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Anthroposophy as Cosmosophy I
GA 207

9 October 1921, Dornach

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Achter Vortrag

Eighth Lecture

[ 1 ] Wir haben gesprochen von der seelischen und geistigen Entwickelung des Menschen. Indem wir die geistige Entwickelung ins Auge gefaßt haben, mußten wir hinweisen auf die Art, wie diese geistige Entwickelung des Menschen, also das, was in ihm geistig wirksam ist, heraus entsteht aus seinem Zusammenarbeiten mit den Wesen der höheren Hierarchien der über ihm stehenden Reiche. Und wenn wir uns wiederum fragen nach der besonderen Artung dieser höheren Wesen, so werden wir verwiesen auf die Vergangenheit des Kosmos. Wir wissen ja aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß», wie zum Beispiel die Wesen, die wir in das Reich der Angeloi einreihen, während der alten Mondenentwickelung die Menschheitsstufe durchgemacht haben, wie die Archangeloi ihre Menschheitsstufe während der alten Sonnenentwickelung durchgemacht haben, die Archai während der alten Saturnentwickelung. Kurz, wenn wir in der Art, wie wir heute, wo wir den Menschen vor uns haben, etwas verstehen können vom Kosmos, wenn wir in der Art verstehen wollen diese höheren Reiche, dann müssen wir auf weitvergangene Zeiten zurückblicken. Wir können also auch sagen: Wollen wir das Wesen des Menschen als Geist verstehen, dann blicken wir hinauf zu der heutigen Entwickelungsstufe von Wesenheiten, die in weit zurückliegenden Zeiten auf ihre besondere Art durchgemacht haben, was heute der Mensch während des Erdendaseins durchmacht. Wir müssen also auf die Vergangenheit höherer Wesenheiten blicken, wenn wir die geistige Entfaltung des Menschen ins Auge fassen.

[ 1 ] We have spoken of the psychological and spiritual development of human beings. In considering spiritual development, we had to point out the way in which this spiritual development of the human being—that is, what is spiritually active within him—arises from his collaboration with the beings of the higher hierarchies of the realms above him. And when we ask ourselves again about the particular nature of these higher beings, we are directed to the past of the cosmos. We know, of course, from my *Outline of Esoteric Science* how, for example, the beings we classify in the realm of the Angeloi passed through the human stage during the ancient Lunar evolution, how the Archangeloi passed through their human stage during the ancient Solar evolution, and the Archai during the ancient Saturn evolution. In short, if we are to understand the cosmos in the same way we understand human beings today—with human beings before us—and if we wish to understand these higher realms in this way, then we must look back to times long past. We can therefore also say: If we wish to understand the essence of the human being as spirit, then we look up to the present stage of development of beings who, in times long past, underwent in their own special way what the human being today undergoes during earthly existence. We must therefore look to the past of higher beings when we consider the spiritual unfolding of the human being.

[ 2 ] Wir haben auch die seelische Entfaltung vor unser geistiges Auge hingestellt und wir haben gefunden, daß diese seelische Entwickelung nach Denken, Fühlen, Wollen gewissermaßen in den Zwischenräumen zwischen Ich, astralischem Leib, Ätherleib und physischem Leib sich abspielt.

[ 2 ] We have also visualized the development of the soul, and we have found that this development—in terms of thinking, feeling, and willing—takes place, so to speak, in the spaces between the ego, the astral body, the etheric body, and the physical body.

[ 3 ] Nun ist ja gar kein Zweifel: Das, was des Menschen Seelenleben ausmacht, ist Gegenwart. Wir entwickeln unsere Seele heran an demjenigen, was wir aus den Tiefen unseres Wesens herausholen, was sich da zwischen den vier Gliedern der Menschheit für das Denken, Fühlen und Wollen entwickelt. Wir nehmen äußere Eindrücke auf, verarbeiten sie, nehmen vielfach selber teil an dieser Verarbeitung in der unmittelbaren Gegenwart. Kurz, wir können sagen: Wenn wir das seelische Leben des Menschen ins Auge fassen, so müssen wir das geistig-seelisch-physische Weben in der Gegenwart zu unserem Verständnisse bringen. Wie ist es nun, wenn wir des Menschen physischen Leib, ätherischen Leib — Bildekräfteleib, astralischen Leib und sein Ich nun selbst ins Auge fassen? Diesen physischen Leib, ihn trägt der Mensch von der Geburt oder vom Embryonalleben an bis zum Tode an sich. Indem er ihn im Tode abstößt, kann dieser physische Leib seine Form nicht bewahren. Er hat nur die Möglichkeit, seine Form, seine Gestaltung, sein ganzes Wesen zu bewahren, wenn des Menschen Seele und Geist ihn durchdringen. Die Kräfte, die außen in der irdisch-physischen Natur wirken, sie zerstören ihn, die einen schneller, die anderen langsamer, aber sie zerstören ihn. Dieser physische Leib zerfällt, weil er innerhalb der Kräfte, die die Erde zusammensetzen im mineralischen, tierischen, pflanzlichen Reich, nicht bestehen kann. Dieser physische Leib, er ist also eigentlich nur da vermöge der besonderen Gestaltung, die aus den höheren Reichen, aus den geistigen Reichen heraus der menschliche Geist ihm gibt. Er ist nur da vermöge der Prozesse, die die menschliche Seele im Denken, Fühlen, Wollen mit ihm vornimmt. Dieser physische Leib hat keine Existenzmöglichkeit, wenn er sich in dem physischen Erdendasein allein befindet. Bevor der Mensch in das Embryonalleben kommt, nachdem er durch den Tod gegangen ist, hat alles das, was an Kräften in diesen physischen Leib hereinwirkt, innerhalb der Erde kein Heimatrecht. Nur während des menschlichen physischen Erdenlebens bildet sich die Gestalt dieses physischen Leibes, spielen sich die entsprechenden Prozesse in diesem physischen Leibe ab, wächst dieser physische Leib, verwelkt und so weiter. Er gehört dem Menschen an, nicht aber der Erde. Das ergibt eine ganz gewöhnliche Überlegung. In dem Augenblicke nun, wo wir mit der Geisteswissenschaft an diese physische Welt herankommen, finden wir zwar, daß das richtig ist, daß der physische Leib in der Erde keinen Bestand hat; aber was ihn zusammenfügt, das hat ja im bewußten Leben des Menschen auch nicht eigentlich Bestand. Es bleibt ja völlig unterbewußt. Es ist aber doch ein innerlich Bildhaftes, und wir können es erfassen, wenn wir das imaginative Bewußtsein entwickeln. Dann entwickeln wir gewissermaßen das innerlich Bildhafte dieses physischen Leibes. Und was wir da als innerlich Bildhaftes schauen, das widersteht den Kräften, denen die Stoffe des physischen Leibes mit ihren Kräften nicht gewachsen sind.

