being alternate rhythmically as the human being lives physically and spiritually. For the human being here on Earth, the world is the one out there. For the human being between death and a new birth, the world is what lies within. Therefore, it is merely a matter of the alternation of times that allows the human being to say: knowledge of the human being is knowledge of the world, and knowledge of the world is knowledge of the human being in the truest sense.