[ 3 ] There is no doubt at all: what constitutes the human soul life is the present moment. We develop our soul through what we draw from the depths of our being—that which unfolds within the four members of the human being for thinking, feeling, and willing. We take in external impressions, process them, and in many ways participate ourselves in this processing in the immediate present. In short, we can say: When we consider the human soul life, we must come to understand the interweaving of the spiritual, soul, and physical in the present moment. What, then, is the case when we consider the human physical body, the etheric body—the body of formative forces—the astral body, and the “I” itself? Human beings carry this physical body with them from birth—or from embryonic life—until death. When they shed it at death, this physical body cannot retain its form. It can only preserve its form, its shape, and its entire being if the human soul and spirit permeate it. The forces acting externally in earthly-physical nature destroy it—some more quickly, others more slowly—but they destroy it nonetheless. This physical body decays because it cannot survive within the forces that compose the Earth in the mineral, animal, and plant kingdoms. This physical body, then, actually exists only by virtue of the special form that the human spirit gives it from the higher realms, from the spiritual realms. It exists only by virtue of the processes that the human soul carries out with it through thinking, feeling, and willing. This physical body has no possibility of existence if it is left alone in physical earthly existence. Before a human being enters embryonic life, after having passed through death, none of the forces acting upon this physical body have a right of residence within the Earth. It is only during human physical life on Earth that the form of this physical body takes shape, that the corresponding processes take place within it, that this physical body grows, withers, and so on. It belongs to the human being, but not to the Earth. This is a perfectly ordinary conclusion. Now, when we approach this physical world through spiritual science, we find that it is indeed true that the physical body has no lasting existence within the Earth; but what holds it together does not, strictly speaking, have a lasting existence in the human being’s conscious life either. It remains entirely subconscious. Yet it is an inner, pictorial reality, and we can grasp it if we develop our imaginative consciousness. Then, in a sense, we develop the inner, pictorial aspect of this physical body. And what we perceive there as an inner, pictorial reality resists the forces that the substances of the physical body, with their own powers, are unable to withstand.

[ 4 ] Dieses innerlich Bildhafte, das verfällt nicht den Erdenprozessen. Dieses innerlich Bildhafte kann wenigstens bestehen und auch, wenn die Erde einmal nicht mehr da sein wird, hinausgetragen werden zu kommenden Entwickelungsstufen der Erde. Dann wird sich aus diesem physischen Menschenleib etwas bilden, was wir ein Naturreich der Zukunft nennen können, das jetzt eben noch gar nicht da ist — ein Naturreich der Zukunft. Aus dem, was heute erst Bild ist, wird ein Naturreich der Zukunft entstehen, ein Reich, das seinem Wesen nach in einer gewissen Beziehung mitten drinnenstehen wird zwischen unserem heutigen Mineralreich, das wie tot auf der Erde daliegt, und dem Pflanzenreich, das sich in dieses tote Mineralreich hineinsenkt, es belebt, Leben entwickelnd.

[ 4 ] This inner imagery is not subject to earthly processes. This inner imagery can at least endure and, even when the Earth is no longer here, be carried forward to future stages of the Earth’s development. Then, from this physical human body, something will form that we can call a future realm of nature—one that does not yet exist at all—a future realm of nature. From what is today merely an image, a natural kingdom of the future will arise—a kingdom that, in its very nature, will in a certain sense stand midway between our present mineral kingdom, which lies on the Earth as if dead, and the plant kingdom, which sinks into this dead mineral kingdom, enlivening it and developing life.

[ 5 ] Denken Sie sich einmal die mineralische Welt, in welche die Pflanzenwelt eingesenkt ist, teilnehmend an dem Leben, nicht bloß als tote Erde daliegend und die Stoffe durch die Wurzeln und durch die Luft der Pflanze beibringend, sondern denken Sie sich das, in was da die Pflanze eingesenkt ist, selber lebend: eine ganze lebende Erde, die nicht das tote Mineralreich hat und eine pflanzliche Welt, die nun nicht bloß Leben hineinsenken kann in dieses Mineralreich, sondern die im lebenden Mineralreich selber drinnen lebt, ein lebendes Mineralreich, eine künftige Verwandlungsstufe unserer Erde — in meiner «Geheimwissenschaft» nenne ich sie die Jupiterstufe —, ein künftiges, lebendes Mineralreich, aber dieses Mineralreich so lebend, daß es sich zur Pflanze formt, daß gewissermaßen das, was jetzt bloß stofflich als chemische Prozesse in das Pflanzenreich untertaucht, daß das selber lebendige chemische Prozesse sein werden, so daß das pflanzliche Leben und die mineralische Gestaltung eines ist. Das ist es, was als späteres, ich möchte sagen, Pflanzenreich im menschlichen physischen Leib von heute seinen Keim hat. Der menschliche physische Leib von heute ist der Keim eines zukünftigen Reiches, eines zukünftigen Naturreiches.

[ 5 ] Imagine for a moment the mineral world into which the plant world is immersed, participating in life—not merely lying there as dead earth and supplying nutrients through the plant’s roots and the air, but imagine that the very substance into which the plant is immersed is itself alive: an entire living earth that does not consist of the dead mineral kingdom, and a plant world that is now not merely able to infuse life into this mineral kingdom, but that lives within the living mineral kingdom itself—a living mineral kingdom, a future stage of transformation for our earth—in my *Secret Science* I call it the Jupiter stage— a future, living mineral kingdom—but one so alive that it takes the form of a plant, so that, in a sense, what now merely submerges into the plant kingdom as material chemical processes will itself become living chemical processes, so that plant life and mineral form are one. This is what has its germ in today’s human physical body as a later—I would say—plant kingdom. Today’s human physical body is the germ of a future kingdom, a future kingdom of nature.

[ 6 ] Und betrachten wir den heutigen Ätherleib des Menschen. Er bleibt unbewußt während des Lebens zwischen Geburt und Tod; aber er ist tätig. Er ist ja im Grunde genommen das, was uns einpflanzt das eigentliche Leben. Er ist das uns Belebende. Er ist das, was die Kräfte des Wachstums, auch der Ernährung enthält. Er bleibt im Unterbewußten. Seine wahre Gestalt können wir ja gar nicht wahrnehmen. Aber diese wahre Gestalt, wir nehmen sie wahr für kurze Zeit, nachdem wir durch des Todes Pforte gegangen sind. Da schauen wir zurück auf eine Bilderwelt, die also eine Welt webender Gedanken ist. Diese Bilderwelt ist die wahre Gestalt des ätherischen Leibes. Während wir beim physischen Leib durch das imaginative Bewußtsein Bilder wahrnehmen, welche uns verbürgen, daß im physischen Leibe der Keim liegt für ein späteres Pflanzen-Mineralreich, bietet uns im rein natürlichen Verlauf der Entwickelung der ätherische Leib des Menschen nach dem Tode selber diese Bilder dar. Diese Bilder haben aber im gegenwärtigen Erdendasein wiederum keinen Bestand. Was in uns die Kräfte des Wachstums, die Kräfte der Ernährung sind, das also, was unser ätherisches, unser vitales Dasein bewirkt, das hat keinen Bestand innerhalb des Irdischen. Wenige Tage, nachdem wir durch des Todes Pforte gegangen sind, lösen sich diese Bilder auf; und wir treten ein in eine zukünftige Lebensentwickelung, innerhalb welcher wir diese Bilder als solche, als Bild-Ätherleib, als Bildekräfteleib nicht haben. Sie lösen sich auf im ätherischen Kosmos, wie sich der physische Leib in den Kräften des Erdendaseins auflöst. Wieder aber zeigt dieses Bilddasein des ätherischen Leibes durch seine eigene Wesenheit, daß wir in ihm etwas haben, was keimhaft ist, was zwar jetzt verschwindet wie der Keim der Pflanze, den wir in die Erde senken, aber der dann als Pflanze, als gestaltete Pflanze aufgeht. So nimmt der Kosmos, gleichsam unseren Ätherleib auflösend bis ins Unendliche, unseren Ätherleib auf. Aber alles das, was so im Kosmos aus menschlichen Ätherleibern gewoben wird, wird in ihm zu Kräften eines zukünftigen Jupiter-Naturreiches, eines Pflanzen-Tierreiches, eines Tier-Pflanzenreiches. Und die Beobachtungen bieten uns eine Gewähr, daß der menschliche ätherische Leib der Keim dieses zukünftigen Reiches ist, eines Reiches, das zwischen der Pflanzen- und der Tierwelt mitten drinnensteht.

[ 6 ] And let us consider the human etheric body as it is today. It remains unconscious during the life between birth and death; yet it is active. It is, after all, what instills true life within us. It is what animates us. It is what contains the forces of growth, as well as those of nutrition. It remains in the subconscious. We cannot perceive its true form at all. But we do perceive this true form for a brief time after we have passed through the gate of death. There we look back upon a world of images, which is thus a world of weaving thoughts. This world of images is the true form of the etheric body. While with the physical body we perceive images through imaginative consciousness that assure us that within the physical body lies the seed for a future plant-mineral kingdom, in the purely natural course of development the human etheric body itself presents these images to us after death. These images, however, have no lasting existence in our present earthly life. What within us are the forces of growth and the forces of nourishment—that is, what brings about our etheric, our vital existence—has no permanence within the earthly realm. A few days after we have passed through the gate of death, these images dissolve; and we enter into a future phase of life in which we no longer possess these images as such—as an image-etheric body, as a body of image-forces. They dissolve into the etheric cosmos, just as the physical body dissolves into the forces of earthly existence. Yet this image-existence of the etheric body shows, through its very nature, that we possess within it something that is seed-like—something that, though it now vanishes like the seed of a plant that we sow in the earth, will then sprout as a plant, as a formed plant. Thus the cosmos, as it were, dissolves our etheric body into infinity and absorbs it. But everything that is thus woven in the cosmos from human etheric bodies becomes, within it, the forces of a future Jupiter-like natural kingdom—a plant-animal kingdom, an animal-plant kingdom. And observations provide us with assurance that the human etheric body is the seed of this future kingdom, a kingdom that stands right in the middle between the plant and animal worlds.

[ 7 ] Wir denken uns die heutige Pflanzenwelt, welche nur Leben entwickelt, die keine Empfindungen entwickelt. Wir denken uns aber, daß in einer Substantialität, die der heutigen Pflanzenwelt ähnlich ist, aber durchsetzt mit Empfindungsfähigkeit, sich ein Tier-Pflanzenreich, ein Pflanzen-Tierreich entwickelt, welches gewissermaßen die zukünftige Erde oder den Jupiterplaneten umweben wird. Die Empfindung wird nicht so sein, wie die Empfindung der heutigen Tiere, die sich auf die Wahrnehmungen des Irdischen beschränken, die Empfindung wird sein eine kosmische Empfindung, ein Wahrnehmen der den Jupiter umgebenden Vorgänge.

[ 7 ] We imagine today’s plant world as one that develops only life, not sensations. However, we imagine that within a substance similar to today’s plant world—but imbued with the capacity for sensation—an animal-plant kingdom, a plant-animal kingdom, will develop, which will, so to speak, envelop the future Earth or the planet Jupiter. This sensibility will not be like that of today’s animals, which is limited to perceptions of the earthly realm; rather, it will be a cosmic sensibility, a perception of the processes surrounding Jupiter.

[ 8 ] Wir haben also hier in dem ätherischen Leibe den Keim für ein zukünftiges Reich, für ein Tier-Pflanzenreich. Gewissermaßen wird abschmelzen — und das wird ja den Untergang des Irdischen bilden — das, was heute draußen ausgebreitet ist als mineralisches Reich. Dagegen wird aus demjenigen, was scheinbar sich ganz auflöst in den irdischen Kräften, aus den menschlichen physischen Leibern, als Keim ein künftiger Weltenplanet mit seinem untersten Reiche, mit einem Mineral-Pflanzenreiche entstehen. Aus demjenigen, was sich nach dem Tode wie zerstreut, wird sich konsolidieren ein zweites Reich dieses künftigen Weltenplaneten, ein Tier-Pflanzenreich, das ihn umweben wird wie eine Art lebendiger Ätherizität.

[ 8 ] So here in the etheric body we have the seed for a future kingdom, for an animal-plant kingdom. In a sense, what is now spread out externally as the mineral kingdom will dissolve—and this will indeed mark the downfall of the earthly realm. In contrast, from that which seemingly dissolves entirely into the earthly forces—from the human physical bodies—a future world-planet will emerge as a seed, with its lowest kingdom, a mineral-plant kingdom. From that which seems to scatter after death, a second kingdom of this future world-planet will consolidate—an animal-plant kingdom that will envelop it like a kind of living etheric substance.

[ 9 ] Und der menschliche astralische Leib: Wir wissen, daß der Mensch ja durchmacht durch längere Zeit, wenn er durch die Pforte des Todes getreten ist, das, was ich beschrieben habe in meinem Buche «Theosophie» als den Gang durch die Seelenwelt. Ich habe dort beschrieben, wie die Umwandlungen des menschlichen Erlebens in dieser Seelenwelt nach dem Tode sich abspielen, wie der Mensch durch gewisse Zustände durchgeht, die ich Begierdenglut, fließenden Reiz und so weiter genannt habe. Aber all das, was da von dem Menschen durchgemacht wird, wenn es auch längere Zeit währt, es ist auch etwas, was man als sich auflösend empfinden kann, was man sogar als verschwindend empfinden kann. Lesen Sie nur die letzten Seiten dieser Beschreibung, die da handelt von des Menschen Durchgang durch die Seelenwelt nach dem Tode, und Sie werden aus der Art und Weise, wie dort geschildert ist, dieses Gefühl bekommen, wie, ich möchte sagen, hinschwindet in die Welt, was da der Mensch als astralischen Leib in sich getragen hat, wie es gewissermaßen so hinschwindet, wie wenn finstere Wolken in einem allgemeinen Lichtmeere von diesem Lichtmeere aufgezehrt würden. Ich habe ganz absichtlich dort in meiner «TheosoPhie» die Schilderung stilistisch so gestaltet, daß man etwas fühlen und empfinden kann von diesem Sich-Auflösen, wie wenn Finsternis in dem Lichte sich auflösen würde, wie wenn das Tote vom Leben verzehrt würde. Fühlen Sie an der Schilderung des Endes dieses Durchganges durch die menschliche Seelenwelt nach dem Tode, wie das ist, dann werden Sie sagen: Wenn so geschildert wird dieser Durchgang durch die Seelenwelt, dann haben wir ja auch etwas geschildert in ähnlicher Weise, wie der Imagination die Bilder des physischen Leibes vor dem geistigen Auge stehen, wie dem Menschen gleich nach dem Tode der ätherische Leib vor dem Seelenauge steht.

[ 9 ] And the human astral body: We know that, after passing through the gate of death, a person undergoes—for a considerable period of time—what I described in my book *Theosophy* as the journey through the soul world. There I described how the transformations of human experience in this world of souls after death unfold, how the human being passes through certain states that I have called the “blaze of desire,” “flowing allure,” and so on. But everything that a person goes through there—even if it lasts for a long time—is also something that can be perceived as dissolving, something that can even be perceived as vanishing. Just read the last few pages of that description, which deals with a person’s passage through the soul world after death, and from the way it is portrayed there, you will get the sense of how, I would say, what the human being has carried within as the astral body fades away into the world—how it fades away, as it were, just as if dark clouds were being consumed by a vast sea of light. I quite deliberately shaped the style of the description in my *Theosophy* so that one can sense and feel something of this dissolution, as if darkness were dissolving in the light, as if the dead were being consumed by life. If you sense from the description of the end of this passage through the human soul world after death what this is like, then you will say: “If this passage through the soul world is described in this way, then we have indeed described something in a similar manner: just as the images of the physical body stand before the mind’s eye in the realm of imagination, so does the etheric body stand before the soul’s eye immediately after death.”

[ 10 ] Wir haben in dieser Schilderung, die in meinem Buche «Theosophie» gegeben wird, wenn wir sie recht lebendig machen, geradezu etwas, was seiner Wesenheit nach wiederum sich als Keim für Zukünftiges entpuppt. Aber es löst sich vom Menschen los, wie sich die anderen Glieder der menschlichen Natur von ihm loslösen. Der physische Leib löst sich los, wird Keim für ein Pflanzen-Mineralreich. Der ätherische Leib löst sich los, wird Keim für ein Tier-Pflanzenreich. Der menschliche astralische Leib wird gewissermaßen aufgesogen von der allgemeinen Weltumgebung, und er wird Keim für ein MenschenTierreich, für ein Reich, welches das höhere Tierische, das heute da ist, um eine Stufe hinaufgehoben hat, wie wenn sich die Tiere nicht bloß in Empfindungen bewegten, wie sie sich heute bewegen, sondern in Gedanken bewegten, und auch, obwohl auf eine mehr automatische Art als das beim heutigen Menschen der Fall ist, aber doch in einer gewissen Weise vernünftige Handlungen ausführend: ein MenschenTierreich, das wir uns so vorzustellen haben, daß vernünftige, von innen heraus tätig erfüllte Handlungen vollbracht werden, die aber doch wiederum nicht so verlaufen wie beim Menschen heute, wo die vernünftige Handlung aus dem Zentrum seines Ich-Wesens heraus kommt. Das werden sie nicht; sie werden schon mehr einen, ich möchte sagen, eben wiederum automatenhaften Charakter haben; aber sie werden nicht so sein wie die Handlungen des heutigen Tierreiches, bloß aus Instinkten hervorgehend. Sie werden gewissermaßen vom Tiere ausgeführte Handlungen einer großen Jupitervernunft sein, und das einzelne Tier wird hineingestellt sein in diese Jupitervernunft.

[ 10 ] In this description, which is given in my book *Theosophy*, if we bring it to life, we have something that, by its very nature, turns out to be a seed for the future. But it detaches itself from the human being, just as the other members of human nature detach themselves from him. The physical body detaches itself and becomes the seed for a plant-mineral kingdom. The etheric body detaches itself and becomes the seed for an animal-plant kingdom. The human astral body is, so to speak, absorbed by the general world environment, and it becomes the seed for a human-animal kingdom—a kingdom that has raised the higher animal realm that exists today by one level, as if the animals were not merely moved by sensations, as they are today, but by thoughts, and, although in a more automatic manner than is the case with human beings today, would nevertheless carry out rational actions in a certain way: a human-animal realm that we must imagine as one in which rational actions, filled with inner activity, are performed—actions that, however, do not proceed in the same way as they do in human beings today, where rational action arises from the center of the “I”-being. They will not be like that; they will have, I might say, a more automaton-like character; but they will not be like the actions of today’s animal kingdom, arising merely from instincts. They will, so to speak, be actions carried out by the animal through a great Jupiter-like reason, and the individual animal will be placed within this Jupiter-like reason.

[ 11 ] Nun bleibt uns dann noch das menschliche Reich als solches. Verfolgen Sie wiederum in meiner «Theosophie», wie da dieses menschliche Reich, das nach Abstreifen des astralischen Leibes in die Geisterwelt aufsteigt, wie das in der Geisterwelt innere Erlebnisse hat, die aber dort durchaus so beschrieben werden können, daß die Beschreibungen Bilder einer geistigen Außenwelt sind. Ich habe, um das zu erreichen, geschildert, wie dort in dem Geisterlande durchaus etwas durchlebt wird wie ein Kontinentalgebiet des Geisterlandes, etwas wie ein Meeresgebiet, etwas wie ein Luftgebiet. In alldem, was da von mir geschildert worden ist in diesem Geisterland, haben Sie etwas, was Bilder sind von einer Welt, die heute für das Irdische nicht da ist. Die heutige irdische Umgebung ist anders. Aber dennoch, will man die Dinge wirklich so schildern, wie sie der Wahrheit gemäß geschildert werden sollen, dann muß man dies tun, indem man an die großen Zusammenfassungen des Erdenplaneten sich anlehnt: indem man, was sich hier als kontinentale Gebiete zusammenschließt, auch in diesem seinem Zusammenschlusse anwendet auf das, was man da im Geisterland findet; ebenso indem man das Meeresgebiet zusammenfaßt. Was dort als Kontinentalland, als Meeresgebiet, als Luftgebiet, als Wärmegebiet geschildert ist, es ist so geschildert, daß es zu gleicher Zeit durchsetzt ist von demjenigen, was der Mensch als Moralisches durch die Pforte des Todes trägt. Es ist so geschildert, daß die moralisch-geistige Welt dort unmittelbar in sich auch das äußerlich Substantielle hat, daß das Moralische da ein Schattenriß ist, aber es noch nicht bringt bis zum Schaffen eines Himmelskörpers, eines Planeten. Aber das, was da des Menschen Ich durchlebt, es ist der Keim dieser Verteilungskategorien, dieser Zusammenhänge im großen für den künftigen Jupiterplaneten. Wir haben also in dem menschlichen Ich von heute den Keim für das, was dann die große Verteilung sein wird, das Zusammenleben in Gebieten, die dann anders aussehen werden, aber die in ähnlicher Weise behandelt werden können wie heute die Kontinentalgebiete, Meeresgebiete und so weiter. Wir haben da etwas, was wir aber nun, um es zu charakterisieren, um dafür eine Idee, einen Begriff zu bekommen, auch in anderer Weise wiederum zusammenfassen müssen.

[ 11 ] Now we are left with the human realm as such. Please refer again to my *Theosophy* to see how this human realm, which ascends into the spirit world after shedding the astral body, has inner experiences in the spirit world—experiences that can, however, be described there in such a way that the descriptions are images of a spiritual external world. To achieve this, I have described how, in the spirit realm, one actually experiences something akin to a continental region of the spirit realm, something like an oceanic region, something like an aerial region. In everything I have described there in this spirit realm, you have images of a world that does not exist for earthly beings today. Today’s earthly environment is different. Nevertheless, if one truly wishes to describe things as they ought to be described in accordance with the truth, one must do so by drawing on the great classifications of the Earth: by applying the way in which continental regions are grouped here to what is found in the spirit world; and likewise by grouping the oceanic region. What is described there as continental land, as oceanic regions, as air regions, and as regions of warmth is depicted in such a way that it is simultaneously permeated by what the human being carries with them as moral substance through the gate of death. It is described in such a way that the moral-spiritual world there immediately contains within itself the outwardly substantial as well, so that the moral is a shadow-like outline there, but it does not yet extend to the creation of a celestial body, a planet. But what the human “I” experiences there is the seed of these categories of distribution, these connections on a grand scale for the future planet Jupiter. So in the human “I” of today, we have the seed for what will then become the great division—the coexistence in regions that will look different then, but which can be treated in a similar way to how we treat continental regions, oceanic regions, and so on today. We have something there, but in order to characterize it, to form an idea or a concept of it, we must now summarize it in a different way as well.

[ 12 ] Wir müssen etwa so sagen: In diesem Weben im Geisterland, das ich in dem Buche «Theosophie» beschrieben habe, da sieht man ja sofort: man hat es nicht mit dem einzelnen Menschen zu tun. Es gliedern sich gleich, wie Sie sehen, schon in dem zweiten Gebiete, in dem Meeresgebiete, die Menschen wie zu Menschenzusammenhängen, Menschengruppen zusammen: etwas Übermenschliches entsteht. Das Ich wird höher hinaufgehoben. Das Ich vereint sich mit anderen Ichen in Menschengruppen. Lesen Sie das doch nach in der Beschreibung des Geisterlandes: es ist etwas, was man nur beschreiben kann als ein Reich, das über dem Menschenreiche steht. Und in ein solches Reich wird der Mensch dann während des Jupiterdaseins eintreten. Es kann nicht dadurch beschrieben werden, daß ich etwa sage: ein «Engel-Menschenreich»; das würde die Sache nicht genau treffen, weil, wenn ich Angeloi charakterisiere, so ist das ein Begriff für die Gegenwart, der dadurch charakterisiert ist, daß die Angeloi während der Mondenzeit Menschen waren. Wenn ich also das, was sich da entwickeln wird während des zukünftigen Erdendaseins oder Jupiterdaseins, charakterisieren will, so müßte ich schon so sprechen, daß ich sage: Es ist der Mensch in eine höhere Sphäre gehoben; es ist der Mensch in seiner äußeren Offenbarung, in seiner leiblichen Offenbarung so geworden, daß er das, was heute tief im Inneren lebt, was heute seelisch nur lebt, nach außen offenbart. Wie er heute, ich möchte sagen, auf geheimnisvolle Art sein Inneres im Inkarnat, in der Fleischfarbe offenbart, so wird er in der Zukunft sein Inneres, ob er gut oder böse ist, in seiner äußeren Konfiguration offenbaren. Heute kann man nur andeutungsweise der Menschengestalt entnehmen, ob irgend jemand ein Pedant ist, oder ein bissiger Mensch, oder ein grausamer Mensch, oder ein gefräßiger Mensch. Gewisse moralische Qualitäten, sie drücken sich heute auf leise Weise ab in der Physiognomie oder im Gange oder in sonstiger äußerer Gestaltung, aber immer so, daß sie auch geleugnet werden können, daß man sozusagen sich darauf berufen kann, man könne nichts dafür, daß man die gerade just auf Gefräßigkeit hindeutenden Lippen oder ein auf Gefräßigkeit deutendes Unterantlitz erhalten hat. Aber wie man heute sozusagen sich herausreden kann in bezug auf dieses äußere Auftreten des Seelischen, so wird das in der Zukunft ganz und gar nicht möglich sein. Menschen, die festhalten am Materiellen, werden das dann deutlich ausdrücken in ihrer Gestalt: sie werden ahrimanische Formen annehmen. Man wird in dieser Zukunft deutlich unterscheiden zwischen ahrimanischen Gestalten und luziferischen Gestalten. Für diese luziferischen Gestalten haben ja eine gute Anlage eine große Anzahl von Mitgliedern verschiedener theosophischer Gesellschaften, die immer schwärmen in höheren Regionen. Es werden auch Gestalten da sein, die den Ausgleich bilden. Die schwärmerischen Mystiker, sie werden die luziferischen Gestaltungen annehmen. Das aber, was angestrebt werden soll durch das Innewohnen des Christus, ist der Ausgleich. Kurz, als Entfaltung dessen, was heute Ich-Keim ist, werden wir haben das Seelen-Menschenreich.

[ 12 ] We must say something like this: In this interweaving in the realm of the spirits, which I described in the book *Theosophy*, one sees immediately that we are not dealing with individual human beings. As you can see, even in the second realm—the oceanic realm—human beings are already organized into human communities, into groups of people: something superhuman emerges. The “I” is lifted to a higher level. The “I” unites with other “I’s” in groups of people. Please look this up in the description of the Spirit Realm: it is something that can only be described as a realm that stands above the human realm. And it is into such a realm that human beings will then enter during the Jupiter phase. It cannot be described by saying, for example, “a realm of angel-human beings”; that would not capture the essence of the matter, because when I characterize the Angeloi, this is a concept for the present that is defined by the fact that the Angeloi were human beings during the Lunar period. So if I want to characterize what will develop there during the future Earth existence or Jupiter existence, I would have to speak in such a way as to say: Humanity has been raised to a higher sphere; humanity, in its outward manifestation, in its physical manifestation, has become such that it reveals outwardly what today lives deep within, what today lives only in the soul. Just as today, I might say, he reveals his inner being in a mysterious way through his incarnation, through the color of his flesh, so in the future he will reveal his inner being—whether he is good or evil—through his outward appearance. Today one can only glean hints from a person’s appearance as to whether someone is a pedant, or a bitter person, or a cruel person, or a gluttonous person. Certain moral qualities are subtly expressed today in one’s physiognomy, gait, or other external features—but always in such a way that they can be denied; one can, so to speak, claim that it is not one’s fault that one has been born with lips or a lower face that happen to suggest gluttony. But just as one can, so to speak, talk one’s way out of it today with regard to this outward manifestation of the soul, so will that be entirely impossible in the future. People who cling to the material will then clearly express this in their form: they will take on Ahrimanic forms. In this future, a clear distinction will be made between Ahrimanic forms and Luciferic forms. A large number of members of various theosophical societies, who are always rapt in higher realms, already possess a predisposition toward these Luciferic forms. There will also be beings who serve as a counterbalance. The dreamy mystics will take on Luciferic forms. But what we should strive for through the indwelling of Christ is this balance. In short, as the unfolding of what is today the seed of the “I,” we will have the soul-human realm.

Keim: Entfaltung:
menschlicher physischer Leib Pflanzen-Mineralreich
menschlicher ätherischer Leib Tier-Pflanzenreich
enschlicher astralischer Leib Mensch-Tierreich
menschliches Ich Seelen-Menschenreich
Germ: Unfolding:
human physical body plant-mineral kingdom
human etheric body animal-plant kingdom
human astral body human-animal kingdom
human ego soul-human kingdom

[ 13 ] Was wir da in unserem Ich in uns tragen: Ein Mensch, der ganz tragisch gelitten hat an der Verfallszivilisation des 19. Jahrhunderts, Nietzsche, er hat gefühlt, daß eigentlich dieses Ich sich entringen muß, um seine Zukunft zu retten, demjenigen, was heute schon im Verfall drinnen ist. Er hat, weil die ganze Idee abstrakt geblieben ist, das abstrakte Wort «Übermensch» gewählt. Aber es ist ein unbestimmter dunkler Drang, auszudrücken, was im Ich nicht bloß fertig ist, sondern was im Ich keimhaft ist und als Keim hinweisen muß auf künftige kosmische Gestaltungen.

[ 13 ] What we carry within us in our “I”: Nietzsche, a man who suffered tragically from the decaying civilization of the 19th century, felt that this “I” must actually break free—to save its future—from that which is already in a state of decay today. Because the entire idea remained abstract, he chose the abstract term “Übermensch.” But it is an indefinite, dark impulse to express not merely what is already complete within the “I,” but what lies dormant within it as a seed and, as such, must point toward future cosmic formations.

[ 14 ] Nietzsche hat das ja wiederholt schön ausgedrückt, indem er sagte: Der Mensch ist im Grunde genommen etwas, was aus dem Wurm geworden ist. Aber wie der Mensch aus dem Wurm geworden ist, so wird der Übermensch aus dem Menschen werden. — Er stellt sich dadurch mit einem dunklen Gefühl hinein in etwas, was zur Klarheit zu bringen eigentlich unsere Zeit als Aufgabe hat, wenn sie nicht im Finstern einer Verfallskultur und Verfallszivilisation herumtappen will.

[ 14 ] Nietzsche expressed this beautifully on several occasions, saying: Man is, in essence, something that has emerged from the worm. But just as man emerged from the worm, so will the Übermensch emerge from man. — In doing so, he immerses himself with a sense of mystery into something that our era is actually tasked with bringing to light, if it does not wish to grope about in the darkness of a decaying culture and civilization.

[ 15 ] Es ist durchaus begreiflich, daß Nietzsche, der nur tragisch gelitten hat an unserer rein intellektualistischen Kultur, diesen intellektualistischen Begriff des Übermenschen, der eigentlich im Grunde genommen keinen Inhalt hat, aus dem, was man eben haben konnte in der intellektualistischen Kultur, herausdestilliert hat. Nietzsche ist ja auch nicht zu einem wirklichen Begreifen des Christus gekommen. Und es hat sich ihm das Eigentümliche ergeben, daß er aus diesem Drange des IchKeimes heraus, und wiederum aus der Notwendigkeit, stehenzubleiben innerhalb der intellektualistischen Kultur, nun nicht zu einem Anbeter des Christus, sondern zu einem Anbeter des Antichrist, geradezu zu einem Verehrer und Glorifizierer des Antichrist geworden ist. Das Antichristentum ist in Nietzsche genial zutage getreten. Aber dieses Antichristentum würde, wenn es das bleiben sollte, was es ist, nichts anderes vollziehen können, als den Menschen dazu zu veranlassen, zu träumen von einem abstrakten Übermenschen, aber sich zu gleicher Zeit die Gewißheit einzupflanzen, daß dieser abstrakte Übermensch mit dem Erdendasein stirbt. Nietzsche wollte noch krampfhaft festhalten an der Entwickelungsidee. Aber auch dieses krampfhafte Festhalten half ihm nichts. Er kam aus den Abstraktionen des Intellektualismus nur zu einer «Wiederholung des Gleichen», so daß sich später nicht höhere Stufen ergeben würden, sondern immer nur die Wiederholung des Gleichen, die aber auch, wie gesagt, krampfhaft nur da ist, um die Entwickelungsidee festzuhalten.

[ 15 ] It is entirely understandable that Nietzsche, who suffered so tragically from our purely intellectualistic culture, distilled this intellectualistic concept of the Übermensch—which, when you get right down to it, has no real substance—from whatever was available within that intellectualistic culture. After all, Nietzsche never arrived at a true understanding of Christ. And the peculiar outcome for him was that, driven by this impulse of the “I-germ”—and, in turn, by the necessity of remaining within intellectualist culture—he became not a worshipper of Christ, but a worshipper of the Antichrist, indeed a veritable admirer and glorifier of the Antichrist. Antichristianity has come to light in a brilliant way in Nietzsche. But this anti-Christianity, if it were to remain what it is, would be capable of nothing more than inducing people to dream of an abstract Übermensch, while at the same time instilling in them the certainty that this abstract Übermensch dies with earthly existence. Nietzsche still wanted to cling desperately to the idea of evolution. But even this desperate clinging was of no help to him. From the abstractions of intellectualism, he arrived only at a “repetition of the same,” so that no higher stages would emerge later, but only the repetition of the same—which, however, as I said, exists desperately only to preserve the idea of development.

[ 16 ] So haben wir also des Menschen Geistiges, des Menschen Seelisches, des Menschen Leibliches betrachtet. Wenn wir des Menschen Geistiges betrachten, so erscheint es uns heute eben als der dem Menschen maßgebende Geist. Und insofern wir als Menschengeist diesen Geist betrachten, erscheint er uns nicht sehr differenziert. Er trägt in sich gewisse, ich möchte sagen, Färbungen, aber er erscheint uns als ein Einheitliches. Betrachten wir diesen Menschengeist in seinem Weltenzusammenhange, dann brauchen wir dazu Geisteswissenschaft. Wenn wir nicht zur Geisteswissenschaft kommen, dann strahlt man einfach diesen indifferenzierten, einheitlichen, unbestimmten Menschengeist in die Welt hinaus und es entsteht der verwaschene Pantheismus. Wenn man aber mit Geisteswissenschaft diesen Menschengeist erkennen lernen will, dann dringt man ein in die Welt der im gegenseitigen Verhältnisse und im Verhältnisse zum Menschen stehenden höheren geistigen Reiche. Was wir in unserem Geist haben, es wird erst konkret eingesenkt in eine Welt, wenn wir es konkret eingesenkt finden in die Welt der höheren Hierarchien. Was wir fluktuierend als unser Seelenleben, differenziert in Denken, Fühlen und Wollen haben, wir können es erst erkennen lernen, wenn wir es gewissermaßen in den Zwischenstufen zwischen den Leibesgliedern des Menschen suchen: wie da das Denken webt zwischen dem physischen Leib und dem ätherischen Leib, gewissermaßen den Verkehr dieser beiden Leiber vermittelnd, wie da das Fühlen webt zwischen dem ätherischen und dem astralischen Leib, das Durcheinanderatmen von ätherischem Leib und astralischem Leib vermittelnd. Und wenn wir das Wollensleben kennenlernen wollen, dann müssen wir das Ineinanderkraften von Ich und astralischem Leib beobachten und gewissermaßen in dem Wechselspiel, das sich zwischen beiden entwickelt, das Willensleben studieren. Dann haben wir des Menschen Gegenwart, sein seelisches Leben.

[ 16 ] So we have considered the spiritual, the soul, and the physical aspects of the human being. When we consider the spiritual aspect of the human being, it appears to us today precisely as the spirit that guides human beings. And insofar as we consider this spirit as the human spirit, it does not appear to us as being very differentiated. It bears within itself certain—I would say—hued aspects, but it appears to us as a unified whole. If we are to consider this human spirit within its cosmic context, we need spiritual science to do so. If we do not turn to spiritual science, we simply project this undifferentiated, unified, indeterminate human spirit out into the world, and a blurred form of pantheism arises. But if we wish to learn to recognize this human spirit through spiritual science, we penetrate into the world of the higher spiritual realms, which exist in mutual relationships with one another and in relation to humanity. What we have in our spirit is only concretely embedded in a world when we find it concretely embedded in the world of the higher hierarchies. What we experience as the fluctuating life of our soul—differentiated into thinking, feeling, and willing— we can only begin to recognize it when we seek it, as it were, in the intermediate stages between the human body’s constituent parts: just as thinking weaves between the physical body and the etheric body, mediating, as it were, the interaction of these two bodies; just as feeling weaves between the etheric and astral bodies, mediating the intermingling of the etheric and astral bodies. And if we wish to come to know the life of the will, then we must observe the interplay of the “I” and the astral body and, so to speak, study the life of the will in the interplay that develops between the two. Then we have the human being’s present moment, his soul life.

[ 17 ] Und wenn wir nun hinuntersteigen zu des Menschen Leiblichkeit, dann erscheint uns zunächst dieses Leibliche so, als ob es eigentlich für das Nichts bestimmt wäre. Der physische Leib, der für den Menschen diese große Bedeutung hat, während er auf der Erde lebt, er scheint gegenüber den einzelnen Gesetzmäßigkeiten ein Nichts zu sein, denn er löst sich in ihnen auf. Sie zerstören ihn. Der ätherische Leib, er wird noch, ich möchte sagen, erhalten kurze Zeit nach dem Tode, aber er verbreitet sich im Kosmos. Er entschwindet dem Menschen. Er hebt sich hinweg. Er scheint wiederum für den Kosmos nichts zu sein in der Gegenwart der Erde. Der astralische Leib, er wird dem Menschen am Ende seiner Seelenwanderung nach dem Tode wie resorbiert von dem seelisch-geistigen Dasein, wiederum wie ein Nichts. Das Ich, es ist von der Erde gegeben, es scheint der Erde anzugehören. Wir bekommen aus dem Ich heraus zunächst nicht eine Idee, was es sein soll für die Zukunft. Betrachten wir aber diese Leibesglieder des Menschen im Lichte der Geistesforschung, so finden wir, wie im physischen Leib, im ätherischen Leib, im astralischen Leib, im Ich-Leib eigentlich die Keime liegen für kosmische Welten. Es handelt sich bloß darum, daß wir die Wege finden, das, was wir da in uns tragen als Keime künftiger kosmischer Welten, in der richtigen Weise zu pflegen, so daß die Keime gedeihen können. Denn Keime, das wissen Sie, Keime können auch verfallen, und die Möglichkeit des Verfallens haben, wie andere Keime, auch diese Keime.

[ 17 ] And when we now descend to the physical nature of the human being, this physical aspect initially appears to us as if it were actually destined for nothingness. The physical body, which is of such great importance to human beings while they live on Earth, seems to be nothing in the face of the individual laws of nature, for it dissolves into them. They destroy it. The etheric body, I would say, is preserved for a short time after death, but it spreads out into the cosmos. It vanishes from the human being. It rises away. In turn, it seems to be nothing to the cosmos in the presence of the Earth. The astral body, at the end of the human being’s soul journey after death, is as if absorbed by the soul-spiritual existence, once again becoming as nothing. The “I” is given by the Earth; it seems to belong to the Earth. At first, we do not gain any insight from the “I” as to what it is meant to be for the future. But if we consider these human bodies in the light of spiritual research, we find that—just as in the physical body, the etheric body, the astral body, and the “I” body—the seeds for cosmic worlds actually lie within them. It is simply a matter of finding the ways to nurture what we carry within us—the seeds of future cosmic worlds—in the right way, so that these seeds can flourish. For seeds, as you know, can also decay, and like other seeds, these seeds, too, have the potential to decay.

[ 18 ] Unsere Verbindung mit dem Mysterium von Golgatha gibt uns die Kräfte, die den Christus in uns zum Gärtner machen, der die Keime nicht verfallen läßt, sondern der die Keime hinüberführt in die Zukunftswelt. Wenn abschmilzt das mineralische Reich der Erde, wenn verwest das pflanzliche Reich der Erde, wenn hinstirbt das Reich der Tierklassen, wenn auch die gegenwärtige Menschengestalt nicht mehr möglich ist, weil sie ein Ausfluß der Erde ist, also zur Erde gehört, wenn also alles das wie in Nichts zerfällt, dann sind die Keime da, die der Gärtner hinüberführt in eine zukünftige Gestaltung der Erdenwelt, die ich in meiner «Geheimwissenschaft» die Jupiterwelt genannt habe.

[ 18 ] Our connection with the Mystery of Golgotha gives us the powers that make the Christ within us the gardener who does not allow the seeds to decay, but who carries them over into the world of the future. When the mineral kingdom of the Earth melts away, when the plant kingdom of the Earth decays, when the kingdom of the animal classes dies out, when even the present human form is no longer possible because it is an outgrowth of the Earth, and thus belongs to the Earth—when all of this disintegrates as if into nothingness—then the seeds will be there, which the gardener carries over into a future form of the earthly world, which I have called the Jupiter world in my *Secret Science*.

[ 19 ] Sehen wir auf die geistigen Reiche über dem Menschen: wir erblicken sie in der Vergangenheit und verstehen sie ihrer Wesenheit nach. Wir wissen aber, daß sie in ihrer gegenwärtigen Arbeit zustande bringen, was in unserem Geiste webt und lebt. Sehen wir auf des Menschen Seelenwelt, dann finden wir die Gegenwart, finden diese Seelenwelt innig mit der Gegenwart verbunden. Sehen wir aber auf des Menschen leibliche Welt, dann tragen wir in dieser leiblichen Welt die Keime für die Zukunft in uns.

[ 19 ] Let us look to the spiritual realms above humankind: we perceive them in the past and understand their essence. But we know that in their present work they bring about what is weaving and living within our spirit. When we look at the soul world of human beings, we find the present; we find this soul world intimately connected with the present. But when we look at the physical world of human beings, we carry within us, in this physical world, the seeds for the future.

[ 20 ] Es enthüllen sich uns die Leiber nach ihrer geistigen Art. Wenn wir sie außen anschauen, sind sie die Leiber. Wenn wir auf ihre innerliche Wesenheit eingehen, sind sie Kraft und Geist — aber Kraft und Geist, der in die Zukunft hineinwächst. Man kann in einem Symbolum Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in bezug auf den Menschen etwa so zusammenstellen, daß man sagt: Die Vergangenheit (siehe Zeichnung, blau) kommt herüber, kreist sich ein in unsere gegenwärtige Geistigkeit. Aus unserer Geistigkeit strahlt aus unser Seelisches (hell) in Denken, Fühlen, Wollen. Und das Denken sondert gewissermaßen nach der einen Seite den physischen Leib aus, nach der anderen Seite den ätherischen Leib; das Fühlen sondert nach der einen Seite den ätherischen, nach der anderen Seite den astralischen Leib aus; das Wollen nach der einen Seite den astralischen Leib, nach der anderen Seite das Ich. Und wir können sagen: das alles entwickelt sich keimmäßig in die Zukunft hinein, um neue Reiche zu bilden (rot).

[ 20 ] Bodies reveal themselves to us according to their spiritual nature. When we look at them from the outside, they are bodies. When we delve into their inner essence, they are power and spirit—but power and spirit that grow into the future. In a symbol, one can bring together the past, present, and future in relation to the human being in roughly the following way: The past (see diagram, blue) flows in and circles within our present spirituality. From our spiritual nature, our soul life (light) radiates out into thinking, feeling, and willing. And thinking, in a sense, separates the physical body on one side and the etheric body on the other; feeling separates the etheric body on one side and the astral body on the other; willing separates the astral body on one side and the “I” on the other. And we can say: all of this develops germinally into the future to form new realms (red).

[ 21 ] So können wir aber auch die verschiedenen Hierarchien, die Anteil nehmen an uns, ja auch bezeichnen als sich gewissermaßen hier spiralisch zusammenschließend, und wir haben im Bilde, schematisch, den Menschenwirbel, der da, wo er sich in der Mitte zusammenschließt, die gegenwärtigen Erlebnisse des Menschen im Seelischen bildet.

[ 21 ] In this way, we can also describe the various hierarchies that have a share in us as, in a sense, spiraling together here; and we have, schematically, the human vortex, which, where it converges at the center, forms a person’s present experiences in the soul.

[ 22 ] Es ist durchaus so, daß Menschenerkenntnis Welterkenntnis ist. Denn auch von diesem Gesichtspunkte, den wir heute wiederum eingenommen haben, enthüllt sich uns das. Wir haben eine Welt in der Vergangenheit. Wir haben ihre Wirkung heute im menschlichen Geiste. Welterkenntnis muß Menschenerkenntnis werden, wenn wir den menschlichen Geist aus der Welt begreifen wollen. Menschenerkenntnis wird Welterkenntnis, indem wir des Menschen Leiber studieren, wenn wir die Wesen dieser Leiber in ihrer Keimnatur ins Auge fassen und hinschauen darauf, wie das, was des Menschen Hüllen sind, heute schon, seinem Wesen nach, zwei Welten in sich schließt. Vergangene Welten werden erkannt im gegenwärtigen Menschen. Erkenntnis des gegenwärtigen Menschen, dem Geiste nach, heißt: Welterkenntnis der Vergangenheit. Erkenntnis des gegenwärtigen Menschen, dem Leibe nach, heißt: Welterkenntnis der Zukunft.

[ 22 ] It is certainly true that knowledge of humanity is knowledge of the world. For even from this perspective, which we have once again adopted today, this is revealed to us. We have a world in the past. We have its effect today in the human spirit. Knowledge of the world must become knowledge of humanity if we are to understand the human spirit as it emerges from the world. Knowledge of humanity becomes knowledge of the world as we study human bodies, when we contemplate the nature of these bodies in their embryonic form and observe how what are the human’s outer shells already contain, in their very essence, two worlds within themselves. Past worlds are recognized in present-day human beings. Knowledge of the present-day human being, in terms of the spirit, means: knowledge of the world of the past. Knowledge of the present-day human being, in terms of the body, means: knowledge of the world of the future.

[ 23 ] Ja, wahrhaftig, nach den allerverschiedensten Gesichtspunkten hin ist Welterkenntnis Menschenerkenntnis. Willst du die Welt erkennen, schau in dich selber. Willst du den Menschen erkennen, schau in die Welt. Willst du den Menschen als Geist erkennen, schau in die Herrlichkeiten der vergangenen Welt. Willst du die Herrlichkeiten der zukünftigen Welten erkennen, schau in die keimhafte Natur der menschlichen leiblichen Gegenwart. Es ist Menschenerkenntnis Welterkenntnis und Welterkenntnis Menschenerkenntnis.

[ 23 ] Yes, indeed, from the most diverse perspectives, knowledge of the world is knowledge of humanity. If you wish to understand the world, look within yourself. If you wish to understand humanity, look at the world. If you wish to understand humanity as spirit, look at the glories of the past world. If you wish to understand the glories of future worlds, look into the embryonic nature of humanity’s present physical existence. Understanding humanity is understanding the world, and understanding the world is understanding humanity.

[ 24 ] Davon dann das nächste Mal weiter.

[ 24 ] More on that next time.